Laibachkr TllMatt. H Rednction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 161. WMZZM Mittwoch, 17. Juli 1878. — Morgen: Friedrich. 11. Zahrg. Mit der s°k:Gan,jLhr.st.l2. ^ ^ zcigcn b.s 5 Zeilen 20 lr. Der Berliner Vertrag. Ihre P. T. Herrlichkeiten, die mit souveräner Machtvollkommenheit ausgestatteten Diplomaten, erkannten mittelst Vertragsartikel 25 zu Recht: „Die Provinzen Bosnien und Herzegowina seien von Oesterreich-Ungarn zu besetzen und zu verwalten." Tie Excellenzen haben gesprochen, — die Steuerträger Oesterreich-Ungarns, das vulgo misera xlebs contribubns, haben zu gehorchen. Tie Bevölkerung Oesterreich-Ungarns kann den aufflackernden Funken der Neugierde nicht unterdrücken, ob ihre Herrlichkeiten auch die Frage in Erwägung und Berathung gezogen haben: wer die Kosten der dekretierten und vertragsmäßig stipulierten Besetzung und Verwaltung Bosniens trägt? Diese Frage ist es in erster Linie, welche die Völker Oesterreichs-Ungarns lebhaft interessiert. Die Finanzkräfte Oesterreich-Ungarns sind wahrlich nicht derart, um zur Leistung von Mo-bilisierungs-, Besetzungs- und Verwaltungsauslagen in Raten zu 60 Millionen auf fremde Rechnung ins Mitleid gezogen zu werden. Oester-reich-Ungarn fühlt wahrlich keinen Beruf, fremde Länder zu administrieren und zu kultivieren, denn Oesterreich-Ungarn hat auf diesen Gebieten im eigenen Lande vollauf zu thun und entbehrt infolge anhaltender Gewerbs- und Finanzkrisis der zu Vergnügungszügen erforderlichen Geldfonds. Die steuerzahlenden Volksstämme Oesterreich-Un-garns werden sich einige Tage zu gedulden und abzuwarten haben, bis der 8 25 des Berliner Vertrages im authentischen Texte vollinhaltlich vorliegen wird. Hoffentlich werden auch die Parlamente beider Reichshälften berufen werden, dem Berliner Vertrage ihre Ratificationscläusel bei-z »setzen. Dem Kongresse soll es überdies beliebt haben, Oesterreich-Ungarn einzuladen, daß es die Garantie des nach Theilung der verschiedenen Provinzen noch übrigbleibenden türkischen Besitzes in Europa übernehme. Diese Nachricht klingt zu abenteuerlich, als daß wir diesem Gerüchte Glauben beimessen könnten. England befindet sich in günstigerer Lage als Oesterreich; es occupiert ein fruchtbares, ertragsfähiges, ein für seine Handelsinteressen wichtiges Eiland. England kann und mag immerhin der Türkei den Besitz ihrer Provinzen in Asien garantieren, es hat auch ohne Consens der Excellenzen einen guten Fang gemacht. England hat, wie der Wiener Korrespondent der „Allg. Ztg." bemerkt, gezeigt, was Politik im großen Stile sei und wie man Politik machen müsse. Lord Beaconsfield ist ein vorzüglicher Combinator, ein feiner, rascher politischer Agent. Lord Beaconsfield übt, wie der erwähnte Korrespondent constatiert, eine offene, klare und feste Politik, eine Politik, wie sie dem Grafen Andrafsy vorgeschwebt, jedoch von letzterem nicht gemacht wurde. Zur näheren Beleuchtung diene die Besitzergreifung Cyperns und die Besetzung Bosniens. Bei England gilt Cäfars Losungswort: „Veui, Viäi, Viei!" Oesterreich-Ungarn muß dem Texte des altösterreichischen Liedes „Nur langsam voran!" getreu bleiben, es muß Bosnien Schritt für Schritt occupieren. England zieht auf den Bahnen des friedlichen Separatvertrages in CYpern ein, Oesterreich-Ungarn dagegen muß den Weg der Vergewaltigung gehen, Englands Position ist daher eine beiweitem günstigere. Oesterreich-Ungarn scheint es versäumt zu haben, im geeigneten, richtigen Momente mit England gegangen zu sein. England hat durch die Besitzergreifung Cyperns große Vortheile errungen. Ob für Oesterreich-Ungarn in Bosnien Rosen blühen, bleibt heute noch eine unbeantwortete, dunkle Frage. Es erübrigt uns für heute noch, dem vor-stehenden Artikel eine kurze Kritik der „Vofsischen Ztg." über den Berliner Vertrag anzufügen. Dieselbe lautet: „Der Vertrag von Berlin beschwichtigt, er stellt aber nicht zufrieden, er „erledigt", ohne zu „lösen"; er nimmt unklare Andeutungen für positive Erklärungen; er verdeckt, was er aufhellen soll, die äußerlichen Momente sind ihm alles, während er den innern Widerstreit der politischen Endziele mit seinem Machtworte Niederhalten will. Der Berliner Kongreß sollte den Frieden um jeden Preis zustande bringen, und er erfüllte diese seine Aufgabe. Selbstverleugnung und Selbsttäuschung waren die Parole. Man entsagte großen Errungenschaften, um Zeit zu neuen Bestrebungen zu gewinnen. Der Vertrag von Berlin ist die Basis zu neuen Anstrengungen; er ist eine Etappe in dem großen Prozesse der Theilung des ottomanischen Reiches, deren prinzipielle Gutheißung und theilweise praktische Anbahnung vom Tage der Unterzeichnung des Berliner Tractates gilt. Die Kongreßbevollmächtigten kehren in ihre Residenzen zurück. Einige sind völlig unbefriedigt, andere nur halb befriedigt, alle aber in banger Sorge, wie ihre Leistungen von ihren Landsleuten ausgenommen werden. Die öffentliche Meinung ist in England so gut wie in Oesterreich, in Frankreich so gut wie in Italien oder in Rußland hoch erreget. Die Kongreßbevollmächtigten werden einen schweren Stand haben. Die Völker fühlen instinctiv, daß sie es mit einem Frieden bis zum nächsten Kriege zu thun