'^'^V', ^"> "^', Nr. 10. Vvän» », orations Preis: Im Comptoir ganzj, sl. n, d"!l>i. f>. ü,!''"- ssili die Zustellung in« Haus Yalbl. 5U l». Mit der Post ganzj. ft. ,^, l'albj. si. 7.5.0. Freitag, l4. Jänner ^nleiNonögebiihi bis wZeilcn: «malenli iim. »o lr., i>m. i sl.! sunft pl. Zeile lm. e lr., i?m. »>ll., ^m. lo lr. u. s. w, Insertionsstempel jcdcsm. lw l,. l87«. Nichtamtlicher Theil. Me Memoranden drr Minister. Auf Grund specieller Allerhöchster Emächtigung Sr. Majestät des Kaisers und Kön^S ist die „Wr. Z." in der Lage, die beiden von den Mitgliedern des gegenwärtigen Ministeriums für die im Neichsrathc vertretenen Königreiche und Länder an Se. Majestät erstatteten und den Adrcßausschüsscn der beiden Häuser des hohen Reichs-ralhcs mitgetheilten Separatvoten über die schwebenden inneren Fragen ihrem Wortlaute nach zu veröffentlichen. Wir geben in Folgendem zuerst das Memorandum dcr Majorität deS Ministeriums: Allergnädigster Herr! Eu. Majestät haben in der am 10. dcS l. M. unter dem Allerhöchsten Vorsitze abgehaltenen Minister-confercnz Allcrhöchstihrc Regierung zu beauftragen geruht: Eu. Majestät in bestimmter und ausführlicher Weise die Mittel und Wege anzugeben, welche eine Verständigung in Beziehung auf die Verfassung nnd sohin eine Vervollständigung der Ncichsvcrtretung herbeizuführen geeignet wären, auf daß die Letztere endlich zu einer Wahrheit werde, und haben Sich fohin Eu. Majestät Allerhöchst,'!)« Entschließungen vorzubehalten erklärt. Diesem Allerhöchsten Auftrage entsprechend erlauben sich die gehorsamst Gefertigten in aller Unterthänig-keit, aber auch mit jener Offenheit, welche ihnen die vielfach verworrene Sachlage Eu. Majestät gegenüber zur dringenden Pflicht macht, ihren Standpunkt ausführlich darzulegen, auf daß Eu. Majestät zu ermessen geruhen mögen, ob und inwieweit Allerhüchstihr Ministerium in der Lage sei, Bürgschaften für die Erreichung des von Eu. Majestät gewünschten Kieles zu bieten. Sic müssen uoranschicken, daß sic ihren Standpunkt seit dem Momente, in welchem Eu. Majestät sie il'. Allerhöchstihrcn Rath zu berufen geruht haben, un-venickt festgehalten haben. Auch heute noch sind sie der Ueberzeugung, daß der schwierigen Lage gegenüber, in welche die Monarchie allerdings durch die sich gegenseitig widerstrebenden Richtungen ihrer Theile versetzt ist, doch nichts erübrigt, als mit Bciscitclassuug aller problematischen oder gefährlichen Projettc den mindestens relativ richtigsten Weg mit Geduld und jener Ausdauer weiter zu wandeln, deren Mangel so sehr geeignet ist, Mißtrauen gegen die Staatsverwaltung hervorzurufen und dasselbe zu vergrößern. Gerade die Schwierigkeit dieser Lage nestat!ct es nicht, ihre Erfolge mit Sicherheit zu verbürgen; am allerwenigsten aber gestattet sie. eine solche Bürgschaft für einen raschen Erfolg abzugeben. Die vollkommene Ueberzeugung jedoch, das; das Einschlagen jedes anderen Weges einen günstigeren Erfolg anch nur iu Aussicht zu nehmen unbedingt nicht gestattet, genügt ihnen, um das Verharre» aus dem bis-hcrigcn als eine Pflicht zu betrachten. Um dies zu begründen, müssen sich die gehorsamst Unterzeichneten gestatieu, zunächst nochmals Eu. Majestät gegenüber die Gründe, welche für ihren politischen Standpunkt, so wie diejenigen darzulegen, welche gegen jenen ihrer Gegner sprechen. Die gehorsamst Unterzeichneten betrachten die derzeit in Krast stehende Verfassung als das Resultat einer Reihe von Compromisscn, welche mil dem föderalistischen Standpunkte abgeschlossen worden sind. Hat die Verfassung vom Jahre 1867 Unvolllom« mcnhcitcn, so liegen sie für eine unbefangene Bcurthci-lung doch nicht in den zu cnae gezogenen Grenzen der Ländcrautonomic. Obne jedoch selbst anch in diesem Betrachte der Discussion über einzelne Fragen in Beziehung auf einc mögliche Corrcctur starrsinnigen Widerstand entgegenzusetzen, müssen doch die gehorsamst Unterzeichneten mit voller Entschiedenheit behaupten, daß ein wesentliches Ueberschrcitcn der in dcr Verfassung vom Jahre 1867 gegebenen Ländcraulouomic die einheitliche Kraft des Reiches auf Kosten von Forderungen gefährden müßte,' welche, weder im positiven Rechte, noch in reellen! Bedürfnissen gegründet, eben deshalb ihren Grund nur in Tendenzen haben können, welchen das Interesse des Reiches widerspricht. Bei solcher Auffassung lonntc für die gehorsamst Unterzeichneten die Beantwortung der Frage: ob der licklaacnSwerthen Thatsache nclicmilie». daß diese Verfassung von einem großen Theile ors Reiches in ihren Grundlagen bekämpft wird und in Folge dessen die Rcichsvcrtrctuna, einc unvollständige ist — der Kampf für dieselbe aufgegeben oder aber mit Entschiedenheit und Besonnenheit fortgeführt werden müsse? keine zweifelhafte sein. Daß dieser Widerstand nicht in kurzer Frist, daß er nur allmälig und schrittweise gebeugt werden könne — und auch dies nur, wenn die vollkommenste Einheit dcr Action dcr Regierung allen crlrcmcn Forderungen die Hoffnung ihrer Ncalisirnng benimmt, darüber freilich konnten sie sich nie einer Täuschung hingeben. In dieser Richtung wurde die Frage der Abänderung des Wahlmodus für den ReichSralh iu Anregung gebracht. Allerdings eine Aenderung der Verfassung; allein eine auf legalem Wege angebahnte Aenderung mit dem Zwecke, den NcichSrath zu stärken und insolange und insoweit dic Verfassung in ihrcn Grundlagen An^ griffen ausgesetzt ist, diesen Angriffen gegenüber in seiner Existenz und Wirksamkeit unabhängiger zu machen. Wie diese Aenderung dcr Verfassung in dem Stand' punkte der auf Grund dieser Verfassung instituirlen Re-gierunq und in der kritischen Lage, in welche die Erstere durch ihre Bekämpfung gebracht morden ist, ihre volle Rcchlfcttigung findet, so liegt wohl nichts weniger als Inronscquenz. vielmehr nur die nothwendigste Conse-qucnz darin, wenn diese Regierung andererseits Projccte zur Abänderung dcr Verfassung bekämpft, welche dieser Intention auf das direclcste enlgsgenlrelen. Gleichwohl hat die Regierung Eu. Majestät auch diese Frage nur mit aller Vorsicht in die Hand ge^ nommcn. Sie hat für die zu gewärtigenden Aeußerungen der Landlage die maßgebenden Gesichtspunkte sich gegen wärtig zu halten gesucht und sie wird diese Frage mit den Mitgliedern des RcichSralhes besprechen, ehe sie in Beziehung auf dieselbe einen definitiven Entschluß faßt. Sie wird Eu. Majestät keine Anträge unterbreiten, welche den verfassungsmäßigen Boden verlassen, und sie wird, für welchen Antrag sie sich auch schließlich einigen möge, denselben einem zweifelhaften Schicksale in den Verhandlungen und Beschlüssen des Reichsrathes nicht ^ aussetzen. Dagegen aber müssen sich die gehorsamst Unterzeichneten andererseits allen denjenigen Projecten, welche