J ahresbericht des k k. Staats-Gyranasiums ZMZarTDULrg. Vepòffentlieht von der Direction am Sehlusse des Studienjabres Im Yerlage des k. k. Staat 8-Gymnasium 8. Druck vou Ed. Jauscbitz Nfgr (L Kralik) in Marburg a/D Inhalt : 1. Die beschreibenden Epitheta der Pflanzen bei deli riimisohen Dichtern. I. Hol/.gewachse. Vron Dr. Jos. Muri-, 2. Schulnaehrichten. Vom Director Dr. Peter Stornile. * MARIBOR * ■/jy j , ^ / a . j Die beschreìbenden Epitheta der Pflanzen bei den ròmischen Dichtern. I. Holzgewàchse. Von Dr. Jos. Murr. Einleitung’. In der Pragrammabhandlung „Welche Blume hat man sich unter dem vàxivOo? der Alten zu denken?“ (Erlangen 1880) hatte G. Bissinger den richtigen Weg zur Lósung der gesteliten Frage in der Weise eingeschlagen, dass er zuerst sàmmtliche auf die Pflanze bezuglichen Stellen der griechischen und ròmischen Poesie sammelte und die daraus sich ergebenden Resultate mit den Beschrèibungen der alten Naturhistoriker vergleichend zusammen-fstellte. Allerdings gelang es Bissinger in diesem bestimmten Falle nur, die Monokotyledonen als jene grobe Grappe der Blutenpflanzen, zu welcher der vKxiv&os gehòren mòsse, mit hinlanglicher Sicherheit zu erweisen, wàhrend die Feststellung der bestimmten Art lioch nicht zu einem befriedigenden Ab-schlusse gelangte. Indes waren dureh'jene Vorarbeiten dem Schreiber dieses, als er neuerdings (im Programmò, des k. k. Staatsgymnasiums Innsbruck 1888 p. 48 Gl) an die Behandlung dieser frage gieng, die Wege schon geebnet und nach Richtigstellung zweier irrthumlicher Voraussetzungen Bissingers die Wiedereinsetzung des Hyacinthus orientalis L. in seine althergebrachte Geltung so ziemlich durchgefuhrt. In dieser Weise wird der Verfasser einer verbesserten Flora classica in alien einzelnen Fallen die Sammlung sammtlicher Stellen der nicht wissen-schaftlichen antiken Literatur, insbesondere der Dichter, mit der auf Autopsie des antiken Florengebietes beruhenden Behandlung der alten Naturhistoriker zu verbinden habon, und diesen Zweck, eine Vorarbeit fùr die systematische, verlàssliche Behandlung der Flora classica zu liefern, verfolgt die vorliegende Abhandlung. Der Verfasser wandte sich zuerst nicht der griechischen, sondern der ròmischen Poesie zu, aus dem einfachen Grande, weil, wie der Augenschein lehrt, die Ausbeute an beschreibenden Beiwortern und sonstigen Notizen bei den ròmischen Dichtern eine weit gròfiere ist; von den griechischeh Dichtern konnten bislang nur die iilteren und wichtigeren, welche den Ròmern vor- zùglich zum Muster dienten, an ihrer Spitze Homer und Theokrit, deren Flora bereits eine selbstitndige Behandl.ung gefuuden hai1), durchgesehen und zum Vergleiche herangezogen werden. Besonders charakteristische Epitheta sind durch felteren Druck gekennzeichnet. Auf das von uns an erster Stelle behandelte Gebiet, das der Holz-gewachse, vermògen freilich die Dichterstellen mit ihren im ganzen mehr allgemein gehaltenen Angaben —• nur in sehr wenigen Fallen wird z. B. auf die dock fast in erster Linie in die Augen fallende Blattform Bezug genommen — meist nicht so sehr ein neues Licht zu werfen als die bisher bestehenden Deutungen zu bestatigen. Indessen durfte die systematische und ubersicbtliche Sammlung der bei den Dichtern vorkommenden schmùckenden Beiwórter allein schon ein groBeres Interesse beanspruchen und selbst als Fundgrube fur den Nachweis der Beziehungen zvvischen jungeren und filteren Dichtern mit Erfolg zu beni'itzen sein. GroBe Dienste liat uns bei Abfassung vorliegender Arbeit das Buch von Hugo Blùmner „Die Farbenbezeichnungen bei den rómischen Dichtern" (Berlin 1892) geleistet, obwohl wir natùrlich stets auf'die antiken Quellen selbst zuruckgiengen und dieselben einer planmàBigen Durchsicht unter-zogen. Auch im AusmaBe der herangezogenen antiken Literatur haben wir uns fast vollstandig an Blùmner gehalten2), also kein irgendwie bedeutenderes Werk auch der spateren Epochen ubergangen. Die Beschranktheit des zur Verfugung stehenden Raumes hat uns durch-gehends die Wahl der knappesten Form auferlegt. Auf die geographische Verbreitung der Pflanzen bezugliche Epitheta und Angaben mussten weg-bleiben ; wir werden unsere bezugliche Sammlung spàterhin zu èiner zusammen-fassenden Behandlung antiker Pflanzengeographie im Anschlusse an unsere Programmabhandlungen uber die geographischen Nameri der altgriechischen Welt u. s. w. (Hall 1889—90) verwerten. Mannigfacher Màngel und UngleichmaBigkeiten, die zum Theile in der erschwerten Zugiinglichkeit einschlagiger Literatur ihren Grand haben, sind wir uns wohl bewusst und mochten die geqhrten Herren Kritiker nur gebeten haben, siedi das eine vor Augen zu halten, was es fur den mit Berufsarbeit wohl bedachten Lehrer der alten Sprachen bedeuten will, im Verlaufe von beilaufig z,wei Semestern die gesammte rómische Poesie und einen guten Theil der griechiscben durchzugehen und das gewonnene Material zu verarbeiten. ‘) Eucblxolz Flora Homerica (Programm von Culm 1848); vgl. auch den betreffenden Abschnitt in Friedrich Die Realien in der Iliade und Odyssee und Buchholz Homerische Realien I, 2. Fée Flore de Théocrite (Paris 1832). s) Ebe Antliologia latina von Al. Riese I, 1. 2 (zum Unterschiede von der Ausgabe von llaehrens in den Poetae latini minores mit R bezeichnet) und die Ausgabe der Poetae latini minores von Lemaire (ex ree. Wernsdorfiana) boten auch manches bei Blùmner nicht zur Verwendung gelangte. A (1-20). Wildwachsende Laubbàume. 1.—4. Eichen. I. Sommer-, Winter- und Flaumeiche (quercus, robur; àQvg. Quercus „Robur“ L.“) !). Die in der rómischen Poesie entgegentretenden Attribute von quercus und robur sind begreiflicherweise durcbwegs zu allgemein gehalten, uni eine Vertheilung unter die verschiedenen in dem Collectivnamen Quercus Robur L. inbegriffenen Arten, welche fùr Italien besonders in Frage kommen, nàmlich Quercus sessiliflora Sm., die Wintereiche, Qu. pedunculata Ehrh., die Sommer-oder Stieleiche und Qu. pubescens W., die Flaumeiche, vornehmen zu kònnen2). Wir fùhren hiemit die auf quercus und robur beziiglichen Epitheta und be-schreibenden Wendungen gemeinschaftlich an. a) Wuchs, Stamm u. Holz: ingens Verg. Aen. XI 5. Ov. Met. Vili 743. Val. FI. VII 519. Claud. Epigr. 3, 15. Epist. 1, 40. Epithal. Pali, et Geler. 8. ingenti robore Sil. It. VI 192. vasta Sen. Herc. Oet. 1628. magna Verg. Geo. Ili 332. Enn. Ann. v. 189 Muli. Vgl. aeydlr, Ar. Nubb. 402. aeria Verg. Aen. Ili 680. IX 679. Lučan. Ili 433. praecelsa Publii. Opt. Syrinx 1. vertice celso Verg. Aen. Ili 679. celso cacumine Sil. It. 689. coelo attollunt capita Verg. Aen. IX 681 f. intonsaque attollunt laetae capita et sidera pulsant Coripp. Iust. III 175 f. quales premunt nunc sidera quercus Sil. It. III 690. proferre sub astra cacumen Sil. It. V 486. supra eminens despectat alte quercus et vincit nemus Sen. Thyest 655 f. sublimis Lučan. I 135. Phaedr. II 4, 1. sublimi vertice Verg. Aen. IX 682. altissima robora Prisc. Perieg. 476. alta Ov. Met. VII 630. Phaedr. III 13, 1. silva alta loviš Verg. Aen. III 681. Vgl. do. vxpiytdorjvog II. XII 132. Hom. hymn. in Vener. 264; vxplxofiog II. XIV 398. Od. IX 186. XII 357. XIV 328. XIX 298. Hes. Scut. 376. O. D. 509; vxpì]).ij Eurip. Gycl. 383; vxpixtna Theocr. Id. 8, 46. patula Ps. Verg. Gatal. 11, 17 = Eleg. ad Messal. 17. patula Iovis arbore 0\. Met. I 106. diffusos patulo stipite frondes Sil. It. X 487. patulis rarissima ramis Ov. Met. VII 622. ingentis tendat ramos Verg. Geo. III 333. stat late quercus ultraqne totum porrigit ramos nemus Sen. Here. Oet. 1628. latam spargens quercus . . . umbram Sil. It. X 170. nudosque per aera ramos eflundens Lučan. I 138 f. quatientem brachia quercum Catuli. 64, 105. ') Uber die Eiche in der altclassischen Literatur handeit ausfilhrlich Dr. P. R. Wagler in der Programmabhandlung „Die Eiche in alter und neuer Zeit. Eine mythologisch-kttltur-historische Studie. I. Tlieil“ (Wurzen 1891), woselbst p. 25 f. die wicliligeren Attribute der Eiehenarten in der altclassischen Literatur aufgefuhrt sind, allerdings nicht eischopfend und auch nicht in systematischer Ordnung, sodass eine nochmalige Zusammenstellung keineswegs tiberfltissig erscheint. !) Vgl. Murr Die Pflanzenwelt in der griech. Mythologie (Innsbruck 1890) p. 3 f. und misere Programmabhandlung »Die geographischen und mythologischen Narnen der alt-griechischen Welt in ihrer Verwertung 1'tir antike Pflanzengeographie" (Progr, des k. k. Gynin-Hali 1890) II, p. 3 f, rigida (von den gerade und weit abstehenden, in die Weite starrenden Asten, doch entschieden auch mit Bezug auf die starre, rauhe, rissige Rinde) Verg. Eci. G, 28. nodosa robora Ov. Met. VI 691. nodosi roboris rami Sil. It. V 244. gravis Ov. Amor. Ili 7, 57. grave robur Val. FI. Ili 164. Vgl. nido a g dovóg Soph. Trach. 766. valida Verg. Aen. IV 144. fera robora Ov. Met. XIV 301 (nàhert sich in der Bedeutung dem Epith. rigida). dura Verg. Ecl. 4, 30. Ov. Fast. IV 400. duro robore Verg. Aen. Vili 315. XI 893. durior annosa quercu Ov. Met. XIII 799. nisi duritia robora vincis Ov. Heroid. 7, 52. tenax robur Sen. Here. Oet. 1643. situ non expugnabile robur Stat. Theb. VI 103. Dagegen, naturlich nur von einem sehr alten Baume : putri robore quercus procumbit Stat. Theb. IX 533. putres situ ramos Sen. Oed. 547. fissile robur Verg. Aen. VI 181; cf. multifidam quercum (ais Fackel) Stat. Theb. X 843. antiqua Sil It. VI 192. Coripp. Iust. IV 42. antiquo robore quercus Verg. Geo. III 332. proavis ab origine cognita Sil. It. X 165. vetus Iuv. 14, 184. longaeva robora Stat. Theb. VII 747. longum molita per aevum. Sil. It. V 485. tenerae iam longum oblita iuventae Stat. Theb. II 707. annosa Ov. Met. Xill 799. Sen. Oed. 547. annosa robora: Stat. Theb. I 565. Sen. Oed. 743. Agam. 95. Lučan. IX 450. annoso robore quercus: Verg. Aen. IV 441. Ov. Met. VIII 743. annoso robore lucus Sil. It. III 689. cava Ov. Amor. III 8, 40. arida Hor. G. IV 13, 9; cf. Priap. 3, 3. sicco robore Sil. It. II 471. Vgl. do. «falere II. XI 494. b) Laubwerk: frondosum robur Coripp. Iust. III 174. umbrosa Eleg. in Maec. 1, 33; cf. Hor. Epist. I 16, 9 f. Stat. Theb. XII 731. Sil. It. X 170. 488. Coripp. Iust. III 175. viridis (umbra) Stat. Theb. IX 592. viridi sub tegmine quercus Verg. Catal. 11, 17 = Eleg. in Messal. 17; cf. Ov. Trist. IV 9, 14. Lučan. III 502. Dagegen : canenti vertice (von einer alten Eiche) Sil. It. V 486. Blattform: quernae similem frondi, artatam laterum conveniente sinu P. L. M. 44 (Rutil. Namat.) 2, 19 f. Das oben und unten sich ver-engende Italien wird mit dem beiderseits mehrfach eingebuchteten Eichenlaube verglichen. Blatthonig1) : duraeque quercus sudabant roscida mella Verg. Ecl. ') Das Honigtriefen der Eichen wird von den Dichtern allgemein in das goldene Zeit-alter verlegt, geht aber auf die vielfach zu beobachtende Erscheinung zurttck, dass die Blatter der Baume, besonders an der der Sonne ausgesetzten Seite einen honigartigen Saft aus-schwitzen, den die Alten ais aus der Luft stammend und ais Auslluss des hirnmlischen Nektars ansahen. Theoplir. h. pl, III 7, 0. Plin, h, n. 31. Roscher Nektar und Ambrosia p. 16, W a gl er p. 36. 4, 30. mellaque decussit foliis Verg. Geo. I 131. ipsae niella dabant quercus Tibuli. I 3, 45. mellaque quernis penderent foliis Ps. Verg. Aetna 13 f. rorabant querceta favis Claud. in Ruf. I 383. c) Frucht: glandifera Ov. Met. XII 328. Lucr. V 939. Bei Goripp. lust. III 172 ist statt coniferae . . . quercus entschieden glandiferae zu lesen. Das Verderbnis ruhrt von einer Reminisceriz an Verg. Aen. III 680 (aeriae quercus aut coniferae cyparissi) her. Vgl. Hesiod. O. D. 233. Theocr. Id. 8, 79. hiberna . . . glande Verg. Ecl. 10, 20; cf. Verg. Geo. I 305. d) Stand ort1): Auf Bergen: Ov. Fast. V 382. Ibis 135. Catuli. 64, 105 f. Sil. It. V 243 f. 488. Avian. 16, 1. innata rupibus altis Ov. Heroid. 7, 35. Vgl. 11. XII 132. Hesiod. O. D. 232. 510. An Flùssen: Verg. Aen. IX 679; cf. X 423. Claud. in Prob. et Olybr. cons. 259 f. e) Eichenwald (quercetum): Hor. G. II 9, 7. Claud. 1. 1. f) Gesellschaft: neben der aesculus Verg. Geo. II 16. Ov. Met. X91. Sil. It. V 481 ff.; ilex Hor. Epist. I 16, 9. Mart. VII 27, 1 ; tilia Ov. Met. VIII 620; cyparissus Verg. Aen. III 680; arbutus Verg. Geo. I 148. Lucr. V 962. 2. Speise-Eiche (aesculus; gap/de. Quercus „Esculus L.“). Audi zur Unterscheidung der aesculus von der gewòhnlichen Fiche bietet uns die romische Poesie kaum einen Anhaltspunkt, selbst an Stellen, wo, wie Sil. It. V 481 ff., die aesculus neben der quercus genannt und be-schrieben ist, man nhisste demi, was schwerlich gerechtfertigt ist, ein beson-deres Gewicht darauf legen, dass dortselbst v. 484 bei der aesculus die nigra umbra hervorgehoben wird, bei der quercus v. 488 aber der patulus stipes mit den diffusae frondes gegenuber der auf die aesculus bezfiglichen Wendung v. 480 „excelsos tendebat in aethera ramos1-, womit also im Vergleiche zur echten Eiche dichteres, dunkleres Laubwerk und mehr aufstrebende Aste gekennzeichnet wiiren. Aber abgesehen davon, dass in solchen Filllen das Spiel der dichterischen Phantasie stark hervortritt, kann in der romischen Poesie die Nachahmung der Griechen nicht genug betont werdcn, welche ihrerseits die Namen Sqv$ und yrffà$ augenscheinlich ófter willkurlich ver-tauschten. Dazu kommt nodi, dass der audere Unterschied der Quercus Esculus L. und der Qu. Robur L. nicht bedeutend zu- sein scheint ; demi Boissier (Flora orientalis II p. 1164) fulirt den Namen Qu. Esculus nur ais fragliches Synonym unter Q. sessiliflora, der Wintereiche, auf2). ') In dieser und der folgenden Rubrik machen wir hier und hei den anderen Species nicht Anspruch auf Volistiindigkeit. ’) S. Murr ,Speise-Eiche, Kastanie und Venvandtes1- (Programm des k. k. tìyrnn. Innsbruck'1888 p. 62 ff., bes. p. 67 A. 4). In Griechénland komite Fraas (Synopsis plantarum florae classicae p. 252) an dem von einem frtlheren Forscher angegebenen Standorte auf EubOa die Speise-Eiche nicht wiederfmden. Nur v. Heldrich sali siebei Divri in Elis. Wir lassen nunmehr die Epitheta der aesculus, Welche sicli mit den entsprechenden der quercus, wie gesagt, beinahe vollstandig decken, in geord-neter Aufzilhlung folgen. celsa Sil. It. X 164. frondibus altis Ov. Met. X 91. excelsos tendebat in aethera ramos Sil It. V 480. magnas superardua silvas nubibus insertans altis caput ibid. 482. quae quantum vertice ad auras aetherias tantum radice in Tartara tendit Verg. Geo. II 291 f. (cf. 3qv$ (la&vQQi£os Sopii. Trach. 1195). Vgl. vxprjlri II. VII 60. e’vnQtfivog Cali. h. Dian. 239. maxuma Verg. Geo. II 15. annosa Sil. It. V 480. veteres quae porrigit aesculus umbras Calp. Ecl. 5, 59. Vgl. -miniti Soph. Trach. 171. solidum nunquamque natabile robur, esculus Coripp. Iust. IV 43 f. frondens Claud. Fese. IV 19. frondosi roboris Sil. It. V 484. umbrosum caput Sil. It. V 481 f. instar nemoris ib. 483. lateque tenebat frondosi nigra tellurem roboris umbra ib. 483 f. veteres quae porrigit aesculus umbras Calp. Ecl. 1. 1. Vgl. axitQij q>. Theocr. Id. 12, 8. rigida Hor. C. III 10, 17. Vgl. Inali] Nic. Ther. 439. Waldung aus Speise-Eichen : latis aesculetis Hor. C. I 22, 13. 3. Stein- oder Ilexeiche (ilex; nnlvog. Quercus Ilex L.). Die geringere Hohe des knorrigen Stammes, das dunkle, glanzende, scharf-geziihnte Laubwerk und die uberreiche Filile der bflschelig gelntuften Eicheln kommen in den der ilex beigelegten Epitheta sdir deutlich zum Ausdrucke. a) Wuchs und Stamm: alta Claud. Fese. 1, 10. procera Hor. Epod. 15, 5. Dieses und das vorausgehende Epitheton sind fur die ilex verludtnismaBig weniger zutreffend, wie das folgende Beiwort deutlich zeigt; mit dem Attribute procera soli wohl weniger „Schlankheit“ ais uberhaupt aufstrebender, ansehnlicher Wuchs ausgedrùckt werden. brevior Sen. Here. Oet. 1644 (im Vergleich mit der quercus), non alta fronde Ov. Met. XI 109. nodosa Lucam III 439. Auf den knorrigen Wuchs der Steineiche gelit auch der nntrmdtjg ilvfióg und das n/unvov r/Vog bei Aristophanes (Wespen 383. 877 ; vgl. Acharner 180) zuriick. fortes iliceae trabes Coripp. Iust. IV 40. antiqua Hor. Epod. 2, 23. cava Verg. Ecl. 9, 15. Hor. Epod. 16, 47; cf. vitiosaeque ilicis alveo Verg. Geo. II 453. ramosa Ov. Ars amat. III 149. patula Calp. Ecl. 5, 2. Nemes. Ecl. 3, 2. b) Laubwerk: frondens Verg. Aen. V 129. latebrosis frondibus Claud. Consol. Stil. Ili 313. opaca Verg. Aen. XI 851. umbrosa Calp. Ecl. 2, 12; cf. Tibuli. II 5, 27. Hor. Epist. 1 16, 10. Ov. Fast. III 295. Stat. Theb. V 600. o viridis (weist hier, wie in anderen Ffillen, nicht blos auf das gesàttigte Grun, sondern zunàchst aneli auf das imraergrune Blattwerk). Ov. Met. I 112; cf. Verg. Aen. V 129. Geo. Ili 140 f. Ov. Met. XI 108 f. Iligra (dunkelgrun) Verg. Aen. IX 381. Ecl. 6, 54. Culex 140 (ilicis et nigrae species). Hor. C. IV 4, 58 (nigrae frondis). Ov. Met. IX 6G5. Amor. II 6, 49. Seri. Thyest. 654. Claud. in Ruf. I 33G f; cf. Verg. Geo. III 333. Ov. Fast. II 1G5. III 295. Sen. Oed. 543. Ov. Heroid. 12, G7 (nemus . . . frondibus ilicis atrum). corusca („glanzend, schimmernd", wie es immergriine Blatter zumeist sind) Verg. Aen. XII 701 ; auch Aen. I 164 f (silvis scaena coruscis desuper horrentique atrum nemus imminet umbra) gehórt augenschainlich hieher. hirsuta (eigentl. „rauhhaarig“, von den scharf gesi'igten, òfters stacbel-spitzigen Blattern) Mart VI 64, 3. Vgl. Inv in iiotg Gali. h. Dian. 192. Theocr. Id. 26, 3. Epigr. 5, 5. Piat. Epigr. 24 Bergk. Honigthau an den Blattern: Ov. Met. I 112; cf. Hor. Epod. 16, 47. Claud. Rapt. Proserp. II 109. c) F r u cb t : cirrata glandibus Ov. Met. X 94. Es ist uns nicht bekannt geworden, aus welchen Grtuiden die neuesten Herausgeber dieser Conjectur statt der Vulgata „curvata glandibus" (gekriimmt von der Ffllle der Eicheln), welche sich auf den so oft betonten Fruchtreichthum der ilex (s. u ) bezieht, gefolgt sind. Das Attribut cirrata konnte hier wohl auch nur in der Bedeutung „dicht be-bùschelt mit Eicheln", also in ahnlicher wie curvata, stehen. Im Sinne von „gefranst an den Eicheln" wurde es vorzflglich auf die Zerreiche (Quercus Cerris L.) mit ihren langgefranslen Fruchtbechern passen; derartige besitzt aber Qu. Ilex L. unseres Wissens nicht. reich an Eicheln: Verg. Geo. IV 81 (nec de concussa tantum pluit ilice glandis). Hor. Epist. 1 16, 10. Ov. Met. VII 586. Amor. III 7, 33. Ars amat. III 149 (neque . . numerabis in ilice glandes). d) Standort: litorea Verg. Aen. III 390 = VIII 43. Auf Bergen: Verg. Aen. XI 849. Culex 139. Hor. Epod. 10, 7; cf. Verg. Aen. XII 701 ff. Hor. C. III 23, 9. IV 4, 58. An Felsen: Hor. C. III 13, 14; cf. Verg. Aen. V 124. 129. e) Steineichenwald (ilicetum),: Mart. IV 55, 23. — Dichte Haine bildend: Verg. Geo. III 333 f. Ov. Fast. II 165. Amor. III 5, 3. Mart. XII 18, 20. Ap. Sid. c. 9, 179. Claud. VI cons. Hon. 518. f) Standortsgesellschaft : mit der quercus Hor. C. III 23, 10. Epist. I 16, 9; picea Ov. Heroid. 12, 67; pinus Mart. X 92, 4; taxus u. cupressus Sen. Thyest. 654. 4. Korkeiche (suber; tpeXXóg. Quercus Suber L.). praegrandi subere Pers. I 97. Es ist hier die ùppige, dicke Rinde gemeint; vgl. v. 96 cortice pingui. JO corticibus cavis Verg. Geo. II 453. cavatis IV 33. levior cortice Flor. G. II 9, 22. 5. Rotlibuche (fagus ; òEvtj. Fagus silvatica L.). a) Wuchs und Stamm: ardua Stat. Theb. VI 98. alta Verg. Geo. I 173. Catuli. 64. 289. pat-illa Verg. Eci. 1, 1. Geo. IV 566. Sen. Here. Oet. 657. Ap. Sid. c. 4, 1 (= Verg. Ed. 1, 1). diffusa (der Bedeutung nach dem vorigen Attribut nahestehend). A. L. (R) 726, 16 (cod. F diffusus; diffusa em. Hagen]. vetus Verg. Ecl. 3, 12. 9, 9. Calp. Ecl. 7, 5. Sen. Phaedra 518. fagique cava ... ab alvo Glaud. Rapt. Proserp. II 126. fagineis cavernis Anson. Mos. 269. b) Laubwerk: densa Verg. Ecl. 2, 3. sub tegmine fagi: Verg. Ecl. 1, 1. Geo. IV 566. A. L. 200, 2. 207, 131. umbrosa Verg. Cui. 141; cf. Verg. Ecl. 2, 3. A. L. (R) 555, 1. Sen. Here. Oet. 1623. c) Frucht (gleichfalls fagus); dulcis Coripp. lust. IV 39. hiberna Calp. Ecl. 4, 35. d) Standort: an Quellen: Verg. Ecl, 9, 9. Calp. Ecl. 1, 11. 6. Platane (platanus. nlntavot; nhannaroi. Platanus orientalis E.). a) Wuchs und Stamm: nobilior forma platano Ov. Met. XIII 794. conspectior ibid. (Der Wuchs der Galathea mit dem der Platane verglichen). genialis Ov. Met. X 95 (urspr. sdem Genius lieilig", dann „edel, an-mutllig"). Vgl. xahj nhtrnnarot; II. II 307. alta Hor. C. II 11, 13. Ov. Met. XIII 794. Clami. Epith. Pali, et Celer. 34. aeria Verg. Cui. 123. iturus in aethera vertex Stat. Silv. II 3, 40. patens1) Verg. Cui* 123. cui longa propago innumeraeque manus Stat. Silv. Il 3, 39. totos complexa penates (eine alte Platane zu Corduba) Mart. IX 61, 5. b) Laubwerk: viridis (hier speciell „hellgrftn“ ; die jungen Bliitter der Platane sind geradezu mehr gelblich griin mit weifllichem Flaume) A. L. 409, 19. 20. virens Claud. Fcsc. 1, 18; cf. Sen. Ocd. 458. P. L. M. 42 V 87. ‘) Wir folgen der von Baehrens angenommenen Leseart ,,prona surgebant valle patentes aeriae platani', indem wir patentes in der Bedeutung „sich ausbreitend, die Aste weit aus-streckend“ nehraen, also gleichbedeutend mit patulae und diffusae, da in der That die lang-gestreckten Aste eines der auff&lligsten Merkniale der Platane sind. densis comis Mart. IX Gl, 6. Vgl. p«&vyvX).og nl. Mosch. Id. 5, 11. schattenspendend: Verg. Geo. IV 146. P. L. M. 4 (Nux EI.), 17. A. L. 409, 19. Claud. Fese. 1, 19. nec platanus nisi sera potest obsistere Phoebo1) Ov. Ars am. II 697. Vgl. axitnd Theocr. Id. 18, 44. 