aibcher TaMatt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15 Nr. 225. EEEpÜiS Mittwoch, 1. Oktober 1879. — Morgen: Leodegar. 12. ZahW _ Mit der Post: Ganzjähr. fl. 1». ,eigen bis » Zeile» 20 lt. ‘v' Snsertionspreise: Ein* Die Deutschösterreicher und die neue Reichspartei. Es ist in letzter Zeit vielfach davon die Rede gewesen, als ob die Hohenwart'sche Allianz eine Gefahr für das Deutschthum in Oesterreich bedeute. Wir sind nun zwar Vvllständig überzeugt, dass jeder gegen die Reichseinheit und den Liberalismus geführte Schlag auch die deutsche Intelligenz trifft. Aber es hieße unseren Gegnern zu viel der Ehre erweisen, wenn man ihnen die Macht gutraute, ein nationales Element zu schädigen, das, weit davon entfernt, die Thatfache seiner Existenz zu politischen Sonderbestrebungen auszunützen, im vollen Bewusstsein der geistigen Grundlagen seiner Nationalität, keinen äußeren Ansturm auf diese zu fürchten braucht. Wenn wir hier von deutscher Nationalität reden, so gehen wir bei Definierung der nationalen Zusammengehörigkeit allerdings von ganz anderen Gesichtspunkten ans, wie unsere Gegner. Der Umstand, dass jemand von einer deutschen Mutter oder in einer deutschen Provinz geboren wurde, genügt uns nicht, um denselben als Angehörigen unserer Nation zu reklamieren. Wir überlassen diese nationale Seelenfängerei solchen Volksstämmen, welchen in Ermanglung anderweitiger Anhaltspunkte die Kopfzahl als den Wesentlichsten Beweis der nationalen Kraft an» sehen. Der Deutsche hat es nicht nöthig, zu solchen Mitteln zu greifen. Seine Nationalität i,ut ihren glorreichen Entwicklungsgang nicht auf politischem, sondern auf geistigem Gebiete durchgemacht, sie ist zur unzertrennlichen Genossin des Fortschritts geworden und kann daher darauf verzichten, dort, wo sie mit anderen Nationen gemeinsam einem und demselben Staatsverbande angehört , durch politische Privilegien und durch Germanisierungsversuche sich und ihre Angehöri- gen vor den Herrschaftsansprüchen anderer zu schützen. Wollten unsere Gegner aufrichtig sein, so müssten sie auch gestehen, dass die Deutschen Oesterreichs niemals mit derartigen Mitteln gearbeitet haben. Wir leugnen nicht, dass während des absolutistischen Regiments von oben herab Germanisierungsversuche gemacht wurden. Aber an diesen Versuchen, die Sprache der Regierung auch der willenlosen Gesammtheit aller Unterthanen aufzudrängen, haben die Deutschen Oesterreichs keinen Antheil. Sie mussten übrigens vergeblich sein, weil man sich bloß mit der Aeußerlichkeit des Sprachenzwanges begnügte, ohne gleichzeitig durch die Schule die geistigen Errungenschaften der deutschen Nationalität zum Gemeinbesitze der Unterthanen zu machen. Wenn nun trotzdem auch in dieser Periode deutsches Wesen und deutsche Gesittung manches Gebiet in Oesterreich eroberte, so liegt der Erklärungsgrund hiesür in der größeren Existenzfähigkeit des deutschen Elementes, welchem selbst der Polizeistaat mit feinen geisttötenden Zwangsmaßregeln die geistige Expansivkraft nicht zu rauben vermochte. Als nun das absolutistische Regiment zugrabe getragen und die Völker Oesterreichs ohne Unterschied der Nationalität zur Theilnahme an der Gesetzgebung berufen wurden, konnte es auch nicht fehlen, dass jener Volksstamm in den Vordergrund des politischen Lebens trat, welcher vermöge seines Besitzes und seiner Intelligenz auch einen wohlbegründeten Anspruch auf den Vortritt unter den Nationalitäten Oesterreichs erheben konnte. Es wäre eine gröbliche Entstellung der Wahrheit, wenn man behaupten wollte, dass er diese seine Stellung jemals zur Unterdrückung seiner Mitbürger missbrauchte. Er nahm, was ihm von Rechtswegen gebürte, ohne irgendwie die Bestrebungen zu hindern, durch welche die slavischen Stämme Oesterreichs ihre nationalen Rechte zur Geltung zu bringen suchten. Der Sprachenzwang wurde aus der Volksschule verbannt, ja die Wortführer der Nationalen sind in ihren diesbezüglichen Bemühungen weiter gegangen, als es im Interesse der Bevölkerung lag; Gerichte und Verwaltung wurden, so weit es eben anging und durch die Umstände geboten schien, den nationalen Verhältnissen angepafst. Woher also der Schmerzensschrei nach nationaler Gleichberechtigung, welcher seit Jahren den stehenden Leitartikelstoff aller nationalen Blätter bildet? Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Außer stände, mit der auf geistigem Gebiete begründeten Superiorität des deutschen Elements wetteifern zu können, suchen die statiischen Politiker das nationale Element zum allein maßgebenden politischen Factor zu erheben, der lediglich nach Köpfen gezählt werden soll. Außer stande, die Solidarität des liberalen Deutschthums zu breche», verlangte man eine nationale Regio-nalpolitik, welche in Böhmen und Mähren die czechische, in Kraut und in der Zukunftsprovinz Großslovenien die slovenische Nation zur Herrin nach der Seelenzahl machen sollte. Dagegen sich zu verwahren war und ist des liberalen Deutschthums patriotische und nationale Pflicht. Bis heute sind alle Versuche, die Einheit des Reiche? zu zerstören, am Widerstande der VersassuugS-partei gescheitert. Heute wird ein ähnlicher Versuch gemacht, unter dein Schlagworte der Autonomie und der Gleichberechtigung den österreichischen Staat zu zerstückeln und die liberalen Deutschen der gemischtsprachigen Kronländer aus jenen Stellungen zu verdrängen, welche sich dieselben, Dank ihrer Bildung und ihres Wissens, erworben. Den geistigen Gehalt ihrer Nationalität wird man ihnen nie und nimmer streitig Feuilleton. Ein politischer Dichter des Mittelalters. Von Dr. Hans Kraus. Es war an einem schönen, thaufrischen Sommermorgen des Jahres 1862, als ich, die gesegneten Fluren des herrlichen Frankenlandes durchwandernd , freudig pochenden Herzeus das alte Wurzburg aus dem reichen Thale auftauchen sah, die Stadt, welche das Grab des Sängers birgt, dem eben meine Wallfahrt galt. Kaum nahm ich mir die Zeit, in einem bescheidenen Einkehrhause der Vorstadt die Spuren des Marsches von Stiefeln und Kleidern zu beseitigen, um sofort an den Wirth die Frage zu stellen, ob er wohl einen Führer wisse, der mich zum Grabe Walthers geleite» könne. Der Mann sah mich kopfschüttelnd an und gelangte schließlich nach längerm Heber-legen zu der Aeußerung, dass er noch von keinem Walther etwas gehört und dass der Mann wohl schon sehr lange tobt sein müsse, da man seiner jetzt gar nimmer erwähne. Vergeblich war es, als ich, nur mit Noth meine Entrüstung über solch' schnöden Undank niederkämpfend, dem Gedächtnis deS Befragten durch Hinweis auf des großen Dichters Verdienste zuhilfe kommen wollte. Er blieb bei seiner Behauptung, und erst als ich der Sage gedachte, welche die Pietät an den Namen des Sängers von der Vogelweide geknüpft, rührte sich ein altes Mütterchen, das von feinem Platze auf der Ofenbank aus nnferm Gespräche scheinbar theilnahinslos zugehört, um wenigstens einen, wenngleich nur geringen Beweis zu liefern, dass die Mahnung des Bamberger Schulmeisters Hugo von Trimberg: „Her Walther von der Vogel- weide, swer des vergaeze, der taet’ mir leide,“ doch nicht ganz auf unfruchtbaren Boden gefallen. Denn, so berichtete das Großmütterchen, ihr Vater habe oft erzählt, wie er sich noch an das Grabmal eines vor vielen, vielen Jahren verstorbenen Herrn zu erinnern wisse, der so guten Herzens gewesen sei, dass er in seinem Testamente ein Legat ausgesetzt habe, von dessen Zinsen Futter für die leichtbeschwingten Sänger der Lüfte angekauft werden sollte. Dieses im ehemaligen Lustgarten des Neumünsters befindliche Grabmal sei aber zur Franzosenzeit verschwunden; sie selbst habe es nicht mehr gekannt. — Das waren also die kümmerlichen Reste der Erinnerung an einen der Besten und Edelsten des deutschen Mittelalters, dessen Lob ich wenigstens hier in Würzburg in aller Munde wähnte, und als ich daun in dem rings von ge- deckten Säulengängen umgebenen Grashofe des Neumünsters an der Stelle stand, wo der nimmermüde Kämpfer für Deutschlands Macht und Größe sein Haupt zur ewigen Ruhe hingelegt , kamen mir gar trübe Gedanken über die politische Zukunft eines Volkswefens in den Simr, dessen Repräsentanten vor sieben Jahrhunderten die freilich nicht realisierbaren Ideale einer Weltherrschaft anstrebten, während es später, durch die dynastische Zerfahrenheit und nationale Impotenz langer Jahrhunderte um den letzten Rest des Volksbewusstseius gebracht, die Dogmatisierung des Goethe'scheu Spruches: „Ein garstig Lied! Pfui, ein politisch Lied!" als das wirksamste Mittel zum Todt-schweigen der eigenen Schande erklären konnte. Seitdem sind viele Jahre vorübergegangen, und was zu jener Zeit, als ich aus Walthers Grabe stand, selbst der kühnste Sauguinismus kaum zu träumen wagte, ist zur lebensvoller, Wirklichkeit geworden. Während aber das neu erstandene deutsche Reich sich anschickt, Garantien für seinen ferneren Bestand zu gewinnen, regt sich noch immer jene finstere Macht, deren Hinterlist und Tücke die Größe des mittelalterlichen Deuschland zu Falle brachte: die Schar der Römlinge, gegen deren Anmaßung Walther von der Vogelweide des formengefesselten Gedankens Macht machen können. Im Gegentheile werden ganz dieselben nationalen Chauvinisten, welche heute, von Pfaffen und Junkern unterstützt, den Kreuzzug gegen das Deutschthum predigen, nicht anstehen, sich dessen Errungenschaften zugute zu machen. Hier, für das Deutschthum selber wäre also nichts zu fürchten. Wird aber dessen äußere Macht, wird dessen bisheriger Zusammenhang durch sogenannte autonome Zugeständnisse gebrochen, dann ist es ■ „atich mit dem österreichischen Großstaate zu Ende, dessen innerlicher Connex doch nur im deutschen Elemente seinen Ausdruck finden konnte, ohne deshalb die Rechtsansprüche anderer