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So lautet der einstimmige Refrain der ge-sammten ausländischen Presse angesichts der jüngsten Ereignisse bei uns zu Lande. Namentlich sind es die Preßorgane im deutschen Reich und in England, die kaum Worte finden können, stark genug, um ihrem Staunen über unsere offizielle Politik Ausdruck zu geben. So sagt beispielsweise die „Breslauer Ztg.": „Es muß etwas in Oesterreich existiren, das für einen Nichtösterreicher absolut unverständlich ist und immer unverständlich bleiben wird. Ohne Heber* hebnng können wir uns selbst das Zengniß geben, daß wir keine Mühe gescheut haben, uns über die Verhältnisse Oesterreichs zu unterrichten; die unmittelbare Nähe an dem Kaiserstaate machte es uns außerdem zur Pflicht; der vielseitige Verkehr mit Oesterreichern mußte, so glaubten wir, unsere ernsten Anstrengungen unterstützen; wir lesen täglich mindestens ein Dutzend österreichischer Blätter, und zwar nicht Mos einseitige Parteiorgane; wir ließen auch keine publizistische Erscheinung von nur einiger Bedeutung ungelesen an uns vorilbergehen: kurz, wir haben nichts unversucht gelassen, was nur irgendwie zu unserer Belehrung dienen konnte. Aber alles vergeblich — heute müssen wir das, wir räumen cs ein, uns demüthigcndc Bekcnntniß oblegen: wir verstehen Oesterreich nicht. Höchst wahrscheinlich liegt cs, trotzdem es uns gelungen ist, andere ebenfalls verwickelte Verhältnisse zu durchdringen, doch an uns; andere mögen gescheiter sein, aber wir bekennen aufrichtig nufere Schwäche; eö ist uns unmöglich, Oesterreich zu verstehen. Wir find daher jeder Belehrung zugänglich und stellen einfach die Frage auf: wie ist es erklärlich, daß irgend ein Ministerium — die Namen sind uns ja gleichgiltig, aber irgend ein vom Kaiser legal ernanntes und eingesetztes Ministerium die österreichische Staatsidce so erniedrigen und geradezu u c 9 i r e 11 und die Person des Monarchen in so kläglicher und unwürdiger Weise herabsetzen konnte, daß es sich mit Leuten, deren Fnnda-meiitatartifet und neueste» Memorandum von einer Frechheit und Unverschämtheit strotzten, wie sic in der inneren Entwicklungsgeschichte der Staaten bisher unerhört war, in Unterhandlungen einließ, ja nichts blos das, sondern daß es diese Leute als eben bürttge Macht betrachtete und mit ihnen wie von Macht zu Macht verkehrte! Denn Rieger und Clam-Martinic (noch dazu ein so unbedeutender Mensch!) betrachteten und geberdettn sich als bevollmächtigte Gesandte einer mit staatlicher Autorität bekleideten Macht, welche vor dem Ministerium Hohenwart die Toga entfalteten und ihm mit dem ganzen Stolze jenes römischen Senators „hier Krieg, hier Friede" zuriefen, und das Ministerium Hohenwart, der Repräsentant des österreichischen Kaiserstaates und der alten Habsburg'schen Dynastie, anstatt diese Menschen zum Palast und zur Stadt hinaus jagen zu lassen, bückte sich gleich dem gedemüthigten Kar , thago und bat untertänigst um — — den Frieden. Oesterreich hat manche unglückliche Kriege geführt, aber nie ist eS vom Sieger so erniedrigt worden, wie hier von der Frechheit etlicher seiner Unter« thanen. Und diese Minister nannten sich noch dazu die „echten," die „wahren" Oesterreicher — der Himmel bewahre uns vor den unechten — und es gab schofle Stimmen unter den Deutschen, denn jede Nation hat ihre Auswürflinge, die dieser De-müthigung Oesterreichs und dieser Frechheit einiger selbstfreirter Vertreter einer angeblichen Nation zn-janchzten! Man lese dieses neueste Memorandum der Czeche». Das ist eine Ueberhebung und eine Arroganz, die in Betracht der armseligen Mittel, die diesen Leuten zu Gebote stehen, dem allgemeinsten Hohngelächter verfallen müßte, wenn nicht soeben die Erfahrung gelehrt hätte, daß eö im österreichischen Staate Männer gab, die im Namen des Staates diese Unverschämtheiten unterstützten. Gegenüber der zu Recht bestehenden Reichsverfassung — es gibt ja gar nichts Gleichgiltigeres, als die Frage, ob sie von den Czechen anerkannt war oder nicht — erfrechen sich die Herren Rieger und Clam-Martinic, die Übertreter des feubal-ultramontanen Czechenthuins, von einem „sogenannten" Verfassung«* Standpunkte und von einer „sogenannten“ Verfassungstreue ganz offiziell zu sprechen; sie drohen dem Kaiserstaate, sie, die Czechen, würden sich nie wieder in Anögleichsverhandlnngen einlassen; sie fragen de» Staat gar nicht, ob er nicht will, nein! es genügt, daß sie nicht wollen, denn sie stehen eben dem Staate gleichberechtigt und ebenbürtig gegenüber und — man muß es ja sagen — darin, in dieser unglaublichen Arroganz sind sie leider durch die Staatsmacht selbst bestärkt worden ; in den Fehlern Oesterreichs liegt allerdings ein Milderungsgrund für sie — sonst müßte man sie ja nach ihrem letzten Memorandum für reif für's Tollhaus erklären. Sie drohen nicht nur, sie warnen auch, und zwar mit allem Nachdruck vor der Illusion, als ob der Unterhandlungsfaden in der nächsten Zukunft vielleicht wieder angeknüpft werden könnte. Der österreichische Kaiserstaat könnte ja noch einmal eine schwache Stunde hoben und noch einmal demüthigst bitten, die lieben Czechen möchten doch