Lailmchel Leitung. Nr. 104. PränumerationspreiS: Im Comptoir ganzj. fi. ll, hall'j. fl. 5.50. Fill die Zustellung ins Haus hall'j. 5>!» li, M!t der Poft ganzj. sl. ,5. haldj. fl. ?.5,u Samstag, 6. Mai Inseitionsgebllhi bl« lO Zellen : imal so lr., ^m. 80 lr., »m. 1 st.; sonst pr. Zeile im. 6 lr., »m.»lr., 3»i. l<1 lr. u. s. w. Inserlionsstcmpcl jebesm. »O li. 1871. Aültlichcr Theil. Ve. k. und f. Apostolische Majestät haben folgendes Allerhöchste Handschreiben allcrguüdigst zu erlassen geruht: lieber Minister Iirccek! Es ist mein Wunsch, daß eine Akademie der Wissenschaften mit dein Sitze in Kratau gegründet wcrde. Ich beauftrage Sie, zu diesem Ende mit der bestehenden Kra^ lauer Gesellschaft der Wissenschaften, deren ersprießliche Wirksamkeit Ich anerkenne, wegen deren Umbildung in eine solche Akademie zu verhandeln und sohin die gccig-neten Anträge Meiner Schlußfassung zu unterziehen. Wien, am 2. Mai 1871. Franz Joscph m. p. Iireöck m. p. Se. k. und f. Apostolische Majestät haben über Nn-tlag des Präsidenten des gemeinsamen Obersten Rech--lUlngshofcs mit Allerhöchster Entschließung vom 30. April b- I. den Hofsecrclär daselbst Anton Ritter v. Petz iUln Hofrathc bei dem genannten Obersten Rechnungshöfe mit den systemmähigen Bezügen allcrgnädigst zu ^nennen geruht. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller« ^chster Entschließung vom .')(). April d. I. die vom Prä» Renten des gemeinsamen Obersten Rechnungshofes be-^tragte Uebernahme des Scctionsrathcs beim k. unga-^schen Niinislcrinm am Allerhöchsten Hofl«gcr Julius ^ zent' Györgyi dc Naa. y - Rapolt in das Grc-^'unl der genannten gemeinsamen Centralstelle allergnä-"W zu genehmigen und demselben gleichzeitig den Titel ^d Charakter eines Hofrathes allergnädigst zu verleihen Ncruht.__________ Sc. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller-ho'chstcr Entschließung vom 26. April d. I. den Domherrn am K»,lhedralcapitcl von Lcsina Lucas Torre zum Domdcchantcn und den Ehrcndomherrn, Erzpricster lind Pfarrdcchantcn in Llssa Stephan Siminiatti zum Domherrn des genannten KalhcdralcapitclS aller» gnädigst zu ernennen geruht. Iirecek in. p. Der Iustizminister hat den Gezirksgerichtsadjunctcn l" Sesana Franz Borg hi zum Bezirlsrichtcr daselbst ernannt. Der Iustizminister hat dem Vezirksrichter in Na-Mavecchia Dr. Joseph Marcocchia die angcsuchte ^rsctzllllg auf die in Sebcnico erledigte Bczirlsrichter-Uelle bewilligt und den Bezirksgcrichtsadjuncten in Se-^nico Nikolaus Costa zum Bezirtsrichtcr in Nagusa-^cchia ernannt. Der Iustizminister hat den BezirlSgerichtsadjuncten Lorcnz SölS über sein Ansuchen von Indcnburg nach Voitsberg übersetzt und die Nuscultantcn Vinccnz Wex« lauer und Friedrich Sarnitz zu Bezirksgerichts' adjnnctcn, ersteren für Frohnleiten und letzteren für VoitSbcrg ernannt. Der Iustizminister hat den Hilfsämter-Directions-adjlincten des österreichischen Obc'rlandcsgcrichtes Jakob Doringcr znm Hilfsämtcrdirector desselben Ober-landesgerichtcS ernannt. Der Minister und Leiter des Ackerbauministcriums hat den bei der dalmatinischen Statthalterei als Forstrath dienenden Hermann Ritter v. Guttenbcrg zum Forstinspcctor für Dalmatien, unter Bclassung seines bisherigen Titels als Forstralh, ernannt. Nichtalntlicher Theil. 1. Verzeichniß jener Beträge, welche von der Präsidialsection des k. k. Ministeriums des Aeußern für das unter dem höchsten Protectorate Sr. k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Ludwig Victor in Wien zu errichtende Tegetthoff-Denkmal übernommen wurden: Von Sr. Excellenz dem Herrn Reichskanzler, Minister des taiscrl. Hauses und deS Aeußern, Friedrich Ferdinand Grafen von Beust 1000 fl. Von Sr. Ex» ccllcnz Herrn Sectionschcf Leopold Friedrich v. Hofmann 100 fl. Vom Herrn a. o. Gesandten und bevollmächtigten Minister in Darmstadt Albin Freiherr» von Vctscra 300 fl. Vom Herrn l. l. Hofrath Eduard Warrens l000 fl. Summa 2400 fi. Weitere Beiträge werden in der Präsidialseclion des k. l. Ministeriums dci< Acußern, Herrengasse Nr. 7, im 2. Stock, Dapartemcitt I, vom Director, kaiserl, Rath Anton Ludwig Scidl übernommen, quittirt uud in der „Wiener Zeitung" kundgemacht. Politische Uebersicht. Laibach, 5. Mai. Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus und Unterricht hat, wie die „Pr." meldet, an die Länder-Chefs folgenden Erlaß gerichtet: „Es liegt in meiner Abficht, vor dem Abschlüsse dieses Jahres eine Darstellung der literarischen Thätigkeit der an den Lehranstalten sämmtlicher im Reichsrathe vertretenen Länder wirkenden Lehrkräfte seit dem Jahre 1850 veröffentlichen zu lassen, um damit dem In- und Auslande ein Bild des geistigen Lebens, welches sich in dieser Epoche auf dem ganzen Gebiete des Untcrrichts-und Erzichungswcscns in Oesterreich entfaltet hat, zu gewähren. Um die für diese Darstellung erforderlichen Materialien zu gewinnen, ersuche ich Eure Excellenz, an die Professoren und Lehrer der Universitäten, der techni^ schen Hochschulen, der Mittelschulen, der Specialschulen und Lehrer-Bildungsanstalten, insoferne sich Lehranstalten aller dieser Kategorien in dem Amtsbereiche Euer Excel« lenz befinden, die Einladung zu richten, ein genaues Verzeichniß ihrer sämmtlichen wissenschaftlichen oder über-Haupt literal ischen Productionen (mit Einschluß große« rer Aufsätze in gelehrten und Fachjournalen) mit den ihnen selbst zur Würdigung ihrer Werte nothwendig er-scheinenden Erläuterungen zusammenzustellen und unmittelbar im Wege der Vorstände (akademischen Senate, Rectorate, Directions) an daS Ministerium einzuliefern. Hiebci ist es, da eS sich eben um ein Gesammlbild der literarischcn Thätigkeit des österreichischen Lehrstandes handelt, mein Wunsch, auch von jenen Lehrkräften an Landes-, Communal-, geistlichen oder Privatanstalten, welche literarische Leistungen ausweisen können, daS voll« ständige Verzeichniß ihrer Werke zu erhalten, und ich ersuche Eure Excellenz, auch in dieser Richtung die geeignete Verfügung zu treffen. Ich bemerke auch, daß der von mir bezeichnete Zeitpunkt des Jahres 1850 nur im Allgemeinen als AnhaltSpunlt der darzustellenden Epoche zu gel« ten hat, daß es jedoch hinsichtlich der noch lebenden «u« toren keinem Anstande unterliegt, auch ältere Werke in die Aufzählung mit einzubeziehen. Bezüglich jener Schriftsteller aus dem Lchrstande, deren Wirksamkeit noch in die angegebene Epoche füllt, die jedoch seither verstorben sind, lege ich ein großes Gewicht darauf, durch die Vor« stände der betreffenden Anstalten wenigstens auf die vollständige Namenslistc aufmerksam gemacht zu werden und jene Nachweisungen zu erhalten, die denselben zu Gebote stehen und für deren Ergänzung und Vervollständigung ich bemüht sein werde. Die erwähnten Nachweisungen sind mir zuversichtlich bis Ende Juli 1871 einzuliefern. Diesen Zeitpunkt wolle Euer Excellenz genau festhalten, weil nur unter dieser Voraussetzung das Erscheinen des Werkes noch im laufenden Jahre ermöglicht werden kann. Späterhin sollen Ergänzungen dieser Darstellung jährlich zusammengestellt und in den Jahresbericht deS Ministeriums aufgenommen werben." Der Preßausschuß deS Abgeordnetenhauses versammelte sich Mittwoch zum zweiten male. Sämmtliche Ausschußmitglieder waren anwesend, die Regierung jedoch nicht vertreten. Referent Dr. Glaser erklärte, daß er — durch seine Thätigkeit als Bericht« ' erstatter über das Unterrichtsbudget verhindert — das zugesagte Elaborat über die Prcßgesctzgebung noch nicht vorlegen könne. Hierauf regte der Obmann deS Ausschusses folgende drei Fragen an: 1. Ist die Zeit, die der Staalsanwalt vom Erscheinen eines Glattes bis zu einer ConfiScations-Veschlußfasfung hat, eine zu kurze? 