auf eine veränderte staatsrechtliche Stellung dcr König' reiche und Länder zum Reiche abzielen, beharrlich widersetzen. In Beziehung auf Galizien könnte eine Politik gedacht werden, welche in der Gewährung einer selbst' ständigen Stellung dieses Kronlandes freie und darum liäftisscre Hand für die Besicgung dcr anderweitigen Schwierigkeiten des Reiches zu gewinnen suchte. Einc solche Politik aber müßte sich mit dcr Eon-sccmenz vertraut machen, daß eine Provocation Ruß lands einc fernere Verbindung Galiziens mit Oesterreich ernstlich in Frage stellen könnte. Kaum aber wäre zu erwarten, daß selbst mit den wcilcstgchcnden Concessionen, namentlich wenn sie einseitig für Galizien ausgesprochcn wären, die Parteien befriedigt werden könnten. Dagegen würden dieselben den Widerstand in anderen Ländern nothwendig verstärken, weil die Regierung dem Vorwürfe nicht entgehen würde, verschiedene Cine Erpedition nach S'pipcrgen. (Schluß.) Die Naturgeschichte dieses großen Fjords wurde nun unter allen ihrcn Gesichtspunkten durchforscht. Wähnend dcr Physiker dcr Expedition, Herr Lcmstroem. seine licgonnencn Vorbereitungen zur Bcstimmnng cines Mc-rldlangradcs fortsetzte und meteorologische Bcobachtuua.cn orgamsirte, beschäftigten sich die Zoologen und Botanik ler Malmgrccn, F. A. Smith, FrieS, Bcrggrcu, Holmen und Nystrocm, die Pflanzen und Thiere des Fest-vi's ^u sammeln. Die Tiefe dcs Oceans wurde an ^0m__i^^^"^lfti', nnd mau zog aus den zwischen z«M s,^ /< ""b uariircndcn Tiefen eine große An-3wnen,, '"^ "ber höchst merkwürdiger animalischer ^ar'n" "'"-Die Geologen Nordenskiold und Nauckoff t^cn Nch^ d" ."'N wenigsten thätigen; sic bcfchäf-""d zu saw,° , Ul^' damit, Verstcincrungcu aufzusuchen Herrn M^ ""' "'^ l" wurden in ihrer Arbeit durch waren es dic m unterstützt. I„ tmsm, letzteren Fach welche die reicht. ^ Eisfjord und dcr Königsbai, schtschin, dcr wc nichs "^"' ^bcn. Am Cap Stara-in einem schwarze« ^?'^^^'^j°rd cntdcckle man würdige Flora und w ^'.'V^ außerordentlich mcrk^ chen einer dem Kroko il ^'^ ^ Golfs große Kno- Den größten Thcil 3^!" 5^rart. land zurücklassend, macht^^r^l^r ans dem Fes-tän eine Fahrt von dcr Wcsfs t/" '"«und der Cap.- weilen ohne Uebergang auf warme und heitere Tage gefolgt; sie wurden nun immer häufiger. Der Schnee verwandelte das Wasser in eine starke Eisdecke, welche dcr Sturm vor sich hcrjaglc und in zahllose Eisschollen zertheilte, während in der Nacht eine Kälte von 15 Grad sic wieder zusammenfügte. Am 4. October unter 81° nördlicher Breite fand das Schiff sich ganz von Eis eingeschlc'sscn. Um 3 Uhr Morgens wurde der Vordertheil des Schiffes gegen Südcn gewendet, und man mußte das Eis durchbrechen, nm aus dcm Gefängnisse zu gelangen. Während dieser Zeit erhob sich ein hefti-qcr Sturm, dcr das Fahrzeug inmitten zahlloser Eis-fragmenle hin und her warf. Um 0'/^ Uhr erscholl der Ruf: „Das Wasser dringt ein!" In der That war ss2 Länder nach verschiedenem Maße verfassungsmäßigen Rechtes zu behandeln. Ohne deshalb in wirklich individuellen Verhältnissen begründete Anforderungen der administrativen Ordnung in Galizien im vorhinein ablehnen zu wollen, glauben doch die gehorsamst Unterzeichneten darüber hinaus auch Galizien gegenüber eine feste und ablehnende Politik um so mehr allein befürworten zu können, als die Lage des Bandes, die Gefahr, in der sich die exclu-siv polnischen Forderungen den übrigen Nationalitäten desselben gegenüber befinden, die Gefahr, in welche Galizicn gerathen müßte, wenn es die Kraft und den Willen des Reiches, es nach außen zu schützen, auf eine zu harte Probc stellen wollte, von dem besonnenen Theile der Bevölkerung sclbst begriffen werden muh. Mehr indeß noch als diese Frage hat diejenige der sog. staatsrechlUchcn Oftposition in Böhmen der Regierung Schwierigkeiten bereitet. Die gehorsamst Unterzeichneten waren sich über deren Bedeutung, aber eben so schr über deren Wesen und die aus demselben folgenden Gebote sin die Regie-sung keinen Augenblick unklar. Die Kluft zwischen der Verfassung und der sog. Declaration, von welchcr die Opposition bist zum hcu^ tigcn Tage auch nicht einen Schritt weit gcwichen isl, haben sie vom Anfange au für eine unau?füllbare betrachtet. Nichts, was im Kreise der Regierung fclbst in der Richtung zur Sprache kam, um dieselbe auszufüllen, hat irgend eine greifbare Handhabe dazu geboten; — Alles, was außerhalb desselben zu diescm Zwecke in der Presse und durch persönliche Vermittlungsversuche geschah, hat jedesmal nur zu dem kläglichsten Mißlingen geführt, aber auch jedesmal die zur Besieguug eines solchen Widerstandes unerläßliche Kraft der Regierung um ein Wesentliches geschwächt, diejenige des Widerstandes selbst aber nutzlos gestärkt, ein Stand der Dinge, welcher bis in die Anfänge der Thätigkeit der jetzigen Regierung zurückreicht und es unmög» lich gemacht hat. zu erproben, welchen (5ri>lg das fcstc und ruhige Beharren einer in sich einigen EtaatSverwal-rung auf dem Boden der Verfassung erzielen kann. Bei allem dem abcr hat niemand das Programm der Gegner für annehmbar erkannt; cbcn so wenig haben diese selbst die Hand zur Vm'iändigung geboten oder haben diejenigen, welche dieselbe in die Hand nehmen zu müssen erachteten, ein Programm zu Taqe gefördert, welches auch nur in ihrem eigenen Kreise als durchführbar, viel weniger als geeignet hätte betrachtet werden können, von den Gegnern angenommen zu werden. Bei diesem Mangel jedes greifbaren Ausgangspunktes einer politischen Action erreichte man nichts, als daß die öffentliche Meinung in die ganz falsche Bahn der Annahme gebracht wurde, uli< widersetze sich ein Theil der Regierung halsstarrig dem Gedanken der Versöhnung und praktischer Schritte, welche zu derselben führen könnten, und daß von einer Seite her. von welcher es am wenigsten zu erwarten stand, ein Slurm gegen dieselbe hervorgerufen und mit allen Mit« leln der Prcßagitation wachgehalten wurde, der ihre Stellung bereits nahezu unhaltbar gemacht hat. Und doch kann sich eine Regierung wohl nie mehr in ihrem Rechte fühlen, als wenn sie einen festen, wenngleich schwer zu vertheidigenden Boden insolange nicht verläßt, als ihr nicht auf einem anderen ein tla die Seite des Schiffes mit solcher Heftigkeit gegen einen Eisblock gestoßen, daß eine Eiscnklammcr geborsten war und das Wasser sich ciucn Wcg in den Kohlcnraum gebahnt hatte. Diese Schiffsabtheilung wurde unverzüglich geschlossen und alle Oeffnungen kalfatert, um das weitere Vordringen des Wassers zu verhindern. Aber in einer Stunde drang es bereits in'S Zwischendeck und in den Maschinenraum. Es war schr zu fürchten, daß cS das Feuer auslösche, und dann wäre alles zu Ende gewesen. Man kann sich vorstellen, mit