Pezugsprcife Jüt Österreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2 — Jur Amerika: ganzjährig D. 1 25 Jur das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrif! werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück, gesendet. Gotischen Dote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottfcheer Voten in Gotlschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schristkeitnng des Hottscheer Voten in Gottschee. Anzeigen (Injerate) werden nach Tarif berechnet und von der Ver. waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Berlage des Gott» scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. M. 30. Kottschee, am 19. Oktober 1914. Jahrgang XI. Die Opserivilligkeit und der Patriotismus des katho-tischen Merus. Gelegentlich des letzten Kriegsgottesdienstes in der Stephans-firche zu Wien hielt Kardinal Fürsterzbischof Dr. Pissl eine Ansprache, der wir folgendes entnehmen: Wenn ich euch hiemit neuerdings bitte, in diesen schweren Zeiten mit großem, opferwilligem Herzen zu handeln, so gestattet mir, die Gelegenheit zu benützen, um einen Vorwurf zurückzuweisen, den man in den letzten Tagen unserem katholischen Klerus gemacht hat, als ob er zu wenig opferwillig sei. Dieser Vorwurf ist nicht begründet. Es gab jeder, was er geben konnte. Freilich, wenn die Märchen Wahrheit wären, die man in kirchenfeindlichen Kreisen über den unermeßlichen Reichtum des Klerus erzählt, dann hätte der Klerus wirklich zu wenig getan. Aber wenn die meisten Pfarrer alles in allem ein Einkommen von 2000 bis 3000 Kronen beziehen und davon noch ihre Psarrarmcn unterstützen müssen, so kann man nicht Hunderte und Tausende Kronen von ihnen für die Kriegsfürsorge erwarten. Der besser situierte Klerus, die Stifte und Klöster, haben nach ihren Kräften beigetragen, ste alle haben Verwundete in ihre Obhut genommen. Das macht manchem geistlichen Hause tägliche Ausgaben von 200 bis 400 und mehr Kronen. Rechnet man diesen Betrag nur für drei Kriegsmonate zusammen, dann sind es 20.000 bis 40.000 Kronen, von denen freilich nichts in den Zeitungen zu lesen ist. Und sind unsere weiblichen Ordensgen o; sens chaft en nicht opferwillig genug, opferwillig bis zur Selbstverleugnung? Auch sie haben zumeist Verwundete in Pflege, und wer waren die ersten Pflegerinnen, die ich als Freiwillige für den Dienst in den Jnfektionsspitälern segnen mußte? Unsere Ordensschwestern. Wer hat, als die Verwundeten in großer Zahl nach Wien kamen, oft durch 24, ja durch 36 Stunden den schwersten Pflegedienst bei den Operationen getan? Unsere Ordensschwestern. Welche Heroinen der Charitas und welche Religion, die solche Heldinnen der Selbstverleugnung erzieht! Es ist auch eine andere Hetze gegen den katholischen Klerus im Zuge. Daß sie nicht zufällig ist und nicht lokalen Gründen entspringt, beweist die Tatsache, daß sie in Deutschland genau so betrieben wurde, wie ste bei uns noch betrieben wird. Dort hat man den Hetzern von Amts wegen das Handwerk gelegt, die den katholischen Klerus in Bausch und Bogen au tipa triotisch er, ja geradezu hochverräterischer Tendenzen geziehen haben. Auch bei uns glaubt man, viel leisten zu können, weil man einige slawische Priester wegen angeblicher panslawistischer Umtriebe verhaftet und weil ein Teil des griechisch-katholischen Klerus russophiler Tendenzen beschuldigt wird, dem ganzen katholischen Klerus den Vorwurf mangelnder Vaterlandsliebe ins Gesicht schleudern zu dürfen. Im Süden sind von 17 Beschuldigten schon 10 enthaftet worden, weil die Anzeigen jeder Grundlage entbehrten, die anderen sind bis heute nicht verurteilt. Wieviele von den verhafteten griechisch-katho- lischen Geistlichen schuldig, wieviele unschuldig sind, läßt sich heute noch nicht absehen. Ebensowenig wie es einem vernünftigen Menschen einfallen kann, unseren ausgezeichneten Osflziersstand deshalb in Bausch und Bogen zu verurteilen, weil sich unter den Offizieren leider ein Redl gefunden hat, ebensowenig darf auch die patriotische Gesinnung des Klerus verdächtigt werden, falls es sich Herausstellen sollte, daß in der Tat einer ober andere südslawische ober ruthenisch-russophile Priester seine Pflicht gegenüber dem Vaterlande verletzt hat. Sollen wir Geistliche vogeifrei sein? Katholische Männer! Als überzengungstreue Katholiken kennt ihr euren Klerus; ihr wißt, wie gut patriotisch derselbe jederzeit gewesen ist und noch immer ist. Stehet deshalb auch für ihn ein, wenn professionsmäßige Hetzer ihn verunglimpfen und beschimpfen. Dieser Ansprache wohnten Erzherzog Franz Salvator, die Gemahlin des Armeeoberkommandanten Erzherzogin Jsabella mit drei Töchtern und ihrem Sohne, Erzherzogin Marie Valerie mit drei Kindern, Minister des Äußern Graf Berchtold, die Weihbischöfe Dr. Pflüger und Dr. Zschokke, Feldbischof Bjelik, das gesamte Domkapitel und viele andere hervorragende Persönlichkeiten bei. Als Illustration zu den obigen Ausführungen des Kardinals und zur Bewertung der gewissenlosen Handlungsweise gewisser Kreise, die auch in den gegenwärtigen überaus ernsten Zeiten ihre Wühlarbeit nicht einzustellen vermögen, seien hier nur zwei eklatante Beispiele angeführt. Laut eines Berichtes des „Kärntner Tagblaltes" wurde am 28. Juli infolge einer Denunziation der Pfarrer Johann Mahrhofer von Poggersdorf in Haft genommen, zunächst dem Gerichte in Klagenfurt eingeliefert und nach einigen Wochen dem Militärgerichte in Graz überstellt. Das ihm angedichtete Sündenregister war nicht gering: Hochverrat, serbische Spionage, großserbische Propaganda, Verbreitung vaterlandsfeindlicher Ideen, Veranstaltung eines Komplottes gegen Österreich. Was von allen diesen Beschuldigungen nach dem Ergebnisse der genau durchgesührten Untersuchung noch übrigblieb, läßt sich daraus erkennen, daß Pfarrer Mahrhofer am 5. Oktober auf freien Fuß gesetzt wurde. Er hat nun gegen die gewissenlosen Denunzianten die Verleumdungsklage eingereicht. Ein anderes Beispiel. Bor einiger Zeit verbreitete sich in den Sudetenländern die Nachricht, der bekannte Kanzelredner, Dominikanerpater St. Schnee, sei verhaftet worden. Rasch entstand das Gerücht, der Priester stehe unter der Anklage der Spionage und des Landesverrates. Pauschalverdächtigungen und Beschimpfungen der Geistlichen waren die Folge. Das Verfahren gegen P. Schnee wurde auf Grund einer Anzeige ausgenommen, die in gehässiger und entstellender Weise den Kanzelredner wegen einer Predigt beschuldigte. Die Untersuchung brachte, nachdem sich die völlige Unschuld des Paters herausgestellt hatte, die Einstellung des Verfahrens. Und der Pater predigt bereits wieder in der Dominikanerkirche, die stets von Zuhörern bis in den letzten Winkel gefüllt ist. (Reichspoft vom 