Nr. 156. Plänumerat!on»pl«<«: Im Comptoir gan»j. fi. ll. halbj. fi. 5 «,. YUl die ZufttUung in« H-.u« halbj. bu lr. Mil b« P°ft ganzj, st. 15. halbj. ft. 7 .^. Dienstag, 11. Juli. 4 Zeile« »5 lr.. ^«»r» p« Zell« « »? ; »el »ft«n> wi«verholu»g»n pn Zelle » k. 1882. Amtlicher Theil. «,n ^' ^ ""b k. Apostolische Majestät haben mit UUerhljchst unterzeichnetem Diplome dem Obersten und Kommandanten be« Dragonerregiments Nr. 9 Ottomar ^eUlan den Adelstand mit dem Ehrenworte ..Edler" allergnadlgst zu verleihen geruht. »m .^c/' ",^ k. Apostolische Majestät haben mit ^"Pchster Entschließung vom 27. Juni d. I. dem 0l0eiMiche,, Professor der technischen Hochschule in Wien ^yannRadtnger in Anerkennung seiner ersprieß. ^kn 6hat,gtelt ,n der Lehre und Praxis auf techni-,cyem Ochlete den Titel und Charakter eines Regierungsrathes mit Nachsicht der Taxen allergnädigst zu Eonrab-Eybesfeld m. p. »»«.^"- ^"" ^^2 wurde in der l. l. hos. und Staats-,«»«« f., '^ ^'? bas XXXII. Stück des Reichsgesehblattes. vor-Wet " " deutschen Ausgabe. ausgegeben und vcr- Dasselbe enthält unter 95 den Erlllss des Minisirrs sür Cultus und Unterricht vom 2i). Ium 1882. belassend die aus Anlass der Äcti. mcrung der Universität mit böhmischer Vortragssprache m ^wg ersorderlichrn Beslimmungell über Ablcgung dcr theoretischen Staatöprüsuiigcn in deutscher und böhmischer Nr. 9U die .Kundmachung dcr Minislcrien dcr Finanzen und des Handels vom :W.Iu„i 1882, betreffend die Vlusheluma der dalmatinischen, dann der bosnisch »herzegowinischcn Äwischcnzollinic. («Wr. Ztg." Nr. Ibb vom 8. Juli 1882.) Erkenntnisse. »l«. Das l. l. Landesgrricht Wien als Pressgericht hat auf <« »^«> r ^' Staalsainualischast er^liul, dass der Inhalt de» vom 2 ^>^ i»^) periooischcn Druckschrift „Verlehrs-geitung" ^<.«.> ^."'^"""lc>' ^lililcls mit der Aufschrift „Die d°« «?/'"" ?'"'^"»malil' snnem ganzen Umfange nach das Vergehen nach 8 3^0 St, G. begründe. :md hat nach 8 493 ausgesprochen ^ Weiterverbreit»»« dieser Druckschrift «lnli-«?^ /..l.^landesgcricht Wien als Pressgerichl hat nus die 2^- ^Staatsanwaltschaft vom 28, Juni 1882. Z. 8«01, zoa.n! 3<.c^, ' l. Eicherheitsbchörde am 22, Juni 1882 voll- d» ^»>3 .' ?"°V"'e von Vignetten mit der Umschrist ..Was und ,it d^"?'^'^"""lci. in dcr Nasse liegt die Schweinerei" nur bei Christen", ferner mit der Vlume der giftige Thau. was für die «lut ^ 'F t'H von dcr Sau. und was dcr Vampyr dem «ttau'st nur'^'^^"^^"sten der Iud«. mit der Inschrift l'che Nuk? ,.n>> ^I'sten". wcacn Vergehens aegen die öffcnl- mäkk.. > '? Ordnung im Sinne des 8 302 Hl. O. in Gc« «H^. °"^8 48? und 488 St. P. 0. bestätigt und gemah 'vi. 4i, v, das Uerbot dcr Weitcruerbreilung ausgespruchcn. Nichtaiutlicher Theil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben den durch Feuer verunglückten Insassen der Ortschaft Groß-Zerouz im politischen Bezirke Rudolfswert eine Unterstützung von sünshundert Gulden aus Allerhöchsten Privatmitteln alleranädigst zu bewilligen geruht. __________ Wien, 9. Juli. (Orig..Lorr) Die „Neue Preußische Zeitung", da« Organ der conservative!, Partei in Preußen, bringt eine Reihe von Artikeln, in denen die »Lage in Oesterreich" einer eingehenden Erörterung unter» zogen wird. Dem diesbezüglichen ersten Artikel entnehmen wir nachstehende Sätze. Das genannte Blatt schreibt: „Am 8. Oktober 1879 wurde die Reichsraths, session eröffnet, mit welcher die Beseitigung der liberalen Parteiherrschaft, die Versöhnung der — gleichberech« tiiit die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder bewohnenden — Nationalitäten, die Entlastung des Staats« und Vollsvermögens von parasitischer Ausnutzung beginnen sollte. Der Kaiser wünschte lebhaft, dafs die Vertre. tungslörper vollständig, lein Glied der österreichischen Völlerfamilie davon ausgeschlossen sein möge. Den persönlichen Bemühungen des um das Wohl aller seiner Unterthanen gleich gewissenhaft bemühten Mon« archen gelang es, eine Verständigung einzuleiten, traft welcher die conservativen und die nationalen Adgeolb« neten Böhmens nach Abgabe ein^r maßvoll gehaltenen, aber jeder Rechtsvcrdunlelung vorbeugenden Verwahrung sich entschlossen, an den Arbeiten des Reichs« rathes zu betheiligen. Die Thronrede gab der Befriedigung des Kaisers über diesen Act der Verständigung offenen und lebhaften Ausdruck. Sie stellte die Versöhnung der Nationalitäten und eine allseitig befriedigende Einwirkung auf die wirtschaftlichen Zustände des Reiches als das Ziel neu beginnender Thäiigkeit hin und fchloss mit dcr Zusicherung, „dass Oester-reich — treu seinem geschichtlichen Berufe — ein Hort sein solle fllr die Rechte seiner Länder und Völker in ihrem untrennbaren, einheitlichen Verbände; eine bleibende Stätte des Rechtes und wahrer Freiheit." Hierin lag das Programm eingeschlossen, mit welchem Graf Taaffe seine Action begann. Er unternahm ein schweres und verantwortungsvolles Wert, ein Werk, welches schon wiederholt in den Händen anderer hochbegabter Männer misslungen war. Die Zeit war damals noch nicht reif dafür gewesen; die Völker — oder vielmehr die Wortführer derselben — glaubten noch an die Phrasen, mit denen sie von der Rednertribüne ans und von einer allmächtigen Presse überschüttet wurden und welche sie blind und taub machte für dcn Mijsbranch, dcr mit ihrer Leichtgläubigkeit getrieben