Nr. 189. ft. n, halbj, ll. 5»l>. Ml die Zustellung ln« Hau» halbj. 50 lr. »t!t d« Post «an,<. fi. ,L, halbj. fi. 7 »0. Montag, 20. August. Vustlllo»»gcbühr: stllr Nelnl Insel»le bl« zu 4 Ze.: Unter der hiesigen mohamedanischcn Bevölkerung herrscht noch immer Jubel und Begeisterung über die Erfolge der türkischen Waffen dies- und jenseits des Balkans; dieselbe gibt sich sogar der Erwartung hin, daß die Russen binnen kurzem gezwungen sein werden, über die Donau zurückzukehren. Die Regierung theilt diese optimistische Anschauungen nicht und ist im Gegentheile der Ansicht, daß der Krieg jetzt erst anfängt. Im Bewußtsein dessen trifft man alle Maßregeln, um dem Feinde den hartnäckigsten Widerstand entgegensehen zu können. Man gibt sich leiner Täuschung darüber hin, daß der gegenwärtige Krieg ein Kampf auf Leben und Tod, ein Krieg bis aufs Aeußerste ist. Unter den Maßnahmen, die zu diesem Behufe in den letzten Tagen getroffen worden sind, verdient die Einberufung der zweiten Klasse der Mustehafiz, zumeist aus fünfzigjährigen und älteren Männern bestehend, und die Bildung einer Bürgergarde ln Konstantinopel erwähnt zu werden. Man schätzt diese Klasse der Muste« haftz auf 100- bis 140,000 Mann, von denen Asien den größeren Theil liefern wird. Die Mustehafiz von Ninuelien werden auf drei Punkten: in Adrianopel, Feuilleton. Anr Geschichte und Philosophie des Tabaks. Von Mori, Vusch. (ffortsthunu.) Man pflegt die Wirkung des Tabaks von dem in UM enthaltenen Nicotln abzuleiten; aber unseres Wis-c»s hat man bisher noch nicht versucht, ob diese gif. llge organische Base an sich dieselben Erscheinungen bc> wlrlt wie der Tabak. Nur eines ist sicher, das Nicotin necht wie Tabak. Der Nicotingehalt des letzteren ist je "ach der Herkunft der Blätter und der Zubereitung °erselben stärker oder schwächer. Das wenigste Nicotin l wet stch in den Blättern der Tabaksart Nicotian "3UW, z„ wclctM die deutschen, ungarische!,, südrussi. >^u u„o ebenso alle türkischen und syrischen Tabake un"ü ^ "'^ wallah) gehören, das meiste in den ', """eritauischen, etwas weniger wieder in den Sorten. , denen die Havanna-Zigarren fabricierl werden. In '',?!«!" Blättern sind nach Schlösing über fünf Per-Abl ?'""" enthalten, und so erklärt eö sich, daß eine wir»? c'6 *"" einigen Zigarren, wenn sie getrunken kam. «?°" l^l gefährliche Zustäude zur Folge haben als «^ abgelagerte Zigarren enthalten selten mehr Na ^ ^"Mt, und hievon wird noch das meiste beim dend ^Mrl' so daß der cinaesogene Rauch verschwin« wenig mehr davon dem Körper zuführt. Daß die ture, ^ ^""°ch beim ersten Versuch bti manchen Na-aist. "" keineswegs bei allen - einer gelinden Ver. danu 3 Ul^l' ist bekannt. Außer dem Nicotin schließt tine.. , ^"bak, wenigstens in frischem Zustande, noch "' lamvfera^l««.. ^»«tt ,l.. ka« Nilniianln Dab die Wirtnng des Rauchens wie man behauptet hat, von einem während desselben sich bildenden neuen Stoffe abhängt, ist nicht wahrscheinlich, da ja das Kauen ahn' lich wirkt, obwol hier leine Vcrbrennui.g stattfindet. Nicht zu leugnen ist, daß der Tabak auf manche Per« sonen, namentlich auf solche die an Empfindlichkeit der Athmungswege oder an BerdaulMgsschwache leiden, einen ungünstigen Einfluß übt. Auch Nervenschwache» ist er nicht zu empfehlen. Im allgemeinen aber darf man auch vom medizinischen Standpunkt,, da die Menschheit nun einmal Betäubungsmittel zu bedürfen scheint, einem nicht übertriebenen, das heißt tinem dem auimallschen Vermögen dcs Betreffenden anaemessencn Tabalsgcnusse das Wort reden, da er nicht die unangenehmen Wir, lungen des Gebrauchs von Alkohol hat uud besonders im Orient anderen, weit weniger harmlosen Betau, buugsmilteln. wie Opium und Haschisch, den Rang streitig macht. Die mildeste Form ist das Rauchen, wo daS Nicolin theils, wie bemerkt verbrennt, jh-ils sich zu einem öligen Residuum verdichtet. Tabak, der von Nicotin befreit ist. zu rauchen — eine Gewohnheit, die man vor einigen Jahren in Ausnahme zu bringen bemüht war — wäre U„si>m. da man sich dann ebenso gut Zigarren von Papicrschnltzeln, alter Leinwand u. dgl. drehen oder die Pfeife mit solchen Stoffen stopfeu könnte. Weniger Vertheidigung verdient die (beiläufig jetzt in Abnahme begriffene) Silte dcs Schnupfens, da sie ohne Zweifel geringeren Genuß gewährt und dem Nicht-schnupfcr widerlich vorkommt. Allerdings schnupft in manchen Andern, z. Ä- «n Spamen. jedermann, und in Portugal trägt bereits der Schulkunde seiue Dose in der Tasche. Aber das ist doch für Deutsche uicht maß-gebend. Noch weniger verzeiht man in der heutigen ge-bildctcu Gesellschaft — unserer Erfahrung zufolge auch in Amerika schon hie und da — das Tabattauen, wel- ches nur dem Seemann nachgesehen wird, der wegen der Feuergefährlichleit der Pfeife und Zigarre an Deck (nicht in Logis und Kajüte) dem Rauchen entsagen muß. Wenn man aber behauptet