LMachen Weitung. Nr. 13U. Prännxierationspreis: Jin Comptoir ganzj. st. li. halbj. ft. 5.50. ffliv die.^ustelluna in« Hau« hall'j.5ulr. MitbeiPost ganzl.fi. >5, hall'j.si.7.50. Freitag, 7. Juni Insert! o l! «gebühr bis 10 Zeilen: !mal 60 lr., «m.80lr., Im.ifl.zjonftpr. Zeile im. 6lr., 2m.»ll., 3m. 10lr. u. s. w. Insertionsstempel jedceui. 30 li. 1867. Amtlicher Theil. Sc. k. k. Apostolische Majestät habcn ,nit Allerhöchster Entschließung vom 23. Mai d. I. dein Schnl-rathe Dr. Anton Jarz in Kram in Aucrkcuunng seiner ausgczcichucteu Dienstleistung das Ritterkreuz des Franz. Joseph-Ordens allcrguädigst zu verleihen geruht. Das Handelsministerium hat die Juspcctorsstellc bei dem ncn errichteten Tclegrapheuiuspcetoratc für Mähre» und Schlesien mit dem Amtssitze in Brüuu dem vormaligen Vcroncscr Telcgraphcninspcctor, kaiscrl. Rathe Karl Zclli verliehen, ferner die Obcrtelcgraphislcn: Emanucl Kraut und Anton Honschka zn Tclcgra' phcnslationsverwaltcrn in Arünn nnd Botzcn, dann dcu Obcrtclegraphistcn Alexander Anger er zum Eontrolor bei der Telegraphcuhauptstation iu Lcmbcrg ernannt, endlich den Tclcgraphcncommissär Joseph Kotalik iu gleicher Eigenschaft von Pest nach Vrünn nud den Tc» legraphenstationövcrwalter Ignaz Hofban er ebenfalls in gleicher Eigenschaft von Marburg uach Klageufurt übersetzt. Nichtallltlicher Theil. tn. Vorzciehniß dcr gl'spl'lldctrn Gewinnsir für dir unlrr drm Pro- tcrw'ratc !>rs. ,.Qlil>acher K-nucuuorrillS" vcranstaitctl Wohlthntiglll'itö - Essl'ltcn - QUinir. 16 Stück prachtvolle Kupferstiche (von cincr ungenannt sein wollenden Person), durch das löbliche k. k. Bezirksamt Gotischcc ciugeseudct. 1 blaues Triukglas, 1 großer Kupferstich iu Gold> rahiucu (Frau Viaria Krcu.) .'j Stück Kupferstiche (Herr Ernst Fabcr.) 1 bronzener Eigarrcnhältcr (Herr Josef Kromb- holz, Psarrer.) 0 Stück fcinc ^ciucnsacktüchcr (Herr Johann Bar« teluiä jnn.) 1 Marienbild, 1 rolhscidcnc Halöschlcife nnd 1 lederner Daincugürtcl (von cincr ungenannt sein wollenden Person.) 1 silbernes Messer ucbst Gabel (Frau Maria Hanf.) 1 Schreibzeug aus Porzellan mit Gold montirt (Herr Anton Hanf.) 2 silber-plattirtc Leuchter (Herr Bezirksvorstehcr Fladuug.) Nachdem mit der Anfertignng des Gewinnslvcr-zcichnisses bereits begonnen wurde, wird höflichst ersucht, cUlsülligc zu diesem Zwecke zu spendende Gcwinnst-Esfcc-tcn bis 15. Juni d. I. an das Geschäftsbnrcan des Patriotischen Fraueuvcrciues im Laudhanse ersten Stock Zuzusenden. Laibach, am 6. Juni 1867. 5. Sitzung des Abgeordnetenhaus^ am 4. Juni. (Schlich.) Abg. Dr. Hanisch anerkennt alle Vorzüge der Adresse, welche den volkswirtschaftlichen Theil, den Theil der inneren Gesetzgebung, die Verurtheiluug der Sisti-rungspolitik betreffen; allein die Bchandlnng des poli. tischen nnd staatsrechtlichen Theiles machte es ihm unmöglich, für diese Adresse zu stimmen, unmöglich deshalb, weil die Adresse den Rcchtsslandpnnkt nicht wahrt Und weil er niemals zugeben lönne, daß die Verfassung blos; für die anßernngarifchen Bänder in Wirksamkeit war, was man ans der Adresse herauslesen kann. Diese Bedenken werden noch dadurch gesteigert, daß die Adresse dem Hanse ohne Motive überreicht wurde und dcrBcrichterslatter es verschmähte, vor der Discussion erläuternd einzntrcten Es wird nns nichts als Thatsachen geboten, sagt Redner, und der Schleier, mit welchem wir diese Thatsachen bedecken sollen. Die Adresse will, daß der ordentliche Nteichsrath von der Thatsache der Beseitigung der Reichs' bcrfassnng ausdrücklich ausgehe; dieser Zumuthuug lanu ich nicht entsprechen nnd bin daher gegen die Adresse. Präsident: Außer dem Herrn Berichterstatter hat kein Mitglied des h. Hauses das Wort. Vou der Ministcrbank wnrdc der Wunsch geäußert, das Wort zu nehmen. Finanzminister Frcih. v. Vecke lndcui cr sich als Nculiug im parlamentarischen Leben erklärt, die schwierige Stellung eines österreichischen z Finanzministcrs und den innigen Zusammenhang der finanziellen mit den politischeu Fragen bclcnchtet nnd constatirt, wie tief der dnrch die Sistirnng der Vcrfas-suug durch 2 Jahre eingetretene Stillstand der Thätigkeit des Rcichsrathcs cmpfnnocn wnrdc, und wie daher jetzt beim ersten Zusammentritte jede einzelne finanzielle und vottswirthschaftliche Maßregel durch das Prisma des Verfassuugsrechtcs betrachtet wird, fährt fort: Ist einmal die öffentliche Mcinuug iu dieser Rich» tuug, daun nimmt sie sich wohl schwerlich die Zeit, zu uutcrsuchcu, ob dasjenige, was gerade die finanziellen Zustände zu vertrcteu hat, auch in einem Zusammenhange steht mit den politischen Ursachen, welche eben mit zu den finanziellen Zustäuoeu geführt habeu, ob ciuc Maßregel, die vom formellen Slaudpuukte nicht gebilligt werden kann, sich nicht doch vielleicht an sich als eine zweckmäßige, nothwendige, als eine solche darstellt, wo nnlcr verschiedenen Ucbelu, die das Vcrhängniß mit sich brachte, das weniger drückende, das weniger cmpfiud-lichc gewählt worden ist. Ich begreife, ich ehre diese Stimmung des h. Hauses; ich muß auch pcrsöulich die Folgen hievon auf mich nehmen nnd enthalte mich, mit Worten Sie meiner constitutioucllcu Gcsiunnug zu versichern, die erst die That beweisen soll. Es hat ciueu österreichische» Fiuauzmiuister gegeben, welchem iu den Houigmouateu des Vcrfassuugslebcus mit einem Vertrauen uud ciuer Hiugcbuüg entgegengetreten wurde, die vielleicht iu der Parlameutarischeil Geschichte gerade ciucm Fiuauzminister gegenüber ohne Beispiel dasteht. Ich will hier nicht weiter darauf ciugeheu, wie mit dicfcm nnfchätzbaren Eapitale gewirthschaftet worden ist; vielleicht wird jetzt der umgekehrte Weg zum Guten führen, vielleicht wird es dem Träger des Fiuauzportcfeuille's, wenn ihm der parlamentarische Anfang recht saner gemacht fciu wird, geliugeu, durch Offenheit, Wahrheit und echte constitntionelle Gestnuuug sich jcucs Vertrauen zn erringen. (Ärcwo.) Wenn ich mir erlaubt habe, die> sen meinen persönlichen Staudpnnkt hier mit kurzen Wortcu zu charakterisircu, so wird mir das h. Haus gestatten, über dicjcuigcu Puukte des Adrcßcntwnrfcs, welche finanzielle Gegenstände betreffen, im allgemeinen einige Worte zu sagen. Gegen alles dasjenige, was im Entwürfe der Adrcfse in Alinea 20, 20, 27, 28 nud 29 gesagt wurde, habe ich von meinem Standpnnkte nichts einzuwenden. Es hat der Adrcßcntwnrf die Lage des Reiches in finanzieller Beziehnng als eine höchst ernste geschildert, nnd es wäre der Wahrheit ins Gesicht geschlagen, wenn nnr irgend ein Versuch gemacht würde zu sagen: Nein, sie ist keine ernste. Andererseits ist der Geist uud die Hal-tuug der Adresse doch so, daß der Zntunst uicht abgesprochen wird, und daß gerade ans dem coustitutiouclleu Principe, welches hier einen so prägnanten nnd kräftigen Ausdruck fiudct, die Hoffuuug auf Vcfscruug geschöpft wcrdcu muß. Ich weiß uicht, ob überhaupt uud welches Gewicht das h. Haus auf mciuc persönliche Meinnngö-änßcruug legcu wird; alleiu ich erlaube mir, mich auf den Eindruck zu bcrufeu, welchen eben der Adrcßcntwnrf in der Gcldwclt, in der Volkswirtschaft nnd namentlich in Börscnkrciscn gemacht hat. Vor einigen Tagen noch war das Silberagio bedeutend höher, als es je!/t ist, nnd wenn ich anch dem h. Hanse nicht die Schmeichelei sagen will, daß die besseren Eursc durch dcu Reichsrath cutstaudcu siud (Ruf liuts: Nein!), weil der Geldmarkt überhaupt durch die Bceudiguug der Luxemburger Häudel uud durch die Zusammenkunft der Monarchen freundlicher geworden ist, so ist gewiß nicht zu unterschätzen, daß gerade die Verhandlungen des Reichsrathcs beigetragen haben, dicse gntc Stimmung zn vermehren nnd zn heben. Insbesondere crtanbc ich mir aber, das Aliuca 24 hervorzuheben, welches lantet: „Schon beim Beginne der vorigen Session sprach das Abgeordnetenhaus Ew. Majestät freimüthig seine Ucbcrzcngung ans, daß die Finanzlage des Reiches eine sehr ernste sei, daß die stete Benützung des öffentlichen Ercditcs anch in Jahren des Friedens zn schweren Bedrängnissen führen müsse und endlich zn unheilvollen Krisen führen könne." Die Eitation eines Ausspruchcs, dcr damals in Enropa die Rnndc machte, ist ein Beweis der Ocrech-tigteit, mit wclchcr die Adresse abgefaßt wnrdc; fic be-wcist, daß mau nicht die Absicht hat, dem gegenwärtigen, ja nicht einmal dem Sistiruugsminislcrinm die gainc Verantwortlichkeit dcr Situation aufzubürden, sondern daß dcr Grnnd des Uebels weiter gcsncht wird nnd in ciuc Zeit gelegt wird, in dcr die Ncichsvcrfassung iu Wirksamkeit war, in dcr die Warnuugcn gcgcbcn, aber nicht beachtet worden sind. (Bravo, sehr gnt! im Ecutrum.) Ich erlaube mir, dem Herrn Abgeordneten für die Haudclskammcr von Böhmen, wclchcr gestern als Minos, Aca cns nnd Rhadamanth anflrat, dicscs Alinea crgcbenst zn seiner Würdignng zu empfehlen. (Rnfc: Bravo! Sehr gnt! rechts.) Anknüpfend an die Rede desselben hochgeehrten Herrn Abgeordneten erlaube ich mir, das h. Haus zu versichern, daß allerdings für die Bedürfe nissc des laufcudcn Jahres in bcrnhigendcr Weife vor-gcforgt worden ist. Inbefoudere erlaube ich mir zn erwähnen , daß dcr Julicoupou vollkommen gedeckt ist. (Bravo! rechts.) Es ist cin l<>,'mil!li> süiiili,^, an welchen sich vielleicht manche dcr früheren Herren Abgeordneten erinnern werden. Dicse Deckung dcr lanfcndcn Bedürfnisse stützt sich vollkommen anf das Finanzgcsctz des Jahres 1807, nud ich habe kciue Scheu, zu erklären, daß ich glaube, mich wirtlich auf das Finanzgcsctz stützcn zu können, dcnn dic Ansgaben werden in keiner Weise überschritten nnd die Ausweise habcn cs gezeigt, daß Ord« uuug nnd Sparsamkeit herrscht, nnd die Einnahmen sind anf dic möglichst sicherste Basis gestellt worden, auf die Erfolge dcr Jahre 1804 nnd 1805 mit demjenigen vcr-hültnißmäßigen Abzüge, wclchcr dcu Mindereinnahmen entspricht, die in Folge des letzten unglücklichen Krieges erwartet werden konnten. Daß im ersten Qnartal die Stcncrn zurückgeblieben siud, ist keine besonders bcnnrnhi« gcnde Wahrnehmung, dcnn dicse wiederholt sich jedenfalls uud hat zum Theile auch ciucu ganz einfachen tcchni« fchcn Grnnd, da von vielen Theilen dcr Einkommcns-zweigc die Stcncrn l'tt8!il>i>i:,u>!ic!!»','m!«> snr ein Vierteljahr cutrichtct wor>-dcu, erst am I.April die Stcncrzahluug kommt uud das crstc Quartal in den Nuswciscu uicht als vollkommen entrichtet erscheinen lann. Uebrigenö hal'c ich die Beruhigung, daß im Monat April dic Steuerzahlung sich bedeutend gebessert hat. Es liegen mir die Ausweise der Rechuungsabthcilungcu vor, unch wclcheu die deutsch-slavischen Kronländcr znsammcn um 2,(>57.0(X> st. mehr gezahlt haben, als cs dcr Voranschlag für April aus-wics, uud daß dcr Fiuanzvcrwaltnng seit langen Iahrcn wicdcr das Vergnügen bereitet worden ist, daß gegen die Eiuuahmcu des gleichcu Mouatcs im Vorjahre eine Vcs-scrnng sich crgcben hat. Diese Ausweise betreffen das Königreich Ungarn nicht, wo der Ausweis nnr bis Ende März reicht; ich hatte aber Gelegenheit, ncnlich vom ungarischen Finanz-laudcsininistcr zu vcruchmen, daß auch iu Ungarn die Einnahmen etwas kräftiger fließen, nnd was merkwürdig ist, daß von allen Gefallen gerade das Tabakgcfälle gegen das Vorjahr ciue Zuuahme zeigt, was daher kommt, daß der Begriff für Gesetzlichkeit in Ungarn cin so lebendiger ist, daß viele Lcntc, welche früher gefänvärz-tcn Tabak rauchtcu, sich jetzt des ärarischen bedienen. (Heiterkeit.) Ich kann auch die Versicherung gcbcu, daß ciuc gesteigerte Thätigkeit dcr Notcuprcssc übcr die Grcuzcu dcs Gcsctzcs vom 15. August in keincm Falle platzgrcifcn wird. Ebenso kann ich mit voller Vcrnhi-gnng versichern, daß die kostspieligen nnd dräncnden Depot» nud Vorschnßgcschäfte, bei deren Nennnng cs mir schwer fällt, mcinc Objeclivität zu behaupten, nicht vorgenommen wcrdcu. Es siud iwch dreierlei Vorschuß« gcschäftc im Zlige. Das ciuc bctrifft die 30 Millionen Kricgscntschädignng, welche an Prcnßen entrichtet wnr-dcn. Hicvon sind bereits 15 Milioncn abgestoßen nud die Dcckuug ist durch die Bous der italieuischeu Vtegic» ruug sür die Entschädigung, die Oesterreich von Italien zu bekommen hatte, hergestellt. Das zweite Vorschuß-gcschäft, das abgeschlossen wnrde, bctrifft die National-bank, wclchc in dcn Unglückstagcn dcs Inli 1800 von dcr taiscrl. 8tcgicrung genöthigt worden ist, 00 Millionen in Banknoten Vorschnß zn leisten, uutcr dcr Versicherung, daß binnen Jahresfrist vom abgeschlossenen Frieden diese Summe iu Baukuotcn wicdcr zurück' gestellt wird. Nach dcu Vorkehrungen, welche das Gesetz vom !5. Angust getroffen hat, ist dies eigentlich nnr cin No-tcnvmvechstnngsgcschäft uud wird so abgewickelt, daß jetzt uur mehr 21 oder 22 Millionen aushaftcu uud dicsfalls durchaus keine Anständc bestehen. Endlich ist noch mit dem letzen steuerfreien Anlehen cin Vorschußgcschäft vcrbuudcu, welches ich jedeu Tag ab^ zustoßeu iu der Lage biu; dieses Geschüft hüugt mit Ereditopcratiouen zusammen, deren Details uns jedoch zn weit führen würden. 852 Allerdings hättc die Finanzvcrwaltnng jetzt die Gelegenheit , ein sehr vorthcilhaftes Vorschnßgcschäft zu machen. Dieser Tage sind nur 11'Millionen Gnldcu bar gegen 4 Perc. Interessen angeboten worden. Ich habe mich noch nicht entschlossen nnd würde es anch keinesfalls thnn, wenn die Sache nicht vor dcn hohen Reichsrath gebracht nnd von demselben approbirt worden ist. (Znflimmnng.) Wenn ich sonach die augenblickliche Finanzlage bc> trachte, so ist sie durchaus nicht bcnnrnhigcnd nnd ich glaube, daß die Thronrede mit Nccht sagen kann, der hohe Rcichsrath sei in der Lage, sich frei von Verlegenheiten nnd Fordcrnngcn des Moments mit den hochwichtigen Aufgaben zn beschäftigen, die seiner anch in finanzieller Beziehung harren. Der Minister zeigt hierauf, daß noch viel zn thnn bleibe, mn eine dauerhafte Besserung der Staatsfiuau-zen zn erzielen, daß der Schwerpnntt ans den Ausgleich mit Ungarn fallen nnd von der Art nnd Weise, wie dieser ausfällt, die Listen;, die Erhaltung des Staats' credits abhängen werde. Dcn Standpuntt, dcu die Regierung hicbci einnimmt, künne er in knrzcn Worten bezeichnen. Er kann, wie dies in der Allerhöchsten Thronrede angedeutet wurde, nur der einer vollkommenen Unpartheilichkeit, der Standpnntt der Neichöcinheit nnd des Rcichsiuter-cssc's sein. Denn, ganz finanziell gesprochen, wenn zwischen zwei Theilen eine bisher gemeinschaftlich getragene Last vertheilt uud iu derselben Snmmc nnd Ziffer getragen werden foll, so ist es nothwendig, daß sie gleichmäßig vertheilt werde; denn derjenige Theil, dem zu wenig anfgebürdet würde, wurde eben nur seinen zn gering bemessenen Antheil leisten, und derjenige, dem zn viel anfgebürdet würde, würde dasjenige, nm was er überbürdet wurde, nicht leisten, und somit entstünde ein Do ficit, das eben die Gesammtheit tragen müsse. Der Standpunkt vollkommener Unparteilichkeit ist also gegeben nnd wird eingehalten werden. Nachdem der Minister hierauf die Beschleunigung des Zusammentrctcnö der Delegationen als wünschens» werth erklärt nnd die Einwendungen der Abgeordneten Nyger nnd Hnnisch widerlegt, geht er auf jene Punkte der Adrefsc über, in welchen dem Ministerium das tiefe Bedauern darüber ansgcsprochcn wird, „daß noch vor tnrzem, ohne die Mitwirkuug der Volksvertretung abzuwarten, außerordcutlichc Verpflichtungen für den Staatsschatz eingegangen nnd wcitansschendc Unternehmungen begonnen wurden, welche große Ausgaben für die Znknnft in Ansficht stellen." Der Minister sagt hierüber: Im Vcrlanfc der Debatte ist dieses Bcdancrn zn einem förmlichen Verwürfe zugespitzt worden. Ich persönlich — nud ich glaube, daß ich dabei wohl die Meinung der Gesammtrcgiernng vertrete — kann dieses Bc-dancrn nur theilen. Es ist sehr bedauerlich, daß die Verfassungszuständc so eomplieirt sind, daß nicht immer zn dem Nächstliegenden gegriffen werden kann. Wenn man bedenkt, daß das Zusammcutreteu des hoheu Reichs-rathcs durch ciuc läugere Zeit angekündigt war lind daß daher Alles darauf gefaßt sein mußte, daß insbesondere in finanzieller Beziehung eine sehr ernste Prüfung werde vorgenommen werden, so wird doch wohl niemand annehmen, das Finanzministerium habe mnthwillig die Verantwortlichkeit für Dinge übernommen, welche einfach nach dem gewöhnlichen bureankratischen Geiste bis zum Zlisammeutritte des Neichsrathcs hätten verschoben werden können. Wenn jenes geschehen ist, so hat das tiefer liegende Gründe, nnd diese Gründe lassen sich dednciren von der eiucu Seite ans dem Arium, daß das materielle Leben nicht stille steht nnd für dasselbe iusbesoudcrc nach eiuer Kriegsepochc nnd nach beiden, wie sie über Oesterreich gekommen sind, nnanfhaltsam vorgcsorgt werden muß, nnd von der anderen Seite daraus, daß der hohe Rcichsrath iu Folge der Wichtigteil seiuer Vcrfafsnugsbcschäftignngcn wohl nicht so schnell in die Lage gekommen wäre, concrete Fragen nnd vielleicht darnnter solche in die Hand zn nehmen, über dercu formelle Eompctcnz gewiß von Seite der Regicruug nicht der mindeste Zweifel ausgcfprocheu werdcu kaun nud darf, wo aber doch die Opportunist zn gebieten scheint, wenn es vermieden werden kann, nicht zu voreilig vielleicht einen Zankapfel in das Wert des Ans-gleiches zn werfen. Inwiefern es der Regierung nnd speciell dem Finanzministerium gelingen wird, die Indemnität cinzn-holcu, wird sich wohl erst im weiteren Verlaufe ergeben, wo die Rechlsertignug vorgebracht nnd die betreffende Vorlage gewiß nicht iu summarischen Answeiscn, nicht in bnrcaukratischcm Geiste, sondern mit Hinwcisuug auf die Forderungen des wirthschasllichcu Lebens wird geleistet werden. (Bravo! Bravo!) Ministcrprcisidcllt ^rcih. v. Veust: Meine hochgeehrten Herren! Es ist heute das erste mal, daß ich in dieser hohen Versammlung das Wort ergreife, nnd indem ich es thue, bin ich mir vollständig bewußt, daß es uicht eine leichte Aufgabe ist, dcr ich zu genügen habe. Nicht Jahre, Monate nur stud cS, nach deueu ich rechne, nicht nur in der Regierung, die ich hier zn ver-") In dcr gestrigen TcigeSM'iir war cniö Versehen die Ziffer: sechs enthalten. treten die Ehre habe, sondern im Reiche, dem anzn-! gehören ich mich jetzt glücklich schätze, uud zn dessen Vcrtrctnng ich schon nach so kurzer Zeit zn sprechen bc-rnfcn bin. Und bedarf es wohl eines Wortes über die Schwierigkeiten der politischen ^age, in dcr mir diese Aufgabe gestellt wird? Die itnudgcbung, welche das hohe Hans znm ersten Gegenstände der Berathung macht, spricht sich ja deutlich genug hierüber aus. Allein gleichwie diese Lage mich nie mulhlos gemacht hat, sondern mir nnr den ernsten Willen eingibt, meine schwachen Kräfte, so lange es mir vergönnt ist, der Anbahnnng einer besseren Zukuuft zu widmen, an die ich mit voller Ucbcrzcuguug glaube, so trete ich getrost in die Mitte dieser hohen Versammlung mit dem festen Vertrauen, ich darf sagen mit der srohcu Zuversicht, daß mciueu Bestrebungen daselbst ein billiges Urtheil nicht fehlen, daß namentlich der Redlichkeit meines Willens Gerechtigkeit widerfahre» wird. (Bravo! sehr gut!) Hochgeehrte Herren! Mögen Sie diese Ansprache, mit der ich mich gewissermaßen in Ihre Mitte cinzn-führcn für nothwendig halte, nicht mißdeuten; es ist weder falsche Bescheidenheit, noch Ucberhebnng, die mich bestimmt, damit zn beginnen. Dcr Gedanke, der mich leitet, ist der, daß ich wünschen mnß, nnler dcn nnansblciblichcn Folgen person^ lichcr Verhältnisse nicht die Regierung, die ich vertrete, nnd die Sache, die ich hier zn vertheidigen habe, leiden zn sehen. Das hohe Haus wird vielleicht, nud ich hoffe es, in seiuer Mehrheit deu Weg, deu die Rcgieruug zuletzt ciugeschlagc», billigeu, aber möge dasselbe es die Regierung nicht entgelten lassen, wenn deren erster Vertreter, welcher in dem knrzcn Abschnitte sciucr Thätigkeit sciue volle Zeit den laufenden Geschäften unter uugcwöhulichcu Umständen widmen uud mit Persoucu nud Dingen in ansgedchntcsler Weise sich bekannt macheu mußte, nicht jene Spccialkcnutuissc in die Verhandlung bringt, die man nntcr anderen Vcrhältuisscu vvu dem ersten Minister zn fordern berechtigt ist. Gestatten Sie mir aber auch, diesem Bekeuutuisse ciucr Uuvollkommeuheit eine andere Betrachtung zur Seite zn stellen, die vielleicht dieselbe in Ihren Angen etwas ansgleichen taun. Ich wnrde in dies große nud schöne Reich berufen, nm dcffcn answärtige Politik zn leiten. Daß ich bei der Verfolgnug dieser Aufgabe bald zur Ueberzeugung gelangen mnßte, Oesterreichs Stellung nach anßeu, sciu Einfluß, sein Ercdit sei nnr dann wieder zu gewinnen und zn befestigen, wenn die angebahnte, aber noch anö' sichtslose Verständigung mit Ungarn zn einem entschiedenen Abschluß gebracht, gleichzeitig abcr iu den übri--gen Ländern der Monarchie ein gesicherter verfassungsmäßiger Zustand wieder hergestellt nnd ein freisinniges Regimcut zur Gcltuug gebracht wird, das, mciuc Herreu, hat wesentlich zn der Wendung beigetragen, die seitdem eingetreten ist, eiuer Wendung, die Europa mit achtungsvollem Beisalle begrüßt hat uud welche dcr Entwurf dcr Adrefsc im Großen und Ganzen als eine durch die Umstände gebotene nnd keineswegs aussichtslose annimmt. Dcuu, meine Herren! w^'uu das hohc Haus, wic dcr Entwnrf der Adresse ihm anräth, Tadel über Geschehenes verhängt, ernste Ermahnungeu n»d Forderuu-gen für die Zutuufl stellt, so erblicke ich hierin ein Programm, welches lautet: Nicht rückwärts, sondern vorwärts. (Lebhafter Beifall von allcu Seiten.) Meine Herren! Die Regierung weist dieses Programm nicht "von sich. Es wird darauf wcseutlich au kommen, daß die Regierung uud die ReiclMcrtrcluug über die Art uud Weise, wic es zur Ausführung zu bringen sei, sich verständige, wozu vor allem die Herstellung ciues vollstäudigcu Miuislcriums gehört, °ciuc Vorbcdiuguug, für dercu Verwirklichung cs au einer anfrichtigen Bestrebung nicht gefehlt hat. Es ist dies eine Bemerkung, womit ich deu Einreden ciues der heutigen geehrten Vorredner eutgcgncu zn sollen glaube. Aber, meine Herren, jedenfalls liegt hicr ein Programm vor, und das hohc Haus würdc cin solches Programm nicht aufstellcu köuucu, wäre nicht cin vcrfassungsmäßigcr Boden da, auf welchem cs iu Augriff genommen werden kann. Und daß dieser vcr° fassnngsmäßige Boden wieder gewonnen ist, dafür darf ich allerdings für das jetzige Ministerium ciucu Antheil beanspruchen. Ich darf namentlich an das hohe Hans Äcrnfnng darüber ciulegcu, ob die coustitntiouclle Lage, wie das jetzige Ministerium sie herbeigeführt hat, dcu Namen verdient, dcn gestern cin geehrter Sprecher ihr beilegte, nämlich dcn einer steigenden Eoufnfion. (Be-wcguug.) Nun werden mir allerdings verschiedene dcr geehrten Mitglieder einwenden, ich hebe nnr die Lichtseiten dcr Lagc hcrans nnd verschweige die Schattenseiten. Sie werden sagen, nm welchen Preis ist denn die Wiederherstellung dcr Fcbruarvcrfafsung gewonnen? Nnn, meine Herren, ich habe nie cin Hehl darans gemacht, der Preis ist der Ausgleich mit Ungarn, und ich erinnere mich sehr wohl, daß zn dcr Zeit, wo die neueste Wcmdluug in Oesterreich vorging, man diesen Preis nicht zn hoch fand, nnd doch kauutc man das liier Elaborat, man wnßtc, daß das ungarische Ministerium ernannt sei, man wnßte, daß die ungarische Verfassung hergestellt werde. Damals — ich erinnere mich dessen sehr wohl — herrschte in dcn Kreisen, welchen die Mehrheit dieses ^ h. Hauses augchört, mehr Freude als Schmerz, mehr ^ Hoffnung als Äesorguiß. ^ Ich bellage mich nicht darüber, daß dicfc Stim-mung sich geändert hat, es liegt im natürlichen Lauf der Dinge, daß das Gute bald vergesse»! und das Lästige mit jedem Tage mehr empfuudcu wird, alleiu was ich beanspruche, das ist ein nubcsangencs Urtheil darüber, was geschehen ist, eine unbefangene Iubetrachtuahiuc dcr Umstände nnd Verhältnisse, unter denen cs geschehen ist. Ich vernahm gesteru mehrmals das Wort von Programmen nnd Experimenten der Regierung. Als ob in dcr uugarischen Frage es sich darum gehandelt hätte! Wir habeu von zwei geehrten Vorsprecheru ciuc sehr beredte Darstellung über die Vorzüge ciucr einheitlichen Gcstaltuug des Reiches, über die Nothwendigkeit eiuer alle Theile des Reiches umfasseudcu Executive, über das Bcdürfuiß einer slraffcrcu Zusammenfassung aller Kräfte des Reiches vcrnommeu. Das ist gewiß allcs sehr bcachtcuswcrth nnd verwirklicht in der vollendetsten Weise das Ideal einer solchen Orgauisation, wic sie Oesterreich anempfohlen wird, um seiucu einheitlich gestalteten, mächtigen Nachbarn ebenbürtig zur Scilc zu treteu. Allein die geehrten Herren scheinen mir dabei nnr zu vergessen, daß Oesterreich audcrs zusammengesetzt nnd gestaltet ist, als diese mächtigen Nachbarn. (Bravo! rechts.) Es ist bcmcrtcns-werth, daß dieselben Stimmen, welche immer uud immer wieder als böse Propheten auf die zusammengepreßte, eiugeeugte geographische Lage Oesterreichs hinweisen, zugleich verlangen, Oesterreich solle so vorgehen, wie jene Staate», die zum Nachbar das Weltmeer haben, nnd es werden jene geehrten Sprecher mir crlanbcn, anf dcn Unterschied hinznwcisen, der in der geographischen Lagc zwischen Ungarn uud Irland nnd den Sndstaaten der amerikanischen Union besteht. (Bravo!) Also, meine Herren, cs handelt sich, wie ich schon vorhin sagte, für uns nicht darum, nach einer gut ans' gcdachlen Theorie das Beste zu thun. was überhaupt geschehcu töuutc, hicr wareu die Verhältnisse gcgcbcu. Ich habe gewiß am wcnigslcu deu Beruf, über das mich auszusprccheu, was in früheren Zcitcn in Oesterreich geschehen ist; aber wenn ich Rechenschaft ablcgcn soll von dem, was ich sclbst gethan habc odcr habe thnn hclsen, so kann ich die Beweggründe, die mich bestimm-tcu, eben so wenig als die Umstände übergehen, nulcr denen ich handelte, ich kauu mit einem Worte deu historischen Verlauf nicht ignorircn. Uud fo darf ich dcnn fragen: War cs meine odcr dcs jetzigen Ministeriums Schuld, wenn zchu Jahre, welche nach der Niederwerfung des uugarischcn Aufstau-des verstrichen, und iu welchen dic Eiubcrnsuug eiucö ungarischen Landtages genügt hätte, nm Ungarn in ciucr für dic übrigen Theile der Mouarchie vortheilhaftcstcn Weise zn befriedigen, nnbcnützt gelassen wnrden? (Rnfc: Sehr gnt! Sehr wahr!) Bin ich dafür verantwort» lich zn machen, weuu vier Jahre frischen coustitntionel' lcn Lebens iu Oesterreich iu der uugnrischcu Frage nur dazn führten, daß jener jetzt so verpönte Dualismus in dcr Weise schon damals hervortrat, daß der eine Theil, nämlich