46. Id. 22, 76. verno folio (viret) Sen. Oed. 458. Die Piatane schlagt ziemlich frùh aus, wirft aber auch das Laub verhaltnismàBig frùh ab. Vgl. A. L. 75, 3. c) Frucht: sterilis2) P. L. M. 4, 17 (umbra); cf. Verg. Geo. II 70. pilulae Ser. Samm. 378. Die Fruchtstande sind kugelformig, an langen Stielen hàngend. d) St and or t: silvestris Nemes. Eci. 1, 72. an Quellen: Verg. Geo. IV 146. Calp. Ecl. 4, 1. Vgl. II. II 307. Mosch. Id 5, 12. an StraBen und Hausern gepflanzt: Prop. III 13, 13. P. L. M. 42 V 87 f. Mart. III 58, 3. IX 61, 5. Vgl. Aristoph. frg,- Georgi 7 iv àyonòi. Theocr. Id. 25, 20 inrjiTuvai nlarrlvirrroi (continuae, in Reihen gepflanzt). e) Gesellschaft: neben der pinus Hor. G. II 11, 14. 7. Linde (lilia; tptlvQa. Tilia sp. bes. grandifolia Ehrh.). levis („leicht“, wohl in der Bedeutung „zartàstig“ ; demi an diesem Merkmale ist die Linde auch in unbelaubtem Zustande sofort zu erkennen) Verg. Geo. I 173. Coripp. Iust. IV 46. lèvis („glatt“, sowohl mit Bezug auf die Rinde, ais auch auf das Blatt; Voss iibersetzt „glattadrig“ ; indes ist dieses Epitheton vielleicht erst durch den Gebrauch des vorausgehenden, lautlich gleichen eingefuhrt worden) Verg. Geo. II 449. Sen. Oed. 551. pinguis („uppig“ oder, wie Voss zutreffend iibersetzt, „balsamiscb“, von der fur Bienen einladenden Fulle duftender Bluten und dem an den Blattera der Linde besonders reichlich auftretenden Honigthaue). mollis (in diesem Beiworte erscheinen gleichsam die zwei vorausgehenden, die Glattheit aller Theile und die iippige Filile, zusammengefasst) Ov. Met. X 92. Stan dor tsgesellschaft : neben der quercus Ov. Met. VIII 620; fagus Verg. Geo. I 173; pinus Verg. Geo. IV 141; iuniperus Coripp. 1.1.; myrtus Sen. 1. 1. ') Es soli hier ausgedrUckt werden, dass alles erst ini Laute langer Zeit seine Voll-ondung erreicht; Ubrigens verrnag die Platane wegen der entfernt. stehenden, weitgedehnten Aste trotz des btlschelig gehttuften, dichten Blattwerkes nur ungleichmaUigen Schatten zu gewithren. 2) Mit sterilis bezeiclinen die Khmer jeden Baum, der nicht geniefibare Fruchte tragt; iilmlich verwendet der Grieche das Epitheton mXtaixngnni;. Oie Attribute der Platane caelebs (Hor. C. II 15, 4) und vidua (Mart. III 58, 3) beziehen sich darauf, dass man an den Platanen nicht wie an den Ulmen und Pappeln Reben aufzuzieben pflegte, der Baum also gleichsam „unvermahlt“ dastand. 8. Erle (alnus; xlrftQct. Alnus glutinosa Gaertn.). a) Wachsthum, Laub und Frucht: procera (schlank, hoch aufgeschossen) Verg. Ecl. 6, 63. Mart. XIII 790. In der Odyssee (V 239) wird die xky&Qn neben der Pappel und Tanne unter den tìirSntn /taxon aufgefiihrt. longa Ov. Met. XIII 790. viridis (satt- oder saftiggrftn) Verg. Ecl. 10, 74. mit harzigen, klebrigen Blattern: Glaud. Fese. II 14 f. (electrifera). Prisc. Perieg. 279 f. (electra alnis stillantia). Der Bernstein stamrnt bekanntlich weder von Eden noch von Pappeln, wie die antike Sage annimmt; auch sind die von beiden Baumen ausgeschwitzten klebrigen Massen niclit sehr bedeutend. rasches Wachsthum: Verg. Ecl. 10, 74 (quantum vere novo viridis se subicit alnus). geringer Wert: A. L. 548, 5 (quantum vitibus concedit alnus). ohne ansehnliche Biute: Verg. Ecl. 8. 53. b) Standort: an Sùmpfen und Ufern: Verg. Geo. II 110 f. (crassisque paludibus alni nascuntur); cf. Catuli. 17. 18. amica fretis Stat. Tlieb. VI 106. 9. Silberpappel (populus alba; fouxj/1). Populus alba L.). Die weitaus groBere Mehrzahl der der populus beigelegten Attribute geht auf die Silberpappel; nur dort, wo auf den Mythos von den Heliadcn Bezug genoinmen wird (s. u. lenta, viridis und electra stillata de ramis) haben wir zun&ehst an die Schwarzpapel (Populus nigra L.) zu denken, oline dass die dabei gebrauchten Attribute mit der Silberpappel unvereinbar waren. a) Stainm, Wachsthum: ardua Claud. Rapt. Proserp. praef. ad II v. 21. alta Hor. Epod. 2, 10. Sil. It. X 531 (an letzterer Stelle lesen cinige alma). Vgl. jxrcxtSvrjg nìyeinoto Od. VII 106. /inxnni r nlytinoi Od. X 510. clrrin rf o/. o(()i èri nxQoTiirri necpvnaiv II. IV 484. pulcherrima (in fluviis) Verg. Ecl. 7, 66. lentae Catuli. 64, 290 (von den in Pappeln verwandelten Ileliaden); cf. populei tlexus Val. FI. V 185. 1'Ugosus cortex Ov. Heroid. 5, 28. In derselben wird eine Strophe ein-geritzt; dies ist wohl auf der glatten, stellenweise warzigen Rinde der Silberpappel, nicht aber auf der tief rissigen der Schwarzpappel moglich. b) Blattwerk: virides (sorores Phaethontis; das Epitheton soli nur die Verwandlung in Bfiume zum Ausdruck bringen) Stat. Silv. I 2, 124. Vgl. von der aiyeiQog u. nt(Xéct) Theocr. Id. 7, 9: yl.aiQoiaiv nunXoiair xair^icpteg xoftómacu. ') Bei Homer ist auch der spitter fQr die Schwarzpappel gebrauehte Name ni'ysiQog, wenigstens zum Theil, auf die Silberpappel zu beziehen. S. Murr Pflanzenwelt p. 17 A. 1. 1?» umbrosa Verg. Geo. II 6G ; cf. Aen. X 190. Hor. C. II 3, 9. Ov. Met. X 555. Nenies. Ecl. 4, 1. 23. Val. FI. VI 260. Lučan. II 410. Stat. Silv. II 3, 51. Vgl. Theocr. 1. 1.: aiyeujoi nrtkiai te ivoxiov nlaog vcpaivov, longis . . . frondibus (bezieht sich jedenfalls auf den Blattstiel, der bei alien Pappelarlen verhaltnismaBig lang ist, am langsten bekanntlich bei der Espe) Prop. V 9, 29. Auch das Epitheton vaeor . . . xaonóv Eurip. Here. fur. 396. Jegliches thatsaeh-lichen Hintergrundes entbehrt es natùrlich, wenn die dichterische Phantasie auch die Blàtter und Zweige ais goldfarbig ausmalt. Ov. Met. IV 638. X 648. Sil. It. IV 637. Lučan. IX 359. Claud. Rapt. Proserp. II 290 f. IV cons. Honor. 37 f. Maximian. Eleg. 1, 90. cerea cydonia Calp. Ecl. 2, 91. Audi die cerea poma bei Mart. X 94, 6 gehoren hieher. palluit ut . . . quae suos curvant matura cydonia ramos Ov. Ars. am. III 705. cana . . . tenera lanugine Verg. Ecl. 2, 51. cerea sub tenui lucere cydonia lana Calp. Ecl. 2, 91. velleribus vestita cydonia canis A. L. 117, 3. Vgl. fiala . . . /vodorta Theocr. Id. 27, 49. dnóoog [s. o. roscida mala] y-al yrovg (lanugo), Manin fiijloiaiv iaijv&st. fulgentia mala (Hesperidum) Lucr. V 32. fulgentia poma Lučan. IX 365; cf. Calp. Ecl, 1. 1. Cecropio meli e saturata cydonia Mart. XIII 24, 1. stringentia palatum mala A. L. 93, 5. plumbea mala Overdose Quittenàpfel, irn Gegensatze zu den aus lauterem Golde bestehenden des Hesperischen Gartens) Mart. X 94, 4. silvestri ex arbore lecta (aurea mala) Verg. Ecl. 3, 70. 57. Pfìrsich (persicus, persicum (malum). Amygdalus Persica L.). cara persica („theuer, wertvoll", wegen des kóstlichen Geschmackes und der verhàltnismaBig spi'iten Einfuhrung) Mart. XIII 46, 2. ') De dando He p. 222. 227 f. He lui 5 p. 3Gt ff. 558 I1‘. •') Murr Pflanzenwelt p. 5!) tt'. 65. insita praecoquibus prunis Calp. Ecl. 2, 42. e nucleo . . . interiore Ser. Samm. 400. 58. Mandel (amygdalus, amygdalum. Amygdalus communis L.). flore purpurae fulgens amygdalum Priap. 51, 13. cum se nux1) plurima silvis induet in florem et ramos curvabit olentis Verg. Geo. 1 187 f. amygdalinae nucis Ser. Samm. 459. ini Walde wildwachsend Verg. Geo. 1. 1. 59. Citrone (citrus, malum citreum2). Citrus medica L.). In den Georgica des Vergil (II 126—134) und in mehreren auf Vergil zurùckgehenden Nummern der Anthologia latina (349—351) finden wir recht zutreffende Bemerkungen uber den Citronenbaum, der nach seiner seit den Ziigen Alexanders (daher firjXov Mtjdixóv) erfolgten Einfùhrung in Griechenland und Italien3) wegen der seiner Frucht beigemessenen Bedeutung ais Gegen-gift und Heilmittel, sowie wegen anderer auszeichnender Eigenscbaften zu groBem Ansehen gelangte. a) Stamm und Aste: ingens arbos Verg. Geo. II 131. saepta spinis micant felicis munera mali A. L. 349, 1. b) Blattwerk: faciem simillima lauro Verg. 1. 1. 131. folia haud ullis labentia ventis ibid. 133. c) Bitite: flos ad prima tenax ibid. 134. Der Citronenbaum triigt geme selbst neben den Fruchten noch Bliiten. d) Frucht: mirabilis arbos (in Bezug auf die Eigenscbaften der Frucht sowohl wie diejenigen der Biute und des Blattes) A. L. 350, 1. Illicant . . . munera mali (von dem Glanze der Fruchthaut) A. L. 349, 1. auro similis arbos A. L. 350, 1. aureus tumor A. L. 349, 2. ut superent auro vera metalla suo A. L. 321, 4. flaveseunt mala ingenuo colore4) A. L. 321, 3. ambrosios sucos praebent poma, quae barbara Persis miserat Colum. X 408. 405 f. ') Die Mandel wurde hauflg kurzweg ais nux, aueh ais nux Graeca oder Thasia be-zeichnel. Murr Speise-Eiche, Kastanie und Verwandtes p. 73. An die Walnuss rnit ihren un-schhnen, griinen Bliitenkatzchen ist hier nieht zu denken. 5) Nach dem oben hei Besprechung der Quitte gesagten kann das malum citreum nieht mit Lenz (p. 644 etc.) auf die Orange bezogen werden. 3) Hehn 5 p. 355 ff. De Candolle p. 220 ff. *) Wir glauben hinreichenden Grund zu haben, auch die mala Matiana in der A. L. ■>21 aut Gitronen zu beziehen; wenigstens deckt sich das von ihnen und von den Citronen ausgesagte auffallend; muglici! wiire freilicli auch ein Bezug auf eine Quittensorte. tristis sucos (weil sauer und zusammenziehend) Verg. 1. 1. 126. armata venenis patriis poma (weil ais Gegengift angesehen) Colum. X 406. tardum sapor em (von dem lange anhaltendemNachgeschmacke)1) Verg. 1.1. ternus sapor ab hoc semper carpitur ore (ein bitterer, saurer und siiBer) A. L. 351, 4. late iartat odorem (sed alium ac laurus) Verg. 1. 1. 132. felix malum (von den Wirkungen) ibid. 127. A. L. 349, 1. omne genus mali indignum est adsurgere citro A. L. 351, 1. 60. Birnbaum und Birne (pirus, pirum; Sy/vt]. Pirus communis L.). Das Klima Griechenlands und Italiens ist fùr die Cultur der Birne ebenso wie fur die des Apfels meist schon zu warm; daher der Umstand, dass beide Fruchtsorten, besonders die Birne, in der altclassischen Literatur verhaltnismaflig wenig genannt werden. albo flore piri Verg. Geo. II 71 f2). eduram pirum ibid. IV 145 („abgehartet, hart“, also nodi wenig veredelt). gravibus volemis („Pfund“birnen) ibid. II 88. insitiva pira Hor. Epod. 2, 19. Das Propfen der Apfel auf Birnen wird erwàhnt Verg. Geo. II 33 f. Prop. V 2, 18. Calp. Ecl. 2, 42. 61. Pflauxne (prunus, prunum. Prunus domestica L.). spinos iam pruna ferentis Verg. Geo. IV 145. Die wilden Pflaumen-geholze sind wie ihre Gattungsverwandte, die Schlehe (Prunus spinosa L.), und die wilden Apfel- und Birnstràucher mit Dornen bewehrt. lapidosis pomis pruni obruta terra Colum. X 15. parva cottana (eine Sorte Pflaumen) Mart. VII 53, 7. rugosa (dodi nur von getrockneten oder ledi gere Zeit aufbewahrten Pflaumen) Mart. XIII 29, 1. cerca pruna „Wadis“pflamnen Verg. Ecl. 2, 53. Copa 18 A. L. 117, 5. generosa novasque imitantia ceras Ov. Met. XIII 818. magisque cera luteum nova prunum Priap. 51, 9. cereolis (prunis) Colum. X 404 (cerina Plin. N. H. XV 41). canis prunis (von der blaulichgrauen Bereifung der dunkelfarbigen Sorten) Mart. VII 53, 7. liventia nigro suco Ov. Met. XlII 817, Das Attribut „liventia" bezeichnet wohl ebendieselbe Eigenschaft wie oberi canus; wòrtlich besagt aber der Ausdruck, der schwarzrothe Saft der Pflaumen scheine an der' Oberflache der Frucht ais blauvioletter Anflug durch. ') S. Ladewig-Schaper z. SI. ’) Die Stelle, welche vollstiindig lautet „ornus incanuit albo flore piri“ zeigt aufs deut-lichste, dass incanescere und canus von einetn reinen, aber matteren VVeit! gebraucht wurde. Mail vergleiche misere Bemerkungen zu Silberpappel und Ligustcr. praecoquia pruna Calp. Ecl. 2, 42. autumnalia pruna Prop. V 2, 15; cf. Verg. Copa 18. 62. Kirschbaum und Kirsehe (cerasus. Prunus avium L.). rutilanti libro Calp. Ecl. 3, 44. Der Bast des Kirschbaumes ist ròthlich, die Rinde silbergrau und glatt und so wie die der Buche zum Einritzen von Zeichen geeignet. Cerasi tua cortice verba notabo Calp. Ecl. 3, 43. inciso servans mea carmina libro Nemes. Ecl. 1, 29. lltllces cerasos Prop. V 2, 15. Das Attribut zeigt, dass unter den cerasi niclit Weichseln (Prunus Cerasus L.) gemeint sind, sondern Sufikirschen1). rubere cernis dulces cerasos Prop. 1.1. 63. Nussbaum und Nuss (iuglans, nux. xcepvi?. xdovov. Iuglans regia L.). a) Baum : annosa Iuv. 11, 119. in patulas coepimus luxuriare comas Nux EI. 20. b) Frucht: lamina mollis adhuc tenero est in lacte, quod, intra est (von der „grunen“ milchigen Nuss mit noch weicher Fruchtschale) Nux EI. 95. minimas nuces Iuv. 5, 144. vitiosa nuce Plaut. Miles 316. cassa nuce lior. Sat. II 5, 36. fusco SUCO digitos notat Nux EI. 155. 64. Weinstock und Traube (vitis [palmes, pampinus], uva; nuntios, (Trafvhj u. ftótnvq. Vitis vinifera L.). a) Wuchs, Stamm, Zweige: longa vitis Ov. Met. XIII 813. densa virgultis labrusca Verg. Cui. 52; cf. densis vitibus Claud. in Eu trop. Il 270. praevalida vitis Verg. Geo. II 190. tenera vilis Tibuli. I 1, 7. 7. 33. tener palmes Ov. Fast. 111 238. A. L. (B) 571, 3. teneros ramos Coripp. Ioh. Vili (VII) 517. supinus palmes Mart. XII 31, 1 f. lenta vitis Verg. Ecl. 3, 38. 9, 42. 10, 40 (lentus palmes ibid. 7, 48). Catuli. 61, 102 f. Calp. Ecl. 3, 72. Claud. Laus Stil. Il 262. lentis uva racemis Verg. Copa 21. nodosa vitis Iuv. 8, 247. feri palmites Colum. X 14; cf. silvestris labrusca Verg. Ecl. 5, 6 f. Vgl. (typicis ano . . . nalnuts nyintlov Aesch. Pers. 614 f. ') Der wildo Kirschbaum ist in Italien ursprtlnglich heiiuisch (Serv. Verg. Geo. II 18; vgl. Hehn 5 p. 326); Lucullus brachte die veredelte Sttbkirsclie nach Rom; diese und nicht die Weicbsel traf K. Koch (s. dessen Bitume und Straucher ' des alten Griecheidands p. Illi) in den Bergwiildern beim alten Jitpacovg ia Pontus wild. b) Biute: cum floret cana primis racemis vinea Mart. Ili 65, 3. Die gelblich griine Biute des Weinstockes ist, besonders am Anfange und bei gewissen Sorten, mit graulichem Flaume bekleidet. c) Laubwerk (pampinus): alba pampinus (Vom weiBlichen Flaume des jungen Laubes) Lucil. frg. 1181 k (Lachm.) ; dagegen „serae lectis de vile racemis pallescunt frondes, quas nova laesit hiems“ Ov. Ars am. III 703 f von den durch Herbstfrost gebleichten Blattera. laeta vitis („freudiggrùn“) Verg. Geo. II 221. 262. laeta vineta Lucr. II 1157. V 1371. aurea vitis Ap. Sid. 24, 70 f. („goldiggrun“, wie der Zusatz „electro viridante pampinata" zeigt). viridis vitis Cic. Aratea 423. Bacchus, Lyaeus = vitis Mart. XIII 39, 1. Auson. Mos. 162. 196; cf. 21. palmes Verg. Cui. 73 f. pampinus Hor. C. III 25, 20. IV 8, 33. Mart. IV 44, 1. Coripp. Ioh. Vili (VII) 515. Vgl. r’ rixTit nolvaracpvXog Soph. Antig. 1132. à/jnéXov . . . floTovoitìtt X).óti Eurip. Baccli. 10. virens pampinus Ps. Verg. Priap. II 8; cf. Sil. It. VII 197. Sen. Heic. fur. 908. Colum. X 373. viridans pampinus Ap. Sid. Ep. IX 13 c. 2. v. 35; cf. electro viridante pampinatas vites Ap. Sid. 24, 70 f. purpureae vites (im Herbst) Ov. Met. VIII 676; cf. variis racemis (ebenfalls im Herbste) ibid. III 484. frondosa vitis Claud. Mar. Victoris ep. v. 6. arta vitis („dichtbelaubt“) Hor. C. I 38, 7. arbor nec densior ulla . . . defendit foliorum tegmine ramos Coripp. Ioh. Vili (VII) 516. textilis umbra supini palmitis (mit Bezug auf die dichtverflochtenen Schosslinge) Mart. XII 31, 1 f. opaca pampinus Claud. Epith. Pali, et Celer. 4; cf. Verg. Ecl. 8, 59. 9, 42. Ov. Fast. II 313. Trist. III 10, 71. Mart. I 88, 5. IV 44, 1 f. XII 31, I f. Ps. Verg. Priap. 3, 14. Nemes. Ecl. 4, 46. Stat. Silv. IV 2, 37. A. L. (R) 635, 16. Claud. Nupt. Hon. et Mar. 217. Laus Stil. II 199. teneras comas Sept. Ser. fr. 31. crispatur opaca pampinus Claud. Epith. Pali, et Cei. 4. d) Fruchtbarkeit: tardae (spfittragende) vites Mart. I 43, 3. fecunda vitis Hor. C. 111 23, 6. fertilis uvae Verg. Geo. II 191. gravidae vites Sil. It. VII 164. plenae P. L. M. 412, 1. A. L. 76, 9. e) Traube: albae Mareotides vites (mit Bezug auf Wein und Traube)1) Verg. Geo. II 91. Vgl. Isrxoils xa« /likavag fiótovng Hes. Scut. 294. ') S. Ladewig-Schaper zur St Die albae simi natUrlich hellgelbe Trauben, wie ja auch der „weiBe“ Wein in diesem Sinne verstanden wird. aur# similes uvae Ov. Met. XIII 813. aurea uva Tibuli. 2, 1, 45; cf. aureas vites Ap. Sid. 24, 70 (z. Th. auch mit Bezug auf das Blatt). flava uva Stat. Theb. V 209. viridis uva Ps. Verg. Dirae 11 (von der unreifen Traube; cf. v. 12). Sil. It. VII 107. rubens Verg. Ecl. 4, 29. Ps. Verg. Priap. 3, 14. Bacchus (= uva) rubens in palmite Goripp. Ioh. III 71. plena purpureo subrubet uva mero Ov. Ars am. II 310. purpureae uvae Verg. Geo. II 95. Ov. Met. XIII 814. Nemes. Ecl. 4, 48. Lucii, frg. 1184 k certantem uvam purpurae Hor. Epod. 2, 20; cf. C. II 5, 12. ducere purpureum nondum matura colorem Ov. Met. III 485. purpureos racemos Mart. Vili 08, 3. lumine purpureo Sil. It. VII 194. lividos distinguet autumnus racemos (von der blaurothen Bereifung der Beeren) Hor. G. II 5, 10. liventibus uva racemis Prop. V 2, 13. uvaque conspecta livorem ducit ab uva Iuv. 2, 01. nigrantes uvae P. L. M. 42 IV 5. Vgl. [iéXavug (ìÓTQvag Hes. Scut. 294. nsQxvahri ijTctcpvXnìai xctXòr (ìéfìoiihv nX.mci Theocr. Id. 1, 40. nigerrimae uvae Catuli. 17, 10. nitentes uvae Ov. Met. XIV 061. lucentes sole racemi Sil. It. VII 208. Auson Ep. III 3. laetae uvae Nemes. Ecl. 3, 37; cf. Goripp. Ioh. III 324. tumidis racemis bumastus (eine Traubensorte) Verg. Geo. II 102; cf. Ov. Trist. IV 0, 9. Vgl. (pinQcortnn ourpccxoi; cónni (von der bliihenden, ge-drungenen Jugendfrische) Theocr. Id. 11, 212). dulcis uva Ov. Trist. III 10, 71. Tibuli. II 1. 3. Ps. Verg. Priap. 2, 8. matura dulcior uva Ov. Met. XIII 795. Vgl. nurrdog ù yXvxvxunno? Theocr. Id. 11. 46. mitis uva Verg. Geo. I 448. Glaud. Epith. Pali, et Celer. 5. odoratae uvae Sil. It. VII 191 ; cf. Auson. Mos. 25. serae uvae (cf. tardae vites) Mart. Ili 58, 9. rugosior passa uva Glaud. in Eutrop. I 111 (von der getroekneten Traube). J) S. Fritzsche i. St. «Ja.&se.sTbeEiob.t, I. Personalstand, Facher- und Stundenvertheilung. A. Lehrer: 1. Peter Stornik, Dr. der Philosophie, Director, lelirte Mathematik in.der III. A und IV. A Classe. C Stunden. 2. Johann Majciger. Professor (in der Vlil. Rangclasse), lelirte Sloveniseh fur Slovenen in dur li. A und B, lil. A und B, IV. A und B, V.—VIII. Classe, fur Deutsche im II. Curse. 17 Stunden. 3. Josef Pajek, Dr. der Theoh gie, fh. geistl. Bath, Professor (in der VIII. Rangclasse), I. Exhortator, lelirte Religion in der 1. A, li. A, 111. A, IV'. A. V.—VIII. Classe. 10 Stunden. 4. Franz Horitk, Professor (in der VIII. Rangclasse), Ordinarius der VI. Classe, lelirte Geo-graphie in der I. A, Gesehichte und Geographie in der II. B, III. A und B, VI. und Vlil. Classe. 20 Stunden. 5. Anton Lantschner, Professor, Ordinarius in der V. Classe, lelirte Latein und Griechisch in der VIL, Deutsch in der V. u. VI., Gesehichte u. Geographie in der V. Classe. 18 Stunden. 0. Josef Meisel, Professor, Ordinarius in der 1. A Classe, lelirte Latein und Deutsch in der I. A und Griechisch in der Vili. Classe, Stenographie in beiden Cursen. 21 Stunden. 7. Jakob Hirschler, Professor, Ordinarius in der Vili. Classe, lehrte Mathematik in der II. A, V., VII. und Vili., Naturlehre in der IV. A, VII. und Vili. Classe. 21 Stunden. 8. Karl Kirehlechner, Professor, Ordinarius in der VII. Classe, lehrte Deutsch in der III. A, VII. und Vili., Gesehichte und Geographie in der IV. A und B und VII., steiermàrkische Gesehichte in der IV. A und B Classe. 22 Stunden. 9. Johann Košan, Professor, Ordinarius in der IV. B Classe, lehrte Latein, Griechisch und Deutsch in der IV. B, Griechisch in der VI., Sloveniseh fur Deutsche im I. und III. Curse. 22 Stunden. 10. Georg Polzi, wirklicher Gymnasiallehrer, Ordinarius in der lì. A Classe, lehrte Latein und Deutsch in der II. A., Latein in der Vili. Classe. 17 Stunden. 11. Franz Jerovšek, wirklicher Gymnasiallehrer, Ordinarius in der III. B Classe, lehrte Latein, Griechisch und Deutsch in der III. B, philosophische Propàdeutik in der VII. und Vili. Classe. 18 Stunden. 12. Ignaz Pokorn, wirklicher Gymnasiallehrer, Ordinarius in der II. B Classe, lehrte Latein und Deutsch in der II. B, Latein in der V. Classe. 18 Stunden. 13. Blasius Matek, wirklicher Gymnasiallehrer, lehrte Mathematik in der I. B, II. B, III. B, IV. B und VI., Naturlehre in der IV. B und Geographie in der I. B Classe. 21 Stunden. 14. Anton Scliwai ghofer, Dr. der Philosophie, wirklicher Gymnasiallehrer, lehrte Mathematik in der I. A, Nalurgeschichte in der L A und B, II. A und B, III. A und B (II. Sem.), V. und VI., Naturlehre in der III. A und B (1. Sem.). 19 Stunden. 15. Josel Murr, Dr. der Philosophie, geprllfter supplierender Gymnasiallehrer, Ordinarius in der III. A Classe, lehrte Latein und Griechisch in der III. A, Latein in der VI. Classe. 17 Stunden. Iti. Otto Toifel, geprufter supplierender Gymnasiallehrer, Ordinarius in der IV. A Classe, lehrte Latein, Griechisch und Deutsch in der IV. A, Geographie und Gesehichte in der II. A Classe. 17 Stunden. 17. Johann 'l'ertnik, Dr. der Philosophie, geprhfter supplierender Gymnasiallehrer, Ordinarius in der I. B Classe, lehrte Latein und Deutsch in der I. B, Griechisch in der V., Slove-nisch in der I. A und B Classe und Schònschreibeu. 