Macher TuMt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Pränumeration »preise: 9^ 1^6 8^^ r-iba» ^ Gan,j. fl. s ^v; ZnIertionSpreise: Ein- .fiellung in» HauS vrllj. SLkr. üt der Post l Ganzjähr. fl. ir. Ausgleichsdebatte. Montaa, 3. Juni 1878. — Morgen: Qurinus. 'L-Lhklü7^n"^/kr'"rn.' 11. Zahrg " Ikillkn bis 5, teilen »n ^ Wir haben dcil Bericht über vier Sitzungen des Abgeordnetenhauses nachzuholen — vom 28., 29. und 31. Mai und I. Juni,— in welchen bedeutende Redner und Parteiführer in die folgenschwere Ausglcichsdebatte eingriffen und wesentlich beitrugen, die Situation zu klären. Am ersten Tage der Generaldebatte war es Abgeordneter Dr. Herbst, welcher in einer ora-torisch meisterhaften Rede den Ausgleich in Bezug auf die Restitutionsfrage als unannehmbar erklärte. Er legte den Schwerpunkt auf den Nachweis, daß die österreichische Onotendeputation im Jahre 1867 die Bestreitung der Steuerrestitution aus den gemeinsamen Zolleinnahmen in Kenntnis des hieraus für uns resultierenden finanziellen Vortheils bedungen habe, so daß dieser Vortheil also Bedingung des Ausgleichs war. Abg. Neuwirth widerlegte diese Behauptung, indem er nachwies, daß die österreichische Deputation im Jahre 1867 nur nothgedrungen auf den gegenwärtigen Steuer-restitutionsinodus kam, indem sie vielmehr die Vorwegnahme der Zucker- und Branntweinsteuer als gemeinsame Einnahme sowie die Bestreitung der Restitutionen aus dieser Einnahme durchsetzen wollte, was an der Weigerung der Ungarn scheiterte. Hätten die Uugarn damals dazu eingewilligt, so hätte das für sie in den letzten zehn Jahren einen Nutzen von 15 Millionen Gulden auf unsere Kosten bedeutet. Graf Hohenwart suchte selbstverständlich aus dem Angriffe des Dr. Herbst auf den Ausgleich föderalistisches Kapital zu schlagen. Das politische Sistem — das Verfassungsststein — soll nach seiner Ansicht an unserer Ausgleichsmisere Schuld tragen, und der Föderalismus, oder vielmehr der an die Stelle des Dualismus zu setzende Pluralismus soll alle finanziellen Schäden zu heilen berufen und ein goldenes Zeitalter heraufzuführen geeignet sein. Eine solche Beweisführung bedarf keiner Widerlegung, und es machte sich auch im Hause die Ansicht geltend, Graf Hohenwart habe, ohne cs zu wollen, für den Ausgleich gesprochen, welchen man doch mit all' seinen Nachtheilen einer Wiederauswärniuug der Fundamentalartikel vorziehen dürfte. Am 29. Mai sprachen die Abgg. Gomperz für, Dr. Kopp gegen die Anträge der Regierung. Der Finanzminister ergriff dann das Wort, um in einer durchdachten und mit überzeugenden materiellen Belegen ansgestatteten Rede das Vorgehen der Regierung zu rechtfertigen. In eingehender, überzeugender Darstellung lieferte der Minister den Nachweis, daß die Steuerrestitution ihrem Wesen nach mit den Zöllen in keiner Beziehung stehe, wol aber mit der Zuckersteuer und deren Reform, daß die österreichische Onotendepntation im Jahre 1867 ausschließlich aus handelspolitischen Gründen die Bestreitung der Restitutionen aus den gemeinsamen Zollein--nahmen statuierte, daß sie an fiscalifche Vortheile als Compensation hiebei gar nicht gedacht haben konnte — wie sich ja im Jahre 1869 in der That statt eines Vortheils für uns ein Nachtheil ergab, weil mehr Branntwein und weniger Zucker exportiert wurde, — daß ausschließlich die Erfindung des Robert'schen Diffusions-Apparats, die gewiß nicht vorhergesehen werden konnte, das riesige Anwachsen der Restitutionen verursacht habe, und daß also die Billigkeit, ja das Recht für die Forderung der Ungarn sprechen, daß endlich die Erfüllung dieser Forderung in Wirklichkeit infolge des Zusammenhanges mit der Reform der Zuckersteuer nicht die geringste Mehrbelastung der diesseitigen Reichshälfte nach sich ziehe. Uebergehend auf den Ausgleich im ganzen, zeigte Baron Pretis, daß sich die Bilanz desselben für uns nicht ungünstig stelle. Die Revision des Zolltarifs in einem uusercn Industrien vortheilhaften Sinne, »eigen bi« 5 Zeilen 20 kr. die Sicherung eines Absatzgebietes von 5000 Ouadratmeilen für dieselben, die fiscalisch und wirtschaftlich zweckmäßige Reform der Zuckersteuer, zu welcher die Zustimmung Ungarns kraft des Zoll- und Handelsbündnisses nothwendig ist, die Verbesserung der Branntweinsteuer, die theil-weise Uebernahme der Achtzigmillionen - Schuld seitens Ungarns — das sind die Vortheile des Ausgleichs. Diesen gegenüber steht als Eoncession an Ungarn die Eorrectnr bei der Restitution, welche keine Mehrbelastung für uns bedeutet, d« sie wettgemacht wird durch das neue Zuckersteuergesetz. In der Bankfrage endlich wurde der eminente Vortheil der einheitlichen Bank, des einheitlichen Geldwesens gesichert, ohne die solide Function des Zettelinstituts im geringsten zu beeinträchtigen. In der Sitzung vom 31. Mai wurde nach einer Replik des Berichterstatters Beer mit großer Majorität (mir die Mitglieder der Rechtspartei waren dagegen) beschlossen, in die Spezialdebatte über das Gesetz einzugehen. Zu 8 1 stellte Abg. Sturm den Antrag, in diese Gesetzesstelle die Bestimmung aufzunehmen, daß das Perzentenverhältms der Beisteuer mit 31: 69 statt wie bisher 30: 70 ausgenommen, also für Ungarn um ein Perzent erhöht werde. Der