Nr. 132. Freitag, 11. Juni 1886. 105. Jahrgang. Zeiwng. «r»»„mer«tlonsvrtlt!: Mil ^.stvcrsexbunss- ss.nMr!« fi. 15. Halbjahr g ^ ^'°^'" ^«'V °«l-»«"^»rig ,i, ,,. halbjähri« li,5.<., F« g«!''«"?"« N, ', - Insertlonenebür: ssür Die „kaibachcr Zeitunn" erscheint tiisslich mit Nusnahm: bei Sonn unb Feiertag«. Die «»«lnlstlotio« bcstnbct sich Nlihnhofftrahe >5. die Medaiti«» U'icnerftraße 15, — Unfrankierte Vliese werde» nicht a>',sscno»lmei! nnb Maiwsciiptc n>ch< znre Zolltarif-Nouelle begonnen. Hieulit silld die Aus-gleichsuerlMldluugen wieder in das richtige Fahrwasser Menkt und insbesondere die Cungrueuz ill dem ^lo^u» Ps0c;6^6n6i der österreichischen und uugarischcu Legis-"ltive hergestellt, welch letztere bekauutlich schon Montag °?e Berathllugen über den Zolltarif begouuen hat und ^selben vor Eintritt der Reichstagsferien znm Ab-Musse zu briugen cutschlossen ist. Die Zulltarif-NovcNe, ^'e dieselbe von der Regierung dem Parlamente vorlegt wnrde, ist das Ergebnis eines Cumpromisses. Die ^lldarität der großen wirtschaftlichen Interessen Oester-^'chs und Ungarns ist bedingt dnrch das Znstande-».!!""e>l eines derartigen Compromisses, nnd derjenige ""ltschaftspolitikcr, welcher die Zillässigkeit des letzteren negieren wollte, müsste folgerichtig nnd in logischer Consequent die Gemeinsamkeit des österreichisch-nnga-rischeil Zollgebietes bekämpfen. Die Nothwendigkeit des gemeinsamen Zollgebietes wird aber von keiucm ernsthaften Politiker dies- nnd jenseits der Lcitha bcstritten, sie ist vielmehr als wirtschaftliches Dogma anerkannt, nnd worauf es bei der Erncuernug der bezüglichen Vereinbarungen zwischen Oesterreich und Ungarn ankommt, ist lediglich die Lösnng des Problems, die einzelnen wirtschaftlichen Special-Intercssen beider Neichs-hälft.'n in einer Weise wahrznnchmen, welche sich für die Gcsammtwirtschaft als vortheilhaft darstellt. Daraus ergibt sich wohl vou selbst, dass der neue Zolltarif, wie derselbe ans den Verhaudlungen zwischeu der österreichische» nnd ungarischen Regierung hervorgegangen ist, ill seiner Gesammtheit betrachtet werden muss, dass das Saldo der Bilauz und nicht einzelne Posten für die Beurtheilung derselben maßgebend sind, nnd dass das entscheidende Kritcrinm in der Beantwortung der Frage gelegen ist, ob der nene Zolltarif in seiner Gesammtheit für die diesseitige Reichshälftc vorteilhaft, ob er jene Zugeständnisse an unsere wirtschaftlichen Interessen in sich fasst, welche bei den Verhaudluugcn mit Ungarn zu erreichen waren. Zn Beginn der hcntigen Sitzung des Abgcord-netenhanses brachten die Abgeorductcu Fürutranz, Fiegl, Schönerer uud Turk einen Gesetzentwurf ciu, wouach von der Wählbarkeit ius Abgcorductenhans ausgeschlossen sein sollen: Beamte der politischen Staatsverwaltung, dann Vcrwaltnngsräthe, Liquidatoren nnd Vorstandsmitglieder von vom Staate subveutiuuiertcu Eiseu-bahucu uud von Äauken und sonstigen commerzicllen nnd mduswelleu Gesellschaften, die mit der Staatsver-waltuug ln Geschäftsverbindung stehen, sowie Direc-torcu von in Concurs gerathenen Erwerbs-Unterneh-Mllilgen. Hicranf wurde zur Tagesordnung übergegangen. Mg. Ha, ck referierte mündlich über die zum Socia-llstengesetze deantragte.l Abänderungen, rechtfertigte die Ha ""a des A,zsch„ss,g h ^ ^^' ^ y^lfach angegriffenen Fafsung der Vorlage „ud erklärte, dass der Ausschuss augestchts der dccidicrten Erklärung des Abg. ycrbst. bel dem Umstände, dass zur Annahme des Gesetzes cme Zweldrittelmajorität erforderlich ist. und da der Ausschuss dle Nothwendigkeit dieses Gesetzes anerkennt, sich für die Annahme dieser Abändcrnngen entschieden habe. Der Präsident erklärte, dass i< 1 nnr mit Zweldrlttel-Majolltät angenommen werden kann. ö 1 luilrde sodann mit 179 äeaen 39 Stimmen ailgcnonlnlen. Zll § 2 (zweijährige Daner des Gesetzes) erklärte Abg. Dr. Jagn es. dass die Linke auf eiue Verläu-geruug dieses Gesetzes ebeusowenig eingehen werde, wie auf das Socialisteugcsetz. Die Frage/ was in diesen zwei Iahrcu geschehe» soll, bcautwortet er dahin: Er-richtnng von Arbeiterkammcrn, Fortsetzung der social-politischen Gesetzgebnng, Freiheit des Vereins- nnd Vcrsammlungsrechtes der Arbeiter, Anfhören der Schü-rilug des Rasseilhasses sowie der Hetze gegen die groß« capitalistischc Productionsweise nnd der Bekämpfung des Liberalisinns. H 2 wurde sodann angenommen, ebenso tz 3, Titel und Eingang des Gesetzes. Hierauf wurde iu die Berathung der Zolltarifs- Vorlage eingegangen. Abg. Ritter v. Chlu -meck y betonte, dass der Zolltarif formell keinen Theil des Ausgleiches bildet, wohl aber materiell, weil leine Maßregel die Interessen der Producenten uud Consn-menten beider Reichshälften so tief berührt. Hoch-bcdanerlich sei der Zollkrieg mit Rumänien. Dem jungen aufstrebeuden Königreiche werde volle Sympathie entgegengebracht. Allein seit der Handelsconvention von 1875 war die Vertragstrene nicht auf Seite Rumä-niens. Auch die österreichische Regierung könne nicht von aller moralischen Schnld freigesprochen werden. Hoffentlich werde man in Rumänien bald zur ruhigen Einsicht kommen nnd dann wieder znm Abschlüsse eiues Vertrages bereit sein. Die Linke wolle lebhaft das Zustandekommen des Ansgleichs, werde aber die wichtigen Interessen dieser Ncichshälfte nicht preisgeben. Hohe Agrarzölle seien vielleicht für einzelne kleinere Bezirke nützlich, hemmen aber im Staate den internationalen Verkehr. Große Hoffnnngen nach dieser Richtung seien nicht gerechtfertigt. Aber anch die Gewerbetreibendell werden nicht mehr wie vor zehn Jahren für Iudustrialzölle schwärmen. Redner und seine Ge-sinnnngsgenossen werden für den Zolltarif stimmen, weil er materiell ein Theil des Ausgleiches sei; aber die Liilke behalte sich Abändernngs-Anträge vor, denn sie betrachte die Ansgleichs-Vorlage als di? Basis für künftige zollpolitische Verbessernngen. Auch Ungarn soll zur Erkenntnis kommen, dass im Ausgleiche seine Inter» essen gewahrt werden. Die Gemeinsamkeit der Inter« essen soll aber von beiden Seiten anerkannt werden. Redner erörtert hieranf das Zustandekommen des Antrages Sncß, den er für d!e einzig mögliche Lösung dc,' Pctrolcumzoll-Frage hält. Die Regierung habe in der Führnng der Ansgleichs-Verhandlungen eine sehr nnglüctllche Hand. nnd sie habe sich im Verhältnisse lznr Majorität unparlamentarisch benommen. Was sei der heutige Ausgleich gegen den von 1878, wo es sich Feuilleton. Die Brieftauben. .. Die Brieftanben sind Prodncte künstlicher Kren-^ verschiedener Arten der gewöhnlichen Tanbe. welche Her durch das Bestreben des Menschen ans der w? Sl""- oder Fclscntanbe gezähmt worden. Für «k« Alberen Fähigkeiten, welche der Mensch von dem zMerteu Briefträger fordert, eignen sich vornehmlich ena 'Men: die Drachcutaube aus der Kreuznug der Tn?)en Courier, nnd der dcntschcn Schncllflügler-t>tf ^ die Antwcrpncr Brieftaube, eine weitere Abart Kin« Ahnten Krcnznng, und das Mörchen, Kren-dk^/rs Schnellflüglers'mit dem Schwäucheu. Bei >vick°?l"l ist das'Heimatsgefühl am meisten ent-der> selbst nach jahrelanger Gefangenschaft