MbacherMMtlMg. Nr. 93. Pränumerationsplei«: Im Comptoir ganzj. fi. 11, halbj. fl. 5.5«. ssür die Zuftelluna ins Hau« halbj.50 lr. Mit d« Post „anzj. fl. 15, halbj. fi. 7.50. Mittwoch, 24. April Inseitionsgebühi bis 10 Zellen: Imal 6N lr., »M. «0 lr., 3m. 1 fl.l sonst pr. Zeile im. ß lr., 2m. 8 lr., 3m. 10lr. u. s. w. Inserlionssicmpcl ledcsm. 3«l:. 1867. Amtlicher Theil. Je. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchstem Handschreiben vom 18. d. M. dcu Statthalter l>n Hcrzogthumc Krain Eduard Frciherru v. Bach zum Statthalter in Tricst und iin Küstculandc allcrguädigst zu ernennen geruht. Sc. k. k. Apostolische Majestät habeu mit Allerhöchstem Handschreiben vom 18. d. M. den Statthat« tcrci-Viccpräsidcutcu Sigmund Konrad Edlen v. Eybcs-fcld nntcr Bclassung seines bisherigen DicustcharaktcrS ,NMl LandcSpräsidcntcu im Herzogthumc Kraiu allcrgnä-digst zn ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 24. April. Die Stellung Oesterreichs im Falle eines dcutsch^franz ösi scheu Krieges ist der Gegenstand verschiedenartigster Auffassuug iu der Tages' presse. Die „A. A. Ztg." sucht in einem möglichst ob-lcctio gehaltenen Artikel die verschiedenen Seiten dieser Tagcsfrage zu crörtcru. Da stehe man zuerst fragcud vor der Politik Nußlands. Wird Oesterreich, wenn es die Neutralität fest« halt, damit auch Rußland zur Neutralität in der oricu-fischen Frage zwingen, oder würde es damit uur uach kuttr Ecitc hiu eine Chance aufgeben, ohne nach der anderen Seite hin Ruhe, Fricdcn und die eigenen gro ^u Interessen gesichert zu haben? Wird eine Bcthcili-^uug Oesterreichs am dcutsch n Mittelbar znm Kriegsfall zwischen Nußlaud und Oesterreich werden? Kann Rußl^ud bei seinen weiten ^utfcruuugcu, bevor nach der heutigen Art dcr Kriegs-sühruug im Westen dic Haliptschläge gefallen sind, ciu ^ zahlreiches Heer an sciucr Grcuzc samincl» nnd über bic Grenze schieden, daß dadurch die gauze Operations-armer ciucs Staates wie Prcußcu, Frankreich oder Ocstcr-nich gebunden wäre, oder würde Oesterreich iu dcr cut-Ichcidendeu Zcit noch mit einer zwcitcu uauihaftcu Opc< ratwnsü.rmcc auftreten könncu? Wird Rußland, wenn c" Nch in der orientalischen Frage dcmastirt, dort nicht noch andere Feinde als die Türkei finden? Wo ist die M'cuzc für (^glands bisherige passive Politik? Hat ^e>tcrreich heim Zusammenstoß im Orient anßcr Ruß» ^and auch »och dic halb uuabhäugigcu südslavischeu Läu< "kr, das Hcrübcrzüngeln ihrer Bestrebungen in das eigene Gebiet zu fürchten, oder ist es durch seine neueste orientalische Politik dieser Sorge enthoben? Wird ihm nicht Serbien vor allem eher als Freund zur Seite, dcun alö Feind gegenüberstehen? Ist Rumäuim mit sciuciu Für« stcu Karl iu ciucr solchen Krisis cinc ernste Gefahr für Oesterreich, vielleicht schon dcr vorgeschobene Fnß Rnß< lauds? Oder sitzt dcr Fürst dieses unterwühlten, theils von oppositionellen, theils von käuflichen Elementen an-gefüllten Bandes nicht auf cincr Pulvcrtouuc, welche, wcun cinc große Krisis herankommt, ein scharfes Auge schnell findet, cinc gewandte und rücksichtslose Hand schnell entzündet? Dicsc und andere Fragen drängen sich nach dieser Seite hin auf. Dcr Artilcl geht sodauu nach einigen Bcmcrkuugcu über die iuncrc Lage des Kaiscrstaatcs zn dem Kern dcr Fragc über: Für welche dcr beidcu kämpfcuden Parteien soll sich Oesterreich entscheiden? „Kein Zweifel, bei Entscheidungen, wie dic, um welche es sich bald in Oesterreich handeln kann, spielt nicht blos dic kalt rechucudc Staatsraisou, es spiclcu auch Volkscmpfinduugcu und VolkSleidenschaftcu, cs spiclcu warmc menschliche Gcfühlc dcr Hcrrfcher cinc Rolle. Sprcchcn wir von letzteren zuerst uud danu von dcr Staatsraisou. Gewiß lebt dcr Eindruck des letzteu Jahres uoch kräftig iu dcr Scclc des Kaisers fort. Er hattc, iud'.in cr trotz dcS gemeinsamen Kampfes in Schleswig-Holstein Preußen große Vortheile daselbst bot, für Oesterreich aber nichts bcgchrtc, die Billigkeit gcgcn Preußen bis au dic äußerste Grenze dcr Pflichtcu gegcu Deutschland und Oesterreichs Stellung in Deutschland getrieben, nnd in dcr letzten Stundc uoch dic Versuchung zu ciucr Art Zwcithcilung des gauzeu Deutschlands au sich vorübergehen lassen. Er weiß am besten, mit wie großer Ro signatiou, unbekümmert um das öffcntlichc Urlhcil, cr lauge um dcs Friedcus willen so vieles hinuahm, was schon früher zum K'vegc führen konnte. Wie tief mußte also der Stachel in dic Brust dcs Kaisers dringcu, als es dennoch zum Kriege kommen Muß.c, dennoch cinc deutsche Großmacht gegen die andcrc n.it Italien uud Klapla vactirlc, die Czcchcn aufrief, um allcs das über Oesterreichs schönste Traditionen, über Oesterreichs Na» men, iibcr Oesterreichs uun von scinclu Stamme los» gerissene Zukunft zu häufen, was sich an die Worte Köuiggrätz, Nilolsburg, Prag anschließt! Diese Ein-drücke siud die frischesten, dic lebendigsten, nnd dcr Weg, auf dcu sie deuten, ist klar. Dennoch glauben wir uus nicht zn irrcn, wenn wir sagen, daß neben dem Gefühl, welches auf dicscn Weg treibt, im tiefsten Innern dcs Kaisers ein anderes Gefühl lebt, welches es ihm sehr schwer machen wird, denselben wirklich zu betreten. Daß auch Napoleon Oesterreich viel übles bereitet, daß cr recht cigcutlich die Natioualitäteupolitik groß gczogm uud iu Italieu daS vorgebildet hat, waS dauu nach Deutschland hiuübcr< griff; daß cr Italien erst so weit gebracht, daß eö so, wie geschehen, mit Preußen zusammcu spielen kountc; daß cr sich im Juli