Antrag wurde mit 160 gegen 85 Stimmen abgelehnt. In der Sitzung vom 1. Juni nahm das Abgeordnetenhaus den tz 2 des Quotengesetzes, welcher von den Restitutionen handelt, in der Fassung der Minorität, also nach der Regierungsvorlage bei namentlicher Abstimmung mit 165 gegen 122 Stimmen, an. Für die Regierung stimmten von den kraiuischen Reichsrathsabgeordneten die Herren Deschmann, Hotschewar, v. Langer, Dr. Snppan, Graf Thnrn, gegen die Regierung die Herren Graf Barbo, und Pfeifer. Hierauf wurde das ganze Quotengesetz ohne Debatte angenommen. Jeuilleton. Die Neugriechen. II. Der geistige Zusammenhang des Neugriechenthums mit dem klassischen Alterthum offenbart sich am deutlichsten in der neugriechischen Volks-poesie. Fast auf jedem Schritt begegnen wir uralten Gewohnheiten, uralten Vorurtheilen, welche an das Leben der altgriechischen Zeit ankuüpfen. Die modernen Vvlksgedichte der Griechen werden von blinden Rhapsoden vorgetragen, wie zur Zeit Homers, die meiste» von ihnen sind auch Volkspoeten. Einen solchen schildert uus ein Grieche* als Jugeuderinnerung ans dem elterlichen Hause in Konstantinopel. In dieses kam ein solcher blinder Rhapsode, der auch ein hochgeschätzter Poet in seinem Fache war, jeden Sonnabend und trug * Et. Earathvodorl, in der „Internationalen Revue", Wien 1866, I. Bd., S. 210, 381, „Die neugriechische Volks-Poesie", eine höchst interessante Studie, auf welcher die vorliegende Skizze beruht. den Kindern des Hauses seine neuesten Produktionen vor. Kein wichtiges Ereignis des öffentlichen oder des Familienlebens wurde von Georgios — so hieß der Blinde — übergangen, ein Gedicht folgte gleich darauf, und diese Vorträge brachten, als Lohn von seinen Gönnern die Bestreitung seiner Bedürfnisse für die ganze Woche. Die sonderbare Gesellschaft bestand aus ihm selbst uud seinen zwei Kindern, einem vierzehnjährigen Sohn uud einer zehnjährigen Tochter. Dieser bediente er sich als Stütze, der erstere dagegen spielte die Lyra. Ter Vater, des Eindruckes bewußt, welchen seine Gedichte Hervorbringen mußten, hatte immer die den Blinden eigenthümliche Milde ini Ausdruck, und ein gewisser Stolz war nicht zu verkennen in der Weise, wie er die dargebotene Gabe annahm, die Kleinen sahen sehr froh ans und umgaben den Vater mit kindlicher Ehrfurcht. „So lebte diese wunderbare Schar, welche uns Kindern den Zusammenhang mit den göttlichen homerischen Gesängen, welche wir damals auswendig lernen mußten, lebhaft vor Augen führte und Vergangenheit mit Gegenwart so eng zu verschmelzen half." Ueberall findet man noch in Griechenland unter christlicher Hülle unverkennbare Spuren des Heidenthums. Der Parthenon, Tempel der Jungfrau Mutter Athene, verwandelte sich in eine Kirche der H. Jungfrau Maria; den Souuengott Helios löst in seinen Himmelsfahrten mit feurigen, Wagen der Profet Elias ab; der H. Nikolaus übernimmt als Schutzpatron der Schiffer, der gleich jenem die wogende See beruhigt, Skeptims, des Meeresgottes, Stelle; diesem gesellt sich der H. Spiridion; der H. Georg beschützt an Stelle der Demeter Ackerbau und Ernte; Pan wird in dem Schlitze der Herde durch den H. Demetrius ersetzt. Die ganze Natur war den Alten, auch in all den Gegenständen, die wir todt nennen, des lebendigen Gottes voll; in Wald und Quellen, in Grotten und Flüssen regten sich göttliche oder halbgöttliche Wesen; in gleicher Weise treten die heutigen überirdischen Genien der Griechen, ^ Wasser- uud Grottennymphen sind die Nereiden, welche, wie alle Elfen und Nixen, große Freude am Tanz, Musik und Gesang haben, aber ihren Lieblingen äußerst gefährlich find, sie zu sich ins Wasser locken, wie einst Hylas von den Nymphen Von unserer Marine. Aus Pola wird dem „N. Wr. Tgbl." unterm 29. Mai geschrieben: „Heute ist der der Marine-section zugetheilte Oberst Schmidt des Geniestabes aus Kleck hier eingetroffen. Vorige Woche ging eine Kommission znr Ausarbeitung eines Befestigungsplanes des Hafens von Kleck dorthin ab, deren Präses genannter Oberst war. Ihre Aufgabe ist, die Anzahl der Minenreihen, Minenzündstationen und der sie deckenden Batterien zu ermitteln. Sonntag den 2. Juni soll das Torpedoschulschiff „Seehund" mit der permanenten Artil-leriekommission an Bord nach Fiume abgehen, um die von der österreichischen Regierung im Etablissement Whitehead bestellten Torpedos behufs Schnelligkeit zu erproben und einen Theil zum Transporte nach Pola an Bord zu nehmen. Nach verläßlichen Nachrichten wird das Escadre-Kom-mando gewechselt. Die Escadre, deren Gros mit dem Flaggenschiffe Panzerfregatte „Habsburg," sich dermalen in der Bocche die Cattaro befindet, erhält den bekannten Contre-Admiral Alois Ritter von Pokorny, der schon in den Jahren 1868 und 1870 bis 1873 Escadre-Kommandant war, in der Levante allgemein bekannt und beliebt ist, als Chef." Der „Gr. Tgspst." schreibt man aus Pola 30. Mai: „Nicht nur die in unserem Kriegshafen befindlichen Kasemattschiffe, auch alle Panzer- und Hochbordfregatten, sowie alle Hochbordcorvetten, Kanonenboote und Schraubenschooner werden eifrigst armiert und wurde» alle von der dritten in die erste Reserve gesetzt. Das Panzercafemattschiff „Erzherzog Albrecht" sowie die Hochbordfregatte „Novara" werden baldigst zur Kriegsinstandsetzung in unseren Balance-Dock geführt, in welchem sich gegenwärtig der Avisodampfer „Miramar" befindet. In unserer Kriegsmarine finden großartige Beförderungen statt. Vorgestern wurden dreiundachtzig Marinesoldaten zu Unteroffizieren befördert. Das Avancement hat sonst nie die Zahl von zwanzig Marineuren überschritten. Mehrere Schiffe werden gepanzert." Die englisch-russischen Abmachungen. Die bereits telegrafisch skizzierte Nachricht des Londoner Blattes „Globe" über das Einvernehmen zwischen England und Rußland lantet wörtlich: „Wir haben Grund zu glauben, daß der Zusammentritt des Kongresses endgiltig beschlossen ist und die Regierungeil von England und Rußland zu einem Einvernehmen über folgende Punkte gelangt seien, die der Entscheidung des Kongresses unterworfen werden: 1.) Die Herstellung zweier bulgarischen Provinzen: einer nördlich des Balkaus unter einem ins Wasser gezogen wurde. Um diesem Aberglauben einigermaßen zu steueru, hat die orientalische Kirche fast alle Grotten und Quelle» geheiligt. Jede Grotte hat ihre Panagia iName der Jungfrau Maria), jede Quelle ihren Schutzheiligen. Der Glaube an die drei Parzen hat sich bei dem Volke in die Erscheinung der drei Pestjuug-fraueu verwandelt, welche gemeinschaftlich die Städte durcheilen, um sie zu veröde». Die eine trägt eine große Rolle Papier, die zweite eine scharfe Scheere, die dritte einen Besen. So wird das Opfer eingetragen, verwundet und weggefegt. Und der freundliche Brauch bei den alten ellenen, daß im Frühjahr, wenn sich die erste chwalbe zeigte, die Kinder mit einer Schwalbe in der Stadt herumliefen, ein Frühlingsliedchen singend und dafür allerlei Geschenke ausbittend, wird noch heutzutage von der neugriechischen Jugend befolgt, welche am 1. März mit einer hölzernen Schwalbe singend von Haus zu Haus zieht. Die Liebeslieder sind äußerst zahlreich und nur etwas verschieden von den abendländischen Dichtungen dieser Art durch die eigentümliche Stellung der Frauen im Orient. Die Liebe äußert Fürsten und einer anderen südlich des Balkans, jedoch das Aegäische Meer nicht berührend, mit einem christlichen Gouverneur und einer den englischen Kolonien ähnlich eingerichteten Regierung. Der Kongreß bestimmt den Namen der letzteren. 2.) Die türkischen Truppen räumen die letztere Provinz und werden nicht dahin zurückkehren. 3.) England bedauert die Retrocession Beß-arabiens, tritt derselben aber nicht entgegen. 4.) England behält sich das Recht vor, auf dem Kongresse die internationalen Abmachungen inbetreff der Donau zu discutieren. 5.) England betrachtet den Besitz Batnms nicht als Grund zu einem feindseligen Einschreiten. Rußland verspricht, seine Grenze in Asien nicht weiter vorzurücken. 6.) Rußland tritt auf Englands Ersuchen Bajafid an die Türkei, diese aber dafür die Provinz Kotour an Persien ab. 7.) Rußland verspricht, die verlangte Geldentschädigung nicht mittels Gebietes zu decken, noch sich in Englands Ansprüche als Gläubiger der Türkei zu mischen. Der Kongreß wird die Zahlnngssrage discutiereu. 8.) Der Kongreß trifft Vorkehrungen, um Epirus, Thessalien und die anderen griechischen Provinzen der Türkei zu reorganisiere«. 9.) Rußland erklärt sich einverstanden, daß bezüglich der Dardanelleu-Durchfahrt der 8tutus <1»o aufrecht bleibe. 10.) England schlägt dem Kongresse vor, daß Europa Bulgarien reorganisiere und europäisiere; es wird die Occupation Bulgariens durch Rußland und den Durchmarsch der russischen Truppen durch Rumänien zur Discussion bringen." Tagesneuigkeiten. — Eine Kulturprobe. Man schreibt dem „Jnnsb. Tgbl." aus Hall, 27. Mai: Ein Stückchen unseres Kulturlebens, das sich vor kurzem hier zu-getragcn, verdient wol znr Erheiterung Ihrer Leser veröffentlicht zn werden. Der Sparherd einer hiesigen Miethpartei hatte den Uebelstand, wegen Mangelhaftigkeit des Zuges zu rauchen. Ein bekannter Freimaurer (so werden hier die auf eigene Faust arbeitenden, nicht unter einem Meister stehenden Maurer genannt) wird zu Rcithe gezogen, und als dessen Knnst den Uebelstand nicht zu bewältigen vermochte, wird er bedenklich und räth der Partei, einer Witwe, an, das Rauchrohr benedieieren zu lassen. Helfe, was helfen kann! Der „Freimaurer", eine bei Frohnleichuains- uud ändern Prozessionen fungierende wichtige Persönlichkeit, begibt sich ins Franziskanerkloster, um geistliche Hilfe zu erbitten. Diese soll ihm von dem vernünftiger» Theil der sich dort fast immer wie von einer klösterlichen Schamhaftigkeit verhüllt, die anch eine mehr oder weniger melancholische Färbung diesen Dichtungen verleiht. Selbst das Wort Eros hat dem viel weichern weichen muffen. Hören wir eine von Göthe meisterhaft übersetzte Liebesskolie: Immerhin und immerfort, Allzuschön erscheinend, Folgt sie mir von Ort zu Ort, Und so Hab' ich weinend Ueberall umsonst gefragt, Feld und Flur durchmessen; Auch hat Fels uud Berg gesagt: Kannst sic nicht vergessen. Wiese sagte, geh nach Haus, Las; dich dort bedauern; Siehst mir gar zu tranrig aus, Möchte selber traucrm Endlich fasse dir ein Herz Und begreifs geschwinder: Lachen, Weinen, Lust und Schmerz, Sind Geschwisterkinder. Als Gegensatz möge das Lied eines Volksdichters, des