Nr 224. Pränumcrationspicis: Im Comptoir gcmzj. fi. II, I>albj. fl. 5>.5<1. Wr bic Ziistrllü!,n in« Haus yalbj. ,',<) lt. Mit der Post l,anz>. si. il>, halbj. fi. 7.5.0, Samstags 1. October ^nsertionsgebühr bi« 10 Zeilen : ImalYUlt., «m.zvll., 3m. I fi.z sonst pr. '^cile Im. N li., »m. »lr., »m. w lr. u. s. w. Insertiouestempel jebesm. »0 t,. 1870. Amtlicher Theil. Dcr Instizmimstcr hat eine bei dem Justizministerium erledigte ^ilföämtcr.Dircctions-Adjuuctcustellc dem Ministcrialofficialen Johann Nep. Grafen Fuchs verliehen. _____ Dcr Iuslizminister hat den Gcrichtsadjuncten bei dem Krcisgcrichtc in Iicin Johann Chlum und den Auscnltanten Ignaz Kl us zu Adjuncten des Bezirksgerichtes in Unhoscht ernannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat die Supplcnten am bisherigen Lanocs-Realgymnasinm in Ober chollabrunn Johann Nathay und Joseph Hycha, ferner "den Collaborator an dcr k. t. Hofbibliothck Dr. Iuhann Lambcl zn wirklichen Lehrern am nunmehrigen k, k. Obcrgymnasium iu Obcr-Hollabrunn ernannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Snftplentcn Franz Wanil zum wirklichen Gymnasial Lehrer in Znaim ernannt. Dcr Minister für Cultus und Unterricht hat an b"" mmmehria.cn Staats-Oberrealgymnasinm zu Ru-dolfswcrth in Krain den l. t. Gymnasialprofcfsor in Zengg Dr. Johann Hindlcr zum provisorischen Director; dcn disponiblen Lehrer am ersten Staatsgymnasium zu Graz Franz Nratschto, die Gymnasiallehrer am Gymnasium zu Vinkovcc Ignaz Tkat und Johann Zajcc. dann die Supplentcn Georg Margcsin, Adalbert Mcingast und Joseph Guggenbcrger zu Lehrern ernannt. Kund m a ch u n g. Das Centrale der k. ,. LandwirthschaftSgcscllschaft m Laibach hat dem k. k. Landcsschulrathe 5)00 Exemplare des vom hohen k. t. Ackcrbauministerinm empfohlenen Wcrkchcns von Wilhelm Schleicher ..über die dcr Land- und Forstwirthschaft nützlichen Thiere" in slovc-nischcr und 30 Exemplare in deutscher Sprache behufs der Vertheilung unter die hicrlandia.cn Volksschulen mit dem Beisätze zur Verfügung gestellt, daß hicbci vorzugsweise jene Schnlcn zn berücksichtigen sind, in welchen der Ncderholnngsnntcrricht ertheilt wird. Indem dcr k. k. Landesschulrath die erhaltenen Exemplare dieser wichtigen und nützlichen Schrift ihrer Vcstnmnnng zuführt, sieht er sich angenehm veranlaßt, dem gedachten Centrale für diese großmüthige und gemeinnützige Spende seinen verbindlichsten Dank auszu-sprechcn. Laibach, am 15. September 1870. Vom k. k. Land es schul rathe in Kr a in. Nichtamtlicher Theil. Kaiserliche Worte. Wien, 29. September. . Nls Se. Majestät der Kaiser die Adrcßbcputation 'b böhmischen Landtages empfing, um die von diesem Mrctuligstorpcr ausgesprochenen Wünsche entgeaenzu« 3"'en. da sprach dcr Monarch die denkwürdigen Worte: schwill den Boden der Verfassung nichl ^^"ssen." Noch ist trotz aller parlamentarischen N ""'ontadcn der mächtige Eindruck jencr kaiserlichen Forn "^ vcrtlungcu. und schon tonen sie in ncuer ^s zwar, aber um so kräftiger aus dem kaiserlichen lmi, ^ entgegen, welches heute im böhmischen Land- U Ur Verlesung kam. ^ fetzen an einer ueuen, unzweideutigen Kund- Ur? ^" Krone, eine Kundgebung des Monarchen wclck^ ^^°ss""9 ln einer Form und in einem Tone, U«d k ""^" ^" ^^" parlamentarischen Vcrirrungcn limstl!Ü ^'tischen Verwirrungen die vom Pessimismus Und !/ ^"lictränlclte öffentliche Meinung aufrichten bud ml ^^ hoffnungsvoll nach jencr Stelle lenken Nut ',! c ^' ^°^ "ber das Parteigetrlcbc emporragend, fes^x "Mütterlicher Festigkeit am Perfassunasgedanlcn Nabn , ^ ^'" Wust dort auf constilutioncllem Wege U"d aroll^" sucht, wo man sich bisher schmollend bestand k.bleits ^elt. Wenn jemals ein Zweifel Wii,,s^ ^ " sollte, daß der Ausgleich der nationalen Staat?« '""den Anforderungen und Bedürfnissen deS Äiaiei^ l ^ " Voden der bestchenden und von Sr. ' " l" liche und mittlere Theil Frankreichs bis an das miltel-ländische Meer sind gebirgig, also zum kleinen Kricak geeignet; seine Flotte, dic in dcr Nord» und Osts^ bisher verhältnihmüßig wenig geschadet hat, würde bei fortgesetzter Kriegführung dem deutschen Handel cincn unberechenbaren Schaden zufügen, den Deutschland dulch alle Requisitionen aus den occupirtcn und zu Grunde gerichteten Theilen nur zu einem geringen Theile gut" machen könnte, dagege» aber tonn sie jcdcn Verlust leicht wttder aus anderen Wcltlhcilcn crsctzcn. Jeder, der die Dinge mit unbefangenem Auge betrachtet, muß sich gestehen, daß Bismarck mit seinen Waffcnstillstllndsfoldcrungen Deutschland keinen großcn Dienst gethan, im Gegentheile, er hat von diesem Opfer verlangt, die ein vernichtetes und von Deutschland beherrschtes Frankreich