vorigcu Jahres schwächer gczcigt, als mau erwartet, und dem in dcr Noth cntgcgcngcbrach« ten Vertrauen uur halb entsprochen hat, fällt schon als Gegengewicht in die Wagschalc. Doch ist cs uicht die Hauptsache. Iu dcr hohen Politik wcrdcu diese Diugc nach cigeucm Maße gemessen, uud zuletzt ist Napoleon ciu fremder, kciu deutscher Fürst. Aber mit ihm gcgcn Preußen, gcgcu das übrige Deutschlaud zu gehen! Welch' inhaltschweres Wort für einen Kaifcr aus dem Hause Habsburg, doppelt schwer, wenn auch für Fraukrcich dcr ausbcduugcnc Kaufpreis deutsches Land wäre, worüber freilich crst die Alliauzstipulatioucn entscheiden würden. Wir wisscu cs rccht wohl: eiu Kaiser von Oesterreich ist nicht blos deutscher Fürst. Wir köuutcn sogar sagen: für die, dcucu cr gcgenübcrtreteu würde, ist cr nicht mehr dcntschcr Fürst. Man kann sagcu: es sei romantische Thorheit, einem Gefühle für Deutschland zu folgen, wenn dieses Deutschland Oesterreich als Aus-laud erklärt. Oesterreich würde Preußen uicht blos im Hinblick auf seiu Bündniß mit Italien, sondern auf daS ihm durch vi^ lüü.jol- abgepreßte Ausscheiden auS Deutschland allerdings znrnfcn können: Du hast es nicht anders gewollt. Und dennoch nehmen wir an — nnd wir glauben ciuigcu Gruud dafür zu haben — daß das natürlichste Gefühl dcs Baisers gcgcu Preußen durch ciu anderes, uoch nicht crlc chcncs für Dcntschland gc-mäßigt, beschränkt, vielleicht au' choden wird. Und was schließen wir a>. alle dem? Der im Gefühl liegende Trieb, an Prell».! Bcrgcltnng zn üben, wird an sich uicht bestimmend scin. Er ist durch audcrc Gcfühlc gebannt. Die Erwägungen dcr Staatsraisou, wie sie au entscheidender Stelle erscheinen, werden daher bei selchen sich kreuzenden natürlichen Empfin» duugcu ganz allein das Feld behaupten. Sie können dic Neutralität, sie können auch die Allianz mit einem dcr kämpfcndcn Theile bringn." Ihnen wolleu wir morgen cine nähere Erörterung widmen. Oesterreich. Wien, 21. April. Die Regierung läßt cs nicht an Bemühnngcn fchlcn, um jcnc dicoleithanischen Politiker, welche in der Frage der Eoustituirung dcr Mon« archie in hervorragender Weise mitzurathm habcu wer- /l'mllclml. Pms' des Neunten Leben und Gewohnheiten. Eine Tchildcruug dcs Lcbcus uud Treibens PiuS' ^6 Neunten wird für Manchen Interesse haben, da dcr->"bc einer dcr trefflichsten nnd wohlmeinendsten Vertreter (,«.?. Papstthums zu nennen ist. Er ist jetzt ein schöner "reis vou vicruudsicbcuzig Iahrcu, dcr sich im wclt-lchcu Leben Iohauu Äiaria vou Mastai-Fcrrctti u»iuutc "ud am 15. Mai 1792 zu Siuigaglia geboren wurde, "'yaugs halte cr die Absicht, sich dcm militärischen lande zu widmcu, doch wählte cr dann den geistlichen ., ">,f uud wurdc nach mehrjährigen gefahrvollen Mis-' onörciscn von dcm damaligcu Papste Lco dcm Zwölftcu ^'.Director ciucs dcm heiligen Michacl gcwcihtcn ^»ftizcs ernannt; im Iahrc 1827 wurde cr Bischof ^" Spolcto. — Sein Vorgänger Papst Grcgor dcr i, "^zchntc, machte ihn 1832'zum Erzbischof vou Imola >c> verlieh ihm 18-10 die Eardinalswürde. Es lasscu lvi^ ^'^ uuldcstcu echt christlichcu Tugenden, init dcr , roevullslcn Einfachheit vcrbundcu, nicht abstreiten, dic <^ Ml Perein mit vielem Unglück zu eiucr wirkliche "lnahmc crwcckeudcu Erscheinung machen. sci.i. 7.'^ dcr N'cuutc besitzt cinc kräftige Eoustttutlou. br. ,^stalt reicht über dic Mittelgröße, cr hat cinc lcw.is "'st' klciuc, uollc Häudc und sein Gaug l,t , ril,f'"Ul, abcr selbst bei dcu feierlichsten Gelegenheiten lcs, .?.,u>'d ungcyvuugcu. Dcr mächtige Kopf unt dcu 3i!l,.^'""'' harmonifchcu Gcsichtszügcu läßt auf scltcuc ^ltcn schlichen; die hohe, breite Stirn ist vou reichem, silberweißem Haar umkränzt. Beim ersten An« blick bringt das Antlitz dcs Kirchenfürstcn durch den Ausdruck vou freundlicher Güte eiucu überwältigende» Eindruck hervor. Die Zügc siud überaus einnehmend und haben durchaus nichts Gewöhnliches oder gar Abstoßendes au sich. Die Nase ist uicht groß, abcr adler-artig uud ideal geformt; der Schnitt des Mundes, dcr sich mehr nach dcm vorstehenden Kiuu zuneigt, ist eigenthümlich, da man inmitten der Unterlippe gleichsam cincn vertieften Einschnitt bemerkt. Die gauzc rechte Scitc dcS Körpers ist ctwaS schwächer als die linke: die rechte Waugc ist weniger voll, das rechte Augc mehr ver-schleicrt durch das Augenlid, das rcchtc Ohr hat einen Einschnitt, was jedenfalls einem Unfälle in dcr Kindheit zuzuschreiben ist. Das ganze Gesicht wird wnndcr< sam beleuchtet durch dcu Glauz uud dcu leutselige:'. Blick dcr großen schwarzen Angcn. Icdcn Tag steht dcr Papst dcs Morgens halb sieben Uhr anf, im Sommer wohl uoch ctwas früher. Er ist gewöhnt, sich in vielen Diugcu selbst zu bedienen, uud rasirt sich auch selbst. Ucbcrhanpt hat cr gar keine aristokratischen Gcwohnhcitcn beibehalten, als dcu Geschmack für cinc außcrordcutlichc Reinlichkeit. Um halb acht Uhr liest cr dic Mcsfe iu seinem Oratorium, dauu wohnt cr ciucr von einem Hauspricstcr gclcscucu Mcssc bei, so daß um halb ucuu Uhr seine ftriestcrlichcn Pflichten beendigt sind. Nachdem cr dic Sccle durch Gcbct gestärkt hat, ist sein Gcist frei und gesammelt für die Arbeiten dcS Tagcs. Er verläßt die Capcllc nnd nimmt ein leichtes Frühstück ein, das in Biscuits uud c>ucr Mischung von Kaffcc und Ehocoladc besteht. Ictzt cr» halten dcr MajordomuS, dcr Obcvstlämmcrer und die Gchcimsccrctäre ihre Anweisungen übcr dic Audicuzcn und Vcrwaltungsangelcgenhcitcn. Danu crscheincu auf den Seitengallcrien des Paticans die Beamten