!25. ZamstaZ den 18. Vuni 1831. Vie N o s e. ^ — <4)on der Mauern Nacht geschieden Wallt' ich sinnend auf der Flur, Suchte den Verlornen Frieden In den Armen der Natur. Weiße, rothe Farbe mahlte Das Gefild i>, buntem Vlüh'n, Und das Licht der Sonne strahlte Golden durch des Laubes Grün. Eine z«te junge Nose Prangte an der Quelle Rand, Hiugestreut in weichem Moose Von des Himmels milder Hand, »Soll ich eine Vlume lassen? Ach! so wenig bli'chen mir." Und den Finger» siö zu fassen. Streckt' ich stillvergnügt nach ihr. Aber irdisches Vergnügen! Selbst der Freude keuschem Echoeß Ringt sich mit entstellten Zügen Das Gespenst der Trauer los» Bist du drüber eingeschlafen? Unbedachtsame Natur! Wolltest ja ein Mädchen schafeu, Eiue Blume schufst du nur. Ein Geschöpf mit rothen Wangen Wie die Rose, dornen frei. Das in jugendlichem Prangen Stelenvoll und zärtlich sey: Q — so lieb ist keine Vlume In den Thälern, auf den Höh'n; In des Himmels Heiligthume Sind die Engel nur so schön. Hugo vom Schwärzt Haie. Kciseahentheuer im ArVennengebirge. Ein junger Teutscher reiset« mit seinem Bedien-tcn durch eine der waldigsten Gegenden des Ardennen-gebirges. Das nächste Ziel seiner Neise war ein Städtchen am jenseitigen Rande dts Waldes, wo er mit unverhofftem Besuch einen Freund überraschen wollte, der früher in Italien ftin Reisegefährte gewc« sen war. Schon näherte sich die sinkende Sonne dem Rande des Gesschtskreises, als er sich an eimm der rauhesten Wintertage in einem, drei Meilen von dem Wohnorte des Freundes gelegenen Flecken befand. Seine Sehnsucht, diesen noch desselben Abends zu umarmen, machte ihn taub für die Warnung dcs Wirths und einiger Gäste, nicht ss spät noch seine Reise fortzusetzen, da das Wetter so schauerlich, der rechte Weg im Finstern schwer zu finden, und wegen öfters dort vorgefallener Räubereien und Morde,- bei Nachtszeit sehr unsicher sei. Er schwang sich aufs Pferd, sein treuer Diener ebenfalls, und beide trabten gutes Muthes zum Thor hinaus, in das düstere Dickicht hinein Bald verschwand die Sonne, und schwarze Nacht umsing die Reisenden. Es hatte geglatteiset,' ein stürmischer Nordwind der sich nach dem Untergange der Sonne erhob, schüttelte die Eiszacken von den Zweigen der hohen knarrenden Fichten^ und schleuderte sie auf die sMen. Reiter, Die FinjOniß zwang sie^ M- 98 statt zu traben, in vorsichtigem Schritt zu reiten. Dennoch stürzte anderthalb Stunden nach ihrer Abreise aus dem Flecken, das nicht scharf genug beschlagene Pferd des Bedienten, und der arme Mensch hatte ein Bein gebrochen. Die Verlegenheit war groß: indeß erinnerte der Bediente sich, daß man ihm auf seine Erkundigung nach irrem Wege, von einer schlechten Schenke gesagt hatte, von der sie nicht weit entfernt seyn könnten. Der Herr, ein kräftiger Jüngling, hob seinen guten unglücklichen Heinrich auf sein eigenes Pferd und wanderte, um ja den Weg nicht zu verlieren, vorsich< tig weiter, indem er die Pferde am Zügel führte. Nach einer Viertelstunde waren sie an der Schenke. Man trug den Bedienten in die Stube. Ein Arz-t war natürlich nicht da, ein Fuhrwerk war auch nicht zu haben, -und so war der Herr gcnölhiget, seinen treuen Heinrich, der das Weiterreiten nicht hätte aushalten können, dort zu lassen. Da ein guter Stall und Fucter vorhanden war, so ließ er ihm auch sein Pferd. Es war jetzt um so nöthiger, daß er noch desselben Abends das Städtchen erreichte, um gleich einen Wundarzt heraus zu schicken, da Heinrichs Bein nicht gerade gebrochen, sondern zersplittert schien und es daher schleunigsten Verbandes