nnd bei lich 'festen Entfernung kehrt sie in ihren heimat- '^aubenschlag 1""^. , .. ^ teisrn F">' lüc alten Egyftter pflegten auf weite See-^rer jubelt mitznnehmen, nnd wenn stc das Ziel dan,it ?s"l erreichten, dieselben in Freiheit zu setzeu, des »f .Ue die Kunde von der glücklichen Erreichung "lel^Weles „ach Hause brächten. In Griechenland ^cillz «> Tli"bc>, den Erfolg der olympischen Spiele. Nchtk., '^"l"s sandte 44 v. Chr. den Cousuln Nachen 'l," die Belagerung von Mntina. Die Mcl-wurden dell Tauben an die Füße gebunden nnd gelangten so glücklich nach Rom. Die Geschichte der Vrieftanben beginnt jedoch eigentlich vom Jahre 1098, als die Kreuzfahrer die Vorzüge derselben erkannten. Torquato Tasso besang sie in seiner «Gcrusa-lemme liberata». Im XII. Jahrhundert organisierte der Kalif von Bagdad. Sultan Nnrredin, eine regelmäßige Vrieftanbenpost. Nach der Zerstörung Bagdads verfiel auch die Zucht der Brieftaube, um erst wieder im XV. Iahrhuudert in Bagdad aufzutauchen und als Brieftanbenpost zn einer staatlichen Institution erhoben zu werden. Dieselbe besteht hentc noch zwischen Teheran und Tabis. Bei der Belagerung von Har-lem fiel den Spaniern 1593 eine Brieftaube iu die Häude, welche Wilhelm von Oranien ausgcsandt hatte. Die erste Verwendung der Brieftaube zu Hau-delszweckeu fällt iu die Zeit der napoleonischen Kriege. Der englischen Linie der Rothschilds leistete die Brieftaube hervorragende Dienste. Rothschilds Agenten im napoleonischen Kriege sandten nämlich ihre Nachrichten dnrch Bricftanben nach England; Nothschild benutzte dieselben zu seiucu Bölseuspeculatioueu. Zwischen Brüssel uud Paris war eiue regelmäßige Taubenpost zu dem besonderen Zwecke errichtet, um die gezogeueu Lotterie-Nummern mitzutheilen. Die «Kölnische Zeitung» erhielt die Nachrichten ihrer Corrcspondrnten in allen Gaueu Deutschlands durch Brieftaube,,; das gegenwärtige Nenter'schc Corresponded-Äurean war ursprüuglich eiu Bureau für Taubenpost. Der Telegraph hat die Taube verdrängt; der elektrische Funke, vermittelt die Nachrichten sicherer und schneller. Die Tanbe wäre ans dem Nachrichtenverkehre gänzlich ver-schwunden. wenn sie sich nicht im dentsch-frauzösischcn Kriege 1870 abermals glänzend bewährt hätte. Gegenwärtig gebürt Belgien der erste Rang in der Tan'benzncht; 800 bis 1000 Vereine sind lediglich zll dein Zwecke gegründet worden, nm Brieftanbeu zu züchten uud zu Pflegen. Dieser Sport hat sich dort zu eiiler Natwnal-Unterhaltung entwickelt, welche vou allen Classe« getrieben und vom Könige, der Regieruug uud dcu Städteu durch Geldspruden und Aussetznng von Preisen für die besteu Erfolge der Zucht thatkräftigst unler-stützt wird. Nach 1870 kam die Brirstanbe in Frankreich zn Ehren, und das Parlament votiert zur Zucht derselben ohne Opposition von irgend welcher Seite die Summe von 100000 Francs. In England wird die Brieftaube bloß von Zeitnngs-Neportcrn benutzt, und man sieht dieselben nicht selten nebst dem obligaten Notizbuch anch mit einem Käfig voll Brieftauben in den Meetings erscheinen. Anch Deutschland sah 1870 die Nützlichkeit der Nrieftanbe ein, und wird die Pflege derselben seitdem uuter dem Schutze des Kriegsmiuiste-rinms betrieben. Auch Oesterreich-Ungarn pflegt dieselbe, namentlich in Festungen wie Komorn. Anßer den österreichisch-nngarischen Staals-Vrieftaubeu-Züch-tercieu befasseu sich 'damit einige österreichische Vereine, nnd erzielt der Wiener Verein hervorragende Erfolge. Die besondere Verwendbarkeit der Brieftaube manifestiert sich in der Schnelligkeit und Sicherheit ihres Laibacher Zeitung Nr. 132 1100 11. Inni 1886. um die schwierigsten Fragen unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen gehandelt habe? Redner fragt, wie die Regierung den Zolltarif jetzt votieren lassen kann, so dass Ungarn bereits seine Concessionen in der Tasche haben wird, wenn erst die anderen Auögleichs-punkte zur Behandlung kommen werden. Wir sind kühl bis ans Herz hinan und können ruhig zusehen, wie Sie das System durch eine Reihe meritorischer und taktischer Fehler erschüttern. Wir werden die Vorlage prüfen mit Rücksicht auf das gesammtstaatlichc Interesse uud auf die Interessen der diesseitigen ReichZ-hälfte, uubeirrt durch die Drohung eiuer Auflösung des Hauses, um dereu Verwirklichung wir inständig und dantbereitest bitten. In diesem Sinne wird er für das Eingehen in die Specialdebatte stimmen. (Lebhafter Beifall uud Händeklatschen links.) Abg. Fürn kränz verlangt einen ausgiebigen Schutz des Bauernstandes gegen die Pruducte des fremden Continents. In den Positionen des Zolltarifs erblickt er eine Besserung uud tritt daher für ihn eiu. Die Lage der laudwirtfchaftlichen Bevölkerung fei eine sehr traurige, ebenso jene der weiubautreibenden Bevölkerung. Redner wünscht statt eiues Ausgleiches die Personalunion mit Ungarn uud das Niedersinken der Zollschranken gegen Deutschland. Abg. Dr.'Äusserer ist der Ansicht, dass das Haus durch Votierung des Zolltarifs die letzte Waffe gegen Ungarn aus der Haud lege. Den Löweuantheil trage Ungarn davon. Er uud feme Freunde würden eine Personalunion mit Freude begrüßeu, denn dann hätte man freie Hand nnd könnte von den Ungarn Concessionen erringen, z. B. im Petroleum und in den Indnstriezöllen. Ägrarzülle seien überhaupt uicht ausreichend, der Landwirtschaft aufzuhelfen. Dazu gehöre noch eine richtigere Tarifpolitik der Eiseubahncn uud eine Herabsetzung der Gruudsteuer. Der Zwischeuhandcl vertheuere alles, besonders für den Arbciterstand. Der Verfall der Landwirtschaft treibe auch die Leute vom Lande in die Städte, wo fie den industriellen Arbeitern Concurrenz machen. Redner tritt schließlich auch für die Zollunion mit Deutschland ein, um uus ein größeres Absatzgebiet zu sicheru. (Beifall liuks.) Abg. Türk erinnert gegen Chlumecky, dass der Zolltarif im Jahre 1885 im deutschen Reichstage ohne Ausschussberathung sofort im Plenum berathen uud angenommen wurde. Uusere Verhaudluug ist alfo gewiss keine überstürzte. Die Agrarzölle kommen Ungarn zugute in Hinsicht des Weizens, in Hinsicht von Korn aber uns. Rumäuien anlangend, kanu uud darf niemals die freie Viehansfuhr ails Rnmäuien nach Oesterreich gestattet werden, sonst kanu man das Kreuz über unsere Landwirtschaft machen. Was den Antrag Such betrifft, so habe er ihm anfangs beigestimmt, bald aber bemerkt, dass er nur bezweckte, der Regierung und dem Zolltarife ein Bein zu stellen, besonders den Agrarzölleu. die den Manchester-Liberalen und den Juden ein Dorn im Auge seien. In der Petroleum.Fragc stehen sich Jude gegcu Jude gegenüber, es musste also dem Professor Sueh schwer werden, seinen Antrag zu stellen; er that es aber, um der Regierung ein Bein zu stellen. (Rufe links: Zu dumm!) Was die Arbeitskraft der früheren liberalen Regierungen betrifft, fo haben sie beim Ansgleiche für das Volk weniger geleistet als die jetzige. Redner Polemisiert gegen die Manchesterpartei, speciell gegen den Abgeordneten Friedrich Sueß. Er fordert das Hans auf, die Landwirtschaft zu unterstützen. Er nnd seine Gesinnungsgenossen werden in dieser Angelegenheit sich in der seltenen Lage befinden, mit der Regierung nnd der Majorität zn stimmen. Diese Sache dürfe nicht von doctrinären, vom Standpunkte der abstracten Theorie, sondern lediglich nach der Erfahruug beurtheilt werden. Deutschland und Frankreich haben bereits die Getreidezölle eingeführt und befinden sich wohl dabei. (Beifall auf der äußersten Linken.) Der Präsident theilt mit, dass sich noch als Redner haben eintragen lassen, nnd zwar pro: die Abgeordneten Ouklje nnd T»nuer, nnd bricht sodann die Verathuug ab. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Militärversorgllilgs-Gesetz. Im Abgeordnetenhause wurde am vergaugeuen Montag die vom Landesvertheidigungs-Ministcr angekündigte Vorlage, betreffend die Militärversorguug von Witwen nnd Waisen der Olficiere und der Mannschaft des Heeres, der Kriegsmarine, der Landwehr nnd des Landsturmes, eingebracht. Iu deu Eiuführuugs-Artikelu besiudct sich eiue Reihe vou priucipiellen Bestimmuugeu, von welchen wir die folgenden hervorheben : Witwen und Waisen von Officieren und der Mannschaft, welche auf einem ausgerüsteten Kriegs^ schiffe anlässlich eines See-Unglücks ihr Leben verloren haben, werden hinsichtlich ihrer Vcrsorgungs-Ansprüche denjenigen Witwen und Waisen, deren Gatten, beziehungsweise Väter, vor dem Feinde gefallen sind, gleichgestellt. Gattinnen uud Kinder vor dem Feinde vermisster und in Abgang gebrachter Officiere uud Persoueu des Mannschaftsstandes, welche zur Zeit dieses Abgauges im Bezüge vou Militärgebüren gestanden sind, erhalten beim Vorhandensein der sonstigen gesetzlichen Bedingungen die ihnen für den Todesfall des Gatten (Vaters) gcbüreude Versorgung provisorisch so lange, bis der Gatte (Vater) zum Vorscheiu kommt oder gerichtlich für todt erklärt wird. Das Gesetz findet auch auf die Witwen und Waisen der beim Allerhöchsten Hofstaate activ augcstellteu Ofsiciere uud Mauuschaft des Heeres, der Kriegsmarine uud der Laudwehr, fowie auf die Witweu uud Waisen der zum Stande der Leibgarden, der Militär-Abtheilnngen der Gestütsbvanche, der lungen in Lemlierg und Krakall und des Militär-Wachcorps für die k. k. Civilgerichte iu Wien eingereihten Ofsiciere nnd Mannschaft Anwendung. Die Officierswitwen erhalten eine nach der Raugs-clasfe des verstorbeneu Gatten in den nachfolgenden Abstufuugen festgesetzte Pension: bei der 12. Rangsclasse (Reserve - Seecadcteu) 200 fl. jährlich, bei der 11. 250 fl., bei der 10. 800 fl.. bei der !). 350 fl., bei der 8. 400 fl.. bei der 7. 450 fl.. bei der 6. 600 fl., bei der 5. 800 fl., bei der 4. 1200 fl., bei der 8teu 1600 fl. und bei der 2. und 1. Rangsclasfe 2000 fl. jährlich. Die Officierswaifen erhalten als jährlichen Er-ziehungsbeitrag nach eiuem iu der 12. Naugsclasse stehenden Rescrve-Seecadeten 40 fl., nach einem Ossi-cier der 11. Rangsclasfe 50 fl.. der 10. 60 fl., der 9. 70 fl., der 8. und 7. 80 fl.. der 6. 100 fl., der 5. 150 fl., der 4. und 3. 200 fl., der 2. und 1. 250 fl. Der Betrag der den Mannschafts-Witwen mit Rücksicht auf die von dem Gatten zur Zeit seines Ablebens bekleidete wirkliche Charge gebürenden Iahrcs-penfion wird folgendermaßen festgesetzt: für die Witwe eines Infanteristen oder Gleichgestellten 24 fl.. euies Gefreiten 32 fl., eines Corporals 40 fl., eines Ms-führers 48 fl., eines Feldwebels 60 fl.. eines Fw-web^ls oder Gleichgestellten, welche in einem den betrag von 35 kr. übersteigenden täglichen LöhllM'gS-beüige standen, 80 fl.. für die Witwe eines OlM-Bootsmauues oder Gleichgestellten der Kriegsmanne 100 fl.. für die Witwe eiues Cadeten 100 fl. 6" Witwen der Unterofficiere und sonstigen MalmscM des Landsturmes wird die Pension ebenfalls nach ocr von dem verstorbenen Gatte», im Landsturmkorper wirklich bekleideten Charge bemesfen. Das Ansmaß des'Erziehuugsbeitrages für em Mannschaftswaise wird mit 24 ft. jährlich fe^M doch darf die Summe der Erziehnngsbeiträge und M Witweupension deu Betrag von 180 fl. jährlich "iG übersteigen. Träte dieser Fall ein. so ist für die DaM desselben bloß die Differenz zwischen der WituienM sion uud dem Betrage von 180 fl. als Erziehung beitrag für alle Waisen zu bemessen und delljelben z» gleichen Theilen auzuweisen. Politische Uebersicht. (Kaiserliches Handschreiben an Erzherzog Albrecht.) An anderer Stelle veröfsw-lichen wir ein kaiserliches Handschreiben an Se. k. lU k. Hoheit Erzherzug Albrecht. Die Worte Sr. MB" dcs Kaisers und Obersten Kriegsherrn zollen die HM Anerkennung deu Verdiensten, die sich der ErzherM Feldmarschall dnrch die mühevolle InfpicierunMe^ im Occnpationsgebiete neuerdings um unser H^r würben. Das ganze Reich kennt die uie ruhende l)U' sorge, deu selbstlose» Eifer Sr. k. nnd t. Hoheit M o" Ausübung feiner hohen Pflichten, dem der Mo'"^ hellte in fo erhebenden Worten Seinen Dank Z" ^ Die Armee darf aber auch mit gerechtem Stolze u innerer Befriedigung die Anerkennung entgegeum'W ' die von der Höhe dcs Thrones herab dem aus "' § Ganeu Oesterreich-Ungarns zusammengesetzten ^^ ^^ und dem in demselben Geiste wie dieses uiim'» Gesammthcere gespendet wird. Die Inspicicr»»si . Bosnien uud der Hercegovina hat die glänzenden l) dcnsthaten der Armee im Occnpationsgebietc iu 'y . vollen Größe gezeigt. Wer das 15. Corps "l p> Arbeit, in der Erfüllung seiner Mission beM" ' wer den vortrefflichen Geist, die volle H'"^"ch au feine schweren Aufgaben erkauut hat, der ka»" ^ der gesammten Armee, welche im Occupations^ repräfeutiert ist, herzliche und daukbare Wiirdlg uicht versagen. ^,- (Parlamentarisches.) Das Abgcord'tt^ haus trat vorgestern iu die Verhandlung "ber , Zolltarif ein. Tie Generaldebatte wird in der he"'^ Sitznng jedenfalls zu Eude geführt werdcu, w"'^!^ das Hails bis zum Mittwoch vertagen wird. Am.^ ^, woch soll die Specialdebatte über den Zo^)' ^ ginnen uud, weuu möglich, bis zum Schluil ^, nächsten Woche durchgeführt, eventuell bis DicnsW^ der zweituächsten Woche verlängert werden. ^.M-Verhandlung des Zolltarifs soll eine Reihe von ^ '^ entwürfen eingefchoben werden, dereu Erledige 9 ^ Pfingsten von zahlreichen Abgeordneten dringe' wünscht wird. 