Nationalitäten zu verkürzen. Als gute Patrioten werden sich die Deutschösterreicher dem gegen sie gerichteten Anstürme der Hohenwart'schen Liga widersetzen, ob- ?,leich die Verantwortung für die eventuellen Er-olge der Autonomisten nicht die Deutschösterreicher, sondern lediglich die Regierung trifft, welche deren Bemühungen, wenn auch nicht direct gefördert, so doch ermuntert hatte. Panslavistisches aus Rußland. Als die „Nordd. Allg. Ztg." die Aufgabe des österreichisch-deutschen Bündnisses dahin charakterisierte, daß es berufen sei, einerseits allen Revanchegelüsten, anderseits dem Panslavismns die Spitze zu bieten, suchten sich die Petersburger Officiösen über diesen Hinweis mit einem Scherze hinwegzuhelfen. In Rußland — so erklärten sie — gebt es nur einige wenige Panslavisten, weshalb es den Anschein habe, als ob der Zweck der Bis-marck'schen Reise sich gegen die Panslavisten in Oesterreich kehren würde. Dass wir in Oesterreich einzelne politische Tollhäusler besitzen, welche sich für die panslavistischen Phantastereien Aksakoffs begeistern, ist nicht zu leugnen, doch wird es Oesterreich gewiss nicht einfallen, einzelner verschrobener Köpfe willen an den Succurs Deutschlands zu protestieren. Anders steht es dagegen in Rußland, wo die panslavistische Strömung tro^ aller officiösen Dementis so klar zntage tritt, dass die Regierung sich nur um die Aeußerungen der von ihr so sorgfältig überwachten Presse zu kümmern brauchte, um die Lächerlichkeit der vorerwähnten Dementis ihrem ganzen Umfange nach ermessen zu können. „Alle ©laben müssen russisch werden!" So ruft die vom Fürsten Gortschakof inspirierte russische „St. Petersburger Zeitung" aus. „Vor der österreichisch-deutschen Allianz — erklärt das Blatt weiter — dürfen wir uns nicht fürchten. „Wir überlebten und erkämpften unsere Ab-unft sowohl unter den Varägern als auch unter den Dartaren. Wir können versichert sein, dass auch ietzt weder die deutsche Civilisation noch der deutsche Einfluss uns etwas anthun werden. Wir brauchen nicht zu verheimlichen, dass unsere ganze Geschichte von dem beständigen Streben unseres Volkes nach den übrigen Stämmen des Slaven-thums spricht." Allerdings vertreten die „Petersburgskija Wjedomosti" die radicale Seite des Panslavismus, welche von der Voraussetzung ausgehen dass schon die früheren Türkenkriege eine instinctive Betätigung des Panslavisnuis gewesen seien, während derselbe, jetzt mit Bewusstsein erfasst, sich erst dann zufrieden geben könne, bis nicht nur die Slaven der Türkei, sondern auch jene Oesterreichs und Deutschlands vom Joche der Fremdherrschaft befreit sind. In dieser Weise definiert das liberale russische Blatt „Molwa" die Tendenzen des entschiedenen Panslavismus, der allerdings im gegenwärtigen Augenblicke die Ruhe Europa's nicht direct zu gefährden vermag, der aber unter Umständen für ein gewissenloses Regiment zu einem Agitationsmittel zerstörendster Art werden könnte. Jedenfalls war der von der „Nord. Allg. Ztg." gegebene Wink nicht überflüssig, dass Rußland in demselben Augenblicke als Feind Oesterreichs und Deutschlands erscheine, in welchem es der panslavistischen Bewegung seine Unterstützung zuwendet. Der „Pester Lloyd" stellt dem neuen Minister des Aeußern, Baron Haymerle, ein glänzendes Zeugnis aus, dessen Inhalt um so bemerkenswerthcr ist, als von ungarischen Blättern bekanntlich der Satz ausgestellt worden war, dass der Nachfolger Andrcissys eben wieder nur ein Magyare sein könne. Er sagt: „Baron Haymerle ist ein Mann von hoher Begabung, gründlichem Wissen und nicht alltäglicher universeller Bildung, und diejenigen gehen, wie wir glauben, großen Enttäuschungen entgegen, die in Baron Haymerle eine Marionette sehen wollen, welche von der Hand des Grafen Andrassy dirigiert werden wird, oder im besten Falle einen fleißigen und gewissenhaften Bureauchef, der seine Exhibiten Nummern pünktlich und sorgfältig erledigen, sich aber alles selbständigen Denkens und Handelns enthalten wird. Baron Haymerle wird dieser, der bureaukratischeu Seite seiner Aufgabe, allerdings auch entsprechen, und zwar jedenfalls besser als sein Vor gänger. Es wird im Ministerium des Auswärtigen wieder jene Ordnung einkehren, die schließlich in jedem Amte unbedingt nothwendig ist und welche von den Händen unseres genialen Landsmannes mitunter in einer Weise in Scherben geschlagen wurde, dass jenen würdigen Herren, die den Stock des Beamtenkörpers in unserm Ministerium des Auswärtigen bilden, förmlich die Haare zu Berge stiegen. Aber auf diese mechanische Thätigkeit allein wird sich Baron Haymerle sicherlich nicht beschränken, und am allerwenigsten dürfte er, so weit wir ihn kennen, geneigt sein, die Rolle eines Figuranten zu pielen, hinter dessen Rücken die Action von ganz ändern Händen geleitet wird. Die Richtung unserer auswärtigen Politik wird ohne Zweifel unverändert