5G. Dienstag " - den ii>. Juli 1832. Tirol. Innsbruck, den Jo. Juni. Um 2 ^2 Uhr Nachmittags schlug ouch den Bewohnern dieser Hauptstadt und ihrer Umgebung eine frohe glückli-che Stunde. Ihre Majestäten trafen von der letz« ten Nachtsiation Landcck hier ein, herbeigesehnt seit dem ersten Momente, der dieses Glück antun, dete, von vielen tausend Herzen. Von den Pöl-lerschüfscn und Gleckentöncn der benachbarten Dörfer angemeldet, wurden Ullerhöchstdicseldcn an dem Triumphbogen, der die Gränze oes Lantge« ligct, der v?r 25 Tagen Alc^andricn verlassen hatte. Briefe auö A l cxa n dri cn >vcm L.Juni cnz, halten zugleich das officicllc Bullctm übcr die Gm» nähme der Festung St. Jean d'. Acre. durch Sturm. Dieses erfolgte am 27. .Mai, nachdem Ibrahim Pascba dasselbe scchs Monate bclagert, und schon drei Breschen gcscdosfcn hatte. Abdullah Mascha von St. Jean d' Acre schiffte sicb darauf auf einem ägyptisä?cn Kriegsschiff nach Alexandrien ein, und wurde von Mehemct Ali mit aNen Ehren empfangen. — Der Belagerten, welche Acre ver' 22^ theidigten, waren 2a»5, welck)e große Beweise ihres Muthes gegeben hatten, ehe sie sich zu ergeben beschlossen. Ibrahim Pascha ließ ihnen Gnade an. gedeihen, garantirte ihnen ihre Habscligkei ten, ih? Leben und ließ ihnen auch ihre Waffen. X Päpstliche Ktaaten. RoM, 2Z. Juni. Gestern ward eine päpst. llche Bulle erlassen, worin alle, „Nebellen des Kirchenstaats" namentlich aber diejenigen Anconita< ncr, welche zu den neuesten dortigen Borfällen beitrugen, mtt dem Bannflüche belegt werden. Von der italienischen Gränze, 24. Juni. Der heilige Vater verlangt jetzt die Räu« mung Ancona" von den französischen Truppen auf das Allerbestimmteste, und hat deßwegen eine Note an den Grafen St. Aulaire abgeben lassen, der augenblicklich einen (Zourricr damit nach Paris abschickte. Das Benehmen des Generals (Zubieres soll hauptsächlich diesen Schritt des heiligen Beters veranlaßt haben. (Allg. Z.) A e u t s ch I a n V. Vom Niederrhein, 24. Juni. Nach den letzten Berichten aus Amsterdam scheint der seit ei. mgen Tagen umwölkte politische Horizont (in sofern man diesen mit demBörsenhimmel für gleichbedeutend nehmen wlll) sich wieder etwas aufzuklären. Man spricht nämlich von eirecten Untcrhandlun» gen, die zwischen Holland und Belgien untcr den Auspizien der Londoner «eue steigen. (Korrcsp. 0. u. f. D.) V r e u ß e n. 2er Königsberg er Zeitung zufolge werden in Neufahrwasser bei Danzig zu Ende Juni einige SMe der russischen Flotte erwartet, um einen nach Mo5lin bestimmten.Arlilleriepark und anderes Geschütz zu überbringen. Wie die allgemeine Zeitung aus Berlin mcl« det, werden die Polenuereine in Deutschland wahr» scheiulich überall aufgehoben werden, und die Re« gierungen für die wenigen zurückgebliebenen Polen selbst Sorge tragen. Von Berlin aus soll ein An. trag darüber gestellt werden. (Karresp. v. u. f. D.) MieverlanV e Die GmHncipaUon vom 2^. Juni theilt folgende Nachricht mit: »Mn lecchtes Fahrzeug, welches aus cinem englischen H.ifen ausgelaufen ist, und 16 Lootsen a,n Bord hat, ist dicscn Au« genblick damit beschäftigt, die Tiefen der Schelfe zu sondiren. Wir vcrnchmen, daß dieses Schiff im H^fcn von Blicßingcn vor Anker gehen wollte, doch nicht zugelassen worden ist/' Der Brüsseler Indepenc-ant vom Z5. Juni sagt: „Mehrere Briefe aus Holland melden, daß der König, wenn cr gleich fortfahre, gegen den Tractcit der 24 oder 27 Artikel zu protcstircn, doch geneigt sey, Antwerpen zu räumen, sobald wir ihm sogleich Venloo, Ruremonde, das rechte Maasufer bis Macstricht und einen Theil des lin» kcn überließen." (ANg. Z.) Frankreich. Parish 2I. Juni. Fürst Talleyrand ist heu» te angekommen, und begab sich dann sogleich nach St. (Zloud zum Könige. Man ist überzeugt, daß er zu milden Maßregeln rathen, und der König die Ordonnanz vom 7. Juni zurückilshmen wird» (Courrier.) Alle nothwendigen Anordnun» gen zur Auflösung des Parlaments scheinen gemacht zu seyn; sie kann aber nicht vor October oder No» vember statt finden. Die Resultate der Stimmen» bcwerbuxg, so weit sie jetzt schon bekannt sind^ scheinen dem jetzigen Ministerium äusserst günstig zu seyn. (Journal du (3 0 mmerce. > Heute (2H.