und Bittsteller uud bald darauf kommen die Staatöminislcr, Ear» diiMe, einige Klostervorstchcr, sowie Gesandte oder Fremde, die dcm Papste vorgestellt zn scin wüuschcu, zur Audienz. Dcr Papst empfängt alle ohuc Ausnahme in seinem Arbeitscabinet, welches mit dcr strengsten Einfachhcit möblirt ist. Die gauzc Einrichtnng besteht i» einem großcu Tisch, auf dcm sich ein Erucifix und ciu Schreibzeug befindet, cinem Armstnhl, auf dcm dcr Papst selber sitzt, uud einem anderen, dcr für dcu Gast bestimmt ist. Um drei Uhr ist die Empsangszcit zu Endc und der heilige Vater begibt sich iu den Spciscsaal im rechten Flügel, dcr die Aussicht auf dcu Monte Cavallo hat. Dicscr Saal ist sehr groß und enthält blos einen mit rothem Sammet bedeckten Tisch ncbcu eiucm Armstuhl, welche auf einem erhöhten Tritt stehen und von einem Baldachin mit dcm päpstlichen Wappen überragt werden. In Rom speist dcr Papst dcm Herkommen gemäß stets allein, nur auf dcm Lande, z. B. iu Frascati odcr Albauo, empfängt er einige Eardinälc uud Prälaten bei Tifch. Der Haushalt dcr letzten Päpste war schon immer sehr einfach uud ihre Tafel höchst frugal; unter Gregor dcm Scchszchutcu kostctc dieselbe täglich drei römische'Thaler, uud Pius dcr Ncuutc. welcher für sciucu Tisch als Erzbischof uud Cardinal bloS cincn Thaler ausgab, ist dicscr Gewohnheit anch als Papst trcn geblieben, natürlich nur, wcun cr allein speist. Nach dcr Mahlzeit zieht cr sich in scin Schlafzimmer znrück, wo cr sich cine kurze Siesta vcrgüuut; um vicr Uhr stcht dcr Wagcu bcreit, der ihn aufs Laud führt, wo cr gcwöhulich eine Stunde lang l spazieren geht, nm dann nm sechs Uhr bereits wieder im Vatican eiuzutrcffcu. Jetzt sctzt cr sich nicdcr zur Arbcit, dic er uicht vor halb cilf Uhr uutcrbricht; nach einem Gcbct nnd einer Betrachtung in seinem Oralu- 606 den, schon bei Zeiten in die ^agc zu setzen, gehörig orientirt zu sein, und in einer richtigen Anschauung der Sachlage jene versöhnliche Stimmung zu finden, welche durchaus nothwendig ist, damit daS Werk gelinge, wel» chcs der NcichSralh zu vollbringen haben wird. Zu diesem Behufe hat, wie die „P. C.", mittheilt, schon am 16. d. bei dem HcrrcnhanSmitglicdc Grafen Hoyos' Sprinzcnstein ein Diner stattgefunden, au welchem nebst dem uugarischcn Ministerpräsidenten Grafen Audrassy die RcichSrathSabgcordnctcu Baron Tinti, Dr. Verger und Dr, Kurauda thcilgcuommcu haben. In der Con» ucrsatiou, die sich nun entwickelte, habe Graf Audrassy manches Bedenken der deutschen Abgeordneten zn zcr« strcncn vermocht. Diese Znsammcnlünftc seien noch nicht abgeschlossen, denn gestern habe bei Baron Beust abermals ein kleines Diucr stattgefunden, wo Graf Audrassy wieder mehreren NcichörathSabgcordncten begegnete. Ausland. Berlin. Die „Voss. Ztg." gibt aus sachkundiger Feder folgende Uebersicht über die norddeutschen Streitlräfte: Mit der eben durch königl. Ordre bestimmten, Einverleibung der in den anncctirtcn LaudcS-theilcn neu errichteten 22 Landwchrbatailloue in die verschiedenen Armcccorftsbezirle hat uunlnehr die seit uori» gcm Herbst in Ausführung genommene (Erweiterung und Vcrstärluilg der prcnßischcu Armee ihren vollständigen Abschluß erreicht. Daneben ist aber zugleich auch die Reorganisation der allgemeinen norddeutschen Militärucr» hältnissc wenigstens bis zn einem provisorischen Abschlnß geführt worden, und stehen hicfnr in der Hauptsache nnr noch die Orduuug dcö LaudwchrucrhältuisscS nnd die Bestimmung der ^audwchrbczirkc auS. Früher ist übrigcuS schon halbofficicll darauf hiugcwicfeu wordcu, daß, bei dem noch geringeren MauuschaftSstaudc für die ueucrrichtctcn oder uoch zu errichtenden preußischen uud norddeutschen ^audwchrbataillonc, im Fall cincö 5iricgcS für dieselben die Landwchrbcstimmungcu des Jahres 1813 in Kraft trctcu würden, durch welche die gcfammte wehr» bare männliche Bevölkerung, bis zum 40. refft 32. ^c» bcuSjahre, fowcit dieselbe nicht schon zu dem Dienst im activen Heere herangezogen ist, zum Laudwehrdieust in Anspruch geuommcu wird. In erster Reihe befinden sich (außer der für die Fcstnngen bcstimmteu Landwehr- uud den 62 fünften Escadrons der kinicncavallcric) für den Kriegsfall an Cavallcric 256 preußische nnd 33 nord» deutsche Escadrons disponibel, wobei sich die 10 darm-städtischcn Escadrons nnd die Eauallcric der baierischcu Armee, wie die süddeutschen Eontiugcntc, nicht mit in-begriffen befinden. Die unmittelbar znr Action bereite Infanterie der norddeutschen Armee umfaßt dazu 304 preußische und 5>8 norddeutsche Bataillone, während die Stärke, mit welcher der dentschc Süden ins Feld rücken lönntc, sich wegen der FcstungSbesatznngcn, weichender» selbe für Randan, GcrmcrShcim, Ulm nnd Rastatt zu stellen hat, auch noch nicht ciumal annähernd bcstiunucu lasseu dürfte. Für den Rordcn befinden sich dagegen die sämmtlichen FcstnngSbesatznna.cn durch die 138 preussischen ^andwchrbataillonc uud Ersatztrnppcn nicht nur gedeckt, sondern sind auch dcr MannschaftSstaud uud das Via-terial zur Aufstcllni'g von mindestens noch zwei Reserve» corps vorhanden, ohne darum die eigentliche Feldarmee im geringsten schwächen zu dürfen. Die preußisch darin» städtische Mililärconvcntion ist nunmehr pnblicirt wor< rium zieht er sich dann iu seiu Schlafgcmach zurück, während sein HanSministcr eingeführt wird, dcr jedeu Abend beim Schlafengehen zugcgcu sein muß. Er uutcr» hält ihn dabei mit Neuigkeiten uud Auskünften über innere Angelegenheiten; wenn Piuö dcr Neuute nicht mehr