^3 /W.F2 ^ M^ ^. R UMi«». Vaterländisches. Erinnerungen an die Kriegsereignisse des Jahres 1813 in Illyrien. (Fortsetzung.) ^^berst von Milutinovich sollte bei Iaska mit einem Bataillon Gradiskaner zu der Division des Fetdmarschall» Lieutenants Nadivojcvich stoßen, er» h,elt aber, wcgen der Gerüchte von dem Anmärsche der Franzosen über Neustadtl gegen Randen, Befehl, nach Münkendorf zu rücken, wie späterhin, in Fol^ g« einer Reeognoscirung deS Majors HrabowSky vom Gencralquartiermeifterstabe, den ?luftrag, auf dem Straßenknolen bei Neustadt!, wo sich die We« ge über Landstraß , Nann oder Azam obor nach AgralN/ bann über Modling nach Karlstadt kreuzen, Stel» lung zu nehmen. Hier nahm er ein Bataillon Broo« der — hei Rann über die Save kommend — auf, und stellte mit demselben die ^Verbindung mildem von Cilli herangerückten Gcn.Fölseis her, wodurch am 23. die beabsichtigte Stellung deS Fcldzeugmeisters Ba« ron Hiller zu Stande kam. Am 2l. August erfuhr der Vicckö'nig , daß ihm die Oes!erre«chcr in Croatien zuvorgekommen, sich gegen Fiume, Neustadt und Villach bewegten. Die» sciwegcn, und auch vielleicht Nicht mehr sicher auf BaiclN rechnend, ließ er seine Armee einen Contte« marsch von scchs Tagen machen^, um eine Aufstel-lung an der obern Saoe zu nehmen, bei welcher sein linker Flügel im Gailthale, die Mitte um V>l. lach über Würzen, Neumarkt gegen Laibach, wo sich der rechte Flügel anschloß, und biS Triest aus. dehnte, um so die Gränzen Italiens zu decken. Der Charakter dieses Fcldzuges, wo zwei Armeen in zwei Vertheidigungslinien di? Entscheidung höherer Ereignisse kämpf.nb erwarteten, mußte den eines Posten» krieges im größeren Maßstabe annehmen, bei w.-l< chem dem Muthe und UnternehmungSgclste einzeln ncr Commantautcn die Schranken geöffnet waren. Durch solche beinahe selbständige Unternehmungen und Kämpfe kam der äußerste österreichische linke Flügel unter Gen. Graf Nugent bis gegen Fiume; Oberst von Milutinovich , — in der Brigade deS Gen. Rebrovich, — rückte gegen Laibach. Gen. Fölseis pou» sirte bis Stein und gegen Podpetsch vor. Ftldzeugmeie ster Baron Hiller war bei Hollenburg über die Drar« gegangen, hatte bis auf den Loibl vorgeschoben, und deckte diese Stellung gegen einen Angriff auf 5cm rechten Dravcufer von Villach her durch die Vcr» schanzung der Position von Feistritz. Er machie die Franzosen besorgt, die Gebirgsstraße nbcr den Loibl forciren und die Schlüsselstellung von Tarvis auf der Straße über Aßling und Würzen im Rük-ken angreifen zu wollen. Dieß zu hindern griff der Vicekonig am 6. Sept. die Veischanzungen be> Fei-stritz mit starker Macht an, und drückte das östcrr. Centrum biS hinter Hollenburg. Ein gleichzeitiges Angriff gegen den österr. linken Flügel sollte diesen isoliren, und derselbe sodann ginz vernichtet werden. Dem zu folge rückte der italienische General Pino gleichfalls am 6. Sept., von Laibach aus, bis Wrich, selbcrg mit 2 Bataillons vor, ward aber dort von dem Oberst von Milutinovich mit ein und einer hal» ben Compagnie Gradiscaner und 2 Zügen Husaren biS zum Abend aufgehalten; worauf die Franzose« sich gegen Laibach zurückzogen. AlS es aber finster ward, setzte sich dei Oberst mit seinen 2 Zügen Husaren in Trapp, holte die beiden Bataillone hinler