Lmlmcher Zeitung. Nr. 1U1. Pränumerationöpreis: Im Comptoir ganzl. st. i l, baldj, fl. 5.50. Fül die Zustellung >>lö Hau« halbj. 5» lv, illtit der Post gaiizj. fl. ,5, halbj. fl. 7.50, Mittwoch, 3. Mai InseitionSgebühi bi« 10Zeilen: imalSOll., !im. «o lr., »m. 1 fl.z sonst Pl. Zeile im.«li., lm. »tr., 3»l. 10 lr. u. s. >v. Inseltioneftempel jebeem. 30 lr. 1871. Amtlicher Theil. Se. t. und f. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 12. April d. I. den Verkehrs-Inspector der prio. Kaiserin-Elisabeth-Bahn, Karl Vary char, unter gleichzeitiger taxfreier Verlcihung dcs Titels und Charaltcrö eines Rcgieruugsrathcs zum Vor. stände der Betrieböablheilung der Gcncralinspcction der österreichischen Eisenbahnen allergnädigst zu ernennen geruht. Schaeffle m. i>. Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 2. Mai. In der letzten Sitzung des Finanzausschusses deS Abgeordnetenhauses stand das Budget bes Landesvertheidigungsministeriums in Behandlung. 3i'rte der Commune haben die Staatskasse erbrochen und b'cr Millionen Francs (Rcntentitel und Anleihescheine ^s den Ueberbringer) weggenommen. Während des Transportes in daS Stadthaus wurde eine Million verloren oder unterschlagen. Nicht weniger charakteristisch ist eine Aeußerung des Journals „La Commune." Dasselbe schreibt: „Wir verlangen, daß griechisches Feuer gegen die Ber-saillcr Truppen angewendet werde. Die Mcnschlichkeits-frage steht zurück vor dem Erfolge gegen Versailles." Ein Rundschreiben Thiers' vom 30. April, 1 Uhr Nachmittags, sagt: „Die Parallcl-Arbcitcn werden fortgesetzt. Nach den der Regierung zugekommenen Depeschen verloren' die Insurgenten vor Ehatillon zwei Officierc todt, A0 Mann schwer verwundet und 75 Gefangene, worunter 4 Officicre. Unser Verlust beträgt 3 Mann. Nach einer Depesche dcs Generals Faron vom 30. April, 6 Uhr Abends, ist dessen Operation gelungen; der Friedhof, die Tranchücn, die Steindrucke und der Part von Issy wurden von den Bataillonen der Brigaden Deroja, Paturc! und Berthe, welche von den Marine'Füsiliercn unterstützt wurden, mit vieler Bravour genommen. Wir halten die neuen Positionen, welche den vorgeschobenen Bastionen und dem Eingänge in das Fort sehr uahcgclückt sind, stall besetzt. Der Part ist mit der Eisenbahn durch einen Graben vcr-bnndcn, welcher vor dem Fricdhofe vorüberführt. Unserer» scitS hatten wir nur wenige Todte und gegen 20 Verwundete. Die Insurgenten, welche sich in großer Menge eilig zurückzogen, ließen zahlreiche Todte nud Verwundete, gegen 100 Gefangene, 8 Kanonen, vicl Munition und 6 Pferde m unseren Händen." Mit den Friedens - U nte« hu ndl u nacn in Brüssel will es durchaus nicht vorwärts gchcn. In Berlin macht man für die Verschleppung Frankreich verantwortlich; englische Blätter bchauplcn, ein Theil der Schuld falle auf Herrn v. Balan, mit dcm mau sich schwer verständigen tonne. Wie dcr „Standard" meldet, sind die Verhandlungen lhalsächlich suSpendirt uud man beschäftigt sich jctzl mil der Idee. dic Confe-rcnz nach Berlin zu vcllcacü. Auf jcdei! Fall wird es ernstlich beabsichtigt, irgend Jemanden nach Berlin zu senden, dcr als Medium zwischen dcr französischen Regierung uüd dcm Fürsten Bismarck fungirt und im Falle der Nothwendigkeit sich direct an den Kaiser-König oder an den Kronprinzen wenden kann. Der preußische Gcncralstab soll cincu detaillirtcn Plan entworfen habcn, ccr als Grundlage für die ncuc Gnnzc ,u dienen vest im mt ist. Dr. v. Döllingcr hat die nachstehenden Gründe für die Schließung seiner Vorlesungen an maßgebender Stcllc angegeben: Nach den bekannten, an Aufregungen überreichen Vorfällen sei ihm Ruhe ein absolutes Be» dürfniß. Gewichtige Arbeiten, die in nächster Zeit erledigt werden müssen, nähmen außerdem seine ganze Zeit in Anspruch ; endlich werde cr jetzt zu sehr als Parleimann dargestellt, um über Kirchengeschichle der ncuesten Zeit Vorlesungen halten zu können vor einem Hörerlreise, zu dem den Theologen der Zutritt versagt sei. Im künftigen Wintersemester wird Professor v. Döllinger nicht wie bisher über „Kirchcngeschichte," sondern über „Allgemeine Geschichte dcr neucstcu Zeit" lesen. Die Hoffnungen dcr römischen Curie auf ein dcmnächstiges Einschreiten Frankreichs zu Gunsten dcS weltlichen Papstthums sind bedeutend gesunken. Aus guter Quelle verlautet, der neue französische Gesandte, Graf Harcourt, habe es bei seiner ersten Zusammenkunft mit Antonclli möglichst vermieden, in politische Erörterungen einzugehen, und sich darauf beschränkt, dcr Achluug, welche er selbst und die Regierung in Versailles für den Papst hegen, Ausdruck zu geben. Als Antonelli ungeduldig das Gespräch auf die Politik brachte, setzte der Graf auseinander, Frankreich wünsche die Zeit herbei, dem Papste wieder zu seinem Besitz« thume zu verhelfen, in seiner gegenwärtigen unglücklichen Lage könne es jedoch nichts thun. Die Republik von 1871 sei von jener von 1848 durchaus verschieden und auch die Verhältnisse Italiens im Vergleiche mit damals andere. Er bedauere es, solche Worte sprechen zu müssen, aber cr sei dazu gezwungen worden. Seine Sen« dung im gegenwärtige!! Augenblicke sei nur als kin Be< weis deS guten Willens der Männer, welche Frankreich regieren, zu betrachten. Die algicrischen Journale bringen schlimme Nachrichten. Die Araber sind im vollen Aufstande, und lrotz mehrfacher Schlappen gewinnt die Insurrection immer drohendere Umrisse. Der „Monileur de l'Algeric" vom 18. v. M. meldet, daß der Scheith El Haddeb alles anfbiclet, nm ganz Ccntral-Kabylien in die Erhebung hineinzuziehen. Seine Emissäre durchstreifen das Land bis an dic tunesische Grcuzc. General Saussitr, welcher dic iu dcr Medjana opcrircuden Truppen befehligt, hatte kürzlich einige glückliche Gefechte mit den Ulcb Khalif und verfolgte sie bis nach Bagniet in Ka-bylien. Auf dem Rückwege jedoch halte cr den Angriff aller empörten labylischcn Contingcutc zu bestehen. Dcr Kreis Bislra ist gleichfalls im vollen Aufstande. Am 14. oder 15). sind Truppen von Vatna nach Gislra abgegangen. Ncfmn ter Dergkehirien. Ein Gesetzentwurf über die Reform dcr Bergbehörden liegt dem Ubgcorduelcnhause zur verfassungsmäßigen Behandlung vor. Durch diesen Entwurf sollen die der« maligcu Ovcrbergbehörden beseitigt und collegiate Berg-hauplmannschaften eingeführt werden, denen die genau festgestellten wichtigeren Geschäfte, namentlich die Ver-'leihungs- und Streitfachen und überhaupt die Geschäfte limisselon. Lorlottc und Äcr Capital». Novelle nach dcm Englischen. 4. Capitel. (Schluß.) w Norlotle wnrde nicht krank über die Zerstörung ihrcS ft.