Pränumerationspreiie: Für Laibllch ^samm Zustellung in's Haus): Ganzjährig . . ff. 5,— Halbjährig , . „ 2,3N vierteljährig . „ 1,25 Mit Post« eisend ungi Ganzjährig , . ff, 8,— Halbjährig . . „ 3.— Vlerteljälirig , „ l.ZO Einzeln? Nummer» Z kr. Zeitschrift für vaterländische Interessen. (Erscheint Tillstag und Ficitllg.) Mauuskril'le werten nicht zurückgeflutet, anonyme Millhcilungen nicht bcrücksirbliget. Jahrgang V. Laibllch, Freitag am 15. Juli 187t). ^nsertionsgebiihre«. <"ür tie zweispaltige Petit nill oter tcrcn Naum b« ei> inaliger Viuichaltung 6kr,,2mal8kr., 3»,al ll1kr Stempel >ctesmal30 kr Redaktion: Haiiptvlat) 9!r, 3!3, II, Slock. 'H Admiülstrritio» chen^ taselbil iu Ottrlar K l e rr'ü Vuchhantlung. Nr. 56. Epilog. III. Was die Takti k bei Falschliberalen anbelangt, so ist sie, wie überall, auch bei den Wahlen eine geheime . Die Gründe dieser Erscheinung sind, ganz abgesehen von dem Charakter und Naturell der Verfassungswüthigen, sehr triftig; das geheime Manöver ist das einzige, womit sie bei einiger Unachtsamkeit unsererseits re­ussiren könnten, worauf sie demnach ihre Pläne bauen. Wenn jemand etwas irgendwo einschmuggeln will , so wird er weder seine Absicht, noch seinen Plan an die große Glocke hängen, er muß im Gegen­theile darauf bedacht sein, die Aufmerksamkeit von sich abzulenken, mit anderen Worten, seine Feinde zu täuschen suchen. Die „Konstitutionellen" hatten nun auf slovenifchem Boden zwei Feinte zu täuschen; der eine ist der Verein „8IuvLr>ls2,", der in seinen Reihen alles zählt, was sich an der Vertheidigung der Landesrechte und Volksinteressen hervorragend belheiligt, eine mäch­tige Schutzwehr der Nation, der sich deren Feinde nimmer im offe­nen Angriff zu nähern wagten. I n diese Art von Gegnern unserer Konstitutionellen reihen wir selbstverständlich auch alle ähnlichen Ver­eine in slowenischen Marken. Auf diese Schutzwehr baut das Volk, es vertraut den Führern alles an; das wissen und bedauern unsere Gegner sehr wohl; da aber ein offener Angriff ebenso zwecklos als gefährlich war, so beschlossen sie, diese Wachthürme nächtlicherweile zu umgehen, sie im Rücken zu lassen und gegen die eigentliche Macht, das Vol k zu overiren, denn das Volk ist der zweite Feind, den sie über ihre Absichten täuschen mußten. Um jedoch dieses leichter zu erreichen, mußten sie zuerst den Wächter oben, der ja die bedrohete Gegend alarmiren konnte, einschläfern. Dieß versuchten sie dadurch zu erreichen, daß sie unter dem SchilddaHe der Apathie gegen die Vorgänge am Lande desto eifriger in den Städten minirlen, deren Eroberung ihnen ohnehin nicht schwierig schien, um auf diese Art die Aufmerksamkeit ihres stets wachsamen Feindes auf diese Punkte zu konzentriren. Zu gleicher Zeit cigitirte man am Lande durch vermeintlich ein­flußreiche Personen und bureaukratische Schreckensmänner, erlaubte und unerlaubte Mittel , ließ Pamflete in slovenischer Sprache unier das Volk fliegen und that alles denkbare, nm einerseits die sloveni­scken Führer und Kandidaten zu diskceditireu, andererseits ihre Kan­didaten anzupreisen und als Volksfreuude hinzustellen. Daß man dabei die wahre Farbe sorgfältig verbarg und unter fremder Flagge segelte, ist ebenso begreiflich wie natürlich. Ma n entblödete sich nicht, Versprechungen zu machen, die man zu halten weder den Willen noch die Macht hatte, matt suchte die Sinne des simplen Landmannes zu verwirren, da man ihm die Absichten und Pläne der nationalen Führer als Schwindel, ja sogar als Landesverrath darstellte. Wir erinnern hier nur an die falsche Vorspiegelung in Rndolfswerth, nur Dr. Klun werde es dahin bringen können, daß die projektirte Untcrkraiuer Eisenbahn die Stadt berühre, wahrend die Slovenen dieß weder tonnen, noch wollen. Dazu log man in der allezeit dienstfertigen „liberalen" Presse fleißig darauf los, man wußte haarsträubende Dinge über klerikale Agitation zu erzählen, doch