Geweihten »Brunn ein, die «r unvermuthet angriff und so zerstreute, baß sie nach mehreren Tagen nicht wieder rallirt werden konnten und mehrere hundert Mann ganz vermißt blieben. Die starke Finsterniß und der coupirte Boden zu beiden Seiten der Straße erlaubten nur einige Gefangene zu machen. Außer einem Prellschuß, welchen der Oberst erhielt, verlo« ren die Oesterreicher bei diesem Ueberfalle nur eitti» ge Mann. (Fortsetzung' folgt.) — 188 - Einige Worte über die zweckmäßige Einrichtung der Gottesäcker. Von Dr....... Zahlreiche positive Thatsachen haben zur Genüge gezeigt, daß die Ausdünstungen verwesendem Kor« per der Gesundheit gefährlich sind, und g,bt man auch die Richtigkeit der Beobachtungen du 0nat6lot'8 vom Gegentheile zu, so bleiben diese doch nur Aus» nahmen von der Regel, welche sich dadurch erklären lassen, daß em oder der andere unterlaufende, den Hergang modlficlrende Umstand unbemerkt blieb. I)u (^lllttLtot fand, daß an der Anstalt von Hloult'aucon 10000 blS 12,000 Pferde und 25000 blS 30000 kleinere Thiere jährlich abgehäutet werden. Der Ge» stank war selbst für seine gewohnte Nase unbeschreib» llch stark; doch waren die Leuce da gesund, kräftig und erreichten em hoheS Aller; kemer von «hnen wurde von der rund um sie herrschenden Brechruhr ergriffen, alS wenn die Atmosphäre, in welcher sie ledten, vielmehr der Krankheit enrgegen gewesen wäre, als daß es selbe begünstigt hätte. Viele Werkleute »varen da geboren und verlebten ihr ganzes Leben auf demselben Flecke, so, daß sie m der That daran accllmatisirt waren, und hierdurch wird das Wunder erklärlich. Wir tonnten sonst mit den Emwoh. Nern von Volchern sagen, baß die Molaria Nicht schädlich sey, wett da Männer und Weiber in einer solchen schlechten Luft leben. Währ bleibt eS, daß eine hinlängliche Angewöhnung des Körpers zu >r» gend einer Schädlichkeit, immer ein gutes Schutz. Mittel dagegen sey. Der Neger, welcher in der Nä» he von gärenden rümpfen lebt, hat von dem Miasma, welches cmen Europäer >n !^4 Stunden todten würde, nicht mehr zu befürchten, als der geimpfte Europäer von den Blaccern. Doch wird, nia die 9lede von Contagien und Iufcctlon geht, diese wich-lige Thatsache der Angewohnung immer übersehen. Die dagegen vorgebrachten Einwendungen lassen sich alle leicht widerlegen und man kann überzeugend darthun, dasi die Au^fiüsse verwesender Stoffe nicht unschädlich oder gar hellsam stycn, wie dieß mit Ernst bel der Heilung der Schwindsucht versichert wird. Die Erfahrung lehrt, daß thierische Ausflüsse dem Wechsclficber einen typhösen Charakter verlei. hcn, und daß ansteckende Ausdünstungen sich selbst aus einer Leiche entwickeln können. Faulende AuS» fiüsse bleiben nach Maßgabe der Verhältnisse schäl-Iich. Sind sie sehr concentrirt, erzeugen sie Schlag-fiuß oder unmittelbaren Too; sind sie weniger con» ccntrirt, verursachen sie Kopfweh, Schwäche, Mangel an Eßlust, Faulsieber u. s. w.; auch wcrdcn spe- cifische ?lnsteckungsstosse nicht nothwendiger Weise durch die Fäulniß zerstört. Die Art und Weise, wie der Mensch mit den Leichen seines Geschlechtes vorging, war eine ver» schiedene. Was die Beerdigung anbelangt, so herrschte einst die Sitte, die Leichen in Kirchen und Klrch. Höfen zu begraben. Man findet, daß schon