wurde. Wie von einer Lawine waren die Völker Oester» reichs durch die «liberalen Gesetze und Institutionen" seit zwei D cennien übe, schüttet worden, gerade all we»» alles historisch und nalüilich erwachsene Voll«-lhnni, alle Einrichtungen, welche die pralllfche Weis-hsit der Väter geschaffen, welche die realen Bedürfnisse der Länder seit Jahrhunderten ins Leben gerufen, in den Boden gestampft werden follten. Im Handumdrehen sollte das Ngriculturreich die Existenz« broincjungen, die llsbensgewohiihelten einer Industriestadt annehmen. Man hatte das alle Neich nur vom Gesichtspunkte des Wiener Trotloirs und Kaffeehause«, von den Anschauungen einer großstädtischen Ndvoca» turskanzlei, eines kusmopolitlschrn Speculanlencomp» loirs aus, zu behandeln verstanden. D«e Lasten waren ins Ungemessene gewachsen. Nicht nur die Staatslaften. Wie viel es auch war, was den productiven Ständen für die Bedürfnisse des Gemeinwesens, zum großen Theil für die Befriedigung der liberalen Parleiherr-scher, abverlangt wurde — es halte sich lraft der reichen Hilfsquellen des Reiches leisten lassen. Vei-weitem schlimmer war es. dass alle gesellschaftlichen Eiiilichiimgen — bisher auf eine behäbige Naturalwirtschaft und auf die einfachen Verhältnisse des Ngri-culturstaates gegründet — während der liberalen Par-leiherrfchaft von Grund aus umgestaltet und auf die Basis einer raffinierten Velo- und Creditwinschafl gestellt worden waren. Der Kapitalist, der Speculant, dcr Advocat und der Wucherer erhoben einen Tribut vmn Voll», dll den, dem Staate zu entrichtenden um das Vielfache übertraf. Eine conservative Prefse, welche mit Eifer und Verständnis unausgesetzt den Hebel gerade an dieser, der socialen und wirtschaftlichen Stelle angefetzt und dafür die staatsrechtlichen und religiösen Streitfragen vorläufig beiseite gelassen halte, war ei» wirksames Mittel gewesen, die Bevölkerung auf ihre wahren Interessen zu verweisen. Das sich allmählich nach manchem Pcrsonal-wechsel consolidierende Ministerium Taaffe bot in keiner Weise einen positiven Anhaltspunlt für eine liberale Opposition. Dasselbe legte nicht die mindeste ostensible Vorliebe für irgend welche conservative oder Jeuileton. Kunst und Her). Original Roman von Harlict-Grünewald. («7. Fortsetzung.) >. « ,^ ^ "^ "°hl e>"k geheimnisvollere Macht; da« lundele der auflenchtende Blick des dunklen Anaes da« tlefe Roth. da« in Marcellas Antlitz stiea Und lvleder zuckte durch Petrowitsch' Seele jenes schnei-dende Weh, doch diesmal gewaltiger, leidenschaftlicher Es war em klares Erkennen, das sich urplötzlich durch verschleierte Regungen Bahn brach, ein llares Schauen ln den eigenen Grund der Seele. Sie fühlte sich von emem me gekannten Wonneschauer durchglüht und durchzmert, und dennoch blickte sie in einen boden-^. Abgrund, wo jeder Hoffnungsstrahl in Todes-"acht verfanl. Nun konxte er der dunklen Sehnsucht emen Namen geben, nun wusste er. weshalb ihm vor vem reimn Blicke der braunen Augen gebanat. nun «rlannte er den Urquell aller jener traumhaften Em-pstndungen, dle feit Monaten quälend durch fein In-nerstes gezogen waren. Sie kam rafch und unerwartet, vle Ueberzeugung, dass er Marcella liebe, aber sie lam nicht mit dem berauschenden Glücke, jene allmäch, llge Regung, die ein Gott in das Menschenherz ge» p?anzl, sie zog mit wildem Schmerz in Petrowitsch' «eele. er wurde bleich, bleich bis in die Lippen. Miss Ienkyn lächelte noch immer verstohlen zu dem schönen Paare hinüber. Das einsame Gouver-Nantenherz ahnte, dass der Frühling der Liebe sich in leisen Schwingungen über Marcellas Leben hinabsenkte. Sollte sie nicht für einen Augenblick aus dem Salon verschwinden? Vielleicht sprach der Haus« freund, der im Anschauen der lieblichen Züge völlig verloren schien, dann das entscheidende Wort, das die junge Comtesse Gorden sicherlich beglücken würde; denn war er nicht ihretwegen nach Berlin gekommen? Die Engländerin erhob sich von ihrem Sitze und verließ den Salon mit der Bemerkung, sie bcnöthige noch einige Wollschatticrungen zu dem gestickten Hunde. Mmcclla fühlte, dass die Männcrhand, dle noch immer ihre fchmalen Finger festhielt, plötzlich heftig zitterte, ja so heftig, dass sie dieselbe fallen lieh. Langsam glitt die Hand an dem schweren, schwalben-blauen Stoffkleid nieder. Ein Blick traf das junge Mädchen, der es bis in das Innerste der Seele er-beben machte. Stumm und wortlos fand Miss Ienlyn die Bei-den, als sie nach Verlauf einer Viertelstunde wieder in den Salon trat. Das entscheidende Wort schien nicht übrr Graf Petrowitsch' Lippen gekommen zu fein; er stand mit verschränkten Armen vor dem Piano, während die junge Dame sich über die Musikmappe neigte und ein Notenheft suchte. Bei Miss Ienlyns Eintritt schloss sie die Mappe und erhob sich von dem Instrumente, auch dcr Graf wich von demselben znrück. Die Engländerin gewahrte plötzlich die tiefe Blässe, die über seinen Zügen lag, und unwillkürlich kam die Frage über ihre Lippen: „Sind Sie unwohl, Herr Graf?" Petrowitfch blickte über sie hinweg und entgegnete: „Unwohl? Nein, aber ich mag mich auf der weiten Fahrt erkältet haben, denn es war bitter kalt —" „Dann erlauben Sie, dafs wir Ihnen eine Tafle Thee bereiten, sie wird die matten Lebensgeister ausfrischen." warf Marcella ein. „O, ich —danke!" Petrowitsch wandte sich nach dem