hat, das Kauen von Prim-chen sei besonders schädlich, da einerseits dabei mehr Nicotin verschluckt werde, andererseits mehr Speichel verloren gehe, als beim Rauchen, so mag das bis zu einem gewissen Maße seine Richtigkeit haben. Aber es läßt sich auch einige« zum Lobe des KauenS sagen. Man hat die Regel: „Wer schlaft, der ißt." Man könnte die fernere aufstellen: „Wer raucht, der ißt", denn der Raucher fühlt leine,« Hunger. Ganz dasselbe aber ist mit dem Kauenden der Fall. Nach Ramazzini unter» drücken viele Reisende ihren Hunger eine Zeitlang durch Tabatlauen, so daß sie größere Strecken zurücklegen, ohne durch Mahlzeiten ausgehalten zn werden. W. Pison, del Wüstcnreisende, empfand, nachdem er Tabak gekaut hatte, weder Müdigkeit noch Verlangen nach Nahrung. Van Hel-mont behauptet dasselbe, meint aber mit Recht, daß der Tabak zwar den Hunger mildere, aber nicht, indem er ihn befriedige, sondern indem er dieses Gefühl zer» störe und die Thätigkeit anderer Funktionen hemme und vermindere. Die Philosophie des Rauchens stellt eine Anzahl Regeln auf, von denen wir folgende gutheißen. Man rauche niemals nüchtern. Dagegen ist eine Pfeife ober Zigarre zum Morgenkaffee schr zu empfehlen. Man rauche ferner wenig oder gar nicht lurz vor dem Esse", damit man nicht den Appetit und, »as com so viel werth ist, dl>, Geschmack verliert. Ein Thor ift, wer zu einer Flasche guten Weines, vorzüglich zu rheinischen ober andern Bouquelweinen, raucht. Vler oases«" ist nicht nur zur Pfeife aestallet, snndern es gilt von lhm der Satz: „Zum Rauchen trinken, heißt gut rauche«. »"^ rllucke in bud«,, unk araben Ammern oder >n , Sofia und Salonichi. concentriert. Der Sammelpunkt für d»e anatolischen ist Konstantinopel, woselbst sie au« den benachbarten Distrikten bereits eintreffen. Die Berufung dieser Mustehafiz bildet die letzte Hilfsquelle der Türkei. Es steht ihr noch — könnte man sagen — die Massenaushebung zugebote. Allein diese wird nur im letzten Momente erfolgen, wenn man die Fahne dcs Profcten entfalten wird. Auch darf nicht vergessen werden, daß die Massenaushebung nur mittelmäßige Resultate liefern wird, in Anbetracht, daß bis zu ihrer Durchführung fast alle dienstfähigen Manner bereits unter den Fahnen gewesen sein werden. Was aber die Konstaminopler Vürgeraarbe betrifft, so ,st es problematisch, ob die Bildung derselben aelin« gen werde. Nachdem die beabsichtigte Bildung von sechs Fre!wlll cv?^. stsammte Männliche Bevölkerung von 20 blv 40 Jahren wird in die Bataillone der Bürgerqarde "lawmen Die Uebungen derselben werden in be. Wmmlen Znträumen und an bestimmten Tagen statt. Men. Die Unteroffiziere »erden aus dtnjtninen tnt-nommen. welche Rang oder «mt besitzen, zum mindesten aber aus denen, welche lesen und schreiben können. Die ^Wzicre werden vom Lieutenant bis zum Grade eines «ommandanten vom Kriegsminister ernannt und theils der acl.ven «lrmee, theils den Hmüfunctionüre,, enl-nomme.,. Staatsbeamte behalten ihr «mt bei. Der Effectio» U""° jedes Bataillons wird 5 bls 800 Mann betragen. Waffen, Munition und Rationen während des Aufem. Haltes im vager liefert die Militärverwaltung. Die Vatalllone werden sich iu einem außerhalb der Haupt« stadt zu bildenden Lager versammeln. Im Falle der Nothwendigkeit können die Bataillone detachiert werden, um die öffenll'che Ruhe und Ordnung in der Stadt aufrecht zu hallen. Die Gürgcrgardistcn können des Tags über ihren Geschäften nachgehen und die Nacht zu Hause zu-bringen; allein sie haben sich bei» Appell jede Stunde des Tages oder bcr Nacht ins Lauer zu begeben. Im Prinzipe wird das Vllrgergarde'Conlingenl der Infanterie angehören. Die Waffen desselben werden im Lager oder in den vom Kriegsminister hlefür bezeichneten Kasernen aufbewahrt. Dies die Hauplbestimmungen de« Dekretes, in welchem man es jornfältig vermied, auszusprtchen, ob die Christen von Konstanlinopil ebenfalls bei der Vildung der Vüraeraarbe inbegriffen sein werben. Es ist rlchlia, daß eine Kommission unter dem Vorsitze Djeodct Pasch«'S im Seraslierate zur Organisierung dieser Garde niedergesetzt wurde, doch ist zu bemerken, daß die Mitglieder dieser Kommission durchaus Mohamedaner sind. Die nächste Zukunft wird uns über die Chancen des Unternehmens und die Haltung der christlichen Bevölkerung zu demselben aufklären. Die finanzielle Silualion gestaltet sich immer ern» ster. Der Schatz ist in höchster Noth, und ohne ein lm AliSlandc contrahiertcs Anlehen ist es fraglich, wie die Regierung den Krieg werde fortsetzen können. Von den ln den letzten Tagen verfügten finanziellen Maßnahmen ist anzuführen: die Reduction aller Neamtengehalle auf die Hälfte für eine viermonalliche Frist und die Durch-führuna des Zwangsanlehens. Projektes. Die Anleihe wird 600.000,000 Plaster, d. l. 138.000.000 Franc,, betragen. Bei der Repartition desselben wirb man die