im 15. Jahrhunderte die Begräbnisse inner den Mauern der Städte alS schädlich anerkannt und m Nürnberg, mit Ausnahme der Kirchen, verboten war. Diese AuSnah-me hörte im Jahre 1571 auf. In dem 17. und 18. Jahrhundert, in welchem das Uebel mit der Bevölkerung gewachsen war, dauerte dieser schädliche Ge. brauch in England, Frankreich und Deutschland forl. D»e Aerzte, treu ihrer edlen Bestimmung, waren die ersten, welche den Kampf mit den Vorurtheilen der Zeit antraten und in Lehre und Beispielen vorangingen. Ein Pariser Arzt hatte zu seinem Gedächtniß folgende Gradschllft: »8imttn I?it;r!'6, vir piii8 st probu«. Ilio «üb llio «siioliri voluit N6 M0NUU8 ouüjuam noeerot. Hui vivu8 «muiiiu8 proluerat." Zu Louvain befindet sich ein Grab mit folgender Inschrift: »I'liilippu8 VsrkaK'sn ^leä. Ui-. et rrol. Ilic in 00tiiQ«ti'i0 condi voilllt ^n Jahre 1774 ordnete das Parlament von Toulouse die Errichtung eineS Fricthof.S außer der Stadt an. Laon, Dülr-, L>)on und andere Städte folgten dem Beispiele von Toulouse. E»n Negierungsdecret erfloß am 10. März 1776 und im Jahre 1780 wurden zu Paris GoO tcöäcker außer der Stadt eingerichtet. Eine preußische Cabinets. Ordre befahl im Jahre 1775, die Todten außer ocnStädten zu begraben. Die schwedische Ne« gierung in Pommern ertheilte ähnliche Befehle uu Jahre 1778, die würtembergische im Jahre 1782. Im Jahre 1784 führte Kaiser Joseph, den von ssl» ncr erlauchten Mutter Maria Theresia im Jahre 1772 gefaßten Entschluß durch und erließ dctaillirce Vorschriften über die Art der Begräbnisse. Im Jahre 1786 wurde in Hessen.Darmstadt anbefohlen, das: d>e Leichen in regelmäßige Reihen gelegt werden sol» len, die Tiefe der Gräber wurde bestimmt und auch die Zeit festgcs.tzr, in welcher ein Grab wieder er> offnct werden duifte. Sachsen crhiclt scme Gcs.tze — 189 — über diesen Gegenstand im Jahre 1792. Ost'Fries» land im Jahre 1818 od 1819. Besondere Vorschriften über die Einrichtung der Fl'iedhöfe und die Bcgräbniß der Todten »varen in Frankreich zuerst am 12. Juni 1804 erlassen und später zu Aarau in Preußen (1808). Obschon England in dieser Hinsicht 40 Jahre hinter Franke relch «st, so ist es bemerkenswerth, daß dort Edic-te, CabmetSororen, ?c. oft erfolglos blieben. In vielen Orten Deutschlands werden die Todten noch »mmcr auf Kirchhöfen, die ganz in der Nähe der Wohnhäuser liegen, begraben. Napoleon verpflanzte die polizeilichen Begräbnißvorschriften Frankreichs in die Länder, welche er eroberte: nach Rom, Neapel, Madrid, nach Portugal, in die Nheinprovinzen, nach den Niederlanden. Die Holländer widerstanden hart» nackig den Neuerungen, und so stanken ihre Airchen, dem Kaiser zum Trotze, ebenso fürchterllch, als die schlechtesten Beinhäuser Englands. In der Provinz Ira» os HI0M68 (Portugal) riß daS Volk die Wälle der geschlossenen Kirchhöfe nieder, um ihre Todten in den geweihten Raum zu brmgen und an vielen Orten der Halbinsel wurden die auf neuen Gottes« ackern begrabenen Leichen wieder ausgescharrt und in Kirchen beigesetzt. In Ober»Italien fand die^österr. Neglerung große Schwierigkeiten, als sie Gehorsam für lhre neuen Gcsctze verlangte. Nachdem wir den geschichtlichen Theil berührt haben, gehen w»r zu dem praktischen über. Als eiste Frage stellt sich unS die entgegen, in welcher Ent» fernung von einer Stadt der Filedhof anzulegen scy. D>cse Frage wurde verschieden beantwortet, wie es folgende Tabelle zeigt: Französisches Gcs.tz vomIahre 1804, 114bis130Fuß Arcnsbcrg, in Preußen, wenigstens 500 Echiitte, Etralsuno, „ „ 1000 „ Ligmarmgen, frühere Vorschrift, Mindestens .... 