22 Stunden. 18. Jakob Kavčič, Chorvicar, Aushilfslehrer, 11. Exhortator, lehrte Religion in der I. B, IL B, III. B und IV. B Classe. 8 Stunden. 19. Arthur Hesse, k. k. Realschullehrer, Nebenlehrer, lehrte Zeichnen in der I. und III. Ab-theilung. 7 Stunden. 20. Vincenz Hruby, k. k. Realschullehrer, Nebenlehrer, lehrte Franzósisch. 2 Stunden. 21. Friedrich Schuster, Nebenlehrer, Btlrgerschullehrer, lehrte Zeielmen in der IL Abtheilung. 4 Stunden. 22. Rudolf Marki, Nebenlehrer, Turnlehrer au der k. k. Lehrerbildungsanstalt und an den beiden Mittelschulen; Turnwart des Titrnvereines, lehrte Turnen in 3 Abtheilungen. 0 Stunden. 23. August Satler, Nebenlehrer, Domchoralist, lehrte Gesang in 3 Abtheilungen. 5 Stunden. B. Gymnasialdiener: Johann Laupal. 4G I. A Classe (28). Bauer Vincenz. Blazine Josef. Borštner Johann. Budna Wladimir. Debelak Josef. Fekonja Maximilian. Fontana Max. Frangež Josef. Fuchs Andreas. Gratze Vincenz. Hauptmann Karl. Hoinig Franz. Irgolitsch Leo. Janžek Hugo. Komenda Eduard. Lantschner Anton. Marki Hermann. Mravlag Julius. Neusser Rudolf. Pfeifer Karl. Schlauss Karl. Schlesinger Alfons. Schmidt Paul. Sernetz Karl. Simon Gustav. Spari Anton. Stornik Paul. Zwetti Josef. I. B Classe (56). Alt Johann. ASif Johann. Bele Stefan. Belec Franz. Beranič Martin. Ceh Johann. Estrin Matthiius. Fekonja Lorenz. Flander Anton. Fric Alois. Greif Bartholomiius. Hauptmann Johann. Heric Anton. Hiter Johann. Holz Franz. Jagodič Anton. Knuplež Martin. Kocmut Franz. Kodrič Josef. Korošak Josef. Krolnik Anton. Lah Johann. Lašič Ferdinand. Lebar Josef. Leskovar Ferdinand. Makovec Martin. Masten Johann. Merfiun Maximilian. Nedog Jakob. Neumann Josef. Ostrž Franz. II. Schiller. Paluc Leopold. Pohorec Josef. Pristovnik Josef. Puklavec Martin. Rakovec Felix. Rapoc Josef. Senekovič Franz. Sernec Dušan. Skuhala Ludwig. Slekovec Karl. Sok Victor. Srebre Anton. Srebre Guido. Stanjko Markuš. Starčič Franz. Škof Friedrich. Szpetmahsky Adolf. Filler Victor. Tušak Josef. Vazzaz Ludwig. Vodlak Johann. Volavšek Martin. Vrabl Alois. Zemljič Milan. Železnik Georg. II. A Classe (24). Brabenec Emil. Černelč Josef. Graschitz Karl. Griletz Michael. Giinther Josef. Haus Emil. Heu Josef. Marwieser Johann. Mravlag Anton. Muršec Franz. Nagele Hugo. Pauls Paul. Peterlič Anton. Posch Johann. Premerstein Alfons, R. v. Rainer Julius. Scherbaum Fritz. Sedlar August. Solak Josef. Vidovič Josef. Welzl v. Wellenheim Guido. Wittek Hugo. Wittermann Leo. Zotter Alois. II. B Classe (27). Čuček Anton. Čuček Franz. Domajnko Franz. Finžger Alois. Glanjcer Andreas. . Horvat Alois. Horvat Nikolaus. Hren Victor. Kavčič Josef, Klemenčič Anton. Krulc Johann. Lebar Felix. Lenart Josef. Lukman Franz. Masten Johann. Merčun Anton. Mlakar Johann. Murko Franz. Petelinšek Martin. Repolusk Andreas. Sagadin Stephan. Sorko Josef. Stumpf Anton. Sušeč Stephan. Trojner Johann. Vaupotič Johann. Zadek Ignaz. III. A Classe (29). Bračko Theodor. Doleček Karl. Epstein Karl. Hansel Fritz. Hauser Edmund. Ipavic Guido. Jamšek Franz. Kartin Josef. Kolar Johann. Konigsbauer Johann. Laufer Hermann. Lovrec Andreas. Mathiašič Gottfried. Moser Friedrich, R. v. Mulej Alois. Petrovič. Isidor. Pihler Franz. Posolotsky Ludwig. Prodnigg Josef. Rajh Stephan. Sagburg Hans, v. Sark Rudolf. Škamlec Ignaz. Tomažič Alois. Tschernitsehek Otto. Urbaczek Josef. Vobič Clemens. Wagner Karl. Zeman Johann. ili. B Classe (35). Bohanec Peter. Cvetkovič Andreas. Cvetkovič Franz. Čurin Franz. Dolar Simon. Fritz Vincenz. Golob Othmar. Groblšek Johann. Kaker Johann. Kelemina Johann. Klemenčič Josef. 4? Kociper Rudolf. Kosi Matthias. Kranjc Andreas. Krevl Josef. Lassbacher Josef. Lončarič Josef. Močnik Franz. Polovič Johann. Potočnik Alois. Preindl Ferdinand. Prus Anton. Pupacher Franz. Ratej Franz. Rojko Josef. Rožman Josef. Selinšek Josef. Skwarč Josef. Staufer Franz. Šel Heinrich. Šlebinger Johann. Urbas Johann. Voglar Franz. Wraber Maximilian. Zamuda Alois. IV. A Classe (26). Baumayer Paul. Benesch Heinrich. Bermann Alfred. Epstein Robert. Figdor Gustav. , Gerstlauer Julius. Haus Moriz. Jager Augustin. Janeschitz Eduard. Lachle Alois. Lovrec Franz. Majžer Anton. Mally Arnold. Nodi Leo. Očkerl Josef. Orosei Egon. Rodoschegg Gustav. Schwarz Anton. Špindler Franz. Triller Leo. Vajda Franz. Vogehveider Anton. Weber Josef. Weingerl Karl. Wressnig Franz. Zitek August. IV. B Classe (22). Bosina Johann. Božič Anton. Caf Johann. Florjančič Josef. Glabačnik Alois. Goričan Johann. Heric Franz. Kosi Jakob. Krajnc Josef. Kukovec Alois. Kurbos Ignaz. Limovšek Josef. Poterč Alois. Pučnik Anton. Robič Adolf. Sernec Vladimir. Slavič Matthias. Stergar Anton. Štuhec Franz. Vargazon Mattbaus. Vuk Johann. Zemljič Johann. V. Classe (26). Bratkovič Alois. Fascbing Johann. Feigl Wolfgang. Glauningger Johann. Golob Franz. Grànitz Karl. Grill Gottfried. Hadwiger Franz. Huber Franz. Jentl Bernhard. Klassinz Anton. Kociper Anton. Lauter Paul. Lenart Martin. Leskovar Josef. Likavetz Johann. Lorenčič Vincenz. Mohorko Josef. Petrovič Ambros. Pschunder Ferdinand. Rauter Jakob. Rziha Arthur, v. Vogrin Johann. VVelzl v. Wellenheim August. Zeman Anton. Zitek Egon. VI. Classe (24). Beiti Ferdinand. Brečko Franz. DernovSek Karl. Dolar Anton. Fischereder Otto. GroBnigg Oskar. Haus August. Huber Karl. Korošec Alois. Krener Rudolf. Kukovec Florian. Lušin Franz. Malajner Karl. Minafik Alfons. Osvatič Franz. Schwarschnig Gustav. Senčar Matthàus. Spitzy Anton. Stegenšek Augustin. Steyskal Julius, R. v. Skerbs Roman. Vavroh Alois. Vogrinec Johann. Zičkar Markuš. VII. Classe (16). Ferme Gotthard. Glančnik Franz. Jelovšek Anton. Jurko Johann. Kocbek Anton. Kolarič Anton. Krošel Franz. Mažir Franz. Noroglav Friedrich. Ozwald Karl. Pirchegger Johann. Skaza Gottfried. Schocher Ludwig. Schuster Arthur. Terstenjak Roman. Weese Oskar. Vili. Classe (19). Achitsch Adrian. Barta Adolf. Bohak Franz. Fischereder Moriz. Hohnjec Josef. Horvat Friedrich. Jančič Johann. Kreft Leo. Kruljc Franz. Lauter Ludwig. Lorber Hermann. Mathiaschitsch Franz. Pečar Alois. Somrek Josef. Terč Rudolf. Urban Eduard. Vogrinec Anton. Zemljič Matthias. Zekar Josef. Privatisten Pawel-Rammingen, Baron von (11. A Classe). Rabcewicz v. Zubkovski Max, (II. A Classe). Miklautz René (IV. A Classe). Vucetich-Bieliz Vladimir, Ritt. v. (IV. A Classe). III. Lehr- A. Obligate lili II Religions- lehre. Lateinische Sprache. Griechische Sprache. Deutsche Sprache. I. A & B 25 2 Stunden. 1. Hauptstiick der katholischen Beligions-1 olire und die Lehre vom 2., 3. und 4. Sacrament. 8 Stunden. Die regelmàBige Formenlehre und das Nothwendigste aus der unregelmilBigen; Vocabellernen, Ober-setzungstibungen aus dein Ubungsbuche; von der Mitte des 1. Sem. an wóchentlich eine Schularbeit in der 2. Halite der Stunde. 4 Stunden. Formenlehre, der ein-fache Satz, ortho-graphische Ubungen, Lesen, Erklàren, Wiedererzahlen, Me-morieren und Vortra-gen ausgewahlter Lesesthcke.ini I.Sem. monatlich 4 Dictate, im 11. monatlich 1 Haus-, 1 Sehulauf-gabe und 2 Dictate II A & B 4 26 2 Stunden. Das Wichtigere aus der katholischen Liturgik. Wiederholung der Glaubens-lehre und Neu- hehandlung der Sittenlehre. 8 Stunden. Erganzung der regel-mhBigen Formenlehre, die unregelmaBige Formenlehre und das Nothwendigste aus der Satzlehre, eingeuht an den Stticken des Ubungsbuches. Vocabellernen. Monatlich 3 Schulauf-gaben, 1 Hausaufgab'e. 4 Stunden. Erganzung der Formenlehre, Wiederholung des einfachen Satzes, der zusam-mengesetzte Satz. Lesen, Erklaren, Wiedererzahlen, Memorieren und Vortragen ausgew. Lesestucke. Monatlich 3 schrift-liche Arbeiten und 1 Dictat. III. A & B 26 2 Stunden. Geschiohte der giittlich. Oflenbarung des alten Bundes. Neu-hehandlung der Lehre von den Gnaden-mitteln und Wieder-holung der wichtigsten Partien der Glaubens- u. Sittenlehre. 6 Stunden. Wiederholung ein-zelner Abschnitte der Formenlehre, die Con-gruenz- und Casuslehre; aus Cornei. Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides. Pausanias, Cimon, Thrasybulus, Conon. Epaminondas, Pelopidas, Agesilaus, Cato, Atticus. Alie 14 Tage eine SchuI-, alle 3 Wochen eine Hausaufgabe. 5 Stunden. Die Formenlehre bis zu den Verben auf [it, eingehbt an den Sthcken des Dbungsbuches. Vocabellernen. Von der zweiten Halite des I. Seni, an alie 4 Wochen eine Haus- und eine Schulaufgahe. 3 Stunden. Grammatik: Systematischer Unterricht in der Formen- und Casuslehre mit Bhcksicht auf die Bedeutungs-lelire. Lecture mit besonderer Beach-tung der stilist. Seite. Memorieren und Vortragen. Aufsiitze: Im Sem. 8 schriftl. Arbeiten. IV. A-A B 27 2 Stunden. Geschichte der gòtti ichen Oflenbarung des rieuen Bundes. 6 Stunden. Die Tempus- und | 4 Stunjeil. Moduslehre, eingehbt ■ vViederholung des an entsprechenden j Noniens un| jer b&tzen und btticken aus , , dem Ubungsbuche. j'erben aut co, die Elemente Verben aut und der Prosodie und Metrik;!die Ubrigen Classen, Cies. bell. Gali. 1, IV [ eingehbt an den und theilvveise VI, eine Siitzen des Obungs-kleine Auswahl aus Ovid; buclies; monat-alle 3 Wochen eine lich eine Haus- und Haus-, alie 2 Wochen ) eine Schulaufgahe. eine Schulaufgahe. 1 3 Stunden. Grammatik: Systematischer Unterricht.. Syntax des zusam-niengcsetz.ten Satzes, die Periode. Grund-zuge der Prosodie und Metrik. Lect ure mit besonderer Be-achtung der stilisti-schen Seite. Memo-rieren und Vortragen. Im Sem. 8 schriftl. Arbeiten. plan. LehrgegenstSnde. Slovenische Sprache. Geschichte und Geographie. Mathematik. Naturwissen- schaften. 3 Stunden. Formenlehre, der ein-faclie Satz, orthogra-jphische Obungen, Lesen, Erklaren, Wiedererzahlen, Meinorieren und Vortragen ausgewàhlter Lesestucke. j lin I. Sem. monatlich 4 Dictate, im II. Sem. monatlich 1 Haus-, 1 Schularbeit u. 1 Dictat. 3 Stunden. Die nothwendigen Vor-begritl'e der mathe-matischen Geographie, allgemeine Begriffe der physikalischen und politischen Geographie, specielle Geographie der 5 Welttheile. Kartenskizzen. 3 Stunden. Die 4 Species in unbe-nannten, einfach u. mehr-fach benannten ganzen u. Decimalzahlen. Theilharkeit. Vorlibungen filr das Rech-nen mit gemeinen Bruchen. Die Grundgebilde: Gerade, Kreis, Winkel u. Parallelen. Die einfachsten Eigen-schaften des Dreieekes. 2 Stunden. Die ersten 6 Monate: Saugethiere und Insecten. Die 4 letzten Monate: Pflanzenreich. 3 Stunden. Analyse des zusaminen-gesetzten Satzes, Fort-setzung d. Formenlehre. Lesen, Erklaren, VVieder-erziihlen, Meinorieren und Vortragen ausgewahlter Lesestucke. Monatlich 3 schriftliche Arbeiten. 4 Stunden. Specielle Geographie Asiens und Afrikas ; allgemeine Geographie von Europa, specielle von Sudeuropa, Frank-reich, GroBbritannien. Kartenskizzen. Geschichte des Alter-thums (hauptsachlich der Griechen u. Romer) mit hes. Rtlcksicht auf das biogr. und sagen-hafte Element. 3 Stunden. Die Bruchrechnung. Ver-haltnisse und Proportionen. Einfache Regeldetri. Die 4 Congraenzsatze nebst Anwendungen auf das Dreieck. Der Kreis, das Viereck und das Vieleck. 2 Stunden. Die ersten 6 Monate: Vogel, Reptilien, Amphibien und Fische. Einige Formen aus den tibrigen Abthei-lungen derwirbel-losen Thiere. Die 4 letzten Monate : Pflanzenreich. Forts. desUnter-richtes der ersten Classe. 2 Stunden. Wiederholung ent-sprechender Partien der Formenlehre, Syntax der Nomina und Casus. Lesen, Erklaren, Wiedererzahlen, Memo-rieren und Vortragen ausgewahlter Lese-sttlcke. Im Semester 8 schriftliche Arbeiten. 3 Stunden. Geschichte des Mittel-alters mit Hervorhebung der Osterr.-uugarischen Geschichte, Geographie Deutschlands, der Schweiz, Belgiens, der Niederlande, Nord- und Osteuropas, Amerikas und Australiens. Kartenskizzen. 3 Stunden. Das abgekttrzte Rechnen mit unvollstandigen Zahlen. Die vier Rech-nungsarten mit ein- und mehrgliedri gen beson deren und algebraischen Aus-drtlcken, die 2. Potenz und die 2. Wurzel dekadischer Zahlen. Die Lehre vom Kreise. Àhnlichkeit. FlSchen-Inhalts-Bestiinmungen. 2 Stunden. I. Semester: Vorbegriffe der Physik. Warmelehre und Chemie. II. Semester: Mineralogie. 2 Stunden. Fortsetzung und Be-endigung der Syntax, die Wortbildungslehre, Lesen, Erklaren, Wiedererzahlen, Memo-rieren und Vortragen ausgewahlter Lese-sttìcke. Im Semester 8 schriftliche Arbeiten. ' 4 Stunden. Oberskht der Geschichte der neueren und neuesten Zeit mit be-sonderer Bertlcksichti-gung der Geschichte Osterreich-Ungarns ; bsterreich-ungarische Vaterlandskunde. Kartenskizzen. 3 Stunden. Cubieren und Cubikwurzel-ausziehen. Gleichungen mit einer und mit mehreren Unbe-kannten. Die zusammen-gesetzte Regeldetri, die Zinseszinsenrechnung. Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Hauptarten der Ktirper. ObertlAchen- und Rauin-inhaltsberechnung. 3 Stunden. Magnetismus, Elektricitat, Mechanik, Akustik u. Optik. Elemente der mathematisehen Geographie. Classe JStun-deii-z;: hi. Religions- lehre. Lateinische Sprache. Griechische Sprache. Deutsche Sprache. V. 27 2 Stun(leu. Binleitung in die katholische Religionslehre. 6 Stunden. liv. I, XXI. Ovid (ed. Sedhnayer) Metani. 3, 4. 5. 6, 14, 17, 18. 20, 22; Jugendgedichte 1. 5; Fasti 5. 6. ; Tristia 1. 2. 3. 4. 8. 12. Ex Ponto 1. 4. Wiederholung ausgewàhlter Abschnitte der Grammatik, wóchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Ùbungen, inonatlich eine Schulaufgabe. 5 Stunden. Xenophon : Ausgewàhlte Abschnitte aus der Anabasis I--IV. Homer, Ilias A.u.13. Wóchentlich 1 Grammatik-stunde. Erklàrung und Eiu-ùbung der Syntax (bis zur Lehre von den Genera des Verbums), im Semester 4 Sehulaufgaben. 3 Stunden. Lecture mit besonderer Rucksicht auf die C'harak-teristik der ep., lyr. und didakt. Gattung. Memorieren. Vortragen. Aufsàtze : jedes Semester 7 Arbeiten. vorwiegend Hausaufgaben. VI. 27 2 Stundeu. Katholische Glaubenslebre. 6 Stunden. Sallust. Bell. Jug. Verg. Eclog. I, V, VII, IX. Georg. I, 1-42; II, 136-176; 458-540; IV. 116-227; 315-558. Aeu. lib. I. Wiederholung ausgewàhlter Abschnitte der Grammatik, wóclientlieh 1 Stunde grammat.-stilistische Ùbungen, monatlich eine Schulaufgabe. Privatiectùre : Cic. in Cat. 1. Caes. bell. civ. 1. I. 5 Stunden. Homer: Ilias III, IV, 422-456, 539-544, VI, Vili, 335 -349, 485-565, XI. 1-195, XVI, XVIII. XXII. Herod.: VII. B. Xenophon : Auswahl aus Anali, und Comm. Wóchentlich 1 Grammatik-stunde. Tempus- und Moduslehre, im Semester 4 Scimi: « ’jaben. 3 Stunden. Genealogie der germanischen Sprachen. Mittelhochdeutsche Grammatik und Lectùre. Neuhochdeutsche Lectóre : Klopstock, Wieland, Lessing, mit besonderer Rucksicht aut die Charakteristik der stilistischen Forme». Literaturgeschichte bis zu den Stùnnern. Vortràge raemorierter poetischer Stficke. In jedem Semester 7 Aufsàtze, davon 4 Hausarbeiten. VII. 27 2 Stunden. Katholische Sittenlehre. 5 Stunden. Cic. Pro Milone, pro Arch. poeta. Cato maior.. Verg. Aen. Il, III und VII. Wiederholung ausgewàhlter Abschnitte dei Graininatik, wóchentlich 1 Stunde graininat.-stilistische Ùbungen, im Semester 5 Sehulaufgaben. 4 Stunden. Demosth.: I. und III. Rede gegen Philippos. Rede vom Fri ed en. Homer, Odyssee : Auswahl aus ganz: (, x, i. Alle 14 Tage eine Grammatik-stunde : Infinitiv. Participium, Negationeu, Conjunctionen ; im Semester 4 Sehulaufgaben. 3 Stunden. Literaturgeschichte von den Stùnnern bis zu Schillers Tode. Lectùre (zum Theil nach dem Lesebucbe) : Herder, Goethe, Schiller, mit besonderer RQcksicht auf die Charakteristik der stilistischen Formen. Redeùbungen. Aufsàtze, wie in der VI. Classe. Vili. 27 2 Stunden. G escili eh te der «'liristi iehen Kìrche. 5 Stunden. Tacit. Hist. I. ; Germ. lloraz : Auswahl aus den Oden, Epodon. Satiren und Episteln. Wiederholung verscliiedener Partien der Formen-und Satzlolire, wóchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Ùbungen, im Semester 5 Schularbeiteu. 5 Stunden. Platon: Apoi., Protagoras (priv. Kriton. Gorgias, Laches). Sophokl.: Kónig Ùdipus. Homer. Odyss. 12. 13. Alle 14 Tage eine Graminatik-stunde (Wiederholung ausgewàhlter Abschnitte der Grammatik), im Semester 4 Sehulaufgaben. 3 Stunden. Lectùre (zum Theil nach dem Lesebnche) : Goethe u. Schiller. Lessings „Luokoon“. Grillpar/.er : Almfrau ; Kónig Ottokars Glùck und End*. Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Redeùbungen. Aufsàtze, wie in der VI. Classe. Slovenische Sprache. 6tC$ Naturwissen-1 Philosoph. schaften. Propadeutik. 2 Stunden. Metrik. Tropea und Figuren. Lecture mit besonderer Kficksicht auf die Cliarak-teristik der episehen Gattung. Vortrage memorierter poetischer Stùcke, Wiederliolung der Grammatik. In jedem Semester 4 Haus- und 3 Sehul-arbeiten. 3 Stunden. Geschichte des Alter-tliuras, vornehmlich der Griecben und Rómer bis, zur Unterwerfung Italiens mit besonderer Hervorhebung der cultur-historischen Momente und mit fortwàlirender Bertìcksichtigung der Geogi'aphie. 4 Stunden. Einleitung, die Grundoperationen mit gan/.en Zahlen. Tlieilbarkeit der Zahlen, gemeine und Decimalbriiche, Verhàltnisse und Proportionen. Gleichungen 1. (»rades mit einer und mehreren Unbekannten. Longimetrie und Planimetrie. 2 Stunden. I. Semester : Mineralogie. II. Semester: Botanik. — 2 Stunden. Grammatik : Lautiehre. Genealogie der slav. Sprachen. Elemente der lyrisclien und dramatischen Poesie in Verbindung mit entspreehender Lecture, Vortrage memorierter poetiseher Stficke. Aufsàtze, wie in der V. Classe. 4 Stunden. Geschichte des Alter-thums von der Unterwerfung Italiens bis 375 n. Chr. Das Mittelalter. Erweiterung der geogra-phischen Kenntnisse. 3 Stunden. Potenzen, Wurzeln, Logarithmen, Gebrauidi der Logarithmentafeln, Gleichungen 2. Grades mit einer Unbekannten. Stereometrie, Goniometrie und ebene Trigonometrie. 2 Stunden. Zoologie. — 2 Stunden. Literaturgeschichte von Cyrillus und Methodius an. Lectùre : rPegam in Lambergar-v. l)r. Kr. D. Kreie Vortrage. Aufsiit/.e, wie in der V. Classe. 3 Stunden. Geschichte der Neuzeit mit Hervorhebung der ósterr.-ungarischon Gescliichte. Erweiterung der geograpliischen Kenntnisse. 3 Stunden. Unbestimmte, quadratiche, Exponential- und einige li ohe re Gleichungen. Progressionen nebst ihrer Anwen-dung auf die Zinseszinsrechnung, Combinationsl ehre und binomiseher Lehrsatz. Anwendung der Trigonometrie und der Algebra auf die Geometrie. Klemente der analytischen Geometrie in der Ebene mit Einscliluss der Kogelschnitts-linien. 3 Stunden. Einleitung, allgemeine Eigenschaften der Kórper, Mechanik fester, flfissiger und luftfórmiger Kórper, Wàrme-lehre und Cliemie. 2 Stunden. Logik. 2 Stunden. AltslovenischeFormonlolire mit Lese- und Ùbersetzungsùbungen, ftbersicbtliclie Zusammen-fassung der slovenischen Literatur. Freie Vortrage. Aufsut/.e, wie in der V. Classe. 3 Stunden Geschichte, usterreich-Ungarns. Im IL Semester 2 Stunden Geographie und Statistik Ósterreich-Ungams. Wiederholung von Partien aus der griechiclien und rómischen Geschichte, wóchentlich 1 Stunde. 2 Stunden. Wiederholung des gesummten mathematischen Lehrstoffes und Ùbungen im Ldsen matheinatischer Probleme. 3 Stunden. Magnetismus, Elektricìtftt, Wellenbewegung, Akustik, Optik. 2 Stunden. Empiriche Psychologie. B. Freie Lelirgegenst&nde. 1. Slovenische Sprache fiii' Schuler deutscher Muttersprache in 3 Cursen zu je 2 Stunden. I. Curs: Laut- und Formenlehre, Vocabellernen, Ùbersetzungen und Spreehubungen, 7 schriftliche Arbeiten. II. Curs: Beendigung der Formenlehre, Vocabellernen, Satzlehre, Ùbersetzungen und Spreehubungen, 10 schriltliche Arbeiten. III. Curs: VViederholung der Grammatik, Ùbersetzen, Spreehubungen und 7 schriftliche Arbeiten. Lecttlre: Babica von Cegnar-Božena Nčmcova. 2. FranzOsische Sprache. I. Abtheilung, 2 Stunden: Laut- und Formenlehre, (inclusive die wichtigsten unregelmatiigen Verba). Ùbersetzen und Conversation. 3. Steiermàrkische Geschichte und Geographie. 2 Stunden. 4. Stenographie. Untere Abtheilung, 2 Stunden: Wortbildung und Wortkurzung. Obere Abtheilung, 2 Stunden: Wiederholung der Lehre von der Wortbildung und der WortkUrzung. SatzkUrzung. Schnellschriftliche Obungen. 5. Zeichnen. 1. Unterrichtsstufe. I. CI. 4 Stunden. Anscbauungslehre. Zeichnen ebener geom. Gebilde u. des geom. Ornamentes. Grundbegriffe der Baumlehre. Erklarung der elementaren Korperforrnen. IL Unterrichtsstufe. II. bis IV. Cl. 4 Stunden. II. Cl. Perspectivisches Freihandzeichnen nacli Draht- und Holzrnodellen. Zeichnen einfacher Flachornamente im Umriss. III. Cl. Perspectivisches Freihandzeichnen nach Holzrnodellen und Modellgruppen. Zeichnen und Malen von Flachornamenten der antikclassischen Kunstweise. Ùbungen im Gedachtniszeichnen. IV. Cl. Perspectivisches Freihandzeichnen nach einfachen GefaSformen und Baugliedern. Zeichnen und Malen von Flachornamenten der classischen und der ùbrigen Kunstweisen. Zeichnen nach ornam. Gipsmodellen. Gedachtniszeichnen. III. Unterrichtsstufe. V. bis Vili. Cl. 3 Stunden. Erklarung der Gestaltung des mensch-lichen Kopfes und Gesichtes. Kopfzeichnen nach Vorlagen und ReliefabgUssen, Masken und Busten. Wiederholung und Fortsetzung 'des Stoffes aus den vorhergehenden Classen. Ùbungen im Skizzieren. 