2. Ob der Staatsanwalt in jedem Falle klagbar auftreten kann, oder ob auch eine Privatperson, wenn sie «semlsellm. ^in Capitel aus Frih Reuters „Dörchläuch- ting" ^Durchlau ch tchen). Im Rathskeller zu Neubrandenburg. ^ Emil PallcStc hat mit den köstlichen Schwanken .? ^aturbildcrn Fritz Reuters in seinen beiden Vor-'""lim so glücklich dcbntirt und daS Interesse an diesem ^"5 origwcllrn Dialcctbichtcr so rege gemacht, daß wir ^uben, es werde unseren Lesern erwünscht sein. wenn ^ 'hnen eine kleine Probe aus dem kleinstädtischen n, llcinstaatlichcn Stillleben, wie es der Dichter so h "Ullhlich zu schildern versteht — bearbeitet von einem bj l lebenden Landsmannc desselben — vorlegen. Um h°/escr ,„ die Scene einzuführen, schicken wir Folgendes b Der Conrector an der Bürgerschule zu Neubranden-H 5 u, Mecklenburg-Slrelitz wird am heiligen Abend (vor ^U)ncicht) von einem Neustrelitzer Advocate« Namens dess "" in seiner Wohnung förmlich überfallen, um sich Um" "^dichte" vorlesen zu lassen und über dieselben ein vtt.Ä "^zugeben. Der Conrector ärgert sich über das zo '"ule Zeug, das der „Dichter" Sr. Durchlaucht dem Her. KM ^l"n, ja sogar trotz alles Abmahnens drucken lassen Mckl'"'^ cvnlplimeulirt endlich den poelifchcn Advocaten lene., l. ä"' Thür hinaus. Mißlauuig über den vcrlo-heiligen Abend geht er m den Rttthsleller, dessen Wirth Kunst sein Schwager ist, der Bruder seiuer verstorbenen Frau. ..... Mit diesen halblauteu Gedanken trat er bei seinem Schwager Künsten in die Rathskellcrstube, wäre aber fast wieder auf dcu Flur zurückgeprallt, denn in der Stube sah sein Freund Kägebein bereits wieder in voller Arbeit, halte seine Manuscripte vor sich und las seine Gedichte vor: „Einst ging 'ne Hcill»' mil milttcrlichru Sorgen Fllr sich und ihre jlin^u Küche» Sich Madcu nud Güwilrm zu sltchcl»," Aber auf der Stelle brach er ab, als er den Eon-rcctor hcreiutretcn sah, und obschon ein wenig roth. nahm er doch eine etwas vornehme Miene an und sagte, ein andermal wolle er weiter lesen. — Bei diesem christlichen Vorsätze erhalte Sie der liebe Gott, meinte der Conrcclor, und trat nun voll in die Stube: ,Küchen, scggt hei (sagt er), sich Maden und Gewürm zu suchen, seggt hci/ — Nun, ist Ihnen das noch nicht gut genug? frug Hofrath Altmaun, der im Staatsanzug mit goldenen Tressen hinter dem Tische saß und einen noch einmal so stattlichen Haarbcutel sich angeknüpft hatte, als des Conrcctors Hinterscitc ausweisen konnte; hat unser zukünftiger Hofpoet (denn das wird er, ich habe in Strclitz schon so ein Vögelchen singen hören), nicht das Möglichste gethan und die hochdeutsche und die plattdeutsche Sprache so zu sagen mit dem Worte „Küchen" in ein „gcwisscrmaßcnes" Concert gebracht? — Thun Sie mir deu Gefallen ^ rief hier der Kellcrwirth Kunst, ein kleiner rothgcsichtiger Mann, der die Gewohnheit hatte, die ganze Welt von unten herauf anzusehen und wie der Perpendikel in der Stubenuhr, die Daumen in den Achsellöchcrn der Weste, im Gastzimmer auf und ab zu laufen, davon schweigen Sie nur; mit den Concerten, das ist auch wieder so eine verdrehte Mode, die darauf hinauskommt, daß jene Leute, die sonst noch ein GlaS Wein verzehrten, sich jetzt mit den Weibern in einen Saal setzen, die Augen verdrehen, den Kopf hin und herwiegen. mit den Füßen den Takt dazu treten und am anderen Tage wie die Drehorgeln in den Straßen herumlaufen und allerlei französische Melodien vor sich hin brummen. — Da hast Du diesmal Recht, Kunst, sagte der Conrcctor, wir haben so viele schöne deutsche Melodien, daß wir die französischen Concerte gar nicht brauchen. — Damit stimme ich nicht übercin, meinte der Herr Rath Fischer. Herr NathSkellermeister, was haben Sie sich denn um Concerte zu kümmern? Hier, schenken Sie mir lieber ein frisches Glas ein, bis der Punsch kommt, und dann sorgen Sie für eine warme Stube, denn hier ist« verflucht kalt. — Das ist Ihre Sache, Herr Rath, glauben Sie, ich kann so ein wahres Uugethüm (im Original: Schündet — der Raum, in dem gedroschen wird) von Stube warm erhalten? Ich habe so oft schon beim wohllöblichcn Magistrate die Vorstellung ge« macht, er möge mir hier eine Wand ziehen und aus der einen Stube zwei machen lassen, aber kann ich das wohl erreichen? Ich habe mich sogar erboten, daß ich den doppelten Pacht zahlen will. — Da« ist aller Ehren werth, erwiderte der Herr Rath, und ich wer> e« in der nächsten Sitzung zum Vortrag bringt. — Ä«, 752 in einem Blatte etwas Staatsgefährliches zu lesen glaubt, eine Klage gegen Redacteure führen kaun? und 3. ob die Jury mit dem objectiven Verfahren vereinbar sei? Zu dem ersten Punkt bringt Redner Beispiele, daß es dem Staatsanwalt oft durch die Masse des Materials nicht möglich sei, diejenigen Blätter zu confisciren. bei denen es nothwendig sei, wieder aber Blätter in Ucbcr-eilung confiscirt werden, die man später freigeben muß. — Ueber Punkt 2 wurde nichts entschieden. — Ncbcr Punlt !i war die Ansicht vorherrschend, daß daS objective Verfahren mit der Jury nicht vereinbar fei. Doch auch hierüber wurde nichts beschlossen, weil sich die Ausschußmitglieder vorbehielten, über die Frage sich noch' malS auszusprechcu. Wir geben diese Daten nach Wiener Blättern mit um so mehr Reserve, als nach der „Reichsr.'Corr." die Ausschußmitglieder sich unter ein' ander zur „strengsten Geheimhaltung" des Vcrhand-lungsrefultateS verpflichtet haben sollen. Vor Paris schieben die Vcrsaillcr lebhaft ihre Annähcrungöarbcilcn vor. Der Eutscheiduugstampj ist unmittelbar bevorstehend. In Paris selbst dauert die Schreckensherrschaft fort. Die Hitt'suchuugcu nach Waffcn ^ werden ununterbrochen fortgesetzt, wobei jedoch, trotz aller pomphaften Gegenocrsichcrnnncu der Commuuc, nuch andere Gegenstände in den Bereich dcr Rcquisiiicucu gc , zogen werden. Nicht minder