500 „ » spätere Vorschrift., windest. 275 », Großherzogthum Baden, mindestens 717 » T er Ansicht Gmelin'S zufolge 1000—2000 „ „ Alklnson's „ . . eine Viertelstunde „ Dr. Copland's und Dr. Walker'S, iStunbe. Die Ausdünstungen der Leichen weiden weiter g'führt, alS man gewöhnlich glaubt. Der Gestank dcr Aasgrudcn von NonN'lwcon ist in einer Entfernung vcn 6500 Fuß unerträglich und bei eincm günstigen Winde ncch in dcr topp.It.'N Entfernung; er >st scgar unter güniligen Umständen >n dcr v>cr» fachen Weite, d. i. beiläufig 2'/, Stunden weit, Merkbar. In Stuttgart befindet sich ein Kirchhof, cuf welch.m jährlich 500 Leichen begraben wertcn. Die Gräber der Erwachsenen sind 6'/« Fuß tief, jene der Kinder 3 und 3V2 bis 5'/g. Doch macht ein Nordwcstwind die Fäulniß in Häusern, die 250 biS 300 Schritte davon liegen, wahrnehmbar. Die Entfernung eineS Gottesackers muß nach Umständen eine andere seyn, so z. B. kann dcr Gottesacker einer kleinen Bevölkerung näher, als jener einer großen seyn. Folgende Verhältnisse dürfen angenom» men werden können: Zahl der Bewohner Entfernung des Gottesackers 500 bis 1000 mindestens ... 150 Schritte. 1000 bis 5000 „ ... 300 „ über 5000 » ... 500 » Manche Städte nehmen rasch zu; daher ist es nöthig vorzuslhen, daß die Häuser dem Friedhofe slch Nicht zu sehr nähern, wenn die Stadt aus sich selbst hinaus tritt. Die Vorschrift von Sigmaringen verbietet, Häuser auf dom zwischen dem Gottesacker und der Stadt gelegenen Grunde zu bauen; jene deS Großherzogthums von Baden bestimmen die Entfernung, in welcher Häuser gebaut werden können, auf 1120 Fuß. Ein kais. französisches Dccret vcm 7. März 1812 setzt alS geringste Entfernung 325 Fuß fest. (Forlsetzung folgt.) Correspond enz. An Heinrich Julius G. v. Nord zu Adelsberg in Borabien. Von dario ^Ikcrtu lüeutoc/nI^lia, (Fortsetzung.) Die Truppen erhalten NachtS Befehl zur Auf« stellung am 28. Sept. Früh 8 Uhr auf der Straße bei Terplna nächst Gonob'tz, zur Formirung von 4 Bataillons; Bagagen sind nach St. Lorcnzcn, die Köche noch dem Losnitz^Thale zu senden. Am 28. Das Ncgenwetter ist wieder stark eingetreten. Das beschlossene Manöver wird in der Früh eingestcllt, und ein Theil dcr bereits biS auf ^ Wegs marschirten Abtheilungen zur Nü'ctklhr in ihre Cantonuungen beordert. Es regnet den ganzen Tag und die ganze Nacht, trotz dem hatte ich be» schlössen, wenn am kcmmcndcn Tage man'o'verirt würde, mein Reitpferd zu besteigen, und die Kriegs-üssairen alS Volontär Mit zu wachen. Am 29. Fortgesetztes Reglnwcttcr. Gegen 7 Uhr schlagen die Tambours in Gcnobitz Togrcvcilic und gleich darauf Vergatterung. Es war gcgcn Mor. gen die Ordre zur unwider>usi,chcn TlUppenauf« stcllung bei Tcrpina gegeben woiden. — ZM — Um 8 Uhr sind sämmtliche Truppen des süd-westlichen Corps auf der Straße daselbst aufgestellt, und erwai-cen die weitern V.'N'hle. Abmarsch rechts gegen Fe,,!l-!tz, mein R^ppe »lutzte ol> den vielen Bajonneten und