Nr. 269. Pränumel»tton«pr«i«: Im «Lomploli ganzj. fi. 11, halbj. fi. 5 50. ylli die Zustellung w« H«u« halbj. 50 lr. Mit der Psst «anzj. fi. 15, halvj. fl. 7 50. Freitag, 33. November. Instltionsgebür: Für ll«ln« »ns«a<« vl« ,n 4 g«ilen ü!5 lr,, große« per Zelle « lr,, bei Vst«en Wltderholungen p«r Ziile 8 lr. 1883. Amtlicher Theil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Merhöchster Entschließung vom 18. November d. I. ben Präsidenten des Handels- und Seegerichtes, zu° Hleich Vicepräsidenten des Landesgerichtes in Trieft, "dolph Mosettig, zum Präsidenten des Landes-^richtes in Trieft allergnädigst zu ernennen geruht. __________ Prazak m. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Merhöchster Entschließung vom 18. November d. I. ?eln Kreisgerichts'Präsidenten in Görz Paul Sbisä ^ Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienstleistung ?.en Orden der eisernen Krone dritter Classe mit Nach-llcht der Taxe allergnädigst zu verleihen geruht. ^ Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Oberlehrer an der Volksschule zu M'llstatt in Kärnten Mann Sixt zum Bezirks «Schulinspector für die ^erichtsbeznke M'llstatt und Gmünd ernannt. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «^runner Zeitung" meldet, der Gemeinde Schwabenitz Am Schlilbaue 200 fl, und der Gemeinde Nedaschowa-^^ta zum Schulerweiterungsbaue t00 st. zu spenden geruht. Der Durchschlag des Arlberg-Tmmels. . Wie bereits telegraphisch berichtet, hat am Abend /" 19. d. M., nach vollzogenem Durchschlage der Atzten Scheidewand zwischen der Ost- und Westseite ^ Arlberg-Tunnels, in der Restauration am Ost» Portale ein Bankett stattgefunden. Wir tragen heute ^" Wortlaut der hiebei gesprochenen Toaste nach, welche der Telegraph nur auszugsweise mitgetheilt hat. H Das Local in der Bel-Etage, welches etwa 300 Klonen fasste, war an den beiden Längenfronten mit ./"Porträtbüsten Ihrer Majestäten des Kaisers "^ der Kaiserin geschmückt. An der Mittelwand des Saales prangte, von einem Lorbeerkranz umwunden, das Porträt des verstorbenen Oberbaurathes Lott, welches die Beamtenschaft bei den Tunnel« arbeiten dem Unternehmer Ceconi zum Geschenke gemacht hat. An dem Bankett nahmen nebst Sr. Excellenz dem Herrn Handelsminister Freiherr« v. Pino theil: Se. Excellenz der Herr Statthalter von Tirol Baron Wid mann, der Herr Präsident des Staats-Eisenbahnbetriebes Sectionschef v. Czedik, die Herren Landeshauptmänner von Tirol Ritter v. R a pft und von Vorarlberg Graf Belrupt, die Herrenhaus-Mitglieder Ritler von Toggenburg und Baron Ceschi, die Reichsraths..Abgeordneten Ritter von Wildauer und Thurnher, der Bezirlshaupt-mann von Bregenz Prinz von Thurn und Taxis, die im Gefolge des Handelsministers befindlichen Beamten, die Directoren der elektrischen Ausstellung Regierungsrath Ritter v. Grimburg und Professor Pfaff, die Oberbeamten und Ingenieure der beiden Aauunternehmungen und Vertreter der Presse. Nach. dem Se. Excellenz der Handelsminister den bereits im Wortlaute mitgetheilten Toast auf Se. Majestät den Kaiser ausgebracht hatte, sprach der Bauunternehmer Louis Lapp: „Meine Herren! Wir haben soeben mit begeistertem Herzen in ein dreifaches Hoch eingestimmt, das Se. Excellenz unser allverehrter Handelsminister auf Se. Masestät den Kaiser ausgebracht hat. Ich erlaube mir daran zu erinnern, dass der Durchbruch des Tunnels mit dem Namensfeste unserer hochverehrten Landesmutter, Ihrer Majestät der Kaiserin, zusammenfällt. (Lebhafte Hoch'Rufe.) Die An-eiferung zur Erringung der großartigen Resultate, von denen Se. Excellenz der Herr Handelsminister gesprochen, danken wir dem rege,'. Antheile, welchen das Allerhöchste Kaiserhaus und höchstdessen Mitglieder an dem Fortschritte der Arbeiten genommen und bei verschiedenen Gelegenheiten bekundet haben. Ich erlaube mir deshalb, auf das Wohl unferer hochverehrten Landesmutter und der ganzen Kaiserfamilie ein dreifaches Hoch auszubringen." (Begeisterte Hoch-Rufe. Die Musikkapelle intoniert die Vollshymne.) Ferner sprach der Herr Statthalter von Tirol, Baron Widmann, einen Toast auf die Bauunternehmer und Landeshauptmann Ritter v. Napp auf die Baubehörden des Handelsministeriums und auf dieses selbst als Förderer des Unternehmens. Se. Excellenz Handelsminister Baron Pino erhob sich hierauf zum zweitenmale und brachte folgenden Trinlsftruch aus: «Erlauben Sie mir, in dieser vorgerückten Stunde noch einmal das Wort zu ergreifen. Einer der Vorredner hat die Güte gehabt, der Regie« rung den Dank auszusprechen für ihre Thätigkeit in dieser Sache. Sie werden wohl begreifen, dass ich, der ich die Ehre habe, Mitglied dieser Regierung zu sein, einige Worte erwidere. Ich glaube im Namen meiner Herren College» zu handeln, wenn ich dem Herrn Vorredner und Ihnen, meine Herren, den Dank ausdrücke für diese freundlichen Worte. Ich muss jedoch erklären, dass die Regierung in dieser Sache nur ihre Schuldigkeit gethan hat und ihre Schuldigkeit immer thun wird. (Lebhafter Beifall.) Ein anderer Redner hat die Güte gehabt, auch der technischen Behörden des Handelsministeriums zu gedenken. Da ich die Ehre habe, das Handelsmini« sterium zu leiten, danke ich auch hiefür, indem ich gleichfalls bemerke, dass auch die Behörden nur ihre volle Schuldigkeit gethan haben und sie immer thun werden. Das ist aber nicht der einzigeGrund, warum ich mich zum Worte gemeldet habe, ich wollte nur sagen: Zwei Länder, welche stets voll Treue und Hingebung an Kaiser und Reich festgehalten, sind nunmehr durch einen eisernen Strang verbunden. Dies wird sie zwar nicht hingebender, nicht treuer machen, denn in dieser Hinsicht stehen sie wie Felsenburgen da, aber sie werden, was bisher nicht der Fall war, vereint sein zur eigenen, zur Prosperität des ganzen Reiches. Ich lade Sie ein, mit mir das Glas zu erheben und ein Hoch auszubringen auf Tirol und Vorarlberg." (Begeisterte Hoch.Rufe.) Es folgte hierauf noch eine Reihe von Toasten, deren bereits Erwähnung geschah. Das Fest endete erst in vorgerückter Nachtstunde. Zur Lage. Die glückliche Durchbohrung des Arlberg« Tunnels gibt den Blättern fortdauernd Stoff zn eingehenden Betrachtungen und Erörterungen. Die Vorarlberger Landeszeitung feiert das für Vorarlberg fo wichtige Ereignis in einer Festnummer, in welcher sie u. a. sagt: „In diesem bedeutungsvollen Momente, in der Einbeziehung des Landes Vorarlberg Jemlleton. Das böhmische National-Theater in Prag. in. Prag, 20. November. l Der Gedanke, ein stabiles Theater für Borste!