7. Oktober.) Wenn man bedenkt, daß dieses charakterlose Denunziantentum gerade in jenen Gegenden am üppigsten gedeiht, in denen die „Los von Rom"-Hetzerei die meisten Giftblüten treibt, also in Steiermark, insbesondere in der Gegend von Marburg, in Kärnten, in Nordböhmen und in den deutsch-tschechischen Gegenden von Schlesien: dann weiß man auch, aus welchen Kreisen diese schmähliche Angeberei stammt. _______________ Wünsche unserer Krieger im Felde. In den „Hamburger Nachrichten" war kürzlich folgendes schöne Gedichtchen von Andrea Frahm zu lesen: Es wäre ja alles nicht so schwer, Wenn nur die brennende Scham nicht war': Sie gehen für dich in die Kugeln hinein, Du liest es abends bei Lampenschein. Sie schlafen in nasses Grab gestreckt, Dir steht dein gutes Bett gedeckt. Du weißt deine Lieben zum Greifen dicht, Sie sehen im Sterben ein fremdes Gesicht. Und all deine Liebe und all dein Leid, Dein heißestes Wollen reicht nicht so weit, Daß es einem da draußen in würgender Schlacht Die letzte Stunde leichter macht. Unsere Brüder, unsere Söhne, sie kämpfen für uns, sie bluten für uns, sie sterben für uns, sie leiden Hunger und Durst, sie frieren, sie ertragen ohne Murren die größten Strapazen, die schwersten Entbehrungen. Wie gerne möchten wir ihnen helfen, wenn wir nur könnten. Sind wir aber schon außerstande, die todbringenden Kugeln von ihnen abzuwehren, ihre Wunden zu pflegen, ihre Strapazen zu erleichtern, so wollen wir wenigstens tun, was in unseren Kräften steht: Wir beten täglich für sie, wir sammeln fleißig Liebesgaben für das „Rote Kreuz", für die Familien der Hinterbliebenen, fleißige und geschickte Hände fertigen Kälteschutzmittel und Wintersachen an, wir verfertigen Wäsche für kranke und verwundete Krieger, unsere Töchter haben einen Pflegerinnenkurs durchgemacht und sind bereit, kranken und verwundeten Soldaten ihre Hilfe angedeihen zu lassen — kurzum, überall wird rastlos an praktischen Liebesgaben und Liebeswerken für die Soldaten gearbeitet, überall zeigt die Bevölkerung eine geradezu rührende Opserwilligkeit und Opfersreudigkeit. Da ist es dann gewiß auch am Platze, daß wir jenen kleinen, leicht erfüllbaren Wünschen ein besonderes Augenmerk zuwenden, die unsere Krieger ihren Angehörigen und ihrer engeren Heimat gegenüber äußern. Was die Soldaten am meisten vermissen, schreibt ein bei Grodek verwundeter Krieger, das sind Briefe von Verwandten und Bekannten und Zeitungen aus der engeren Heimat. Er spricht im Namen aller seiner Kameraden den Wunsch aus, es möge diese Bitte öffentlich in der Zeitung bekannt gegeben werden, damit man sie überall erfahre und berücksichtige. Gute Zeitungen sowie Briefe würden anstandslos und mit aller möglichen Raschheit (so gut dies eben im Kriege angeht) an die Empfänger befördert. Eßwaren an die Soldaten zu schicken, habe keinen Wert, da sie selbe nicht brauchen und aus diesem Grunde auch meistens gar nicht ausgefolgt erhalten. Dafür sei eine kleine Ladung Zigaretten oder Feldschokvlade eine von allen stets gerne gesehene und erbetene Aushilfe in diesen schweren Zeiten. Also schreibet fleißig Briefe und Po st karten an unsere Krieger! Die Briefe, die unsere Frauen und Mütter ins Feld schicken, sollen aber ein Ausdruck der Zuversicht sein. Sie sollen wiedergeben, wie unverzagt unsere Frauen und Mütter hoffen und harren, wie ungebeugt sie das Geschick tragen. Beschwert das Gemüt unserer tapferen Krieger nicht mit nutzlosen Jammereien und Klagen und behelligt sie nicht mit allerlei Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten. Die Stimmung unserer Soldaten ist zuversichtlich, sie erhoffen mit voller Sicherheit den endgültigen Sieg und diese Zuversicht, dieser Wille zum Siege ist eine der besten Bürgschaften für dessen Erringung. Verderbet also unseren Kriegern diese hoffnungsfreudige Stimmung nicht durch schwarzseherische Raunzereien, die gar nicht patriotisch sind. Die Stimmung, die aus dem Briefe spricht, teilt sich ja dem Leser mit. Auch Verwandte, Freunde, Bekannte, Dorfgenossen mögen unserer heimatlichen Krieger nicht vergessen und ihnen ab und zu einen Kartengruß aus der Heimat senden. Bei geselligen Zusammenkünften an «Sonntagen, bei Ausschußsitzungen und Versammlungen unserer Feuerwehr- und deutschen Schutzvereine und bergt, bietet sich hiezu leicht Gelegenheit. Man darf auch nicht gar zu ungehalten sein, wenn die Briefe nicht sofort an ihre Adresse gelangen oder Soldatenbriefe manchmal erst nach ein paar Wochen> zu Hause eintreffen. Der klaglosen Abwicklung des Feldpostdienstes stellen sich ja im Kriege oft mannigfache und große Schwierigkeiten entgegen. Unsere Krieger möchten aber nicht bloß erfahren, wie es in der Familie und im Vaterhause geht, sie möchten auch gerne über die sonstigen Vorkommnisse in der Heimat etwas hören. Schicket ihnen also auch Zeitungen! Wer Abnehmer des „Gottscheer Boten" ist. sende das heimatliche Blatt, wenn er es gelesen hat, seinem Sohne, Bruder oder Freunde zu. Wer den „Boten" bisher noch nicht gehalten hat, bestelle ihn wenigstens für die Dauer des Krieges für einen Soldaten seiner Familie. Ein Veteran von 1870/71 weist in der „Frankfurter Zeitung" ans die bekannte wärmende Wirkung von Papierhüllen hin: „Ein altes, aber verhältnismäßig wenig angewandtes Mittel gegen Erkältung liefert uns das Papier. Selbst Veteran, der den Winterfeldzug 1870/71 mitmachte, habe ich durch auf Brust und Rücken getragenes Zeitungspapier jede Erkältung ferngehalten. Ich hatte auch sonst wenig unter Kälte und Feuchtigkeit zu leiden, da das Papier die unangenehme Einwirkung nasser Kleider auf den Körper verhinderte. Gegen kalte Füße empfiehlt es sich, die Füße über den Strümpfen mit Papier einzuwickeln." Es ist also auch aus diesem Grunde sehr zu empfehlen, den im Felde Stehenden Zeitungen nachzuschicken. Tabak und Zigaretten fehlen unseren Kriegern oft gänzlich, was besonders für starke Raucher eine große Entbehrung bedeutet. Wohl mancher würde für eine Zigarette das Doppelte und Dreifache zahlen, wenn er sie nur erhalten könnte. Aber in den Städtchen und Dörfern, die unsere Soldaten durchziehen, fragt man nicht selten umsonst nach diesen Artikeln; alles ausverkauft, keine Nachfnhr. Selbst die Zündhölzchen sind oft rar und man ist ein reicher, beneideter Mann, wenn man über ein paar Päckchen verfügt. Welches Wohlgefühl, schreibt ein Soldat, Zigaretten und Zündhölzchen für eine Woche zu besitzen! Man muß doch zu rauchen haben bei den langen Märschen oder bei dem tagelangen Liegen in den nassen Schützengräben. „Einer unserer Soldaten", berichtet ein Krieger, „bekam eine Geldpostsendung und Zigaretten. Die erste bot er dem Oberst an, der neben ihm lag. Der nahm sie dankend . . . Zigaretten