stets wohlweise ohne Angade des Ortes und der Personen, damit von keiner Seite ein Dementi einlaufen konnte. I n dieser Weise hoffte man, die Natio­nalen zu überrumpeln, indem man ihnen im Momente der Entschei­dung eine undurchbrechbare Falanr „gesinnungstüchtiger" Wähler entgegenzustellen gedachte. Die Organisation war eine musterhafte, überall tauchten plötzlich nemskutarische Kandidaten auf, au deren Eristenz man kaum geglaubt hatte, man hoffte durch schnelles Hau­deln zu überraschen. Daß trotzdem, trotz der vielen Opfer an Zeit, Geld und Mühe überall schmähliche Niederlagen die mühsame Ar beit krönten, das ist uns der beste Beweis von der Einsicht und politischen Reife unseres Volkes, welches das Wahre sehr wohl vom Falschen zu unterscheiden weiß. Nun aber macht sich der bisher vorsichtshalber mühsam verhal­tene Groll in Schmähartikeln gegen den Klerus, die Volksführer und das „dummgläubige" Volk in der Presse Luft, ja er brach sich auch handgreiflich Bahn. Es folgten Erzesse, die stark an die un­garischen Wahlschlägereien erinnern, von denen sich der Blick des freien und überzeugungstreuen Wählers mit Abscheu abwenden muß Diese Erzesse und thätlichc» Insullirungeu sloveuischer Wähler und Kandidaten wurden nicht bloß vom fanatisirten, mit deutscher Kultur gehetzten Pöbel, sondern sogar durch deutsche Kulturträger zur Ver­herrlichung des NeuiLkutarismus und Falschliberalismus in Szene gesetzt; daß sie nicht größere Dimensionen annahmen, daran war wohl nur die Feigheit der Ruhestörer schuld, welche nur dort Kra walle machten, wo sie ihrerseits keine Gefahr, keinen erfolgreichen Widerstand zu fürchten hatten. Und trotz alledem brüsten sich diese Prügelhelden mit der Intelligenz und wollen das Volk bilden! Die Erzesse haben für uns mir die weise Lehre, daß wir uns vor der Beleckung dieser eigenthümlichcn Kultur sorgsam hüten sollen, sie zeigen uns im kleinen, was die slovenische Nation von den „li ­beralen" Messiassen zn erwarten hätte, wenn sie iu ihre Hände fiele; sie geben aber auch der Regierung die beste Gelegenheit, sich von dem Vorwurfe gründlich zu reinigen, den sie sich durch ihre Haltung zugezogen, daß sie nämlich zweierlei Maß hätte. Noch eine weise Lehre können wir aus dem Vorgehen unserer Feinde ziehen, nämlich die, uns vor Zersplitterung zu hüteu und der Erhaltung der nationalen Einigkeit alle, selbst die größten Opfer zu bringen. Die Erfahrungen haben gezeigt, wie schnell die Feinde mit der Scheere da sind, um jeden sich zeigenden Riß zu erweitern, und wie sie dann vor Wuth schnauben, wenn ihnen dieß mißlungeu und sie sich gestehen müssen, daß sie uns gründlich auf­gesessen. Darum nur Einigkeit, des Volkes und Landes Wohl geht vor persönlichem Interesse; darin eben, daß wir diesem Grundsatz bisher stets konsecment treu geblieben, unterscheiden wir uns ja von der falschliberalen Klique, welche die Förderung der persönlichen und Kliqueinteressen auf ihre Fahne geschrieben hat und nun vor aller Welt kompromiltirt dasteht. Solange wir jenes Charakteristikum für uns haben, werden die Wellen des Falschliberalismus und ncinzkli­tarifcher Vergewalligungssucht an den Felsen unserer gerechten Oppo sition machtlos zerschellen, ihr Gischt, den sie in ihrer verkommenen Presse wüthend uns ins Gesicht spritzen, ist völlig unschädlich und schwächt nur die eigene Kraft bis zur Ohnmacht ab. Aus der Nede des Herrn Prof. Dr. Machen. Was bei der gegenwärtigen Sachlage unfer Standpunkt ist, das scheint mir klar zu sein. Wir befinden uns auf demselben Stand punkte, auf dem wir standen im Jahre 1867, als der außerordent liche Rcichsrath einberufen war. Die Februaiverfassung war ge­scheitert an dem Widerstände der Ungarn. Aus der Februaiverfas­sung tonnte daher im Wege der Rechtskontinuität, der so oft ange­rufenen Rechtskontinuität, eine neue Verfassung nicht mehr hervor­gehen. Es blieb nichts anderes übrig, als daß nun die Länder