Sleuer zugrunde legen, welche jeder S-euertrüger jlihr« lich dem Staate enlrichlet. Mit Ausnahme der Mllilsl« werden alle Hivilbeamlen und Slaals'Penfionäre zur Zahlung verhallen sein. Unter den Tonberbarteilen des Gesetzes ist die, daß die Steuerträger ln den Provinzen in Ermangelung von Gtld ihre Beträge in nalurc» werden entrichten können, indem sie Cereallen oder andere Lebensmillel zu einem von den Lolaloehörden festgesetzten Preise liefern. Es ift dies eine kluge Vchlm. muny. nachdem die Steuern, die Iar,6« (Militürstmer), die Gcschästsstockung und dle Requisitionen alle baren Ersparnisse der Bevölkerung absorbiert haben. Vom Kriegsschauplätze. Laib«ch, l«. »uguft. Die neue «ufstelluna der russischen Eorp», die strenge Defensive, in dcr sich dieselben verhallen, der fortwährende Nachschub von ansehnlichen Verftirlunge»', alles deulel auf eine ganz neue, mit größeren Truppen-maffen und mit richtiger Schätzung der feindliche« Krüfle zu eröffnende Hcrbstcampagne hin. Es scheint, daß »an im russischen Haup quartiere eines nach politischen Erwägungen und Einflüssen geführten Kriege« satt ist und der bisher agierende sogenannte diplomatische Kriegsialh 1550 «in« einheitlichen und nur militärischen Gründen Gehör gebenden Führung platzmachen wird. Ueber die bevor« stehenden Operationen vernimmt man, daß außer der concenlrlerten Aufstellung zwischen Sistowa-Vjela-Tir. „owa und Plewna wahrscheinlich eine doppelte Umgehung der türkischen Arm« beabsichtigt ist. Man scheint die türkische Aufstellung bei RaSgrad durch einen Donau» Übergang bei Olteniza und einen Vormarsch von Tur> lutal auS über Saoud auf Rasgrad in der Flanke be< drohen und womöglich angreifen zu wollen. Gleichzeitig würden starke Abtheilungen bei Tullscha die Donau passieren, bis Medschidieh vordringen, dort mit einem Theile des Corps des Generals Zimmermann sich vereinigen und über Basardschll auf Pravadi marschieren, um die türkische Schumla-Armee im Rücken zu bedrohen. Das Gros des Zimmermann'schm Corps würde die Fühlung zwischen den von Tultscha aus vorrückenden und den von Turtulai aus operierenden Abtheilungen herstellen. In Westbulgarien steht eine Bewegung diS rumä> nischen Corps im Vereine mit einer starken russischen Abtheilung bevor. Der Donau»Uebergang soll bei Belet. Ratzowa stattfinden, von wo eine Vorrückung in schräger Richtung gegen die Ista volle Lage gebracht werden, ohne die befestigten Stellungen dieser beiden Armeen bei RaSgrad und Plewna direkt angreifen zu müsscn. Begreiflicherweise lüm,en di:se verschiedenen Operationen nur unter Reserve signa« lisiert werden; immerhin scheinen die jetzt stattfindenden Truppenbewegungen diese nicht ganz ohne alle Anhalts» punkte gemachten Suppositions zu bestätigen. Die Concentrierung von 35,000 Mann in der Gegend von Olteniza, wo auch eine Brücke geschlagen wird, und der Uebergang starler Abtheilungen von Ismail nach Tultscha deuten für den östlichen Kriegsschauplatz auf die erwähnten Operationen hin. Ebenso verhält es sich mit den Truppenbewegungen bei Rahowa, wo das Gros der rumänischen Armee schon vor vicr Tagen concentriert war und eine russische Division erwartet wurde. In 10 bis 14 Tagen dürfte eine weit angelegte und mit starken Kräften unternommene Action zu erwarten sein. Wol hängt aber der Ausgang der< selben davon ab, wie die türkische Kriegsleilung die zur Vorbereitung dieser Action nöthige Pause benutzen wird. Cs ist nicht unwahrscheinlich, daß dieselbe zur Störung dieser Combinationen Osfensivstöße unternehmen wird, durch welche die Durchführung des den Russen zugeschriebenen Planes noch manche Wechselfälle erfahren dürfte. Die türkische Armee ist in der letzten Zeit ansehn« lich verstärkt worden. Außer den 25,000 Mann, welche Suleiman Pascha aus Albanien mitbrachte, sind 12,000 Mann von der kaukasischen Küste, 14,000 Mann aus Smyrna, weitere 4000 Mann aus Egypten und 8000 Mann aus Syrien zu den auf dem europäischen Kriegs, schauplatze operierenden Armeen gestoßen. Außerdem haben große Truppenaushebungen in ganz Kleinasien stattgefunden und täglich kommen Ba« taillone ausgedienter Soldaten in Varna an, welche su> gleich nach Schumla dirigiert und dort bewaffnet und eingereiht werden. Was Rußland anbetrifft, sieht es ganz danach aus, als wenn der Krieg jetzt von frischem anfangen sollte. Luft, denn dann kommt man nicht in den Fall, den Rauch, der nur für die Zunge und den Gaumen bestimmt ist, in die Luftrühre und Lunge zu bekommen, die ihn nicht schmecken und überhaupt nicht brauchen können. Schänlen. und Wachtstubenluft ist niemandem dienlich. Man beiße die Spitzen der Zigarren nicht, sondern schneide sie ab, und zwar schneide man reichlich ab, dann brennt da« übrige um so besser. Man rauche gute Zigarren niemals auS Zigarrenpfeifen; denn sind dilse nicht angeraucht, so schmeckt man die Pfeife, sind sie