^lis, dazu wa? sie eine zu gesunde Natur. Auch 3."' sie nicht zurück nach Boulogne, um Predigten, /'"del und Beilcid, sowie ncucu Hciratscombinatiouen 3, ""gehen. Sie war zu praktisch, ungeachtet dcs kleinen j ^'"chens Romantik und aufrührerischer Abenteuerlust f. ,'^cm Naturell; auch war sie zu abhängig. Sie de« ^^ i" die Situation und lebte sott in dcr Nue tü,, ^agasius doch gllichgillig und gcmüthslrank, unbc-^">uert um das, waö ans ihr werden sollte. wer zu li,i . "°" 'hr spiach, und daß dcr Capitän nicht einen E. '^" Tag, wenn er dienstfrei war, seinen Besuch ,m Ws. l" eingestellt oder sein Bouquet zu senden untcr-b' 5 hnltei und Madame war so sehr wie nur fc y ' ")t, sie darauf aufmnlsum zu machen . wenn sie A" die schönsten. auserlesensten Blumen brachte, in /"as wird die Welt sagcn, wenn sie erfährt, daß ssra f Ml acht Tac,en Lorlotlc von dcr tödtllchcn DolÜ ^ ^''"6 gebrochenen Herzens zu genesen begann? hau ^ "'"" sie ihrcS Waulclmuthcs und Leichtsinns ^ "' "erdammt, wolle man bedenken, daß sie Monsieur ""th mir einen kurzen wonnigen Zeitraum von vier» zehn Tagen gekannt halte, und daß daS Mädchenherz, welches durch den plötzlichen, traurigen odcr ärgellichen Abschluß einer IMgigen Extasc gebrochen wird. in dcr That ein zerbrechliches Ding sein müssc. Lorlotten's Herz war aus bcsscrm Stoffe. Sie war nur bei jener Prüfungsperiode ihrer Mädchenge» schicht? angelangt, wo sie erfahren mußte, daß Leben und Glück nils nicht geschenkt sind, um sie auf ewig festzuhalten, wo fic im Ocgcutheil eines TagcS erwachen und sich erheben mußte, um von ihren geliebten Träu> mcn, ihrer ungestümen Sehnsucht, ihrcu lebhaften Her-^enSwünschcn zu scheidcn, sic, gleichsam i» cmc Garlic gebunden, auf dcn Altar der Brandopfer zu legen und anzuzünden, um sie in Aschc darauf zurückzulassen. Wohl ihr, wenn der Wille für die That und der im Dickicht gefangene Widder au der Stelle des Sohnes, oes ein-z ilg en Sohnes Isnak angenommen wird; wenn es nur die leichten Schattenbilder dcr Phantasie, der Eitelkeit, der Leidenschaft deS jugendlichen Mädchens sind und nicht die tiefen Herzensneigungen, die geliebten Hoffnun» gen und Elinnerungen, alle die zarten und festen Fasern des gereiften FraucnherzenS. In weitern acht Tagen berechneter Vernachlässigung von Madame's, quecksilberner Unruhe von Monsieurs, altmodisch treuer Huldigung von dcs Caftitän'S Seile, war Lorlottc auf dcm Punkte angelangt, wieder auf. und um sich zu vlickeu, ihre wallenden Musselinblonsen zu schütteln, die Wellen ihres glänzenden Haares zu ringeln, über dcr Anordnung von dcs Capitäns großen Blülhcnsternen Kapjasmins, Korallcnfuchsicn nnd Moos-roscntnoSpen zu tändeln, ja sich sogar auf einem Ge° fühl wie Freude zu ertappen, «ls der Capitän den Da« men des Hauses Karten zu einem volksthümlichen Baude« villc brachte. Lorlotte war nur ein großgewachsene« Kind; sie halte Monsieurs Zuckermandeln verschmäht, doch griff sie begierig nach dem Vaudeville, obwohl sie sich noch zu rechicr Zeit besann, daß sie im nächsten Augenblicke wieder in den, dcr zerschmetterten Heldin einer Tragödie angemessenen Trübsinn zurückfallen müsse. Die Wunden der Jugend heilen schnell; und der Monat Mai eilte so rasch seinem Ende zu, wie Lor-lottens Trauer um ihren kurzen LiebeStraum. So lam auch das Ende des Aufenthaltes von des Capitan« Regiment in Fonlainebleau heran. Ehe Lorlotte Zeit hatte, daran zu denken, näherte sich ihr eineS Tages, ernster und steifer als gewöhnlich, der Capilän. als sie zwischen Madame's Blumen im Hinlergrunde des Salons saß, wahrend diese selbst, dcm Anschein nach als Chrendame. im Hinlergrunde desselben mit eincr Näharbeit, sowie damit beschäftigt war. Monsieur in häuslichen Ange-lcgcnhcitcn zu Rathe zu ziehen; plötzlich redete der Capita« sic an: ..Ich komme, um Abschied zu nehmen, mein gutes Fräulein; wir haben Ordre, innerhalb 24 Stunden zu marschiren und ich werde in der Zwischenzeit sehr dec schäftigt sein." Lorlotte blickte überrascht auf und konnte nicht umbin, betroffen und bestürzt auSzufchen, M s« den Capitän gehen und mit ihm ihre Ferien zu Ende sah; auch sah sie sich selbst wieder in Boulogne, wie sie im Speisesaal dcr Milchsuppc präsidirte, im Schulzimmer Copien durchsah, gequält von den kleinen, ungezogen behandelt von den erwachsenen Mädchen, vlme das frühere leichte Herz, dem Allen zu begegnen. Die Vorstellung 728 von vorwiegend juristischer Natur Übertragen werden sollen. Für die übrigen Geschäfte, dcrcn collegiale Behandlung nicht nothwendig und nicht einmal zweckmäßig Wäre, namentlich für dic Geschäfte vollswirthschaftlich-technischcr Natur, sowie für die behufs der weiteren Entscheidungen erforderlichen Erhebungen sollen in den Mittelpunkten einer intensiveren Bergbauthätigteit Revlcrbeamle exponirt werden. Diese Einführung der Revicrbeamtcn, die sich an-derwärts während eines langjährigen Bestehens bewährt und unter einer anderen Benennung früher auch in Oesterreich bestanden haben, hat hier und da die Befürchtung hervorgerufen, daß damit einer lästigen und gefährlichen Bevormundung der BergbanunternchmerBahn gebrochen würde. Zum Anhaltspunlte dieser Befürchtung dient der Entwurf einer Vergpolizeiverordnung, welche vor einigen Jahren von Seite des Ministeriums in die fachmännischen Kreise zur Begutachtung gegeben wnrdc, daher die dem Ministerium bei der erwähnten Reform vorschwebenden Absichten aussprcchcn soll. Nnn ist dieser Entwurf einer Bergpolizei-Ordnung zwar auf Anregung, aber ohne jede weitere Beeinsiußnng des Ministeriums verfaßt worden und er steht mit der Reform der Berg-beholden in gar keinem Zusammenhange. Auch zeigt wohl der Umstand, daß derselbe vor Allem zur Begutachtung an die Vergwcrlsintercssenten graben nnd in Folge der eingelangten ungünstigen Urtheile gänzlich fallen gelassen wurde, daß die Furcht vor einer beabsichtigten Bevormundung und schädlichen Einmischung unbegründet ist, abgesehen davon, daß der Gesetz entwurf über d.ic Reform dcr Bergbehörden gar leine Anwendung der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen über die Beaufsichtigung des Bergbaues einführt. Der Durgcrkricg in Frankreich. Die „Times" vom 28. April enthält folgende telegraphische Berichte über die Ereignisse vor Paris: Paris, 27. April, 7 Uhr Abends. Die Forts Issy und Vanves wurden diese Nacht von nrnen zu Vas-Meudon und Monlineaux eröffneten Batterien heftig beschossen. Sicbcn Batterien, einschließlich jener von Chatillon, waren auf einmal thätig. Bcidc Forts haben viel gelitten, insbesondere die Kasernen des FortS Issy, welche beinahe ganz demolirt und deren Mauern in Bresche gelegt wurden. In einem Augenblicke war die Artillerie, dcrcn sämmtliche Geschütze bis auf eiues demontirt waren, und welcher viele Leute ge-tödtet und verwundet wurden, entschlossen, das