welcher Energie au den Pumpen gearbeitet wurde, um dem drohenden Tode zu entrinnen. Nährend eilf aufeinander folgender Slnnden wurde ohue Unterbrechung fortgearbcitet. Man hatte sechs Grad Kälte, und der Slurm schleuderte fortwährend Eiswasser über das Deck und überschüttete die Arbeitenden. Ungeachtet ihrer Anstrengungen stieg das Wasfer und die Gefahr wurde immer dringender. Endlich erblickte man das rettende Ufer. Um sechs Uhr erreichte man die Insel Amsterdam. Nach langen Stunden der Mühe und Arbeit gelang cs, das Fahrzeug auf die Seite zu legen, die Oeffuung zu schließen und das noch im Schiffsraum befindliche Wasser auszupumpen. Man verzichtete auf jcdcn nochmaligen Versnch, ge< gen Norden vorzudringen; cS war nicht einmal mehr davon die Rede, den ursprünglichen Plan auszuführen und den Winter auf den Sieben-Inseln zuzubringen, nm, wenn der Frühling gekommen, auf Schlitten gegen dcn Pol vorzudringen. Der Expedition fehlte cs an Hunden, und für eine solche Reise sind sie unerläßlich. Nachdem man nochmals, aber vergeblich versucht hatte, vom Süden Spitzbergens aus da« Festland von Gillis zu erreichen, tchrle das Schiff am 20. October nach TroiN' soe zurück. res Ziel und verläßliche Mittel zu dessen Erreichung gezeigt werden. Eine Abweichung von dcn Grundlagen des bisher eingehaltenen Systems, welche die gegnerischen Parteien zu befriedigen vermöchte, ist dcn gehorsamst Gefertigten überhaupt nur unter folgenden drei Voraussetzungen verständlich : entweder in der Absicht, an die Stelle der heutigen Verfassung ein föderalistisches System zu s-tzen; oder in der Absicht, mit Concessionen, welche noch nicht der Föderalismus selbst sind, aber die Macht in jene Hände legen, in welchen sie zum Föderalismus führen muß, über denselben gleichwohl hinauszukommen; oder endlich in der Crwartuug, man werde durch die zu machenden Concessionen über die Schwierigkeiten des Augenblickes hinüberlommcn, in der Folge aber die entfesselten Mächte wieder in die nothwendigen Grenzen bannen können. Den ersten Standpunkt halten die gehorsamst Unterzeichneten für einen der Monarchie absolut verderblichen; den zweiten für eine bedauerliche Selbsttäuschung; den dritten für ein gewagtes Spiel, welches die Lage dcr Monarchie nicht gestaltet. Wenn der Föderalismus nicht ganz und ehrlich durchgeführt würde, wäre d?m Kampfe mit den nationalen Bestrebungen lein Ziel gesetzt. Ganz und ehrlich durchgeführt aber wäre er nicht nur eine Anfopferung der Minoritäten in dcn einzelnen Bändern zu Gunsten eines particularistischen Strebcns. welches selbst in den Zeiten höchster Gefahr nach außen leine Bürgschaft des Zusammenwirkens böte; er würde nicht einmal vorübergehend den Frieden im Innern herstellen. Denn es träte dann lediglich an die Stelle des gegenwärtigen Zustandes eine neue Regierung mit einer neuen Opposition. Wenn cS aber in Oesterreich nach seinen eigenthümlichen Verhältnissen keine eigentlichen Majoritäten, son-dern nur je nach der Frage des Tages wechselnde Summen von Minoritäten gibt, so hätte dann die Regierung jene Minorität gegen sich, welche an geistiger und ma-tericllcr Cultur die stärkste und durch die politischen Ver Hältnisse des Stammes, dem sie angehört, die bedenklichste wäre — die deutsche. Die Absicht aber, die ohnehin bereits künstlich gesteigerte Macht der föderalistischen Elemente in einer späteren Zeit wieder einzudämmen, liefe darauf hinaus, eine schwere Aufgabe erst dann lösen zu wollen, nachdem man die eigene Kraft zu ihrer Lösung gebrochen hat. Erscheint nun in allen drei Richtungen der Nachweis gegeben, daß man sich mit denselben nur auf eine gefährliche oder verderbliche Bahn begibt, so können auch die gehorsamst Gefertigten keinen ,der concretcn Vorschläge acceptiren, welche über dcn mndu« ^roco-äouäi dort und da aufgetaucht sind und welche ihnen zu beweisen scheinen, daß man entweder die Tragweite derselben nicht übersieht, oder aber cinc Consegucnz ac-ceptirt, welche zu acceptiren die gehorsamst Unterzeichneten nie mit ihrer patriotischen Ueberzeugung für vereinbar halten könnten. Eine Auflösung des böhmischen Landtages hat keinen Sinn, außer wenn sie von einer Regierung erfolgt, welche die heutige Majorität desselben zu verrücken die Absicht hat, um hiedurch den gegnerischen Tendenzen zum Siege zu verhelfen. Dieses Ziel mag daun vielleicht erreicht werden, weil sich ein Theil des verfassungsfreundlichen Großgrundbesitzes aus Unwillen über die Unstätigteit der öffentlichen Zustände zurückziehen würde. Die Regierung aber würde in diesem Falle wie in dem anderen einer von manchen Seiten projectirten Notablenversawmlung zum Behufe der Verständigung einfach in die folgende Lage kommen: Entweder das Resultat derselben ist keines und dann war sie überflüssig; oder eS entspricht den Wünschen der Gegner nicht, dann war sie abermals nutzlos; oder endlich es entspricht denselben, dann muß sie die Regierung bekämpfen. Denn ein diesen Wünschen entsprechendes und gleichwohl für die Regierung acceptables Resultat bedarf dieses Apparates nicht, es braucht nur ausgesprochen zu werden und die normalen Wege zur Verständigung über dasselbe reichen vollständig aus. Eine Regierung, welche auf diesem Standpunkte steht, kann die Hand nicht bieten zu Wegen, über deren Resultat sie sich nur selbst täuschen müßte, wenn sie nicht gesonnen ist, andere durch dieselben zu täuschen. Sie kann dies um so weniger, als für Bestrebungen, welche nicht auf die Negation der Verfassung und eine Abänderung der staatsrechtlichen Grundlagen, — fondern auf eine Verständigung über die Bedürfnisse und Wünsche d.'s Landes gerichtet sind — der legale Weg durch die Theilnahme an t>er verfassungsmäßigen Thätigkeit im böhmischen Landtage und im Neichsrathe eröffnet ist. So fest die gehorsamst Unterzeichneten von dcm eben Gesagten überzeugt sind, so gestehen sie gleichwohl zu, daß in so großen und schwierigen politische» Fragen eine Verschiedenheit der Anschauungen möglich ist und beachtenSwerthe Gründe für sich haben kann. Worüber aber nach ihrer Ueberzeugung eine Verschiedenheit der Ansichten nicht bestehen kann, das ist dies, daß in keinem Staate, am wenigsten in Oester» reich, die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten ohne die ernstesten Gefahren dcn Händen einer Regierung anvertraut bleiben kann, wclchc nicht in ihren Gliedern über den einzuschlagenden Wcg vollkommen einig ist und vor allem nach außen hin als einig erscheint. Denn hicdurch muß ihre Autorität fortschreitend untergraben werden, ohne daß dic Last der Verantwortung für Mißerfolge, wclchc bei cincr gtthcillcn odcr geschwächten Action unvermeidlich sind, von ihr abgc wälzt werden kann. Die Schwierigkeiten, welche