Laibacher Zeitung. ^' R33 Montag am «4. Juni »8 5« <^.!. Y^'s,«^«5 ?«.^....'" ^.^„'nt »lit «nsnahmo der Soil!!- „Ilt, F.icrtaqe, täglich, um, lostet sanlNlt den Ätila
. entrichte,,. M it der Post Por tollen zo an o,», ^ ' ' ssreiubano »no gedruckter Adresse 15 fl.. halbjährig 7 st. 30 kr. — In serat>o»sgeb»h r für eine 3vc,lten,eile ober de» Naom derselben fiir ein-V' '^l»'^ tt.x/.'t sr f»r zw.>»ialige 4 lr., siir dreimalige 5, sr. (5. M. Inserate bis «2 Zeilen foste» l sl. fiir 3 Mal. .><» kr. snr 2 Mal und 40 kr. fnr , Mal „»lzilschalten ist »ach dein „provisorischeu Gese^c vom ll. Novcml'cr l. I. für IüsertioüSstämPcl" noch ll» lr. sür einc j.d.s,na!ige Einschaltung hinzu zu rechnen. Amtlicher Theil. ^Ve. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 1. Juni d. I., den Pfarrer von Nyiregyhüza, Johann Perger, zum Archidiacon von Szabolcs zu ernennen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mitelst allerhöchster Entschließung vom 2. Juni d. I. anzuordnen geruht, daß der Frau Maria Hedwig Vretschn eider, welche zur Gründung von Strafcolonien ein Capital von 20.000 fl. in 6perc. Metall.-Obligationen unter der Bedingung gewidmet hat, daß längstens binnen zwei Jahren zur Ausführung dieses Unternehmens geschritten werde, für dieses patriotische Opfer zur Förderung gemeinnütziger Zwecke die besondere allerhöchste Anerkennung ausgedrückt werde. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom «. Mai d. I., die Errichtung einer k. k. Berg-, Forst- und Salinen-Direction für daS Großfürstenthnm Siebenbürgen, mit dem Sitze zn Klausenbnrg, allergnädigst zn genehmigen und zugleich zu befehlen geruht, daß derselben auch jene in diesem Großfürstenthume gelegenen Aerarial-Montan-Werke und Forste, welche dermalen unter der Ober-Administration des Inspectorat-Oberamtes von Nagy-Bünya stehen, untergeordnet werden. Nicktnintlieher Theil. Grundznste des Finanzplanes. " Wir entnehmen dem nichtamtlichen Theile der „Wiener Ztg." einen unverkennbar aus zuverlässigster Quelle geschöpften Anfsatz, welcher die Grundzüge des Finanzplanes andeutet, nach welchem die k. k. österr. Regierung bei der Regelung des Geld- und Finanzwesens unablässig vorgeht. Erst gegen die Mitte des Jahres 4831 sey es möglich gewesen, einen klaren Blick in die Zukunft zu thun und einen angemessenen Finanzregulirnngsplan zn entwerfen. Als vorbereitende Schritte werden diesifalls bezeichnet: die Zurückführung des Staatöpapiergeldes auf die zwei Gattungen unverzinslicher Neichsschatzscheine und der Münzscheine, und die größtmögliche Verminderung der letzterwähn-ten Gattung. Iu beiden Veziehnngen ist bereits Namhaftes geschehen: Das wesentlichste Mittel zur gründlichen Negulirnng könne zumeist und zunächst in dem Abschlüsse freiwilliger Anlehen erkannt werden; alle anders gearteten außerordentlichen und gewaltsamen Mittel, als außerordentliche Besteuerung oder Reduction des Geldwerthes hätten als durchaus uuan-nehmbar erkannt werden müssen. Der gefaßte Finanzplan bezeichne die Größe der nöthigen Anlehen, so wie dle Zeiträume, innerhalb deren sie sich zu folgen ha-^n; als erstes wird das zn London-Frankfurt im Betrage von 35 Mill. Gulden negociirte bezeichnet. Als zweites Moment des Finanzplanes wird die Con-solldatlon des Institutes der privilegirten Nationalbank hervorgehoben. Als drittes