haben. Und dieser Jnstinct ist gesund, untrüglich und täuscht sich auch diesmal nicht." Zur Occupationsfrage. In Bosnien wächst, wie der Wiener Korrespondent der „Köln. Ztg." erfährt, die Bewegung gegen den österreichischen Einmarsch. In Tre-binie haben Muselmanen und Katholiken', darunter viele römisch-katholische, geschworen, sich Jeuilleton. Ein Lorbeerkranz. Eine Skizze aus dem Leben, von Harriet. (Fortsetzung.) In den Augen des Banquiers blitzte es bei den letzten Worten seiner Frau seltsam auf, in-Wang sich und entgegnete, von dem Bette des schlafenden Kindes zurücktretend: - dir offen sagen, weshalb ich jenes KAd mcht liebe, ich muß es wol, weil dein weiblicher ^ikt dich hxi diesem Nixengewande gänzlich im Stiche laßt; mit einem Worte: jenes Kleid ist für eine ehrsame Hausfrau viel zu kokett!" „Adalbert, ich bitte dich, verschone mich mit dem Sermon über Moral! Ich weiß ja selbst, was ich mir und meiner Hansfrauenwürde schuldig bin! Tu treibst deine Gattenliebe bis in das Lächerliche; aber allen meinen Freuden, die ohnedem karg genug sind, laß' ich keinen Riegel vorschieben. Ich werde das „Nixengewand" wählen, und du mußt dich fügen, wenigstens diesmal, IMr> eder!« Sofie berührte leicht mit einer ihrer Hände den Arm ihres Gatten; es traf ihn ein Blick, der ihn schon so oft bei heftigen Worten zum Schweigen gebracht und seinen Widerstand entwaffnete. Die junge Frau kannte den Zauber ihres Blickes und die Macht, welche sie durch ihn über ihren Mann ansübte. — Sein Arm schlang sich plötzlich um ihre schlanke, mädchenhafte Taille; er wollte sie fest an sich ziehen, sie aber entzog sich rasch seinen Liebkosungen, indem sie den Armleuchter ergriff und in das Nebengemach eilend die Thür hinter sich schloß. „Wieder eisig kalt zurückgestoßen wie immer — und doch, der Blick des wundervollen dunklen Auges kann so seelenvoll strahlen! O, sie sagt immer, sie habe kein Herz, das leidenschaftlicher Liebe fähig ist — ich glaube, sie hat eben keines für mich und das Kind!" * * * Banquier Brandof bewohnte noch immer mit feiner Familie das kleine, eine halbe Stunde von der Hauptstadt entfernte reizende Landhaus, welches er sich vor einem Jahre angekauft hatte, da die Aerzte seinem kränkelnden einzigen Kinde Land- luft verordnet hatten und die Villa für diesen Zweck wie geschaffen war. In einem der rückwärtigen Gemächer derselben finden wir das junge Mädchen wieder, welches sich mit so schüchternem Zagen vorhin bei Sofie angefragt hatte, wann der Wagen zu Göldern bestellt fei. Judith Barfon war die einzige Schwester der Banquiersfrau, die seit dem vor drei Jahren erfolgten Tode ihrer Mutter — der Vater der beiden Schwestern starb schon lange vorher — in deren Hause lebte. Das sanfte, stille Mädchen und die aufbrausende, launenhafte junge Frau harmonierten nicht mit einander; Judith sehnte sich oft hinaus in eine andere Sphäre, däuchte chr doch, besser bei völlig fremden Menschen zu sein, als bei einer Schwester, die niemals ein freundlich liebevolles Wort für sie hatte und schon seit den frühesten Kindertagen ihr fremd und unnahbar schien. Seit aber die kleine Aurelia das Licht der Welt erblickte, war dem junaen Mädchen das Leben in dem Hause ihrer Schwester erträglicher, da ihr durch das Kind, dessen Pflege sie von dem ersten Tage seiner Geburt an übernommen hatte, das traurige Verhältnis der beiden Gatten zu einander mehr entging, welches ihr dein Vordringen der österreichischen Truppen aufs äußerste zu widersetzen. Ebenso schreitet die Organisierung des türkischen Widerstandes gegen die österreichische Besitzergreifung von Bosnien und der Herzegowina m Serajewo und Mostar fort. Wenn Oesterreich sich nicht dazu entschließt, einen Vertrag mit der Türkei abzuschließen, welcher die Hoheitsrechte des Sultans anerkennt und dem türkisch-englischen bezüglich Cyperns analog ist, wird FZM. Freiherr v. Philippovich ein schweres Stück Arbeit haben. Die Türkei beharrt dabei, der Kongreß habe Oesterreich auf eine Ueberein-kunft mit der Türkei angewiesen, als er erklärte, Oesterreich werde zn der Besetzung Bosniens „prealLbltzweut," ermächtigt; sie verlangt, daß dieses „xrölüablömsnt" durch eine besondere Übereinkunft genau bestimmt werde. Bosnien selbst ist heute von allen türkischen Provinzen die ruhigste. Einzelne Unruhen an der dalmatinischen Grenze waren stets von österreichisch-dalmatinischer Seite angezettelt. Reichstagswahlen in Ungarn. Ungarn bereitet sich zu den demnächst statt-findenden Reichstagswahlen allzulebhaft vor; in der Nacht zum 15. d. M. gab es eine große Wahlschlacht in Gyöngyös zwischen der Regierungspartei und der Opposition, 62 Personen wurden verwundet, Militär mußte die Ordnung Herstellen, viele Verhaftungen wurden vorgenommen. In Debreczin trat der Ministerpräsident Tisza als Wahlkandidat anf, er besprach unter ändern auch die Occupation Bosniens und der Herzegowina. Der Minister sagte : Der Kongreß hat Öesterreich-Ungarn mit der Herstellung der Ruhe und Ordnung in diesen Ländern betraut, weil Europa die Türkei hiezu nicht fähig hält. Er sehe nicht ein, wie man in diesem Beschlüsse einen Vergleich mit Rußland sehen kann. Der Vertrag von San Stefano hat die