Laibllchkr TlMatt. Rcdaction u»d Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Nr. 155. LWMS Mittwoch, 10. Juli 1878. - Morgen: Pius >. P. WWMT 11. Jahrg. Mit der Posti Ganzjähr.fl.lL. ^ zeigen bis S Zeilen 20 kr. ^ " Der Kongreß. England bereitete dem Kongreß durch Mit-theilung der am 4. Juni l. I. zwischen der indischen Majestät und der Hohen Pforte abgeschlossenen Convention, wodurch die Insel Cypern in den Besitz Englands überging, große Ueber-raschung, jedoch die Mitglieder des Kongresses hegen die sichere Ueberzeugung, daß durch die Abtretung Cyperns vonseite der Türkei an England der Berliner Frieden nicht alteriert werden wird. Den: Kongreß erübrigt nur noch, diesen neuerlichen Sieg John Bnlls als eine bereits vollzogene Thatsache zur Kenntnis zu nehmen. Ter Kongreß erklärte sich im Prinzip damit einverstanden, daß Batnm Rußland überantwortet und Freihafen werde. Persien geht auch nicht leer aus, es erhält auf Grund des Artikels 18 des Vertrages von San Stefano die Stadt Kotur; inbetreff der Grenzregulierung zwischen der Türkei und Persien empfingen die Vertreter der Pforte den Bescheid, sich mit Persien ins Einvernehmen zu setzen. Serbien gelangt in den Besitz von Pirot ^B,'laarit>n »rwirbt eine nördlich von «nphra Mr. ' ike. Lre TürLei tritt wieo-> ,, .u B-rfitz der Hälfte des SandsÄaks von Soph-'u ur'v n> ^->n TjumathnleL ein. > ">^->r.°ilbnung des Berliner Fn<> s- tag oder Samstag erfolgen. In der „Nat.-Ztg." werden die Resultate des Berliner Kongresses in einem längeren Artikel besprochen, dessen Schlußstelle lautet wie folgt: „Dem Namen nach ist das Reich der Osmanen in Europa noch aufrecht geblieben. Noch ladet von der Sofienkirche Justinians herab der Muezzin die Gläubigen zum Gebete. Noch stehen an den süßen Wassern die Marmorpaläste des Sultans, die Landhäuser türkischer Würdenträger. Aber das Ganze ist doch nur eine Art Schattenspiel. Trotz der Balkangrenze, trotz des Besitzes der Meeresküsten ist die Hohe Pforte nur ein Scheinwesen. Blut und Seele sind Englands. Auch ohne einen geschriebenen Pact über Kleinasien wird England seine Rechte schirmend und drückend zugleich darüber halten. Der Sultan wird nicht ganz in die Rolle eines indischen Vasallenfürsten hinabsinken, aber er wird auch schwerlich wieder ein unabhängiger Monarch werden. Die Türkei ist wie Polen nach der ersten Theilung in die Reihe der Staaten dritter Ordnung getreten. Wenn der kranke Mann den Rathschlüssen des Kongresses folgt, wenn er ihnen folgen kann, wird er noch bis zum Ende des Jahrhunderts in königlichen Ehren leben, wo ja auch der Glücksstern des Islams, der Kanopus, von dem europäischen Himmel verschwunden sein wird, und dann langsam und hoffentlich schmerzlos an Entkräftung sterben. Unvergeßlich aber gräbt sich in die Weltgeschichte der Name ein, unter welchem diese tief einschneidenden Aenderungen überliefert werden: Der Vertrag von Berlin." Motiven; von einer im Schöße des Ministeriums Auersperg lautgewordenen üblen Stimmung könne nicht die Rede sein, nachdem das Kabinett in allen Fragen Sieger war. An eine radicale Aenderung des Kabinetts wird nicht gedacht, da für einen solchen Schritt Anhaltspunkte nicht vorliegen. Der Antritt von soeben vor sich gehenden Ministerurlauben deutet an, daß wir ein länger andauerndes Provisorium zu gewärtigen haben. In der Erwägung, als in den Reihen des Abgeordnetenhauses eine bedenkliche und bedauerliche Parteizersetzung zutaye getreten, ist nicht anzunehmen, daß die Neubildung des österreichischen Kabinetts nach den Regeln des strengen Parlamentarismus sich vollziehen werde. Bismarck und der Kongreß. Ein Berliner Korrespondent der „Times" hatte am 2. d. die Ehre, vom allzu energisch den Dirigentenstab führenden Kongreß-Präsidenten in Audienz empfangen zu werden. Das Thema der Conversation bildeten die Kongreßangelegenheiten. Aus den Erklärungen des Fürsten Bismarck citieren wir nachstehende Kernstellen: „Ich wünschte den Frieden und wirkte, so viel als möglich, darauf hin; — trotz meiner schwachen Gesundheit zögerte ich nicht, den Vorsitz im Kongreß zu übernehmen; — England hat großartigen Erfolg errungen, es hat Bulgarien ani Fuße des Balkans enden lassen, es hat der Türkei das Aegäische Meer wietiergegeben, und die Frage der Meerengen wird zu seiner Befriedigung geregelt werden; — aber auch Rußland war siegreich und hat bedeutende Zugeständnisse gemacht; — unser einziges Interesse war die Friedensfrage; ein Krieg zwischen zwei Großmächten wie England und Rußland würde ganz Europa in Mitleidenschaft ziehen, alle Interessen lähmen und jedermann bedrohen, den allgemeinen Handel stören und die Pfade des Welt- Zur Ministerkrise. Die Demission des Ministeriums Auersperg ist formelle Thatsache geworden. Combi-nationen über die Nachfolger der abtretenden Minister sind nicht zulässig, da deren Wahl in den souveränen Wirkungskreis der Krone gehört. Diener Blätter und auch der Wiener Korrespondent der „Allg. Ztg." berichten, daß man in Bevölkerung?