und Zigarren waren überhaupt stets eine große Freude. Man lag oft stundenlang da und hatte keine Abwechslung. Als ich ankam, stürzte alles auf mich zu und sagte: Sie kommen frisch her, Sie haben sicher Tabak und Zigaretten für uns. Wenn wir auch nur ein ganz klein wenig bekommen. Die Leute hatten schon tagelang trockenen Klee und Stroh (!) geraucht." „Raucht man in liefen, andachtsvollen Zügen eine Zigarette", schreibt ein anderer, „so verschwindet die Müdigkeit, der Magen ist befriedigt und der Körper fühlt sich wieder wohler. Der Tabak ist für den Soldaten, der unmenschliche Strapazen zu ertragen hat, eine Erleichterung, die ihn Schmerz, Entbehrung, Sorgen vergessen läßt. Er ist ein Narkotikon, das der ermüdete, bis zum Zusammenbruch gehetzte Körper geradeso braucht wie das Brot. Zum Glück habe ich gerade hundert Stück Zigaretten in meiner Tasche und verteile sie unter den armen verwundeten Soldaten, Deutschen und Russen, gleichmäßig. Trotz ihrer Schmerzen strahlen sie voll Glück. iese teu gs- bie iese Se= »er* nat us- jen tan ort ach mg mb in 6 er tet leer )at, her des lg" gm Er-ter-Jen ttte vas per 6 er rus gen ich, tet. iche hen ten lhr. be- hes für den ifen zer, iem :ten lag im, Sie mr mg ;e", i ist bak >at, ifen en- lück mb mb ück. Die unseren Kriegern zugesandten Zigaretten leiden häufig an dem Übelstande, daß sie kaum zur Hälfte voll Tabak sind. Mit solchen halbleeren Hülsen und lose verstreutem Tabak in den Schachteln ist ihnen aber wenig geholfen. Man drücke also den Tabak am offenen Ende in die Hülse, biege den dadurch entstandenen leeren Hülsenrand um und fest. Dann bleibew-die Zigaretten tadellos. Angeregt durch Skizzen und Schilderungen aus dem Kriegsleben, die in Zeitungen veröffentlicht wurden, haben da und dort die Leute Geld zusammengeschossen, um für unsere wackeren Krieger Rauchgegenstände zu beschaffen. In Graz hat z. B. Kaufmann Seewann allein einer Zeitungsverwalinng 5000 Zigaretten übermittelt, die an das 3. Korps abgesendet werden. In Graz und in anderen Städten in Steiermark sind bereits Hunderttausende von Zigaretten für die Krieger des 3. Korps gespendet worden. Das sind nachahmenswerte Beispiele. Verftiumen es auch wir nicht, unseren im Felde stehenden Landessöhnen Zigaretten und Zigarettentabak in Schachteln gut verpackt zukommen zu lassen. Gegenwärtig ist zwar der Paket-Feldpostverkehr wegen des allzugroßen Andranges an Pakelsendungen un>erbrochen, er wird aber sicherlich in Kürze wieder ausgenommen werden. Den Zigaretten, Zigarren und dem Zigarettenpapier lege man allenfalls auch ein Taschenmesser, Notizbuch, Bleistift (für Chargen) bei, womöglich auch ein Luntenfeuerzeug. Ein besonderes Kapitel wäre noch die Versorgung mit Kalte-schutzmittein. Darüber nächstesmal. Von den Kriegsschauplätzen. (Letzte Woche.) 12. Oktober: Der Entsatz von Przemysl ist vollzogen. Jaroslau und LeLajsk sind in unserem Besitze. Bon Sieniawa geht starker Feind zurück. Östlich von Chyrow schreitet unser Angriff gleichfalls fort. In Russisch-Polen wurden alle Versuche starker russischer Kräfte, die Weichsel aus und südlich von Jwangorod zu überschreiten, abgeschlagen. 13. Oktober: Der Feind hält nur mehr vor der Ostfront von Przemysl. Der Kampf östlich von Chyrow dauert an. Eine Kosakendivision wurde von unserer Kavallerie gegen Drohobycz geworfen. — Heftige Angriffe der Franzosen östlich von Soiffons wurden von den Deutschen ebenso abgewiesen wie die französischen Angriffe gegen die Stellung der Deutschen bei st. Mihiel. Ein erneuter Umfassungsversuch der Russen bei Schirwindl wurde von den Deutschen abgewiesen. In Südpolen wurden die russischen Vortruppen südlich von Warschau durch deutsche Truppen zurückgeworfcn. — Der russische Panzerkreuzer „Pallada" wurde in der Ostsee vor dem Finnischen Meerbusen von einem deutschen Unterseebot durch einen Torpedoschuß zum Sinken gebracht. 14. Oktober: In der Linie Stary Sambor-Medr)ka sind befestigte Stellungen des Feindes von unseren Truppen angegriffen worden. Diese Kämpfe nehmen an Ausdehnung zu. In den Karpathen nahmen wir Toromja nach viertägigen Kämpfen und verfolgten die Russen gegen Wyskow. Kleinere erfolgreiche Gefechte mit zurückweichenden feindlichen Abteilungen fanden auch im Viffo-Tale statt. — Lille ist von den Deutschen besetzt. 4500 Gefangene sind dort gemacht worden. — Auf dem östlichen Kriegsschauplätze sind in den Kämpfen bei Schirwindt die Russen geworfen.worden und haben 4000 Gefangene, 26 Geschütze und 12 Maschinengewehre verloren. Lyck ist wieder in deutschem Besitz. Weiter südlich sind beim Zurückwerfen russischer Vortruppen auf Warschau 8000 Gefangene gemacht und 25 Geschütze erbeutet worden. 15. Oktober: Unsere Truppen eroberten die befestigten Höhen von Staro-Pol. Auch gegen Stary-Sambor gewann unser Angriff Raum. Nördlich von Strwiaz haben wir eine Reihe von Höhen bis zur Südostfront von Przemysl im Besitze. Am San, flußabwärts der Festung, wird gleichfalls gekämpft. Die Verfolgung der Russen über die Karpathen hat Wyskow und Skole erreicht. Der An- griff der deutschen Truppen, die in Russisch-Polen Schulter an Schulter mit dem österreichisch-ungarischen Heere kämpfen, schreitet fort. Die deutschen Truppen stehen vor Warschau. Ein mit etwa acht Armeekorps aus der Linie Jwangorod-Warschau über die Weichsel unternommener russischer Vorstoß wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten für die Russen zurückgeworfen. — Bei Antwerpen wurden 4000 bis 5000 Gefangene gemacht. Die Kriegsbeute in Antwerpen beträgt mindestens 500 Geschütze, eine Unmenge Munition, vier Millionen Kilogramm Getreide, für 10 Millionen Mark Wolle usw. — Die Angriffe der Franzosen bei Albert wurden unter erheblichen Verlusten für sie abgewiesen. 16. Oktober: Lodz ist in deutschem Besitz. Rumänien demobilisiert. Heftige Kämpfe an der belgischen Küste. Die Reste der belgischen Armee werden in Ostende eingeschifft. 17. Oktober: Brügge und Ostende von den Deutschen besetzt. Ein russischer Angriff auf Lyck wurde zurückgeschlagen; französische Angriffe bei Reims wurden abgewiesen. — Die Kämpfe an unserer ganzen Front von Stary-Sambor bis zur Sanmündung dauerten gestern an. In der Marmaros nahmen die den Feind verfolgenden österreichischen Abteilungen Raho in Besitz. Im Tale der Schwarzen Bistriza ziehen sich die Russen, bei Rasailowa geschlagen, gegen Zielona zurück. 