eifrig sucht man micl^ Leuten, welche die Waffen gegen die Vcrsailler Truppes tragen follcn. DaS Journal „La Pair," ist unterdrückt worden. Cluferct. der gestürzte militärische Dictator der, Commune, befindet sich noch immer in Haft. Wie bereits bekannt, wurde er das Opfer einer Anklage des ans ihn eifersüchtigen Dcleöcluze, der auch seitdem Sitz und, Stimme in der militärischen Delegation hat. Als Grund der Verhaftung Clusercts wird von den Einen dcsfen Nachlässigkeit in Bezug ans die Militärverwaltung, namentlich auf Beschaffung der Mnnition für die Forts, angeführt; nach Anderen halte er die Eifersucht der Commune dadurch erregt, daß er in Sachen der (inzwischen erfolgten) Freilasfung des Erzbischofes von Paris! auf eiacnc Faust in Corrcspondcnz mit dem deutschen General Fabricc getreten sci. ' Ein eigenes Verhängnis waltet über den romanischen Nationen. Während Frankreich sich in Todes-' trumpfen windet, ist auch Italien leine ruhige Ent^ Wicklung gegönnt. Aus Bologna wird von gestern! gemeldet: Pctroni, der Director des Journals „La^ Roma del Popolo." wurde ucrhaftcl. In seinem Hause fand die Polizei eine großc Anzahl Schriften, aus denen hervorgeht, wie die rcvolntionärc Partei insbesondere in der letzten Zeit fieberhaft thätig ist, in Italien einen Aufstand hervorzurufen. Wie dic ,.K. Voltsztg." aus Nom vernimmt, hat das englische Cabinet dem StaatS schöfe gegen das ConcilSverfayicu und daS Dogma nach' weist, die Giltiakcit des Concils bestrcitel und zu dem Schlüsse gelangt, daß der Erzbischof selbst in Folge seines Gebarens und seiner Ausichtcn cxcommunicirt, zur Excommunication nicht berechtigt, und daß das Verfahren gegen ihn nicht blos ungerechtfertigt, soudcru auch null, nichtig nnd wirkungslos sci. Dic Antwort schließt in folgender Weise: Zum Schlussc noch cinc Versicherung. Mögen vor Ihrer unendlich höheren Jurisdiction Alle sich beugen, ich würde mich nie derselben beugen, um dcr Wahrheit untreu zu werden. Ich habe die Mission nach Rom nicht gesucht; umsomchr sehe ich in derselben eine besondere Fügung Gotles, mich zum Zeugen eines dcr mcrtwürdigstcu Ereignisse in seiner Kirche bestimmt zu haben. Ich werde dieses Zeugniß bis zn meinem Culc, uubckümmcrt um Druck und Verfolgung, ablegeu, uud ich wciß, daß es wahr ist. weil es als wahr befunden worden war, bis die „unendlich höhere Jurisdiction" sich geltend machte. Ich habe in Roin znm Ocftern den nahe bevorstehenden Untergang des Kirchenstaates vorausgesagt. Er ist eher eingetreten, als ich selbst aHute. Die Hirtenbriefe der Bischöfe, von denen manche selbst ! ill dcsscn Untergang das Heil dcr Kirche erblickt halten, ! werden ihn nicht wieder herstellen. Wie wenig ich mich aber in dicscm Punkte getäuscht habe, so wenig werde ich mich wohl darin täuschen, wenn ich sage: daß auch das römische Concil über kurz oder lang in seiner ganzen nichtigen Gestalt erlaunt sein werde. Die Hirtenbriefe der Bischöfe, welche jetzt das ableugnen, was sie vorher selbst gesagt und geschrieben habcn, werden cS nicht auf ^ die Dauer zu stützen vermögen. Viag darnm auch in ,der Kirche auf cinc Weile „Gewalt vor Recht gehen," zuletzt muß doch Recht nud Wahrheit siegen. Parlamentarisches. Wien, Z.Mai. Der V c r fa ss n ug sa uss chnß berieth die Vorlage betreffs Erweiterung der Gesetzgebungs-Initiative dcr Landtage. Rcchbaucr spricht gegen die Vorlage nnd beantragt, über dieselbe zur Tagesordnung überzugehen. Gegen die Vorlage sprechen außerdem Wolfrnm, Gr^oß. Demcl, Sturm, W.eber, Hlumetzly, Klier, Kuranda. Zcrkavsli spricht gegen die Ablehnung, obschon er die Vorlage vielfach für verbcsscruugsfähig hält, weshalb ihm eine Prüfung derselben uud Amcudiruug nothwcudig cr-, scheine. Der Ministerpräsident erklärt, er wisse , daß ! durch die Vorlage zwar dcr Friede nicht hergestellt werde, die Regierung brachte aber dieselbe ein, um bestimmter Aufforderung zu entsprechen. Die Vorlag solle wcitcrS jenen Schwierigkeiten, welche ans dcr Verschiedenheit der Verhältnisse entspringen, abhelfen. Die dcr Landtags' Initiative übcrwicsencn Gegenstände betrafen blos ma« lericllc Interessen, daher weder Ucberhüufuua, des Rcichö-rathcs, noch ein Krieg zwischen den Landtagen nnd dein Neichsrathe zn besorgen sci. Nachdem uoch Bauhaus, Lasser, Dicnstl, Brcstcl. Giskra, Herbst acgcn die Vorlage ge> sprochcn, wird dcr Uebcrgang zur Tagesordnung mit 18 gcgcu 5) Stimmcu augcuommcu. Dic Frcilnallrer-Merllflltwn in Paris. Paris, 39. April. Eine Gruppe von Freimaurern hatte, wie bereits gemeldet, ihre Brüder von Paris auf gesteru nach dem Louvre-Hofc beschicdcn: die Logen sollten dort öffentlich, nachdem ihre Vcrsöhnuugsuersuchc in VerfaillcS fruchtlos gewesen, ihren Beitritt zur Com° mune erklären und dann nach den Festungswerken ziehen, nm dort ihre Nanmr aufzupflanzen und uölhigcl s^l!S für dic Vcnhcidiguug dcrsclbeu zu deu Waffcn zu u,'^-fc». Schon um 8 Uhr Morgens hatte sich eiue großc Menschenmenge im Louvre und in dessen Umgebumuu cingesundc:-; eine Abtheilung Nationalgarde mußte l-cii Hof räumcu, um ihu für die eigentlichen Thcilnchmtt' der Kundgebung freizuhalten. Die Freimaurer selbst ^ schiculn dann in großer Znh!; um 10 Uhr füllten dic Dcftutationcu dcr verschiedene» Logen van Paris uüd ciuigcn benachbarten Gemeinden, wie St. Oucu, Viü' ccüucs u. a., den Hof und boten mit ihren Bannern uud Insiguicu ein pittoreskes Schauspiel. Um halb H Uhr lrafcn drei Mitglieder dcr Commune, mit dcr rothe» Schärpe umgürtet und vou ciuem Bataillon ^a> tioualgardc geleitet, im Louvrc ein, nm die Freimaurer nach dem Stadthausc abzuholen; die Reihen bildctcu sick uud cin imposanter Zug, in welclicm mau mehr als him-dcit Logcimauucr zahlte uni) den fünf berittene ConunaN' dantcn dcr Nationalgardc nnd eine starke Ncusitbaude anführten, bewegte sich durch l>ic R»c dc Riuoli nach dem Hotcl dc Ville. Dem Zuge, welcher ans 4000 bis 5)000 Köpscu bestthen lnochtc, hatten sich viele Frauen llngcschlosscn; von den Fenstern nnd auS dem Publicum hörlc um» dic Rufe: „Es lebe die Commune!", bald: „Es lcbc dic Republik!" — ,.Es lebe die Bcrjöhuuua!" Um 11'^ Uhr erreicht dcr Zug das Stadthaus, N'ö zwei Bataillone, in Reih uud Glied aufgestellt, vor ihucii daS Gewehr prä'sentircn; die große Ehrcnsticgc ist mit zwei prächtigen rothen Vorhängen geschmückt, darüber auf sechs rothen Fahnen ruhend und von Lorbcerzweigcn um> geben die Büste dcr Republik. Am Fuße dcr Trcppc empfängt die Commune in «orporo dcu Zug; Mitglieder dcS Ecntralcomite, Vertreter dcr Marien, Notabilitäten dcr Freimaurerei stehen ihnen zur Seite; an den Zugängen der Treppe bemerkt man zwei Meister dcr Freimaurerei in ihren Insiguicn; dcr cinc ist am Kopfc nnd am Ärmc schwer vcrwnndct uud man bringt ihm einen Sessel