angeraucht, so schmeckt man das sie färbende brenzelige Oel mit. Jede bren-nende Zigarre, von welcher die Asche dicht vor der bren. nenden Stelle abfällt, verliert merklich an Aroma. Warum? Ohne Zweifel, antworten die einen, weil die Asche eine Art Kruste bildet, welche dem Aroma den Nusgang verschließt und dasselbe im Innern so lange zurückhält, bis der Rauchende es am oberen Ende einzieht. Je länger der lleine Aschenzylinder am unteren Ende wird, desto mehr Duft haucht die Zigarre aus. Andere erklären flch den Einfluß der Asche auf die Erhaltuna deS Aromas damit, daß sie annehmen, daß die heiße Kruste, welche die Asche bildet, die Wirkung eines Filtrierapparale« habe, in welchem die äußere Luft einen großen Theil ihrer Feuchtigkeit verliere, die Verbrennung des Tabaks vollziehe sich auf diese Art regelmäßiger, die Zigarre werde inwendig nicht nah und ihr Dust bewahre seine ganze Reinheit. Wir überlassen den Lesern die Wahl zwischen den beiden Erllärungsarten der Erscheinung, wenn sie nicht eine dritte und bessere wissen. Die That. fache aber steht nach unserer eigenen Beobachtung fest, und so empfehlen wir unseren Freunden, sich nach ihr zu richten. (Fortsehnn» folgt.) In Massen kommen die Verstärkungen an. Durch den Bahnhof in Bukarest sind seit dem 1. August, wie die „Pol. Korr." meldet, allein 45.000 Mann passiert. In Buzeu sind mehrere Kaoallerle«Regimenter aus Fotschanl angekommen und gleich weiter abmarschiert. Kriegsmaterial, Artillerie, Ambulanzen kommen ununterbrochen auf der Bahn durch. Andererseits wird aus Galatz gemeldet, daß dort 8000 Mann eingerückt sind und daß in Rumünisch-Gesfarabien über 15,000 Mann sich in Ismail cou« centrieren und Vorbereitungen treffen, über Tultscha in die Dobrudscha einzurücken. DaS hervorragendste Ereignis der Woche — so wird der „Pol. Korr." aus Konstan ti nope l vom 8. d. M. geschrieben — ist jedenfalls die Thatsache, daß ein russischer Kreuzer (eS soll dieS der „Wladimir" oder „Großfürst Konstantin" gewesen sein) in der Nacht von Freitag auf Samstag plötzlich vor Kilia an der asiati« schen Küste der Bosporus»Einfahrt erschienen ist und ziemlichen Schaden angerichtet hat. Mittelst Torpedos sprengte er einen mit Getreide für die Regierung be-ladenen türkischen Segler in die Luft und mit Petroleum steckte er drei andere, unter otlomanifcher Flagge fahrende, aber griechischen Unterthanen der Pforte gehörige Segler in Brand. Die Bemannung der letztgenannten Schiffe bestand gleichfalls aus Griechen von Katirli, einem kleinen Hafen im Marmarameere. Die Schiffe selbst waren mit Brennholz für Rechnung Konstantinopler Kausieute beladen. Ungeachtet der Vorstellungen und Bitten der griechischen Malrosen haben die Russen di: Schiffe, die das ganze Vermögen der Griechen bildeten, nicht verschont. Die Bemannung kam mittelst Booten bis Kilia, von wo sie auf einem von der Regierung eigens dahin entsandten Remorqueur nach Kcmstanlinopel gebracht wurde. Der russische Kreuzer feuerte, bever er sich entfernt»', einige Kanonenschüsse auf eine bei Kilia postierte vereinzelte Ballerie ab, welche erwiderte. Diese Kanonade wurde in mehreren Dörfern des Bosporus gehört und verursachte eine Panik, die sich sogar bis ins Palais oer-» pflanzte, wo man alaubie, daß in der Hauptstadt die Massacres begonnen haben. Der Sultan, von einer fieberhaften Angst ergriffen, ließ alle Minister zu sich berufen und ertheilte den auf den Höhen von Dolma-Vagdsche lagernden Truppen den Befehl, sich bereit zu halten. Erst um 2 Uhr morgens erfuhr man die Ursache der Kanonade. Zwei Panzerschiffe dampften sofort nach dem Schwarzen Meere ab. Als sie jedoch an Ort und B!elle anlangten, war der kühne russische Kreuzer schon hübsch weit von der türkischen Küste. Politische Uebersicht. Laibach, 18. August. Die Konferenzen mit den Delegierten der deutschen Reichsregierung über den österreichisch-deutschen Handelsvertrag nehmen nach allen vorliegenden Mittheilungen den günstigsten Verlauf. Der Zolltarif ist bereits einmal durchberathen, und soll, abgesehen von einigen in Schwebe belassenen, aber minder wichtigen Posten, bezüglich aller Ansätze eine Vereinbarung erzielt worden sein. Wenn man der Versicherung einer Pester Korrespondenz Glauben schenken darf, so haben gerade jene Artikel, bezüglich deren man die hauptsächlichsten Schwierigkeiten hätte erwarten sollen, wie Baumwoll-warcn, Schafwollwaren, Kleider, Chemikalien, Kurz. waren, keinerlei Differenzen ergeben. Wol aber foll Deutschland bestrebt sein, für seine Eisenindustrie Zollermäßigungen zu erwirken, während auf österreichischer Seite ein Nachgeben gerade in diesem Punkte nicht beabsichtigt ist. Im Augenblicke wird über das Appretur-verfahren conferiert. Die Vertragsverhandlungen werden jedenfalls noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Wiewol neuerlich die Meldung auftaucht, daß