Türkei von ihren übrigen Besitzungen abgeschnitten und zu Bosnien einen schmalen Weg zwischen Montenegro und Serbien gelassen. Derselbe hat also dieses Nest des Panslavismus, wo die ersten Wirren ausgebrochen sind, der Obhut Montenegros und Serbiens überlassen, und das Resultat wäre das fortwährende Wachsthum des Panslavismus, der in erster Reihe uns bedrohen würde; er spreche absichtlich vom Panslavismus, denn er sei kein Feind der Slaven, der einzelnen, ihre Individualität bewahren wollenden slavischen Stämme, aber was Ungarn nicht zulassen kann, ist, daß alle diese slavischen Stämme sich zu einem großen Schmelzofen vereinigen, der den Gemüth unsäglich trübte, weil sie sich eingestehen mußte, daß Sofie alle Schuld an der freudenlosen Ehe, der jedes Familienglück fehlte, trug. Judith hatte ihren einfachen Gesellschaftsanzug, der in einem lichtgrauen Kleide bestand, vollendet, sie trat an das Fenster heran, wo sie einem noch in schönster Blüte stehenden Rosenstock eine der köstlichen Bluinen entnahm, die mit ihrem dunklen Roth sich vollkommen für ihr blondes Haar eignete. Das junge Mädchen liebte die Blumen unaussprechlich; oas Fensterbrett ihres Gemaches glich einem herrlich blühenden Garten, der nur unter ihren sorgenden Händchen entstanden war. Sie lehnte ihr Haupt an das Fensterkreuz, während ihre braunen Augen mit einein ernsten Ausdruck die duftenden Lieblinge streiften, die trotz des herannahenden Herbstes hier im vollsten Farbenschmucke prangten! Ob sie denn niemals ein Herz finden sollte, das sie in warmer Liebe für das Leben behüten würde? Seit dem Tode der Mutter fühlte sich das junge Mädchen einsam — so einsam. Au- relia war ihre kleine, sonnige Welt, aber mit einem Kinde kann man nur kosen, scherzen und tändeln; das Herz eines fünfzehnjährigen Mäd- Frieden Europa's bedrohen und die Existenz anderer Stämme gefährden würde. Anch Justizminister Pauler hielt in Ofen eine Rede, in welcher als wichtigste Aufgaben des nächsten Reichstages empfohlen wurden: 1.) die Reform des Oberhauses. Das auf avitischer Basis zusammengestellte Oberhaus entspreche nicht mehr den an dasselbe gestellten Anforderungen. Das Oberhaus müsse auch der Aristokratie des individuellen Verdienstes Raum gönnen, es müsse Personen in seine Mitte aufnehmen, welche sich auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Industrie, der Kunst, auf bürgerlichem oder militärischem Felde Verdienste erworben haben; 2.) die Schaffung eines Berwaltungsgerichtshoses; 3.) einer Dienstpragmatik, welche das Verhältnis der Beamten zum Staate gesetzlich regelt; 4.) eines Jncolat-gesetzes: 5.) eines Militär-Bequartierungsgesetzes; 6.) eines Forstgesetzes. Tagesneuigkeiten. — Aus den Ministcrhotels. Der Ministerpräsident Fürst Adolf Auersperg hat gestern eine Urlaubsreife, zunächst nach Zell am See, angetreten. Mit der Vertretung und zugleich der Leitung des Ministeriums des Innern ist Minister Dr. v. Stremayr beauftragt. Finanzminister Freiherr v. Pretis reiste am 15. d. M. nach Wartenberg ab und wird von dort aus die Geschäfte seines Ressorts leiten. — Znr O ccnp at i on sfrage. Das Hauptquartier der österr.-ungar. Occupationstruppen trifft am 20. d. in Brod a. d. Save ein. Majorauditor Barian wird als Adlatus für das Justizwesen den Oberkommandierendeu FZM. Freih. v. Philippovich begleiten. Ein größeres Militärspital wird in Brod errichtet. Proviant-Stapelplätze sind in Kostainiea, Alt-Gradiska, Novska, Brod und Samac errichtet. Die Brückenequipage ist vollkommen in Bereitschaft. — Ein „seiner" Kavalier. Wiener Blätter bringen nachstehendes, recht netteS Geschicht-chen: Graf Nikolaus Firmian fuhr unlängst nach Klosterneuburg, als die Pionniere eben in der Nähe des Kahlenberger-Dörsels Steine abbrachen und deshalb Posten auf der Straße aufstellten, um die Passage bis zu einem gegebenen Signal freizuhalten. Der Herr Graf schien aber zu glauben, daß er anch auf diesem gefährdeten Punkte herumkutschieren müsse, und beschimpfte den ihn anhaltenden Wachposten, Pionnier Johann Perschitz, mit den Worten: „Schwarzgelbe Hunde, Straßenräuber/Diebe!" Er zeigte ihm, sowie dem auf der Klosterneuburger Seite stehenden Posten „eine lange Nase" uud fuhr, in die Pferde hauend, vorüber. Der Herr Graf chens mit seinem reichen Gefühlsleben will sich aber an ein gleichgesinntes im warmen Seelenaustausche schmiegen! * * Bei der Präsidenteufaimue Göldern hatte sich bereits ein kleiner Kreis von Bekannten eingefunden. Die Frau des Hauses schien mit Ungeduld dem Erscheinen des Brandof'fcheu Ehepaares entgegenzusehen, da aus dem silbernen Theekessel bereits das duftende Kraut sein würziges Aroma verbreitete. In dem kleinen Familienkreise hatten sich, durch den Präsidenten eingeladen, zwei fremde Herren, die er im Klub keimen gelernt, eingefunden. Alfred Falkenhorst, ein junger Musiker, uud Professor Othmar Markoff, sein Cousin. Die beiden jungen Männer, die so ziemlich in einem Alter stehen mochten, waren der größte Gegensatz. Der Professor eine jener Erscheinungen, denen die Natur äußere blendende Vorzüge versagte, Falkenhorst hingegen damit verschwenderisch bedacht und ein gefeierter Liebling der Frauenwelt. Er weilte