modernen Anakreon der Griechen, Athanasius Christopulos, folgen: Klosterbewohner verweigert worden sein, endlich wurde seinem Verlangen doch von dem Weiberpater, der die Anliegen der Jungfrauen uud Weiber vom dritten Orden vorzugsweise zu besorgen hat, eut-sprocheu und das Ranchrohr lateinisch angeredet. Und siehe da, der „Freimaurer" behauptet steif uud fest, das Rauchrohr ziehe seitdem besser und wird ganz aufgebracht, wenn irgend so ein Liberaler die Richtigkeit seiner frommen Ansicht bezweifelt. Mehr braucht nicht gesagt zu werden: die guten alten Zeiten kehreu wieder. — Hohes Lebensalter. Man schreibt dem „N. W. Tgbl." ans Sniatyu, Galizien: Sonntag, den 26. d. M, starb zu Oroscheny in der Bukowina der Vater des dort bei der Herrschaft an-gestellten Knnstgärtners Josef Kavka, Namens Josef Kavka, im 12 t. Lebensjahre. Derselbe, im April des Jahres 1758 in Böhmen geboren, war schon unter der Regierung der Kaiserin Maria Theresia Offizier, sicher der einzige Veteran aus jener Zeit. — Einträgliche Kehlen. Ueber die nach kurzem Bestände den Weg allen Fleisches gegangene italienische Oper in Wien ist soeben ein detaillierter Rechenschaftsbericht erschienen, der höchst interessante Ziffern bietet. Nach diesein ganz authentischen Berichte haben folgende Mitglieder nachstehende Summen in Francs und in Gold bezogen: Frau Nilffon (für lOmaliges Auftreten und Hotelspesen) 59,000, Herr Fanre 63,000, Madame Trebelli 16,000, Madame Salla 9000, Signora Litta 12,600, Sig. Masini 27,000, Sig. Campanini 10,800, Sig. Pa-dilla 16,600, Sig. Zncchini 5000, Sig. Arditi 6000 (sämmtlich für 15maliges Auftreten) und Madame Lncca (für 4maliges Auftreten) 12,000 Francs. — Die Voltaire-Feier wurde in Paris blos dnrch zwei literarische Festlichkeiten im Theatre Gaite und Cirqne Myers begangen. Es wurden mehrere Reden gehalten, darunter auch von Victor Hugo, welcher Voltaire als Freund der Gerechtigkeit und Feind des Fanatismus verherrlichte. Victor Hugo brandmarkte den Krieg; er sagte nnter lebhaftem Beifall, das wahre Schlachtfeld sei heute dasjenige, welches Frankreich in der Weltausstellung vorführt. Die Feier verlief ohne irgend welchen Zwischenfall. — Nene Methode zur Entfernung von fremden Körpern aus dem Halse. Bisher waren zn diesem Zwecke weniger schmerzhafte, als qualvolle und peinliche Operationen nöthig. Alle diese Operationen werden nun zwar nicht in allen, aber doch in den meisten Fällen überflüssig gemacht durch ein Verfahren, welches Dr. Beveridge im „Newyork Medic. Record 1877 Nr. 8" empfiehlt und das einfach darin besteht, dem Leidenden Luft iu die Ohren zu blasen. Durch dieses leicht nnd rasch, selbst von Unerfahrenen ansführbare Ver- Eros auf der Flucht. Auf deu Berg stieg ich mit jener, Welcher ich mein Herz geweiht, Mit uns Aphroditens Knabe Und der alte Gott der Zeit. Matt muß die Geliebte weilen, Rnht ans rauhem Felspfad aus; Doch mit Windeseile eilen Eros nnd die Zeit voraus. — Sachte, lieber Eros, rennt doch Nicht mit blitzgcschwiudem Schritt; Der Geliebten Sohle brennt noch, Meine Holde kommt nicht mit. Und ich seh' die Flügel plötzlich Spannen Eros nnd die Zeit In die Lüste, und entsetzlich Fliegen, flattern, weit, ach weit! Freunde! ruf ich, wohin fliegt ihr? Wozu also solche Hast? Immer matter die Geliebte Rust; vergönnt ihr doch die Rast. Doch zuruck die Antwort sendet Eros: alter Brauch ist schon: Wenn die Zeit zum Flieh'u sich wendet, Flieg' ich anch mit ihr davon. (Schluß folgt., fahren wird solch' starke Reflexbewegung hervor- > gerufen, daß infolge der Mnskelbewegnng der fremde Körper gleichsam herausgepreßt wird. Diese Methode ist wiederholt mit den besten Folgen angewendet worden. Lokal-und Proviuüal-^ngelegenheiten. — (Vom Laibacher Schieß stände.) Beim gestrigen Scheibenschießen wnrden Beste gewonnen von den Herren Emerich Mayer und Victor Galle auf der Feld- nud vom Strohutfabrikanten Ladstätter und Direktor Zeuari auf der Staudscheibe. — (Die Regiments-Musikkapelle) konzertierte Samstag abends im Glassalon der Ca-sinorestauratioii. Herr Kapellmeister Czansky und seine vorzüglichen Musiker haben sich für diese Sommersaison vollständig gerüstet, es werden die neuesten Compositionen auf dem Gebiete der Oper, Operette, Konzert- und Tanzmusik zur Aufführung gebracht werden; Flöte, Flügelhorn uud Cello werden konzertierend in den Vordergrund treten und wird eine ansehnliche Serie von neuen Potpourris zu Gehör gebracht werden. -— (Eine Steueramts-Kontrollorstelle) in Krain ist zu besetzen. Gesuche hierum sind bis 30. Juni l. I. an das Präsidium der hiesigen Finanzdirection zu richten. — (Generalversammlung.) Gestern hielt der erste Laibacher Kranken-Unterstützungs- uud Versorguugsverein im hiesigen Gemeinderathssaale seiue ordentliche Jahresversammlung ab. Der Vereinsdirektor, Herr k. k. Sauitätsrath Dr. Keesbacher, begrüßte die erschienenen Vereinsmitglieder und betonte in seinem über die Thätigkeit des Vereines im abgelausenen Jahre erstatteten Berichte, daß der Verein mit Befriedigung auf feiu vorjähriges Wirken zurückblicken uud mit Beruhigung der Zukunft entgegensehen könne. Der Vereinsdirektor widmet dem verstorbenen Vereinsarzte, Herrn Stadtwundarzte Finz, eineu ehrenvollen Nachruf; die Versammlung drückte durch Ansstehen von den Sitzen der Witwe des genannten Vereinsarztes ihr Beileid und dem hiesigen Sparkassevereine für die dem Kraukeu- und Versorgnngsvereine gewidmete Spende den wärmsten Dank aus. Der Vereinsdirektor schloß seine Ansprache mit der Einladung: sämmtliche Vereinsmitglieder wollen eifrigst bemüht sein, aus ihren Kreisen dem Vereine nene Mitglieder zuzuführen und zu sorgen, daß das Vereinsvermögen dnrch außerordentliche Zuflüsse gestärkt werde. Unter einem theilt der Vorsitzende mit, daß ein neues Verciusmitglieder-Grundbnch angelegt und Herr Med. Dr. Derc, Petersstraße 6, als Vereinsarzt bestellt wurde. Der Vereinshauptkassier, Herr Pakic, erstattete den Kassebericht; nach Inhalt desselben betrugen die Vereinseinnahmeu 2462 fl. 5b kr. (darunter 765 fl. Mitgliederbeiträge, Kapitalsziusen 192 fl., Spenden 100 fl.) nud die Ausgaben 2311 fl. 55 kr. (darunter Krankheitsauslagen 896 fl., Begräbniskosten 120 fl., Vereinsarzt 100 fl., Kapitalsanlegung 1000 fl.) Das Vereinsvermögen besteht aus 4590 fl. 00 kr., und zwar in öffentlichen Papieren 394 fl., Eisenbahnprioritäten 1000 fl., Bo-denkredit-Psandbriesen 1575 fl. und in angelegten Geldern 1443 fl. Die Vereinsversammlung vollzog sofort die^ Wahl der Vereiussuuetionäre für das Jahr 1878, «,,d zum Direktor Keesbacher Friedr., Dr. Med., k. k. Sauitätsrath; Direktors-Stellvertreter Schöpf Anton, Ritter v., Dr. jnr., k. k Regieruugsrath; Hauptkassier Pakic Michael, Hausbesitzer und Holzwarenhändler; Kontrollor Wai-dinger Felix, Hausbesitzer; Schrift- und Bnchführer Dr. Adolf Schaffer; für den Bezirk der Dompfarre: Vereinskassier Matschek Ferdinand, Vergolder; Ausschüsse : Klein Autou und Kobac Johann. Buchdrucker; der Kapuziuervorstadt: Vcreinskassier Waidhauser Franz, Gastwirth; Ausschüsse: Rost Wilhelm, Bindermeister; Spoliarie Jakob, Hausbesitzer und Schlossermeister; Zitterer Andreas, Schuhmachermeister; Treo Wilhelm, Baumeister; der Stadt- j Pfarre St. Jakob: Vereinskassier Debeutz Franz, Hausbesitzer und Hntmachcrmcister; Ausschüsse: Pnppo Eduard, Hausbesitzer; Trauu August, Hausbesitzer ; der Pfarre St. Peter: Vereinskassier No-Vak Johann, Hausbesitzer uud Tischlermeister; Ausschüsse: Mali Franz, Realitäteubesitzer; Pettauer Frauz, Uhrmacher; der Pfarre Tiruau: Vereinskassier Komar Johann, Haus- uud Realitäteubesitzer; Ausschüsse: Novak Josef, Kleidermacher; Zitterer Johaun, Hausbesitzer nud Färbermeister. — (Sanitätsverhältnisse in Laibach.) Aus Laibach, 26. v. M., wird der „Presse" geschrieben: „Nachdem der Verein der Aerzte für Krain eine Petition an den Gemeinderath um Maßregeln gegen die vom Kriegsschauplätze drohende Epidemiegefahr gerichtet hat, stellte in der jüngsten Magistratssitzung der Stadtphysiker Dr. Kowatsch (Direktor des Kaiserin Elisabeth-Kinderspitals) eine Reihe von Anträgen in gleichem Sinne, sowie zur Abwehr der fast alljährlich wiederkehrenden lokalen Epidemiegefahren (thatsächlich sind in den letzten Tagen mehrere Fälle von Masernerkrankungen in der städtischen Volksschule vonseite der ordinierenden Aerzte augemelder worden). Leider hat unser Magistratsgremium die meisten der von dem Stadtphysiker gestellten Anträge abgelehnt. Besonders bedauerlich ist die Ablehnung der Bildung von Sanitäts-Kommissionen, da dadurch für den Fall der Einschleppung der Epidemien jede Basis für ein energisches Begegnen der Gefahr illusorisch gemacht ist, desgleichen zu bedauern ist die Ablehnung des Antrages auf Beschränkung der Unrathsabfuhr auf die Nachtstunden uud Beibehaltung der sanitätswidrigen usuellen Abfuhr." — (Optisch-mechanisches Kabinett.) Gestern wnrde die Ausstellung der zweiten Serie eröffnet, enthaltend Ansichten von kaiserlichen, beziehungsweise königlichen Palästen in Paris und Berlin, vou größeren Städten in Holland und Belgien, vom Niagarafalle in Amerika, von kaiserlichen Palästen uud Moscheen iu Konstautinopel, von den reizenden Seelandschaften in Italien, von den Bandenkmälern in Griechenland, von den heiligen Stätten in Jerusalem. Wunderhübschen Anblick gewähren die naturgetreuen Blnmeubilder, und unterhaltend beschäftigen den Beschauer die komischen Szenen ans französischen Singspielen. — (Landschaftliches Theater.) Paul Hoffmauus zweite Vorstellung war schwach besucht, und gerade diese Vorstellung bot viel Interessantes, cs wurden nns Bilder aus Centralafrika präsentiert, wir sahen die weltbekannte Wüste Sahara und ihre Schrecknisse. Großen Beifall erzielte Herr Hoff-mann mit der Vorstellung des Weltgebäudes, mit lebhafter Neugierde folgte das Publikum den Darstellungen des Sonnensistems. Diese zweite und letzte Vorstellung gewann der ersten den Rang ab, das Publikum verließ sehr befriedigt die Theaterräume. — (Seltene Jagdbeute.) Am 28. Mai wurde in Großlaschiz vom Jäger Jernej Modie ein Exemplar des weißköpfigen Geiers erlegt und vom Jagdinhaber Pfarrer Frelich dem Museum zum Geschenke gemacht. Er wog 16 Pfund und hatte neu» Schuh Flügelweite. Der Vogel kommt in Krain nicht vor, sondern dürste aus dem kroatischen oder slavonischcn Süden, oder aus der Türkei in unsere Gegenden verschlagen worden sein, wo er bisher nur zweimal (1775 und