die Gnade haben und es über sich gewinnen u. s. w. — da aber kennt Ihr die Czechen schlecht, Ihr könnt in Oesterreich hundertmal bitten, sie kommen nicht wieder. Denn — und nun bewaffnen sich Rieger und Clam-Martinic mit dem ganzen Stolze der ersten, der mächtigsten und vor allem der feingebildetsten Nation Eurvpa'S — die böhmische Nation, das heißt, drei Millionen Czechen neben zwei Millionen Deutschen, die von der quasi „böhmischen Nation" nichts wissen wollen, also: „die böhmische Nation kehrt zurück auf den Standpunkt der entschieden unbedingten Opposition, die wieder jene eiserne Konsequenz bewahren wird, in welcher sie sich schon aezeigt hat, so daß sie nicht leicht zu erschüttern ist." Sie ist gar schrecklich, diese entschieden unbedingte Opposition, von welcher sich jedoch wiederum zwei Millionen Deutsche, mit Ausnahme etlicher feudal-ultra-montanen Burggrafen, ebenso entschieden lossagen. Das „Bangemachen" verstehen die Herren; es kommt nur auf Oesterreich an, ob es sich noch einmal bange machen lassen will, ob nicht endlich die für andere Staaten geradezu unglaubliche Geduld reißt und man diesem freche« Gebahreii das Ende bereitet, das ihm gebührt. Wie weit muß es mit Oesterreich gekommen sein, wenn die Czechen ihr Schriftstück mit folgender unverschämten Drohung zu schließen wagen: „Die Regierung möge die Entscheidung wohl erwägen, denn deren Folgen würden verhäugnißvoll sein!" Das ist denn doch das Unerhörteste, was sich ein Staat bieten läßt. Es ist nicht unseres Amtes, noch haben wir Neigung, Oesterreich Rathschläge zu ertheileu. Wenn wir erwägen, daß die Czechen nichts wären, wenn sie nicht Beachtung gefunden hätten und durch bie österreichischen Regiermigsexperimente in ihrer Arroganz und ihrer kindischen Nachäfferei des ungarischen Ausgleichs gekräftigt worden wären, so ergibt sich als einfachstes Mittel gegen ihre „unbedingte Opposition," sie fortan vollständig zu ignoriren. Man lasse Verfassung und Gesetze ruhig walten und bestrafe diejenigen, welche sie verletzen, selbst wenn die Verbrecher der gewaltige» Nation der Czechen aiigehöre». Bor allem aber stärke man itt Böhme» selbst das deutsche Element, das bis jetzt dort nicht nur vernachlässigt, sonder» der W i ll-kiir der staatsfeindlichen Czechen geradezu preis» gegeben worden ist. Die „verhängnisvollen Folgen" werden dann allerdings nicht lange .auf sich warten lassen, aber sie werde» einzig und allein auf die Czechen fallen."______________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 13. November. Die „Neue Fr. Pr." erfährt aus guter ungarischer Quelle, Beust fiel, weil er nicht rechtzeitig den Kaiser auf die Unausfitljrbarkeit des Hohen-wart'schen Ausgleichs aufmerksam machte. Hätte sich Andrassy geweigert, das Ministerium des Aeußern zu übernehmen und die Ordnung aller Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, wären auch ihm aus gleichem Grunde die härtesten Lorwürse nicht erspart geblieben. Andrassy nahm deshalb an, obwohl er weiß, daß er sich auf dem neuen Posten nicht lange erhalten kann und der frühere Posten für ihn verloren ist. — Der Vorstand des Journalistenvereins Konkordia verabschiedete sich von dessen Ehren» mitgtiede Beust, welcher die Ansprache Dr. WittelS-höfer's sichtlich gerührt beantwortete und bemerkte, die erfreuliche Thatsache, daß sein Nachfolger die von ihm inaugurirte Politik einzuschlagen gesonnen sei, ermögliche es ihm, in Staatsdiensten zu verbleiben. „Pesti Naplo" meldet: Im ungarischen Mi-nisterrathe theilte Andrassy mit, daß er das Ministerium des Aeußeren übernommen habe. Die Nachfolgerfrage erörternd, sprachen sich sämmtliche Minister nach eigener Ansicht wie nach der herrschenden Parteistimmung für die Ministerpräsidentschaft L 0 -ny a y'S ans. Graf Andrassy erklärte, er habe sich im gleichen Sinne gegenüber dein Kaiser geäußert und seine Ansicht sei der vollen Billigung des Mon- arche» begegnet. Diese Erklärung des Minister-rathes wurde sofort telegrafisch dem Grafen Lonyay mitgetheilt, welcher am 11. d. Ai. bereits in Pest ein getroffen ist. UebrigenS ist Lonyay, dieser reichgewordene Minister, bei der Deak-Partei nicht sehr beliebt, besonders der „alte Herr" (Deal) soll von seinen privaten finanziellen Machinationen nicht sehr erbaut feilt, und bislang ist Deak in Ungarn noch eine Macht, und es kann das für Ungarn ein Glück genannt werden. Der alte Herr, der in feinem bescheidenen Zimmerchen im Hotel „zur Königin von England wohnt, kann natürlich an Ministern, die sich ein Gut um das andere kaufen, keinen Gefallen finden. Die Stelle Louyay's würde im gemeinsamen Finanzministerium Holzgethan einnehmen, der ob feiner „reinen Hände" von Adrassy sehr befürwortet wird." Die drei Ministerkrifen, womit das Reich dermalen in Folge der hochweisen Politik seiner Lenker gesegnet ist, find demnach noch immer nicht zum Abschluß gediehen. Im gemeinsamen Ministerium wird Gras Andrassy morgen das Amt eines Ministers des äußern mitteten. Graf Beust, dem vorgestern der Kaiser einen halbstündigen Besuch ab* gestattet, verläßt iit wenigen Tagen Wien, zunächst um einen Ausflug nach wachsen, seiner Heimat, zn unternehmen. Auf