nicht ersetzen wird können. Ol-rauscht von bisherigen Siegen, übersieht man noch dlc bereits gebrachten Opfer und ist bereit, noch größere zu bringen; aber Jener, der außerhalb der sinnbcrückenden Atmosphäre geblieben, sieht bereits den Tag der Er» nüchterung kommen, er sieht das verblutete Deutschland gebeugt unter der Schwere des errungenen Lorbeers. Stehen auch Deutschlands Heere vor den Mauern von Paris, so ist dcr Kampf in ihrem Rücken noch nicht beendet, im Gegentheile wird cr jetzt im Osten Frankreichs wieder beginnen, wohin mir nun unsere Aufmerl' famleit wenden wollen. Durch den Fall Straßburgs ist eine Truppenma^ von etwa 50.000 Mann deutscherseits frei geworde"» Aber auch ihre Gegner sind während dieser Zeit ni^ unthätig gewesen, die ebenfalls um Lyon eine Armee oo« annähernd gleicher Stärke versammelt haben werde"-Außerdem soll Deutschland noch eine Ersatzarmce vc»> etwa 80- bis 100.000 Mann gegen Paris dirigirc". deren wahrscheinliche Bestimmung nächstens beleucht werden soll. Pädagogische Winke. > Von Prof.A.Heinrich. III. Die lateinische Literatur ist nur ein Reflex von dem Lichtglanze der griechischen. Deß waren sich die Römer selbst bewußt, und was sie besonders ehrt. sie waren groß genug, es auch zu gestehen. Die vornehmen Rö-m«r lernten nicht nur die griechische Sprache verstehen, sondern führten in derselben auch ihre Conner» sation, Man wußte, ohne das Griechische war eine gründliche Bildung unmöglich. Quintilian bemerkt nun über den Unterricht in den beiden Sprachen folgendes: «Ich sehe es am liebsten, wenn dcr Knabe zuerst die griechische Sprache lernte, we>l er die lateinische (Muttersprache), die bri der Mehrzahl im Gebrauch ist, auch wenn wir es nicht wollten, lernen wird, zugleich auch darum, weil er in der griechischen Literatur, als der Quelle der lateinischen, zuerst zu unterrichten ist." Daraus ergeben sich für uns folgende pädagogische Winke. Man sehe darauf, daß ein Kind zuerst die andere Landessprache, nicht die Muttersprache erlerne. Deutsche Väter trachten demnach in der That. daß ihre Kmder zuerst des slavischen Idioms mächtig werden. Und cs ,,t dies wahrhaftig nicht so schwer. Diesen Unterricht besorgt em nchng sprechendes und gesprächiges Kindsmädchen vorzüglich. Meine Kinder, und ick bin doch Gott sei's geklagt, em Deutscher, erzählen Geschichtchen in slo-vcnischer Sprache vielleicht bcsstr, als in der deutschen Umgekehrt sollte man die nationalen Bestrebungen, die jeder vernünftig Denkende begreift, nicht bis in die ersten Stufen des Unterrichtes tragen, dann nicht, wenn die Schüler berufen sind, sich einst dcm höheren Studium zu widmen, für welches literarische Kenntnisse ein nothwendiges Postulat bilden. Doch fügt der große römische Pädagog sogleich hinzu, er wünsche nicht, daß der Unterricht in der Muttersprache lange auf sich warten lasse, weil sonst die Aussprache des Lateinischen einen griechischen Accent cm-! nehme und auch die griechischen Redensarten dcm Redner stetS anhängen, was einem römischen Publicmn gegenüber keine gute Wirkung mnchc. „Das Latein, (für uns die Muttersprache) soll also nicht weit zurückbleiben, sondern bald gleichen Schritt halten. Pflegt man auf diese Weise mit gleicher Sorgfalt beide Sprachen, so wird keine von beiden der anderen hinderlich sein." Es wäre interessant. QinntilianS Ansichten über die in vielen unseren vornehmen Häusern herrschende Me< thode, mit den Kindern in zartester Jugend den Unterricht im Französischen zu beginnen, kennen zu lernen. Er redet nur von der griechischen und römischen, den beiden Eultursprachen seiner Zeit. nicht einmal von dcr iberischen, obgleich er zu Calagurris, im nördlichen Spanien am Iberus (Ebro) geboren worden, freilich vielleicht deshalb, weil er schon in früher Kindheit nach Rom gebracht wurde. Ich meine, er würde sich etwa folgendermaßen ausdrücken: „So lange das Französische vor dem Deutschen einen so großcn Porsprung hatte, wie einst das Griechische vor dem Römischen, konnte ich es begreiflich finden, daß kluge und reiche Eltern ihren Kindern französische Wärterinnen hielten und alles aufboten, denselben die fremde Sprache vor der Muttersprache, die sie ja jedenfalls lernten, beizubringen, auch deshalb, damit di Kinder bei dem Mangel deutscher Werke recht bald an die Lecture der französischen gehen konnten, nachdem aber die deutsche Sprache jede andere an literarischer Größe und an Verbreitung durch die über alle Winkel der Erde zel' streuten Geschäftscolonien und die Colossalität und Wohl' fcilheit der buchhändlerischcn Productions übertrifft, l>t dcr französischen keine größere Sorgfalt zu schenken als jeder anderen