Poffnina pfatena v gofovini 7f. lahrgang Ersctaeini wöchentlicb seciismal (mft Ansnahme der Feiertage). Schrlft-leituog, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 2&-67, 25^ und 25^9. Maribor. KopaliSka ulica B. Manuskripte werden nicht retoumiert. Anfragen Rückporto beilegen. Nr. 109 Samttag, dan 15. Mal 1959 InscratuD- und Abonnements-Annaüine in Manbor, iiopaliäka ulica O (Verwaltung), Bezugspreise. Abholen monatlich 23 Üin^ zustellen 24 Üin, durcb die Post monatlich 23 Din, für das Ausland monatlich 35 Din. Einzelnummer 1.50 und 2 Din. Preis Din rSO SRoriboitt ötiiung .3h)Henif(0-f|Nmif«( 6^irimre|)rrii6en itolienitAen SreitDinigen / (Sine t)lel&ca sehe. Generaloberst v Brauchitsch nach München V e n e d i g, 12. Mai. (Avala.) Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres Generaloberst v. B r a u c h i t s c h, der gestern in Venedig weilte, hat sich heute morgens nach München begeben. Die Qottloeenbewegung in Sowjetrußland. Moskau, 12. Mai. (Avala). Auf dem Jahreskongreß des sowjetrussischen Gottlosenverbandes erklärte dessen Vorsitzender J a r 0 s l a w 0 w, daß es in dem Gebiet der Union noch immer 30 Millionen Menschen gebe, die an Gott glauben und die in lo.oloo Kirchengemeinden vereinigt seien. Redner sprach sich schärfstens gegen die Verfolgung der Gottesgläubigen aus, da sie meist das Gegenteil des Gewollten erreichen. Das Ziel, die Bevölkerung vom Gottesglauben abzubringen, müsse durch intensive wissenschaftliche Propaganda erreicht werden. Unterzeichnung des britisch-rumänischen Wirtschaftsabkommens Bukarest, 12. Mai. (Avala.) In Bukarest wurde von drei Mitgliedern der Regierung, darunter dem Außenminister G a f e n c u, das Protokoll zum britisch-rumänischen Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Englischerseits unterzecihnete Weltreise um ein Bild. Southampton (ATP). Dieser Tage ist hier der Forschungsreisende N. Shrott eingetroffen, der zuletzt den Ker-gueleninseln im Südlichen Eismeer einen Besuch abgestattet hatte. Schon 1922 war er, damals mit einer wissenschaftlichen Expedition, auf den Inseln gewesen; bei dem überstürzten Abbruch der Expedition hatte er in einer Blockhütte das einzige Bild, das er von seiner früh verstorbenen Braut besaß, liegen lassen. Um das Bild zu holen, ist er im vergangenen Jahr noch mals nach den Kerguelen gefahren. Zürich, 12. Mai. Devisen: Beograt 10, Paris 11.79, London 20.84, Newyork 445 ein sechzehntel, Brüssel 75.6750, Mailand 23.4250, Amsterdam 238.45, Berlin 178.50, Stockholm 107.3750, Oslo 104.725« Kopenhagen 93.05, Prag 15.25, Sofia 5.40, Warschau 83.75, Budapest 87, Athen 3.90. Istanbul 3.60, Bukarest 3.25, Helsinki 9.1825, Buenos Aires 102,75. hat Mich tief gerührt. Mein erster Gedanke ist, Eurer Majestät Meinen tiefsten Dank auszusprechen. In der Sympathie, mit der Uns Eure Majestät umgeben haben, sehe Ich ein hohes Zeichen der Freundschaft zu Seiner Majestät König Peter II., zu Jugoslawien und zum ganzen jugoslawischen Volk. Die war men Sympathiekundgebungen des ganzen italienischen Volkes haben Mich aufrichtig und tief gerührt. Die Zeichen ungezwungener Herzlichkeit, die ich auch bei Meinen Begegnungen mit hervorragenden 'talienischen Staatsmännern, vor allem bei der Begegnung mit dem Chef der italienischen Regierung Sr. Exzellenz Herrn Mussolini feststellen konnte, haben Mich mit besonderer Befriedigung erfüllt. Ich kann Eure Majestät versichern, daß diese Aeußerungen der Sympathie und der Freundschaft für Jugoslawien und das jugoslawische Volk-starken Widerhall finden werden jenseits der Adria, wo man das Gefühl lebhafter Bewunderung für das edle italienische Volk und für das erhabene Haus Savoyen hegt. Dies Gefühl gegenseitiger Sympathie und Achtung ist übrigens der beste Beweis für die Solidität des Abkommens, durch das die Freund Schaft zwischen Italien und Jugoslawien besiegelt wurde. Unsere beiden Regierungen arbeiten in voller Harmonie an diesem nützlichen und dauernden Werk und lassen sich dabei von dem Gedanken der Ordnung und der Stabilität leiten. Bei ihrer Wirksamkeit haben sie stets die Ver- tiefung der guten Beziehungen zu den benachbarten und befreundeten Staaten sowie die Erhaltung der Ruhe und des Friedens in Europa vor Augen. Die Prinzessin und Ich werden unvergeßliche Eindrücke von Unserem Aufenthalt in Italien mitnehmen. Die Schönheit und die unvergleichlichen Reize Ihres herrlichen Landes unt der Eindruck eines gigantischen Fortschritts, den Wir aus Italien mitnehmen, werden die Erinnerung lebendiger machen In solchen Gedanken erhebe Ich das Glar auf die Gesundheit Eurer Majestät, aul die Gesundheit Ihrer Majestät der Königin und Kaiserin, aus das Wohl des Hauses Savoyen und spreche meine wärn>-stcn Wünsche für das Glück und dir Größe des italienischen Volkes aus.« >MariboreT Zeitung« Nummer 1(X 2 Samstag, den 13. Mal 1939 3mpofQn(r SIottenporaDe 3tQllen0 in Oteapef 6.ft.j^.