bleiben, und dies hat auch äußerlich durch den Um« itanb Ausdruck erhalte», dass an den jüngste.» Verhandlungen mit dem Fürsten Bismarck sowohl der bisherige wie auch der künftige Minister des Auswärtigen theilnahinen; allein diese Continuität unserer auswärtigen Politik beruht nicht auf einer willenlosen Unterordnung des neuen Ministers unter die Dictate des alten, sondern auf einer zwischen ihnen beiden seit Jahren bestehenden Uebereinstim-mung der Anschauungen, aus welcher auch die langjährige Sympathie des Grasen Andrassy für seinen jetzigen Nachfolger sowie die Berufung des letztem zum dritten Bevollmächtigten Oesterreich-Ungarns in Berlin entsprungen ist." * * * Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, hat die internationale Commission die Grenzregulierung zwischen Bulgarien und Ostruiuelieu iit der We^e beendigt, dass eine von Tatar-Bazardschik ausgehende, über Sarnakovo und Dubnitza bis Küstendil führende Linie mit einer von Dubnitza bis Dschuma reichenden Abweichung die beiden Länder militärisch scheidet. Diese Grenzfeststellung wurde von den Vertretern von fünf Mächten gegen die Stimme des russischen Cominissärs acceptiert, während der französische Commissär sich der Abstimmung enthielt. Es verlautet, dass Rußland diese Grenzregutierung, als nicht durch Stimmeneinhelligkeit beschlossen, nicht anzuerkennen beabsichtigt. * * * Die letzten Nachrichten vom englischen Expeditionsheere bringen die Kunde, dass Jakub Khan mit seinem Sohne und einer größeren militärischen Begleitung am 27. v. Mts. in Knschi bei General Baker eingetrosfvit ist, nachdem er zuvor nm den Empfang schriftlich nachgesucht hatte. In Kabul selbst herrscht vollständige Anarchie. Nach einer zweiten Depesche vom 29. v. M. hat General Roberts eine Proclamation erlassen, welche den britischen Vormarsch zum Zwecke der Besetzung Kabuls so unerschrocken zu Felde geführt, sinnt noch immer auf neuen Verrath. Und so möge sich denn mit den Gestalten der Hohenstaufen auch der Schläfer vom Neumünster zu Würzburg aus seiner Grabesruhe erheben, um tot Kampfe zwischen Kirche und Staat seinem Volke jene Worte zu wiederholen, die wenigstens im gegenwärtigen Momente im Herzen der Besten unserer Nation ein ebenso lautes als anhaltendes Echo finden müssen. In Oesterreich, am gastfreundlichen Hofe der kunstsinnigen Babenberger, hatte Walther von der Vogelweide Singen und Sagen gelernt, und am Wiener Hofe hatte der kaum 20jährige Jüngling, in welchem zuerst der leider so früh verstorbene Franz Pfeiffer einen Sohn unseres schönen Alpenlandes Tirol erkannte, Jene herrlichen, in Form und Inhalt an das Volkslied sich anlehnenden Weisen gesungen, die bald mit schelmischem Heber-muth, bald wieder in wehmüthig zartem Ton Natur und Liebe zum nimmer erschöpften Gegenstände ihrer Verse wählten. Doch über dem süßen Treiben der Minne vergaß der Dichter auch das Lob seiner deutschen Heimat nicht, und schon aus den Liedern seiner glücklichsten Jugendtage tönt uns der patriotische Stolz des Sängers ans einem Gedichte entgegen, das, wenngleich noch ganz vom zarten Hauch der Frauenminne durchweht, doch auch der Vaterlandsliebe des Dichters ein ebenso schönes als ehrenvolles Zeugnis ausstellt: „Von der Elbe bis zum Rhein Und zurück bis an bas Ungarland Mögen wohl die Besten sein, Die mir wurden in der Welt bekannt. Kann ich recht noch schauen, Ist hier doch das Weib, Gerne schwör ich das, an Sitte wie an Leib Herrlicher denn and're Frauen. Deutsche Männer, wohl erzogen, Engeln gleich die Weiber anzuseh'n, Wer diese schmäht, hat sich betrogen, Sv ein Urtheil kann ich nicht versteh'n." Leider ging für unfern Dichter die erste, mit der glanzvollen Regierungszeit Heinrichs IV. (1190 bis 1197) so ziemlich zusammenfallende Frühlingsperiode sorglosen poetischen Schaffens gar rasch vorüber, da sich der edle, in Begeisterung für seines Vaterlandes Größe herangewachsene Walther bald nach dem Tode dieses kräftigen Regenten mit in jene politischen Wirren hineingezogen sah, welche der päpstliche Uebermuth zur Verfolgung seiner eigenen selbstsüchtigen Pläne zu benützen gedachte. Denn als Heinrich starb, hatte dessen Söhnchen, der nachmalige Kaiser Friedrich II., noch nicht das dritte Lebensjahr vollendet, und Papst Jnnocenz III. hielt diesen Umstand für günstig, um eine neuerliche, den päpstlichen Hege- moniegelüsten jedenfalls nur gefährliche Vereinigung der Krone Deutschlands und Unteritaliens hintanzuhalten. Er bemächtigte sich der Vormundschaft über den königlichen Knaben, und während er sich hiedurch einen freilich nur erzwungenen Rechtstitel auf die Regentschaft des dem jungen Friedrich als mütterliches Erbe gehörigen Königreichs beider Sicilien erwarb, trachtete er zugleich mit Umgehung der Rechtsansprüche seines bereits zum deutschen König gewählten Mündels dessen Anerkennung in Deutschland zu hintertreibea. Letzterer