's He" (Die Zolldebatte im nngar« "^ Unterhanse.) Das ungarische Unterhaus '^,f vorgestern die Generaldebatte des Zolltarifs, ____ Fluges, durch entwickeltes Orientieruugsgefühl und die Anhänglichkeit an ihr Heim. Die Schnelligkeit hängt von der Länge und Muskelkraft ihrer Flügel ab und beträgt dnrchschnittlich ein Kilometer per Minnte bei güustigem Wetter und bekanntem Terrain. Die Orien-tieruugsgabe der Brieftaube ist ein uuerfurfchbares Geschenk der Natur. Angestellte Proben ergaben das Resultat, dass die Brieftauben eiucs belgifcheu Vereins in 17 Tagen die Strecke vou Rom nach Lüttich durchflogen Cariers Taubeu legteu die Strecke vou 300 km von Moulin nach Paris iu drei Stuudcu zurück. Die «raft, welche die Taube uach der je schnelleren Erreichung ihres Heims trägt, ist der geheimuisvolle, von der Mutter Natur jedem lebeudeu Wesen eingegebene Drang nach der heimatlichen Scholle, welche' sich in dem Vogel ,m Käsige ebenso regt wie in dem Men-chen. der welt von s^r Heimat weilt; sie ist jenes schmerzliche Geftchl w,^ ^ ^ ^ ^ empfundenen Gedichte verdaukeu; jener Schmer! welchen Lenau auf dem Straude des stillen Oceans empfaud und m den Worten: «Mir wähnt, ich höre rauschen dein heilig Eicbeulaub. Ausdruck verlieh Die Sehnsucht nach der Heimat ist es, die auch der Brie < tanbe die Kraft leiht, weite Strecken uubekauuten Lau-des im schnellen Fluge zurückzulegeu. Was die Abrichtuug der Brieftaube betrifft, kaun hier in kurzem erwähut werden, dafs die jungen Tauben im vierten oder fünfteu Monate iu einem Korbe an das ruhige Sitze» gewöhut uud uach kurzer Zeit zum Fluge probiert werden. Man wählt zuerst kurze, daun fuccefsiue immer längere Strecken in entsprechenden, der Erholung der Taube gewidmeten Intervallen. Bei größeren Strecken ist dann zu bemerken, welche Tauben einen entwickelten Orientierungssinn besitzen und infolge dessen mit Sicherheit nnd Schnelligkeit heimkehren. Alls dem ganzen Schwärm ist die ältere, geübtere, zuversichtlichere Taube sofort zu erkeuueu; sie wählt unverzüglich uach ihrer Loslaffuug die richtige Richtung uud strebt ihrem Ziele sicher zu. Solche Tauben sind als Führer der übrigen von unschätzbarem Werte. Ein derartiger Führer versteht es, die feiner Leitung anvertrauten jüugeren Genossen, die sich etwa verlaufe» haben, zu sammeln uud mit ihuen vereint der Heimat zuzustreben. Jüngere Tanben werden dadnrch geübt uud briugen es mit der Zeit zu der Fähigkeit des Führers. Man versuchte den regelmäßigen Taubenverkehr zwischen zwei Städten dadnrch herzustellen, dass man den Taubell iu jeder der beideu Städte gauz gleichförmige Taubeuschläge errichtete, den eiueu jedoch nur mit Speise, den anderen nur mit Traut versah. Die Taubeu fanden hier Speife, dort Trank — der regelmäßige Verkehr wäre hergestellt gewcseu, weun die innere Triebkraft der Taube die Nahrungsforge uud nicht der edlere Drang nach der Heimat, nach ihrer Heimat, wäre. Die Verwendung der Brieftanben ist heute nicht bloß eitler Sport, sondern hat praktischen Wert und ist allgemein bekannt. E. Pichler. (Nachdruck «"b" ^ Das Opfer der Liebe. Roman von Max von Weißettthur»». t29. Fortsetzung.) ,, Selbst als Sir Henry ihre kleinen Hände z,,^ schen die seinen nahm. geschah dies in so za"'' hjese sichtsvoller Weise, dass sie nnmöglich slch/",,^ anscheinende Vertraulichkeit verletzt fühlen lo"" ' ^ «ol Erst als die Wirtin eintrat uud den ^. ^e" Beatrice niederstellte. gab er die Hände oeo ^,,, Mädchens frei, und die'brave Frau uuterhlel 1 ^, unten im Hausflur damit, den Mägden zns ^ mit welch zarter Sorgfalt der vornehme yr Frau nmgebe. <,.^ sie ^ «Wer ist denn Ihr Gebieter?- ""dett ^^„s an Villars, der eben im Rahmen des Emsau erschien. „, ontaeg^l «Sir Henry Carr aus Maxwell!» eM.' ""'"'.Dach.« ich .« d°ch, Ist er ,ch°n <"« " heiratet?» «Nein, erst seit kurzem!» ... ,„gethl"' «Der Baron scheint seiner Gemahlin schr z zn sein», meinte die Wirtin. ^radez" ""' «Zugethau? Er betet den Noden ge" welchen sie betritt.» ., . ^ Mann, " Ein' hochgewachsener, bleicher M r M .„.^ von der Straße unter das Emfahrtsthor lra, brach das Gefpräch. Lailmcher Zeitung Nr. 132 1101 11. Juni 1886. ".er Handelsminister für die unveränderte Annahme Mm. ^ (Kroatien.) Mit der Durchführung der ncnen ."lganisation der Landcsverwaltung Kroatiens wnrde >^'ben begonnen. Das Amtsblatt veröffentlicht den Con-?"s zur Besctzuug der Beamtenstellcn. Der Termin !!, kurz angesetzt, nämlich auf den 20. Inni. Das Elaborat, betreffend die Tcrriturial-Eintheiluug, wnrde "km 1-j. Corpscouilnandu sowie dem Landesvcrtheidi-^lNgs-MinisterilMl znr Einsichtnahme wegen Einthei-liilli der Ergänznngscadrcs nnterbrcitet. Demnächst er-^t die Ernennung der Ober- sowie der Viccgcspanc. . (In der französischen Abgeord il eten-lam mer) begann gestern die Debatte über die Ver-uaimung der Prinzen. Der in der Kammer verlesene Gericht der Ansschnssmehrheit, welcher die Nothwendigst betont, oic Prinzenfrage ein- für allemal zu lösen, M)rr die Vlnswcisnng aller Prinzen ohne Ausnahme ^»traqt, erwähnt auch, dass Broussc einen Gegen-3!'lwg einbringen wird. Dieser Gegenantrag hat vier paragraphs: Im tz 1 wird allen Chefs der Familien, "le einst in Frankreich regiert hatten, und ihrer Primo-Mltur der Aufenthalt in Frankreich verboten. 8 2 er-"Otigt die Regierung, andere Mitglieder dieser Fa-'u icn durch Dccret auszuweisen. H ^j seht die Strafen 2 die Wiederkehr fest nnd t? 4 bestimmt, dass alle Mitglieder von Familien, die einst in Frankreich regiert ""ltm, auch wenn sie in Frankreich bleiben dürfen, "!' jedem öffentlichen Amte ansgeschlossen nnd nicht Mbar sein sollen. Der Commissiunsbcricht bemerkt !^ler, dass die Commission die Frage der Confiscation .?. Vermögens als nicht zur Answcisungsfragc ge-AUg beseitigt nnd sich damit nicht befasst habe. Die Merung wird sich für den Antrag Vruusse ans-'plechen. ^ (Die Krise in Vaiern.) Den «Nenesten .^chrichtcn» znfolgc wird der baicrische Landtag nn- 'Melbar nach Pfingsten einberufen. Die Coufcreuzcu /'^ Diinisterinms mit dein Prinzen Lnitpold dancrn ^---Dem «Frcmdeublatt» znfolgc begaben sich vor- '!,k"l nachmittags mehrere Minister, der Oberststall- ? er Graf Holnstein und der Obersthofiuarschall h,,'ikn im Namen des Gesammtministcriums znm ^''ge. Uni dessen Unterschrift zu einer nothwendig ödenden Staatsaction zu erbitten. ,, ., (Engla n d) Alls London wird telegraphisch ge-',7t. der Ministerratli habe die Auflösung dcsParla-^uts beschlösse,,, da eine Demission des Cabinets bei ^ ^"lammensctzung der siegreichen Opposition aus so ^Mlrden gearteten Gruppen die Lage nicht klären ss. leine ersprießliche Wendung herbeiführen könnte. "'" amtliche Bestätigung dieser Mittheilung fehlt noch; ^'." lennt die Ansichten der Königin, die durch ihren Mvatsecretär Pousuby nnter anderen auch Lord Har-,'Von sondieren ließ. noch nicht. Gladstone sott noch ',z vor der Abstimmung an die Möglichkeit eines d eges geglaubt haben, in der Meinung,' die disscntie-'enden Liberalen und Nadiealcn würden nicht in so «wßcr Zahl gegen lhn stimmen. dert unberechenbare Wähler, welche sich bald „ach rechts, bald nach links schlagen. Diesmal waren in der flandrischen Fabriksstadt anßer den gewöhnlichen Gesichtspunkten andere maßgebend, hauptsächlich die Frage der Schutzzölle auf die Roh- nnd Halbrohstoffe der Weberei nnd Spinnerei. Während die liberalen Bewerber sich in gleichem Maße zwischen Schichzöllncr lind Freihändler theilen, treten die acht Conservative» entschlossen für die Schutzzölle ein, lind obendrein noch für die Getreide- nnd Viehzölle, welche die Confcrvativen hener überall vorschlagen, wo sie der bäuerlichen Wähler gegen die städtischen bedürfen. TMsncuiglcitcn. — (Der Impfzwang in der Armee.) Die «Armee-Zeitung» hatte vor kurzem gemeldet, dass das k. t. Reichs - Kriegsministerinm im Vcrordmmgswege den Impfzwang in der Armee eingeführt hat. Die bezügliche Verordnung enthält folgende wesentliche Punkte: 1.) Alle im Präsenzdicnste stehenden Personen des Heeres unterliegen dem Impfzwang. 