dcr diesseitige, verfasfnngsmäßig nnd dcr andere der nngarische, verfassungslos lcbtc? (Bcifall rechts.) Und endlich ist, cs mir bcizumcsseu, wenn nach diesem allen der allerdings, wie ich glanbe, nuvcrmcidliche Schritt einer dircctcn, gesonderten Verständiguug mit Uugarn erfolgte nnd erfolgen mnßte, wenn man dcu Haupihebcl aus den Händen gab, nm das diesseitige Interesse zu wahreu, und den Reichrath, der allein das glcichgewich» tigc, weil vollgcwichtigc Votnm zn gcwährlcisten vcr» mochte, außer Wirksamkeit treten ließ? (Bcifall links.) Meine Herren! Es haben sich allerdings die Daten in der Verfassuugsgcschichte dieses Reiches so gehäuft, daß sie manchmal sich unwillkürlich verschieben. Ich hatte gestern die Ucberraschuug, zn vernehmen, daß das jetzige Ministerium cigeutlich auch am Verluste der Schlacht bei Köuiggrätz mitschuldig sci (Heiterkeit); dcun cin geehrter Herr Reducr sagte, uicht dic Sistiruug sci an dicser Niederlage schuld, soudcrn das Abgehen von der Sistirung. (Große Heiterkeit.) Nun, meine Herren, nach diesen drei Stadien, die ich cbcn hervorgehoben habc, war keine Wahl gcgcbcu; nach diesen drei Stadien konnten die Sachen nicht anders kommen, als sie gekommen sind, nnd ich darf eS noch immer als eine glückliche Wcnduug und ohne Anmaßung darf ich hinzufügen, ich kann es noch als ein Verdienst dcr Rcgicrnng bezeichnen, daß die Sache so gemacht worden ist, daß dcr Krone dcr Vorthcil der freien Initativc gelassen wnrdc, nnd daß die ncnc Ord-nuug der Diugc in Ungarn mit ciucm Miuislerinm bc-gouueil wcrdcu konnte, welches, gestützt auf die große und nationale Majorität, ein gemäßigtes, ein dynastisch gc' sinntcs (Bravo rechts), cin gut nugarisch, aber anch gut österreichisch gesinntes ist. (Beifall.) Wenn ich hier von dcr Unvermeidlichkeit dcs endlichen Ausgangeö spreche, will ich ganz absehcu vou den uuglücklichen Zwischcufällcu, die sich zutrugen, ich scyc ab von dcm unheilvollen Kricgc nnd dessen traurigem Ansgaugc, von einem Frieden, welcher Oesterreich die Anlchnnna an Deutschland benahm, von der Schwach 853 dic daraus hervorging, uou dcr allgemeinen Mutlosigkeit, die sich dann verbreitete, vou dem allen sehe ich ab. Nas mir aber damals besonders entgegentrat nnd inir anschaillich wnrdc, das war Eiucs, das; nämlich wenn man mit einem Volte und einem Landc, welches seit ^ Jahrhunderten Verfassung und Vcrfasfuugslcbcu mit der ^ Muttermilch ciugcsogcn hat, über Jahr uud Tag über die Frage verhandelt, daß ihm und wie ihm seine Ver- ^ fassuug zurückzugeben sei, iu diesem Lande, von dem Obersten bis zum Untersten herab — wie es auch der Fall war — die Ueberzeugung und Gewißheit Platz greifen mußte, daß ihm sciue Vcrfassuug uicht vorcut-haltcu wcrdeu köuuc und uuvcrküiumcrt zurückgestellt werden müsse, uud uutcr solchen Umstäudcu ist es etwas nicht gauz Gcriuges, daß die Sache sich so gestaltete, daß dcr ungarische Landtag nach Köuiggrütz mehr zugestanden hat, als cr vor Köuiggratz gethan hat. Es mögen manche Details in diesen Verhandlungen wescutlichc Lückcu zeigen nud gerechten Aufcchtnugcu uu-tcrlicgcu, ich hatte, was die Details betrifft, damals diese Vcrhaudluugcu nicht in erster sondern im zweiter Linie zu lciteu. Ich lchue deshalb durchaus keine Vcr-antwortuug vou mir ab, aber ich bewahre aus dieser Zeit die Auschauuug und Ucbcrzeiiguug, daß ciuc spröde Haltllug vou uuscrcr Seite bessere Erfolge uicht erzielt, s°oudcru dcu Abbr»»ch zur Folge gehabt habcu würde. Nach diesen, Abbruch aber, meine Hcrrcu, hätte uuvcr-meidlich ciu Zustaud ciutrctcn müssen, zn dessen Auf-rcchthaltuug es uoch anderer Viittel bedurft hätte, vielleicht, ja wahrscheinlicher Weisc, als Verfüguugeu dcr Ecutralrcgicruug uud Beschlüsse dcr Rcichsvcrtrctuug, wcuu diese ciubcrnfeu wordeu wäre. Ich biu gewiß kciu Schwarzseher, Sie wcrdeu diese Eigenschaft uoch nicht au mir bcmcrtt habcu, wäre ich es, ich stäudc uicht au diesem Platze, ich habe auch iu anderen Verhältnissen des öffentlichen Lcbcus gezeigt, daß ich vor äußersten Extreme»! und Evcutualitätcu uicht zurücktrete und sie aufnehme, aber jede gewissenhafte Rcgicruug muß iu solchcu Vagen dauach frage», ob eine extreme und abnor» male Lage zu vermeideu sei, uud welche Kraft sie habe, »im ihr gegenüber zn treten und wcun sic die Frage dahiu bcautwortcr, daß die Lage zu vermcidcu möglich sei und daß sie erstarken werde oder zu erstarken habe, so lileibt ihr keine andcrc Wahl zn treffen übrig, als diejenige Wahl, welche die Regierung getroffen hat. Meine hochgeehrten Herr»! Ich tauu uur lebhaft wüuscheu, daß Sie auf das gcwifscuhafteslc uud streugste dcu Aufgabcu nachkommen, welche die Adresse sich selbst gestellt hat, daß anf dcr Grundlage dcr eingetretenen ucucu Vcrhältuifsc die dicsseitigeu Interesse»! gewahrt werden, so viel es immer gescheheu tauu, aber treten Sie »»icht wieder auf das Terrain des Warleus. Damit ist wcuig zu crrcichcu. (Bravo, sehr gut!) 'Der europäische Umgestaltm'göproceß, dcr wartet uicht, uud die Reiche, dic ihm gegenüber ihre:: Platz bc-haupteu und befestigen wollen, sie müssen mit den gcgc-beueu Verhältnisse»» rechne», uicht mit bloßcu Theorien lind Wünsche»». (Bravo! Gut!) Uud mm uoch ciuc Bitte, mciuc Herreu! Lasse», Sie uicht etwas iu ihrc Beralhuugeu uud in die Be» haudluug dieser Augclegeuhciku eiutrelei», was ich so oft früher aus dcr Fcruc iu dein Vorgchcu der kaiserlichen Regierung mit Schmerz bcobachtcte, weil ich wahr» nehmen mußte, daß die bcsteu »ud edelste»» Absichtcu dnluit vereitelt werden: uud das ist das zum Priucipc uud zur Regel erhobene Mißtrauen. Mißtraue»» ist eiu Gebot der Nothwendigkeit, aber als solches muß es anerkannt werden, nicht aber die Basis sein des Vorgehens im öffentlichen Lcbeu. Uud glaube»» Sie mir: Nach meiucu Erfahrungen werde»» Tic mit ciucu» vorsichtigen, auf Reciprocität basirtcu Vertraue»! gegcuüber dcr u»gariscl>cu Regierung und tum ungarischen Landtage weiter kommen, als mit ciuem zersetzende»! Mißtraucu. Uud lasse»» Sie mich uoch eiuc Bctrachtu»»g darau knüpfe», die gewiß uicht »»prattiscl, ist uud die uicht nur dcr Regierung die Absolution für die Vcrgaugriihcit erlcichtcru, soudcru auch für die Zukunft ciuc praktische Lehre fciu soll. Bald, lmchdem daS Abkomme»! MltUuqaru getrosfeu war, ist bclauutlich der Luxemburger Eouslict nusgebro-chcn. Ich darf es wohl dankbar annehme», daß selbst dcr Ndi-cßcutwurf für die kaifcrlichc Regierung ciu auer-kcuncndcs Wort enthält, ich darf diese», frcuudlichcu Ausspruch als nicht gauz uuvcrdicut bczcichueu. Nuu aber, mciuc Hcrrcu, glauben Sie wirklich, daß eine vermittelnde Macht in einer solchcu Fragc ihrcu Zwcck damit erreicht, daß sie iu mehr odcr wcuigcr ge-lu,»geueu Noteu deu streitenden Theilen die Vorzüge des Friedens nud die Nachtheile des Krieges zn Gemüthe fübrt oder daß sie dcu Zweck damit erreicht, da,; sie vielleicht ciuc glückliche Form für dcu strittige», Puult auwistcllcu weiß? Nein, der Haupthcbcl liegt dariu, ob dcr Staat dcr vcrmittclt, ciu Factor in dcu Bcrcchuuu-acu des Krieges uud Friedens für die streitende» Theile ist. (Bravo,'sehr richtig!) Das hätten wir unn und nimmer lucr crrcichcu können, wcuu wir ciuc breuucude, offcnc, iuucrc Frage gehabt hätten, wic cs uoch vor wcuigcu Mouatcu dic uugarischc war. Uud d,cscu Vortheil des getroffenen Ausgleiches bitte ich nicht zn gering auzuschlageu. Ja ich gehe weiter, ich muß aus vollster Ueberzeugung dic Meinung aussprcchcu, daß, wem« die Sa-chcu iu dcr uugarischeu Fragc uicht so gcstaudcu wärcu, wie sic cbcu gcstaudcu siuo, Oesterreich uicht uur uicht das dautbarc Geschäft des Vcrmittlcrs übcrtouuucu hättc, soudcru auch, daß wahrscheinlich hcnte dcr Kricg schon ansgebrochcn wäre, wcil es eben hier als Factor für die Berechnung des Krieges uud nimmer in dic des Friedens eingezogen worden wäre. Ich erlaube mir »»och einige Worte der Eutgcguuug auf die Acußeruugeu dcr gcchrtcu Mitglieder aus Kram. Es haben diese geehrten Herrcu in ucrschicocucu Richtungen sich zn Vcrthcidigcrn dcs gefallenen Systems gemacht. Ich crlanbtc mir schon vorhin zn sagen, daß es nicht mein Beruf sei, das auzugrcifeu, was vor mir geschehe», ist, also um so wcuigcr ciucr Vcrthcioiguug dcsscu, was vorher gcschchcu ist, cutgcgcuzutrctcu, allem ich muß doch cutschiedeu widerspreche»!, wcuu diese gcchr» teu Herrcu zuglcich darauf hindcutcu, cs bcstchc auf Scitc der Regierung gegen das slavische Elcmcnt in O:sterreich, gegen die slavische Nationalität ciuc schr fühlbare Abueiguug, die sich als Tcndcuz documentirc. Ich weiß sehr wohl, daß ich selbst nicht eine schr bc-licbtc Persönlichkeit bcim slavischcn Elcmcntc für dcn Augcublick bin (Heiterkeit); ich beklage das schr crustlich, tauu aber auch zugleich vcrsicheru, daß, was auch von dieser Scitc gcschchcn mögc, nm