fremden Cultursprache." Es mag unseren Herrschaften unbenommen bleibe^ ihren bindern zuerst die französische als Umgangsspr^ beizubringen, doch soll das ohne Marter der armen ^ . nen geschehen. Es datirt sich die Anschauung von d Nothwendigkeit, nein, von dcr Unumssänglichkcit des ßs" zösischen aus jener Zeit, wo man für einen gcincl" Menschen gehalten wurde, wenn man in einer »au^H digcu" Gesellschaft deutsch redete. Damals gackerte "^ N0ii«i0ur 1<, pi^pÄ, damals schnatterte auch Nn, cin Bonne taugt nichts. cinc bornirtc Gouvernante ', Unglück, und Frauenzimmer dieser Beschäftigung' ^ sie den Kopf auf dein rechten Fleck haw', "n^. deutsch und conversiren deutsch. Bei praktischen >"" 1605 Die Rhone mit der Saune trennt die Westalpen und den Jura vom französischen Mittelgebirge. Von Lyon nach Süden fließend, ist die Rhone auf beiden Ufern von den Westalpen und dem französischen Mittelgebirge begleitet, wodurch das Nhöncthal gebildet wird. Dieses ist in seinem nördlichen Theile eng. crwcilcrl sich aber gegen Süden und das mittelländische Meer. Um die Bildung neuer Armeen zu hindern, was das natürliche Streben Deutschlands sein muß. muß in dicstr Richtung eine deutsche Armee operiren. Daß aber bas Streben Deutschlands, so lange Metz Frankreich "halten bleibt, bis an das Meer zn dringen, in der nächsten Zeit nicht erreicht werden tanu, ist nicht zu zweifeln. Wir wollen hier die Behauptung begründen. Von dcr Bclagcrungsarmce bleiben als Besatzung von Straßburg mindestens 5000 Mann, Schlcttstadt. NcU'Nreisach muß cernirt. Colmar und MiMhausen vc-sctzt werden. Da kommt zuerst Vclfort und Montbeliard, dann Besäum,, endlich Lyon, lauter Festungen, welche "°ch Süden dic Operationen hindern und die entweder genommen oder cernirt werden müssen. Um diese Auf« «"be c,uf einmal zu lösen, genügn 50.000 Mann nicht, und sie nach und nach zur Lösung zu bringen, vergeht l° viel Zeit, daß eine gleich starte Macht den Vela« ^lern cnlgcycngcslclll wcrdcn kann. Und wäre auch biesc Arbeit glücklich zu Ende geführt, so ist dann noch b>e Iserclmie mit Grenoble zu überwinden, die eine gllichc Anstrengung erfordert, und erst dann lann von lincm Marsche nach Süden die Rede sein. um zwischen Gcliira.cn im Rücken und Flanle von den Insurgenten fortwährend beunruhigt zu werden. Wahrlich, die Eroberung denkt sich leichter, als sie in der Wirklichkeit scin lann! Vielleicht haben, während dieser Aufsah sich unter b" Presse befindet, die Operationen gegen Süden be< Nonnen. Aber uicht in jedem Falle muß hier die Operation der nun durch den Fall Slraßlmrgs frei gewordenen Kräfte folgen; es kann auch möglich fein, daß hier blos ein llemc-"S OlisrrvlltionscorpS gelassen, und die übrigen Truppen zur Armee von Paris gezogen werben, um größere und ""ntcr gehende Unternehmungen von dort aus gegen b'e Loire und noch südlicher zu ermöglichen. Wenn auch da« Letztere geschähe, so müßten doch die zurückgelassenen Theile durch Ersätzc baldigst verstärkt, da die Franzosen selbst von Süden gegen den Rhein offensiv vorgehen werden. Es ist laum anzunehmen, daß den Deutschen im Osten eine so große Macht zu Gebote steht, um nach einer bloßen Cernirung von Schlcttstadt, Neu-Grcisach und Gclfort noch weiter gegen Süden vorzudringen; sie werden also diese Festungen »heil« belagern, theilt« beobachten und sich lediglich auf eine zuwartende Haltung beschränken müssen, während welcher Heit aber'die Franzosen ihre Armeen bei Lyon organisiren und ergän-zen können. Und angenommen, es bliebe ihnen noch immer eine Armee von 30.000 bis 40.000 Mann, und diese wollten doch nach Süden weiter marschircn, so finden sie auf ihrem Wege rechts LangrcS. gegen welches su sich decken müssen, dcr andere Theil würde laum wehr hinreichen, um Besanfon im Schach zu hallen. Es kann also von einer Störung der Armecorganisa« lion vei Lyon im besten Falle nicht die Rede sein, so langc Metz von den Franzosen besetzt bleibt. Selbst den Fall angenommen, Vazaine liefert Metz "us, gibt sich nnd die Armee gefangen, so werden die dadurch frei gewordenen 180.000 Mann nicht hinreichen, die Formirung einer Armee im Süden ganz zu hindern, das Auftauchen größerer Banden aber, mit einem Worte, den Volkskrieg könnte auch eine doppelt fo große Macht nicht ganz unmöglich machen. Diese Armee kann in einem solchen Falle entweder gegen Paris und Westen operiren, oder selbständig über Chaumont gegen NcvcrS an die Loire rücken, nm mit den von Paris aus operirenden Theilen den Südwcstcn zu bezwingen oder über Chüumont nach Dijon und Lyon gegen Marseille vorzugehen. In den erslen zwei Füllen bleibt noch immer ein großer Theil Franllcichs unbesetzt, im