Plan gelang um so leichter, als die Lage der Dinge im Reiche selbst eine kräftigere Regierung, als die eines Kindes fein konnte, wüu-fchenswerth erscheinen ließ. Die von den mächtigsten Kaisern nur mit Mühe niedergehaltene Fehdelust der deutschen Vasallen drohte eben damals durch die Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen Bischöfen, Fürsten und Volk eine bedenklichere Ausdehnung zu gewinnen — ein Um- • stand, der es begreiflich macht, wie selbst die treuen Anhänger der Hohenstaufen an Herzog Philipp von Schwaben, den Oheim des jungen Friedrich, die Bitte stellen konnten, von seinen aufrichtigen Bemühungen zugunsten seines unmündigen Neffen abzustehen und selber nach der Krone zu greifen. Aber auch die welfische Partei, ankündigt und jene friedlichen Einwohner, welche an dem Angriffe auf die Residenz der britischen Gesandtschaft nicht theilnahmen, auffordert, auf ihre Sicherheit Bedacht zu nehmen. Die nach Veröffentlichung der Proklamation mit Waffen betroffenen Individuen würden als Feinde behandelt. * * * Die Provinz Melipotamos aus Kreta befindet sich in einem Zustande thatsächlicher Jnsurrection infolge der Weigerung der Behörden, einen Türken zu bestrafen, der einen Christen meuchlings ermordete. 300 Christen umringten das Gerichtsgebäude und die Präsectur und zerstreuten sich erst, nachdem ihnen der Polizeichef und der Vicegouverneur versprochen, dass Gerechtigkeit geübt werden solle. Sie führten indes einen reichen Türken Namens Skotolonlak als Geisel mit sich. Vermischtes. — Vom Bezirksgerichte nach dem B r ü n n l f e l d.) Eine gewiss seltsame Verquickung religiösen Wahnsinnes mit Processsucht hat dieser* tage eine in der Laimgrubengasse zu Mariahilf in Wien wohnhafte Schneidermamsell in das Jrrenhans gebracht. In ihrer religiösen Überspanntheit brachte die erwähnte Schneiderin immer häufiger ganze Tage mit lautem Beten und Singen sowie mit Tiraden gegen das Arbeiten zu, und überdies wurde die Geistesverwirrte ihren Mitmenschen auch noch durch das Einbringen von Forderungsklagen gegen Personen, welche ihr bloß dem Namen nach bekannt waren, unbequem. Wiederholt hatte es sich bei bezirksgerichtlichen Verhandlungen ans solchen, von der Klägerin selbst, und zwar sehr confus verfassten Eingaben herausgestellt, daß die Geklagten die Schneiderin nicht einmal kannten, geschweige denn derselben etwas schuldeten. Eine solche Verhandlung fand anch am letzten Donnerstage gegen einen Staatsbeamten statt, wobei die Klägerin, welche der angebliche Schuldner nie gesehen, plötzlich behauptete. die Gattin desselben zu sein. Nun gab es keinen Zweifel mehr über den Geisteszustand der Schneiderin, weshalb dieselbe in schonender Weise nach der Irrenanstalt überführt wurde. Er-wähnenswerth dürste sein, dass die Gattin des Quartiergebers der Irrsinnigen vor einigen Monaten in dieselbe Anstalt gebracht werden musste, und zwar wegen Verfolgungswahnes. Die Unglückliche beschwerte sich nämlich unter Weinen und Klagen, dass ihr — Bulgaren »achstelle», um sie mit Gewalt zur Königin auszurufen. — Ein.hundertjähriger Mann. Aus B.-Zwickan wird berichtet: Unsere Stadt begieng die sich dem hohenstaufischen Regimente immer nur mit Widerwillen untergeordnet, war nicht müßig und stellte Otto, den Sohn Heinrichs des Löwen, zum Gegenkandidaten auf. Nur mit schweren Sorgen konnten die Freunde der Ordnung der Zukunft entgegensehen und auch Walther beklagt mit schlichten, aber eben deshalb um so ergreifenderen Worten den durch das Interregnum begünstigten Verfall der öffentlichen Zucht: „Was soll man aus der Welt wohl leben! Keinen Rach kann ich mir geben, Wie man wohl drei Dinge erwerbe, Ohne dass Eines verderbe. Die zwei sind Ehre und irdisches Gut, So beides sich wohl vertragen thut; Als drittes, am höchsten von allen, Steht Gottes Wohlgefallen. Die wollte ich gerne in einen Schrein, Doch leider kann das nicht mehr sein, Dass Gut und weltliche Ehre, Die Gottes Huld noch mehre, usammen in ein Herze kommen, hncn ist der Weg benommen: Untreu' lauert im Hinterhalt, Auf der Straße die Gewalt, Fried' und Recht ist todeswund — Den Dreien gibt es kein Geleit, Es würden dann erst die beiden (Fried' und Recht) gesund." vergangenen Dienstag eine seltene Feier; sie galt dem Bürger und Hausbesitzer Josef Niederle, welcher laut des ihm übermittelten Taufscheines am 22. September d. I. ein volles Jahrhundert zurück-gelegt hat. Nachdem ihm bereits am Vorabende seines hundertsten Geburtstages von der städtischen Kapelle ein Ständchen gebracht worden war, begab sich zu ihm am 23. September aus Anregung des Bürgermeisteramtes eine etwa 3u Personen zählende Deputation, um ihn unter Ueberreichung mehrerer Geschenke zu beglückwünschen. Die sinnige Ovation hatte den Greis sehr angenehm berührt. Derselbe bewirtschaftet feine kleine Oekonomie noch immer selbst und hat bei der diesjährigen Fechsung