herbei, dcr andere trägt cine wcißc FalM mit dcr Inschrift: „Licbcn wir nus nntcr einander!" Nacl» den Bcgrüfinngsförmlichlcitcn ziehen dic Dcpntatic" ncn in das Stadthaus, wo Felix Pyat eine Ansprache an sic richtet, die mit den Worten: ..Es lebe die Universal' rcpublil!" schloß. „E5 lcbe die Commune!" erscholl dic Aulmort! dann hu ttn der alle Beslay uud Leo Mcillct von der Cominune so wie cin Freimaurer noch Reden, worauf gegen 12 Uhr dcr Zug, von dem Banner der im Jahre 1790 gegründeten Loge Iluion ixlrluito angeführt, sich wieder in Acwcguug setzte, zunächst nach dcr Bastillc, wo er feierlich die Rnnde nm die Iulisäule machte, daun über die Boulevards nach dem Fanbourg St. Honor«'. Hier trennten sich die Freimaurer in medrerc Colonncn: die cinc zog durch die Avenue dc la grande Arnn»c nall' der Portc Maillot, die andere durch die Avenue Uhrick nach dcr Portc Daufthinc, die dritte durch die Terncs noch dem Thor dieser Vorstadt. Bald war die crstctt an ihrem Ziele, im Nu hattcn Hunderte von Freimaurern dic Wälle erklommen nnd ihre Fahnen, Embleme nnd andere Insignicn dort aufgepflanzt. Schon unter' wcgs waren sic von einigen Bomben begrüßt wordcu: jetzt wird die feindliche Kanonade heftiger nnd cin Frei maurer vom schottischen Ritus wird verwundet nach dcn> Hospital Veaujon getragen. Die Ucbrigcn ziehen sich u' gedeckte Stellungen zurück. Drei Delcgirte aber übcr< schreiten die Porte Maillot, crrcicheu die Vorpostcu der Vcrsailler und lassen sich mit verbundenen Augen vor den General (und Freimaurer) Moutaudon führen. Dic, fcr gab zweien von ihnen nach Versailles das Geleite-der dritte lam kurz darauf mit folgendem Schreiben nach dcr Porte Maillot zurück: dann müssen Sie die Gelegenheit wahrnehmen, wenn der Kümmerer nicht dabei ist, denn der ist mir in dcr Sache wohl hauptsächlich entgegen. — Herr Hofralh, sagte Kägcbein, oh, auf ein Wort, — und ging mit dem Hofrath in eine Ecke: Alfo Sie meinen, daß mir der Titel „Hofpoct" nicht cntgchm kann? - Ich glaube gewiß, daß Sie es werden, und was i ch dazu thun kann — Sie wissen, ich habe eine frcundfchaftlichc Stellung bei Durchlaucht___ — Ach Sie lönncn Alles. — Ja, Rand aber auch. (Rand ist der Kammerdiener des Fürsten.) — Schwager, oh. auf ein Wort, sagte der Con-rector zu Künsten uud führte ihn in die andere Ecke. Du sagst. Du willst den doppelten Pacht bezahlen, Du zahlst ja gar leinen Pacht. — Halt's Maul, das weiß ich, und der Einzige, der es außer unS beiden noch weiß, ist der Kämmerer, deuu die andercu Herren küm» mern sich den Quark darum, und wenn ich sie dazu bewege, daß sie mein Gebot annehmen, nun siehst Du, oanu ists noch gerade so, wie's gcwescu. — Hören Sie mal, Kägebein, sagte der Hof'ath und rieb sich die Stirn, doppelt hält besser, und dreifach dreimal. Wenn Sie mich auch haben, und den Kammerdiener, und Sie haben die Prinzessin Christel (die Schwester des Fürsten) nicht auf Ihrer Seite, dann ist's doch noch fraglich. An Ihrer Stelle würde ich dcr Prinzessin so einen Band Gedichte dediciren, denn wenn Durchlaucht auch nichts auf daS Weibervolk hält, in solchen Dingen frägt er doch immer vor allem seine Christel-Schwester um Rath. — Ich hübe noch ein großes Heldengedicht liegen, flüsterte Kägebein: „Die auf den Backofen gefchobenc Schöne, oder der Sprung durch den Schlehdorn." — Das ist schön, das dcdiciren Sie ihr, dann hat's mit dem Hofpoeteu tcine Noth. ^ Meine Herren, rief Doctor Hemftcl vom Tische her, jetzt kommen Sie aber, dcr Punsch ist da. Sie können cin andermal sich das Hexen lehren (heimlich thun, Heimlichkeiten verhandeln). Als sie nun alle wieder am Tische saßen, frug Hofrath Altmann: Doctor, fagcn Sie, ist es wahr, daß dem alten Schuster Grabow sein zweiter Sohn verrückt geworden ist? — Ja, das ist wahr; ein merkwürdiger Fall. — Ja, sagte Rath Fischer, und es ist so schlimm, daß wir gestern bereits von Magistratswcgcn eine Wache hingeschickt haben. Oh, er hat's schon einmal so gehabt, es scheint so zeitweise bci dem jnngcn Mann zu kommen. — Wovon mag er eS wohl haben? frug dcr Conrector. — Ja wer weiß, sagte dcr Doctor, seine alle Mntter meint ja, er hätte sich die Liebe zu einer vornehmen Dame zu Gemüthe gezogen. — Davon wird Niemand verrückt, warf Kunst ein. — Ja, cntgcgnetc der Hofralh, Sie wer-denS wohl nicht werden, Sie können lachen; Sie habcn eine hübsche Frau und wissen viel, wie trübselig so einem alten Junggesellen oder Witwer zn Mnlhe ist. Nicht wahr, Comcctor? — Mit Ihrer Trübsal isls wohl nicht weit her, antwortete dcr Gefragte ihm über die Achsel hin, dreimal haben Sie schon gefreit, und ich wette eine Bowle Punsch, übers Jahr habcn Sie die vierte Frau. — Dazu kann wohl Rath werden, wcnn'S sich so paßt, lachte dcr Hofrath. — Was sagt denn aber Durchlaucht? frug Rath Fischer. - Ei waS! cntgcgnclc dcr Hofrath, foll er fagen waS er will; ich wcrde mich in solcher An- gelegenheit viel .um Durchlaucht kümmern. ^ Durch' taucht braucht mich mehr, als ich ihn brauche. — Ja, sagte dcr Conrcctor, Sic meinen wegen der Groschc»' Aber als Sie das letzte mal gefreit hatten, währte cs doch ziemlich lange, bis Sie sich wieder an ihn herauf schlülWlt hatten. — Nuu, Conrcclor, es kommt cigentliä! alles auf eins heraus: m i ch braucht Durchlaucht wcacü dcr Groschen, und Sie wegen seiner Angst vor dcM Gewitter. Entbehren kann cr uns beide nicht, und darul» können auch Sie immerhin wieder sich verheiraten. (3" dem kleinen Feudalstaatc übte der Herzog natürlich den weitesten Einftnß auf die Vcrheirathung auch dcr Staats diener.) Sie wollen cinc Bowle Punsch wetten, daß '^ über's Jahr die vierte Frau habe; ich wette auch ei^ Bowle, daß Sie übers Jahr die zweite haben. Das ist rccht, ficl Kunst ein, Kinder, verzehrt »""s, dcr Wirth will auch leben. Diese, dic auf dem TiM steht, schreibe ich nun vorläufig auf deS Hofraths Ne^ nung, und die zweite auf meinen Schwager.— Halt, ltti der Conrcctor, nimm Dir nichts vor, dann schlägt Tw nichts fehl, nnd was nachkommt, beißt der Wolf; sch"'^ sie nur gleich dcm Hofrath auf die Rcchuung, bezahl^ muß cr sie doch.— Ihr Wort ist cinc Brücke, über d" ich nicht gehen möchte, sagte der Hofrath. ^ Nuu, ha< ^ Connclor denn schon auf so einen kleinen freundliche Gegenstand die Augen geworfen? srng Rath Fischer. ^ Jawohl, lachte dcr Hosrath, wenn cr aus dcm Fenster M ' schaut cr gcradc in die Fenster seines Schatzes. — Ha y"' lachte Kägcbein, bci dem dcr Punsch schon cin biSch"' wirttc, weil er ein Dichter war: 753 „So null sciil G,ist zu Syucrrcu, ^ Um wicdcruiu ihr Ailb zn sch'u." ! » Kägebein, rief dcr Conrector und hielt sich die Dhrcn zu, jetzt ist's genug, wir wissen ja, daß Sie's Mumien. Zlbcr, wendete er sich an den Hofrath, Sic ^tincn doch nicht, daß ich ein Änge auf die alte gelbe '^nzösischc Person habe, die mir gegenüber wohnt? — ^be französische Prison! fiel hier Doctor Hempelcin, ^ ist s» wenig aus Frankreich, als Sie und ich. Aus "ürst^lma. ist sie, ihr Vater ist dcr alte Stcucreinnch- .