M SS Die ^M.»rburgtt gettung" erscheint jeden So,n,tag. Mittwoch und Kreitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 ft..halbjährig 8 fi., vierteljährig 1 fl.öo kr: sürSustellung _m» Haus monatlich 10 kr. — mlt Postoersendung: gnnzjiihrlg 3 fl., halbjährig 4 fl., viertelii»l,r,g L sl. JnsertionSgebühr 3 lr. pr. Zeile. Ntbtt Ltichtkvtrbrtaauig.* ^Wir nennen daS Grab eln Bett, eine Ruhestätte der Entschlafenen, wo sie nach irdischer Arbeit ungestört rosten, ein HauS des Friedens und der Stille. DaS mag viel mehr von den heidnischen Trabhügeln, die noch kein Pflug ans» geackert, keine Habsucht oder Neugier aufgebrochen hat, als von den Gräbern christlicher Kirchhöfe gelten; die Todtengräber und ClownS im Hamlet wissen, wie lange eS dauert, biS der Platz für neue Gräber wieder umgegraben werden muß. Es ^ibt keiue unserer Städte, in der nicht Straßen Uber alten Kirchhöfen gepflastert wäreit; so mächtig waltet daS Vedürfn>ß der lebenden, räum-beengten Menschen, daß es nur tvenige Rücklicht auf die Todten zu nehmtn geslatt,t. Kaum tvird auf unseren griedhöfen ein Grab nachzuweisen sein, daS sich über einige I'hrliunderte hinaus behauptet hätte, und bald liegt AlleS vergraset, verrostet, verwittert, daS sind keine Häuser, die bis zum jüngsten Tat.e dauern. Wollte man sür jeden der zahllosen Millionen von gestorbenen Menschen gehegten Grabraum fordern, die Erde würde sich bali» mit Hügeln decken. Für die angemessenste, das Andeuk.n am längster, sichernde Bewahrung unserer Ueberreste wird die gelten müssen, welche den geringstkn Raum kostet und die vergehende Gestalt M erhalten aufglbt. — Für ein Sakrament der Christenwelt kann weder das Begraben gelten, noch d«s Berbrinnen für «in Hinderniß der Stligkeit, welche Niemand den sonst in Flammen oder im Wasser Umgekommenen abspricht." *) „Ueber Leichenverlirennung, als rationellste Bestat-tungSart." Eine Abhandlung von Wegmann-Ercolani. üiirich, bei Cäsar Schmidt, 1874. Vorstehel de Worte über die Leicheliverbreu-nung sind einer Rede entnommen, welche Jakob Glimm, also ein höchst achtensr^erther Anwalt, am 29. November 1849 ln der Akademie der Wisseujchaften zu Berlin gehalten hat. Drr Ver-fasser der Vorliegenden Schrift machte keinen Fehlgriff, sich auf ein solches gewichtiges Zengn.ß zu berufen, unv kr bestreitet znch auS eigenen Mit-teln die litste und stichhältigste BeiveiSführiing in einer Angelegenheit, die mit Recht die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt und endlich nach der Anffr>ssung deS gesunden Menschknver, standeS zum AuStrag gebracht werden muß. Wenn Ziffern sprechen, so dürfte gewiß auch der Hinweis aus iöelglen gestattet sein. F.,llS in diesem Ländchen die Kirchhöfe als Uiinöthig unterdrückt würden, dann wäre auch eine ungehenre Zahl von Hektaren Landes sür die Landlvilth-schcst gewonnen. Man kann ohne Uetierti^eit)nng tinkn Miteldurchschnltt von drci Hektaren pr. Gemeindekirchlzof annehmen. Für Äelgien allein wären das mehr als 7500 Hektaren, welche einen ungesähren Werih von 38 bis 40 Millionen Franks darst'llen. DlkseS Kapital ist derzeit dir Cirkulation enizogcn; es Wild buchstäblich von der „tobten Hand" in Beschlag genommen, ohne Vortheil und Nußen für irgend J»manden. Es wäre eine nicht uninteressante ?iufgaiie für einen gewie^iten Rechenkünstler, aus diesem sür Belgien giltigen Ziffernansaße daS Kapital zu bestimmen, das mit den zahllosen Joch Landes, die in Oesterreich für LegräbNißstätttN verschwendet tvervkN, sül dilseS Reich v-rlorkn geht, und wäre also vom Standpunkte der Volkswiri)schasl diese Frage auszusassen. Eine ziffermäßis^e Behandlung erscheint den Leuten, die in verjährte Vorurtheile förmlich eingerostet sind, zu realistisch, und sie schrecken, tvie vor jeder anderen Neuerung, aberglänl>isch und denkfaul auch vor der Leichenverbrennung zurück. Ihnen imponirt nicht der getchichtliche NachlveiS, daß in vorchristlicher Z^tt die Griechen, Germanen und Judea ihre Leichen verliranoten. Sie würden diesen BelveiS mit dem schnellferli^^en Worte: „heidnischer Gebrauch" abfertigen, mit dem sie alles Unbequeme abzulelznen gewohnt sind. Sie dürsten aber Vielleicht sich nicht so abwehrend verhalten, wenn ihnen überzeugend bewiesen wird, daß die bisher übliche Leichenbe-staltung eine gemeinschädliche s,i und daß die Neuerung aus dem Wege drr Verbrennung nur der nämliche aber ein Viel rascherer Pi^ozeß, nur mit dem llnlerschicde ist, daß nicht die Gesundheit der Uebeilcbenden durch die in die Luft geführten schädlichen Miasnlln g'führdrt witd, was in dem Falle der Bestattung zur Erde in bedenklichster Weise geschieht. In der AuffassungSweise der Naturwifsenschast sind die meisten ülilichen BestattungSweisen nichts Andcr's als Verbrennung; denn ob die tobten Leiber in der Erde