2.) Icue Personen, die mit ihrem Eintritt in das k. k. Herr in eine Rangsclasse eingereiht werden oder im Gagcbczugc stehen, sind verpflichtet, falls sie noch nicht geimpft sind, sich impfen zu lassen. 3.) Sämmtliche Rekruten sind sofort nach ihrem Einrücken zu impfen, beziehungsweise wieder zu impfen. Jene Mannschaft, welche über die gesetzliche Linien-Dienstzeit präfent bleibt, ist erneuert zu impfen, wcnu feit ihrer letzten Impfung oder Wiederimpfung uiehr als fünf Jahre verflossen find. 4)Auch vou denOsficicreu, Beamten lc. des stehenden Heeres wird erwartet, dass sie sich zur Wahrung gegen Blattcrn-Iufcctiou uach augemesscucu Zeiträumen der Ncvaccinaliou unterziehen, da die zeitweilige Wiederholung dieser Schutzmaßnahme uolhig ist. 5.) Diese Bestimmungen fiudcu auch für die Zöglinge der Militär-Erzichuugs- uud Bildungsaustallen^ dam, fur die Fre-quentantcn der Cadetten schule volle Anwendung. 6.) Zur Impfung uud Wiederimpfung ist, soweit uur thunlich, animalcr Impfstoff zu verwenden. — Im Sinne dieser Verordnung werden mm sämmtliche Soldaten unserer Armee in längstcus drei Iahreu, wie dies iu der deutschen Armee bereits der Fall ist, der Revacciuation unterzöge» senl. Das Hauptverdienst au dieser zeitgemäßen Verfügung gcbürt der ^mtmtive des Kronprinzen Rudolf, welcher schon im vcrflosseuen Jahre sämmtliche Truppen der ihm uulcrstehcudcu 25. Iufautcric-Truppcndivisiou der Wiederimpfung unterziehe,, ließ. — (Die goldeuc Nose.) Der jeweilige Papst verleiht vou Jahr zu Jahr die goldene Rose an eine Souverän,',,, die sich besondere Vcrdicustc um die katholische Kirche erworbeu hat. Papst Leo XIII. verleiht sie diesmal der Königin von Spanien; ein päpstlicher Legat wird ihr die geweihte Rose au den Pfingstfeiertagen überreiche,,. — (Affeu als Pianisten.) Eine entsetzliche Kunde ist über dcu Ocean zu uns herübergedruugen. Ein bekannter, zum Glücke aber ungenannter amerikanischer Gelehrter hat in einem Affen musikalisches Talent entdeckt und den angebliche,, Urvater der Meuschheit zu einem perfectcn Pianisten ausgebildet. Das niedliche, vier Schuh hohe Thier erlerute in 28 Lectionen das Scalen-spielen, und heute soll Tabitha — auf diesen musikalischen Namen hört der Künstler des amerikanischen Urwaldes — die «Klosterglocken» und das «Gebet einer Jungfrau» mit bewunderungswürdiger Präcision vortragen. Was aber die Leistungen dieses merkwürdigen, von der Natur fürs Clavicrspicl hervorragend prädestinierten Piano-Affen hoch über diejenigen anderer sterblicher Wesen erhebt, ist der Umstand, dass dieser Clavicrlünstler alles — vierhändig spielt — seine Mittel erlauben ihm das. Immerhin winken uns bei der voraussichtlich fortschreitenden Civilisierung der Orang-Utangs uud Schimpansen die schönsten Aussichten. Die Affeu haben bekanntlich ein zäheres Leben als die Menfchen, fie können daher länger Clavier spielen, als die Menschen ihnen zuhören. — (Amerikanischer Trau erstil.) Ein amerikanisches Blatt veröffentlicht folgende «Trauer-auzeige» : «Freunden und Bekaunteu die Anzeige, dass mir gestern meine geliebte Frau im selben Augenblicke entrisse,, wurde, als sie mich durch die Geburt eines munteren Knaben erfreute, zu dessen Wartung ich eine kräftige Amme suche, bis es mir gelingt, eine liebenswürdige, vermögende Dame als Lebensgefährtin wiederzufinden, die befähigt ist, meinem gut reuommierten Weiß-warcngeschäfte, in dem alle Bestellungen biunen zwölf Stunde,, auf das billigste ausgeführt werden, vorläufig vorzustehen, da ich das Engagement einer tüchtigen Direc-trice mit 200 Dollars Iahresgehalt erst beabsichtige, wenn der augenblicklich !l Wut pnx statthabende Ausverkauf beendet und mein Gefchäft am 1. August nach der .t-Straße Nr. II verlegt sein wird, wo ich noch ciue Etage für 500 Dollars abzulassen habe.» Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Landes-Irren anstatt.) Wir wir von gnt unterrichteter Seite erfahren, hat sich der krainische Landcsausschuss an die Direction der böhmischen Landes-Irrcuaustalt mit dem Ersuchen geweudet, ihm den Speisezettel als anch die Meuge der an die Irrenkranken verabreichten Speisen mitzutheilen, nachdem die Kost in den Landes - Irrenanstalten von Böhme» per Kopf uud Tag auf 22,15 tr., während solche in der krainischen Landes-Irrenaustalt auf 32 kr. zu stehen kommt. Wir siud wohl überzeugt, dass die Direction genaue Angaben geben wird, welche die Einführung der Beköstigung nach den, böhmischen Muster ermöglichen werden, sind jedoch der Ansicht, dass es vielleicht vorthcilhafter wäre, wenn der lobt. krainischc Landcsausschuss an den böhmischen sich mit der Bitte wendcu würde, derselbe möge eiueu vou den Beamten, welcher die Bctöstiguug in Kosmanos in eigener Regie praktisch mitgemacht hat, auf kurze Zeit hicher entsenden, damit er an Ort und Stelle die nöthigen Verfügungen treffe, die sich als nnausweichlich herausstellen, damit unsere Laudes-Irrenanstalt nach dem Muster der böhmischen eiugerichtet uud hiedurch ein beträchtlicher Betrag jährlich erspart werde. — (Von der Straße.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Ich bitte um gefällige Aufnahme nachstehender Zeile», um damit vielleicht doch die Abstellung eines Ucbclstandcs zu erreiche», der mich und jeden, der es l,,. Mit den klaren blauen Augen forschend um sich 'uend, schritt er direct auf die'Wirtin zu. 5 'Ich bitte um Entschuldigung», sprach er, den '""t lüftend, «ich sollte eine Dame hier treffen nnd —» W 'Sie sind Herr Ross?» schütt Villars ihm die ^Nerrcde ab. t°„. 'Ja!» entgeqnete der junge Mann zögernd, wäh-Nl..." "isstrauisch das ihm fremde Antlitz des Kam-"dieners „msterte, i». 'Sie sollten mit dem Frciherrn nnd Lady Carr l^Mchhof «Z,„n Mondfchein» zusammentreffend e^ Mars fort. «Es ist alles in Ordnung», fügte be. .'tig l" leiserem Tone hinzu, als er bemerkte, wie lounge Mann mit dem Ausdruck höchster Ucber->l^""l1 ihn anstarrte. .Kommen Sie nnr. ich werde tric/llanbm, Ihnen den Weg zn zeigen. Lady Bca-' die Gemahlin meines Gebieters, erwartet Sie!» Mit eigener Hand geopfert. k>c° Ehrend die Wirtin mit Villars sich über Bea-besalz^b den Freiherru im Gespräch angelegentlich l>»<«e,, ^' litt das juuge Mädchen innerlich Todes- zeh^menlose Angst um dcu thenren Brnoer ver-^n.'is ' "bschon sie sich alle Mühe gab, Slr Henry ^>> der - ^'" A"Mn einer Nuhe aufrechtzuerhalten, Alz ^ Herz nichts wusste. °N)ub in ber Thee ins Hmmcr gebracht worden war, ^ -Patrice sich. um denselben einzuschenken; s,e '"H b^^ s" erschöpft, dass der Freiherr sich anbot, '"" Kräften den Mundschenk spielen zn wollen., Ohne ein Wort der Erwiderung sank Beatrice in dcu Fauteml zurück. Ihr Blick irrte durch das Gemach, in dem sie sich bcfaud. Es war ciu großer Raun, mit tiefen Fenster-uischcn uud altmodischer Eiurichtuug; den Boden bedeckte ciu Teppich, au den Wänden hicngen in schweren Holzrahmen alte, wertvolle Stahlstiche. Inzwischen hatte Sir Henry den Thee eingeschenkt uud credcuzte