« Hen in böhmischer Sprache in Prag zu errichten, ^lstand schon zu Anfang der vierziger Jahre. Im T^hre 1845 überreichte eine Anzahl von Prager Vür-r,^ ^ den damaligen Ständen eine Petition um Er-e^ung eines döhmifchen Theaters. Das Gesuch fand . ,k günstige Aufnahme, führte jedoch insofern zu 'llem positiven Erfolge, als es im Dränge der Zeiten "'w der Verhältnisse in Vergessenheit gerieth und ohne ^emliche Erledigung blieb. Die Ereignisse des Jahres M8 verhinderten die Wiederaufnahme der Angelegen < ^'t, doch wurde schon damals vielfach die Ansicht ^gesprochen, es wäre der in cultureller Beziehung Hleulich vorwärtsschreitenden böhmischen Nation l°I '3, aus eigener Initiative und aus eigenen Mit. <>n ein stabiles Theater zu errichten und zu erhalten, h "er Gedanke, von einigen Patrioten ausgesprochen, h."9 in immer weitere Kreise und wurde bald Ge-sie^ zunächst die Einleitung von Sammluugen in ^ Hand nahm. Diese Sammlungen lieferten jedoch t>üsk ^m Jahren nur bescheidene Ergebnisse, so lz' Mst nach zehnjähriger Thätigkeit des erkühnten dts^les keine Anssicht auf das Zustandekommen eines ^ Oliven Theatergebäudcs vorhanden war. Infolge 18 ? "richtete der böhmische Landesausschuss im Jahre an« . "us Landesmitteln ein Interimstheater, welches sti'"net« Theile des für das definitive Theater be-vjs "len Baugrundes erbaut wurde. In diesem pro-^ ^jchen Theater wurde mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahre 1883 gespielt. Der Grundstein für das große National Theater wurde unter außerordentlichem Gepränge am 16. Mai 1868 gelegt, und von dieser Zeit an datiert die eigentliche Bauperiode des definitiven Theaters, für welches der Architekt Prof. Zitek die Pläne geliefert hatte. Infolge von Zwistigkeiten zwischen den beiden Parteien im nationalen Lager gerieth auch der Vau des National-Theaters ins Stocken. Die Arbeiten wurden zwar nicht vollständig eingestellt, die Beiträge flössen aber durch längere Zeit so spärlich ein, dass der Vau nur sehr langsame Fortschritte machen konnte. Erst durch die im Jahre 1878 ins Leben gerufene National-Lotterie und die bald darauf erfolgte Re> oraanisierung des Theaterbau Comites wurden dem Unternehmen wieder neue Hilfsmittel zugeführt, welche die Beschleunigung der Bau Arbeiten ermöglichten. Auch der Landesausschuss votierte bedeutende Summen, so dass bis zum Jahre 1881 die güsammten, den Aaufond repräsentierenden Gelder die Höhe von 1800000 fl. erreichten. Dank diesen günstigen Umständen gieng das National-Theater mit raschen Schritten seiner Vollendung entgegen. Im September 1881 sollte dasselbe, nachdem drei Monate zuvor bereits zwölf Vorstellungen darin stattgefunden, seiner Bestimmung übergeben werden. Die Genesis der erwähnten zwölf Vorstellungen ist darauf zurückzuführen, dass anlässlich der Ankunft Ihrer k. und l. Hoheiten des durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzogs Rudolph und der durchlauchtigsten Kronplinzessin Erzherzogin Stephanie in Prag zu Ehren des hohen Paares im neueu Theater eine Festvorstellung arrangiert wurde, da es nicht opportun erschien, die erlauchten Gäste in dem räumlich beengten Iliterimslheater zu begrüßen. Nach dieser Festvorstellung wurden noch weitere elf Aufführnngen insceniert, worauf das Gebäude geschlossen und die VoUendungsarbeiten fortgesetzt wurden. Für den 11. September 1881 war die feierliche Eröffnung des Theaters anberaumt, und es waren hiezu bereits alle Vorkehrungen getroffen. Da trat das schwere Brandunglück ein, welches im ganzen Lande und weit über dessen Grenzen hinaus die tiefste Be< wegung wachrief. Am Abend des 12. August brach auf dem Dache des monumentalen Gebäudes ein Feuer aus, das binnen wenigen Stunden den herrlichen Tempel der Kunst in eine rauchende Brandstätte verwandelte. So schmerzlich aber auch die Kunde von dieser schweren Katastrophe das ganze böhmische Volk berührte, so vermochte sie doch dessen Muth nicht zu erschüttern. Mit neuem Eifer wurden im ganzen Lande Sammlungen eingeleitet, von allen Seiten flössen reichliche Spenden zu, und ehe ein Jahr um war, gebot das Baucomitö wieder über so reiche Hilfsmittel, dass der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in großem Maßstabe aufgenommen und mit aller Beschleunigung durchgeführt werden konnte. Die Summe der neuerlichen Sammlungen erreichte die Höhe von 820 000 fl., die Gesammtsumme aller durch Sammlungen aufgebrachten Beiträge mehr als zwei Millionen Gulden. Dank dieser großartigen Opferwilligkeit, an welcher auch die deutsche Bevölkerung Böhmens participierte, erhob sich das böhmische National-Theater wie ein Phönix aus der Asche m verschönerter Gestalt, eine würdige Stätte der böhmischen dramatischen Kunst, ein bleibendes Denkmal idealen Strebens und selbstverleugnender Opferwilligkeit. Im ganzen erforderte das National-Theater einen Aufwand von 3 100000 st., hievon absorbierte das abgebrannte Gebäude 1 800 000 Gulden, da« gegenwärtige Theater 1300000 fl. Mit Stolz und Gennglhuung darf das böhmische Volk auf den neuen Musentempel, die Verwirklichung seines langjährigen Sehnens uud Strebens, blicken. Er ist architektonisch, decorativ und künstlerisch eine wahre Zierde der böhmischen Landeshauptstadt, ein neues Juwel in dem reichen Kranze herrlicher Baudenkmäler, welche das an historischen Erinnerungen so reiche, stetig fortschreitende und einel schönen Zukunft entgegengehende Prag schmücken. (Wr. Abendp) Lailmcher Zeitnnss Nr. 269 2288 23. November 1883. mid seiner Handelsplätze in die Linie des allgemeinen Weltverkehrs liegt für uns die Ursache eines großen Theiles der unendlich freudigen Erregung, die heute ulles umfangen hält, die jedes Vorarlbergers Herz elektrisch durchzuckt. Wir hoffen, dass der Zustand der Isolierung für unser Land für immer vorbei sein wird, dass eine neue Aera des Segens und Aufblühens ge-kommen ist. Gedenken wir in diesem feierlichen, für uns ganz besonders bedeutungsvollen Momente in Liebe und Verehrung des Obersten Bauherrn, unter dessen Allerhöchstem Protectorate der Bau der Arlbergbahn begonnen und so glücklich vollendet worden ist, und rufen wir ein begeistertes: Gott schütze! Gott erhalte! Gott segne Se. Majestät den allergnädigsten Kaiser Franz Joseph I.!" Die Klagenfurter Zeitung schreibt: „Das Fest am Arlberge war ein Fest der friedlichen Arbeit, ein Fest der Civilisation, welche den Vorzug unseres Jahrhunderts bildet. Dem Handel und Verkehre - zwischen großen Gebieten, zwischen industriellen Ländern wurde in Anwesenheit Sr. Excellenz des Herrn Handelsministers selbst eine neue Straße eröffnet. Die moderne Ingenieurkunst leistete ihr Bestes; die Erfahrungen der mathematischen und physikalischen Wissenschaften wurden ausgenützt, um das scheinbar Unmögliche zu leisten." Die BrünnerMorgenpost bemerkt in einem längeren Artikel: „Die Arlbergbahn ist ein Ehrendenkmal, welches das neue Oesterreich sich setzt, indem es zeigt, dass es Thaten zu vollbringen vermag, die Freund und