noch ganz tüchtig mit zugegriffen. — Hund und Katze. Die „Südd. Post" in Villach bringt folgenden Beitrag für die Wissenschaft des „Thierlebens": „Ein Besitzer unweit Maria-Saal besitzt einen Hund Namens „Lullu" und eine Katze Namens „Luza". Diese beiden Thiere vertragen sich nicht nur in vollster Gemüthlichkeit, sondern haben sich für den Jagvsport auf Eichhörnchen so heranenltiviert, dass es Staunen erregt. Beide Thiere spazieren in den WrilD, Lullu richtet nach den Bäumen sei» scharfes Argusauge, und sobald er eines Eichhörnchen gewahr wird, gibt er seiner thenren Gefährtin die Deutung von der Anwesenheit eines solchen. Schnell erklimmt Lnza den Banm und verfolgt das Eichhörnchen so lange, bis es ermattet zu Boden fällt und dann von Lullu gepackt und nach Hanse getragen wird." — A lg, Thomas. Die Newyorker Zeitungen erzählen von einer geheimuisvolleu Geschichte, welche einigermaßen an die Assaire Thomas in Bremen erinnert nnd abermals die unliebsame Wahrheit nahelegt, daß die See Gefahren birgt, gegen welche gute Schiffe und erprobte Seesahrerknnst schlechterdings nicht schützen. Es scheint, dass bei der Löschung des Dampfers „Castlewood" aus London ein Ballen Lumpen zu rauchen anfing und in Brand gerieth. Nachdem bas Feuer erstickt war, fand sich inmitte des Ballens eine Schachtel Schwefelhölzer, die in Lumpen eingehüllt war, welche mit einem schwarzen, leicht entzündbaren Stoffe geschwängert waren. Der Kapitän des Schiffes vermochte nur anzugeben, daß die Lumpen von der Firma A. Cohen & Comp, in London verschifft worden waren; die Ladung war jedoch sehr hoch versichert, und kann kaum ein Zweifel darüber herrschen, dass, wenn diese Lumpen unterwegs Feuer gefangen hätten, fei es durch Reibung oder Druck, das Schiff eine Beute der Flammen geworden wäre. Bei einer eingehenden Untersuchung der Sache ergab sich, dass noch andere Lumpen in den gleichen leicht entzündbaren Stoff eingetaucht worden waren, welcher aus einer Mischung von Schießpulver und ungereinigtem Petroleum bestand und bei der Entzündung explodierte. Die Con-signatare erklärten allerdings, schon ähnliche Balle» vcn Lumpen und Papier von der Firma Cohen & Comp, erhalten. zu haben, jedoch meist vermittelst Segelschiffen wegen der billigeren Fracht. Solch ein Vorfall dürfte keineswegs dazu beitragen, das Gefühl der Sicherheit auf der hohen See zu vermehren, und erheischt eine unverzügliche und eingehende Untersuchung. — Eine Weiber - Emente. Aus Kvnstan-tinopel, 19. September, wird berichtet: Die abgelaufene Woche war reich an lärmenden Zwischenfällen. Am Dienstag war der Hof des Malie (Finanzministeriums) Schauplatz einer neuen Erneute türkischer Weiber. Etwa 2000 derselben hatten sich dort eingefunden, theils um eine Pension, theils um einen Theil des Soldes ihrer in den Reihen der Armee stehenden Männer abzuholen. Zuhdi Pascha, der vor zwei Monaten knapp den Händen dieser Megären entronnen war. hatte es sür klüger gehalten, sich zu absentieren. Die Beamten bedauerten, nichts verabfolgen zu können, da alle Kassen leer seien, worüber die Weiber so in Ausregung geriethen, daß sie sich mit den Kawassen, welche sie auseinanderzutreiben suchten, in einen förmlichen Kampf einließen. Der Polizeipräfect Hasiz Pascha schritt ein; er wurde anSgepfiffeü und die Weiber riefen ihm zu: „Wir wollen keine seidenen Roben, wie fie die Frauen der Paschas und des Sultans trogen; die mit den Gianrs bankettieren; wir verlange« nur ein wenig Brod sür unsere Kinder!" Hafiz Pascha that, als ob er die Anspielung auf ein jüNtzst vorgefallenes skandalöses Abenteuer zweier Damen des Palais nicht verstünde. Er befahl den Kawasfeik, die Zusammenrottung zu zerstreuen, und schließlich zogen sich die Unglücklichen, deren einzelne in der Verwirrung und Balgerei manchen Puff von dm wuchtigen Fäusten der Kawaffen erhalten hatten, unter lauten Verwünschungen gegen den Sultan zurück. Lokal-und Provin)ial-AngelegenhEii. — (Spende.) Der Herr Landespräsident R. v. Kallina hat auf den bei der am 28. v. Mt®, stattgehabten öffentlichen Tombola gemachten Gewinst im Betrage von 10 fl. zugunsten des Laibacher Krankeimnterstützungs- und BersorgungSvereines Btt» zieht geleistet. — (Ernennungen.) Der Bezirksthierarzt in Volosea, Herr Andreas Perdau, wurde zum Be» zirksthierarzte in Gottschee und der provisorische Bezirksthierarzt in Parenzo, Herr Ferdinand Ga» spari zum provisorischen Bezirksthierarzte in AdelS« berg ernannt. — (Die Einrückung der SRec tuten',) welche in der heurigen Stellung Militärdienst tätig« lieh befunden wurden, gab gestern und heute unseren Straßen ein ziemlich belebtes Gepräge. Doch müffen wir zum Lobe der Einrückenden eonstatieren, dass der halbe Verzweiflungsjubel, mit welchem der Re» ernt die letzten Tage einer ungebundenen Freiheit zu verbringen Pflegt, bis jetzt noch zu keinerlei Ruhestörungen Anlass gab. In größeren