und Völker in Gemeinschaft mit der Krone über eine solche Verfassung sich vereinbarten. (Bravo!) Allerdings, meine Herren, werden wir uns den Vorschriften der sogenannten Staatsgrundgesetze, wie jedem Gesetze, welches unter tllis. Sanktion erlassen wird, als gehorsame Staatsbürger unter­werfen, soweit sie wirklich Vorschriften, Gebote oder Verbote ent­halten. Der Vorbehalt, soweit ein Gesetz nicht dem göttlichen Gesetze widersprechen sollte, versteht sich immer von selbst. (Bravo!) Der braucht nicht ausdrücklich gemacht zu werden. So lange es eine christliche Religion gegeben hat, versteht sich dieser Vorbehalt von selbst. (Bravo!) Soweit aber das nicht der Fall ist, werden wir uns jedem Gebote und Verbote dieser Gesetze unterwerfen, aber von den Rechten, die sie gewähren, werden wir nur insoweit Gebrauch machen und Gebrauch machen dürfen, als dadurch nicht erstens fremde Rechte verletzt werden, und als dadurch nicht zweitens dem Prinzip zuwider gehandelt wird, auf dem nach unserer innigen Ueberzeugung allein ein Oesterreich für die Dauer aufgebaut werden kann, dem Föderativprinzip, demjenigen politischen Prinzip, welches die historischen Länderrechte zum Ausgangspunkte nimmt, ohne deren absolute Unabänderlichkeit zu postuliren, dem Föderativprinzip, welches die Gleichberechtigung der Nationalitäten anerkennt, keiner Nationalität über die andere die Herrschaft vindizirt, und an das große Ganze nur das, aber das auch voll und unbeschränkt abtritt, was für das Ganze und damit auch für die Theile nothwendig ist. (Bravo!) Meine Herren! Wir haben eine schwierige, aber auch eine dank­bare Aufgabe. Wir haben gegenüber einer Partei, die sich vorzugs­weise in Oesterreich den Namen der deutschen Partei, der deutsch­nationalen Partei anmaßt, den Beweis zu führen, daß die Zentra­lisation nicht im deutschen Wesen begründet ist (Rufe: Sehr wahr! Richtig!), daß im deutschen Wesen vielmehr begründet ist die Viel­gestaltigteit, die Anerkennung der individuellen Berechtigung der Län­der, der Völker, der Gemeinden u. s. w,; und, meine Herren, wir stehen nicht allein, draußen in Deutschland gibt es viele ehrenwerthe Feuilleton. Laibacher Silhouetten. „Wer sind Sie?" — „K. t. Obersinanzrath." - „Ich meine, wie heißen Sie?" — „Ah so! Herr v. Posanner." — „Ihr Geburtsort?" — „Radmannsdorf." — „Charakter?" — „Ober­sinanzrath." — „Bisheriger Aufenthaltsort?" — „Ungarn und St. Polten." — „Jetzige Beschäftigung?" — „K. l. Obersinanz­rath." — „Gesinnung?" — „K. t. Obersinanzrath." — „Vorle­ben?" — „K. k. Finanzkonzipist, l. k. Finanzrath." — „Sitten­zeugniß?" — „Energisch verfassungstreu, daher gerichtlich noch un­beanstandet, denn außer einigen kleinen Nasen habe ich nichts erhal­ten." — „Sie sind angeklagt der Repressalien an Ihren Untergebenen gelegentlich der Wahlen sowie dringend verdächtig, die Agitationen nur zu selbstmörderischen Absichten benützt und auf diese Weise die Sicherheit des eigenen Lebens gefährdet zu haben. Verantworten Sie sich!" Der Angeklagte vertheidigt sich so unglücklich, seine Schuld ist so eklatant, daß das Urtheil „schuldig" lautet und zwar ohne Zulas­sung der geringsten Milderungsgründe. Der Richter ist nämlich die öffentliche Meinung. Wir setzen voraus, daß Sie Herrn v. Posanner, k. k. Obersinanzrath, kennen, obschon das Gegentheil nicht unmöglich wäre. Zwar ist Herr v. Posanner eine politische Größe nicht, er braucht es auch nicht zu sein, denn bekanntlich sind die Beamten des österreichischen Kaiserstaates selten politische Größen, was jedoch, wie gewisse scharfsinnige Verleumder boshafterweise behaupten, kein Fehler, sondern eher ein Vorzug sein soll; wohl aber ist Herr v. Posanner verfassungstreu und gesinnungstüchtig bis zum Zerplatzen, was er übrigens mit Gott und seinem Gewissen vereinbaren mag. Diese Gesinnungstüchtigkeit ist nicht etwa eine gefällige äußere Po­litur, ein Parfüm der k. k. Würde, nein, sie