antwortet, schließt der Minister die Bettvorhänge und geht, nachdem er sich zuvor noch übcrzcngt hat, daß der Diener des Papstes, welcher in dem Zimmer neben dem Schlafcabiuct schlafen muß, auch wirklich zugegen ist. Bei den früheren Päpsten war eS Gcbranch, im Sommer bei großer Hitze stets Sorbet, GcfrorncS und andere Erfrischungen in Fülle bereit zn halten, und dic Ucbcrraschnug PiuS' dcö Neunten war groß, als er einst kurz nach seiner Erhebung zum Papst ciuc Orangen« limouadc verlangte uud die Dicuer mit einer ganzen Masse verschiedener Erfrischungen und Backwcrk erscheinen sah. Nachdem er dies allcS znrückgcschickt, ließ er sich ein Messer nnd eine Orange geben, deren Saft er selbst in ein Glas drückte, während er strenge befahl, ihm ferner nichts anderes zn bringen, wenn mau ihu nicht erzürnen wolle. Diese Einfachheit nnd Enthalt' samlcit beobachtet Pins dcr Neunte in allem, was sciuc Person betrifft. Seine Leibwäsche war noch lauge Zeit dieselbe, welche er in Imola als Bischof besaß; nach fnufzchmuoualliclicr Regierung besaß er nichts neues als die Soutane, welche er sich gleich nach seiner Erncnnnng znm Papste anfertigen ließ, nnd dieser Rock ans weißem, feiuem Cashmir zeigte bei dcr außerordentlichen Rein lichlcit seines Besitzers keine andere Flecken als die Spu-rcn einiger Körnchen Schnupftabak, wovon dcr heilige Vater reichlichen Gebrauch macht. So schildert ein prot. Blatt, die „Garteulcmbe," die Persönlichkeit dcö h. VatcrS. - den, nnd befindet sich daS darmstädtische Contingmt den 1 l. Armeecorps zugetheilt, dem Vernehmen nach jedoch nur so lange, bis auch die badischc Convention abgeschlossen sein wird. Udine, 18. April. Iu Pordcuoue sind ernstliche Ruhestörungen vorgefallen; gestern ist eine Coinpaguic Grenadiere dahin abgcgaugcu nnd andere Truppen waren verflossene Nacht bereit, ihnen zn folgen. Venedig, 19. April. Die Aukuuft des Königs soll am 28. d. M. erfolgeu. Er werde sich, heißt es, ciuc Woche aufhalten, aber cS sollen keine amtlichen Empfänge uud teiuc Festlichkeiten stattfinden. Turin, 17. April. Die „G. di Torino" meldet, die Pcrmäluug dcS Priuzcu Amcdco, Herzogs vou Aosta, werde iu dcr ersten Hälfte des Mai stattfinden. Pariö, 18. April. (Mg. Ztg.) DaS Machtbc, wußtfeiu uud dcr deutsche Voltspatriotismus iu dcr Schlußrede des Königs vou Preußcu wcrdcu dahiu ausgelegt daß die preußische Räumung ^uxcmburgS uoch lange uicht bevorsteht. Eigentliche Uuterhaudlungcn zwischen Berlin nnd Paris können erst vom heutigen Tage datircn. Dcr luxenburgischc Diplomat Herr v. Toruaco begann gestern sciue Wirksamkeit iu Paris damit, daß er die holländische Gesandtschaft einlud, dein „Eonstitutionncl" die Note mitzutheilen, wonach luxemburgische Geschäfte uud Uutcrthauen im Auölaud ohuc Vertretung und gleichsam als hcrrculoS erscheinen. Es stimmt dieser in der auswärtigen Untcrthancuvcrtrctuug fast bcispicl» lose Schritt zu dcn neuerlichen Ertläruugcu deS hollüu» bischen Ministers in dcr Kammer; doch wurde er von Franklvich hcruorgcrnfcn und von Herrn v. Tornaco in Scene gesetzt, letzterer Diplomat bleibt in Paris, nm in dcr zwcitcn Phase deS Conflicts daS von Frankreich crworbcuc und vom Großhcrzog kciucswcgs zurückgenommene Kaufrecht endgültig zu rcgrlu nud zu ciuciu prnk-tischeu Ergebniß zu führen. Obschun Herr v. Tornaco alö luxembnrgischcr HNuistcr am Tuilcricuhof verweilt, wird er sich jeder gcschüftlichcu Pcrtrctuug dcr Vujcm» burgcr enthalten, da er dicsclbcu bereits im Ucbcrgaug zur französischen Staatsbürgerschaft betrachtet. Herr v. Tornaco wird uicht ermangeln, sich bei dieser Gclcgcn> hcit eine glänzende ^anfbahn zn eröffnen. Die erste Phase dcS EonflictS bcstcht darin, daß die Prcnßcn zum Abzug aus dcr Fcstuug bcwogeu wcrdeu, ohuc daß da» durch dcr zwcitcu Phasc irgendwie vorgegriffen wird. So lautet hellte buchstäblich die gouvcrncmeutalc Auffassung dcr ^agc, sogar in den von Herrn Rouhcr tom« mcndcu Inspirationen. Würde die Tuilcricupolitik au eiucu Verzicht auf dcu Einzug dcr Frauzoscu hinter den Prcußcu deutcu, so würde sie uicht gerade jetzt ansaugen, die französische Agitation dcS Großhcrzogthnms so schwindclhaft zll betreiben. Als dcr ilönig voll Hollalld, sagt man, dem Kaiser die Abtratung anbot, hatte cr sich wohl schou alle Chauccu überlegt. Er wandte sich an Frankreich, weil cr nnr bci ihm wirksamen Schutz gcgcu die preußische Bcdrohuug Hollands finden kauu, weil nur ciue französische Besatzung dcr Festliug ^nxem» bürg Hollaud zli dcckcu vermag. Die französische Rc> gicruug ist cs ihrer Voyalilät schuldig, dem Vcrtraneu dcS KöuigS vou Hollaud zn cutsprccheu uud seiu angc-uomuicueS Angebot in eine vollbrachte Thatsache zll verwandeln. Wcnu die Preußen in Folge dcr RcchtSgnt-achten dcr drci Großmächte dic Festung räuiucu, so haben die französischen Soldaten, kraft eiucr regelmäßigen und rechtskräftigen EcfsionSnrlnndc, davon Besitz zn ergrciscn. In dcr Praxis wird man jedoch glimpflicher ucrfahrcu; man wird dic preußische Elupfindlichkcit zu schoueu suchen, Modalitäten anfsnchcn, welche Preußen nicht dem Schein einer Nöthigung, cincS Drucks aussetzen. Der König der Belgier dürfte die bezüglichen Ideen des Kaifcrs nach Berlin überbringen. Wären diese Idccu nicht versöhnlicher Natur, würoc König Leopold wohl die ihm augcsouncnc Eommission abgelehnt haben. Dcr vcr» trauliche Verkehr zwischcu dem Kaiser uud dem König Leopold mag diesem die Ueberzeugung beigebracht haben : Belgien habe im gegenwärtigen Conflict uichtS