18. Oktober: Der englische Panzerkreuzer „Hawke" wurde von einem deutschen Unterseebote vernichtet. — Siegreiches Vordringen unserer Truppen in Galizien; über 15 000 Russen gefangen. Aus Stadt und Land. Hottschee. (Vom Mittelschuldienste.) Herr Prof. Dr.Otto Lax in Gvtlschee wurde der Oberrealschule in Laibach zur Dienstleistung zugewiesen. — Der Landesschulrat hat die Wiederbestellung des Supplenten am k. k. Staatsgymnasium in Goltschee, Herrn Josef Roth Häuser, für das Schuljahr 1914/15 genehmigt. — („Gold gab ich für Eisen.") Frau Rosa Fink, Tischlermeistersgattin' in Gottschee, hat einen 18karatigen Ring fürs Rote Kreuz gespendet. — (Todesfall.) Am 11. d.M. starb hier nach kurzem, schmerzvollem Leiden Herr Albert Braune, k. u. k. Major i. R., im 69. Lebensjahre. Mit ihm ist in Gottschee eine markante, allgemein hochgeachtete Persönlichkeit aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene entstammt einer der angesehensten Familien Gottschees. Er war ein Sohn des sel. Apothekers und Altbürgermeisters Josef Braune. Geboren im Jahre 1846 besuchte der Verblichene die Volksschule in Goltschee, absolvierte hierauf mehrere Realschulklassen in Laibach und Graz und trat sohin freiwillig ins Militär ein. Er machte in den sechziger Jahren die Kadettenschule (damals Divi-stonsschule genannt) in Budapest durch, avancierte in der Folge zum Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann und nach Ablegung der Stabsoffiziersprüfung zum Major und diente bei verschiedenen Infanterieregimenten! in den Garnisonen Budapest, Laibach, Triest, Pola, Brünn, Belovar, Ragusa-Gravosa, Trebinje und Komorn usw. Eine willensstarke Persönlichkeit von echt militärischem Geiste, wußte er stets stramme Disziplin aufrecht zu halten und erfreute sich als tüchtiger, schneidiger Offizier der vollen Wertschätzung seiner Vorgesetzten. Der Mannschaft gegenüber war er nicht bloß ein strenger, keine unmilitärische Lässigkeit duldender Vorgesetzter, sondern auch ein stets väterlich besorgter Freund. Ein rheumatisches Leiden, das er sich im Dienste bei den Feldübungen zugezogen hatte, zwang ihn, vor etwa 17 Jahren, nachdem er vorher vergebens Heilung in Bädern gesucht hatte, in den dauernden Ruhestand zu treten. Seither lebte Herr Major Braune, der unverehelicht geblieben ist, in Gottschee in gemeinsamem Haushalte mit seinem Bruder, Herrn Apotheker Robert Braune. Der Heimgegangene war nicht bloß ein tüchtiger, strammer Offizier, sondern hatte auch Sinn und Freude zur Literatur und befaßte sich auch gerne mit technischen Dingen. Insbesondere brachte er der Elektrotechnik großes Verständnis entgegen und studierte gerne die neuesten Werke dieses Faches. Dieser Umstand sowie sein ausgesprochenes Verwaltungstalent ließen Herrn Major Braune als die geeignetste Persönlichkeit erscheinen für die Verwaltung des hiesigen städtischen Wasser- und Elektrizitätswerkes. Er wurde von der Stadtgemeindevertretung zum Obmann des Direktoriums des Wasser- und Elektrizitätswerkes gewählt und versah durch eine längere Reihe von Jahren diesen verantwortungsvollen Ehrenposten mit großem Eifer und seltener Hingebung. Das Gedeihen dieses Werkes sowie dessen tadelloser Betrieb ist zum großen Teil sein Verdienst und es wird sich für die Obmannstelle im Direktorium des Wasser- und Elektrizitätswerkes kaum so leicht ein vollwertiger Ersatz finden. Die Bediensteten des Werkes verlieren an ihm einen gütigen Vorgesetzten, der stets auf ihr Wohl und auf die Besserung ihrer materiellen Lage bedacht war. Auch für das Rechtsleben und die Angelegenheiten des öffentlichen Rechtes hatte der Verstorbene ein lebhaftes, verständnisvolles Interesse. Seit einer Reihe von Jahren war er beim hiesigen k. k. Bezirksgerichte als staatsanwaltschaftlicher Funktionär tätig und verstand es, diese Stelle nicht bloß dem Namen nach auszufüllen, sondern sich mit dem Strasrechte und den staatsänwaltschastlichen Obliegenheiten praktisch wohl vertraut zu machen. In den letztvergangenen Monaten trat sein rheumatisches Fußleiden wieder mit erneuter Heftigkeit hervor, so daß er sich, trotz seines Fußübels beruflich noch immer tätig, nur mühsam ins Gerichtsgebäude schleppen konnte. Durch Gefäßverkalkung hervorgerufene innere Blutungen beschleunigten in den letzten Tagen den unerwartet raschen Eintritt der Katastrophe. Erwähnt sei schließlich noch, daß der Verblichene sich mit Vorliebe auch mit Obstbaumzucht, Garten- und Blumenpflege befaßte, auf welchen Gebieten er gediegene theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrung besaß. Er ruhe in Frieden I — (Reexpeditionsbegünstigung für nach Italien bestimmte Holzsendungen.) Firmen in Krain, denen von der Bahn Begünstigungen zugestanden wurden, erhalten im Büro der Handels- und Gewerbekammer eine diesen Gegenstand betreffende Information. — (200 Millionen Mark tägliche Kriegskosten.) Die englische Zeitschrift „Economist" berechnet die täglichen Kriegskosten auf 200 (?) Millionen Mark, wovon auf Deutschland 44 Millionen, auf Rußland, Österreich und Frankreich je 34 Millionen entfallen. Nicht berücksichtigt in dieser Ausstellung ist der Aufwand Englands, Belgiens, Serbiens und Montenegros. — (Krieg sbiltprozession der Schuljugend.) Sonntag den 18. Oktober fand nach dem Nachmittagsgottesdienste von der Stadtpfarrkirche aus eine große Kriegsbittprozession nach Mitterdorf statt, an der die Knaben- und die Mädchenvolksschule, das Staatsgymnasium, das „Marienheim" und eine große Menge von Gläubigen unter Führung der gesamten Stadlpfarrgeistlichkeit von Gottschee sich beteiligten. Auch die Lehrkörper der genannten Schulanstalten nahmen teil, vom Staatsgymnasium war Herr Gymnasialdirektor Dr. Franz Riedl mit den Herren Pros. Watzl und Prof. Dr. Ettl erschienen. In der Pfarrkirche in Mitterdorf wurden die Kriegsgebete verrichtet, worauf die österreichische Volkshymne mit großer Begeisterung von jung und alt gesungen wurde. Ungemein rührend war es, als die Schulkinder und die Gymnasialjugend allein mit lauter Stimme die Gebete für Kaiser, Vaterland uud unsere Krieger verrichteten. Kein Auge blieb dabei trocken. Die Kirche von Mitterdorf war von der Schuljugend überfüllt. ■— (Sämtliche Maruranten des hiesigen Gymnasiums ein gerückt.) Von den Schülern der achten Klasse, die voriges Jahr maturierten, sind sämtliche als Einjährigfreiwillige ins Heer eingetreten, und zwar: Anton Erker beim 17. Jnf.-Rgm., Bernhard Jaklitfch beim bh. Jnf.-Rgm. Nr. 3, Johann Perz beim Dragoner-Rgm. Nr. 5 in Marburg. Thomas Perz, Josef Posnik und Johann Sterben*, letztere alle Beim 17. Jnf.