- und politischen Kreisen der Ansicht huldigt,' es werde entweder einem vorläufigen längeren Provisorium die Reconstruierung des abgetretenen Kabinetts Nachfolgen, oder das Kabinett werde sofort neu gebildet werden. Diese Demission hat ihren Grund nicht in parlamentarischen, sondern in rein geschäftlichen IseuMon. Gut gekleidet! Herr von Flor über Toilettesachen. Ein Fuchs fiel auf einer nächtlichen Expedition in ein Jndigofaß. Als er sich herausgerettet und heimwärts geflüchtet hatte, machte er in einem mondbeglänzten Teiche die niederschlagende Entdeckung, daß sein Fell von der Schnauze bis zum Schweife blau gefärbt war. Er sah den Spott seiner Kameraden voraus, sah sich lächerlich gemacht auf Lebenszeit. Da kam ihm ein rettender Gedanke. Als er am folgenden Morgen unter seinen versammelten Collegen erschien und von schallendem Gelächter aller Anwesenden empfangen wurde, sagte er gefaßt: „Meine Herren, ich war gestern in der Stadt und bringe Ihnen die neueste Mode." Mit einem Zauberschlage verwandelte sich der Hohn in respektvolle Verwunderung, und einer nach dem ändern zog den himmelblauen Bruder beiseite und fragte ihn: wo er sich habe färben lassen? Diese Fabel scheint mir eine feine und zutreffende Satyre auf die Macht der Mode. Wir alle, Frauen wie Männer, huldigen der großen Unbekannten, die in Weißnichtwo, unzweifelhaft auf einem See von Spiegelglas, thront. Zugegeben, wir gehorchen der Mode aus Eitelkeit, zugegeben! wer aber gegen sie sich auflehnt und sein Haar lang wachsen läßt, wenn alle Welt es kurz trägt, der ist der erste vom Dämon besessen. „Deine Eitelkeit, Freund," sagte Sokrates zu Anthistenes, der mit zerrissenem Mantel prahlte, „deine Eitelkeit guckt aus den Löchern deines Mantels heraus." Wer den Luxus ausrotten will, muß auch dessen Mutter, die Civilisation, verdammen. Freilich, „Lst inoäus in rsdus", d. H. „es ist Maß und Ziel in allen Dingen", auch in der Mode. Sich der herrschenden Mode anzubequemen, aber nicht ihr unbedingt und sklavisch zu unterwerfen, soll unser Grundsatz sein. Ueber den Wandlungen stehe uns das Gesetz, sich immer seinem Stande, Alter und den Umständen gemäß zu kleiden. Ein Philosoph betrachtete am Finger eines Dienstmädchens einen Diamanten mit großer Neugierde. Die anwesende Herrin hielt den Stein für echt. ,Nehmen wir lieber an", sagte jener, „er sei falsch; denn, wenn der Diamant etwas Werth ist, so taugt das Mädchen nichts." Im Theater Porte St. Martin zu Paris, bei einer stark besuchten Aufführung des „Kapitän Fantome", rauschte eine verschwenderisch geputzte, frisierte und bemalte Dame in eine Vorderloge inmitten des Actes und der spannendsten Szene. „Still!" rief das gestörte Publikum, und von der Gallerie ertönte eine jugendliche Silberstimme 's ist unseres Portiers Tochter! Lon jour, kosalls! Ooräon! ziehen Sie den Riegel auf, wir möchten „'rein s'il vvus Mit!" — Das jubelnde Gelächter, das hierauf erfolgte, war so stürmisch, daß die äams xaree den Rückzug an-treten mußte. Anders wird sich der Arzt, der Advokat zu kleiden haben, als der müssia gehende Stutzer oder Sportsman; anders die Gouvernante, als die Tochter des Hauses. Grelle Farben und allzu modischer Schnitt schicken sich nicht für die Würdenträger der Silberlocke, schwere farbige Moire und eine Coiffure von Federn zum Ballanzug nicht für ein junges Mädchen. Aber eben so sehr meeres unsicher machen; — Graf Schuwaloff thut I dringendsten Bedürfnisse zu beschränken, da die sein Bestes, es muß nicht vergessen werden, daß seine Friedensliebe Grenzen haben muß und mehr Zugeständnisse von ihm nicht verlangt werden dürfen; — die Türken werden bereit sein, Oesterreich zu weichen, das groß und furchtbar ist, aber gegenüber Griechenland werden sie sich mit aller Macht vertheidigen; — hinsichtlich der Frage Datums erwarte ich von Rußland Zugeständnisse; — die Türken haben immer geglaubt, aus einen: Kriege zwischen England und Rußland Nutzen ziehen zu können; sie vergaßen, daß immer auf ihre Kosten die beiden Reiche sich schließlich einigen müssen; — Europa hat den Wunsch nach Versöhnlichkeit gezeigt, indem es die Türkei zum Kongreß berief." Die serbische Thronrede. Am 7. d. wurde in Kragujevae die Sku fischt in a seierlich eröffnet. Die vom Fürsten verlesene Thronrede motiviert den zweiten Feldzug gegen die Türkei mit der Befreiung der serbischen Brüder uud der Unabhängigkeit Serbiens, spricht der Milizarmee und der Nation für die Opferwilligkeit und die glänzenden Wafsenersolge