durchdringt sein Fleisch Männer, die mit Interesse unsere Bestrebungen verfolgen, sowenig diese auch bisher haben an die Oberfläche treten können. Freilich wird die Partei, welche unter dem Namen der nationalliberalen Partei bekannt ist, nicht mit uns sympathisiren. Aber, meine Herren, das wäre auch für uns kein Lob (Beifall); denn diese Partei be­trachtet es nur als eine Frage der Zeit, daß die deutsch-österreichischen Länder dem preußisch-deutschen Einheitsstaate verfallen; sie betrachtet das Stadium, in dem wir uns gegenwärtig befinden, nur als ein Vorbereitungsstadium für eine Zeit, wo die sichere Beute ihnen nicht wird entgehen können. (Beifall.) Meine Herren, wenn nicht alle Zeichen trügen, so sieht man schon hie und da Wettervögel aufsteigen, welche Ken für uns kom­menden Sturm profezeien. Es ist nicht unmöglich, daß nochmals der Absolutismus und der Bureaulratismus ihr Medusenhaupt erheben, und damit haben wir nichts gewonnen, sowohl von unserm kirchlichen als von unserm politischen Standpunkte aus. Wi r wolle n die Freiheit, uns ist nur mit der Freiheit gedient. Wir haben jetzt in dem konstitutionellen Gewände nicht die Freiheit, wir würden sie noch weniger haben unter dem Absolutismus. Also darum, meine Herren, glaube ich, thut es vor allen Dingen No!h, daß die katholisch-konservativen Abgeordneten, wie überhaupt die ka­tholisch-konservative Partei, nach einem einheitlichen Plane, sowohl was die kirchlich-politischen, als auch, was diestaatsrechtlichen Ver­hältnisse betrifft, vorgehen. Ich für meine Person kann Sie freilich versichern, ich bin nie gewohnt gewesen, nach der Zahl der Freunde oder Feinde zu fragen, ich werde den Weg gehen, den ich für den richtigen erkannt habe, mögen Viele mit mir vereint fein oder We­nige. Aber es handelt sich hier um die Sache, es handelt sich hier darum, daß wir wirklich ein Resultat erreichen! Und das ist nur möglich durch Einigkeit! (Lange anhaltender stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Zur Situation. Ob Krieg, ob Frieden, ist heute noch ebenso zweifelhaft, als vor einer Woche. Die Telegramme, die einander förmlich jagen, bringen bald alarmirende, bald beruhigende Nachrichten, fo daß höchstens der Kurszettel davon berührt wird, welcher in der Thai solche und so schnelle Variationen aufweist, wie dieß feiten vorge­ und Blut ganz und gar, so etwa, wie den „Kronabethvogel" — wir meinen jedoch nicht den in Stein — der Geruch der Wach­holderbeeren, ja noch mehr, sie wohnt ihm nicht mehr inne, sondern sie beherrscht, leitet, tommandirt ihn und wenn er in diesem Ver­fassungsparoxismus etwas begeht, was er als k. k. Obersinanzrath allein vielleicht nicht begehen würde, so ist dieß auf Rechnung der Gesinnungstüchtigkeit zu setzen, von der er mitunter arg gequält wird. Also eine politische Autorität ist, wie gesagt, Herr v. Posanner nicht, aber er weiß diesen Mangel durch die l. l. Würde glänzend zu decken. Was der gewandteste Redner, der scharfsinnigste Politiker mit dem Aufgebot aller seiner retorischen Kunstgriffe, seiner Logik und Ueberzeugungsgabe in vielen Fallen vergebens zu erreichen sucht, um Leute für seine Ansichten, mögen sie auch die edelsten, richtigsten sein, zu gewinnen, das gelingt dem Herrn v. Posanner durch einen einfachen Befeh l und durch Präsentation seiner oberfinanzräthlichen Person; nach Gründen darf der Subalternismus ebensowenig fragen, als gegenseitige Anschauungen äußern, und Herrn v. Posanners Mission ist eine ebenso leichte, als seiner Gesinnungstüchtigkeit be­hagende. Auch kommt ihm hieb« die Gesinnungstüchtigkeit — andere nennen das Gesinnungslosigkeit — seiner Subalternen in den meisten Fällen fördernd entgegen. „Also morgen ist Wahltag" — so prüft er bei einem Besuche der Vureaur die Nieren seiner Unterthanen, natürlich nur nebenbei—„Sie wählen wohl auch, na­türlich unsere Kandidaten?" „Suppan und Kaltenegger," haucht der Subalterne