ihr mm denselben. «Sie sollen dies trinken!» sprach er mit sanft überredenden, Tone. «Sie wissen, dass Sie mir gehorchen müssen; es ist die Mission der Frau, dem Eheherru stets Unterthan zn sein. Ist Ihnen das Gebräu so recht?» «Gauz recht; ich wusste nicht, dass Sie sich so vortrefflich zum Muudscheuk eigueu!» «Ich habe meine Fähigkeiten für diefes Amt niemals zuvor zu erproben getrachtet», erwiderte Sir Henry, uud die vielleicht halb uubewusste Zärtlichkeit, welche iu dem Tonfall seiner Stimme lag, trieb ihr das Blut iu die Waugeu. Die peinliche Lage, in welcher Beatrice sich be« fand, wurde ihr vou Miuute zu Miuute nncrträglichcr. Hätte sie in Sir Henry Carr nur Hugo's Freund sehen tönncu, der auch ihr bereitwillig beistand, so würde die ganze Angelegenheit sich wesentlich vereinfacht haben; aber sie wusste, dass er eine lcidenfchaft-lichc, heiße Liebe zn ihr im Herzen trug, uud obschon er versprochen hatte, dieselbe zn beherrschen, so verrieth doch jeder Blick seiner Angen, jedes Wort, das über seine Lippen kam, schon durch dcu schmerzlich bebenden Ton, wie schwer, ja wie unmöglich ihm die Bekämpfung seiner Gefühle für sie ward. Das junge Mädchen lebte in der steten Angst, dass ihre Angehörigen dnrch irgend einen Zufall die Wahrheit erfahren könnten. Wenn Sir Richard oder die Tante von der Spazierfahrt mit dem Freiherrn hören sollten, wie sollte sie die Vorwürfe entgegennehmen, mit denen mau sie zweifelsohne zu überhäufen für nothwendig befinden würde? Wortlos, mit namenloser Selbstüberwindung gelang es ihr, einige Tropfen des wärmenden Trankes über die Liftpcu zu bringen. Der Freiherr, welcher sie mit besorgter Miene beobachtet hatte, erhob sich endlich, um ihr die Schale wieder aus der Hand zu nehmen. Sie wollte ihm danken, doch entrang sich kein Laut ihrer geprcssten Brust, und als er ihre bebenden Lippen, ihre thrä'nen-vollcn Augen sah, da durchzuckte ihn Plötzlich Reue über den schmählichen Verrath, den zu begehen er im Begriffe stand. Doch nur von kurzer Daner war diese bessere Regnng. Welch grausamen Missbrauch trieb er mit dem Vertrauen, welches das einfame Mädchen iu ihn setzte! Doch jetzt war eK zn spät. zurückzutreten; selbst wenn seine Liebe und die heiße Lcioeuschaft, welche ihn verzehrte, ihn nicht veranlasst hätte, um jeden Preis vorwärts zn gehen auf der abfchüssigeu Bahu, er hätte nicht mehr zurück köuueu. (Fortsetzung folgt.) «ailmcher Zeitung Nr. 132 1102 11. Juni ltt":. mit anficht, geradezu entrüsten muss. Einer der anziehendsten Punkte unserer Landeshauptstadt ist unstreitig die Lattermannsallee. Sollte man glauben, dass jemand auf die Idee kommen könnte, unmittelbar neben dieser, in nächster Nähe des fashionable« Stadtviertels, des Garnisonsspitales und einer so volksreichen Kaserne, wie das Coliseum, einen Misthaufen in großem Stile anzulegen?! Man beliebe nur den Verbindungsweg zwischen Lattermannsallee und Coliseum einzuschlagen und sich zu überzeugen, welche Düfte bei trockenem, heißen Wetter fich dort entwickeln und wie bei Regen dortfelbst die schönsten Pfützen von Jauche :c. fich rund herum ausdehnen. Und diese Anlage wird seit bereits zwei Jahren geduldet! Während gegen die Grundbesitzer auf dem Lande vor nicht langer Zeit die Verordnung ergieng, die für sie gewiss nothwendigeren Misthaufen und Dünger-statten aus der Nähe der Ortschaften zu verbaunen, macht man in der Stadt Laibach keine Anstalten, um diesen Uebelstand zu beseitigen. Vielleicht gelingt es, auf diesem Wege, die berufenen Organe zur Abhilfe zu veranlassen. — (Personalnachrichten.) Herr Bürgermeister Grasselli hat sich gestern vormittags mittelst Eilzug nach Wien begeben, um Sr. Excellenz dem Herrn Ministerpräsidenten Grafen Taaffe das Memorandum des Laibacher Gemeinderathes zu überreichen. — Herr Oberstaatsanwalt Dr. Leitmaier hat eine Inspections-reise angetreten, um die Strafanstalten in Steiermark, Kärnten und Krain zu inspicieren. — (Ermordung eines Missionärs.) Ueber die von uns bereits gemeldete Ermordung des Missionärs Valentin Lah bringt die «Danica» folgende Details: Aus Bosnisch-Dubica kommt die entsetzliche Nachricht, dass in der Nacht vom 24. auf den 25, Mai fünf Räuber, Serben und Türken, den opfermuthigen Missionär Valentin Lah, der tagszuvor 100 fl. per Post erhalten hatte, grausamst ermordeten. Sie erbrachen das Hinterthor des Hauses, geboten den erschreckten Hausleuten unter Androhung schneller Ermordung absolutes Schweigen und nöthigten den Messnertoch, ihnen zu leuchten zum Zimmer des Priesters, wo sie riefen: «Aufmachen! Gendarmen sind da!» Als der Missionar die Thüre öffnete, forderten sie Geld von ihm. Auf seine Entgegnung, dafs er niemandem etwas schulde und kein Geld für sie habe, setzten sie ihm das Gewehr an die Brust, ihre Forderung erneuernd; da er bei seiner Weigerung blieb, fiel er getroffen vom Schusse aufs Bett, konnte sich jedoch noch erheben, die Mörder von sich stoßend, unterstützt dabei vom Messner. Da aber diesem im Handgemenge das Licht erlosch, entsprang er durch ein Fenster, um Gen> darmen zu holen. Als diese kamen, waren die Mörder bis auf einen entlaufen, der sagte, dass er nicht zu entfliehen vermochte. Vielleicht stöberte er zu lange nach Geld. Er war ein Serbe, bewaffnet mit Handschar und Gewehr. Die Leiche fand man in einer Kammer, am Kopfe und Händen vielfach durchstochen und zerschnitten, mit drei Kugeln in der Brust und das Herz unverletzt. Der Missionär war, hochbegeistert von heiligem Seeleneifer und glühender Nächstenliebe, aus Krain vor fünf Jahren dahin gekommen, wo er vorerst in Maglaj, dann Aanja-luka und zuletzt in Dubica segensreich wirkte. Die Katholiken sind trostlos über den Verlust dieses edlen Mannes, der so gerne mit Rath und That half, den sie für unersetzlich halten. — (Zehn Gebote fürBadende und Schwimmer.) Diese zehn Gebote lauten also: 1.) Bei heftigen Gemüthsbewegungen bade nicht! 2.) Bei plötzlich eintretendem Unwohlsein oder dauerndem Uebelbeftndcn bade nicht! 3.) Nach durchwachten Nächten und übermäßigen Anstrengungen bade nicht, bevor du nicht einige Stunden geruht hast! 4.) Nach reichlichem Gcnuss von Speisen und besonders von geistigen Getränken bade nicht! 5.)Den Weg zur Nade-Anstalt lege in mäßigem Tempo zurück! 6.) Bei der Ankunft erkundige dich nach der Tiefe und der Strömung des Wassers! 7.) Entkleide dich langsam, gehe dann aber sofort ins Wasser! 8.) Springe mit dem Kopf voran ins Wasser oder tauche wenigstens schnell unter, wenn du das erste nicht kannst oder magst! 