PrL«»«crario>lS'Prcise: Fv 2a i? *: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig , . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — <> 70 „ Mit der Post: Ganzjährig .............12 fl- Halbjährig............... 6 „ Vierteljährig...... 3 „ Mr Zustellung ins HauS viertelj. 25 kr., raonatl. 9 fr. einzelne Nomwern 6 kr. Laibacher $ 'ogblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion Bahnhosgafse Nr. 132. Expedition- L J»serate»-Bureau: Cvngreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise: Für die einspaltige Petitzeike L 4 kr., bei wiederholter Einschaltung a 3 fr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20 tr. Sei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender SRttbatt. .,- , ': f. ' Für complicierten Satz^beson-dere Bergütung. Rr. 102. Freitag, 7. Mai 1875. — Morgen: Michael L 8. Jahrgang. M französisches Urtheil wer Bismarck. Die erste wissenschaftliche Zeitschrift Frankreichs die ..Revue des deux Mondes" fällt bei Gelegenheit einer Besprechung des Wuttke'schen Pam-dbletS über die deutschen Zeitungen folgendes, bet Sem Franzosen nicht uninteressante Urtheü über ^ Die"ung1heuere Popularität, deren sich heute «nter"den Deutschen der Mann erfreut, welcher cjjtbem der allerunbeliebteste war. kann n.cht au künstlichen Mitteln beruhen. Herr v. Bismarck hat ffiea in der Welt durch M.sachtung der öffentlichen Meinung gemacht. Im Jahre 1866, r»ls. tr Preußen zwang, ^^erreich den Krieg zu tttlitto, hatte er roiber sich das Parlament, die Wtitn, den Hof, die Presse, die Städte und das flache Land, die Besorgnisse des Heeres und d.e -Bedenken seines Monarchen. Die Geschichte weist rriraendS einen Mann auf, der so viel gewagt so diel auf sich genommen, mit so kühner Hand dem Trschicke den Fehdehandschuh hingeworfen hatte. Das Geschick hat seine Kühnheit nicht minder als feinen Scharfblick und die Sicherhett ftmer Be-drcknunaen gerechtfertigt und die öffentliche Met» *»jw8, der er getrotzt hatte, ist feine unterthänigste «w wallt ftlit ? SJoc chm t>tfog Deutschland ohne Zweifel den Frieden, den Wohlstand, die Annehmlichkeiten e.neS geordneten Hauswesens, den wissenschaftlichen und literarischen Ruhm; eineS aber ging ihm ab: der politische Stolz. Der Mann, welcher einem Solle das Vergnügen, sich zu bewundern und die Freude, eine Furcht einzuflößen, verschafft hat, kann es führen, wohin es ihm beliebt. Die Popularität des Herrn v. Bismarck nimmt von Tag zu Tag zu. Im Jahre 1870 sah man noch bloS einen Preußen in ihm; durch den Feldzug» den tr gegen Rom unternommen hat, ist er der Mann Deutschlands geworden. Seitdem er sich zum Kämpen „der Geistes-rechte, der Verstandesfreiheit" gegen die Uebergriffe der römischen Hierarchie aufgeworfen hat, hat er um feine Person und seine Pläne drei Viertheile der Süddeutschen, die Universitäten und jene Pri-marlehrer, alle jene Schulmeister gesammelt, die er unlängst aufforderte, mit ihm den großen Krieg gegen die Feinde der Civilisation, den „Kulturkampf" zu bestehen. Er kennt beffer als irgend jemand das Temperament feines Volkes und deffen empfindliche Seiten. Die Prosa der gewandtesten Journalisten übt geringere Wirkung auf die deutschen Gemüther, als das unwillkürliche oder berechnete Ungestüm seiner nervösen und erregten Beredtsamkeit, als einige von ihm in dem Reichstag oder in dem preu-ßischen Abgeordnetenhause hingeworfene Worte, welche Deutschland wie ein Blitz durchzucken und schwäbische oder frankfurter Herzen, die sich gelobt hatten, ihm auf alle Zeiten verschlossen zu bleiben, tief auf- wühlen. Zehn von den bestgeschnittenen Federn des Preßbureaus verfaßte Artikel thun weniger für seine Volkstümlichkeit als die hochmüthige Ironie, mit welcher er jüngsthin auSrief: „Meine Herren, wir stehen einem von italienischen Prälaten gewählten Italiener gegenüber, welcher Interessen verfolgt, die den unfrigen fremd sind und mit dem deutschen Reiche nichts gemein haben; gleichwie nach dem Worte des Dichters der Tropfen Wasser einer Urne nichts wiegt und in den Ocean der Welten verschwindet, so wiegt auch das, was auf dieser Sand» schölle, welche man Preußen nennt, vorgeht, nichts im Vergleich mit den heiligen Interessen des römischen HoseS." Nachdem er die Widerstandspolitik vertreten, ist dieser außerordentliche Mann, in dem das Zeug zu mehr als einer Rolle steckt, der Tribun Deutschlands geworden und er weckt in den Gemüthem Leidenschaften, die zu berücksichtigen wir wol thun werden. Gewiß ist es uns gestattet, die radikalen Lösungen, die er verschlägt, zu tadeln und anderen den Vorzug zu geben; nur dürfen wir nie den Schein auf uns laden, als ob wir uns heimlich mit seinen Feinden verschworen hätten und die En. cyklika oder den SyllabuS gegen ihn in Schutz nehmen wollten — sonst würde sich der Enthusiasmus, den er erregt, zum Fanatismus gestalten. Paul Louis Courier schrieb im Jahre 1823: „Werden wir Kapuziner werden oder nicht? So stellt sich heute die Frage." Nein, diese Frage besteht Ieuilleton. Menschenhaar. Simmond in seinem Werke: Waste Products W undeveloped Substances sagt vorn Mensche«. 