der ungewohnt frükein CcüNotion. Der Regen Hai eine sehr permanente N'chcu'ig an^ genommen. D,e Scraße ist schlecht, der Marsch zum Angriff auf Fi>^ritz nimmt semen Anfang, die Re? gimenter Leopold, Prohaska und das 4. Bataillon Hahenlohe bilden d>e Reserve; der comnlanoirinbe General, Excellenz Feldzeugmeister Graf Nugent, rettet längs den Colonnen, die Straße immer schleH. rer, grundloser; Hohenlohe vor, Umgehungsmärsch/, Marsch über aufgepflügte Aecker und lehmige Erd-strecken, über sumpfige Wiesen, Kanonendonner, G.,'» fecht nahe Feistritz. Das 4. Bataillon Hohenlob^ zum Seirenangrlff. Sturm, concentrirter Angriff, Sturm, Kanonendonner und Einnahme von Feoiritz UM V<2 ^l ^l)r Nachmittags. Das Gefecht wird durch Abschlagen der Tambours eingestellt, und denen Truppen werden Canronirungen «ngewiesen. Zu Pferde, und in der Nähe des General-stabs, hatce ich Gelegenheit, die Scenen von o,r Entwicklung an, mit den verschiedenen llebergängen und Schemattaquen, bis zum End ^Resultate, in der Darstellung einer schönen und fließenden Lösung der Aufgaben, klar ins Auge zu fassen, unl» ich muß gestehen, daß ich, trotz dem barbarisch'»« Unwetter jenes Tages, Mlch rechc angenehm auf dlese, mit täuschenden Farben der Wirklichkeit aufgetragenen Kriegsubungsbllder errinere. Für di< Truppen wir dieser Tag übrigens keine geringe Au^be, und nur durch die Energie der Offlciere und Comm«ndant,n, UNd die qure Mannszuchr, cn'äqlich, auf t>,n ««>«?«,. samsten Gründen, auf Aeck^rn, wo der ,15 V^tr«' tende mit Muhe die Füße herausziehen k^nnce, in militärischer Ordnung sn k'rant und on Oolonns zu Marschiren, und die vorgekommenen Evolutionen, auf exacte und vollständige Weise, wi, es in der That geschah, auszuführen. Die Cantonirungen wa< ren aufs möglichste concentrirt, und doch kamen viele Abtheilungen, bei der Anwesenheit sa vieler Truppen, auf 2 Stunden weir; die Soldaten wa» ren zu 13 — 17 Mann, Osflclere zu 2 — 3 n» einem Bauernhause. Dieselbe Nacht kommt der Befehl, die Trup» pen haben Magens am 30. ohne Gefecht, auf den kürzesten Wegen, aus d«n gegenwärtigen, in ihre Cantonirungs-Stationen bei Pectau zu marschiren. Am 30. rückc die Generalität und säiumtliche T»-Ul" pen nach Pettau. Schöner, heiterer Tag; man slehr auf der großen Hilde unfern Pertau die Lagerzelre aufgeschlagen, welche von den Regimentern K'ä« nig Wilhelm und Piret bezogen werden sollten. — Der Regimentsstab, nebst 3 Compagnien Hohen» lohe, ist in St. Lorenzen, in Amtminsdorf der Scao des!^. Bataillons. Die Pionier-Airheisuüq ruckt Nachmittags 6n nHsHlls aus, und übt das Markiren des Fundes; min hört lange Kanonendonner und Infanterie. Dechargen. (Fortsetzung folgt.) (Fortsetzung.) Ein Recensent in einer kleinen Stadt sollte erst nach der letzten Vorstellung den lange zugehaltenen Schleier seiner Gedanken lüften, sollte erst beim Scheiden seine papierenen Lorberlränze hinwerfen unter die Wegziehenden, sollte erst am Ende aller Theater in die Weltgerichtsposaune blasen und das Flammenschwert der Gerechtigkeit schwingen; denn thut er dieses früher, so verdirbt er es gewöhnlich entweder mit dem Publikum oder mit dem Schauspieler, oder, und fast immer mit seiner innern Ueberzeugung. Nie dem auch seyn mag, lieber Leser, Du hast mein Versprechen, Dir