drit' ten Falle aber würden die Operationen bei Lyon und Grenoble ihre Grenze finden. In einem dcr nächsten Artikel bringen wir die Situation im Westen und Südwestcn, und man wird sich überzeugen, daß Frankreich noch lange nicht erobert ist und daß es noch großer Anstrengungen bedarf, um das in seinem Stolze verletzte Volt gänzlich niederzuwerfen. Meistens wird nach den bisherigen Erfolgen allein gcurlheilt und man berücksichtigt nicht, was Frankreich noch ist, um auch die unverschämtesten Forderungen des Sie» gerS als billig zu halten. Wenn dem Sieger das Recht nicht abgesprochen werden kann. seine Forderungen so hoch zu stellen, als eS ihm beliebt, so darf b«m Gegner, dcr noch nicht nicdcrgcwoifcn, wenn auch stark gebeugt, das Recht nicht abgesprochen werden, die Forderungen zu verwerfen. In diefcm Punkte wird allgemein zu engherzig gcurthcilt; sieht man das Unglück des Besieg-> ten. ist man sogar von der Nutzlosigkeit eines ferneren Widerstandes überzeugt, so darf man doch nicht den Entschluß deS Volles, noch weiter kämpfen zu wollen, ver-urtheilen. Denke man sich selbst von der glühendsten Liebe zum Vaterlande beseelt, und dieses Vaterland ist — durch verschuldetes oder unverschuldetes Unglück — vom Feinde niedergetreten; man sehe dcn gehaßten Feind seinen schweren Fuß mit stolzer Verachtung auf dcn gebeugten Nacken des VolteS setzen, übermüthig bei jeder Gelegenheit unsere heiligsten Gefühle verletzen, man sehe und fühle das, und der Entschluß zu unseren ferneren Handlungen wild nicht fchwer fein. Aber Menfchen, die selbst nie ein Vaterland gehabt, erscheint es unbegreiflich, daß ein Voll lieber unterzugehen, als sich vor dem ! Bezwinger zu demüthigen dcn Entschluß fussen kann; engherzige Kiümerseelen rechnen nach Kieuzern, die um« sonst ausgegeben wcrdcn, dort, wo das Volt sein Edel» sles, das Blut zu opfern bereit ist, und sprechen von dcr Nutzlosigkeit des Kampfe«. Das französische Voll wird gegenwärtig als lor^ rumpirl und entsittlicht angeschen, und gerade Dicjeni» acn, dic es für so verkommen betrachten, sind über den fortgesetzten Widerstand erbittert; aber sic wollen nicht erkennen, daß cinc entsittlichte Nation eines höheren Auf« schwungcS unfähig ist, baß ein lorrumpirleS Volk die Schmach, die ihm zugefügt, nicht empfindet, wenn nur seine materiellen Intcrcsscn geschont bleiben. Es mag die französische Nation bisher beschaffen gewesen scin wie immer, so kann ihr ein hoher Grad sittlicher Größe gegenwärtig nicht abgesprochen wcrdcn; das Unglück, das sie bisher ereilt, hat oic Sünden dcr Vergangenheit hinweg« gewaschen, und daS Volt steht nun da, groß und ehr-würdig in seinem Unglücke. Da« Voll aber, dessen Söhne den Tod für'S Vaterland süß finden, ein solches Volk lann gebeugt, nicht auch niedergetreten wcrdcn! 'st das Verständniß zum Durchbrüche gekommen, daß ^ der französischen Sprache bei weitem mehr entbehren tonten, als sie geglaubt hatten. Da nun die armen Kinder der französischen Con^ Kation entbehren, wie ersetzt man sie? Durch Untcr-llcht. Es ist unglaublich, abcr wahr, die armen Klcincu ^M! französisch lesen, licvor sie cö deutsch können. Wer ^r Menschen cmälcrci zugcschcn hat, lvendct sich mit llrnbtcm Herzen von dcr Kurzsichtigkeit der Eltern ab. ^. Uno cs trete Einer oagcgcu auf! Er wird für ^" Plebejer gehalten, und die cr bemitleidet, verachten ilw ^cr gejammert wird viel über das „Kreuz," daS übev ^ diesen Gouvernanten habe, die, ..selbst laum bwo,- Zemente dcr Äildunc; hinaus," daö ganzc Hauö dri^ >!^" wollen und Prätcnsioncu stellen, dic crnio ari^t» Niiireu, gingen sic nicht von cincr Tochter dcr cki-'t? "ion aus. Auch über dic mangelhaften Fort. rc i " d" Glider ^agt man uuo hat in späteren Iah. w nil "°ch Ursache übcr die Unlust zum Lernen zu vo, ^"' welche die Zöglinge als dic bleibende Frucht hinnl'I'" verrichte ^r Französin ins reifere Alter mit brickl s'3"°"""c" haben. — Doch gcnug hicvon. Schon »I-' ^ ^ richtige Erlcnntuiß Bahn, deutsche Er. bca5"!""! "halten 'allcnthaltcn dcn Vorzug und man Mildce'/Z' ^s Französische durch ciucn gründlich Iü!ir<>. .^prachmcistcr dcn Kindern erst m rclfercn Kas M^"^Mm ^ ^m. Für jcuc Knaben, welche "ach Nl,??