wird eine Reform des österreichljchen Münzwesens bezeichnet. Die Münzstätten des Auslandes, welche Münzen von geringerer ^eglrung erzeugen, finden an den österreichischen Sil-bermüuzen, bei deren Ankauf sie nur das Silber 'ucht aber das damit verbundene Kupfer bezahlen, "s möglichst wohlfeile Legirungsmittel, lind darum werden österr. Silberzwanziger, besonders die neu ausgeprägten, so häufig zum Behufe der Einschmel-zung ausgeführt. Damit dieß in Zukunft unterbleibe, soll die Ausprägung von Silbergeld mit dem vollen bisherigen Silbergehalte jedoch nur mit 10 Percent Kupferznsatz Statt finden. Das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Staates in das Auge zu fassen, sey ein Hauptbestreben der Finanzverwaltnng gewesen. Im Jahre I860 habe sich noch ein Deficit von 71 Millionen Gulden herausgestellt; die Staatseinnahmen betrugen damals nur 180 Millionen Gnlden. Im Jahre 1861 vermehrten sich diese bereits um 26 Millionen Gulden; nach den Ergebnissen in den ersten 6 Monaten des laufenden Verwaltungsjahres 1862 lasse sich eine weitere Vermehrung um 20 Millionen mit aller Wahrscheinlichkeit erwarten. Dieser Darstellung zu Folge würde das Deficit, falls die Staatsausgaben im Jahre 1862 unverändert dieselben blieben, schon anf «il-cil 26 Millionen herabgehen; da jedoch die laut a. H. Anordnung in den verschiedenen Verwaltungszweigen bereits eingetretenen Reductions» und Ersparnisse hiebei wesentlich in Anschlag zu bringen sind, so dürfte drr Zeitpunct, wo die Gleichstellung der Einnahmen mit den Ausgaben erfolgen würde nicht in weiter Ferne seyn. Correspondence«. Görz, 12. Juni. „ „ __ Ihr Triester Correspondent — ^ — hatte Ihnen bereits vor einigen Monaten die Nachricht mitgetheilt, daß mehrere Gemeindevorstände und Insassen des Küstenlandes beschlossen hatten, einen Verein zur Bewaldung des Karstes zu bilden, und daß in Sessana eine oder mehrere Versammlungen gehalten und unter dem Vorsitz des Hrn. v. Persa die Statuten der Gesellschaft angenommen wurden. Nun bin ich in der Lage, Ihnen die erfreuliche Nachricht mitzutheilen, daß von Seite der Regierung die Gesellschaft anerkannt, ihre Statuten genehmigt und ihr die kräftigste Unterstützung versprochen wurde. Die Regierung gibt sich zugleich der Hoffnung hin, daß der Verein, welcher vorläufig den Karst des Görzer Kreises und des Triester Stadtgebietes in seinen Wirkungskreis nahm, anch daS Karstgebirge von Istrien in das Gebiet seiner Unternehmung einbeziehen werde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Bewaldung so ausgedehnter nackter Gebirgsketten an viele Schwierigkeiten stoßen muß; wenn aber jetzt die Bewohner, vereint mit der Regierung, mit Ausdauer wirken wollen, es wird ihnen doch gelingen, die Aufgabe allmälig zu lösen. Damit der Verein den Umfang seiner Aufgabe näher kennen lerne, hat die Negiernng einige zur Bewaldung des Karstes bereits geleistete Vorarbeiten und einige zu diesem Behufe erhobene Daten ihm zur Verfügung gestellt, welche der Gesellschaft gleichsam als eine Grundlage zum weiteren Wirken darbieten dürften. Aus jenen Daten ersieht man, daß sich der unfruchtbare Theil zur ge-sammten Karstfläche wie 1 -. "/^ verhält, daß über die Hälfte des Karstbodens ein Eigenthum der Gemeinde bildet, und daß sich der Viehstand bedeutend vermin, dert habe. Was die Verminderung der