jede Regierung in Oesterreich zu überwinden hat, müssen pflicht,,cmäß über nommen werde». Aber die gchois^mst Uotcrzcichnctcn sind der Ueberzeugung, daß jencs Maß von Schwieg teilen, welches sich ihnen heute entgegenstellt, nicht be. stehen würde, wenn die Regierung mit einheitlicher Krasl ihren Weg zu verfolgen in der Lage ^cwcscn wäre. Diese Schwierigkeiten sind hcutc so wcil an^cm^ch sen, daß nur noch aus dem crnsttslen Pflichtgefühle dcl Muth zu ihlcr weiteren Bekämpfung ^schöpft wcrdri, kann. Abcr er kann eö nur. we»ni ihn das Bewußtsein begleitet, ungclähmt mit der ganzen, ohnehin beulen^ ten Macht an dieselbe hcranzulrcttn, welche die const,, tutioneUcn Einrichtungen der Regierung zu handhaben gestatten. Die gchuisamst Unterzeichneten sind überzeugt, daß die Erkenntniß dieser Wahrheit auch Eu. Majestät in Mcrhöäistihrci Weisheit bestimmt hat, die Aufforderung an dic Regierung zu richten, durch ein klares Programm diesem Zustande ei» Ende zu machen. Die gchursamst Gefertigten kannten nur mit dcr vorliegenden Darlegung diefcr Allerhöchsten Aufforderung entsprechen. Sie können daran nur die allerunlerthänigstc Bitte anknüpfen: Geruhen Eu. Majestät das Allerhöchstdcnsclben g«" eignet Erscheinende zu verfügen, auf daß die ferncicn Geschicke dcs Reiches einem ungclheilt wütenden, deS kaiserlichen Vertrauens sich clfrcucnden Körper dcr Räthe En. Majestät übertragen werden, und zu diesem Behufe über das ihicn Händen übeltragene Amt allcrgnärigst zu verfügen. Die gnädige Huld, mit welcher Eu. Majestät dcm offenen Ansdlucke ihicr Ueberzeugung und ihrcs Pflichtgefühls stets Gehör zn scheuten geruht haben, läßt sie hoffen, daß En, Majestät auch diese Bitlc, welche der loyalsten Absicht entspringt, nicht ungnadig rntge^enzn-nehmen geruhen werden. Wien, am 18. December 1W9. Plener m. p. Hafner m. i>. Dr. Gitzkra in. i». Herbst m. p. Dr. Brestel m. p. Politische Uebersicht. Laibach, 13. Jänner. Durch die in der gestrigen „Wr. Ztg." veröffentlichten Minister-Memoranden finden wir constatirt: 1. Als Prinzip: Einen Gegensatz im Schoße dcS Ministeriums, wodurch die Nothwendigkeit der Lösung beschleunigt wird. A. Daß die Verfassung nie bedroht war, da beide Parteien nur in streng verfassungsmäßiger Weise vorgehen wollen. Endlich Z. finden wir den Wunsch der Krone nach endlicher Verständigung mit dcr nationalen Opposition constatirt. Jedenfalls ist durch Veröffentlichung dcr Memoranden die Situation wesentlich geklärt, da nunmehr beide Häuser über die Intentionen der beiden Minister' Parteien ausführlichst informirt sind. Dadurch ist au^ der Abschluß dcr Adreß-Debatte wesentlich erleichtert und der jedenfalls peritlen Situation vorgebeugt, daß von dcr Regierung beide prinzipiell entgegengesetzte Standpunkte ausführlich vertreten werden. Durch das bisherige Verhalten dcr Krone ist an vollkommen konstitutioneller Finalisirung der schwebenden Angelegenheit und Lösung dcr Ministerlrlsis in diesem Sinne nicht zu zweifeln, zugleich abcr auch dem Votum deS Parlaments ein maßgebender Einfluß gesichert. Daß übrigens die von der Krone betonte Versöhnlichkeit auch vom Abgeordnetenhaus«: getheilt wird, beweist dcr Adreß-Entwurf Tinti's, welcher von der Majorität ausgehend, in dem Grundgedanken dcr Geneigtheit zur Versöhnlichkeit dem Memorandum der Mino-rieüt beinahe näher steht, als jenem der Majorität. Verfassungsmäßigleit und Versöhnlichkeit sind die leitenden Gedanken für die Zukunft, nach welcher Richtung immer sich dieselbe gestalten möge. Inzwischen setzt der Adrcßausschnß des Abgeordnetenhauses die Berathung über den Adrcß-entwurf fort. Morgen wird im Plenum des Herrenhauses, Montag im Abgeordnetenhanse die Adrcßde-batte beginnen, und man glaubt, daß dic Ministcrfragt bis dahin noch ungelöst sein dürfte. 63 InDalmatien schreitet die Pacification vorwärts. Aus Catta r o. 12. d. M., meldet der Telegraph: Gestern fanden sich, dem durch ihre Knczen früher gegebenen Versprechen nachkommend, bei 300 Criuoscianer bei dem FML. Baron Nodich ein, um ihre tiefste Reue und Unterwerfung auszufprechcn. um die Allerhöchste Gnade zu bitten nnd ihre alte Treue für Sc. Majestät erneuert zu versichern. Der Aufforderung, ihre Gewehre zu strct-le.i, kamen sie augenblicklich ohne Widerrede nach. Nach. dem ihnen FML. Baron Rodich eine scharfe Rüge über ihr jüngstes Verhalten ertheilt und ihnen eindringliche Lehren für die Zukunft gegeben, verkündigte er lhnen den Allerhöchsten Gnadcnact der Amnestie und w willigte denselben die Gcwchrc zur eigenen Sicherheit Wieder aufzunchmcn. worüber ein enthusiastisches, endloses Zivio auf S^-. Majestät und eine allgemeine dreifache Salve erfolgte. Es erübrigt nur noch die Pacification von Pobori. Die bereits erwähnte Denkschrift über die Unfehlbarkeit des Papstes soll bereits, wie zwei cleri-cale Blätter („Univers" und „Köln. VolkSztg.") übereinstimmend melden, in den Besitz der Väter des Concils gelangt sein. Sie ist von mehreren Bischöfen unterzeichnet und formnlirt die Unfehlbarkeit schließlich dahin: ..Er (der Papst) l,t der oberste Hirt und als solcher frei von allem Irrthum." Das Wort ..nnfchlbar" scheint absichtlich vermieden, aber die Umschreibung sagt nicht weniger, ja man könnte daraus schließen, daß die Unfehlbarkeit nicht auf das religiöse Gebiet eingeschränkt werden soll. Die Annahme dieser Definition hat die überwiegende Mehrheit schon jetzt für sich. Ein Rundschreiben des neuen französischen Ministers des Innern, Chevandier, vom 12. Jänner an die Präfcctcn constatirt die liberale Umgestaltung der Regierung und sagt: Die Pflicht des gegenwärtigen EabinetS sei es. die neuen Principien in Anwendung zu bringen und sie in das öffentliche Leben dringen zu lassen. Das Ministerium wird die Verbindung des Kaiserthums mit der Freiheit energisch verfolgen. Diese Politik setzt vor allem voraus und erheischt die Auf-rechthaltung der öffentlichen Ordnung. Die Regierung wird keinerlei Unordnungsvcrsnch dulden, ist aber gleichzeitig entschlossen, jeden willkürlichen Act. jede AuS^ schreitung der Ncgicrungsgcwalt, wer immer deren Ur« Heber auch sein möge, zu ahnden. Das Rundschreiben betont die Wahlfrciheit, empfiehlt, das Stimmrccht der burger gegen ungesetzlichen Druck zu schützen, ebenso die regelmäßige Thätigkeit der Wahlcomitös nicht zu behindern, die Verwaltnng der Politik nicht unterzuordncu und mit gleicher Unparteilichkeit die ehrenhaften Leute aller Meinungen zu behandeln. Das Rundschreiben sagt schließlich : ..Die durch du« SenlltuSconsuit eröffnete Politik sichert die Sta-Inlttüt unserer Institutionen und hat ein Necht auf die loyale Unterstützung aller wohlmeinenden Leute. Ihre Unterstützung wird uns behilflich sein, sie endgültig zn begründen, indem sie um uns und um den Thron alle freisinnigen und konservativen Kräfte der Nation schaa-rcn wird." Die Katastrophe des Prinzen Peter Bonaparte, über welche nichts Neues außer dem bereits Gemeldeten vorliegt, wurde durch nachstehendes Schreiben eingeleitet, das der Prinz, nachdem er in der „Marseillaise" die M'gsten persönlichen Angriffe erfahren, an Rochcfort ge- ,_ ^ Paris, 2. Jänner 1870. Nachdem Sie einen jeden von den Meinigen, einen "ach dem andercu, beschimpft und weder die Frauen, noch me Kinder geschont haben, insultircn Sie auch mich durch vle Feder eines Ihrer Handlanger (m-uianilvi^). Das ist ganz natürlich und die Reihe mußte auch an mich kommen. Allem ich habe vielleicht einen Vortheil vor dcu meisten per,oneu, welche meinen Namen tragen, nämlich dcu, daß N / '„"" Vouapcme, doch nur ei» Privatmann bin. Ure^r,.!