feine» Botschafter-Posten nach London dürfte er sich erst im künftigen Monat begeben. ,llebcr die Vergebung des durch den Abgang Lonyay'S erledigten Postens eines ReichSfiiiauzmiiti-siers ist noch nichts entschieden. Auch die Verhandlungen mit Kellersperg sind noch nicht geschlossen, doch heißt cs, daß einer der nächsten Tage die Entscheidung bringen werde. Es ist aber auch Lic höchste Zeit. Binnen 6 Wochen laust die Finanz-periode ab und noch soll vor Jahresschluß ein beschlußfähiger Reichörath zu Stande kommen, um die Forterhebung der Steuern und Abgaben vorerst in verfassungsmäßiger Weise zu votiren, sodann zur gründlichen Wegräumung des unter Hohenwart aiis-gehänftcn staatsrechtlichen Schmutzes zu schreiten. Die „N. Fr. Pr." bringt folgende zeitgemäße Reminiszenz: lieber die Wandelbarkeit des Schicksals und menschlicher Entschlüsse Betrachtungen au-stellend — worauf man durch die seltsame Entlassung des Grafen Beust wohl leicht gebracht werden kann — kam uns ein besonderes interessantes Dementi wieder in den Sinn, welche« die „Wiener Abendpost" am 20. Mürz d. I. zierte nnd das wir auch unseren Lesern wieder in Erinnerung bringen wollen; es laute!: „Mit augenscheinlicher Vorliebe scheint man sich nenestens wieder in einzelnen politischen Kreisen der Fabrikation verschiedenartiger Gerüchte über einen angeblichen Personenwechsel in der Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten zngewendet zu haben, und treten die Früchte dieser Kombination an den verschiedensten Orten in die Öffentlichkeit. Um allen diesen Gerüchten ans einmal zu begegnen, sind wir von kompetenter Seite ermächtigt, auf das bestimmteste zn versichern, daß seit der Uebernahme der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten durch de» derzeitigen Träger derselben an der allein maßgebenden Stelle eine Perfonal-Aendernug weder beabsichtigt war, noch auch beabsichtigt wird, wodurch auch alle an diese Gerüchte geknüpften Kombinationen von selbst entfallen." — Und heute! Das Pester Blatt „Magyar Ujßag" veröffentlicht einen vier Spalten langen B r i e f K o f f u th' s, in welchem derselbe seine Ansichten über den czcchi-schcit Ausgleich kuudgibt. Kossuth ist für die cze-chifcheit Forderungen, weil er glaubt, daß durch die Erfüllung derselben auch Ungarns Selbständigkeit gegen weitere Angriffe gesichert sein werde. Jetzt äbrr befürchtet er eine unheilvolle Allianz zwischen den Czechen und den ungarischen Slaven. Von Andrassy sagt der Brieffchreiber: „Zwischen mir und Andrassy ist titte große Kluft entstanden. Ich bin überzeugt, daß seine Absichten rein sind und unter seinen Beweggründen nicht ein Schatten jener schmutzigen Motive ist, die so häufig und mit so beispiellosem Zynismus austaucheu, daß iitatt wegen der augenscheinlich zunehmenden Korruption über die Zukunft unseres Vaterlandes beinahe verzweifeln muß. Aber gerade weil ich über feilte Absichten nicht im Zweifel bin und weil ich weiß, daß er feilt Vaterland aufrichtig liebt, sage ich, daß wenn er die Saat aufsprießen sieht, die er jetzt in Wien gesäet hat, das Andenken an die gegenwärtigen Fasen seiner glänzenden, jedoch nicht beneidenswerthen Stellung mit schrecklicher Rette auf feiner patriotischen Seele lasten wird. Ausland. Im deutschen Reiche beschäftigt man sich heule in politischen Kreisen weit weniger mit den eigenen Angelegenheiten, als mit dem unerwarteten Sturze des österreichischen Reichskanzlers. Alle deutschen Blätter sind von Artikeln und Korrespondenzen über die Dentissionirnng des Grafen Beust überfüllt, die Organe der ultrainoit-tctncit Partei zeigen einen wahren Rausch deS Entzückens, die demokratischen und liberalen Blätter jedoch sind einmüthig in dem Ausdrucke der höchsten Verwunderung und aufrichtigen Bedauerns. Die „Kreuzzeituug" nennt den Rücktritt Beust's einen „Blitz ans anscheinend heiterstem Himmel," die „Augsburger Allg. Ztg." nennt ihn „ein Ereigniß möglicher Weise von der weitestlrageuder Bedeutung," und „mehr noch ein Räthsel, als ein Ereigniß", und ein Leipziger Blatt geht sogar so weit, ihn als einen Vorboten der Wiederherstelluna des absolutistischen Regimes in Oesterreich zn bezeichnen. Die „Spenersche Zeitung" endlich, „die allerhöchste Frühstückslektüre," gibt ihren Standpunkt dadurch kund, daß sie die schärfsten Stimmen der deutschösterreichischen Presse zum Abdrucke bringt. In der „Breslauer Zeitung" finden wir aus Berlin, 8. November, folgende beachtenswerihe Korrespondenz : „Gestern noch zweifelte man offiziöserseits an dem Sturze des österreichischen Reichskanzlers nnd meinte, daß diese Gerüchte sich oft wiederholten, ohne eine Bestätigung zu finden. Die heutigen telegrafischen Nachrichten ans Wien lassen keinen Raunt mehr für diesen Zweifel und eö gibt sich unverhohlen eine Mißstimmung über die Entlassung eines Staatsmannes kititd, dessen Politik zu bat Vereinbarungen von Salzburg geführt, lieber die Motive des unerwarteten Ereignisses beobachtet man in gouvernemetitaleit Regionen eine gewisse Reserve; in diplomatischen Kreisen, namentlich von russischer Seite wird daraus aufmerksam gemacht, daß' einer einflußreichen Partei aut Wiener Hofe