|Sr{nsrt6ent:ßouI a\i Bufdiauer öerSIoltendbungm, an örncn I2o91otten einbeiien unö 52 £ufie«fa&rineii mit 20.000 Ollann tcUgenommen 5o6en ifeberail ftttrmitcbe ComDalDiefunOgeOungen ffir den lürinsregrnlfn Rom, 12. Ma. Zum Empfang des italienischen Souveräns und des jugoslawischen Prinzregenten hatte sich Neapel mit den Farl)en Italiens und Jugoslawiens reich geschmückt. Vom Mar;jeHna-Bahnhof bis zum Beverello-Ufer war schon In den frühen Morgenstunden das Spalier der Wehrmacht und der faschistischen Verbände aufgestellt worden. Daaf Ehrenspalier bildeten auch die faschistischen Kaiser sowie mit dem Prinzregenten in Neapel ein. Die Begrüßung mit Kronprinz Umberto war überaus herzlich. S. M. König und Kaiser Viktor Ema-nuel IIL und S. K. H. Prinzregent Paul schritten die am Bahnhof aufgestellte Ehrenkompagnle der Bersaglieri ab und begaben sich dann in Kraftwagen zum Qual. Im ersten Wagen saßen die beiden Souveräne, Im zweiten Kronprinz Umberto und Außenminister Dr. Clncar-Marko-vi£, Im dritten Graf Ciano und Alfleri. Auf der Fahrt wollten die stürmischen Kundgebungen schier kein Ende nehmen. Die im Hafen versammelten Kriegsschif fe donnerten während der Fahrt des Herrschers und seines hohen Oastes Ihren Ka-nonensalut Von Beverello aus begaben Sich der Italienische Herrscher, der Prinz-' regent, der Kronprinz und das Gefolge mit einem Motorboot an Bord des^ Admlral-schiffes »Trieste«. Dort wurden sie vom Mfn^sterr>räs?denten Mussolini und . Admiral P I n 1 o herzlich begrüßt. Nach der Ankunft der hohen Gäste auf dem Admiralschiff begannen die kombinierten Uebungen der Flotte und der Luft Streitkräfte. Zuerst griffen die Zerstörer die Panzerkreuzer und Linienschiffe unter Mitwirkung der Kampfboote an, wo' gleichzeitig auch ferne Ziele l)eSchosscn wurden. Daraufhin folgte ein Angriff der Tauchboote auf ehi größeres Geschwader. An sämtlichen Uferpunkten war eine große verteilte Menschenmenge Zeuge des grandk>sen Schauspiels. Den Abschluß bildete ein imponierendes Defiiee von 120 Einheiten der Kriegsflotte und 52 Lufteskadrillen. An den gewaltigen Manöverübungen beteiligten sich 1032 Offiziere, 3098 Unteroffiziere und 16.795 Mann. Prinzregent Paul und der italienische Herrscher nahmen das DefUee an Bord des Schlachtschiffes »Triette« ab. Die Einheiten der Flotte zogen in einer mehrere KHometer langen Lbiie an der »Triette« vorüber und boten ein herrli ches Bild. Unier begeisterten Ovationen der Bevölkerung drehte die »Trieste« zum Ufer bei, worauf sich der Prinzregent und der italienische Herrscher unter neuen OvaHonen zum Bahnhof begaben, um di Fahrt im Sonderzug nach Rom anzutreten Auch Ministerpräsident Mussolini kehrte noch abends nach Rom zurück. Sreun5f(DQft auf nalflrlid^er ($run&lage DIE DEUTSCHE PRESSE ÜBER DEN BESUCH S. K. H. DES PRINZREGENTEN IN ITALIEN. 6.^.9. ISrinsregent :|Sau1 und )3inni(ffin Olga Jugendverbände, die kleine jugoslawische und italienische Fähnchen schwangen. Im Golf waren inzwischen 120 Einheiten der italienischen Kriegsflotte zusammengezogen worden. Um 8.50 Uhr traf Ministerpräsident Mussolini in Neapel ein. Der Duce begab sich, von den Menschenmassen immer wieder stürmisch bejubelt, im Motorboot an Bord des Admlralschif-fes »Trieste«. Um 9.30 Uhr traf ein Son- ^ derzug mit dem jugoslawischen Außenminister Dr. Cincar-Markoviö, dem, italienischen Außenminister Graf Ciano,| dem Minister Alfierl, den italienischen Staatssekretären, den Mitgliedern der | jugoslawischen Legation sowie mit den Beamten des italienischen Außenministe-; rlums ein. Um 9.40 Uhr fuhr Kronprinz Umberto im Hafen vor, bald darauf^ fuhr der Hofsonderzug mit dem König und B e r Ii n, 12. Mai. (Avala) Das DNB meldet: Die »Berliner Börsen-Zeitung« betont die Bedeutung des Besuclies S. K. H. des Prinzregenten P a u I in Rom und bemerkt u. a.: »Sowohl die Stimmen der italienischen Presse wie die Freude des italienischen Volkes zeigen die große Genugtuung darüber, daß Jugoslawien und Italien in einer Freundschaft leben, die bereits seit mehreren Jahren erprobt ist. Diese Freund schalt, deren Bedeutung Uber den Interessenkreis beider Staaten hinausgeht, ist um so wertvoller, als sie in einem Teile Europas eingetreten ist, der einige Jahre zuvor als Quelle der Beunruhigungen gegolten hatte. Die Annäherung zwischen Rom und Beograd ist aus der Erkenntnis der verantwortlichen Staatsmänner hervorgegangen, daß die beiden großen Nachbarvölker auf gutnachbarliche Beziehungen und auf friedliche Zusammenarbeit angewiesen sind, die viel frucht- !3ilumäni(n< Sirauen )um erften Oltale in den Uniformen Oer 6taa(4partei c barer ist als die Fortsetzung alter Gegensätze oder die Rücksichten auf Interessen fremder Politiker. So ist die italienisch-jugoslawische Freundschaft auf natürlicher Grundlage erwachsen. S. K. H. der Prinzregent hat ein großes staatsmännisches Werk vollbracht, indem er zu Italien, Ungarn und Bulgarien gute Beziehungen herstellt. Auch das Großdeutsche Reich unterhält die besten Beziehungen zu Jugoslawien. So ergibt sich in SUd-osteuropa eine Lage, frei von destruktiven Einflüssen. Die Länder in diesem Teil Europas lassen sich nur von den geopo-litischen Tatsachen und wirtschaftlichen Verhältnissen leiten und dienen auf diese Weise dem allgemeinen Frieden.