bedürfte. Er gab also dem Wirthe Geld, empfahl ihm seinen Bedienten bis auf weitere Verfügung zu sorgfältigster Pflege, versprach, alles was er vielleicht wehr gebrauchen würde, «eichUch zu bezahlen, und noch ausserdem eine gute Belohnung, wenn er des Kranken so warten würde, daß dieser sich mit seiner Bewirthung zufrieden erklärte. Dann erkundigte er sich genau nach dem Wege, und wollte fort. Vergebens stellte der Wirth ihm vor, daß er höchstwahrscheinlich sich verirren, und in jener wilden, un-wirthbarcn Gegend in der Nacht schwerlich irgendwo ein Obdach finden würde, wo der Verirrte der Wuth des stürmischen Wetters entrinnen könnte; daß ein einzelner Mann dort sehr Gefahr laufe, von Räubern überivältigt und wenigstens ausgeplündert zu werden. Genug, der Unerschrockene wollte fort, und erklärte seinen festen Entschluß mit dem Zusätze: er habe im Nothfall zwei gute wohlgeladene Pistolen am Sattel, Zwei Männer von gemeinem Ansehen, welche hintec dem Tische saßen, hatten sich unterdessen im Stillen unterredet, ohne des Teutschen Aufmerksamkeit zu erregen. Jetzt stand der Eine auf, und sagte, indem er ehrerbietig seine Pudelmütze abnahm: »Wie beide wollen yeute Abend auch noch nach der Stadt; wir sind Voten, die bedungenermaßen heute noch dort eintreffen müssen. Schade, daß wir nicht so schnell gehen können, als der Htrr reiten wird! Mit uns würden sie sich nich5^vernren: wir kennen den Weg ganz genau.« Froh erwiederte der Reisende: »Ei, das trifft sich ja schön! Ich werde so langsam reiten, ihr guten Leute, daß ich bei Euch bleibe.« Nachdem er ihnen einigemal einschenken lassen, stieg er zu Pferde und ritt in Begleitung seiner unbekannten Reisegefährten ab. Sie hielten sich unterwegs iinmer nahe bei ihm, und suchten ihm die Zeit durch Erzählungen verschiedener Mordgeschichtcn, die in der Gegend vorge< fallen waren, zu kürzen. Es war empfindlich kalt, und er hörte ihncn, tief mit seinen beiden Händen in den Mantel gehüllt, zu. Der Zügel hing nachläßig über den Sattelknopf. Sein neben ihm gehender Reisegefährte, der eben eine Mordgeschichte erzählte, sprach mit bedeutendem Ausdruck die Worte: «Und sie schlepp'-ten den Herrn in das schwarze Dickicht da rechter Hand«, als sich der Andere, welcher hart vor dem Reiter ging. plötzlich umwendete und mit der linken Hand die Zügel ergriff, mit der Rechten eine Pistole aus der Halfter riß, die er spannte und drohend gegen den Reiter richtete, der seine Hände nicht so schnell vom Mantel befreien konnte, daß er sich gleich der andern hätte bemächtigen können. Der neben ihm Gehende ergriff ihn in demselben Augenblick beim Bein, und riß ihn vom Pferde. Jetzt reichte sein Spießgeselle diesem auch die andere Pistole, welche ebenfalls auf den Teutschen gerichtet ward.- Nun kündigten sie ihm an, daß er auf der Stelle des Todes sei, wenn er den Versuch w.-lgts, nur einen Schritt abwärts zu thun, und befahlen ihm, neben seinem Pferde, das der Vordere führte, zugehen; der Andere folgte ihm auf dem Fuße, indem er beständig die Pistole auf ihn gerichtet hielt. So lenkten sie aus dem Wege auf das finstere Dickicht zu, worauf der Erzähler hingedeutet hatte. Der Reisende begriff, daß seine Begleiter keine andere Absicht hatten, als ihn in dem Dickicht zu ermorden, damit die Spuren des Mordes in dem Wege ihre That nicht zu frühe entdecken möchten. Er bot ihnen Geld, Wechsel, Pferd, Waffen, kurz alles, was sie von ihm begehren konnten, an, und schwur ihnen, sie nicht zu verrathen, wenn sie ihn nur gehen ließen: allein sie trauten dem Versprechen der Verschwiegenheit nicht. Er bekam keine andere Antwort, als ein gebieterisches: »Vorwärts!