6. Gesang, 1. Abtheilung (Anfanger) 2, li. (Sopran und Alt), III. (Tenor und Bass) und Ge-sammtchor je 1 Stunde: das Ton- und Notensystem, Bildung der Tonleiter, Kenntnis der Intervalle und Vortragszeichen, Eintlbung vierstimmiger Gesange und Messen ini einzelnen, im Gesammtchore und fiir Mannerstimmen. 7. Turnen in 3 Abtheilungen zu je 2 Stunden: Ordnungs-, Frei- und Gerathturnen. 8. Sellònschreiben, 2 Stunden. Die Current- und Lateinschrilt nach der Tactiermethode. Heligìonslehre: Dr. F. Fischers LehrbQcher der kalhol. Religion (I. A—Ili. A), der Liturgik (II. A), der Geschichte der gòtti. Offenbarung des alten und neuen Bundes (111. A und IV.); Lesars Katekizem (L, II. und III. B), Liturgika (II. B), Zgodbe svetega pisma sfare in nove zaveze (III. B und IV. B); Dr. A. Wapplers LehrbOcher der kathol. Religion l'Or die oberen Classen der Gymnasien. (V.—VIL); Dr. B. Kaltners Lehrbuch der Kirchengeschichte (Vili.). Lateinische Sprache: Dr. F. Schultz’ kleine latein. Sprachlehre (I.—Vili.) und Aufgaben-sammlung zur EinUbung der latein. Syntax (III.—V.); E. Neubauers latein. Ùbungsbuch (I. A u. II. A); Kermavners Latinska slovnica (I. B —IV. B); Wiesthalers Latinske vadbe (I. B und IL B); Kermavners Vadbe v skladnji latinski, I. (III.—IV. B); Corn. Nep. vitae ed. Weidner (III.); Caesars beli. Gallicum (IVA; Ovid ed. Sedlmayer (IV. und V.); Livius (V.); Sallusts Jugurtha (VI.); Cicero und Vergil (VI. u. VIL); Tacitus u. Horaz ed. Petschenig (Vili.). (Tempsky’sche Textausgaben); C. Supfles Aufgaben zu latein. StilUbungen, 2. Thl. (VI.—VIII.). Griechische Sprache: Dr. G. Curtius, griecli. Schulgrammatik (III.—Vili.); Dr. Val. Hintner, griecl). Ùbungsbuch zur Grammatik von Gurlius-Hartel, 3. Aulì. (III. u. IV.); Dr. K. Schenkl, griech. Elementarbuch (IV. u. V.); Chrestomathie aus Xenophon (VI.) und Ùbungsbuch zum Ùbersetzen (VI.—Vili.); H. v. Lindner, Auswahl aus den Schriften Xenophons (V.); Homer (V, —Vili.); Dr. V. Hintner, „Herodots Perserkriege“ (VI.); Demosthenes (VIL); Platon und Sophokles (Vili.). (Tempsky’sche Textausgaben.) Deutsche Sprache: Dr. F. Willomilzers deutsche Grammatik fOr Osterreich. Mittelsehulen (I.—IV.); Leopold Lampels, deutsches Lesebuch (L—IV.); Kummer und Stejskal, deutsches Lesebuch fttr òsterreich. Gymnasien, V.—Vili. Bd. (V.—Vlil.); Lessings „Emilia Galotti“, „Mirina von Barnhelm", Goethes „Herinann und Dorothea* (VI.); Schillers „Wallenstein“, „Jungfrau von Orleans*, „Kabale und Liebe“, ,Hiiuber“, „Maria Stuart-1, Goethes „Gòtz v. Berlichingen“ (VIL); Lessings „Laokoon“, Goethes „lphigenie‘, „Torquato Tasso11, Schillers „ Wilhelm Tell11, Shakespeares „Julius Caesar11, Grillparzer: Almfrau und KOnig Ottokars GlUck und Ende (Vili.). Ausgaben von Graser und Hòlder. Slovenische Sprache. FOrSlovenen: Šket-Janežičeva Slovnica (I„ IL, III., IV.); Šumans Slovenska slovnica (V., VI.); Janežič’ Cvetnik fOr Untergymnasien (III., IV.); Dr. škets čitanka (I.. IL), berilo (V., VI.) u. Navratils (VIL, VIII.) Lesebuch; Dr. Fr. D. Pegam in Lambergar (VIL). FOr Deutsche: LendovSeks sloven. Elementarbuch (I,—111. Curs); L. Lampels deutsch. Lesebuch fùr die IV. Classe (III. Curs); Babica von Cegnar-Božena Nčmcova (lil. Curs). Geschichte und Geographie: F. M. Mayers Lehrbuch der Geschichte (II. u. III.); Dr. A. Gindelys Lehrbttcher der allgem. Geschichte ftir Unter- (IV.) und Obergymnasien (V.—VIII.); G. Herrs Lehrbucher der Erdbescbreibung (I.—III.); Dr. F. M. Mayers Geographie der cisterr.-ungar. Monarchie (IV.); Dr. E. Hannaks Lehrbuch der Osterreich. Vaterlandskunde (VIII.); Atlanten von Stieler u. Kozenn (I,—Vili.); Putzger (IL—Vili.) und Steintiauser (IV. u. VIII.); Atlas antiquus von Kiepert (IL, V., VI. und Vili.). Mathematik: Dr. F. R. v. Močniks Lehrbucher der Arithmetik und Geometrie ftir Unter-gymnasien (L- IV.), (ftir die I. B, II. B, III. B und IV. B die von J. Celestina besorgten slovenischen Ausgaben); Algebra und Geometrie ftir Obergymnasien (V.—VIII.); Dr. A. Gernerths logarithmisch-trigonometrisches Handbuch (VI. — VIII.); E. Heis’ Aufgaben-sammlung aus der allgemeinen Arithmetik und Algebra (V.—VIII.). Naturlehre: Dr. J. Krists Anfangsgrtinde der Naturlehre ftir die unteren Classen (III. u. IV.) und Dr. A. Handls Lehrbuch der Physik (VIL u. VIII.). Naturgeschichte: Dr. A. Pokornvs illustr. Naturgeschichte (L—III.); Dr. M. R. v. Wretschkos Vorschule der Botanik (V.); Dr. F. v. Hochstetters und Dr. A. Bischings Leitfaden der Mineralogie und Geologie (V.); Dr. V. Grabers Leitfaden der Zoologie (VI.). Philo sophi sch e Propadeutik: Dr. G. A. Lindners Lehrbuch der formalen Logik (VIL) und empirischen Psychologie (Vili.). Steiermàrkische Geschichte: Dr. C. Hirsch, Heimatkunde des Herzogthums Steiermark. Stenographie: R. Fischers theoretisch-praktischer Lehrgang der Gabelsbergerschen Steno-graphie. Franzosische Sprache: A. Bechfel, Franzòsisches Sprach- und Lesebuch. I. Stufe. D. Theraen. a) Fiir die deutschen Aufsatze. V. Classe: 1. Was lehrt uns der Herbst? 2. Wie hat Schiller in den Kranichen des des Ibykus den ihm vorliegenden Stoff umgestaltet? 3. Vergleichung zwischen „Erlkonig“ von Goethe und „ErlkOnigs Toehter" von Herder. 4. Calamitas virtutis occasio est. 5. Was ist der Grundgedanke in Schillers Gedicht „Kassandra“? 6. Eisenbahnfahrt und Fusswanderung. 7. Der Tod eines Tyrannen (nach Geibels „Tod des Tiberius"). 8. Kurze Gharakteristik der Idylle. 9. Warum wird das Epos „Gudrun“ eine deutsche Odyssee genannt? 10. Der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Walin. (Schiller.) 11. Bedeutung der Fliisse fiir die Entwicklung der Cultur. 12. Charakter Philos in Klopstocks .Messias." 13. Charakter Htlons in Wielands „Oberon.“ 14. Nichts ist schwerer zu ertragen, ais eine Reihe von schonen Tagen. (Goethe.) VI. Classe: 1. Der Nutzen des Reisens. 2. Die Verkehrsverhaltnisse in alter und neuer Zeit. 3. Welche Rolle spielt der Nibelungenhort in der altnordischen Erzahlung und im Nibelungenliede? 4. Schwert und Feder. 5. Das Wunderbare in der Darstellung Siegfrieds und Brunhildens (Nibel.). 6. Warum ist der Ackerbau die Grundlage des staatlichen Lebens? 7. Der Aufenthalt der Burgunden bei Rtidiger und die Bedeutung dieser Scene. 8. Das Schicksal kann die Heldenbrust zerschmettern, doch einen Heldenwillen beugt es nicht (Kfirners „Zriny“). 9. Goethes Ansicht tiber die verschiedenen Stande (Herm. u. D. V., 15—36). 10. Eindruck einer alten Burg aut den Beschauer. 11. Der Krieg in seinen verderblichen und in seinen wohl-thiitigen Folgen. 12. Charakter des Apothekers in Goethes „Hermann und Dorothea.” 13. Gang der Handlung im I. Acte von Lessings „ Min na v. B." 14. Charakter Tellheims („Minna v. B.“). VII. Classe: 1. Weshalb ist es fur die Menschen heilsam, dass sie Kinder der Sorge sind? 2. Wozu lernen wir Latein? 3. Ober den Wert fremder Sprachen. 4. Scenarium der ersten 3 Scenen in Goethes „Gotz v. Berlipbingen." 5. Gótz v. Rerlichingen (Charakterbild). 6. Segen der Arbeit. 7. In der Geschichte wie in der Poesie spielt die Liebe zum Vaterland eine grolle Rolle. 8. Geld verloren, etwas verloren; Ehre verloren, viel verloren; Muth verloren, alles verloren. 9. Das Heer Wallensteins (geschildert nach Schillers: „Wallensteins Lager"). 10. Rastlos vorvvarts musst du streben, Nie ermudet stille stehn, Willst du die Vollendung sehn. 11. In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne. 12. Welche Ursachen haben die franzOsische Revolution herbeigefUhrt? 13. Das Lami an der Donau, der Schauplatz grotler, weltgeschichtlicher Ereignisse. 14. Das Alte sttirzt, es andert sich die Zeit, Und neues Leben blttht aus den Ruinen. Vortriige: 1. Rom zur Zeit Ciceros und Athen zur Zeit des Demosthenes. 2. Goethes Jugend. 3. Theodor Komer. 4. Ans Vaterland, ans theuere, schlieB dich an, Das balte l'est mit. deihein ganzen Herzen; Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft. 5. Die Todtenbestattung bei den Griechen. 6. Gberlegenheit der Griechen liber die anderen Volker der Welt in Bildung und Gesittung. 7. Beziehungen der religihsen VVeltanschauung zur Kunst bei den Griechen und Romeni. 8. Andreas Hofer, der Sandwirt in Passeier. Vlil. Classe: 1. Iphigeniens Klage und Sehnsucht nach der Heiinat. 2. Das menschliche Leben ein Kampf. 3. Was und wie sollen wir lesen, um uus zu bilden? 4. Wer der Dichtkunst Stimine nicht vernimmt, Ist ein Barbar, er sei auch. wer er sei. 5. Entstehung und Entwicklung des Gegensatzes zwischen Tasso und Antonio. 6. Charakter des Tell, soweit derselbe aus dem I. Act von Schillers Drama zu erkennen ist. 7. Die Kostbarkeit der Zeit. 8. Mit welcher Be-rechtigung ziihlen wir Grillparzers Ahnfrau zu den Schicksalstragodien? 9. Graf Eberhard der Rauschebart (Charakterbild nach Uhlands Balladencyklus). 10. Des Ilelden Name ist in Erz und Marmorstein So wohl nicht aufbevvahrt, als in des Dichters Liede. 11. Willst du getrost durehs Leben gehn — blick iiber dich; Willst du nicht allein im Leben stehn — blick um dich; Willst du dich in deinem Werke sehn — blick in dich. 12. Die Meinungen der Zeit verschlingt die Zeit; dodi, was alle Zeiten groB genannt haben, bleibt unerschiltterlich in jedem Wechsel. 13. Nehmet den heiligen Ernst mit ins Leben hinaus; Demi der Ernst, der lieilige, machet allein das Leben zur Ewigkeit. li. Veredelnder Einfluss der Poesie auf die Bildung der Menschlieit. (Maturitatspriifungs-Thema.) — Vortrilge: 1. Eine Wanderung durch Untersteiermark. 2. Ursachen, welche die Neuzeit bervorgerufen haben. 3. Maria Theresia. 4. Die Schonheit der Natur und ihr Verhaltnis zuin Menschen. 5. Ein Bild der Reichshauptstadt. 6. Eine Wanderung in der Triglavgruppe. b) Fiir die Slovenischen Aufsàtze. V. Classe: 1. Oris svečanosti o priliki otvoritve novega gimnazijskega poslopja v Mariboru dne 18. septembra 1893. 2. Titus Livius, njegovo življenje in spisi. 3. Naj lepši dan mojih zadnjih šolskih počitnic. 4. Setev in učitev. Primerba. 5. Heroslav pride v lepo Italijo. Pripovest po Liviju. 6. Beka Človeškega življenja živa podoba. 7. Posip Dobrača na Koroškem ali postanek narodne pripovedke iz zgodovinskega dogodka. 8. Legenda v obCe in tako imenovana Levstikova legenda .Živopisen in Marija.“ 9. Štiri dobe Človeštva kakor jih nam riše Ovid v svojih metamorphozah. 1U. Ktere lastnosti ima balada in kako se te na narodni baladi ,,Mornar" v berilu dajo pokazati. 11. Ogenj prijatelj in sovražnik človekov. 12. Spomlad. Popis. 13. Drevo podoba človeškega življenja. 14. »Ljubušina sodba“ po zgodovini, vsebini, meri in njeni podobnosti z drugimi slovenskimi narodnimi pesmotvori. • VI. Classe: 1. „Zvonikarjeva“ po vsebini, meri in lastnostih pesminih. 2. C. Sallustius Crispus, njegovo življenje in spisi. 3. Kar si od svojih prednikov podedoval, osvoji si, da imadeš. 4. Kakor si kdo postelje, tako tudi legne. Motritev. 5. .,Rojakom." Cegnarjeva pesem. Slovstvena razprava. 6. Helena pokazuje Prijarnu in drugim Trojancem iznad Trojanskega obzidja grške junake. Po Homerju oris. 7. „Na Vršacu." Vodnikova oda po pesniku, vsebini, namenu, meri, osnovi in neznanih ali vsaj manj znanih besedah. 8. Olibanova glosa .Ozir v nebo." Slovstvena razprava. 9. .Samota." Josip Zemljina kancona. Slovstvena razprava. 10. Basen, njena zgodovina in njen pomen v slovstvu. 11. .Kdor po letu praznuje, po zimi gladuje." Po tem pregovoru naj se osnuje primerna basen z naslovom: ..Bucolica in muren." 12. Virgilius Maro, njegovo življenje in njegova dela. 13. .Bežimo lenobo!” V podobi syllogisma. 14. Orestov samogovor v Stritarjevi tragediji „Orest“ po vsebini in umetalni oceni. VIL Classe: 1. Slavnostni govor v svojih glavnih mislih na kratko označen o priliki otvoritve novega gimnazijskega poslopja v Mariboru dne 18. septembra 1893. 2. Brez muke ni moke. Motritev. 3. Atene v dobi Demosthenovi. Slovstveno-zgodovinska razprava. 4. Zakaj začinjamo na meji petnajstega in šestnajstega stoletja novo dobo v zgodovini? 5. Sila moč razvija. Zgodovinska motritev. Dokaze treba vzeti iz Rimske zgodovine. 6. Sopar v službi človekovi. Kulturno-zgodovinska razprava. 7. Brizinski spomeniki po vsebini, jeziku, domnevnem pisatelju, času in imenitnosti za Slovenski narod. 8. Na ktere načine naznanja človek človeku svoje misli? 9. Primerjajte kompozicijo Virgilijeve Aeneide z kompozicijo Homerjeve Odysseje. 10. Moje misli, kdar pogledam v pretekle čase naše domovine. 11. Vzkrs novoslovenske pismenosti v šestnajstem stoletju in njeni vzkrsitelji. 12. Velika noč. Kako praznujejo v vaši domačiji ta vzvišeni in veseli praznik? 13. Zmaga samega sebe je naj slavnejša zmaga. 14. Gorski venec, ki krasi okolico našega mesta. Vortrilge: 1. Družinsko in dižavno življenje starih Slovenov. 2. Dr. Franc Prešeren in njegove poezije. 3. Človek — čudno bilje. 4. Dr. Lovro Toman. 5. Življenje in slovstvene zasluge Levstikove. G. Anton Martin Slomšek, škof, pisatelj in domoljub slovenski. 7. Jovan Vesel Koseski in njegova dela. 8. O početkih slovenske književnosti. 9. Tomaž Hren in njegove zasluge za slovensko slovstvo in katolško vero med Slovenci. 10. Valvazor z posebnim ozirom na Kranjsko. 11. Vodnik, njegovo življenje in njegove zasluge za slovenski narod. Vlil. Classe: 1. Staroslovenski jezik in njegova imenitnost za temeljito naučenje novo-slovenskega jezika. 2. Kratek pregled Vazvitka grške filozofije od prvih početkov do Platonovih časov. 3. Blagoslov dela. 4. Cornelius Tacitus, njegovo življenje in njegovi spisi. 5. Razum je v človeku doma, kakor iskra v kremenu, ne ukreše se sam, ampak mora biti ukresan. Motritev. 6. Kaj naganja vse človeka v ptujino? Kulturno-zgodovinska motritev. 7. Vpliv sinov sv. Benedikta na povzdigo zapadno-evropske omike. 8. „Bog hoče" ali početek križarskih vojsk. 9. Horac, njegovo življenje in pesniška dela. 10. Kaj je hotel Cir z besedami reči, ki jih je na smrtni postelji izgovoril: „Zahvalujem se Vam, neumrjoči bogovi, da niste nikdar pripustili, da bi bil kdaj pozabil v svojem življenju, da sem človek.” 11. Krepost je jedna! Kako dokazuje Platon to trditev v svojem dialogu Protagora? 12. „Nil sine magno vita labore dedit mortalibus." Hor. Sat. I. 9. GO. 13. Protagora, Platonov razgovor v slovenski obleki. 14. Nadaljevanje in konec istega razgovora. Vortrage: 1. O Vodniku in njegovem slovstvenem delovanju. 2. Oteč Marka Pohlin. 3. O početkih novoslovenske književnosti. 4. Protireformacijska doba. 5. Staroslovenski slovstveni spomeniki. G. Franc Cegnar, njegovo življenje in delovanje na pesniškem polju Slovenskega slovstva. 7. Razvitek Grške tragedije. 8. Anton Janežič, r zaslužen Slovenski književnik. 9. Anton Murko, imeniten slovničar Štajerskih Slovencev. 10. Ozir na Slovensko slikarstvo. 11. Brizinski spomeniki glede na njihov postanek, njihovo vsebino in važnost za Slovenski jezik. 12. Prešernov »Krst pri Savici" po vsebini in pesniški oceni. 13. Franc Erjavec, odličen Slovenski pisatelj in rodoljub. IV. Vermehrung der Lehrmittel. A. Bibliotliek. 1. Lehrerbibliothek. (Unter der Obhut de- Prof. J. Mei sei.) a) Geschenke. 1. Des k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht: a) Osterr. botali. Zeitschrift, 1892; b) Germania, Vierteljalirschrift fur deutsche Alterthumskunde, 1892; c) Fachkataloge der internationalen Ausstellung fur Musik und Theaterwesen, Wien, 1892; «) der musikhistor. Abth. von Deutschland und Osterr.-Ung.; (?) der Abth. fur deutsches Drama; y) der Ausstellung des Ktìnigr. GroBbritannien u. lrlarnl; A) der Abth. des KOnigr. Italien; «) der Abth. des Kaiserth. Russland; C) der Ausstellung des KOnigr. Spanien. 2. Der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien: a) «. Anzeiger der phil.-hist. Gl., 1892; fi. Anzeiger der math.-naturw. GL, 1892; b) Arehiv fiir osterr. Geschiehte, 78. Bd. 1. Halite; c) Sitzungsberichte: «. Philos.-hjst. CI. 126., 127. Bd.; (f. Math.-nalurw. Cl.: Abth. 1: 100. Bd. 8. Heft. 101. Bd. 7. Hefl; Abth. 11 a: 100. Bd. 8. Heft, 101. Bd. 7. Heft; Abth. 11. b: 100. Bd 8. Heft, 101. Bd. 7. Hefl; Abth. Ili: 100. Bd. 8. Heft, 100. Bd. 7. Heft; d) Almanach, 1892; e) Begister zu den Bànden 97—100 der math.-naturw. Cl. 3. Der k. k. Centralco m missio n zur Erforschung und Er-haltung der Kunst- und historischen Denkmale: Mittheilungen, 1892. 4. Des ftirstbischoflichen Lavanter Consistoriums: Personalstand des Bisthumes Lavant, 1893. 5. Des histor. Vereines fur Steiermark: a) Mittheilungen, 40. Heft; b) Beitrage zur Kunde steiermark. Ge-sehichtsquellen, 24. Jahrg. 6. Des Veri'. Dr. Fr. Ritter v. Hauer: Annalen des k. k. natur-liistor. Hofmuseums. Jahresbericht fiir 1892. 7. Des Veri'. Egger-Móllwald: Die Wander-Versaminlnng deutscher Philologen und Schulmànner. Wien 1893. 8. Des Directors Dr. Stein-wenter: „Mittelschule“, VI. 9. Des Fabrikanten K. Hauser: Mittheilungen des naturwissen-schaftl. Vereines fiir Steiermark, 1892. 10. Des Verfassers Dr. .1. Murr: Zur Diluvialtlora der Ostalpen. 11. Des Verwalters der Lehrerbibliothek: „Gymnasium“, Jahrg. 1—9. 12. Ungenannter Spender: a) Pesmi Franceta Preširna (2 Ex.); b) Martin, Ph. L., Die Praxis der Naturgeschichte, I. u. IL Thl.; c) Cantor, M., Vorlesungen iiber Geschiehte der Mathematik. b) A n k a u f. 1. Zeitschrift ftir die Osterr. Gymnasien, 1892. 2. Literarisches Centralblatt tur Deutschland, 1892. 3. „Gymnasium“, 1892. 4. Linzer theologiscb-praktische Quartalschrift, 45. Jahrg. 5. Wolfsgruber, C., Gregor der GroBe. 6. Ders., Kardinal Migazzi. 7. Bibliotheca philologica classica, 1892. 8. Handbuch der classischen Alterthumswissenschaft, herausgeg. v. lvv. Miiller, Vili., 2. 9. Roscher, W. H., Ausftthrliches Lexikon der griech. u. rom. Mythologie, 22.— 24. Lieti1, und Supplement dazu. 10. Grimm, J. u. W„ Deutsches Worterbuch, IV., 9, Vili. 10—12, XII. 5. 11. Deutsches Heldenbuch, IL. III. 12. „Aus deutschen Lesebuchern“, herausgegeben v. R. u. W. Dietlein, Gosche und Polack. 13. Baumbach, R., Ges. Werke. 14. Uhlands ges. Werke, 6 Bde. là. Jagié, V., Arehiv f. slav. Philologie, XV. und Supplementbd. 16. Levstikovi zbrani spisi. 17. Letopis matice- slovenske, 1892. 18. Zabavna knjižnica, Vil. 19. Slovenska zemlja, L 20. Slovenski nemški slovar, ured. M. Pleteršnik, I. Heft. 21. Die Osterr.-ungar. Monarchie in Wort und Bild (158—180). 22. Mittheilungen der k. k. geograph. Gesellschatt, 1892. ^ 23. Osterr.-ungar. Revue, 13. Bd. 24. Wiedemann, Annalen der Physik, 46.-48. Bd. 25. Verhandlungen der k. k. zool.-bot. Gesellschaft, 1892. 26. Maly, Dr. J. K., Flora von Steiermark. 27. Hinterwaldner, J. M., Wegweiser fiir Naturàliensammler. 28. Jahrbuch des hòheren Unterrichtswesens in Osterreich, 1893. 29. Kreunz, F., Bewegungsspiele und Wett-kampfe fiir Mittelschulen. Gegenwìirtiger Bestand: 2946 Werke in 6087 Banden, Heften u. s. w. und 15.883 Programme. 2. Schiilerbibliothek. (Ftir das Untergymnasium unter der Obhut des Gymnasiallehrers Ign. Pokorn, fiir das Ober-gymnasium unter der Obhut des Gymnasiallehrers B. Matek.) a) Geschenke. 1. Der Verlagsbuchandlung Graeser in Wien: a) Goethes Gedichte; b) Lessing, Die hamburgische Dramaturgie in Auswahl. 2. Der Verlagshdlg. A. G. Ploetz in Berlin: PÌoetz, Dr. K., Auszug aus der nlten, mittlern u. neuern Geschiehte. 10. Aufl. 3. Des Veri. Dir. Fr. Scheller: Lehr- und Lesebuch der Gabelsbergerschen Stenographie. 4. Autl. b) A n k a u f. I. Freytag G., Die verlorene Handschrift. 2. Goethes Gedichte (Graesersche Ausgabe). 3. Stoli, Bilder aus dem altgriechischen Leben. 4. Ptltz, Historische Darstellungen und Cha-rakteiistiken. 3. Bd. 5. Ebers G., Die Schwestern. 6. Smolle L., Auf den Feldern der Ehre. 7. Schulze E., Die bezaubei'te Rose. 8. Kluge H., Geschicbte der deutschen Nationallitteratur. (5 Ex.) 9. Uhlands Gesammelte Werke, (1.—5. Bd., Cotta). 10. Baumbach, Zlatorog, ins 5G Slov. iibersetzt v. Funtek. 11. Jos. Stritar-ja zbr. spisi. 12. Funtek A., Luči. 13. Otto Spamers lllustr. Volks- und Jugendbibliothek, 5. Heft. 14. Kuhn, Spiegelbilder aus dem Leben und der Geschichte der VOlker. 4., 5., 9., 17., 18, 21. Bdchen. 15. Pichler Luise, Historische Er-ziihlungen ftir die Jugend. 26., 29., 37.. 40. Bdch. 16. Katscher H., Vambérys Leben und Reiseabenteuer. 17. Stoki Hel., Drei Wochen am Gardasee. 18. Weller Fr., Niclas Graf v. Zrinyi. 19. Moritz P., Die letzten Tage von Pompei. 20. Pederzani-Weber, Erzherzog Karl und seine Grenadiere. 21. Dungen J., M Archen und Sagen, 50.—-51. Bd. 22. Braut G., Mythen- und Sagenmarchen. 23. Wiechovsky W., Màrchenbuch. 24. Groner A., Erzahlungen aus der Geschichte Osterreich-Ungarns. 25. Zohrer Ferd., Osterreich. Kttnstlerbuch. 26. Fr. Hoflmann, a) Bog pomaga; b) Kako vzgaja usoda; c) Peter Prostak; d) Kar Bog stori, vse prav stori. 27. Knjižnica družbe sv. Cirila in Metoda, 7. Bd. 28. Schmidt, Roza jelodvorska. 29. Vrtec, 1891. 30. Kočevar, Mlinarjev Janez. Gegenwartiger Bestand: 601 Werke in 1081 Banden und Heften. B. Ristoriseli ■ geographische Lehrinittelsaminlung. (Unter der Obhut des Prof. Franz Horàk.) Ankauf. 