kaum erst eine halbe Stunde in der Präsidentensamilie, und hatte sich hier schon alle Herzen durch sein geistreich liebenswürdiges Wesen gewonnen. Nur die Schwester der Prä- zog es vor, der aus diesem Anlasse gegen ihu durch-geführteu Strafverhandlung bei dem Bezirksgerichte Währing fern zu bleiben, uud wurde also in eou-tuinaLMM zu 100 Gulden Geldstrafe verurtheilt. Fand das Gericht nicht das entsprechende Mittel, um das brutale Blaublut zur Schlußverhandluug gestellig zu machen? Warnm wnrde die Geldstrafe nicht in 24tägige Arreststrafe verwandelt? — Wieder ein Kongreß. In Paris tritt am 22. d. M. der internationale Kongreß behufs Berathnng der im Transportwesen und in der Eisenbahnstatistik vorzunehmenden Verbesserungen zusammen. Die Sitzungen dieses Kongresses werden acht Tage dauern, und hat zu denselben jedermann gegen Erlag von 20 Francs Zutritt. Die Leitung der Arbeiten des Kongresses wird ein in der ersten Sitzung zn wählendes Directionsbureau übernehmen. Die Fragen, mit welchen sich der Kongreß hauptsächlich zu beschäftigen haben wird, sind: 1.) Ausdehnung, Verlängerung und Verbindung der verschiedenen Netze vom Standpunkt des Interesses des internationalen Verkehrs; die Systeme, welche in den verschiedenen Ländern in Bezug auf den Bau, die Exploitation und die Administration der Eisenbahnen befolgt werden; die Basis, auf welcher eiue internationale Eisenbahnstatistik eingerichtet werden könnte; die Vereinbarung einer internationalen Eisen-bahngesetzgebung. 2.) Die Binnenschiffahrt auf Flüssen und Kanälen, die Ausdehnung und Verbindung der Netze, Uebereiukommen über eine gemeinsame Aichnng re. 3.) Die Meeresschiffahrt: Entwicklung und Beaufsichtigung der Häfen. — Heiteres in ernster Zeit. In einer großen diplomatischen Abendgesellschaft Berlins — so erzählt das „Deutsche Montagsbl." — wendete sich eine bekannte Dame, deren türkenfreundliche Gesinnuugen für niemanden ein Geheimnis sind, an Karatheodory Pascha mit der Frage: „Warum lassen Sie eigentlich, ohne zu zucken, in dieser Art mit sich verfahren?" Der melancholische, bekanntlich griechische Türke erwiderte: „Ein Koch trat in seinen Hühnerhof. Er nahm zwei Hühner nnd sagte: Meine Lieben, wie wollt ihr gekocht werden, gebraten oder geschmort? — Wir wollen überhaupt nicht gekocht werden, sagten die Hühner. — Ach, ihr sprecht nicht zur Sache, meinte der Koch, und drehte ihnen den Hals um. — Wir Türken gleichen den Hühnern; so oft wir im Kongreß eine Bemerkung machen, so oft sagt uus auch Fürst Bismarck: „Aber, meine Herren, Sic sprechen nicht zur Sache!" — Weshalb da überhaupt noch sprechen?" Sprachs und verbeugte sich vor der tyeilnehmenden Dame. — Zu Ehre» des Kongresses. Nach geschehener Unterschrift des Berliner Friedensver- sidentin ließ ihren Blick weit öfter auf dem Antlitz des stillen Gelehrten haften, dessen bescheidenes, fast schüchternes Betragen sie weit mehr zu fesseln schien, als des Musikers hinreißend blendende Rednergabe. Sie war eine bleiche junge Frau, die im Leben die düstere Erfahrung gemacht hatte, daß eine unglückliche Ehe das Traurigste ist, was einem Fraueuherzen beschieden sein kann. Isidore lebte schon mehr als zwei Jahre, da sie von ihrem Gatten getrennt war, in der Präsidentenfamilie: in ihren sanften blauen Augen lag ein tiefer Schatten, der mit dem ergreifenden Weh, das sich in ihnen spiegelte, von fortgesetzten inneren, herben Seelenkümpfen kündete. Irene, die Tochter des Hauses, Judiths Freundin, wollte eben, zu dem Piano schreitend, das reizende Liedchen : „O bitt'Euch, liebe Vögelein!" vortragen, als Banquier Brandos mit seiner Gattin uud Judith in dem Salon erschien. Nach den ersten freundlichen Begrüßungen der Familien wurden die beiden fremden Herren dem Ehepaare vorgestellt. Falkenhorsts Blick glitt bei dieser Vorstellung nur flüchtig über Sofie hin und haftete lange auf dem liebreizenden Antlitz ihrer Schwester. (Fortsepnng folgt.) träges wurde an die Kongreßmitglieder nachstehendes, angeblich von Professor Schwetschke in Halle verfaßtes Lied vertheilt: LouNrsssibili. ÜLiäesmus iAitar 8oon eovZrossns, ?ost dolores dollleosos, kost ladorss Alorlosos, I^odis tit äscsssus. Ilbi 8Mlt, Pli Lntö 008 tjiiolläam ooussäers. Vivnnensss, karisisLsos ^ot xvr sniios, tot ^>or mensos 1?rn8tr» äseiilors. Auuäus bsri! vult äsvipl; 8eä non äechilLtur, Non x1u8 ultriv inter ^sntos I^tiALNtC8 st trsmsnto8 Aitnus eouksratlu'. VivLt ?»x! et eomitsut Dii nune eoiiArss8um 6sa Dsus vx iLLedin» Ipsri. vsnit 6v^>riL Rat>oi'Li>8 8nces8suiu. 1?srsat äi8vorälL! VInLLt ssmxsr litsm kroxenstas xrobitLs (Ehrlicher Makler) §i(Iv8, 8pk8 ot Ll>LritL8, 6MävAlllU8 Itsm!" — Eine großartige Jnsektensamm-lung hat, wie die „Times" erzählen, ein gewisser H. Edwards in San Francisco während der letzten 25 Jahre angelegt. Professor Davidson, Präsident der Akademie der Wissenschaften, bezeichnet diese Sammlung als eine der größten in den Vereinigten Staaten und als bei weitem die vollständigste, die jemals an der Pacifieküste gebildet wnrde. Sie besteht aus circa 60,000 Species, mehr als 200,000 Exemplare umfassend. Letztere schließen nicht allein sämmtliche Gattungen an der Pacisicküste, soudern nahezu