^"" besuchen, ist cs angezeigt, daß sie erst dcr ersten Elassc dieser Anstalt dcn hi)M,.", Ncheu Unterricht im Französischen beginnen, »in k Uw^itin mit dcm Lateinischen, also im Oe ist es 3 "^" Gymnasialclassc. Unendlich vorthcilhaft NücMckt " ^ französische Lehrer stets auf das Latein ' ^ """mt; da die französische Sprache die Tochter der lateinischen ist, so können sich beide unterstützen. Die Barbarei, cincm Kinde nicht nur durch Conversiren, sondern auch durch Unterricht das Französische vor dcm Deutschen beizubringen, hat aufzuhören. Nur auf Grundlage einer gcnaucu Kenntniß dcr deutschen Sprache kann dic verständige Aneignung cincr anderen erfolgen. Man wolle nur ja nicht Wunderkinder erziehen. Wunder in dcr Jugend, Plunder im Alter. Literaiisches. „Vom Kriegsschauplatz" verlangt augenblicklich Jeder zu hören und zu sehen, und wer Beides in hohem Maße befriedigen will, dem empfehlen wir Hallberger's illustrirte Kricgs-Zeitung „Vom Kriegsschauplatz." Die neueste Nummer derselben bringt an Illustrationen: das Porträt deS Prinzen August von Württemberg; einen Plan der nordwestlichen Befestigung von Straßburg mit dcn Velagerungsarbcilcn; die Verladung eines eroberten französischen Provianltrains bei Lemberg; eine Episode aus dem Kampfe bei Weißcnburg (Gefecht mit den Afrikanern); Prinz Friedrich Karl recognoScirt vor Metz; Verwundete auf der Ludwigsbahn in Mainz; das französische Panzer-geschwadcr vor Helgoland, und vier humoristische Bilder: ^Sinnverwandtes im Krieg und Frieden. Was den literarischen Inhalt betrifft, so gestehen wir gern, daß dic von Wilhelm Müller geschriebene, m dieser Zeitung lausende .Geschichte des Krieges von 1870" zu den vollsthiimlich-stcn und übersichtlichsten Beschreibungen dieser wichtigsten Geschichtsepoche unseres IahrcöhundcrtS gehört. Der übrige Text reiht sich diesem Hauplanilcl würdig an und so lön-nen wir wohl sagen, daß diese KnegSzeitung textlich und bildlich zu dcn besten und dabei prciswürdigstcn Erscheinungen dieser Art gehört. Hagesneuigkeiten. — (Wüthende Füchse.) In Murau versammelten sich vor einigen Tagen viele Iagdberechtigte und Gemeindevorsteher, um wegen der immer mehr zum Vor« schein kommenden Wuthlrankheit der Füchse in den Alpen KärntenS und Steiermarks Berathung zu halten. Einige meinten, daß die Wuthtranlheit der Füchse dadurch cut« standen sei, baß letzlere von dem ihnen gelegten Strychnin zu wenig genossen und so nicht vergiftet, sondern nur ir, rilirt worden seien; andere glauben, die Wuthtranlheil der Fuchse entstehe durch andauernden Hunger oder Durft. Man wurde einig, die Füchse nicht durch Gift, sondern durch Streifjagden zu vertilgen. — (Langlebigkeit.) Im Heveser Comitat sind rei Männer und fünf Frauen, welche daS Alter von hundert Jahren erreicht haben; der Bauer Franz Tot in Gyöngyös-Püspök hat fchon 101 Jahre auf dem Mücken, der älteste Mensch im Comitat aber ist der Bauer Martin Domonyi, welcher im Jahre 1759 geboren und daher schon 111 Jahre alt ist. — (Aus den Champagner-Districten.) Zwei bedeutende Londoner Weinhandlungen theilen im City-Ar» tilel der „TimeS" mit, daß sie sehr beruhigende Nachrichten auS den Champagner-Districten erhallen haben. Die Wein-bereilung scheint durch die preußische Besetzung nicht unter» brochen werden zu sollen. Die Weinpflanzungen sind bis jetzt unbeschädigt und an mehreren Stellen haben die Preu-;en selbst Schildwachen ausgestellt, um dieselben gegen das Landvoll und etwaige Uebergrifse der Soldaten zu schützen. — (Verheerendes Erdbeben.) Der katholische Bischof von Valang, an den Grenzen von Thibet, China und Birma, hat in einem vom 30. Mai dalirten Schreiben von einem schrecklichen Erdbeben berichtet, das am Uten April d. I. die ganze Stadt dem Boden gleichgemacht hat. Nach den chinesischen Angaben, die übrigen«, wie Dr. Chau-reau bemerkt, etwa« zu hoch gegriffen sind, fanden 412 Lama.Priester, 57 Soldaten und 2612 «gewöhnliche Leute" ihren Tod. Die Missionäre retteten sich noch bei Zeiten und blieben unverletzt. Die große kaiserliche Heerstraße von Peking nach Lhasa ist ganz unpasstrbar, indem ein Berg gesunken ist und ein anderer plötzlich dem Boven entstieg. — (Ein Blitzstrahl.) Während einer Eircusvor, stellung in Kingston, einem kleinen Städtchen am Hudson, brach unlängst ein heftiges Gewitter über die Stadt herern, das von den traurigsten Folgen begleitet war. Zuerst schluz der Blitz eine 12 Fuß große Oefsnung in daS Leinwand-dach der Arena, zog dann merkwürdiger Weise üb« die Köpfe der erschreckten Zuschauermenge hinweg und schlug demnächst durch eine große Oeffnung in einen Weidenbaum, wo er ein dort angebundenes Pferd tödtete und den dabei befindlichen Mann besinnungslos niederwarf, dessen Kleider versengte und ihm die Sohlen von den Stiefeln riß. Aus dcr Menschenmenge in der Nähe deS Baumes wurden fünf augenblicklich gelobtet und nahezu 200 mehr oder weniger verwundet, während Niemand in der Nähe deS Vaumes mehrere Minuten nach dem Einschlagen des VliheS sich Überhaupt nur bewegen konnte. Alle waren gelähmt, bewußtlos, und lagen umher, wohin der Blitz sie geschleudert hatte. Alle