dicsc Abuciguug viel' leicht hie uud da zu documcutircu, mich uic iu dcr Ob» jcctivität meiucs Urtheil störeu wird (Bravo, Bravo), alleiu mciuc Hcrrcu, uur soll mau uicht bchauptcu. daß umgekehrt auf Scitc der Regieruug odcr irgcud ciuc, Persönlichkeit ciuc vorgefaßte Meinung odcr gar cinc Abuciguug besteht. Mau „auutc die Auflösung der Landtage als Beweis dafür, daß man das slavische Elcmcnt hätte entfernen wollen. Ja, meine Herren! wcun das dcr Gedanke dcr Regierung gcwcscn'wärc, fo hättc dieselbe den ersten Tag, wo das ueuc Regimcut ciugctrctcu war, ansauge», müsseu, die Laudtagc aufmlöscu, um oaS zu thliu; allein im Gegcnthcilc, mau licß dic Laudtage bc-stchcu, uud cs war dcin slavischcn Elcmcntc vollstc Ehancc gegeben, hier in Wien zit erscheinen uud eiuc Majorität ;» bildcu. Daß cs uicht davou Nutzcu gezogcu hat --ich habc cs vicllcicht uicht zu bcklageu, abcr wcnigstcus habc ich cs Ihucu gcgcuüber uicht zu vcrautwortcu. (Bravo, Bravo! liuts. Große Heiterkeit.) Eiucr dcr gcchrlcu Hcrrcu sprach davou, dic Rcgicruug habc Schcidc-wasscr ausgegosscu über deu böhmische», Laudtag. Ich weiß uicht, ob das gerade der richtige Auodruck für Maßregeln ift, die vcrfaffuugsmäßig vou der Regieruug innerhalb dcr gesetzliche»» Greuzeu gctroffcu wcrdcu, das aber weiß ich, daß die Adresse, welche der Landtag au die Regierung brachte, ei» Scheidel>ricf war, nicht ciu Scheidcwaffcr (Bravo!) und dic Regierung glaubte, cs sei gut, diese», Scheidcbrief dcu Vaudtagcu aus dc» Händen zu nehmen. (3chr gut! Bravo links!) Ich möchte abcr rccht schr die gcchrtcn Hcrrcn von dieser Seite (dcr Minister wcudct sich zur Rcchtcu) darauf aufmerksam machcu, wie dcuu auch hicr dic that» sächlichen VcrhMuissc liege»». Niau hat lauge gcschric-bcu uud gcsprochcu übcr dic Art uud Wcisc, wic sich schlicßlich dic Diugc gestalte», würdcu, cs wurde darüber viel geschricbeu uud viel gezweifelt, ob dcr sogcuauutc vcrfassungsmäßigc odcr der uameulose Reichsralh zu Staude toiumeu wcrdc; cr ist zu Staude gelommeu, er hat sich coustituirt, cr wird sich cousolidircu (Bravo! liuts); das solltcu die geehrte», Hcrre»» »»icht vergesse»,, u»,d sollteu wcitcr nicht vcrgcsscn, daß Wünschc nnd Hoffnungcn, dic fehr begreiflich siud, die abcr nur cut» staudcu, ncil mau sich vou diescu vcrfassuugsmäßigcu Z»stä»»dcu c»tferut hatte (Oho! rechts), daß diese Hoffnungeu uud Bestrebuugcu, dcucu ich ciuc gewisse Berechtigung ja uicht abspreche, nur daun allein Be-fricdigiiug fiudeu tönueu, »ucuu diese Elcmcutc sich dcu verscissungsniäßigcu Znsländci» wieder uäheru, weuu sie hier iu dcm Hausc deu Platz suche» , wo iu osfeucr uud loyalcr Weise oer Kau»pf ausgckämpft wcrdcn tauu, >vo jcdc Beschwerde vorgebracht wcrdeu taun (Schr wahr! Ecutrum), »»»»d, meiuc Hcrrcu! Sic habcu crst hcntc ciucu RV'ducr vou dicscr Scitc (liuts) gchört, der auf das wärmste für Ihre Rechlc »>ud Ausprüchc sich ausgclasseu hat ^— weuu dieser Weg ciugeschlagcu wird, biu ich übcr-zcugt, daß glcichwic die R^cgicruug, was ich verbürge»! tauu, auch der Rcichsrath uud das Haus dcr Abgcoro-netcu uaiucutlich Ihreu Nüuscheu iu dcr möglichste»» Weise gerecht werden uud jcdcusalls mit Uupartcilichtcit dic vorgebrachten Beschwerden nnd Wünsche beurtheile,» wird. (Bravo! liuks.) Mciuc Hcrrcu, ich muß Ihucu uoch Eiucs zu Gemüthe führen. Für jcdc Bcuuruhiguug der Gemüther, wcuu fie vou iuncn hcraus koiumt, wird dic Regierung, wie dcr Rcichsrath cin aufmcrtsnmcs, cin wohl-wollcudcs Augc habcu; für ciuc Beuuruhigllug dcr Ge^ uiüther aber, die vou außen h i u c i »getragen wird, für dieselbe wird die Rcgicruug uud dic Rcichsvcrtrctuug auch ciu aufmcrksamcs, abcr cin strcngcs Augc habcu! (Stürmischcr Beifall von allen Seiten, Häudc-klatschcu.) Es hat ciucr dcr gcchrtcn Rcducr gesagt: Soll denn die Nationalitätcufragc, dic gauz Eliropa dcwcgt, an Oesterreich spurlos vorübergehe,» ? Nuu, mciuc Hcrreu, ich glaube dafür brauchen wir uicht zu sorge». (Heiterkeit), abcr sorgc», wir dasür, daß sie gefahrlos au Oesterreich vorübergehe. Reiche», wir die Haud dcr Vcrsöhuimg nach allcn Scitcn hin (Bravo 'links nnd iu, Ecutrum), uud Europa wird uus daukcu, daß vielleicht Ocstcrrciä) es ist, welches die Natioualitntcu-fragc ihrcr Hauptgcfahr cutklcidct u»»d bcwirkt, daß fie uicht mchr ciuc b.'lvaffnctc Beuurilhiguug, soudcru ciu Elcmcut dcr Beruhigung wcrdc. (Stürluischcr, cmhaltcu-dcr Beifall.) Berichterstatter Dr. Herbst wendet sich zuerst gegen jcuc Eiuwcuduug, die ciu Redner (Toman) bc< rührtc, das alte Thema dcr V crfa ssuu gsmäß i g-kcit. Dr. Herbst sagt: Dicscr Abgcorductc nahn, dcm Ncichsrathc das Prädicat dcr Vcrfassuugsmäßigkcit. Niir schciut dc»»i, doch behauptet wcrdcu zu köuucu, daß durch dic Zurückwcisuug der Grundgesetze uusercr Vcr-fafsuug scitcus Uugarus dic Wirksamkeit dcrsclbcn für jcuc Läudcr, iu dcucu sic Gcltinig crlaugtcu, doch uicht beseitigt wcrdcu köuuc; ich müßte soust fragcu: auf wen sollcu den» diese Rechte übcrgcgaugcu sciu, wclchc die Gruudgesctzc einräumte»,? Au die Landtage gcwiß nicht! also an die absolute Gewalt! Was aber das für ciu vcrfassuugsmäßigcr, frcihcitlichcr Fortschritt sciu 'olltc, schc ich nicht ciu! (Hcitcrtcit.) Dcrsclbc Abgcorductc hat bchauptct, daß das Priu-cip dcr Sistiruug ci>» gutcs war, daß nnr die Allssüh' rung schlecht gewesen, uud cr lobt dahcr dic Sistiruug wcgcu dcs ihr zu Grulldc licgcudcu Priucipcs: ,,Bc« grüuduug dcr Wohlfahrt." Ja, mciuc Hcrrcu ! daß cinc Regieruug kommt uud sageu wird: „Ich will nicht die Wohlfahrt begründe»," das ist uoch uicht dagcwcscu, uud daß mau sagt: Das Priucip ist gut, wcil cs die Wohl-fahrt bcgrüudcu will, schlecht war cs uur, wcil cö sie uicht bcgrüudct hat, das ist ctwas soudcrbar. (Große Hcitcrtcit liuts.) Ich komiuc zur nllcrwichtigsteu Fragc, zur Fragc dcs Ausglcichcs. Hicr scheint mir dcr Idccugaug dcr Adresse ciu ganz uatürlichcr zu sciu. Es wird zuuächst das Bcdaucru darübcr ausgcsprochcu, daß es dcu legalen Vertreter», der uichtuugarischeu Länder bisher nicht möglich war, sich bezüglich der zn trcsfcudcu Vcrciubaruug mit Uugaru zu äußern. Freilich wnrdc von eiuem Abgrord-uetcu gesagt, dic Wicdcrhcrstclluug dcr uugarischcu Ver-fassu»»g sei uicht möglich, iusowcit sie sich auf die l"n-l<'5 i»!n!>x!>n< gcladcu N'ird, worüber das Haus iu vertraulicher Sitzung soglcich nach Schluß dcr öffentliche»» zu berathe»! beschließt. Präsident bestimmt die nächste Sitzung mit Rücksicht auf die große Zahl dcr noch eingeschriebenen Redner (2«) für heute Abeuds 8 Uhr (Zustiuuuuug), nud ersucht die Orducr, die Räumung dcr Galcricu'zu vcraulasscu. Schluß dcr (öffentlichen) Sitzuug 2 Uhr 35 Mi-uutcn. In der hierauf abgchaltc»»cu vertrauliche», Sitzuug wurdc bciunhc cinslimmig der Beschluß gefaßt, daß das Haus das Präsidium ersuche, als Deputation desselben dcr Kröuungsscicr bcizuwohucu, uud daß cs fcrucr jcdcm Abgcorductcn frcistchc, fich dicscr Deputation anzuschließen. 854 6. Macht») Sitzung dcs Abgeordnetenhauses am 4. Juni. Auf der Ministcrbank: Ihre Excellenzen die Herren Minister: Frcihcrr u. Bcust, Ritter v. Komers, Freiherr v. Bcckc, Graf Taaffc. Präsident eröffnet die Sitzimg um halb 9 Uhr Abends. Sc. Excellenz Instizministcr Ritter v. Komcrs theilt mit daß die Negicrnng beabsichtigt, noch in dieser Neichsrathssession ein Strafgesetz, eine Straf-proccßorouuug, cine Civilproccß- lind Cou-cnrsordnuug, ein Gesetz über Alihandlnng der Verlassen schaftcn nnd übcr Vchandlnng der Pflegschaften, ciuc O ru n d b uch ij ord nung, ein Gesetz zur Einführung der Fri cdcn Sger i ch tc, ein Gesetz nbcr die Stellung der Richter nnd den O rg ani satio ns c ntw n rf für die Gerichte dem Hanse vorzulegen. (Vrauo.) Sohin führt der Herr Instizminister fort: Ich muß es dem crlcnchtctcn Cruicsseu dcö h. Hauses an' heimstcllcn, welche Zcit dazu bcuuthigt würde, solche umfangreiche Gesetze durchzubcrathcn, wenn dabei die Vorschriften der Geschäftsordnung stritte beobachtet würden. Aber ich erlaube mir noch Folgendes zn bemerken: Sowohl im früheren Abgeordnetenhaus^ als auch in den Randlagen aller Königreiche und Vändcr ist der lebhafte Wunsch nach Trennung der Justiz von der Verwaltung nnd nach Einführnng der Ocschworncngcrichtc ausgesprochen worden. Es hat ferner das frühere Abgeordnetenhaus eine Regierungsvorlage über die Organisation der Gerichte abgelehnt, und zwar aus dem Grnndc abgelehnt, weil es von der Ansicht ausging, daß man früher die Gesetze kennen müsse, bevor man den zu ihrer Handhabuug nothwendigen Apparat zn schaffen vermag. Endlich hoffe ich anch in diesem h. Hause jenen wohlwollenden Gcsinnnngcn sür den Richterstano zn begegnen, welche sich in dem früheren Abqcordnctcuhansc, in den Landtagen nnd in der Tagesprcsse knndgaben nnd welche es lebhaft befürworteten, die materielle ^agc des Richter-standcs in