für sich zu befürchten, obschon die Auucctirung Luxemburgs au Frankreich die Sicherheit Belgiens gefährden muß, wcnu uicht die Großmächte die Bürgschaft für die Neutralität sowohl HollaudS alö Belgiens erneuern. Die eigentlichen Uutcrhaudluugcu zwischcu Paris uud Berlin kann man erst von heute an als eröffnet betrachten. Die Mittheilungen des Köuigs Leopold in Berlin werden, bevor acht Tage vergehen, die Fricdcuschauccu sichcru odcr nur noch die Aussicht auf den Krieg übrig lasfcn. Wenige politische Persönlichkeiten haben von dcn Zuständen dcS französischen Heeres ciuc so schlechte Mciuuug, daß sie an dcu Verzicht Fraulreichs auf Luxemburg glauben, wcuu die Prcußcu hcrauSgchcu. Nicmaud abcr traut dcm Grascu Bismarck dic Räumung zu, wcuu Frautrcich sich nicht verpflichtet, Luxemburg nicht zu er» werbe». In Rcgicruugskrciscu traut mau eS ihm wohl zu, weil man glaubt: er habe bci einem Krieg allcS zu vcrlicrcu uud uichtS zll gcwiuucn. nnd weil man ihm eine sehr galante Rccüladc bcrcitcu will. — AuS luili« tärischcn Qucllcu erfahre ich, daß allein ill Mcudou unchft Paris 120 ucuc Iufautcrickauoucu licgeu. Mor» gen wird, wenn lein Gcgcubcfchl komint, cinc größere Infantcrieabthciluug zum ersten mal luit dcu ncucn Kanonen bci VcrfnillcS Ulailövcriren. j Meriro. Ucbcr das bereits augczcigtc größere Gefecht bci Qucrctaro mcldct dcr „Äiew-Iork» Herald" aus dcr Havannah unterm 29. März, daß nach Briefen auS Veracruz vom 19. bei Oucrctaro eine große Schlacht zwischcu Miramou uud Mcjia einerseits uud Eöcobcdo anderseits stattgcfuudeu habc.^iDcr Sieg fei dcu Imperialisten verblieben, nnd Kaiser Maximilian mit Marqucz nnd etwa 6000 Mann nach dcr Haupt» stadt Mexico zurückgekehrt. Miramou dagegcu nnd Ca< stillo seien vou Qucrctaro zur Vcrfolgu.,g der gcschla-gcucn Liberalen aufgebrochen. Vor dcr Schlacht hätte Juarez dcu iu Tampico steheudcn Trupfteu Gcfchl er-theilt gehabt, als Verstärkung zu EScobcdo zn stoßen; dieselben hätten abcr, so wie sie Tampico verlasscu, ihre Unabhängigkeit erklärt lind EScobcdo im Stiche gelassen, dcr iu Folgc davon geschlagen wordcu sei. — Der „Imparcial" von Veracruz behauptet, daß dcr Kaiser dic Absicht habe, ciucn lctztcu crgrcifeudcn Aufruf an das mcxicanifchc Voll zn erlassen, nm es aufzufordern, sich für die Regierung, dic eS vorziehe, auSzusprcchcn uud um aufs neue sciue unerschütterliche Anhänglichkeit an Mexico zn betheuern. Er soll sich in diesem'Aufruf sogar bereit erklären, die Präsidentschaft einer mcxicani« schcn Republik zu übcruchmcn, auf die cr wenigstens eben so viel Anrecht wie Juarez zu haben glaube. Dcr „Mcssagcr frauco-alucricaiu" vom 4. April bringt dagegen Nachrichten auö Mexico, denen zufolge die Lage wcuig verändert ist. Die Städte Mexico, Oucretaro, Pucbla uud Veracruz, die letzten Zufluchtsorte der Im-pcrialisteu, würdeu uoch immer vou dcu libcralcu Truppen ccrnirt. Dcr Abgang dcr frauzösifchcu Ariucc habl, indciil cr dcu Kaiser sciueu Gcgnern gegenüberstellte, die Schwicrigtcitcu ganz eigenthümlich vereinfacht, abcr auch znm Nachtheile dcS Kaisers gesteigert. Er habe über verhältnißmäßig sehr gcringc Strcitkräftc, etwa 15.000 Mann im Gauzcu, zll versngcu, während die Dissidenten nicht weniger alö 70.000 Mann (?) ihm cutgcgcn-zustellen im Stande seien. tzagesneuigkeiten. — (Vermessung.) Das Finanzministerium hat be-schlössen, im heurigen Frühjahre noch, und wenn möglick mit I. Mai, eine allgemeine Vermessung als eiste Vorarbeit sllr die Revision des Katasters von Niederösterrcich vorneh' men zu lassen. — ^Seltsame Naturerscheinung.) Ueber eine Naturerscheinung, welche am 10 d. M. in dcr Äulo-' wina stattsaxd, schreibt der l. k. Förster Herr HeinriH Schirl: „Im l. l. Forstreviere Krasna am 10. d, M. dienstlich anwesend, befand ich mich mit dem dortigen För« ster Adalbert Dcbrostanöli und d«m Waldheger Fedlo Lenil im Orte Zudrowitza aus d^m Gemeindrtcrrilorium Krakna pulna, al-5 um 0 Uhr 35 Minuten Abends, bci einem ganz wind' snllcn Wetter und wolkenlosen llarcn Himmel ein donner-ähnliches Gctöse hörbar wurde, welches 2—3 Secunden andauctte, und derart verschieden von anderem bclam'ten Gelöse, wie Donner, Rollen :c. sich offenbarte, dah uns diese noch nicht gehörte Erscheinung in Staunen versetzte. Hierüber aber hinausgehend, und das Ganze irgend ein-r gewöhnlichen Uisache zuschreibend, zugleich annehmend, daß uns die Sache weit bedeutender vorgekommen wä'ie, als sie vielleicht in Wirklichkeit war, gaben wir unö anderen Ve» tracklungeu und Anschauungen hin, al< nach Verlauf voN zwci Minuten eine ganz ahnliche Detonation hörbar wurde. Turch dilse Wiederholung eist recht anfmerlsam gemacht, be< gönnen wir sofort eine genaue Beobachtung, und zahlte" hieraus noch sieben Male deraltige getöseÄhnlichc Wiedel' holungen. Regrlmühig von zwei zu zwei Minuten wiidel« holte sich das Geldse in der Richtung von unsetem Stand' punlte Krasna putna westsildlich gerade gegen' Ungarn z"/ in der Linie Sigelh, jedoch schien uns das Tosen in del Entfernung von wcitestens einer Meile unter dem Horizont, 175" Senkung, daher in der Erde vor sich zu gehen. Ditst getöseartigen Detonationen waren ab« nicht von gleit lÄngsle hielt zwei his drei Secunden an, andere vo» t>" dis zwei Secunden, wieber andere glichen dcm Herabstürzt ungeheuerer Massen, in Abständen nach einander, zwe'el auch dreier Gegenstände. Das Verhallen des Schalles M' die Richtung von West nach Ost gehabt zu haben, mit "t" slimmlheit kann dies jedoch nicht angegeben werden. 