6nar baß eS der einzige verkäufliche Stoff wäre, welcher auf dem Körper unsere Raffe hervorgebracht Ä. Hauptsächlich wird es aus Frankreich, dem worden Deutschlands und aus Italien nach England einqtsührt, kleinere Quantitäten kommen gelegentlich aus Böhmen, Oesterreich und Belgien. Groß, ^r-tanmen liefert ebenfalls einen kleinen Beitrag, und selbst Indien und China haben zu verschiedenen Zeilen ^igesieuert, die Hauptmasse ist aber Gewächs aus Frankreich, Deutschland und Italien. Aus Frank. flammt daS feinste und weichste Haar, aus Deutschland die helleren flachsartigen Farben und **11« Italien daS lange dunkle Haar. DaS aus Indien und China ist bisher kaum marktfähig ge. *btsen, weil seine Textur zu grob für den Gebrauch ^erzufonbej^inj^n Verwendungen für Menschen-kr.att sind zu Chignons, Locken, Touren und Per-*Men und kleine Zierrathe. Damenmuffe aus r^enschenhaar wurden indessen vor einigen Jahren ber Sammlung lhierischer Erzeugnisse im South. Kensington-Museum gezeigt. Ein Tau oder Kabel aus Menschenhaar — (welches die stärkste bekannte Faser ist) — war int Japanischen Hof der londoner Ausstellung von 1862 zu sehen. Die Juryberichte der letzten pariser Ausstellung gaben amtlich an, daß Paris den Haupt- und Mittelpunkt für den Handel mit Menschenhaar bildet, und daß dort jährlich ungefähr 140,000 Pfund umgesetzt werden, von denen 80,000 Pfund inländisches Product ist, das übrige aus Belgien, Italien und anderen Ländern eingeführt wird. Ungefähr 16,000 Pfund mehr werden von Abfallhaar gesammelt. Dies Abfallhaar, Äämmhaar (combings) genannt, gereinigt und glatt gemacht, hat einen ge-wissen Werth zur AuSbefferung gewöhnlicher Chignons. Die Vereinigten Staaten, England und Rußland kaufen von diesem Haar ungefähr 60,000 Pfund, Frankreich verbraucht ungefähr 50,000 Pfund zu falschem Haar für Damen, und ungefähr 26,000 Pfund verbrauchen andere Lander. Das Haar aus den westlichen Departements Frankreichs wird am höchsten geschätzt, und große Vereinigungen von Schwesterschasten versorgen den Markt mit ihren schönsten Flechten. Ein Enthusiast bemühte sich kürzlich, den Gebrauch des Menschenhaar» zu neuen Manufacten zu empfehlen. In einer Versammlung der „British Asso- ciation for the Advancement of Science“ in Manchester, gab Mr. William Dason einige Bemerkungen über die Verarbeitung des Menschen-Haars, als eines Artikels allgemeinen Nutzens und Verbrauchs, und unterwarf einige allgemein nützliche Gegenstände, die aus Menschenhaar gefertigt und sehr mafliven schweren Gewebes waren, wie See» mannstuch, oder auf Reifen und im Gebirge ge» tragenes, der Beschauung. Cs kan» indessen auch zu feineren Geweben verarbeitet wlrden, wie Alpacca, das erst vor kurzem in Gebrauch gekommen ist. Wahrheit reicht weiter als Dichtung, oder That-sachen sprechen. „Meine Schwester," schreibt er, ..erfaßte die Idee und veranlaßte die Aufsammlung von ungefähr 3500 Pfund Menschenhaar, welche innerhalb weniger Monate in Liverpool durch eine Frau stattfand, die nur von ihrem Mannt und Sohne dabei unterstützt wurde, wofür sie 1 bi» 2 Pfund Sterling wöchentlich erhielt. Wir ließen davon zwei Shawls auf baumwollener Kette weben (in der Section ausgestellt.) Es ist ein sehr warme» und dauerhafte« Kleidungsstück; mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt könnte jede beliebige Menge des Stoffe» erhalten werden. — Es erscheint fabelhaft zu sagen, daß 100,000 Ballen aus Eghpten erhalten werden könnten und 100,000 aus Asien, vielleicht 500,000 oder eine Million Ballen jährlich aus allen Theilen ,.icht, wir werden keine Kapuziner sein. ES gilt unsere Ehre nicht weniger, als unsere Sicherheir." Politische Rundschau. Laibach, 6. Mai. Znlaud. Am 3. d. hat der steierische Land. ! a g seine Session beendet, am 4. der von Istrien und es sind somit von den sechzehn einberusenen Landtagen fünf; die von Oberösterreich, Schlesien, Salzburg, Steiermark und Istrien, bereits geschlossen. Die übrigen Landtage verdoppeln ihre Thäligkrit 4iab halten fast täglich Sitzungen. Im böhmischen Landtage wurde die vor kurzem unterbrochene Schulgesetzdebatte eifrig fortgesetzt; im mährischen Landtage wurde von Dr. Prazak ein bemerken«werther Antrag auf Abrundung der Wahlbezirke nach Na-tionalitäten eingebracht — ein Vorgang, der bekanntlich, als er vom böhmischen Landtage durchgeführt wurde, gerade von czechifcher Seite die heftigste Befehdung erfuhr. Im galizischen Landtage wurde vom Abg. WolanSki scharfes Gericht über den. polnischen Landesausschuß gehalten; die MiSwirthfchaft dieses LandeSauSschufleS beschränkt sich nicht bloS auf das Schulwesen, das schon im Abgeordneten» Hause zur Sprache kam; nach der Schilderung GolanSki'S ist es auf den anderen Verwaltungs-Gebieten um kein Haar besser bestellt. Der tiroler Landtag beräth eben eine Dienstbotenordnung. Einem wiener Briefe des „Pesti Naplo" ist zu entnehmen, daß jüngst Delegierte der beiderseitigen Regierungen in Wien Berathungen über die Z o l l-frage gepflogen haben. Den eigentlichen Gegenstand der Conferenzen bildete der mit Italien abzuschließende Zollvertrag, es wurde aber auch die allgemeine Zollpolitik der eingehendsten Erörterung unterzogen. Bezüglich deS italienischen Zollvertrages wurde in den Post- und Eisenbahnangelegenheiten zwischen den beiderseitigen Delegierten ein Einver. nehmen erzielt, bezüglich der einzelnen Zollposten wurde die Beschlußfassung vertagt. ES sei, so heißt eS in dem Briefe weiter, bei dieser Gelegenheit zu Tage getreten, daß dir Bestrebungen der Schutzzöllner in Regierpngskreisen keinerlei Sympathie begegnen, die österreichischen Industriellen und der Reichsrath seien die Hindernisse, welche das Cabinet Auersperg zu besiegen haben werde, ehe es jene Versprechungen wird erfüllen können, welche dasselbe