^ Soltmann, nnd dcr alte Mann hat ihr, als seiner !^igcn Tochter aus zweiter Ehe, einen schönen Beutel ?cld hinterlassen. Sie ist lauge Jahre Kammerfrau bei ^ ^"nzcssin ^hristcl gewesen, als die in Fürstcnberg ^l^irte, und war denn auch mit ihr damals in Paris, ""d dort hat sic das Aischen Französisch aufgeschnappt. ^7 Und gelb? srug der Hofralh. sie ist wie eine weiße ^"uc,- uur daß sie ein paar Sommersprossen im Gesichte ^l; abcr das ist ja gerade ein richtiges Zeichen, daß sie "'/" feinen Teint hat.—Teint ? meinte der Conrector das ^ lc, wohl wieder ein etwas vornehmerer Andruck für A""l sein? daS haben Sie wohl wieder bei Durchlauchts 3/^' "usrangirleu Hofdamen erhäscht? — Hoho, schrie "^U) Fische er will uns schapftircn und will die Nedc M/iucu andern Gegenstand bringen. Halt, hier! Wie ^ mit der gelben französischen Fran Nachbarm? — ^anuagcr. Schwager, rief Knust und hielt mit semem .^pmdilclgaug für einen Augenblick innc, was muß "^ «ll Dir erleben, ich muß wohl einmal bei Dir cmdire,,. Du kommst mir wohl ganz auf Abwege? — ^'^' fiel Kägcbcin ein nnd schaute dabei an die Decke, luälcu sciuc Gedichte dort oben angeschrieen: „Sl'ili Thun, daö qcht nuf lauter Frcvcl, Belnin und ^'isl ist soinc Knust, Sciil Niilim'u ist laulcr Duust uud 9lcbcl, Bei Damcu stcht cr uicht iu Guust," Hören Sie mal, Kähcbcin, sagte der Conrector, trank sein Glas aus und lächelte so vor sich hin, ich habe heute nun schon genug von Ihren Gedichten Profi-lirt, und ich muß mir das so gut wie jeder Andere gefallen lassen, wenn Sie aber mich selbst mit Ihrer i?cycr ansingen wollen, so verklage ich Sie. Hier, Nnth Fischer und Doctor Hempel sind meine Zeugen, daß ich Sie gewarnt habe, — Aber das ist zu viel von einem Dichter verlangt, dcr gerade im Schwünge ist. Kägcbcin war nun einmal mitten drin, und er sang flott weiter: „Vci Damm bist Du nicht gelitten, Sic uchmcil Dich nicht iu dm Schutz, Sir mögm stchm, lirgcu, silM. Im MssliM, im Ga'lllftutz, , Doch uiclc ^,'icb' will ich Dir wüuschm, Hmt Mcud alicr mit Dir Püuschm." Necht hat er. Nccht hat er, rief Hofrath Altmann, Pünschen, das wollen wir, und dcr Hofpoel Kägcbein soll zuerst hoch leben. — Ja, Conrector, schrie Rath Fischer, und Zie müssen zuerst mit ihm anstoßen. -Will ich auch, erwiderte der Conrector nnd stieß mit dem Dichter an: ..Sei fälen noch lang' lcwen, äwcr'l Dichten angcwcn!" (Sie sollen noch lange leben, aber das Dichten anfgebcn). — Haha! rief der Hofrath, nun fängt dcr auch an! Weiter, Courector, weiter! Wir Brandenburger wcrdcu uns doch nicht von so einem Strclitzcr in dcr Dichtkunst überholen lassen? (Schluß folgt.) Courbevoie, 29. April 1871. Brüder! Ter Herr Oenerallicutenant schickt uns zu dem Chef der Cxecutivgewalt nach Versailles. Wollet gefäl-^O, bis unsere Mission erledigt ist und bis wir zurückgekehrt sind, die Bürgermitglieder der Commune davon in Kenntniß setzen, daß die Militärbehörde annimmt, es würben einstweilen leine kriegerischen Arbeiten seiteuij Paris Ausgeführt werden, ferner daß mau wohl Acht gebe, das 3euer uicht zu eröffnen, weil sie sonst auch ihrerseits sofort Wieder schießen würde. Die abgeordneten Parlamentäre: Iabrcguette, Thirifocq, Lcvaccmc. Dieser Brief wurde len Freimaurern und den Ver-lrctern der Commune, welch: den Zug begleitet halten, Nämlich Pyat, öefran^ais. Frcuickel, Clmncnt und Polier, bliesen und man beschließt, die Banner uutcr dcr Ob-hlll vou hundcil Giüdcrn auf den Wällen zu lassen, bis die Untn Händler von Versailles zurückgekommen wären. Um t> Uhr war die Porte Maillot ihrer mili-larischeu Besatzung wieder gegcbcu, a'ocr die Feindselig-leiten haben sich an diescr Stelle seither noch nicht erneuert. Vor Paris. Die „Französische Corrcspondcnz" vom 1. d. M. enthält folgende Darstellung dcr Sachlage vor Paris: Auf dem südlichen Schauplätze hat dic Negierungs« anncc in dcn letzten ^l6 Stunden allem Anscheine nach c»tschl!idcndc Fortschritte gemacht. Sie hat am Sams-lag Abends inch einem mehrstündigen und für beide Theile mit empfindlichen Verlusten verbundenen Kampfe bm Bahnhof von Clamart gcnommeu, die National-üardc aus ihren letzten Stellungen in dcn Moulincanx zurückgedrängt und ihre eigenen Positionen bis in dcn Park von Iffy selbst vorgeschoben. Es war ein heißer Kampf, dcr trotz heftigen Regens bis in die späte Nacht fortdauerte; daö 16!.. Bataillon (Mmülmontant) ist in demselben nahczn anfgericbcn worden. Die mit äußerstem Nachdruck die ganze Nacht hindurch fortgesetzte Kanonade Lab dem Fort von Issy den Gnadenstoß. Die Garnison, die bisher tapfer ausgehalten hatte, sing an, ihre Sache für verloren anzusehen. Der Commandant, so heißt es in einem Berichte des „Moniteur Univcrscl", war verschwunden; einige Officicrc wollt» n das Commando übernehmen, stießen aber auf den Ungehorsam dcr Arbeiter °oin Gcniecorps, welche sich nicht mehr zn Auöbesscrungs-^rdcitcn hergeben mochten; einige besser gesinnte Natio-^lgardcn legten selber Hand an und suchten die Punkte, ^ noch am wenigsten gelitten hatten, durch Erdsäcke "cli zu befestigen; allein ein Chasscftotfeuer empfing sie ^ einem dcr auSgcsctzttstcn Punkte, verwundete mehrere bvil ihnen und zwang die anderen, dic Arbeit aufzuge^ ben. So brach dcr Tag herein. Der ganze Morgen vcr-l>Mg in Streit und Hader. Die Cincn wollten um jeden ^rcis bis ans Enoc aushalten, nnd ein Artillerist suchte rin mitten in dcn Trümmern unverletzt gebliebenes Geschütz zu pointircn, da spaltete ihm eine Kugel dcn Kopf und streckte ihn todt nieder. Die Anderen erklärten sich für die Nänmung, und diese Ansicht vertraten von dcr im Ganzen aus ungefähr :>00 Mann bestehenden Garnison am entschiedensten die Marincsoloatcn, welche endlich, nm ihrem Vorschlage mehr Nachdruck zn geben, auf kiUue Faust die noch vorhandenen Geschütze vernagelten, So öffuctc sich denn um 11 Uhr das nördliche Thor des ^'orts, und die große Mehrheit dcr Garnison zog mit ^ack nnd Pack nach der Stadt ad. Einige Lentc blieben 'ndcß, zum Acußerstcn entschlossen, in dem Fort zurück; einen Augcublick, so versichert dcr „Cri du Pcuplc," hatte daS Fort nur einen einzigen Mann, dm neunzehnjährigen Bürger Dufonr. zmn Vertheidiger. Allein da« Platzcommando beschloß, neue Truppen nach dcm Fort ;u schicken. Dieselben bezogen des Nachmittags ihre Posten. Kurz darauf erschienen — wie der „Cri du Peuple" ucrsichctt — Pailamülitärc der Versaillcr in dcm Fort und crkiälten der Besatzung, daß sie, wenn sie sich nicht ergebe, nach der Einnahme füsilirt werden würde; die