die Konnivenz des Grasen Beust gegen die Politik des Fürsten Biömarck zu weit ging. Eine Verbindung dieser Partei mit den Ungarn sei zu Stande gekommen nnd in Folge dessen Herr v. Pulszki, der Intimus des ungarischen Ministerpräsidenten, nach Berlin gesendet worden, um hier deu Boden zn sondiren. Alle weiteren Vorgänge, so erzählt mau von russischer Seite, berechtigen zu der Annahme, daß Fürst Bismarck sich zu den inneren Angelegenheiten Oesterreichs und somit auch zu deu dortigen.Personen fragen vollständig neutral verhalten hat. . . . Aus diesen Mitteilungen ginge hervor, daß die Demif-1 sioueu Beust'ö nicht blos durch das spezifische Oester» reicherthum des Wiener Hofadels und durch Andrassy, sondern auch unter Mitwirkung auswärtiger Einflüsse stattgefunden." Ein Gesetzentwurf von hohem Interesse wird in den nächsten Tagen im deutschen Reichstage ein-gebracht: eilte Novelle zum Strafgesetzbuche nämlich, durch welche das P o l i t i f i r e ti auf der Kanzel unter Strafe gestellt wird. Die Majorität für diesen Antrag ist im Reichstage und BnndeSrathe gesichert; auch Bismarck stimmt ihm zu. Bekanntlich hat der Reichstag schon in der Frühjahrssesion die Beeinflussung der Wahlen durch geistliche Kanzelreden als Kafsatiousgruud der Wahlen anerkannt. Ein ähnlicher Gesetzentwurf wäre bei uns in Oesterreich dringend zu wünschen; haben doch in Oberösterreich, Tirol, Krain die Klerikalen nur Dank der unerhörten Agitation der Geistlichen den Sieg davongetragen. Lokal- uub Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Eskompte-Dotation bei dem Bankfiliale erhöht.) Wie uns mitgetheilt wird, hat die Baiifdirekttoit, auf Antrag des Vorstandes der Filiale, einen weiteren Betrag von 200.000 fl. zur Eskomplirung von Rimessen, Platzwechseln und Domizilen angewiesen, resp. bewilligt, daß von ändern disponiblen Geldern diese Summe zu gedachtem Zwecke verwendet werden könne. Bei dec gegenwärtigen Geld-noth eine respektable Summe. — (Ernennung.) Der Leiter des Ackerbauministeriums hat den k. f. Förster und Waldschätzungsreferenten in Laibach Ludwig Dimitz zum Forstinspektor für das Herzogthum Krain ernannt. — (Slovenische C i se n b a h npr o j ekt e.) Das von Dr. Eihbin Costa und dem Grafen Arz vertretene Konsortium, welchem die Bewilligung zu den Vorarbeiten siir eine Lokomoliv-Eisenbahn von Klagensurt über Laibach nach Karlstadt ertheilt wurde, hat dem Handelsministerium nunmehr das Generalprojekt für den zweiten Theil der projeklirten Strecke, nämlich von Laibach nach K a r l st a d t sammt den Nebenlinien, mit der Bitte um Konzeffions-Er-theilunz vorgelegt. Das Projekt umfaßt folgende Linien: 1. Die Strecke von Laibach zur Reichsgrenze bei Krasinz in der Richtung nach Karlstadt; 2. Die Verzweigung von Tanzberg zur ReichSzreuze bei Weinitz in der Richtung nach Ogulin und 3. die Flüzelbahn von Vrcic nach Gottschee. Das Projekt ist hinreichend charakterisirt und durch den Umstand, daß nach dem Ko-stenvoranschlage der geringste Durchschnitlsbetrag der Hauptlinie auf weit über 1.3 Millionen per Meile zu stehen kommt, und daß der Kostenvoranschlag für die letzte Zweigbahn sich sogar auf mehr als 2.6 Millionen Gulden per Meile beläuft. Die „92. Fr. Pr. bemerkt dazu: Hoffentlich gedenken die Konzessionswerber diesen Baubedarf auf dem slovenischen Geldmärkte zu bedecken und, wenn sie etwa auf eine Zinsengarantie refteftiren, sich dieselbe vom krautet Landtage bewilligen zu lassen. Im österreichischen Reichsrathe wird sich endlich weder ein Ministerium noch eine Majorität finden lassen, welche dem Herrn Costa und seinen slovenischen Genossen zur Belohnung für ihre genugsam charaklerisirte politische Handlungsweise noch eilte Zinsengaranlie in einem so horrenden Betrage bewilligen wird. — (An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!) Es sind vor kurzem auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege einige Stichprobe« neu* flooenifcher Intelligenz und Wissenschaftlichkeit, wie sie vom hohen k. k. kratner Landesschulrath gehegt und gepflegt werden, in die Öffentlichkeit gedrungen, ja haben selbst den Zutritt in auswärtige Blätter gefunden. Es wurde befremdend gesunden, daß bei aller sonstigen nationalen Ausschließlichkeit, die man ihm zn gute hält, ein k. k. Landesschulrath in Oesterreich sich dennoch so weit vergessen, aller gesunden Pädagogik nnd Wissenschaftlichkeit so unverschämt ins Gesicht schlagen könne, Individuen als Jugendbildner anzustellen, deren kolossale Ignoranz nicht nur das Hohngelächter der Jugend herausfordert, sondern auch Land und Volk, welches sich so etwas gefallen lassen muß, dem Spott der Welt preisgibt. Alle diesbezüglichen Bemerkungen haben nicht nur nichts gefruchtet, sondern das Hebet, ist seitdem nur noch ärger geworden. Man lese und staune: Vor ein paar Tagen tritt jener Lehrer, der bereits so ftaunenswerthe Proben seiner Schulweisheit abgelegt, vor feine Schülerinnen hin und schickt seinem Vortrage beiläufig folgende Einleitung voraus: Meine geehrten Schülerinnen! ihr habt aus der Schule geschwätzt und es sind Aussprüche von mir und Lehr-meinungen in die Öffentlichkeit gedrungen, die sich zwar