der ungarischen Regierung geleistet hat. Die Vorarbeiten für die Revision des Zoll- und Handelsbündnisses mit Ungarn sollen österreichischerseits noch gar nicht in Angriff genommen worden sein, während in Ungarn diese Vorbereitungen in bestem Flusse sind. Der Todtrede-Scandal droht sich im ungarischen Abgeordnetenhaus abermals breit machen zu wollen. Der Führer der äußersten Linken, Ernst Simonhi erklärte in der Sitzung vom 3. d., daß er die Annahme der Vorlagen, welche der Regierung die Vollmacht zur Durchführung der Budgetgefetze ertheilen, „so lange als möglich verhindern werde." Gleichzeitig brachte er einen von der äußersten Linken unterfertigte« Beschlußantrag aus Ablehnung des BudgetgesetzentwurseS ein. Dies heißt doch wol so viel, als daß die äußerste Linke wieder zu jener Methode zu greifen beabsichtige, welche sie bereits einmal, und zwar gleichfalls unmittelbar vor Schluß einer Legislaturperiode, mit so großem Erfolge an* gewendet hat. Minister Pechy hat seinem Erlaß bezüglich der Eisenbahnsprache einen zweiten folgen lassen, der auf den Gebrauch der Amtssprache bei der Post Bezug nimmt. Demzufolge ist im Verkehr mit den österreichischen Behörden und mit der Postdirection in Agram die deutsche Sprache zu gebrauchen; auch bezüglich Fiumes und der provin-zialisierten Militärgrenze bleibt die deutsche Sprache bis auf weiteres inkraft. Dagegen haben sich sämmtliche Postanstalten bei Erledigung der Ein-gaben von Privaten ausschließlich der magyarischen Sprache zu bedienen. Wol beruft sich der Erlaß des Ministers auf einen Paragraph über den Gebrauch der Amtssprache; schließlich ist aber die Post doch nur wegen des Publicums, nicht aber dieses wegen jener da, und so wird auch dieser Erlaß namentlich in den Kreisen der nichtmagyarischen Bevölkerung zu Protesten und Reclamationen Anlaß geben. Ausland. Das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigt sich gegenwärtig fast in jeder Sitzung mit einer kirchenpolitischen Vorlage. Am 3. d. wurde der Gesetzentwurf über die Rechte der altkatholischen Kirchengemeinschaften am katholischen Kirchenvermögen in zweiter Lesung angenommen und auf Freitag ist die erste Lesung des Klo stergesetzes anberaumt. Alle drei Berathungen des Entwurfes sollen noch vor den Psingstserien beendet werden. Uebcr die Vorgeschichte derselben wird nun gemeldet, daß Kaiser Wilhelm von Wiesbaden aus an das Staatsministerium eine Depesche gerichtet habe, in welcher er fragte, ob zwei Amendements untergeordneter Natur (die eingeschränkte Belastung der Barmherzigen Schwestern bei der Krankenpflege und beim Unterricht) demselben genehm seien, worauf das Ministerium sofort zustimmend geantwortet habe. Die Gesetzvorlage über die Errichtung einer Provinz Berlin macht sawol den Eiawch und Behörden der Reichshauptstadt wir de» mentarischen Körperschaften viel zu f(Haffen, den demokratischen Vereinen trug sich die Agit für und gegen das Project in die Stadtverordn Versammlung und den Magistrat Berlins h und gegenwärtig befaßt sich eine Commission I Abgeordnetenhauses mit demselben. Darüber man so ziemlich einig, daß die Abtrennung Bei von dem brandenburgischen Provinzialverband injeten Falle anzustreben sei; die erste und tiefgehende Di" renz ist bei der Frage entstanden, ob Berlin sich allein zu einer neuen Provinz zu machen oder derselben, wie der Regierungsentwurf best' auch eine Reihe von Gemeinden beigezogen > soll. Die Fortschrittspartei nun fürchtet, wol ni mit Unrecht, daß ihre erbgesessene Herrschaft in 58 litt durch die Heranziehung des ländlichen Elci dem überdies eine verhältnismäßig stärkere r als dem städtischen zutheil würde, gefährdet we könnte. In der Commission des Abgeordnetevha ist sie indessen bei der DiScussion deS einschlägii Artikels 1 des Entwurfs mit ihren fflcftetf unterlegen und das Princip desselben angtnon worden. Die pariser Journale discutiren daS neue P r e j gesetz, das wol aller Wahrscheinlichkeit nach " den bescheidensten Erwartungen Zurückbleiben Auch die Hoffnung, dag mit dem neuen Preßg der Belagerungszustand aufgehoben werden soll nur theilweise in Erfüllung gehen, da man d Ausnahmszustand in drei Departements, und z« gerade dort, wo er sich am empfindlichsten fühlt macht, nämlich in den der Seine, der Rhone uni den Rhonemündungen, aufrechtzuerhalten gesoni ist. Die drei großen politischen Centren Frankre' Paris, Lyon und Marseille, würden daher nach vor dem militärischen Säbelregiment und der 82 kür monarchischer Präsecten unterworfen bleiben. . Bekanntlich hat D u f a u r e zu Ende der oon- i gen Woche dem Präsidenten der Dreißiger-Comw!' | sion die von ihm ausgearbeiteten Entwürfe konstitutionellen Ergänzungsgesetzen übergeben, Batbie hat sich jedoch nicht veranlaßt gesehen tinj Verfassungs-Ausschuß zur Prüfung der Entwü-einzuberufen. Derselbe ist nämlich der Ansicht, 1 die Prüfung der Vorlagen in wenigen Tagen b| endet sein tönnnte. Offenbar will der monotch' gesinnte Präsident der Dreißiger - Commission Vollendung des Verfassungswerkes möglichst aus i lange Bank schieben, um dadurch den Auflösung* j termin hinauszurücken. Wie wenig diese kleinen Kniffe der Mona der Welt in selbst nur einundzwanzig Jahren, von allen Arten, kurz und lang, welche jetzt verloren gehen und nicht unter den Gegenständen deö Handels und Gebrauchs ausgezählt werden. Ich bin dazu ermächtigt zu sagen, daß dies Haar sich im Besitz des Herrn R. W. Ronald und Sohn in