15l Dienstag den 19. Februar 1833. Avelsberg. <^ie Einwohner dieses Marktfleckens haben, der alten löblichen Sitte getreu, am 12. Februar d. I. das allerhöchste Geburlsfcst Sr. Majestät des Kaisers auf eine Art gefeiert, die in diesen Blattern bemerkt zu werden verdient. Um ia Uhr Bormit« tags begaben sich nämlich die sämmtlichen hier an» wcsencen Herren Beamten mit de>n k. k. Herrn Kreiöhauptmanne, (Zlcmens Grafen v. Bran-dis, an der Spltze, unter Begleitung ciner zahl» reichen Volksmenge in die Kirche, wo bei einem solennen, mit militärischen Salven begleiteten Hochamte von den Herben und Lippen der gläubigen Versammlung die inbrünstigsten Gebete für das theure Leben Sr. Majestät des Kaisers zu dem Throne des Allerhöchsten empor stiegen, und dem Herrn der Heerscharen die heißesten Bitten um >ie lange Erhaltung des geliebten Landesvaters, und voll seinen Unterthanen angebeteten Monarchen dargebracht wurden. Zu Mittag gab der Herr Krcishauptmann in seiner Wohnung den k. k. Beamten, Offizieren und Honoratioren des Orts eme Tafel, bei welcher die Gesundheiten Ihrer k. k. Majestäten, und des ganzen erlauchten Re-Lentcnhauseö ausgebracht worden sind. Am Abende schloß die Feierlichkeit des denkwürdigen Tages ein glänzender, m dem Gasshofe zur goldenen Krone durch den hicrortigcn Bolzschützenverein veranstal» tcter Ball, vor dessen Eröffnung der Herr Bez. Nichter Pichs eine von ihm verfaßte, und dem er» habenen Zwecke ganz entsprechende Ode, vor dem decorirtcn Bildnisse Sr. k. k. Majestät, den zahl« reich anwefcnden.Ballgästel,.'mit inniger Rührung vortrug. Darauf folgte die beliebte Volkshymne, endlich daK enthusiastisch dargebrachte/ und drei- mal wiederholte Lebehoch. Zur Verherrlichung des Tages trugen insbesondere noch bei der Herr Kreishauptmalin, welcher den hicr garnisomrcnden Truppen eine doppelte Löhnung reichte, und der iste Herr Krciscommissär Fröhlich, der die dürftig, stcn Ortsarmen unentgeltlich bei sich bewirthete. Möge der gütige Gott unser Flehen erhören, und uns den gütigsten Monarchen und Landesvater noch lange, lange Jahre erhalten. Dclsberg den »5. Februa, i353. , Freihafen von Trieft. Caspar S-toich, Eapitän des österreichischen Schooners »la Gräcia" kam in i3 Tagen von (Zefalolna in unsern Hafen an, und berichtete, daß er am 23. Jänner die k. baierische Expedition in gleicher Richtung der Insel (Zcfalonia gesehen habe, und daß sie mit günstigem Wmde ihre weitere Fahlt nach Griechenland fortsetzte. (0. l.) Wkpstliche Staaten. Ancona, am 25. Jänner. Nach Briefen aus Nom wird slch der General Scbastiani, wel» cher sich gegenwärtig in jener Hauptstart befindet, angeblich seiner Gesundheit wegen vielleicht nach Ancona begeben. — Es geht ein Gerücht, der General Eubicres dürfte nach Paris zurückberufen werden. — Der neue französische Gesandte, La-tour « Mouburg scheint noch nicht in Rom angekommen zu seyn, und einstweilen bloß der Sccre» lär Beloch die Geschäfte der Gesandtschaft zu versehen. Bologna, am 5. Februar. Der Cardinal Hugo Spinola, Negicrungs « Ccmmissar für die Legationen dicßscits von Pcsaro, kam den 2ten Februar um 9 Uhr Abends in Bologna an. (I?ol. er König in den Tüil« lerien, zur Einweihung eincs neu erbauten Saales, einen äusserst glänzenden Ball. Es waren oazu 5 bis 4auo Oinladungsbillctts vertheilt worde«; unter dcn Gästen bemerkte man den Admiral Co» dlington mic seiner Familie, den Marschall Gerard, den Kannner. Präsidenten