« aus Indochina 5(X).000 Mann. Wie pl-len wir unsere Lücken ausfüllen, wenn Kußland draußen bleibt. Ohne Kußland bleibt uns nur emes übrig: die Katastrophe oder aber die Befreiuung von allen Verpflichtungen. Hat man München schon vergessen? Ich sehe nicht, daß das Problem von unseren maßgeblichen Kreisen studiert wird. Ich sehe aber, daß unsere Gegner genau wissen, wie es um uns steht. Hitler und Mussolini haben sich noch nie in den Morast des Optimismus verführen lassen wie die Mitglieder des englischen Parlaments, denen es in diesem Morast schon einige Jahre ganz gut gefällt.« Lloyd Georges Ausführungen haben auf das Unterhaus tiefen Eindruck gemacht und riefen bei den Regierungsvertretern scharfen Widerspruch hervor. Anläßlich der Einweihung eines Denkmals für König Carol L, den ersten rumänischen König, war erstmalig eine Frauenabteilung der neugegründeten Staatspartei in ihren blauen Uniformen zu sehen. (Weltbild-Wajgcnborg-M.} Sloqö (Storae fflr 3ulommm-orbeft mit TtufHanO London, 12. Mai. Im Unterhaus hielt LloydGeorge eine Rede, in der er Englands militärische Lage pessimistisch beurteilt. Er erklärte u. a.: »1914 wußten wir, mit welchen Mitteln wir ausgestattet waren. Wir waren die Herren der See, Frankreich und Rußland besaßen ausgebildete Heere, die größer waren als die Armeen der Zentralmächte. Wie steht es heute? Auf unserer Seite ist Frankreich mit einer großen, herrlichen Armee. Auch Polen ist hier, doch ist Polens Armee nicht so groß und so gut bewaffnet wie die Armee Frankreichs. England könne heilte nicht so viel Militär auf den Kontinent entsenden wie 1914. Auf der anderer Seite steht die riesige deutsche Armee und neben ihr die italienische, die doppelt so groß ist als Italiens Heer von 1915. Der italienische und der deutsche Generalstab haben ihre Pläne fertiggestellt. Deutschland und Italien haben doppelt so viel Soldaten als Frankreich, Polen und England zusammen. Kein französischer Minister kann die Möglichkeit übersehen, daß auch auf den Pyrenäen der Gegner auftreten könnte. Bei alldem vernachlässigen wir Rußland. Ohne Rußland sind unsere Garantien für Polen, Rumänien und Griechenland wahrer Wahnsinn. Wir vernachlässigen auch den Fernen Osten, wo Japan unseren Handel bedroht. Während des Krieges gab uns Indien eine Million Mann, Frankreich bezog »eflfalif(]&e Xat einer 2>febin Ein einjähriges Kind den Schweinen vorgeworfen. Zagreb, 12. Mai. Aus Gredice wird der nachstehende verabscheuungswürdige Vorfall gemeldet: Die Besitzerin Katharina M e g l a j c ließ ihre beiden Kinder, ein vierjähriges Mädchen und dessen einjähriges Schwesterchen in der elterlichen Wohnung zurück, um sich auf den Markt zu begeben. Während Ihrer Abwesenheit erschien, wie die Vierjährige nachher aussagte, eine unbekannte Frau, die den beiden Kindern sehr freundlich tat und dem vierjährigen Mädchen einen Dinar mit der Weisung Obergab, in einem Laden Bonbons zu kaufen. Die Kleine lief In der Tat mit dem Dinar aus dem Hause. Inzwischen machte sich die abgefeimte Diebin auf die Kasten und Läden her. Da das kleine Kind zu schreien begann und die Diebin fürchten mußte, Aufsehen zu erwecken, nahm sie das weinende Kind und warf es den Schweinen vor. Als die Mutter kurz darauf nach Hause gekommen war, fand sie in der Wohnung die Souren des Diebstahls vor und merkte zu Ihrem Entsetzen, daß die Wiege leer war. Sie rannte Ins Freie und vernahm die klagenden Töne des Kindes, das mit einem Schweine rang. Ein Schwein hatte Inzwischen dem Kinde mehrere Finger beider Hände abcrebissen. Die Frau wurde bei dem Anblick des verunstalteten und verkrüppelten Kindes fast irrsinnicr. Nach der entmenschten Diebin wird fieberhaft gefahndet. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. B r ü n n, 12. Mai. In der Gemeinde Bedihost bei Proßnitz hat sich eine furcht bare Bluttat abgespielt. In einem Anfall von Sinnesverwirrung überfiel zur Nachtzeit der 31-jährige Tischlergehilfe Pare-niea, der erst kürzlich gegen Revers aus «iiner Nervenheilanstalt entlassen worden war, mit einer scharfgeschliffenen Hacke seine Frau und brachte ihr tödliche Verletzungen bei. Durch den Lärm waren die drei Kinder des Ehepaares aufgewacht Während der Wahnsinnige seine Frau niederschlug, flüchteten die drei Kinder ddrch das Fenster aus der Wohnung und entgingen so dem sicheren Tode. Nach der Bluttat schnitt sich der Wahnsinnige mit einem Küchenmesser die Kehle durch. AxAtretm eines netten Rebenschädllngi in Pranloeich. P a r is, 12. Mai. Die Weinberge in def Gegend von Vic-Bigorre im Süden des Landes werden durch ein bisher unbekanntes Insekt verwüstet, das bereits ungeheuren Schaden an den Rebenkulturen angerichtet hat. Es handelt sich um eine Art Fliege von länglichem Körperbau, die etwa 1J4 cm lang ist und in riesigen Schwärmen auftritt. Es wurde in aller Eile eine Untersuchungskommision eingesetzt, deren Aufgabe es ist, ein Abwehrmittel gegen den neuen Rebenschädling ausfindig zu machen. Greises Ehepaar am gleichen Tag gestorben. Berlin, 12. Mal. In