Liverpool seit einigen Jahren fand, welche bereit sind 100 Pfund Gewicht bei Einsendung einer Postanweisung von 2 Pfund 15 Shilling zu übermachen. Die Ware ist wie sie 'vom Einsammeln kommt, und schwere fremde Schafwolle, die mit Schmutz und Fett 6 biö 14 Pence das Pfund kostet, thut die Billigkeit derselben für den allgemeinen Verbrauch dar. Die Manchesterware wird gegen langes Haar in Deutschland umgesetzt, welches in London zu 44 Pfund Sterling pro Ton (?) verkauft wird; das kürzeste läßt sich aber zu Tuch verarbeiten, und 10 Pence bis 1 Schilling ist ein sicherer Preis für die Einfuhr. Diese 3500 Pfund sind in sieben Ballen für 200 Pfund Sterling bei dem Manchester Sire Office versichert. Die gefertigten Waren wurden 1862 in der Weltausstellung gezeigt, und wenn das Haar in den Fabriken gesammelt würde, so lönnte der Werth vierteljährlich getheilt und dem Sparkasseguthaben hinzugesügt werden. Ich möchte anrathen, daß Proben dieser Haarmanusacte in jedem Museum des Königreich«- ausgestellt würden, und hege die Zuversicht, daß die Smithsonian-Jnstilution in Amerika dieser Frage ihre thätigste Beihilfe gewähren wird. Wird nicht das lange Haar der Chinesen mit Seide vermischt und vom niederen Volke verarbeitet?" — So weit Mr. William Dason in dem bezeichneten Werke, welches nun zu der weiteren Verwendbarkeit des Haares als Dünger u. s. w. übergeht, wobei noch angeführt wird, wie in China selbst die Rasirabsälle sorgsam zum Dünger ange-sammelt würden, was in einem Lande allerdings von großer Bedeutung sein müßte, in welchem einige hundert Millionen Köpfe fortdauernd glatt rasiert gehalten werden müßten. Die Bewohner des himmlischen Reiches haben eö in letzter Zeit aber vor-theilhaster gesunden, ihr erspartes Haar nach Europa zu verschiffen, denn 1872 kamen in Marseille nicht weniger als 100,000 Pfund Menschcnhaare an, hauptsächlich aus China. Wir knüpfen hieran nun einen Artikel der „Corresp. HavaS," der sich weniger mit der industriellen Verwcrthung von Menschenhaar besaßt, sondern über den Verbrauch desselben seitens unserer Damenwelt interessante Daten liefert. Cs heißt daselbst: „Im Anfänge diese« Jahrhunderts war es eine Schande, falsche Haare zu tragen: heute hat sich diese abscheuliche Mode bis in das elendeste Dorf eingenistet. Bis zum Jahre 1850 kostete das Pfund Haare 4 Francs. Kaum war die Kaiserin Eug> aus den Thron gestiegen, so stieg auch der "* der Menschcnhaare auf 8 und 10 Francs. Jahre 1865 an ward diese Mode zu einer w> Epidemie. Die deutschen Jungfrauen wurden nationalen Mode, der langen und schönen Fl _ eigenen Haares müde, um sich wie ihre französis Schwestern, mit Leichenhaaren den Kopf zu belaM Im Jahre 1866 war der Preis 20 Francs, an» 1867 35 Francs, anno 1868 45 Francs, at* 1870 55 Francs. Diese« ist der Preis der unztt* bereiteten Haare; die zubereiteten kosten da« DoppsK und Dreifache. Die schönsten Haare kommen den verstorbenen Frauen der Bretagne und de Auvergne. Wenn in dieser Gegend eine Jungsrai oder eine Frau mittleren Alters stirbt, so wird lt* fort das Haar abgeschnitten, um zu Gelde gtnw zu werden. Dir Haare der Lebenden werden allerdings beiweitem besser bezahlt; so bekommen oiom Mädchen oft 1500 und auch 2000 Francs. F ihren natürlichen Haarschmuck. Seit dem Krieg j die französischen Damen jedoch ^waS venm f geworden und fröhnen dieser häßlilien Mode w g . der die Aerzte so viele Nervenfieber und Gehirn entzündung zuschreiben." , fiten imstande sein werden, dir Auflösung zu vertagen, beweist folgende Meldung des officiösen „Mo-viteur Univerfel": »Das finanzielle Expose des Finanz. «inisterS ist beendet. Es überweist der nächsten Lammer die Ausgabe, die Mittel zu bewilligen, um da« Budget ins Gleichgewicht zu setzen, dessen Deficit übrigen« durch die Zunahme der Steuern ver-rrnndert werden würde. Die Auflösung der gegen-toirtigen Kammer soll darin als nahe bevorstehend und als der Nothwendigkeit entsprechend baraeftellt sein." „ Eine in der „Agence HavaS" veröffentlichte vfficiöse Note, mit welcher die Nachricht, daß im Ministerium bezüglich der Auflösung der Ärational-Bersammlung eine Verständigung erzielt v»°rden sei, in Abrede gestellt wurde, hat in ganz Hr-likeich einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht Mn glaubt allgemein, daß im Ministerium ein AeinunaSumschwung stattgefunden habe, als dessen Ursache die senatSfreundliche Rede Gambetta'S bezeichnet wird. Den monarchischen Parteien beginnt toor ihrem eigenen Werke bange zu werden, und fc, baben sich nun abermals dem Herrn v. Broglie die Arme geworfen, der die Interessen der Monarchisten auf leine bessere Weise fördern zu können Maubt, alS durch Vertagung der Auflösung An-fcrnrfeitS ist man jedoch von der Nothwendlgkett der fcrfeftiauna der Republik so sehr überzeugt, daß de Broglie, gegen den Strom zu schwimmen, ^D?"Jnsta?la?ion des Prinzen von SB„Us als Großmeister der britischen Freimaurer veranlaßt die englischen Blatter zu Betrach un. 8en üb« die Geschichte und Ausdehnung des Ordens 5 k w Diesen Angaben zufolge sind in London m* ol« 200 m.» N, .1« 1500 im englanb ml. un«=, Uhr 170,000 Mitgliedern. Die Zahl der Frei* bautet in Schottland belauft sich auf 100,000, in Irland etwa auf die Hälfte. In den Vereinigten Staaten hat der Orden an 300,000 und auf dem CBff Lland 600.000 Mitglieds________________________ »ur Tagesgeschichte -Ueber die politische Mission desdent-!