nicht so rund wegleuzueu lassen, dennoch aber in ihrer Entstellung und Weiterverbreitung recht unangenehm sind. Ihr wißt ja, wie die böse Welt das Glänzendste zu schwärzen, das Edelste zu besudeln und mit Koth zu bewerfen liebt. Darum empfehle ich euch eindringlichst, künftig reinen Mnnd zu halten. Nichtö, was innerhalb dieser vier Wände vorgeht, nichts, was gesprochen und gelehrt wird, auch nicht ein Titelchen davon, wohlgemerkt, dürft ihr ausplaudern und den bösen Lästerzungen der Welt preisgeben." So der Sermon des frommen Herrn und Meisters. Mit welcher Sorgfalt die junge Hoffnung Sloveniens das tiefe Geheimniß klerikaler Weisheit zu bewahren Willens ist, davon sind ein sprechender Beweis diese Zeilen. Es wäre aber auch jammerschade, wenn die kostbaren Perlen nationaler Wissenschaft ungenützt im Köpfchen einiger wenigen Schülerinnen vergraben und der Well vorenthalten blieben. — (Das Konzert Frl. M e n t e r s ,) das bereits für den 25. d. M. bestimmt war, ist vorläufig durch eine sehr betrübende Ursache vereitelt worden. Frl. Menter ist nämlich in München schwer erkrankt. Es ist jedoch die bestimmte Aussicht vorhanden, daß uns die gefeierte Künstlerin, die hoffentlich rech! bald von ihrem Leiden genesen wird, später mit ihrem Besuche erfreut. — (Zljrotcv.) Bauernfelds „Moderne Jugend," ein neueres Lustspiel dieses anerkannt liochstehenoen mit) speziell im modernen Kouversativusstücke geradezu mnstergiltigen Dichters, gelaugte verflossenen Freitag an unserer Biihue zum ersten male zur Aufführung nnd mußte sich sowohl durch seine iuuereu Schönheiten, wie durch eine präzise unv anerkeunungswerthe Darstellung den wärmsten Beifall des gut besuchten Hauses zu erringen. Wir stehen nicht an, auch dieser Schöpfung Bauernfelds, gleich den meisten seiner vorhergegangenen, eine« hervorrcigeuden Platz in unserer Lustfpielliteratur eitijiu'cutmeit, weuu wir dasselbe auch nicht gerade als eines seiner besten Werke hingestellt sehen möchten. Die Idee, die diesem Stücke zu Grnude liegt, ist gewiß schön ititb zu einer dramatischen Bearbeitung in jeder Hinsicht geeignet zu nennen, aber ebenso müssen wir es auch zngeben, daß dieselbe nichts weniger als neu und originell sei und — wenigstens der Hauptsache nach — schon wiederholt in ähnlicher Weise benützt nnd verarbeitet wurde. Wir glauben daher die Wirkung und den Bortheil dieses Stückes weniger in dieser selbst, als vielmehr in der Art nnd Weise der Ausarbeitung und D u r ch führ u n g derselben fttch.it zu müssen, ttud in tiefer Hinsicht gebührt dem Dichter allerdings ein bedeutendes Verdienst, denn sein Stück zeigt es uns, wie meisterhaft er es verstand, den leitenden Gedanken zu cutmicfcln nnd in ebenso durchdachter, psychologisch richtiger Weise, wie gleichzeitig gefälliger »ud an * ziehender Form zum Abschlüsse zu bringen Der Grundzng, der so ziemlich allen Bauernfeld'schen Stücken eigen ist, findet sich auch diesem deutlich ausgeprägt: nämlich eilt an eigenthümlicher, dramatischer Handlung weniger reiches Thema, dessen Durchführung seinen Schwerpunkt nicht fo sehr in einer mannigfaltigen und eingreifenden fifischen Aktion, als vielmehr in psychologischen Vorgängen nnd einem inner», geistigen Kampfe findet. Was diesem Stücke daher an dramatischer Steigerung und Lebhaftigkeit mangelt, ersetzt dafür reichlich das rege Interesse, mit dem jeder Zuhörer den scharfsinnig nnd geistreich durchgeführten und nicht aus Situationen, sondern gleichsam ans den Charakteren der einzelnen Personen selbst sich entwickelnden geistigen Prozeß verfolgt. Daß letzteres zugleich in einer korrekten, btibnengewandten und fesselnden Form geschieht, verbürgt uns schon der Name des Dichters, dessen Hauptruht» ja anerkannt in einer gewandten und stets geistreichen Beherrschung des Dialoges liegt, lind so glauben wir daher Banern-feld's „Moderne Jugend" mit Necht, wenn auch nicht als eine außerordentliche, fo doch gewiß bedeutende und sehr verdienstvolle Erscheinung in unfern- Lustfpielliteratur begrüßen und dem Publikum bei einer eventuellen Reprise nur ivärinfiens empfehlen zu können. — Gegeben wurde dasselbe, wie bereits früher erwähnt, mit viel Präzision und in allseits sehr anerkennnngswerther Weife. Die Palme des Abends gebührt unstreitig Fr. L ö c s - W e i t, bereit muntere mib dabei doch so gefühlvolle Darstellung „Elsa's" eine in jeder Hinsicht vollendete Leistung war und das Publikum wiederholt zu stürmischem Beifalle hinriß. — Ebenso m u -ft e r h a f t, mit Eleganz nnd Wärme, gab Herr Werner die schwierige Rolle „Graf Rietberg's." — Eine vorzügliche Letstttng war uc „Gräfin Dr ichstedt" Frau Paul in a u tt 's, Oie sich mit ganz außerordentlichem und geradezu überraschende m Geschicke itt diese ihr nichts weniger als angemessene Partie hineinfand. Sowenig Experimente dieser Art auch in unserem Meschmacke li gen, müssen wir es heute doch zngeben, daß das gerade in dieser Nolle, wie nicht leicht in einer zweiten, so sichtlich zu Tage tretende bedeutende und vielseitige Talent unserer „Schönen Helena" par excellence nns mit diesem Theater-Knriosnm, für diesmal wenigstens, vollends auszuföhnen vermochte.. — Unterstützung