Getödteten sind Neger. Der Negen goß in Strö-men und während im Circus die Vorstellung für die nächsten Minuten ihren Fortgang nahm, ergossen sich wahre Flulhen durch die Oeffnung deS Daches auf die Zufchauer Bald jedoch erfuhr man innen die außerhalb staltgefundene Katastrophe und da gab eS kein Halten mehr; man stürzte ins Freie und machte dem Schauspiel summarisch ein Ende. Jetzt erst zeigte sich, daß der Blitz innerhalb des Circus, wenn auch Niemanden getödtet, doch Unheil genug ange« richtet halte. Massen Leute konnten ihren Eih nicht verlas, sen, sie saßen da wie Statuen, stieren NugeS und lonnlen nicht ermuntert werden. Nach einer Stunde war daS Gewitter vorüber und die Scene glich einem Schlachlfelde: Todte, Sterbende und Verwundete lagen überall umher, Freunde jammerten und die Unbeschädigten waren damit beschäftigt, den hilflosen Verwundeten Hilfeleistung zu bringen. Locales. — (Feuerwehrkneipe.) Heute Abends findet in den Localitälen des „Hotel Elefant" eine Feuerwehrtneipe, verbunden mit humoristischen Gesangs» und Declamations-vortragen statt; bei derselben wird auch die neue Feuer» löschordnung, welche mit 1. November in Wirksamkeit tritt, vorgelesen werden. AuS letzlerem Grunde ist zu wünschen, daß die Theilnahme eine recht rege werde. — (Die Gartenbauausstellung) wird heute eröffnet. Wir machen besonders auf daS ausgestellte Obst aufmcrlsam. Auch schönes Gemüse ist ausgestellt und durch reiche Pflanzen- und Blumendecoration ein angenehmes Bild geschaffen. — (Militärveranderungen.) Bei den Land-wehrfußlruppen wurden ernannt: Zum Hauptmann 2 Classe Mililärpensionift Anton Reif (Domicil Laibach) - zu Ober» lieutenants: Franz Hihin ger in Wien (zum lr'ainerischen Landwehrbataillon, Lmbach Nr. 23) und der Hilfsämter. director des Krnsgerichtes in Rudolsswerth Franz W a q. ner (zum kram. Landwehrbütaillon, RudvlfSwerlh Nr. 24); zu Lieutenants: der RechnungSofficial Karl Franzl in Lalbach und der Steueramlsveamte Johann Gruben in Äbeleberg (beide zum train. Landwehrbataillon lkibach 1606 Nr. 23); zu Cadetten beim Inf.-Reg. Freihr. v. Kühn z Nr. 17: Jakob Modrian, Qua-Ieldwebel, Hugo Graf Hohenwart-Gerlachste in, Vicecorporal, und Eugen Konschegg, Qua-Feldwebel. Uebersetzt wurde der Lieutenant Peter Vlazi ?, vom Inf.-Reg. Frh. v. Kühn Nr. 1? zum Inf.-Reg. Frh. v. Solöeviö Nr. 78. — (Ernennung.) Das k. k. Oberlandesgericht in Graz hat den Nechtsprakticanten Guido Schnedih zum nichtadjutirten Auscultanten für das Herzogthum Steier-marl ernannt. — ^Das Dorf St. Martin an der Save) gerieth gestern Vormittag in Brand und eS sollen 14 Häuser von den Flammen verzehrt worden sein. — (Diöcesanveränderungen.) Herrn Thomas Kajdiz, Cooperator in Dobrova, wurde die Pfarre Vodic, Herrn Martin Deröar, Cooperator in Hrenovic, die Localie Poliz verliehen. — (Theater.) Wir haben es bisher unterlassen, Über die Oper zu referiren, weil wir die Aufführung einer deutschen Oper abwarten wollten, um uns ein besseres Ur« theil über die Leistungsfähigkeit unserer Opernkräfte bilden zu können. Nachdem nun vorgestern das „Nachtlager" in Scene gegangen, beeilen wir uns, das Versäumte nachzuholen. Als die hervorragendsten Kräfte haben sich bisher Herr La Fontaine und Frau Franken berg bewährt und die Gunst deS Publicums im Sturme zu erobern gewußt. Stylgerechter Vortrag, tüchtige Schule und ausdrucksvolles Spiel sind Eigenschaften, welche die Genannten in gleicher Weise auszeichnen; dabei verfügt Ersterer Über sehr ausgiebige und sympathische Stimmittel, die ihrer Wirkung auf das Publicum bei so viel künstlerischer Anwendung jederzeit sicher sein können, und wenn Herr La Fontaine's „Jäger" beim Publicum nicht denselben Sympathien begegnete, wie sein „Luna" oder „Nsthon," so mag daran auch eine vorübergehende Indisposition zum Theile schuld gewesen sein. Frau Franke nberg wußte als „Leonore," „Lucia" und „Gabriele" ihre Vorzüge zur besten Geltung zu bringen und allgemeinen Beifall zu er« ringen. Ueber Herrn Andraßy möchten wir denn doch nicht so ganz den Stab brechen. Tritt auch die Nnfänger-schaft besonders im Spiele oft störend genug hervor, so befitzt er doch wieder sehr empfehlenswerthe Eigenschaften, als: deutliche Aussprache, richtige Intonation, welche gerade bei Anfängern selten zu treffen sind. Uebrigens qualificiren ihn auch seine hübschen, aber bescheidenen Slimmiltel mehr zu einem lyrischen, als zu einem Heldenlenor. Von Frl. Schwarz erwarten wir, in Hinkunft wohl gelungenere Leistungen zu erleben, als ihre „Azucena" war, die uns nur theilweise befriedigte. Recht hübsch sang Hr. Rüdin-ger den „Gomez" und „Arthur." Der bis zur Unkenntlichkeit