Feind Achtung abzuringen geeignet sind." Das Präger Tagblatt sagt: „Abermals feiert der Fortschritt und die Wissenschaft des 19ten Jahrhunderts ein großartiges Fest. Die 6000 Fuß hohe Gebirgsmauer, die uns vom Bodensee und von der Schweiz trennte, existiert nicht mehr als ein Hindernis des Verkehres.....Gestern, am Namensfeste unserer erlauchten Kaiserin, entzündete der Handels-minister durch den elektrischen Funken die Sprengbatterie, welche die letzte dünne Scheidewand zertrümmerte, und ein tausendstimmiges Hoch begrüßte den neuen Triumph der Technik. Es ist zugleich ein Triumph Oesterreichs." Die Olmützer Neue Zeit sagt in ihrem Artikel über das Verhalten der oppositionellen Presse zu dem gelungenen Werke: „Befremdend ist es, dass alle jene Oppositionsorgane, welche dem Gelingen des Arlberg« Tunnelbaues so schwungvolle, von so freudig gehobener Stimmung zeugende Betrachtungen widmen, auch nicht ein Wort der Anerkennung für das Ministerium haben, welches das schon von früheren Regierungen als nothwendig anerkannte, allein Jahre um Jahre vergeblich angestrebte Werk zuerst im Reichsrathe durchsetzte und dann in so überraschend kurzer Zeit und ohne Ueberschreilung der Voranschläge der glücklichen Beendigung zuführte. Wie gesagt, wir suchten und forschten vergeblich nach einem selbst nur leisen Worte der Anerkennung für dieses selbst vom erbittertsten Opftositionsmanne gar nicht wegzuleugnende Verdienst der Regierung. Sollte dieses Schweigen, das übrigens beredter spricht, als die glänzendsten Zustimmungsadressen, nicht ein Schweigen der Beschämung und Verlegenheit über das eclatante Desaveu sein, welches nun jene Oppositionsorgane erhalten, die jahrelang nicht müde wurden, über die wirtschaftliche Thätigkeit der Regierung, über deren Leistungen auf materiellem Gebiete nur mit mitleidigem Achselzucken und mit un- gläubigem Lächeln zu sprechen?" — Pesti Naplö begrüßt den Durchstich des Arlberges und damit die Eröffnung einer neuen Route nach dem Westen in warmen Worten. Die Norddeutsche allgemeine Zeitung bespricht in einem Wiener Briefe neuerdings den Verlauf der Delegations'Session und schreibt: „Die publi-cistischen Wortführer unserer Opposition sind nicht zufrieden mit der jüngsten Delegations'Session. Sie können es nicht verwinden, dass ihnen diesmal die oratorische Ianitscharen-Musik überhaupt und der süße Ohrenschmaus des Parteigezänkes im besonderen versagt geblieben sind. Sie selbst müssen es wie die in den Delegationen vertretenen Parteien bekennen, dass unsere auswärtige Politik in dem Bündnisse mit Deutsch' land eine feste und zukunftsstarke Basis, ein festes, dem allgemeinen Friedensbedürfnisse entsprechendes Ziel besitzt. Diese Thatsache ist auch nicht von heute, sondern längst und eindringlichst erwogen und für gut befunden worden. In der Regel spricht der Mensch viel von einem Leiden, das ihn quält, aber wenig oder gar nicht von seiner Gesundheit. Man sollte also meinen, dass es nur natürlich sei, wenn man auch über den gesunden Zustand unserer auswärtigen Politik so wenig Worte als möglich macht. In gleicher Weise verhält es sich mit dem Kriegsbudget. Man weiß, dass unsere Armee stetig die ihr vorgezeichnete Entwicklung nimmt und dass sie tadellos verwaltet wird. Jede ihrer Ausgabsposten ist bereits unzählige male besprochen und beleuchtet worden. Irgend eine namhafte Aenderung ist in denselben heuer nicht eingetreten. Nirgends wird Stoff zu neuen Erörterungen geboten. Die Delegation handelte also ihrer Würde und Aufgabe vollkommen entsprechend, wenn sie dem, was sie gut und richtig findet, einfach ihre Zustimmung ertheilt und die Worte spart, deren ja in den beiden Parlamenten ohnehin mehr als genug gemacht werden." Auch das Journal des Dibats hebt in seinem politischen Tagesberichte den ruhigen Verlauf der österreichisch-ungarischen Delegationssession hervor und sagt: «Es scheint, dass ein stillschweigendes Uebereinkommen zwischen den Parteien getroffen wurde, den Ministern, welche die gemeinsame Regierung der Mon» archie darstellen, keine Schwierigkeit zu bereiten. Die auswärtige Politik des Grafen Kälnoky erfuhr keinen Widerspruch, die vom Reichs.Kriegsminister eingestellten Forderungen wurden ohne erhebliche Discussion bewilligt, und die Occupation von Bosnien und der Herzegowina, welche alle Jahre zu sehr lebhaften Angriffen Nnlass gegeben, ist nun endgiltig als vollzogene Thatsache hingenommen. Es muss hiebei hervorgehoben werden, dass die Delegierten die Mittheilungen des Herrn v. Källay über die von der österreichischen Verwaltung in jenen Provinzen erzielten Fortschritte sehr günstig aufgenommen haben." Aus Budapest wird unterm 21. November gemeldet: Im Nbgeord-netenhause wurde die Debatte über den Gesetzentwurf, betreffend die Eheschließung zwischen Christen und Juden, heute fortgesetzt. Onodu sprach gegen die Vorlage und entwickelte seine bekannten antisemitischen Gesichtspunkte. Er hält die Lösung der Iuden.Frage für eine der dringendsten socialen Fragen, doch angesichts der Dogmen des Talmud sei wenig Aussicht vorhanden, dass es gelingen werde, das jüdische Element mit dem christlichen zu verschmelzen. Redner ergeht sich des weiteren über die antisemitische Bewegung, welche seiner Ansicht nach insbesondere durch den ungerechten Ausgang der Tisza-Eszlarer Strafsache und durch Moriz Scharfs Erscheinen in Budapest hervorgerufen wurde, und schließt, indem er einen die Ab-lehnung der Vorlage bezweckenden Beschlussantrag einbringt, welcher auch von den Abgeordneten Georg Szell, Victor Istöczy, Juan Simonyi und Josef Kiso-vicz unterzeichnet ist. Alex. Körössy tritt mit Wärme für die Vorlage ein. Er sieht von den Dogmen einzelner Confessionen und besonders von den angeblichen unmoralischen Glaubenssatzungen, die seiner Ansicht nach in das Reich der Fabeln gehören, ab und wendet sich insbesondere gegen die Ausführungen der dem geistlichen Stande angehörenden Vorredner, die das Verfügungsrecht hinsichtlich der Eheschließung aus< schließlich der Kirche vindicieren. Auf die im Zuge befindlichen Unterhandlungen zwischen der ungarischen Regierung und der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft «flectierend, erklärt Nem -zet die Bedenken der Wiener Blätter für vollkommen unbegründet und räth der Gesellschaft, fchon mit Rückficht auf das eigene Interesse der ungarischen Regie' rung gegenüber eine willfährige Haltung zu bethätigen. Die Hauptpunkte, deren Erfüllung Ungarn wünscht, seien, dass es in Bezug auf den Verkehr von Seite der Gesellschaft keinen Nachtheil erleide und dass Ungarn ein Maximaltarif und billige Frachtsätze gesichert werden. Vom Ausland. Der französische Minister des Innern. Herr Waldeck-Rousseau, hat