heute über die Leistungen unleres Theater-Personales Nachricht zu geben^ und ich will es treu und unverbrüchlich halten. Wir haben Grund, heuer mit der Direction, die dermalen zunächst der Leitung Hrn. Nosenschön's anvertraut ist, im Ganzen recht zufrieden zu seyn. Die Wahl der Stücke, der Wechsel im Repertoir und die Vertheilung der Rollen zeigt den richtigen Tackt, und der Erfolg des Ganzen beurkundet die leitungskundige Hand, die die Zügel führt. Vorzüglich sind es das feinere Lustspiel, die sogenannten Conversations - Stücke und Charakter - Gemälde, die sich wegen ihrer guten Rollenbesetzung einer allgemeinen Theilnahme erfreuen und durch ihre gelungene Darstellung allgemein ansprechen. Es thut mir leid zu gestehen, daß dieses im Trauerspiele und in der Posse minder der Fall ist, und bei jenen Stücken, die nur auf den Effect der reichen Scenerie und der immer wechselnden Decorationen vermöge der mehr als bescheidenen Localverhältnisse unserer Bühne auch nicht seyn kann. Demungeacktet laßt sich auch in dieser Beziehung das wackere Streben der Dieection r.icht verkennen, indem uns auch in diesem Genre manches Neue und mitunter recht gute Vaudcville vorgeführt wurde. — Aber Hr. Rosenschön hat noch außer dem Verdienste der Leitung auch das des Schauspielers für sich. Was er darstellt ist Natur, ist markiges Leben, ist tiefgefühlter Schmerz, ist innerste herzlichste Freude. Mit einer angenehmen Persönlichkeit vereinigt er ein seelenvolles charakteristisches Spiel. Schon das Aeußere seiner Erscheinung ist dem Cbarakter seiner Nollen immer angepaßt, sein Miencnspiel durchdacht, jede seiner Bewegungen bezeichnend. Sein Spiel als Präsident Ormond, i» der „Verleumdung", in der Titel-Rolle von „Esser", als Comer« cien-Nath von Glittern, im „reichen Mann", als Arr.au in „Reue und Ersatz", als Hündorf im „Doctor Wespe", als Trouillon in« Vaudeville „Marie", al« Procurator Egerville in „Arthur von Montpensser" u. s. w., hat i^m unbedingtes Lob und die vollkom« mene Zufriedenheit des Publikums erworben. Go wie nun Herr Noscnschön vor dem Richterstuhle bes Publikums vollwichtig befunden wurde, ebenso erfreuen sich auch Hr. Nngelbiecht und Hr. Murret der Gunst und Theilnahme des Publikums wenigstens in seiner Mehrzzhl. Die 2?.,rs5?Uu„gsc»rt des Elster« ist oft und vorzüglich in den tragischen Momenten ergreifend» und seln Streben mehr durch Mimik und durch Modulirung seiner Glimme als durch das sonst so häufige Herumagiren mit den Här» den den gewünschten Eindruck hervorzubringen, lobenswcrth; nur möge er sich dießfalls an dem Beispiele bewährter Künstler unter» richten, und sich warnen lassen, er gemüthliche alte Freunde, Värer, oder «ine gewisse Art bevorzugter Hausdiener vorzustellen hat, Charaktere', die er mit einer Ledenstreue darstellt, die in ihm den denkenden Schauspieler verräth; dem Letztern als Adam in ,.Doctor Wespe", dann für den gelungenen Vortrag eines Couplets, wo er ein« recht angenehme Stimlne an den Tag legte. Fär heute genug! das nächste Mil berichte ich Dir von den Repräsentantinnen der weiblichen Charaktere. « * « (Wird fortgesetzt.)' TZ" Dem heutigen Blatte liegt die vorläufige Ankündigung des neuen Wirthschaft-Kalenders bei. Verteiler: Ignaz Awis Edler v. Kleiu.mayr.