-Rgm. — (Unsere Motorbatterien vor Antwerpen.) Das rasche Vorgehen der Deutschen vor Antwerpen war von außerordentlichem Erfolg und ist, wie mitgeteilt wird, der schnelle Fall von Antwerpen, einer der stärksten Festungen der Welt, zum Teile auch den österreichisch-ungarischen Motorbatterien zu verdanken. Diese haben auch bei Lüttich, Natnur und Maubeuge sehr gute Arbeit gemacht. Bei diesen Motorbatterien befinden sich auch neun Artilleristen aus dem Gottscheer Gebiete, die von Natnur, Maubeuge usw. Grüße in die liebe Heimat schickten. Wir sind stolz darauf, daß bei der Eroberung dieser festen Plätze, insbesondere bei der Einnahme der früher als „uneinnehmbar" bezeichnten belgischen Festung Antwerpen, Landsleute von uns mitgewirkt haben. Der Kriegsberichterstatter des „Berliner Tageblattes" schreibt über die Beschießung und Eroberung des Forts St. Katharina (Antwerpen) durch die österreichischen Motorbatterien: „Abends saß ich mit dem Batteriechef der österreichisch-ungarischen Mörserbatterie zusammen, dessen Geschütze das Fort St. Katharina in Grund und Boden geschossen hatten. Jetzt war ihnen ein Tag Ruhe gegönnt. Der Bat- teriechef kam aus dem Felde in das schöne Brüssel und sprach Worte des höchsten Lobes über den Pflichteifer und den Ecnst, mit dem seine Lente tagelang die eiserne Wucht in die feindlichen Stellungen geschleudert hatten." Zahlreichen österreichisch-ungarischen Offizieren und Unteroffizieren vor Antwerpen überreichte der Chef des Großen Generalstabes v. Moltke das Eiserne Kreuz. — (Ertrag der Weinlese.) In den südlichen Kronländern ist die Weinlese mittel bis gut ausgefallen. Hofrat Portele schätzt den Ertrag der Monarchie Heuer auf 4,621.000 Hektoliter, also um 300.000 Hektoliter mehr als im Vorjahre. ■— (Wäsche für die verwundeten und kranken Krieger.) Se. Durchlaucht Fürst Karl A n e r s p e r g hat bekanntlich die Anordnung getroffen, daß in Gottschee 20 Betten für verwundete und kranke Krieger bereitgestellt werden. Dieselben wurden int „Marienheim" im sogenannten Auerspergzimmer untergebracht. Da nun aber vorderhand keine Aussicht vorhanden ist, daß Verwundete zur Pflege nach Gottschee gebracht werden, und da anderseits an Rheuma erkrankte Krieger heißer Bäder bedürftig sind, wurde für 15 erkrankte Krieger die Bettwäsche von hier nach Töplitz gesendet, wohin die Kranken über Laibach befördert wurden, um im dortigen Warmbade Heilung zu finden. — (Vom nördlichen Kriegsschauplätze) erhielten wir von einem Ersatzreservisten des heimischen 17, Regiments eine Postkarte folgenden Inhaltes: 16. September 1914. Es ist schrecklich, was man im Kriege alles sieht und mitmachen muß. Ich war bereits zweimal im Gewehr-, dreimal im Granaten- und einmal im Maschinengewehrfeuer. Die Kugeln sprühten so wie die Körner des Sämanns. Aber gottlob! Ich bin immer gesund und ohne Verwundung geblieben. Wir haben Tag und Nacht keine Ruhe und schreckliche Strapazen. Keinen Wein, kein Bier, keineZigciretten und an manchen Orten kein Wasser I Hoffentlich gibt es ein fröhliches Wiedersehen I Dann mehr. Viele Grüße. I. K. —■ (Cholerafälle in Krain.) Am 3. Oktober l. I. wurde in Krain je ein Fall von asiatischer Cholera in Littai und in Jdria bakteriologisch ermittelt und festgestellt. Auch in Laibach kam ein Fall vor. Es handelte sich um Personen, die ans Galizien eingetroffen sind. Vom Sanitätsdepartement der k. k. Landesregierung wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Cholera bei der nötigen Reinlichkeit — vor allem peinlichste Reinhaltung der Hände und deren gründliches Waschen vor jeder Nahrungsaufnahme — von Person zu Person wenig ansteckend ist. Hingegen ist die Verbreitung durch Wasser, rohes Obst, Gemüse und ungekochte Milch leicht möglich. Es wird daher gewarnt, in gefährdeten Gegenden derlei Nahrungsmittel in rohem Zustande, und wo keine gute Wasserleitung ist. ungekochtes Wasser zu genießen. Die Bevölkerung wird weiters aufmerksam gemacht, sich bei Durchfällen und Erbrechen sofort ärztliche Hilfe zu sichern und jeden verdächtigen Fall unverzüglich der Behörde anzuzeigen. — (Musterung der Landsturmpflichtigen.) Am 5. und 6. d. M. ging es auf dem Bahnhofe hier wieder ähnlich so lebhaft zu wie bei der ersten und zweiten Mobilisierung. Die in den Jahren 1892, 1893 und 1894 geborenen Landsturmpflichtigen fandet ein, i schein« Blum frohe zuverf der Z Gottfl befuni indem nur imtnei dehnt nach so oft bis zu (Orat Da t werde fallen ein a gestoh die ^ den „Sen Torpl Tage? sind i im B litten wird uorra schied Deuij mittel Stad Besti; Schw die 6 Cinsu Müll auch Meh .zentni Bevö Mehl Brenn verbo Verb! von ! weite Reg« Vorri lagen Prei« zu B Getre gerich Aus, San amt fanben sich an den genannten Tagen in Menge zum Abendzuge ein um am 6. und 7. Oktober zur Musterung in Laibach zu erscheinen. Die jungen Landsturmpflichtigen kamen mit Bändern und Blumen geschmückt unter Borantragung einer Fahne und sangen frohe Rekrutenlieder. Ihre Stimmung war durchaus mutig und zuversichtlich. Zum Abschiede hatten sich auch sehr viele Leute aus der Stadt eingefunden. — Von den 246 aus dem Gerichtsbezirke Gottschee zur Musterung Erschienenen wurden 98 als tauglich befunden. (Der Allerseelentag) ist ein großer Ablaßtag geworden, indem der sel. Papst Pius X. kurz vor seinem Tode den bisher nur dem Benediktinerorden gewährten Toties-quoties-Ablaß für immerwährende Zeiten auf die ganze katholische Kirche ausgedehnt hat. Es ist dieser Ablaß ein vollkommener Ablaß, der nach würdigem Empfang der heil. Sakramente toties quoties, d. H. so oft gewonnen werden kann, als man vom 1. November mittags bis zum 2. November mitternachts eine Kirche oder öffentliche Kapelle (Oratorium) besucht und dabei auf die Meinung des Papstes betet. Da dieser Ablaß auch den Verstorbenen fürbittweise zugewendet werden kann, so gewinnt er Heuer, da wir so viele im Kriege Gefallene zu beklagen haben, noch ganz besonders an Bedeutung. — (20 K Belohnung) werden demjenigen zugesichert, der ein am 6. Oktober dem Gottscheer Gymnastalschüler Gustav Berner gestohlenes Fahrrad zustande bringt. Es hat die Marke „Hermes", die Nummer 30.244, die Übersetzung ist grün und trägt gleichfalls den Namen „Hermes", der Schlauchmantel trägt die Marke „Semperit". Das Vorderrad hat keine Bremse, das Hinterrad eine Torpedobremse. Die Sattelfedern sind schwarz lackiert. — (Wieder in Betrieb gesetzt) wurde vor wenigen Tagen die Dampfsäge des Herrn A. Kajfež in Gvttschee. — (Schutzimpfung gegen Cholera.) Unsere Truppen sind gegen Cholera geimpft worden. Diese Schutzimpfung hat sich im Balkankrieg auf griechischer Seite sehr bewährt. Die Griechen litten infolgedessen viel weniger von der Cholera. — (Die fortivährende Steigerung der Mehlpreise) wird hauptsächlich ' durch die Zurückhaltung der großen Getreide« Vorräte der heurigen Ernte verursacht, so daß nur von einem entschiedenen Eingreifen der Regierung Abhilfe zu erwarten ist. In Deutschland steht die Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide unmittelbar bevor. In Österreich ist diese Maßnahme gleichfalls im Stadium der Erwägung, aber es steht noch nicht fest, ob es zur Bestimmung von Höchstpreisen