« Da war sein Entschluß gefaßt. Er hatte ein Paar Sackpistolen bei sich, in jeder Tasche seines Oberrocks — eine. Unvermerkt steckte er die rechte Hand in'die Tasche, spannte die darin befindliche Pistole und zog sie eben so behuthsam heraus, was sein grober Mantel den Augen der Räuber verbarg. Hierauf richtete er seine Waffe, ebenfalls unter dem Mantel auf den Vordern, und schoß. Ohne hinzusehen, ob er getroffen hatte, wandte er sich in demselben Augenblicke um, packte den Andern, den der unerwar- 99 lete Schuß so erschreckt hatte, daß er nicht gleich schieIen konnte, warf ihn kräftig zu Boden und zerschmetterte ihm das Gehirn mit der Pistole, die den, Räuber beim kurzen Ringen mit ihm entfallen war. Jetzt sah er sich nach dem Andern um, auf welchen er zuerst geschossen hatte. Da saß dieser halb aufrecht, mit der linken Hand sich auf den Boden stützend, und in der rechten die Pistole, womit er auf den Reisenden zielte, und gleich abdrückte. Allein er fehlte, weil er von hinten im Unterleibe verwundet, keine sichere Haltung hatte. Da sprang der Reisende h,in, und streckte ihn mit ftiner andern Taschenpistole zu Voden. Jetzt war..der unerschrockene Teutsche Sieger, aber dennoch indcr größten Verlegenheit. Sein Pferd war durch das Schießen ^cheu geworden und mit seinem Felleisen, das Papiere von großem Werthe und von Wichtigkeit enthielt, davon gerannt. Er glaubte, es bald hier bald dort zu sehen oder, zu^horeui allein wenn er sich näherte, fand er immer, daß,Dunkelheit und Sturm ihn getäuscht hatten.. Bei, diesem vergeblichen Suchen war er so viel hin.und hergegangen, daß er zuletzt garnicht mehr wußte, wo er seinen Weg suchen sollte. Er irrte lange im Waide herum, konnte aber den Weg nicht finden. Da er befürchten mußte, daß b'e Bäuber noch mehr Spießgesellen hätten, denen er "! die Hände fallen konnte, so entschloß er sich, eine bichtbczweigte Tanne zu erklettern, und in deren Wi-pf?l dcn Anbruch des Tages zu erwarten. Schauerlich war das Sausen des Windes, graucn-voll bas ängstliche Knarren der sturmgedeugten, an einander sich reibenden Kieserstämme, fast unerträglich die Kälte: ab« der Muth des unerschrockenen Teutschen tränkte nicht. - Als endlich der schmerzlich ersehnte Tag anbrach., ward .scinc Standhaftigkeit durch einen ange-mhmey überraschenden Anblick belohnt: in geringer Entfernung von ihm ging sein Pferd und nagte an dcn Zweigen des Unterholzes. Er rief es; da wieherte das treue Thier der Stiinme seines Herrn entgegen, und näherte sich der Gegend, woher sie erschallte. Schnell kletterte er von seinem Mipfcl herunter, schwang sich, voll Freude über dieses glückliche N3iedersehen, auf sein Roß, fand, da es jetzt helle ward, mit leichter Mühe dcn Weg wieder, und langte ohne weitere Adentheuer am frühxn Morgen bei seinem Freunde an; wo er sich in den Armen der Feundschaft, von den so tapfer bestandenen Gefahren und Beschwerlichkeiten seiner Win-terreise erholte. - Aa m a g i t i e n. Samogitien, von den Eingebornen Szamais und im polnischen Smuids genannt, ist ein seit langer Zeit zu Litthauen gehöriges Herzogthum; es wurde'gemeinsam Mit diesem Großherzogthume regiert, und hatte von Zeit zu Zeit seine eigenen Herzoge. Im Westen gränzt es an Ostpreußen, und in der Nachbarschaft von Polangen an das baltische Meer; im Norden an Kurland; im Osten und Süden an das Palatinat Litthauen. Obgleich das Land mit Wäldern bedeckt ist, hat es dennoch vielen fruchtbaren Boden; es ist reich an Getreide, Flachs, Hanf, Honig, Wachs, Pferden