der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, welcher die Uebertragung der Ausgaben der Pariser Polizeipräfectur von dem städtischen auf das Staatsbudget bezweckt. Der Entwurf bestimmt, dass vom 1. Jänner 1884 an die persönlichen und sachlichen Ausgaben für die Präfeclur, die Polizei-commissariate und die Municipalpolizei sowie sämmtliche Nebendienstzweige auf das Budget des Ministeriums des Innern übernommen werden sollen. Die Hälfte dieser Kosten bleibt jedoch der Stadt Paris zur Last. Bekanntlich strebt die Pariser Demokratie schon seit zwei Jahren danach, die städtische Polizel in die Hand der Municipalbehörden gelegt zu sehe"-Herr Waldeck'Nousseau unternimmt nun gerade daö Gegentheil, indem er dem Municipalrathe und der Seine-Präfectur jede Einflussnahme auf die Polizeiverwaltung zu entziehen fucht. Der Wechsel in der spanischen Botschaft zu Paris hat sich bereits vollzogen. Der bisherige Botschafter Herzog von Fernan> heimzukehren gewillt sei. (Fortsetzung folgt.) Laibachet Zeitung Nr. 269 2289 _____ 23. November 1883. Attache, Marquis de Val Carlos, in Paris cm. Dieser Osficier soll sich in den Feldzügen gegen die Carlisle» besonders ausgezeichnet haben. Tagesnemgkeiten. Oofratl) Ritter von Miklosich. Eine Zierde des österreichischen Gelehrtenstandes und speciell der Wiener Universität, zu deren emeritierten Rectoren er gehört, der Begründer und Meister der slavischen vergleichenden Sprachwissenschaft, Hof-ralh Professor Dr. Franz Xaver Ritter v. Millofich. »eiert am 20. seinen 70. Geburtstag und zugleich das Jubiläum seiner 40jährigrn schriftstellerischen Thätigkeit, ohne äußeres Gepränge zwar, aber von Freunden, Kollegen und Schülern mit Beweisen der Theilnahme und Verehrung umgeben. Auf ein der Wissenschaft geweihtes, an Thaten und Erfolgen reiches Leben blickt ber Jubilar zurück, der, auf den Schultern eines Do-brovsly, eines Kopitar und eines Schafarik stehend und an dem von diesen Männern begonnenen Gebäude Weiterarbeitend, mehr geleistet hat, als man einem einzelnen Manne zumuthen möchte. Er wurde am 20. November 1813 zu Radmeseak bei Luttenberg in Steiermark geboren. Sein Vater, ein schlichter Bürger, der erst vor vier Jahren im Alter von 91 Jahren starb, fasste den Entschluss, den wissbegierigen Franz den Studien zu widmen. Miklosich erhielt seine Gym-Nasialbildung in Warasdin und Marburg, bezog die Universität in Graz, wo er im Jahre 1837 die fthilo-«ophlsche Doctorwürde erlangte und eine Zeitlang als Supplent der Lehrkanzel der Philosophie thätig war. Schon nach einem Jahre begab er sich nach Wien, wo kr sich der Advocaturspraxis widmete, nachdem er zuvor den juridischen Doctorgrad erworben. In Wien machte er die Bekanntschaft des Sla« Kisten Kopitar, seines Landsmannes, der ihn dazu dkwoss, die juristische Laufbahn aufzugeben und in die Dienste der Hofbibliothek einzutreten, wo er zahlreiche Hilfsmittel zur Erforschung der slavischen Sprachen Erfinden werde. Dutch eine 1844 erschienene Kritik der „Vergleichenden Grammatik" Bopps, welche Mi-uosich in dc>n Wiener Jahrbüchern veröffentlichte, hatte ^ sich mit einemmale den Ruf eines ausgezeichneten Sprachksii.u'is erworben. Im Jahre 1848 wurde er zum außerordentlichen Professor für flavifche Sprach« Wissenschaft an der Wiener Universität ernannt, und 1850 zum ordentlichen Professor desselben Faches. Schon im Iah^' 1845 war von ihm in Leipzig ein erstes vollständiges Werk: «^cli«L8 linguao äiovenieas V6t6n« äikiscti« veröffentlicht worden, eine Vorarbeit iU dem im Jahre 1852 erschienenen „lexicon liiiFuao 8lov6ni(;g.6 vswri« tülUkcti", dessen zweite Ausluge (l862 bis 1866) die Ausschrift trägt: „lexicon Maeo-8l0V6nic0-1iitm0-8ra6«um«. Im Jahre 1848 entsendete ihn sein Heimatbezirk in den constituierenden Reichstag. Da Miklosich jedoch in sich nicht den Beruf 5Utn Politiker fühlte, legte er sein Mandat in dem-selben Jahre zurück. Im Iah,e 1851 erhielt er den ^on der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften für A beste „Vergleichende Lautlehre der slavischen Drachen" ausgeschriebenen Preis (1000 fl. C.-M.) "nd wurde ein Jahr darauf zum ordentlichen Mit< Nliede der Akademie ernannt. Im Jahre 1851 war er auch Dekan der philosophischen Facultät, im Jahre ^53/54 Rector.Magnificus. Im Jahre 1861 erfolgte seine Grneunulia. zum lebenslängliche!! Herrenhaus« Gliede. Im Jahre 1863 erhielt er das Ritterkreuz des Leopold-Ordens, als dessen Inhaber er im nächst. Agenden Jahre in den Ritterstand erhoben wurde. .^Nl Jahre 1852 vermählte sich Miklosich mit Fräu-^in ho,, Eichenfeld aus Wien, verlor jedoch die Gemahlin schon im Jahre 1867. Dieser Ehe entstammen ^ei Söhne. Die von der Akademie preisgekrönte Laut« "hl« wurde zur Grundlage Miklosich' monumentaler "Vergleichender Grammatik der slavischen Sprache", selche außer der Laut- eine Stammbildungs- und e>Ne Formlehre und eine Syntax enthält. Gegenwärtig Arbeitet Mitlosich an einem Werke, das sein Gebäude der vergleichenden slavischen Sprachwissenschaft krönen ^. Der vergleichenden Grammatik der slavischen Drachen wird ein auf fünf Bände veranschlagtes Erreichendes Lexikon der slavischen Sprachen folgen, kssen erste Bogen bereits im Drucke erschieren sind. y, Nun folge der Bericht über die Feier selbst. 3^.20. d.M. nachmittags 2 Uhr erschien bei dem Jubilar eine aus zahlreichen Professoren uud Docenten aller Facultäten der hiesigen Universität be->"het,de Deputation, namens welcher Professor Schenkel Agende Ansprache an den Gefeierten hielt: „Eine ^e Zahl von Männern, welche fast allen Ländern pupa's und den verschiedenen Kreisen der höheren ^sellschaft angehören, und mit ihnen auch eine An-Ahl Frauen, hat sich vereinigt, um das Andenken an ^"heutigen Tag, an welchem Sie Ihr siebzigstes ! ^burtsfest feiern, durch ein bleibendes Erinnerungs-, ^r, festzuhalten. Sie alle verehren in Ihnen den > "Hen Mister, welcher der Wissenschaft neue Bahnen . Moss und ihr als getreuer Jünger mit voller Hin. «z "ng sein ganzes Leben widmete. Sie haben die I ^lnmatik der slavischen Sprachen wissenschaftlich be- gründet und dabei zugleich die Laut- nnd Formenlehre der arischen Sprachen wesentlich gefördert, für die Syntax derselben Grundlagen gelegt, Sie haben die Entwicklungsgeschichte der romanischen Sprachen, be« sonders derjenigen, welche man die rumänische nennt, durch Ihre Forschungen beleuchtet, die Sprache des geheimuisvollen Wandervolkes der Zigeuner uns näher kennen gelehrt und die verschlungenen Pfade ihrer weiten Züge scharfsinnig verfolgt. Sie haben endlich, um wichtige Arbeiten über Literaturgeschichte und Mythologie nur kurz zu erwähnen, für die Gefchichte des byzantinischen Reiches ein weitläufiges, wertvolles Ulkuudenmaterial zusammengetragen. Und neben diesen großartigen