den Dank aus, betont sodann die Einnahme von Nisch uud die Einstellung der Feindseligkeiten infolge des Waffenstillstandes, gedenkt der Friedenspräliminarien von San Stefano und der erreichten Anerkennung der Unabhängigkeit Serbiens wie der Vergrößerung seines Gebietes. Die Thronrede erwähnt ferner der Sendung der serbischen Bevollmächtigten zum Berliner Kongresse behufs Förderung der Interessen Serbiens und erwartet mit Zuversicht vom Kongresse die Unabhängigkeit und Erweiterung des serbischen Gebietes durch jene Gebietstheile, in welchen die serbische Nation seit Jahrhunderten nach der Vereinigung mit dem Mutterlande Serbien strebt. Die Thronrede erhofft von dem höchsten Wohlwollen der Herrscher der christlichen Großmächte und der Gerechtigkeit ihrer Bevollmächtigten, daß auch für die übrigen serbischen Länder, welche mit Serbien nicht vereinigt werden, bessere Zustände geschaffen werden, damit die nationale und gesellschaftliche Entwicklung derselben gefördert werde. Das unabhängige und vergrößerte Serbien wird, im Frieden gekräftigt, in den natürlichsten und zufriedensten Verhältnissen leben und das serbische Volk, den Großmächten dankbar, auf dem Gebiete des Commnnicationswesens, des Handels und der Volkswirthschast neue Kräfte entwickeln. In Erwartung einer definitiven Lösung der internationalen Verhältnisse gebiete es die politische Pflicht, die Arbeiten der Skupschtina auf die Skupschtina das neue Budget festzustellen, die während des Kriegszustandes erlassenen Gesetze zu approbieren, das Jnvalidengesetz zu berathen und wegen der Gebietsvergrößerung in eine Reorganisierung der stehenden Armee einzuwilligen hat. Lagesrieuigkeiten. — Die Occnp ationsarmee besteht nach Bericht der „Presse" aus nachstehend bezeichneten Truppentheilen: 6. Jnfanterie-Trnppendivision, bisher in Graz, Kommandant FML. Karl v Tegctt-hoff; Gencralstabschef Major Emil Ritter v. Gnt-tenberg: 11. Jnsanteriebrigade (27. Reserveregiment König der Belgier) nnd 27. Jägerbataillon, GM. Eugen Müller. 12. Jnsanteriebrigade (Infanterieregiment Nr. 52, vormals Franz Karl, nnd Nr. 79 Otocancr Jcllacic), GM. Lemaics. 3. Kavalleriebrigade (5. Dragoner- nnd 15. Hnßarenregiment), Oberst Bela Freiherr v. Schönberger. — 20. Jn-fanterie-Trnppendivision, bisher in Essegg, Kommandant FML. Ladislaus Graf Szapary; Generalstabschef Major Theodor Seracsin: 39- Jnsanterie-brigade (Jnfanterieregimenter Nr. 38 FZM. Molli-nary und Nr. 61 Großfürst-Thronfolger von Rußland), GM. v. Kaissel. 40. Jnsanteriebrigade (Infanterieregiment Nr. 39 Großfürst Alexis von Rußland und 31. Jägerbataillon), Oberst v. Deesy. — 7. Jnfanterie-Trnppcndivision, bisher in Triest, Kommandant FML. Wilhelm Herzog von Württemberg; Gencralstabschef Oberstlieutenant Albori: ^3. Jn-fanteriebrigade (Regimenter Nr. 16, Warasdiner Infanterieregiment Baron Wetzlar, Nr. 22 FZM. Baron Weber, 8. Jägerbataillon), GM. A. v. Sa-metz. 14. Jnsanteriebrigade (Regimenter Nr. 17 FZM. ^8aron Kuhn und Nr. 46 Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen), GM. Eugen Kopfinger von Trebienau. — 18. Jnfanterie-Trnppendivision, bisher in Zara, Kommandant FML. Stephan Freiherr v. Jovanovic; Generalstabschef Major Slamecka: 35. Jnsanteriebrigade (Jnfanterieregimenter Nr. 32, ehemals Este, und Jägerbataillone Nr. 7, 19 und 3. Kaiserjägerbataillon), GM. Schlnderer v. Traunbruck. 36. Jnsanteriebrigade (Regimenter Nr. 27 König der Belgier, Nr. 69 FML. Graf Georg Jellacie de Bnzim und Nr. 72 FML- Baron Dor-mus von Kilianshausen; Jägerbataillone Nr. l 1 nnd 33), GM. Popp v. Poppenheim. — 28. Jnsanterie-Trnppendiviston, bisher in Laibach, Kommandant FML. Franz Ritter v. Littrow; Generalstabschef Major Morawetz: 13. Jnsanteriebrigade (Regiment Nr. 53 Erzherzog Leopold, 17. Reserveregiment und 5. Pionnierbataillon), GM. Ritter v. Schauer. 14. Jnfanteriebrigade (9. nnd 10. Jägerbataillon), Oberst Bruckner. sind Zeit und Ort zu berücksichtigen. Keine Dame von Geschmack wird sich zur äöwiö toiletw des Morgens mit Geschmeide beladen, und so unumgänglich für die Herren bei Bällen, Soireen, Diners rc. der schwarze Frack ist, so unpassend ist derselbe sonstens, besonders am Vormittag. Eine Dame versicherte mir eines Tages von dem nicht unberühmten Schriftsteller B. ganz ernsthaft, daß derselbe „ohne Erziehung sei", weil er zum Lunch im schwarzen Anzug kam. Der feine Takt dafür, was sich für die Stunde schickt, das ist's, was die Toilette der Französinnen so unvergleichlich macht. Ich meine damit natürlicki nicht jene Klasse th und ihren Grunde der jene u I'eket schwatzhaften senden Paris iterschied, ob ^ " Lande, in der Kirche oder im Theater, ob wir uns auf der Promenade oder im Bureau befinden. Wo und wer wir aber auch fein mögen, die