Kamin, er vermochte nicht in Marcellas Antlitz zu blicken, sie hätte die sturmbewegten Empfindungen, die durch sein Innerstes brausten, ahnen müssen, die ganze herbe SeelenaZlal, die sein Leben in den tiefsten Tiefen durchzuckte und durchglühte. Er empfand e« klar und deutlich, was er sich hier erringen könnte, was seinem Dasein hohes, reines Menschenglück gewähren würbe. Doch zwischen dieses Glück drängte sich unheilvoll die Leidenfchaft zu Gräfin S'billa. Aber war sie denn nicht erlofchen mit dem Aufwachen der Liebe zu Marcella? Konnte diese reine Neigung nicht versöhnungsvoll, alle dunklen Schatten aus seinem Leben tilgen? Niemals! Da fiel plötzlich die Thüre des Vorgemachet hastlg in das Schloss, eine schwere Seidenjchleppe rauschte über den Fußboden, und jetzt schlug Gräfin Sibllla die Sammtportiöre zurück und trat in den Salon; hinler ihr tauchte das Antlitz de« Ministers auf. „Böser Freund, müssen Sie gerade die Stunde Ihrer Ankunft in Berlin wählen, wo wir stets unsere Spazierfahrt unternehmen?" rief die Gräfin lachend, unbefangen, indem sie Graf Petrowitsch die Hand ent« gegcnstreckte, dabei streifte ihn unter den halb geschlossenen Lidern ein Olutblick. der da« lündet-, wa» die Lippen jetzt nicht aussprechen konnten. Pelrowitsch zuckte leicht auf, der Glutblick traf ,hn bis in d,e Seele, weckte aber bort leine zündend« Flamme. Laibaqer Zeitung Nr. 156 1348 il.I.ili 1882. gar kirchliche Ideen an den Tag, es machte durchaus keine Miene, die liberalen Errungenschaften in Frage zu stelleli. Die depossedierten liberalen Fährer nebst Anhang tonnten also keine Gelegenheit finden, den Hebel einer wirksamen und namentlich einer populären Opposition anzusetzen. Auch Nieder in nationaler noch >n staatsrechtlicher Beziehung ließ das Mini» sterium irgendwie ein Bestreben nach föderalistischer oder slavenfreundlicher Umgestaltung durchblicken, aus dem die liberale Opposition Kapital hätte schlagen können. Was aus dem legislativen Wege für die Slaven geschah, beschränkte sich auf mäßige Concessionen in Betreff des Gebrauches des czechischen Idioms an der Prager Universität. Eine Art Zweitheilung wurde beschlossen. In staatsrechtlicher Beziehung begnügte man sich mit einer Herabsetzung des Wahl« census in den Städten und einer Theilung der Großgrundbesitz Curie Böhmens, nach welcher es künftig vermieden werden wird, dass durch eine winzige Majorität eine der beiden Parteien mundtodt gemacht werden kann. Nichtsdestoweniger steigerte sich die oppositionelle Wuth der Linken in manchen Momenten bis zu wahrer Raserei und bis zum Vergessen aller und jeder politischen Klugheit. Ihr schlimmster Feind hätte ihr lein sicheres zum Ruin führendes Verhalten anrathen können. Alles das nur deswegen, weil die Minister-Fauteuils mit Männern der Wahl des Grafen Taasse besetzt waren, weil das Ministerium lein Parteiministerium der Linken sein wollte. Dies einfache Kaltstellet, der liberalen Partei war ein politisches Meisterstück des Ministerpräsidenten. Es war die Vernichtung der Opposition. Wie es in Tagen des Miss-gejchickes der Welt Brauch ist, so begann die gestürzte Partei in Uneinigkeit zu gerathen, zu zerfallen. Die blsher unbedingt herrschenden Führer geriethen bei dem eigenen Anhange in Misscredit. Der »Ring der Fractionen", welcher so lange jeder gesunden Regie-rungsthätigkeit entgegenstand, wurde nicht sowohl zersprengt, als — er zerfiel. Es ist ein bemerkenswertes Stück Politik, was Graf Taaffe in diesen Jahren ge» leistet hat! Entschiedene Anerkennung verdient für den Bei» stand, den sie dem Ministerpräsidenten geleistet hat, die Rechte des Abgeordnetenhauses. Zusammengesetzt aus drei Gruppen: den Polen, den Böhmen und den Conservative« und Nationalen Inneröfterreichs, besitzt die Rechte keineswegs ein homogenes Gesüge, ja, es ist gewiss, dass große Gegenjütze der politischen, social-wirtschaftlichen und kirchlichen Anschauungen sich iu ihr vereinigen. Im Grunde bildet sie allerdings in ihrer Gesammtheit eine Darstellung der conservativen Ideen des Reiches. Jede Fraction in ihr, könnte man fast sagen, stellt die specifische Repräsentation vorzugsweise einer dieser Ideen dar: den Föderalismus der Polen; die nationale Gleichberechtigung und das autonome Recht der einzelnen historisch.politischen Indivi-dualitäten der Ezechen; wie die sociale Reform auf Grund der historischen und natürlichen Realitäten, die inneiösterreichischen Alpenländer. Die Nothwendigkeit des festen Zusammenhalten« dieser ziemlich heterogenen Gruppen bewirkte es, dass die noch so dringenden und berechtigten Gravamina der einzelnen Fractionen nur in der maßvollsten Weise und in stetem Hinblick auf die momentane Opportunität geltend gemacht wurden. Sibillas forschendem Blicke entgieng die tiefe Blässe nicht, die auf feinen Zügen lag, ebensowenig sein seltsam befangenes Wesen, sein scheues Zurückweichen. Das freundliche Lächeln schwand ra>ch aus chrem Antlitz und eine tiefe Falte des Mlssmuthes legte sich zwischen ihre Brauen. Was sollte seine kühle Haltung bedeuten? Sein frostiger Blick, der über sie hmwegstreifte, traumhaft verloren? Die Gräsin folgte rafch der Richtung seines Auges und musste wahrnehmen, dass es auf der Stieftochter haften blieb, die sich zu Miss Ienkyns Stickerei niederbeugte. War das Politik? Gab er sich den Anschein, da« junge