Düpin, dann das ganze diplomatische Eorps u. s. w. Der Gintritt des Königs mit seiner ganzen Familie um 8 Uhr gab das Zeichen zur Eröffnung des Balls, auf den um H Uhr im Schauspiclsaalc ein. prächtiges Souper folgte, bei welchem über ü«o Damen an der Tafel saßen, während die Herren hinter ihnen standen-Unter dcn Damen bemerkte man mehrere, deren Haare gepudert waren. Das Fest endigte erst gegen 6 Uhr Morgens. Hr. Seurre Hal die Statue Napoleons, welche auf der Säule des Vendomcplahcö aufgestellt wer^ den soll, jetzt vollendet. Bekanntlich war unter der Restauration die Statue Napoleons von der Bcndomcsäule herabgenommen worden. — Oberst Lhousserie, an dessen Platz als Commandant von Blayc jetzt General Bagcaud tritt, wurde zum Com» Mandanten einer Gendarmerie - Legion ernannt. (Wien. Z.) V a r t u F a l. Die conliitutisncllc Ehronik von Porto ent< hält folgende Decrctc des Herzogs von Braganz.i -. „Auf Verlangen des Marquis de Palmella wird seine Abdankung als Minister des Auswärtigen angenommen. Es werden ernannt: der Marquis de Loule zum MiWer der Auswärtigen, und (Zan. dido Jose-Xavier Mouzinno da Salveira zum Minister des Innern." So viel die militärischen Ope« rationen betrifft, so melden Briefe aus Porto vom 22. Jänner, daß es von keiner Seite bisher zu einem Angrisse gekommen ist. Der General So-lignac beschäftigte sich mit Organisirung der consti. tutioncllen Armee auf den besten Fuß. Die Mi-guclisten ihrerseits vernachläßigen kein Vertheidigungsmittel, und verschanzen sich in ihren Stellungen. Dte Ohronik von Porto meldet die Abrei» se Don Pedro's nach Paris. Er übergab das Eom« mando dcr Stadt und der Armee dem General Solignac. — Die portugiesische Regierung hat für die gegen ein französisches Kriegsschiff gerichtete Oanonade vollständige Genugthuung bewilliget. Ein Schreiben aus Lissabon vom 19. Ia'n« ner (in der Gazette de France) sagt: Lsrd Hcrvey ist nach Madrid zurückgekehrt, allein Niemand kennt die Absicht seiner Reise nach Lissabon. Man macht große Anstalten zu Batterien; eine neue ist zu Pathares, auf dcr andern Seite des Stromes, aufgeworfen worden, und soll mit 70 Stücken Ge« schütz bepflanzet werden , wenn man cine solche An» zahl Stücke nebst der zu ihrer Bedienung erforderlichen Mannschaft auftrciben kann. Wie es scheint, werden diese Batterien bald nothwendig werden, denn die auf eine französische Brigg abgefeuerten Kanonenschüsse, die Beschimpfung der Flagge zu Porto und die Widersetzlichkeit der Behörden zu Lissabon gegen die freie Einfahrt dcr französischen Schiffe werden bald feindliche Maßregeln herbei« führen. Eine französische Kriegsbrigg schiffte gestern durch die Bay, allein es wurde ihr nicht ge< stattet, über den Passo d' Arco hinaus zu fahren, wahrend die englischen Schiffe ungehindert ein' und auslaufen. Dieser Umstand wird weniger der Furcht, welche mehrere im Tajo vor Anker liegende große Schiffe einflößen, als der Vorliebe dcr Portugiesen zu den Engländern zugeschrieben. Das 6o Linienschiff St. Vincent von 120 Kanonen wurde am verflossenen Montage in aller Eile nach Vigo abgeschickt, nmdort, wie es heißt. Sir Canning an Bord zu nehmen, der sich, aus Madrid kommend, nach Lissabon und Porto begeben wird; allein man hat in dieser Hinsicht noch einigen Zwei« fel. Man hat indessen beim Ministerium des Auswärtigen die gewisse Anzeige erhalten, daß die» ser Diplomat gesonnen ist, sich von Madrid nach Lissabon zu