Einfachheit gelte uns immer als die erste Bedingung der Eleganz und des guten Geschmackes, sie fordert jeder Stand, jedes Alter, die Würde der Frauen wie der Männer. Als Murat bei der Zusammenkunft Napoleons und Alexanders am Niemen wie gewöhnlich mit Stickerei, Pelzwerk und Schmuck überladen erschien, sagte Napoleon zu ihm: „Ziehen Sie Ihre Marschallsuniform an, Sie sehen wie (der Kunstreiter) Francour aus!" Sehr wesentlich für eine geschmackvolle Toilette ist auch die Harmonie der Farben. Dieselben müssen vor allem mit der Farbe unseres Haares übereinstimmen. Schreiende sollte ein Mann wenigstens immer vermeiden, wie denn überhaupt Männer seltener noch als Frauen gegen die Regeln des guten Geschmackes verstoßen sollten, da sie weit weniger von der Willkür und den Wandlungen der Mode zu leiden haben. Wie unbedeutend z. B. erscheinen die Aendernngen, die der Frack erfuhr, gegen das Schicksal der Robe seit dem für die Mode so denkwürdig gewordenen Tuilerienball 1852, an welchem die „Engenie de Montijo" im mäßig weiten, weißen Kleide erschien und von Napoleon mit einer weißen Blume geschmückt wurde, und — jetzt! — Der ungarische Reichstag wurde für den 17. Oktober l. I. einberufen. — Bei den Handelskamin erwählen in Prag siegte in den Sectionen der Großindustrie, des Handels- und des Bergbaues die Verfassungspartei; in der Gewerbesection erhielten die Czechen eine geringe Majorität. Die neu gewählte Kammer besteht aus 41 deutschen und 4 czcchischen Mitgliedern. — Ans dem Touristenleben. Am 4. d. wnrde der höchste Gipfel der bisher nnerstiegenen Gebirgsspitzen im Grödenthale nach mehrtägigen Versuchen von Tr. Bruno Wagner aus Wien und Franz Niglutsch aus Bozen zum ersten male erstiegen. Mit der Ersteigung dieser bei zehntausend Fuß hohen Dolomitspitze dürfte nunmehr, da auch die Palla di San Martino vor kurzem ihre Bezwinger gesunden hat, so ziemlich für sämmtliche höheren und schwierigeren Dolomiten der Reigen erster Ersteigungen geschlossen sein. — Vom Bodensee. Ein seit dem letzten Decenninm sich mehrmals wiederholtes Phänomen zeigte sich am 4. d, M auf dem Bodensee. Zwischen Lindan und Mehreran stiegen früh, circa ein Viertel nach Sieben, zwei Wasserhosen aus dem nicht besonders unruhigen See und erreichten eine Hohe von einigen hundert Fuß. Beide mochte» etwa hundert Schritte von einander stehen und im Durchmesser gut ein Meter haben. Die Witternng war etwas trübe und nicht ganz windstill. Beide Wassersäulen bewegten sich majestätisch und genau Distanz haltend dem österreichischen Ufer bei Mehrerau zu. Je mehr selbe sich dem Ufer näherten, nahm ihre Höhe ab und erweiterten sich selbe nach unten, bis die ganze Erscheinung, welche etwa zehn Minuten lang beobachtet werden konnte, sich mit dem See wieder vereinigte. — Münzkonferenz. Wie aus Paris gemeldet wird, steht für den 10 August uun noch eine große Münzkonferenz daselbst in Aussicht. Eugland hat seine Zustimmung bereits in Aussicht gestellt, und man hofft, daß alle Staaten vertreten sein Werden. Lokal- und Provilyial-ÄilgeiegenhLiten. Original-Korrespondenz. Gottschee, 7. Jnli. Die Bürger-und Beamtenschaft in Gottschee nahm Anlaß, das Scheiden des allgemein hochgeehrten und hochgeachteten bisherigen k. k. Bczirksrichters in Gottschee und zum Laudesgerichtsrathe in Laibach ernannten Herrn Ledenig nnd des zur Dieustesleistung bei der krai-nischen Landesregierung nach Laibach eiuberusenen k. k. Regierungssekretärs Herrn Psesserer von Gottschee Uns Männern genügt ein Rock und ein Ueberrock für den Tag, ein schwarzer Frack für abendliche Gesellschaften und Bälle rc. Der schwarze Hut muß immer blank gebürstet, die Handschuhe zugeknöpft, rein, unzerrissen und Heller als der Rock sein; schwarze Handschuhe ziemen sich nur für trauernde. Was die Chaussure der Herren betrifft, so sei bemerkt, daß Schuhe, auch lackiert und von feinster Arbeit, stets „uegligs" sind und unwillkürlich au einen Kellner erinnern. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Halstuch, das einzige Stück der Herrengarderobe, das von dem persönlichen Geschmack und der Geschicklichkeit des Trägers Zeugnis giebt. Vor fünfzig Jahren ward ein förmlicher Cravattencnltus getrieben, und es existiert ein Buch aus jener Zeit: ^rt os tMZ tds 6ravat, die Kunst, die Eravatte zu binden," dessen Autor versichert, daß ein Gentleman, der seine Eravatte nicht „sLvammsnt" und elegant zu knoten verstände, in der guten Gesellschaft unmöglich sei. Gott sei Dank, wir brauchen nicht mehr die achtzehn Methoden dieser erhabenen Kunst zu studieren; aber sauber, decent in der Farbe und sorgfältig geknotet muß das Halstuch auch heut- >^E"en, welche ihr Haar ro Affenplnscher blau färben, jene im Seele vergifteten manMuses d'arZsut, gekleidete