'T' Diese Erscheinung hat die Bewohner der Umgegend allgemel in Staunen versetzt." . — (Pils euer Vier.) Die Viererzeugung m d^ Pilsencr Brauerei betrug nach der „Pilsener Ztg." in Zcil vom 1. Jänner bis Ende December v.J. ^^ ,,, Eimer. Hievon entfallen 00.008 Eimer aus die ^V""^ tige und 58.048 Eimer auf die 12vcrcenlige Product' ' An Verzrhrungsstcuer wurde ein Betrag von 137.2^ ^ entrichtet. Im Vergleiche zum Erzeuguna.sjah,c Isb^ ^ 110.!!^0 Eimern zeigt sich cine höhere Bierprovuclio" ^^ 8320 Eimern. Diese Gizeugung laßt die Groharligtt't Unternehmens, dcm in Böhmen tcin zweites gle,cvg > weiden lann, wohl deutlich erlenn'N. .,^^, — (Nothschild'sche Heirat.) Aus F"'"^ 16. April, wird gemeldet: Gestern sand hier "e 7/" s-des Fräulein Emma v. Rothschild, Tochter des R"W> ^, abgeordneten Freiherr« M. Ka,l, mit dem F"lb"l" ^ thaniel v. Rothschild, Mitglnd dcS englischen ^""l ^ Sohn des Freiherr« Lionel in London, statt, ^a 1 .„ Familie iu Folge des Todes eines ihrer Mitglieder ^, tiefer Trauer hesindet, so wurde diese Vermalung«!" im engsten Familienkreise begangen. 607 — (Von der Pariser Ausstellung.) Der „Franz. Corresft." entnehmen wir folgende Notizen: Der Prinz Napoleon hat nicht nur die Ausstellung besucht, sondern lst auch unter die Aussteller gegangen. Er ließ auf der Insel Nhigt eigens einen Kutter von zehn Tonnen zu dem Zwecke bauen, denselben in der Ausstellung der Embarcationcn und bei den Regatten figuriren zu lassen. Das Schifflcin ist auf den Namen des betreffenden Commandanten der Aacht des Prinzen eingeschrieben und „L'Epervier" (der Sperber) getauft worden. Strauß aus Wien wird mit seinem Orchester in Paris eintreffen. Die Pariser glauben in dem Musil-director ihrer Opernbälle den eigentlichen und echten Strauft zu besitzen und halten den Wiener Capellmeister für einen Nachdruck des ihrigen. Der Moment der Enttäuschung ist nahe und der „falsche" Strauß wird als Usurpator erklärt werden. Die Pariser werden bei dieser Gelegenheit erfahren, daß der gegenwärtig regierende Walzerlönig der zweite sei» ner Dynastie und der Nachfolger eines Vaters ist, der durch ein Vierteljahrhundert musilalilche Triumphe feierte. Die französische Regierung hat 100 Häuptlinge der unter ihrer Oberhoheit stehenden Scncgamdier znm Vesucke der Ausstel« lung eingeladen. Die interessante Reisegesellschaft ist glücklich in Madeira angelangt, von wo sie an Nord des Kriegsdampfers „Oran" sich nach Brest eingeschifft hat. Auf der Localbahn vom Champ de Mars zur Austeilung nach Villan» court (5 Kilometer) ist man schon niit der Schienenlegung beschäftigt. Für das portugiesische Königspaar sind Appar« trmcnts zum Preise von 3<)>>l> Fr. pr. Tag im „Hotel de Niistol" am Place Vendmne gemiethet worden. Zu Ehren des Prinzen von Siam weht vom Aalcon des „Grand-Hotel" die siamesische Flagge. An hervorragenden Ausstcllungügästen sind der Dichtcrpnnz Oscar von Schweden, dcr Herzog von Hdinburg, zwcitgeborncr Sohn dcr Königin von Cngland, und die mcricanische Prinzessin Iturbide eingetroffen. Ihre eigenen Abstcigcniarticre besitzen ans dem Champ de Mars: der Kaiser Napoleon in seinem Pavillon, der Vicctönig von Ägypten in seinem maurisch-arabischen Paläste, der Acy von Tunis in seiner bis ins lleinstc Detail tunst- und stylv^ll ausgestatteten Kaschba, der Prinz von Wales in seinem schol« tischen Eoclsitze, dessen Giebclfa<,'adcn mit farbigen Porzellan-zlcgcln und Holzschnilnvert geschmückt sind. Seit einigen Tagen probucn die berühmtesten Pianisten die herrlichen amerikanischem Claviere. Cs produciiten sich unter anderem Herr und Frau Iaell, Tb. Ritter, Madame Eöcudier-Kastner und Fräulein Stiwa. Diese Proben gestalten sich zu form-üchen Concerten, da cin Künstler den anderen ablöst. Der ^urchschnittöpreis dieser Instrumente beträgt 2500 fl. Die ^topiuschcn ^lauicrmacher brauchen deshalb keine Concur-lt"z von dieser Seite zu fürchten. Die Fabrik Chitning in 3lew-Yorl verkauft allein alljährlich 2000 Flügel! Glück« lichcr Weise hält in der großen Republik die Virtuosenpro-duction mit der Llavicrerzeugung uicht gleichen Schritt. Locales. — (Fest schief, en.) Am 22. und 23. d. M. fand am hiesigen l. l. priv. Schießslande das Cröffnungs» schiehen auf bewegliche Scheibe statt. Der Schieß» stand flaggte festlich. Die Theilnahme war sowohl von Seite ^«r Rohischützen als auch der Stadtbewohner eine sehr leb-yaste. Se. Cz'ccllcnz der Herr Statthalter, der Truppcnbii» gadler, der Vülgenncistcr und viele andere Militär- und ^lvilautoriläten beehtten die Gestllschast mit ihrem Besuche, ^ei dem gemeinschaftlichen Cchi'chenmahlc wurden Toaste auf ^e. Majestät den Kaiser, aus den hohen Protector des Sch'cßstandes Ee. taiseil. Hoheit Erzherzog Ernst ausge» "lacht und so manches Schützenfreundes i» warmen Worten gedacht. Acht Sibergtwinnste mit gefaßten Münzen von ansehnlichem Werthe wurden am Schlüsse des Schießens den acht besten Schüssen zugesprochen. Abtheilungen dcr Musik« banden des Infanlecic.Regimentes Großherzog von Mecklei,. bulglStislih und des hier garnisonirendcn Artillerie«Regimentes trugen durch ihr braves Spiel wesentlich zum allge« weinen Vergnügen bei. Bei diesem Schießen sielen über 1500 Schüsse auf den laufenden Tieger. — (Gewcrbebank für K r a i n.) Das Comil«: behufs der Voreinleitung zur Conslituirung einer Gewerbe-baut für Kram betreibt diese wichtige Angelegenheit, wie ^' hören, mit großem Eiser, so daß wir schon demüäcbsl bas Resultat der