Fort zu räumen. Das Bombardement hörte heute Morgens in Folge des heftigen Regengusses auf, begann jedoch wieder gegen Abend und wurde von den auf den Bastionen 68 bis 78 angeführten Geschützen nur schwach erwiedert. Auf der Nordseite fanden zwischen den Truppen in Clichy und jenen, welche in der Ebene von Gcnnevillicrs con--centrirt sind, leichte Scharmützel statt. Die Insurgenten erllgren, lieber alle FortS in die Luft sprengen zn wollen, als sie zu übergeben. Es wurden 10 neue Acht-Pfünder zum Ersähe der beschädigten Geschütze nach den Forts geschafft. In Neuilly und Asmeres haben die Insurgenten zwei Barricaden und bei 300 Ellen Terrain verloren. Die Verwundeten beklagen sich, sie wann durch die feindliche Artillerie überwältigt worden und daß sic nicht die nöthigen Geschütze gehabt hätten, um derselben zu antworten. In jedem Arrondissement wurde ein aus sieben Officieren bestehendes militärisches Bureau gegründet, das Befehle wegen Anfsuchung von Waffen und wegen Verhaftung der meuterischen Nationalgarden zu er- theilen hat. Es wird auch eine sedcntärc Nationalgarde errichtet, der die Bewachung der Thore und Wälle übertragen werden soll: das 12. Hlrondisscmcnt tpt milder Durchführung dieser Anordnung bereits begonnen, indem dort Männer zum Eintritt in dic Bataillone gezwungen werden, die erklärte Feinde dcr Commune sind. Versailles, Donnerstag Nachts. Die Regicrungslruppcn habcn Lcs Moulincanx, eine höchst wichtige Stellung westlich und unterhalb des Forts Issy, genommcn. Sie lMtcn bereits Bcllcvuc und OaS'Mcudou genommen, und von Les Molineaur aus kann die Garnison des Foils durch Musletcnfcncr bc-nnruhigt werden. Die Position war von zwei Insurgenten-Bataillonen mit zwei Feldgeschützen vertheidigt, und konnten diese den Truppen erheblichen Schaden zn-lügen. Seit heute Morgens sind die Rcgicrungstrnppcn im Dorfe Issy gewesen, und beabsichtigen dieselben, heute noch das Schloß zu besetzen. Die Insurgenten machtcn cinen mißlungenen Versuch auf Choify-lc-Roi. Sie gingen unter dcm Schutze des Feuers vom Fort Bittre vor. wlnden jedoch durch ciu lebhaftes Gewchrfcucr der Soldaten des Generals du Barrail empfangen, das sie in größter Unordnung zum eiligen Rückzüge zwang. Im Lause des Nachmittags unterhielt der Mont'Valcricn ein heftigeres und allgemeineres Feuer als bei früheren Gelegenheiten. Seine südöstlichen Batterien beschossen den Point-du-Iour und die nordöstlichen die Porte Maillot und die Positionen der Insurgenten zu Levallois, Clichy und in der Nähe des Bahnhofes von St. Ouen. Brc-teul und die Batterien von Meudon und Chatillon unterhielten den Kampf mit den Forts Vanocs und Issy. Das letztere Fort ist zertrümmert. Das Feuer der Forts selbst wird immer schwächer und langsamer, dagegen ist das Feuer seiner Ncdouten noch kräftig, De,- Point-du-Iour schwieg beinahe gänzlich, dagegen sind die schwim-mcnden Batterien, sowie jene zwischen Point-du-Iour und Sevres fortwährend in Thätigkeit. Die Rcgicrungs' trupften erbauen neue Batterien, welche mit dcm schwersten Kaliber armirt werden sollen. Das Artilleriegefccht zwischen den Batterien von Courbcvoie, Vccon und As-nicres einerseits, sowie Maillot, Tcrncö und Clichy andererseits dauert ununterbrochen fort, ohne daß man jedoch irgend ein Resultat wahrnehmen könn e. Der Deutschenhaß in Nu!jlan>. In der „ächtes. Ztg." gibt einer der bedeutendsten rnssischen Pudlicistcn einine höchst interessante Bemerkungen über den Deutschenhaß in Nnßlaud. Wir hcben aus denselben Folgendes hervor: „Wir Russen sind weder neidisch noch selbstüber» hebend, und darum ist der Haß — das Ergebniß dcr Mißgunst und dcr Eitelkeit — durchaus nicht in unserem Charakter. Ich kcnne kein Volk, das gutmüthiger nnd bescheidener wäre, als das unsrige, und auch in den Klassen, die daS Publicum, namentlich das lesende Pu» blicum bilden, ist das Wohlwollen, besonders gegen Hrcmdländer, der vorherrschende Eharaktcrzug. Es gibt kein Land j„ Europa, wo dcr Fremde mit solcher Zuvorkommenheit behandelt wird, wie bei uns, und ich entsinne mich noch der Zeit, wo es in gesellschaftlicher, besonders aber in geschäftlicher Beziehung eine Empfeh» lung war, ein Ausländer, namentlich „ein Dcnlschcr" zu sein. Die Prädicate „täciiestiioi" (ehrlich) und ,,^cnrlltii0i" (gewissenhaft), welche der Volksmund den Deutschen beigelegt, bcwcisen die besondere Achtung, in der Ihre Landslcute bei uns stehen, und diese als vor< zugsweise ehrenhaft und pflichtgelreu erkannte Nationa- lität wäre plötzlich zum Gegenstand eines allgemein ver< breiteten Hasses gcwu:dcn! DaS wäre das sinnwidligi'tt Gebaren, das man sich denkcn kiinn, und ist somit absolut unmöglich bci cincm Bolle, das sich durch scircü gesunden, unverdorbenen Sinn auszeichnet. Woher kommt denn aber — ich wiederhole meine Frage — die offenbare feindliche Stellung, welche di? russische Presse dem deutschen Wirken und dcm deutsche» Naffenglück gegenülxr einnimmt? Ich will versuchen, diese Frage zu beantworten. Wcdcr dic Regn rung noch die Vollsstimmung weiß bei uns etwas von Deutschen-haß, es rt'priiscntil't abcr unserc Tagcoprcssc wcdcr die Denkweise dcr ersteren, noch dic Anschauungen dcr letzte» ren, sond'.rn die Tendenz cincs dritten Factors, der sich zwischen Regierung und Volt zu drängen versucht, im dcm er zu jener immer im ^amcn dcs Volks spricht, und diesem täglich wiederholt: er vcrlrcle und erläutere nnr dic wahren, von den Ministern und Administrato» ren mißverstandenen Absichten dcS Monarchen. Diesel« dritten Factor, dcr eine Art von ncuformirtcm Mittelstand, ui'sern „tior« 6wt," bildcu will, scheint die jetzt bcstchende Negierungsform nicht mchr zulässig. Was an ihic Stelle zu setzen ist, und wie man zu dcm erstreb' lcn Idcal, „dcr urrussischcn fouvcräneu Commune," gc-langen könnte, ist den Führern dieser Partei selbst noch nicht deutlich; aber so wic sic jetzt besteht, soll die Nc' gierungsfonii nicht bleiben, und dcshalk ist ihnen Allcs ein Gräucl, was sich dem Umsturz des Bestehenden enl-gcgcnslcllt. Daher die blinde Vorliebe für Frankreich und die Nnthauslassungen über die Siege dcr Deutschen, die auf lange Zeit hinaus die wahrhaft cmiscrvatiocn Tendenzen in Europa sichern. Daher dcr Haß gegen dic deutschen Unterthanen des Reiches, denen sie vorwerfen, llusjchücßliH der Dynastie zu dienen und mcht dclN russischen Volk, in dessen Namen sie die Herstellung der ' slavischen Weltherrschaft verlangen. Gegen einen aus solchem Grund entsprossenen Haß ist mit Vcrnunftschlils< sen nicht anzukämpfen. Er wird bcstchcn, so lange die Ursache besteht durch die er entstanden, d. h. so lange es Mode bleiben wird, für den slavischen Slaatenbm'd und die allgemeine