Damen, welche nur noch Feuilletonisten und leichtgläubigen Rei „Wut?ari8" sind. Ferner ist ein Ui wir uns in der Stadt oder auf der bei einem Festbankette, an welchem mehr als 100 Gäste Theil nahmen, in gemüthlichster Weise zu feiern. ______________ — (Aus dem nationalen Lager.) Die heißblütigen Laibacher Korrespondenten slovenischer Zunge lieben es, ihren Schmerzensrnfen und Stoßsenfzern in Agramer und Prager Blättern Lnft zu machen. Die in Prag erscheinende „Epoche" bringt nachfolgende Jeremiade: „Es ist betrübend, es aussprechen zu müssen, aber es will nicht immer blos gedacht und von einem stillen Senszer begleitet sein: Die nationale slovenische Partei ist im Niedergange begriffen, sie verliert an Boden, weicht eines-theils dem prinzipiellen Gegner, verschwindet andererseits in einer anderen Partei, knrz befindet sich in einer Situation, die ihr verhängnisvoll werden muß, wenn nicht bald ein Umschwung, ein radikaler Umschwung sich vollziehen wird. Die slovenische Majorität im Krainer Landtage ist in die Minorität gedrängt worden, die Vertretung im steierischen Landtage auf ein Minimum reduciert, und in Istrien kommen wir nicht um einen Schritt vorwärts." — (Für die Handelswelt.) Im Laufe des ersten nnd zweiten Semesters 1877/78 haben mehrere junge Damen aus gnten hiesigen Familien an der hiesigen Handelslehranstalt des Herrn Ferdinand Mahr den Handelskurs mitgemacht und in erster Linie ausgiebigen Unterricht in der doppelten Buchhaltung, im kaufmännischen Korrespondenzwesen, im Rechnen, ans dem Wechselrechte nnd aus anderen Gegenständen genossen. In Wien, Brünn, Prag, Graz, Triest nnd in anderen Haupt- und Provin-zialstädten der Monarchie ist die Verwendung fachmännisch gebildeter junger Damen im Telegrafen-, Post- und Handelsdienste bereits seit längerer Zeit eingebürgert. Wir machen die Handlnngs- und Geschäftsinhaber anf hiesigem Platze auf diese den oben erwähnten Handelskurs absolvierten Damen aufmerksam mit dem Beifügen, daß Frau Weinhart, Laibach, Florianigasse 50, so gefällig ist, über die Verwendung von im Handelssache wohlunterrichteten jungen Damen acceptationslustigen Handelsleuten -L'^iesigem Platze Näheres und deren Adresse anzugeben. Die Verwendung weiblicher Handlnngs-eommis, Korrespondenten und Buchhalter empfiehlt sich in der Erwägung, als weibliche Handlnngs-bedienstete dem „militärischen" Mobilisierungsgesetze nicht unterstehen, ganz besonders. — (Stadtgemein de-Rechnung.) Die Rechnung der Laibacher Stadtkasse pro 1877 sowie die Rechnungen der unter städtischer Verwaltung stehenden sechs Fonde über das Jahr 1877 liegen in der Zeit vom 15. bis 30. d. M. in der magistrat-lichen Expeditskanzlei zur öffentlichen Einsicht der Gemeindeglieder anf, und werden etwaige Erinnerungen darüber daselbst zu Protokoll genommen. zutage sein. Die farbige Halsbinde mit den langen, breiten Enden für den Vormittag, die schwarze oder die weiße Cravatte (je nach der mehr oder minder sestlichen Gelegenheit) für das Diner und den Abend, je schmäler, je besser. Geschmeide trage der Mann so wenig als möglich, den Trauring und vielleicht einen Siegelring, Uhr und Kette, höchstens noch eine Busennadel: aber um Himmelswillen nicht mehr Gold, oder — wir stellen uns mit dem Neger auf eine Stufe. Alles in allem für Frauen wie für Männer gilt das Wort: „Die Toilette besteht fast nicht so in Kleidern, als vielmehr in der Art und Weise, sie zu tragen." Sauberkeit, Sorgfältigkeit und Geschmack tragen mehr zum „Wohlgekleidetsein" bei, als der Stoff und der Schneider. Wer nicht auf die äußere Erscheinung hält, der mag ein Philosoph Mi, aber ein Weiser ist er nicht. Denn so gewiß Wort des Pythagoras wahr ist, daß der Mt, der zu große Sorge für seinen Körper trägt, Mn Gefängnis unerträglich macht, so gewiß auch A es, ein unreiner Becher schändet den goldigsten Wein. — (Garnisonswechsel.) Das Jns.-Reg. Nr. 53 (Erzherzog Leopold) verläßt morgen um halb 7 Uhr früh die Station Laibach. Am Freitag abends um 6 Uhr rückt das Jnf.-Reg. Nr. 17 (Freiherr v. Kuhn) in Laibach ein, und geht das Reserve-Regiment des letzteren nach Triest ab. — (Personalnachricht.) Herr Wilhelm Flattich, Bandirektor der Südbahn, wurde mit der kaiserlichen Verleihung des eisernen Kronenordens dritter Klasse ausgezeichnet. — (Die hiesige Feuerwehr) hält am Sonntag den 14. d. früh in der Nähe des Zucker-raffinerie - Gebäudes in der Polcmavorstadt eine Hauptübung ab. — (Der Fremdenverkehr in Laibach) ist seit 6. d. ein lebhafterer geworden, die Hotels „zur Stadt Wien", „Elefant" und „Europa" sind nahezu täglich vollständig besetzt. Die eintreffenden fremden Gäste gehören in hervorragender Zahl italienischen Provinzen an; ein ansehnlicher Theil derselben kommt aus Deutschland. — (Zur