Mädchen zu beachten, um dadurch jeden Argwohn zu beseitigen? In Sibillas Seele stammte wieder jene Eifersuchtsregung auf, die sie bereits besiegt wähnte. Sie musste sich eingestehen, dass die Geselljchaftstoilette ihre Stieftochter weit vortheilhafter kleide, als das matte Weiß, das die bleiche Gesichtsfarbe Marcellas nicht so zart und wech er. scheinen ließ, als das schwalbenblaue Stofflleld. Und heute, ja heute lag ein rosiger Schimmer auf lhren Wangen, leuchtete ein fonniger Strahl in dem fönst so kühlen Blicke auf. Graf Petrowitsch hatte recht, chre Stieftochter war fchön geworden. Es bedürfte nicht einmal Jahre, um diese äußere Wandlung hervorzurufen, wenige Monate hatten genügt, die Knospe zu sprengen und das volle, wacme Leben zur Entfallung zu bringen. Die Gräfin presste die Lippen fest auf einander, in ihrem Auge dämmerte ein feindseliger Strahl herauf, während durch ihr Innerste« die dunkle Ahnung zog: «Es ist zu Ende nut des Mannes Leidenschaft." (Fortsetzung folgt.) Zur Lage. Die Decorierung der Herren Minister Graf Fal-kenhayn, Dr. Prajäk uild Freiherr v. Conrad-Eybes-feld gibt der „ St.« Petersburger Zeitung" Anlass zu folgenden Bemerkungen: „Allgemeine Beachtung und eine lebhafte Erörterung in der Presse riefen die Auszeichnungen hervor, welche drei Mit-glieder des Cabinets Taaffe diesertage von Seiner Majestät dem Kaiser erhielten. Der Monarch verlieh dem Grafen Falkenhayn, dem Varon Cunrad und dem Dr. Prazäk den Orden der eisernen Krone erster Klasse. Regierungsfreundliche wie oppositionell,' Organe stimmten darin überein, dafs sich in dieser hohen Gunstbezeigung die Festigkeit der Position des Cabinets deutlich kundgebe, und diese Auffassung hat in der That ihre volle Berechtigung. Ueberrascht konnte freilich niemand davon werden, der sich nicht in ganz unbegründeten Hoffnungen oder Befürchtungen gewiegt hatte, denn kein Symptom wies auf eine verminderte Festigkeit des Cabinets hin, und es war gar kein Anlafs zu einer solchen verminderten Festigkeit vorhanden. . . Es nützt eben nichts, welche Mittel man auch anwendet, um sein System zu stürzen oder dasselbe als überflüssig erscheinen zu lassen. Graf Taaffe weist so viele Erfolge auf, feine Politik ist so enlsprrchend ür Oesterreich, dass immer neue Anerkennungen des Monarchen zu verzeichnen sind." Ueber den Arlberg-Bahn-Bau schreibt die „Presse": „Am 24. Juni sind es zwei Jahre geworden, seitdem mit den Bohrungen am Arlberge begonnen wurde. Heute sind die Bohrungen im Sohltollen bis zur Hälfte gediehen. Es siud fomit, nachdem die Gesammtlänge des Stollens 10,270 Meter beträgt, mit dem heutigen Tage auf der Ost- und Westseite des Tunnels zusammen 51.'i5 Meter Stollen gebohrt. Es fehlte nicht beim Beginne an düsteren Prophezeiungen, welche zum mindesten von Nichteinhaltung der Bauzeit, von finanziellen Ueberschreitungen sprachen, abgesehen von jenen Propheten, welche, sich m den Mantel des Geologen hüllend, von einer verfehlten Tunneltrace :c. perorietten. Die mit der Leitung und Ueberwachung der Arbeiten betraute Direction für Staatsbahnbauten schwieg und arbeitete dafür umso eifriger. Heute ist der halbe Tunnclstollen durchbohrt, die Arbeiten bei den Zufahrtsstraßen sind im besten Zuge, und die Vaudir^ctioil kann schon heute die Zusage machen, dass die gesammte Allberg. Äahn mehr als ein Jahr vor dem in Aussicht ge« nommenen Termine dem Verkehre wird übergeben werden können. Man erinnert sich noch lobhaft der Schwierigkeiten, mit welchen der Bau der Gotthard-Vlihn zu kämpfen hatte, Schwierigkeiten zumeist finanzieller Natur, welche empfindliche Nachzahlungen der becheiligten Staaten zur Folge hatten. Bei der Arl-berg'Vahn ist bisher noch keine Ueberschreilung eingetreten, ja das Handelsministerium hat sich eine Re« serve gebildet, welche hinreicht, um eventuelle zukünftige Ueberschreitungen vollständig zu decken. Während der ganzen zweijährigen Bauzeit ist auch nicht Eil» Un-glücköfall zu verzeichnen. Der Bau der Arlberg-Äahn bietet das Beispiel eines österreichischen Unternehmens, welches der Kritik auch nicht den geringsten Anhaltspunkt zu Tadel und abfälliger Beurtheilung gibt." Hinsichtlich der Wirkungen des neuen Zolltarifes bemerkt der „Wiener Geschäfts-bericht": „Auf verschiedenen Gebieten unserer industriellen Thätigkeit haben sich seit dem zweimonatlichen Bestände des neuen Zolltarife« die wohlllMia/n Folgen desselben m Errichtung neuer Etablissements sür Erzeugnisse geltend gemacht, welche bislang aus dem Auslande bezogen wurden." Der Rechenschaftsbericht des Abgeordneten Ednard Sueß wird in mehreren Provinzblättern besprochen. So betont das „Schlesische Tagblatt", dass Abgeordneter Sueß wohl äußerlich noch immer fest im Bannkreise der vereinigten Linken stehe, dass aber trotzdem derjenige, der zu lesen verstehe, aus seinen Worten die klare Erkenntnis herausfinden werde, dass die Kraft des Volkes sich nicht länger aufreiben dürfe im entnervenden nationalen Hader, sondern hingelenkt werden müsse auf die Lösung socialer Fragen, auf die Inangriffnahme positiver und proouctwer Arbeit, auf die Erfassung der großen wirtschaftlichen Aufgaben der Zeit. — Der „Prager Lloyd" sagt: „Es kann nicht genug anerkannt werden, dass Professor Eduard Sueß mit der traditionellen Methode der ausschließlich politischen Rechenschaftsberichte