der Ortschaft Remptengrün (Sachsen) erkrankte ein greises Ehepaar am gleichen Tage an einer Erkältung. Am nächsten Morgen starben beide, zuerst der 77iährige Mann, drei Stunden später die 75jähriße Frau Samstag, den 13. Mai ld39 3 >Martt)orer Zaitung« Niuuner 109 3)01001«* flDer 3rontre((Dd i^oltung HACH DER ENTOBOENNAHME DER BOTSCHAFT LEBRUNS — FRANKREICH WÜNSCHT DIE KONTINUITÄT SEINER POLITIK AUFRECHT ZU ERHALTEN Paris, 12. Mai. Anläßlicli der Ueber-nahme der neuen Präsidentschaft richtete Präsident L e b r u n an Kammer und Senat eine Botschaft, in der es heißt, daß er auf die neueriiche Wahl eingegangen sei, um zu zeigen, daß Frankreich die Kon tinuität seiner bisherigen Politik aufrecht zu erhalten wünsche. Hinsichtlich der Internationalen Lage heißt es in der Botschaft, daß die Beunruhigung noch immer anhalte und deshalb mit friedlichen Mit-tefci beseitigt werden müsse. Frankreich sei sich seiner Macht bewußt, ebenso sei« ner Mission und seiner Freunde in der Welt. In diesem Zusammenhange verweist der Präsident auf die Bedeutung seines kürzlich erfolgten Londoner Besuches und auf die Wichtigkeit der Einheit aller Franzosen, die heute dringlicher sei denn je. P a r i s, 12. Mai. In der Kammer gab Ministerpräsident D a 1 a d i e r anschliessend an die Verlesung der Botschaft Lebruns eine Erklärung ab, in der er zunächst das junge Frankreich begrüßte, das unter den Fahnen bereit sei, Frankreich zu schützen. Der nächste Gruß galt den Millionen, die Frankreich In eine einzigartige Werktstätte verwandelten und die vom Gefühl der Verantwortung getragen seien. Daladier ging sodann zur Aus-senpolitik über und bezeichnete die englisch - französische Solidarität als die Grundlage der französschen Außenpolitik. Diese Solidarität könne durch nichts erschüttert werden. Frankreich begrüße Eng fand, das in Erkenntnis der Lage hundertjährige Traditionen aufgab und die allgemeine Wehrpflicht einführte. Ebenso begrüße Frankreich die Botschaft Roose-velts. Daladier ging sodann zu den Problemen der internationalen Politik über und erklärte, daß es sich bei aller Kompliziert helt der europäischen Fragen doch nur darum handeln könne, die verschiedentli-chen Interessen mit den Methoden friedlicher Zusammenarbeit zu regeln. Frankreich achte alle Nationen, Frankreich wisse es auch, daß der Krieg noch nie eine Regelung dringlicher Fragen gebracht hat Kriegerische Lösungen waren immer teu- rer als die friedlichen. Frankreich glaube, daß jedes Volk ohne Schwierigkeiten seinen Anteil am Glück, Wohlstand und an der Freiheit gewinnen könne. Frankreich wünsche die Zusammenarbeit mit allen Nationen. Frankreich habe der Welt schon längst den Frieden erklärt. Es gehe jetzt nur darum, die Menschen und Völker zur England in alle mögliche Beistandsver-Verteidigung des Friedens zu sammeln, pflichtungen verstricken würde, oder aber Daladier sprach sodann über die Grün- verzichtet England auf Jegliche Sowjet-de des Fchlschlagens d. kollektiven Sicher hüfe. Die von der Tass veröffentlichte heit, Ober die an Griechenland und Ru- Mitteilung lüftete den engli«?chen Plan, minien erteilten Garantien und über die wonach Rußland in europäische Konflikte Mitwirkung Sowjetrußlands bei den eng- hereingezogen werden sollte, wobei Englisch-französischen Aktionen, die er- land jedoch nicht unbedinßt verpflichtet wünscht sei. Am Schluß verwies der Mi- wäre, der Sowjetunion zu Hilfe zu kom-nisterpräsident auf die Verteidigungsmaß nien. Die Sowjetregierung hat diese Falle nahmen und gab die Erklärung ab, daß sofort bemerkt und fordert nach wie vor, Frankreich unerschütterlich bei seiner bis- daß England ein Bündnis mit Moskau für herigen Politik verharren werde. |alle Fälle in Europa eingehen müsse, Die Ausführungen Daladiers wurden wenn schon nicht auch in Asien. Die eng- von der Kammer mit stürmischem Beifall entgegengenommen. nioskau fordert Reziprozitä DIE SCHWIERIGKEITEN DER ENOLISC H - SOWJETRUSSISCHEN VERHANDLUNGEN. — EINE DREIERKONFERENZ IN GENF ANGEKÜNDIGT. L 0 n d 0 n, 12. Mai. (Avala) R e u- 1 London, 12. Mai. Die am 9. d. M. sehen dürfe, als ob England ein oberster t e r berichtet: Aus Moskau wird gemel- veröffentlichte Note der Sowjetagentur Protektor des Bolschewismus wäre, da det; In der »I z v e s t 1 j a« erschien Tass hat die englischen offiziellen Kreise England ansonsten die Sympathien der eine amtliche Erklärung über die Haltung in nicht geringe Verlegenheit gebracht, christlichen Welt verlieren und Ursache der Sowjetregierung im Zusammenhange England wurde von den Sowjets vor eine einer starken kommunistischen Reaktion tische Regierung kann sich jetzt nicht entschließen, die von Moskau angebotene bittere Pille einzunehmen. Am glaubwürdigsten ist noch ein Kompromiß zwischen den beiden Standpunkten Moskaus und Londons, da England so weitreichende IVerpflichtungen, wie sie Moskau ror lcrt, (nicht annehmen kann. Premierminister [Chamberlain erklärte in engerem Kreise, daß der Pakt mit Moskau um keinen Preis und in keiner Weise so aus- mit den Verhandlungen zur Bildung einer Friedensfront, Die Hauptpunkte der Erklärung sind: 1. Sowjetrußland schlägt vor, daß Großbritannien, Frankreich und Sowjetrußland den Staaten Ost- und Mitteleuropas, denen Angriffsgefahr droht, Garantien geben. 