schriftstellerischen Leistungen haben Sie durch mehr als 30 Jahre an unserer ^Ima miUor als Lehrer glänzend gewirkt, und sind im Senate wie in der Facultät stets für das Beste, für Recht und Wissenschaft mit Wärme und Entschiedenheit eingetreten. So nehmen Sie denn, hochverehrter Herr, von uns, die wir hiezu entsendet wurden, neben dem ehrerbietigen Glückwunsche die Gaben, welche wir darbringen, gütig entgegen, die goldene Schaumünze, welche Ihr theures Bildnis schmückt, und die sie begleitende Urkunde. (Hier überreichte Professor Schenkel dem Jubilar die erwähnten Geschenke und fuhr fort:) Sie sind der Ausdruck der Verehrung und Bewunderung, welche Ihnen alle zollen, womit sich bei Einigen noch das Gefühl treuer Freundschaft, bei vielen das inniger Daulbaikeit verbindet. In voller Rüstigkeit und Frische haben Sie den heutigen Tag angetreten; mögen Sie — aus vollem Herzen quillt der Wunsch — uns lange noch erhalten bleiben in gleichec ruhmvoller Thätigkeit und Freudigkeit des Schaffens, eine Zierde der Wis> senschaft und unseres geliebten Vaterlandes!" Der Jubilar erwiderte gerührt, dass ihm die herzliche Anerkennung seitens seiner College» große Freude bereite und ihn mit Glück und Stolz erfülle. Im Laufe des Tages erhielt der Gefeierte zahlreiche Glückwunschadressen und Telegramme, unter audereu von der philosophischen Facultäl der Universität in Bonn, von der rumänischen Akademie der Wissenschaften, der Universität sowie der Akademie von St. Petersburg, der Universität Charkow, der philosophischen Facultät in Moskau, der bulgarischen literarischen Akademie in Sofia u. s. w. Die Adresse der Universität Bonn ist von 25 Professoren unterzeichnet und hat folgenden Wortlaut: „Die philosophische Facultät der rheinischen Friedrich'WilhelM'Unwersitiit kann es sich nicht versagen, an einem Tage, an welchem den Gefühlen Ihrer Verehrer ein gemeinsamer Ausdruck gegeben wird, Ihnen auch ihre herzlichen Glückwünsche zu der Vollendung Ihres siebzigste:» Jahres darzubringen. Sie blicke» auf einen langen Zeitraum unermüdeter und erfolgreichster Arbeit zurück. Sie können sich sagen, dass Sie die eine große Lebensaufgabe, die Sie sich gestellt, die Erforschung der slavischen Sprachen, in umfassendster Weise gelöst haben. Zeuge sind Ihre vergleichende Grammatik, ein Werk von nunmehr dreißigjähriger Anstrengung, Ihr altslavisches Lexikon und die lange Reihe der sie vorbereitenden oder ergänzenden und vertiefenden Monographien. Damit ist es Ihnen gelungen, sich in die erste Reihe der Forscher auf spracht lichem Gebiete zu stellen, und so lange die Namen der beiden Begründer der germanischen und der romanischen Sprachwissenschaft im Gedächtnisse der Nachwelt leben werden, wird der Ihrige als der des Dritten genannt bleiben. Was dabei zur Förderung der allgemeinen indogermanischen Sprachgeschichte gewon« nen ist, haben Sie verstärkt durch das Licht, das Ihre Bemühungen um die kleineren Dialekte, namentlich auf die Räthsel der Zigeunersprache und das Alba« nifche, geworfen haben. Neuerdings haben Sie dem reichen Kranze Ihrer Verdienste ein neues Blatt hin. zugefügt: auch die romanische Philologie schuldet Ihnen Dank, seit durch Sie die Bildungsgesetze des Rumä« nischen, die bisher allen Erklärungsversuchen widerstanden, endgiltig erschlossen sind. Möge es Ihnen vergönnt sein, in gleicher ungeminderter Kraft noch lange zu wirken." Abends veranstaltete die slavische Studentenschaft Wiens in den Sälen der Gartenbau-Gesellschaft eine Festakademie, in welcher dem Gefeierten von mehreren Vereinen Ehrenmitglieds-Diplome, ferner von zahlreichen Deputationen Adressen und Ehrengeschenke überreicht wurden. Der slavische Gesangsverein, Hofopernsänger Vroulik, Violinvirtuose Kochanowski, die Pianistin Fräulein Zwierzina und eine Reihe anderer Künstler brachten sehr gelungene musikalische Vortrage zu Gehör. An die Festakademie schloss sich ein bis in die späte Nachtstunde währender Festcommers. — (Hofjagden im Neuberger Jagdbezirke.) Nach der nun vorliegenden Schussliste haben die Hofjagden im Herbste dieses Jahres, und zwar in der Zeit vom 17. September bis inclusiue 6. Oktober, das folgende Ergebnis geliefert: Im Reviere Zamdel-wände kamen am 17. September zur Strecke: 11 Böcke. 3 Geiße uud 1 Nchbock. zusammen 15 Stück. Bei der Morgen« und Abendpürsche und der Schneealmjagd 4 Zwölfender. 2 Zehner. 2 Achter und 1 Sechsender, ferner 18 Böcke, 20 Geiße und 2 Kitze, in Summe ,49 Stück. Bei der Morgen- und Abendpürsche de» 3. Oktober 1 Zehnender.Hirsch. An demselben Tage wurden im Höllgraben auf die Decke gebracht: 2 Zehn-ender. 3 Achter, 3 Sechser, 4 Spießer, 8 Thiere. 3 Kälber. 8 Böcke und 2 Geiße. zusammen 33 Stück. Bei der Abendpürsche desselben Tages: 1 Vierzehnender-Hirsch. 3 Zehnender nnd 1 Achter, zusammen 5 Stück. Bei der Treibjagd im Lahngraben am 4, wurden geschossen : 3 Zehnender. 4 Achter. 1 Sechser. 7 Thiere, ferner an Gemswild: 25 Böcke, 24 Geiße und auch 1 Fuchs, zufammen 65 Stück. Bei der Abendpürsche am 5, wurden erlegt: 2 Zehneoder. 1 Achter, 2 Sechser, dann von Grmöwild 1 Bock, zusammen 6 Stück, Bei der Morgenpürsche am nächsten Tage wurden geschossen: 1 Achter-Hirsch, An demselben Tage (6,) kamen schließlich bei der Jagd am Taschl 2 Zehner-Hirsche. 5 Achter, 3 Sechser, 1 Gabler. 1 Spießer. 9 Thiere. 1 Kalb und 1 Fuchs, zusammen 23 Stück zur Strecke. Es wurden sonach an den bezeichnetn sieben Iagdtagen mit Einschluss der Morgen-» und Abendpürschen in den Revieren Zaindelwände. Hüllgraben, Lahngraben und Taschl an Hochwild. Gemswild und Verschiedenes 198 Stück auf die Decke gebracht. Außerdem wurden bei diesen Jagden noch 11 Hirsche. 3 Thiere, 12 Gaber nnd 3 Thiere angeschossen. — (Im Wiener Gemein de rath e) stellte Baron Kübeck mit Hinweisung auf die weitreichende Bedeutung der Ar lber g«Ba hn und den mit dem Durchschlage des Arlberg-Tunnels erreichten großartigen Erfolg den Antrag auf folgenden Beschluss: „Der Gemeinderath der l. k, Reichs'Haupt- und Residenzstadt Wien gibt im wohlverstandenen Interesse der volkswirtschaftlichen und Culturbedeutung des am 19. d. M. gefeierten Durchschlages des Arlberg-Tunnels für das Reich und dessen Hauptstadt seiner Freude und theilnehmenden Bewunderung für dieseS großartige, dem Talente und der Thatkraft österreichischer Ingenieure gelungene Werk Ausdruck." (Lebhafter Beifall und Zustimmung) — (Geheime Druclerpre sfe der Socia-listen,) Die WienerPolizeibehörde hat, wie die „Wiener Zeitung" meldet, eine geheime Druckerpresse gesucht und entdeckt, Sie hatte in Erfahrung gebracht, dass sich eine Presse der socialistischen Arbeiterpartei im Hause Nr, 67 der Laxenliurgerstraße befinde, Es wurde nun am Sonntag früh in dem besagten, weitläufigen Gebäude