für Getreide kommen wird. In der Schweiz hat der Staat jetzt das Monopol (Alleinverkaufsrecht) für die Getreide- und Brotversorgung an sich gezogen. Die gesamte Einfuhr an Getreide geht an den Staat über, der seinerseits den Müllern das Getreide wieder verkauft. Oer Staat schreibt ihnen auch die Ausbeute (80 % Vollmehl und 20% Kleie) vor sowie den Mehlpreis, der heute 28 Franken für den Doppelzentner (Meterzentner) beträgt, also billiger als in den übrigen Ländern ist. Die Bevölkerung der Schweiz hat sich bereits an die dunkle Farbe des Mehles gegenüber der früheren weißen gewöhnt. Das Branntwein-brenuen aus Kartoffeln und Körnerfrüchten ist Heuer in der Schweiz verboten worden. Auch für uns in Österreich wäre ein solches Verbot am Platze. Norwegen hat sogar das (Verbot der Verwendung von Getreide und Kartoffeln zum Brennen oder Brauen bis auf weiteres eingeführt. — Soeben lesen wir, daß die österreichische Regierung, um einen Überblick über die im Jnlande vorhandenen Vorräte an Brotfrucht und Mehl zu gewinnen und so die Grundlagen für die geplanten Maßnahmen gegen die allgemein beklagten Preistreibereien in diesen wichtigsten Artikeln des Lebensbedarfes zu beschaffen, eine allgemeine Vorratsaufnahme hinsichtlich Getreide und Mehl angeordnet hat. Vorratsverheimlichungen werden gerichtlich bestraft. — (Musterung der Landsturmpflichtigen des ersten Aufgebots.) Die Nachricht von der Nachmusterung der Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1878—1890 wird amtlich bestätigt. Die Maßnahme wird folgend begründet: „Unter den Landsturmpflichtigen, welche zur Dienstleistung mit der Waffe deshalb nicht herangezogen sind, weil sie seinerzeit bei der Stellung und Überprüfung oder auch Superarbitrierung untauglich befunden worden sind, gibt es zahlreiche kräftige Männer, die der Dienstleistung mit der Waffe ganz entsprechen. Viele bei der Stellung schwach befundene haben sich später gekräftigt, manche Gebrechen find im Laufe der Jahre geschwunden und vielleicht hat auch in früheren Jahren manchmal eine allzu strenge Beurteilung zur Tauglichkeit platzgegriffen." Die Landsturmvorstellungen (Assentierungen) dürften von Mitte November an erfolgen. — (llnterhaltsbeitrag für die Familien der Ein-b etltfeneit.) Von der hiesigen Bezirks-llnterhaltsbeitragskommission, die fast jeden Tag mehrstündige Sitzungen abhält, sind bisher 1400 Gesuche erledigt worden. Etwa 850 Familien (Parteien) wurde ein llnterhaltsbeitrag zuerkannt, etwas über 500 Gesuche wurden, da die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zuerkennung nicht vorhanden waren, abschlägig beschicken. Der durchschnittlich zuerkannte llnterhaltsbeitrag dürfte etwa 1 K 50 h pro Tag und Partei ausmachen, was im gesamten für den Tag ein Erfordernis von ungefähr 1275 K, für den Monat 38.350 K, für ein Vierteljahr ein Erfordernis von 115.050 K bedeutet. — (Rotes Kreuz.) Außer dem bereits früher Ausgewiesenen haben noch folgende Frauen Wäsche und Kleidungsstücke für Verwundete angefertigt: Frau Förster Emma Kienzel hat die Leitung der Näharbeiten in Suchen unternommen und fünf Hemden selbst genäht, ferner zwei Kopfkissen gespendet. Frau Marie Miklits ch aus Suchen Nr. 13 Hat allein 14 Hemden genäht. Frau Amalia Poje hat drei Hemden und Frau Viola Turk zwei Hemden ange-fertigt. — (Spenden für das Rote Kreuz.) Frau Ursula Nossan aus Gottschee spendete verschiedene Berbandartikel, Frau Offizial Drobiunig ans Gotlschee Wolle für Socken. Herr Gastwirt Franz Schleimer spendete den Betrag von 20 K, Frau Maurermeister Schlaf 6 X und Familie s ch e mitsch aus Gottschee 4 K. Allen edlen Wohltätern und Mitarbeitern an der guten Sache herzlicher Dank! — (Änderungen des Maximaltarifes:) Bruchreis KZ K 0 46, Mittelreis 0 62, italienischer Reis 0'74, Reis Karolina 0-88, Gerstenbrei 0 46, Hirsebrei 0 50, gerollte grobe Gerste 018, gerollte feine Gerste 0'64, Fisolen 0 46, Kartoffeln, ausgenommen jene Orte, für welche besondere Ausnahmen bestimmt werden, 0'08, Kaffee 4, Tee, gewöhnliche Marktware 7'50, Würfel-Zucker 1, Stock-Zucker 0 96, Salz 0 26, Rindfleisch, 1. Qualität 1'68, Rindfleisch, 2. Qualität 114, Schasfleisch 1'48, Kalbfleisch 1'80, geselchtes Fleisch, gewöhnliches heimisches 2, Speck 2, «Schweinefett 2'20, Butter 3 60, Käse 210, Wein I 1'12, Bier vom Faß, ausgenommen Spezialbiere sowie jene Orte, für welche besondere Ausnahmen bestimmt werden, 018, Milch 0'24, Petroleum 016, hartes Brennholz m3 8, weiches Brennholz m3 6, Eier Stück 010, Kohle q 310. — (Erinnerungszeichen.) Beim k.k. Bezirkssekretär Julius Paidasch in Gottschee sind nachstehende offizielle Erinnerungszeichen, welche vom Kriegsfürsorgeamre (k. u. k. Kriegsministerium in Wien) stammen, zu haben u. zw.: Medaillons mit dem Kaiserbilde, kolloriert und sehr zart gearbeitet, 20 h, Schwarzgelbe Sternkokarden 30 h, eiserne Erinnerungsringe mit dem Kaiserbildnisse und der Jahreszahl 1914 1 K, Kriegskalender 40 h, Kriegsansichtskarten 20 h, Markenhefte (Briefverschlußbilder, 18 Stück) 1 K. Diese Gegenstände können in der Kanzlei der k. k. Bezirkshauptmannschaft übernommen oder auch schriftlich beim Bezirkssekretär bestellt werden. Der Erlös fließt in das Kriegsfürsorgeamt. — (Dank.) Allen unseren braven Gottscheer Damen sowie auch allen Herren, die sich mit dem Verkaufe von Kriegskokarden, Medaillons usw. für unsere tapferen und braven Krieger befaßten, wird der herzlichste Dank auf diesem Wege zugesendet. Vom Komitee in Gottschee. — (Bei der Musterung) am 4., 5., 6. und 7. Oktober in Laibach sind verblieben: Aus dem Gerichtsbezirk Gottschee u. zw. Jahrgang XI. Gottscheer Bote — Nr. 20. Seite 170 11 Gemeinden und Gemeinde Niederdorf von 173 erschienenen 98 tauglich; detto 13 Gemeinden von 135 erschienenen 64 tauglich; Gerichtsbezirk Reifnitz (ohne die Gemeinde Niederdorf) von 131 erschienenen 77 tauglich; Gerichtsbezirk Groß-Laschitz von 154 erschienenen 84 tauglich. Jnsgesammt von 593 erschienenen waren 323 tauglich. Wir machen daraus aufmerksam, daß für solche jedoch, die durch unüberwindliche Hindernisse abgehalten worden sind, bei dieser Musterung zu erscheinen, am 16. November und 15. Dezember 1914 um 8 Uhr früh in Laibach, II. städtische Volksschule, Zois-straße, die Nachmusterungskommisfivn stattfinden wird, zu welcher alle unbedingt rechtzeitig zu erscheinen haben werden. — (Sammelt Brombeerblätter!) Das k. k. Ministerium des Innern hat mit Rücksicht auf den bevorstehenden Winterfeldzug die Verwendung von Brombeerblättern als Surrogat für die nicht ausreichenden Vorräte an echtem Tee ins Auge gefaßt. Da der Schulbeginn für die Landschulen mit 3. November festgesetzt erscheint, ist es leicht tunlich, die schulpflichtigen größeren