Fürst Bismarck sich doch nach Gasteln begeben werde, so ist sie doch von Berlin aus noch nicht bestätigt; es ist daher jedenfalls verfrüht, von der Eventualität eines Zusammentreffens desselben mit dem Grafen An< brassy, welcher sich bekanntlich gegenwärtig auf Ur. laub in Kuitlelfeld befindet und sodann Aussee und Ischl besuchen will, zu sprechen. Wenn indessen ersterer zur Zeit in Gastein eintreffen sollte, wo sich letzterer in Ischl befindet, so läge die Combination nahe genug, daß eine Begegnung erfolgen dürfte. In Ungarn kommt man allmälig auch zu gereif. teren Anschauungen über die österreichische Orient. Politik. ..Hon" findet eS gar nicht mehr so schrecklich, daß Serbien sich zur Action rüstet. Möge es immerhin in den Krieg ziehen, wie Rumänien eS gethan! Wenn man in Wien nur fest entschlossen sei. in der Stunde der Abrechnung das Gewicht der Stimme unserer Mon> archie in die Wagschale zu werfen. Und ..Ellenör" geht noch weiter, indem er aus klugen, Raisonnemeut den Krieg mit Nußland jetzt überhaupt perhorreSclert. Ruß. land. so argumentiert „Ellenör". wird. wenn es sich nur auf sich selbst zu stützen vermag, einen Zwcitampf mit unserer Monarchie nicht annehmen. Unter den heutigen Verhältnissen mit Rußland Händel suchen, sei leicht, aber dann würden wir es nicht mit Rußland allein zu thun haben. Anders stehe die Sache, wenn nicht wir den Krieg suchen, nicht wir die von Europa festgestellt Interessensphäre stören, sondern Rußland; in solch cilttin Falle würde Rußland allerdings isoliert dastehru. M" muß gestchen, ein sehr vernünftiges Naisonnemcnt M um so lobenswerther. da es unter dem Cii.druckc del sinnverwirrenden Meetings geschrieben ist, die Ungarn gegenwärtig politisch unsicher machen. , Der „Preuß. Staatsanzeigcr" meldet nunmehr m offiziöser Weise, daß Se. Majestät der Kaiser und » von Preußen am 9. d. in Ischl Se. t. und l. HoPi den Kronprinzen und Erzherzog Rudolf von Oes«r< reich zum Chef des zweiten braudenburgischcn Uhlans Regiments Nr. 11 ernannt habe. . In Frankreich zieht dieWahlbeweaung sogar da« Staatsoberhaupt in ihre Kreise. Marschall Mac M«' hon hat es wieder für gut befunden, eine Agitation«' reise nach den westlichen Departements zu unternehme"' um seiner Anschauung über die innere Situation Frankrem) bei diesem Anlasse an verschiedenen Orten persönlich Au^ druck zu geben. In seinen Autworten auf die Ansprache«^ Adjuncten, des Maire und der Präsidenten des Arrondil P mentsrathes und des Handelsgerichtes in Evrenx sp'^ der Marschall Präsident immer wieder darauf an, ^ ihn die in dem aufgelösten Abgeordnelenhause priloam' renden radicalen Doctrinen ;u dem Schritt vom I6le> Mai genöthigt hätten, und daß er von der Weisheit de» Landes durch die Wahl neuer Mandatare die Wiederher' stellung deS gestörten Einvernehmens zwischen den öffcw' lichen Gewalten erwarte. Neu ist ii, den Antworte» der ausgesprochene Wunsch des Marschalls, die gc< «artige Krisis bald beseitigt zu sehen. Es klingt dara"" so etwas wie ein Eingeständnis hervor, daß der 2M schall'Präsident fast Reue empfinde über die vorelw Heraufbeschwürung der Krise. Im englischen Parlamente wurde knapp "" dessen Prorogation das lctztc Blaubuch nbcr die orit'U"' tische Frage veröffentlicht. Dasselbe enthält einlae sp^ sür Oesterreich interessante Stücke. So vor allem eiltt" vom 3l. Mal datierten Bericht des engl'schcn B^ ^'« lerS in Petersburg über eine Unterredung mit Füll Gortschaloff anläßlich der rumänischen Unabhiwaialel^ Erklärung. Der russische Kanzler erklärte hiebci, er bl' trachte dieselbe ebenso wie Oesterreich als eine 6o K"^ aber nicht do juro vollendete Thalsache; die Frage s" cndgiltig nur durch daS Einvernehmen der Mächte p regeln. E« war allerdings nicht unbekannt, und die M mänen beklagten sich selbst oft darüber, daß Fürst G"' tschaloff zu dem Schritte der rumänischen Kammern leine positive Stellung einnehmen wolle, wie er denn selnel' zeit Herrn Cogolnitscheanu auf dessen Drängen bekannt« lich erklärte: „Ihr seid unabhängig, niemand hindert euch zu thun, was ihr wollt, was verlangt ihr mehr r WaS Serbien anbelangt, so bestätigt der Bericht, das der Z,r der serbischen Regiernng den Wunsch au^ gesprochen habe. sie möge sich passiv verhallen. ES n>al das allerdings lange vor den bekannten Erreignissen a»' dem Kriegsschauplatze, aber bis zur Stande haben st°> bekanntlich die von turlophller Seite ausgesprengten G^ rüchte, alS ob in den Anschauungen Rußlands rüs' sichtlich der Theilnahme Serbiens am Kriege ein U^ schwung eingetreten sei, nicht bestätigt. Für Rußlands innere Politik waren die Md"' lagen von Plewna viel bedeutender, als die asiatiM" Schlappen; sie sind zu ernsthaft, so schreibt die den N"sl^ sonst wohlgesinnte ..Nalionalzeilung", um nicht Oeun ruhigung im Volle zu wecken; aus dieser aber erM leicht die Frage, warum der Krieg begonnen