einer Art zu verbessern, die seinem wichtigen und schweren Bcrnsc entspricht nnd gleichzeitig seine Un< bcfangcnhcit mit ncueu Bürgschaften nmgicbt (Bravo, Vrauo) Und doch kann an die neue Organisation nnd die damit zusammenhängende Verbesserung nicht gleichzeitig ohne vorhergehende Berathung der neuen Gesetze gegangen werden. Diese sind die Gründe, welche die Regierung veranlaßten, den ncncn Gcsetzcnlwnrf über die Behandlung umfangreicher Gcsctzcövorlagcn cinzn« bringen, und indem ich die Ehre habe, denselben auf den Tisch des h. Hauses niederzulegen, lnüpfc ich daran die Bitte, wegen der vcrfassuugsmäßigcn Behandlung dcS-selbcn das Geeignete zu veranlassen indem ich cS dcm Ermessen dcs h. Hauses anheimstelle, ob nicht selbst bei dieser Berathung eine Abtürzuug der von der Geschäfls-ordnnng vorgeschriebenen Vorgänge einzuleiten wäre. (Bravo, Vrauo.) Präsident erklärt die Behandlung dieser Re-gicrnngsum'lage auf die morgige Tagesordnung stellcu zn wollen. Es wird zur Tagesordnung geschritten. Anf derselben steht die Specia ldc battc der Adresse. Zu der ersten Alinea erg>cift Graf Adam Putocki das Wort. Er wendet sich dagegen, daß die Vcrfassnug als „wiederhergestellt" bezeichnet werde. Mau möge oic Sistiruugspolitik nicht ohne Wetters verdammen, sie sei eine nothwendige und namentlich für dic finanziellen Angelegenheiten heilsame Maßregel gewesen. Die Sisti' rnng der Fcbrnarverfafsnng dauere üvrigens noch thcil-wcisc fort, namentlich Ungarn gegenüber, den finanziellen Angelegenheiten nnd allen jenen Gegenständen gegenüber, welche gemeinsame Angelegenheiten sind. Er werde deshalb gegen die ersten fünf Abfätzc der Adresse stimmen. Berichterstatter Dr. Herbst replicirt unter leb« haftem Beifall dcs Hanfes/ worauf Abfatz 1 mit großer Majorität angenommen wird. (Dagegen die Polen und Slovcncu.) Zu Absatz 2 spricht Abg. Guszalewicz (Nuthcnc): Er betont, daß seine Nationalität stets an der Vcrfafsnng festgehalten, und schildert, wie sehr die Ruthcncn durch die Sistirnngs-Politik gelitten haben. Wäre es so fort gegangen, es wäre ihnen nichts übrig geblieben, als den Wanderstab zu ergreifen nnd in die Ferne zn gchcn. (Rufe von polnischer Seite: Nach Moolan.) Die Rnthcncn hoffen von dcm Hanse eine Verbcsscrnng ihrcr Vagc. Abg. Sawczynsti (ebenfalls Rnthcnc) rcplicin dcm Vorredner, giebt einige Details nnd fragt schließlich, woher denn der Vorredner das Recht nehme, über Bc^ drücknng der Rnlhcuen zn klagen? Abg. Varcwicz bestätigt die Angaben feines Vorredners. Nach einer kurzen Bemerkung dcö Berichterstatters wird Absatz 2 von derselben Majorität angenommen, ebenso ohne Debatte dic Absätze ij bis incl. 7. Gcgcn den Absatz 8 ergreift Abg. Andriewicz das Wort, nm dagegen zn sprechen, daß der Ausgleich als eine Thatsache bezeichnet werde. Er stellt ein dies, bezügliches Amcndcmcnt. Abg. Wolfrnm tritt für diesen Absatz cm, in. dem cr sich für dcn Dualismus erklärt. Nicht nnr der Ausgleich thue dcn volkswirtschaftlichen Interessen beider Reichshälften noth, sondern auch Eintracht. Nachdem noch Abg. Freiherr v. Kübcck für diesen Absatz das Wort ergriffen, wird derselbe angenommen. Dcn Absatz ^ glaubt Abg. Graf Adam Potocki in Eonscquenz dcs von ihm früher Gesagten nicht unterstützen zu können. Dieser Absatz wird mit großer Majorität angenommen. (Dagegen die Rechte.) Ebenso wird Absatz 10 mit Majorität angenommen. (Auch die Rechte stimmt dafür.) Zum Absatz li ergreift Dr. Laven na das Wort nnd will blos constatircn, daß seit dem Jahre 17l)7 das von ihm vertretene Königreich Dalmatien immer mit der westlichen Hälfte in Vcrbinonng stand, und anch weiter entschlossen sei, sich von diesem Verbände nicht loszulösen (Bravo liuks.) Da dieser Gcdaukc im Absätze 11 seinen Ansdruck fand, so müsse cr für denselben stimmen. Abg. Dr. Zaillncr: Ans dieser Alinea geht hervor, daß diejenige Partei, die den Ausgleich mit Ungarn als nothwendig crlcunt, durchaus gewillt ist, dic Interessen dcr Rcichshälfte ohnc weitcrs preiszugeben. Der Gruudton dcs 07er Elaborats ist das Mißtrauen gcgcn die westliche Rcichshälftc, dieses Mißtrauen zu beseitigen ist nnscrc Aufgabe, nnd ich glaube, daß dicscs Ziel anch bci vollständiger Wahrung dcr Rcchtc nnd Intcrcsscn der von uns vertrctcncn Bänder erreicht werden kaun. Abg. Dr. Mühlfeld: Mein Standvuukt soll bezeichnet werden dnrch denjenigen Pnnkt, von dcm ich ausgchc, uud durch dasjenige Ziel, »ach dcm ich strcbc. Mein Ansgangspuult ist die Fcbruarvcrfafsuug, sie ist unscr Rccht, die Wiederherstellung dcr uugalischcu Vcr-fassung ist für uns tcinc Rechts- sondern eine Thatsache. Wir haben der itronc gegenüber dasselbe Recht auf unsere Verfassuug, wie dic uugarischc Nation gegenüber derselben Krone anf ihre Vcrfnssung. Eine Eollision dcr Rcchte nnd Pflichten kauu daher nicht auf unserer Seite, sie taun nur auf Seite der Krone entstehen. Nicht aber blos dcr Rcchtssland-puntt, sondcrn auch die K l ug he i tsrücksichtcn vcran-lasscu mich, vou diesem Punkte auszugchcn, damit, wcuu der Ausgleich, was Gott vcrhüteu möge, nicht zn Staude kommt, wir nicht jcdcs Bodcus bar siud, auf dcm -wir uuscr Rccht noch gcltcud machcn tönncn. So vicl übcr dcn Ausgangspunkt, von dcm ich ausgehe. Mein Zielpunkt aber ist, die Krone vou jcner Eol< lisicm zn befreien, in dcr sic durch ihvc Räthe gctragcu wurde, die Grenze uusercS Handelns nbcr ist dort zu suchen, übcr die hinaus die Existenz dcr Gesammtmon' archie aufhört. — Da aber dicsc Aliuca nur cbcn dicscn Sinn zu habcn schciut, so stinime ich sür oiesclbc. (Bcifall.) Bci dcr Abstimmung werdeu die Alineas I I uud 12 angcnoiumcn. Präsidcilt schlicßt sodann dic Sitzuug uul 11 Uhr 15 Min. Nachts. — Nächste Sitznng: Morgen W Uhr. Tagcsordnung: Erstc ^csung dcr hcutc ciugcbrach-tcn Regicrungsuorlagcu, bezichuugowcisc Wahl des Ausschusses fur ou'sclbcu. Fortsctzuug dcr Spccialdcbattc übcr dic Adresse. Mlzeönemgkeüen. — (Aus Wien.) Als Tepulaliun dcr Stadt Wien gchcn zur Krönung nach Pcst der Äügeimeislcr und fünf Gemcindcrälhc. — Dcm Gemeiaderathe ist im Wege deotbüclerei-Reuisioncn, 12 Fleischoachwägungen, 8 Schlacht-localitätenrevisionen, 13 Confiscationen von Waagen und Mähen, 6 Anstünde wegen Standausstellung, eine Bestrafung wegen Uebertrctnng der Rcinlichkcilsvorschriflcn, 2 Hausdurchsuchun- gen, 103 Verhaftungen, 40 Anzeigen an die Strafgerichte, ^ eine Abstrafung eines Fiakers, 3 Abstrafungen wegen Nicht-zuhaltung der Sperrstunde, 68 Abstrasungen wegen Bcttclns, 75 zwangsweise Cnlfcrnrmgen und 52 andcre localvolizeiliche Abslrafungcn. — (Die Bürger meister wähl) wird sicherem Vernehmen nach am 12. d. M. stattfinden. — (Aadeplah.) Laut Kundmachung dcS löblichen Stadtmagistrates ist auch heuer wieder das öffentliche Baden nur oberhalb der Kolesicmühle im Giadaschzabache gestattet und wird darauf ausmcrlsam gemacht, daß die Badenden mit anständiger Verhüllung versehen sein müssen. — (Zu r Nachahm un a, bestens empfohlen.) Letzten Sonnlag hielt, lvic die „Klagenf. Ztg." berichtet, der landwirthschastliche Gauverein St. Veit in Kärntcn eine Versammlung, bci dcr die vorzüglichsten Viehzüchter und brave Dienstboten prä'miirt wurden. Der Direktor der Landwirlhschastsgesellschast, Dr. Burger, der Kanzler Dr. Ernst E d l m a n n u»d einige Mitglieder des Centralausschusses, sowie cmc große Anzahl von Gästen u»d Landwirthen waren zu dieser Feier erschienen. Der Vorstand, H?rr Hock, eröffnete die Ver> sammlung mit einer Ansprache, in welcher er auseinander» seilte, wie unzweckmäßig es sei, Vieh auf Märkten oder Ausstellungen zu prämiiren. Bei diesen Gelegenheiten erhält nur selten der eigentliche Viehzüchter die Prämie, die gewöhnlich einein Händler zufällt. Auch erhält man dadurch »ic ein wahres Bild des Standes der Viehzucht. Der Gau !,alte dcmnach beschlossen, llommissionen zuscmnnenzuschen, welche alle besseren Willhschaftcn in Bezug auf ihre Acker-, Wiesen, und Futteibauflächen, ihren Viehstand, den Ernäh-rungsznsland, die Reinlichleit im Stalle, die Art dcr Streue »nd der Füllcluiig u,ttersuchlen. — Unter 59 Beschern, wclchc zusammen cincn Viehstand von 18 Stieren, 330 Ochsen, 3Ü6 Kühen und 018 Stück Jungvieh auswiesen, murden 28 als vorzügliche Viehzüchter erkannt und mit einem Äelobungsschieiben von Seile der Landwnlhschafls-gescllschast ausgezeichnet. Hierauf wurden 2.'l männliche und weibliche Dienstboten, welche sich durch langjährige, treue und stößige Dienstleistung ausgezeichnet hatten, öffentlich be> lobt u»d je mit 2 fl. in Silber belhcilt. Außerdem wuide jedem derselben ein Belobnngsschrnben in scin Dicnslbolen« buch gchestlt, gewiß die, beste nnd zweckmäßigste Empfchluog ci,>es Dieuslbolen. Schließlich ertheilte der Landwirlhschasts-director He,r Dr. Aurgcr manche pralllschc Winke sür die Landwulhe und ermunterte die