> war die Meinung ziemlich allgemein verbreitet, daß in dem unter der Präsidentschaft des Königs zusam-menberufenen großen Conseil, zu welchem man die HH. v. 'Talleyrand und Dupin herbeigerufen hatte, wichtige Anordnungen getroffen werden wür^ den. Dicscn Abend sagt man, folgende Combination sei desiniliv beschlossen : Hr. Dupin, d. ä., Siegelbewahrer, Präsent des Conseils; Hr. Barthe, ^ Minister des öffentlichen Unterrichts; Hr. Thiers, Minister des Handels und der öffentlichen Arbeiten; Hr. 0' Argout, Finanzminisier; Hr. Girod (de l'Ain), Prästdent des Staatsrathö ohne Portefeuille. Die HH. Soult, Rigny, Scbasiiaili und Montalivet behielten ihre Portefeuilles. (Zs scheint, daß alle Bemühungen, Hrn. v. Talleyrand zur Annahme der Präsidentschaft dcs Conseils zu überreden, vergeblich gewesen sind. (Messager.) Personen, die genMntich gut unterrichtet sind, versichern, daß die Herzoginn,v. Berry gegenwärtig in Holland ist. Sie soll durch Paris an dem Tage oder am Morgen des felgende n 225 Tags gereist se>>n, wo die Staatsbehörden das Signalement dieser Prinzessinn und das dc.r sic be« gleitenden Personen gegeben hat. Sie schiffte sich zu Ostende ein. (M essa g er.) Man will die auf den benachbarten Anhöhen von Pantin vor zwanzig Monaten begonnenen Befestigungen, die man seit länger als einem Jahre ausgesetzt hatte, wieder beginnen.,— Ein kürzlich von (Zl^ie zu Paris ttiigcncssencs Schreiben sagt, die Ingenieure hatten angezeigt, man werde ein Lager von 2o,aoc» Mann in der Gegend von Meaux zusammenziehen. (Mcssager.) 'Man gidt'als gewiß aus, daß die drei Griechenland beschützenden Mächte kürzlich zu London ein neue« Protocol! zur Ausglei» chung der Angelegenheiten dieses Landes unterzeich' net haben. Die Hauptklauscln sind: i. daß der Prinj Otts, der zum König von Griechenland ernannt ward, sich unter emer Begleitung von 5oc>c» Mann bayerischer Truppen, die in dem Lande bleiben werden, in seine Staaten begeben soll; 2. daß eine Anleihe ven 20 Millionen Franlcn ihm durch die drei das Protocol! unterzeichnenden Mächte vcr« bürgt werden soll; 5. dah im Falle der Prinz Otto «hne Hinterlassung einer erbfähigen Nachfolge sterben würde, die Krone nicht auf die regierende Fa« milie von Baicrn zurückfallen, sondern ein neuer König von den drei Mächten gewählt werden sollte. (ANg. Z.) Aus Nantes schreibt man unterm 22.Juni: ,Hn Hinsicht der Ordnung und Sicherheit läßt dieses Departement nichts zu wünschen übrig. Das-Marais ist auf allen Seiten umzingelt, das, Bs« cage macht keine Besorgnih mehr. Das Ent^ass« nen wird thätig betrieben. Die Rebellen und die widerspenstigen Recrutcn sind nicht mehr in großer Anzahl, und machen mehr die Bittenden als die Angreifenden. Der zählbare Volksmenge war bei diesem für sie neuen Schauspiel zugegen, und man sah deutlich, wie ihr die Majestät dieser bewaffneten Armee imponir«< te. Der Gesundheitszustand der Truppen ist befriedigend und ihre Aufführung trefflich. Alle Re«, gimenter sind von dem besten Geiste beseelt, unV wünschten durch forcirte Märsche die weite Entfer« nung, welche sie noch von dem Feinde trennt, abkürzen zu können. Von Konstantinopel bisKeniah, auf einem Marsche von mehr als Zäo Meilen, ist nicht ein Einziger desertirt. Am 12. Mai verließ Bckir Paschas Brigade die Stadt Koniah, und setzte sich in Marsch. Die andern