^ 5'^ die Frage, ob Ihr Tintenfaß von Z^^ust gedeckt wird? Und ich gestehe, daß ich nur Mittelmäßiges Vertrauen in das Ergebniß dieses meines Schrittes habe. Ich erfahre iu der That durch die Blätter, oaß M'e Wähler Ihnen das imperative Mandat gegeben yaven, icde Genugthuung zu verweigern nud Ihre kostbare ^istenz um jeden Preis zu erhalten. Nichtsdestoweniger wage ich den Versuch, iu der Hoffnung, daß ein schwacher ^jt französischen Gefühls Sie bestimmen werde, zu meinen Insten sich von den Maßregeln der Achtfamkcit und Vor^ Nei,.^"^"""' in welche Sie sich geflüchtet haben. den N!- < '" 3"Mg darein willigen sollten, die schützen- zwicf? zurückzuziehen, welche Ihre chrenwcrthc Perfon °"cm P^^Mch machen, so werden Sie mich weder in ^h«e^', '"^ "' einem Schloß finden, sondern ich spreche N °"l!^ ^ d'Auteuil Nr. 59 und ich ver- Ihuen «ich",' "b' ""»" Sie sich dort zeigen werden, man Erwartunc, ?!^" ^"^- bciß ich ausgegangen bin. In grüßen. " " Antwort habe ich noch'die Ehre, Sie zu DaS Leiche,, ^^^ Napoleon Bonaparte, ist und cigeittlich ^"!'6"'b ^S Gclüdtetcn. der ein Jude meldet, ohne Ruhc?u> °" ^^' fand. wie bereits gc-Grund, besorgt zu se-!"^ ^"' Aber man hatte einigen stattgefunden öffentlich^"" '" """ Tags vorher Nochefort die Anwesenden l, ^c""'""""^ liarangnntc des strömenden Regens zahlreiche Schaaren zum Leichenbegängnisse nach Neuilly. Es war jedoch weder Polizei uoch Soldaten sichtbar, und doch fiel leine Unordnung vor. Tinti's Mchnlnmrs. Wien, 11. Jänner. Der von dem Abg. Baron Tinti ausgearbeitete und in der heule Vormittags stattfindenden Sitzung des A dreßa us schuss es in Verhani'lnng genommene Adrcßenlwnrf lautet folgendermaßen : ..Eu.k.k. Majestät! Es ist ciu ernster Moment, in welchem bei Beginn dcr gegenwärtigen NeichSralhssession das HauS der Ab« geordneten, von einem seiner schönsten Nechle Gebrauch machend, gegenüber Eu. Majestät, unserem allergnädig-stcn constilutioncllen Kaiser, seinen Gefühlen und An. schanungcn ehrfurchtsvollst Ausdruck gibt. ^ Die Worte, welche Cu. Majestät in der Allerhöchsten Thronrede an uns zu sichten geruhten, geben Zcug-niß von der Bedeutung dcr Situation, fic tennzelchncn dic Größe der Aufgaben, die noch zu lösen, die Schwio ligtcitcn der inneren Entwicklung, welche noch zu bcsci» ligcn sind. Angesichts riescr Lagc fühlt sich daS Haus der Abgeordneten um fo mehr gedrungen, Cu. Majestät i>> tiefster Ehrfurcht zu versichern, daß dasselbe milunerschüt-lcrlicher Treue nnd Hingebung für Eu. Majestät uni> mit ungebeugtem Muthe ans Werk gehen wolle; gc-stäikt u»d gehoben von der Ueberzeugung, daß der Geist der Freiheit und der absoluten Gleichberechtigung Aller, welcher unsere Verfassung durchweht, fo wie daS undb-wciöliche Bedürfniß inneren Friedens und festen Anein-anderschlicßens endlich die Hindernisse siegreich überwinden werden, welche heute noch dcr allgemeinen Mitwirkung an dem von Eu. Majestät begonnenen Werlc dcr c-on-stitntioncUe» Neugestaltung Oesterreichs entgegenstehen. Durch die Landesoldmlngcil vom 26. Februar 186!, dann durch die Verfassungs- und Staatsgrundgcsctze und durch das Gesetz betreffend die allen Ländern dcr östcr-rcichischen Monarchie gemeinsamen Angelegenheiten vom 21. December 1867 wurde für daS österreichische Vcr-fassungsrcchl eine feste und von den lcnalcn Vertretungen aller Länder dcr österreichischen Monarchie auch thatsächlich anerkannte Grundlage gewonnen. Daß in einzelnen Kronlänbcrn ein irregeführter Theil der Bevölkerung sich nicht nur der Theilnahme an den früher von dieser Bevölkerung selbst anerkannten und beschickten Landcsvcrtretungen und daher un« mittelbar auch der Theilnahme an dcr ReichSvcrtrctnna, enthält, sondern auch die von jener Bevölkerung auf Grund dcr LandcSlvat,lord,nilla gewühlten Abgeordneten — jedoch außerhalb dr« ^andtc,a.cS — die Ancrtcn-nung der Vclfassu>,c,sqn:ndlagcn verweigern, kann den Rechtsbcstand dieser Grundlagen nicht im geringsten erschüttern. Zu allen Zeiten und und unter allen Staatsformen gab es eine staatsrechtliche Opposition, und so lange dieselbe auf verfassungsmäßigem Wege eine Abänderung der geltenden VcrfassunMormcn nach Form und In halt anstrebt, ist dieses Streben gesetzlich berechtigt. Er, fahrungen nnd Ereignisse können zuweilen den Anschauungen dieser Opposition ganz oder lhcilwcisc zum Siege verhelfen; allein eine Negation dcr staatsrechtlich gellenden Verfassung und ein außerhalb des verfassungsmäßigen WcgeS bestehendes Streben nach Aufhebung oder Abänderung derselben ist keine legale Opposition, sondern gesetzlich nnznlässig. AnS voller Ueberzeugung stimmt das HauS der Abgcordnclcu dcr iu dcr allerhöchsten Thronrede ansge» sp>ochcncn Anschauung bei. daß die Verfassung nicht ol,ne die sorgsamste Rücksicht auf die besonderen Vcr-hälluissc der Königreich? und Länder und deren berechtigtes Verlangen, diese in selbständiger Weise zu ord» ncn, geschaffen worden fei, und nichls liegt uns ferner als das Streben, die ocrfasfnngsmüßigc Eompelen; dcr Landtage in Landesangclcgcnhcilcn zu fchmülcrn. Was hingegen die Eompctcnz des RcichSralhes betrifft, so haben zwar allerdings bedauerliche Erfahrungen gelehrt, daß die Verfassung auch in dieser Richtung angegriffen werde. doch licgcn dcm Abgeordnctenl>insc lcine Erfahrungen vor, welche bcweifcn würdcu, daß die verfassungsmäßige Eompclcnz zu wcit und die bcsondc^ ren Verhältnisse dcr Königreiche und Länder beeinträchtigend sei. Es besteht also weder für daS Hans dcr Abgeordneten, noch für die kaiserliche Regierung gegenwärtig eine Nothwendigkeit, dic Initiative zu ciucr Ver« fassungsändernng !m Sinne einer engeien Begrenzung dcr RcichsrathScompetenz zu ergreifen. Dessenungeachtet verkennen wir so wenig dcn hohen Wcrth einer alls:itigrn Verständigung und einer endli. chcn Eonsolidirung unseres VeifussnngswerleS. daß wir pflichtgemäß