Nnssification zu schwärmen; das kann aber nicht lange mehr dauern. Wie Alles, wa^< noch jung und unreif ist, benimmt sich diese „ciuilisirte" Oc-sellschift oft in etwas lindischer Weise. Wir fassen Allcs mit i'N'cnnebencm Enthusiasmus auf, werdcn aber bald müde lnld werfen die verbrauchte» Idole in den Winkel, um cincm neuen Götzen zu huldigen. Es gab eine Zcit, wo wir mit Alexander Hertz?» für humanitäre Gcfühlspolitik schwärmten und das russische Reich zu amputirm gedachten, indem wir PolcN freigeben wollten und den Kaukasus und die Ostsee-Provinzen und Finnland, und was sonst noch Willens gewesen wäre, von uns abzufallen. Der Enthusiasmus für Hertzen ging ins Unglaubliche und seine Anhängt zähltcn nach Tausenden. Sie sind aber sämmtlich vo» ihm abgefallen und schwärmen für die entgegengesetzte Idee, denn jetzt soll Nußland die Nachbarslaven annec-tircn, vorher aber soll Alles russificirt werdcn, Polcn, dcr Kaukasus, die Ostsccvrooinzen und selbst Finnland, wie '.leulich die „Moskau'schc Zeitung" andeutete, frci' lich mit schlechtem Erfolg für sie selbst. Wie der frühere Humanitätsschwindcl wird dcr gegenwärtig!! Nationalität^ schwindet vorübergehen. Die Reaction kann nicht lange ausbleiben. — Man wird einsehcn, daß cs für cincn Staat cbcnso gefährlich ist, seine Glieder abschneiden z^ lassen, als sich dieselben mit Gewalt einrenken zu wollen» und dann wird mit der Ursache zum Deutschenhaß dies"' Haß von selbst verschwinden. Bis dahin — und das aller dieser Dinge erfüllte sie mit einer plötzlichen Sym« pathic für den Capitän — Thränen stiegen ihr auf und verdunkelten den strahlenden Glanz ihrer Veilchcnaugen, ihre Mundwinkel sanken trostlos herab. „Es thut mir leid, Herr Capitän, ich verliere mit Ihnen einen Freund." Sie sagte eS abgebrochen und oh! mit solch' eincm lan« gen, tiefen, zitternden Seufzer aus der Tiefe ihres Mäd« chenherzens herauf! „Mademoiselle hat viele Freunde," erwiderte der Capitän. indem er seinen drahtartigcn, geraden Schnur-bart ü. 1'llmporour drehte. „Ich weiß es nicht," antwortete Lorlotte lebhaft und naiv. Ich habe Madame in unversöhnlicher Weise beleidigt und ich fürchte, ich werde auch meine Bou< logner Freunde beleidigen; diese starken, sich selbst beherrschenden Engländer, wenn sie finden, daß ich verdrießlich und traurig und der Migraine unterworfen geworden bin (ich weiß es, die Kleinen werden Klappse und Püffe von mir bekommen), werden mir jede Stunde des TageS predigen und mich meistern und vielleicht, wenn sie finden, daß AlleS vergeblich ist, werde ich, wie Minie, fortgeschickt. Oh, es wird traurig, schrecklich seiu," schloß Lorlotte, indem sie ihr Köpfchen mit den Händen sinken ließ. denn sie hatte nicht so viel sagen wollen und sie wünschte die Thränen zu verbergen, welche, alle Dämme durchbrechend, in eincm schweren Schauer in ihren Schoß hinunterfielcn. ..Mademoiselle Lorlotle, versprechen Sie mir, eS mich sogleich wissen zu lassen," stammelte der Capitän. Vie schüttelte den Kopf mit einem schwachen Lä« cheln, wie wenn die Sonn« durch Wollen bricht. ..Ich wünschte, ich wäre nicht älter als Monsieur Hyacinth, oder ich wäre kein thörichter alter Verschwender gewesen, sondern hätte mcinen Sold gespart und — und — ich wäre etwas Anderes als ein knurriger Hund, dessen Gebell zwar schlimmer als scin Biß sein n-.aa. der jedoch nichtsdestoweniger die Umgebung durch scin Geheul beunruhigt," fügte dcr Capitän mit nutzlosem Bedauern hinzu. Lorlotte hörte im Augenblick zu weinen auf und sah auf mit Thränen, die wie Thantropfen an ihren Wangen hingen und mit vor Erwartung gleich einer gespaltenen Kirsche geöffneten Lippen, so daß dcr Capitän genöthigt war, seine Rede zu beenden: „Denn dann wäre es mir möglich, meinen kleinen Liebling zu schützen und zu hegen!" «Möchten Sie daS, Capitän?" rief Lorlotte mit einem Geben in dem klaren Metall ihrer Stimme. „Otme Zweifel, mein Fräulein." bekräftigte der alte Soldat seine Worte, obgleich er crschrack über seine eigene Kühnheit. „Ach! ich bin so froh und dankbar, möcht' ich sa< gen/' brach Lorlolte aus, mit einem purpurnen Erröthen über die Verrätherei ihrer unbesonnenen Zunge. „Ich war nicht so undankbar wie man glaubte, als Sie so edel auch gegen die Sünder waren und mich ertrugen und Mitleid mit mir hatten, als die Strafe meines Leichtsinns übcr mich kam. Ich bin der jungen Männer und der Seelengemcinschaft überdrüssig geworden und möchte nichts mehr mit ihnen zu schaffen haben. Ich be» darf nur einen braven und edlen Mann, den ich verehren und lieb haben lann, der für mich Sorge trägt, wie ich für ihn und sein Haus Sorge tragen will, wenn er eS mir gestattet. Was seine Zorncsausbrüche betrifft, f" fürchte ich sie nicht, da ich weiß, daß, obgleich er si^ nichts daraus macht, einen Russen zu erschießen oder einen Oefterrcicher zu erstechen, er doch absichtlich kein"' Fliege etwas zu Leide thun würde; und was das Unab' sichtliche betrifft, wenn er einmal toll wird und Jemals dem wehthut, ohne es zu wollen, sagen Sie selbst/' fügte Lorloltc mit dem größten Ernst hinzu, „ist es »ichl besser, daß es seine eigene Frau sei, die ihn kennt u»d cs ihm nicht übel nimmt, als ein Fremder, dcr sage" könnte, er thue cS mit Absicht?" So bestieg Madame zuletzt siegreich die Vrcs^ und der Capitün marschirte nicht nach Algier. Lorlolte hielt Wort. Sie sammelte des CapitänS zerstreute Fra>^ kcn, handelte nnd feilschte für ihn, hielt seine Zimniel frisch und freundlich, und seine Vefcstigungsmodclle und militärischen Denkschriften in wundervoller Ordnung Auch crschrack sie gar nicht bei der periodischen Wicdc^ kehr der Tollheitsanfällc des armen Mannes, sondern s" pflegte ihre Hand anf seinen Arm zn legen, bis er ^ rnhigt, besänftigt, mcsmerisirt war. Nein, Lorlotte blüh" so lieblich und frühlich und blicb so kindlich an dcS Ca-pitänS Ofen und in seiner Fensternische, bei seinen SP^ ziergängen und den ländlichen Festen, woran der 6aP>' tän nnd Madame Le Froy, in Folge der Verabredung mit Madame und Monsieur Duftont, Thcil nahntt^ daß Lorlotte den Capitün seiner alten französischen So^ datcnliebc für Blumen und Kinder nahezu untren machn', da sie selbst stets die frischeste seiner Blumen, das lm0' lichsle Gemüth unter Kindern blieb. 