2. Diese Staaten sollen unter einander durch einen Pakt der einvernehmlichen Hilfe verbunden werden, basierend auf dem Reziprozitätsprinzip. schlimme Alternative gestellt: England in allen Staaten der Welt wäre. In diesem erhält die Beistandsgarantie um den Preis Falle würde die Bindung mit Moskau eher eines politischen und militärischen eng- den beiden autoritären Mächten als Eng-lisch-sowjetrusslschen Vertrages, der aber land und seinen Freunden nützen. 3H)rt ©tö6t? torrloOftet MONSUN-KATASTROPHE AUF DER SUNDAINSEL TIMOR. — HUNDERTE TODESOPFER BEFÜRCHTET. B ata via (Niederländisch-Indien), 12, ibrochen, so daß Einzelheiten über das Die »Izvestija«' fügt' ihrer Mitteilung ^O.OOO Quadratlcilometer große Ausmaß der Katastrophe noch nicht vor- die Bemerkung hinzu da es dort wo esj^"®®^ Timor des Malaiischen Archipelsiliegen. Eine große Anzahl von Küsten-keine Reiiprozität ge'be, auch l I richtete unermeßliche Verwüstungen an. henden Vö1kerl)undstagung beteiligen, Monsun war von Wolkenbrüchen be-Seine Anwesenheit m Genf würde es dem englischen Außenminister Lord H a l i-f a X ermöglichen, mit dem Leiter der Sowjetaußenpolitik in direkten Kontakt gleitet, durch die im Küstengebiet eine Reihe von Eingeborenen-Niederlassungen weggeschwemmt wurden. In den Küstenstädten Koepang und Dilly wurden zu treten. Lord H a 1 I f a x, der franzö-1 hunderte von Gebäude zum Einsturz ge-sische Außenminister B o n n e t und. alle Telephon- und Telegraphen- M 0 I o t 0 w würden bei dieser Gele genheit zu einer Konferenz zu Dritt zusammentreten, um alle Probleme der Beziehungen zwischen Frankreich, England und SowjetruBland definitiv zu regeln. lö-iäDrigrö OltäDcDrn — 3lmrrirad Gtootöfeinö !?tr. i JUGENDLICHE VERBRECHERIN VON SELTENER BRUTAUTAT UND SKRUPELLOSIKEIT. leitungen mit dem Innern der Insel unter- tünftltdier ©urami fließt,.. Besuch in einem Buna-Werk. Berlin, Mai. Wie das Buna-Werk vor uns steht, mit dräuenden Schlotten und nicht ganz geheuer aussehenden riesigeir und rohrbewehrten Stahltürmen in den Himmel ragend über der frühlingsgrünen norddeutschen Tiefebene, ist es buchstäb lieh aus dem Boden gestampft: in drei Newyork, U. Mai. Gibt es etwas Hunderttausende von Dollars einbrachten. Jahren. »Amerikanischeres«, als die Tatsache,'Bei einer Verfolgungsjagd schoß Estellc, Und doch gibt diese Zahl einen fal-daß man ein kaum den Kinderschuhen eigenhändig von ihrem Auto aus zwei De- sehen Begriff. Schwierig waren schon die entwachsenes 16jähriges Mädchen zum tektive nieder — ihre Kugeln trafen haar- Forschungen, um erst einmal die chcmi-Staatsfeind ersten Ranges erklärte? Dabei genau in die Stirn —, um den Rückzug sehe Zusammensetzung des Kautschuks, hatte Es teile Dickson, die nach ihres Mannes zu oecken. Dicksons Hände des aus der Rinde quellenden Saftes der einer atemberaubenden Jagd dieser Tage trieften von Blut, als ihn sein Schicksal Hevea oder des Manihot aufzuklären. In Kansas City von den Staatsdetektiven ereilte; er hatte mindestens 20 Morde auf Noch langwieriger und zeitraubender aber verhaftet werden konnte und nun ihrer dem Gewissen, an denen zum Teil auch war die Arbeit, einen Weg zu finden, um Aburteilung entgegensieht, den ihr ver- seine Frau und Komplicin' beteiligt war. diesen Stoff mit so merkwürdigen und ein liehenen Titel voll und ganz verdient. Die Als der Gangster zur Strecke gebracht zigartigen Eigenschaften künstlich zusam-Kriminalgeschlchte Amerikas verzeichnet worden war, floh Estelle aus St. Louis, menzusetzen. Im Laufe der Zeit wandelte keine zweite jugendliche Verbrecherin Rache schwörend, daß man sie zur Wit- sich dann sogar der Ehrgeiz der Chemi-von solcher Brutalität und Skrupellosig-1 we gemacht hatte. Sie sammelte eine nicht die Natur sklavisch nachzuah-keit. Als ISjähriges Schulmädchen lernte Bande von ihr ergebenen Männern um ^len sondern einen Kunststoff zu schaf-die blonde, hübsche Estelle den durch und sich und setzte die blutigen Raubzüge gleichen Eigenschaften wie durch verderbten 27jährigen Sohn eines fort, so daß sie bald den Titel, den vor- Kautschuk hat, aber dessen ausgeprägte Hochschulprofessors, Benny Dickson, ken- her ihr Mann besaß, erbte. Durch einen js^achteile nicht besitzt ihm also technisch nen, Die beiden wurden gegen den Willen Zufall gelang es der Polizei, in einer Ga- ij^^eriegen ist. ihrer Eltern ein Paar und begannen ihre rage von St. Louis einen ganzen Wagen . a 11 j o Gangsterlaufbahn, in der sie, wie so viele voll Waffen, die der jugendlichen »Staats- Von dem Ausganppunkt der .ynthese Amerikaner, etwas Romantisches und He- felndin Nr, k geliefert werden sollten und dem ungesättigten Kohlenwasser- roisches erblickten, von ihr bereits bezahlt waren, zu be- Benny Dickson galt ils ein »poetischer schlagnahmen. Er enthielt neben Dynamit Gangster«, er liebte die Lyrik und hatte und Munition zahlreiche Gewehre und einen Gedichtband In der Hand, als er vor Maschinenpistolen. Durch die Beschlagsechs Monaten in St. Louis von den nähme kam man der Ißiährigen Gangster-»G-Men« auf offener Straße erschossen fdhrerln auf die Spur. Einen Tag, nachwurde. Damals hatte er den Titel eine« ^em sie kaltblütig den Kassler einer Pro-»öffentllchen Staatsfeindes Nr. 1« Inne "inzbank In Arkansas niedergeschossen Zusammen mit Estelle. H'e Rpnnvc: <;nnrt- 'mtte, wurde sie In Kansas City Im Hotel watyen zu steuern pflegte und trotz Ihrer "on Staatsdetektiven überrascht und gab Jugend eine frstaunUrhe ohne nef^enwehr nrcfangen. Der Pro- war, führte "r •'^iblreichp HnnVil'^'"'ffMarlborer Zdtung« Nummer 109 Samstag, den 13. Mai 1939 Unsichtbar wandert die Materie durch das Gewirr von Röhren, bis dann die gro-3e Überraschung für den Besucher kommt und er durch ein in eine Rohrleitung eingebautes Fenster ein breites, milchiges 0and aus dem letzten Reaktionsgefäß strömen sieht. Buna fließt. Denn er wird genau wie der Kautschuk am Tropenbaum, als Milch gewonnen und er wird genau so, wie es auf den tropischen Pflan Zungen geschieht, durch Säuern zum Gerinnen gebracht, was hier auf einer, einer ganz anderen Industrie abgelauschten, sehr geistvollen Maschine geschieht, worauf er, als helle, breite Bahn noch einmal, nämlich auf die zum Aufwickeln dienenden Rollen fließt. Jetzt ist Buna zur Weiterverarbeitung in der Gummifabrik fertig. Die Schwierigkeiten, die sich dieser anfangs entgegenstellten, hat man zu überwinden gelernt, man macht ihn durch den sog. Abbau-proreß genau so pla.>::sch wie Naturkautschuk und kann ihn nun in f^er üblichen Weise vorwalzen, mit Füllstoffen versehen und vulkanisieren. 3aiDnfaOrt int Sfelfenra&yrintO Die Padirac-Höhle feiert ihren 50. »Ent-deckungs-Tag«. Die riesige Padirac-Höhle in Südwest Frankreich, die vor 15 Jahren von einem Wissenschaftler erforscht wurde, ist jetzt in allen ihren Teilen auch für die Touristen zugänglich gemacht worden. Das kleine Dorf Padirac im Departement Lot, das seit Jahren eines der zugkräftigsten Ziele für die französischen Touristen bildet, stand an diesem Tage wieder im Scheinwerferlicht des öffentlichen Interesses. Der Minister für öffentliche Arbeiten weihte die Höhle als »neue Padirac-Höhle« ein, d. h. er gab sie für den Reiseverkehr frei. Noch vor fünfzehn Jahren war das unterirdische Felsenlabyrinth für die Bauern der Umgebung ein Gegenstand scheuen Aberglaubens. Legenden und Sagen wurden durch die Jahr hunderte von Generation zu Generation weitergegeben. Die alten Leute behaupteten, das Loch, das in unabsehbare Tiefe hinabging, führen direkt in die Hölle hinein. Neugierige, die einmal einen Blick in die dunkle Höhle hineingeworfen hatten, hörten von tiefunten ein unheimliches Bro dein. Die Höhle zu erforschen, in ihren Schlund hineinzusteigen, hatte noch niemand gewagt, obwohl eine Legende besagte, daß unten ein großer Schatz verborgen wäre, den die Engländer während des hundertjährigen Krieges dort versteckt hätten. Vor 50 Jahren machte sich ein französischer Forscher, namens Martel mit seinem Fretmd Gaupillat auf, um der sagenhaften Hihle ihr Geheimnis zu entreißen. An einer.i Seil, das oberhalb des Eingangs befestigt wurde, stiegen sie senkrecht in die Tiefe hinab. Nach hundert Metern spürten sie den ersten Halt. Die Höhle war von einem dumpfen Brodeln erfüllt, und im Lichte ihrer Laternen erkannten sie, daß durch Gesteintrümmer und Fels-nascn hindurch sich ein kleiner Bach entlang schlängelte. Mit ihrem Faltboot begannen sie die Entdeckungsfahrt, die drei Kilometer unter der Erde entlang lührte. Fledermäuse, die einzigen Bewohner des unheimlichen Labyrinthes schwirrten zwischen den Felsenkammern umher. Manchmal verhinderte ein großer Felsblock die Wciteriahrt. Sie trugen das Boot übtr das Hindernis hinweg und drangen von Ffiskammer zu Felskammer weiter in das Hohicnsystem vor. Als ihre schönste Entdeckung rühmten sie später den sogenannten Saal des »Großen Donib«, in dem magische Gesteinbildungen, wie ^.ie auch in ähnlicher Form aus anderen Tropfstein hohlen bekannt sind, ihr Erstaunen erregten. Da gab es schimmernde Gesteine, die wie Wälder, wie Blumensträuße, wie Burgen und befestigte Städte aussahen, phantastische Gebilde, die die Natur in Jahrhunderten und Jahrtausenden geschaf fen hatte. Heute führen Trcppenanlagen m da'N Innere der Hohle hinein und Fremdenführer zeigen den Reisenden die unwirklich aussehenden Wunder der Gesteinbildung. 6er 2iatUuDerimu{cii'2iöa! 2)ir 3Dol^nfoIoiii( 6er Oltaoiflraldanofflfntrn QÜSTIGER STAND DER KREDITBESCHAFFUNOSFRAOE -- 30 HAUSER IN MA-RIBOR-SÜD — BAUBEGINN FÜR DIE NÄCHSTEN MONATE GEPLANT Die im Vorjahr ins Leben gerufene Bau genossenschaft der Mariborer Magistratsangestellten, vornehmlich der Stadtbetriebe, die sich die Errichtung von Eigenheimen für ihre Mitglieder zum Ziel gesetzt hat, hielt gestern abend im städtischen Be ratungssaal ihre erste Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende Ing. Kse-I a und die übrigen Funktionäre berichteten ausführlich über den Stand der Vorbereitungen für die Durchführung der Aktion, der dank dem Entgegenkommen der Stadtgemeinde als sehr günstig bezeichnet werden kann. Wie noch erinnerlich, wurde in der letzten Stadtratssitzung der Beschluß gefaßt, bei der Arbeitsbörse zu einem gegebenen Zeitpunkt eine zinsenlose Anleihe von 2 Millionen Dinar aufzunehmen, die teilweise zum Bau eines Wohnhauses für die städtischen Bediensteten verwendet werden soll, während der Rest der Genossenschaft zur Verteilung unter die bau lustigen Mitglieder abgetreten werden wird. Nun ist es den Bemühungen der rüh rigen Genossenschaft gelungen, von einem größeren Geldinstitut die Bereitwilligkeit zu erlangen, ihr ein Darlehen von 3 Mil- lionen Dinar zu einem günstigen Zinsfuß zu Bauzwecken zur Verfügung zu stellen. Es ist damit zu rechnen, daß der Kred schon in einigen Monaten wird realisiert werden können, worauf unverzüglich an die Aufnahme der Bauarbeiten geschritten werden soll. In der Tagung kam die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß die ersten 30 Mitglieder spätestens im kommenden Jahr ihre Eigenheime werden beziehen können. Die Gemeinde hat für ihre Angestellten am ehe maligen Rosenberg-Besitz im Süden der Stadt bereits einen entsprechenden Par-zellenkörper reserviert, auf dem die einstöckigen Wohnhäuser errichtet werden sollen. Die Pläne sind bereits größtenteils ausgearbeitet und sehen schmucke Gartenvillen zwischen der TrzaSka und der Betnavska cesta vor. Da zumindest eine größere Gruppe von Häusern, wenn nicht schon alle, gleichzeitig gebaut wird, werden sich die Kosten bedeutend verringern. Bei der Wahl der neuen Leitung wurde der bisherige Ausschuß mit Ing. K S e 1 a an der Spitze mit geringen Aenderungen in seiner Funktion b^stätgt. i)em (Sieridit^foal Todesopfer einer Burschenrauferei. Vor dem Mariborer Kreisgericht gelangte der blutige Zwischenfall, der sich am 12. Feber 1. J. in Sober abgespielt hatte, zur Verhandlung. Wie noch erinnerlich, eröffnete der Gastwirt Ivan Vraßko am genannten Tage ein neues Gasthaus in Sober. Es hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, darunter auch mehrere Gendarmen. Kaum hatten sich diese entfernt, begänne mehrere betrunkene Burschen zu randalieren .sodaßman schließlich fünf Ruhestörer aus dem Gastlokal warf. Bei der Keilerei trug der Besitzerssohn Franz R a v n j a k ernste Verletzungen davon. Die Burschen gaben aber auch jetzt noch keine Ruhe, indem sie mehrere Fensterscheiben einschlugen und Steine ins Gastlokal warfen. Gegen 2 Uhr frühmorgens, als es endlich still geworden war, öffnete der Besitzerssohn Anton Jarc, obwohl man ihn gewarnt hatte, die Türe, um nach Hause zu gehen. Als man kurz darauf Nachschau hielt, fand man Jarc mit gräßlichen Hieb- und Stichverletzungen vor dem Hause tot vor. Unter dem Verdachte der Blutschuld hatten sich der 27iährige Arbeiter Matthlas Stegner aus Sv. Urh, der 30jährige Arbeiter Franz Ofentav§ek aus Dramlje, dessen 31 jähriger Bruder Anton OfentavJ;ek, der 36|ährige Besitzerssohn Rudolf Er m u t aus Sober und der 30jährige Besitzerssohn Anton Zunko aus Sv. Kriz zu verantworten. Die Angeklagten geben zu, daß sie in der Dunkelheit iemnnden niedergeschlnnren hätten, doch wollen sie alle — in Notwehr gehandelt haben, da sie sich von Jarc bedroht gefühlt hätten. Den Vorsitz in der Verhandlung führte Kreisgerichtsrichter Dr. C e m e r, Beisitzer waren die Kreisgerichtsrichter L e-n a r t und Dr. G r m o v § e k. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. H o j n 1 k, Verteidiger waren die Rechtsanwälte Dr. B u ö a r, Dr. H o j n i k, Dr. R a V n i k und Dr. J a n <5 i c. Die Verhandlung dauert zur Stunde noch an. stens 26. Mai im städtischen Militäramt am SlomSkov trg 11, Zimmer 3, anmelden. m. Evangelisches. Sonntag, den 14. d. wird der Gemeindegottesdienst um 10 Uhr in d. Christuskirche stattfinden. Anschlies send daran um 11 Uhr sammelt sich die Schuljugend zum Kindergottesdienst. m. Todesfall. Im Alter von 65 Jahren ist heute der Bäckermeister Andreas M a-carol gestorben. R, 1. p.i m. Den Bund fürs Ijeben schlössen in Vojnik der Hauptmann erster Klasse i. R. Franz Kos aus Petrovöe und Frau Therese C e r n 0 V § e k aus Sv. Jurij bej Celje. Wir gratulieren! m. Die Mrak-Truppe gastiert Im Theater bringt heute, Freitag, die Mrak-Truppe aus Ljubljana die Tragödie »Gro-har« zur Aufführung. Mrak, der Autor des Stückes, leitet die Regie und spielt auch die Hauptrolle. m. Aus dem Männergesangverein. Heute, Freitag, Männerchorprobe. Erscheinen Pflicht! 