und im Geiste aufrichtigster Versöhnlichkeit bereit sind, im legalen Wege an unS gelangende, auf die Abänderung dcr Verfassungsbestimmungen abzielen»«: Wünsche dcr Bevölkerung aller Länder in sorgfältigste Erwägung zn ziehen. W>r werden auch einer Erweiterung dcr Autonomie dann nicht widerstreben, wcnndic-selbc einerseits ohne Gefahr für das Ncichaintei esse und für dcn staatSgrimdgesetzlich garcmlirtcn gleichmäßige» Rechtsschutz aller Vollsstümmc und Staatsbürger mög-lich nnd zulässig ist und andererseits durch solche Eon- cessionen die allseitige Mitwirkung an dcr RlichSver« tretung auch thatsächlich erzielt wird. '(Schluß folgt) Mgesnemgkellen. Traupmann in La Roquette. Traupmnnn ist auch jetzt in LaRoquette ganz derselbe, wie in der Conc ier gerie. Wirtliche Reue zeigt er nicht; «ur wenn von seiner Familie die Rede ist, bemerkt man menschliche Rührungen an ihm. Vor einigen Tagen besuchte ihn der Pfarrer von Cernay, der ihn confirmirt hat und eigens nach Paris gekommen war, um ihn zu sprechen. Bei dieser Unterredung zeigte er sich sehr bewegt. Es scheint übrigens fast, als wolle Traupmann den Glauben verbreiten, die Tochter eine« „Mitschuldigen" sei guter Hoffnung von ihm und um des Kindes willen dürfe er die Namen der Mitschul-digcn nicht nennen. Wie dem auch sei, das gerichtliche Verfahren nimmt feinen Gang und vom Cafsationshof hängt die nächste Entscheidung ab. Verwirft er die Nichtigkeitsbeschwerde, so ist lein Aufschub der Hinrichtung möglich. Es geht das Gerücht, der Cafsationshof könne die Beschwerde gerechtfertigt finden, da ein Forn^ fehler vorgefallen sei. Traupmann habe nämlich nicht — wie das Gesetz es vorschreibt -- dem Be^ schlusse des Gerichtshofes beigewohnt, durch welchen zwei Ersatz'Geschworene und ein Gerichtsbeisitzer gewählt wurden; man habe ihm sogar diesen Beschluß nicht mitgetheilt. Ist dem so — und nach den vorliegenden Berichten scheint dies der Fall zu sein — so wäre die Cassirung des Ur-theils sicher. Doch fehlen uns noch genauere Nachrichten. Im Falle der Cassation würde Traupmann vor einen De^ partementalgerichtshof, wahrscheinlich Versailles, gestellt werden. Es ist jedoch kaum glaublich, daß ein solcher Formfehler vorgekommen fei. Der Verurtheilte bleibt bei seinen Behauptungen, daß er Mitschuldige habe, und verlangt sehr häufig Herrn ^ a cha ud, Herrn Bozerian und die Polizeibeamten zu sehen. Wenn er aber seine Mitschuldigen nicht nennt, so werden die Herren bald müde werden, seinen Launen zu folgen und ihm zum Zeitvertreib zu dienen. Die Franzosen haben es natürlich nicht unterlassen können, auch bei dieser Gelegenheit ihren Witz zu iiben, und sogar, wie daö nachfolgende Beispiel beweist, in sehr plumper Weise. In Lyon erhielten viele Personen Neu» jahrslarten in folgender Form: „Jean Bapliste Traupmann, Schloß La Roquette Paris" und in der Ecke die Worte: „Keiner weiß besser, wie Sie, mein lieber I., daß der Kopf, den ich auf das Schaffot legen werde, unschuldig ist. Fürchten Sie jedoch nichts; obgleich ich von meinen Complicen spreche, werde ich Sie nicht angeben. Sie können also ruhig schlafen, so lange wenigstens, als man das Portefeuille nicht gefunden haben wird." Jedenfalls ein ziemlich trister Scherz! Traupmann selbst erhält eine Menge Briefe zu< geschickt. Auf vielen derselben steht: „Persönlich!" Als ob ein Verurlheiltcr Briefe empfangen tonnte, welche die Beamten mchtlefen! Ja, am Tage nach seiner Verurtheilung soll er sogar einen Brief erhalten haben, in dem sich zwei Veilchen befanden'. Doch man erzählt eine Menge Unsinn; es ist nicht der Mühe werth, ihn wiederzugeben. Das Individuum, das man kürzlich verhaftete, weil es sich für einen Complicen Trcmpmanns ausgab, ist wieder entlassen worden, da eö sich herausstellte, daß es verrückt sei. Dies ist die eilfte Person, die über das Verbrechen dieses slaum-bärtigen Ungeheuers wahnsinnig geworden ist! — sNin schreckliches Unglück) ereignete sich kürzlich in dcr Familie des Hosrathes Tarler in Wien. Eö wurde der Kaffee fcrvirt und die mit Petroleum gefüllte Lampe angezündet. Eö saßen ausschließlich Damen bei Tische und hatte die Frau des Hauses beim Eer-Viren von Kaffecbrot die Lampe umgeworfen, deren Inhalt sich über dcn Tisch ergoß. Das Tischtuch fing sofort Feuer, welches sich rasch den Kleidern dcr Damen mittheilte, und im Augenblicke standen sechs derselben in hellen Flammen. Nun herrschte die größte Verwirrung. Alles stiirzte durch-und übereinander, das gesammte Personale tonnte nur mit Mühe und eigener (Gefahr dcr Flammen Herr werden. Der sofort herbeigeschaffte Arzt, Dr. Tcngler, dem sich noch zwei andere beigesellten, leistete die erste Hilfe. Die Hofräthin ist nur leicht verletzt, schwer hingegen die Comtesse Stadion, Baronesse Frank und deren Schwester, sowie die beiden Töchter dcr Hausfrau Rosa und Pauline. Die königlich baierische Assessorsgatlin Emerich aber erlag noch in der Nacht den erlittenen Brandwunden.______________ Locales. Aus dem LandeS-Ausschusse. In der Sitzung am 8. Jänner 1870 hat der Landesausschuß der im verflossenen Herbste von einem furchtbaren Hagclschlag nnd Wolkenbruche schwer heimgesuchten Gemeinde Stockcndorf im Bezirke Tfchernembl eine Unterstützung von 10UU fl. aus dem lrain. Landcsfonde zum Ankaufe von Samengelreide zugewendet. In dieser nämlichen Sitzung hat dcr Landcsausschuß beschlossen, an sämmtliche Gemeindevorstände des Landes eine Verordnung zu erlassen, worin sie angewiesen wer< den, alle in ihrer Gemeinde befindlichen ledigen Weibs-Personen, welche in den Fall kommen, die Hilfe einer öffent» 64 lichen Gebäranstalt in Anspruch zu nehmen, zu belehren, daß sie sich behufs ihrer Entbindung nur in das Laiba-cher Spital und nicht in eine auswärtige, namentlich nicht in die Triester Gebäranstalt begeben sollen. Die Gemeiudevorstciudc wurden beauftragt, solche Frauenzimmer ungcfähr 14 Tage vor ihrer Niederkunft mit bindender Route unter Beigabe eines vom Pfarramte bestätigten Armuthszeugnisses an die Direction der Landes-wohlthätigkeits-Anstalten in Laibach zu instradiren, wo solche sodann ohne Anstand Aufnahme und entsprechende Pflege finden werden. Es steht im Interesse der betreffenden Weibspersonen, als auch des train. Landesf^ndes zu erwarten, daß die Ge-meindevorstände diesem Gegenstaude nach der erhaltenen ausführlichen Belehrung die nothwendige Aufmerksamkeit wldmcn und dem eingerissenen Uufuge, daß sich eine Unzahl von lrainischen Weibspersonen zur Entbindung nach Trieft begibt, wo dem train. Laudesfonde enorme Auslagen hiefiir erwachsen, EinHall thun werden. Der aus den schwer drückenden Beiträgen der Steuerzahler gebildele Landesfond könnte in der That so hohe Gebär« und Findlingsverpstegs-losten, wie