^.n Kronprinzen bei dem Könige Victor Emanuet noch nichts zuverlässiges verlautet. Indessen sagt die ata" in einem Artikel, der an etoige Er-. ert . A fl. 8 9- ^e Papstwahl anknüpft, £32 sä* :»s..«.»-».!»*. w. ... . ,. -u.. -Di- tipnttoc ffleateruna bat Vlil, NiWmi,,«-« »Wml.nSt, .«»,,1,1 *>« T", Unb b«ü f., Wie b.r«»l >.«,» »Hb,, ®,utjd)Cn auf b,m pi?«««-" Smille *" v cn ^eutw i menn Mittel zur Erreichung ^ekn’toärcn Wie es die universelle Matur des Papst-ÄTmU ft* bringt, haben die wenigen nicht-italienischen tS »mb, em,b, Im,m. D-, VI. i. », m.d «-.mb «l„ im zu den Händeln, in welche dieser verwickelt X Woti dne neutrale Stellimg. Eine solche würde sich X't einmal erwarten lassen, sondern die feindseligste Hal-Xg gegen Deutschland wäre vorauszusehen, wenn das XLl ton seiner theoretisch allerdings v°rhande.ten Be-Xm* «.brau» machen sollte, etwa auS der Mitte des flitschen Episkopats, welcher schon jetzt päpstlicher : «» der K ift, Z mM« Pius IX. zu wählen. Wie aus ÄIoBerqesetz beroorgeht. reflectiert Preußen nicht mehr Sf irgend welche Wandlung am päpstlichen Hofe; es 6c ^t«t sich vor mit den Ultramontanen unter allen Umstän- ^ «b Kig,ro» hat es sich angelegen sein lassen, bet dem Chemiker V b m a § nähere Erkundigungen über das angeblich ent-witlet aeqen die Reblaus (Pbylloxcra) einzuziehen. Dumas gab ihm folgende Ausschlüsse - ..Die bis zum » ^k>re 1874 entdeckten Gegenmittel hatten alle den 91a*« Xr 6a6 -e mit der Reblaus au» den Weinstock zerstörten. bat man aber Versuche mit schwefelsaurer Potasche an-^*tHt die von den Herren Milne Edwards, Duchartre. Blanchard, Pasteur, Thenard und Boulay in den verschiedensten Weingegenden, namentlich in der Umgebung von Avignon, Montpellier, Cognac und Gens unternommen und mit vollständigem Erfolge gekrönt wurden. Die schwefel-kohlensanren Salze werden auf den Boden gestreut und dringen durch den Regen ein; die ckeblaus wird durch sie vollständig ausgerottet. Diese Salze kommen vorderhand noch ziemlich thener zu stehen; aber einmal genüge in den Gegenden, wo die Reblaus erst aufzutreten anfängt, eine geringe Quantität, zweitens stellt sich das Heilmittel auch in ändern Gegenden nur etwa auf 50 bis 60, in den schlimmsten Gegenden auf höchstens 150 Francs per Hectare, und drittens endlich wird sich der Preis bei einer größeren, allenfalls von der Regierung felbst zu unternehmenden Production noch merklich verringern. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. Einladung zur 57. Monatsversammluvg des couft. Vereins vou Laidach, welche TamStag den 8. Mai l. A um halb 8 Uhr Abends iüi Clubzimmer der Casinorestauralion abgehatten wird. Tagesordnung. Die neuesten Vorschläge zurReform der politischen Verwaltung. — (Ein Candidat für den laibacher Bischofssitz.) Endlich soll, wenn man der Meldung ofsi-ciöfer Blätter glauben darf, die verwaiste laibacher Diöcese wieder einen Hirten bekommen, ja die „Bohemia," die häufig auS dem Preßbureau inspiriert wird, stellt die Besetzung des durch die Resignation des Dr. B. Widmer erledigten furst-bischöflichen Stuhles in nächste Aussicht. Dieselbe schreibt: Wie man uns aus Wien berichtet, wird mit der Rückkehr des Kaisers (die erst am 15. erfolgt) eine Reihe geistlicher Perfonalfragen ihre Erledigung finden. Vor allem die Besetzung der beiden erledigten Bischofssitze, Laibach und Königgrätz und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Besetzung einer Anzahl von Domherrenstellen in Olmütz. Der für den laibacher Bischofssitz genannte Domherr I. C. P o g a (a r hat sich als Mitglied des troinifchen Laubes-schulratheS durch seine Mäßigung in allen kirchlich-staatlichen Streitfragen bemerkbar gemacht und würde allem Anscheine nach seine Ernennung den Verfassungstreuen in Krain wie den Jnngflovenen willkommen sein. Zn den altfloventschen Kreisen hat der genannte Domprobst leine Freunde, da er als Präses des Cousistoriums und Director des theologischen Studiums mehr als einmal in der Lage war, den sloveni-schen Clerus an seine geistlichen Pflichten nachdrücklichst zu erinnern." Das „Oi. W. T." glossiert diese Meldung wie folgt: Bei solcher „verfassungstreuer" Ausübung der geistlichen Pflichten kommt es nur eben daraus an, was unter diesen „geistlichen" Pflichten verstanden wird. Wir haben Musterproben solcher „verfassungstreuer" Ausüber ihrer geistlichen Pflichten, von denen die Verfassung sagen kann: „Der Gott der Freiheit schütze mich vor meinen geistlichen Freunden n. s. w." — (,T agesord » uug für die achte Landtag 6 f i tz u li g) am 8. Mai, 10 Uhr vormittags: 1. Lesung deS Protokolls der siebenten Sitzung. 2. Mitteilungen dcs Landtagspräsidiums. 3. Bericht dcs Finanzausschusses über die Rechnungsabschlüsse des Laiidessoubcs und feiner Sub-foitdc für das Jahr 1874, 4. Bericht des Finanzausschüsse« wegen Bewilligung eines SZachtragScredites per 1100 fl. ans dem Noriualschulfonde für mehrere Schulbauten im Jahre 1875. b. Bericht de« Finanzausschusses über den Rechnungsabschluß des fraitt. GruudeutlastuugsfoiideS für da« Jahr 1874. 6. Bericht des Finanzausschusses über den Rechnungsabschluß des VZormalfchulfoiibeS pro 1874. 7. Be eicht des LaiideSauöfchusfcS über das Ansuchen des BczirkS-straßenausschuffeS Gotisch« wegen 20perz. Zuschlages auf die direkten Steuern im Jahre 1870 und 1877. 