HauSthiere anbelangt, wurden bereits Erhebungen über dessen Ursachen und über die Maßregeln eingeleitet, welche zur Hebung derselben etwa getroffen werden könnten. Zur Erreichung des Zweckes wird der Verein manchen guten Gebrauch von einem Entwurf eines Gesetzes zur Wiederbewaldung des Karstes machen können, welcheu der k. k. Wald- und Nentmeister, Hr. Joseph Koller, verfaßt hat. Wie ich aus guter Quelle erfahre, steht jetzt eine kurze populäre Anleitung zu Holzpflanzungen in der Verhandlung, welche unter die Jugend vertheilt werden soll. Die Landgeistlichkeit und die Schullehrer sollten dann alles Mögliche aufbieten, damit überall Baumschulen angelegt und die öden Bodenstrecken mit den daraus gewonnenen Setzlingen bepflanzt werden. Wenn anch die starke Bora auf einigen Stellen das Gedeihen von Bänmen verhindert, so könnte man demungeachtet versuchen, leichter aufkeimende Gesträuche, wie z. B. die Wachholder-staude zu sitzen und in einer Reihe von Jahren würde man doch selbst in den ödesten Gegenden einen Fortschritt bemerken müssen. Nachdem also die Regierung dem Vereine seine kräftigste Stütze zugesagt hat, läßt sich jetzt mit Zuversicht hoffe», die Gesellschaft werde mit Muth und Ausdauer zu Werke gehen und den Segen der künftigen Generationen ernten. Trieft, 11. Juni. V^T Iu den verflossenen Tagen wurde hier eine Dienstlnagd von einem Hunde in einen Finger gebissen und von den Aerzten in das Hospital gewiesen. Man weiß zwar „icht, ob der Hund, von dem sie gebissen wurde, wulhkrank war, denn er wurde, trotz der wiederholten Ermahnnngen, daß die der Wasserscheu verdächtigen Hunde nicht vertilgt, wohl aber vorsichtig beobachtet werden sollen, ob sie wirklich vvn der unheilbaren Krankheit befallen sind, doch von seinem Herrn allsogleich umgebracht. Es leuchtet von selbst ein, welche Furcht die Unglückliche auszustehen hatte. — Wir bemerken nicht nur, daß noch immer eine Menge ohne gesetzlich vorgeschriebenen Maulkorb in der Stadt herumlaufen, sondern wir hatten auch Gelegenheit, zu sehen, daß sowohl der Wasenmeister, als auch der Polizeiwachter selbst, bei ihrer Pflichterfüllung vom Pöbel insultirt wurden, bis nicht ein Gensd'arm erschien, dessen Annäheruug genügte, um die Gesetzwidrigen in die Flucht zu sez> zen. Wir sind leider zu sehr überzeugt, daß den Verordnungen nnseres Municipiums hinsichtlich des Tragens von Maulkörben wenig Gehör gegeben wird, und sehen im Voraus, daß, bis die Hundesteuer in Triest nicht eingeführt wird, sich die Zahl der Hunde, statt zu vermindern, noch vermehren wird. Ein hiesiger Correspondent des Wiener „('orricrk llnlinm," schreibt über diesen Gegenstand Folgendes: Mir wissen wohl zuverlässig, daß die Einführung der Hundesteuer bei uns vorgeschlagen wnrde, aber der Stadtrath hat darüber noch nichts entschieden, und wir wollen hoffen, daß er es baldigst thun werde. Obwohl man zur Auflegung der neuen Steuer die Bewilligung von der Stadtbehörde erhalten muß, die, so viel uns bekannt ist, dieselbe andern Munich pien, welche die Autorisation dazu verlangten, noch nicht ertheilt hat, so steht uns doch die Frage frei, und vermuthlich erwartet man höheren Orts, daß dieselbe Frage von mehreren Gemeinden gestellt werde, um sonach eine definitive und allgemeine Ent-schließuug vorzunehmen." Die Felder unserer Umgebuug geben die besten und erwünschtesten Hoffnungen. Gleichlautende Nach» richten erhalten wir aus Görz. 3O« Trieft, l2. Juni. — ^ — Heute langte hier um 2^ Uhr Nachmittags Se. k. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann an. Vor dem „Hi>tel National," wo Se. k. k. Hoheit abgestiegen, war eine Ehrencompagnie mit der Fahne des hier stationirten nnga-nschen Regiments aufgestellt- Morgen Früh unternimmt ein Dampfer des österr. Lloyd eine Lustreise nach Pirano, um dem Triester Publikum Gelegeuheit zu verschaffen, der Procession beizuwohuen, welche dort morgen Statt finden wird, indem selbe wegen des schlechten Wetters am Donnerstag nicht gehalten werden konnte. — Laut dem »0«8«rvnl0l-e I'rie^linn" hat die Regierung dem Vereine zur Bewaldung des Karstes ihre Unterstützung versprochen. Turin, 7. Juni. .. -2-.. Unsere Deputirtenkammer beschäftiget sich noch immer mit dem Gesetze über den Bau der Eisenbahn zwischen Turin und Novara, und noch konnte man sich nicht über den Ort der Anlegung der Station einigen. Der Ministervorschlag ist für Valdocca, die Opposition hingegen will die Station in Porta-pallazzo, als einen gesundern und mehr bevölkerten Stadttheil errichtet sehen. Diese Frage beschäftigt seit Monaten unsere Presse. Die Debatten waren gestern lang und sehr verworren. Indessen hat man wenigstens die Statuten der anonymen Gesellschaft zum Baue dieser Eisenbahn bereits vorgestern angenommen ; gestern jedoch wnrde anch ein Amendement des Berichterstatters genehmigt, durch welches die Kammer, statt den Vertrag zu sanctioniren , die Negierung ermächtiget, unter eigener Verantwortlichkeit das Unternehmen zu überuehmen. — Im Senate wnrden mehrere Gesetzvorschläge angenommen, die bereits von der Deputirtenkammer geuehmigt worden waren. Morgen werden im Senate die Convention mit Frankreich über das Consularwesen, das Gesetz über die Eisenbahn von Susa, die Postconvention mit Toscana, und das Gesetz über die Supplementärcredite des Pfandhauses debattirt werden. — Laut des „Nisorgimento" soll Bianchi Giovini die Redaction der „Ovinione" verlassen. Ein bitterer Verlust für den Nadicalismus! — Unser Municipalrath hat einen Platz für ein Monument bestimmt, welches zn Ehren des verstorbenen Kammerpräsidenten Pinelli errichtet werden soll. Viele Bürger haben bereits Summen zu diesem Zwecke beigetragen; sogar ein Fremder schickte 600 Lire nach Piemont, um seine Hochschätzung dem Verblichenen zu beweisen. Der Professor Bovina sammelt Gelder dazu unter den Studenten der Universität. — Für die Einwohner der Vorstadt Dora, welche in Folge der Pulvererplo-sion beschädigt wurden, hat man bis jetzt 87.340 Lire gesammelt. Die Nationalgarde allein hat 8402 Lire 60 Centes. zn diesem edlen Zwecke beigetragen. Die Nationalgarde hat zugleich eine Subscription eröffnet, um dem Netter Turiu's, dem Feldwebel Sacchi, (jetzt Hauptmann) eine silberne Bürgerkrone zu schenken. Man sagt, Hauptmann Sacchi wolle wegen einigen Unannehmlichkeiten, welche er erlitten haben soll, den Militärdienst verlassen, und sich in's Privatleben zurückziehen; denn er hat eine jährliche Pension von l-'i00 Lire. dann 200 Lire jährlich, welche ihm seine goldene Medaille einträgt, und außerdem hat er Auspruch auf eine Pension für seine Dienste in der Armee. Aus Trussarello, einem Marktflecken nicht weit von Savigliano, langen