fanden die Genannten in iM^tieitmej Braun"), Hrn. T r a u t („Oberl. Nietberg") und Hrn. Schulz („Isidor"), die ihren Rollen in durchaus angemessener Weise gerecht wurden. — Wir können daher mit ns nnd Ült Jelbe “onwff “efliffciM des StifcfeS, wie der künstlerischen, viel Flciß uud Verständnis- einstudirten Durchführung nach, cilK.eine hervonagende bezeichnen, deren nochmalige Wiederholung wir im Interesse des Publikums befürworten möchten. — (Tas erste Gcscllschaftsko»zert der filfj. Gesellschaft am 12. November.) Mit wahrem Vergnügen gehen wir daran, über bas gestrige Kokizert und de» glänzenden Eifolg desselben zu berichten. Berichte über Aufführungen, bei denen die Mehrzahl der Ansübenden Dilettanten sind und aus reiner jiunsttiebe ihr ganzes Wollen nnd Können entsetzen, haben in jo weit für den Berichterstatter häufig etwas Beengendes, weil das Gefühl der Verpflichtung für die Opferwilligkeit der Ausübenden die Freiheit der Kritik beeinträchtiget. Doch über das gestrige Konzert brauchen wir nicht einfach zu referire», dasselbe verträgt streuge Kritik, fo vollendet, fo künstlerisch dnrchgeistiget war fast jede einzelne Leistung. Würdiger konnte die Gesellschaft ihre Saifon nicht eröffne», würdiget dni Lorabeiid deS vorig-jährigen Beethovenfestes nicht begehen. Wenngleich diese Bedeutung dem Konzerte offiziell nicht angemeint war, erinnerte uns die Vollendung der gestrigen Vorführungen doch an-die musikalischen Genüsse d.'s 1.'. und 13. November des Vorjahres. Das Konzert eröffnete nicht die Konzert-Onvertnre zn „Taufend und eine Nacht" von W. Zaubert, welche am Programme angefetzt, sondern eine Schubert'sche, welche mit großer Präzision exekulirt wurd.'. Der Ouvertüre folgte „Abendfriede" von Fr. Lacher,Männerchor mit Solo nnd Orchester, eine sehr ansprechende, stimmungsvolle Komposition, in welcher Chor und Orchester sich gleich wacker hielten, desgleichen auch Herr Prosek das Solo sehr wirksam zur Geltung brachte. Nun folgte das Violinkonzert von Baz-zmi, in welchem sich der neue Bioliiilehrer der filh. Gesellschaft, Herr I. Gerstner, das erstemal dem hiesigen Publikum vorstellte. Herr Gerstner hatte einen ganze», durchschlagenden Erfolg errungen nny sich als Künstler in des Wortes bester Bedeutung gezeigt. Die weichen, schmelzenden, so sehr zn Herzen gehenden Töne, die er feinem Instrumente zn entlocken weiß, und wiederum die Sicherheit und Reinheit feiner Technik und der edle geistige Duft, die künstlerische Weihe, die feinem Spiele adhärirt,'ließen uns sofort erkennen, daß wir eine künstlerisch angelegte Natur, einen Mann von tüchtiger Schule und ernstem Streben vor nns hatten. Herr Gerstner, ein Schüler des rühmlichst bekannten Professors Bennewitz, erhielt im Prager Konservatorium feine Ausbildung, und der gestrige glänzende Erfolg belehrt uns, daß sich die filh. Gesellschaft zu dieser Requisition beglückwünschen kann Herr Gerstner wurde während des Spieles durch Beifall und nach demselben durch wiederholten Hervorruf ausgezeichnet. Es folgte hieraus der Eugelsberg'jche Männerchor: „So weit." Derselbe wurde von unserem Mätttterchore, der »ns durch eine große Fülle von Stimmen überraschte, mit so feiltet Nüanzirung, fo edlem Vorträge, einem fo reizenden Piano und dem Anschwellen desselben zn gewaltigem Forte, mit einem Worte so vollendet vorgetragen, daß mir wohl sagen dürfen, daß sich diese Vcistung dem Besten ameiht, was wir in diesem Knnstgenrc gehört. Ilm so unbegreiflicher war es uns, daß dieser Chor vom Publikum nicht mit jener Dankbarkeit hingenommen wurde, die eine solche Leistung wohl verdient hatte. Um so mehr tritt, die Pflicht an die Kritik heran, eine solche Leistung anzitetkenne».— C. Reineke's Vorjpiel für Orchester zum fünften Akte der Oper „Manfred" ist eine so duftige, finnige, träumerische Komposition und wurde vom Orchester mit solcher Zartheit, jo tiefem Eingehen in die Stimmung der Dichtung widergegeben, daß wir es bedauerten, nur daS „Borjpiet" hören zu können. Nedved wurde nach demselben gerufen und mittel fast z» fehr zu entfalte». Die Schlußnummer bildete die „Dithyrambe" Schiller's, itt Musik gefetzt vo» J»l. Rietz i» Dresden. Die effektreiche, schöne, doch a» Schwierigkeiten reiche Komposition wurde mit Präzision nnd Vollendung von Chor und Orchester, sowie den Solisten wieder« gegeben und bildete einen würdigen Abschluß des gelungenen Abends. Beigeschmack. Wird das Fäßchen jedoch einmal zum Gebrauche geöffnet, so hält sich das Fleisch nicht mehr lange gut und soll deshalb schnell verbraucht werden, da man beim Oessnen den Zutritt der Lnft nicht gänzlich vermeiden kann. Man soll daher die Größe -der Gefäße dem Bedarfs des Haushaltes, für welchen der Inhalt bestimmt ist, genau anpaffen. Dieses Ber. fahren, welches die einfachste Hausfrau begreift, hat sich in Oberösterreich seit einigen Jahren sehr verbreitet. Telegramm. (Orig.