9.) Bleibe nicht zu lange im Wasser, zumal wenn du mcht sehr kräftig bist! 10.) Nach dem Bade reibe den Körper zur Beförderung des Vlutmnlaufes, kleide dich rasch an und mache dir eine mäßige Bewegung! — Der Verem fur öffentliche Gesundheitspflege begleitet diese zehn Gebote m.t folgenden Bemerkungen: Baden und Schwimmen kräftigt den Gesunden, stärkt die Brust und die Lungen, heut Blutarmut und Schwäche der Nerven öffnet die Poren befördert das Wachsthum, trägt zur Erziclnng eines schönen Körperbaues bei. Das Schwimmen ist niemals schädlich; es gibt in der Stunde der Gefahr Muth und Entschlossenheit und bietet die Kraft anderen Rettung und Hilfe zu bringen. Baden und Schwimmen ist nicht nur bei heißem, sondern auch bei kühlem Wetter nützlich und Heilsani für Körper und Geist, wenn obige Vorschriften beherzigt werden. Einem Ertrinkenden komme man möglichst in den Rücken und treibe ihn durch Stöße vor sich her. Das Wasser dringt nicht in die Lunge ein. Ertrunkene lege man flach auf die Erde und suche durch sanftes Reiben die Athmung wieder herzustellet«. — (Aus Trieft) wird telegraphisch gemeldet: Nach den übereinstimmenden Gutachten des Stadtphysicus Dr. Giaxa, des Anatomen Dr. Pertot und des Leiters des Choleraspitals, Dr. Lustig, ist der Matrose Maletich an asiatischer Cholera gestorben. Die Bevölkerung ist aber nicht beunruhigt, da die sanitären Maßregeln und die Energie der competenten Organe einen günstigen Eindruck machen. — Aus Maniago im Udincsischen werden drei Cholerafälle gemeldet. — (Unbestellbare Briefe.) Seit 10. Juni erliegen bei dem hiesigen k. k. Stadtpustamte nachstehende unanbringlichc Nriefpostsendungcn, über welche die Aufgeber verfügen wollen, und zwar: Hans Roger in Trieft; Fürst Auersperg Carlos in Wlaschim; Binder Vasilio in Trieft; Holz in Görz; Kette Maria in Trieft; Knndare Maria in Trieft; Lenar Barbara in Linz; Micheuz Gio-vanna in Trieft; Ojstersek Fr. in Grab; Sardoc Philo-mena in Trieft; Stanic Domenico in Trieft; Tursic Katharina in Rakek; Thury H Anwy in Zürich; Agon Pe-pina in Trieft; Blum in Wien; v. Grois Bertha in Graz; Sassenberk Maria in Graz; Franco Vufna in Verdo; Magdl. Strobl in Eckforst; Fischer Ferdinand in Laibach; Kogej Iosefine in Idria; Kobe Michael in Obcrlaurin-gen; Knauz Mimi in Wien; Visentin Lnigi in Nonchi; Cunder Franz in Peggau; Svetek Mina in Trieft; Snoj Olga in Pola; H. B. in Wien (Wicden); Hudrisch Anna in Trieft; Gacnit Franz in Agram; Lah Valentin in Dubica; Paugerc Josef in Trieft; Prelogar Johann in Trifail; Pintar Peter in Trieft; Pottschach Katharina in Wien (Iosefstadt); Lorenz Camernik in Laibach; Dangl in Cilli; Hejzay Josef in Cernnce; Ilycu W. in Belgrad; Lapajne Polde in Idria; Mahler Franz in Agram; Ockerse in Amersfort; Schtrobel Magd. in Hermagor; Er-beznit Johann in Sissck; Graf Koluurat Philipp in Wien; Burger Iosefa in St. Martin bei Littai; Iahn, Stations-chcf in Wien; Kozuh Agnes in Trieft; Maurer Iosesine in Mödling; Pciuitsch Agnes in Trieft uud Pasquazzo Battista in Klagenfurt. Aunst und Aitevatnr. — (Aus unseren Sommerfrischen. Ein Sliz-zenbuch von Amand Freih. v. S ch w e i g er-Ler ch en f c ld. Mit 12 Illustrationen von I. I. K irchiic r.) Alljährlich mit Beginn der Reisssaison gelangen unzählige Neisebehclfc, illustrierte Führer, dickleibige Tonristenbücher und sogenannte «Special-Führer» für einzelne Alpenstriche auf den Büchermarkt Einen höheren geistigen Standpunkt nehmen selbstverständlich alle diese litcrarischen Behelfe, welche vorwiegend dein praktischen Vcdürs-nisse dienen, nicht ein. Anders ist es mit dem in Hartlcbens Verlag soeben erschienenen Buche «Ans unseren Sommerfrischen» von Amand u. Schweiger-Lcrchenfeld bchcllt, welches das Som-mcrfrischenwcscn vom Standpunkte des reinen geistigen, beziehungsweise ästhetischen Genusses behandelt, alle Erscheinungen einem weiten Gesichtskreise unterzieht nud sich vorwiegend an den gebildeten Leser wendet, dem das Leben in den Bergen, in der Einsamkeit seines Sommerheims mehr als müßiger Zeitvertreib ist. Es ist unnütz, den Vorgang des Antors hier mit wenigen Worten zu kennzeichnen. Der Leser nehme das Buch zur Hand und überzcnge sich persönlich davon, wie reiches Wissen, Geistes uud Herzensbildung, Verknüpfung von realen nnd idealen Dingen den an sich anspruchslosen Gegenstand einer Alpenwanderung oder eines Verweilcns an ciudrnclsreichen Ocrtlichkeiten geistig vertiefen, den Genuss au solchem Zeitverlrribc veredeln können. Das Buch, gedankenreich uud von fascinierender Darstellungs-traft, umfasst nnr einen Theil des Alpenlandes: das Salzlam-mergnt, Obersteiermarl, einige Oertlichtriten in Niederösterrcich und Kärntcu. Mehrere Abschnitte erstrecken sich übrigens über das gauze östliche Alpeugebiet und euthalteu wertvolle Wiutc. wie der gebildete Sommcrreiseudc seiue Aufgabe anzupackeu habe. Zwölf prächtige Illustrationen des Landschaftsmalers I. I, Kirchner schmücken das liebliche Vnch, dessen Aeufteres schon durch den prächtigen Farbendruclumschlag besticht. Es möge sich keiu Som< merfrischlcr dieser prickelnden und geistig anregenden Lecture cnt-schlage»! — Preis A st. 30 kr. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Wien, 10. Juni. (Abgeordnetenhaus.) Abg. Dr. Kronawetter beantragte die Einsetzung eines Ausschusses zur Untersuchung der Handhabung des Vereinsgesetzes gegenüber den Arbeitern. — Das Gesetz über die zollfreie Maiseinfuhr aus Bulgarien nnd Serbien wurde angenommen. — Das Anarchistengeseh wurde in dritter! Lesnng mit 186 gegen 46 Stimmen angenommen. Budapest, 10. Juni. Die Ober-Stadthanptmann-schaft erließ einen Aufruf an die Mühlen- und Fabrils-besiher, in welchem dieselben ersucht werden, ihre Arbeiter aufzufordern, sich von den Demonstrationen fernzuhalten. München, 10. Inni. Die «Allgemeine Zeitung» vernimmt, der König sei durch von autoritärer Seite constatiertes schweres Leiden an der Ausübung der Regierung dauernd verhindert und die Uebernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold sowie die Einberufung des Landtages unmittelbar bevorstehend. München, 10. Juni. Die Bekanntmachung, die Uebernahme der Regentschaft und die Einberufnng des Landtages betreffend, lautet: .Im Namen des Königs! Unser königliches Hans nnd Baierns trenbewährtcs Volk sind durch Gottes nnerforschlichen Nathschlnss von dem erschütternden Ereignisse betroffen wurden, dafs nnser vielgeliebter Neffe, der allerdurchlauchtigste, großmächtigste König nnd Herr, Se. Majestät König Ludwig II., an einem schweren Leiden erkrankt sind. welches Aller-höchstdieselben an der Ausübnng der Regierung für längere Zeit im Sinne des Titels 2, tz H, der Ver-fassuugs-Urkunde hindert. Da Se. Majestät der KoW für diesen Fall Allerhöchstselbst weder Vorsehung getroffen halnn noch dermalen treffen können, nnd da ferner über unseren vielgeliebten Neffen, Se. königliche Hoheit den Prinzen Otto von Vaiern, ein schon länger au-danerndes Leiden verhängt ist, welches ihm die Uebernahme der Regierung unmöglich macht, so legen uns die Bestimmungen der Verfassuugs-Urkunde alö nächst-berufenem Agnatcn die tranrige Pflicht anf, die Relchs-vcrwesnng zu übernehmen!» — Es folgt nnnmehr die Einberufung des Landtages für Dienstag' den 15. Imu-Gezeichnet ist die Vekanntmachnug von Lnitpold, Punz uon Vaiern, und sämmtlichen Staatsministcrn. München, 10. Iuui. Das Gesetzblatt verkündet soeben die Uebernahme der Regentschaft dnrch Pnnz Luitpold. Die Landtags-Embernfung erfolgt sur nächsten Dienstag. München, 10. Juni. Die «Nenesten Nachrichten» bringen ein Telegramm, wornach der König, welcher gegenwärtig in Hohenschwangan residiert nnd von der Ankunft der Deputation nnd der Aerzte Kenntnis hatte, den Grafen Holnstein bei dessen Eintritte gefai'ge^ n.hmen ließ nnd die Bewachung des Schlosses dM Gendarmen anordnete. Es wird stündlich die Ordre zur Freilassung Holnsteins uud die Uebergabe des Schlosses an die Staatscommission erwartet. London, 10. Juni. Im Oberhause kündigte di Negierung an, dass die Königin in die beantrag» Parlamentsauflösung, welche nach Erledignng der pa^ lamentarischen Arbeiten erfolgen solle, willigte. Belfast, 10. Juni. Gestern abends fanden hier ernste Tumulte statt. Die von den Katholiken anM"^ feue Polizei feuerte; es gab fünf Todte und viele A"-wuudete. Belfast, 10. Iuui. Vormittags fauden kleinere Zusammenrottnngen statt; nachmittags wurde die -p ' lizei von der Volksmenge angegriffen. Beim Ersehet des herbeigerufenen Militärs zerstreute sich die PleNg' Gestern wurden 7 Personen getödtet. 