war u" wer ihn begann. Es dürfte nicht fchwer werden, d>^ jenigen, welche eS noch nicht glauben, davon zu llbe' zeugen, daß die Moskauer Slaven die Anfänger "' also jetzt die Schuldigen seien. Und in der That werde" die Niederlagen vom 30. und 31. Juli vielfach in A^ laud als Schläge angeieb.cn, welche Alsaloff und sc^ Slaven getroffen haben. Die Gegner, die Vertreter cu" päischer Anschauungen ohne nationalen Fanalismus, ..Westler", die den Krieg stets zu hindern gesucht " ihn für ein Unglück hielten, sie sehen nicht ohne SHa°°' freude auf den Moskauer Gegner. Daneben g'bt viele, deren persönliche Interessen und Ueberzeugung sich mit den augenblicklich herrschenden Veulen lctlN und die daher ebenso lachend die Niederlagen a"fa"'^l men haben. In den höheren Schichten deS VolleS « dieser Krieg eben eine ganz eigentlich innerrussische ^ deutung, welche im Verlauf des Kampfes nur sich s^ kann. Das Volt lämpft den alten Kampf «egen o° Erbfeind der Kirche und der Bcüdlr. Aber die P° "l'^ denkenden, wenn auch noch so unreifen Gesellschaftslla' kämpfen um innere Fragen. Und je tiefer die « oder Niederlagen die Leidenschaften und Gedanken ° Volles erregen werden, um so deutlicher werden ° Ziele der innern Politik sich hervorheben. Die pos"" Ziele aber si,d auf Seite der Moskauer Slaven, " und das ist überall ein Vortheil. Ob der FeldM " lingt oder mißlingt, in Moskau wird der Ruf "°".^" stitulion forterhoben werden. Das „olillwt. ^"w^ beginnt erst cben schrecklich zu werden und "'" ^in Echluß des Krieges seinen Höhepunkt erreichen. Z" ist es noch keineswegs so ganz sicher, daß die " c lagen des Heeres die Stellung der Slavencom»'6s oa" erschüttern werden, wie jene Westler zumch«" ^'^ Darum sind die Niederlagen von Plewna, wenn !« ^ durch gewaltige Siege verwischt werden, schon heule >, 1551_______ bedeutungsvoll für die künftige Stellung der Parteien zu einander. Die stellvertretende Regierung, welche der Zar in Petersburg in aller Stille eingesetzt hat, zählt vorwiegend Westler zu ihren Gliedern. Aber in Kriegs» zeiten liegt der Schwerpunkt des Staats in dem zarlschen Hauptquartier, wo die Stimme auch eines enlant toi--ridio leicht vernehmlicher spricht als die Stimme eines Walujeff an der fernen Newa. Aus Belgrad meldet man ganz Unerwartet eine Kabinettsumwälzung. Das gesummte Ministerium gab seine Demission, die indeß mit Ausnahme jener deß Ministerpräsidenten Slevila Mihajloviö nicht angcnom. mm wurde. Letzterer scheidet also aus dem Kabinett aus und an seiner Stcllc wurde Ristic zum Minister-Präsidenten ernannt. Welche Zwistigleiten im Schoße der Regierung spielten, wie weit dieselben auf den momentanen Stand der Orleutfrage Bezug hatten, und aus welchem Grunde der Fürst Stevia, den alten Freund des Hauses Obrcnovitsch, fallen ließ, wird sich wol bald herausstellen. Hagesnemgkeiten. Staats-Gewerbeschule in Graz. An der Grazer l. t. Staats-Gcwcrbcschuie fand am 15. d. um 10 Uhr vormittags der Schluß des ersten Unterrichtsjahres durch die Zeugnisvertheilung statt. Die Anstalt wurde im Oktober v. I. mit dem ersten und zweiten Semcsterlurse der Abtheilung für Baugewerbe Und mit dem ersten Semesterlurse der Abtheilung für ornamentale Gewerbe eröffnet und im eben abgelaufenen Sommer-Halbjahre mit dem zweiten Semestcr-lurse der oruamcutalen Gewerbeschule weiter ge» führt, und zählte während des verflosseneu Schuljahres 6b Schüler. Davon besuchten 24 den ersten, 19 deu zweiten Semesterlurs der Baugewerbeschule, 11 deu ersten und 11 den zweiten Semesterlurs der Abtheilung für oruameutale Gewerbe. Die Schlußclassification ergab uachsteheudc, entschieden günstige Untcrrichtsresullate: Von den 65 eingeschriebenen Schillern erhielten 1b die Vorzugsllasse, 36 ein Zeugnis der ersten und 6 cm Zeugnis der zweiten Fortgangsllassc; 8 Schüler haben, grüßtentheils wegeu Domicilwechsels der Eltern, die Anstalt vor Schluß des Schuljahres verlassen. Die gewerbliche Fortbildungsschule, welche vom steiermärtischen Gcwerbeverciue und dein Vereine zur Förderung der Kuustiudustrie erhallen wird und der Direction der l. t. Staats-Gewerbeschule unter« stellt ist, wurde gleichzeitig mit der Staals-Gcwerbcschule geschlossen und war im abgelaufene» Schuljahre von 161 Schülern besucht. Da Gewerbeschulen naturgemäß mehr für den weniger bemittelten Thnl der Bevölkerung berechnet sind, so wurde durch die Mttmficeuz des Unter» richtsmmisteriums für die ersten fünf Jahre ein Sti-peudiumsbetrag von je 1000 fl. zur Unterstützung dürf. tiger und würdiger Schüler der t. l. Slaats-Gcwerbe-schule zur Verfügung gestellt. Der für das erste Unter-richtSjahr gewährte Betrag von 1000 fl. kam in 13 Stipendien k 50 ft. und 14 Stipendien ü, 25 fl. zur Ver, thellung. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmcrl. sam, daß an der t. l. Staats'Gewerbeschule, abweichend von der Einrichtung der Realschulen, Gymnasien u. s. w., die Einheit für die Gliederung des Lehrganges nicht das Jahr (Jahrgang), sondern das Halbjahr (Semeslerturs) ist, daß also die einzelnen Schülerablheilungen nicht um einen Iahreslurs, sondern nur um einen Semesterlurs von einander abstehen. Dadurch ist ermöglicht, daß an der Abtheilung für ornamentale Gewerbe alljährlich zweimal eine Neuaufnahme von Schülern stattfinden kann. (Die Einschreibung der Schüler für das nüchst-tommeudt, mit 16. Oktober beginnende Winler.Halbjahr, in welchem sowol von der Bau Gewerbeschule wie von der Abtheilung für ornamentale Gewerbe der 1., 2. und 3, Scmesterlurs eröffnet sein wird, findet vom 12. Ot> lober an täglich in der Direclionstanzlei der l. l. Staats-Gewerbeschule, Franz Josefs-Boltsjchulgevalide in der Wielanogasse Nr. 10, 2. Stock, statt. Schriftliche An. Meldungen lömien auch jetzt schon an die genannte Dirrc. tion gerichtet werden, welche auf Verlangen auch Programme kostenfrei versendet.) — (Ein freund lichtl Offizier.) Au« den jilng. ften Tagen der Ifchler Kaiserentrevue wird dem „Fr. Vl." nach' stehendes hübsche Geschichtchen mitgetheilt: „E.ne junge «raun-lchweigerin hatte sich in den Kopf geletzt, dem Kaiser Wilhelm bei der Abfahrt ein Nouqnet zu Überreichen. Nachdem sie drei Stunden frilher schon an der Trepp, des „Hotels Elisabeth" Posto gefaßt, lommt endlich der deutsche Kaiser, den sie aber nicht kannte, die Treppe herab; sie läßt sich ihn zeigen und bittet, ehe er den Wagen besteigt, einen neben ihm stehenden preußischen Dkftzicr, ihm in ihrem Namen das kostbare Bouquet zu über« reichen. Galant nimmt es der Offizier ans ihren Händen, reicht es dem deutschen Kaiser und übermittelt ihr unter freundlichem Lächeln deffen Allerhöchsten Dant. Z'l ihrer Bestllrzung aber sieht die junge Dame gleich darauf den liebenswürdigen preußischen Offizier den Platz neben dem deutschen Kaiser im Wagen eumehnien, und auf ihre Frage, wer derselbe sei, antwortete man »hr: der Kaiser von Oesterreich." "^ (Ein seltener Dienstbote.) Wäre Wien wie Paris pnd lMte «S seinen Dumas und seine Tugendpreise, so winde sicherlich die kleine anspruchslose Geschichte, welche wir er» zählen woLn», da« tiefste Nedanern erweckl haben, daß die Hrlbw derselben nkbt lll«Hr! Merhüchfler Entschließ»»!, oom Illtü August d. I. dem hiesigen landschaftlichen Portier Ialob Schild da« silberne Verdienstlreuz allergnädigst zn verleihen geruht. —(Laibacher Kinderspital,) Durch die Aller, huchst anbefohlene und eben im Gange befindliche Lotterie fiir Staalswohlthätigleit, wozu das Los 2 st. bO tr. lostet, soll nach M«h deS Ertrages auch dem Laibacher Kinderfpitale ein Betrag zugewendet werden. Der bewährte Vlchlthätigleitssinn der Lai« bacher hat hierin einen speziellen Anlaß, sich an dieser i'otterie lebhaft zu betheiligen. — (Spende) Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburts» festes Sr. Majestät des Kaisers spendete Herr Nezirlshaupimann v. Dollhoff in Vottfchee der dortigen Vollsschule den Betrag von 20 st, — (Die Feier de« Geburt«feye« Vr. Ma« jefilltdte Kaiser« in derilaibacher v oll«lll ch e) ver« lief sowol am 18. °l« auch ytstcrn Sonntag am IV. August in Mi zender Weise. Der Eingang zur VolMüche wor durch eine au« Tannrnblnmen hergestellte Triumphpsorle ge^chmUckt, von welch« österreichische und Fahnen in den Lalideefarbeu flatterten. In den Räumen selbst war du« vilbni» Sr. MajtsttU be« Kaiser« mit Draperien umgeben und mil Vlumen festlich bellilnzt. Um I I Uhr b?gann die durch den Wohllhiliialeitesinn der Vewohner Vaiboch« ermöglicht,, unentgeltliche velheilung von 500 «rmen mit Spnsen. Außerdem wucden noch 300 Portionen an zahlende Parteim vel< abltichl. D°« Gl°li«efsen befiond au« Reissuppe, Rmdfit'sch mit eingebrunnlen Karlosseln und Schiipssüblalen mit T»lat, olle« auf du« schmackhafteste zubereitel und in Flllle vorhanden. Außerdem lthielt jeder der umfoufi «ewirlheten «,, Nler Vnr, zn welchem Iwrcke die Viauerei der Gebrüder ilosler vier halbe Eimer sehr vnrzllglichen >V,ele« gespendet hbtte, welch,« sich auch seilen« dc« llbrißen Publilum«. dem e« gegen Bezahlung ver» abre,chl wurde, allgemeiner »nellennung erscmle. Auch Herr V. Auer spendete einen Eimer seine« btstrenommierle,, Vleres. Da« znslheüde Publilum wal Samstag, insbesondere aber Tonn» lag. >n großer Anzahl »schienen. In Nllwescnheit zahlreicher Armen, welche fich an den »yneu verabtl'chlcn Speiseu deieclierleli, sowie in Gegenwart eines gro^n zusehenden Publilnm«, da« namentlich Sonntag s,hr star! vertreten w«. lo«stierle der uuermildliche Vorstand be« Voll«lUche»Vcrein«, Sladllassier Henglhaler, zuerst aus Se. Majefilll den Kaiser, den ersten Freund und Unterstütz« der Armen, welcher Toast seilen« der Vollslüche-Oüfie uud l,e» Publilum« Mit nicht enbenwollcndeu „Hoch" und ^il„c>«" »nf« genommtu wurde. Weiler