1. Ed. Holzels „Geographische Charakter-Bilder“ Nr. 33 und 34 (Reine auf den Lofoten, Mont Perdu) sainmt Text. 2. Julius Lohmeyers „Wandtafeln ftir den geschichtlichen Unterricht”: Tafel 1. Romisches Lagerbild (Anspraehe Trajans vor der Schlacht); Tafel 5. Angriff der athenischen Hopliten bei Marathon; Tafel 7. Die Gothenschlacht am Vesuv. Stand der Sammlung: 68 Wand- und Handkarten, 19 Atlanten, 30 geogr. Bilder mit 10 Heften Text, 65 historische Bilder, 2 Globen, 1 Tellurium. C. Pliysikalisehes Cabinet. (Unter der Obhut des Prof. J. Hirschler.) Ankauf. ,Fallrinne nach Galilei, Gommunicierende Rohren, Hydraulische Presse, Regnault’s Hygrometer samint Aspirator, Dfiberreiner’s Ztindmaschine, Spectraldochte. Durch-schlagende Zungenpfeife, Motor nach Froment, Vorrichtung zur Krafttibertragung, Galvanische Batterie, Taucherfiguren, Eisenkessel zur Sauerstoffdarstellung, Gasentwicklungsflaschen, Gas-waschflasche, Bunsensche Wasserluftpumpe. Tafellineale und Tafelzirkel. Das Inventar der physikalisch-mathematischen Sammlung enthalt 552 Nummern. D. Murliistorisehes Cabinet. (Unter der Obhut des Gymnasiallehrers Dr. Anton Schwaighofer.) a) Geschenke. Sammlung von Conchylien aus der Umgebung von Marburg, von Herrn Dr. J. Murr. Squilla mantis, Echinus melo, Toxopneustes lividus, Asteropecten aurantiacus, Ruckenschulpe v. Sepia offlcinalis, von Herrn Dr. C. Lippitsch. Balg von Archibuteo lagopus, von dem Realsehiiler Hock. Balg von Chelidon urbica, von dem Schiller der 1. A Classe L. Irgolitsch. Ein Hornisnest v. dem Schtiler der I. B Classe J. Tušak. Zinnober von R. Sark (111. A Classe). Galcit von F. Voglar (111. B Classe). Seesalz von A. Cvetkovič (III. B Classe). Mehrere Insecten von Schtilern der I. Classe, sowie brauchbare Exemplare aus einer Sammlung des Schiilers der VI. Classe A. Spit zy, vvurden in die Schulsammlung eingereiht. Vom Custos wurden Praparate angefertigt von Tropidonotus natrix, Anguis fragilis, Rana temporaria, Aphis rosae, der Larven von Ceranibyx heros u. Myrmecoleon formicarius, ein Metamorphosenpraparat von Musca vomitoria und einige groBe Krystallmodelle. b) Ankauf. Testudo graeca. Troc.kenpraparat eines Wiederkttuermagens. 9 mikroskopische Praparate. Eine Serie (6 Tafeln) von Leutemanns zoologischen Abbildungen. Einige Steinsalz-stticke. Verbrauchsmaterialien und Werkzeuge. Die Sammlung zahlt gegenwiirtig 15116 Sthcke in 1598 Nummern. E. Lehrmittel fiir den Zeichcnunterrieht. (Unter der Obhut des Realschullehrers A. Hesse und des Btirgerschullehrers F. Schuster.) Ankauf. a) 37 Wandtafeln fur den Zeichenunterricht von Franz Steigl. Stand der Sammlung: A. 5 perspect. Apparate; B. 20 elementare Drahtmodelle; C. 6 elementare Holzmodelle; I). 10 architekt. Elementarformen; E. 6 arehitekt. Formen; F. 5 Ge-fiiBformen; G. 12 ornamentale Stilformen; H. 2 figurale Gipsmodelle (Reliefs); I. 5 figurale Gipsmodelle (Biisten und Hautreliefs); K. 66 StUck Varia; L. 12 Vorlagenwerke, 22 besondere Vorlagen. £ F. Musikaliensamniliing. (Unter der Obhut des Gesangslehrers August Satter.) Ankauf. a) Cantica Sacra von Anton Forster; b) Vera, upanje, ljubezen von Anton Forster, beide Mknnčrchbre. Verehrung des heiligen Altursacramentes, gemischter Chor von B. Biel. Barden-Chor, Mannerchor von Silcher. Stand der Sammlung: a) 12 Wandtabellen fur den Gesangsunterricht; b) 13Tantumergo und Segenlieder mit 290 Stimmen; c) 56 Kirchenlieder, Graduale und Offertorien mit 1096 Stimmen. Weltliche Lieder: a) 54 deutsche mit 1500, b) 21 slovenische mit 380 Stimmen, zusammen 3266 Stimmen, eine Stimingabel und 12 Wandtabellen. G. Miinzensanimluiig. (Unter der Obhut des Prof. Franz Horàk.) Geschenke. Des Herrn Friedrich Leyrer, Sparcassacontrolors in Marburg: 3 Spiel-marken aus Messing; des Secundaners Repolusk Andreas: 2 Kupfermiinzen aus der Re-gierungszeit Franz I. (IL) und 1 aus der Regierungszeit Ferdinands 1., (1848); des Tertianers Rojko Josef: 1 kleine Silbermiinze aus der Regierungszeit Leopolds I; des Secundaners Mlakar Johann: 2 Kupfermiinzen aus der Regierungszeit Franz 1. und 1 aus der Regierungszeit Franz Josefs I.; des Secundaners Cukmann Franz: 1 kleine Kupfermtinze aus der Regierungszeit Franz I. (II.) und 1 aus der Regierungszeit Ferdinands I. (1557); des Primaners lrgolitscli Leo: 6 Kuptermiinzen aus der Regierungszeit Franz I. (IL), 1 Kupfermtinze aus der Regierungszeit Franz Josefs I. und 1 Centim aus der Regierungszeit Victor Emanuels, 2 deutsche Bronzemunzen; des Primaners Čeli Johann: 3 Kupfermiinzen aus der Regierungszeit Franz I. (II.), 2 aus der Regierungszeit Franz Josefs I. Summe aller numismatischen Gegenstiinde: 1197. Anhang: 1 riim. Fibula, Bruchstiicke eines riim. Mosaikbodens, Lachmanns Miinzkunde und Hickmanns „Vergleichende Miinzen-Tabelle“, angeschafft im .Jahre 1893. Fùr alle den verschiedenen Lehrniittelsamnilungen des Gymnasiums gemachten Geschenke wird den hochherzigen Spendern hiemit der warmste Dank ausgesprochen. V. Unterstiitzung der Scbiiler. A. Die zvvei Piatze der Andreas Kautschitsch'schen Studentenstiftung, bestehend in der vom hochw. Herrn Canonicus, Dom- und Sladtpfarrer Jakob Philipp Bohinc gegebenen vollstandigen Versorgung, hatten inne die Scbtiler Johann Kolar der 111. A und Josef Weber der IV. A Classe. B. Die Zinsen der A. Kautschitsch'schen Stiftung im Betrage von 6 fi. wurden zur Anschaffung von Schreib- und Zeicbenerfordernissen venvendet. C. Aus der Ringaufschen Stiftung wurden an diirltige Schiller Arzneien im Kosten-betrage von 10 fl. 97 kr. verabtolgt. D. Von den aus der Marburger Sparcasse-Jubilaumsstiftung bis 31. December 1892 falligen Zinsen wurden laut Gemeinderathsbeschlusses vom 24. November 1892 die h. o. Schiller Schlauss Karl der I. A, Marwieser Job. der 11. A, Mathiašič Gottfried der III. A, Haus Moriz der IV. A und Hadwiger Franz der V. Classe mit je 10 tl. betheilt. E. In die Casse des Vereines zur Unterstiitzung dtirftiger Schiller des haben als Jahresbeitriige oder Gaben der Wohlthàtigkeit fiir 1892/93 eingezahlt: Se. Fdrstbischiifliche Gnaden Dr. Michael Napotnik, Filrstbiscbof von Lavant . Der hochw. Herr lgnaz Orožen, infulierter Domdechant und apost. Protonotar „ „ „ Franz Kosar, Domherr, Monsignore, pšpstl. Hauspralat . „ „ „ Lorenz H erg, Domherr............................• . . . „ „ „ Dr. Johann Križanič, Domherr, Mitglied des k. k. L. Sch. R. „ „ „ Jakob Philip]) Bohinc, Domherr, Dom- und Stadtpfarrer „ , „ Karl Hribovšek, Domherr, Director des Diocesan-Priesterhauses . „ » „ Dr. Johann Mlakar, geistl. Rati), Theologie-Professor und Leiter des f. b. Knaben-Seminars............................................. „ „ „ Josef Zidanšek, Theologie-Professor und Sub-Regens des f. h. Knaben- Seminars . .................................................. „ „ „ Josef Majcen, f. b. Hofcaplan....................................... „ , „ Dr. Franz Feuš, Theologie-Professor................................. „ „ „ Dr. Alois Meško, Theologie-Professor................................ „ „ , Jakob Kavčič, Chorvicar............................................. „ „ „ Dr. Anton Subač, geistl. Ratti, Pfarrer zu St. Gymnasiums fl. kr. . 20 — 3 -2 — 2 — 2 — 2 — 2 — 3 — 2 -2 — 2 — 2 — 2 — Anna ani Kriechenberge 2 Flirtrag 48 fl. kr. Ubertrag 48 — Herr Adolf Lang, k. k. Hofrath i. P. in Wien, Ehrenmitglied des Vereines . . 2 — „ Barth. Ritter von Garneli.........................................................5 — Frali Anna Majciger, Professorsgattin, Hans- und Realitatenbesitzerin . . . 1 — Herr Theodor Kaitenbrunner, Buchhandler und Hausbesitzer..............................3 — „ Philipp Terò, med. Dr............................................................(2 — „ Dr. Barth. Glančnik, Advocat und Realitatenbesitzer..............................10 — „ Dr. Johann Sernec, Advocat und Realitatenbesitzer........................2 — „ Dr. Johann Orosel, Advocat und Realitatenbesitzer........................2 — „ J. V. Su pan, Hausbesitzer........................................................2 — „ Dr. Franz Radey, Landtags-Abgeordneter, k. k. Notar und Realitatenbesitzer . 1 — „ Franz Oehin, Hotel- und Realitatenbesitzer........................................1 — „ Franz Ko Cev ar, Weingroflhandler.................................................2 — „ Andreas Platzer, Papierbiindler...................................................3 — „ Jacob Bancalari, k. k. Kreissecret&r i. P.........................................3 — „ Dr. Arthur Steinvventer, k. k. Gymnasial-Director in Graz . . . . 2 t- „ Dr. Peter Stornik, k. k. Gymnasial-Director......................................15 — „ Johann Majciger, k. k. Gymnasial-Professor........................................1 — „ Dr. Josef Pajek, k. k. Gymnasial-Professor.......................................10 — „ Anton Lantschner, k. k. Gymnasial-Professor.......................................1 — „ Josef Meisel, k. k. Gymnasial-Professor...........................................2 — „ Jakob Hirscliler, k. k. Gymnasial-Professor.......................................2 — „ Karl Kirchlechner, k. k. Gymnasial-Professor......................................2 — „ Johann Košan, k. k. Gymnasial-Professor...........................................2 — „ Georg Polzi, k. k. Gymnasiallehrer................................................4 — , Franz Jerovšek k. k. Gymnasiallehrer..............................................2 — „ Ignaz Pokorn, k. k. Gymnasiallehrer...............................................2 — , BI. Matek. k. k. Gymnasiallehrer..................................................2 — „ Dr. Anton Schvvaighofer, k. k. Gymnasiallehrer....................................1 — „ Dr. Josef Murr, suppi. Gymnasiallehrer............................................1 — „ Otto Toifel, suppl. Gymnasiallehrer...............................................1 — „ Dr. Johann Tertnik, suppl. Gymnasiallehrer........................................1 — Ergebnis einer Sammlung unter den Schftlern des Gymnasiums*) . . . 82 34 Summe 220 fi. 34 kr. Rechnung'sabschluss Nr. 36 **) vom 1. Juli 1893. Die Einnahmen des Vereines in der Zeit vom 1. Juli 1892 bis 1. Juli 1893 bestehen: 1. Aus den Jahresbeitriigen der Mitglieder 2. Aus den Spenden der Wohlthater . 3. Aus dem Legate der Frau Maria Belos 4. Aus den Interessen des Stammcapitales 5. Aus einem Papierverkauf 6. Aus dem Cassareste von 1892 Sumine 129 91 9 209 1 332 11. — , 34 „ 34 „ 00 „ 18 „ 23 kr. 772 fl. 09 kr. Das Stammeapital betragt 5200 11. fi. W. in Papieren. Die Ausgaben fur Vereinszwecke in der Zeit vom 1. Juli 1892 bis 1. Juli 1893 betrugen: 1. Fur die UnterstUtzung wtirdiger und diirftiger Schiller : a) durch Beistellung von Freitischen................................ 352 11. 82 kr. b) durch Ankauf und Einband von LehrbUchern und Atlanten, welche den Schtilern geliehen oder geschenkt wurden . . . . 94 „ 07 „ c) durch Verabfolgung von Kleidungsstiicken und Bargeld . . . 5 „ — „ 2. Fur Regieauslagen (Entlohnung fiir Schreibgeschafte etc.) . . . . 10 „ 20 „ Summe 408 11. 09 kr. Es bleibt somit ein barer Cassarest von.............................. 304 fl. — kr. F. Zu besonderetn Danke sind viele Schuler des Gymnasiums den Herren Arzten in Marburg fiir bereitwillige und unentgeltliche Hilfeleistung in Krankbeitsfallen verpflichtet. G. Frau Oberst Anna Edle v. Steyskal, bat drei Schiller der Anstalt mit Kleidungsstiicken versorgt. Dem Unterstiltzungsvereine spendeten im Schuljahi'e 1892/3 Mally A. (IV. A) und Benesch H. (IV. A) je 2 Biicher. *) Die SchOler der I. A Classe .spendeteli 7 fl. 00 kr., der T. B Classe 0 fl. 63 kr., der II. A Classe 5 fl. 60 kr., der 11. B Classe 5 fl. 60 kr., der 111. A Classe 7 fl. 40 kr.. dor III. B Classe 12 fl. 10 kr., der IV. A Classe 7 11. 50 kr., der IV. B Classe 8 fl. 10 kr., der "V. Classe 3 11. 62 kr., der VI. Classe 5 fl., der VII. Classe 3 fl., der Vili. Classe 7 fl. 70 kr. **) I)er Keehnungsabschluss Nr. 35 wurdo in de.r ordentiichen Generalversammlung vom 4. December 1802 gc-pruft und fur richtig befunden. Der Ausschuss des laufenden Vereinsjahres bostand aus den Herren: Dr. Poter Stornik. k. k. Gymnasial-Director, Obmann ; J. V. Supan, Hausbesitzer, Johann Majciger. k. k. Gymnasial-Professor, Dr. Josef Pajek, k. k. Gymnasial-Professor, Johann Košan, k. k. Gymnasial-Professor, Ausschussmitglieder ; als Rechnungs-rovisoren fungierten die Herren: J. V. Supan und Professor Dr. Meško. H. Freitiscbe wurden mittellosen Schfllem von edelherzigen Wohlthatern 391, vom Unter-sttitzungsvereine 36, zusammen 427 in dei- Woche gespendet. Fùr alle den Schulern des Gymnasiums gespendeten Wohlthateù spridit der Berichterstatter im Namen der gutigst Bedachten hiemit den gebùrenden innigsten Dank aus. VI. Forderung der kòrperlichen Ausbildung der Jugend. In Befolgxing des diesen Gegenstand betreffenden boh. M. E. vom 15. September 1890 Z. 19097 wandte sicb der Berichterstatter vvie sein Amtsvorg&nger in den vorhergehenden Jahren aucb heuer an das k. u. k. Stations-Gommando und an den Ausscbuss des h. o. Stadt-verschOnerungsvereines, welch beide Vorstehungen der h. o. Gynmasial-Jugend eine namhafte Preisermafiigung, erstere bei Beniltzung der Bade- und Schwimmanstalt in der h. o.Franz Josef-Kaserne, letztere bei Benutzung des Eislaut'platzes auf dem Stadtteiche in liebenswiirdigster Weise bereitwilligst einriiumten. wot'iir ibnen an dieser Stelle zugleich der beste Dank der Anstalt ausgesprocben sei. Fiir die Jugendspiele im Freien wurde vom k. u. k. Stations-Gonnnando und von dem hochw. f. b. Prasiilium der Cavallerie-Exerzierplatz vor Windenau zur Benutzung iiberlassen. Die ungiinstige Witterung, besonders im Menate Mai und in der ersten Halfte des Monates Juni, die groBe Entfernung des Spielplatzes und die rnannigfachen Bescbrànkungen in der Benutzung desselben, der Mangel eines Spielleiters und an verfiigbaren Geldmitteln lieBen einen regelmaBigen Betrieb der Jugendspiele nicht zu, dodi wurden vom Turnlehrer wahrend des ganzen Schuljahres in den Turnstunden Bewegungs- und Ballspiele geiibt. Zur Anschaffung der tur letztere nothigen Gerathe spendeteti die Schfiler im vorigen Jahre zusammen 35 fi. 70 kr. Hievon wurden laut Rechnung der Firma M. R. Salzmann in Wien fiir 1 Schleuderball, 2 StoB-balle, 2 kleine Lederbàlle, 2 kleine Gummiballe und 2 Schlager samrnt Nachnahmegebtir 26 fi. 8 kr. verausgabt; es verbleibt somit ein Cassarest von 9 fi. 62 kr. Zudem unternahmen die Herren Professoren, besonders Jerovšek, Košan, Matek, Meisel, Dr. Murr, Dr. Schwaigbofer, Toifel etc. mit ihren Classen im Winter- und Sommersemester hàufige AusflUge, auf denen wobh aucb Jugendspiele veranstaltet wurden. Der dies majalis fiel auf den 16. Mai. Die Conferenz betreffend die Forderung der kòrperlichen Ausbildung der Jugend wurde am 22. December 1892 abgehalten. VII. Erlàsse der vorgesetzten Behorden. 1. Verordnung des h. k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht vom 15. Juli 1892 Z. 13835 (L. Sch. R. Eri. vom 21. Juli 1892 Z. 5260), wodurch die EròfTnung einer Parallel-abtheilung mit slovenischer Unterrichtssprache (in Religion, Latein, Slovenisch und Mathematik) fiir die IV. Classe der h. Anstalt angeordnet wird. 2. Erlass des hocblobl k. k. steierm. L. Sch. B. vom 9. September 1892 Z. 5231, wodurch angeordnet wird, dass in der IV. Gymnasialclasse die Kirchengeschichte als Lehrgegenstand fallen zu lassen und dafiir die biblische Geschichte des neuen Bundes das ganze Jahr hindurch zu behandeln ist. 3. Erlass des hocblobl. k. k. steierm. L. Sili. R. vom 18. September 1892 Z. 6671, betreffend die zum Scbutze vor der Cholera zu ergreifenden allgemeinen und individuellen VorbeugungsmaUregeln. 4. Erlass des bochl. k. k. steierm. L. Sili. R. yom 8. Novomber 1892 Z. 8087, wodiTVch die Directionen infolge Ersuchschreiben der k. k. statist. Central-Commission vom 31. October 1892 Z. 11417 angevviesen werden, die statist. Naehweisungen iiber die Mittelschulen bis Ende September jedes Jahres vorzulegen. 5. Erlass des h. k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht vom 4. December 1892 Z. 9639 ex 88, betreffend die Remunerationen der Bibliothekare der Mittelschulen. 6. Erlass des hocblobl. k. k. steierm. L. Seli. R. vom 6. November 1892 Z. 7029. Uni Fliissiginachung der Remunerationen fiir Mehrleistungen ist ini Sinne der Ministerial-Verordnung vom 22. Juni 1892 Z. 7036, P. 7 am Ende jedes Semesters einzuschreiten. 7. Erlass des li. k. k. Ministeriums fiir Cultus u. Unterricht vom 1. Marz 1892 Z. 23250 ex 1891, betreffend die Errichtung und Verleihung von Stipendien an Lebrpersonen der Mittelschulen fiir Studienreisen nach Italien und Griechenland. 8. Erlass des b. k. k. Ministerium, fiir Cultus und Unterricht vom 5. November 1892 Z. 21171, wodurch angeordnet wird, dass vom Schuljahre 1893/94 an der Unterricht in den freien Lehrgegenstànden an den Staatsmittelschulen in Steiermark, gleich wie in alien iibrigen Kronlandern, durcli 10 Mpnate zu ertheilen ist. 9. Erlass des hocblOhl. k. k. steierm. D. Sch. R. vom 6. Aprii 1893 Z. 1927, womit ge-stattet wird, aneli fernerhln freiwillige Geldheitiage von Schulern fiir die Zwecke der Jugend-spiele, jedoch mit Vermeidung jeglichen Zwanges zu sammeln. GO 10. Erlass des h. k. k. Ministeriums fiir Cultus u. Unterricht vom 17. Miirz 1893 Z. 1818. Eine Wiederholungsprtifung uber den naturwissensehatlliehen Lehrstoff des I. Semesters der I., II. und 111. Classe ist in Hinblick auf die gegenvvartige Vertheilung des Lelirstoffes nicht erlorderlieh. 11. Erlass des h. k. k. Ministeriums fiir Cullus und Unterricht, wodurch erOffnet wircj, dass die Noten des Protokolles iiber die Aufnahmsprulung zur Feststellung der Noten aus der Religionslehre, der Naturgeschichte und der philosophischen Propadeutik bei der Maturititts-prilfung nicht inaBgebend sind. VIII. Chronik. a) VerSnderungen im Lelirkiirper. Mit hoh. Minist.-Erl. vom 28. Juli 1892 Z. 9830 wurde der h. ii. Supplent Blasius Matek zum wirklichen Lehrer an der h. Anstalt ernannt. Mit Ende September 1892 wurde infolge des hob. Minist.-Erl. vom 23. August 1892 Z. 18901 der h. à. Prolessor Joh. Schmierer krank-heitshalber in den zeitlichen Rubestand versetzt. Prof. Schmierer ge h o rte seit dem Schuljahre 1885/86 der Anstalt an und vvirkte wàhrend diesel- Zeit mit der ganzen K raft seines Konnens und gediegenen Wissens. Collegen wie Schiller werden ih m stets ein freundliches Andenken bewahren. An seine Stelle trat der bisherige Supplent der k. k. Staatsoberrealschule im 11. Gemeindebezirke in Wien, Dr. Anton Schwaighofer, der durch den hoh. Minist.