Födcrirtcn antworteten mit dcm Rufe: ..Es lebe die Commune!" nnd mit dcm Schwiue, zu siegen oder zu sterben. Im Westen herrschte den ganzen Tag eine Waffenruhe, die man allgemein der Manifestation der Freimaurer zuschrieb und bereits als Vorzeichen eines definitiven Friedens anzusehen versucht war. Ein unerhört heftiger Artillcrictampf, dcr sich des Abends auf der ganzen ^inie von dcr Porte Maillot bis St. Oucn entspann und dessen Widerhall durch die ganze Stadt dröhnte, sollte den Parisern diese Illusion benehmen. Besonders schienen die Geschütze der Pcrsailler ihrc Au-strcugungcn auf Neuilly uud die Terncs zn conccntri-ren, über die sich ein mchrcrc Stunden anhaltender Bombenhagel cutlud. Drei Gebäude in dem Terncs-Vicrtcl gciiclhcn in Brand; das Tanzlocal Donrlans in der Ävcrmc Wagram, wo die Freimaurer selbst am Abend zuvor ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatten, der Holzplatz von Collet in dcr Nue des Acacias nnd die Wagenb^u-Wcrlstätten von Binder in dcr Nuc St. Ferdinand. Der Feuerschein war in ganz Paris zu sehen; die Pompiers gaben es auf, unter der fortdauernden Kanonade dem Elemente Einhalt zu thun, und der Brand dauerte in der Rne des Acacias noch heute Früh fort. Gegen Clichy und Nenilly wurde gleichzeitig von dcn Versaillern Sturm gelaufen; um GcncvillierS cnt» wickelte sich ebenfalls ein heftiger Infantcrirlampf; über die Resultate dieser Engagements ist aber zur Stunde noch nichts bekannt. Ein Befehl Rössels weist den Bürger Gaillard Vater an, cincn zweiten Gürtel von Barricade» dies-scilS der Festungswerke anzulegen, welchem dann förmliche Citadellen auf dem Trocadcro. dcm Montmartre uud dem Panth^onplatzc als Stützpunkte dienen sollen. Eine zwcitc Ordre dcs nencn Ministers dehnt die Gewalten des Generals Wroblcwski auf das ganzc linke Seine-Ufer mit Einschluß von Issy und Jury aus. Hagesneuigkeiten. — (Kaise rl i che Spc nde. Se. Majestät der Kaiser haben nach Meldung der „Oest. Corr." dem Architekten Friedrich Nitler v. Stäche 1000 st. für den in der Gründung begriffenen Geueralvercin zur Pflege aller Zweige der bildenden Kunst durch die k. k. Statthalterci in Graz aller-gnädigst Übergeben zu lassen geruht. — (O r i l l p a r z c r - S t i f t u u g.) In der am 3. d. zu Wien stattgefundenen Iufammcukunft des zur Gründung dcr Grillparzer-Stiftung vereinigten Damcncomitö wurde dcr Ncch-nuuaMfchluß vorgelegt. Die Gesammteinnahme hat über 23.000 fl. betragen und ist nach Deckung der Kosten und nach dcm Ankauf von 20.000 fl. Silberprioritätcn noch der zur Berichtigung dcr Stempeln und Steuern erforderliche Betrag übrig geblieben. Dcr Stiftbrief liegt zur Vollziehung vor. — (Für Döllinger.) In der am 2. Mai abgehaltenen Plcnarverfammluug dcö Vereins „Mittelschule" in Wien wurde von Profesfor 5k. Schmidt dcr Autrag gestellt, dcm Stiftspropste Dr. Döllinger zu seiner entschiedenen Haltung in der Frage des Unfehlbarkeitöoogma's die volle Zustimmung des Vereins auszudrücken. Pioser Antrag, motivirt mit der Eventualität der (Hesahreu, welche dem Fortschritt des österreichischen Millclschulweseus durch das iu seinen lctzleu Cuusecmcnzcu durchgefühlte Dogma bereitet würden, wurde mit 27 gegen 3 Stimmen angenommen. — (Arbeiterführer Most.) Der Arbeiterführer Most, der unlängst in i'aibach zu cigitiren suchte, wurde vor einigen Tagen auf das Wiener Polizeicommissariat Iojeph-stadt citirt, uud ihm ein Decret der Polizeionvmou publi-cirt, welches seine Ausweisung aus sämmtlichen östcrreichi' schen Kronländern verfügt. — (Pulverexplosion nächst Wiener-Neustadt.) Eine fürchterliche Pulverezplosion ereignete sich am Dienstag, wie der „Morgenpoft" aus Wiener-Neustadt berichtet wird, bei Felixoorf. Zwischen diesem Orte und Theresienfeld, liegt eine Pulverstampfe, aus der gestern zeitlich Morgens fünfzehn Centner Pulver weggeführt wurden. Kurz darauf (7 Uhr) explodirte der übrige Pulver« vorrath und unter donnerartigem Getöse flog das Gebäude in die Luft. Die Arbeiter hatten erst angefangen, ihrer Arbeit nachzugehen und befanden sich fast sämmtlich in der Trockenkammer. Auf die erste Kunde von der Explosion eilten Aerzte von Felixdorf und Wiener-Neustadt auf die Unglücksstätte, außerdem Organe der Behörde. Arbeiter der umliegenden Fabriten und von den Pulvermaga» zinen schritten sogleich an die Wegräumung der Trümmer, was Anfangs durch die dichten Rauchwolken schwer von Statten ging. Bis Mittags hatte man neun Leichen der verunglückten Arbeiter hervorgezogen, die meisten bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Zwei Arbeiter wurden schwer verwundet aus dem Schütte gezogen und ins Spital nach Wiener-Neustadt gebracht. Doch werden sie schwerlich am Leben erhalten werden. Noch immer — der Bericht datirt von Mittwoch Mittags — ist man mit der Wegräumung der Trümmer beschäftigt, da befürchtet wird, die Explosion habL noch mehr Opfer getostet. Es ist nämlich noch nicht constatirt, wie viele Personen in der Pulverstampfe zur Zeit der Katastrophe sich befunden haben. Ueber die Ur< sache dcr Explosion ist bisher nichts bekannt. Die „N. Fr. P." berichtet über das Unglück: Iu der Trockenswbe wurde eben gearbeitet, als das Unglück eintrat, 13 Mann blieben todt, 2 wurden sehr schwer verwundet. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt, doch vermuthet man, daß die Maurer, welche eben dort arbeiteten und gleichfalls todt blieben, die Schuld an dem Unheile trügen. Die Sonnleithyer'fche Pulverfabrik wird seit einigen Jahren regelmäßig vom Unglücke heimgesucht; fast jedes Jahr ging ein oder das andere Werk in die Luft. — (Vom Innsbrucker Festschießen.) Mit nicht geringem Stolze rühmen sich in den Innsbrucker Blättern die Unter-Inn-Thaler, daß die von Sr. Majestät dem Kaiser zum k. Freischießen gespendeten drei prachtvollen Hinterlader sämmtlich von Schützen aus dcm Unter-Inn-Thal erobert wordcu. Von den 50 Schncllfeuerbesten ist ebenfalls beinahe die Hälfte den stinken Uuter-Inn»Thalern zugefallen. — (Iatob Maniel 1) Am 23. April starb in Versailles der als Organisator und Generaldirector der österreichischen Staatseisenbahngesellschaft hier im rühmlichsten Angedenken stehende Herr Jakob Vinccnz Maniel. Der geniale und hochherzige Mann, für seine vielen und großen Verdienste mit dem österrcichifchen Orden dcr eifernen Krone, der französischen Ehrenlegion und mehreren anderen hohen Orden ausgezeichnet, bekleidete zuletzt die Stelle des General« inspectors im „<Ü0l'i)8 äe« ?ont8 st Olmusßse»." Der Verwaltungsrath der k. k. priv. österr. Staatseiseubahnge-sellschaft, dessen unvergeßliches Mitglied Maniel war, veranstaltete Freitag, den 5. Mai, um 9 Uhr Vormittags in dcr italienischen Nationalkirche einen feierlichen Trauer-gottesdienst. — (Polen in Paris.) Die „Posener Zeitung" berichtet: „Unter den Polen, welche bei der Pariser Revolution als Commandanten größerer Truppentheile eine hervorragende Rolle spielen, sind außer dcm General Dom« browski noch folgende zu nennen: 1. Otolowicz, ehemaliger rufsischer Unterlieulenant und Bandcnflihrer im polnischen Aufstaude von 1863; er war ein eifriges Mitglied des in dcr Emigration bestehenden Militärvereins. 