sie ihm von fremden Spitälern in den letzten Jahren aufgerechnet worden sind, für die Länge der Zeit unmöglich erschwingen. Ein paar Ziffern werden hicr mehr sagen, als viele Worte. Im Jahre 1869 wurden von Seile der Triester Findelhaus - Direction dem Landesausschusse 782 uach Kram zuständige Triestcr Findlinge ausgewiesen, für welche der einjährige Perpflegskosten « Vergütungsanspruch nicht weniger als :!5.li27 st. beträgt. Die in auswärtigen Spitälern angewachsenen Gebärhauskosten fllr Krainerinnen beliefen sich in den letzten Jahren durchschnittlich auf 3500 si. Nachdem alles vergeblich angewendet worden ist, d^ese nach den Neichsgesehen vom 17. Februar 1864, Nr. 22, und vom 29. Februar 1868, Nr. 15 dcn Landessond treffenden Lasten abzuwälzen, bleibt wohl nichts anderes übrig, als die hierländigen Wöchnerinnen wenigstens von dem Ve-suche fremder Gebärhäufer abzuhalten und sie an die heimische Anstalt zu weisen, wo die Kosten doch um einen guten Theil geringer ausfallen. — (Allerhöchster Gnad enact.) Gestern Nachmittags wurde im hiesigen Strafhause im Castelle von Herrn Staatsanwalt Dr. Edlen v. Lehman, in Folge eines ihm Mittags zugekommenen Telegramms des Herrn Iustiz-ministers, ein allerhöchster Gnadenact publicirt, womit 15 Sträflingen der Rest ihrer Strafzeit nachgesehen wird. Der Herr Staatöanwalt hielt eine dem hochwichtigen Acte angemessene Ansprache, worauf die Begnadigten ihrem Dankgefühle in warmen Dankesworlen und begeisterten Hivios auf Sc. Majestät Ausdruck gaben. Bezüglich der sofortigen Entlassung der Begnadigten wurden sogleich von Seite der Verwaltung die nöthigen Einleitungen getroffen. — (Eonstit u tioneller Verein.) Heute Abends 7 Uhr Versammlung im Saale der Schießstätte. Vorträge: 1. Ueber das Concil. 2. Ueber Zeitungöstempel und Inscratensteuer. — (Dr. L. Höchtl), l. t. Notar und Bürgermeister in Idria, ist über sein Ansuchen in seiner Eigenschaft als Notar vom Iustizminister nach Lutlenbcrg versetzt worden. Dr. Höchtl hat sich während seiner langjährigen Wirksamkeit in Idria nicht nur die allseitige Achtung, sondern auch manches Verdienst um die Stadt erworben, in welcher er unter anderem einen öffentlichen Brunnen auf eigene Kosten errichtete, es wird daher sein Scheiden aus einer so bewährten und gemeinnützigen Wirksamkeit aufrichtig bedauert. — (Die Mitglieder des Unt erstütz ungö-vereines für arme Realschüler) werden ersucht, morgen den 15. Jänner, um 5 Uhr Nachmittags, in der Directionstanzlci der Obcrrealschule zur Generalversammlung recht zahlreich sich einfinden zu wollen. — (Einbruch und Dieb stahl.) Am 5. d. Nachts wurde in mehrere, in den Casino - Kellerräumen gelegene versperrte Localilälen eingebrochen, und wurden daraus nur vier Flaschen Himbeerabguß entwendet, während andere Werthgegenstände uuberührt blieben, daher gemuthmaßt wird, daß die Thäter verscheucht wordeu sein mußten. — Am 6. d. Abends wurden zwei Gehilfen des Tapezierers D. aus unversperrtem Zimmer mehrere auf 32 fl. bewerthete Effecten entwendet. Der Verdacht des Diebstahles fiel auf die bekannten, der Sicherheit des Eigenthums gefährlichen j B. Sch. und M. B. aus Hühnerdorf. Es wurde in Folge dessen am 7. d. eine Durchsuchung in der Wohnung des Sch. vorgenommen, wobei alle den Tapezierergehilfen entwendeten Effecten, sowie eine Flasche mit Himbeerabguß vorgefunden wurden. Sie erscheinen auch des im Casino verübten Einbruches verdächtig und es wurde deshalb die slrafgerichtliche Untersuchung gegegen dieselben eingeleitet. — Der Schüler der zweiten Gymnasialclasse A. P. wurde am 9. d. wegen Diebstahles einer silbernen Uhr und einer Barschaft von mehr als 4 ft. aus versperrten Zimmern des Alumnats angehalten. Die Untersuchung hat ergeben, daß P. außerdem aus dem Alumnate noch zwei silberne Uhren entwendet und zwei andere Diebstähle verübt hat. Ei wurde dem Landesgerichte eingeliefert. ____ Ncnellc Post. (Trigmal-Telegramm der „Laibacher Zeitung.") Wien, l 3. Jänner. Dcr AdresmuSschufz des Abgeordnetenhauses beendete seine Ve-rathullssel,, »norgen findet die dritte Lesung statt. Die .Meichsrathseorrespondenz" meldet: Mittags fand eine Besprechung von Mitgliedern der Majorität drö Herrenhauses statt. Nach Ankunft des Präsidenten Auersperg fand Nachmittags eine neuerliche, zahlreich besuchte ^lubbsitzuug statt. Die Besprechungen waren vertraulicher Natur, doch glauben Eingeweihte auf eiue grofte Majorität für die MajoritätSadresse rechnen zu könne». Nachdem bezüglich der Ministerkrise bisher keine kaiserliche Gntschlieftung erfolgte, werden die gegenwärtigen Minister wohl den AdreHberathun gen im Fberreuhause beiwohnen, jedoch ohne sich an den Debatten zu betheiligen. Die A ore ßc o mmission des Herrenhauses hat in einer ans Anlaß des Erscheinens der Mi-nistermemorandcn nm 12. d. abgehaltenen Sitzung sich dahin ausgesprochen, daß sic sich nicht veranlaßt fühle, dicserwcgen ihre bei Berathung der Adresse abgegebenen Ansichten zu ändern. Die Wiener Pust bringt die weiteren Detailberichte über die Verhandlungen im AdrcßauSschuß des Abgeordnetenhauses am 13. d. M. Baron Tinti beantragte eine neue mildere Slylisirung der Alinea 5. 6 seines Entwurfes, welche nach einiger Debatte angenommen wurde. Abgeordneter S vc tcc sprach sich gegen dieses Alinea aus, indem er behauptet, die Vcr-fassungsfrcunde seien größere Gegner der Verfassung als ihre Gegenpartei, und zwar aus dem Grunde, weil sie emc Revision der Verfassung für überflüssig zu Hal-ten scheinen und eine solche von sich weisen, welche Be-haupiung die Abgeordneten Eich hoff und Wolf-r u m bekämpften und derselben auf das entschiedenste entgegentraten. Die Alineas 7, 8. 9, 10 wurden nach lännerer Debatte ebenfalls in der Fassung des Berichterstatters angenommen. In der Alicndsitznng wurden zu Alinea 11 verschiedene AmendementS gestellt und die Feststellung dieses Alinea der nächsten Sitzung vorbehalten. Ueber die Alinea 13 entspann sich eine sehr lauge De» batte. Der Antrag des Aba. ssiguly ans nachstehende Stylisirung: „DaS Abgeordnetenhaus wird den von Eu. Majestät Reyieruna. in Aussicht gestellten Vorlagen über die Wahlreform für den NeichSrath die sorgfältigste Erwägung widmen, um das uolköthümlichc Wirken desselben zu kräftigen," wurde mit großer Majorität angenommen. ________ Wie daS „N. Frdbl." vernimmt, werden Freitag die a. h. Handschreiben publicirt werden, mit denen die Minister Taaff^, Ber^cr und Potocti ilirc Demission erhalten. Die Demission der übrigen fünf Minister wurden nicht angenommen und soll mil dem provisorischen Vorsitz im Ministerium Minister v. Plcner betraut werden. Die Ernennung ciiics Ministcrpiäsidentcn diirflc erst nach der Adrcßdebatte erfolgen. Der „N. Fr. Pr." wird