zunächst eine Durchsuchung der Wohnungen der Schmiedgheilfen Johann Nouget und Franz Maennl vorgenommen. Als die Durchsuchung der Wohnungen erfoglos blieb, begab sich die Commission in den Keller, und hier wurde in der dem Maennl gehörigen Abtheilung nach langem Suchen auch die Druckerpresse gefunden. Unter einem großen Haufen Kohlen, Schutt und Erdreich war hier die in ihre Theile zerlegte Presse in der Erde ver-graben, und eS bedürfte geraumer Zeit, ehe die einzelnen Theile zutage gefördert werden konnten. Außerdem fand man auch noch Lettern und einen Setzkasten. Diese Presse scheint vornehmlich zur Herstellung der Flugschrift „Erste freie Presse Cisleithaniens" verwendet worden zu sein. Ob die socialreoolutionären Presserzeugnisse auch in diesem Keller hergestellt wurden, ist bisher noch nicht erwiesen, und eS ist wahrscheinlich, dass noch ein zweites geheimes Drucklocale besteht. Nouget, Maennl und Iosefa Rouget, die Gattin des Erstgenannten, wurden verhaftet und dem LandeSgerichte eingeliefert; auch die Theile der Druckerpresse wurden in das Landes« gericht gebracht. Die Erhebungen der Polizeibehörde werden fortgesetzt. Locales. — (Vermählung.) Gestern mittags 12 Uhr fand in der fürstbischöstichen HauSkaftelle die Vermählung der Baronesse Marie Wlnller, Tochter des Herrn Landespräsidenten Freiherrn von Winller und der Frau Emilie Frelin von Winkler, mit dem Herrn Vezirkshauptmanne Anton Grafen Pace. Sohne des Herrn Carl Grafen Pace Freiherrn von Friedensberg, Gutsbesitzers, und der Frau Camilla Gräfin Pace Freiin von Friedensberg, geb. Freiin von Schwei-ger-Lerchenfeld, statt. Den TrauungSact nahmen Se. fürstlichen Gnaden der hochwürdigste Herr Fürstbischof Dr. Johann Ehrysostomus Pogaöar vor; die darauf gefolgte heil. Messe laS der hochwürdige Herr Dompfarrer Canonicus UrbaS. Nach Beendigung derselben ertheilten Se. fürstlichen Gnaden den Pontifical, fegen. Als Beistand der Braut hat Herr Landeshaupt, mann Graf Thurn, als Beistand des Bräutigams Herr Linienschisss-Fa'hnrich Gabriel Baron Lazarini, als Brautführer der Bruder der Braut, Herr Baron Egon Winkler, fungiert. Der Vermählung wohnten außerdem bei: die Eltern sowie die Geschwister der Braut, die jungen Narone Philipp und Alfred und Baronesse Andre ana, der Vater und die Schwestern des Bräutigams, nämlich die Comtessen Marie, Louise und Mathilde, ferner Regierungsrath Graf Chorin sky Lnibacher Zeitung Nr. 369_____ 22Ntt ^. November 1883. sammt Gemahlin und Regierungsrath Freiherr von Paslotini-IuriSkovii sammt Gemahlin. — Dic siirstbifchöfliche Hauslapelle war mit Blumen und Teppichen reich geschmückt. Vor dem Bischofhofe hatte sich ein sehr zahlreiches Pnblicum versammelt, um der Auffahrt beizuwohnen. Die Neuvermählten begaben sich mit dem Wien-Triefter Schnellzuge um 6 Uhr abends nach Loitsch; ans dem Südbahnhofe hatte sich zum Abschiede außer den nächsten Angehörigen und den Trauungsgästen auch eine Anzahl von Damen der hiesigen Gesellschaft eingefunden. Viele prächtige Bouquets schmückten das Coupe. — (Die Generalversammlung der k. k. Landwirtschafts.Gesellschaft für Krain) fand. wie bereits inlürze gemeldet worden, vorgestern vormittags 9 Uhr im städtischen Magistrawsaale statt, Die Versammlung war sehr zahlreich besucht, es waren weit über 100 Mitglieder erschienen. Den Vorsitz führte der Gesellschaftspräsident Karl Freiherr v. Würz bach, als l. k. Vertreter der Regierung war der k. k. Negierungs« rath v. Würz bach anwesend. Unter den erschienenen Mitgliedern befand sich Landeshauptmann Graf Thurn. Der Gesellschaftspräsident Freiherr v. Wurzbach erinnerte in begeisterten Worten an den Empfang des Centralausschusses der k. k. Landwirtschafts. Gesellschaft durch Se. l. und k. Apostolische Majestät den Kaiser und brachte auf Se. Majestät ein begeistertes dreimaliges hoch aus, in welches die Versammlung mit Hoch«, Slava» und Hivio» Rufen einstimmte. CentralauLschuss Herr Robiii berichtete über die Thätigkeit des Centralaus' schusses, an welchen Bericht sich eine längere Debatte knüpfte. Nachdem der Rechnungsabschluss pro 1882 und das Präliminare pro 1884 genehmigt worden, begannen über Antrag des Gesellschaftspräsidenten Freiherrn von Wurzbach die Ersatzwahlen in den Centralausschuss für acht Mitglieder. Es wurden 114 Stimmzettel abgegeben, und erscheinen sechs Mitglieder in den Central, ausschuss gewählt, nämlich die Herren: Wenzel Goll mit IN, Karl Nevellovsly mit 96, Franz Witschl mit 88. Dr Max v. Wurzbach mit 87, Otto Detela mit 78 und Andreas Bruß mit 67 Stimmen. Die nächstmeisten Stimmen erhielten: Dr. I Poklukar 56 und F. X Souvan sen. 54 Stimmen. Es wnrde sodann zur Wahl des Gesellschaftssecretärs geschritten. Central-ausschuss-Mitglied Herr kais. Rath Murnit berichtet, dass sich um die Sccretärsstelle vier Competenten be« worben haben, von denen Herr Noth sein Gesuch zurück« gezogen hat. Nach dem Berichte hat der Competent Karl Neichel die Were landwirtschaftliche Schule in Ungarisch-Altenburg mit gutem Erfolge, der Competent provisorischer Wanderlehrer Ernst Kramer hat die höhere landwirtschaftliche Schule in Böhmisch.Liebwerd und die Hochschule für Bodencultur mit vorzüglichem Erfolge absolviert, der Competent Gustav Pirc legte die Studien an der höhern landwirtschaftlichen Lehr» anstalt in Ober-Hermsdorf mit sehr gutem Erfolge zurück und wurde an der Hochschule für Bodencultur in Wien für das Lehrfach an Ackerbauschulen für recht gut befähigt erklärt. Nachdem der Berichterstatter bemerkt, dass alle Competenten die volle Eignung für die Secretärsstelle besitzen, und hervorgehoben hatte, dass nach dem Gehörten gewiss auch die geehrte Versammlung diese Ueberzeugung gewonnen hat, seht er dann auseinander, dass der Centralausschuss mit Stim« menmehrhelt beschlossen habe, der geehrten Generalversammlung die Wahl des Gustav Pirc zu empfehlen,! und zwar vorzüglich aus d?m Grunde, weil Ernst Kramer schon eine Stelle bekleidet, die ihm viel zu thun gibt, und dann auch deshalb, weil dem Centtalausschusse daran gelegen ist, dass ein fachwissenschaftlich gebildeter Mann mehr in der Ventrale des Landes wirke. Herr Ritter v. Gutmannsthal beantragte, die Wahl am Tische des Herrn Gesellschaftspräsidenten vorzunehmen, und wird Herr Bruß mit der Aufzeichnung der Namen jener Mitglieder, welche Stimmzettel ab' gegeben, beauftragt. Es werden 118 Stimmzettel in die Urne gegeben, von denen Herr Ernst Kramer 60 und Herr Gustav Pirc 58 Stimmen erhielt, Im Verzeich, nisse des Herrn Gruß sind jedoch nur 107 Namen von Mitgliedern als Abgeber von Stimmzetteln verzeichnet. HerrDr.N. V.Bleiweis-Trstenlski beantragt, die Wahl zu annullieren und eine neue Wahl vorzunehmen. Dagegen erklären sich die Herren Deschmann nnd