2. Oberst Lan-dowSli war beim Ausbruche dcö Aufstandes von 1863 Student der Medicin in Warschau, fungirte dann als geheimer Stadtpräsident von Warschau und später als Vanden-führer im Gouvernement Lublin; nach Unterdrückung deS Aufstandes flüchtete er nach Frankreich und vollendete in Montpellier feine medicinischen Studien. 3. Oberst Theophil Dombrowsti, Bruder des Obercommandantcn der Pariser 'Nationalgarde, diente in der russischen Armee als Junker, betheiligtc sich beim Aufstaude von 1863 als Militär-Organisator in Podlachien und wurde als solcher von der National-Rcgicrung zum Capitän ernannt. 4. Oberst und Mitglied des leitenden Comites der Pariser Commune, Leo Fräntel, Israelit aus Galizien, 27 Jahre alt, war in London Mitglied des internationalen Arbeiterverein« uud arbeitete vor dem Ausbruche des Krieges in Paris in einer Fabrik; er gibt sich, obwohl er zur polnischen Emigration gehört, für einen Deutschen aus und gilt bei der Commune als Repräsentant dcr deutschen Nation." — (Deutsche Friedensfeier in San Francisco.) Aus San Francisco, 23. März, wird der „K. Ztg." geschrieben: Gestern, an dem Geburtstage des deutschen Kaisers, feierte» die hiesigen Deutschen die Wiederherstellung des Friedens und die Vullenduug der deutschen Einheit. Es war ein herrliches Fest, das ohne^e.de Mö- 754 rung, ohne den leisesten Mißton zu Ende geflihrt wurde; nie hat San Francisco Aehnliches gesehen. Nm Abend des 21. wurde die Feier durch eine glänzende Illumination eingeleitet; jedes Deutschen Fenster strahlte im Lichterglanz, auf jedem deutschen Hause wehten die deutschen Farben und überall stieß man auf sinnige Transparenic. Am Morgen des Festtages prangte San Francisco im Galalleide, die Stadt glich einem Flaggenmcer; fast alle Geschäfte waren geschlossen und durch die Straßen wogte die freudig erregte Menge. Den Hauptanziehungöpnnlt bildete der glänzende Festzug, der sich um 10 Uhr Morgens in Vcwcgimg setzte und durch die Hauptstraßen der Stadt nach City Gardens, dem Festplatze, zog. In dem Zuge befanden sich 10.000 Menschen, 4000 Pferde und nahe au 1000 Wagen; die für denselben verausgabte Snmme bela'uft sich auf 70.000 Dollars. Auf die Amerikaner hat das Fest einen außerordentlichen Eindruck gemacht; sie haben zum erstenmal gesehen, wie viele Deutsche hier sind und was für ein Gewicht sie in die Wagschalc zu werfen vermögen. Die „Alta California," das bedeutendste Vlatt in San Francisco, sagt unter Anderem über den Festzug: „Der Festzug der Deutschen war kein bloßes Gepränge; er war voll von Ideen, und man sah, daß die Leiter ihr Werk nach allen Erfordernissen und Regeln der Kunst ausgeführt hatten. Lin weniger durchgebildetes, mehr ruhmsüchtiges und eitles Volt würde den Jug mit Emblemen nnd Devisen ausgeschmückt haben, die den erlcgenen Gegner verletzt und seinen St?lz verwnudet hätten. In dem Zuge der Deutschen war nichts dergleichen; nur Liede und Verehrung für das Vaterland, durch Kunst und Poesie versinnbildlicht, war in dem glänzenden Schauspiel zu sehen; die „Wacht am Nhein," die „Germania" und der „Friede" zeichneten sich durch wahrhaft poetische Auffassung und künstlerische Ausführung aus." Das „Evening Bulletin" sagt : „Als ein Ganzes genommen, war der Festzug der Deutschen in Äezug auf Conception, Arrangement und Ausführung in dieser Stadt bisher unübertroffen. Die Nuhc und Präcision, mit welcher Alles durchgeführt wurde, erregte das Erstaunen und die Bewunderung der Angehörigen anderer Nationalitäten, die mit ihren Sympathien neutral sind. Die Ameritaner haben gesehen, daß sie ihre Geschäfte schließen müssen, wcnu die Deutschen die ihrigen schließen, daß ohne die Deutschen hier kein Geschäft ist, Mau hat bemerkt, daß die Deutsche» das Gcld comman-diren, und das ist den Amerikanern gegenüber das schlagendste Argument. Endlich hat man gesehen, dah die Deutschen einig sein können und eine recht imposante Macht bilden, die man nicht mehr unberücksichtigt lassen darf, sondern mit der man rechnen muß." Locales. — (Her/ Hofrath Klun) hat, wie wir der „Wr. Ztg." in Berichtigung einer früheren Notiz entnehmen, vorerst einen zwcinwnallichen Urlaub (Mai lind Juni) angetreten, um vom Juli ab, nach Gewährung seines inzwischen einzureichenden Pcnsionsgesuchcs den Staatsdienst zu verlassen. — (Militärveränderungen.) Uebersetzt: Hauptmann 2. Klasse Samuel Schmidt vom U5. Inf.-Reg. zum 79. Inf.-Neg. Uebersetzt unter gleichzeitiger Ernennung zum Geucralstabsofsicicr die Hauptleulc 1. Klüsse: Johann Samonigg in den übercompleten Stand des 17. Inf.-Neg. und Heinrich Adrowsti zum 79. Inf.-Ncg. Der Regimentsarzt 1. Klasse Dr. Alois Kaiser, vom Garnisonöspitale Nr. 8 zu Laibach wurde zum Ergäu-znngsbataillon des 17. Inf.-Neg. überfetzt, und der Negi-mentsarzt 1. Klasse Dr. Sylvester Perkmann zum Stäbe des 17. Inf.-Neg. beurlaubt. — (Garten ba nverein.) Der in Folge ungün» stiger Witterung aufgeschobene Vortrag des Hcriu Metz über Obstbaumschnitt wird dafür morgen, Sonntag, Nachmittag 4 Uhr im Vereinsgartcn an der Tricsterst'-aße abgehalten werden. — (Diö cesan verändern« gen.) Herr Anton Peterliu, Eaplan in Altenmsn tt bei Laas, erhielt die Pfarre St. Michael bei Nudolsulocrlh. Gestorbeu sind die Herren Ioh. Akofic, Pfarrer in Suhor, am 30. April, und Fr. Berg ant, Pfarrer in Polönil, am 1. Mai. Beide Pfarren wurden am 3. Mai ausgeschrieben. Neueste M. (VriMal-Telettrammc des „LIlrvfai l leö, l». Mai. Favre und Pouyer Qu'V-tier sind behufs einer Zufammcnbunft mit Bismarck nach ssrallifllrt al'gereiöl, Uü, gewisse bei d.n Vrüsse lcr Verhandlungen crl)»l»euc Schwierigreiten zn vc-geln nud möglichst rasch zur Nlllerzeiclmnua definitiver stricdeusverträge z,l gllaugeu. Privatlierichlen zufolge schafflc die <5omm«ne deu politische» (5id ab. Berlin, 6. Mai. Viömarck ist zur Besprechu:^ u»it Favre «ach Frankfurt abgereist. Berlin, 4. Mai. (Pr.) Die Commission der Versaillcr Nationalvcvsammllirg zur Unlcrsuchnng der seit Beginn des Kruges erfolgttn Schritte, hat in einem Actenstücke 'höchst seltsame Dinge gefunden, namentlich Rechnungen der Freiwilligen Garibaldi's, „wclchc zu änßcrst scandalöscn EntlMutMN Anlaß geben." Am 2. d., Abends 8 Uhr, heftiger Kampf bei Isst). Die Nationalgardm flüchteten schaavenweise, in Folgc dcS träftigcn Battcricfcucrs der Veisaillcr entmuthigt, naK) Paris. Dombrowoti