alle iu den Vereinigten Staaten in sich, nnt einer ansehnlichen Vertretung von Gattungen aus allen Welttheilen. Die Sammlung soll wirklich eine der vollkommensten sein, die in irgend einem Lande existiert. Ihr Werth wird auf circa 12,000 Dollars geschätzt, d. i. ungefähr die Summe, die für Fracht, Kabinete und den Ankauf seltener Exemplare aus-gegebeu wurde. Die Arbeit von 25 Jahren ist nicht mit inbegriffen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Mobilisierungsgebüren.) Die heutige „Laib. Ztg." bringt im amtlichen Theile eine Knndmachnng des krainischen Landesschnlrathes, welche folgende Bestimmungen enthält: 1.) Volksschullehrer, welche in der Stellung, die sie beim Militär eiuuehmeu, eine Militärgebür beziehen, welche gleich ist der bisherigen Zivilgebür, welche sie als Lehrer bezogen hatten, oder diese übertrifft, haben während ihrer activen Militärdienstleistung einen Anspruch auf eine Dotation aus dem Nor-malschulsonde nicht. — Sofern jedoch dieselben einen eigenen Hausstand mit Frau oder Kind haben, wird ihnen der über die Kosten der Supplierung der innegehabten Lehrstelle verbleibende Nest ihres bisherigen Lehrereinkommens, sollte aber die Lehrstelle vacant bleiben, ein Beitrag monatlicher 15 bis 30 sl. aus dem Normalschnlfonde in monatlichen Decur-Maten bewilligt. 2.) Jnfolange die Volksschullehrer dem Mannschaftsstande angehören oder ihre Militärgebür geringer ist, als die erwähnte bisherige Zivilgebür, wird denselben bei ledigem Stande ein Beitrag monatlicher 5 bis 10 fl., im Falle eines eigenen Hausstandes mit Frau oder Kiud der über die Supplieruugskosten der betreffenden Lehrstelle verbleibende Rest des bisherigen Lehrereinkommens, insoweit aber die Lehrstelle vacant bleiben würde, ein Beitrag Von 15 bis 30 fl. in monatlichen De-cursivraten aus dem Normalschulfonde bewilligt. 3.) Jenen Volksschullehrern, welche einen eigenen Hausstand mit Frau oder Kind haben und sich gegenwärtig im Gennsse der Naturalwohnung oder der Quartiergeld-Entschädigung aus dem Normalschulfonde befinden, wird auch auf die Dauer der activen Militärdienstleistung der Fortgeunß der Naturalwohnung, beziehungsweise der Quartiergeld-Entschädigung, zugestanden. 4.) Die durch die Einberufung erledigte Lehrstelle bleibt dem betreffenden Lehrer bis zum Ausgange der Militärdienstleistung reserviert. .->) Die bisherigen Bezüge der in Mobilisierungsfällen eiuberufeueu Lehrer sind beim Nor-malfchulfonde mit Ende des Monates einzustellen, in welchem die Einberufung erfolgt. — (Aus der Handels- undGewerbe-kammer in Krain.) Die Kassegebarung im Jahre 1877 umsaßte 3984 fl. 97 kr. Einnahmen (Jahreszuschlag 2983 fl.) und 2978 fl. 83 kr. Ausgaben. — (Ernennung.) Herr Gustav Stnchetz wurde zum Adjuucten des Klagenfurter Laudesgerichtes mit der Diensteszuweisung zum Kreisgerichte in Rudolfswerth ernannt. — (Zur Hebung der Pferdezucht.) Bei der am 15. d. stattgefundenen Sitzung der krai-nifchen Landeskommission für Pferdezucht wurden die Prämiierungsorte und Tage festgesetzt wie folgt: St. Barth elmä für die Bezirkshauptmannfchaften Gurkfeld, Rudolfswerth, Littai und Tfchernembl am 2. September l. I.; Zirkniz für Stadt und Umgebung Laibach, die Bezirke Loitsch, Adelsberg und Gottschee am 7. September l. I; Krain-burg, blos uorisches Zuchtgebiet, für die Bezirke Kraiuburg, Radmannsdorf und Stein. — (Heimatliches Gewerbe.) Herr August Götzl, Bildhauer in Laibach, hat für die Kirche zu Autignana in Istrien 30 Kirchenstühle ans Nußbaumholz angefertigt. Die kunstvoll geschnitzte und sehr geschmackvoll ausgeführte Arbeit wird sehr gelobt. — (Materi alienbe ist ellnng.) Die hiesige Strashansverwaltnng hat die Lieferung von Hallina-stoff, Schuhen und Sohlen ausgeschrieben. Die Offerte sind bis längstens 23. d. M., vormittags 11 Uhr, an die Strafhausverwaltnug einzuseudeu. — (Ueber den projektierten Föde-ralisten-Kongreß) schreibt der „Slov. Narod" folgendes: Die österreichische Opposition sei sich weder über ihr politisches Programm noch über die Ziele, wie die Verwirklichung desselben angestrebt werden solle, klar. Die am Ruder befindliche Partei habe daher vollkommen recht, wenn sie die Opposition als regierungsunfähig bezeichne. Der Artikel erörtert die verschiedenen, theils aus das historische Recht, theils auf das Natioualitäteupriuzip basierten Programme der Opposition und erklärt, daß die Slovenen, sowie überhaupt die südlichen Länder Oesterreichs, den Fuudameutalartikeln nicht znstimmen können, da eine so weitgehende Autonomie, wie sie die Czecheu für sich verlangen, diesen Ländern eine finanziell nicht zu erschwingende Last aufbürden würde. Sämmtliche bisher abgehaltene Föderalistenkonferenzen in den letzten fünfzehn Jahren seien an dem Eigenfinne der Czechen gescheitert, und auch die einzuberufende sei zwecklos, wenn dort die Föderalisten nichts weiter sein sollen, als die „Schleppträger" der Grafen Clam-Martinitz und Leo Thun, und wenn dort neuerlich constatiert werden solle, daß die Czechen passiv bleiben werden. Die czechische Passivität habe heute, nachdem der Ausgleich zu stande gekommen, gar keine Bedeutung mehr, umsomehr, als Dr. Rieger das eventuelle Scheitern des Ausgleichs als die sür die Czechen glückliche Aera zu preisen wußte. Ebenso sei auch auf eine verwickelte äußere Situation nicht zu rechnen. Die Czechen haben mit ihrer passiven, ihnen von den Feudalen aufgedrungenen Politik nicht allein sich geschadet, sondern dem gesammten österreichischen Slaventhnm, und es sei höchste Zeit, daß sie zur activen Politik zurückkehren. — (Personalnachricht.) Der Herr OLG.