Kinder in solchen Gegenden, wo die Brombeerstande vorkommt, zum Einsammeln der Blätter zu verhalten. Es ergeht daher hiemit an die Gemeindevorstehungen und die Familienoberhäupter die Bitte, die Kinder zur Durchführung dieses patriotischen Hilfsdienstes verhalten zu wollen. Es wird vorausgesetzt, daß das Einsammeln eben aus diesem Grunde gern unentgeltlich vorgenommen werden wird. Zur Aneiserung ist es jedoch den Gemeindevorstehern anheimgestellt, für Dienstleistungen, die als entsprechend erachtet werden, kleine Prämien auszusetzen. Diese Kosten mögen gesammelt und bei Einholung der Ernte an das Ministerium des Innern bekanntgegeben werden, worauf ihre Deckung erfolgen wird. Die Blätterernte ist vorläufig auf den Gemeindeämtern abzugebeu und dort in dünnen Schichten auf Horden, entweder an der Sonne ober durch Ofenwärme bis zum Einholen aufzubewahren. Wir erwarten, daß diese neue Möglichkeit, sich auch mit den schwächsten Kräften zum Wohle unserer im Felde stehenden Kämpfer betätigen zu können, das beste Resultat zeitigen wird! — (Die europäischen Brandstifter.) Der Krieg hat uns den Vorteil gebracht, daß wir über unsere Gegner mit erfrischender Deutlichkeit sprechen. Im Urteil der Nachwelt werden der Zar und die russischen Kriegshetzer, Jswolski an der Spitze, die fürchterliche Blutschuld mit dem englischen Ministerium teilen. Von Rußland war nichts anders zu erwarten ... Frankreich mußte wohl oder übel seine Bündnispflicht erfüllen, wenn es nicht die an Rußland verliehenen 20 Milliarden auf immer entschwunden sehen wollte. Der ruhmsüchtige Poineare war auch nicht der Mann, mit seiner 20jährigen Politik plötzlich zu brechen. Er hatte nicht bat Mut, keinen Mut zu haben. England handelte ans Neid, Habgier und Angst. Wohl mit Unrecht schiebt man die Hauptschuld auf Grcy; er ist kurzsichtig und echt englisch borniert, war aber nur das Werkzeug anderer. Die Frankfurter Zeitung hat neulich die wahren Drahtzieher an deu Pranger gestellt. Da ist ber Intrigant Cambon, ber vielfache Zeiumgsbesitzer Harmsworth, als Lorb Northcliffe geadelt, ein aus der Hefe des Volkes stammender, völlig ungebilbeter, mit russischem mib französischem Gelb geschmierter Geselle, ber seit Jahren mit seinen Lügengeschichten über Dentschlanbs Absichten bie englische Politik nährt, und da ist endlich der Marineminister Winston Churchill, ein von wahnsinniger Ehrsucht gepeitschter, eiskalter Schurke, dem es nichts verschlägt, zum Sitz des Premierministers über eine halbe Million Leichen heraufzukleitern. Die große Masse des englischen Volkes, brutal, nnwissend unb urteilslos, lauft völlig hinterher. Die Stimmen einzelner Vernünftiger verhallen wirkungslos. („Der Vortrupp".) — (Die Beförderung von Privatpaketen zur Armee im gelbe.) Die Korresponbenz Wilhelm macht aufmerksam, baß die Beförderung von Privatpaketen zu ber Armee im Felbe mit sehr großen Schwierigkeiten verbunben ist. Wenn ungeachtet besten diese Verscnbnng seit 20. September wieder gestattet ist, erfolgte bie Verfügung lediglich in bem Bestreben, ben von der Bevölkerung geäußerten berechtigten Wünschen im weitesten Maße entgegen zu kommen. Es muß jedoch nachdrücklich betont werden, daß auf eine prompte Beförderung und ein sicheres Einlangen der Pakete an ihre Bestimmung auch in der nächsten Zukunft nicht mit Bestimmtheit gerechnet werden kann. Es ergeht daher insbesondere an die ärmeren Schichten die Warnung, Gegenstände, deren Anschaffung mit Kosten verbunden ist, als Pakete mit der Feldpost zu versenden, umsomehr, da unsere Soldaten im Felde von der Armee aus mit Kälteschutzmitteln versehen werden. Da es sich gezeigt hat, daß ein Großteil der Feldpostpakete verdorbene Eßwaren und andere unbrauchbare, den Empfänger nutzlos belastende Gegenstände enthält, werben künftighin lebiglich Pakete mit Uniformen unb Aus-rüstuugsgegenstänben (einschließlich Schuhe unb Wäsche) zu-getnffen. — (Für unsere Soldaten im Felde.) Aus Anregung des k. u. k. Kriegsministeriums, Kriegsfürsorgeamt Wien, hat das Handelsgremium in Gottschee beschlossen, unter seinen Mitgliedern Sammlungen einzuleiten, und werden die Mitglieder freundlichst gebeten, für unsere im Felde stehenden Soldaten ihr Möglichstes beizutragen. Jeber gebe, was er kann, auch bie kleinste Gabe ist willkommen. Es hanbelt sich hier haupifächlich um Naturalspenden, zumeist um warme Kleidung für den kommenden vielleicht strengen Winter, auch dem Zwecke dienliche Mittel werden dankbarst angenommen. Zur Entgegennahme von Spenden ist jeder Kaufmann in Gottschee gegen eine dem Geber auszustellende Empfangsbestätigung berechtigt. Die Spenden werden dann gemeinsam verpackt, ihrem Zwecke zugeführt und veröffentlicht. Am zweckdienlichsten sind Schneehauben grau, Wabenstutzen grau, Fäustlinge grau, Pulswärmer, Leibchen (grau), Fußlappen, Größe 48—45 ohne Naht gerissen, unb Unterwäsche von jeber Art. Dann praktisch: Tee, Schokolade, Sardinen, Zigaretten, Zigarettenhülsen, Zigarettenpapier, Tabaks Pfeifen, Zucker, Hartkäse, Feuerzeuge, Taschenmesser, Toiletlseife, Bleistifte, Briefpapiere usw. — (In ber Verlustliste) bes Feldjägerbataillons Nr. 7 lesen wir u. a. bie Namen folgenbet Krieger, bie aus bem Gottscheer Gebiete stammen bürsten: UntJäg. Ebuarb Gliebe, tot; ResJäg. Johann Sba schnik, verwundet; ResJäg. Matthias 33 er ber ber, verwunbet. Außerdem: EcsRes. Joses s amide, IR 17, verwundet; Vormeister Johann Hutter vom Feldkanonenregiment Nr. 7, ver-mundet. In der Verlustliste Nr. 21 sind vom 3. Korps u. a. folgende Verwundete, Tote und Kriegsgefangene, ausgewiesen: vom 17. IR: Oberleutnant Alfons Eifenzopf verwundet (von uns bereits gemeldet); Inf. Jakob Brifchki, 12. Komp., Banjulokü, verwundet; Inf. Matthias Cetinski, 1. Marfchkomp., tot; ErfRef. Franz Fink, 5. Komp., verwundet; Inf. Alois Höferle, 5. Komp., kriegsgefangen; Zugsführer Ferdinand Hönigmann, 5. Komp., kriegsgefangen; Inf. Jakob KajfeL, 12. Komp., Banjaloka, verwundet ; Inf. Ferdinand Kap sch, 9. Komp., Tschermvschnitz, verwundet; ErfRes. Johann Kapsch, 9. Komp., Obermösel, verwundet; Kvrp. Tit.-Zugsfnhrer Franz Köstner, 4. Komp., Kälbersberg, tot; Ins. Alois Knsold, 9. Komp., Nesseltal, verwundet. Ins. TiiGefr. Eduarb Loser, 10. Komp., Hinterberg, verwunbet; Gefr. Komp.-Horn. Franz Mausser, 16. Komp., Langenton, venrnrnbet.; Ins. Anbreas Petsche, 15. Komp., verwunbet; Ins. Joses Petsche, 9. Komp., Ebental, verwunbet; Inf. Poje, 6. Komp., verwunbet; Inf. Matthias Rogale, 6. Komp., verwunbet; Zugsführer Johann Schneller, 3. Komp., verwunbet; Inf. Johann St ine, 6. Komp., verwunbet; Korp. TitZugsf. Ferbinanb Stonitsch, 12. Komp., Nesseltal. verwunbet; Korp. Alois Tschiukel, 3. Komp., verwunbet; Inf. Josef Verderber, 3. Komp., verwunbet; Inf. Josef Zajc, 10. Komp., Tschermoschnitz, verwunbet; ErsRes. Johann Semit sch, Felbkomp. 