-Erl. vom 27. August 1893 Z. 19188 zum wirklichen Gymnasiallebrer ernannt wurde. Mit Eri. des hochl. k. k. steierm. L. Sch. R. Z. 6891 und 6892 wurden die Herren Dr. Josef Murr, Dr. Johann Tertnik, Jakob Kavčič und Otto Toifel als Supplenten abermals bestiltigt, resp. neu bestellt, wahrend Dr. Gajetan Lippitsch anderwarts Verw-endung fami. Laut Eri. vom 7. Jtinner 1893 Z. 27036 ex 1892 bat sich Se. Excellenz der Minister fiir Cultus und Unterricht bestimmt gefunden, den h. it. Professor Franz Horàk in die Vili. Rangclasse zu befordern. b) Die wklitigsten Dateli. Am 30. Juli 1892 tibernahm der Berichterstatter die Leitung der Anstalt und amtierte bis 1. September v. J. nodi im alten Schulgebaude. Am 18. August 1892 wohnten die in Marburg anwesenden Mitglieder des Lehrkòrpers dem zur Feier des Geburtsfestes Sr. k. und k. Apostolischen Majestat des Kaisers cele-brierten Hochamte bei. In der ersten Hitlfte des Monates September 1892 fami die Ùbersiedlung in das neue Schulhaus statt. Die Schtileraufnahme erfolgte am 15. und 16. Juli, ferner ain 16. und 17. September. Eròffnungsfeier. Sonntag, den 18. September 1892 fand die feierliche ErOtfnung des neuen Gymnasial-gebaudes statt. Nach einem Festgottesdienste in der Aloisikirche zogen die Schiller paanveise, gefilhrt von ihren Lehrern, in das neue Schulgebaude. Dieses war auf der Hauptfront mit Flaggen in den Reichs- und steiermiirkischen Landesfarben geschmUckt, und in dem pracht-vollen Festsaale umgaben die grolle Buste Sr. Majestat des Kaisers schilne Blumen und lippig griine Blattpflanzen. Die Schiller slellten sich auf den ihnen angewiesenen Platzen im Festsaale und in dem daneben gelegenen groCen Zeichensaale auf. Hierauf nalitn der hoelvwurd. Herr Filrstbischof Dr. Michael Napotnik unter Assistenz die kirchliche Einweihung der Gymnasialkapelle und der fili- die Lehrziinmer bestimmten Crucifixe vor, woraitf die eigentliche Eròffnungsfeier begann. Zu derselben waren erschienen: Se. fiirstbiscb. Gnaden Dr. Michael Napotnik, Filrstbischof von Lavant, Herr Statthaltereirath August Edler von Taubenberg als Vertreter Sr. Excellenz des Statthalters, Herr Landesschulinspector Dr. Johann Zindler, Herr Bezirkshauptmann Franz Kankowsky, Herr Bilrgermeister Alexander Nagy, Herr Vice-bilrgermeister Dr. Hans Schmiderer, Herr Landèsausschuss Dr. Josef Schmid erer, die Vertreter der k. k. Staats- und autonomen Bchorden und andare geladčne Honoratiorem Die Feier begann damit, dass der Gymnasial-Sangerchor unter der Leitung des Herrn Gesang-lehrers August Satter das Lied „Die Ehre Gottes" von Beethoven mit grofler Wirkung absang. Der Statthaltereirath von Taubenberg hielt sodami folgende Ansprache: Hochgeehrte Versammlung! Da Se. Excellenz, der Herr Statthalter, durch dringende dienstliche Geschiifte verbindert ist, beute hier zu erscheinen, ist. mir die ehrenvolle Aufgabe zutheit geworden, Sie in dessen Vertretung zu begrtlBen. Gestatten Sie mir, in Bezug auf die Bedeutung der heutigen Feier einige Worte an Sie zu riehten. Se. Majest&t miser Allergnàdigster Kaiser und Herr hatte kaum den Thron Seiner Vàter hestiegen, als AUerhOchstderselbe durch weise Regierungsacte zu erkennen gali, dass Er die Sorge fiir die Pflege der Wissenschalten als eine Seiner ersten Herrscheraufgaben erachte. Mit der Einfuhrung der Lehr- und Lernfreiheit an den IJniversitàten war innig und als eine nothwendige Folge die Reform der osterreichischen Gymnasien verbunden, welche bis dahin, ziemlicb eingeengt in veraltete Formen, den Bedurfnissen der Neuzeit, in vvelcher die Naturwissenschaften zu so hoher Bedeutung gelangt sind, nicht mehr vOllig entsprachen. Das neue Gymnasium solite unter wesenllicher Beniitzung der alten classischen Sprachen und ihrer Litteratur, dieses Urquelles unserer modernen Gultur, eine hfihere allgemeine Bildung gewahren und damit zugleich tur das Universitàtsstudium vorbereiten. Diese Prinzipien haben in dem Organisationsentwurfe vom Jahre 1849 unter der Agyde des damaligen, uni die Wissenschaft so hocbverdienten Unterrichtsministers Crafen Leo.Thun und unter der Mitwirkung ausgezeichneter Fachmanner ihren classischen Ausdruck gefunden. Aber die Organisation der Gymnasien solite dieselben nicht wie ein metallenes Kleid umschlieBen und in unveranderlichen Formen festhalten. sondern vielmehr in das Leben dieser Institute eindringen, mit ihnen wachsen und sich gestalten. Und so haben denn seither unter Festbaltung an den einmal als richtig erkannten und bevvalnten Grundsàtzen Lehrplan und Methode mancherei Verbesserung erfahren, wie dann ttberhaupt der fortschreitende Werde-process noch nicht zum Abschluss gediehen ist. Die Ungunst der Zeitverhaltnisse und nainentlich der fmanziellen Lage des Staates haben es nicht sofort gestattel, dass die Mafinahrnen fiir die ràumliche Unterbringung der wissen-schaftlichen Lehranstalten mit ihrer inneren Organisation gleichen Schritt hielten. Durch die allumfassende Filrsorge Sr. Majestat ist aber auch in dieser Richtung, und namentlich in neuerer Zeit Vieles und GroBes geschphen und insbesondere ist es die Steier-mark, welche auch diesbezUglich der Allerhòchsten Huld zur Dankbarkeit verpflichtet ist. So ist in der Landeshauptstadt ein neues Universitatsgebàude im Entslehen, wahrend stattliche Neubauten tur die technische Hofchschule und fur die beiden Staatsgymnasien daselbst bereits vollendet und ihrer Bestimmung zugefiihrt sind. An diese reiht sich nun auch dieses Haus. (Zum Director gewendet.) Indem ich das-selbe Ihnen, Herr Director, hiemit namens der Regierung ubergebe, spreche ich Ihnen und dem gesammten LehrkOrper in vertrauensvoller Zuversicht die Erwartung aus, dass die Anstalt unter Ihrer Leitung und auch fernerbin in dem neuen Heim gedeihen werde als eine Statte wissenschaftlichen Strebens und wahrhaft religiosen und patriotischen Sinnes, zum Wohle nachwachsender Enkelgeschlechter und zur Ehre des Vaterlandes. Hierauf ergriff der Director das Wort und erklilrte, das Gebaude zu Ubernehmen, welches, den so iiberaus schulfreundlichen Intentionen der boben Regierung sein Entstehen verdankend, ausgezeichnet durch seine Lage und durch den vornehmen Stil, in alien seinen Ràumen voll-kotnmen den Anforderungen der modernen Schulhygiene entspreche. Wenn er das Gebaude in seiner Vollendung tiberblicke, so babe er das Gefuhl dpr Freude, an der sicherlich Lehrer wie Schiller theilzunehmen alien Grund haben. Er schloss mit den «Worten : „So folgt dem Geftihle der Freude auch das der Dankbarkeit. Ich bitte daher Euere Hochwohlgeboren als Vertreter der hohen Regierung, den tiefsten Dank fiir das groBe und herrliche Geschenk entgegennehmèn zu wollen mit dem ernsten Versprechen, dass wir, Lehrer wie Schiiler, durch die strengste Pflichterfilllung dahin streben werden, zum Rulline und zur Ehre unseres groBen Vaterlandes und zum Wohle unserer engeren Heimat nach unseren Kritften beizutragen. Gott schiltze das neue Haus und segne das Wirken in demselben!“ Nach dieser Ansprache trug der( Siingerchor das Lied: „Mein Vaterland" von J. Gauby in hilchst gediegener Weise vor. Hierauf hielt Herr Professor Karl Kirchlechner die Festrede des Tages. Diese lautet: Hochangesehene Versammlung! Aufgefordert, zur Feier der Eròffnung unseres Gymnasiums die Festrede zu halten, dachte ich mit Rilcksicht auf die besonderen im heurigen Jahre fiir die Steiermark in Betracht kom-menden Grtinde an die Behandlung eines historischen Themas auf breiterer Grundlage als man es vielleicht sonst fiir eine derartige Feier zu vyilhlen pflegt. Steiermark feiert im laufen-den Jahre das Fest der 7(X)jahrigen Vereinigung mit Osterreich, einen historischen Gedenktag, an den uns bereits eine in Graz erschienene Festsehrift erinnerte. Ich milchte nun, ap jene Festsehrift ankntlpfend und einen Schritt weiter gehend, das Werden, den Aufbau und die Ausgestaltung jenes groBen Lander- und VOlkerhauses, unseres schfìnen Osterreich sellisi, schildern, in dem eben die kleine aber reizende Steiermark neben den beiden Stammlanden der Monarchie einen der ersten und einen der wichtigsten Grund- und Ecksteine gebildet hat. Kònnen wir ja dodi nicht oft genug uns selbst und der uns zur Èrziehung und Heranbildung anvertrauten Jugend die Gescliichte der Heimat, die Geschichte des Staates, dessen Burger wir sind, wiederholen. Der Anfall der Steiermark an Osterreich erfolgte 1192 nach dem Tode des letzten Traun-gauers Ottokar Vili, und unter der Regierung Leopolds V. von Babenberg. Da der Anfall selbst sowie die Zeit der Babenberger in der genannten Festsehrift erOrtert ist, so gehe idi tiber diese Periode rasch hinweg und bemerke nur, dass die Zeit der Babenberger in cultur- G2 historischer Beziehung auBerordentlich wichtig war. Wird uns ja doch der Hof der Babenberger als einer der glanzendsten von Sangern und Dichtern gepriesen oli seiner Milde und Frei-gebigkeit und wegen der Pflege, die Kunst und Gesang hier fanden. In politischer Beziehung war auBer der bedeutenden Erweiterung des Gebietes tur den Besitz der Babenberger noch wichtig geworden die Erhebung desselben zum Herzogthum 1156. Dritthalb Jahrhundeite batte die Herrschaft der Babenberger gedauert, und man kann sie, wenn man den beschei-denen Ant'ang, den fortschrittlichen Verlaut' und das gute Endergebnis derselben betrachtet, ein frOhliches, erfreuendes Vorspiel nennen zu dem groBartigen, mehr als 600 Jahre dauernden geschichtlichen Drama, welches sicli mit der Thronhesteigung der Habsburger auf dem Territorium der heutigen OSterr.-ungar. Monarchie abzuspielen beginnt. Zuerst verdtistert sich das freundiiche, beitele Bild. Sang und Lied verstummen im wtisten Lami der kaiserlosen, schreckliehen Zeit. Auf die vorbin nóch glticklichen und bltihen-den Osterreichischen Lande t'allen die diisteren Scbatten des Interregnums. Diese traurige Zeit fand die Osterreichischen Lànder in doppelter Beziehùng verwaist. JN'icbt nur war 1350 Kaiser Friedrich IL gestorben und mit ihm Deutschlands Macht und Herrlichkeit dahin, es war ein paar Jahre vorher in Osterreich aucb das eigene Ftirstengeschlecht ausgestorben mit dem Tod des letzten Babenberger Friedrich II. des Streitbaren in der Schlacht a. d. Leitha gegen die Ungarn 1346. Bòhmen und Ungarn, von den nun herrenlos gewordenen Liindern selbst zu Hilt'e gerut'en, dringen von Norden und Osten in Osterreich ein, und die zwei schwachen Frauen, zwei weibliche Seitenverwandte des letzten Herzogs, Margaretha u. Gertrude, Schvvester und Nichte Friedrich II., treten bald ganz in den Hintergrund zurtick, im Vordergrund der politischen Btihne aber erscheint der bohmische Ottokar, der II. dieses Namens, Stolz, maehtig und ehrgeizig, klug geleitet von seinem Kanzler Bischof Bruno von Olmtltz. Es ist bekannt, wie Ottokar dadurch, dass er auf zwei Seiten zugleich seine Stimine abgab, die Doppelwahl des Jahres 1357 herbeituhrte, die zwei SchattenkOnige auf den Thron erhob, von denen keiner imstande war, seine kOniglichen Rechte geltend zu machen. Das war nun die Zeit, in der Ottokar reiche Ernte hielt von der Zwietracht, die er unter Deutscblands Ftirsten gesaet hatte. Dureh List, Bestechung und Gewalt gelangt er bis zum Jahre 1369 in den Besitz aller Baben-bergischen Liinder und hatte so ein Reich gegrundet, das den grOBten Theil des heutigen Cisleithanien umfasste und sich erstreckte vom Riesengebirge bis an die Adria. Da erhebt sich neben dein màchtigen KOnig ein einfacher, bescheidener Graf, schlicht und demilthigen Sinnes, ein gutes Schwert an seiner Seite, das er nur im gerechten Kampt'e zu ziehen entschlossen war. Im Reiche riet man schon lang nach einetn Konig, der dem rechtlosen Zustand ein Ende machen und wieder Recht und Gesetz dort aufrichten solite, wo zu lange schon nur mehr die Gewalt des Miichtigeren gegolten hatte. Endlich im September des Jahres 1373 treten die Ftirsten zusammen, einen neuen Konig zu wahlen. line VVahl fallt auf jenen schlichten Grafen, und Rudolf, der erste Habsburger, der Ahnherr unserer er-lauchten Dynastie, bestieg den deutschen Thron. Der Stern Habsburgs war aufgegangen und — o wunderharer Gang der Geschiclite — als Weiser aus dem Morgenlande, so mOchte ich ihn nennen, erscheint Burggraf Friedrich von Nurnberg aus dem Hause Hohenzollern, der von dem Wahlorte vorauseilt, der Welt die frolle Botschaft zu verkunden. dass in Deutschland wieder ein Konig sei. Den Bemtlhungen des Burggrafen und des Erzbischofs Werner von Mainz war Rudolfs Wahl zu danken. Mit der Wahl Rudolfs war indessen noch nicht alles gethan. Jetzt galt es, auch wirk-lich Konig zu sein in dem Reiche, das so lange schon des Rechtes und der gesetzlichen Ordnung entbehrt hatte. Es ist bekannt, wie wacker Rudolf sich gehalten hat, wie er des Reiches Rechte zu wahren und zu schiitzen wusste. Der stolze BOhmenkònig wird geilchtet, da er einer mehrmaligen Autforderung, an den Hof des deutschen Kiinigs zu kommen und Bòhmen und Mahren als Lehen zu empfangèn, die Babenbergischen Liinder aber herauszugeben, nicht Folge leistet. In einem zweirnaligen Waffengang wird nun zwischen Rudolf und Ottokar um den Besitz der Osterreichischen Liinder gekampft. Das erstemal fallt die Entscheidung 1376. Auf einer kleinen Insel in der Donali treffen die beiden Gegner zusammen und Ottokar empfàngt hier Bòhmen' und Mahren als Lehen aus der Hand Rudolfs, nachdem er die Babeli -bergischen Liinder herausgegeben hat. Alleili der stolze Bohinenkònig komite den Verlust der schOnen Liinder nicht verschmerzen, und so grill' er plOtzlich wieder zu den Watl'en. Rudolfs Lage war verzweifelt, da er an einen Vertragsbruch nicht gedaclit und sein Heer bereits entlassen batte. Da war es nun, wo sich die BevOlkerung der Osterreichischen Lànder mit Entschiedenlieit auf die Seite der Habsburger stellte und deren Saehe rettete. Rudolf erhielt von auswartigen Màehten wenig Untersttitzung, dagegen waren zahlreicb in seinem Heere Salzburger, Osterreicher, Kàrntner, Steirer und Krainer. Die Entscheidung fallt diesmal auf dem sogenannten Kruterboden an der obem March zwischen den Orten DUrnkrut, Laa und Stillfried 1378. Rudolfs recider Fliigel war anfangs im Zurlickweichen begriffen, er selbst ward vom Pferde geworfen. Erst als die Reserve unter Ulrich v. Kapellen anrtickte, drangen seine Scharen unaufhaltsam vor. Ottokar, seine Saclie verloren sehend, sttirzt sich ins wilde Getiimmel des Kampfes und sinkt, von der Rache unedler Feinde getroffen, in den Staub. Als nackte, blutentstellte Leiche sali Rudolf seinen Gegner wieder. Wie der Vorhang in der TragOdie war das unerbittliche Verhàngnis herabgefahren auf Konig Ottokars „Gltick und Ende.“ Vier Jahre spàter tagte ein groBer Reichstag zu Augsburg. Die Ftirsten des Reiches waren versammelt, an ihrer Spitze der Kònig. Mit Zustimmung der Ftirsten belehnte nuu hier Rudolf seine beiden Soline mit den Babenbergischen Làndern; es war der 37. December 1282. Seit der Zeit regieren die Habsburger in Osterreich, aber das, was man einen Oster-reicbischen Staat nennt, bestand nodi lange nicht, wenn schon diese Lander jetzt den Krystallisationspunkt abgeben, um den sich, freilich erst im Lauf der Jahrhunderte, die ver-schiedenen Konigreiche und Lander zu gruppieren beginnen, wie sie eben heute den Bestand der Osterreichisch-ungarischen Monarchie ausmachen. Die Geschichte der nachsten zvvei Jahrhunderte, die Zeit von 1291—1493, zeigt tiberhaupt, mit wenigen Ausnahmen, den regen Pulsschlag nicht mebr, wie ihn die erste Halite des Mittelalters charakterisiert. Was Osterreich anbelangt, so durchlebte es anfangs eine der gluckiichsten Zeiten unter der Regierung Albrechts II. des Weisen oder des Lalimen. Nach seinem Tode beginnt auch ftir die Habs-burgischen Lander eine trilbere Zeit. Wie muss doch der gute Herzog Albrecht II. sein eigenes Blut gekannt haben, dass er, gleichsam mit prophetischem Blick die kommenden Dinge vorausahnend, kurz vor seinem Tode 1355 in einer eigenen Hausordnung seine Soline in liebevoller Weise ermahnte, sie soliteli stets in briiderlicher Liebe, mit gleichen Rechten bei einander bleiben und ihre Lander gemeinschaftlich regieren. Inimer aber sind es die jiingeren Briider, die das altere, friedliebende Haupt des Hauses zvvingen, die Besitzungen zu theilen. So spaltet sich das Habsburgische Haus endlicli durcli den Vertrag von Neuberg 1379 in 2 Linien, die Albertinische und Leopoldinische, jede mit eigenen Besitzungen, und die ehe-inalige Einheit blieb nur dadurch angedeutet, dass jeder der Herzoge die Titel und Wappen aller Osterreichischen Lander fuhrle. Die Gefahr der ganzliehen Zerreissung der Osterreichischen Lander lag nahe, und nur das Gliick hat hier nodi weiter geholfen. Die Albertinische Linie starb 1457 mit Ladislaus Posthumus aus, und ihr Besitz fiel an die Leopoldinische. Zvvar haben Streitigkeiten im 15. Jahrhundert auch diese Linie gespalten in eine steirische und tirolische, aber glucklicherweise starb auch hier mit dem Tode Sigmunds des Mtinzreichen von Tirol (1496) die letztere aus, und der g;anze Osterreichische Besitz kam abermals in eine Haud. Die wirkliche Vereinigung Tirols mit den Ubrigen Osterr. Litndern erfolgte schon ein paar Jahre vor dem Tode Sigmunds. Von da an begann nicht blofl tur Osterreich, sondern auch fur das ganze Reich die Zukunft freundlicher zu werden, als der alternde Kaiser Friedrich III. gestorben war und ein neuer Fttrst Habsburgischen Stammes den deutschen Thron beslieg, der herrliche, ritterliche Kaiser Max. Stets wird dieser Kaiser eine der schOnsten Gestalten der deutschen Geschichte bleiben, wenn ihm auch bei vielen seiner Plane das Gliick nicht hold war. Reich begabt und herrlich von Gestalt, muthig, ritterlichen Sinnes, vereinigt, er-den let.zten Nachklang jener eigenartigen Poesie, die das vergangene Zeitalter — wenigstens in der besseren Halite seiner Zeitdauer — charakterisiert, ebenso in sich, wie die Bestrebungen der neuen Zeit. Kein W under also, dass diese Gestalt dem poetischen und dem Volksinunde nicht entgangen ist und der Kaiser nodi heute forti elit. in der Dichtung wie in der Sage. So wenig oft Maximilian bei seinen Untemehmungen, die das deutsche Reich belrafen, vom G lučk begUnstigt war, ftir Osterreich hat er viel erreicht und nodi mehr und Wichtigeres hat er vorbereitet. Nicht nur dass er far Kunst und Wissenschaft viel in seinen Erblanden t.hat, namentlich die Universitat in Wien durch Berufung der berUhintesten Manner hob, er vergrOfierte auch den Osterreichischen Besitz durch die Gewinnung von GOrz, Gradiška, Mitterburg, der nord-tirolischen Gebiete Kufstein, Kitzbahel, Rattenberg. sovvie des Ostlichen Pusterthales. Geradezu merkwttrdiges GlUck batte Maximilian mit alien seinen Heiratsprojecten. Nicht nur hat schon dieser Habsburger eine kuhne, sagenumwobene Brautfahrt um die reiche, viel-begehrte Maria v. Burgund gethan in das Land, das auch in unseren Tagen Osterreich eine kunftige Herrscherin geben solite, dem ritterlichen Freier scheint niemand widerstanden zu haben, auch dann nicht, wenn er fttr andere auf Werbung gieng. Seine zwei Heiratsprojecte, denen ein tnerkwUrdiger Zufall die ErfUllung nicht versagte, drohten fast zwei Welttheile in iliren politischen Grenzen zu verrUcken. Durcli die Vermihlung seines Sohnes Philipps des SchOnen mit Johanna von Castilien kam die ganze spanische Monarchie in Habsburgischen Besitz, durch die von ihm eingeleitete Doppelheirat seiner Enkel Ferdinand und Maria mit den Kinderri des KOnigs Wlàdislav II. von Ungarn und BOhmen bereitete er die Erwerbung dieser beiden Lander ftir die Habsburger vor. Wieder traf alles, sogar in den nebenskchliclien Umstanden ein, so wie man es ge-wUnscht batte. KOnig Wladislav batte zur Zeit der Sehliefiung des Ehecontractes noch mcht einmal den an Maxens Enkelin zu verheiratenden Sohn; derselbe stand erst in Erwartung. Des KOnigs Hoffnung ward nicht getiiuscht, und spiiter heiratete sein miinnlicher Sprosse die ihm durch Vertrag vorherbestimmte Braut Maria. Die Elie zwischen Ferdinand und Anna aber kam 1521 zustande. Als nun 1526 Ludwig IL, der Gemalil Marias, oline Erben in der Schlacht bei Moliaes fiel, war, freilich erst nach l&ngeren Kampfen, das Endergebnis: Die Gewinnung BOhinens und Ungarns far die Habsburger. . . Tu felix Austria nube! Jetzt stand es da,, das herrliche Reich, und zwar in alien semen wesentlichen Bestandtheilen. Ein Blick auf die Karte zeigt ja sofort, dass die 3 Liindergruppeu, die deutsch-Osterreichischeo Lander, BOhmen und Ungarn, ein zusammengehOriges Ganzes zu bilden bestimmt sind, wenn sie auch in ethnographischer Beziehung noch so getrennte Gebiete zu sein scheinen. Das Band, das die 3 Liindergruppen zusammenhielt, war indessen nodi schwach, da sie nur geeiut erschienen durch die Persoli des gemeinsamen Monarclien. Erst nach und nacli konnte ja das Bewusstsein der ZusammengehOrigkeit und gemeinsamer lnteressen in den ver-schiedenen VOlkern der 3 Làndergebiete erwachen, wàhrend die Habsburger selbst darnach traditeli mussten, das so Geschaffene tur alle Zeiten durch ein sicli reres Band zu verkntlpfen, als es die biotte Personalunion war. Vorderhand freilich war sogar der Habsburgische Gesammtbesilz noch einmal der Gefahr der dauernden ZerreiBung ausgesetzt, indein was frtiher die Uneinigkeit der Habsbur-gischen Prinzen herbeifiihrte, jetzt eine allzuweit geli end e Vaterlandsliebe verschulden zu wollen schien. Ferdinand 1. theilte, obwohl er wissen musste, dass er dadurch die Erhaltung des Gesainmtbesitzes tur kommende Zeiten unmOglich maehte, seiiie Besitzungen unter seine 3 Sdhne Maximilian, Ferdinand und Karl, so dass wir jetzt eine òsterreichische, eine tirolisehe und eine steirisclie Linie der Habsburger erhalten. Aber zutn Gluek war es wieder die steirische Linie, welche die beiden andern Uberlsbte und zum zweitennial den Gesamnitbesitz der Habsburger in ilirer Hand vereinigte. Von da an hat dami die ereignisreiche Gescbiehte bis aut' Karl VI. die ZusammengehOrigkeit der Osterreichischen Lander und Vòlker in moralischer und staats-reclitlicher Beziehung gefórdert. In moralischer Beziehung that dies besonders die Regierung Leopolds I. Es war dies die Zeit des gefàhrlichen Ùbergewichtes Frankreichs, die Zeit der schreckliclien Turkengetahren. Aber es waren das aucli die Tage des glorreichsten Ruhmes tur die Òsterreichische Armee und deren Fulirer, den Prinzen Eugen von Savoyen und, was noch mehr besagen will, far die Burger des Osterreichischen Staates sebst, es war diese Zeit mit einem Worte das Helden-zeitalter Osterreichs. In den Kriegen gegen jeden der beiden Feinde — Franzosen wie TUrken — tlnden wir glanzende Beispiele heldeiimuthìger Vaterlandsvertheidigung, Thaten, die an die schonsten Muster antiker Burgertugend erinnern, wie es z. B. die Vertheidigung Wiens war gegen die Turken 1(183 oder der Aufstand Tirols gegen die Baiern und Franzosen 1703. So tief gewiss jederzeit der Eindruck bleiben wird, den z. R. die heldenmuthige Sellai des Leonidas in ihrem Kampf gegen die Perser aut uns macht, wir hatten trotzdem nicht notbwendig, immer und immer wieder deli nun schon breit getretenen Weg zu den Therinopylen zu thun. Die Vertheidigung der Pontlatzer Brucke durch die Tiroler gegen die tìbermaclit der Baiern, der heldenmuthige Kampf Wiens gegen die Scharen Kara Mustafas, auch sie sind classische Beispiele heldenmuthiger Vaterlandsvertheidigung, heroischer Burgerwehr, nur dass ihnen der Schimmer einer mehr als zweitausendjàhrigen Verklarung fehlt. So sehen wir Òsterreich in dieseiji Zeitraume aus alien ilirn drohenden Gefahren sieg-reich und sogar in seinem Umfang durch die italienischen Besitzungen vergrOBert hervorgehen, wahrend die Kraft seiner stolzen Feinde gebrochen ist. Frankreichs bisher drohendes t)ber-gewicht ist vernichtet ini spanischen Successionskrieg, tur den Islam aber bedeutete die iniss-glUckte Belagerung Wiens den dauernden Niedergang seiner Macht. Òsterreich aber maehte liald unter der Regierung Karls d. VI. einen weiteren Scbritt zu seiner inneren Festigung. Der Kaiser hatte keinen Solili, und imi seiner altesten Tochter Maria Theresia die Nachfolge zu sichern, schuf er ein neues Staatsgrundgesetz, das bekannt ist unter dem Namen ,,pragmatiche Sanction.“ Es bestimmt ini wesentlichen, dass die oster-reichisehen Erblande nie getheilt werden sollen, dass zuerst der Mamisstanim des Erzhauses nach dein Reclite der Erstgeburt folgen solle, wenn er aber ausgestorben wtire, die weibliche Linie, ebenfalls nafh dem Redite der Erstgeburt. Zugleich verfUgte es, dass zuerst die TOchter Karl VI., dann die Josefs I., weiter die Leopolds I. und sofort die Erbfolge liaben soliteli. Bis zum Jalne 1725 hatten alle Volker und Lander des Osterreichischen Staates das neue Staatsgrundgesetz anerkannt, und Karl VI. suchte nun dafiir auch die Garantie der euro-paischen Maehte zu erlangen. Die schwersten Opfer brachte der Kaiser und er erlangte auch wirklich die Zustimmung der meisten Machie, aber wie es sicli bali! zeigte, nur vorUber-gehend und oline dass sie einen wirklichen Wert gehabt bàtte. Karl batte eben die Zeit nicht bedacht, in der er lebte. Es war die Zeit der abge-feimtesten Diplomati, wo man Vertriige nur zu schlieBen schien mit der bestimmten Absicht, sie bei passender Gelegenheit wiederum zu brechen. Kaum hatte Karl der VI. ausgeatlnnet, standen, wenn man von Baiern, das die pragmatiche Sanction nie anerkannt hatte, absehen will, fast ebenso viele Staaten bereit, seiner Tochter das Erbe ihrer Vàter streitig zu machen, als frtiher die pragmatiche Sanction be-schworen hatten. Zwar hat die Politik nie andere Erwagungen gekannt als die der k.ilten berechnenden Vernunft, aber in dem Bilde, das der òsterreichische Erbfolgekrieg uns zeigt, scheinen Licbt und Schatten doch zu ungleich aufgetragen, so dass man sich unwillktirlicli fragen mussi Sind das Europas KOnige und Fursten des 18. Jahrhunderts, die, nur weil sie eia schwaches Weib aut dem Throne glauben, sich aufmachen, sein Erbe einzunehmen? Der Kampf elidete rlilimlich tur Òsterreich, wenn auch mit dem Verlust des schònen Schlesien. Da Maria Theresia vermehlt war mit Franz v. Lothringen, aio ilire Sprossen, die nach ihr Òsterreich beherrschten, Habsburgisch-Lothringischen Stammes waren, so scheint die Personalunion in ihrer schroffsten Gonsequenz gebroche.i und Òsterreich als Staat auch dem Ausimele gegenliber anerkannt. Obrigens war gerade die groBe Kaiserin aus den Erfahrungen, die selbst batte machen mtlssen, klar zu erkennen imstande, dass Vertriige und Ftirstenwort allein keine sichere Gewàlir bilden konnen filr den Bestand eines Staates. sondern dass das Reich seine erste und beste Stutze in sich selber finden musse. Da begann sie jetzt in ihren Staaten jene durchgreifenden inneren Reformen, durch die sie itn geistigen Sinne Osterreich neu geschaifen bat. Trotz des 18. Jahrhunderts war dieser Staat, noch ein ganz mittelalteriiches Gebilde geblieben. Erst ihre Reformen hoben Osterreich iiber die grobe KIul't herilber, die zwischen der Feudalzeit mit ibrer st&ndischen Gliederung und dem neuen Zeitalter mit seiner persflnlichen Freiheit und seiner politischen Gentralisation gtlhnt. Ilire Reformen erstreckten sich aut alle Gebiete. Das Heer, die innere politische Verwaltung, Finanzen und Justiz werden davon ebenso betroffen, wie kirchliche Verhaltnisse. Den Bauern gab schon Maria Theresia theihveise ihre persònliche Fieiheit, wenn schon ihrem Nachtolger in dieser Beziehung noch viel zu thun tlbrig blieb. Welchen Schatz an staatserhaltender Kraft hat sie dann erst niedergelegt in ihren Reformen auf dem Gebiete der Schule. Die Volksschule schuf sie neu, Gymnasien und Uni-versitaten hat sie retormiert. Mit ihr arbeiteten Miinner, die Sinn und Verstandnis hatten tur die Bedurfnisse der Zeit und des Volkes: ein Kaunitz, Karl v. Lothringen, Daun und Lichtenstein auf dem Gebiete des Heervvesens, van Svvieten, Bischof Firmiart von Passau, Abt Felbiger auf dem Gebiete der Volksschule, wàhrend wir in dem aus Innsbruck berufenen Rieger sowie in Josef von Sonnenfels Leuchten der VVissenschaft jener Zeit sehen konnen. VVas Osterreichs Vòlker einstens der verlassenen, an den Stufen eines wankenden Thrones um Hilfe rufenden Frau an Gut und Blut geopfert hatten, es vvar nie vergessen geblieben, und mit Zinseszinsen ztdilte die machtige Kaiserin jetzt an geistigen ùnd materiellen Gutern jenen einstens dargebrachten Tribut aufopfernder Unterthanentreue wieder zurilck. Ja, als das Jalir 1780 die grobe Furstin auf der Todtenbahre liegen sali und ein Sdirei des Schmerzes durch alle Gaue dieses schOnen Reiches gieng, da war es, als fuhlten Osterreichs Vòlker, dass die edle Kaiserin nicht blob reichlich wieder vergolten habe, sondern dass eine erkleckliche Schuld ihnen verblieben sei, die Schuld der Treue, Dankbarkeit und Liebe gegen Maria Theresiens weitere Nachfolger. — In die Zeit der groben Kaiserin hinein fallt nun auch die Grtindung des Marburger Gymnasiums. Dasselbe erscheint eigentlich als die Fortsetzun§ einer in Maria-Rast schon seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Anstalt. 1150 unterrichtet daselbst Andreas Conti zahlreiche Jtinglinge. und im 14. Jahrhundert wird als der hervonagendste Lehrer der 1380 verstorbene Thadaus Gumbernigg genannt. Ehi regelmàbiger ununterbrochener Unterricht beginnt in Maria-Rast erst mit dem Jalne 1644. Von da an steigt die Zahl der Schiller regelmitbig. 1645 werden 17, 1698 schon 199 Schiller gezahlt. Nicht weniger als 3 Erzbischofe und 17 Priilaten giengen aus dieser Raster Schule hervor. Die Anstalt hdrte auf mit dem Jahr 1758. Bereits am 8. Janner 1757 batte niimlieh die unvergessliche Kaiserin mit allerhochstem Ent-schluss die Errichtung einer Residenz in Marburg gestattet, wobei als Grtindungsfond das Vermachtnis eines Mitgliedes des Jesuitenordens, des Pater Adalbert aus dem in Steiermark reich begilterten Geschlechte der Grafen von Burgstall, dienen solite. Die diesem Convict an-geborigen Patres nun grundeten ein Gymnasium, das als sechsclassige Privat- und Hauslehr-anstalt der Jesuiten bestand und sogar die 1773 erfolgte Authebung des Jesuitenordens tiber-dauerte, indem, wie es in einer Entscheidung der Regierung heisst, wegen der in Marburg obwaltenden besonderen Umstànde die lateinischen Schulen neben den Normal-, Land- und Sprachschulen als kaiserliche Anstalt fortbestehen sollten. Audi unter Josef II. wandte die Regierung dieser Anstalt ihre besondere Aufinerksamkeit zu. Der Kaiser besucbte die Anstalt sogar persònlich am 20. Juni 1786. Das Gymnasium muss die Zufriedenheit Sr. Majestat in hohem Grade erlailgt haben, denn bereits am 3. Juli desselben Jahres traf die Intimation ein, dass an 5 Marburger Studenten Stipendien à 50 fl. verliehen wurden. (Festprogramin des k. k. Gymnasiums in Marburg 1858.) Bekanntlich hat dami auch Josef II. die von seiner Mutter begonnenen Reformen wieder aufgenommen. Aber er arbeilete hastig und durchaus nicht so sicher wie die zarte, nivellierende Frauenhand, die vor ihm gewaltet batte. Es ist bekannt, dass Josef rasch und rticksichtslos mit allem bradi, was ihm veraltet oder schlecht erschien. Durch dieses rasche Brechen mit alten Rechten und Gewohnheiten schlug er bei seinen Reformen auch tiefe Wunden, die empftndlich schmerzten, bis man sich endlich gegen seine Neuerungen auflehnte. Kaum scheint eines Furslpn Schicksal so tragisch als das Josef IL, wenn man sein edles Wollen vergleicht mit dem Misserfolg, der seine Ausftlhrung begleitet hat. Dass es ihm aber nicht um blobe Befriedigung eitler Herrschbegierde zu thun gewesen, bewies er deutlich auf seinem Todbette. Gebrochenen Herzens, mit dem Tode ringend, lag er da und widerrief alle seine Neuerungen. Nur zwei, es sind wahre Edelsteine, um die ihn jeder Fiirst beneiden kOnnte, hielt die er-mattende Hand auch noch im Todeskampfe lest, sie heitlen Toleranz- und Unterlhanen-Patent. Die Geschichte Osterreichs in der Zeit der Napoleonischen Eroberungen und seiner Gewaltherrschaft war eine wahre Leidensgesehichte. Es war ein schwerer, blutgetrdnkter Weg, der unsero Staat von Campo Formio tiber Pressburg und den Wiener Frieden von 1809 bis zu seiner endlichen Wiederherstellung auf dem Wiener Congress des Jahres 1815 ftihrte. Zweimal zerschlagen und voliig zertrtimmert, erhob es sich stets von neuem wieder gegen den corsischen Eroberer, und auch hier fehlt es nicht an Beispielen heldenmilthiger Aufopferung ftir die Sache des Vaterlandes, sovvohl von Seite einzelner wie ganzer Vòlker und Liinder. Wie im Heldenzeitalter Prinz Eugtm v. Savoyen, so bildet hier Erzherzog Karl den Mittelpunkt aller auf den Kampf ftlrs Vaterland und die endliche Befreiung desselben vom Joche der Fremdherrschaft gerichteten Bestrebungen. VVaffenthaten, wie der Kampf um Tarvis gegen die 66 Franzosen unter Massena 1797, die mit dem Muthe der Verzweiflung durch den Hauptmann Hensel gehaltene Festung Malborghet, seitdem die Osterreichischen Thermopj-len genannt, das Blockhaus auf dem Predi!, durch Hauptmann Hermann vertheidigt, d er hartnackige Kampf um den Sehlossberg bei Graz zwischen der tapferen Schar unter Major Hakher zu Harl und den Franzosen, die zweite Erhebung Tirols und die Sclilacht auf dem Berg Isei, den in kurzem das Standhild des wackeren Sandwirtes zieren wird, sind vollgiltige Beweise datili-, dass die Enkel der Helden, die einst Eugen von Sieg zu Sieg geltihrt halle, ihrer tapferen Vorfahren nieht unwert waren. — Audi unsere Anstalt liat an jenem Kample ruhmlich theilgenolnmen. Bereits 1808, ais der Ausbruch des Krieges bevorstand, traten f>9 Marburger Studenten frei-ivillig unter die Fahne der steirisclven Landwehr und wiihlten sicli, von dem ihnen zugestalldenen Bedite Gebrauch machend, einen Offider, zvvei Feldvvaihel und zwci Korporiile aus ihrer Mitte. Vor dem Rathhause erhielten sie die Osterreidnsche Kokarde und waren durch die kraltvollo Bede, mit der sie der Obristlieutenant St. Julien, Freiherr v. Meldegg, zum Kampf fur Kaiser und Vaterland aufforderte, ganz hegeistert. lin April des n&ehsten Jahres zogen sie dann unter ihrem Hauptmann Thurn mit den Ubrigen steirischen Landwebrbatajllonen nach Kiirnten ali. — Osterreich, das schon unter Maria Theresia das Innviertel mit Braunau, die Bukowina und einen Theil Galiziens erbalten batte, und dessen Herrscher scit 1804 den Xitel „Kaiser von Osterreich" angenommen batte, bekam durch den Gongress seine illyrischen Provinzen vvieder, Mailand, Venedig, Salzburg und Tiro!, endlich einiges von den 1809 verlorenen polnischen Besitzungen, die erweitert wurden durch die Angliederung von Krakau 184ti. So wieder zu seiner frtlheren M. cht gelangt. trat es in die letzte und jtingste Peiiode der europaischen Geschichte ein; wir boren bereits die ersten dumpten Schlhge der Revolution von 1848. Die Geschichte diesel- Zeit his herauf in unsere Tage ist ja so nodi in unser allei-Gedachtnis. Viele unserer Zeitgenossen haben sie ja miterleht und ìnitgemacht, antefangen von den Herbststitrmen des Jahres 1848, und vver sie nicht selbst eileht hat, empfand doch auch als spilter Gehorener aus den sich allmahlig vollziehenden Verànderungen die Bedeutung jener merktttirdigen Zeit. Menschenalter wecbseln wohl rasch, aber die Spuren, die sie oft hinterlassen, verwischen sich fticht so leicht. Es tiihlt der Lebende, sofern er seine Zeit zu begreifen sucht und warrnen Sinn hat fur die Geschicke des Staates, dem er angehOrt, ja selber nodi den Hauch vorausgegangener Jahrzehnte. So sei es also kurz gesagt. Osterreich ist nicht stehen geblieben ini letzten Jahrliunderl seit Rudolf I. seine Soline belehnte. Zwar thiirniten sich auch hier Gefahren, sclnver und grob, aber sie sind bezwungen worden. Ein neuer schoner Freiheitsfruhling bradi sugar an. als wieder ein junger ritterlicher Monarci! den Tbron Osterreichs bestieg. dei Gelici- dei- Verfassung, wie wir Stolz ihn nennen dtlrfen, Kaiser Franz Josef 1. Welcli ungeahnter Aufschwung ini Innern hat unter der Regierung unseres Kaisers stattgeiunden auf alien Bahnen, die dem menscli-lichen Fortschritt gevviesen sind, geistigen wie materiellen! Die Authebung der Robott 1848 noch v o r und deren strenge Durchftihrung unte r der Regierung unseres Kaisers, die GrUndung landwirtschaftlicher Schulen und Vereine, die Veranstaltung landwirtscliaftlicher Ausslellungen, ein neues Forst-, ein neues Berggesetz soliteli die Landwirtschaft und ttberbaupt die Rohproduction fbrdern, w-àlirend auf dem Gehiete des gewerblichen und industriellen Schaffens die Einftlhrung von Handels- und Gewerhekaminern, die Errichtung von Geld- und Creditinstituten, von Fach- und Gewerheschulen einen neuen Aufschwung herbeifiihrten. Durch die Einftlhrung der Gewerbefreiheit einerseils und durch die sptiter erfolgte Einftlhrung des Bef&higungsnaehweises andererseits solite die reehte Mille zwischen dem eheinaligen Zunttzwang und der schrankerilosen Willktir in der Production gefunden werden. Die Friichte vieler diesel- Neuerungen komiten sich denn auch schon gltlnzend zeigen auf der Wiener Weltausstellung 1873. Greradezu Grobartiges aber ist geschehen zur Fòrderung des Handels und Verkehrs. Osterreich ist ein classischer Boden fUr Strabei!- und Eisenbahnbauten geworden, und wahre Triumphe feierte die moderne Technik in der Anlage unserer welthei-tihmten Alpenhahnen. Ebenso eitiig wurde gearbeitet auf dem Gehiete der Schulreform. Durch das Volks-schulgesetz vom 14. Mai 18(19 ward die allgemeine Schulpflicht voto (i.—14. Jalir eingeftilirt, tur Schulhautcn und die Heranbildung ttichtiger Lehrer und Lehrerinnen in den Lehrerbildungs-anstalten wurde Sorge getragen. GrUndlich war die l'niw&lzung ini Mittelschulwesen. Die Realschulen wurden neu ins Lehen gerufen,, ftlr die Gymnasien erfloss der Organisationsent-wurf des Jahres 1819, der das achtclassige Gymnasium schuf, in dem neben dem zwar noch vorwiegend philologischen Unterricht doch auch den Realien gebtirend Rechnung getragen erscheint. Aut den Universiliiten wurde die Lehr- und Lernfieiheit eingeftilirt, die heutige philo-sophische Facultat als gleichberechtigt mit den hislier bestehenden geschaffen, bestehende Hochschulen wurden erweitert, andere (4 ini ganzen) neu gegiiimlet. lo diere Zeit talit auch die Bllile der inedicinischen Wissenschatl, und ilire gliinzendsten Vertreter balte und hat sie unter den Lehrern der Universililt Wien. Dazu kommt noch die ganze colossale Arbeit aut dem Gebiete der Heeresreform, angefangen von der EinfUhrung der allgemeinen Wehrpflicht bis herauf zur Neuschaffung einer Marine und zur vhlligen NeubewatTnung und Unifonnung des Heeres. Und das alles — nur kurz und (IQchtig angedeutet — war dem Stilate und seinen Btirgem nicht etwa in einer langen, ungestOrten Friedensperiode zu erreichen vergonnt gewesen. Nein — es musste neben dieser rastlosen inneren Thiitigkeit aucli schwere, lilutige Arbeit verrichtet werden. Er.-t halten die Herbststtirme des Jahres 18t8 den Staat in seinen Grund-festen erschtUtert, aber nachdem der Aufstand bewàltigt war und Osterreichs Aar unter dem allen Radetzky audi in Italien den Sieg behauptet batte, stand es wieder geeint und gekritftigt da. Und ais nacii eineni Jahrzehnt der itauscli der Revolution verflogen war und einer ruhigeren Auffassung Platz geinacht batte, vollzog sidi die Umwandlung unseres Staates in eine consti-tutiondle Monarchie: ihr tolgfe 1.SG7 der Ausgleidi init Ungam, die Einftihrung des Uualismus. BuBten wir auch 1859 ini Karnpfe init Sardinien und Frankreich und 1866 mit Italien und Preufien trotz allei- Tapferkeit unseres muthigen Heeres die Vorniachtstellung in Italien und Deutsehland ein, so werden d<>ch stets die todverachtende Haltung unserer Truppen iu den Schiuditeli von Solferino und Kóniggràtz, der rubmvo le Kampi' in Schleswig, das glfinzende Seetreffen bei Helgoland 186t unter der Leitung eines tapteren Sohnes der Steierinark, die liepplich-n Siege von Custozza und Rissa unvergangliche Reweise aufopfernder Vaterlands-liebe un(t ptliclilbewusster Oslerreichiscber Soldatentreue sein. Und was wir anfangs ais sdiweres Ungibck betracbteten, erwies sidi spàter heilsam fiir den Staat. Osterreich kehrte zu seiper altcn Aufgabe zuruck, Verinittler der Cultur zu sein zwischen Osten und Westen. In dieser Mission riickte es in Bosnien und der Herzegowina ein, um kraft des ihm tiber-tragenen europaiscben Mandates Besitz zu ergreiten vom Nordwesten der Balkanbalbinsel. Sein alter '.Vaffenruhm crglanzte wieder in der init bewunderungswtirdiger Ausdauer und Zabigkeit bewàltigten Aufgabe der Occupation. So batte die Osterreicbische Politik wieder eingelenkt in die Balnien, die sie einst schon Eugen gewiesen batte, Eugen, der nicht nur Osterreichs groBter Feldberr, der audi sein grdCter Staatsmann war. Und nun geslalten Sie mir nodi einen kurzen Rtickblick aut' den Ent-wicklungsgang der osterreichisclien Geschiclite. Ùberblicken Sie 110011 eininal kur/. das in gedràngter Kurze entworfene Bild vom Werden und der Ent-wicklung und Ausbildung unseres Staates und vergleichen Sie dasse'lbe mit der Geschichte anderer Reiche, so werden Sie Volker und Staaten in der Weltgisehielite fìnden, deren Entwicklungsgang glanzender, vielleicht sogar bestechend sein mag, die mit titanenhafter Kraft und keckem Muth daran giengen, sich die Welt im Sturme zu erobern und dieselbe aucli wirklich tur einige Zeit und bis zu einer gewissen Grenze erobert haben. Aber an tugendhafter Tapferkeit der Selbstvertheidigung, an jener sittlichen Kraft, die ihre Quelle einzig und alleiti in dem Bewusstsein jedes Bfirgers hat, du kàmpfst fur Heirnat, Herd und Vaterland, du kampfst fur deinen Kaiser, der nicht in keckem Ubermuth fretnden Besitz antasten will, der nur zu erhalten tradite!, was ihr bride, Er and du, von den Vatern ererbt liabt, an dieser sittlichen und walirhaft staatserhaltenden Kraft hat tms kein Volk oder Staat der Erde ubertrofìe 11. Es ist, um ein bekanntes Dichterwort zu gebrauchen, der schtnale aber sichefe Weg der Pflicht, den dieser Staat, den scine F ti rs te n und iltre Volker gerade in den schònsten und erhebendsten Perioden seiner Geschiclite slels gewandelt sind. Und auf diesem Weg der Pflicht alleili werden Osterreichs Volker auch in der Zukunft den Staat erhalten konnen. Wer aber kana ihnen, wer kanu uns allen, jedem in seiner Stellung, ob hoch ob nieder. ein gliinzenderes Beispiel strenger Pllichterffillung und ernsten Pllichtbewusstseins geben, als gerade miser Kaiser selbst. Immer rastlos und mit demselhen Eifer seinen schweren Beruf erfùllend, aie ermùdend und selbst nach den herbsten Enttauschungen und furchtbarsten Schicksalsschlfigen stets mit derselben Artieitsfreudigkeit und Schaffenslust den Pflichten eines Regenten obliegend, vercbren wir in Sr. Majestàt nicht bloLl dt-n erhabenen Monarcben dieses Reiches, vor dem wir uns in dynastiscber Treue beugen; viel erheben-der, viel aufmunternder fur uns, in allen Berufsstellungen, boben wie niederen, misere Plliclit zu (liuti, soli das Bewusstsein sein, dass dieses Reiches Herr-scher auch zugleich sein bester Burger ist, der es am strengsten stets mit sich selber nimmt und mit seinen Pflichten gegen diesen Staat. So wollen demi aucli wir, im Hinblick auf unser erliabenes Vorbild, in dem neuen scliònen liause, das des Kaisers fùrsorgende Huld und Guade uns gesclieukl bat, die Arbeil begiunen mit frisclieiu Multi und frohcr lloff-iiiing und mil dem heiligen Vorsatze, neben dem Širin fur alles Sclione, Gute und Wahre besonders jene zarle Pflanze zu liegeu und zu pllcgen, oline die es kein wahres bùrgerliches Gliick und koinè gesicherte staatliche E.vistenz gibt, die Liebe zum Vaterlande und zur angestammten Dynastie. Das Marburger Gymnasium bat, wie Sie aus den wenigen eingestreuten Notizen ersehen kònnen, einen guten Ruf genossen, schon in alter Zeit und in fernen Tagen. Unser Streben soli es nun sein, dass auch die Gegenwart der ruhmlichen Vergan-genheit nicht unwiirdig sich an die Seite stellen darf. Nu'nmehr erfolgte die Rede des Herrn Landesschulinspectors Dr. Johannes Zindter an die studierende Jugend: Meine jungen Freunde! In der kurzen Zeit von 3 Jahren ist es heute schon das 4. mal, dass ich das Gliick habe, der Eróffnung eines neuen Gymnasial-Gebaudes beizuwohnen. .Die Unterrichtsverwaltung scheut keine Anstrengungen und keine Opter, um die studierende Jugend unter mOglichst gunstige Verhaltnisse zu versetzen und den Anstalten die Losung ihrer Autgaben zu erleichtern. Welche sind diese Aufgaben ? Die Inschrift auf dem schOnen Baue, der heute seiner Bestimmung zugefUhrt wird, gibt Antwort auf diese Frage: Juventutis studiosae amori patriae excitando, ingenii doctrina roborandis, moribus rite conformandis. Die Vaterlandsliebe in den Herzen der Jugend zu wecken und zu nàhren, das ist die erste und vornehmste Aufgabe der Anstalt; die beiden andern, die Ausbildung der Geisteskrafte, die Veredlung der Sitten, sie bilden nur die Mittel zur Erreichung des ersten, hiiheren Zweckes. Die Geschichte aller Staaten lehrf, dass dieselben mit der Aufopferungsfabigkeit und der Vaterlandsliebe ihrer Btirger stehen und fallen. Wie sich dieser Satz auch an unserem Staatswesen bewahrheitete, haben Sie soebcn aus dem Munde des Herrn Festredners ver-nommen. Kein Wunder also, dass man der Vaterlandsliebe, dieser zarten Ftlanze des mensch-lichen Herzens, besondere Aufrnerksamkeit widmet, um sie durch treue Pflege, durch Lehre und Beispiel zu einem kriiftigen Baume zu enhvickeln, der da tragt tausendtaltige Frucht. Dass Ihre Liebe zum Vaterlande sich zu einem so herrlichen Baume entfalte, das walte Gott zur Elue der Anstalt, zum Wohle des Staates, zu Ihrer eigenen Befriedigung. Am Beginne Ihrer patriotischen Thatigkeit nur ein Wort: „Kindlein, liebet Euch unter einander!