-Telegr. dcö „Laib. Tagblatt.") Wien, I». November. Gestern fand die Verabschiedung der Beamtendes Ministeriums des Aeuftern vom Reichskanzler Grafen Beust statt. Sektiouschef.Hofmann dankte im Name» der Beamten, denen Minister Beust unvergeßlich sei» werde. Sektionöchef Orczy sprach seinen und den besonderen Dank Ungarns sür die von Benst Ungarn jederzeit gewährte freundliche Gesinnung aus. Beust dankte, indem er zugleich erklärte, er sei beruhigt in dem Bewußtsein und im unerschütterlichen Glaube» an die Zukunft dieses Reiches und er setze Vertrauen in die erprobte Hand, in die er das Amt uiederlege. An der Huld und Gnade des Monarchen, an dem Vertrauen der Bolksvertretnng und dem Nachruf lauter Sympathie der Mitbürger richte sich sei» Lebensmuth auf. Paris, irr. November. ,,La France" meldet unter Reserve: Der Papst uoti-si;irte «ach Versailles die Absicht, in Frankreich residiren zn wollen. ThierS, bestrebt, den Papst davon abzuwenden, stellte dem-; selben indessen eventuell das Schloß zu Pau * zur Verfügung. * Hauptstadt des französischen DepartemeitS Nieder-Pyrenäen, sowie der cljciimligeu Vicomte ©eartt, 22.000 Einwohner. Die im ganzen gut gebaute Stadt hat fehr roman tische Umgebungen ; des milden und gefunden Klimas weqen halten sich dort im Winter viele Kranke und Rekonvaleszenten auf. Bekanntlich bewohnte die Exkönigin Jsabella II von Spanien nach ihrer Verbannung eine Jeitlaug das Schloß. Dieses Schloß ist berühmt, weil darin der erste Vourbou auf dem Throne Frankreichs, Heinrich IV., geboren ward und feine Jugend verlebte. Wiener Börse vom 11. November Btaatofonfl«, | Herc.Rente, öst.Pav. oto. bto. öft.inSild. e von 1854 e von 1860, ganze e vo?. 1860, Fünft. in 75 115 - ............................ 19 4';’ iw 60 <5*db Ware | 57 45 57.55 «7.iö| 67 45 y..50' 82 — Ufr.Öüj 99 7.;i Wirtschaftliches. - (Konservi rung des Fleisches.) Die einfachste Methode, Fleisch in frischem Zustande lange zu erhalten, ist, dasselbe in lustdicht geschloffenen Fäßchen, nur mit Salz bestreut, auszubetvahrcn. Man legt schöne reine Fleifchstücke von frisch geschlachteten Thieren (natürlich ohne Knochen) nach gehörigem Einsalzen in den hiezu bestimmten Gefäßen reihenweise dicht aneinander, daß kein leerer Raum, weder zwischen den Fleischstücken noch oben bleibt; man schließt sodann das Fäßchen und bewahrt es im Keller. Nur soll beobachtet werden, daß man die Lage des Füßchens im Anfänge täglich und späterhin alle zwei, drei Tage 74.— StaatSbahn. . . . 3 r>.fin 3:16.— »ais. tzranz-IosesSb. .i2l04ü>li.— Künft.-Barcser 6.»®/i76.-- 178--Llsölb-Fium. Bahn . ^ , 110.60 bto. ition» 6p6t. ivi.b'j 2*8 60 ’Jiorbb. (100 ff. (£®i.) 104.75 10i.i6 Sieb.»B.<200 fl. ö.W.) 9j. — 1 uo iss StaalSbahn Pr. Stück ist. —'i3ij — Staatsb. Pr. St. 1867 183.50 13*.— tHub»:f»b.(300fl.6.ZB.) ul.- 11 20 Franz-Jos. (200ft.S.) 10,,.40 1V0NU Lose. Stebit 100 fl. fl. SP. . Dvii.-Lampssch.-GLi. ,u 100 fl. EM. . . Triester 100 fl. EM. . bto. 60 R. ö.W. . fettet . 40 fl. ö.W. Salm . 40 , l’atff? • „ 40 „ Darv . „ 10 „ St. GrnoiS „ 40 „ Mndischgrä? so „ Waldstein . so „ Äiigleci* . 10 „ 100.ro. Pfandbriefe. Ration. ö.W. oerloäb. attg. Bob.-Crebttanst. irag.öft.$ob..titreblt. 184 50 186.- .«»W 68 50 89.20 88 50 81.-104.i-51104.50 bto. m 33U.tU<2.V .[ 86.75| 87.- Der tclcgryfische V)cg Schlüsse drö Blattes wiC Weekeeli>^a,) Akg-bLlroÄ.flibd.w. Wff.iooTi. ' London 10 Pf. ©tetl. Pariü 100 France BSäuten. .?aif. Münz.Ducaten. 20^ran.:3flti(? . . . 8cmn8t$aiec . . . ßiVoit . . . . 07.— 97 50 120 50 42.fiO,4B 60 91.70 9 i.90 116.70 45 Oö 5 60 9.8*y 1.75 116.76 Witterung. Laibach, 13. November. Trüber, regnerischer Tag, Vormittag Winddrehiliig von SW. nach NO. Wärme: Morgens 6 Uhr 7.8", Nachm. 2 Uhr + 5.8" 6. (1870 + 6.5», 1869 + 2.1°). Barometer im raschen Steigen 731.27 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme + 4.8', das gestrige + 5 8”, beziehungsweise um 0.2" nnd 1.4° über dem Normale. Der Niederschlag der beiden letzten Tage 18.20 Millimeter. Verstorbene. Den 11. November. Dem Herrn AloiS Karnelli, Fotograf, sein Kind Karmellii, alt 2‘/g Jahre, in der Tir nanvorstadt Nr. 87 an echten Blattern. — Dem Martin Rebol, Magazinsarbeiter, sein Sohn Johann, alt 6:/, Jahre, in der Kapuziuervorstadt Nr. 63 an der Lungensucht. Lottoziehung vom 11. November. Triest: 67 44 37 55 84. Theater. leute: Welche von Dreien ? Lustspiel in 4 Akten von Benedix. Bis auf weitere Kundmachung werden Gelder in laufende Rcchnung voni 15. d. M. angefangen verzinset, u. z.: Gegen Stäftiflc Kündigung 4°/0, ft jOtägigc ,t 5°/0f „ 90tägige „ «"/». Laibach, 13. November 1871. . (540—1) Die Direktion. Ein Paar Doppelponies, lichtbraun, 3',, »nd 4', Jahre alt, 14 Faust hock, fehlerfrei, sehr gute Weher im Laufen wie im Zuge, sind wegen Mangel an Platz zu verkaufen beim Postmeister iit Kra-»ichsseld, Steiermark. (538-1) Arthur Heimann, Judengasse, empfiehlt sein Lager von (531—2) echt chinesischem Thee. Zu babeu in allen Qualitäten, als : Haravanen-, I’i'ff»-, Stimlitliee etc. ete. zum Preise umi ft. 1,20 pr. '/» Pfd. angefangen. Einlttklung zum Anlulust der neu erschienenen Innslu ntlil l (sogenannt) Tinün - Alst, 'ivrldjv, wie nachstehend erläutert, brfl'rr wie Äaargeid. und deren erste und nächste Ziehung schon am 3. Immer 1872 erfolgt. Die gefertigte Wechselstube erlaubt sich hiermit ihren geschätzten P. T. Privatknuden und Geschäftsfreunde» anzuzeigen. daß