und der Chef macht diesen Vorsatz, um ihn vom etwaigen Sturze zu bewahren, durch einen Blick, dessen Bedeutung der Subalterne Wohl zu tariren weiß, noch fester. Die edlen Seelen haben sich verstanden und befriedigt lächelnd setzt der Regierungs­apostel seine Firmung fort. Herr v. Posanner hat vor den Wahlen unermüdet gearbeitet und wenn er das alles ohne Diäten that, so ist seine Opferwillig­teit geradezu rührend. Bei der größten Hitze fährt er, da er Im kommen. Frankreich, scheint es, rüstet indeß mit allem Eifer, obschon es, französischen Blättern zufolge, vor Preußen in dieser Richtung einen mehrwöchentlichen Voisprung hat. Preußen dagegen ist sehr ruhig. Offenbar ist eine offensive Aktion früher kaum zu erwarten, bis Spanien durch seine Wahl der schwankenden Wage eine be­ stimmte Richtung gibt. Die Handschreiben bezüglich der Einberufung der Land­tage dürften wahrscheinlich gegen Ende dieses Monats publizirt werden. Vorher sollen noch sämmtliche Statthalter und Länderchefs vom Minister des Innern einberufen werden, um mit ihnen sich über jene Persönlichkeiten zu vereinbaren, welche der Krone als Landesmarschälle und Landeshauptleute empfohlen werden sollen. — Einem Grazer Blatte zufolge wird es in Regierungskreisen als nothwendig angesehen, daß die Landtage bei ihrem Zusammentritte im August noch vor Erledigung der administrativen Geschäfte in Form von Adressen ihr Urtheil über die Situation abgeben. Dieß würde dann für das Ministerium von nicht geringer Bedeutung betreffs seiner Beschlüsse sein. Von dem Votum der Landtage würbe es abhängen, ob noch vor Eröffnung der Reichsrathssession ein ent­scheidender Schritt des Kabinets vor sich gehen werde, oder ob es erst dem Reichsrathe vorbehalten bleiben soll, den gordischen Knoten unserer Verfassungsverhältnisse zu lösen. Von dem Votum der Land­tage wird es abhängig gemacht werden, ob die Kompletirung des Ministeriums noch während der Landtagsverhandlungen vorgenommen werden solle oder nicht. Am 9. d. M. wurden die Wahlen in den Landgemeinden Ti­rol s vorgenommen. Wie vorauszusehen war, sind die Stimmen nur auf entschiedene Katholiken und Gegner der Dezembeiverfassung gefallen. Die „Liberalen" haben auf diesem Wahlgebiete den Kampf zum vorhinein aufgegeben. Auch in Vorarlber g hat die katho­lische Partei gesiegt. Der dalmatinische Landtag, der aus 43 Abgeordneten besteht, zählt nach dem Ergebniß der letzten Wahlen 25 Nationale und 16 Abgeordnete der italienischen, richtiger Lapenna'schen Partei. — Zum Vorsitzenden des dalmatinischen Landtages soll dem Ver­nehmen nach der frühere Oberlandesgerichts-Präsident in Zara, Fontana , in bestimmte Aussicht genoMmen sein. Derselbe gilt als einer der entschiedensten Gegner Lapenna's. Herr Fontana wurde bekanntlich vor anderthalb Jahren in den Ruhestand versetzt, wegen Amtsgeschäften nach Wipp ach berufen ist, auf derstaubigen Land­straße über Stein, Krainburg und Idria, weil dieß vermuthlich der nächste Weg nach Wippach ist, lehrt unterwegs in den ihm unter­stehenden k. t. Aemtern ein, um die Gläubigen im liberalen Glauben zu stärken, und agitirt auch bei anderen Personen, die nicht k. k. sind, wohlverstanden, nicht für sich, was allenfalls die Opferwilligkeit erklärlich erscheinen ließe, sondern nur für seine Glaubensgenossen, den t. t. Landespräsidenten, einen Steirer, Dr. Gauster, einen Mann mit fremder Ferse, und Supvan und Kaltenegger, auch ein Paar mit fremden Fersen. Und Herr v. Posanner ist ein Krainer , seine Wiege stand in Radmannsdorf. Er muß fein Vaterland un­endlich lieben, weil er nach sorgfältiger Prüfung in demselben keinen Eingebornen findet, dem er das Wohl desselben ohne Gewissens­fkrupel anvertrauen möchte. Wir tonnen Ihnen, Herr v. Posanner, die Aussicht eröffnen, daß nach Ihrem Tode sich sämmtliche Städte Krains um die Ehre Ihrer Geburtsstädte balgen werden. Haben Sie nicht etwa Lust, dieser Ehre bald theilhaftig zu werden? Wollen Sie jedoch den Wettstreit vermieden wissen und der dankbaren Nach­welt die Möglichkeit erleichtern, an Ihrer Geburtsstätte Ihnen Denk­mäler zu bauen, so lassen Sie zur Erbauung des Publikums und damit die Welt Ihre Agitationen für Fremde noch erklärlicher findet, baldmöglichst durch alle Bezirke publiziren, daß Ihre Geburtsstadt Radmannsdor f und Sie selbst nicht etwa ein Türke oder Preuße, sondern ein echter Kraine r find; wir versichern, die Publikation wird nicht schaden, sie wird im Gegentheile manche irrigen Begriffe wegen ihrer Nationalität richtig stellen. Da Sie in Wahlagitationen so gediegenes leisten, obwohl Sie eigentlich k. k. Oberfinanzrath sind, der nach den freilich falschen Kombinationen k. k.-loser Menschen mit Wahlagitationen nichts zu thun haben sollte, so drängt sich uns die folgende Frage auf: Würden Sie die Geschäfte eines k. k. Oberfinanzrathes nicht vielleicht gratis besorgen, wenn Sie die Ehrenstelle eines Oberagitators für Kram bekleiden würden? U. A. W. G. Erlaß eines Zirkulars, in welchem er Richter des ihm unterstehenden Sprengels verwies, an Lapenna anläßlich dessen Namenstages Glück­wunsch-Telegramme zu senden. Bei den Landgemeindewahlen in Istrien wurden gewählt: I n Pisino: Parisini und Luciani (letzterer neu); in Pa» renzo: Polesini und Amoroso (beide wiedergewählt); inPola: Rizzi Vembo und v. Valle (beide neu); in Volosca: Rubels« und Buratti (beide neu); in Capodistria: Clarici und Dechant Grabissa (beide neu); auf den guarnerischen Inseln: Kanonikus Ferretick und Bo­goviö (letzterer neu). Bei den Landgemeindewahlen in Görz und Gra­diska wurden gewählt: In Gradisla: Dottori und Condussi (beide wiedergewählt); in Görz: Lavriö und Bürgermeister Faganela (beide neu); in Sessana: <3rne und Abram (beide wiedergewählt); in Tolmein: Winkler und Goriup (letzterer neu). Lokales. Laibach, 15. Juli, — (Neugeweihte.) Nachfolgende Herren sind vergangenen Samstag zu Priestern geweiht worden: Fr. Andrejak, (Primiz am 17. Juli in St. Veit bei Laibach); Johann Denis ar (Primiz am 11. Juli in der Ursulinerkirche zu Laibach); Johann Belec (Primiz am 17. Juli in Zeyer); Jak. Dolenec (Primiz am 17. Juli in Weixelburg); Karl Ianöigar (Primiz am 24. Juli in Seisenberg); Fr. Iarec (Primiz am 26. Juli in der Ursuliner­lirche zu Laibach); Val. Klobus (Primiz am 10. Juli in der Ursu­linerkirche zu Laibach); Anton Master! (Primiz am 17. Juli in Ehrengruben bei Lack); Ioh. Porcnta (Primiz am 24. Juli in Altlack); Franz Rus (Primiz am 24. Juli in Savenstein); Jo­hann Skvaröa (Primiz am 24. Juli in St. Iobst ober Aillich­gratz); Anton Stenovec (Primiz am 17. Juli in Krainburg); Gregor 8libar (Primiz am 18. Juli in der Ursulinerkirche zu Laibach); Thomas Varl (Primiz am 24. Juli in Krop); Ignaz Vranöiö (Primiz am 10. Juli in Billichgratz); Simon 2upan (Primiz am 10. Juli in der Domkirche zu Laibach); AntonTgur (Primiz am 24. Juli in St. Veit bei Wippach). Aus dem dritten Jahrgänge die Herren: Anton Dolinar (Primiz am 31. Juli in Dobrova); Leop. Lotriö (Primiz am 31. Juli in Eisnern); Fr. Petrovöiö (Primiz am 24. Juli in Schwarzenberg bei Idria); Mat. Pa-lar (Primiz am 17. Juli in der Inseltirche des Veldeser Sees); Ioh. Tavöar (Primiz am 24. Juli in Pre­daslje); ?. Placidus Fabiani (Primiz am 10. Juli in der Fran» ziskanerkirche zu Laibach); l?