-Präsident Dr. R. v. Was er ist nach abgelaufencr Urlaubszeit in Graz eingetroffen und hat am 15. d. die Leitung des Oberlandesgerichtes wieder übernommen. — (Vom Staats-Real- und Obergymnasium in Rudolfswerth.) Der Jahresbericht pro 1877/78 bringt: eine Abhandlung über „Slovenski Dom", von Professor L. Horvat; einen Artikel über Cieero's Reden, von Professor I. Ogö-rek; eine Uebersichtstabelle der Schüler, welche dieses Gymnasium vom Schuljahre 1833 angefangen besuchten, zusammengestellt vom Direktor Johann Fischer; einen Bericht über das Tellnrinm, von Professor Klemencic. Aus dem Schulberichtx citie-ren wir folgende Nachrichten: Der Lehrkörper dieser Unterrichtsanstalt zählt 14 Lehrkräfte (8 Professoren, 5 Lehrer und 1 Supplent) für obligate und 4 Lehrkräfte für nicht obligate Gegenstände. Die Lehrer- und Schülerbibliotheken, das physikalische und naturhistorische Kabinett, das chemische Laboratorium und der Zeichensaal empfingen durch Ankauf und Spenden Zuwächse. Der Studenten-Unterstützungsverein zählt 81 Mitglieder; die Einnahmen derselben beliefen sich aus 719 fl. 36 kr. und die Ausgaben auf 638 fl. 13 kr. (für Winter- und Sommerkleider 316 fl., Lehrmittel, Schreib- und Zeichenrequisiten 109 fl); das VeremSvermögen besteht aus 2831 Gulden 23 kr. Das Schuljahr 1878/79 beginnt am 15. September 1878. Der Stand der Schüler betrug am Schluß des Schuljahres 1878: 128 Schüler, und zwar in der ersten Klasse 29, in der zweiten 21, in der dritten 27, in der vierten 12, in der fünften 15, in der sechsten 11, in der siebenten 7 und in der achten Klasse 6 Schüler, unter sämmtlichen 120Slovenen nnd 8 Deutsche; von der Schulgeldzahluug waren befreit im zweiten Semester: 94 ganz und 8 zur Hälfte, mit Stipendien betheilt 18 Schüler. Die gewerbliche Fortbildungsschule besuchten 53 Schüler. Zur Maturitätsprüfung meldeten sich sämmtliche 6 Schüler der achten Klasse. — (Blitz und Hagel.) Während des nachmittägigen Gottesdienstes am 14. d. M. schlug der Blitz in die Kirche zum Heil. Geist nächst Gurkfeld ein; nach Bericht des „Slov. Narod" wurden drei Personen getödtet und zwöls betäubt. Die Gegend von Gurkfeld erlitt durch Hagelschlag sehr großen Schaden. — (Zur Occupation Bosiens.) Es ist, wie die „Kroat. Post" erfährt, noch immer nicht bestimmt, ob der Oberkommandant FZM. Baron Josef Philippovich nach Agram kommt. In Bihak ist ein Türkenaufstand ausgebrochen, angeblich infolge Hetzereien Vonseite serbischer Agitatoren. Das Generalkommando in Agram sieht diese Erhebung als unbedeutende Sache an, jedoch zur Sicherheit ging das in Petrinja garnisonierende Regiment Baron Scudier an die Grenze ab und nach Petrinja wird aus Agram eine Kompagnie des Reserve-Regiments verlegt. Von Sissek aus wurde ein großer Brückenpark saveabwärts transportiert, der zum Brückenschlag bei Alt-Gradiska und Brod verwendet wird. Auch in sanitärer Beziehung werden Vorsichtsmaßregeln getroffen, von Sissek gingen 14 Wagen mit Charpie beladen nach Alt-Gradiska ab. — (AnS den Nachbarprovinzen.) Infolge Intervention des Herrn Statthalters in Kärnten wurde mehreren infolge Mobilisierungsordre einbernfenen Schülern des Klagenfurter Gymnasiums gestattet, vor ihrem Abmarsch sich der Prüfung zu unterziehen. — Auch in Kärnten werden nach Bericht der „Klagenf. Ztg." für die zurückgelassenen Familien einbernsener Reservisten Sammlungen und Wohlthätigkeitskonzerte veranstaltet. — In Sissek ist die Diphtheritis in sehr bösartiger Form aufgetreten, täglich fällt dieser entsetzlichen Krankheit eine bedeutende Zahl von Kindern zum Opfer. — (Pontebabahn.) Der „Monitore delle Strade ferrate" berichtet, daß man die Strecke der Pontebabahn von Refiutta bis Chiufaforte nun als schon gänzlich vollendet betrachten kann. In einigen Tagen wird dieselbe von den betreffenden Regierungsorganen geprüft und nach ihrer Gutbefmdung sogleich dem Verkehre übergeben werden Wir erhielten heute folgende Zuschrift, deren Inhalt wir im Interesse der Sache hier Nachfolgen lassen: Bor einigen Tagen lasen wir zu unserem größten Erstarren in den kiesigen deutschen Blättern die Vornahme einer freiwilligen Licitation angekündigt, bei welcher das gestimmte, in der hiesigen Casinorestauration befindliche Inventar an den Meistbietenden hintangegeben werden soll. Es ist nicht unsere Sache, näher zu untersuchen, aus welcher Ursache diese Veräußerung, die den allsoglcichcn Schluß der Casino-Restauratiouslokalitäten nach sich führen muß, startsindct, — aber daß diese Jnventarveräußerung statt findet, ist und bleibt ein bedauernswerthes Ereignis. Der gegenwärtige Pächter der Lasinorestanration hat — dieses Zeugnis muß ihm selbst sein ärgster Feind aus stellen — durch eine lange Reihe von neun Jahren mit lobcnswcrthem Eiser alles mögliche aufgeboten, um die