sic die von der ?andeshaupistadt Innsbruck gemachte Anleihe im Betrage von 1 Million Gulden österr. Währ, übernommen, »nd ersncht desbalb, diesbezügliche anfällige geneigte A»sträge oder Anfrage» nur an die gefertigte Wechselstube gelangen zu lassen. Kurze Darstellung einiger der Vortheile. welche tiefe Anleihe darbietet: 1. Diese Anleihe beträgt in Summe bloS 1 Million Gülten und wird mit 2,535.010 fl. i>. W. binnen 40 Jahren rückgezahlt. ü. Ist dieselbe in Theilschuldverschrcibuugen (1‘ofe) j)ctheilt, wovon jedes mit mindestens 30 fl. ö. W. verlost werden muß »nd 3. Habe» dieselben 4 Ziehungen Im Jahro mit Haupttreffern vo» 30.000, 12.000, 10.000, 10,000 fl. etc. ö. W., weiter» 4. Biete» dieselbe», abgesehen davon, daß die Landeshauptstadt Jnnsbrnik die ZahlnugSpflicht übernonimen, welche gewiß jede Garantie bietet, noch dadurch, daß die Landeshauptstadt mit ihrem f“— -------------------------- -*■ .....- ' "" " “ Steuerzuschlagen und Gefälle» I Um nn» ihren Anlage-Capital hat, so hat sich - ...... „ __ ... ,..T _..T, T_____________ 1. Jänner 1872 in einzelnen Stücken ä fl. 30 ö. W. gekauften derartigen Lose (wenn der Vorrath so lange reicht), innerhalb eiueS Jahres, b. i. bis incl. I. Jiinner 1873, mit dem volle» Ankaufspreise, d. i. ebenfalls iv 30 fl. in Zahlung zu nehmen, wodurch sonach jeder Käufer eines derartigen Loses erstlich gar kein Risico, nachdem er innerhalb eines Jahres selbes Los jeden Moment znm vollen Ankanfspreife in Zahlung geben ja-n, weiters somit umsonst in 4 Ziehungen ans Haupttreffer vo» 30.000, 12.000, 10.000, 10.000 fl. 3c. spielt. Derart Lose ohne dieser Verpflichtung des Rückkaufes verkauft die gefertigte Wechselstube stets genau »ach dein TageSconrsc lt. dermalen mit 20 fl. ö. W. Pr. Stuck. Diese Lose sind auch IN de» meisten Wechselstube» sowohl in Wien als auch in den Provinzen nach dem TageSconrsc zu haben jedoch den Ankauf dieser Lose Jedermann zu ermögliche», so Hat die gefertigte Wechselstube eine weitere Anzahl dieser Lose auSgeschieden, welche LDM&&T M pr' aus 30 monatliche Raten mit bloß » 1 ft. 8. W. verkauft nnd wobei inan nach Zahlung der ersten Rate von mir 1 fl. »nd der gesetzlichen Stempel» -i>-" f H. - -h- f gelnihr schon allein i» de» nächste» Ziehungen auf die Haupttreffer mid überhaupt auf alle Treffer spielt. Auch hier verpflichtet sich die gefertigte Wechselstube, alle derart auf Raten verkauften derartigen sogenannte» Tirolerlose »ach Verfall der letzte» Rate durch volle 8 Tage mit dem ihr wirklich gewordenen Betrag zurückzukaufen. Die gefertigte Wechselstube, nachdem sie. um ihre geehrten P. T. Kunden auf diese außergewöhnlichen, »ußerordent-lichcit Vortheile, welche mit den, Ankäufe dieser Lose verbunden, aufmerksam zu »lach e» und zil», baldige» Ankäufe (um an diese» Begünstigungen Theil zu »chme», da die z»i» Rückkäufe bestimmte A»zahl Lose bald vergriffe» sei» dürste) einzuladen sich erlaubt, glaubt annehmen z» können, daß wohl kaum iraeud Jemand (welcher überhaupt an solche» Losen Theil nimmt) sei» dürste, der sich nicht veraitlafitifehen würde, eines oder auch mehrere dieser Lose anzulaufen, da hiermit gar kein Risico verbunden, ma» umsonst in »ier Ziehungen spielt und diese Lose, wie oberwiihut, binnen einen, Jahre zum vollen Ankaufspreise in Zahlung genommen werden. Bei geneigten auswärtigen Aufträgen beliebe man deshalb gütigst den eittfal» lenden SBetraa nebft 30 Kreuzern für vier Ziehungslisten des Jahres 1872, welche sodann franco zngcfciidet würden, wenn hierauf reflectirt werden sollte, franco an die gefertigte Wechselstube gelangen zu lassen. (536-i) Wechselstube der k. k. priv. Wiener Handelsbank vormals Joh. C. Sotherr in Wien, Graben Nr. 13. ms K. k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn. Der gefertigte Verwaltungsrath beehrt sich, die Aktionäre der k. k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn zn der u Dienstag den 5. Dezember 18S1 um IO Uhr Vormittags im Saale der Wiener Handels-Akademie (Akademicstraße Nr. 12) stattfindenden rarlei il einzuladen. Gegenstände der Tagesordnung sind: Wien, am 4. November 1871. (537) Der Verwaltungsrath. 51/0 1. Bericht über den Bau und den Betrieb der Bahn und über die Erwerbung der Konzession für die Strecke Hieflau-Eifenerz und Villach-Tarvis. 2. Bericht des Aussichtsrathes über die Prüfung der Jahresrechnungen pro 1870. 3. Wahl des Aussichtsrathes und der Ersatzmänner desselben (§§ 16 und 17 der Statuten). Jene Herren Aktionäre, welche der Generalversammlung beiwohnen, oder ihr Stimmrecht nach Maßgabe der §§ 21, 22 und 24 der Statuten ausüben wollen, haben ihre Aktien bis längstens 1. Dezember l. I. in Wien bei der anglo-österr. Bank mittelst doppelt auszufertigender Konsignationen (wozu Blankette bei der anglo-österr. Bank unentgeltlich erfolgt werden) zu erlegen und erhalten mit der Empfangsbestätigung die Legitimationskarten zur Versammlung. , Im Bertretungsfatle müssen die ans der Rückseite der Legitimationen vorgedruckten Vollmachten eigenhändig unterfertigt werden. Druck »u Jgu. v. «leinmayr * geb. «awberq in Laibach, Verleger »ad für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg.