Mier (Franko pauschaliert.) Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. EchciiiltitHng an» Sctoottuag: iwie now» ulica Ht. i. iilephvn »l — W r itt» b i ij « evlvre^-de Erhöhn««. — Einzeln« Nn«»ern K 1.20. Nummer 92 || DonucrSlag den 17. November 1921 3. [46.] Jahrgang Washington. Präsident Harding hat in der Bu»de»haupt-sladt der Bereinigten Staaten eine Konferenz eröffnet, die unter dem Namen WeltabrüstungSkonserenz vielleicht einen neuen Weltkrieg einzuleiten bestimmt ist. Wenn behauptet wird, daß Amerika durch diese Konferenz kundtun will, daß sich der Schwerpunkt der Weltpolilif in das weiß« Hau« von Walhington verrückt hat. so ist da« nur zur Hälft» wahr. Denn um auszeigen zu wollen, wa« nach dem Kriege die unheimliche Beweiskraft des allmächtigen Dollar» und da« in amerikanischen Stahlkammern wohlver-wahrte europäische Gold jedem Europäer in» tiefst« Bewußtsein gebracht hat, hätte es nicht der großen Aufmachung bedurft. Nicht um die Abrüstung de« fiebergeschüttelten erledigten Suropa handelt eS sich, obwohl jede Sxerzierpatrvve amerikanische« Geld koster, da« man hinüber schulde», sondern e» geht den Amerikanern um die wirkliche Weltherrschaft. Um den fernen Osten. Um den stillen Ozean. Um China. Um den großen Kampf der gelben und weißen Rasse. Zu wissen, wann er kommt und wie er kommt. Nach der großen Probemobilifierung der amerikanischen Beteiligung am Weltkriege scheint der Tag angebrochen zu sein, die heimliche Feindschaft und da» erbitterte Ringen im Osten in da« Licht — obschon gedämpfte Licht — herauszustellen. Im Schimmer einer welibeglückenden Idee Kräfte zu binden, gebundene zu lösen, zu isolieren und wenn e» nicht ander« sein kann, in Gölte» Namen und im Nomen der Weltgerechtigkeit loszuschlagen. Wenn den Amerikanern vor nicht allzuviel«» Jahren da» damal» stolz« aristokratisch« Europa all«» Mögliche nachsagte, nur nicht Edelmnt, die Beachtung ihrer staunenswerten Großzügigkeit hat e« ihnen nicht versagt. Warum soll da» Amcrika von heute, da« e« verstanden hat, durch sein gleich« Hin Abend am Weltnavel. tßen Ctaolb Heller, Pari«. Der Oper »platz ist Pari« ,ur Potenz. Pari« ist der Nabel der Welt. Die Welt, gleich einem chintst. schen Pagodenbonzen, betrachtet stnmpsstnnig bexeistert ihren Nabel. Wer als« zu der weit verdrUielen Religion der Weltleute Nabelanbeter gehört, der muß nach Pari«, der muß auf die Place de l'Opera, und hier mutz er seinen 6r< me de Mcnthe im Ca 16 de la Piix nehmen, denn da ist e« am vabeligsten. (Der Betreffend« lagt .nobelsten", da« ist «der nur schlechte Aussprache; »nv da« ßafiS de la Pa-x ist auch nicht mit dem Regent Palace in London zu verwechseln, wo e» am nebeligsten ist!) Der Pariser meidet, so gut er kann, die Place de t' Opera, die er ander« auch Catrofour des Eerasls (»reu,weg der Ueberfahrenen) nennt, denn ihm ist sein Leben lieb. Und er trinkt seinen „Bock" auch nicht im Eaf6 de la Paix, weil er hier fttr ihn ein-einhalb Franken zahlen müßte, während er denselben Trank in seinem »Bistro' .am Zink" um 30 Een-time» haben kann. Denn der Pariser ist sparsam. Umso w»hler fühlen sich die Globetrotter allein unter sich. Sie ignoriere» einander mit internationalem Schweigen, und in Sicherheit, verschanzt hinter ihrem Sla» mit den zwei Strohhalmen, betrachten sie den Nabel au« der Nähe und fühlen sich. Fühlen sich b«. trachtet von der ganzen Welt. mütige« Zurückziehen von den strudelnden Händeln SurrpaS de« Zauber hoher Vornehmheit um alle feine Handlungen zu legen, nicht auch einen großen Krieg großzügig beginnen können? Indem e» die glänzendsten Vertr«t«r der Welt in seiner Haupr-stadt versammelt, Freund und Feind, rein«n Tisch macht und tönrnd von Weliabrüstung spricht. Um seinen Friedenswillen in da» Gedächtnis der Mensch» heit zu schreiben. Deutschland? Dessen Stuhl bleibt leer in Washington. Rußland? Kommt nur in Frage oder käme nur in Frage, soweit es im Osten vom stillen Ozean bespült wird. Und e» scheint gut zu sein, daß noch einige Zeit sein Stuhl vor feierlichen Komödien leer bleiben wird. Frankreich? Kommt wie alle Staaten mit seinen Bedingungen zur Konferenz. Aeußerlich macht es feine Abrüstung von der Sicherheit vor einem rachsüchtigen Deutschland abhängig. Die Abrüstung Deutschland« soll geprüft werden. Tatsächlich wird sein« Rolle in Washington mit den Zielen am Rhein bezahlt. E» hat vorgesorgt und läßt seinen Mar-schall F»ch schon seit Wochen durch die amen« kauischen Städte reisen. England? Ist vorsichtiger» weis« halb zu Hause gebliebtn, denn Lloyd George hat den guten Geschmack, dem Phrasevdrusch ferne zu bleiben, um seinen Inselfreund im Osten nicht ganz zu »erkühlen und mit feiner Pers«n noch immer möglich zu sein. Im übrigen darf e« wegen seiner Ernährungsverhältnisse, d. h. um seinen ungeheuren Kolonialbesitz halte« zu können, unter ein gewisse» Niveau der Seerustungen nicht herabgehen. E» muß also s» stark sein, jede Hand abhauen zu können, die nach einem seia«r U«b«rse«-länder greift. Und die vielen anderen, die Kleinen, die Hitzigen, die mit Volldampf für ihr« kleinen Kriege rüsten? Die dürfen dab«t fein, "gerührt sein und zerknirscht sein über die vielen schönen Worte, Da« Imposanteste ist der Kampf auf dem Fahr-dämm. Erinnerungen an die letzte Corrida in San Sebastian mögen »or ihrem geistigen Auge (»«« natürlich nur bildlich gemeint Ist) auftauchen 7 Sie finden alle« vergrößert nur, verstärkt. Nicht bloß ein Paar Hörner ist e«, da« den Toreador alia« Fußgänger be-droht, e» stnd taufende von unerbitlichen Rädern. Und er hat keinen Spieß wie der Picador, keinen Degen, wie der Espada. kein rote« Tuch wie der Banderillero. um die auf ihn Anstürmenden abzulenken; der Fuß» ginger ist hier bloß auf seine «ewandlheii, Seschicklichkeit angewiesen. Die großen sech«rädrigen Autobusse — wer unter sie kommt, braucht stch nicht mehr lange im Spital zu quälen — da« find die mächtigen anda-lustscheu Stiere. Um ste ein Heer von ordinären Taxi« — katalanische Zucht. Die eleganten Privat-aulo« blitzen diese verächtlich mit ihren Azelplenaugen an. Und zwischen alldem die kleinen Stdecar», flink und unberechenbar wie Kampfhähne. Rote, da« Stöckel-Pflaster unterbrechende Streifen versuchen vergeblich den Kampf zu regeln, Ordnung in diesen Trubel zu brin-gen, allein den herrlichen Chauffeuren, die ihre«gleichen in der ganzen W-lt nicht haben, ist e« zu verdanken, daß nicht mehr Unglück«fälle zustoßen al» nötig und den illustrierten Zeitungen nützlich sind. von allen Häusern ring«, au« alle» Seitenstraßen überflackern den Platz feuerrote, schwefelgelbe Lichtreklamen und tauchen ihn in ein Höllenlicht. Die Sirenen der Auto« tönen «ie Wutschreie verwundeter die sie zweisello» zu hören bekommen «erden. Auch begeistert sein über die idealen MenschheitSsorderungen, welche die offiziellen Kundgebungen erfüllen werden. Statisten in der dritten, vierten Reihe. Sie dürfen »ud werden vielleicht auch abrüsten, obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist. Nicht abrüsten und hardeln werden Amerika, Japan. England um China und den stillen Ozean. Amerika und Japan al» Gegner. England al« mög-licher Bundesgenosse. Da» Ziel dieses Handel» wird die Neugierde nicht erfahren, oder besser gesagt, die Wege nicht, die über andere zu« Ziele führe« werden. Japan ist von feiner Insel auf daS Festland herübergesprungen, weil e» die Expansionikrast seiner Bevölkerung zu springen zwang, und sitzt in Port Arthur, hat Korea, Sachalin und Wladiwostok. W«il e» ein Recht dazu zuhaben glaubt mit seinem „Asien den Asiaten", ein grißere« Recht als Ame-rika. China haßt aber Japan, wie jeder Hegemonie-staat gehaßt wird, e- brauchte nicht einmal die Verschiedenheit zwischen dem durchau« anständigen Ehinesen und dem schlau lächelnden Japaner oa zu sein, eine Verschiedenheit, die trotz Schlitzauges großer ist als die zwischen einem Deutschen und einem Franzosen. Japan braucht aber Ehina und verschleiert mühsam seine Absichten. Deshalb will Amerika di« »offene Tür" in Lhina, schützt Ehina. und fürchtet ein neue« Bündnis zwischen Japan und England, daß ihm neue kostspielige Rüstungen auferlegen müßte. Also di« Karten auf den Tisch gelegt. Vielleicht friedliche Abgrenzung der Jntereffen. phären oder die Explosion. Und wenn, je früher desto besser und unter dem guten, aber verletzten Willen. ES ließen sich au« dieser Konferenz, die eine Welikonserenz 'm edlen Sinne fein könnte, aber eine Komödie sein wird, tausend Kombinationen Stiere, da« „Inlran, Troist-me Edition* der (Same» lot« wie Litaneien ewig verdammter. Eine eigentüm-liche Mischung von Sorrida und Hölle; nur der Wiener wird dafür da» rechte Wort finden: „Baheul". Von der herrlichen Renaiffancefaffade der Oper blicken Büsten der größten Komponisten entsetzt herab auf den Platz. (Der Deutsche konstaliert mit Stolz, unter elf find füuf Deutsche, vier Italiener und nur zwei Franzosen.) Die Armen da oien scheinen fichtlich gemartert von dem ganz und gar unklassischen Keräusch, jeder einzelne würde gerne seinen Platz Arnold Schön-berg einräumen, der fich hier o wie wohl fühlen müßte. Tie Fußgänger auf dem Bärgersteig drängen fich dicht «n den Kaffeetischchkn vorbei und mit Blicken und Gesten dringen sie selbst über da« Strohbalmver« hau offensiv vor zur Freuoe de« Globetrotters, denn er isihU sich nun nicht nur im Mittelpunkt de« Jnter-esse« der übrigen Welt, sondern auch von den Augen der heiligen Kaste der Nabelbewohner betrachtet. Und er schaut und schaut . . . Die vorüberwandelnden Männer find weiter nicht tntereffant. Man kann stch höchsten« damit vergnügen, ihre Nationalität erraten zu »ollen. Pariser wird man hier keine finden. Sie find brave Spießer und liegen um diese Zeit schon längst im Bett. Da aber die An-zahl der in Pari» bummelnden Nationen keine klein« ist, fetzt e» schon gewaltige ethnographische Kenntnisse voran«, fie erraten zu wollen. Die Frauen sind ein feite 2 3 i J U t» «• 111 tt n ii Nummer 92 «acht». Da« eine kau» nicht bezweifelt werden, daß sich in ihr trotz de« Waste» der Phrase» da« fünf-tig« Weltschicksal abzeichnen wird. Das ist die Bedeutung der Weltkonferenz von Washington. Politische Rundschau. Znland. Di« Radikalen und Dr. KoroSee Die innerpolitische Lage spiegelt sich in den Verhandlungen innerhalb de» radikalen Klub» wider, der unmittelbar nach der Ablehnung der «ngebolenen Demission de» Kabinette» P J:c durch den König eine Sitzung abhielt. Der Ministerprü-stdent gab seine Erklärung über den Standtpuukt de» König» ab, au die sich eine lebhaste Debatte anschloß. Die Mehrheit de» radikalen Klub» war für einen Personenwechsel der radikalen Minister, Belizar Jankovii und Dr. Markooik traten dafür «in, daß auch die demokratischen Minister ihre Stühle nun doch einmal anderen überlassen sollten. Und zwar hätten die beiden Demokraten Kumanubi und Pribicevic abzutreten. Die bosnischen Radikale» waren gegen eine Koalition mit den Muselmanen und sür eine R«gierung»i«ilnahme der Klerikalen, worauf einige Abgeordnete auf eigene Faust mit Dr. Koroiec verhandelten. Dieser gab sein Sind er» pSndni» tund, unter einigen unwesentlichen Bedin« gütigen in die Regierung einzutreten. Freilich wäre diese Erwerbung eine fragliche, denn Dr. Koroiee kann für die auSspringenden 36 Abgeordneten der Muselmanen und der flovenischen selbständigen Bauern im besten Falle 27 Mann stellen. Peffimi»mu» eine» veograder Tagdlattes. Die veograder Rovosti malen mit Recht oder Unrecht die allgemeine Lage unsere» Staate) in 1>en düstersten Farben. Sie schreiben: Alle», wa» einer Revolution vorangeht, herrscht in unserer staatlichen Organisation: nichtsnutzige» Beamtentum, Polizei-regime, kaufmännischer Bankerott. Unzufriedenheit in Dorf und Stadt. Unsere Minister lassen sich durch die Berichte ihrer „Treuen" einschläfern und haben weder Augen, um zu sehen, noch Ohren, um zu hören, wie e» im Volke gärt. Kein Druck, keine außerordentlichen Maßnahmen werden diese» Staat retten, wenn die Parteiklub» auch weiterhin nur darnach trachten weiden, ihre persönlichen Interessen zu befriedigen. Unser Staat steht im Zeichen de» Rande»: Raub bei den Beamten, Rand bei den Kaufleuten, Raub bei den Banern, Raub überall. Alle Mäuler stehen offen, um einen guten Biffen zu erhäsche», und der Staat — geht zugrunde. Wird einmal «ine Regierung kommen, die diesem Uebel ein Ende bereitet? Der 3mmunit&tsau«föu|3 und Stojan lprotie Der Ljubljanaer Slovenec läßt sich au« Beo-grad melden, daß aus der Sitzung de» Immunität»- autschusse» vom 11. November über die Au»lleferung verschiedener oppositioneller Abgeordneten an da» Gericht verhandelt wurde. Segen die Stimmen de» Sozialdemokratin Dr. Körnn und de» Klerikalen Dr. «imrak wnrde im Au»schusie beschlossen, dem Serichttverfahren gegen Äojan Proli! freie» Lauf zu lassen. Die Spannung wegen Albanien. Da» von Lloyd George an da» Völkerbund»-fekretariat geschickte und von ihm unterfertigte Tele-gramm bezeuch Albaniens hat nachstehenden Wort-laut: Der ständig« Vormarsch der jugoslawischen Truppen in Albanten ist geeignet, den internationalen Frieden zu stören. Die englische Regierung hat den Wunsch, den Rat de» Völkerbünde» auf diese Tat-sache aufmerksam zu machen, wobei Sie ersucht werden, sofort Schritte zur (iinbtiuiuuq de» Völker-bund»rate» zu unternehmen, damit die Situation geprüft und Maßnahmen beschlossen werden, die gemäß dem Wortlaute de» Artikel« 16 für den Fall zu treffen wären, al» sich die jugoslawische Regierung weigern sollte, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen oder ihr« Erfüllung zu verzögern. Die nunmehr »on der Boischafterkonferenz festgesetzten Grenzen Albanien» werden den interessierten Parteien unverzüglich notifiziert werden. Lloyd George. Wie au» Gens berichtet wird, tritt der Rat de» Völker-bunde» am 13. November zur Besprechung de» jugoslawisch-albanischen Konflikte» in Pari» zusam-men. Der Ljubljanaer Jutro erfährt au» Beograd. daß der Ministerrat auf feiner Sitzung »om 12. No-vember beschlossen habe, eine Rote an di« Groß-mächt« zu richten, in der die von der Botschafter-konserenz festgesetzte Grenze gegen Albanien für da» jugoslawische Königreich al» unannehmbar be« zeichnet wird. Jugoslawische Antwort aus die Note der groben Entente. Die Antwort der jugoslawischen Regierung auf die Note der Entente bezüglich der albanischen Grenze rourw a» 14. November den Vertreter» der Großmächte eingehändigt. Es wird iu ihr betont, »aß di« (auf den Druck Italien») gezogene 1913. Linie von Jugoslawien nicht freiwillig angenommen werden könne. Für die Sitzung de» völkerbund«rate» ist ein Memorandum ausgearbeitet worden, da» den jugoslawischen Siauftpunkt in der albanischen Frage begründet. Artikel IS. Der Artikel 16 de« Bölkerbundpakte» lautet im Auszug«: Wenn «in BundeSmitglied unter Ber-letzung der Artikel 12, 13 und 15 (Schuft»-Gerichtsbarkeit de« Volkerbunde«) zu« Kriege schreitet, so wird e« ohneweitercd so angesehen, al» hätte e» eine kriegerische Handlung gegen alle anderen Ban-beSmitglieder begangen. Diese verpflichten sich, un-verzüglich mit ihm alle Handel»- und finanziellen Beziehungen abzubrechen, ihren Staat»angehörigen jeden Verkehr mit den Angehörigen de« vertrag»-brüchigen Staate« zu verbieten. Der (Völkerbund»)-Rat ist verpflichtet, den Mitgliedsstaaten vorzuschlagen, dankbare« Objekt. Ueber ihre Nationalität muß man fich Rbrigen« nicht den K«pf »erbrechen, d,S ist alle» echteste» Parl»-Montmartr«. Und auch ihr Beruf ist nicht schwer )u erraten. Doch diele Damen wollen gar nicht den Seist ihrer Beschauer beschäftigen, fie haben e« auf ganz andere SinneSorgane abgesehen. Sie find schln wie die (Pariser) Nacht. Und mit allen Mitteln der Kunst und Natur wissen fie ihre Schönheit n»ch »n steigern. An ihnen erfüllt die Kleidung restl»« ihren «rtigentlicheu Zweck: da» verhüllte begehrlich ,u machen. Nach der neuesten Mode find die RWfe wieder lang. Wer schöne Waden hat, weiß fich «ber ,u helfen. Der Rock ist nicht au« einem Stück, sonder» au« langen hängende» schmalen Bändern, und nun leuchtet da« Betn beim Schreiten durch bi» weit über da« knie und Strumpfband. Auch die Aermel find lang, «erden aber aufgeschlitzt von der Schalter bi« »ur Manschette. Und der rofige geschminkte »rm reizt stärker nach, t» seine» schwarzseidenen Bett getigert. Die Blusen find auch verhältnismäßig hoch geschlossen, aber auch hier der befreiende Schlitz. Einer »om Kragen bi« fast »um Gürtel, »der t»ei lotrecht über die Brüste. Und darunter spinnweb-dünne Wische, die alle« sehen läßt. Die Damen trage» kein Korsett ... der Effekt ist ganz der gewünschte. Um Mitternacht strlmt Mit allen Seiten ein «euer Strom »on Fuhrwerk und Fußgängern. E« ist Schluß der varstclluag in allen Theatern, Kabarett«, Einem»«. — Denn diese fangen hier nicht wie bet no« immer ,n fixen Zeiten an, sondern beginnen ver> schieden, je nach der Dauer der Vorstellung, so daß fie alle um Mitternacht schließen. — Luch die Oper öffnet ihre Tore und et» schwar»e« «ewimmel fließt die brette Freitreppe herunter. ES wnrde Neingold gegeben, „L' Or du Nhin." Und ein befrackter Herr läßt kritisierend seiner edelsteinbehangenen Dame gegenüber den neufrar.»5fischeu Esprit leuchten. .Eine Schande," sagte er, al« er gerade am Caf6 de la Paix vorüber geht, „daß unsere Regierung die Boche« noch nicht «-„an-gen hat, auch ihr Rhein-Gold al« «rieg«tntschä»igung un« ab,»liefern l" Ein« halbe Stunde nach Mitternacht beginnt der Opernplatz fich ,u leeren. Die Sari« werden seltener — (doppelter Fahrprei« nach Miit:rnacht) — die letzt«» Autobusse rattern da»»» und die Fußgänger eile» heimwärt». Die Kell»er im <5,fö spritzen die S?ph»a-reste auf die Sägespäne unter den Tische» und »-ginnen a»f,nränme». Die Blätter von den Li»den taumeln raschelnd zu Boden. Und auf den Bänke» machen fich« die Bettler, die Obdachlose» beq«m, »» hier die Nacht zu verschlafen. Gegenüber dem Cafö de la viix saßen sch»n seit Stunden »wei »erlumpte Btttlergenossen, «artend, daß der Lärm nachlasse. Auch sie hatten da« Treibe» am Opernplatz »»«bachtet, ste, genau s» wie die «lo-betr»tter aaf der ander» Seite de« Gehsteige«. Der Standpunkt der beiden war nicht alljnweit entfernt. «it welchen Heere»- u»d Seestreitkräsle» die Mit-glieder de» Bunde« sür ihre» Teil zu der bewaff-neten Macht beizutragen habe«, die zur Wahr»»g der Bunoeüpflichten in Au»ficht zu nehme» ist. Ausland. Die Abrüstungskonferenz in Washington. Am IS. November wurde die Weltabrüstungs-konserenz in Washington vom Präsidenten Harding feierlich eröffnet. Staatssekretär Hughe« wurZe zu« Vorsitzenden gewählt, worauf Harding in .längerer Rede sein Programm entwickelte, da» die Konferenz-teilnehme! begeistert guthießen. Hughe» faßte da» Programm der Abrüstung zur See i» vier Haupt« punkte zusammen: 1. Der Bau von Schiffen erster Klasse (schwerster Schlachtschiffe) soll aufgegeben werden. 2. Schiffe älteren Typ« mögen vollkommen ausgeschieden werden. 3. In Betracht zu ziehe» wäre die Seestärk« der einzelnen Staaten, d. h. die einzelnen Staaten sollen neue Kncg«schiffe nur im Verhältnisse zu ihrer gegenwärtigen Seestärke bauen dürfen. 4. Festsetzung de« Gefamlionnengehalte» der Schiffe erster Klasse, wobei die Tonnage der Krieg»-Hilfskreuzer eingerechnet wird. Di« Ausführungen de» Staat»sekrt!är» Hughe» wurden mit großem Bei-fall, besonder« von Seite der auf der Galerie be-findlichenParlamentSmitglieber, aufgenommen. Schließ-lich ergriff der französische Ministerpräsident Briand da» Wort und unterstrich die Tatsache, daß Awerika den Franzosen zu Hilfe geeilt sei und seine Unab-hängigkeit geschützt habe. Z-tzt, da e« den v-reinten Anstrengungen geglückt sei. den Sieg davon zu tragen, trete die Ausgab« an die verbün»etea heran, den Frieden un» die volle Gefahrlosigkeit zu sichern. Er schloß mit den Worten: .Wenn ich überzeugt wäre (»a» ist er eben trotz allem noch nicht N, daß morgen die Sicherheit un» Unversehrtheit Frank-reich» garantiert ist, wäre ich der erste, der riefe: Die Waffen nieder I" Zu Verhandlung»sprachen der Konferenz wurden die englische und französische erhoben. Deutschland und die Reparationen. Rascher al« »an erwarten konnte, sind die verbündeten Feinde Deutschland« au« ihrem Milliar-denrausche erwacht. Wa» die warnenden Stimmen der ganzen Welt nicht erreicht haben, ist durch die brutal« Gewalt der Tatsachen erzwungen wor»en. Der durch die Reparationen ausgelöste schwindelnde Sturz der deutschen Mark droht Europa in den Abgrund mitzureißen. Zwischen den Vertretern der deutschen Regierung und den Mitglieder» der Repa-ratioa»kommission finden gegenwärtig in Berlin Verhandlungen statt. England tritt für ein Moratorium von drei Jahren ein, innerhalb welcher Zeit Deutschland feine Verpflichtungen gestundet werden sollen. Italien und Belgien schl cz?n sich an. Der belgische Vertreter erklärte aus der «itzung vom 12. November, daß nur aus dies« Weise da« gefährdete europäische Wirtschast»leben und die chao-tischen Valutaverhältnisse gesnn»en können. Frankreich, wohl »ber der Gesichtspunkt, unter dem ste die Welt ansahen. Ei» schöne« Mädchen bleibt steh?» »or den beiden und betrachtet st« mitleidig; fie will ihnen ein Almosen gebe». Sie sucht i» ihren Täschchen. selbst im «trumpf . . . nicht ein S»u l Da geht fie >u dem einen hin und sagt ihm: .Mein Schätzchen. willst Du mit mir schlafen kommen ?" Die Mädchen in Pari« haben ein goldene« Her,. Ei» Widerschein »on reinem Glück huscht über da« schmutzige «efiche de« vettler«. u»d eingehängt in da« schöne Mädchen »»schwindet er um dt« Ecke. Der «»dere Bettler blickt voll Mißgunst seinem Kollege» nach. »°1 Wut dem schS«en Mädchen, und haßerfüllt streife« sein« Augen die Auto« der Reichen und bleiben schließlich auf dem «l»betrotter haften, ol« wollten fie ihn durchbohren. Da erhebt fich der Globetrotter und — geht heim. Gedankenschwer. „Wie ungerecht ist die Welt! Die Reichen, die nicht wisse», wie ste ihr Geld verschwenden solle«, di« Mädchen die ihre» ittrper Mxtaatm müsse«, die Bett« l«r, die allem Man, gegenüber a»f einer harten kalte» Bank übernachte». Die Welt tß schlecht. Schlecht 1" Und wie er de» Opernplatz kreuzt, »ermeint sein mystisch geschärfte« Ohr da« vanchgrimmin der schlachten Welt zu vernehmen. Und e« scheint ihm weiter nicht »erwunderlich, denn er harcht ja hier ... auf ihrem Nabel ... ' El ist ober bi ß die letzte Untergrundbah«, die unter dar Plece de l' Opera »-»»«rollt. (*3»he«i a.) ftumntr 92 Zeitung Settc 8 da« Haß u>b Furcht di« Lage verkennen läßt, lxaotrazte, «an möge fich vorerst über die Trage eine« allsäl-ligen Bankerotte« Deutschland« unterrichten. Unerhvrt«« Vorgehen der Entente. Der Ljubljanaer Slovenec schreibt: Im deut, sehen Reich»tag»»u«schusse für soziale Politik »er« handelte man dieser Tag« über eine Maßnahme der Gotente, die ein« besondere Kontrollkommission vor» steht, durch welch« die deutsche Regierung gehindert werden soll, in ihre Schutzpolitik Gesetz« auszu-nehmen, die über die sozialen Bestimmungen de« sozial rückständigsten Staate« der Entente hinau», gehen Abgesehen davon, daß diese« vorgehen vom Standpunkte de« internationalen Rechte« au« al« ein brutaler Eingriff in da« Selbstb«sti«muog»recht eine« Staates auf seine« ureigensten Wirkung«felbe erscheint, würd« ein solcher Schrit jeden sozialen Fortschritt und jede Hebung der sozialen Lage de« arbeitenden Volke« der ganzen Welt erschweren. Wenn die Entente daS ausführt, ist der Beweis erbracht, daß sie ausschließlich von den «goistisch«n Interessen ihre« Großkapitals geleitet wird. Auf diese Weise wird sie nicht den Weltfrieden sichern, sondern nur die günstigsten Vorbedingungen schassen für die — Weltrevolutio». Die Besetzung de« Burgenlande» durch DeutschSsterrelch. Au» Wien wird gemeldet, daß die deutschöster-reichische Reichswehr bis zum 13. November Eisenstadt, Neusiedl, Karendorf und Neudorf mit den umliegenden Dörfern besetzt habe. Die Bunde«-truppen und die ihnen auf de« Fuße solgenden Gendarmerieabttilungen wurden überall mit unlie« schreidlichem Jubel empfangen. DaS Land wird bil zur Entscheidung über die Zugehörigkeit OebenburgS durch das Volk in Militärverwaltung belasten. Die Wiener Regierung legt besonders Gewicht daraus, daß die Besitzergreifung in vollem Frieden und ohne Zwischensäue vor sich geht. Die ungarischen Banden haben daß Gebiet geräumt. Abbruch der engllsch-lrischen Verhandlungen. Wie auS London gemeldet wird, haben stch die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Zr-land, die dem mehrhunderijährigen bald offenen, bald geheimen Kriege dieser beiden Länder «in End« bereiten sollten, abermals zerschlagen. Da» in London versammelte Ulsterkabinett hat die Vorschläge der britischen Regierung zur Lösung der irischen Frage abgelehnt. Das offizielle Communique Craigh«, des Führers der Ulsterleute, besagt unter anderem fol> geu»eS: Da in Sachen der irischen Frage von Seite GrojtbritannienS kein grundsätzliches versprechen abgegeben wurde, kann unter den augenblicklichen Bedingungen nicht weiter »erhandelt werden. Zeder Meinungsaustausch zwischen Seiner Majestät Re-gierung und der Regierung NvrdirlandS ist demnach überflüssig. Bulgarische Anleihe im Auslande. Wie auS Sofia gemeldet wird, beabsichtigt die bulgarische Regierung, eine größere Staatsanleihe im Auslande aufzunehmen. ES find bereits folgende Offerte bekannt geworden: eine amerikanische Gruppe bietet 10 Millionen Dollar, eine französische Bank tOü Millionen Franken, eine englische Geldquelle 2'/, Millionen Psund Sterling. Alle zu sieben Prozent und nicht zu neun. Dem Vernehmen nach sollen die Engländer die günstigsten Bedingungen gestellt haben. — Der vergleich zwischen d«n bulgarisch«« A»leiheau«sichten und den unseren reizt einiger« maßen zum Nachdenken an. jDenn wie im gewöhn-liehen Leben zwischen Mensch und Mensch, so kann auch daS wohlwollen, oder besser gesagt da» vertrauen. zwischen Staat und Staat nicht an klingenden Phrasen und sreundschaftheuchelnden Tiraden, sondern am besten an Hilfeleistungen, die durch Ziffern dargestellt werden können, gemessen werden. Während man Bulgarien, also de« besiegten Lande, verhältnismäßig leichte Bedingungen stellt, ist unser Finanzminister «it eine« «nleiheenlwurf au» London zurückgekommen, den der Ministerrat nicht annehmen kann. Aus Stadt und sanft. Symphoniekonzert DaS Konhert der Kapelle der vraudi»ifi«u unter Leitung des Kapell-«eisterS Dr. Cerin war eine angenehme Aeber- raschung. Und zwar v»r alle« wegen der durchaus würdigen Wiedergabe der IV. (ro«antischen) Sym-phoni« von Anton Bruckner. Ueber die Schönheiten und Großartigkeiten der Brucknerscheu Symphonien braucht heute kein Wort «ehr verloren zu »erden. S«ine neue» Symphonien, darunter besonder» die 3., 4, 7. und ?., haben sich die W«lt erobert nnd das Wort Hermann LeviS (München), der Bruckner als den größten Symphoniker feit Beethoven be-zeichnet hat, ist heute allgemein anerkannt. Der schlichte, tiefreligiöse Meister au« Oberösterreich, den die Wiener Judenkritik al» einen Narren hinzustellen pflegte, triumphiert im Tod« über alle seine Wider« sacher. Di« IV. Symphonie ist eine» der am leichtesten zugänglichen Werke de» Meister« und Herr Kapellmeister Cert» halte daher recht, un» gerade diese« Werk vorzuführen. Wie alle Brucknerschüler so scheint auch Herr Cerin seinem großen Lehrer da« liebevollst, Andenken bewahrt zu haben. Die« merkten wir an der restlosen Hingabe, »it der C?rin un» da« urgewaltige Werk zu Gehör brachte. Bon wenigen technischen Unzulänglichkeiten abgesehen, war alle» wohlgelungen. Rühmlich sei »or allem die Klarheit hervorgehoben, in b«c die ungeheure Poltz« vh»nie Bruckner» erstrahlte. Jede» Thema war deut-lich herausgearbeitet, ein Ergebnis, welche« nur »on einem ausgezeichneten Kenner der Partitur nach ein-dringlichste« Proben erzielt werden kann. Rar im dunklen Dickicht de« letzten, »on Bruckner selbst am höchsten eingeschätzten Satze« saoden wir un» auch diesmal nicht ganz zurecht. Besonder» schön gelang die prächtige Jagdmusik de» Scherzo, während da» ent-zücktnd« Ls-Dvr Trio noch weicher und lieblicher gebracht «erden könnte. Erschütternd wirkten die für Bruckner cha» rakteristische Himmel«türmenden, raumsprengendenNe-girungen. Kapellmeister Cerin und seine wackere Kapelle verdient unseren wärmsten Dank. D«n Zuhörern, die dem Werke mit anerkennenswerter Aufmerksamkeit und Beisallsfreude solgten, legen wir, soweit sie musikalisch iulereffiert sind, nahe, sich den ausgezeichneten Klavier-auSzug drS Werkes (vierhändig »on Ferdinand Löwe und zweihändig von Joses Schalk, beide erschien«» bei Alben Gutmann, Wien) sowie Dr. Doscayt geniale» Buch „Bruckner" (Schuster und Lössler, Berlin) anzuschaffen und sich nach diesem Anhören deS Werke« noch tiefer hineinzuversenken. Eine neue Welt ursprünglichster Schonheüen wir» der Lohn seinl Neben der blendenden Leuchtkraft der romantischen Symphonie müssen die vorangegangenen Stücke der vortragSordnung naturgemäß verblassen. Glinkas Ouvertur« zu Ruslan in LjadmUa ist ein herzlich unbedeutendes Wert mit einem lärmenden nichts-sagenden Hauptthema nnd ein«« schrecklich banalen Qeitenthema. Ueberhaupt kaun sich Glinka »it den großen slawischen Meistern TschaikovSky, Oworjak, Emetana nicht im entferntesten «essen. Wir bitten Kapellmeister C-rin, uns nächsteSmal ein oder das ander« Werk dieser wahrhaft Großen zn schenken. Mendelssohns E-Moll-Konzert war auch nicht sehr glücklich gewählt. E« ist ja eine« der schönste» und dankbarsten Violinkonzerte, aber bis zum Ueberdruß oft gespielt. Auch hat uns erst vor kurzem Burmester gerade diese» Konzert in denkbar größer Vollendung vorgespielt. Immerhin war die solistische Leistung de» Konzertmeister« Rick sehr respektabel. Die orchestrale Begleitung war außeroidentlich klar und sch«iegsa«. Schließlich betonen wir noch einmal, daß wir von diesem Konzert, hochbesriebigt sind und un» aus-richtig ein« baldige Neuauflage wünschen. Die Zeiten find ja leider dahin, wo wir in Celje selbst all-winterlich vier Symphonickonzerte zuwegebrachten. Luch Bruckner» IV. Symphonie erklang un» noch kurz vor dem Kriegsausbrüche. Umso dringender müssrn wir un» öfter» Besuche de» Kapellmeister» Dr. Cerin und seiner trefflichen Kapelle wünschen. Liedertafel. Sii»esteradend und Jaga-ball. Der Cillier Män»erg«sango«rrin beabsichtig', am 3. Dezember 1921 (SamStaq) im Hotel Union ein« Liedertafel zu geben. Der Srlvesterabead wird im Saal« des Hotels „Zum Mohren" von den BereinSmitgliedern gefeiert werden. Angehörige und Gäste willkommen. Am 1. Februar findet der alt-beliebte „Iagaball" in den Sälen des Hotel» „Union" statt. Die Freunde de« vereine» werden schon jetzt ersucht, sich diese Abende frei zu hallen. Nachträgliche Ausschreibung von Vieh, Fuhrwerken und Bespannung. Der Htadlmagistrat Celje verlautbart: Alle Besitzer von Vieh, Fuhrwerken, BespannungSgegtnständen u. dgl., welche am 7. November d. I. nicht vor bie damals amtierende Kommission gebracht wurden, haben dieses Eigentum am Freitag, txn 13. November, Punkt 8 Uhr srüh aus de« GlaciS an der Ljub- ljan»ka eesta behus« nachträglich« Ausschreibung vorzuführen. Gegen jedermann, der an diese« Tage sein noch nicht aufgeschrieben«« Vieh, Wagen, Be-fpannunz usw. der diensttuenden Kommission nicht vorführen sollt«, wird im Sinn« de» Gesetze» str«ag« vorgegangen werd«« (100 bi» 300 Dinar Straf« bezw. ein dieser Summe entsprechender Arrest. Einschränkung de« Glektromotoren-betriebe«. Der Stadt«agistrat Celje verlautbart: Wegen Ueberladung be» elektrischen Netze» werben all« Besitzer von elektrischen Motoren aufmerksam gemacht, im Wint«r drn elektrischen Betrieb bloß bi» 4 Uhr nachmittag» auszunützen. von 4 Uhr nachmittag» bi» 10 Uhr abend« «issen die Mo-toren auf jeden Fall stillstehen. $alIS die Arbeit dringend ist. können die Motoren von 10 Uhr abend» weiter wieder »»gelassen werden. Verstöße gegen dixse Borschrist werden zum erstenmale mit einer Geldstrafe, im Wiederholungsfalle mit Entziehung de» Strome» geahndet werden. Gleichzeitig wird das Publikum davor gewarnt, abgerissene Telephon, oder elektrische LeitungSdrähte anzufassen, weil da» mit Lebensgefahr »erkunden ist. Wer eine» abgerissene» Telephon- oder LeitungSbraht steht, möge e» dem städtischen Elektrizität»werk «elden. Etsenbahnermähigung für Arbeit-suchende. Der Eis«nbahn«inister hat eine Verordnung erlassen. biejSrbnter» eine Fahrter«äßigung von 50 Prozent sür Reisen von über 100 Kilo-Metern zugesteht, wenn diese in Gruppen von wenigsten« zehn Mann fahren. Die Arbeiter «üssen sich an den Schaltern mit einer Bestä-tigung ihrer Ge»eind«vorstehung ausweisen, daß sie zum Zwecke der Arbeitssuche reise». Neue Postmarken zu 10, 30 und 50 Para, dann zu einem un» zwei Dinar, die tn der Beograder StaatSdruckerei hergestellt wurden, sind dem Verkehr« übergeben worden. Ruhegehälter pensionierter Offizier«. Der stellvertretende Finanzminister Dr. Krtzman hat einer Beograder Meldung zufolge einen Nach-trag»kredit angefordert, der zu Pensionszahlungen an ehemals österreichische, »om jugoslawischen Staat übernommene und in den Ruhestand versetzte Offl-zier« verwendet werden soll. Der Kredit wurde in der Ministerratssitzung vom 14. N»vember bewilligt und die Pensionen gelangen tn kürzester Zeit zur Auszahlung. Gehälter der Minister a. D. Die Fi-nanzsektion ve« geieygeven»en Ausschusses hat die Frage der Ruhegehälter von Ministern a. D. ge-regelt. Minister, d<« mindesten» sech» Monate im Dienste waren, haben Anspruch auf eine Pension von jährlich 6>00 Dinar. Minister, di« ein Jahr lang den Stuhl innehatten, auf 10.000 Dinar. In der Krage der Wohnungover-Ordnungen hat der Minister für soziale Für-sorge einen Fragebogen an die parlamentarischen Klub« ergehen lassen mit nachfolgenden Fragesätzen: 1. Ist e« v«nnöten, di« gegenwärtig in Geltung stehenden WohnungSverordnungen über den 30. April de« kommenden Jahre« hinaus wirken zu lassen? Wenn, ob dann bloß einige Bestimmungen zum Schutze der Mieter festgehalten werden sollen? 2. Muß der Grundsatz »er Unkidndbarkeit der Mieter in alten Hwsern i« allgemeinen oder nur hinsichtlich kleiner Wohnungen und der Beamten beibehalten werden? 3. Ist der Srnndsatz der zwang»weisen WohnungSzuteilungen aufrecht zu erhalten? Neue Blätter. In K^evje tst di« erste Nummer d«S abwechselnd in deutscher und slewe-nischer Sprach« geschriebenen Wochenblatt«» Radikal erschienen. Gegründet uno herausgegeben wurde e« von der serbischen radikal«» Partei, di« von Koievje au« tn Slowenien Stimmung sür ihr Programm zu machen »ersucht. — Dr. Anton Novacan hat in Celje da« Wochenblatt N-iSa VaS (Unser Dorf) ge-gründ«», da» di« Interessen der Landarbelterpartei vertritt, der s«in«rzeit auch dir slowenischen selb-ständigen Bauer» angehört haben. Dr. Nooaian hat de« Blatte den. Namen eine» seiner Ro«a»e gegeben. Todessall. Frau Georgine Hanisch. geb. ZagorSky ist am 13. November »ach kurzem Leiden im Alt«r v»n 62 Jahren in Storö verschieden. gsliegerkatostrophe in Novisad. Auf dem Flugfelde in Nooisa» stiegen a« 3. November der Leutnantfeldpilot Sreiko Zitnik au» Ljubljana und sein Beobachter Oberleutnant Wilhelm Radnicki au» Petrovaradin zu eine« Probefluge auf eine» neuen Apparate auf. AlS sie einige hundert Meter hoch waren, schlugen plötzlich au« dem Motor Flamme» auf. die da« Fahrzeug im Nu einhüllten. Oberleutnant Radnicki sprang heraus, la« aber so Seite 4 (Stllier Zeitung Nummer 92 HZwAcfaiCafo«v<£, unglücklich aus der Erde an, daß er mit gebrochene« Genick tot liegen blieb. Leutnant Hituik blieb und vielleicht wäre tf ihm gelungen zu landen, wenn nicht der Motor explodiert wäre und ihn unter den stürzenden Trümmer« begraben Hütte. Am 10. November fand dai Begräbnis der verunglückten Offiziere unter Beteiligung einer großen Menge Volke« statt. Wieder ein« Heldentat! Der Ljubljanaer Kaprej vom 12. Nodember läßt sich unter dieser Ausschrist au« Maribor berichten: Hier bei un« gibt e« einige Leute, denen immer der Kops siedet und die sich an den italienischen Faschisten ein Beispiel nehmen. Unter die ist jene hohlUpsige Halbintellizenz gegangen, welche meint, die Nation im Alkohol und durch chauvinistische Autjälle retten zu