739 kann recht bald sein — behandeln Sic uns mit Nachsicht, wie man franke Kinder behandelt, denen man ein ungeberdiyes Schreien verzeiht, und glauben Sie mir ^ trotz Allem, waS unsere Zeitungen von uns sagen — wir sind besser als unser Ruf." Vom Reichsgerichte. Wien, 29. April. Im Jahre 1869 entdeckte man in der Staatsschul-benkasse, daß 5 Obligationen im Nominalwerthe von je 1000 fl. auf je 11.000 fl. erhöht, auch so in den Vü-chmi eingetragen waren, und daß sohin dafür seit Jahren wohl die Zinsen eingehoben, dagegen die Obligationen selbst "lcht zur Convertiruug gebracht wurden. -- Der Official Anton Hermann stand im Verdachte, die Fälschung vorgenommen zu haben und sollte dessen Verhaftung vorgenommen werden. Hermann schien anf dieselbe längst vorbereitet zu scin, denn als das Sicherhcilsorgan sich feiner bemächtigen wollte, nahm er eine Dosis Cyancalium und sank als Leiche zusammen. — Die eingeleitete slrafgerichtliche Untersuchung mußte eingestellt werden, da der Beschuldigte uicht mehr am Leben war. Die Hinanzverwaltung ordnete "ie Pefchlagnahme des Hermann'schen Nachlasses an und ^öffnete dem minderjährigen Sohne Hermann's, Clemens Hermann, daß das noch feinem Vater zurückgebliebene Ver-mögen von 40,000 fl. als Eigenthum des Staates angesehen werde, da der Verstorbene dem Staate einen Schaden von 50.000 fl. in Capital und 9400 fl. in unrechtmäßig behobenen Zinfen zugefügt habe. Dr. Prir, als Vormund l>es Minderjährigen, »nachte gegen diefe Verfügung eine Vorstellung beim Finanzministerium, doch dieses verfügte in einem Erlasse, daß gegen dicse Maßregel kein weiterer Nechtszug zulässig sei und daß sich derselbe auf Hosdecrete aus den Jahren 1841 und 1843 stütze. Dr. Prif, Welcher die Austragung dieses Conflictes auf dem ordentlichen Rechtswege anstrebt, wandte sich an das Reichs-äericht und machte geltend, daß hier eine Verfassuugs ^rletzung vorliege, da diese eigenmächtige Verfügung des Hwllnzministcriums offenbar eine Verletzung des tz 1 beg Gesetzes zum Schutze der persönliche» Freiheit in-dolvne, der Beamte aber so wenig wie jeder Andere >einem ordentlichen Nichter entzogen werden dürfe. "- Hierliber fand nun heute vor dem Reichsgerichte eine "erHandlung statt. Der Gerichtshof war gebildet aus den Herren Baron Apfaltern, Vorsitz; Baron Hye, Referent; vofralh Kicchcl, Vicepräsident Eleyrer, Advocat D. Dol-^z, Präsident Ritter v. Merkel, Professor Heyßler. Dr. ^eunaltowöti, Dr. Suppan und Hofrath Unger, Schrift-siihrer Sectionsralh Dr. Kanziani, Vertreter der Finanz-"°Nvaltung Dr. Rosas, Vertreter der Partei Dr. Prix. Nachdem Beschwerde und Gegenschrift verlesen waren U"o die beiden Vertreter ihren Standpunkt präcisirt hat-^,n, wurde das Verfahren geschlossen und die Publication "es Erkenntnisses auf Montag 10 Uhr Vormittags anberaumt. Das Reichsgericht erkannte, es lirgc die Verletzuug eines verfassungsmäßigen Rechtes nicht vor, daö Gesetz zum Schutze der persönlichen Freiheit findet in diesem Falle keine Anwendung, da dieses Gesetz ausschließlich auf die Freiheit ber Person, nicht aber auf vermögeusrechtliche Ersatzansprüche Anwendung findet. Hagesneuigkeiten. — (Erfolgreiche Schatzgräber ei.) Dieser ^age starb, wie die „Salzbg. Ztg." erzählt, zu Mödlham bei Eeekirchen' ein Bauer, kinderloser Witwer, der, wie ^erhaupt in seinem Thun und Lassen ein Sonderling, mn Gelo nicht wie andere vernünftige Menschen gegen Here Hypothek fruchtbringend angelegt, fondern buchstäblich ^'llraben hatte. Gleich nach feinem Verscheiden begann "her von Seite der Erben die Schatzgräbern im Hause ^ wurde auch bald eiue Menge aller Sechser, Zwan> ^er und Thaler in. Betrage von 20.000 Gulden aus ^'" kühlen Schoße der Erde zu Tage gefördert. Wahr-^einlich dürfte cin Theil dieses Schatzes bereits von sei-klu Vater, der noch cin sonderbarerer Kautz war, verüben ^^^^, s^,,^ denn ein großer Theil der Geldstücke ^ durch Grünspan und Schmutz zu förmlichen Klumpen ^solntnengewachscn und mußte behufs gerichtlicher Abzäh-""g vorerst in kochenden! Wasser von einander gelöst und Elchen werden. s — (Endlich doch vcrurtheilt.) Vor den Assi« '? zu Catanzaro waren im Jahre 1868 nicht weniger ^ 58 Brigantm abgeurtheilt worden. 50 wurden zu "^jähriger Zwangsarbeit, 8 züm Tode wegen einer Uu< « yl ^ Verbrechen verurlheilt. Die letzteren recurrirten . s,!"al; zweimal verwarf der Cassationshof das gegen sie « Mte Urtheil und erst, als in außerordentlicher Sitzung ^.^ssisen nochmals gegen sie auf Todesstrafe erkannt d.I 5 ^tätigte der Cassatioushof in Neapel am 26. April ^ Erkenntniß. C. ^~ (Allerlei aus Paris.) Mehrere Blätter der N^'"""e verlangen die Zusammenberufung der Pariser d "" "' um über die Fortdauer des Kampfes zu entfchet, siilM """ps" fordert einen fünfundzwanzigtägigen Waffen-der ^ öur Wahl einer neuen Commune nach dem von die ^. ^"aloersammlung erlassenen Gesctze, welche dann Vlu . .^^uung auf Vasls der Erhaltung der Republik, der bt^ipalfreiheiten und einer vollständigen Amnestie anstre- Letzten Sonntag fand iin 3healer der Porte St. Mar-tin eine komische Scene statt. Ein Regisseur trat vor die Rampe, um dein Publicum irgeud eine Anzeige zu macheu. „Meine Damen und Bürger", begann der höfliche Mann, als das gan^e Publicum ihn mit dem Rufe unterbrach: „Nicht Damen, sagen Sie Bürgerinnen!" Ueber die Anrede hinausgehend, fuhr der Regisseur fort: „Fräulein Ar-nould läßt" . . . Neue Unterbrechung: „Es gibt keine Fräuleins! Bürgerin Arnould!" Dem Regisseur traten die hellen Schweißtropfen auf di> Sinin-, er fäugt von Neuem an: „Bürgerin Arnould, ziünstlerin des Palais Noyal" ... Das Publicum brüllte: „Kein Palais Royal." Der Arme zo?, sich gänzlich außer Fassuug stumm zurück. Die Klage über Mangel au Munition tritt in Paris immer ernster hervor, Einzelne Commandanten erklären, daß sie vor Allem Pulver, Gewehre und Kanonen haben müßten, wenn sie kämpfen sollten. Nach dem Pariser „Gaulois" besteht das ausländische Element, welches der General Cluseret unter das Bauner oer Eommuue eingereiht, aus 25- bis 30.000 Manu, nämlich 1.8.000 Garibaldinern, 7000 Engländern und irischen Fenicrn, 1200 Griechen, 600 Amerikanern uud 600 Deutschen, Spaniern und anderen Nationalitäten Angehö-. rigen. Dieselben sollen bis j'tzt noch nicht im Kampfe gewesen sein, sondern eine Art von Reserve bilden. Gegenüber der Pariser Nachricht, daß 300 Soldaten in Liuicninfanlerieuniform über die Champs-Elysees zogen, und daß diese Soldaten von der Versailler Armee waren, kann die „Ngence Havas" aus sicherer Quelle versichern, daß in der Versailler Armee seit der ersten Aprilwoche keine Desertion vorkam. Ein radicaler Club, welcher bisher seine Sitzungen in der Salle Moliöre gehalten hatte uud sich wahrscheinlich die Kosten für den Saal ersparen wollte, verlegte am 26. April ohne Umstände seinen Sitz nach der Kirche St. Nicolas des Champs. Hier wurde die Marseillaise ge-snngen und dann die Discussion eröffnet. Auf der Tagesordnung stand eben „die Prostitution und die Mittel, sie auszurotten." Der Erz bisch of von Paris ist angeblich wieder in Freiheit gesetzt. Locales. Gemeinderathssitznnst vom 2. Mai. Vorsitzender: Bürgermeister Deschmann. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung nimmt Bürgermeister Deschmann das Wort, um den Gefühlen der Trauer über deu Perlust eiues ausgezeichneten Mitbürgers Ausdruck zu geben. Dieser sei der Sieger von Lissa, Admiral Tcgetthof, der sich im Frieden unvergängliche Verdienste um die österreichische Marine und im Kampfe l'ei Lissa, durch welchen er nicht nur das österreichische Küstenland, sondern auch unser zunächst bedrohtes Vaterland rettete, einen unsterblichen Namen erwarb. Er habe nach dem Hintrilte des Helden der Witwe desselben das Mitgefühl durch ein Veileidö-fchreiben ausgedrückt uud hoffe, hiemit uur im Sinne der Gemeindevertretung gehandelt zu haben. Der Gemeinde-rath werde gewiß mit Begierde diesen öffentlichen Anlaß ergreifen, um seinen Gefühlen über den unersetzlichen Verlust für Oesterreich Ausdruck zu leihen (Beifall — die Gemeinderäthe erheben sich von den Sitzen). Sodann widmet der Vorsitzende dem Hingeschiedenen Gemeinderathe Dr. Nikolaus Recher einen warmen Nachruf, indem er seine Bürgertugenden, Charakterfestigkeit, Ge« sinnungstüchtigkeit, gemeinnütziges und humanes Wirken beleuchtet. Es wird nun zur Tagesordnung übergegangen. Auf derselben stehen zuuächst: 1. Die'Wahi des Vice-bürgermeisters; 2. die Bilduug der Sectiouen; 3. Wahl eines Mitgliedes des Bezirksschulrates; 4. eines Mitgliedes der Stenerreguliruugs-Bezirlöcomnlission der Stadt Laibach. Zum Vicebürgermeister wird Dr. v. Kalteueggcr gewählt, der erklärt, die Wahl anzunehmen. In die Sectionen werden gewählt: 1. Magistralsscction : Dr. Ritter v. Kallenegger, Fink, Stedly, Terpin, Laßuik. 2. Personal- und Nechlssection: Dr. Ritter v. Kalten-egger, Dr. Pfeffere»-, Dr. Echöppl, Dr. V. Schrey, Dr. Sup-panlfchitsch, Dr. Suppau, Dr. Schaffer. 3. Finanzseclion: Dr. Schöppl, Dr. Suppau, Dreo, Leskovic, Stcdry, Terpin, Laschan. 4. Bausection: Stcdry, Bürger, Laßnik, Mallitsch, Milusch, Pauer, Samassa. 5. Armenseclion: Samassa, Goltsch, Hansel, Komar, Mahr, Lcskovic, Tcrpin. 6. Polizeisection: Dr. Keesbacher, Billina, Pauer, Dr. Pfesferer, Laschan, Dr. v. Schrey, Dr. Suppantfchitsch. 7. Schulsecliou: Dr. Schaffer, Dr. Ritler v. Kaltem egger, Dr. Keesbachcr, Mahr, Pirker, Dr. Euppa», Lafchan. In das Tivoliverwaltuugscomilö werden gewählt: 8. Mallilsch, Laßnik, Samassa, Terpin. Zum Mitgliede des Bezirksschulrates wird gewählt GR. Regierungsrath Laschan und zum Mitgliede der Steuerregulirungs-Bezirkscommission der Stadt Laibach, Herr pensionirter Baubeamle Ieuniker. Vorträge der Fi n auzsect io u: ' GR. Dr. Schöppl referirt k) über die Einladung des Troppauer Gemeinderathes wegen gemeinsamen Vor« gehens in Betreff der Besteuerung von Filialm und Agentien der Crcdilinstilule und Versicherungsanstalten, wornach angestrebt werden soll, daß die bisher von den Gesellschaften in ihren Standorten gezahlte Einkommensteuer künftighin nach den Standorten ihrer Filialen oder Agentien getheilt und dadurch die Auflegung von Communal-steuern auf diefelbeu ermöglicht werdeu M. Referent erklärt sich gegeu den Antrag des Troppauer Gemeinderathes, weil einestheils Creditinstitute hier, abgesehen von der Nationalbank, keine Filialen haben, dann auch hier noch keine Communalzuschläge zu directen Steuern bestehen und daher ein diesfälliges Einschreiten von hier aus, eiuer stichhältigen Begründung crmangeln würde. GR. Stedry erklärt sich mit Hinsicht auf Zukunft«, eventualitäteu für Zustimmung zu dem Troppauer Än< trage. Referent hält feinen Antrag wegen der Kleinlichkeit des vorgeschlagenen Schrittes und seiner Consequenzen, welche zuletzt auch auf einzelne Personen erstreckt werden und da« durch zu Verationen führen könnten, ausrecht und derselbe wird bei der Abstimmung mit grußer Majorität angenommen. Ebenso werden die übrigen Anträge der Finanzsection a) wegen Abgehens von Nückersätzen der HauseigenthUmer für Tiefcrlegung von Canälen, d) wegen Abschreibung eines uneinbringlichen Vorschusses von 32 fl. 50 kr. und c) we» gen der Kanzleirechnungen pro October, November und De» ccmber 1870 angenommen. Vorträge der'Schulsection: GR. Dr. v. Kaltenegger referirt: 1. Ueber den Stand der Voreinleitungen zum Vau eines neuen städtischen Schulyebäudes. In der Sitzung vom 21. März wurden bekanntlich die Anträge der Schulseclion in Betreff Ankauf eines Bau< grundes am Zois'schen Graben, Beauftragung des Magistrats mit den Erhebungen bezüglich der Erwerbung des erforder» lichen Baugrundes und dessen kostenfreier Ab- und Umschre»« bung, dann Verfassung eines Bauprogrammes durch deu Stadtingenieur mit Bciziehung der Schulsection und von Mitgliedern des Lehrkörpers und Vorlage desselben, ange» nommen. Der Neferent legt nuu im Namen der Section die gegenwärtige Sachlage dar. Laut Protokoll vom 12. März haben die Besitzer der zum Baue in Aussicht genommenen Grundparzcllen sich bereits bis auf einen zu deren Ueber» lassung an die Stadtgemeinde gegen den Preis von 15 fi. pr. Qnadrattlaftcr erboten; die zur lastenfreien Ab- und Umschreibung erforderlichen Erklärungen tonnten jedoch noch nicht erwirkt werden. Was das Programm betrifft, so wurde es von der Schulsccliou mit Äeizichung der Experten festgestellt. Seine wesentlichsten Punkte sind, daß das Gebäude nicht unmittelbar an der Straße, sondern mit einem Vorplätze von 4 — 5 Klaftern Weite aufgeführt werden, daß es ein gewölbtes Hochparterre und 2 Stockwerke, in diesen 8 Lehrzimmer in Quadratform von je 20 Quad.-Klafter Fläche und 12 Schuh Höhe für 80 Schüler berechnet, mit der Lage gegen Norden, 1 Direclionszimmer, eine Directors» wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, und ein Turnlocale umfassen soll. Es wird ein bezüglicher Situatiousplan zur Circulation in der Versammlung mit dem Bemerken vorgelegt, daß die für den Bau abzulösende Fläche 255 Q. K. beträgt, von denen 18 erspart werden könnten, wenn man das Echulgebäudc gerade dort aufsetzen wollte, wo die Krakauer Gärte» enden. Die Kosten auf Grund dieses Situationsplaneö würden für den Vau ungefähr 24.000 Gulden somit, den Ankauf des Vaugrundes inbegriffen, 30.000 fl. betrageu. Da die Frage der kostenfreien Ab- und Umschreibung der fraglichen Parzellen noch nicht geregelt fei, fo könne gegenwärtig noch nicht bestimmt werden, wie viel Grund, fläche anzutaufeu fei. Die Section stellt daher folgende Antrage: Der Gemeiuderath wolle beschließen: 1. Der Magistrat habe binnen drei Tagen diejenigen Grundbesitzer, welche sich laut Protokoll von, 12. März zur Ueberlassuug ihrer Gründe erklärt haben, einzuvernehmen, ob sie in eine einmouatlichc Fristverlängerung bezuglich ihres Anbotes einwilligen und 2. für den Fall, daß sie nicht