und klei» neren Scharen durchziehen die jungen Burschen die Stadt und wenn auch hie und da ein Jnchschtri, ein volksthiimliches Lied einer althergebrachte» Sitte Rechnung trug, so artete diese doch nirgend in einet Weise aus, dass dadurch die übrigen Einwohner der Stadt einen Grund zur Beschwerde erhielte». — (Unterricht.) Unsere heimatliche Künstlerin Frl. Jda K ü n 1 ist von einem längeren Sommer» ansenthalte zurückgekehrt und gedenkt mit Beginn dieses Monates ihre gewöhnlichen Unterrichtsstunden im Zeichnen und in der Aquarell- und Oelmalerei wieder aufzunehmen. — (B aron v. Klesheim), der Dichter des „Mailüfterl" und zahlreicher, durch ihre Utt» Mittelbarkeit rühmlichst bekannter Gedichte in östev> reichifcher Mundart wird zu Anfang nächster Woche im hiesigen Theater eine außerordentliche Borstellmch veranstalten, aus welche wir unser kunstsinniges Pu-blieui» mit dem Bemerken aufmerksam machen, dass dieselbe neben dem Vortrage mehrerer der schönsten Dialeetgedichte durch den Autor selbst auch ein oder das andere kleine Lustspiel aus der gebet Kies» Heims bieten wird. Klesheims Name ist zu populär, die Erfolge, welche derselbe mit seinen Vorträgen erzielte, sind zu bekannt, als dass wir dieselben ik unserer Voranzeige ausdrücklich zu betonen brauchten. — (Der Kampf gegen das Deutschithum.) Eine Korrespondenz der „Deutsch. Ztgi" aus Agram beklagt den Verfall der deutschen Sprache in Kroazien: Man muss es den Kroaten zum Lobe nachsagen, dass keiner der südslavischen Stämme e8 so verstanden habe, sich mit deutschem Wesen zu befreunden und die deutsche Sprache nicht bloß gut zu sprechen, sondern sie auch in ihren feinsten Rede» Wendungen sicher und richtig zu gebrauchen, wie gerade der kroatische Stamm. Umsomehr müsse man bedauern, dass die Fertigkeit, sich im Deutschen gut auszudrücken, immer mehr abnehme, namentlich unter der studierenden Jugend beiderlei Geschlechtes, die in dieser Richtung beklagenswerte Rückschritte macht. Die Sache habe nach zwei Seite» hin traurige Wirkungen. Einmal werde der Jugend so mancher Weg des Emporkommens und Weiterstrebens abgeschnitten. Um nur Ein Beispiel anzuführen, wird erwähnt, dass Heuer von 300 Aspiranten zur Aufnahme in die Cadettenschulen 178 kroatische Jünglinge wegen mangelhafter Kenntnis der deutschen Sprache «probiert wurden. Dann bilde auch die Kenntnis der deutschen Sprache den sichersten und wohlthätigsten Damm gegen die magyarische Invasion, welche schon seit Jahren Kroazien immer «nger und enger umspannt. Leider sei man für solche Wahrnehmungen blind, manchmal auch zu leidenschaftlich; namentlich sollen sich die Lehrer der erste» Schulklassen in der Ausmalung von geradezu komischen Schreckbildern über die deutsche Grausamkeit und deutsche Barbarei überbieten. — Wir zweifeln keineswegs an der Richtigkeit dieser Mittheilungen, wundern uns aber, dass man naiv genug ist, den Kroaten bessere Gesinnungen gegen das deutsche Element zumuthen zu wollen, als den stammverwandten Slovenen, welche schon im Gebrauch des Deutschen südlich vom Spielfelder Grenzpfahl der slovenischen Erde ein Capitalverbrechen sehen. — (Vom Theater.) Die gestrige Aufführung des „Narciss" bot Herrn Frederigk Gelegenheit, sein künstlerisches Können, welches eine tiefe Erfassung des gebotenen Stoffes mit einer sachlich richtige», von allen Uebertreibungen fernen Darstellung vereint, im besten Lichte zu zeigen. Würdig stand ihm Frau Director Ludwig als „Marquise Pompadour" zur Seite, und auch Fräulein Robeth führte sich als „Demoiselle Qninault" dem Publicum in einer Weise ein, welche von der jungen, erst kurze Zeit der Bühne ungehörigen Schauspielerin noch recht erfreuliche Leistungen erwarten lässt. Vor allem möchten wir dem Fräulein, das ebenso wie Herr Frederigk und Frau Ludwig mit Beifall ausgezeichnet wurde, rathen, recht viel Sorgfalt auf das Studium der Geste zu verwenden. Denn selbst die beste Declamation, die beste Mimik verliert viel an ihrem Eindruck, wenn denselben nicht eine entsprechende Gesticulation zur Seite steht. Die für heute angesagt gewesene Posse „Das Blitzmädel" musste angeblich wegen Erkrankung des Frl. June vom Repertoire abgesetzt werden. Anstatt dessen kommt der Rosen'sche Schwank „O diese Männer!" zur Aufführung. — (Zweite Blüte.) Der „Eitler Ztg." zufolge stehen auf der Reichsstraße von Cilli nach Gonobiz zahlreiche Apselbäume in zweiter Blüte. — (Literarisches.) Im Verlage des k. k. Hofbuchhändlers Heinrich Dieser in Salzburg ist unter dem Titel „Vaterländisches Ehrenbuch" eine Fortsetzung des unter gleichem Titel erschienenen Werkes von Albin Reichsfreiherrn von Teufsenbach zur Ausgabe gelangt. Hatte sich der erste Theil die Aufgabe gesetzt, die hervorragendsten Episoden der österreichischen Geschichte in schlichter Prosa zur Darstellung zu bringen, so enthält der zweite Theil eine ziemlich umfangreiche Sammlung