16 verM"»"' wovon vier bereits erlegen sind. Wolkswirtschastliches. illudolfswcrt, 7. Juni. Die Durchschnitts'Preise ste^" sich auf dem heutigen Markte wie folgt: ll ll' ---------- "^8 Weizen per Hektoliter 7 81 Eier pr. Stück . . . "" g Korn » — — Milch pr. Liter . - - "" 48 Gerste » — — Nindsleisch pr. Kilo - "" 4s Hafer , 2 98 Kalbfleisch » ^ Halbsrucht » 6 18 Schweinefleisch » ^ Heiden » 4 88 Schöpsenfleisch » > "" gl) Hirse » 5 2l Hähndel pr. Stück - - "" A Kuluruz » 4 88 Tauben » . "" ^ Erdäpfel pr. Meter-Ctr. 2 40 Heu pr. 100 Kilo . - ^ ^ Linsen pr. Hektoliter . — — Stroh l00 » . - "" ^ Erbsen » — — Holz. hartes, pr. Cubil- ^ gb Fisolen . ---------Meter. ..." Nindöschmalz pr. Kilo — 80 Holz, weiches, pr.Cubil- ^, Schweineschmalz » — 80 Meler.....7^ 10 Speck, frisch, , — — Nein, roth., pr.Heltolit. ^ ^. Splvs, geräuchert, » — 80 Wein, wcisier, » Allgctomlllclle Fremde. "'""I""i. hath. Hotel Stadt Wie». Fischer, Kornstein, Neingrnver und'" <^ Kanflte., Wien. — Bromcisöl. Kausm., Würbcnthal. "^ich, sccuik, Domvicar, und Herz, Domherr, Marburg. ^ Zt. Besitzerin, sammt Familie, Thürl. — Knlroli, Pl"" ^,,c' A»drä. — Hcrzic, Pfarrer. Uuter.Pulslau. — H'"'' ficiat, Prttail. — Codrlli. l. l. Marinecommisscir. P""',.flc»ltt, Hotel (flcfllllt. Reif, Spediteur; sseßler und Lilles, -""'^ick Wien. — Dr. Codclli, l. l. Polizei-Arzt, sammt ssra», ^ — Schulz nud Sgciner, Private, Karlstadt. — ^"l!"''cz'lls' sender, sscldlirchen. — Icrmann, l. k. pensiomcrtcl. commissär, Rcichenbnrg, Oech^' Hotel Äaicrischcr Hof. Gch. Reisender, Württemberg. -^ ^ Bauleiter, sammt Frau, Littai. ^. O.M, (Rasthof Sildlmhnhof. Nraquet, Privatier, Frankreich. Privatirr, Cilli. Pa»!^ Sternwarte. Kalbach und Ierina, Juristen, Prag- "" Mui" Private, Rudolfswcrt. — Picel Maria, Reifmz- ^ Maria und Picel Anna, Hof. ^"^ "Mctcorollissiichc Äcobachtmlsseu m^aibaH^ Z "b D A Wind >t,H....m<., ^ 7 U. Mg. 72U.W 15.4 NW. schwach bewöltt ^ 10,2 . N. 7W.A) 20,0 SW. mäflig bewmn 9 . Ab. ?.'!1,lA 14,8 W. schwach yc"" ^ei^ Tagsüber Gewitterwolken in W.. ferner A'"' ' ^ t>e Aufheiterung. Welterleuchten in SW. Das ^U-Wärme 16,7", um 1,6° unter dem Normale.^ ^^^^ V«antwörtlicher Redacteur: I. NagUi^^-!- Farlnye seidene faille franco, S«H 8atin merveilleux, Masse, Damastc,^^ und Tassete st. 1-:j5 per Meter >,..b Stücke» »ollsrci . Muster »mgchcnb. »riefe 1°!"« (4) 14-7 1103 Course an der Wiener Börse von, 10. Juni 1886. M«»««»M.»«. «°«r«°,»«° Gelt- Wni, Einatö Nnlfhrn. tz,^'>nen »5 3l> ,..!"'""c.......85 «c. «5.«o !«!-, ^^" Elaalelosc 250 fl, I»0'.- 130 5», >»«.,' ^"^" ganze 50« „ !3>.» 20 i»l» uo <">> Slaatslole . . 100 „ ls,8 75 !l>9 25 «"»!o.Nei,l^lchci»e , . per kl. e>2------------ 'H^lft-Gol^ltNtt. steu.rsrei . l,>,»«<«< . !NiS5>N2-l« '"'» ^>,ldr«!!>e <»/„ .... >ue ,l, io« 3<, " V»pnr«„ .... !'4'75 !« !»0 « «>WN'..«Nl. 1'^oslö. W.G. !54l0>54-l»ihN'Pr!0,!!ä!l» . . 100 «0 lon-ho « ^l>>n!,2!!5<) " ,„ « „ vll» ^,, Ik?« . >2« ^5120 75 V"»-»lrg,.l!oj< 4"/» ,00 fl. . . !24 70 125- ^ ^undentl. Obligationen Mr ,uo fl U'ayrijche.......,<>«'----------- z<,°N'"rrös,«scichis L0 5:"/« Tcmese? Vanat . . . . 105 20 ine-no 5,'"" „ngalische......105.20,05«0 Nlidtie üffeutl. Nnlehe«. To»a» Nc„.»Loo7 — »lnlebe« d. Slabigcmeinde Wie» 104 70105 — Nnlehcn d, Stadissrmcinde Wie« (^ill>c, »>,b Gold) .... —'- —'»- Pr«»>icii-«»l. d, C l>,b>«em. Wic» »85 50 1ll0 — Pfandbiicfe (/,<>/<, Gold. 125-50ILN'— blv. ill 5.0 .. „ 4>/, °/° K'0 «0 '01 - tf >0j. 5'/,"/« 1<>1'- -- Ocs!,'lm>,, s'»nl veil. 5«/n . , I0i'il,ioi^5 l!r, „ 4"/„ . . !>»'!»> V l!0 »Ina, allq. Äolcncndit-Vlcllcngc!. ,„ P.sl i„ ^.1^'» vcr>,5'/2"/n >01'?5I0l!Ü5 Pri«ritätö-Ol>liliü!l U'U fi,) !al>»/»h'Ueslbcch» 1. «ilnission ,20— — — ßl>t>i»!»!l.i"!»iuldl>>,^l! in «i i!l>« >!8 80 !>!< ^0 ft,n„z^1oIl^B,..... <,y'2l> !»«?b ^'a!iz,I<^c il.n l-> ^ud!l,g« Bahn C»>. 1K«I «0U sl, ^. !>/,"/» - l«I'L510I?5 iDeslllr. No»^ncl!l'n^l! . . . ioL»o iul>>,v>....... l00'9U!01,.Änlch,z!« fl. 21— »1-K0 Qsencr ^osr 40 sl..... 48 25, <^'75 Palssy.Lose 40 fl..... 41-75 <2 25 Molhc» i!»c»z, öst.Gcs.v, ><>!>. 1» !»o i< 10 M»dols°^!osc 10 fi..... 18 50 19 — Ealm-^'ojc <0 °Vvie , . L8!<50 2«^75 Tcposttenbaxl. Allss.2uu sl. . ,»« —i!»i — lt«co,!!pl^Gej.,Nl^«.'!,l>st.,'i<,c)fl. 539—542— Hyfothelcnb., oft. ü0>, fi. ^,"/n<3. —-_____— ^'ändcib, oft. ^oasi. O.5»,,^ 0l» s!.....7H 5g" 73-75 Bcllchrebaiit, Hlll^,. I4u si. . ,zz _>i54-^ «cld Ware Nctien von Transport. Unternehmungen. (per Slücl). Nlbiecht-Vahn »on sl. Silber . —— —- — Alfolb-ftiüm.'Nahn »oa sl. Silb, ,01-50131-75 Aussig-Tcpl. «tiseild. i!«0 fl. Bobcodiicher 242 75, „ Vinz-Vudwci« 2uc» fl, . zü4^U2i5' .. Slzl',»Tir,11I. «?» ilon fl.S. 20? — 2«?-«» Fcid!»a»d«-^oidb. 1000 sl. CAi. «»85 23«!!' hran,'0osc!'Bahn 20« sl. Silber lll«'25 2>« 75 ss>lnslirchcn-^aicserliz,ttarI»Vudw!g.Ä.«0U sl. ) ltise»» bl>h»'Ocjcll>ch„,l 2«!! sl, ö. W. z<29--22»-50 L>r»d.öst.°u!!g,, Tlicst50Ufl.^M. ^i-_.5>^,_ Oeslerr. Norbwcftü. ^U0 sl, Sild, „!»-!!!>',il,I<) ^uu ,,, Silber . ,«i-25i<-..y z.^,-,« Uludols.^ahll liuu sl. Silber . 1^-75 i<,g »5 Sirbeiibürnir Oisenli. üu« fl. . li^^f.i^-zo Slaalaeiseubali!! !iuu ll. ö. W. . jlI?-—237-5<) Gelb Wn« Südbahn 200 sl. Gilb« . , ,N4 25lK5o S>!b-Nordb,.Verb.»B.»00fl.2M in5 25l'«5 7« Theiß«Bahn «no sl. ö. W, . , »54- »5:-50 Trnmway'Gls., Wr, I70fl. ö. w. «01 »l» 202-40 « Wr., neu luo fl, »07 50108 — Transport'GeseNschaft 100 fl, . »v — — — Ung.«ssali,, ikiscnb. 200 fl, Silber 179 75 1»0 «b Unss, Novbosibahn 200 fl, Silber l?8 75 177 2". Ung,Weftb.sM»ab.Gi<»z)200fl.S.i74 — I74-L5 Inbuftrle.Nctie« (per Etücl). Lgybi und Kindberg, scnbl>hnw,hg. 1, »0 sl, !0°/, 88— «0 — „^lbemilhl", Papicrf, ». V.-V. 85— «5 50 Ü)!onn-Gescll!ch., i>fterr.°<»lpi»c 2»— 234« Prag« isenj..G.. Ocst. in W. ilw sl. - - --— Trifailer K°hlenw,«Gef. 70 sl. . — — —-— Devisen. Deutsche Plätze......„1 ,^ «2-10 ko»bvn.........izu »5 I2ü »» P«ri« .........j,,yz 5,» IU Petersburg ......._,_ __.^. Valuten. Ducaten........5^ 5 »g li0.Kranc«.St«cle.....l0 0l>, 1»0l» Silber.........—.-^ —— Deutsche Äeichsbanlnole» . ßi^z^«l-87»