8. Münd licht Berichte über Petitionen. — (Bestkegclfchcibc n.) Den Reigen der die« jährigen Bestkegelfcheiben eröffnet am 10. Mai d. I. in den freundlichen Localitäten des Gasthauses zum „goldenen Stern" am Jahrmarktplatze der Aushilssbeamten- Kran keniinterstützuiigS-Verein jum Besten feines FondeS. An reger Theilnahme und Schieblust ist umsoweniger zu zweifeln, al« diese« Kegelscheiben mit namhaften Gewinnsten bedacht ist, al«: Beste mit 5, 3 unb 2 Dukaten, 5, 3 und 2 Schaler, siimmtliche Beste mit werthvollen und praktischen Dekorationen, sodann eine Prämie mit zwei Tholer fammt Dekoration unter Siegel, für die meist geschobenen Serien und die zweite Prämie als Juxbest. Das Nähere wird durch ein Inserat im Laibacher Tagblatt und mittelst Anschlagzettel ersichtlich gemacht. — tForstcommisfionen.) Laut einer Kundmachung der k. k. Landesregierung haben sich in Absicht auf die Begegnung der Gefahren, welche den Waldungen durch das Auftreten und die Verbreitung des Borkenkäfers drohen, über Anregung des k. k. Landesforstinspectors Fachmänner in den verschiedenen Landestheilen dieses Verwat-tungsgebietes mit patriotischer uneigennütziger Hingebung zur Bildung von Forstcommissionen zu dem Zwecke bereit erklärt, um die gedachten Gefahren, wo sie Vorkommen, wahrzunehmen und bei den zur Beseitigung der drohenden Beschädigungen zu treffenden Maßnahmen fowol der politischen Behörde als auch den Söaldeigenthümern berathend und thatlräftig zur Seite zu stehen. Auf Grund der abgegebenen Beitrittserklärungen werden für das Verwaltungs-gcbict des Kronlandes Ärain vier Forstcommissionen genehmigt, und zwar: I. Eine Forstcommifsion für den Rayon der k. k. Bezirkshauptmannschasten Radmanusdorf, Krain-bnrg, Stein, Laibach, dann des Stadtgebietes Laibach, bestehend aus den Mitgliedern: Herr Karl Seltner, Forstmeister in Janerburg; Herr Franz Miklitz, k. k. Oberförster in Radmannsdorf; Herr Markus Kosmai, pens. königlicher ungarischer Oberförster in Stein; Herr Primus Ra nt, Forst -vermalter in Bischoflack; Herr Franz Witschel, Landesingenieur und gewesener Forstmeister. II. Eine Forstcommifsion für den Rayon der k. k. Bezirkshanptmannschaften Adelsberg und Loitsch bestehend ans den Mitgliedern: Herr Jos. v. Ober-eigner, Forstmeister in Schneeberg; Herr Ant. Schönwälder, k. k. Oberförster in Jbria; Herr Adalbert Sallaschek, k. k. Forst» Verwalter in Jdria; Herr Filib. Paulin, Forstmeister in Seno-setsch; Herr Rudolf Lasky, Forstcoutrolor in Jll.-Feistriz; Herr FranzWitschcl, Landesingenieur und gewes. Forstmeister. III. Eine Forstcommission für den Rayon der k. k. Bezirks-hauptmannschasten Gottschee, Tfchernembl und Rudolfswerth bestehenv aus den Mitgliedern: Herr Ernst Faber, Forstmeister m Gottschee; Herr Moritz Hladik, Forstmeister m Ainöb; Herr Eduard Rande, Forstmeister in Gradac; Herr Franz «lahua, Forstmeister in Reifniz; Herr Franz Witschel, Landesingenienr und gewesener Forstmeister. IV. Eine Fo.st-commission für den Rayon der k. k. Bezirkshanpimann-schaften Gurtfeld und Littai bestehend aus den Mitgliedern: Herr Moritz Scheyer, Forstmeister in Ratschach; Herr Adalbert Weizer, k. k. Forstverwalter in Landstraß; Herr Prokop Bohutinsky, Oberförster in Savenstein; Herr Franz Witschel, Landesingenienr und gewesener Forstmeister; — mit nachstehendem Statute: 1. Jedes Mitglied dieser Forstcommifsion unterzieht sich selbst oder durch das ihm zur Verfügung stehende Personale freiwillig und unentgeltlich der gelegentlichen U-berwachnng der in seinem Rayon gelegenen Waldungen ohne Unterschied der Besitzerkategorie und verpflichtet sich einen wo immer bemerkten Anflug des Borkenkäfers, oder eine dessen Gefahr findende Bewirthschastnng der Waldungen sogleich zur itenntnsder k.k. politischen Bezirksbehörde zu bringen. 2. Jedes Mitglied wird bemüht sein, Waldbesitzer, die nicht in der Lage sind, ein eigenes Forstperfonale zu halten, auf ihr Ansuchen über das Wesen und die Gefahr des Borkenkäfers zu belehren, sowie jede Gelegenheit zu benutzen, in der vorbenannten Weife für das allgemeine Interesse zu wirken. 3. Das Vorgehen der Fvrstcommission und deren Mitglieder bleibt in jeder Hinsicht ein informatives. 4. Jedes Mitglied der Forstcommission ist, soweit es feilte eigenen Dienstgeschaste ermöglichen, bereit, auf den Ruf eines Wald besitzers oder der politischen Behörde in Anbetracht der sub 1 erwähnten Falle als Sachverständiger oder in besonders wichtigen Fällen auf den Ruf der politischen Behörde bei Conserenzen zu intervenieren, sowie zur Bekämpfung der Gefahren des Borkenkäfers und zur Beseitigung der durch denselben drohenden Beschädigungen berathend und that-kräftig mitzuwirken. 5. Für die ad 4 bezeichnet? Mitwirkung hat jedes Mitglied der Forstcommissionen den Anspruch auf den Ersatz der Reiseauslagen. 6. Die Forstcommissionen sind als solche von der k. k. Landesregierung anerkannt nnd befugt, fowol als Körperschaft oder einzeln jeden Wald ju dem in Frage siehkiiden Zrrccke zu besichtigen und demnach fcrcol die Waldeigenlhiimer als auch die (gemeinte« vorfiLride verpflichtet, den Mitgliedern der Forstcommisston die zu dem in Rede stehenden Bebufe erforderlichen Auskünfte zu ertheilen und jede mögliche Unterstützung zu gewähren. 