von Gedichten, deren Stoff aus der Geschichte Oesterreichs entnommen ist. Wir können dieses Bnch Lehrern und Erziehern mit dem Bemerken empfehlen, dass es feinem ganzen Inhalte nach darnach angethan ist, den patriotischen Sinn der Heranwachsenden Jugend zu festigen und zu kräftigen. Aber auch dem Erwachsenen wird der reiche Inhalt desselben eine angenehme Zerstreuung sein. Verstorbene. Den 29. September. Maria Babnik, Haus- besitzers-Tochter, 8 Mon., Tirnauergasse Nr. 17, Fraise». — Theresia Zkerjanc, Tischlergesellens-Tochter, 14 Tage, Polanadamm Nr. 16, Mundsperre. — Paul Skale, Thierarzt und Hausbesitzer, 54 I., Polanastraße Nr. 63, Sun» genlahntuitfl infolge Emphysem. D e n 30. September. Martin Jankar, Schuster, 88 I,, Florianigasse Nr. 31, Tuberculose. Im Civilspitale: Den 30. September. Franz Bartl, Finanz ilvach-Respicient, 43 I,, Paralysis progressiva. Druck von Jg. v. Klcinmayr & Fed. Bamberg. Witterung. Laibach, 1. Oktober. Morgens die Alpen klar, dann zunehmende Bewölkung, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Udr + 9-1“, nachmittags 2 Udr + 16 9" C. (1878 + 18 3“; 1877 + 14‘4" C.) Barometer 739'38 Millimeter. Dar gestrige Tages,iiittel der Wärme + 13 4°, um 0 2° unter dem Normale. Angekvmmene Fremde am 30. September. Hotel Stadt Wie«. Hosbauer, Bonne, Innsbruck. — Bergstein, Kfm., Wien. — Strunk, Artillerie-Oberlieut. — Den, f. k. Bezirksrichtersgattin, s. Tochter, Tscher-nembl. — Janisch, Forstmeister, Wippach. — Magi« movic, Slfm., Slgtam. — Angelli und Gasparini, Ifflte., s. Familie, Trieft. Hotel Elephaut. Rauchberg, Fabrikantcnsgattin, sammt Familie, Wien. — Erber, k. k. Gymnasiallehrer, Zara. — v. Horn, Dr. d. Med., Graz. — Baronin Franken s. Tochter, Gürz. — Olrekcr, Lieutenant, s. Schwester, Klagensurt. — Brandt, Besitzer, s. Sohn, Billach. Hotel Europa. Gatterer, Oberbuchhalter, s. Sohn, Wim. Mohren. Skofie, Gurkseld. — Ekler, Beides. — Frick, Viehhändler, Graz. Gedenktafel über die am 3. Oktober 1 879 stattsindeuden Licitatwnen. 1. Feilb., Musit'sche Real, Dragatus, BG. Tscher-nembl. — 1. Feilb , Brinc'sche Real., Griblje, BG. Tscher-neinbl. — 1. Feilb., Schneller'sche Real., Gerdenschlag, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Zeleznik'sche Real., Oberkoschana, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Cajnar'sche Real., Äiakove, BG. Mottling. — 3. Feilb., Peöaver'sche Real., Roseiithal, BG. Miittliug. 2. Feilb., Omek'sche Real., Grasenbruiiii, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Martiiiiii’fche Real., LoSkagora, S3®. Ratschach. — 2. Feilb., Povse'sche Real., Gaberje, BG. Ratschach. — 3. Feilb., Stare'sche Real., Jasen, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Real, ad Wippach pag. 460, tom. XV., BG. Wippach. — 3. Feilb., Tom&ti'sche Real., Grasen-brunii, BG. Feistriz. - 3. Feilb., Rosina'sche Real., Ru-dolsswerth, ,!G. Rudolfswerth. — 2. Feilb, Sotlarsche Real., Gobnik, BG. Littai. — 2. Feilb., Milave'sche Real., Krvoglauce, BG. Mottling. - 2. Feilb., Podobnik'sche Real., Biniverh, BG. Littai. — 3. Feilb., Groznik'sche Real., Beit, BG. Littai. - 1. Feilb., Skuk'sche Real., Uscheuk, BG. Laas. — 1. Feilb, Koöevar'sche Real, Altenmarkt, BG. Laas. — 1 Feilb, Prijanovii'sche Real., Tributsche, BG. Tschcriicmdl. — 2. Feilb., Persin sche Real., Rakitna, BG. Obcrlaibach. - 2. Feilb., Kristanc'jche Real., Mosche, BG. Krainburg. — Relie. Paravbak'sche Real, ad Kresniz, BG. Littai. 2. Feilb., Jekler'sche Real., Wocheinervellach, BG. Radmannsdorf. — 2. Feilb, Golobar'sche Real., Roje, BG. Littai. — 2. Feilb.. «sustaric'sche Real., Sela, BG. Tschernembl. (OCXXXXXXXXXXXXX^ X Dem geehrten P. T. Publikum für den X X wtthreud der Sommersaison so zahlreichen Be-such des Kosleis Brauhausgarten meinen Dank aussprechend, zeige ich hiemit an, dass derselbe seit 1. Oktober geschlossen und gleichzeitig die Jicjiüuratioti im Dinteriocale eröffnet wurde. J\ Nebst guten Getränken eine vorzügliche Küche mit billigstem Tarif zusichernd, bittet um weitere ff» Gewogenheit ö Therese Jancigaj. ocxxxxxxxxxxxxx: _ .V* <ÖV ax> &o . Silbe, ftranz-Ooseph-Bahn . Kaliz.L-^udwigb.l.E. Defl. Nordwest-Bah» Biebenbüvgct Lab» SlaatSbahn, 1. 15nt. . Lüdbahn & 3 Pnz. & 5 , . 96 50 104 60 96 20 103 — 96 50 74 — 167 50 121 — 102;75 268 60 837*— Priealtof«. $«oi(581*— 100 d. vieichsmark . Silber Mare 135*50 117 — 100 50 101 — 100 — 96 75 105— 96-40 103.25 96 75 74 25 168 — 121-25 103 — 116*85 5 58 9 32 57 55 100 — Verleger: Ottomar Bamberg. Telegrafischer Kursbericht am 1. Oetober. Papier-Rente 6785. — Silber-Rente 69— Gold« Rente 80 60. - 1860er Staats-Anlehen 126-25. — Bank-aetien 833. — Kreditaetien 267 20. — London 116 75. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5 57. — 20-Francs« Stücke 9 31. — 100 Reichsmark 57 50.__________________________ Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans Kraus.