hente sehr traurige Nach< richten von Thaten, welche üble Folgen haben können. Es ist bekannt, daß die Eisenbahn, welche Turin mit Savigliano verbinden und die Eisenbahnlinie von Genua erreichen soll, über Truffarello laufen wird, um dann die zwei Linien in Communication zu bringen. Die Arbeiten hatten schon bedeutende Fortschritte gemacht, als vorgestern plötzlich eine bewaffnete Schaar, gleich einer wilden Horde, aus Truffarello sich gegen die Arbeiter stellte, uud diese mit Gewalt zwang, die Arbeiten zu unterlasse« , indem. wie die Angreifer sagten, die Einwohner von Truffarello nie zulassen werden, daß die Eisenbahn sich mit jener von Genua verbinden soll. Die Directoren der Bahn machten ungesäumt eiuen Recurs beim Syndicus gegen dieses ungesetzliche Betragen; dieser soll jedoch geantwortet habe», daß die Beyblterung auf keinen Fall die Ver» bindung zulassen würde, und daß man ernsthafte Collisions» befürchten müsse, im Falle mau die Arbeiten fortsetzen will. ES ist also natürlich, daß man für den Augenblick die Arbeimi einstellen mußte. Die Regierung wird gewiß gleich die nöthigen Maßregeln ergriffen haben, um dem Gesetze eine Geltung zu geben, und um weitere Augriffe zu ver-hiuderu. — Diese Tage wurde der berüchtigte Räuber Mottino in die Gefängnisse von Turin gebracht. Er ist ein Mann von colossaler Statur, das Volk drängte sich auf allen Straßen, als man ihn in's Gefängniß führte, um diesen gefürchteten Menschen zu sehen. — Das Municipium von Nizza hat beschlossen , ein großartiges Spital zu errichten. — Das französische Blatt „Le Patriots Savoisien" befindet sich unter Prozeß, weil es einige Artikel gegen das Rundschreiben des Ministers des Innern über die Heiligung der Feiertage gebracht hatte. Es nannte jenes Circular eiuen Act gegen die bürgerliche, com-mercielle und Gewissensfreiheit. Dieß sind die Folgen unseres Preßgesetzes. Was nützt der Prozeß gegen ein Blatt, wenn es schon daS Gift in tausend Herzen geführt hat? Oesterreich Trieft. Der Triester Stadtrath hat beschlossen, die Gemeindegründe, die am Meeresufer iu der Nähe des Arsenals liegen, mit Genehmigung der Regierung zu veräußeru. Diese Maßregel wird nicht nur das Budget der Stadr günstiger stellen, sondern auch neue, hier so nothwendige Baugründe, liefern. Wien, l l. Juni. Die heutige Nacht wird Se. Majestät der Kaiser in Kecskemet, den größten Marktflecken in Ungarn, welcher mitten auf der Kets-kemeter Haide liegt, verweilen. Morgen (Samstag) geht die Reise über Felegyhaza, Czongrad nach Me-zöhögyes nnd Montags nach Temesvar, wo Se. Majestät in den Nachmittagsstnnden riutrisst, und bis Mittwoch verbleiben wird. — Als Beweis für die Umsicht und Energie der österreichischen Sicherheitsbe-horden dürfte nicht unerwähnt bleiben, daß trotz des ungewöhnlich starken Zusammenssnsses von Menschen in Pesth-Ofen bisher nicht der geringste Exceß, kein Unglück, ja nicht einmal ein Dlebstahl vorkam. — Se. Maj. der Kaiser hat auf die zu Leipzig erscheinende Ansgabe sämmtlicher Werke Sebastian Bach's subscribirt und ein Eremplar davon der Aca-demie der Tonkunst, und eines dem Conservatorinm der Mnsik zum Gescheuke gemacht. — Der zum Commandanteu der Gensd'armerie uud zum Militär-Commandanten in Wien ernannte Hr. F.M.L. Joseph von Gerstner wird in Kurzem hier eintreffen, um seinen Posten definitiv zu