müssen. A« Samstag saß eine solche chauvinistische Gesellschaft im Gasthause tlirbii aus der Lettinjska ulica. Al« iu da« Lokal der behördlich konzessionierte tkolpoUeur Najer trat, der ausländische deutsche Zeitungen ver» taust und sich damit sein Brot »erdient, begann ihn die Gesellschaft zu prügeln und zerriß ihm alle Zei-tungen. Raser mußte infolge der Verletzungen da« Beil hüten. In dieser Gesellschaft besän» sich auch ein Eisenbahnrevideni. Es ist bezeichnend, daß fie auch «inen Herrn schlugen, der sich Raser« annahm. Wir empf.hlen dem neuen Polizeichef. ollem faschistischen Treiben ein Ende zu machen. Wa« die chauvinistisch« Gesellschast anbelangt, ist «A sehr merkwürdig, daß sie sich fort und fort über di« italienischen Faschisten aufregt — selbst aber sich glrich «kelhast benimmt. Schämt euch! Wir werden auch mit N^«en kommen, damit uusere Oessentlich. keit dies« Pseudopatrioten kennen lernt. Blutige Studentenmanifestation in Zagreb. Am 13. November fanden in Zagreb Gtudeotenumzüge statt und zwar trug die Anhänger» gruppr de« jugoslawischen Blick« di» StaaUsahne, die Anhänger de« kroatischen die kioatijchei, Farben voran. Als der kroatische Zug die Frankopau«ka ulica passiert«, knallten plötzlich drei Rrvolverschllss«. Der Polizeiagent Rodman wsrde tödlich, der Jurist i«:e leicht» verwundet. Der verprügelte italienische Militär« attachö. In die Redaktion der Beograder Tribuna, die gelegentlich de« Jahrestage« von Rapallo einen Artikel über Italien geschrieben und die italienischen Soldaten „Helden von Kobarid" genannt hat, kamen zwei italienische Offiziere, Oberst und Maj»r, und verlangten die Widerrufung der h«l«idigenden Ausdrücke. Al« die Rebakteure ablehnt«», wurden sie wilo und bezeichneten diese al« Schweine. ka« »u einem kleinen Handgemenge, wobei der Attachö iu einen Hängekasten hinein fiel. Die Redakteur« halfen ihm heraus und warfen b«id« hinaus. — Selbstverständlich diplomatisches Nachspiel, Genug-tuung usw. Deutsche Kriegsgefangene in syri-schen Strafbataillonen. In Moskau find 20 deutsche Kriegsgefangene auf unglaublich abenteuer-liche Weise und nach ungeh«ur«n Strapazen auS Lyrieu angekommen. Wie fie erzähle», stao sie in den Jahren »917/18 an der Westfront tn die ftan-zösijche Gesang«ntchaft geraten und wegen geringer Verstöße gegen die Lagerordnung in ein Straf-bataillon gesteckt worden. Tr«tz Waffenstillstand und Fr>eden«vcrtrag wurden sie Ende 1919 uud Ansang 1920 nach Syrien abgeschoben, wo sie unter Be-wachung »on Solonialtruppen im Etappendienste «ine unerträgliche Behandlung erdulden mußten. Liele von de» 600 Kriegsgefangenen «ntflohen, würd«» von Arabern weg«» der hohen Kopspreise gefangen und von den Franzosen niebergeschsssen. Ander« verdarben an Klima und Epidemien. Ein tragisches Schicksal. Wilson, der in verhängnisvoller Stunde da« Schicksal deS menschlichen Geschlechte« aus seiner Handfläche trug und den diese Stunde schwach sand, ist wie vielleicht noch kein Staati«a»n vor ihm durch die Meinung der Welt verurtrjlt worden. Der Mann, der in türmender Zeit der gepeinigten Menschheit ihr häch-st-« Ideal gleißnerisch hochzeigte, um e« dann tn den Schmutz de« Eigennütze« und barbarischer Gewalt treten zu lassen, lebt trank und mit sich ztr-fallen, vergeffen, in einem verlassenen Gävchen der amerikanischen Bundeshauptstadt. Ein Berichterstatter de« Paiiler Ma tin hat die näheren Umstände seiner Lebensweise erforscht und beschreibt die traurige Lage dikse« Herrn der Welt von gestern. Ein Schlagansall hat seine rechte Seite geläh«», so daß er Tag nnd Nacht i« Lehnstuhle sitzen muß, au« dem er sich nicht weglühreu kann. Geistig zwar noch frisch und alle Ereigniss« «it Interesse ver-folgen», will er jedoch absolut nicht« sprechen uud auch niemanden empfange». Einer Anregung des jetzigen Präsidenten zufolge soll ihm gelegentlich der Uebersühiung d«r Leiche deS „unbekannten Soldaten" eine Art stiller Grußmanifestatiou dar-gebracht werden. Der Feierzug wird an seinem Hause vorbeid«filier«n und Wilson wird durch da« Fenster den Sarg de» „unbekanvten Soldat»»" sehen. Wien baut den Monarchismus voll-kommen ab. Di« Wiener St«dtvÄler hab«» «inen DringlichkeitSautrag angenommen, der alle Kaiser-denkmäler und Tafeln und dgl. au« de« Gesichte der Stadt nu«r>sieren will- Denkmäler von künst-lerischem Weite werden im Museum der Stadt Wien ausgestellt. Bezüglich der Aenderung vvn Namen städtischer Einrichtungen, die an die Monarchie erinnern, muß der Gem?inderat sobald al» möglich Borschläge unterbreiten. Verteilung des Nobelpreises. Die schwedische Akademie der Wissenschaften tat >en Nebel-preis für Literatur für da« Jahr 1921 dem Fron-zosen Anatole France, den Nobelpreis für Sheaie für daS Jahr 1920 dem Berliner Piofeisor Waller Nernst zuerkannt. Sehr wohltuend bei Einreibungen von Rücken, Gliedern u. s. w., al« Kosmetikum zur Haut-, Zahn- und Mundpflege wirkt Apotheker Feller« wohl-riechende« „Elsafluid". E» ist weitau« stärker und besser al« Franzbrantwein und seit 25 Jahren beliebt. 3 Doppelflaschen oder 1 Spezialstasche samt Packung und Postporto um 48 Kr. versendet: Euzen B. 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