Cafinorestauration zum Centralpunkte des geselligen Lebens, zum Versammlungsorte der Elite der Gesellschaft Laibachs zu machen. Der bisherige Pächter hat bei jedem wichtigen Tagesereignisse die Gesellschaftskreise Laibachs in die Ca sino - Restaurationslokalitäten anzuziehen verstanden, und hat bei vielen Anlässen nicht unbedeutende Opfer gebracht. Der Lohn der guten That ist, daß dieser thätige Geschäftsmann wegen der Ungunst der Verhältnisse sich ver anlaßt fand, auf anderer Stelle in Laibach ein Geschäft zu übernehmen und die Casinorestauration ihrem oben angedeuteten Schicksale preiszugeben. Wo sind angesichts solcher Eventualitäten die leiten den Hände, welche — abgesehen von der Person des gegen wärtigen Unternehmers, der, wie wir vernehmen, be> reits anderwärts engagiert ist, — wenigstens die schönen Restaurationslokalitäten, deren Adaptierung riesige Geldsummen in Anspruch nahm, und den prächtigen Garten, eine der ersten Zierden Laibachs, erhalten sollten? Sollen wir cs erleben, daß dieser schöne Garten wie der in den status c>uo rmte versetzt wird !!! ? Sollten sich nicht maßgebende Persönlichkeiten aufraffen, um Mittel und Wege zu finden, die entweder dem gegenwärtigen oder zukünftigen Pächter der Casinorestauration cs möglich machen, bei anständiger Führung des Geschäftes auch feine bürgerliche Existenz finden zu können? Wir können den Gedanken gar nicht fassen, daß die Casinorestauration, deren Betrieb im großen Ganzen durch neun Jahre anständig erfolgte, in der durch neun Jahre viel Gutes geboten wurde, nun geschlossen und weiß Gott, welch' anderen Zwecken gewidmet werden soll? Es gibt nur zwei Wege, um die Restaurationslokalitäten ihrem bisherigen Zwecke zu erhalten: entweder der Casinoverein bringt das zur Veräußerung beantragte Inventar käuflich an sich, oder es wird im Subseriptiouswege eine dem Werthe des Inventars entsprechende Geldsumme aufgebracht und diese dem Pächter behufs Ankaufs des Inventars gegen ratenweise Rückzahlung vorgestrectt. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß der vorliegende Appell maßgebenden Ortes nicht ungehört verhalle. Laibach am 17. Juli 1878. Mehrere Mitglieder und Stammgäste des Casino. Witterung. Laibach, 17. Juli. Schwacher Morgennebel, dann heiter, kühl, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Uhr-s-13-8°, nachmittags 2 Uhr -4- 22 5° 6. (1877 -s- 26 3°; 1876 -j- 24 7« 6.) Barometer im Fallen, 739 38 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 18 4°, um 0 7° unter dem Normale. Gedenktafel über die am 20. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Eriulj'sche Real., Zagoriza, BG. Großlafchiz. — 3. Feilb., Vidmar'sche Real., Senosetsch, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Bergles'sche Real., Oberschleiniz, BG. Laibach. — 3. Feilb., Snoj'sche Real., Bresovic, BG. Laibach. — 3. Feilb., Hren'sche Real., Kompolje, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Marolt'sche Real., Großlaschiz, BG. Groß-laschiz. — 3. Feilb., Högler'sche Real., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Kuhar'sche Real., Mladje, BG. Landstraß. — 2. Feilb., Malesik'schc Real., Munkendors, BG-Landstraß. - 2. Feilb., Boztt'sche Real., Tschatesch, BG. Landstraß. — 2. Feilb., Erzen'sche Real., Heil. Geist, BG. Lack. — 2. Feilb., KrKnan'sche Real., Großlupp, BG. Laibach. — 2. Feilb., Zagcr'fchc Heiratssorderung Brest, BG. Laibach. — 2. Feilb., Pozlep'fche Real., Plesivce, BG. Laibach. — Reass. Lrazcm'schc Real., Reisniz, BG. Reis-niz. — I. Feilb., Pajer'sche Real., Dobravca, BG. Landstraß. — Reli'c. Obcrstar'schc Real., Rakrtmz, BG. Reisniz. — 1. Feilb., Koprivsck'sche Real., Uranke, BG. Egg. -1. Feilb., Bcden'sche Real., Kertina, BG. Egg. - 1. Feilb., Bratok sche Real., Laze, BG. Egg. — 1. Feilb., Bervar'sche Real., Grdb. aä Freudcnthal, BG. Egg. — 1. Feilb., Hart-mann'sche Real., Oberlaibach, BG. Oberlaibach. — I. Feilb., Zagar'sche Real., Brest, BG. Laibach. Angekommene Fremde am 16. Juli. Hotel Stadt Wien. Piber, Magistratsdirektor; Piber, Jurist; Schlüpfer, Kfm.; Dr. Gclufsig und Reitz Maria, Triest. — Wolf, Hairnami nnd Mihalup, Kflte., Wien. — v. Obcrcigner, Forstmeister, Schneeberg. — Langer, Reis., Weipert. — Knapp, Lieut., und Wurzbach-Tanncn-bcrg, Jurist, Graz. — Drexel, Buchhändler, sammt Ge-malin, Cilli. Hotel Elefant. Privrcl, Beamter, sammt Frau, und Ga-latti Thalia, Triest. — Burghart, Juwelier, Wien. — Ogrinz, Gymnasialpros., Vinkovce. — Gerdiniö, Gymnasiallehrer, Gottschee. — Muhvic, Kfm., Gerovo. Baierischer Hof. Gallex, Hdlsm., Etzenberg. — Kralitfch, Kärnten. — Kladva, Hörer der Philosophie, Wien. Mohren. Bartl, Graz. — Vertnik Amalia, Italien. — Kasteletzky, Budapest. — Schnridcrcr, Marburg. Wiener Börse vom 16. Juli. Allgemeine slaal»-sckmlll. Papierrrnle . . . Silberrente . . . Goldrente .... Staatslose, ISM. . . „ 185,. „ 1860. „ I880l5tel) I86t. . Erniiäeiitkiiftuag«- Gbligatwnen. Galizien............. Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . Ungarn .............. Aväere üffentliiüe Änkeken. Donau-Regul.-Lose . Ung. PrLmienanlehen Wiener Anlehen . . . A«Iie>> v. Lallte». Kreditanstalt s.H.u.G. EScomPte-Ges., n.