7. Mit der technischen Leitung der Forstcommisfionen ist der f. I. Landesforstinspeclor betraut. — (Nationalbank.) Der letzte Monatsausweis der Nationalbank verzeichnet an escompierten Wechseln und Effekten folgende Summen bei den Filialen: in Klagen-furr 1.741,104 fl. 56 kr , in Graz 3.937,227 fl. 63 kr, in Laibacd 747,822 fl. 60 kr. ». W — iBegreßenderPflanzen. )Einsicheres Zeichen, ob das Begießen einer Pflanze nothwendig sei, ist das Befühlen der Erde. Ist sie einen Zoll tief trocken, dann bedarf die Pflanze gewiß des Wassers. Aber nach der Farbe der Erde läßt sich nur ein sehr unsicheres Unheil fällen, zumal bei der Haide- und Moorerde. Das sicherste Zeichen aber, ob die größte Notwendigkeit vorbanden sei. irgend eine Pflanze zu begießen, ist das. wenn dieselbe ihre Zweige und Blätter welk und schlaff hcrabhängen läßt — dcch darf man bei manchen Pflanzen, z. B. Proteaceen, strauchigen Calceolarien, Ericeen, Rhodododren :c. es nie bis zu diesem äußersten Anzeichen kommen lasten, wenn man nicht ihren meist unvermeidlichen Tod dadurch herbei* filbren will. Besser bleibt es immer, eine Pflanze beinahe verdursten zu lasten, als sie zu vergießen; denn im rrsteren Falle ist sie oft noch zu retten, in dem letzteren ober größtentheils verloren. — (Unkräuter aus dem Gartenrasen zu entfernen.) Staikwachsendes Unkraut, wie Wegerich, Ampfer. Disteln, Löwenzahn, das den feinen Eartenrafen nicht selten rerunstaltet, wird in folgender Weise leicht aus* gerotttet. Man gießt Bitriolöl in ein kleines Besaß mit weiter Ccfiimng, um dessen Rand man einen Drahtring legt, an dem man einen Henkel zum Tragen befestigt. So bereitet man ein Stäbchen, dessen unteres Ende man in einer Länge von 3—5 Ceutimer einkerbt. Dieses Ende taucht man in die Flüssigkeit ein und drückt es in das Herz der zu beseitigenden Pflanze, welche davon unfehlbar zugrunde geht. — (Pontebabahn.) Eine beachtenswerthe Zuschrift, den Bau der Pontebabohn betreffend, ist dieser Tage von der Handelskammer in Udine an die in Slagenfurt gelangt. Es wird darin gesagt: Von dem Minister der öffentlichen Arbeiten wurde die Gesellschaft der „Alta Jtalia" angewiesen , die Arbeiten in lebhafteren Gang zu bringen, da wir na» dem erfolgten Beschlüsse des ReiLsratbes inbetreff der Strecke Tarvis - Pontasel die bestimmte Versicherung hatten, daß diese Strecke zweifellos bis zum festgesetzten Termin beendet werde. Ungeachtet deffen schreiten die Ar-beiten bis mm in sehr geringem Maße vorwärts, und nur in den leichteren Partien, nemlich von Udine bis Ospe-daleito. In diesen Tagen haben nunmehr die Durchbohrungen der Felsen begonnen, welche vor Ospedaletto Vorkommen. Ter Generaldirector Amilhan besichtige in diesen Tagen die Strecke, und man versichert, daß endlich mit all* «rast zu arbeiten angefangen werde, in der Weise, daß mit Ende September der Betrieb von lldine nach Gemona eröffnet, im Frühjahr 1876 die Arbeit bis in die Ebenen von Pon-lis fortgesetzt und erst Ende 1877 die ganze Linie vollendet sein wird. Wir man uns aus Kärnten schreibt, ist die Sachlage folgende: Vonseite der österreichisch > ungarischen Regierung will man sich über den Zeitpunkt vergewiffern, binnen welchem die italienische Linie beendet sein wird, da* argen ist die Gesellschaft der „Alta Jtalia« nicht zur Ans-silhrung zu bewegen, bis nicht die österreichisch-ungarische Regierung durch ein Gesetz den Bau der Strecke Tarvis* Pontasel sichergestellt hat. Indessen leidet dadurch der Han* dcl des einen wie des ändern Staates zum größten Nach-tbeile der Finanzen des Reiches, indem die Rudolssbahn, so lange sie nur bis Tarvis reicht, der Regierung sehr bedeutende Subventionen kostet, und sie wird den commerciellen und finanziellen Zweck nicht vor der Verlängerung der Linie bis zum adriatischen Meere erfüllen Rücksichtlich Italiens muß man die Langsamkeit beklagen, mit welcher die Arbeiten bis nun geführt wurden; aber die Bahn ist doch im Bau begriffen, und in wenigen Monaten wird die erste der drei Strecken dem Betriebe Übergeben sein, während in Oesterreich blos ein Beschluß des Reichsralhes besteht und der Druck von Jg. v. Ältinmavr A geb. Bamberg Gesetzentwurf zum Baue der Strecke auf dem österreichischen Gebiete noch nicht sanclioniert ist. Es ist nicht zu zweifeln, daß unsere Vorstellungen Erfolg haben werden, wenn einmal der Beweis vorliegt, daß die österr.-ungarische Regierung bestimmt den Bau der Linie Tarvis-Pontafel beschaffen hat, und die italienische Regierung versichert sein wird, daß die Locomotive, von llbine in Ponteba angelangt, auch in die Linie der Rudolfsbahn wird einlanfen können. Dann wird jeder Vorwand der „Alta Jtalia" aushören, und wenn diese nicht mit der nöthigen Energie die Arbeiten bis zur Vollendung betreibt, so werden wir Parlament und Regierung keinen Augenblick in Ruhe lasten. — (Fische zu conserbieten.) Der Fisch wird geöffnet, ans feinen fleischigen Theil Zucker gestreut und zwei bis drei Tage horizontal gelegt, damit der Zucker gehörig eindringt. Auf diese Weise kann man Fische langt Zeit vollkommen frisch erhalten, so gut schmeckend, wie eben gefangene. Lachse, aus diese Weise vor dem Einsalzen und Räuchern behandelt, baben einen weit angenehmeren Geschmack und ist ein Eßlöffel voll Zucker für einen fünfpfitn-digen Lachs hinreichend. Witterung. Laibach, 7. Mai. Morgens Nebel bis gegen 8 Uhr verschwindend, dann heiter, Sonnenschein, schwacher SW. Wärme: morgens 6 Uhr + 71“, nachmittags 2 Uhr + 19 3» C. (1874, ■f 121°; 1873 + 19 2« C.) Barometer 73554 Mm. Das vorgestrige Tages mittel der Wärme + 12 3°, das gestrige + 12'79; beziehungsweise um 0 4° und 0 6° über dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 875, der gestrige 0 30 Mm. Siegen. Angekommene Fremde. Am 7. Mai. Hotel Stadt Wien