einwilligen, den Bericht an die Schul, und Fiuanzsection zu erstatten, welche 3. sodann die definitive Beschlußfassung des Gemeinderathes über den Ankauf einzuholen habe. GR. Dr. Suppan spricht für sogleiche Annahme des Anbotes der gedachten Grundbesitzer, jedoch unter der Bcdiuguug, daß diese Annahme keine rechtliche Wirkung haben soll, wenn bei einem oder dem andern sich die Un< Möglichkeit der lastenfreien Ab- und Umschreibung zeigen sollte, und formulirt einen Antrag in diesem Sinne. GR. Laschan beantragt Erwirkung einer zwei« monatlichen Fristverlängerung und seinerzeitige Auflegung de« Bauplanes durch acht Tage. Der Ref e reut spricht gegen den Antrag Dr. Sup. pans wegen der Mißlichkeit einer solchen bedingungsweisen Verabredung und accomodirt sich Übrigens auch einer zwei« monatlichen Fristverlängerung. Nach längerer Debatte wird der Antrag der Schulseclion mit dem Zusatzantrage Laschans angenommen. Dr. v. Kaltenegger referirl: 2. Ueber Ausschreibung der erledigten Schuldienersstelle an der hiesigen Oberrealschule, welche nach dem Antrage beschlossen wird, womit die öffentliche Sitzung um 8 Uhr chließt. 730 — (Spende.) Dem hiesigen städtischen Armenfonde wurde von der löblichen Sparkasse daö auö Anlaß der aus» gestellten Nealschulpläne eingegangene Eintrittsgeld von 50 Gulden 40 kr., und vom Bürgcrkränzchcncomito aus dem diesjährigen Reinerträge 150 st, gewidmet, worüber Namens der Armen der Herr Bürgermeister öffentlich dankt. j — (Beförderung.) Herr Karl Pölz, ein gebor-ner Kramer, ist im Regimente Erzherzog Franz Karl Nr. 52 zum Oberstlieutenant befördert worden. — (Falsche Banknote n.) Auf dem Markte am vergangenen Montag verkaufte ein Ba'uerlein eine Kuh um 50 st. Ter Käufer ersuchte den Bauer, ihm die Kuh zum Gasthause nachführen zu lassen, dort werde er auch bezahlen. So geschah es; der Käufer zählte dem mitgeschicklcn Knechte fUnf neue Zehner hin, die diefer seinem Herrn übergab. Als später der Bauer bei einem hiesigen Kaufmann mit dem gelösten Gelde eine Partie Kleesamen bezahlen wollte, stellte es sich heraus, daß alle 5 Zehner falsch, fchr gelungene Federzeichnungen waren. Die behördliche Anzeige wurde sofort erstaltet, abcr der unredliche Käufer hatte sich mit der Kuh bereits aus dem Staube geinacht. — (Erledigte Stellen.) Zur Wiederbesetznng der Notarsstelle in Tscheruembl wird dcr Concurs bis 25. d. M. mit dein Bemerken ausgeschrieben, daß der Notar bis auf weiteres auch die Nolarögcschäfle in Mottling zu besorgen haben wird. — Gemeindediener in Iirtnitz. Gehalt 200 st., Nebenverdienst. — (Gurkfelder Feuerwehr.) Die Stadtre-prilsentanz in Gurkfclo hat in der am 30. April abgehaltenen Sitzung zur Beischaffung der Ausrüstung für die Steiger der nrucreirtcn Feuerwehr einen Beitrag von 100 Gulden bewilligt. — lHosfile Thierreste.) Das lrainische Landes-Museum erhielt dieser Tage vom Herrn Ingenieur Pri» bil ein Stück Braunkohle mit drei darin steckenden, dicht anschließenden Zähnen einer vorweltlichen Thierart, der Tertiärperiode angehörig. Der höchst interessante Fund wurde vor Kurzem in dem von einem Laibacher Consortium betriebenen Kohlenbergbau zu Trifail ge-machl, und es wäre zu wünschen, daß auch die weiteren daselbst allenfalls noch vorsindlichen fossilen Neste für die Wissenschaft nicht verloren gingen. Bekanntlich gehört das Trifailer Kohlenbecken jenem ausgedehnten Kohlenzuge an, der sich an der lrainisch-steierischen Grenze hinzieht. Vor etlichen Jahren wurde in Möltnig ein Kinnbackenstück mit den Zähnen eines Wiederkäuers gefunden und an das Museum eingesendet. Die jetzt gefundenen Zähne gehören einem Pachydcrmen (Dickhäuter) au. Eine sorgfältige Samm»! lung aller solcher Funde würde uns auch Über die höhere Thierwelt Aufschluß geben, welche jene riesige Vegetation beherbergte, von der das Maleriale zu den Kohlenablagerun-gen herrührt. So wie letztere, nach den Pstauzenabdriicken der die KohlelMtze begleitenden Schiefer zu fchlicßcn, einen von der jetzigen Flora jener Gegenden völlig verschiedenen Charakter an sich trug, war auch die damalige Thierwelt durch Repräsentanten vertreten, deren Tvpen sich nur mchr in den tropischen und subtropischen Gegenden erhalten haben. — (Schlußv er Handlungen beim k. t. Lan» desge richte Laibach.) Am 3. Mai. Michael Stametz : Todlschlag. — Am 4. Mai. Josef Zaverl: fchwere körperliche Beschädigung; Matthäus Kauciö und Lorenz Wester: schwere körperliche Beschädigung; Josef Podobnil: Vergehen gegen die Sicherheit des Lebens. — Am 5. Mai. Peter Malar und drei Genossen: schwere körperliche Veschädi' gung; Johann Dolinar: schwere körperliche Beschädigung. Korrespondenz. * Adelsberg, 1. Mai. Auch bei uns ist es Frühling geworden. Der Buchenwald belaubt sich allmälig, wiewohl die Höhen des Iavornit und des Nanos noch weiß durchschimmern vom winterlichen Schnee; die Obstbäume stehen I in voller Blüthe, die Wiesen grünen und die Gärten liefern auch schon das erste zarte Grün in die Küche. So verbreitet das Grün des Frühlings sich über die Landschaft, nur etwas haben wir, das der lebenöweckeuden Kraft der Natur trotzt, den Karst. Seine Felfen bleiben grau, sie würden nichts wissen vom Frühlinq. wenn nicht hin und wieder die Decke kurzer Gräser >ic spärlich umzöge, die aber laum aus der Ferne wahrnehmbar ist für das Auge. — Gestern Abend vertündelc uns ein Zapfenstreich der hiesigen Musikbandc, daß der „holde Mai" vor den Thoren sei; eine hierauf im Hotel Doxal von dcr Frau Hoteliöre arrangirte Tombola, zu welcher dieselbe sehr geschmackvolle Gewinnste gespendet hatte, versammclte eine sehr zahlreiche Gesellschaft und ergab für die Abbrändler von Präwald den hübschen Reinertrag von mchr als 50 st. Man trennte sich erst, als Mitternacht schon vorüber nnd die crste Stunde des Wonnemondes angebrochen war. — Der Mai führte sich übrigens hente auf elwas außergewöhnliche Weise ein, er läßt seinen Geburtstag mit rollenden Donnern verkünden, es regnet, schneit und warf fogar einige Schlossen, die den Blüthen übel bekommen dürsten. Die Abnormi-! täten in der Natur scheinen heuer außergewöhnlich aufzutreten, es sieht fast aus, als wolle auch die Natur ans dem allen Geleise heraus, als nähme auch sie etwas an vou dem extravaganten Charakterznge der Zeit, in der wir leben. — Die Spuren des vorjährigen verheerenden Brandes beginnen sich — Dank den reichen Spenden so vieler Wohlthäter — allgemach wieder zu verlieren, und wie in so vielen Orten auf dem Lande fcheint auch hier die vorjährige Feuersbrunst theilweise die Mission einer Ortsverschönerungscommission übernommen zu haben. — Und nun schließe ich diese Zeilen, die nur bestimmt waren, Ihren Lesern ein Lebenszeichen von dem Adelsbcrger