und Wild? pret. Gegenwärtig gehört es zum russischen Goüver-nemcnt Wilna. Samogitien ist voll Seen und Moräste, und die Verbindung ist dort höchst schwierig. Im Süde,n hat es den Nicmen, der es von Preußen trennt, und welcher die Wilia, Nejewa, Dubira und Ioura aufnimmt. Der nördliche Theil des Landes ist von der Mucha und Wiedau bewässert, von welcher die erstere sich unter dem Namen Aa in Kurland bei Riga in die Dwina ergießt, während die andere bei Windau in die See fällt. In Samogitien scheint es zweiMen? schenra^en zu geben; die eine, schlanken Wuchses? siammt von den Wenden ab, die in alten Zeiten dieses Land bewohnten, die andere ist klein und untersetzt, aber rauh und stark wie die Letten. Diese letztere Na^e ist gleichen Ursprunges mit dcn alten Preußen, und ihre Sprache die Landessprache, während in den anderen Theilen Lltthauens das Polnische gesprochen wird. Die Fruchtbarkeit des Landes könnte es oald reich machen, wenn die Einwohner thätiger und nicht von so vielen alten Vorurtheilen eingenommen waren. So bedienen sich die Bauern z. V. eines ganz von Holz ge-bauten Pfluges, ja ehemals behaupteten sie sogar, ein mit Eisen versehener Pflug bringe ihrem Boden Unglück. Auch mangelt es ihnen öfters an Korn , und sie sind genöthigt, Nüben zu essen, die bier zu einer aus. serordentlichen Dicke anwachsen. Sie beginnen ihr Land erst drei Wochen nach Pfingsten zu bestellen, aber die große Hitze des Sommers läßt alles Korn in sechs bis sieben Wochen reifen. Sie ernten gewöhnlich nurMor-gens und Abends, da sie die Hitze den Tag über unerträglich finden. Nücksichtlich ihrer Bildung stehen die Einwohner Samogitiens in Europa vielleicht am. weitesten zurück; obgleich schon 1^31 zur christlichen Religion bekehrt, hat doch eine Menge heidnischer Ge« brauche sich bei ihnen erhalten. Sie glauben an Dämonen und böse Geister, und haben eine ausseroroent-liche Furcht vor Zauberern und Zauberinnen. Zur Zeit der polnischen Herrschaft über Samogitien war die Hauptstadt dieses Landes Rosienna, gegenwärtig Hauptort eines Districts an der Dubissa, «5 Meilen nordwestlich von Wilna. Die Stadt ist von Holz gebaut; man findet zwei Kirchen und eine Prie-sterschule darin. Hicr haben auch die katholischen Bischöfe Samogitiens ihre Residenz. —' Keidany, im H00 Tistricte Rosienna, geHort der Familie der Nadziwill und ist der Hauptort ihrer unermeßlichen Besitzungen in Litthauen. Es befinden sich dort ein Karmcliter-klostcr und Kirche, zwei protestantisch? Kirchen, eine russische Kirche und ein Gymnasium. — Telch, oder Telcha und Chaneli sind zwei jetzt zum Nange von Hauptdistrictsorten erhobene Städtchen. Die zweite war ehemals eine Komthurei des teutschen Ordens. — Zn dem gegenwärtigen Augenblick ist Georgenburg, im polnischen Iürbock, durch die von den Russen daselbst errichtete Douane,.die wichtigste Stadt Samagotiens geworden. Sie gehört zum District Nosienna, und liegt um Niemen, wo sie einen Haftn hat; sie treibt einen bedeutenden Handel, besonders mit Bauholz, das Don Mcmel aus in alle Länder Europa's gebracht wird. — Der übrige Theil des russischen Gouvernements Wilna liegt im Osten und Süden Samogitiens, und breitet sich im Süden bis zum Niemen und der Mereganka aus. Er hat viele Moräste und Seen. Die Einwohner treiben mit größerem Erfolge Acker-Hau, Vieh- und Bienenzucht. Sie setzen ihre Pro-ducte in Preußen, Niga und Libau ab, und ziehen «mßerdem großen Nutzen von ihren Kornbranntwein-Hrennereien. Die Bevölkerung besteht aus Litthauern, welche die Mehrheit bilden, Nüssen, Polen und Juden; auch