Mobilisierung.) Die „Laibacher Zeitung" bringt in ihrem heutigen Blatte nachstehenden Bericht: In der Ortschaft Pfarrdorf im Laafer Bezirke ereignete sich diesen Sonntag der nachstehende bedauerliche Vorfall: Am genannten Tage hatte die k. k. Gendarmeriepatrouille von Neudorf im Bezirke Laas die zu ihren Truppenkörpern abgehenden Reservisten zn überwachen. Da nun zwei Reservisten von Pfarrdorf der Aufforderung der Gendarmeriepatrouille, bestehend aus dem Postenführer Kosier und den Gendarmen Skvarca und Cerne, sich sofort nach Rakek auf die Bahnstation zu begeben, keine Folge leisteten und sich schon srüher im Gemeindeamte in Neudorf geäußert hatten, daß sie am Sonntag nicht abgehen werden, wenn auch die gesaminte Gendarmerie von Neudorf gegen sie einschreiten würde, so kam es im Wirthshause des Franz Modic in Pfarrdorf zur Arretierung der renitenten Reservisten, wobei sich der Wirth sowie der Vater und Bruder eines Reservisten und die beiden Reservisten selbst der Gendarmeriepatrouille thätlich widersetzteu, indem sie den Gendarmen die Gewehre entreißen wollten und überdies auch einer der Exeedeuten einem Gendarmen mit einem Scheit Holz vier Schläge auf den Kopf versetzte, ohne ihn jedoch sichtbar verletzt zu haben. Als die Renitenten selbst der mehrmaligen Aufforderung, ruhig auseinander zu gehen, keine Folge leisteten, machte die Gendarmeriepatrouille, um die Angriffe von sich abzuwehren, von der Waffe Gebrauch, wobei der Reservist des 17. Infanterieregiments Anton Modic von Pfarrdorf einen so unglücklichen Stoß erhielt, daß er nach zwei Stunden den Geist aufgab. Ueber-dies wurden auch die zwei Grundbesitzer Franz Lach und Franz Modic, beide von Pfarrdorf, schwer verwundet, während der nur leicht verwundete Reservist Franz Lach des 17. Infanterieregiments dem Bezirksgerichte in Laas eingeliefert wurde. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Die Tage der Vor- und soeben verlausenden Woche bringen auch den Gemeinden in der Steiermark großen Schaden, Sturm und Hagelwetter da, Ueber-schwemmnngen und Wasserverheerungen dort, die Ernte, aus welche man so große Hoffnungen setzte, ist vielfach zugrunde gegangen. Die Bezirke Leibnitz, Luttenberg, Deutsch-Landsberg, das Ennsthal n. s. w. sind empfindlich heimgesucht worden. In der südlichen Hälfte des Bezirkes Luttenberg, namentlich in den Gemeinden Godomerzen, Grabendorf, Loga-rovzen, Malleggendorf, Prezetinzen und Radislafzen, wird es gar keine Ernte geben. Noch schlimmer steht die Sache in den Gemeinden Gussendorf, Stallhof und Wieselsdorf des Bezirkes Deutsch-Lands-berg. Hier herrschte schon vom vorigen Jahre her Noth; alle Vorräthe waren längst aufgezehrt, und mit hoffnungsvoller Spannung sah man der diesjährigen Ernte entgegen. Daß der Hagel sie nun zur Gänze vernichtet hat, setzt die genannten Gemeinden geradezu der Hungersgefahr aus. Im Ennsthale stand die Gegend zwischen Jrdning und Steinach vollständig unter Wasser, doch dürste man hier außer dem von der Flut weggeschwemmten Heu keinen weiteren Schaden zu beklagen haben. — In Triest hat sich ein Comite zu dem löblichen Zwecke gebildet, Geldbeträge zu sammeln, womit die Familien jener Militäristen, die behufs der Mobilisierung einberufen wurden, unterstützt werden sollen. — In Bad Velden (Kärnten) wurde eine postcombinierte Telegrafenstation errichtet. — Auch in den Gauen des Kärntnerlandes richteten Regengüsse nnd Hagelschlag großen Schaden an, der Blitz schlug in mehreren Ortschaften ein, zündete, und verbrannten mehrere Objekte. — (Der Damenwelt zur Kenntnisnahme.) Der „Friseur-Genossenschaftsbund" in Deutschland, welcher am 4., 5. und 6. August in Frankfurt a. M. tagen wird, will für das längste und schönste Frauenhaar einen Preis aussetzen, und ein Aufruf des genannten Bundes, welchen die „Neue Deutsche Friseur-Zeitung" zur Veröffentlichung bringt, richtet die Bitte an alle Frauen und Jungfrauen, welche die schönsten und längsten Kopfhaare zu haben vermeinen und dafür einen Preis erringen wollen, kleine Ausschnitte vom Zopf (dicht am Kopfe abgeschnitten), versiegelt mit deutlicher Adresse einzusenden. — (Die Kalenderarbeiten pro 1879) haben begonnen. Der Ausschuß des liberalen politischen Vereines für Oberösterreich in Linz bereitet bereits die Ausgabe des „Politischen Kalenders" für das Jahr 1879 vor. Die Mitarbeiter desselben bleiben auch pro 1879 ihrer Tendenz, den Fahnen des Fortschrittes zu folgen, getreu und rechnen auf eine reichliche Zahl von Abnehmern dieses Kalenders, der für Krain in spezieller Ausgabe zur Expedition gelangen wird. Bestellungen hierauf wollen bis 15. Juli l. I. au Herrn Dr. Franz v. Benak, Advokat iu Linz, unter Anschluß von 30 kr. (mittelst Postanweisung) gerichtet werden. Gedenktafel über die am 13. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 2. Feilb., Oswald'sche Real., Garöarevee, BG. Loitsch. — Reass. 2. Feilb., Slobec'schc Real., Außergoriz, BG. Laibach. — 2. Feilb., Anzelc'schc Real., Podgojzd, BG. Laibach. — 3. Feilb., Mauerhoser'sche Real., Grdb. sä Neumarktl, BG. Neumarktl. — 2. Feilb., Otonikar'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Puh'sche Besitzrechte, Staroapno, BG. Laibach. — Neuerliche 3. Feilb., Net'sche Real., Kokriz, BG. Krainburg. — 1. Feilb, Ui bane'sche Real., Siegersdors, BG. Neumarktl. — I. Feilb., Saplotnik'sche Real., Kreuz, BG. Neumarktl. — 1. Feilb, Peternel'sche Real., Zlebe, BG. Laibach. — 1. Feilb., Steblaj'sche Real., Zapotok, BG. Laibach. - 3. Feilb., Te-kaue'sche Real., Rakitniz, BG. Reifuiz. — 3. Feilb., Kri^-man'sche Real., Podtabor, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Gas-perii'sche Real., Niederdorf, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Kos-merl'sche Real., Hrib, BG. Reifmz. — 3. Feilb., Ben-tina'sche Real., Travnik, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Kerze-sche Real., Kerzete, BG. Reifmz. — 3. Feilb., Luzar'sche Real., Lusarje, BG. Großlaschiz. — S. Feilb., Posega'fche Real., Präwald, BG. Senosetsch. — Reass. 2. Feilb., Le-kan'sche Real., Gereuth, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Wo bousche'sche Real., Rudnik, BG. Stein. — 1. Feilb., Si-tar'sche Real.,, Stosce, BG. Laibach. — I. Feilb., Kerne-sche Real., Susa, BG. Laibach. — 1. Feilb., Hokevar'sche Real., Piauzbüchl, BG. Laibach. — Reass. 1. Feilb., Ho-kevar'sche Real., Zagoriea, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Killer'sche Real., Pristava, BG. Neumarktl. — Neuerliche 3. Feilb., KauN'sche Real., Verblenje, BG. Laibach. — I. Feilb., Modic'sche Real., St. Gregor, BG. Großlaschiz. — 1. Feilb., Kregar'sche Real., Dragomer, BG. Laibach 1. Feilb., Perko'sche Real., Groß-Jlovagora, BG. Laibach. Angekommene Fremde am 6. Juli. Hotel Stadt Wien. Haz, Lieut.; Horavitz, Reis.; Volk, Railinger, Kslte.; Krcmsir, Großhändler, und Hurwath, Prof., Wien. — Marinka, Lieut., Oberlaibach. Rai-ling, Kfm., München. — Konisch, Forstmeister, Wippach. — Auer, Laibach. — Frank, Oberst, Essegg. — RaUk, Buchhalter, und Dr. Kosirnik, Agram. — Dr. Kleinen-siewiez und Dr. Zechner, Oberärzte, Graz. — Kulka, Reis., Prag. - Dr. Hoaelsberger. Oberarzt Le,bmtz. - Schmrich, Kaufm., Berlin. - Unger, Fabrikant, Stuttgart. Lotel Elefant. Abelis, Spitalsdirektor, und Hetzer, Lehrer, Budapest. — Matii, Kfm., Cilli. — Roll, Reis., und Schneider, Wien. — Simenec, Weltpriester, Butschka. — Vodir, Pfarrer, Gorische. — Visnikar, Gerichts-adjunct, und Furlani, Steueramtsbeamter, Foistriz. Hotel Europa. Fürst Windischgrätz, Steiermark. — Permi, Ceseno. — Schachel, Postkontrollor, Wien. — Prister, Gradiska. — Schweiger, Lieut., Görz. — Masettig, Lieut., Triest. Sternwarte. Jedina, Lieut., Görz. Mohren. Ranzinger, Trisail. — Dr. Pimpach, Magistratsrath; Poche, Kfm., und Müllner, Triest. — Schubiz, Wien. — Ferlan, Laibach. — Dettel, Sagor. — Fnntek Theresia, Tersain. Telegramme. Wien, 9. Juli. Dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Herrn Rechbauer, wurde die Geheimrathswürde verliehen. Prag, 9. Juli. Der kommandierende General Philippovich ist heute früh aus Wien hier eingetroffen und wird Montag den 15. Juli nach Agram zur Uebernahme des Kommandos über das Armeecorps in Bosnien abreisen. Berlin, 9. Juli. In der heutigen Kon-areßsitzung wurden weitere Grenzsragen erledigt. Bezüglich der Grenzen bei Batum fanden minutiöse Discussionen statt, die zu einem befriedigenden Abschluß führten. Ein großes Diner zu Ehren der Delegierten ist auf Samstag festgesetzt. Die Entfestigungsfrage Batums wurde vom Kongresse gar nicht berührt und dürfte durch direkte Verständigung zwischen England und Rußland gelöst werden. Hoffentlich gelingt die Erledigung der noch vorliegenden Fragen, und kann Samstag die Unterzeichnung des Protokolles stattfinden. Berlin, 9. Juli. In der gestrigen Kongreßsitzung trat die Ueberzeugung von der Noth-wendigkeit hervor, den Interessen Rußlands, seiner Großmachtstellung und den von Rußland gebrachten Opfern Rechnung zu tragen. Bezüglich der Dardanellen wurde der status quo definitiv beschlossen. London, 9. Juli. Eine veröffentlichte Korrespondenz betreffs Cyperns (Depesche Salisbury's an Layard, 30. Mai) führt aus, England könne eine Territorialveränderung in Asien nicht gleich-giltig ansehen, wodurch Rußland einen mächtigen Einfluß aus die Zerstückelung der asiatischen Türkei ausüben würde. Das beste Mittel zur Sicher- stellung der Stabilität sei die Verbindlichkeit Englands, jeden russischen Angriff durch die Waffen zu verhindern. Er beantragt demnach die bekannte Convention, welche sodann von Layard und Savfet unterzeichnet wurde. Cypern bleibt auch fernerhin ein Theil des türkischen Reiches, und wird der Einnahme-Ueberschuß dem Sultan eingeliefert. Rom, 9. Juli. „Diritto" sagt über die Cypern-Frage, man werde den Mittelmeermächten Zeit und Freiheit lassen, sich über die anglo-tür-kische Convention vom 4. Juni auszusprechen. Wiener Börse vom 9. Juli. Allgemeine 8taa1r-s«-ulä. Geld Ware Papierrente 65 55 67 20 65 60 67 30 76 10 76 20 StaatSIose, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . . 1860(5tel) „ 1864. . . 334 — 110— 113 75 1L3 — 14150 336 — 110 50 114 — 123 25 14175 Hraaäentkaftaagr- Obkigatioaen. Galizien Siebenbürgen . . . -Temeser Banat . . . Ungarn 86— 76 50 78-— 7S75 86 50 77 50 79 — 80 50 Aaäere üffeatkiLe Aakekea. Donau-Regul.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . 104 25 85 75 93— 104-50 86— 93 50 Aetien v. Laakea. Kreditanstalt f.H.u.G. Lscompte-Ges.,n.ö. . 263- 842-— 863 25 844'- Aelien v.TravAxort Uaternekmungea. Alföld-Bahn Donau-Dampfschiff-Elisabeth-Weftbahn . Ferdinands-Nordb. . Franz-Ioseph-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Lzernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . 128 50 471 -176 50 2090 143— 251 50 137 5V 517 — 129— 473 — 177 — 2092 143 50 252 — 138 — 5:8 — Nordweftbahn . . . . Rudolfs-Bahn . . . . Staatsbahn............ Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Psanäbriese. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank. . . . . Ungar. Bodenkredit- . Prioritütr-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber '-ranz-Ioseph-Bahn. -aliz.K-Lndwigb,l.E. ^)est. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, 1. Em. Südbahn L 3 Perz. L 5 „ . Privatkose. Kreditlose.......... RndolsSstistnng. . . Geld 124 — 129-268 — 79 — 123-50 Devisen. London Gekäsorten. Dukaten............ 80 Francs........... 100 d. Reichsmark Silber............. 108 75 9175 99 -95 75 92-20 105 — 88 75 100 75 88-50 68 75 155 50 11175 94 — 162 50 14 50 11575 5 51 980 57 30 1VL 20 Ware 124-50 129 60 268 50 79-50 124 — 109— 92 — 99 25 96 — 92-40 105 25 89 — 101 — 89— 63— 156'— 112 — 94 25 163 — 14-75 11585 5 53 9 30»^ 57 35 101 so Telegrafischer Kursbericht am 10. Juli. Papier-Rente 65 45. — Silber-Rente 67 35. — Gold-Rente 76°—. — 1860er Staats-Anlehen 114 SO. — Bank-actien 841. — Kreditlinien 263 25. — London 116— Silber 10140. — K. k. Münzdukaten 5 52. — 20-Francs-Stücke 9-30. — 100 Reichsmark 57 45. Zum Verkaufe von Losen und Staatspapieren gegen Ratenzahlungen werden von einem alten, bestrenommicrtcnBank-hause für alle Orte, wo dasselbe noch nicht oder nicht genügend vertreten ist- rechtliche nnd leistungsfähige Agenten angestellt. Die Ra-tenscheine sind dem neuen Gesetze entsprechend. Beding-nisse sehr günstig und bei einigem Fleitze für den Agenten sehr rentabel. 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Wechselnde Bewölkung, etwas Sonnenschein, windstill. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 162°, nachmittags 2 Uhr -i- 24 2° 0. <1877 4- 21 2°; 1876 -j- 21 7° 0.) Baro-meter im Fallen, 734 77 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 18 0°, um 01° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 7 70 mm. Regen. Verstorbene. Den 9. Iu l i. Alois Pistieez, Lehramtskandidat des II. Jahrganges, 18 I. 5 Monate, Getreideplatz Nr. 2, Lungenblutsturz. Wer viel Geld verdienen will durch Benützung der gegenwärtigen Knrsstcigermig an der k. k. Börse, wende sich vertrauensvoll mit den betreffenden Aufträgen zur persönlichen Ausführung an «. Li-all, Eigenthümer der „Allgemeinen Verlosnngs-Zeitung" und des österr.-ungar. Bank-, Börse- und Eisenbahn-Kalenders, Wien, Graben Nr. 11. (312) 2—2 Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt k. .Z. IliUNami, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gesertigr unv nur bestpaffende Hemden verabfolgt. (23) 40 ttsuplgöwinn ev. 450,000 »k. Dis 6evinne Mrant. ä. 8ts.Lt. Liste Aeliung: 18. u. 19. kinlaüunx nur Uetlieilixun« gn «le» «ler vo» äerl^rtnAesresivrunA Karaulirtvnxrossen 6eläl»tterie, ln nelelier üder 8 Mllionell 8VV,W« »lark «vr lvi» n>ü88«i». 3 VSi> -.fs- '6.09-' ' H koigeaä«: ? 1 Kevir.!^ von S000 sv »t!«!>. -2 3 3U,V«0 35 2VV I 23,00« „ 50 160 3 2I»,0»U „ 27800 142 12 „ 15,«Oft 2900 122 1 12,»UU 50 12U 22 1t),t»Vt» 25 I«v l 8N0U 4900 !I4 4 NNO» „ 50 7 t» «2 3000 2900 V6 3 „ 4»»» 2900 H8 unä kommeu solode Lu ^vevlAen Uouateu m tdeilnogen rur üutsekeiäuug. Die e^ste Le^innriekung ist amtliok ank clsn 18. unü 19. Zuli ü. ^ kestgestellt, und Lostet biersn äas ZLQ2S vriZillLUos nur 9 ü. 30 Kr., äas Kalbs OriZillLllos nur 4 ü. 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