15, aus Unterlag, marobe in Laibach („Union"-Saal). — (Nicht verwunbet.) Infolge einer Namensverwechflung ober eines falschen Gerüchtes war hier allgemein erzählt worben, baß Herr Reservefähnrich Notariatskandidat I. Fink einen Schuß in den Bauch erhalten habe unb schwer verwundet darniederliege. Nun hat aber Herr Reservesähnrich Fiuk diesertage selbst an einen Bekannten geschrieben, daß er gottlob unverwundet sei und infolge Jatz des Tc Komm' auch u düng 1 Oberle komme sunben russisch sollen noch v Viehpr gezahlt Josefa Frau Sohn Petsc bem V in Gal mag e vor G gebrack Krau ist Art torbatt unb A Jakli bots. 5 Lovs als Fe hier v gattinr baten i dieser die Ni ditz N diente 9. Mn img vas iem ichst stes ist seit, tež Todes bezw. der Verwundung mehrerer Offiziere seiner Kompanie Kommandant derselben geworden sei. Es gereicht uns zur Freude, auch unsererseits die früher gebrachte Nachricht von seiner Verwundung hiemit richtigzustellen. — (Bei Grobe k-Lemberg) wurde schwer verwundet Herr Oberleutnant Rudolf Ranz in g er. Einer bisher noch nicht vollkommen verbürgten Nachricht zufolge soll er den Heldentod gefunden haben. Es ist aber möglich, daß er schwer verwundet in russische Gefangenschaft geraten ist. In der Schlacht bei Grodek sollen auch noch drei andere Gottscheer gefallen sein, doch fehlen noch vollkommen sichere Nachrichten. — (Der Jahrmarkt) am 16. d. M. war gut besucht. Die Viehpreise zogen an. Es wurden per Kilo Lebendgewicht 96 h gezahlt, und zwar von auswärtigen Viehhändlern. Witterdorf. (Gestorben) ist am 9. Oktober die verehelichte Josefa Perz in Malgern Nr. 56. Der Tod der erst 29jährigen Frau ist ein herber Schlag für den Mann und die vier Kinder. — (Auf dem Felde der Ehre gefallen.) Der älteste Sohn des Gastwirtes Herrn Georg Petsche, Zngsführer Franz Petsche im heimischen Infanterieregiment Nr. 17, ist nach einer dem Vater zugekommenen Mitteilung in einer der letzten Schlachten in Galizien gefallen. Nähere Nachrichten fehlen noch. Der Familie mag es zum Troste gereichen, daß dieses schwere Opfer in einem vor Gott und der Welt verdienstrcichen und ehrenvollen Dienste gebracht wurde. — (Einen Gruß aus Antwerpen) hat der Besitzer R. Krauland aus Geschwend an seine Geschwister geschickt. Krauland ist Artillerist bei einer der rühmlichst bekannten österreichischen Motorbatterien, die bei der Belagerung von Namur, Maubeuge, Givet und Antwerpen so ausgezeichnete Dienste geleistet haben. Höerskrilk. (Der Seelsorger) Hochwürden Herr Johann Jakli'tsch übersiedelte am 18. September auf die Pfarre Stockendorf. Am 23. September traf deoneue Seelsorger Hochw. Herr Anton Lovšin, ein gebürtiger Reifniger, ein, mußte jedoch am 11. Oktober als Feldgeistlicher zur weiteren Disposition nach Klagenfurt einrücken. Höttemh. (Für die Soldaten.) Secheiniger Zeit werden hier von den Frauen M. Bogataj, Spörk und Čepin, Maschinistengattinnen, Handarbeiten, als: Pulswärmer und dergl., für die Soldaten im Felde angefertigt. Es wäre zu wünschen, daß das Beispiel dieser im Dienste der guten Sache Nachahmung fände. Aejsektak. (Vom Felde der Ehre.) Vor kurzem gelangte die Nachricht hieher, daß Karl Roschitsch, Wirtschaftsbesitzer in Gro-ditz Nr. 7, auf den Schlachtfeldern von Lemberg gestorben ist. Er diente im JR. Nr. 17 und erreichte ein Alter von 28 Jahren. Am 9. Mai 1910 ehelichte er die zwei Jahre ältere Besitzerstochter Margaretha Kump aus Warmberg 7, mit der er in glücklichster Ehe lebte. Gott tröste die bedauernswerte Witwe, die einem freudigen Ereignisse entgegensteht, und ihre beiden Kinder. Der wegen seines Charakters allseits beliebte Karl Roschitsch ruhe in Frieden in fremder Erde! Es ist dies der erste Krieger aus unserer Gemeinde, der den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist; möge er der einzige sein! Anterdeutschau. (W a l l s a h r t s t a g.) Sonntag den 25. Oktober ist in Unterdeutschau der alljährliche Wallfahrtstag. Um 6 Uhr früh und um 10 Uhr vormittags findet in der Pfarrkirche ein Gottesdienst statt, um 10 Uhr vormittags mit deutscher Predigt. Mosel. (Heldentot.) Herr Oberleutnant Alois Sterbenz ist am 28. September auf dem serbischen Kriegsschauplätze seiner schweren Verwundung erlegen und hinterläßt eine Witwe mit drei unmündigen Kindern. Ehre seinem Andenken! Anlerskrill. (Als Supplentin) für den einberufenen Schulleiter Hans Weber wurde Fräulein Maria Erker aus Ober-mösel bestimmt. Sie war bisher Supplentin in Mitterdorf. Die Schule beginnt am 3. November. Wieg. (Für das Rote Kreuz) beträgt die Sammlung bis jetzt 108 K 58 h. Für die Hinterbliebenen der Mobilisierten wurden in der Pfarre Rieg 300 K gesammelt. — (Verwundet) sind zurückgekehrt Josef Anderknhl aus Händlern und Georg Loschin aus Kölschen. Loschin war in Serbien und erhielt eine Schußwunde in den Oberschenkel. Anderknhl machte die siegreichen Schlachten unter General Auffenberg mit und erhielt zuletzt einen Schuß in den Fuß. — (Eheschließung.) In Brooklyn am 6. _ September Josef Hutter aus Händlern und Maria Fink aus Weißenstein. Laiöach. (Verwundet und in die russische Gefangenschaft geraten.) Wie wir bereits berichtet haben, wurde Herr Friedrich Kren, Oberleutnant des 17. Infanterie-Regiments, am 31. August durch einen Schuß in die Lunge verwundet. Oberleutnant Kren, der zu den Vermißten gezählt wurde, geriet in die russische Gefangenschaft. Er befindet sich verhältnismäßig wohl. — (Im hohen Alter) von 90 Jahren starb am 15. d.M. hier Georg Jonke, Lokomotivführer i. R., Besitzer des Silbernen Verdienstkreuzes und der Ehrenmedaille. Er war ein glanbensfester Katholik, ein durch und durch frommer Mann, der trotz seines hohen Alters bis zu seiner letzten Krankheit regelmäßig die Kirche besuchte. Täglich weilte er vor- und nachmittags stundenlang vor dem Tabernakel. Wenn man ihn auf der Straße begegnete und fragte wo er war oder wohin er gehe, zeigte er nur auf die Kirche und sagte: „Den darin verlasse ich nicht, ohne Ihn kann ich nicht leben." Der Verstorbene war ein Gottscheer, gebürtig aus Altlag. al). ung Den, huß ege. men slge Dankfagung. Allen jenen, die am Leichenbegängnisse meines lieben, mir unerwartet schnell entrissenen Bruders Albert Braune teilnahmen, sowie allen jenen, die mir durch andere Kundgebungen ihr Beileid ausdrückten, sage ich hiemit meinen innigen, tiesgesühlten Dank. Aoöert Araune. Wed. Dr. Ludwig Aram. Zahnärztlich« und zahn-technisches Atelier. (Technischer Leiter: Leopold Weiß.) Laiöach, Kotek Stadt Wien. Alle Zahnoperationen nach den neuesten Methoden durchaus schmerzlos. 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