leben daselbst 1200'Tartciren,-die aber ihre Muttersprache vergessen haben. Die Einwohnerzahl des Gouvernements Wilna, ,nit Einschluß Samogi-liens, beträgt 1,100,000 Seelen. Die Hauptstadt Nil-21 a ist auf mehreren Hügeln, am Zusammenflusse der Wilia und Wilika erbaut. Sie wurde 1Z05 von Ge-domir, Großherzog von Lilthauen, gegründet. Vor ihrer Vereinigung mit Nußland war sie di« Hauptstadt des Großherzogthums Litthauen, der Sitz des Palatins und eines Kastellans ersten Ranges. Sie ist sehr ausgedehnt und hat zwei Vorstädte, Antokolli und Vu-daichka. In dem jetzt in Trümmern zerfallenen herzoglichen Schlosse befand sich der Saal des ehemaligen Tribunals, und gegenüber die schon 1286 erbaute Kir-che. In dieser Kirche bewahrt man einen sehr bedeutenden Schatz. Auch sieht man daselbst die schöne marmorne Kapelle des heiligen Kasimir, dessen Grc,bm.ihl Aon reinem Silber und 3500 Pfund schwer ist. Die Stadt hat mehrere Kloster und über vierzig Kirchen, worunter eine lutherische, eine reformirte, eine griechische, eine tartarische Moschee, eine Synagoge; alle übrigen sind römisch-katholisch. Die 1570 gegründete Universität hat ihren Sitz im ehemaligen Iesuitencolle: gium. Der Kaiser Alexander gab ihr eine neue Or-ganisalion, und der Fürst Adam Czartoryski war mehrere Jahre lang ihr oberster Director. Wilna zahlt 3000 Häuser und 25,000 Einwohner. Der Handel, größtentheils in den Händen dcr I.iden, ist beträchtlich, und geht vornähmlich nach Königsberg. — Troki, eine andere Stadt des Gouvernements Wilna> legt fünf Meilen westlicher am Bressale See, der durch cinenKanal die Stadt mi-t Wilna verbindet. Sie war lange die Residenz der Großherzoge von Litthauen, bis sie selbe nach Wilna verlegten. Im Jahre 1655 wurde die Stadt von den Russen zerstört. Sie wird auch Alt-Troki genannt, um sie von Neu-Troki zu unterscheiden, einem eine halbe Meile entlegenen Dorfe. Die Stadt ist ziemlich groß, aber alle Häuser sind von Holz. Sie hat drei Pfarreien; in der vornehmsten ist ein Wun'oerbild der heil. Jungfrau, welches viele Pilger herbeizieht. — Unter allen Flüssen des europäischen Rußlands ist der Niemen, auf teutsch die Me-mel, einer der nützlichsten. Er geht im größten Theile seines Laufes durch Litthauen. Dieser Fluß entspringt im russischen Gouvernement Minsk, von wo er die Gouvernements Wilna und Grodno durchstießt, dann die russischen Gränzen verläßt, seinen Lauf nach Preußen nimmt, und sich endlich in mehreren Armen in den baltischen Meerbusen, auch Kurisch-Haffgenannt, ergießt. Mittelst dieses Flusses wird ein beträchtlicher Handel in gan; Litthauen und einem Theil von Volhynien betrieben. Durch den Oginski-Kanal verbindet er die Ukraine, Klein-Rußland, das schwarze und baltische Meer miteinander. Von noch größerem Nutzen wird dieser C^nal seyn, wenn man einen andern vollendet haben wird, der den Niemen mit der Dwina verbinden soll. Mehr als 600 Schisse fahren jährlich mit den Erzeugnissen LittlMt: ens und Polens den Niemen herab, und kehren mit fremden Waaren beladen zurück. ' Auflösung der AharaVe im Ml^r, Wlatte Z2r. 24. Hofhund. Da mit dcm Schluße dieses Monates die Prämnneration auf die Laibacher Zeitung für den ersten Semester zu Ende gehet; so werden sämmtliche p. ^?. Herren Pränumeranten, welche mit ihrem PramlmerüNons-Betrage.noch im Rückstände sind, ersucht, selben ehestens berichtigen zu wollen, weil man sich srllsi genöthlget sehen wird, kein Exemplar ohne AnNcipa-' twn abliefern zu können. ^.lbach den 18. Juni i82!» Revacteur: Fr. 5av. Ktinrich. Verleger: Dgnai Al> Vvler v. Rleinmayr.