übernehmen; derselbe befand sich bereits anf einige Tage in Wien, ist aber wieder nach Preßbnrg abgereist. — Nach verläßlichen Ausweisen erzeugt Oesterreich jährlich 61 Millionen Pfund, uud verbraucht jährlich 64 Millioueu Pfund Papier, erzeugt also um beiläufig 3 Mill. Pfd. weuiger, als es verbraucht: dagegen hat die Papierfabrikation gegen <33 Millionen Pfuud Hadern zu ihrer Verfügung, consnmirt aber nur bei N< Mill. Pfund davon. Eine Vermehrung der Papierproduction im Inlands scheint sonach angezeigt. — Der seit Langem vernachlässigte Ioachims-thaler Silberbergwerksban wird mit verdoppelten Kräften uud allen zur Forderung geeigneten Mitteln fortgesetzt werden. Vorläufig wird das uuter Wasser stehende Werk durch eigens aufgestellte großartige Maschinen entwässert, uud sodanu die Zahl der Arbeiter uud Knappeu, welche jetzt mit 300 besteht, verdoppelt, uud nach Umständen später noch bedeu-teud vermehrt. — Im nächsten Schuljahre wird an allen Gymnasien, wo dieß noch nicht der Fall seyn sollte, die Naturgeschichte als obligater Lehrgegenstand vorgetragen. — Der Entwurf einer neuen Pharmacopöe, welcher den Facultäten und Gremien zur Beurtheilung zugesendet wurde, ist zum großen Theile bereits wieder zurückgelangt. Die meisten Gremien haben ihre Meinungsäußerung auf die Abstellung des Selbstdispensirens der homaopathischen Aerzte ange- tragen. Das Ministerium des Innern hat einen Termin von sechs Monaten festgesetzt, um die kundgegebenen Wünsche und Vorschläge zn erwägen, ehe zur definitiven Ausgabe eüicr mit Gesetzeskraft versehenen Pharmacopöe geschritten wird. Von Seite mehrerer Vierbrauer-Innungen der Monarchie ist dein Miuisterimn neuerlich ein Gesuch um Revision uud Abänderung des Biertarifes uud der Verzehruugsste'.iergefttze überreicht worden. Als wünschenswerth wird die Einführung der in Vaiern üblichen Vestenerung der Biererzeugung geschildert. — Dle einzelnen Militär-Polizei-Wachtcomman-. den im ganzen Umfange der Monarchie sind in Folge allerhöchsten Cabinetschreibeus dem Chef der obersten Polizeistelle, Sr. Excellenz Hrn. F. M. L. Freiherru v. Kempen untergeordnet worden. Die Einrichtung derselben wird durch allgemein giltige Grundzüge geregelt werden. Die Offiziere werden über Vorschlag Sr. Ercettenz aus dem Stande der Armee entnommen, den CorpS zugetheilt, und uach dreimonatlicher Prüfungszeit in den Stand derselben anfgenommen. Das Avancement, vom Hauptmanne abwärts, erfolgt in der Tour für die sämmtlichen Offiziere der einzelnen Corps. — Durch Statthalterei-Verordnung sind sämmtliche Behörden, welche Reisepässe ausfertigen, wieder» holt uud namentlich mit Bezug auf Wien angewiesen worden, daß sie keinem Individuum einen neuen Paß zur Rückkehr in eiuen Ort ausfolgen, ans welchem dasselbe mit einer gebundenen Marschroute, oder mit einem Zwangspasse wegen Gemeinschädlichkeit ausgewiesen wordeu ist. — Durch eiue Kundmachung der Statthalter«! wird angeordnet, daß in den Widmungslisten für die Abstellung von legal abwesenden Stellungspflichtigen stets der betreffende heimatliche Werbbezirk ersichtlich zu machen sey. — Der Entwurf der ueuen Gewerbeordnung, an welchem im Handelsministerium thätigst a/arbei-tet wird, kommt sicherem Vernehmen nach gleich nach der nicht mehr fernen Beendigung der Berathung über das neue Handelsgesetz zur commissiouellen Schlnsiberathung. Ättien, 12. Juni. Unterm !