gebrochen und die Bahn eröffnet hat für die Besprechung wichtiger socialer Fragen, die theilweise schon in der nächsten Zeit oaL Parlament beschäftigen werden. Professor Sueh ist offenbar der Ansicht, dass Wahlreform, czechifche Universität und das angeblich bedrohte Deutschthum, so dankbare Themata dies auch sein mögen, doch an Wichtigkeit und Actualilät weit hinter den socialen Fragen zurückstehen, deren Inangriffnahme und Lösung nicht länger verzögert werden darf. Leider ist in dem gelehrten Professor urplötzlich der Parteimann und Parteipolitiker in seiner ganzen Schärfe und Unversöhnlichleit erwacht, und so bekamen wir das merkwürdige Dictum aufgetischt, dass die ganze agrarische Bewegung und die Reform der Gewerbe. Gesetzgebung, so wie sie bei uns aufqefasst wird, keinen anderen Zweck habe, als dem Vauer und das Kleinbürgerthum für die nächsten Neuwahlen zu captivieren. vouiuit in piseem!" Aus Budapest wird unterm 8. Juli gemeldet: In Betreff der Feststellung der Budgets der einzelnen Ministerien sind die Verhandlungen größtentheils be« endet oder wenigstens der Beendigung nahe, so dass sämmtliche Kostl'nvoranschläge hoffentlich schon bis Ende Kieses Monats so weit gediehen sein werden, nm bei den im Laufe des August stattfindenden Berathungen des Ministerrathes insgesammt verhandelt zu werden. An den in der nächsten Session des Reichstages vorzulegenden Gesetzentwürfen wird im Schoße der einzelnen Ministerien fleißig gearbeitet. In einiqen Mini« sterien sind die diesbezüglichen Arbeiten bereits so weit vvl geschritten, dass die Gesetzentwürfe den nächsten Ministerberathungen vorgelegt werden können. Von den Landtagen. Innsbruck, 8. Juli. Der Vorsitzende theilt mit, Se. Majestät der Kaiser habe den Dank des Lmdes für die Restaurierung d. Tonlli, welcher eine Abänderung der Landes-Wahlorouulia. in dem Sinne bezweckt, das Wahlrecht auf die Fünf-Guldeu.Männer auszudehnen und jede SlM, jeden Marlifückel, und hervorragenden Industrie-Ort als eigenen Wahlort zu erklären. Der Antrag bezweckte einerseits. d»c bestehenden Ungleichheiten in Artreff des Wahlcensus auszugleichen, andererseits aber cue Ausübung des Wahlrcchles durch Vermehrung der Wahlorte zu erleichtern und namentlich für d,e Aewuhncr gewisser Gebiete die ebenjo beschwerlichen als kostspieligen Reisen nach den bisherigen Wahlorten in Wegfall zu bringen. Der Antrag fand jedoch bei der Abstimmung mcht die erforderliche Zweidrittel-Majorität, indem von den anwesenden W Abgeordneten nur 12 für die Annahme desselben stimmten. Im übrigcu nehmen dir Albe.ten des Görzer Landtages einen den zu erledigenden Geschäften entsprechenden Verlauf, und es wird derselbe demnächst seine Thätigkeit für die diesjährige Session beenden. Vom Ausland. Einer der „P. C." aus Rom zugehenden Mittheilung entnehmen wir, dass der k. und l. Botschafter Graf Ludolf anlässlich der Ueverreichuna. seiner Credi-tive mit ganz besonderer Auszeichnung behandelt wurde. Se. Majestät der König, der beim Empfange des Botschafters Generalsumfurm und den Orden des golden Vließes nebst dem großen Bande de« Stefans-Ordens trug, unterhielt sich nach der Vorstellung mit ihm eine halbe Stunde lang in der herzlichsten Weise, indem er wiederholt seinen freundschaftlichen Gesinnungen für die Person Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef und für OesterreiH-Ungarn Ausdruck gab und auch den Grafen Ludolf seiner Sympathien versicherte» Laib.!lhcr Zeitung Nr. I.'ss 134 > tt. Juli !>8'/ Verschleppnngstaltll der Irländer schon so vM Muhe und Verdruss gemacht hat. dem Premier, nnmster. welcher bezüglich des Hausdurchsuchung«, rech es d,e mildere Praxis befürwortete, eine kleine Flappe eingetragen, die jedoch angesichts der in Irland herrschenden Zustände weitere Folgen nicht yaven oürfle. — Neben der ZwangSbill her geht gegen. Wartlg die Bill über die Dlgung itischer'Pach.rück. Mnde. mit welcher Herr Gladstuue einem großen Noth« Nande in Irland abhelfen will. Er schlägt vor, als ^ «alsbeitrag zur T.lgung der Pachtrückstände zwei AU'oneu Pfd. St. aus dem Kirchen-Ueberschussfonds ," ""fgehobeneu anglikanisch-irischen Staatslirchc zu rnmeymen und nöthigensalls auch noch weitere Zuschüsse aus der Staatskasse zu leisten Herr Gladston? er. wunei von seinem Gesetzesvorschlaqe vieles für die Herstellung des Friedens und de7 Sicherheit in Irland, i^"", ""langte er auch die dringliche Behandlung ,,,! N'U. welche am 5. d. M. auch von dem Abgeord- jähr aen"i^^ ^"'. nothwendige Ergänzung der vor-i^ngen irischen Landacte vertheidigt wurde. Die Krisis in Ggypten. ?^,?^ ueuesten Telegramme lassen den Stand der Upl'Mien Angelegenheit als weniger bedroh, „nk -^^!""'- ^s wird gegenwärtig in Constantmopel «no m Alexandrien verhandelt, dort mit der Pforte Enw> /hr angetragene militärische Einschre.lcn in hupten hicr über die Fonn. in welcher die egyptischen ^laajtyni)^ ihre Hevausjordc rung Mückzunchlneu haben, l.l ' ^.".^ben sich zwar schon entschuldigt, jede feint). » Mstcht in Abrede gestellt, aber der englische ^15. . 'l"^ lich "uch nicht befnedigl. und so ist der vermittelnden Thätigkeit der Generalconsuln wieder V?.^ ^^F""/ " I" Alexandrien mahnt auch die Horte die Munster des Khedme sehr nachdrücklich zur Vm l"!!? ^°1^^ '" ^""stantinopel zeigt si7 ich !«l l^. ^ "gegenkommen geneigt, aber sie möchte, wie A « '! 