I8Z5) geschossen wurde. — (Für Jagdfreunde.) Die Nummer 10 der „Deutschen österreichisch-ungarischen Jagdzeituug" enthält eine biographische Skizze aus dem Leben des hervorragenden Jagdfreuudes Grafen Oetavian Kinsky, Artikel über Hunderassen, Raubthiere, einen historischen Artikel über die Jagd unserer Voreltern, eine Beleuchtung des Jagdgesetzes, Notizen über Gestüte, Schieß- uud Schwimmsporte, Wettfahrten und Jagdangelegenheiten. Pränumerationen auf diese Zeitung besorgt die hiesige Buchhandlung von Kleinmayr L Bamberg, jährlicher Abonnementspreis 5 fl. ö. W. — (Die Trisailer Kohlenwerks-Gesellschaft) hielt am 28. v. M. eine Generalversammlung ihrer Actionäre ab. Aus dem Verwaltungsrathsberichte entnehmen wir, daß sich die Kohlenproduction aus den gesellschaftlichen Gruben im Jahre 1877 gegen das Vorjahr, wenn auch nur um ein Geringes, vermindert hat; selbe betrug 281,982 Tonnen, die auch ganz abgesetzt wurden und einen Erlös von 1.063,402 fl. ergaben, wovon nach Abzug der für Steuern, Zinsen und Spesen der Anleihe so wie für Abschreibungen bestrittenen Beträge von zusammen 259,066 fl. ein Reingewinn von 220,174 fl. erübrigt, doch ist dieser durch Investitionen in Anspruch genommen worden, so daß die Vertheilung einer baren Dividende mit Rücksicht auf die Coufolidierung des Unternehmens nicht erfolgen könne. Nach Abrechnung der Dotierung des Reservefonds und der Tantiemen mit zusammen 14,034 fl. beträgt der den Actionären zukommende Gewinn unter Hinzurechnung des Gewinstvortrages aus den früheren Jahren 359,289 fl. Der Verwaltungsrath schlug infolge dessen vor, von diesem Betrage 300,000 fl. an die Actionäre in der Art zu vertheilen, daß das Gesellschaftskapital um weitere 3000 Stück Actien zu 100 fl. auf deu Betrag von 3 3 Millionen Gulden erhöht werde und daß diese neu emittierten Actien den Actionären, und zwar für je 10 Actien eine neue Actie, ausgefolgt werden, den Rest per 59,289 fl. aber in Abschreibung zu bringen. Dieser Antrag wurde nach Ertheilung des Absolutoriums an den Verwaltungsrath einstimmig angenommen. — (Aus dem klerikalen Lager.) Kaplan Franz Jvanetic zu Brückl in Kärnten erfuhr Vonseite der „Kärntner Volksstimme," einem klerikalen Organe vom reinsten Wasser, beleidigende Verunglimpfung. F. Jvanetic ergreift gegen diese ehrenrührigen Attentate in der „Klagens. Ztg." das Wort, und wir citieren aus dessen offenem Briefe an die klerikale „Volksstimme" nachstehende markante Stellen: „Weil ich kein den Schulgesetzen feindliches Betragen an den Tag letze, bin ich die Zielscheibe von Verunglimpfungen. Der „Kärntner Bolksstimme" beliebt es, Meinungsverschiedenheiten Andersdenkender nach Gassenbubenart mit den verletzendsten Schmach- und Schimpfworten abzuthun. Weil ich gewisse Gesetze nicht für kirchenfeindlich erachte, weil ich die Besserung des traurigen Lebensloses der niederen Klerisei viel eher vom Staate hoffe, als von jenen, die hierzu in erster Linie berufen wären, deshalb ver-nrtheilt man mich. Dieser infernale Haß gegen Andersdenkende, dieser blinde Zelotismus muß jeden halbwegs denkenden Menschen anekeln. Ich zähle nicht zu jenen, die den Verstand mit frömmelnder Augenverdrehung, lächerlichen Sophismen und mit tückischer Zugrundelegung eines erzwungenen Sinnes berücken; der Milch frommer Denkungsart ist nur zu oft gähreudes Drachengift beigemengt." — Diese Lection dürfte der „Kärntner Volksstimme", ihren Patronen und Gesinnungsgenossen genügen. Der Inhalt dieses „offenen Brieses" zeugt, daß es immerhin Priester gibt, die ihre liberalen Grundsätzen huldigende Action durch schmutzige klerikale Federu nicht in den Koth ziehen lassen. — („DerFührer auf der Kronprinz Rudolfsbahn von der Donau bis Laibach.") Zweiter Band, enthaltend die Eisenbahnstrecken der genannten Bahn zwischen St. Michael nnd Laibach, ist soeben im Verlage von „Jägers Tourist" erschienen. Dieses Reisehandbuch macht die Touristen auf die alpinen Schönheiten au der Kronprinz Rudolfsbahn aufmerksam nud berührt mit oft umständlicher Ausführlichkeit alle Gebiete, welche den Fremden, der zuerst in diese Gegenden kommt, überhaupt interessieren. Der Topographie, Geschichte rc. der beschriebenen Stationen und Orte wird eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet und der Fremde, an der Hand wichtiger Daten, von seinem Standquartiere aus über Berg und Thal und dann wieder zu seinen: Ausgangspunkte zurückgeführt. Das Buch ist vom gegenwärtigen Redakteur von „Jägers Tourist", I. Karl Beer, nach Gustav Jägers (des bekannten alpinen Schriftstellers) nachgelassenem Mauuscripte bearbeitet und mit einer schönen Übersichtskarte versehen. Es bildet den Abschluß des umfassendsten Reisehandbuches, das bisher über die Kronprinz Rudolfsbahn erschienen ist, und wird bei Reisenden und Touristen vielen Anklang finden. Witterung. Laibach, 3. Juni. Morgens Nebel, dann trübe, schwüle Lust, windstill. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 12 8°, nachmittags 2 Uhr -s- 213° 6. <1877 -I 22 9°; 1876 23 4° 0.) Baro- meter im Fallen, 735 66 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -j- 16 1°, das gestrige -j- 164°, beziehungsweise jedesmal um 10° unter dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 0 50 mm., der gestrige 5 50 mm. Regen. Angekommene Fremde am 3. Juni. Hotel Stadt Wien. Fentler, Besitzer, Adelsberg. — Durbeschitsch, Hdlsm., Fiume. — Tschelegi und Herzog, Private, Völkermarkt. — Pcterka, Bauer, Blenk, Baumann, Ron, Mravlag, Groham, Kflte.; Baad, Hutfabrikant, und Regen, Papierfabrikant, Wien. — Ritter v. Fritsch, Generaldirektor der Wolfsegg - Traunthaler Kohlenwerks- und Eisenbahngesellschast, Steyr. — Dr. Pimpach, Magistratsrath, Triest. — Kussevich, Ingenieur, Agram- — del Cott, k. k. Regieruugseoncipist, Gurkseld, — Dnrstmüllcr, Brünn. — Kreun, Gottschee. — Pitsch-mann, Kfm., Wien. Hotel Elefant. Winkler, Techniker, Wien. — Czechak, Kfm., Brünn. — Perz, Kfm., Graz. — Kransz, Architekt der Pester Versicherungsanstalt, Budapest. — Dr. Rogozinski, k. k. Regimentsarzt, Stein. Baierischer Hof. Stiger, Hdlsm., Salzburg. — Batove, Materija. Sternwarte. Dollhoff, k. k. Bezirkshauptmann, Gottschee. Sonncilsterii, Oberjttger, Graz. Mohre». Petters, Reis, Wien. Verstorbene. Den 1. Juui. Gertraud Niömau, Tischlerswitwe, 85 I , Lungeiiemphhsem; Helena Doberlet, Jnstitutsarme, 69 I., Schlagfluß, beide im Armenhaus. — Johann Pet-jani, Taglöhnerssohn, 12 I. 8 Mon, Hafnersteig Nr. 6, Zehrfieber. — Franziska Äoprivc, Arbeiterin, 33 I., Peters-straße Nr. 62, Tuberkulose. Lebensmittel-Preise in Laibach am I.Jnui. Weizeu 9 fl. 10 kr., Korn 6 fl. 1 kr., Gerste 5 fl. 20 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 5 fl. 69 kr., Hirse 6 fl. 1 kr., Knkurutz 6 fl. 20 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 50 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr, Schweinfett 82 kr., Speck, frischer 70 kr., geselchter 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm: Eier 1*/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 68 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. — kr., weiches Holz 4 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 5. Juni 1878 stattfindenden Li-eitationen. 3. Feilb, Ko?ar'sche Real., Hudo, BG. Stein. — 3. Feilb., Wols'sche Real., Swur, BG. Nasseufuß. — 3. Feilb., Ljubi^fche Real., Unterschleiniz, BG. Laibach. — 2. Feilb., kovaöik'sche Real., Ponikve, BG. Laas. — 2. Feilb., Za-krajZek'sche Real., Storovo, BG. Laas. — 2. Feilb., Ko-derea'sche Real., Verh, BG. Laas. — 2. Feilb., Konie'sche Real., Nußdvrf, BG- Adelsberg. — 1. Feilb., Jlersiö'schc Real., Zirkmz, BG. Loitsch — l. Feilb., Macek'sche Real., Brod, BG. Loitsch. — 1- Fcilb., Logar'sche Real., Oberdorf, BG. Loitsch. — Reafs. einziger Feilb., Fink'sche Real., Kleinratschna, BG. Laibach. — l. Feilb., Lnnka'sche Real., äcrovniea, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Cuk'sche Real., Neu-weit BG. Loitsch. — 1. Fcilb, Semrov'fche Real., Oberdorf BG. Loitsch. — i. Feilb., Ozwald'scke Real., Gar-tschareuz, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Hokevar'sche Real., Zirk-niz, BG. Loitsch. - Reass. 3. Feilb., Lösche Real., Lau-Lol, BG. Senofetsch.— 1. Feilb., Slivar'fche Real., Groß-ubelsko, BG. Senofetsch. — Relie. Benko'fcher Real., Ver-bljene, BG. Laibach. — 1. Feilb., TurZii'sche Real., Vi-aaun. BG. Loitsch. - 1. Feilb., Ozwald'schc Real., Gar-tschareuz, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Trebuschak'sche Real., Mitterdorf, BG. Stein. Telegramme. Wien, 2. Juni. In der ungarischen Delegation erklärte Graf Andrassy, der Kongreß sei auf den 11. Juni einberufen. Die Einladungen über unseren Vorschlag wurden von Deutschland versendet. Die Grundlage, worauf der Kongreß einbernsen werde, könne erst nach deren Annahme seitens der Großmächte mitgetheilt werden, doch sei es jedenfalls ein günstiges Zeichen, daß England und Rußland die Grundlage acceptierten. Die vom „Globe" mitgetheilten Punkte können nicht als authentisch betrachtet werden. Berlin, 2. Juni. Bei einer Spazierfahrt nachmittags um 2^/z Uhr „unter den Linden" wurde auf den Kaiser geschossen; der Kaiser wurde getroffen und am Arm und Wange verwundet. Der Attentäter Dr. Nobiling machte sodann einen Selbstmordversuch. Berlin, 2. Juni. Aerztliches Bulletin, halb 5 Uhr abends: Ans den Kaiser wurden zwei Schrotschüsse abgefeuert. Gegen 30 Schrotkörner drangen ins Gesicht, den Kopf, beide Arme und Rücken. Keine Wunde ist unmittelbar lebensgefährlich. Der Kaiser leidet heftige Schmerzen, verlor aber das Bewußtsein keinen Augenblick. Das Allgemeinbefinden hat sich wieder gehoben. Berlin, 2. Juni. Der Kaiser erlitt starken Blutverlust. Eine Anzahl Schrotkörner wurde entfernt. Der Mörder wurde nach dem Krankenhause geschafft. Bei dem Verbrecher wurden zahlreiche Waffen gefunden. Abends um 7 Uhr findet eine Sitzung des Staatsministeriums statt. Berlin, 2. Juni, 8^ Uhr abends. Der Thäter vr. xbilos. Landwirth Karl Eduard Nobiling ist geboren am 10. April 1848 in Kollno bei Birnbaum, seit zwei Jahren in Berlin, seit Anfang Jänner „unter den Linden" Nr. 18 wohnhaft. Derselbe wurde in der Krankenstation der Stadtvogtei inhaftiert, seine Mutter und die Aerzte sind bei ihm. Das verbreitete Gerücht, Nobiling sei Beamter im landwirthschastlichen Ministerium, ist unwahr. Nobiling hat socialdemokratische Ver-ei.ne und Versammlungen besucht. Wiener Börse vom 1. Jnni. Allgemeine 8taatr-s«tmkä. Papierrente . . . Silberrente . . . Goldrente .... StaatSlose, 1839. „ 1854. „ 1860. 