zusammengestrichene Part des „Videtert" ward von Herrn Raster zufriedenstellend gegeben. Die Cnsemblesätze waren in den bisher gegebenen Opern meist recht brav einstudirt; im Finale des ersten Actes des „Nachtlagers" machte sich ein etwas zu vorlauter Chorist unangenehm bemerkbar. Das Hirtenlerzett war schwach und nicht sehr sicher, auch das Orchester ließ einiges zu wün< schen übrig, nur Herr Zappe that sich mit dem Violinsolo im zweiten Acte des „Nachtlagers" rühmlich hervor und erntele lauten Beifall. Vom gestrigen Theaterabend haben wir außer dem wirtlich recht nelt gegebenen Langer'schen Genrebild „Ein Wort an den Minister," in welchem besonders Fräulein Mitscherlin g (Nctti) und Herr Raul iHansl) bril-lirten, nur noch zu erwähnen, daß die Klerr'sche Opern-novilät „Fridolin" mit militärischen Ehren — Pulver-damps, der die ganze Huhne verdunkelte und das Haus sogar einen Augenblick beunruhigte, zu Grabe getragen wurde, um hoffemllch in Laidach nicht wieder zu erwachen. Souppö darf diesen Nebenbuhler nicht fürchten. Abonnements-Anzeige. Die gefertigte Din-cuou beehrt sich, drin hochgeehrten P.T. Publicum dir Anzeige zu machen, dah sie vom I. October 1870 ciu Nbunnemmt auf l,0l) Vorstellungen eröffnet, und sind die Be» dingungen in nachstehender Art festgestellt: Ei» Ei.tree-Adomiement ans lM) Vorstellungen iltt fl. ü. W. Ein Entr^Abomiemeilt auf 30 Vorstellungen l i5 fl. Ein Cntr^e-Aoonnemrnl auf 23 Vorstellungen 7 fl. ;5<» kr.______________ Die Abonnements-Karten haben Giltiglcit für Oper. Operette, Posse, Schau- niid Lustspiel. Die Abonnements-Beträge werden vom 30, September bi« 2. October 1870 in der Theater-Kanzlei von 9-12 Uhr Vormittags, und von 3—5 Uhr Nachmittags entgegen genommen. Die Loqcn Nr 46 n»d 69 sind noch täglich zu haben. Zn zahlreicher gütigen Theilnahme ergebenst einladend, zeichnet sich emem hochgeehrten Publicnm crgcbeust die Direction. Neucke Post. (OriMal'Telegramln der „Laibacher Zeitung.") Wien, 3O September. Die „Neichsraths-currespondenz" meldet: Der AuSschusisitzunss betreffs des 3lechbauer'schen Antrags wohnte über Oinladunss der Vtinisterpräsident bei. Os scheint jedoch nichts besonders Wichtiges vorgefallen zu sein und der Ausschuß in die Berathung einzugehen. Gs wurde Geheimhaltung der Verhandlung beschlossen. Nächsten Mittwoch dürfte der Ausschuß in der Lage sein, die nächste Neichsrathssitzung zu bestim» men. Mau glaubt, daß dieselbe am I<> October stattfinden dürfte. Das Rescript an den böhmischen öandtaa. wurde einer 15glicdria.cn Commission znr Berathung zugewiesen. Ueber das Gefecht vom 19. bei Sceaux und Pctit-Bicötrc, wobei besonders die baierischen Anncccorps cngagirt waren, wird noch gemeldet: Eine große, unweit Clamart errichtete Schanze, an welcher 10.000 Personen seit Wochen Tna. und Nacht gearbeitet haben, wurde nach diesem Treffen verlassen gefunden. Die Gcqcud auf der Paris zugewendeten Seite ist großetithcile« untcr-minirt. Eine platzende Mine verletzte drei Baiern. Baicri-schen Ingenieuren gelang es, zahlreiche Minen aufzugraben. Eine Höhlung war mit 20 Pettoleumfässern gefüllt. Die Position ist von großer Wichtigkeit. Auch dei Sccaux wurde eine verlassene Ncdoutc besetzt, deutscherseits litt dabei besonders das 47. preußische Iiifanteric-Rcaiment. Die Franzosen hatten große Verluste an Geschütz, Ausrüstuligs-Gcacliständen, Munition m,d Proviant. Bei Bougival wurde eine Pontonsbrückc über die Seine geschlagen, um die Vcrbmdung mit der Armee deS Kronprinzen von Sachseu herzustellen. In Lyon hat eine regierungsfeindliche Demonstration stattgefunden. Der vor kurzem aus der Verbannung rückgekehrtc General Cluseret erzwäng den Eintritt ins Stadthaus und haranguirte das Volk. Nalionalgarde stellte die Ruhe ohne Blutvergießen wieder her. Eluseret wurde mit andern Rädelsführern verhaftet. Telegraphischer Wechselcours vom 30. September. 5perc. MetalliqueS 5?. — , — 5pcrc, Metalliqnc« mit Mai. und November-Zinsen ?5.-. — 5>pcrc, Nalional-Anlchen 66.55. - 1860er Staats-Anlehen 92.25. - Bantactien 714 — Credit: Nctien 256,50. — London 124 45. — Silber 122.25. — ik, l, Milnz-Dncaten 5.9". - Napoleond'ur« 9.93. Handel und Holkswiithschüstliches. Tic Grazer Anöslellnng«zeitu»g sagt über die erste Con-serv c nj au ri t in F i ume: Im ganzen Kaiserstaatc bestehen nur zwei ElMissemenis für Consilien: da« eine in Trieft, daö andere in Finnic mit der Filiale in Dliino. Das letztere Etablis-srmein hat uon seinem Stammsch« in Finnic aus die Ausstellung beschickt. Die Prudncte dieser Fabrik sind m ganz Oesterreich su bekannt, daß wir wohl nicht die vorzügliche Onali'ät derselben erst hcruorznhebe» branchcn, nnr