verfügen. (35. v. T.) Großbritannien (Morning-Herald.) Man sagt, einer der ersten von der Opposition im Oberhause beabsichtig« ten Schritte sey die Ankündigung einer Motion ge» gen die auswärtige Politik der Minister. (Alb ion.) Es sind New - Yorker Blätter bis zum i. Jänner in London eingegangen. Große Aufregung herrschte fortwährend über die (Zaroli-nafrage. Zu Washington wurden die Kricgsvüstun-gen lebhaft betrieben. In der Sitzung des Unterhauses vom 29. Jänner schlug Hr. Hume Hrn. Littleton zum Sprecher vor, Lord Morbeth dageglnHrn. Manners'Sutto n. Der Lord drückte die Hoff» nung aus, daß fein Vorschlag keinen Widerspruch sindcn werde, da Hr. Sutton seit 16 Jahren die Functionen eines Sprechers auf eine so ausgezeich» neie Art erfüllt habe, daß cr die Achtung aller Parteien erworben. Hr. O'Oonnell erhob sich gegen die Wiedererwählung des ehemaligen Spre^ chers, die er als eine Concession deö Ministeriums für die Torypartei betrachtete. Nach einigen Debatten kam es zur Abstimmung: für Hrn. Man» ners - Sutton 241 Stimmen; gegen ihn 5». Mehrheit 210. Gsmannisches Reich. Bucharest, 2a. Jänner. Man erwartet unverzüglich den Einmarsch eines russischen Armeecorps von 25,c>yc> Mann in unsern Fürsienthü«' mern. Die Veranlassung zu dieser Zurüstung ist roohl ohne Zweifel der türkisch-ägyptische Streit, ihr Zweck aber vorläufig nur, der Vermittelung-Rußlands Nachdruck zu geben. Belgrad, 27. Jänner. Die Nachrichten ub^r den Stand'der Dinge in Bcsnicn sind sehr widersprechend, nach einigen hätten die Rebellen völlig die Oberhand gewonnen, nach andern und glaubwürdiger« aber wären dieselben nur im Be- sitze einiger festen Plätze, der Vesier aberfortwah« rend Meister der Hau^. '' und beinahe des gan» zen offenen Landes. Auch die angebliche Trmor« dung des Vcsiers wird durch die neuern Berichts widerlegt. Bon der durch (Zourriere vom ,5. Jänner aus lZonstanlinopcl gemeldeten Nachricht, daß durch die europäischen Gesamten'in (Zonstantinopel der Abschluß eines ^tägigcn Waffenstillstandes mit Ibrahim Pascha vermittelt worden, wissen unsere Briefe vomn. Jänner noch nichts. AuöSy» ra meldet man über Salonichl, daß die griechisch» türtische Gränzrcgulirungs » (Zommissio» nach kur« zer Unterbrechung ihr Geschäft fortgesetzt und be» reits beendigt habe. (Allg. Z.) Aus Smyrna schreibt man: In der Nacht vom ,6. auf den «9. Noocmber brach in demjeni» gen Theil des hiesigen Bazars, wo das Bauholz verkauft wird, eine furchtbare Feucrsbrunsl aus. In einem Augenblicke wurde eine bedeutende An« zahl von Magazinen ein Raub der Flammen, die durch die vielen brennbaren Materialien immer neue Nahrung erhielten; ein heftiger Wind fach e sie noch meh'r an, so daß man fürchtete, das Feuer möchte, ungeachtet der schn-csl hel-bcigeeiltcn Hülfe, den ganzen Bazar zerstören. Dcr Gouver« ncur und die Obcrdehopdcn von Smyrna begaben sich an Ort u«0 Slclle, um die Arbeiter zu leiten und aufzumuntern. Dc>ä Feuer griff noch fort« währeni» um sich, als die Schiffspumpeu dcr öster« reichischen und sardinischcn Kricgsfahrzcuge, die einzigen, welch« gerade im Hafen lagen, anka, men. Die beiden sartinischen Fregatten hatten drei Pumpen und ein Dctaschement ucn ungefähr I00 Mann, befehligt vo»i>eu Schiffs-l.lnte»-licul»'nantK D^moro und Magliani, zu Hülfe gesandt, und die österreichische Fregatte zwei Pumpen und etwa i5o Mann mic zwei Ossicieren. (5'ndlich langte auch der Befehlshaber der sardinischcn Fregatte ic