ö. . Nationalbank.......... Actie» v. Trao,piirt Ualervetmuazeii. Alföld-Bahn..... Se.«N' Ferdinands-Nordb. . Franz.Ioseph-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lembera - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . Geld 64 85 66 75 75 10 332'— 109 25 114'— 123 25 142 25 85 — 76 50 77 50 79 25 104 25 85 50 92 50 259 — 835 — 126 50 474'-173 — 2065 139 50j 246—^ 137'—! 546—! Ware 64 90 66 85 75 2V 335 — 109 75 114 25 123 50 142 50 8550 77 50 78 — 79 75 104-50 85 75 92 75 259-10 837 - 127 — 475 — 173 5V 2070 140 — 246 50 137 50 547 — Nordwestbahn . . . Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............ Ung. Nordoftbahn . Kfanäbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- Hrioritats-Gbkig. Elisabethbahn, l.Em Ferd.-Nordb. i. Silber ^ranz-Ioseph-Bahn. -aliz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatöbahn, 1. Em. Südbahn ^ 3 Perz. 4 5,.. Krivatkose. Kreditlose............ Rudolfsstiftung. . . Devisen. London Geküsorten. Geld Ware 122— 122 75 125 60 126— 258 50 259 — 77 25 77 50 122 50 123 — 109 25 92 50 99 80 96— 9215 105 — 88 75 101 — 88 60 6S 70 15650 113 -94 75 161 25 1450 115 60 109 50 92 75 99 90 96 25 92 30 105 25 89— 101 50 83 80 69 90 157'— 113 25 95'— 161 75 1475 115 70 Dukaten............. 20 Francs .......... 100 d. Reichsmark . . 57 20 Silber................iioi 5 50 9 27>^ 5 52 9 28 57 25 101 15 Telegrafischer Kursbericht am 17. Juli. Papier-Rente 64 90. — Silber-Rente 66 80. — Gold-Rente 75 30. — 1860er Staats-Anlehen 114'—. — Bank-actien 837. — Kreditaetien 260 60. — London 115 60. — Silber 101— K. k. Münzdukaten 5 49. — 20-Francs-Stücke 9-27. —100 Reichsmark 5715. Telegramme. Wien, 16. Juli. Die „Wiener Zeitung" meldet, daß an Grocholski die Geheimrathswürde verliehen wurde. London, 16. Juli. Im Unterhause erklärte die Regierung, der Vertrag vom 4. Juni gebe England das Recht zur Einmischung zwischen dem Sultan und dessen Unterthanen. Die Türkei sei nicht verpflichtet, eine Armee zur Verteidigung der asiatischen Türkei zu unterhalten. Beacons-field und Salisbury sind in Dover eingetroffen. Ersterer nahm dankend eine Adresse entgegen und betonte die gleichen Verdienste Salisbury's. Bea-cousfield wurde bei seiner Ankunft in London enthusiastisch empfangen. — Der wegen Mittheilung von Documenten an den „Globe" angeklagte Marvin wurde freigesprochen. Fmbiliüge ImtÄion. Am 22. d. M. und an den darauf folgende» Tagen werden im (318) 3—2 Tll!more^umtionM^e m Lmöaek der 300 Personen fassende, mit Zink gedeckte Glassalou, der Musikpavillon, der Eiskeller nach amerikanischem Systeme, die komplette Gasleitung der Restauratiouslokale und des Gartens, ferner die gesammte Garten-, Zimmer-, Kuchen- und Kellereinrichtung, als: Tische, Sessel, Fahnen, Flaggen und Wappenschilder, Pyramiden, Sterne und diverse Decorationeu, eine Hansbühne, Gascandelaber, Glasverschalungen, Kredenzkästen, Bilder, Spiegel, Wanduhren, Kleiderrechen, Fensterrouletten, eiserne Oesen, Por-zellanservice, Eßbestecke, darunter für 1200 Personen aus Chinasilber, Tafelaufsätze, Bier-, Wein- und Champagnergläser, Flaschen, Zündsteine, Salzfässer nnd Brodkörbchen, die gesammte Taselwäsche, als: Tischtücher (weiß uud sär-big), Servietten ,>c.; circa 7000 Papierservietten, Geschirr-kästeu, Stellagen, Patent-Eiskästen, das gesammte Küchen-geschrrr, Wannen und Waffcrfässer, eine Telegrafenleitung, diverse seine Flaschenweine, Fässer, Schäffer, Pippen und Heber, Flaschenstellagen, leere Weinbouteillen, eine Partie Eis und verschiedene Privat-Einrichtnnasstncke an den Meistbietenden hintangegeben, wozu Kauflustige eiugeladcn werden. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stofs und zu möglichst billigem Preise empfiehlt t). ö. Uiunann, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gefertigl und nur bestpaffende Hemden verabfolgt. (23) 43 Verstorbene. Den 16. Iuli. Anton Porenta, Hausbesitzerssohn, 16Mon., PetcrsstraßcNr.75, Rachenbräune nach Masern. Den 17. Juli. Josefa Nagode, Mitfahrerskind, 5 Monate, Kirchengasse Nr. 5, Brechdurchfall. ^ASNISN. !um Verkaufe von Losen und -taatspapieren gegen Ratenzahlungen werden von einem alten, bestrenommiertenBank-hause für alle Orte, wo dasselbe noch nicht oder nicht genügend vertreten ist, rechtliche und leistungsfähige Agenten angestellt. Die Ra-tenscheine sind dem neuen Gesetze entsprechend. Bedingnisse sehr günstig und bei einigem Fleiye für den Agenten sehr rentabel. Offerten zu richten an das Bankhaus L»r1els L ^Vle». <311) 2-2 Flaschenbier ^8 (Märzen-Export) aus der ör«8i ükr ksdMr Llislkr in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen aufwärts versendet. Bestellungen auf Biere in Gebinden und Flaschen werden direkt in der Brauerei oder in deren Depots mit Eiskellern: in Triest bei Herrn 6l. t,. Lorlser, Monte Verde Corso Nr. 43—45; Agram bei Herrn Autli. Seidenspinnergasse Nr. 512; Cilli bei Herrn ^irton krlxner, „Hotel Elefant", Ringstraße Nr. 32; Tarvis bei Herrn Lvonkiträt llz rendaok ; Krain -bürg bei Herrn krun/ voleiiü, Handelsmann, und bei Herrn keter Imssntk, Handelsmann in Laibach, erbeten. (278) 5 Druck von Jg. v. Kleinmayr L Ftd. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.