einige iiürressante Mil-thcilnngcu übrr d,c Ausdehnung u d die Art des Betriebes diese«! hervorragenden Etablissement«, die uns bekannt geworden sind, wollen wir nnseren Lesern mitlheilen. Die Fabrik besteht seil 8 Jahren und >st seit einem Jahre Actiengcscllschafl und erzeugt gegenwärtig 200.0<>0 Bitchscn Surdimn, lO.'M) Büchsen Thun« fische und etwa 20.000 Büchsen Krrböschwcife (»m'v^i»«), eine Specialität, die unr von dieser Fabrik erzeugt wird. Auf; rdem werden conseruirt Slcinhühncr, Wachteln n»d Kranonetsvögcl: uon Gemüsen erzeugt die Fabrik coufcruirlc ErbflN und Fisolen, sowie eine vorzügliche ParadciSäpselsance. Es sind 100 Aibcitc-riinien und 20 Arbeiter bcfchäftigct. Die Eonservirnng geschieht nach dcr Methode Avert, die Flschchcu (sardinen) werden ill Ocl gr-backen nnd allmälig abgclül>ll, in die Schachteln geschichtet. und zwar ohne Rllcksicht auf die Zahl, so viele, bis die Schachtel gefüllt erscheint und dann mit Orl übergössen. Das Oel dnrch-dringt mm alle hohlen Nämne, verdrängt alle Luft und smtt daher immer nach, so daß Ocl nachgefüllt werden muß-, erst wenn die Schachtel ganz oben voll bleibt dann wird die Vcr-löthnng vorgenommen. Durch das Backen ln Ocl verlieren d,c Sardinen ihren tigenthnmlichen feinen Scegcschmack; mau hat daher in neuerer Zeit cin französisches Verfahren eingeführt, nach welchem die Fischchen nicht gebacken, sondern trocken gebraten werden, wodnrch zwar dlls schöne, silberweiße Aussehen dcr Sardinen verloren geht, auch das Oel dunkel gefärbt wird, doch dcr eigenthümliche Wohlgeschmack erhalten bleibt. Die Thunfische und Kreböschwcifc werden in dcr Nähe von Finme, die Sardine» 69 lr._________________________________________ ^. Verstorbene. Den 23. September. Dem Josef Vcrhovc, Arbeiter, !"N Kind Josef, alt 7 Tage, in dcr Stadt Nr, 25 am KinnbacleN' lrampfc. Dcm Alasins KropiulZeg, Arbeiter, feine OattM Maria, alt 2.6 O. schwach halbhciter 30. 2 „ N. 330 3» >12.z NO. mäßig halbhcitcr ^ 10.. Ab. 331,- 8,4 NO. schwach f. ganz bew. .. Morgens starler Neis. Untertags halbhc.tcr, sonnig. Ab"° znnehmeildc Bewölkung. Abeudroth, Da« Tagcömitlel derllvill" ->- 7 8", um 3-1° unter dem Normale. Verantworllickcr Nedacteni: Ignaz v. it l e i n m ll Y^^ ^---------------------------1-----....... ^c» ,^^i.mber—Ziemlich umfassende Vertanfsanslrägc ans Fransfnrt n»d Berlin drücltrn ans oas norgcMMt ^)er Müclgang traf, obwohl mäßig °"strcl"'".^ ^NllsNNerlltlt s^ "« '.'?.! «?k n H° f ?« C ed t uon 258 2) auf 257, A.lglo von 23^.25 auf 23l. Union °nf 217.50, Franco anf 103 50, Lombarde» ans 178.50. Kall.^c ^ !/, s ^17^ ft. 94; lr. N°ch c.ner flüchtigen Erholnng machte an der Mittagsbörse die Berflannng weitere FortschntttH v°n 241 auf 239 75, Tramway von 1.8.. 0 an ^"", ^p°f°^^^ ,uch b i Anlagspapieren das Ausgcuot die Oberhand. «Rente :)7.w. StaatSbahll 3dl nach 383, Nordbahn ^" Näct!e77^^°l^7i2N/N^ ^f!. V tr7 ^! U^r w Nmtten. Der SchlnßVv/r silll und mat^. Man notirte bei Abgang des Berichte« : ...... „^- , ^U. AUgenieine Htaat«schuld. Filr 100 ft. Geld Wan,-? lLinheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: in Nolen verzinst. Mai-November 57.— 57.15 „ „ „ Februar-August 57. - 57.15 „ Silber „ Iänner-Inli . 66,50 66.75 „ „ „ Aprll-October. «6.50 l!6.75 Sttueranlehen rückzahlbar (j) , —.— —.— Lose v,I. 1839 ..... 238.-240.- « « 1854 (4"/«) zu 250 fl. 83.- 84.— .. .. 1860 zu 500 st. . . 92 30 92.60 « .. I860 zu 100 fl. . . 102 50 103.50 .. ,. 1864 zu 100 ft. . . 114.50 115.- i^^°^"'^Wdbriefe zu I^U ft. hm. Westbahli.....240.- 241 — ?. «prioritätsoblistationen. i. 103 fl. ü. W. (Held Waare Elis.-Wcstb. in S. vcrz. (l. Emiss.) 93— —,— Ferdinauds-Nordb. in Sild, v?rz. 103.40 103 70 Fran^Iosephö-Vahn .... 94.80 9520 O.sarl-Lndw.«., S.uerz.I.liim. 101.— 102 — Oefterr. Noibweftbahn . . . . V4.— 94.50 Geld ^^ Sicbenb. Bahn in Silb« verz. . 90.50 ^ s.y Staatsb. G. 3°/, ü 500Fr. „I. Cm. 133.^ ,,2'25 Südb.G3'/,i.500Frc.....112^^.75 Südb.-G. i. 200 ft. z. 5"/, filr 100 fl. 90.5t> Südb.-Bons 6"/^ (18?^)—74) ^. - Ung. Ostbühn......87.50 »' «. Privatlose (Per Slttck.) ^^ «lrrditanstalt f. Handel u. Gew. Oeld ^. zu 100 st. Ü W......'3H 5>l) Rudolf-Stiftung ,u 10 ft. . . ^'" gg.citt AuaSburg für 100 st. südd. W. l^ "' ^40 Frankfurt a.M. 100 ft. delta ^f'" ^H-', Hamunrg. filr 100 Marl Valico .^^ '4 iji) i!°ndou, für 10 Pfnnd Sterling 1^4.^ ^^ Paris, für 100 Francs . . - ^'^ <5v,lv« ve, Gelds"",« ^ G^ll, 5 ss 94 lr> K. Munz-Dncatc: . 5 f>< -^. ^' l! ,' 94j ^ Napolcan«d'c»r . . 9 „ 93, " ^ ^ g4^ ^ Vercinsthaler. . . ^ " ^< " 13« " -- " Silber , - ^2^50.123,. Krainische Orn..dentl°>ungs - Obligaüom«. vlltnotiruug: —.— O«d, — «»«"