Ritter v. Gutmannsthal, da die Wahl vollkommen correct vorgenommen worden sei. Da die Versammlung beschließen will, ob eine Neu-Wahl vorzunehmen wäre, erklärt Herr Ritter v. Gut-mann 3 thal seinen Protest gehen dieses Vorgehen, nnd eine große Anzahl Mitglieder verlässt den Saal. D,e Neuwahl wird von der Versammlung sodann beschlossen, aber eS erklärt sich der Herr k. k. Regierungsrath von Wurzbach gegen die sogleiche Vornahme derselben und empfiehlt bei der nunmehrigen Abwesenheit so vieler früher anwesend gewesenen Mitglieder, die Vornahme der Neuwahl in einer einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung. Auch der Gesellschaftspräsidlnt Freiherr v. Würz bach entscheidet in dem Sinne, dass me Wahl in einer Anfangs Dezember einzuberufenden Veneralversammlung vorgenommen und zugleich die Er- ledigung der zahlreichen noch auf der Tagesordnung be« findlichen Gegenstände erfolgen solle. Hierauf wird die Versammlung um halb 1 Uhr nachmittags geschlossen. — (Die Generalversammlung der k. t. Pferdezucht-Section) der k. k. Landwirtschafts« Gesellschaft für Krain fand vorgestern nachmittags um 3 Uhr im städtischen Magistratssaale statt. Den Vorsitz führte der Obmann der Section. Herr Johann Luckmann, als Vertreter der k. k. Regierung war der k. k. Regierungsrath v. Wurzbach erschienen. Nachdem der Herr Obmann die zahlreich besuchte Versammlung be. grüßt hatte, trug das Sections'Ausschussmitglied Herr Dr. Theodor Rudesch den Rechenschaftsbericht des Sections'Ausfchusses vor, welcher genehmigend zur Kennt» nis genommen wurde. In den Sections-Ausschuss wurden gewählt die Herren: Johann Luckmann. Johann Perdan, Dr. Theodor Nudesch. k k. Major Rudolf, Dr, Schindler. Johann Seunig und k k Rittmeister Wild. Der bisherige vielverdiente Obmann« Stellvertreter, Sections-AusschusSmitglied Herr lais Rath I. Murnik. hatte im Hinblicke auf die anderweitige Inanspruchnahme mit Geschäften erklärt, eine allfällige Wiederwahl nicht annehmen zu können. (Ein ausführlicher Bericht folgt.) — (Ausstellung von Mastvieh, landwirt-schaftichen Gerathen und Maschinen in Wien.) Bei der am 4. bis 6, April 1884 in den Localitäten des Wiener städtischen Schlachtviehmarttes zu St. Marx stattfindenden, von der k, k. Landwirtschafts. Gesellschaft in Wien veranstalteten IV. Mastviehausstellung findet eine Ausstellung von landwirtschaftlichen Gerathen und Maschinen, soweit dieselben mit der Viehhaltung in Beziehung stehen, ferner von Hilfsmitteln für Viehhaltung und Viehtransport; desgleichen für das Fleischhauerund Selchergewerbe, Futterstoffe, insbefondere für die Mästung, Stallgeräthe und Stalleinrichtungen statt. Bei dem lebhaften Befuche, dessen sich die Mastuiehausstel. lungen erfreuen, kann eine zahlreiche Beschickung dieser Abtheilung aufs angelegentlichste empfohlen werden, und ersucht das Comite um Betheiligung an der Ausstellung umsomehr, als die jetzt zur Verfügung stehenden Räumlichleiten höchst günstig situiert und in ausgiebigstem Maße zur Verfügung stehen. Als Prämien für neue und befonders beachtenswerte Objecte sind silberne und bronzene Staats- und Gesellschaftsmedaillen ausgesetzt. Die Anmeldungen sind bis zum 1. März 1884 an das Comite für die IV. Mastviehausstellung in Wien. I., Herrengasse 13. zu richten. Das Programm und die Anmeldungsbogen können in der Kanzlei der Han» dels- und Gewerbekammer in Laibach erhoben werden. — (Unbestellbare Briefpostsendungen.) Beim hiesigen t. k. Postamte erliegen seit 13. November nach« stehende unbestellbare Briefpostsendungen, über welche die Aufgeber verfügen wollen, und zwar: Ignaz Wein-mann in Graz, Iosefine Podgraischig in Laibach. Anna Oblak in St. Peter, Franz Poloc„ik in Schwannstadt, Antoinette Menzinger in Graz, M. Seegerschmied in Agram, „Ist's möglich" in Wien (p. r.). Feldzeugmeister v. Stubenrauch in Budapest Nr. 170, MaUin Grablo« Witz in Trieft Nr. 359, Carlo Coß in Assling Nr. 390. Giovanni Ckostoter in Domschale Nr. 124. Jakob Ker. koviö in Matuglia Nr. 201 (alle fünf «commandiert); Johann Klauser in Natschach, Maria Nagode in Idria, Francisca Vadnou in Trieft, Johann Gilg in Wien, Maria Marko in Pola, Valentin Bezil in Köflach, Johann Skosianc in Gmtfeld. Maria Podgorßek in Ihan, Victoria Cani in Karlovac. — (Landschaftliches Theater.) Auch das gestrige zweite Auftreten der beiden Iwerglomiter Jean Piccolo und Kiß I6zsi fand vielen Beifall, ins, besondere hatte der letztere (Blasius) einen hervorragenden Ersolg mit dem köstlichen Vortrag feiner Couplets. Man gab das wie wohl schon etwas antiquierte, aber dennoch lustige Stück „Pelzpalatin und Kachelofen", eine Pofse mit Gesang von I, Hopp, und die beiden wirksamsten Rollen des Blasius und Egydi waren mit den Gästen besetzt. Die Fräulein v. Schuller (Seraphine) und Stengel (Nebekla) sowie die Herren Rom an i (Pelzwareuhändler) und Niedt (Gerichts-Halter) verdienen lobende Erwähnung. -i- Danksagung. Der hochgcbornc Herr l. l. Landespräsident Andreas Freiherr von Winller hat mir aus Anlass des Doppel« festes, welches heute in hochdesscn Familie begangen wurde, den Betrag von fünfzig Gulden zur Vertheilung unter die Armen nlierschickt. Ich beehre mich, namens der Armen den wärmsten Dan? fur dic großmüthige Spcudc hicmit öffentlich auszusprcchcn. Laibach, den 22. November 1883. _______________Der Bürgermeister: Orasselli m. ^. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib.Zeitung." München, 22. November. Prinzessin Gisela wurde heute von einem Piinzen glücklich entbunden. Valencia, 22. November. Der deutsche Kronprinz ist mittags gelandet und wurde sympathisch empfangen; er reist abends nach Madrid ab. Kein Zwischenfall. Wien, 21. Novllnber. (Wiener Zeitung.) Ihre Majestät die Kaiserin hat das Protcctoral über die erste Kochkunstausstellung 1884 in Wien zu übelnehmen geruht. Trieft. 22. November. Von Mitterburg besuchte Statthalter Baron Pretis gestern morgens die Obst< Versuchsstation Pisino und begab sich sodann nach Montona, wo derselbe nach rinem feierlichen Gottes-dienste die Autoritäten und Deputationen empfieng. Hierauf besuchte der Statthalter das Bezirksgericht und Schulgebäude und machle einen Rundgang durch die Stadt. Während der Tafel, an welcher die Honoratioren der Stadt theilnahmen, spielte die städtische Musikbande nationale Weisen und zu wiederholte»-malen die Volkshymne. Sodann erfolgte die Rückreise übe» Pisino, wo der Vezirkshauptmann, der Bürgermeister, die Gemeinderspräsentanz sowie die Spitzt der Civil- und Militärbehörden sich zur Begrühnng einfanden. Von hier begab sich der Statthalter mittelst Eilzugfs nach Trieft zurück. Budapest. 