Corre-spondcnten zu geben, der im Sommer vielleicht interessanteren Stoff für Sie haben wird. Neueste Post. (Original - Telegramm der „Laibacker Zeitung.") Wien, H. Mai. Die ..Wiener Abendpost" sagt anläßlich der Meldung der Vlatter von einem amtlichen <3irculare wegen Existenz vines angeblichen Geheimbnndes, daß diese Sache von ganz nntergeordnetcr Bedeutung sei und keineswegs die vun den Blättern daran geknüpften Vemerkungeu rechtfertige. Die (Zentralstellen erhalten eine Menge Mittheilungen aus den Provinzen, deren Nichtigkeit die Zentralstellen nicht untersuchen köuuen. Dahcr ist rS natürlich, daft in solchen Fällen die Proviuzbehördeu angegangen We den, Or-kuudigungel. einzuziehen u»»d daS Amtzu handeln. In der heutigen Vtrichsrathbsitzuug wurden in den Ansschusf betreffend die Vandtagö Iui tiatlve «ach vler HVahlgängen gewählt: Franz Groß, Herbst, Sturm, (5'dellnaun, Hveeber, Demel, Wodzicli, Hyblikiewirz, Nechbauer, <5zerkowski, Vreftl, Vidulich, (5hlumetzky. Ho »odyöki, ^zaitowsti, Dinstl, Lasser, OiSkra. äiuranda, Kuenburg, Klier, Vanhans, Wolf-rum, KielmannSegge. Versailles, Montag Abends. Die Caftitula-lionsuiltcrlMdluligen mit Fort Issy wurden dcfiniliv adgcbrochcn. Die Kanonade hat wieder begonnen. In Vyon brach gestern eine Emeute ans; dic Ordnung wurde jcdoch rasch hergestellt. Die Municiftalwahlen in dcn Departements am 30. April sind conservativ republikanisch ausgefallen. — In Paris wurde Cluscret adgcsetzt, verhaftet und durch Rosscl rrsctzt. Cecilia wnrdc zum Commandanten des Forts Issy ernannt. London, 1. Mai. Daö Unterhaus genehmigte dic Erhöhung dcr Einkommensteuer. Telegraphischer Wechselcours vom 2, Mai. 5perc. Mctalliqncö 59.15, — 5perc Metalliqntö mit Mai-mid Nouember-Zinscn 5!) 15 — bperc, National-Nnlehm 68,80. — 1860er Siaatö-Anlehcu 97.25. — Bankactien 748. - Errdit-Acliin 281.10. — London 124.li0. — Sillier 122,35. — K. l Milnz-Ducaten 5.88'/,. — Napolcond'or 9.91. Handel uüh Verlosung. (18 60er Staa tslose.) Bei dcr am 1. Mai vorgc-nommrucn 22. Verlosung dcr GewinnNummern dcS Staai^ Luttcrie-Äülehens vom Iahrc I860 wurden auö den gczogcncil 65 Snicn Nr. 5^3 517 572 752 8!9 951 975 1612 2010 ^402 2561 25«? 2605 2077 3131 4080 419«! 433!) 5069 51?> 5l88 5321 5664 5788 579" 598', 6115 6229 6.->80 6990 7054 8130 822! 9144 9515 9557 !'?!4 11062 11065 I1N6 111?s 11,^36 12239 12330 12467 12625 12878 13339 13383 13453 13670 14201 14407 15200 I552l 16944 17616 18214 1839? 15763 18791 19077 19124 19363 mid Nr, 19492 nachstehende 50 Gewinn^Niimmcrn mil den neben bezeichneten Gewinnen l» österreichisch^' Währung grzogcn, und zwar sicl o?r Hanptlrrffcr mit Hftft Wtt fl ans Serie 1367) Nr. 4, der zweite Trefftt' mit 5O.<><»<> sl, auf S. 5664 Nr. 14 und dcr drille Treffer mil 25.0W fl, auf S. 7054 Nr. 17; ferner gewinnen je 10.000 fl.: S. 8- Serien eitt hallenen nnd hier nichl liesoudcrö aufgeführten 1250 Gcwin»^ Nuinmeru dcr Schulducrschrcidnngen fällt der geringste Gewinn von lc «00 fl, ö. W. NudolfSwerth, 1. Mai. Die Dnrchschn!tts-Preise stelllen sich auf dem hnitigrn Marlte, wie folgt: si. lr. l st. lr7 Weizen pcr Melden 5 , 80 ^ Butter pr. Psnud . ! — 4,'» Korn ., 4 66 Eier pr. Sliict . . ' - 1 j Gerste „ 3' 50 Milch pr Maß . — , W Hafer ,. 2 10 Rindfleisch pr, Psd, - , 24 Halbfrncht ,. 4 90 Kalbfleisch ., — 26 Heiden ,. 3 - Schweinefleisch .. .^ ^ Hirse „ 3 9l> Schöpsenfleisch ., — 2^ Knlurutz „ 4 — ^ Htihndel pr. StilÄ — 35 Erdapfel „ 2 20 Tanbcn „ - 24 linsen „ —! — Heu Pr, Eentncr . 2 20 Erbsen ,.-------- ! Stroh „ . 1 30 Fisolen ,. 4 80 Holz, hartes, pr. Klft, 6 50 Niiioöschmal; pr. Pfd, — 50 — weiche«, „ — -- Schwein sli.inalz „ -^46 Wein.rnthcr, pr. Eimer 8 ^ ^-, ^Nrlt, frisch, — —^—weißer „ 7-^ Speck, geräuchert Pfd. — 36 i Augekoulmeno Fremde. Am 1. Mai. «»««'„«<. Z)k Herren: Birtmayer, Pfarrer, St. Leoichart"-^ Cordula. Pferdehändler. Trieft. - Taucer, Pfarrer, Bai. -^ Cxdns, Ncalitätrnbesitzer, Broden. -- Triller, Notar, i!ack. — Äil)ii?pcrger, Wicn. — Alina, Graz. — Sagurc, Littai. -' Thomann, Steindüchel. — Stare, Manusburg. - Süß, Wien- — Podlioj, ^andstra^, — Zaghaft, Invalid, Agram. — Im mamr, Iglau, — Merk, Privatier, Wicn. - Icllouscheg, Ober laibach. — Fran Germ, Gutsbesitzerin. Nudolföwcrth. 84»«>T HVl,',,. Die Herren: ^urifsMski, Fabricant. Wicü, — Zunmnn, Kanfmann, Wien. — Graf ^ichienbcrg, Agrai». — itrenn, Acsitzer, Feistriz. — Waller nud Nhl, Kaufleute, Wien. Graf Pace, Privatier, Ponovic, — Blau, Kaufmann. Wien. 0 ., ., 1860 zu 500 st. . . 97.75 98. ,, „ 1860 zu 100 fl. . . 109 - 110.-., „ 1864 zu 100 fl. . . 12625 186.50 Staats-Domänen-Pfandbriefe zu 120 fl. ü. W. m Silber . . 123.- 123.50 «5. Grundentlastungs-Vbligationell. Filr 100 fl. Äcld Waare Oühmen . . . . zu5p 3>oa>> ^rllN^Iostvbs^llhn . . . 203 — 204 - Lembrrg-Hzfrn.cIMer-Hah'.: . 178.- 178.50 Llotzd. östrrr........387.— 388.- Ocsterr. Nordwcslbahu . . . 216 - 216.50 Nndolfs'Bahn......164,— 164.50 Sicbenbitrger Bahn .... 174.— 175.— Staatsbahu.......423.— 424.- Züdbahu........177.50 177 75 Siid-norod, Verbind. Bahn . . 181.50 182.— Theiß Vahu...... . 252.— 252.50 Ungarische Nordostbahn . . . 163.50 164.— Ungarische Ostbahn .... 85,75 86.- Tramway....... . 220.50 220.75 k'. Pfandbriefe (filr 100 fl.) Allg. ijsl, Bodtn-Lredit-Anstalt Geld Waarc rerloSbar zu 5 pEt. in Silber 106.50 106 70 dto.in33I.rllckz.,,u5pLt.iuö.W. 87.— 87.25 Nütlonulb. zu 5 pCt. ö. W. . . 92 60 92.80 lwg. Bod.-Hreb.-Anst. zu 5 V, pCt. 89.70 90.— V. Prioritätsobligationeu. Geld Waare Llis.-Weslb. in S. verz. (I. Emiss.) 94,— !'5.— Fcrdiuands-Norbb. in Silb verz. 106.25 106.50 ssvc»nz<>'°sephS'Ä^hn .... 97.— 97.25 A.Hat^ul.V.N.i.G.^rz.' ^''. 104.75 105,25 Oeficr-c. ss^rd»fft!'»h» , , . 96.— 96.25 Geld Waarc Sirbenb. Vahn in Silber verz. . 89.- 89.25 Staatsb. G. 3"/» ^ 5>00Fr. „I, <3m. 139,25 139.75 Siidb.G, 3'/, i. 500 Frc. pr. Stilck112 30 112,^0 Südb.-G. ^ 200 fi.z. 5",^ für 100 ft. 90.10 90.^ Sildb.'Bons 6°/, (1870-74) 5 500 FrcS pr. stilck , . , 241,- 242.^ Ung. Ostbahn fllr 100 fl. . , 84.90 85.2" ». Privatiose ^per Slitct.) liredilanstalt f. Handel n. Gew. Geld Wo«"' zu 100 fl. o. W......163 50 164.^ Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 15. - 1l> >'" Wechsel (3Mon) Geld W°°" Augsburg fllr 100 fl sildd. W. —.— —^ Frantsurt a.M. 100 st. dettc, 104.40 104" Hamburg, für 100 Mart Banco 92— 92.1" London, sill, 10 Pflmd Sterling 124.90 >25.^ Paris, sür 100 Francs . . . —.— -"'"" Geld Ma»" K. Münz.Dncattr . 5 fl. 88j'r. 5fi. 89j". Napoleonsd'or . . 9 ., 91 ,. 9 „ 9^ " Prenß. Easscllschcine, 1 « «4 .. 1 « »^'. " öilvcr . ^22 .. 35 „ ,22 . l>0 „ tkraiuischc Grundeittlastuugl! - Obligatimlen, P"' ^«»..tlf.m«: »6.- Gelb. - Wanre,