>. d. M. berichtet die „Pesth. Ztg." : Gestern Vormittags geruhten Se. k- k. apost. Majestät jenen Allerhöchstihrer bedrängten Unterthanen allergnädigstes Gehör zu widmen, welche an den Stufen des Thrones selbst ihr Anliegen vorzubringen wünschten. Bei dieser allgemeinen Audienz hatten sich zahlreiche Bittsteller ans allen Ständen eingefunden, und wenn gleich mit Grund angenommen werden muß, daß dem Begehren jedes Einzelnen nicht in solcher Ausdehuung Rechnung getragen werden kann, das zu erreichen der Bittsteller beabsichtigt, so ist unter Allen gewiß Keiner, der nicht schon dadurch befriedigt wurde, daß der ritterliche Monarch mit angestamm« ter Huld in bezauberuder Herablassung seiner Hilfe« sucheudeu Lage innige Theilnahme geschenkt und ihm väterlichen Trost gespendet hat. Um 2 Uhr, in Begleitung Sr. k- Hoheit des dnrchlauchtigsteu Herru Erzherzog - Gouverueurs , be< glückten Se. k. k. apost. Maj. das Ludoviceum, die Uellöercaserne nnd das Iosephinum mit Allerhöchste ihrem Besuche, mit hoher Aufmerksamkeit überall >" die kleinsteu Details eindringend, sich dadurch die be-ruhigeude Ueberzeugung zu verschaffen, daß allseits die dazu Berufenen mit jener Sorgfalt fürgehen, "^ es zum Wohle Allerhöchstihrer Unterthanen der e^' bene Wille uusers glorreichen Monarchen in jeder Sphäre bedingt. Die augenscheinliche Gewißheit, daß jede Stlmde, jeder Schritt Sr. k. k. apost. Maj. für das Mste Ihrer Völker segenbringend angewendet ist, kann >n ) verfehlen, bei allen Gutgesinnten jenen Enthusiasm" znr höchsten Potenz zu steigern, den daS p"'sd"ll) Erscheinen des erhabenen Monarchen schon im "1^ Momente hervorgebracht, oder in dem Busen Getreuen sicher nie erlöschen kann und nmd. Gegen 4 Uhr erschienen Se. k. k. apost. ^ . stät auf dem Wettrennplatze nächst dem Nakoss" . wurden von der m großer kerung wie immer mit Jubel empfangen, nnd m,cl) 3«? dem Allerhöchstdieselben eine kurze Zeit dem landesüblichen Wettrennen im Beiseyn der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Hildegarde und der übrigen hier weilenden Mitglieder des allerhöchsten Kaiserhauses beiwohnten, verfügten Sich Se. k. k. apostol. Maj. auf den bereit gehaltenen Kriegsdampfer „Albrecht" und wurden von da nach Ofen anf den Promenadc-plal) geleitet; beim banden salutirte die Festung mit den gebührenden Kanoneusalven. Se. k. k. apost. Maj. stiegen hierauf zu Pferde, und geruhten die ueucu fortificatorischen Arbeiten auf dem Blocksbergs in Allerhöchsten Augenschein zu nehmen. Um « Uhr war abermals große Hoftaftl; Abends um 9 Uhr war in den Apartements Sr. kaiserl. H. des durchlauchtigsten Hrn. Erzherzog-Gouverneurs ein gewählter Kreis versammelt, der dem Allerhöchsten Erscheinen Sr. k. k. apost. Maj. entgegenharrte. In bunter Mischung und in einem reichlich geschmückten Damenflore, waren die höchsten Würden-trager des Landes, die Elite des Adels und Vertreter aus allen Ständen in frendiger Stimmung zn schauen, als Se. k. k. apostolische Majestät in der Uniform allerhöchst Ihres Husaren-Regimentes durch Ihre kaiserl. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Hildegards an der Treppe empfangen, mit Höchstderselben um halb 10 Uhr durch die Neihen der Gaste schritt, die ehrerbietigste Begrüßung nach allen Seiten hin auf das Huldreichste erwiedernd. Den Damen war die Ehre zu Theil, Sr. k. k. apost. Maj. vorgestellt zu werden, worauf Allerhochst-dieselben mit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin den Ball zu eröffnen geruhten und bald schlössen stch der Paare viele an, die in beglückender Nahe unseres allergnadigsten ritterlichen Herrn, an den Vergnügungen des Abends Theil genommen. Se. k. k. apostolische Majestät bezauberten die Herzen aller Anwesenden dnrch die huldvollste Herablassung, mit welcher an Einzelne freundliche Worte gerichtet wnrden. Erst der grauende Morgen konnte der Störer der Freude werden, und Jedem der das Glück hatte, an diesem Balle Theil zu nehmen, werden die frohen Stunden lange noch in angenehmer Erinnerung verbleiben. Nur wenige Augenblicke der Ruhe sich gönnend, geruhten Se. k. k. apostolische Majeststt bereits um 5l Uhr Früh sich in das Artillerielager bei Kereßtnr zu verfügen, wurden nächst dcn Mistbach'scheil Ziegelöfen von der gesammten Generalität empfangen, wo-ranf Allerhöchstdieselben durch die allarmirten Batterien im Feuer manövriren und auch scharfe Uebun-geu vornehmen ließen. Nach Besichtigung des Lagers nahmen Seine k. k. apostolische Majestät das Nochusspital, Arbeitshaus, Nationalmusenm, das Comitathaus, und in diesem die Localitäten der Districtsregierung, jene des Comitates und des Landesgerichtes, endlich das Landesobergericht in allerhöchsten Augenschein, überall mit gleichem Interesse in die Einzelnheiten eingehend. Heute war um 4 Uhr erneuert große Hoftafel, in Ofen ist Theater par<'> und sonach große Serenade mit Fackelzug durch sämmtliche Milltär-Musikbanden am Gcorgiplape; aus der Wohuung Sr. k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzog - Gouverneurs werden Se. k. k. apost. Majestät geruhen, dieselbe anzunehmen. Deutschland. Verlin, 9. Iuui. Wie wir hören, möchten die Sitzungen der Bundesversammlung noch einige Zeit ausfalle.,. Jedenfalls soll erst nach Rückkehr des präsidialgesandten, Grafen Thun, wieder die näckste SllMg Statt finden. c°- ^'' ^^ät der König wird sich nach seiner Rückkehr von Breslan hierher bald nach Stolzenfels begebe.. Dort wollen Se. Majestät fern von allen Festl.chke.ten nur der Erholung und ihrer in Schlau, genbad wellenden Schwester, der Kaiserin von Rußland Majestät, leben. ^ In Bezug auf die Berufung des Staatsrathes möchte die allerhöchste Eutschliesiung erst nach der Rückkehr vou Stolzenfels erfolgen. S ch w e i.; Veru, 4. Juni. Mit der Herstellung des Tele-graphcnnenes geht es jetzt rasch vorwärts, nachdem das nöthige Personal hier gehörig eingeübt worden. Bis Ende Juli soll dieses ueue Verkehrsmittel dem Publikum zur Benünung übergebeu werden. — Glarus rüstete sich seit Langem auf das heute zu feiernde Er-innerungsfest an den !>00jährigeu Eintritt m den Schweizerbund. -- Die Schweizer in Amerika sammeln nun auch zu Gunsten der Nationalsubscription zur Tilguug der Sonderbundoschuld. In Highland wurde der Gedanke zuerst angeregt, und lebhaft anft gcuommeu. V e l g i c n. Vriissel, 3. Juni. Der Assisenhof von Bra-bant verhandelte gestern die Angelegenheit des Jour-uals „la Natiou," angeklagt der Beleidigung des Priuz-Präsidenten der französischen Repnblik. Das Verdict lautete negativ, die Angeklagten wnrden freigesprochen. China. Bei der chinesischen Rebellion hat man fortwährend Gelegenheit, das -.m