's " Angelegenheit noch in die Länge ziehen, ^ass es ihr an Mahnungen, die Sache nicht auf die Spltze zu treiben, nicht fehlt, zeigt ein Art.lel des «Journal de St. Petersburg«, welcher der Pforte neuerdings zu bedenken gibt. dass sie es sich nur Mer zuzuschreiben hätte, wenn ihr Verhallen in der egyptischen Früge ihr Ansehen im Orient vermin-vern Mltc. S.'«l^)^'cd^ die Pforte ein nachdrückliches Emschre.ten ,m N.l-Lande auch um ihres eiqenen An-fthens nuthig hatte, denn die egyplischen Machthaber b gume,.. wie dem .Standard" ans Alexandria be. Nchtet w.rd auch den Commissär des Sultans über. mulh,g zu ^handeln nnd an die Wand zu drücken Amli^'Ä^ °"x. — (Der Sänge ra bend) des Hitalnica.Män-nerchores, welcher am vergangenen Samstag im Gast» hause beim „Kaiser von Oesterreich" in der St. Peters-vorfladt stattfand, war sehr nut besucht und fiel zur all. gemeinen Zufriedenheit aus, D.e zum Vortrage gebrachten Chöre und Quartette fanden lebhaften Anklang und besonders gut unterhielt man sich bei der vom Herrn Hugo Turk originell arrangierten Versteigerung zweier Enten, welche eine Einnahme von 13 ft 25 kr ergab ^ I" (^" n"S"l°l") unternahm am letzten Sonntag e,nen Ausflug nach Littai. welcher vom herrlichsten Wetter begünstigt war und bei den zahlrei. Laidaqer Zeitung Ar. 15,6 1350 ij.Ilili 1882. chen Theilnehmern die angenehmsten Erinnerungen hin« terließ, denn dieselben sind voll des Lobes über den ihnen in Littai bereiteten herzlichen Empfang und die treffliche Unterhaltung daselbst. — (Gefundene Gegenstände.) Veim hiesigen Magistrate erliegen nachbenannte, vor lurzem gefundene Gegenstände: Ein schwarzseidener Sonnenschirm, mit Goldblumen gestickt; ein goldenes Armband, mit Granaten in vier Reihen besetzt; ein Haar-Armband mit Goldschliehe. — (Raufexcefs.) In der Nacht vom 5. auf den 6. d. M. wurde der Sicherheitswachmann Johann Franzel. der sich mit dem Sicherheitswachmann Josef Osredlar eben auf einem Patrouillegange befand, an der Ecke der Knafflgasse gegen die Triesterstraße zu von acht bäuerlich gekleideten, mit Pflücken bewaffneten In» dividuen. welche der Sicherheitswachmann Franzel früher w der Wienerstraße wegen nächtlicher Ruhestörung wie» derholt zur Ordnung verwiesen hatte, angefallen und mit Schlägen tractiert. Anlässlich seiner Vertheidigung verletzte er den einen der Angreifer, den Taglöhner Josef Goriup aus Waitsch. mit einem Säbelhieb, und es wird die Wunde als eine schwere, lebensgefährliche bezeichnet. Ein zufällig des Weges kommender Gendarm rettete die Sicherheitswachmänner vor weiteren Misshandlungen, denn sieben der Burschen gaben sogleich Fersengeld, nur der Schwerverwundete blieb auf dem Platze, und wurde derselbe sofort zur Pflege in das Cioilsvital übertragen. — (Todt aufgefunden.) Wie man uns mittheilt, hat am 2. d. M. Francisca Mozina von Laverca Hieramts die Anzeige erstattet, dass man in der Früh desselben Tages ihren Ehemann Johann Mozina in der Waldung v Noveb todt aufgefunden habe; wahrscheinlich sei derselbe, so äußerte sie weiters, erschlagen worden. — (Hagelschäden.) Aus Gurlfeld berichtet man über einen am 12. und 13. v. M. niedergegangenen Hagelschlag, der den Naturalertrag auf den Aeckern und w den Weingärten der Steuergemeinden Dobrava. Ker« sinverh und Staravas fast total vernichtet hat. Ebenso erfahren wir das gleich beklagenswerte Schicksal der Einwohner der Orte Grohlack, Leuc und Kreuzdorf, deren Feldfrüchte durch einen Hagelschlag am 21. v, M. zerstört wurden. Sehr empfindlich sind auch die Besitzer von Aeckern in den Gemeinden Kleinzalna, Plesivca, in Neudorf und Zavertaie, in Leuc und Staje geschädigt »orden. — (Aus dem Schwurgerichtssaale.) Nm 26. v. M. war der Grundbesiherssohn Atem» pihar Ialob von Iirklach wegen Verbrechens des Todt« schlage« angellagt. Derselbe war am 8. Februar 1882 mit seinem Bruder Johann im Gasthause. Als dieselben bereits längere Zeit dort verweilten, sagte Johann zum Angeklagten, er möge nach Hause gehen und arbeiten. Darüber war der Angeklagte aufgebracht, begann unter» »egs zu streiten, biss seinen Bruder in den Daumen und schlug denselben mit einem Stein auf den Kopf, daft er am nächsten Tage starb. Der Angeklagte wurde vom Gerichtshöfe zu sieben Jahren fchweren Kerkers, verschärft mit Fasten, Dunkelarrest und hartem Lager jeden 8. Februar, verurtheilt. Am 26. v. M. nachmittags war die 30 Jahre alte Orundbesitzerstochter Iane^ii! Francisca aus Perovo nächst Großlupp des Verbrechens des Kindesmordes angellagt. Dieselbe hatte am 25. April 1882 ein uneheliches Kind geboren und dasselbe nach der Geburt so lange gewürgt, bis es zu athmen aufhörte, dann hatte sie es in Fetzen gewickelt und die Leiche auf dem Dachboden verborgen. Die Angeklagte ist der That vollkommen gestündig. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte zu drei Jahren schweren Kerler. Am 28. v. M. war der 35 Jahr alte Grundbesitzer Franz Hagar aus Iggdorf des Verbrechens des Todt« schlages angeklagt. Der Angeklagte hatte seinen zwölfjährigen Sohn mit den Pferden auf die Weide geschickt; als am nächsten Tage eines der Pferde am Maul ein Geschwür hatte, beschuldigte der Angeklagte seinen Sohn und schlug denselben mit einer eisernen Mistgabel so heftig auf den Kopf, dass der Misshandelte infolge der erlittenen Verletzungen starb. Die Geschwornen bejahten die Schuldfraae und der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Zagar zu sechs Jahren schweren Kerkers. Nn diesem Tage war die Schwurgerichtssession. welche am 12. Juni begonnen hatte, beendet. -x- — (Aus den Nachbarländern.) Die feier» liche Eröffnung der permanenten Lehrmittel, Ausstellung in Graz ist auf den 11. September d. I.. die Ieit des fteiermärlischen Lehrerbundestagcs und der Generalversammlung des Lehrer fchwunden. Im Curorte Neu ha us bei Cilli sind bis zum 5. Juli 461 Curgäste eingetroffen. — (Literatur.*) Die Manz'sche k. k. Hof. Verlags- und U niv ersitäts-B uch Hand l u ng in Wien hat wieder eine Reihe von auf die österreichische Gesetzgebung bezugnehmenden Werken publiciert. So sind die letzten drei Lieferungen von Niehls Con-cursordnung erschienen, womit diese Erläuterung des hochwichtigen Gesetzes abgeschlossen erscheint. Ans das sorgfältig gearbeitete Register dazu machen wir noch besonders aufmerksam — Von der „Oesterreichischen Civil justiz-Gesetzgebung " ist der fünfte Band, die Jahre 1880 und 1881 umfassend, erschienen. Bekanntlich bringt das Wert eine chronologische Zusammenstellung der Civiljustizgesehe und Verordnungen mit Entscheidungen. Materialen und Anmerkungen und hat Dr. Karl Frühwald zum Verfasser. Dieser Band enthält das Materienregister für Band 1 bis 5. Preis 1 fl ; in Leinwand 1 fl. 50 kr. — Unter dem Titel „Der österreichische Civ i l staat 3 dien st " hat Dr. Justin Vlousti ein systematisches Handbuch, ent« haltend sämmtliche, die Anstellung im österreichischen Civilstaatsdienste, sowie die dadurch begründeten Rechte und Pflichten betreffenden Bestimmungen mit Inbegriff der Pensions« und DisciplinalUorschriften sammt den einschlägigen Erkenntnissen des Reichsgerichtes und des VerwaltungsgerichtshoseS verfasst. Preis 3 fl 60 kr. * Alles in dieser Rubrit Angezeigte ist zu beziehen durch die hiesige Vuchhandluna. Jg. v. llleinmayr si ssed. Vambera. Neueste Post. Original-Telegramm der „Laib. Zeitung." London. 10. Juli. Der „Standard" meldet: Die Armeereserve wurde für heute einberufen. Im Oberhaufe theilte Granville mit: Lord Seymour eröffnete den Alexandriner Localbehörden, dass, wenn mcht die Festungen behufs Entwaffnung zeitweilig übergeben würden, er dieselben morgen, den II. Juli, mit Tagesanbruch bombardieren werde. „Reuters Office" berichtet aus Alexandrien: Der britische Consul zeigte dem egyptischen Premierminister den Abbruch der Beziehungen zur egyptischen Negierung an. Die Abendblätter melden aus Constantmopel: Die Officiere und Mannschaften der türkischen Panzerschiffe wurden strengstens angewiesen, ihre Schiffe nicht zu verlassen; es ist möglich, dass türtische Schiffe nach Egypten gehen. Wien, 10. Juli. Se. Majestät der deutsche Kaiser, der seine Cur in Eins beendigt hat und gegen, wältig in Coblenz verweilt, beabsichtigt, einem Telegramme preußischer Blätter zufolge, übermorgen nach der Mainau und zu Anfang der nächsten Woche nach Gastein zu reisen. Rom, 10. Juli. Der König und die Königin von Griechenland sind nach München abgereist. Prag. 10. Juni. Die Fürstin von Hanau ist gestern abends hier in ihrem Palais gestorben. Die Leiche soll Mittwoch nach Kassel überführt werden. (Gertrude Fürstin von Hanau und Gräfin voi, Schaum, bürg, geborne Falkenstem, wurde in Vom, am l8. Mai 1806 geboren. Sie war mit dem 1875 verstorbenen Kurfürsten von Hessen morqanatisch vermählt, und es leben aus dieser The sechs Prinzen und zwei Prinzessinnen.) Pest. 10. Juli. Der Minister des Innern rich-tete an sämmtliche Iurisdictione» ein neuerliches Circular in Betreff der polizeilichen Verhinderung, refp. Confiscierung von antisemitischen Flugschriften und Drucksorten- London. 10. Juli. „Reuters Office" meldet aus Alexaudrien vom 9. Juli: Nachdem durch eine von der See aus vorgenommene Rekognoscierung con« statiert wurde, dass die Ausrüstung der Forts an der Hafeneinfahrt mit Geschützen großen Calibers fort« dauere, so bereitet Vice-Admiral Seymour gegenwärtig eine Proclamation vor, in welcher er die egyptischen Behörden der Wortorüchigteit anklagt und die Ueber« gäbe aller Forts iulierhalb zwölf Stunden fordert. Im Falle der Weigerung werde Seymour nach Ablauf emer weiteren 24stündigen Frist die Forts bombardieren. — Das englische Kanonenboot „Condor" begab sich außerhalb des Hafens, um den Eingang desselben zu beschützen. Vice-Admiral Seymour begab sich an Bord des „Inumcilile", welcher in deu äußeren Hafen abgeht, wo er nebeu dem Pauzerfchiff „Monarch" stationieren wird. Belgrad, 9. Juli. Von deu in Wien für Serbien zur Prägung bestellten 9 Millionen Dinars in Gold ist ein Theil bereits angelangt. — Finanzminister Mljatovic' beglbt sich nach Vollendung des Gesetz« entwurfes über das Salzmonopol uach Englaud. Handel und Volkswirtschaftliches. Uaibach, «. Juli. Aus dem heutigen Markte sind er« schienen: 12 Wagen mit Getreide, 7 Wagen mit heu und Stroh. 24 Wagen und 2 Schifte mit Holz (18 Cubilmeter). Durchschnitts. Preise. flil», ss. ll, fi,l tr^ «,, tl. W«izen pr. hellolit ii 10 10 KUzButter pr. Kilo . — 75 —j — Korn . 6 1« 6 67Mer pr. Stück . . - 1Z------- Gerste (neu) „ 4 2:< 5 4^Milch pr. Liter . - 8------- hascr „ :l 74 .'j ».^Rindfleisch pr.Kilo -56------- halbfrucht , - ! 