aus Berlin telcgra< phirt. daß der Besuch des Erzherzogs Karl Ludwig in Berlin dem Hofe bereits officiell notificirt sei und in nächster Zeit bevorstehe. Dasselbe Blatt erhält von einem Pariser Corrcspondcnlen Nachrichten über einen ernsten Zwiespalt zwischen Kaiser Napoleon und seinen neuen Ministern, welche durch die Forderung des letzteren auf Absetzung ocö Poli;eipräfecten Pictri, Ersetzung des Kriegsministers General Lcbocuf durch den General Trochu, cincn Orlcanistcn, und Reduction der kaiserlichen Garde auf 12.000 Mann hervorgerufen wurden. Man sprach auch von einer beabsichtigten Arbeitcrdcmonstration gegen die Absetzung dcS — baulustigen — Pariser Prä' fecten Haußmann und die Börse war beunruhigt durch die in den obersten Regionen herrschende Spannung, da' her daS Fallen der Rente. AuS Paris, 13. December wird der „Tr. Ztg." tclegraphirt: Auf den Champs Elysccö versammelte sich eine große Menschenmenge, welche von Chasseurs nach der gesetzlichen Aufforderung ohne Gebrauch der Waffen zerstreut wurde. Rochefort erschien um 5 Uhr sehr be-wcgt im gesetzgebenden Körper; man versichert, er werde sein Dcputirtcnmandat niederlegen. Gegen li Uhr fanden Ruhestürungsucrsuche an mehreren BouleuardSpuntten statt. Mehrere Stadtsergeanten wurden verwundet, meh-rere Ruhestörer verhaftet, ernste Vorsichtsmaßregeln waren getroffen. Mehrere Cavalleric'Abtheilungcn aus den Nachbargarnisoncn sind eingetroffen. Gegen Mitternacht herrschte vollständige Ruhe. Äelearaphische Wechselkurse vom 13 Jänner, 5prrc. MctalliqueS 60.50. — 5pcrc. Metallic,,!?« mit Mai. und November-Zinsen 60.!>0 - 5pcrc. National-Anleheu 70.55. - 1860er Staaisanlchen 98.4l>. - Banlactien 742, — Lredi!- Nc'icil 263.60 — London 123.—. — Silber 120.25». - K l. Dncateu 5 79',, Angekommene Fremde. Nm ll Jänner. Stadt TUien. Di: Herren: Stcmhcrz, Kausm., von Graz. — Nittcv v. Gaszlct, von Hvastnig. - Nartell«, Ingenieur; Lncla, SaHcl, Foa/H und Fischer, Kausleule, und Naprct, l. t. Hos-rath, v°n Wien, - Hololl. Kaufm,. von Wr.-Nenstadt. — Szeilcr, ilanfm., vou Raab. — Pogatml. «eschrr, auö Overtrain. Olefant. Die Herren: Schepitz und Klementic, uoil Trieft. — Schn'i, Ingenieur; Mcmrici, Schrey, Marzzoli und Klmsll, von Ming. - Hirsch, Kanftu,, vou Wien. -- Klingan, Lcmdea Thicrarzt. von <Äraz, — Iatcl, von Krainbnrg. — Fnrlan, von Nasselifüs;. — Schwarz, Kausm., von ^'emdcra.. - Edler v. Kuttcl, Pros,, au« dem Orient. - Vcngycl, Kaufn,,, von Kaxischn. Baierischer Hof. Herr Snpancic, Vahmnspcctor, von Fiume. Theater. Heute: Der Freischütz. Oper in 4 Acten. Morgcii: Feckter von Navenna. Schauspiel in 4 Acten. Frl. Berc, aus Graz als Gast. z z,ZZ N <. ! — M <; U Mg, 825^8 — l.„ wmdiUll Hülimurlicl i:,', 2 .. "!ii. :^5.,!l -i- 1.!» windstill ganz licw. 0 (M U) „ M. !j2l;ormittac,S cielichlct, Nachmittags Aiifhcilcniiin Abend roth. Mondhof, später trat Nebel ein. Das Taacöimtlcl der Wärme -. 0 ?«. um l-4" über dem Normale. Verantworllichcr Redacteur: Ig»«, v. . >, m a y r. ---------------------------------»^7-------,,, ^.,----------^., ,,, . „ .------------l^,. «i.l ii.sss^ nesliinmt, a«S die gcslrigc Abeuddörse, und anch an der ufficiellm Börse herrschte bi« über die Erl>änl!iti< " , , , ^^^^,^,^^ ^.^m 5) fl.. Nationaldant 2 fl.. Dampfschiff 5 fl.. besserten sich aber später wieder aul 2l;5.-<>. Andere Pap^re we.,eu nnr "w'gc ^trachll.chtc Cnr«d f^ ,„ ^^ ^ .^ , ! ^ierreitte besserte sich um '. pC'. Staa.«lose blieben nahe,,.. mmerandeN, ^l'rend^ed>Uose"M7^ ^fecti«c. Silber no.irt mil gestern, dagegen .v'ar.i Conpoi^ von Priori.clt.obliga.ionm ,,/Nembonrsen s»r das'Ausland gesncht und bis 120'/. bezahlt. K Allaemeine Ttaateschuld. Filr 100 fl. Geld Waar? Einheitliche Staatsschuld zu 5> p^t.: in Noten verzink, Mal-November 00,/5 ,0,«- ...... Februar-August A75 .0.«. .. Silber ,. Jänner-Juli . 70-b5 /0.75 ,. „ ', April-October. 70.K5 70.75 Steueranlchcn illctzahlbar (i) - '^'^ ^'^ ^>) . 97.50 »v.'" Lose v I.iHg ....'. 223-7- 2>'3.50 „ „ 1854 (4 «/,) z» 250 fl. 89.50 9050 „ „ 1860 zu 500 ss. . . 98.70 9» 90 „ ,. 18<^0 zu 100 fl. . . 104.— 105.-„ ,. 1804 zu 100 ft. . , N7.«<» 118.— Staat«-Domäncu-Psandbricfc zu 120 fl. ü W. in Silber . ' . 122.50 125.— «. GrundentlastllNssH- Vbliftationen. Filr 100 st. Geld Waare VUhmen .... zu üvEt ^2.75 94.— Galizicil......5 „ 72,80 73.50 Ylieocr-Ocsterreich. . „ 5 „ 95.50 W.--Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 95.50 9«!.5<» Siebrnbürgm ... „ 5 .. 7525 75,75) Ste,crm«l .....5.. '^2.50 93,50 Ungarn.....b « 79.- 79.50 «. Actien von Bankinstitute,,. Geld Vaare Anaw-ästerr. Van! abgest, . . 32«.5<> 327.-Anglo.uiigar. Nant .... 9>i,50 97.— Boden-Crrdilanstalt .... —— --.— Ereditanslalt f, Handel u. Gcw, . 265.— 265,20 Crcditanstall, allgcm. ungar. . . 79 50 80 50 Escomptc-Gcsclls'chaft, n. ü. . . 905. 90«.— Franco-üsterr. Vanl .... 109.50 109.75 (sencralbauk.......40.- 41 — Nationalbank......742-743 — Niederländische Bank . . . . 85. - 8?.— Bercinebanl.......89. - 90.- Vrrlchrsbanl.......116 50 117.50 Wiener Bailt......64,- 65.- «. Actieu von Transportunterneh, mungen. Oeld Waare Alfljld-Fiumaner Bahn . . . 171.75 172.25 Whm, Westbahn.....223.50 224.50 Carl-Liidwig-Bahn.....242,75 243.25 DonainDampfschifff. Gcscllsch. . 580.- 582 - Elisabcth-Westbahn.....187.25 187 75 Ferdmauds-Norobahn . . . 2175,-2177.— Fimftlrchcu-Barcscr-Bahn , . 1^2.-- 183.— Frauz-Iosephö-Bahu .... 185.50 18 Geld Maare I ^Lloyd. «ifierr........324.- 326 — ^Omnibus........--— —.— Rndolss-Bahn......1^3.50 164.- Sicbcnbttrger Vahu .... 167.50 168, SlaatSbahn.......404.— 406.-- Siidbahn . ......"^-^ '^^.- Süd-nordd Verbind. Bahn , - 164— 165.— T»Bahn.......iA ^lA" Tramway........^"^ ^^ " «. Pfandbriefe (siir W0 fl.) Mg. ar i« 5 p2t. in Silber 107.25 107 75 dt°.in33I.ri!clz.zu5pEt.inü.W. 89.- 89 50 Natlonalb. auf ü. W. ucrlosb. ..^.^ ^.. ._ zu 5 pLt ......N^ ^ ^ Oest. Hypv. zu 5'/. pEt. nlclz. 1878 98.- W-50 Una. B°d.-ltreb.-Anst. zu 5'/. M. 91. - 91.50 W'. Prioritätsobliaationen. Elis,-Weftb, in S. verz. (I. Emiss.) l^.50 92,— Ferdinands-Nordb. iu Silb. verz. 106.25 106.75 Flanz-Ioscph«-V°hn .... 93,- 93,40 O.Harl-Ludw.B.i.S.verz.I.Tm. 100.50 101.50 Nclt» Waule Oesterr. Nordwestbahn .... :>ii"0 !,:j.— Sicbeub. Nahn in Silber vcrz. . 89.75 90,— Staateb. G. 3"/« ü 5,00 Fr. „I, Em. 142.50 143, -Südb.G, 3'/>500Frc. „ . . 121.25 121.50 Sl!db.-Vons « "/,. (1870—74) ' i. 500 Frc»......244.50 245.- «. Privatlose (fours der Geldsorten H GsI5 Waarr K. Münz-Duclttei-. . 5 fl. 79 lr. 5 fl. 80 tr. Nllv°leon«d'or . . 9 ,. 81 .. 9 ,. 8ii „ VcrmMhalcr . . . 1 .. 81!! « 1 „ 82 z .. Silber . . 120 „ 25 „ 120 „ 75 „ ttraimscht OrundenUaNung«-Obligationen, Pri» uatnoUrnu«: litt— Vtll». 94 Waare