Anwesenden znr Ausdauer und zum Vorwärlsslreben, mit den Worten schließend: Wir müssen leinen und arbeiten. Dcn Echkih des Festes bildete ei.ie Bewitthnng dcr ausgezcichiutcn Dienstboten. — Solche Velsannnlnngln sind wohl vor allcm geeignet, den Landman,, den Piallischen N»licu dcs Vclcin^lcbcns kennen und wür» digeil zu lehrcü. Aus der Sitzung deö Gcmcittdcrathcs vom ul>lg ist die Genehmi' gung der Wahlrcsnltatc. Urbcr Portrag der betrrsfendcn Re» serentcn werden dic unseren Lesern ohnehin bereits bekannten N.sultatc der letzten Era,ä'nzung5wa!,lcn von 12 Gcmcindc-lüll'c» e,nslim»ng gni^t. G)>t. B ü rger reieritt sohin über das d>m Magistrale von ocr hohen Landesregieiung zur Einsichtnahme uno Er-slat>u»g dlr Aeußerung zugemütclte Project des Codelli'schen Dlüchlliches, für welcken an llferschntzbauten 4632 st. und an Planilungsarbeiten 300 fl. veranschlagt sind. Die Sec« lion slM den Anting, der Gcmeindcralh wolle dem Pro-jectc im Interesse der Morallculsumpfung die Genehmigung ertheilen uud die Bereitwilligkeit zur Concnrrenzleistung aus« sprechen.. Nachdem Dr. O r el die Nothwendigkeit dieser Arbeiten heivorgehoben, Dr. (5 o st a die Auftlärrma, ertheilt, daß "/, des Concurrenzbeitragcs das 3l,ich, ^ die Eladt Laibach u»d die concurrcnzpstichcigen Grundbesitzer zu tragen habcn, wird der Antrag der Bauseclicn einstimmig angenommen. Dr. Orel ergreift iohin das Wort, um aus Anlaß der Negulinmg des Laibachflußbcttes auf die Nothwendigkeit einer Negelung des Gradaschzabachcs ausmcrksam zu Nlachen und den Anlrag zu stellen, dicscn Gegenstand dcr Bausection zur weiteren Veranlassung zuzuweisen. Der auf der Tagesordnung stehende Bericht über einen Nccurs in einer Bauangclegenheit wird über Antrag dcs Herrn Dr. Costa bis zur vollständigen Constituirung dcs neuen Gemeinoeralhcs vertagt, uud es refcrirt Herr GN. Bürger über eiuc Dolomilschotter«, Sand- und eine Holz« lieferung, und es werden die bezüglichen Verdienstbeträge mit 562 fl. sür Herrn Carl Pelerza und 30 fl. sür Herrn Tauischer genehmigt. GR. Aucr bringt sohin Mauthanstände an dcr Triester Linie sür Nirthschastsfuhrcu zur Sprache, zu dcrcn Behebung sich der Bürgermeister Dr. Costa seiner« zeit an die Verzehrungsstcuerpachtung, jedoch wie es scheint, ohne Erfolg gewendet hat. Schließlich spricht Herr GR. V. C. Su pa n den Wunsch aus, die Bauscction möchte die nöthigen Vorkehrungen treffen, daß eine Vadc« und Schwimmanstalt als ein allgemein empfundenes Bedürfniß errichtet werden möchte. Hcrr GN. 3t o st theilt uns aus diesem Anlasse mit, daß der Herr Oberrcalschulprofesfor Dziatowsky sich bereit erklärt habe, gegen cinen angemessenen Beitrag von Ecile dcr Eladt ci»e Bade- und Schwimmanstalt aus seinem Besiklhum an der Laibach zu errichten. Somit erllärt der Vorsitzende die Sitzung für geschlossen. 655 Telegramme. (Trilchlal-TelMmnmc der „Laibachcr Zeitung.") ÄVien, tt. Illlli. Ihre k. Hoheit (5r;< lier;l,,,in Ältathilde ist heute früh . Inni. (Tr. Ztg.) Mittwoch.Hcrrcn' haue. Dic Adreßdcbattc wnrdc fortgesetzt. Thnn spricht gegen. Gablcnz für dic Adresse, Golnchowöki vertheidigt die Sistirungöacra, räth jedoch, die Bruderhand besorg' nilüoö zum Ansgleichc ;n reichen. Hierauf Schlnß der Generaldebatte. Vcnst weist in beifälligst anfgcnmn-uiencr 3tcdc anf seine Untcrhanörcdc hin, ans dai< höhere Vertrancu, welches Oesterreich auswärts genießt; die Neichsrathöcompeten: sei nicht Negicruugssrage, sondern Sache dcö Hanfes. Wenn des Herrenhauses Devise Vorwärts, werde es nach obm und uuten Wirten tonnen nnd den Dank dcr Regierung und des Volles einernten, fticrauf erfolgte die Spccialdcbattc und Schließlich die Ädrcßannahme bei dritter Lesung mit großer Majorität. - - Unterhans. Tags- nnd Nuchtsitzung. Schindler fordert die Sistirung dcs Wehrgesctzes nnd dcr Arbeiten zur Befestigung Wiens bis zur Beistinnnnng des Reichs-rathcs. Der Kriegsminister rechtfertigt den Vorgang der Regierung. Grcntcr uud Jäger sprechen für Auf-rcchthaltung des Concordats. Vlühlfeld in beifälligst aufgenommener Rede gegen das Concordat, er verlaugt die consessionelle Gleichberechtigung. Die Reden Plcner's, Skcue's, Vichof's und Winterstcin's gegen das die Finanzen betreffende Alinea wurden vom Finanzministcr widerlegt nnd nm 11'/.. Uhr Nachts die Adresse mit allen gegen 2 clericale Stimmen angenommen. Sämmtliche Slouenen slimmlen für die Adresse. Prag, 5>. Juni. (Frdbl.) In der Streyschowsly-scheu Druckerei crschci'tt morgen ein deutsches, den czechi^ sehen Bestrebungen gewidmetes Journal, betitelt: „Nationalzeitung." Als Herausgeber ist sollet genannt. Die „Nc.rodui Wy" empfehlen das russische Sprachstndiuin, damit die Slaven sich nntcreinandcr besser verständigen tonnen. 'Vest, i>. Juni. In der Mafznatcnta fcl wnrdc der Gesetzclttw'nft in Betreff dcr In a rt i c n l i rn n g d c r ?l b d ankn n gs nrkundc n in beiden ^csungcu nügenoiumen, woranf dcr Präsident die Mitglieder der verschiedenen .Hröimugsdeputationen ernannte. -Vest, 5>. Inni. In beiden Häufcrn dcs Vandtages wnrdcn die Mitglieder der mit U cb errc i cl, n n g des Iuauguraldiplo m S bctrantcn Deputation aufgefordert, sich heute 4 Uhr beim Minister dcs Innern zu versammeln, um von da zn Er. Majestät sich zu begeben, wo dcr Empfang um 5 Uhr stattfindet. Iu beiden Häns,ru fiudet morgen um w Uhr Sitzung statt, zu welcher die Mitglieder in Gala zu erscheinen aufgefordert wurden, da die Abgeordneten nm 12 Uhr, die Magnaten nm l Uhr Sr. Majestät >» <'<» ^>r,> ihre Aufwartung machen. In der Dcpntirteiitafcl wnrde eine aus 2!l Aiitgliedern bestehende Deputation vom Präsidenten designing welche Ihren taiserl. Hoheiten den Herren Erzherzogen ihre Aufwartung machen wird. Heute Nachmittags ". Uhr wird cinc Deputation dcr Angsbnrgcr Kirche Sr. Majestät für die Zurücknahme dcs Protestant tenpatcntcs ihrcn ehrfurchtsvollsten Dant abstatten. — Hentc Morgens sind dic Botschafter ssraukreichs. Englands nnd dcr Pforte nnd der spanische Gesandte hier eingetroffen. — Iu der heutigen Sitzung dcs städtischen Ncpräscntantcnkörpcrs wurde dic Antwort des Wiener Magistrates auf dic Einladung der Stadt Pcst verlesen und mit lallten Frcndcnbczcngnngcn ausgenommen. — Dcr Fackelzug unterbleibt anf Wunsch Ihrer Majestäten. Das Voltsfest ist anf Mittwoch verschoben. Pest, i). Juni. Die mit dcr Uebcrrcichnng dcs Juauguraldiploms betraute Dcpntation vcrsammelte sich im Präsidialburcau dcs Miuislcrinms dcs Innern und fnhr, nachdem dcr Primas die au Sc. Majestät zn rich tcndc Ansprache vorgetragen, in dic Bnrg. Bald nach dem Eintreffen dcr Deputation im Thronfaalc erschien Se. Majestät mit dcm Hofstaate. Es schritten voran dic Obcrstthürstchcr, dcr Obcrsthofmcistcr, cm Träger dcs Apostolischen Kreuzes nnd der Obcrststallmeister Graf Emcrich Bathyany init dem Rcichoschwcrt. Znin crslcn Äcalc erschienen anch dic ungarischen Garden. Sc. Ma^ jcstät in ungarischer Marschallsnniform nahul anf dcm Throne Platz, worauf der Primas uugcfähr folgendes sprach: Die von Ew. Majcstät im December 18l>5> cin-bernsencn Äiagnatcn und Ständc haltcu endlich den hciß-crsehnten Angcnblick für getouuncu, die Bittc vorzubringen, daß Ew. Majcstät Sich mit dcr ötronc dcs heil. Stephan lröncu zu lasscn geruhten. Iu dcr Zuversicht, daß Ew. Majcstät dicscm Wnnschc dcr trcucn Ständc Genügc leisten, hat der Landtag das Inanguraldiplmn vorbereitet, und die Dcplitation lcgt dassclbc mit honla-gialcr Trcnc anf dcn ^tnfclt dcs Thrones nieder. Dcr Primas näherte fich hierauf dem Throuc und überreichte das Diplom mit eincr ^iuicbcugnng. Sc. Htajcstät ant-wortctc lurz: Er fühlc sich glücllich, dcm Wunschc des Vaudes Folge zn leisten; auf das Diplom werde er morgen Antwort ertheilen. Diese Wortc wnrden mit begei-stcrtem Eljen anfgcnomnlcn. Darauf cutfcrutc sich Sc. ^iajcslät uiltcr Vorantritt dcs Hofstaatcs ulld des Äti« nistcrimus. ^>fen, 5. Inni. U»u :'> Uhr war heute Empfaug dcr sehr zahlreichem Dcpntation von Protcstanten aus allcn Theilen dcs Bandes, der sich sämmtlichc protestantische Vandtagomitgliedcr auschlosscn. Sc. Majcstät crwidcrtcu dic warmc und langc Aitsftrachc dcs Dcpu-tation^führcrs Pronay folgcnderiliaßeu: „Geruc habe Ich die wünsche Äieiucr getreuen protestantischen Unterthanen erfüllt, und ^ch war nm fo geneigter dics zu thu», wcil Ich dic Erwartung hcgc, daß Sie bci dcr Durchführung dieser H)tcincr Entschließnlig anch gcgcu über denjenigen Ihrer Glaubeusgc,tosscn, wclchc hicdnrch näher berührt werden, im Geiste dcs Friedens lind mit möglichster Schonung ihrcr religiösen Gcfühlc vorgchen wcrdeil. ^ch wiinschc aufrichtig, daß derart dic religiöse Ruhe und dcr Friede im Schooßc Ihrcr Kirche wieder hergestellt und befestigt werde, uud in dcr Hoffnnng dic-scs Erfolges uehmc Ich Ihrc soebcn ausgcsprochencn Danteswortc wohlgefällig cntgcgcn." Agra,», 5). Juni, (Ded.) Dic ^andcsmnnicipien manifeslircn soeben ihrc nnionistische Gesinnung durch die Wahl der it,rönnngsdcpnlation. Bis hentc haben dic mcistcn Äinnicipicn gewählt. Hcutc crhiclt das Pozcgaucr Eomitat von dcr russi-s ch c n N c g i c r n u g für dic südflavischc Aka -dcinic cin Gcschcnf von cincr ANlliou R li b c l. Berlin, 5. Inni. (N. Fr. Pr.) !