“ Dieses Mahnwort des Lieblings des Herrn, es hat in unseren Tagen nicht nur religiose, sondern auch patriotische Bedeutung. Innerhalb der weiten Grenzen unseres Reiches fehlt es heutzutage leider nicht an Anzeichen der Verrohung der Volker, hervorgerufen durch die Leidenschaftlicbkeit einer matllosen nalionalen Agitation. Fern sei von limen ein gleiches Beginnen, fern jede Gehassigkeit, jeder Zank. Nur ein Streit bestehe unter Ihnen, der Wett-streit einander zu (iberbieten in wissenschattlicben Leistungen, in der Begeisterung ftir alles Edle und Gute, in der Liebe zum gemeinsamen Vaterland. Ein leuchtendes Vorbild hierin, sowie in vielen andern Richtungen, haben wir an unserem erhabenen Monarchen, der alie seine Volker mit gleicher Liebe umfasst, ftir deren Wohlergehen rastlos arbeitet und seine vaterliche Fiirsorge allen staatlichen Einrichtungen, insbesondere auch der Jugenderziehung zuwendet, wie die Herren Vorredner des niiheren ausgefiihrt haben. Darum lieben wir unsere Blicke dankbaren Herzens auch in dieser Stunde zu Ihm empor und vereinigen unsere Wtinsche in dem Gebete: „Gott erhalte, Gott beschtitze Unsern Kaiser, unser Land.“ (Hier ertOnte die Volkshymne, gesungeu vom Gymnasial-Sangerchor. — Nach derselben); Se. Majestat, unser allergnadigster Kaiser und Herr, Franz Josef L, lebe hoch! hoch! hoch! Alle Anwesenden stimmten mit stttrmischer Begeisterung in das auf Se. Majestat den Kaiser ausgebrachte dreifache Hoch ein. Hierauf besichtigten die Festgiiste unter der FUhning des Directors die AnstaltsiAuine und damit schloss die schOne Feier. Nachmittag fand bei Sr. furslbischofl. Gnaden anlilsslich dieser Feier ein Diner statt. • Am i. October feierte die Lehranstalt das Namensfest Sr. k. und k. Apostolischen Majestat des Kaisers mit einem feierlichen Gottesdienste und ebenso am 1!). November das Namensfest Ihrer Majestat der Kaiserin. Aus Anlass der gliicklichen Entbindung Ihrer kais. und kOn. Hoheit der durcldauchtigsten Frau Erzherzogin Marie Velerie von einem Prinzen uberschickte der h. ii. Lehrkorper am 21. Februar an das bobe k. k. Statthalterei Prasidium eine Adresse mit der ergebensten Bitte, die darin dem Allerdurchlauchtigsten Herrscherhause ausgedrùckten unterthanigsten GlUck-wtinsche an die Stul'en des AllerhOchsten Thrones gelangen zu lassen. Am 11. Februar wurde das I. Semester geschlossen, am 15. begann das li. Am 24. und 25. Marz wurden die Osterlichen Exercitien in Verbindung mit dem Empfange der heil. Bull sacramente abgehalten; auCerdem empfiengen die Schtiler dieselben zu Anfang und zu Elide des Schuljahres, Am 25. Mai beehite Se. Excellenz der Herr Statthalter, Baron Kiibeck von Ktibau, die Anstalt mit seinem Besuche, besichtigte das Neugebaude und wohnte dem Unterrichte fast in alien Classen durch làngere Zeit bei. Am 7. Juni fand iin Beisein des Herrn Bezirkshauptmanns Franz Kankowsky und des Herrn Vicebiirgermeisters Dr. Hans Schmiderer die Priifung aus der steiermark. Gescbichte statt. An derselben betheiligten sich die Schiller: Gerstlauer Julius, Majžer Anton, Mally Arnold und Vajda Franz (IV. A) Kukovec Alois, Limovšek Josef und Slavič Matthias (IV. B) und gaben durch ihr vorztigliches Wissen Kunde von dem besonderen Eifer, den sie auf dieses Studium verwendet batten. Die besten Leistungen waren die der Schiller Limovšek Josef und Mally Arnold, denen die vom hohen Landesausschusse gewidmeten Preismedaillen zuerkannt wurden. Da jedoch auch vier andere Bewerber, unter diesen nament-lich Vajda Franz, vorztigliche Kenntnisse zeigten, so wurde ihnen hiefiir die verdiente Aner-kennung ausgesprochen, und sie erhielten, und zvvar: die Schiller Vajda Franz und Majžer Anton je einen vom Herrn Vicebtirgermeister Dr. Hans Schmiderer und vom Director gespendeten Ducaten, der Schiller Slavič Matthias 10 Kronenstucke, ein Geschenk des Herrn Landtags- und Reichsraths-Abgeordneten Professor Franz Robič, und endlich der Schiller Kukovec Fr£nz ein vom Herrn Fachlehrer Professor Karl Kirchlechner gevvidmetes Preis-buch. Die Preise vertheilte der Herr Bezirkshauptmann nach einer warmen Ansprache an die Schiller. Am 28. Juni wohnten die dienstfreien Mitglieder des Lehrkdrpers dem. in der Domkirche flir vveiland Se. Majestat den Kaiser Ferdinand I. celebrierten Trauergottesdienste bei. Vom 21. Juni bis 6. Juli wurden die mtlndlichen Versetzungsprilfungen, vom 7. bis 10. Juli die Classification vorgenommen. Bei derselben erhielten die erste Classe mit Vorzug folgende Schtiler: Schlauss Karl, Spari Anton und Stornik Paul der I. A; Estrin Mattbaus, Fekonja Lorenz, Heric Anton, Masten Johann, Osterž Franz, Filler Victor, Vazzaz Ludwig und Zemljič Milan der I. B; Sedlar, August und Solak Josef der li. A; Lukmann Franz der IL B; Lovrec Andreas und Mathiašič Gottfried der III. A; Cvetkovič Franz, Kranjc Andreas, Pupacher Franz, Skvarč Josef und Wraber Maximilian der HI. B; Vajda Franz der IV. A; Kukovec Alois, Limovšek Josef, Slavič Matthias und Vargazon Matthaus der IV. B; Dolàr Anton, Korošec Alois, Kukovec Florian, Stegenšek Augustin, Skerbs Roman und Žičkar Markuš der VI.; Jerovšek Anton, Noroglav Friedrich und Terstenj a k Roman der VII.; Ac hi ts eh Adrian, Math i a schitsch Franc, Terč Rudolf und Vogrinec Anton der Vili. Classe. Am 15. Juli wurde das heilige Dankamt abgehalten, nach demselben der Preis der Schillerstiftung (tir den gelungensten poetischen Versueh in slovenischer Sprache dem Schiller Zemljič Matthias der Vili. Classe tiberreicht und mit der Vertheilung der Zeugnisse das Schuljahr geschlossen. Nachtrag zu den Verànderungen im Lehrk&rper. Mit Allerhòchster EntschlieBung vom 12. Juni 1893 wurde der li. a. Professor, fb. geistl. Ratli, Dr. der Theologie Josef Pajek zum Canonicus des Lavanter fùrstbischóflichen Kathedralcapitels ernannt. Dr. Josef Pajek wirkte durch volle 24 Jalire an der hiesigen Anstalt ; er war ein vaterlicher Freund der studierenden Jugend, der die Schiller mit frommen Eifer auf dem Wege des Herrn gelcitet, ihnen auch allenthalben Bildung, Vaterlandsliebe, Wohl-anstàndigkeit und Sittsamkeit mit auBergewòhnlichem Erfolge beizubringen w*sste. Als Wohlthater der armen Studenten, als weiser Berather der Eltern und als liebenswùrdiger College wird er stets in ehrenvollster und dankbarster Erinnerung seiner Amtsgenossen und seiner Schùler bleiben. IX. Statistik der Schiller. C 1 a s s e I. 11. III. IV. /iisamnieti V. VI. VII. Vlil 1 7o h I a b a | b a b a b Zu Ende 1891/92. . . . 27 34 25 39 38 24 2 8 28 20 23 11 297 Zu A n fan g 1892/93 . . . 32 Cm 29 28 29 35 32 22 27 25 17 18 359 Wahreud des Schuljahres eingetreten . . . — — — — — — — — 1 1 2 Im gam.cn niso mifgrnomnieii . . 32 G.j 29 28 29 35 32 22 27 25 18 19 361 Darunter : Neu anfgenommen u. zw. : aufgestiegen .... 30 62 6, - 2 3 4 3 1 111 Repetenten .... — 1*) 1 VVieder aufgenoimnenu. zw.: aufgestiegen .... _ 21 i 26 23 33 29 22 23 25 15 18 235 Repetenten .... 2 3 2 ! 2 3 2 — — 14 Wahrend des Schuljahres ausgetreten .... 4 9 3 ! 1 — — 4 — 1 1 2 — 25 Schiilerzahl zu Emin 1892/93: Offentliche .... 78 56 21 27 29 35 26 22 26 24 16 19 332 Privatisten .... — — 2 - - — 2 — - ~ — 4 2. Geburtsort (Vaterland). Marburg 2 7 1 — 13 9’ 1 6 3 3 3 56' Steiermark (auBer Marburg) 12 50 15' 27 12 33 13 21 16 17 12 13 2411 Niederosterreičh .... 2 — 1' - 1 — — 2 - - - 6' Oberosterreieh — — — — - — — — Karnten 1 1 2 1 Krain — 3 I — 1 — — 1 _ 5 Kitstenland 2 — — — 0' — — 1 1 4' Tirol 1 — _ I — ' - 1 H Ohme n 1 [ - — — _ 1 2 4 Màhren — 1 1 G ali zi en — — ! — — — — Unga m — — 1 1 2 2 1 7 Kroalien 1 — — 1 1 1 — — _ 4 Bosnien _ — : — _ — — — . Deutschland — — 1 -• 1 — — — _ 1 Sunnne . . 28 56 24» 27 29 35 26' 22 26 24 16 19 332' ; 3. Muttersprache. Deutsch 21 21* — 18 ’ 19' 12 10 4 5 113» Slovenisch 1 56 2 ! 27 10 35 7 22 13 14 12 13 1 215 (lechoslavisch — 1 1 - 1 — ' -- 1 3 Italienisch — — 0‘ — — — — 0' Ungariscti ! - _ — J.— - — _ 1 1 Summe . . 23 56 24' 27 29 35 26' 22 26 24 .6 19 332' 4. Religionsbekenntnis. Katholisch, lat. Ritus . 26 56 24» 27 28 35 23' 22 26 24 16 19 3263 Evang., Augsb. Confession — — — — 2 — - — — 2 ., Helvet. „ 1 — — — ; — — — 1 Griechisch-orientalisch . . — — — — — — 0’ — — — - 0' 1 Mosaisch 1 - 1 — — 3 Summe . . | 28 56 24'j 27 29 j 35 26' 22 26 ; 2t . "i 19 3324 *) Im Laufe dos I. Semester aus der IV. A Classe zurùckgetreten. C 1 a s s e II. III. TV. ' Zusammtn V. VI. VII. Vili 5. Lebensalter. a i 1» il h a b a. b 10 Jahre . ... i 1 i - _ 1| 2 11 - 8 « 2 16 1* * 10 9 1 6’ 2 i 28’ 13 „ 5 12 10 9 7 2 1 1 — — — 47 14 „ 4 15 3 4 8 3. 7 1 _ — — — 45 15 „ — 8 1 9 7 14 6' 3 9 1 — — 58' 16 „ - 5 1 2 3 5 10 5' 7 5 3 2 — 47' 17 „ — — ! — — 1 5 4 8 9 5 2 1 35 18 „ — - — 1 2 2 1 10 5 41 25 19 » — — — — — — 1 - 2 5 5 2 Ì5 -0 „ — — — — - — — - — 2 7 1 9 41 » 22 „ — 2 ! ' * ! 2 23 ,, — 24 ;; _ — — — — — — 25 „ — ' — — — — — — — - — - — j Summe . . 28 56 | 24' 27 29 35 26’ 22 26 24 16 19 332’ 6. Nach dem Wohnorte der Eltern. 1 Ortsangehòrige .... 18 6 14 2 17 1 14' 2 13 9 4 6 106' Auswàrtige 10 .50 10' 25 12 34 12' 20 13 15 12 13 226" Summe . . 28 56 j 24’ 27 29 35 26 ’ 22 26 24 16 19 332’ 7. Classification. a) zu Ende des Schuljahres 1892/93. I. Fortgangscl. niit Vorzug 3 8 1 2 1 2 5 1 4 — 6 3 4 39 1. Fortgangsclasse . . . 17 41 17' 24 18 24 21 16 20 15 12 15 240’ Zu eiuer VViederholungs- priifung zugelassen 3 5 4 2 5 2 3 2 6 1 — — 33 II. Fortgangsclasse . . . 4 2 i 1 — 4 3 1 ' — 2 — — 17 III. Fortgangsclasse . . . 1 _ — — 1 0' _ - — — 2' Zu einer Nachprtil'ung zu- gelassen — 0' — — — 1 — 1' AuBerordentliche Schiller . — — - — — — — - — Summe . . 28 56 1 24’ 27 29 35 26’ 22 26 24 16 19 332' b) Nachtrag zuin Schuljahr 1891/92. Wiederholungsprilfungen waren bewilligt . . . 4 1 1 2 7 2 1 — — 5 5 — ì2«S Entsprochen haben . . . 2 - 1 1 7 1 1 — — 5 5 — 23 Nielli, entsprochen ha ben (od. nicht ei schienen sind) 2 1 - 1 1 — — — ~ — — 5 Nnchtragsprtilungen waren liovvilliirt 2' J Entsprochen haben . . . — — 2 ' — — — — — — 1 3' Nicht entsprochen haben . - — — — — — — - — — — Nicht erschienen sind . . — — — — — — — — — — — Darnach ist das Endergebnis lur 1891/92: I. Fortgangsclasse m. Vorzug 1 1 - 3 :ì 4 1 5 3 2 3 26 1 22' 27 i 24 32 27" 18 27 — 23 15 21 8 244’ Il 3 5 1 4 5 2 — 2 _ — 22 111. — 1 ! - - 1 1 Ungeprtlft hlieben . . . - - 1 - — — — — - — | Somme . . 2li ' 34 i 25 1 39 35" n 28 — 28 20 23 " 293' i n i) 8. Geldleistungen der Schiller. C 1 a s s e . II. III. IV. V. VI. VII. VIII. Zusa Himen Das Schulgeld zu zahlen waren verpflichtet a b a b a b a b im I. Semester *) 26a) 49 bi 20 6 14 6 17 4 9c) 5 6 4 166 im II. Semester *, Zur Halite waren 15d) i 15e) 201) 5g) 16 7 22 4 lt 7 7 h) 3 132 betreit im I. Semester _ _ _ im II. Semester 1 1 Ganz befreit waren im I. Semester 6 16 9 22 15 29 lr 18 18 20 tl 15 194 im 11. Semester 15 45 9 23 13 28 10 18 15 18 11 16 221 Das Schulgeld betrug im ganzen im I. Semester fl. 360 690 300 90 210 90 255 60 120 75 90 60 2400-— im 11. Semester 11. 195 172-50 285 60 240 105 330 60 165 105 90 45 1852-50 Zusammen 11. 555 862-50 585 150 450 195 585 120 285 180 180 105 4252-50 Die Aufnahmstaxen betrugen . . fl. 63 130-20 12-60 — 6-30 — 10-50 8-40 4-20 6-30 2-10 243-60 Die Lehrmittelbei- tràge betrugen 11. 32 65 29 28 29 35 33 22 27 25 18 19 362-— Die Taxen ftir Zeugnisduplicate betrugen . . fl. — — 2 — 2 — __ 2 6-— Summe tl. 95.- 159-20 4360 28-— 37-30;35-— 43-50 22 35-40 29-20 26-30 2110 611-60 9. Besuch des Unter-richtes in den relat,-oblig. und nicht obli-gaten Gegenstanden. Zweite Landes-sprache (Slovenisch) ' I. Curs — — 5 — 1 — — — 1 _ 7 11. Curs — — — 2 — 3 — 1 __ 6 111. Curs — — — — — — 1 1 3 2 3 16 FranzOs. Spraehe . — — — — — — 2 4 6 7 19 Kalligraphie . . . 5 13 — 4 — — 22 Freihandzeichnen I. Curs 9 11 1 3 24 II. Curs — — 5 2 7 5 4 2 _i 85 III. Curs — — — — — 3 4 3 2 12 Turnen : I. Curs 14 8 7 — — — — — 29 II. Curs — — 3 10 14 3 1 1 — — __ 32 111. Curs — — — — — — 6 — 3 2 1 4 16 Gesang : I. Curs 10 19 II. Curs — — 6 12 7 14 — _ 39 III. Curs . — — — — — 4 3 4 7 2 5 25 Stenographie: I. Curs — — — — — — 16 18 2 — 36 II. Curs — — — — __ 9 4 3 16 Steierm. Gescbichte — — — — — - 6 10 — — 16 10. Stipendien. Anzahl der Stipen- dien im I. Sem. — — 1 1 li) 2 3i) 6k) 2 4 4 8 32 im 11. Sem. — — 1 1 1>) 2 3i) ek) 2 4 4 8 32 Gesammtbetrag im I. Sem. 11. _ 50 50 100 75 320 1-47-50 247-50 250 400 1640 — II. Sem. fl. — — 50 50 — 100 75 350 147-50 247-50 250 400 1570 — Zusammen — — 100 100 — 200 | 150 570 |295 — 495- 500 800 3210- *) I^avon sind vor dor Z ahi un g des Schulgeldes ausgetreten: a) 2 Schiller, b) 3, c) 1, d) 2, e) 4, f) 1, g) 1, h) 1 SchOler. i) Darunter je 1 Naturalstipendium. k) Darunter 1 Stipendium mit ganzjàhriger Auszahlung am 1. November. X. Maturitàtsprtifung. Im Sommertermine 1893 unterzogen sich sammtliche 19 Schiller der Vili. Classe dem Maturitiitsexamen; die schriftlichen Prlifungen wurden vom 5. bis IO. Juni vorgenommen und hierbei folgende Themen zur Ausarbeitung vorgelegt: 1. Aus dem Deutschen: Veredelnder Einfluss der Poesie auf die Bildung der Menschheit. 2. Zum Ubersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische: Zvveites Buch der Aeneis des Vergil Yon Prof. Dr. Braut in der Beilage zum Jahresbericht des k. Gymnasiums zu Coslin liber das Schuljahr 1884/85, Nr. 1 und 2. 3. Zum Ubersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche: Cie. Tuse. V, 21—22 (me delectant mea.) 4. Zum Obersetzen aus dem Griechischen: Platon, Syrnpos. p. 221 (hi xoivvv, w čtvdgeg..) bis p. 222 A (. . ,a i-/w èniuroò.) 5. Aus der Mathematik: 1. Die (ganzzahligen) Winkel eines Dreieckes sind so beschaffen, dass der fiinfte Theil des ersten, der achte Theil des zweiten und der dreizehnte Theil des dritten zusammen 21° betragen. Wie grob sind die Seiten des Dreieckes, wenn c 7> b und die Flache 1' — 1 a betragt? 2. Mit dem Halbmesser rz5 soli ein Kreis beschrieben werden, welcher durch den Punkt P, (5, 9) geht und die Gerade 4x-j-3y-j-3~0 beriihrt. Construiere den Kreis und bestimme dessen Gleichung. 3. In einer arithmetischen Reihe ist das Product der ersten vier Glieder — 15, der Quotient aus dem zweiten und dritten Gliede 3. Wie viele Glieder mùssen addiert werden, damit die Summe Nuli sei? 6. Aus dem Slovenischen: a) fur Slovenen: Austrije junaška doba je tudi junaška doba Slovencev; b) zum Ubersetzen ins Slovenische fur Schiller deutscher Muttersprache : Lampel, Deutsches Lesebuch fur die III. Classe, 2. Aufl., Nr. 53 Seite 81: „Der Weinstock* von Herder. Die miindliche Maturitatsprufung wird vom 24. bis 26. Juli unter dem Vorsitze des k. k. Landesschulinspectors Dr. Johann Zindler abgehalten werden. XI. Aufnahme der Schiller fiir das Schuljahr 1893/94. Das Schuljahr 1893/94 wird am 18. September 1. J. um '/,8 Uhr mit dem hi. Geistamte in der Gymnasialkapelle erOffnet werden. Die Aufnahme der Schiller in die erste Classe wird am 15. Juli, ferner am 16. Sept. von 10—12 Uhr im Lehrzimmer der I. B Gl., die der iibrigen neu eintretenden am 16. Sept. um die gleiche Zeit ebendaselbst stattfmden. Die Aufnahme der Schiller, welche der Anstalt schon angehilrt haben, erfolgt am 16. und 17. September von 9—12 Uhr im Lehrzimmer der l. A Gl. Spater findet keine Aufnahme statt. Schiller, welche in die erste Classe aus der Volksschule aufgenonunen werden wollen, miissen das zehnte Lebensjahr noch im laufenden Kalenderjahre erreichen und sich einer Aufnahmspriifung unterziehen, bei welcher gefordert wird: a) Jenes Mah des Wissens in der Religion, welches in den ersten vier Classen der Volksschule erworben werden kann. b) In den Unterrichts-Sprachen: Fertigkeit im Lesen und Schreiben der deutschen und lateinischen Schrift; Kenntnis der Elemente der Formentehre; Fertigkeit im Zergliedern einfach be-kleideter Siitze; Bekanntschaft mit den Regeln der Rechtschreibung und richtige Anwendung derselben beim DictandoSchreiben. c) Im Rechnen: Ùbung in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen. Nicht-katholische Schiiler haben bei der Einschreibung ein vom Religionslehrer ihrer Gonfession ausgestelltes Zeugnis tiber ihre religiose Vorbildung beizubringen. Einer Aufnahmspriifung haben sich auch, alle Schiller zu unterziehen, welche von Gymnasien kommen, die a) nicht die deutsche Unterrichtsspracbe haben, b) nicht dem k. k. Ministerium filr Cultus und Unterricht in YVien unterstehen oder c) nicht das Offentlichkeits-recht genieflen. Schiller, welche von Offentlichen Gymnasien kommen, kOnnen einer Aufnahmspriifung unterzogen werden. Alle neu eintretenden Schiller sind von ihren Eltern oder vertrauenswiir digen Stell-vertretern derselben vorzulilhren und haben sich mit ihrem Tauf- oder Geburtsschein und den Frequentationszeugnissen oder Nachrichten ilber das letzte Schuljahr auszuweisen und die Auf-nahmstaxe von 2 fi. 10 kr., den Lehrmittelbeitrag von 1 fi. und das Tintengeld filr das ganze Schuljahr im Betrage von 30 kr. zu entrichten. Die nicht neu eintretenden Schiller entrichten blolf den Lehrmittelbeitrag und das Tintengeld. Die Taxe fiir eine Privat- oder Aufnahmspriifung betragt 12 fi.; far die Aufnahmspriifung n die erste Classe ist jedoch keine Taxe zu entrichten. Schiiler, welche von einer andem Mittelschule kommen, kOnnen ohne schriftliche Be-stiitigung der an derselben gemachten Abmeldung nicht aulgenommen werden. Das Schulgeld betriigt 15 fi. filr jedes Semester und ist in den ersten sechs Wochen jedes Semesters in Form von Schulgeldmarken bei der Direction zu erlegen. Von der Zahlung des Schulgeldes kOnnen nur solche wahrhaft dtlrftige*) Schiiler befreit werden, welche im letzten Semester einer Staatsmittelschule angehOrt, in den Sitten die Note „]obenswert“ oder *) Der Nachweis hieftir ist durch ein genaues, nicht ùber ein Jahr altes, von Geme in de- und Pfarramt ausgestelltes Mittellosfgkeitszeugnis zu erbringen. „befriedigend“, im Fleifie die Note „ausdauernd“ odei' „befriedigend“ und im Fortgange die erste allgemeine Zeugnisclasse erhalten haben. Die beziiglichen Gesuche sind bei der Aufnahme zu uberreichen. Fiir das 1. Semester der I. Classe giit die h. k. k. Ministerial-Verordnung vom 6. Mai 1890, deren wesentlichste Bestimmungen folgende sind: 1. Das Sehulgeld ist von den offentlichen Schiilern der I. Classe im I. Semester spa-testens im Laute der ersten 3 Moliate nacli Beginn des Sctiuljahres im vorhinein zu entrichten. 2. Offentlichen Schulern der I. Classe kann die Zaldung des Schulgeldes bis zum Schlusse des I. Semesters gestundet werden: a) wenn ihnen in Bezug auf sittliches Betragen und FleiS eine der beiden ersten Noten der vorgeschriebenen Notenscala und in Bezug auf den Fortgang in alien obligaten Lehrgegenstanden mindestens die Note „befriedigend“ zuerkannt wird, und b) wenn sie, beziehungsweise die zu ilirer Erhaltung Verpflichteten, wahrhaft durftig. das ist, in den Vermògensverhaltnissen so beschrankt sind, dass ihnen die Bestreitung des Sciiulgeldes nicht ohne empfìndliche Entbehrungen moglich sein wtìrde. 3. Uni die Stundung des Schulgeldes tur einen Schiller der I. Classe zu erlangen, ist binnen aeht Tagen nacli erfolgter Aufnahme desselben bei der Direction jener Mittelschule, welche er besucht, ein Gesuch zu tiberreichen, welcbes mit einem nicht vor mehr als einem Jahre ausgestellten behòrdlichen Zeugnisse Uber die Vermògensverhàltnisse belegt sein muss. Zwei Menate nacli dem Beginn des Schuljahres zieht der Lehrkorper auf Grund der bis daliin vorliegenden Leistungen der betreffenden Schuler in Erwàgung, ob bei denseiben auch die unter Punkt 2, lit. a) geforderten Bedinsrungen zutreffen. Gesuche solcher Scliiiler, welche den zuletzt genannten Bedingungen nicht entsprechen, sind sogleich zurtlckzuweisen. Die definitive Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes fur das I. Semester wird unter der Bedingung ausgesprochen, dass das Zeugnis iiber das I. Semester in Beziehung auf sittliches Betragen und FleiB eine der beiden ersten Noten der vorgeschriebenen Notenscala aufvveist und der Studienerfolg mindestens mit der ersten allgemeinen Fortgangsclasse be-zeiehnet worden ist. Tritft diese Bedingung am Schlusse des Semesters nicht zu. so hat der betreffende Schuler das Schulgeld nodi vor Beginn des li. Semesters zu erlegen. 4. Jenen Schulern der 1. Classe, welche im I. Semester ein Zeugnis der ersten Classe mit Vorzug erhalten haben, kann auf ibr Ansuchen von der Landesschulbehorde die Riick-zahlung des fiir das 1. Semester entrichteten Schulgeldes bewilligt werden, wenn sie die Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes tur das 11. Semester erlangen. Die Wiederholungs- und Nachtragsprtìfungen werden am 16. September von 8 Uhr an abgehalten werden. Mit Bezug auf den § 70 des O. E. wird den auswàrts befìndlichen Eltern hiesiger Schuler die Pflicht ans Herz gelegt, dieselben unter eine verlàssliche Aufsicht zu stellen; alien Eltern und deren Stellvertretern aber wird auf das eindringlichste empfohlen, beziiglich ihrer der Lchranstalt anvertrauten Pfleglinge mit derselben in regen Verkehr zu treten, da nur durch das eintràchtige Zusammenwirken von Scinde und Haus das Wohl der Jugend erreiclit werden kann. I