> Adalbert Potota r (Primiz am 24. Juli in Nassenfuß). — (Liberales.) Bekanntlich enthielt das „Tagblatt" wie ge­wohnlich auch in einer der letzten Nummern eine lügenhafte Nachricht aus Billichgratz, welche den durch dieselbe betroffenen Schullehrer von dort zu einer Entgegnung veranlaßte, deren Auf­nahme indeß das „Laib. Tagblatt" verweigert und zwar angeblich darum, weil es das darin vorkommende Wort Lüge perhorreszirt. Wir begreifen dieses Sträuben des Blattes nicht, es macht auf uns den Eindruck eines Diebes, der vor dem Worte „Diebstahl" erzittert, dagegen aber nach Möglichkeit stiehlt. Wenn es vor dem Wort e schon so viel Abscheu zeigt, so sollte man glauben, es werde das Wesen lassen, allein dem ist nicht so, denn sonst würde es wohl auch das Wort nicht zu hören bekommen. Die Definition des Wortes „Lüge" gibt es indeß ganz richtig; lügen heißt nämlich vorsätzlich die Unwahrheit sagen und zwar in der Absicht, jemandem zu schaden oder ihn zu verleumden. Und dieß hat doch das „Tag­blatt" gethan von Jugend auf und wird es wohl auch jetzt nicht lassen, denn die Lehre, daß es wegen einer böswilligen Lüge demnächst vor die Geschworenen kommt, wird es sich kaum zu Ge» müthe führen. Indeß ist es ganz niederträchtig, daß es dem durch feine Lügen beleidigten Lehrer seine Spalten nicht einmal zu einer Berichtigung öffnen will. Oder ist das etwa nicht niederträchtig, sondern liberal? — (Hen Lcsjllk,) außer Herrn Sllvaschnigg der einzige, der bei den Wahlen nicht „klerikal" wählte, begab sich dieser Tage, ausgerüstet mit einer Negierungssubvention von 200 fl. nach Wien, um iQ pÄsäÄzozici» von Herrn Dittes , Direktor der Vorbereitungs­schule für Volksschullehrer in Wien, zu Prositiren, Allein was wird Herr Lesjak, der freilich noch sehr viel lernen kann, von Herrn Dittes prositiren, da Dittes der Mann ist, den die Wiener Kasinos u. s. w. so entschieden perhorresziren? Wi r glaubten bisher, Gleiches geselle sich zum Gleichen, und erwarteten demnach, Herr Lesjak werde sich zum Dr. Klun begeben. — Indeß hat Herr Lesjak im .Laib. Tagblatt" einen ebenso energischen, als in Ausdrücken groben Heilheidiger gefunden. Die gestrige Nummer dieses Blattes nämlich nimmt Anstoß an einer amtlichen Note der „Laib. Zeitung", welche der „Novice" gegenüber erklärt hat, Herr Lesjak wäre von der Negierung nicht gerade an Dittes angewiesen worden, sondern er wäre nur ausgezogen, um die Einrichtung der Wiener und Grazer Präparandien kennen zu lernen und den Schlußprüfungen beizuwoh­nen; das Vlattchen mag es offenbar verdrießen, daß die Negierung sich an „Natiönchen" und „Provinzjournälchen" lehrt und auf ihre Fragen Auskunft gibt, als ob nämlich dergleichen „Kleinigkeiten" etwas zu reden hätten. Es würde ohne Zweifel lieber sehen, wenn Herr Lesjak direkt an Dittes und an keinen andern gewiesen worden wäre, da bekanntlich dieser Herr sich einer absonderlichen Gunst der .Liberalen" erfreut. Uebrigens mag Herr Lesjak das „Tagblatt" ob 'einer Vertreterschaft selbst zur Verantwortung ziehen; wir wissen längst, was wir von Leuten zu halten haben, die sich unter dem Protektorate des anrüchigen Kliquejournälchens befinden. — (Eine Telegrafenstation) soll in Idria errichtet werden und hat bereits die Genehmigung des Handelsministeriums erlangt. Dadurch wird einem längst gefühlten Bedürfnisse abgeholfen. — (Slowenische Globen.) Der Buchhändler Herr Johann Giontin i in Laibach, bekanntlich schon Verleger sehr vieler slo­venischer Werke, Volks- und Schulbücher, wird demnächst auch slo­venische Globen herausgeben. Wi r machen besonders jene Herren Lehrer darauf aufmerksam, welche für die Schule Globen benöthigen, damit sie nicht etwa deutsche bestellen, weil die slovenischen sicher praktischer fein werden; in beiläufig 6 Wochen dürften dieselben zu bekommen sein. Herrn Giontini, dem strebsamen und rührigen slo­venischen Verleger wünschen wir , daß er mit diesem gewiß ebenso notwendigen als nützlichen Unternehmen auch seine Rechnung finden würde, was wir ihm in sichere Aussicht stellen zu können glauben, da auch bei dem übrigen Publikum slouenische Globen Freunde und Abnehmer in Menge finden werden. — (Arbeiter-Verein.) I m Arbeiter ssortbildungsvereine be­ginnen mit nächstem Sonntage die statutenmäßigen Vorträge. Den ersten Vortrag „ 0 clelu i n äelavZkero, ^idau^i " (Ueber Arbeit und die Arbeiterbewegung) wird Herr Iosip Noll i Sonntag den l?. d. M. Vormittag um 11 Uhr im Vereinslokale, Tirnauvoistadt Nr. 16, 1. Stock