^aut dcr ..Post" wcrdcn dic sogenannten brandcnbnrgischcn Gemächer dcs Rcsidenzschlosseo znr Ailfnahuic dcs Baisers Ra pole on hergerichtet. Berlin, 5. Iuui. ()c. Fr. Pr.) Die Bcstcucruilg dcs Salzes, des Zuckers und Tabaks wird für den gc sammtcn Zollverein cinc gemeinsame; dic Minister dcr süddcntschcn Staatcn habcn dic hicrnnf bezüglichen pren-ßischen Vorschläge als Grundlage weiterer Verhandlungen angenommen. Paris, 5>. Juni. (N. Fr. Pr.) Gestern wurde ciue Anzahl Demoustrautcn gcgcn dcn Eznr verhaftet. Die Börsc war von diesen Vorgängen schr nnangenehm berührt. London, 5. Iuui. Dcu im V l a u b n ch c über dic V u x c m b li r g c r Angelegenheit cnthaltcncn Depeschen zufolge bchanptetc Kaiser ^l'apolcou anfangs, Holland besitze das absolute Recht, ^uxcmburg au Frankreich ab. zutrcteu; derselbe versicherte ^ord Eowlcy schon an, 1'.'. April, cr würdc untcr kcincr Bedingung cincn Gcbicts-zuwachs auuchmcu. Graf Bismark bedeutete gleichzeitig ^ord ^oftus, Prcußcu köuile nimmermehr die Festung Vuxcmbura. räumen; derselbe sagte jcdoch dcmsclbcn am W. April, Prcußcu werdc auf der Eonfcrcnz bchlifs Er» haltilng dcs Friedens zugestehen, was vor der Eonfcrcnz zuzugestehen numöglich war. '?te»v-Aork, 4. Juni. Dcr Ausschuft hat bc> schlössen, Johnson cinc Rügc zn crthcilcn, ihn abcr nicht wcgcn Pflichtverletzung anzuklagen. Telegraphischl' Wechselcourse vom ll. Imil. 5pcrc. Mttalliqurs 00.30. — üprrc. Mctalliqucs mit Mai< und Nl,wcmlicr'ZinsniU2.25, — 5ftr«. NaNoiilll Ailllchc»70.10... Oalil-actiru 726, — Ctvditac'lil'ii 1«l.50. — 1«U0rr Vtaatsllnlch!:« 88 50. — Silbrl, l2.-j.25). -. i'nl!c»c>!l I25>50. — K. t, Äiicalei! 5>.'.»1. cheschästs-Zeitung. Die Prcsibuvgcr Versichernug^bauk „Hungaria" hielt am 30, Mai ihre Ocurr.Uucrsammluilg. Tic Actiouärc wil-ll^!!>i! dlin'i», daß zur sofoma.ru Tilgung d^s Vcrliist^ dic durch dic Acüoüä« ^olcistttl' lchtc dii'isnlipncl'iiiige Einzahlung alö uicht gsschchcu rrllärl uud aiiniillirt, somit dic b»'i dcr Bauk nlirgcudcu Hchuldschmic aus dic ursprilugllchc Hühc von 700 fl. pcr Aclic abbracht uud so daö Aclicucapilal wird«' uollftändig complclirt llil'rdc. Durch die letzt oina^ahltcn 30 Pcrccut pcr Aclio grlaiissic die Vauk iu dcn Vcsitz dcr uüthiacü Varfoudi', — durch dic Ai^ uullinma, dicscr Einzahlung ;u cilicm complctirtc» Acticn-^aftital, — ihrc grgrnwiuligc ^cituug crwicö sich als einc eucrgischr und fachniäilüische, Da<« Vcrlraucü, daö dic Acliouärc durch dicsc Masw'ssl'l darg.lcgt habcn, N'ird anch da^ crschilllcrtc ^crlraucil dcö Piibliciimö nncdcr lrastigcu. (Pr.) tT'ek^llvillischc (iicscllschafl iu Assra»!,. In dcr lctzten Versammlung dcr ülDiwmischcn ^csrllschaft in Agram lamcu dc-sondl'ri« dic G^lducrhältuissc dcr Gcscllschaft ,;nr Sprache. Dcr Hlaild dcr Gcscllschaflöcassccnvicö sich alö rin schr bclrüdeudcr. thcils dc»l>>hördc un.;urcichl,'ud ist, Drmznscilgc hat dic Gcscllschaft lin Iämicr d. I. dcm !t.'a»dlagc cinc müliuirtc Vitlschrist ciugc-reicht, Dic unrcalisirbarcu Flndcrungcn wcrdcu gcsirichcn. Fcrncr ist man illicrcinkoiiimrn, dasi dic, Gcscllschaft n>cuigsll,'uc< 1000 fl. jährlicher Sillim'miM au^ ciucm ^audc^fondc sich t'cschaffcn müssc. - E« N'lirdc dcschlosscu, cin Gesuch an dcu Baunö ,p« richlrn, dahiu lautcnd, dcr Taliatdau miigc in Croaticu, N'ie in Ungarn nnd Sicdcüdilrgcii, anßcrhall) dcr Monupnlgfsctzc a»f jc 70 Qua-drattlafter Arcal gcgcu I ft, Fi!ianzanssichti,:Gcl)ilhr uud 21 lr. Vn^ehrung^stnlcr l'aldmügüchst gestaltct werden. — Schließlich nnirdc ticschlossen, dicö Jahr in Agtam cinc Nallirproductru» Anoslcllnug adznhallen. Dabei wird Material zu ciucr „Obst^ Terminologie" gesammel!. Dai< Programm zu diescr Ansstellnug U'ird deniiläll'st veröffentlicht werden. Verlosung. Ziehung dcr Tricstcr 185)5)cr Lose am 1. Iuui 1^7 i 2>»00<> fl. CM. gew. Nr, <>38; 1000 fl. grw. N'r, t,').'>8i>, ;<»0 fl. gcw. Nr. 11613, 5036, 6l2I, 15,67, 146,5; 200 fl. gcw. 811-', «67l, 4615', 101 >, ^'.66, 595)7, 17646. 1706l, 13043, 1715; 130 sl. gcw. l'.>!»4, ^<>5.3. 17243, 107?!', 14759. «865, 2l8!'8. l>3i». 4828, 355»6. Äuszerdem gewinnen noch 20^ Nnmmcril 100 CM. Angekommene Fremde. Am 5». Juni. Htadt 2vic». Die Hcrren.- Herbst, Commix lion Lin;. — "^'is;, Handelöreis,, von Äl'cichciiail. — Haao, Strafch Malhias nnd Slrafitz Iofts, Handelölt,, von Guttschee. Äicderman, f. t. Katestral^Ocometcr, vuu Kiaiubnrg. - Ursich mit Fran, Privat, uuu Tricst. — Smole, vuu Gntcnfeld. — Oblal, ifaufm , von Rndulföiuertl,,, -- Mosc, Kansm,, von Mieu. — Brilll, Kaufm., vou Brnnu. — El^ner, Äe;irli>erzcr. Privat, vou Vidcm. — Pal- man, Kausm., von Filime. — Mack und Fritsch, Kauflt., Graf ThilU, und Sc. Ercellcnz Varou kalcht'erg, von Wien. — Gaber, Ncalilälciibrs., von Marburg.- Icrrinann, t. t. Con- lrolov, vc,n Naischach. -- Icrschan, Nealitätcnbes,, von Planina. -. Cipriani, iiaufm.. uou Gorz. — Schnllcr, Handeli«m., von Agram — Maurogordaio, Privat, uou Tricst, Tvild^r Ma»n. Dic Herren.' Bcraurl, l, l. Generalmajor, nnd RosN, l. I, Lieut,, uon Graz. Bl'ierischer Hof. Herr May, vou Marburg. !«N. Mg. 327^sz -l-13.^ windsM bewölkt 6. 2 „ N. 326,»^ -j-I8.? windstill heiter 0.^ iw„ Av., 326,..-. l'14,? windstill hcitcr Vormittag gelockerte Wollcudcckc. Aufheiterung. Warmer, sounigsr Tag, zNcrantmortlichcr Neda^tcur.' IqnaK v. K l e i l< m a u r. Mlscnllmcht. HUie», 5'. Inili. Dic Aorsc war silr die Mehrzahl dcr Siaatssoudö uud Iudnstliegatlllligeu matter gestimmt, indeß sich Devisen und Valnten steifer stellten. Geschäft mäßig. Geld flüssig. ' _____ «effeutliche Schuld. z. dei« Elaalcs (für 100 st) Ocld Waarc In ö W. zn 5.pCt. für 100 fl, 56.- - 56 20 In ostcrr, 'Währung steucrsrci 61.- 6l.10 ^,, Sleucranl. in ö. ^l. v. I. 1864 zu 5pCt. rückzahlbar . 88,.)0 ^.— Silber-Änll'heii vou 1«64 . . 78.-- ,^.— Eilberaul. 1«65 ^Frc?,) rückzahlb. i» 37 Jahr. zu 5 pCt. 100 l. 82,50 83.50 N°t,-Anl. n!it Iäu.CouP, zn 5"/.. 70.40 7 ,.^<. Apr.-Coup. „ 5 „ 70.10 /0.2^. MttaM nc^' /. - ^ . '^" « " " " 1«60,zn500fl. 88.60 8^,^0 Eomo.'9tenlcnsch. zu 42 I.. »u»l. 17 2^. 1, /n N. dcr Kronländcr (fiir 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. 9licdcrosterreich . . zn 5«/.. ^.- 87.50 Overösterrcich . „ 5 „ 90.- 9,l.- Geld Waare! Salzburg .... zn 5"/, 86.— 87.- Böhmcu' . . . . „ 5 „ 89.50 l)C — Mähren . . ^ . „5 „ 9l'.— 9l.— Schlcsicu .... „5 „ «8.50 8!>.- Stcicrmart ... „ 5 „ 86.— 88.— Ungarn.....„ 5 „ 71.25 72. Teineser-Banat . . „ 5 „ 71.- 71.50 Croatien und Slavonien „ >5 „ 76,50 77.- Galizien .... „ 5 „ 68.50 6!».-, Siebcnbiirgcn . . . „ 5 „ 67.25 68.- Buluvina .... „ 5 „ 6x.— 68.50 Ung. m. d. V.-C, 1867 „ 5 „ 67.75 68.25> Tcin. V. m. d.P.-C. 1867 „ 5 „ 67.59 67.75 Actien (Pr. Stück). Nalioualbanc (ohne Dividende) 723.— 725.— K.Fcrd,-Nordb,zu Il>00fl. C,M, 1655.- 1658.- Kredii-Austalt ui 200 fl. o. W, 185.40 1X>.<.0 N.ö, Cöcom.-Ges.zl'500fl.ö.W. 623.— 62?.— S.-E.-G.zn2»!0,l.CM o.50^Fr. 23l.l-»0 232,- Kais. Elis. Bahn zn 200 fl. CM. 142.50 143. - Süd,-nordd,Ver.-B.200 „ „ 126... 126.25 Süd.St.-,l.-ven,n.z,-i,E.200fl. 202.5N 202.75 Gal. Karl-l!nd,-B. z. 20» sl, EM. 234.50 234.75 Geld Waare Vöhm. Wcstbahn zn 200 fl. . 149.50 150.— Ocst,Don.-Dampfsch.-Gcs. ^H 482. - 484.- Oesterreich. Vloyd iu Triest Z Z 190. - 192.— Wien.Dampfm.-?lctg.500st.o.W. 434.— 437.— Pester Kettenbrücke .... 370.— 380.— Anglo ^ Austria - Bant zu 200 fl. V7.50 <^.„ Weinberger Ccrnuwil^er Actien . IM.— 181.50 Pfand!'riefe (fiir 100 fl.) National- ^ 10jährige v. I. bant anf ^ 1857 zn . 5"/, 105.— —.- C. M. 1 vcrloobarc 5 „ 95,25 95.50 Nalionalb.ausö.W vcrloöb.5„ 9 - 26.-^ Esterhazy „ 40 „ CM. 90.— l»5.— Salm „- .10 „ „ . 30 50 31.— , Pallsfy „ 40 „ „ . 24.— 25.— Geld Waare Clary zn 40 fl. CM. 2',.— 26.— Sl. Genoiö „ 40 „ „ . 22.— 23.— Windischgrätz „ 20 „ „ . 17.— ix.— Waldstciii „ 20 „ „ . 21.— 22.— Kcgllvich „ 10 „ „ . 12.^. 12.n0 Rudolf-Stifluug 10 „ „ . 1l.75 12.25 W e ch s e 1. (3 Monate.) Augsburg für 100 fl sildd. W. 103.50 10"l.- Frautfnrta.M 100 fl. dctto 103.75 104.25 Hamburg, für 100 Mart Vanko 92.- 9^.50 London für 10 Pf. Sterling . 124.25 124.75 Paris für 100 Franks . . . 49.50 49.,;0 (5ouvs der Geldsorten Gcld Waare K. Müuz-Dncatcu 5 fl. 56 kr. 5 fl. 57 kr. NapolconSd'or . . 9 „ 94 „ 9 „ 9^ „ Nnss, Imperials . U' „ 19 „ 10 „ 20 „ Vereinilthaler . . 1 „ 83 „ 1, „ «3j „ Silber . . 122 „ - - „ 122 „ 25 „ Kraiilischc GrnndenllaMmgS-Obligatwneü, Pri-vatuotinmg: 8? Geld, «9 Waare,