führte in Asmörcs an; nach Montmartre und Vatignollcs fiel ein heftiger Granaten« regen. Am 2. d. war bei den Gebrüdern Nothschild ci»c lang dauernde Confcrenz von Londoner, Brüsseler, Amsterdamer und crilirten Pariser Vadqmers über die liil'f-tigc Ochaltnng dcr französische» Valuta. Znr heutigen Feicr dcs Iuslcbentrctcus der dent-sclien Neichsuerfasfuug findet cin Bautet der Neichstaas-Abacoldnetcu statt. In Elsaß-Lothringen wurde eine Zolllinie mit den Nchenämtcru St. Louis und Hüningeu errichtet. Die Vcrzollungspfticht nach dem deutschen ZollvcreinStarij bcmnnt morgen. telegraphischer N^echf?lco»rK vom 5. Mai. 5pcrc. MelalliqneS 59.05, — 5perc, M.'taMqnce lint Mai-nnd November-Zinsen 59,05 — bpcrc Natioual-Aulcheu 68.6l), — 1860er SlaatÄ-Aulchen 96.80. — Bankactieu 745...... Credit-- Aclicu 280. - London 125.15. - Silber 122,50, — K, s. Miwz-Ducnteü 5.90',,. - Napoleoud'or 9.92'/,. Verstorbene. Den 2!,. April, Paul Bervar, Seilerlehrjung, alt 15 Jahre, in, Ciuilspital an der Abzchrnng. — Dem Franz jttalj, Kutscher, sein Kind Cäcilia, alt 6 Wochen, in der Gradischavorstadt Nr. Kt an der Lungcnlähmung. Den :> 0. A Pril Dem Hcn'n Frailz Matellö^ Hausbesitzer, sein Kind Johanna, alt 2 Jahre, in der Tirnauvorsladt Nr. ?? an der hcnlici,en Bräune, — Alasiuö Nazgun, Inwohner, alt l>5» Jahre, im Civiljpital an der Gehirnlähm'ung. Den 1. Mai. Herr Johann Garer, Zuckerbäcker, alt 5s Jahre, in der Stadt Nr. 28l! an der LnugeulälMling, — Iohan» Malavaöii, Knecht, alt 42 Jahre, im Cwilspital am Eiterung' ficocr. D e n 2. M a i. Eduard Gerbec, Inwolmer. alt 4<, Iahrc, im Livilspital an der Abzehrung. — Dem Josef Selan, Hall" l'übler, sein Kind Filipp, alt 7 Munden, am Moorgruude Nr, 1!? an Schwäche, Den 4. April. Thomas Kustriu, Zwängling, alt 3s Jahre, im ZwauaMrbcitohausc Nr, 47 au Hndroft'ö. -- ?lc,nc'5 Smus, Iuwohnerin, alt 60 Jahre, im Civilspital an der Au-5 zehruns,. - Dem Herrn Franz Pattai, Maliläteudesitzer, seiuc Tochter ^ia, alt 11 Monate iu der Stadt Nr, U>'.1 au dcr^!nugen< . lähuuiug, A n m erku n c;. Im Mollate April 1871 sind 69 Pe^ soncu ssrstorocu, uutcr diesen waren 42 männlichen und 27 weil." lichen Geschlechtes. ^ Angekommene Fremde. Am 4. Mai. «')««-«'»,,<. Die Herren: Greqoric, Haudclsm, Verbovslo -^ Cambiagio, Handclsm,, Trieft. - Heinricher, l, k. Oberlan dcsgerichtsrath, Graz. — Iermcudi, Kaufm., Wiru, — Su»,'!' skv, Privatier, Petersburg, - Schmid, itanfm,, Vcröze, — Smuquina, Kaufm., Trieft. — Kuusicl, Aßling. — Ianda, Nciscnder, Wien. 5itu«lt HVl«,,. -Die Herren: Ncicholctz, Studirendcr, Ä»a^ durc,, — Meuiad, Kaufm.. Stuttgart. — Turjchitz, Handels»»., Padua. - Orstreichcr, Faliricaut, To'plitz (Äöhmeu). — Schwarz, lüepräseulant, Graz, - - Muuiat, Kaufm,, Trieft. lllnl«?«'!»»«'»,«»!!' Rl»«'. Die Herren: Austerlitz, Wicu, -, Deuze und Wicuer, Trieft. — Kucuse, Inspector der Süddahtt/ Agraiu. ^ 3> « n " ß 6 U.M.). 324.?.; -l-'7,5 "Ö7schwllch "Ream „ 5. 2 „ N. 32«.^. -»- 7.5 O. mnßig ! trübe " ?„ 10 „ Ab. ! 327.13 -»- 4 2 NW. schwach! hnlbheitcr ^"> Schuu iu aller Früh Ncgeu, Voriniltagil mit Abwechseln»!! anhaltend. Iu deu Alpen nud höheren Bngcu Tchuerfnll. Nac>! mit acz lheilweise Aufheiterung. Abend« sehr lühl, Neisgefahr. T"s Tag^mittel der Wärme -s- tt-4", um ZI" übcr drin Nonna!^ Verantwortlicher Nedaelenr: Iguaz u. K l c i n m a y r. N7»»>ll»«l» «z'tj'ü»^ ''tzi«.'!«, 1. Mai. Die e»or,m'u Schwaufun^cu d^r Augla-Actie ads»rb!rleu da^ Inlercsse der Börse und der Rilelgaua. dicseö Papiers auf ^il, übte schließlich auch eim'" A»»'T^l NV< ^ ltz^H. nachtheili^en Eiuslus; auf audnc Sftec»latic>uil ivolleu schien, wurde eiuigermaszeu iu Millcidruschast grzogeu.________________ ^_______________________ '^llr 100 st. Gc>d ^acil? ^nchritlichc Staatsschuld zi: 5 pEt. - iü Mieuvnziusl.Mai-Novlünlier 5920 59.30 , „ „ Februar-August 5910 5!».20 „ Gilber ,. Miurr-Iuli . «i«70 l'.8.80 ,. „ „ April: Oelober. <^.l>o K8.80 ^',),e »,I. >«39..... 294.— 290. „ „ l854 (4«/«) zu 250 st. i)^ .,2. > ., „ 1«60 zu 500 ft. . . i»7.50 97.70 1«li0 zu 100 sl. . . 108 50 KW — ", „ l8<>4 zu 100 si. . 12<; 25 120.50 StaatS-Domänen Psandbriejc zn 120 si. ö,W. in Silber . . 123.50 124. Fitr 100 fl. Gtld W>nll> Böhmen ..... '.» .'> P^'l 96.- 97. ^ ^alizic.^ .... „5 ,. 74.75 75,25 'Ilieder-Ocsterleill). . „ 5 „ 97. ~ 98.^ Ober-Oesterreich . . „5 ,, 95. ^ 9«- Giebenblirnen ... „ 5 „ 74 75 75.25 ^lclermar' ... „ 5 « 93,- 94 llugaru .... „ 5 „ 79.90 80.40 t'. Andere öffentliche Anlehe». Douaurrgulirunniüose zu 5 pCl. 95.30 95.50 U»g. Eiscnbahuauleheu zn 120 fl. ü. W. Silber 5"/., pr. Slüct l07,25 107.50 Ulig. PrämieuaulelM zu 100 sl. «.W.l?5fl. Einzahl.) pr. Stück 92.25 92 50 Wicuer Commuiialaulchen, rllck- Geld Waare zahlbar 5 pCt. filr 100 ft. . . 87.25 87.75 M. Actill, vl'll Batt5insnt«te«5. Geld Waare Nuglo-iisterr. Va»l.....240 - 240.50 Vaulvereiu.......250. ^ 250.- Voden-Erediianftalt ... 2«0, - 2l,2.^ Creoitaustalt s Halldcl u. G»w . 281 70 282,-Ca-dilanstalt, all^em. un»ar. . 10!» - 109 25 V^umPlr.Och'llschlls',, ,' ». . . 898. 902,-t'l.raueo-öftcn'. ^a»I .... 111.75 112.— Gtucralbaut ...... -^.— -.— Handelsbaul ..... . . 91. - 92.— Natioulllbant.......748. 749.-- Uuioubaul.......269 75 270.- Vcreinsbaul......105. 105,50 Äerlehröbaut.......164.50 165.- »?. Astie» vol» Trattspl'rtunterned- MllUtt^N. Orld Waare Alsüld Fiumaner Vahu . . . 176.25 176.75 B5t)m. Westbahu.....262.— 2e!, Billin . , . 172 172,50 Gtantsbahi!.......423,— 424. - Silobahll . ".......l78.40 178 00 Siio-uordd. Verbind. Vahu , . 178.50 179,50 Theiß Bahu .... 249. 250.-Ungarische Nordostbahn . , , 163.- 163.50 lwaarische Ostbahn . . , . 84,25 84.75 Tlamwah........220.50 221. - »'. Pfandbriefe (für 100 st) Allg. ijst, Bodm-Ercdit^lnstull Geld Waarc ^.llüöbar zu 5> P<3t. in Nühcr 106.25 106 75 dln.in33I.riMz.5u5M.inü.W. 86.90 87.20 Nalwnnlb. zu 5 pCt. «. W. . . 92,90 K3.10 llu5.— sterdiuandS Norbv. iu Sll!> ne,,. »96,50 106.75 ftnuz Ios»1'hl< V^hn . . . . 96.90 97.10 O.cta>< ^'i^m V > ^.'i'-^ ' Em. 105. 106 — l)tstt»r. ^.'srdwt!i-'ü».u , . . 96 20 96.35 ^Siebend. Bahn in Silber verz. . 88.90 89.^' lSlants. G. 3"/„ «!>00Fr, „!. Em. 139 25 139.?^ Stidb.G, 3'„ i> 500Fre. pr. Stück 112 — 11235 Sildb.-O. ü 200 fl.z. 5".. für 100 sl. 90.10 90.^ Güdb.-Buu« 6",., (18?l> 74) i» 500 Frc« pr. Stück . , 241.— 242.-^ Una., Ostbahu für 100 fl, . , 84.80 85.^ ««. >!pvivatlose " !^udou, sür 10 Psuud Gttrlinq 125. !25> ' Paris, für 100 Franc« . . . —.- ^ l5on;'ö der Geidfot'lii'u Oeld Wnn^ 5k. Müuz-Ducalel. . 5 st. 90 kr. 5 st. 91 "< /.'upoleou'jd'or . . 9 „ 92 „ 9 ,. 92, " Preuß. Cassenschciuc, 1 „ «4,; .. I .. ^< " ^il^-r . ,22 ,. 50 .. 122 « 7^> '' N'rainische OrundentlastuugS - Obligationen, '^''' »^„ntirnnl,: 8«— Oeld. - Waare,