halten und ist den Vereinsmitgliedern auch ge­staltet, NichtMitglieder zu diesem Vortrage einzuführen. — (Ter SokolaNsflNg) nach Kaltenbrunn wird nicht, wie anfangs bestimmt wurde, am 17,, sondern am 24. d. M . Nach­mittag um halb 2 Uhr stattfinden. Näheres darüber bringen wir nächstens Gingesendet. Der letzte Korrespondenzartilel aus Rudolfswerth in Ihrem geehrten Blatte — Hunäckst die Person unseres Herrn Bürgermei­sters Herrn Alber t von Lehma n berührend — veranlaßt uns, ihm gegenüber zu folgender Erklärung: Es ist Thatsache, daß Herr Albert von Lehmann angeblic h ob Mangel an Unterstützung von Seite der Majorität des hiesigen Gemeindeausschusses in einer das Interesse der Stadt berührenden Angelegenheit seine Bürgermeisterstelle niedergelegt. — I n wie weit nun Herr Albert von Lehmann hinreichenden Grund zu diesem be­dauerlichen Schritte gehabt, oder nicht, gehört nicht Hieher, und wird seinerzeit richtig gestellt und ausgetragen werden. Nur möge Herr Albert von Lehmann von Seite der gefer­tigten Majorität des hiesigen Gemeindeausschusses vorläufig die freundliche Versicherung entgegennehmen, daß ihn dieselbe in Wallung seines Bürgermeisteramtes als einen Mann von Rechtsgefühl und eminentem administrativen Talente kennen gelernt, ihn als solchen verehrt und hochschätzt und daß für den erwünschten Fall, als Herr von Lehmann bei der nächster Tage zu erfolgenden Wahl wieder als Bürgermeister gewählt wird, ihn dieselbe in seinen genialen und hochherzigen Intentionen in so ferne wärms t unterstützen wird, als solche nicht mit nationalen Interessen kollidiren; — wie es eben Männern von Gesinnung nnd Ehre ziemt, die nicht bloß Mandat e sondern auch diesen torrespondirende Pflichten übernommen haben. Nudolfswerth, am 13. Juli 1870. Dow. Hi22<)Ii, — Ii»ll Ii,03M»Nl1, Triton Kalöiö, ^Li'äiuanä 8siäl, — Hirtin Nolrai-, I>UN2 l3»3tslio Valentin Odla», lf I>ÄU36i' Gemeinde-Ausschüsse. Telegrafische Wechselkurse vom 13. Juli i8?o. 5perz. Melaltiqnes 55.32. — 5perq. Metalliqurs mit Mai- und Nouembel-Zinsen 55.25. — 5perz. NatillNl'l-Änlelien 64.25. — l8L0ei Staats-Anlchen 8N.—. — Bankaktien «85, — Krelitaftie» 238.—. — London 122.75. — Silber 120.-. — K. k. Dukaten 5.83. — Napo­leonsd'or 9 88. Marktpreise in Laibach, am 13. Juli 1870, st. kr. fl. kl. Weizen pr. Metzen 5 5« Erbsen pr. Metzen . 5 Korn „ 3 40 Fisolen 5 — GersteHafer „ 32 — «N Rindfleisch Knlofleisck vr. Pst' — — 24 22 Halbfrucht „ Schweinefleisch „ — 24 Heiden „ 3 ^ 40 Schöpsenfleisch „ — 1 HVUlLOZlMMS M«^ H erkläre hiemit öffentlich, ^daß ich als Witwe des weil. Tr. A, Nix fei! acht Jahren die alleini­ge und einzige Erzeu­gerin der echten und unverfälschten Oligi nal-PastaPompadour !bin, da nur ich allein das Geheimuiß der Zu ! bereitung kenne. Indem !ick> nun hiermit anzeige, daß besagte Pasta Pom padour von nun an nur in meiner Wohnung, Wien , Leopoldstadt, große Mohrengasse 14, l l . Stiege, Thür 62, echt zu haben ist, warne ich vor dem Ankaufe derselben bei jedem an­deren, dll ich gegenwär- Echte Pompadour. I m Nichtwirkungs­falle wird das Geld ohne Anstand retour gegeben. Versandt gegen > tig weder ein Depotnoch Nachnahme. eineFiliale halte und alle früheren Depots wegen vorgekommener Mi ­schung aufgelöst habe. Meine echte Pasta Pom­padour, auch Wunder-Pasta genannt, wird ihre Wirkung niemals ver­fehlen; der Erfolg dieser nnübertrefflichen Ge­sichts-Pasta ist über alle Erwartung; das einzige garantirte Mittel zur schnellen und unfehlba­ren Vertreibung aller Gesichtsausschläge, Mitesser, Sommer­sprossen, Leberflecke und Wimmerln. Die Ga­rantie ist derart sicher, daßbeiNichtwirkungdas Geld ictoUl gegeben wird. Ein Tiegel dieser vorzüglichen Pasta sammt Anweisung kostet 1 fl. 50 kr. °st. W. 46- 3. vanliselii'oiden >veill«n niclit v«i-üMntIjeKt. Eigenlhümer, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: ^ak. ^lLeovc. — Druck von .Io8Ll L1«LmK in Laibach.