unserer Kirchhöfe vctmodern oder auf offenem Schlachtselde Vetivesen oder im Wasser verfaulen oder im Organismus der Land-nnd Cecrauttthikre verdaut werdeu: der Hergang ist noch chemischer Ansicht immer deisribe, nämlich Aufzehrung der verbrennbaren Körpeilbestand-theile durch den Lustsauerstoff, Aerivandlnng derselben in mehr oder weni^^er flüchtige, daher ent-lvkichende Koljtkn» und Stickstoffverbindungen und endlich Zuiückbleiben der unvlrbrennbaren Bestand-thkile, der sogenannten Asche. s e «i l l t t o n. Kit Otflerrricher in Leipiig. Bon Karl Wartcnburg. War daS ein heißer Sommer, dervon1849! Es war gut, daß der Pros. Albrecht in Leipzig, Einer der Göttinger Sieben, sline Borlesung über deutsches Staatsrecht in dem schattigen Auditorium deS Kirchevflügels deS AugusteumS in dlN kühlen Vormittagsstunden hielt, wer hätte sonst im Sommer 1849 ein Kolleg über deutsches Staatsrecht hören sollen? In Dresden, in der Pfalz und in Baden war soeben diS neueste deutsche Staatsrecht, die deutsche ReichSversassung, durch das Kanonenrecht antiqnirt worden und in dem deutschen Kaiser-staat, wie sich die österreichisch-haliSburgische Monarchie unbefugter Weise so gern nannte, regierte seit dem Oktober 1848 daS Standrecht. Fürst Windischgrätz, Haynau, der Feldzeugmeister von Welden, Gouverneur von Wien, übten eine setzr summarische Justiz auS, bei welcher der Strick und Pulver und Blei die Hauptrolle spielten. Eine derartige Rechtspflege ist nicht nach Jedermanns Geschmack und besonders die öster- reichischtn Demokraten hatten alle Ursache, sich vor der geringsten Berührnng mit dieser Korporaljustiz in Acht zu nehmen. So rkizend die schöne bluue Donau und die Präger A»oldau auch sind, an den flachen Ufern der Pleiße und Cister in Leipzig lils! sich wenigstens sicherer lkbcn. Wie Coblenz in der großen Revolution von 1789 der Zufluchtsort der sranzosischen Ai)ligkn und Königlichen, so ivar Leipzig 1848 und 1849 dle gastliche Herberge der österrcichischtn Demokratie gewoid-n. Wiener Studenten, ehemalige akademische Legionäre, Nalionalgarden-Osfiziere, ansgrtrelene kaiserliche Osfiziere, demokratische Zeilungöschrkiber, Parteisührer aller slavischen Nationalitäten der Habsburgischen Monarchie fand man zu jener Ztil in den Leipziger Restaurationen und Kaffee^-Häusern, wo man si', wenn nicht an ihrer mehr oder minder eigenthümlichen Tracht, an ihrer Aussprache erkannte. Besondere Gaslfrcundschast fanden diese Flüchtlinge aus Oesterreich bei dem freisinnigen Theile der ^tudenlenschaft und bei vielen Lcip^ ziger Buchhändlern, die den literarisch Gebildeien unter jenen auch ErwerbSquellkN verschl^fften. Es lag nnendlich viel deutsche Gutmüthigkeit und llttbesangeuheit in dieser Gaflfreundschaft. Man frug Niemanden nach seinem GlaubenSliekcnntniß, eS grnüßt', daß er politischer Flüchtling war; und oll Deutscher, Pole oder Czeche — daS war ganz gleichliültig. Die Jugend schwärmte damals tvenigstenS noch für den Äölkersrühling Utld die allgemeine Verbrüderung aller Natisnni, von der im Februar 1848 Alphons von Lamariine vom Pariser «tadthause auS. phantasirt Halle. So frug mau damals in Leizizig auch nicht, ob der Flüchtling aus Oesterreich ein guter Denls^lzer oder ein fa-natis1)er Böhme war, der von der Wiederauf-richlung des Reichs der Wenzelkrone und von den Siegen dec Hu>siten, der Prokopr uud des ZiSka träumie. Man h'elt Jeden, der das Vaterland hatte verlassen niüssen, sür einen Freund der Frei-heit, Jeden, d r zum Schießen kommandirle gegen das Volk, sür '.inen Verräthcr und Todseind. So erinnere ich mich noch lebl)af! der Empörung, die damals unter uns achtzehn-tiis zlvan, zigjährigen jungen Köpfen eiuc Adrel'se hervorrief, die, ivenn ich nicht ganz irre, von ei-iemLeipziger Profkssor ausgegangen und an den Fürsten Win« dischgrä^ geuchlet war. Es ivar eine DankaSressc sür Niederwcrsung des Czechen-Aufstandes in den Pfingsltagen Von 1848. Die Adresse lag in den lzesuchtesten K »sfeehäusern aus; ober obgleich damals eiir wirkliches Adressenfieber herrschte, so glaube ich nicht, daß diese von der studentischen 3ug nd Leipzigs zwanzig llaterschristen erhalten Hit. Und doch ir,üldkn die Czechen nicht viel Fe. Wir kommm somit auf d,m Wkge der Wissenschaft zu demselben Er,^tbniI1e der Asche, daS wir durch den BerbrennungSprozeß nur rascher erreichen, und wir brauchen uv» nicht erst von dtr halben Lüge: „Nuhe jemir Aschel", die wir unbewußt aus stcintlnen oder papierenen Dsnkmältrn angenommen, zu befreien, wenn wir unK voruriheilSloS zu der ganzen Wahrhrit der Leichenvelbrennulig bekennen. Aus Mtl'schlicher Eitelkeit und ouS schlecht Verstandener Gewinnsucht der Geistlichkn entstand hauptsächlich im Vierten Jahrhundert dcr Gebrauch, die Todten in der nächsten Nähe menschlicher Behausungen und selbst in den Kirchen zu bestatten. Gegen diesen Brauch wehrten sich sogar viele Konzilien; troßdem blieb eS die längste Zkit dabü. Nachgerade tonnte man sich, wie stark auch die Gewirinsucht tl)re Ansprüche geltend machte, nicht der rationellen Ansicht velschlitben, daß tieser Modus der Bestattung gegen die Gesundheit ver» stoße, und man gab klein bc>, die Friedhöfe außer die menschlichen Wohnstätten zu verlegen. Die Hauptbegräbnißstätte silr Paris war in einer vergangenen Zeit daS Gebiet, wo heute di, Rue Saint-JaqueS nahe dcm Boultvard de» Italiens gezogen ist. Man verlegte dirsen Lei-chencicker nach dtm Pere,Lachais?, dieser vielgenannten Todtevstadt. Schon im I>hre l8ö8 war davon die Rede, auch diesen Friedhof noch weiter zu entfernen und man scheute nur vor den Kosten von 300 Millionen zurück, tvelche di's v>rursacht hätte. Heute hat nicht mehr diese Ni'sensumme, sondern der Gedanke ver Berprstuiig durch die Todten für die Lebenden etrvaS Schreckhaftes, und man beschäftigt stch ernsth^,st mit der Frage, die Leichen durch die lveiteste Eiitsernung unschädlich zu machen. Die Pariser stnd vach der Epoche der Kommunewirthschaft, die ihnen eine Unzahl von Leichen auf daS Straßenpflüster lvarf, gewitzigt worden; damals war die Gefahr vorhanden, doß die sonst ziemlich günstig gelegene Stadt von den schädliche» Ausdünstungen zu leiden hoben würde, und eS wuide von den Man» nern der Wissenschaft allen Ernstes die Letchen» Verbrennung befürtvortet. Wir brauchen nicht die unheimliche Erfahrung einer folchen ausnahmsweise» Wirthschoft, um nnS für die Leichenverbrennung auszusprechen. Die Leichenverbrennung ist keine n,uc Idee, sondern eine uralte, und wenn Aerzte und Che» miklr von europäilchrm Ruse sich der Sache mit glö^eiem Eiser annehmen, so wolltN sie nichts AndiriS, klS daS Beste der Menschheit. Die Ber-breniiung der Leichen ist nothtvendig im Interesse der Gesundheit und der C'vilisation. derlesenS mit den Deutschen Böhmens gemacht haben, wenn sie damals gesiegt hättm. Indessen solche Betrachtungen hegte man zu jener Zeit mcht und am ollerivenigsten dachte ich an diesen czechischen Deutschenhaß, als Mich eines TageS, eben, als ich aus einem Kolleg deS Prosrssl)rS Albrecht über deutsches Staatsrecht kam, »in Beknnntef, ein flüchtigtr Wiener Student der Medizin, ehemaliger Legionär, der nach der Oktoberrevolution sich nach Leipzig gerettet hatte, im Baifußgäßchen mit einem Professor Arnold aus Prag bekannt machte. Wie eS bei so manchen Ereignissen im Leben der Fall ist, daß mvn sich der Hauptsache nicht erinnert, irohl aber der Neb-numstände, so grht es mir auch mit dirser Begegnunjj und mit meiner ganzen sonstigen Bekanntschaft mit demczechischer, Präger Proststor. Ich weiß nur noch, daß eS ein heißer Som-melvormittag war und daß ich dann mit ein paar Kommilitonen in die damals sehr bekannte Zill'fche Ristauration zum Tunnel ging, in deren Nähe wir standen. Wir plauderten dabei über Allerlei, amü-sirten uns.köstlich über einen Schauspieler, den die Märzrevolution auS dem i^ngagement gebracht und zum wüthendsttn Demokratenfresser gemocht halte, uud gingen dann auseinander. Doch weiß ich heule nicht mehr, tvorübkr lvir ge- Zur Geschichte des Hages. Aus dem Parteitage in Gm UN den sollen auch die volkSwirthschastlichen Zustände besprochen werden und will der Berichterstatter (Tdlbacher) daS Hauptgeivicht daraus legen, daß die Krise nicht durch Gesetze allein, sondern durch Arbeit uiid gesunden Sinn deS BolkeS bezwungen werden kann. Hohe Zeit ist'S, dem Volte diese Wahrheit zu sagen — den Wählern in s Gewissen zu reden, daß die genannten öffentlichen Tilgenden im VerfassunzSstaat die entsprechenden Gesetze zur Folge haben. Bon jenen zwei Parteien, welche i n Fr a nkre i ch mit wechselndkM Glücke um die Hrrrschist ringen, sind bei der letzten Wahl sü» die Nationalverfammlung (Calvados) die Nepubli» kaner um dreitailsend Stimmen gegen die Bona-partisten zurückgeblieben. Die vorgeschriebene Mehrheit wurde nicht erzielt, weil sechstausend Stimmen dem Kandidaten ver Legitimisten zugefallen. Für die Nachwahl rechnen die Bona-partisten auf den größeren Theil diefer Stimmen. England dürfte vor einer großartigen Arbeitskrise stehen. In Geilenden mit wichtitjen Zweigen der Industrie plvnen die Arbeitt>eber e ne Herabsetzung ter Löhne und sind die Arbeiter entschloffen, durch Einstellung ihrer Ttiätigkeit einen Gegendruck zu üben. Die tresfliche Organi' satjon beider Theile macht den sozialen Kamps dort viel hartnäckiger, alS aus dem FestltiNdevon Europa. Nermischte Stachrichten. (Schule in England.) Im Hause d» Gemeinen hatte während der letzten Versammlung Dij'on den Antrag gestellt, daß jedeS Kind in einem gewissen Alter zum Schulbesuch gezivnn-gen und in jldrm Bez'rk ein Schulrath geschaffen werden soll. Der srühere UnterrichtSminister For. stcr erklärte, daß seiaer Ueberzeugung nach die Zeit deS allgemeinen SchulzivangeS gekommen und auch die Regierung entgegnete nur, daß sie auf die ztvangSweise Ervichlung von Schulräihen nicht eingehe, während die Frage deS Schul-MangeS von ihr keineSivegS verneint wurde. Trotzdem ward dieser Antrag mit 320 gegen 165 Stimmen verniorstn. (Postmandate) Die NeichSpost Deutsch-landS hat kürzlich „Postmaudate" eingeführt — LegitimationSkarten, welche der Post ausgestellt werden, damit sie Forderungen der Aussteller an dritte Personen einziehe. Dem Postmanlvate sind die einzulöfeaden Papiere (quittiite Rechnung, Wechsel, KovponS u. s. w.) zur Aushändigung an Jenen, welcher Zahlung leisten soll, beizufügen. Postmandat-Papiere sind in einem Kou^ vert mit der Aufschrift „Postmandal" rekomman-dirt au jenes Postamt zu senden, tvelcheS die Einziehung zu bewerlstelligen hat. Die eingezogenen Beträge iverden dem Auftraggeber mittelst Postanweisung übermittelt. Die Einziehung der Beträge erfolgt gegen Vorzeigung deS Mandats und Aushändigung der beigefügten Papiere. Die Zahlung ist innerhalb sieben Tagen nach erstmaliger Vorzeigung deS Mandats bei dem be-' tr'ffrnden Postamte zu leisten. Ist dieS nicht gescheh.n, fo wird daS Maiidat nochmals zur Zahlung vorgewiefen uud sodan im Falle der Weigerung an den Austraggeber zurückgesandt. (AltVater Rhein und die Ultramontanen.) Dem Erzbischof von Mainz ^W. Kctteler) widmet die ,»Mühlheimer Zeitung' folgendes Gedicht: Der Bischof von Mainz saß am selbigen Tag Noch lange allein in seinem Gemach. In silberner Kanne blinkt goldener Wein, Vor dem Fenster rauschl der „katholische" Nhein, Die Ampel wirst röthliche Lichter. Der Heilige brütete vor sich hin, Es durchzogen ihm wilde Gedanken den Ginn, Bon Judenhetze und GlaubenSschlacht, Der alte Hußar in ihm ist erwacht Und prügelt sich mit dem Bischof. Da plötzlich tuucht ein Gigantengesjcht Vor dtM Fenster empor, und lm Grimme spricht Zum Bischos Emanuel Altvater Rhein Mit Donnerstimme irr'S Zimmer hinein, Die Stirne vom Zorne geröthet: „Pfäfflein, man hat mir aus Bingen geklagt, Du habest dort unten zu sagen gewagt, Ich sei ein urkatholischer Strom Und gehöre deßhalb euch Knechten von Rom, Und nimmer dem Volke der Deutschen! Du Wicht! Vor zwei Jahrtausenden schon, Eh' ersundkn war „eure Religion", Da tränkte in me.ner grünlichen Fluth Der blonde Germaue schon ivohlgemuth Seine Heerden und seine Rossel Ich liebe daS Volk, dess' tapfere Hand Seitdem hat vertheidigt mein Uferland. Treu und redlich ist eS, sein tieseS Gemüth Zst sür alles Schöne und Edle erglüht, Ui^d eS ehret vor Allem die Frauen! Da kam dkin Geschlecht! Die Schergen von Rom Im Priestergewand zogen her an dei Strom, Sie versälschten die reinen Lehren deS Christ, plaudert, noch wie der Professor Arnold aussah, auch nicht, wann und wo ich ihn wiedersah. Dunkel ist mir, als ob ich ihn einmal Nachmittags im Rosenthal bei Bonorand getroffen, aber es ist dieS nur eine unbestimmte Ekin-nerung. Die Ereignisse jenes deiiklvürdigen SommerS, in tvelchkM Rom siel und Görgey bei Vilagos kapitulirte, Radetzky Karl Albert die Lombar^^ei lvieder nahm, Manin aber seinen Heldenkamps iN Veiredig kämpfte, drängten stch sd, daß ma,, in der That nicht Zeit hatte, solche vorübergehende Bekanntichl'fteu seftzuhalten; und ich hatte damals auch Nicht die geringste Ahnung, doß diese zusällige flüchtige Begegnung im Barsußgäßchel, Gegenstand einer kriegsgerichtlichen Untersuchung werden irürde. Monate waren seit jenem Morgen, an dem ich den Professor Arnold im Barsußgäßchen gesehen, vergangen, als ich eineS Tat^eS eine Ladung erhi'lt, vor dem Leipziger Kriminalaml zu erscheinen. DieS überraschte mich nicht, da ich, wie so viele Kommilitonen, auch in eine politische Untersuchung verwickelt war. Man war damals an die Gänge in das VerhörSzimmer auf dem Kri. minalamt gewöhnt, wie au daS Gehen zum Mit-tagStisch bei dem Restaurateur. ES war die Zeit der Maiprozefse in Sachsen und jener Reaktionsperiode, die sich mit unauslöschlichen Zügen in die Tafeln der Geschichte und in daS Gtdächtniß deS deutschen Volkes eingrub, und die so viel zu der Umivälzung beigetragen hat, die sich vom italienischen Kriege 18ö9 an bis 1866 in Deutschland vollzogen. Doch ich ivill hier nicht politische Betrachtungen anstellen, sondern nur eine Erinnerung aus jener Zeit wiedergeben. Man mußte gewöhnlich etwas warten auf dem Krin'inalamte, bevor man zum Verhör k^m, die Herren Assessoren und Aktuare hatten vollauf mit de, Masse von Hochvrrräthern zu thun, von denen viele noch die buntfarbige Studentevmütze trugen. Der Aufenthalt in dem VorziMiner deS KriminalamteS war nicht angenehm, aber interessant. Das Gebäude, in welchem sich der Sitz der UnlersuchungSbehörde befand, war daS sogenannte SlockhauS am Naschmarkte, in dcsser» oberen Räuttien die UntersuchungSgefangenen Verwahrt ivurden. Vor dem Hause und aus der erstea Treppe stand ein Schütze mit gezogenem Hirschfänger Schildwache, n-ährend in dcm Vorzimmer einigt Kriminaldiener die Kontroll« führten. (Schluß folgt.) Brachtkn Koelbtsaft, Treubruch uvd Hinterlist; Von Rom erst kam uns die Lüge! Auch jetzt wieder bohrt ihr am neuen Reich, Ihr hättet lS gern dem alten gleich. Doch hiltet euch, rath' ich! Der Zolltrv Schwert Wird niemals in einen Bralspieß verkehrt, An Welchem ihr Ketzer könnt rösten l Uod beugt ihr die störrischen Nacken nicht bald Uoter Recht und Gesetz, dann wiid mit Gewalt Der ganze Lügenschwindel uvd Tand Hinausgelegt auS dem dtutschen Land Und Lügen uud Wunder verboten l Dann glüh'tt meine Reben doppelt htiß, Wenn erst rein meine Ufer vom eurem Geschmeiß, Wenn nicht mehr der „Pfasflngasse" Schmach Sich schleppt meinem ehrlichen Namrn nach, DlUtsch hin ich und dentsch will ich bleiben l" Dem Bischof ward schwüler bei jeglichrmSatz, Er flüsterte sanft: „Bitte nehmen Sie Platzt^ Doch der Rheinj^oitverschwand und eS kam ein Brief, Der zu Bomfaz' Grab unser» Bischof rief, Dort fluchen und betln zu hetsln. (Die Opfer deS Eisenbahn-Betriebs.) Der Eisenbahtt-Betrieb hat 1873 in Oesterreich 242 Menschenleben alS Opfer gefordert. Personen wurden durch eigenes Verschulden oder tiurch Zufall, und 17 Personen durch Verschulden der Bahnanstaltea getödlet, wie der amtliche Bericht deS HaadelSministeriumS angibt. Worln das eigene Verschulden und der Zu» sali besteht, darüber erhalten wir sehr mangelhafte Aufklärungen. Su» Verunglücken belm Be-steigeu oder Verlassen deS WagenS, welches drei' mal eintrat — beim Rangiren der Züge und beim Wagenschleben, welches 24mal eintrat, »st eigenes Verschulden. Betrelen der Bahn während deS Dienstes ist Zufall. Den allein maßgebenden Umstand; ob der Zusall den Bahnbediensteten während selner dienstlichen Verrichtung traf — diesen verschweigt der amtliche Bericht. Und doch wlrd niemand dem Solsaten vorwerfen, daß er aus eigenem Verschulden in semem Dienste in feindliche Schußweite kam. DieS heißt die Ten-denz des HastpflichtgesetzeS aus den Kops stellen, Welt nach dem Gesetz oaS Verschulden der Eisenbahn anzunehmen »st, wo immer nicht daS Nicht-Verschuldea erwiesen werden kann. DaS gkliugt aber nur, wenn der SaatSanwalt bei den Vorfällen einzuschreiten hat, während die technisch-politische Kommission fast ^überall eigenes Ver-jchnlden oder Anfall zu sinden tveiß. (Heerwesen. Massenhafte Beförderung.) Im österreichisch-ungarischen Heere sollen bi«m nächsten Avancement (November) füashnndert OberlieutenantS'Stellen besetzt werden. (Landwirthschaft. Zur Hebung der Rindviehzucht.) Nicht tilos dem Landwirthe, sondern auch dem Arzte, überhaupt jedem, der eS wohl meint mit der Menschheit, muß daran gelegen sein, daß der Verzehr oeö unreifen, nahrnngSlosen, ungesunden FleilcheS und damit dem Hinmoroen der besten Zugend unserer Nntzthiere endlich einmal em Ziel gcsetzt lverde. AlSdaon lvird man eS den» doch auch dahin bringen, daß, wie man eS längst in Nord« westdeutschlanv, Holland, England eingeführt, ent-weder so wenig alS möglich Kalbsttisch überhaupt oder doch nur anSgewachseneS von mindestens halbjährigen Kälbern gegessiN wird. iZrst dann ist der Viehzüchter in der Lage, darüber zu entscheiden, ob dasselbe sich zur Auszucht eignet oder Nicht, lvaS er bei einem Alter von zwn t»iS sechs Wochen durchaus nicht vermag. Gerade durch das srühzeltige Schlachten der Kälber geschieht eS, daß in den von größeren Städten beherrschten Bezirken eine ordentliche Viehzucht niemals aus-kommen will, denn über die Aufzucht entscheidet hier Vicht begründetes Urtheil, sondern der reine Zusall. Der sinn- und kopflose Kälberhandel ist eineS dee größten und verderblichsten Hinderriisle eineir gesunden Entwicklung der Rindviehzuch». Marburger Berichte. (Ein Tode Sürth eil sür nichtig erklärt.) DaS Cillier Schwurgericht hatt am 16. Mai die Winzerin Maria Simonitsch in Stermetz, Bezirk Pettau, als Lestcllerin deS Mords, ivelcher an ihrem Gatten Georg Simonitsch verübt worden und ihren Geliebten Joseph Wesiok als unmittelbaren Thäter zum Galgen vir-urtheilt. Die Nichtigkeitsbeschwerde wurde erhoben und mochte der Vertheidiger u. A. geltend: Die Anklagt lautet ganz allgemein dahin, Maria Simonitsch habe den Joseph Wesiak bewogen, ihren Gatten zu tobten, ohne daß eine bestimmte Thatsache, in welcher der objektive Begriff der Bestellung zum Morde liegt, angeführt wird. Für die Urheberschaft der Maria Simonitsch bezügt'.ch der Ermordung ihreS Gatten liegen keine positiven Thatsochen, sondern nur eatfernte Vermuthungen V0i; von dem unmittelbaren Thäter selbst wird ihr kenre Mitschuld zur Last gelegt, da er gestanden, die That auS eigenem Antriebe verübt zu haben. Auch ist auS dem Laufe der Verhandlung nicht zn ersehen gelvesen, ob und welchen Einfluß Maria Simonitsch auf diese That genommen, und eS liege auch ktine Handlung der Verleitung zum Morde vor. Die Hauptfiagk, ivelcher die Geschwornen zugestimmt, war: Ist Maria Simonitsch, den Joseph Westak gedungen oder in anderer Weise beivogen zu haben, gegen ihren Gatten Georg Simonitsch derart zu handeln, daß j>» Folge deffen sein Tod eingetreten. Die Geschwor nen haben daher nach der Fragstellung nicht s»l)er Thatsacben, jondein über einen allgemeinen R-chtSbegriff getirtheilt, tvaS ijnen iiicht zutommt. Der obelste EenchtS» Hof entschied nach einständiger Beralhung, der Beschwerde sei Folge zu geben und ver,vics den Fall neuerdings vor daS Cillier Schtvurgericht. DaS TodeSurtheil gegen Joseph Wesiak bleibt in Rechtskraft, weil die Beschwerde keine Nichtigkelts« gründe enthielt. (Ertrunken.) In Heiligen-Geist bei Unter-Dranbnrg wird der Grnndbesttzer Franz More seit ö. Juli vermißt. Den Erhebungen del Behörde zufolge befand sich More am Abend jenes Tages in Unter-Dranbnrg, um ein Pferd abzuholen, welches er gekauft, aber noch nicht bezahlt hatte. Da sich die Parteien wegen Erlegung deS Preises nicht einigen konnten, sa verließ More den Ort zu Fuß, um nach Hause zu gehen ; da er „angeheitert" tvar, so dürste er unterwegs in die Drau g,fallen und ertrunken sein. Nach dem Leichnam ist bislang vergebens gesucht worden. (Raubfälle.) Kürzlich wurde der Grund-besi^er N. Bratuscha auS Dornau, welcher in Marbnrg auf dem Wochenmarkt gewesen, im Walde zivischen der Thesen Niid St. Nikolai von drei Stiolchen übersallen und seiner Barschast — 16 fl. — beraubt. Am Sonntag halb 9 Uhr VvlMlttag wurde an derselben Stelle ein Raub versucht. Unok, Schneider iir Doriiau, befand sich aus dem Wkge nach Marburg, um seiiien Bruder in der Kaserne zu besuchen. Voriu Ende deS Wäldes sprang ein Stroch auf Unok los nnd wollte demselben die Uhr und die Brieftasche «inl-reißer'. Der Bedrohte rief aber um Hilfe und da zu gleicher Zeit ein Bauernwagen mit zivei Männern sichtbar wurde, so entfloh der Angrei er ins Gebüsch. (Schadenfeuer.) In Hocheuegg bei Eilli brach auf dem Dachboden des Grundbesiß:rs Joseph Koschel Fener auS und wurde ein Theil deS GkbäudtS sammt allen dort befindlichen Vor-räthen eingeäschert. Der Schaden soll 1200 fl. betragen. (Drei Häuser abgebrannt.) Kürzlich sind itt Kloppendorf, Bezirk Pettau, die Wohnhäuser der Grundbesitzer Franz Lubeh, Martin Schosteritsch und Simon Berlek abgebraniit. DaS Feuer dürfte gelegt worden sein. Der Gesammt-schadtn belänst sich ans 3500 fl. (Schulwese n.) Vom LandeSschulrathe ist die Erweiterung der zweiklassigen Volksschulen in Zevlnttz an der Drau und in Schleinitz »u dreiklassigen genehmigt worden. (Gautag der steirischen Feuerwehren in Marburg.) Dem Gesuch deS Festausschusses, allen Theilnehmern elne PreiSer-maßigntig zu bewilligen, haben die Verwaltungen folgender Eisenbahnen entsprochen: Berlin-Anhalt, Berlin-Görlitz, hessische LudwigSbahn 50°/^ — K. Ferdinand-Nordbahn S3V,°/o II. und III. Klosse — K. Elisabeth-Westbahn S3V//o Kaschau-Oderberg Fahrkarten III. Klasse sür die II, V- Karten II. Klasse sür die III. Kron-prinz-RudolfSbaho, Südbahn 33^//^ — un-garische Ostbahn Karten III. Klasse sür die II., V, Karte II. Klasse für die III. — ungarische Westbahn 33^/, — MohaeS-Fünfkirchen Karten II. Klasse für die III. Die Donan-Dampfschiff-sahrtS-Gesellschaft läßt eine Karte II. Klasse für die I. nnd V- Karte I. Klasse für die II. Klasse gelten. (Vom heimischen Regiment.) DaS Infanterieregiment Härtung iu Klagenfurt. welches sich zu den Herbstübnngen nach Laibach begibt, wird den Abmarsch am 26. August antreten. Dasselbe beuützt aber nicht die Eisenbahn, sondern geht über den Loibl. Die Anwesenheit in Laibach soll drei Wochen dauern. (Lehrerverein für die flovenische Steiermark.) Die erste Hauptversammlung dieses Vereins soll, wie wir bereits gemeldet, am 21. und 22. September zu Marburg im Saale «zur Stadt Wien" stattfinden. Auf die Tagesordnung werden jene Frugen gesetzt, über welche auch die LandeSkonserenz der Lehrer berathen soll. Mit dieser Hauptversammlung dürfte ein Lehrerkonzert in Verbindung gebracht werden — ein Doppelbeweis erfreulichen Fortschritts der uuter-steirischen Jugendbildner. L-Ht- Psft. Oefterreich-Ungarn soll die spanische Republik anerkannt haben. Das preußische Ministerium deS Innern hat verfügt, daß bei Verhaftung katho-lischer?>riester uöthigenfalls GenSdarmerte und militSrifche Hilfe beansprucht werden müsse»». Bei der Wahl im Departement Ealva-dos haben die Bonapartiften mit 40,795 Stimmen über die Republikaner (27,«72) gesiegt. ZSüchertisch. Die Erziehung der Jugend. (Ein Handbuch sür Eltern und Erzieher von Fried« rich Ascher. Berlin, F. Vergold.) Die Aufgabe, ivelche der Verfasser dieses Buches sich stellt, ist eine doppelte; er lvill in dem Buche den Eltern und Erziehern zuvörderst einen möglichst vollständigen Behelf zur Erziehung der Kinder jedeS Alters grben und zugleich diesen auf die einfachsten und wenigsten Grundzüge beschränken. Die LeibeSpslege alS unerläßliche Grundlage der geistigen Entwicklung voraussetzend, umsaßt das Buch allein die moralische und intellektuelle Erziehung. In der Anordnung deS Stoffes ist die Stusenfolge der Entwicklung deS KindeS gewählt ; hiedurch läßt sich dieselbe durch den dargebotenen Leitfaden begleiten und daS löuch auch selbst in seinen einzelnen Theilen am zweckmäßigsten benutzen. Die dritte Abtheilung desselben spricht alS wünschenSwerthe und oft be-nöthigte Ergänzung der Erziehung von dem leitenden Einflüsse der Eltern auf ihre bereits zu Jungfrauen und Jünglingen herangereiften Kinder. Ueberall gibt sich daS Streben deS Verfassers kund, überzeugend zn wirken und in allen Theilen dem vorgesetzten praktischeil Zwecke zu genügen. Holzverschlch des Z. Geyer, Mellikgergasse Nr. 9S. Bucht»cholz 36" ä. 12 fl. öl) kr., „ 18 ^ a 6 fl. 80 kr. ins HauS zugestellt. (790 Alois Attchis. Handschuhmacher, Grazervorst., Tegetthoffstraße, empfiehlt' dem ?. Publikum sein reichhalti-^ Assortiment von Glae^-Handschuhen, Bandagen und sonstigen Lederarbeiten eigener Erzeutiung zu den billigsten Preisen und bittet um zahlreichen Zuspruch. (789 Wegen Abreise ist. ein schöner großer HauKhund, Til^kr, Sjährig, billig zu verkaufen. f784 Anfrage: Burggasse Nr. 137 lückwärtS. Gesucht wird eine sehr geschickte Schneiderin für dnuernde Beschäftigung. (787 Auskunft im Comptoir dieses Blattes. Schönes Eis in kleinen Partien für Wirthe ist bei Ferdin. Greiner in der Magdalenavorstadt zu ver-kaufen. (779 2 geräumige Gewölbe auf guten Posten, dann eine Borfladt-Woynung von 2 Zimmern sammt Magazin und schönem Garten sogleich zu vermiclhcn. Auskunft in Kadkik'S Agentie. (747 Blousen von Stoff . . ö. W. fl. 47z—10 Blousen von Drill . . „ „ Hosen von Drill ... „ „ 2—3 Ganze Arbeitsanzüge . „ „ ö'/a Mäntel...... „ „ 16—22 — Alles eigene Erzeugung — empfiehlt daS Klviiivrü^sgaiin lies Zeksikl in Marburg. (764 weich- T-ff-I 778) sind zu verkaufen. Anzufrtigen im Comptoir dirses ü^lattes. Dünger zn verkaufen bei Josefa Spallek, Schivarzgasse 46. (781 /Nu» Buchbinderlehrjung wird sogleich aufgenommen. (791 Auskunft im Comptoir dirscS Blattes. Nr. 5772. Kundmachung. (780 Am SV. August 1874 Vorwittags von 10—12 Uhr findet beim Stadtralhe Marburg zufolge Gemeinderalhsbeschiussrs vom 30. Juli 1874 die Verpachtung deS städtischen PlatzsammlungS-, Standiechte- und AbmaßgefülleS Nkbst der Eittl)ebung des Verzchrungsteuer-Ge« meindezuschlageS fiir dos eingesthrte Aleisch, dann des städtischen LendgefalleS für die Zeit vom I.Jänner 1b75 bis Ende Dezember 1877 im Wege der öffentlichen Versteiiierung statt. Hiezu »Verden die Unternehmungslustigen mit dem Velfilgen eingeladen, daß der gegenwärtige Pachtbetrag silr das erste GcsäU von 700k fl. und sür das letztere von 700 fl. als AuSrusSpreiS angenommen wird und daß die Lizitationsbrdingnisse während den Amtsstunden Hieramts eingesehen werden können. Etadtrath Marburg, 10. August 1874. _Der Bürgelmeister: Dr. M. Reiser. Nr. 21b. Kundmachung. Laut Note des k. k. Genietruppen-Komman-doS können junge Männer des CivilstandcS in den am 1. Oktober l. I. beginnenden Vorberei-tungSkurs für die Genie-Kadettenschule eintreten, um sich zu GenieOffizieren heranzubilden. Die Aufnahme hängt von dem Ergebnisse einer kommissionellen Prüfung im Umfange der Schlußprüfung der Oberrealschule ab; dieselbe ist längstens bis 20. September l. I. bei einem der Genie-Regiments- oder BataillonS-Kommanden zu Wien, Krems, Ofen, Prag, Olmütz oder Krakau abzulegen, »vohin auch die bezüglichen Eingaben zu richten sind. Aus dem Ein Jahr währenden Vorberei» tungskurse steigen die Geeigneten in die Genie-Kadetteuschule auf, um nach Absolvirung der zwei Jahrgänge derselben als Kadett (Offizier-Stellvertreter) mit dem Ansprüche auf Beförderung zum Offizier in der RangStonr in die Genietruppe einzutreten. Nähere Auskünfte sind in der DirektionS-kanzlei der k. k. Oberrealschule zu erheben. Direktion der k. k. Oberrealjchuie Marburg am 14. August 1874. I. Nawratil, 788 Direktor-Stellv. Kundmachullg. Bei dem Eintritte der Erntezeit beehrt sich der Unterzeichnete, die ?. I'. Herren Landwirthe aus die Bersicherung der Feld- llnd Wieseusrilchtt gegen Brandschaden besonders aufmerksam zu mache» und sich zu der diesfälligen Geschäftsvernntt- lung unter Zusicherung billigster Prämien bestens zu empfehlen. distrikts-Äommissariat der k. k. priv. wechselseitigen Srandschaden-Verfichernngs-Änftalt zi> Marburg am 12. August 1S7t. Hrauda, 7?K_______D!str>N«.Kommifsär.___ Rr. öö19. Kundmachung. (774 Vom Gemeinderathe Marburg wird der städtische Volkstiarten, vormals Villa Langer riicksichtlich derNuKungen vom GraSerirage, dann aus den dabei befindlichen Obst' und Gemüsegärten und einer Restauration in Pacht gegeben. Der Garten hat einm Flächeninhalt von 7 Joch 921 Qkl. und die darin befindliche Villa mit vier sehr guten Kellcrn ist zur Einrichtung einer Restauration vollkommen geeignet. Die Betverber müssm die Verpflichtung über-ncl)Mkn, die Parkanlagen im guten Zustande zu erhalten, daher Gärtnereikundigen der Vorzug gegeben wird. Pachtpreis und Bedingnisse, auf daS billigste gestellt, können hieramts eingesehen tverden. Unternehmung^^lustige tverden eingeladen, schriftliche Offerte längstens bis zum 19. September 1874 Hieramts zu überreichen. Marburg am 10. August 1874. Der Bürgermelster: Dr. M. Reiser. von Weinstein, Hadern, Messing, Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Kalb- u. Schaffellen, Roß-, Ochsen-u. Schweinhaaren. Schafwolle, allen Gattungen Rauhwaaren, Knochen, Klauen nebst allen anderen Landcsproduklen. (7ö4 von ungarischen Bettfedern, Flaumen und gesponnenem Roßhaar zu den bllligsten Preisen. Marburg, Burgplaj»^ Nr. 397 St. Sch. R. (77S Kundmachung. Zufolge Erlasses des Herrn Ministers für Kultus und Unterricht ddo. 20. August 1870 Nr. 7048 und Verordnung des hochlöbl. k. k. steierm. LandesschulratheS ddo. 14. Sept. 1870 Z. 1598 hat der OrtSschulrath alljährlich die Aufzeichnung (Konskription) aller im schulpflichtigen Alter, von 6—14 Jahren, stehenden Kinder des Schulsprengels ohne Unterschied der Konfession und Heimatberechtigung, und zwar nach den eingeschulten Ortschaften von Hans zu HauS vorzunehmen und in die Schulmatrtk einzutragen. Eine genaue Aufzeichnung aller itn schulpflichtigen Alter stehenden Kinder und eiue richtige Zusammenstellung der Matriken ist nur dann möglich, tvenn der Ortsschulrath auf die Bereit-lvilligkeit und Gewissenhaftigkeit der Eltern uitd Vormünder hiebei rechnen darf. CS werden daher sämmtliche Herren Haus-besißer, Hausbesorger und Wohnparteien höflichst ersucht, dem mit !!ösung dieser umfassenden und lvichtigen Aufgabe betrauten Organe die größt-möglichfte Unterstützung zu Theil werden zu lassen. Stadtschnlrath Marburg. 6. August 1874. D'r Vorsitzende: Dr. M. Reiser. Z. 809. (782 K«Iun5-Ailischrtillii>l>. Von den von der hiesigen Bezirksvertretung in d.r Sitzung vom 28. Jänner 1873 gestifteten vier Stipendien ä 150 fl. für Zöglinge an der k. k. Lehrerbildungsanstalt Marburg sind zwei erledigt und kommen mit Beginn des Schuljahres 1874/75 zu besetzen. Auf diese Stipendien haben nicht allein dürftige LehramlSzöglinge. welche sich schon an der hiesigen k. k. Lehrerbildungsanstalt befinden, sondern auch solche unbemittelte Studierende An-sprlich, die sich dem Lthrainte widmen ivollen und zum Eintritte in die hiesige k. k. Lehrer« bildungsanstalt mit Beginn des Schuljahres 1874/75 befähiget befunden tverden. Zunächst werden jene Bewerber, welche in einer Gem'inde des hiesigen Bezirkes zuständig sind und sich durch Fleiß und sittliches Betragen auszeichnen, in deren Ermanglung Steiermärker t'lbcrhaupt berücksichtigt. Mit dem Genüsse eiues hiesigen Bezirks-Stipendiums erwächst für den Stipendisten die Verpflichtung, sich nach j^dem Jahreskurse über seinen Fortgang auszuweisen und nach dem Austritte aus der k. k. Lehrerbildungsanstalt sich wenigstens durch sechs Jahre im hiesigen Bezirke dem Leh'licrufc zu tvidmen. Betverber um diese Stipendien wollen ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche bis spätestens t0. September 1874 anher vorlegen. Die Gesuche sind mit einem MittellosigkeitS-zeugnisse, mit einem Nachweise über die Zuständigkeit und mit dem letzten Schulzeugnisse zu belegen und tzaben ausdrücklich die Erklärung zu enthalten, daß Betverber die obangcgebenen Verpflichtungen eingeht. Bezirksausschuß Marburg. 13. August 1874. Der Obmann: Konrad Seidl. Zu verkaufen sind: Verschiedene Möbel auS tveichem Holz um billigen Preis in der Tischlerei im Heller'schtN Hause nächst dem Exerzierplätze. 587 Weiltgartell-Vertlatls. Ein? sehr schöne Weingartrealität mit 7 Joch Nebens^rund, schönem Hause und Obstgarten, un-mittelbar an der Hauptstrahe und 20 Minuten Vl)M Sndbahnhofe in Marburg entfernt, daher der schönste und angenehmste Sommersitz, ist unter günstigen Bedingungen durch Dr. Lorber, Advokat in Marburg, der bereitwilligst Auskünfte ertheilt, zu Verkaufen. (773 Verantvortliche Redaktion, Dn»ck und Verlag von Eduard Sanschitz t« Marburg S. «. St »