Onderka, Beamter. Jdria. — Schwant, k. k. Major, Graz. — Hampl, Wenzel. Buchsbaum, Fürth, Glaß und Herling, Reisende, Wien. — Tekleva, Privat, Triest. — FerjanUc, Forstbeamter, Slagensurt. Hotel Slefant. Heß, Möttiing. — Pemlak, Rann. — Pechtel. Neu-Ulm. — Lehr, Heinipak. — Woßnjak, Steiermark. — Heinricher, k. k. Oberlandesgerichtsrath. Graz. - Lang und Unter, Wien. — Guldenprein summt Gemalin. Oberlaibach. Hotel Europa. Schuß, Villach. — Colloredo, Görz. — Dr. Werbik, filagensuit. Baierischer Hof. Bischof, Alexandrien. — Lang, Reis., Graz. — Bvldisar, Inspektor, Triest. Kaiser von Lesterreich. Bolboni, Italien. — Liebe-wein, Pola. Mohren. Schuß, Maschinenmeister, Villach. — Brauer Franz. Laibach. ________________ Verstorbene. Den 4. Mai. Martin Jenko, Bettler, 54 I., Civil-spital, Convulstonen. — Maria Medvesek, Inwohnerin. 71 I.. Civilspital, Lungenentzündung. Den 5. Mai. Maria Feichter, Conducteurs-Gattm, 39 I.. barmherzigen Gaffe Nr. 128, brightische Nierenentartung. — Josefine Jarno, Lederhändlerswitwen-Lind, 14 Monate, Stadt Nr. 19, Tuberkulose. Den 6. Mai. Franziska Slovsa, Fleischhauers-Tochter, 7-/, I., St. Petersvorstadt Sir. 41, Typhus. — Lukas Bengov, Inwohnerin, 62 I. Civilspital. Lungenentzündung. Lebensmittel-Preise in Laibach am 5. Mai. Weizen 4 fl. 80 kr.; flom 3 fl. 60 kr.; Gerste 2 st. 80 kr.; Hafer 2 fl. 10 kr.; Buchweizen 2 fl. 70 kr.; Hirse 2 fl. 80 kr.; Knknrntz 3 fl. 10 kr.; Erdäpsel 2 fl. - tr.; Fisolen 5 fl. 60 fr. per Metzen ; Rindschmalz 56 tr., Schwein* fett 50 tr., Speck, frischer, 38 tr., Speck, geselchter, 43 kr. per Pfund; Eier 1'/. kr. per Stück; Milch 10 kr. per Maß; Rindfleisch 27 tr., Kalbfleisch 24 tr. Schweinfleisch i8 tr. per Pfund; Heu 1 fl. 40 kr, Stroh 1 st. 15 tr. per Zentner; hartes Holz 6 fl. 80 tr., weiches Holz 4 fl. 90 fr. per Älafter. Telegramme. Budapest, 6. 5Diai. Da» Abgeordnetenhaus beendete die Generaldebatte über die Appropriation des Budgetgesetzes und nahm die Budgetvorlage mit großer Majorität an. Berlin, 6. Mai. Der durchreisende russische Botschafter aus London, Schuwaloff, wurde gestern vpn den Majestäten empfangen und speiste mit denselben allein. Vormittags conferierte derselbe mit Bismarck und Oubril, abends abermals mit dem Reichskanzler. Mailand, 6. Mai. Das deutsche Kronprinzen, paar ist gestern abendS inkognito eingetroffen und reist Freitag nach Berona ab. Verleger Ottvmar Bamberg. Für Paris, 6. Mai. Floquet (Radikaler) wurde Präsidenten des pariser Municipalrathes ge«W. „HavaS" erklärte die gestrigen Börfengiröchte fite die äußeren Beziehungen Frankreichs Doülcnrntti ungerechtfertigt. 1 London, 6. Mai. Die Nachricht der „PK Mall Gazette" betreffs einer neuen Note DeutschM ist unbegründet. f » » • „Mensch, bezahle Teine Schulden!“ iGallapfel in der „Tochter Veliolil Denk' an meine sieben Gulden! n. r. MeMegek^eiöen in Sischoslack. ^ Vom 9. Mai bis incl. Pfingstmontag Abend findet '* „zum Elefanten6 in Bischoflack ein Besttegelscheiben statt. 1. Best 1 Bock, größter Rasse. 2. „ '/, Eimer unterfrainer Wein. 3. u. 4. „ je ein Zuckerstock. jL 5., 6,7. „ kleinere Gcivinnfte. (323)2-! Bei jr. Karlnger frisch angelangt: . j. Prin)ksscn-W»ssrl rou ,,, j A. llennard in Paris pr. Flacon 84 tr._(254) 5 Im Hanse Bernbach Rr. 270 ist ein ff im ersten Stock vom Juni ab zu vergeben. AnzusnM * " ' (M ersten Stock Reich ftiitn man werden. IV. StaalS-Lolteric. Ein Los kostet nur ö. W. und kann man damit fl. 70.000. fl. 2o-W fl. 5000 Papier-Rente gewinnen. Im Ganzm 5*5 Treffer, durchgehendS in barem Gelbe und Oblh» tionen! Ziehung am 15. Juni l. I. — Diese N sind zu beziehen durch die Wechselstube Flll^ Graz, Sackstratze 4. — Briefliche BestellE werden umgehend effectuiert. (297) 15^ Wiener Börse vom 5. Mai. Staatsfonds. 5perc. Rente, Lst.Pap. bto. bio. oft. in Silb. Lose von 1854 . . . Lose von 18«0, ganze Lose Von 1860, Fünst. Prämiensch. v. 1864 . Gründen!. Obi. Siebenbürg. Ungarn Actten, slnglo-Bank......... Kreditanstalt....... Depositenbank. . . . E»compte-Anstalt . . Franco - Bank . . . . Handelsbank......... Nationalbank . . . . Oest. Bankgesells. . . Union-Bank.......... 8erei»«bank......... Berkehr»bank........ Vlföld-Babn......... Karl-Lnbw,g-Bahn . jfaif. b. Etaatibahn.......... Eübbahn............. (Selb Ware 70 30 70*40 74 75 74-85 105*— 105 50 111*60 111*90 116— 11650 137.-5 138'- 78*25 79- 88'- 82*50 13$.— 153*26 m 26 232-50 140 50 141 - 760*- 790'- 48 75 49.- 65 — 65*50 H63-50 6U4'- 177.- 1V9* 112" 0 IW75 1850 19- 92*50 93*50 130 — 130 50 2SS*— 233.4M) 18750 1S8-- 168- IAH'— 295'— 296 — 140*50! 141‘- Pfandbriefe. Allg. SR. Bcd.-Sredit. bto. in 33 9. Nation, ö. W. . - - -Ung. Bod.-Sreditanst. Prioritäts-ObL Franz-3osef«-Bah« . Oest.-N°rbw-stbahii. Siebenbürger . . • • Sta-tSbahn . • • • • Sübb.-Ges.zu5«iFr. dto. Bon» Lose. Eredit - Lose...... Rudols»»kost • > • Wecbe. (33»on.) Ang«b. 100 fl. «kt.® Franks. IOC Mark. . Hamburg »j... jenbon 10 Pst. Giert. Pari» lOOfftanc* Münzen. »als. Münz-Ducate» M-FrancSstua - - • Preuß. «asienschei-e Silber . • Seid SS »6 W; 9f* 8785 V* »l—l ss se «J* S77» 94"i5 76-83 139-75 W' 111-6. l£ 166 Uf* 51.90 5$W 11V1S 44-10 sä ■ ** i5-a 5* 8 S8‘ ,$3^ 1-63 Telegraphischer Cursdrricht am 7. Mai. , losy Papier-Rente 69-80 - Silber-Rente 74”to!i31.tf 11 i -^n «Ätifactien . obm Staats-ilnlehen 111-50 — Bankactien - London 111-25 — Silber JOi»» oucaten 5 27. — 2V.Francs Sliicke mark 54-40. die Redaktion verantwortlich: Franz Spitaler