dicssälligen Verathungen zu Gesicht be-lommen dürsten. Es ist bereits in diesem Blatte vom ^'- Jänner 1364 auf die dringende Nolhwendigt.it der ^lrichtung der Aushilsscassen für bäuerliche Interessen in ^sercm Vatcilande aufmerksam gemacht und uulcr Ancrbic» ^ng eines Geldbetrages diese wichligc Angelegenheit den ^emeinderepräsenlanzen, der bcchwürdigrn Geisllichleit, den '"errcu Beamten, ten Gutsinhal'eru und überhaupt allen hochtzcizigctt und vhilanlropisch gesinnten Vaterlandifreuüden ^achdiücklichst anempfohlen, und wir hoffen nun die Ersül» ^"g unseres Wunsches zu erlebe». In Böhmen ist eben le Gründung ciner landwirthschaftlichen Credilbant im Wer« kn, und ist bercits eine Actiensubscriplion eröffnet, welche Abartige Resultate zeigt, denn eö wurden z. B. vom ^"fen Franz Thun 50.000 fl., vom Fürsten Georg Lob« ^"'K I2.000 st., Graf Rudolf Cl'otet 30.000 fl., Johann "'Fürst Schwarzenbeig 25.000 ft., Lippmann Söhne 25.000 ""d"' Graf Theodor Thun 20.000 si., Carl ZidMr ß '^0st. , G^f ^^,^ I^slih 10.000 fl.. Graf Lugen ^ieiniu io y^^ ^ ^. K. Allhann 10.000 st.. Alois ^°ase 10.000 si./ Wenzel Wawal 10.000 fl., Josef R. ' " ensleiu 8000 sl., Josef Pfeiffer und Comp. 6000 fl., '"hlchaftsrath A. E. Komers 5000 fl., Ernest Theumer 5000 ss., Director Moser 5000 fl. u. f. w. gezeichnet, und sind einflußreiche publicistische Federn dabei interessirt. So namhafter Gcldlräfte bedarf eö in unserem Vaterlaude im Augenblicke nicht, auch scheint fürs erste eine zu große Capitalsanlage nicht beabsichtigt zu sein, und zwar wohl» weislich, denn unsere Bankfiliale hat, wie es heißt, seit längerer Zeit bereits ein pacnmal Hunderttausend Gulden bar in ihren Schränken liegen, und die lrainische Sparlasse hat neuerlich bedeutende Summen in öffentlichen Papieren frucht« bringend anlegen müssen, um sie nicht todt liegen zu lassen. Dies wird die zu errichtende Gewerbcbanl sür Krain wohl ins Auge fassen und dieser Eventualität mit der Verleihung dcr Fonds auf bürgerlichen Credit und insbesondere auch durch Hervorrusung und Unterstützung gewerblicher und industrieller Unternehmungen vorbeugen müssen, dann kann die zu errichtende Bank von großem Nutzen auch für das Land werden. Wir weiden auf diesen hochwichtigen natio» nal-ölonomischen Gegenstand seinerzeit wieder zurückkommen und ihm die vollste Aufmerksamkeit, die er in der That ver. dient, fortwährend widmen. Dr. ll. (^. — (Ministe rial rath Johann Klee manu) im Ministerium sür Cultus und Unterricht, welcher durch längere Zeit dem hiesigen Gymnasium als Professor und Director angehörte, wurde von Sr. t. l. apvstol. Majestät mit allerhöchst unterzeichnetem Diplome als Ritter des tais. ostcrr. Leopolbordens den Ordcnsstatuten gemäß in den Ritterstand des österreichischen Kaiscrstaates erhoben. — (Zur Katast errevisio n.) Das für die Vor< arbeiten zur Revision des Katasters bestimmte Personale wird dem Vernehmen nach der Leitung der hiesigen l. k. Finanz« direction unterstellt und derselben zu diesem Behufe ein tech« nischer Referent zugetheilt werden, während das admimslra-tivc Referat uon dem Steuerdepartcmcnt der Finanzdirection besorgt werden wird. Es erwächst dadurch der Finanz-dircction cine beträchtliche Gischäftsuermchrung. — (Mißbrauch der Wohlthätigkeit.) Es ist wiederholt der Fall vorgekommen, daß von einem Betrüger im Namen hochgestellter Persönlichkeiten au hiesige Wohlthäter Sammlungslislcn für ausdrücklich benannte arme Familien, die indessen gar nicht erisliren, »ingescuidt und damit Geldbeträge betrügerisch eingchobeu wurden. Um diesem Treiben ein Ziel zu letzen, wolleil dcrlei Bittgesuche nicht berücksichtiget und dieselben an die competent?!! Behörden, geleitct werden. — (Soiree.) Die gestern in Hotel Elefant zum Besten unseres geschätzten Komikers Hrn. Pr rising stattgc« habte musitall,ch-declamatorische Akademie, bei welcher durch gütige Gestattung des Herrn Obersten des hier garnisonirendc» Regiments Mectlenhurg-Strelih die Musit-Capelle demselben unentgUllich mitwirkte, war sehr gut besucht und lieferte eine ! ansehnliche Einnahme. — (Concert.) Freitag den 26. April 1867 findet das von dem Opernsänger Herrn Aoolf Andcr im land» schaftlicbcn Redoulrnsuak' veranstaltete Concert unter gefäl« ligcr Mitwirkung mehrerer Mitglieder, des philharmonischen Verein« und der Opernsängerin Frl. Püchler statt. Pro« gramm: 1. F, Schubert, „Der Erlkönig", Ballade, vorge» tragen vom Concertgebec: 2. ;>) S. Smith, „Don Juan," Giande-Phantasis, und li) E. Prüdem, „Scherzo Valse", beide für das Pianoforte, vorgetragen vo>» Frau E. Schöppl: 3. R. Wagner, erstes Finale aus der Oper „Dcr Tann-Häuser", vorgetragen von den Herren Ncdved, Dr. Kecs» bachcr, Dr. Wader, Moravcc, Dolezal, Schulz und dem Con« cerlgeber: 4. H. Ernst, „Elegie" für die Violine mit Be» gleitung ws Pianoforte, vorgetragen uon Herrn Zappe; 5. l>) F. Abt, „Ich sehe dich in jeder Blume" und l,) F. Kücken, „Du, mit den schwarzen Augen", Lieder, vor« getragen von Frl. Püchler - 6. R. Schumann's „Wander« ^lied", vorgetragen uom Concertgeber: 7. Donizetti's Septett 'aus der Oper „Don Sebastian", vorgetragen von Fräulein Pücbler, Herren Dr. Kceebacher, Dr. Wader, Moravec, Do« lezal, Schulz und dem Concertgeber. Anfang halb 8 Uhr Abends. Eintrittskarten >» 60 kr. ö. W. sind am Haupt» platze beim Hrn. Kariuger und Abends an der Casse zu haben. Much Post. Daö ,.N. Frdbl." schrcibt: Aus verläßlicher Qucllc ^ vcrnehmcu wir, daß dic Gesandten Englands nnd Nuß. lands