loastierli der Vorstand aus den He-rn i!llnde«präsidenlen M»t,r v. W'dmann, al« Proleltor und rast» losen Förderer dts humanen Voll«luchl auß^r je drei Vest-n auf der F^lü» und oüs brr Stand« fchelbe zwei Ehrengaben zu gewinnen. Die stlhMgttng war e«ne außergewöhnlich stalls, und fanden die reichen Vefle, nament» lich die beiden Ehienbest? (2 silberne Vcchcr), allg'Meillen Veifall. Nachmittag« hatte fich, angelockt durch die reizend: l!age der Schießstätl,, ein großes, d.sti»guierl,« Publilum eingesunben, wclcht« de« Pcoouclionc« u»se>er vorzüglichen Militällapelle bei« wohule und «it Intsiesss den Vang des Schießen» verfolgte. Da« Schießt«, welches vormittag« UM 9 Uhr begonnen hlltte. wurde abend« um halb 8 Uhr geschloffen. Eü gewannen die Ehrengaben fllr die größte Kreisanzah! in ftlnf Schüssen aus der Ftloschcibe Heu Oscar Tschinll mit 64 und auf der Standscheibe Herr Franz S up pantsch it sch ml« 45 Kreisen, «uf die Ehren» scheiden tonnte jeder Schütze höchsten« 2 Serien mit je 5 Schüssen machen. — veste gewannen auf der F^ldschtibe, grüßte Krei«« anzahl in 5 Schlissen, die Hrrren Oscar Tschinll da« erste mit 86, I. Zenari da« zweite mit !>0 (eine bi«her hier «och nicht erreichte Kreisanzahl in 5 Schlissen) und Victor Gol^ da« dritte mit 74 «reisen. Auf der Slanoscheioe (tiefster Gchnß) erhielten dle Hcrren Karl Karinzerda« erst,, Frau, Vnp -paÜlschitsch da» znMe lind Pcter Iugowi, da» drille «est. — (Slr ° fnachsichl.) Der Kommandant der 55. Iu^nlerie-Vrigabe, Gen ralmajor keo Ritter von Schauei-, Hal anläßlich de» Allerhöchsten Gcburt«sefles Gr. Majestät or« Kaiser« tllf e«»s« ling'N des Vrigade-Arreste« Nr. .3 in l'oiboch ihre »'^^ °/^ büßende Strafe vollständig nach«,f h," «uter d Rente 74 75. — 1860er Staats.?lnlche„ 112-—. - Balil20.« > windstill ganz heiter 7U.Mg. 739.«^ -l-16., windstill j heiter 19. 2 „ N. 738.,4 -i-28.5 SO. schwach heiter 0.o« 9„ Nb. 739.W -l-21.» ,NW. schwach heiter Den 18. Hiiheübunst; founiger, heißer Tag; starker Moor« rauch. Den 19. auhalteild heiter, drucleude Hitze; Nbcudroth, mondhelle Nacht. Das vorgestrige Tage«mitlcl der Wärme j- 21 8", da« gestrige -j- 22 3", bezichullgoweise um 2 9' und 35° Über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otlomar Vamber«. W Fllr die vielfache» Veweise der Thciluahme an ^ ^ läßlich des Todes und der Veerdigung meiuer un> W ^ vergeßlichen Gattin, Frau W » Ludmilla Linhart) > ^ sage ich hiemit in meinem und im Namen meiner W M Angehörigen den tiefgefühltesten Dank. W M Latl> ach, 19. August 1877. W >_________________Prof. Wilh. Uinhart. W ^N^s^nli^Nsli^ Wien, 17. August. (1 Uhr.) Die Völse war im Erüfsnungsstadium ziemlich matt, befestigte sich aber später und wendete insbesondere der Pupicr.Ncülc rrhühle Ausnicr' «eu» lw«, Papierrente........K33« K340 SUberrente........6660 6670 Voldrente.........7480 74 90 Lose. 1833........22« _ gz« - » 1W4........107 io8 _ . 1»«0........110b0IIl7e, , I860 Mnftel) .... 1,«75 1,98l> " » . ' «......123 75 134 2z Uug. Prilm,en.»nl......74 25 74 75 »reb»t-^!..........1«2 - 162 2b Uudoi!«»i!.........1330 ,4. Orilmienaulehen der «ladt Wien 92 75 98 25 D^N2U.«tgulierung«.z.'ost . . 104 25 Il,4 75 Domänen»Ps»Hdbriefe .... 140 f»0 141 -Oefterrelchische Schahschtine. . 99 80 100- Uug. lsüenhahU'Nnl.....98 9850 Ung. Schatzbou« vo« I. 1874 10875 109 lib «nlthen d. Stadtgemtwde Wiu, in V. V.........96 30 96 60 Grnndenllaftn»ss-vbll««tiO»e». «»HM«..........W3 25 --- »tiederlisterreich.......10« — — — Oalmen..........64 50 sb — Velb Ware Gltbtnvllrgt».......73 ?b 7425 Temefer Vanat......74 b0 75 — Ungarn..........74 bo 7b 20 Netten von V«nlindun««bahn 9l — 92 -Ungarische «ordaftbahu . . . K850 109-Wiener Tramway««esellsch. . 96 - 97 — Pfandbriefe. «lla. öst. Vodnllreditanft. (l.Volb) 105 — 1s'5 80 „ » ^ (i.V.'V.) «8— 8825 slationalbanl........9770 899^ Un«.Vodenlrel>il-Iuftilut(V.,V.) 9(175 91-. Prlorltäts-ebllgationen. «lisabelh-V. 1. «tm.....94 - 9450 Ferd.-Nordb. in Gilber , . . 107— 10750 Fi»n,-Ioseph«Val,n.....8925 8950 Val. Karl.Lndwi«,«.. I.Vm. . 1N2 - I"2°" Orfterr. «ordweft.Vahn 88 70 «^ Giebenblllger «ahn.....62'75 b^ Stlllltsbahn 1. 2m...... --^ ^;.^ ^°"."° ^^ '. I ^ !! 9«^° "^ SUdbahn, Von«......—'^ ^ Devisen. ^ Nuf deutsche Plllhe.....i)" ^' .«^ London, kurze Sich......1207. A.^> Bonbon, lang« Slcht .... »20W 1^,^ Pari» ..........491" «eldssrten. Dukaten .... 5fi.72 lr. 5 N. A ' Viapoleousd'or . . 9 ^ 69'/. „ l> " ^" Deutsche «eich«. ._ 4^ ^ banlnoten ... 59 «30 , b9 » »" Silbergulden . . 105 « 1b „ 1"b ^ ^" »rainlsche «rnnl>mtl»Nu>,«««0bl<,atw"^ Priualnolierutl« : Held 9) —. Ware ' ltredit 1814^ bl« 1U1b0. Angl« 86'^ Nacht««: Uw 1 Uhr 30 Minuten nstiereu: Papierrente 63 35 bi« 63 45. Vill»«rr«nte 66 65 bl« 66 75. Oyldrent« 75 — bl« 7b 10 865^). L«»d«u 13090 bi« 12110. «apslesus »69 öi< 9 69'/,. «llber 10b-— b« 105 25.