1860(5tel) 1864. . Grunllentkastungr- Obligationen. Galizien.............. Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . Ungarn................ Anäere üssentkicüe Änkeken. Donau-Regul.-Lose Nng. Prämienanlehei Wiener Anlehen . . Aclien o. Banken. Kreditanstalt f.H.n.G. EScompte-Ges., n.ö. Rationalbank. . . . Unlernekmnngen. Alföld-Vahn......... Donau-Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn . FerdinandS-Nordb. . branz-Äoseph-Bahn . Galiz. Karl-Lndwigb. Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschast . - j Geld Ware 63 85 63 9-, 66 50 66 60 73-85 73 95 335 — 337-— 108 25 108 75 114-25 114 75 122 — 122 50 138 60 139 — 86 25 86 75 77 50 77 75 77 75 78 25 78 75 77 50 104 25 104-50 78 50 78 75 93 75 94 — 230 — 230 25 810-— 8l2— 120 — 121— 423 - 426 — 176 50 177 — 2105 2110 133— 133 50 253 — 253 50 123 25 123 50 489 — 400 — Nordweftbahn . . . Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Vodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- PriorilüLL-Obkig. Elisabethbahn, i.Em. Ferd.-Nordb.i. Silber Franz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Lndwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn L S Perz. * 5 „ . Krivatkose. Kreditlose........... Rudolfsstiftung. . . . Devisen. London ........... Gekäforten. Dukaten........... 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............ Geld Ware 110 50 110 75 116 50 117 262 — 77'— 115 — 110 — 9150 98-70 95 — 92 40 106— 89- 10175 89 30 65 25 155 — 113 — 93 25 164 75 1450 118 70 5-58 ,9-48',, 58-55 103 45 262-50 77 50 115 25 110 50 9175 98 85 95 25 92 70 106 50 89-25 102 — 89 50 65 50 156'— 113 25 93 50 165 25 15'- :18'80 5-60 949 58 65 103 60 Telegrafischer Kursbericht NM 2. Juni. Papicr-Rente 63 70. — Silber-Rente 66.10. — Gold-Rente 73 65. — 1860cr Staats-Anlchen 114 30. — Bank-actien 811. — Kreditaetien 232'—. — London 118 75. — Silber 108.60. — K. k. Münzdukaten 5 62. — 20-Franes-Stücke 9'49. —100 Reichsmark S8'60. Allgemein beliebte Firmungs-Geschenke in entsprechender Auswahl. Billige Preise und gute Waren garantiert, empfiehlt sich (264) 3—2 Congreßplatz 8. Warnung. Mein Sohn ^Ikreck LUIine, Vormeister im 12. k. k. Feldartillerie-Regimente, wurde aus der k. k. Artillerie-Kadettenschnle in Wien entlassen und zu seinem Regimente nach Laibach zurückversetzt. Um jedermann vor materieller Schädigung möglichst zu bewahren, erkläre ich, daß derselbe keinerlei Vermögen oder Werthgegenstände besitzt oder zu erwarten hat und seine Eltern oder Verwandten keinen Kreuzer Schulden für ihn bezahlen. (254) 3—3 Oedenburg, den 20. Mai 1878. Dir. Aiikne. Alan diete <1em 6Iüeke !. oder Kulden T ö. W., speriell aber: l 6ewinn !, !> U. -> >1. )l. »I. Levvinn 6ervmn 6swinn 6ewinn Levvinnss .^1. 6e^inn s >1. Lewinne ». 6e^inn ü .R. Oewinne L ^1. 6evv>nne g >1. 250.000, 125.000, 80,000, 60,000, 50.000, 40.000, 36.000, 30.000, 25.000, 20,600, 15.000, I 6e^v. 23 6evv. 4 6ew. 31 6evv. 74 6ew. 200 6evv. 412 Oöw. 621 Lew. 700 6ew. 28,015 6evv. ete. !, iV. 12,000. !> .VI. 10,000, i. »I. 8000, » U. i. -> 1^1. XI. L «. » U. !> ». 5000, 4000, 2400, 1V00, 500, 250. 138 ete. Oie niiebsle erste Levvinnriekunj; ciieser gossen, vom Llssts gsrantierten 6e>6ve?Iosun8 ist smUieli fesl-geslellt und findet 80lion am !2. unä 13. luni li. statt Ullä kostet disrru 1 xsnres Oi-ixin->!-1.os nur iVIürlr 6 oder II. 3'50, 1 kslbes , » . g . » 1'75, 1 viertel . . . 1'/- ' " —'90. älle ^ullrsiße werden sofort ßoßen kinsendunA, I'oslsinrslilung oder ^solinalime des Letr!>ßes mit der grösslen Lorxfgit »usxolukrl, und orbiilt jedermann von uns die mit dom ktggtsvvgppen versebenen Originiil-l.ose selbst in die lliindö. Den lieslellun^on werden die oriorderlielien »ml-lielien ?!üne ßr,itis beixeluj;t, uod ngeb jeder Xiebunx senden wir unseren Interessenten ungukAelordert :>mt-lielie 1-isten. Oie ^us/.->KIunx der Lewinne erfolgt stets prompt unter 8t»st8gsrsntie und Irsnn dureb direkte Zusendungen oder suf Verlangen der Interessenten dur,:k unsere Verbindungen »n -dien grösseren ?I8tren Oester-reieks versnlssst werden. (222) 18—17 Unsere Lollveto wsr stets vom Llüolce begünstigt, und Iiütte siel, dieselbe unter vielen snlieren belleu-teniien Lsvinnen oftma>8 üer ersten tisuplirsffki' ru erfreuen, die den belrelfenden Interessenten direkt gustiersklt wurden. Vorsussielitliek ksnn bei einem solelie» aus der 8v>Ii»Ie8l«„ gegründeten vnternebmen übergll suk eine sebr rege Üetkeiligung mit kestimml-beit gereebnet werden, msn beliebe dgker sebon der ->»e ^utlriige /u rieliten s» kautinanu 8iinon, Nnnk- »ml in Il n iu l, u r x, >;in- und Verküuk !,ller Lrten Stsatsoblig-itionon, kisen-bgbnsetien und Lnlekenslose. I». 8. >Vir öankeu disräuroN tür äs.8 uvs ksitlrsr xesodeLLto Vertrauen, uvä inäsm ^vir dei Lsssiuu äer neuen Ver-l08unx rur Letdeilixnnx einlrtäen, veräsn vir un« aueli kernerdin de^treden, äurod stets prompte unä reelle keäiennnx äis volle Lukrisäendeit unserer xeedrten Interessenten ru erlLn^en. D. O. Druck von Jg. V. Kleinmayr L Fed. Bamberq. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.