22. November. Das Amtsblatt pll< l'liciert die Pensionierung des Sectionschefs der kroa-tisch.slavmnschen Landesregierung, Johann Avkovik. — Die meisten Blätter besprechen die preußische Thronrede lobend und heben die Thätigkeit der gegcmvär-tigen conservative:! Regierung und die Verdienste dcr-selben um die Reform des Steuerwesens auf dem Gebiete des Verkehrs und des Handels hervor. Agram, 21. November. In der gestern unter dem Vorsitze des königlichen Commissars Bacon Nam-berg stattgefundenen Regierungs«Conferenz wurde der Bericht der in die Banalgrenze und nach Zzgoricn entsendeten gemischten Commission behufs Erhebung der Mifsstände bei der Steuermanipulation durch die Gemeinden verhandelt. Den erwiesenen Uebelständen wird im Vermdnungswege nach Thunlichkeit abgeholfen werden. Constantinopel, 21. November. Die Pforte richtete ein Rundschreiben an die Provinz-Gouverneure, in welchem sie ausführt, dass die französischen Consul« die in der Türkei wohnenden Tunesier beschiihcli wollen. Nachdem die Pforte jedoch den Vertrag von Baroo nicht angenommen habe, so bilde das Vllajet Tunis einen integrierenden Bestandtheil der Tiilkei, weshalb die Tunesier als türkische Unlerthanen zu behandeln seien und jede fremde Vermittlung und jeder fremde Schutz zurückgewiesen werden müssen. Kairo. 22. November. Die Nachricht von der Niederlage Hicks Pascha's gelangte durch einen kop< tischen Functionär nach Charlum. Die Schlacht soll drei Tag? - vom 3. bis 5. November — gedauert haben, und sollen die egyptischen Streilkräfte vollständig vernichtet worden sein. Handel und Volkswirtschaftliches. Oesterreichisch'lmgarische Bank. Stand vom 15. Novbr.: Bcmlnoten ° Umlauf 381 516 000 fl. (— 7 594 000 fl). Silber 1235W000fl. (—220000 fl,). Gold 78^30000 fl,(-j-595 000 st.). Drvisen 1 085 000 fl. (— 589 000 fl,). Portefeuille 169 730000 st' (—4971000 ft), Lombard 28 768000 ft. ( 1006 000 fl,), hypo-thclar-Darlehcn 87 023 000 ft. (>j-258000 fl.). Pfandbriefumlauf 84 576 000 ft. (^ 333 000 fl) Angekommene Fremde Am 21. November. Hotel Stadt Wien. Rohdc, Kaufm., Berlin. — Pellegrini, Agent, sammt Frau, Hall, — Ielenc, Präfect am l. l. There-simmm; Polal, Vuxbaum, Grcmdl, Groog, Bart, Renket» Hanaict und Engel, Kaufleute, Wien. — Ogulin, Realitäten-brsitzcr, Nudolsswert. Gasthof Siidlmhnhof. Kuß, Kaufm., Budapest. — Kincl. Kaufnt, Graz. — Mahr, Kaufm,. Marburg. —Goljevsiet,Holzhändler, Canalc. — Berdeis, Sagor. Verstorbene. Im Spitale: Den 19 November. Josef Marinkit, TaaMnec, 45 I., ^xullütum in porieordio. — Francisca BoM, Arbe>-crstochtcr. 14 I., Con vulsionen infolge von Caries des Ferse"" deines. Den 20, Noveml, e r, Johanna Francelj, Arbeiten"» 20 I,, chronische Lungentubcrculosc. Theater. Heute sgeradcr Tag): Gastspiel der gwerglomiler Kiß I6j<^ und Jean Piccolo: Das Haus der Confusio ne"' Posse mit Gesang in 3 Auszügen von Friedrich Hopp- Lottoziehung vom 21. November: Brunn: 2« 49 10 6 33. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. T^ÜTMg, 744,6« — 0.4 windstill dichtcrNcbcl . 22, 2 „ N. 743.14 4- 0.6 windstill dichtcrMbcl 0."" 9 „ Ab, 742.26 0.0 windstill dichtcrN^cl Dichter Ncbcl anhaltend. Das Tagesmittel der Wär" -j- 0,1°, um 2,9° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. RadicS. 2291 Course an der Wiener sorse vom 33. November 1883. «be«, 0^1^ C°ur«blatt« > Geld Ware Staats mlehe». 3?/"renl«.......7885 ?»- ,,"«lentc.......79-üb 79-<0 ^n ^'° Staat«lose . «50 fi. II!» 50 1ÄN — iU" ^'° i««'«^ boa „ 18« >, «olbrente «°/, . . . , 119 85 i2o — ' « si l°/» . . . . 87 1b 8730 ' Paplnruule l"/^ .... 8K zo ?5 35 » «ls«nb.,«lnl. I20fl. o'.W.S. is» «5 l»u 5c » vftbah« Prioritäten . . 91-25 91-50 ' klaat«°0dl. («Nss. Ostb.) ii3- - — ' , vom I.187« z?— »7 7« »'. ,^r«mien.«nl.k ioofi.«.ll0. il«eo il4— ^>«-»i«g.,Uol': 4°/, IOU ft. . . iio-io 110-40 ^Nlndentl. - Obligationen (für ioo fi.«.,M.)> UAuusche.......io« bl. — - z«)°^»"stelr»ichi,che. . . . l«5 - ice - /'°b,löft^rreichitche . . , . lO4b<>------- l/°^'"!che.......I0»_.iuk>- .,°ltoHl,sch, »!,b slauonllche .100 — 10» — Veld Ware 5°/» lemesuar»Vanater . . . »l»>— 89 75 S°/, nnzarische......10/, . «1 80 », 30 bto. Plämieni«chulbverschr.3'/<> 97 60 V8 — Oeft. Hypothelenbanl 1«j. 5'/,°/° lOt — 100 5« Oeft.»ung. Ban! verl. 5°/^ . . iue 5l> 100 80 bto. , <'/,"/,,. . i»»«5 »8 90 dto. . 4°/, . . 93 0b 9» 7» Un«, allg.Vobtncrebtt-Nctlengel. in Pest in 34 I. veil. 5'/,°^ . 101 — 102 25 Priorität«. Obligationen <,lllr 100 fl.). Llisabelh'Westbahn 1. «imilston 10» 80 103 — fferblnands'Nordbllhn in Silb. ioi 75 105 00 ßralU'Ioscf°>!>Uahll.....103 6o!l02-20 «i>,i>>usche Karl» Ludwig, «ahn Lu>. 18»l »UU N. O, 4>/,'/>> . . 9e-ll0 98-76 lDifterr. Nordwestbahn . , . . il,»'— ILl'lo Siebenbürg»......92 — 9^ 3N «eld Wai«' VtaatSbahn 1. «mission . . . i»0 5o 181 Lv Sübbahn k 8«/«......i37i>; 1,7,5u ^ . ,. ^i......',1-ili ze Ung.«8allz. Vahn . . , , 94.75 «i,.,. Diverse Lose (per Stlis). «rebltlose 10« N......^z — 17z 80 4°/,, Donau.DllMvfsch. ,<><>„, ioy-50 H0 — La'bacher Pramlen.Nnlehen 2a ft. 23— 24-— Ofener Lose 4« fi.....>. ^.^. ^ ^ PaM.Lose 40 fl. . . . . 35,^5 ,5.75 Rothen Kreuz, 5fl. Ges. v. 10 fl. 11 »0 l« z«a NH3e'V0°f.' '-.--' zz^n ^^^ St..Ven°i«"'.'ose 40 ft. . ; . ^,^ .^ walbtteiN'Lose W fl.....zg.,^ ,,.^ Winbl,chzrätz.Lole »0 fl. . . . A1_ ^.,5 «auk - Actien (ver Etüü). «nglo-Oefterr. «anl «oc, fi. . . ,«».^ ,^« ,« Vanl.Velellsch«!t, wiener «la fl __- " ^_ Vanlveieln, wiener, lao fl. . . ,«,.<<, ,«4.°« «bucl..Nnft..O°ft.200st. Z.4o°/ L AU-lb «lrbt.'Änft. f. Hind u. G. I««, ^° 2ui 75 ,82 >. 200 fl. . " . A.A »»" -« . —'— — — Nlsöld«ffl,lm,vn.V>,hn»oa?,Äilb. >s>?'— 16? 50 »nssig,.Tepl. — Vöym. Norbbabn 150 fl. . . . l9» — 19» — , weftbayn 20a ff. . . .---------------- Nufchtlehraber «lisb. 500 fl. LVl. L80 — 885 — , (Ut. N) 200 fi. . 188 — 131'- Vonau » Dampfschiffahrt, Vcs. Oefterr. »an ft, CM.....554 — en» - DrllU.«tlf,rE,i«.i!<)!)fl.S,__________ Hlisabethlg'V.U00il. HA)t, 284 «Ü «84 Ü8 Vraz.Höfia>ier V.°». 2N0N. ij.W, ,«>« — «3 — sabienoera^tkisen!,', 200 n. . . 3z.— «5-5^, ssasHau.Odelb. H^cnb.2U0fl. s. i<4 5<» 145^ Lemberg«ü 2c «ubols» Bahn 200 N. Gilber . 1727k 173 — Liebenbürg« Hiseub. 200 fi^ s ig, 2K^i«2-75 St»»t fi. «llver . 14» 10 14» Lll «llb>«o.bd. Vcrb..». «asfl.^ut. 144 — 144 5U IheißoNahn »00 ff. «. «0. . . 24» ?l 249 2ll Iramlvav?.W, 21720 »i?0<1 , wr., neu« 100 st, , . 81 l»0 82 — Lrlln»por»«Gesell und Stählend, in Wien illNfl. , —'- —-— Eiscnbabnw.'Lciha. 1.80 fi. 40°/,, 1L7 — l<>8 — ^lbemilhl", Papl^sf. u. V.»V. «u — S7-» VlontaN'Gesells. österr.»alpine . 63 75 . Eisenraff. 100 fi. .112 11U — waffens.»G., Oeft. !n «V. INN ?l. 14S - 149 — Irifail« K«hleuto.»«Ves. loa ff, . — — — — Devisen. Deutsch« Plätze......5S 10 58,0 London.........l»c< 35 1«0 «0 P«l».........4? ?7z u 82z Petersburg.......—- - — Valuten. Ducalen........ »71