7!i0^allislcisch „ — 46------- seiden „ «>:j4 tt>1 ^Schweinefleisch „ — ttt)------ Hirse „ 5i:',A 5 4(> Schöpsenfleisch „ - AO------- Kukuruz „ 6 80 7-^hähndel pr. Stück — :'<0 ... itroäpjel 100 Kilo---------------! Tauben „ — 18------- Linsen pr. heltolil. 9-----------heu 100 Kilo . . 2 50------ Erbsen „ U-- Slrol) „ . . 169____ Fisolen „ 10 —-----Holz, hart., pr. vier lttinosschmalz Kilo — 90------ Q'Meter — 6 — Schweineschmalz „ -^ 8«------------ weiches, „ -------4 — Speck, frisch „ - ^ — ' ^8"n, roll),, l00Lit.-------20 — — geräuchert „ —76-------- weiher „-------18 — 'Angekommene Fremde. Am !>. Juli. Hotel Stadt Wien. Nilier v, Spieler, Generalsecretär der l. l. prir>, wechselseitigen Vrmldschadcn Versicherungsanstalt; Ccconi s. Familie, Oraz. Kramer Franz, l, t. Maschincnbeamter, Kiainer Alois, t, l, Maschinellbeamter, „, Krainer Paul, Etu« deut, Pola. — VrezenHöal, Bürgermeister. Stooica. - Vers, Flanlal, Popper, z>ausl., und hradcz, Reisender, Wlen. — MeDincr, Indusiricller mit Sohn, Fimne. — Lceder, Kfm., Hamburg. Hotel Elephant. Vidergar, Cooperator, Wippach. - Cinibnck, t. l. Oberlicutenant, wraz. — Singer, Lieutenant, Vrod. — Loctc, Vahnocamter, und Fuchcl, Wien. — Äarbare Helena, Kaujinannsfrau, Fiumc. — Fleier Fanny, Ingcnieursfrau, Mohren. Zanctel und Mahel, Laibach. - Nildern, l. l. Ve» amter, Ulen. Verstorbene. D e n !'. Juli. Maria Kerjii, Magd, 3« I, Floriani« gaft'e Ar.W, Lunacntllberculoje, Ialob Peteln. Kaischler, 71 I., Schwarzdorj ^>ir. .'l6, Altersschwäche. Den 10. Juli, Helena MalMa, hauSbesiherSlochter, 4 Mon,, Kralauergasse Nr. 7, Durchsall. In der Spitalsfiliale Polana: Den 7. I^l l i. Leopold Slrchen, Arbeiterssohn, 2'/, I., Masern. Den «.Juli. Francisca Altmann, hauptschubführers« Tochter. 2 I.. Älattern. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. 7 u. Mg. 7^110 "f22^0 SW. schwach zicml. heiter ^,« 71" 10. 2 . N. 730 8i1 ^.20 0 O. schwach bewöllt ,.,/ ^" 9 . Ab. 75l i)4 ^.156 NN. schwach bewölkt j "^" Vormittags Somienschll», nachmittags gegen drei Uhr Rege», dann scrncs Gewitter, starke Regengüsse, Wind aul Nordwcst. Das Tagesmittel der Wärme -j- 185°, um 0'4« unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamberg. W~ Hoeben clinfelroffen aus. dom Vorlaifo dor t deutschen Verlag-Anstalt (vorm. Kdnard Hal" wurrtotor) in 8art Utid Leip7'llf di0 ^«rt «- G illustrierte Pracht Ausgabe von { oethe's Werken, j Mit j mehr als 800 Illustrationen 5 erster deutscher Künstler. ; KrKte I.ioferung. Preis 50 Pf. ( hei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg ( lia. Xja.i1oa.cli.. {2'M'.i) 10-7 f ooooooooaoooooooöc ,35, Course an der Wiener Korse vom IN. Mi llM. (N°chdnn°M.uent» ... 77..^ ,,«n «°«°.«enle",sch^ !pe^.^I^I , Papierrcnlc ü"/„ ' ' ' ' 87 0L «? «n " ^.«« i ^"°"l°lcn . . !,!'»<, !'» no ' »laa.«-Ob:. (Nng. Ostb.) 110 »0 IN 20 " ^>. „ ," ^. vom I, 18?« !!l> «a '__ b"/° gallische ......">»'s.o ^^ °°/^mähN.......W-.oioo- 0°/° tr°ali,ch. u»b' «lavoni'lch« - !Ul Z^'I Oelb war» »"/« ««bcnbillgisch«.....»8 «l 98 ?b 5"/, Icme«var«Vanal« . . »?50 »8 l»o 5°/, ungaiischt......»650 »9 — Andere öffentl. Nnlehen. Donau.NcN'Lose l,«/« ,00 fi, . li» 75 ll< »5 bto. «nleihe 1^7«. fieuelf«! , l03 ko ,o< — slnlebcn b. Slabtgemcinbe Wien l0» lb I03'7» Vlnlehen b. Stadtncmcinde Wien (Viltn ob« Gold) . . . . — —------- Pläm>en»llnl,b.Sl»btg«m,wi«n l«s — i»u zh Pfandbriefe «Uiloofl,) Nodencl. allg, östrrr, «/„ . — —------- tto, !n 50 „ „ 5"/n .10! 53:02 — bto. in l>« „ „ <>/,"/» »8Ub »n^!5 dto. in s»<» „ „ 4«/„ . «3'80 »4 8» bto. P,amien»SchuIdverIchr.3«/, 100 — I3l,'«b Ocfi. Hypl'lbelcnbanl loj. 5'/,°/» l^ «ü ,0, — Oefi,u>ig. Ban! vcrl, 5"/., . . l5!>25 ,01 4l> dlo. „ <'/,"/« . . loo !'5 i«> 10 dlo. „ 4"/, . . »b-l>5 »« — Ung, aNg.Nodencredil.Vclicnges, in Pcft in »4I.vcrl. 5>/,"/<> . — — — — Prioritäts. Obligationen. (slll 100 ft.>. Vlisabclh.WeNbahn 1. n »«75 inb l5> ftcldinand<>»Nordbahn in Gilb. wü»»! — — »franz ^oscs'Bahn..... >u» «0 103 ! »W fi, S. 4'/,'/» - - l«0 «l, 101 - «lib Ware Otstt«. ««dwestbahn. . . .«,881.104«« Vitbenbilrgrv.......M 4s, 7s. Waldstci» l'osc !i<> fl..... 8«-?» »125 Windilch«lay^'o>, 40 — Van! Nclien lpc» Elil-l). Äng1o°lDcs!crl, Vanl 120 ss, . . ,2»-5« 124- - «llnl.Ocscllichnsl, Wiener 1W fl.----------------- Vanlvcr^in, Wicncr, I0«ss, , . 114 - N4 s>n Ndncr., Änst,,Ocft.2l»oft. S,40"/„ ^,i b« 232 5.0 «irbl, Nnfi. !. Hand u, O. luu ft. »»b zc»,3>tb s.!322 — Deposilrnb., «lla, il»l) ft. ... xill 5>b 213 l><> «tecomple <^c>., Aucdcloss. 5,00 ft, UL2 — »«« — Hypolt,tlcnl>., oft. 8i,c> ft. s,>/, E, — — —-— känberbanl öft. »iM.....KS^< — 570'— DraU'«ij.0N.V.---------------- itlisadelb.Vahn Lou fi, VM. . . «,3 50 214 »,', - l»4'-- 111« «5 l> ! 2«l»? »70 2 ! 1X5 ö!> ll« - ijiiilslllch^l,---------- -— Kalz.ssa,! / 31» »5 «l8 ?b Oraz.Köftc»!/'. . ^ ^ ,-----^. —>— — — .>> ! N. ö W. . . ,72 bo 17» — i'loyd, öft !>ng,, Triefi s^ufi.lHV'. e«»'— »30 — ocfierr. Nordwcslb. ie<>o ss. Silb. «os'«5> «n« ?h dto. «00 fi. Silber ,!224f'N»^' — Prag.Duzcr «tijenb. 15.0ft.Silb. «n 75, »l i!i> «ubols» Bahn ^»» ft. Silber . ,e8'?5> l«« 2k Eiebendiirger ^,l>l',b!l -/u,> ft. °. W. . »!l,-lf. 3«« ?b «eld ll>«it Vübbllhn »00 fi. «!l»er . . . 184 75 i»b « VUd.«orbd «erb ,« «0fi.««. 1« 50 1b« — lhtih»»al»n «»u fi. 0. w . . »«-— z,« >» Tr»«»«y.Ges.,Wr '?««. ö. 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