in Berlin, ^ord ^oftuS und Garou Olchril, dem , preußischen Eabinctc dic Mittheilung niachtcn, ihre Höfe hätten sich für dcn österreichischen ^cruii'Uungsuorschlag ^ ausgesprochen. ______________________________ Telegramme. Prass, 22. April, ^Frdbl.) Das Rathhaus war hcutc fcsMch beflaggt. Unter großem Andränge wurde !am Nmgplatzc die Mcdaillcnvcrtheilnug an die Bürger« >wchr vollzogen. Bürgernicistcr Dr. Biclsty schloß dcn Act niit Slauarnfcn, die Capcllc intonirtc die Bolks-hymnc, worauf die Dcfilirnng uor dem Cominandanten j uon Prag, FM^. Graf Montcnuovo stattfand. ! Man erzählt sich, daß dic Prcnßcn dic böymischcn Speck-vorrälhc anftanfen. Bcrliu, 21. April. ('.'i. Fr. Pr.) Der „Bank. zeitung" znfolgc theilen die Rcglcrnngstreisc die Anffasfnng dcr „öirenzzcitung", daß Frankreich dcn Krieg pro» vocire. Bon dcr Adficht, ^uxemv urg zu ränmcn, ! sei niemals Rede gewesen. München, 21. April. Das Münchener Telegramm des „Nürnberger Korrespondent", welches dcn Abschluß eines Vertrages ichcr dcn Anschluß Aaierns an !dcn norddeutschen Bund meldet, ist sicherm Ver- ' mhmcn nach durchaus undegvüuoct. München, 22. April. Eiue Ertrabcilagc der „Baic-rischcn Zeitung" theilt amtlich mit: Die ZeituugSnach« richten, welche wissen wollen, daß Baicru sich vertragsmäßig dcm Nordbunde angeschlossen hätte, entbehren jeder Begründung. Das Gleiche gilt uon dem Gerüchte über die beschlossene Mobilisirung des baie» rischcn Hecrcs. «Hamburg, 22. April. (N. Fr. Pr.) Dic Stockholmer Blätter signalisircn dänische Rüstungen zur See; die Kriegsschiffe werden scctlar gemacht. Im Suud ermitteln Schnelldampfer die anf Kauffahrteischiffen entflohenen dänischen Sccpflichtigcn. Bern, 22. April. Der Laudammanu Heer aus Glarus, Mitglied des Natioualrathes, wurde zum außerordentlichen Gesandten dcr Schweizer Eidgenossenschaft in Berlin und an den Höfen dcr drei Nachbar-Südstaaten ernannt. Derselbe hat die Wahl angenommen. Paris, 22. April, halb 4 Uhr Nachmittags. (N. Fr. Pr.) Börse anfangs flau, Schluß fest, bei-nahe zu dcn höchsten Tagcscnrsen. Gleichwohl sind dic Kriegsbcfnrchtuugen im Wachsen. Man will hier Anzeichen haben, daß Prcnßen dcn Bruch beschleunigen will. Gerüchtwcisc verlautet, oic i t a l ic -nisch »französische Allianz wäre dem Abschlüsse nahe. (?) Paris, 22. April. (Tr. Ztg.) „Pays" sagt: Der Friede ist nur durch dic Räumung Luxemburgs zu erhalten, Prcußcu müsse cS Hollands und Kaiser Napoleons Sorge überlassen, das Schicksal Luxemburgs nach Äclicbcu zu regcln. Frankreich müsse Krieg führen, wenn Prcußcu an Frankreichs Grenze eine Festung besetzt, welche von ihm mit Hintansetzung des Völkerrechts, des Königs von Holland uud Frankreichs nsnrpirt wird. Wenn Bismarck, nm Recht uud Gerechtigkeit mit Füßen zu trctcu, sich anf Prcußcus Fordcruugcu uud Gcsin« nuugcn bernfcn würdc, wäre dcr Kaifcr gezwnngcn, sol« chen übertriebenen Einfällen durch Forderungen Widerstand zu leisten, welche dnrch die französischen Gcsinnnn-gen klar bezeichnet werden. Dic öffentliche Mcinnng Enropa's ist für nus uud die Macht auf uusercr Seite, da das französische Volk Ein Volk, während daS neue, uoch schlecht gekittete Prcnßcn zwischen unsere alte Armee uud die Panzcrflottc gefaßt, dem französischen Drucke nicht widerstehen würdc. Eiuc Niederlage am Rhciu würde das Resultat Sadowa'ö iu Frage stellen. Die französische Flotte würdc dcu dcutschcu Handel auf zehn Jahre vernichten. Einc letzte Erwäguug gestattet Frauk-reich nicht zurückzuweichen. Das Mißlingen der mcxi-canischcn Expedition uud die loyale Neutralität im Jahre 1>M> haocn in dcr öffentlichen Meinung dcu Nimbus uuscrcr Fahne berührt. Ein Eircnlar des Kriegsmini« stcrs bcrnft die bcnrlaubtcn Officicrc und Untcrofficicrc für dcu AO. slpril ciu. Grammont ist uach Wien abgereist. Pari«, 22. April. (Pr.) Das „Memorial diplo. maticmc" muß morgen erklären, daß sein Berliner Alarm» Telegramm erfunden sei. — G r a m m o n t uud Äoun c« villc reisen hcutc auf ihre Posten znrück. Marschall Forcy wurde diese Nacht vom Sachlage getroffen, ist aber nicht todt. London, 22. April. Officicll wird gemeldet: Spanien gibt das Schiff „Qucon Victoria" sammt dcr ^aduug heraus, entschädigt dessen Eigner nnd bestraft die betreffenden schuldtragcudcu spanischen Osficicrc. St. Petersburg, 21. April. Zum Empfange dcr slavische» Dcputirtcn, gelegentlich der ethnographischen AuSstcllnng in Moskau, wcrdcu in Petersburg und Moskau großc Fcstlichkcitcu vorbereitet. Telegraphische Wechselkurse vom 28. April. 5perc. Metalliques i>5.90. — ^prrc. Metalliques mit Mal- uu» November-Zinsen5>7.40. —5>perc. National AiilelM<;6.ll(). -- Vanl« «ctitu ttW,"— Ercditactien 152.50. — «ttliOrr SlalllOwllshen 77.^0. — Silber i:i^, ^ London !.",!,^,'>. — K. l Dncatst, Ü.I.'l.________ Angekommene Fremde. Am 20. April. Tladt Wien. Die Herren: Moos. Postofficial — Geeman, von Ootlsche«'. — Florianlschilsch, Kaufm., von Plcmina. Wilder Mann. H^rr Dr. Calo, uon Trieft. Motircn. Fr«» Nesel, uou Trieft. /6'lI^sg?'^2?77^'->''2^ wuid''l'M MiTl ^ 23.'2 „ 3l. Ö2<;,,^ -s»l2l NO. schwach thnlw. licw. 0.«,o !!0„ Ab. 32'.3. -j- 65 windstill sternenhell , Nachte heiter. Schon in allcr Früh trat Nebel ciu. Vorm. Nufhsittrung Klare Lnft. Schwachcr NO. Abeudi» windstill. Abcudroth. Verantwortlicher Redacteur: I«na» v. Klein m a u r Danksagung. , Fllr dic so zahlreiche Betheiligung an dcm Leichenbegängnisse unseres iiüungtßüchcu Vatcrö Zh. Ncp. Schuller sagt hcrzlichm Danl die trauernde Familie.