3reilo0. ^ell 12. TRai Abbildungen und dem Bilnis des Königs Peter IL (1. Juli 1936). m. Die Bäckerinnung ersucht alle Mitglieder, an dem Leichenbegängnis für den verstorbenen Bäckermeister Andreas M a-c a r 0 l am Sonntag, den 14. d. um 16 Uhr am Stadtfriedhof in Pobrcije vollzählig teilzunehmen. m. »Die Frauengestalten In Cankars Werken« betitelt sich der Vortrag, den am M 0 n t a g, den 15. d. um 20 Uhr Frau Prof. Ostrou§ka im Rahmen einer Feier des Muttertages und des 20. Todestages des Dichters im Mariborer Frauen-vereln (Volksuniversität) halten wird. m. Für das Konzert des Akademischen Sflngerchores am Samstag, den 13. d: M. im großen Saal des Sokolheimes sind die Eintrittskarten im Putnik-Reisebüro im Vorverkauf erhältlich. m. Das einzige Oastsptel des früheren langjährigen Mitgliedes des Mariborer Theaters Frl. Paula U d 0 v i C ist für Sonntag abends angesetzt. Der Gast singt die Titelrolle in der Oper »Verkaufte Braut« von Smetana. m. Die letzte Aufführung des Schauspiels »Versunkene Welt« von Canjkar findet morgen, Samstag, abends statt. m. Für den Besuch der Adelsberger Grotte werden die Anmeldungen bis einschließlich Montag, den 15. d. im »Put-nik«-Reisebüro entgegengenommen. Fahrpreis samt Visum und Grottenefntritt 1 0 Dinar. m. Wichtig für miUtärdienstpfliehtige Studenten. Jene Studenten, die bei der Assentierung als tauglich befunden wurden und die ihrer Militärdienstpflicht nach kommen wollen, mögen sich bis späte- ♦ Moderne elektrische Uhren mit Netzanschluß bei M. ligerjev sin, Juwelier, Gosposka 15. Verkauf auch auf Teilzahlung ohne Preisaufschlag. 399 m. Autobus-Ausflug auf den Bachem. Am Sonntag, den 14. Mai um 7 Uhr geht vom Hauptplatz ein städtischer Autobus für Ausflügler auf den Bachern ab. Der Wagen wird nur bei genügender Anzahl von Fahrtteilnehmern abgehen. Anmeldungen werden am Autobusbahnhof (Tel. 22-75) entgegengenommen. Ab 15. Mai werden die Bachern-Autobusse an Sonn-und Feiertagen regelmäßig und ohne Rücksicht auf die vorherigen Anmeldungen verkehren. m. Sonderautobus nach Cven. Anläßlich des Murfelder-Pferderenncs in Cven bei Ljutomer veranstaltet der „Putnik" eine Autocar-Sondcrfahrt. Fahrpreis 54 Dinar. Anmeldungen und Informationen im „Put< nik"-Reisebüro. m. Ein »zärtlicher« Ehekandidat Am Slomäkov trg kam es gestern zu einer tätlichen Abrechnung zwischen zwei Ehekan didaten. Die Braut trug hiebei erhebliche m. Das Inselbad öffnet seine Tore. Die Verletzungen davon. neue Badesaison auf der Mariborer Insel i _ . , c. i j 10 j *« «« 1 ni' Vtt^teiter cinDrucn. in der vergan-wird am Samstag, den 13. d.M. eröffnet.' ... o t,,,. aielchzeitiff wird auch der Autobusver- ^ ^ versuchten drei unbel sowie für den In- und Auslands- den 58jährigen Hilfsarbeiter Jakob Fras, verkehr zu 75 Para und 1.75 Dinar mitiais dieser in einem Schuppen schlief, wo- Samstag, den 13. Ma! 193t 5 >Marfbor»r ZeTfuwg« Nummer lOÖ bei er sich schwere Verletzungen am Kopfe zuzog. — Die Verletzten wurden ins Krankenhaus überführt. m. Diebe demontieren ein Motorrad. An das Motorrad des Geschäftsführers ViUco Korenöan, das dieser für icurze Zeit in der Juröiöeva ulica stehen gelassen hat te, pirschten sich bisher unbekannte Täter heran und demontierten alles, was sich abschrauben ließ. Nach den dreisten Tätern, die unbehelligt entkommen konnten, wird gefahndet. * Für wolilbeleibte, niuskelkrHrtige Personen, bei denen allerlei Beschwerden der allzureichlichen Vollblütigkeit vorhanden sind, ist eine mehrwöchige Trinkkur mit dem natürlichen »Franz-Josef^-BitterwaA-ser vortrefflich geeignet. Solche Leute kön nen die Entfetiungskur mit dem Franz-josef-Wasser — unter. Aufsicht ihres Arztes — auch zuhause durchführen. Reg. S. br. 30.474.35. Aus Jdüi p. Schwefaiemarkt. Auf den Schweinemarkt am 10. d. wurden 422 Schweine zuge /ührt, wovon 129 Stück verkauft wurden. 6—12 Wochen alte Jungschweine kosteten 80—150 Dinar pro Stück, Mastschweine 7—7.50 und Zuchtschweine 6.25 —6.50 Dinar pro Kilogramm Lebendgewicht. p. Im Stadtkbio gelangt Samstag und Sonntag der Prachtfilm »Rhapsodie« mit Lewis Stone und Olympe Bradna zur Vorführung. Im Beiprogramm die neueste Wochenschau. Aus eanntoler I3ifer0 Schnee wittchen und die sieben Zwerge«, das alte ewigjunge Märchen in neuem Gewände. Ein Farbenfilm f Am 11. d. M. wurden nachstehende größere Treffer gezogen: Din 300.(X)0.— 7396 Din 100.000.— 58599 Din 80.000.— 30147 Din 50.000.— 17867 Din 30.000.— 17988 Din 25.000.— 91830 Din 10.000.— 16155 32541 33S19 45039 82803 Din 5.000— 10535 11059 13969 16615 27354 35490 24725 66970 87771 Din 3.000.— 933 3185 24103 24178 27148 32039 34701 35269 37452 38357 42722 52587 58902 60186 60836 70807 87159 87770 89290 96543 Din 1.000.— 1541 13333 14753 17869 20336 22451 24298 25147 25964 38080 39021 45555 48857 49377 51744 56517 65622 65678 71751 76353 80265 81706 84036 86555 89012 90444 92596 94734 97074 45207 (Ohne Gewähr.) Die sächste Ziehung findet im 9. Juni I. J. statt. Bankgeschäft Bezjak, Maribor, Qosposka uUca 25 (Tel. 20-97). BevothnAchtigte HauptkoOektar der Staatsklassentotterle. Freitag, 12. Mai um 20 Uhr: >Grohar4(. Gastspiel der Mrak-Truppe. Samstag, 13. Mai um 20 Uhr: »Die versunkene Welt«. Ab, C. Sonntag, 14. Mai und 20 Uhr: »Die verkaufte Braut«. Gastspiel Paula U d o-V i i. Zum letzten Mal. Burg-Tonldno. Neue Premiere: der große Wiener Lustspielschlager »Donau-metodien« mit Maria Andergast, Georg Alexander und Tibor v. Halmay. Eine amüsante Filmgeschichte mit viel Liebe, Musik und Humor, — Es folgt der große Liederfilm »Wer ist glficklicher?« mit dem berühmten italienischen Tenor Tito Schipa. — In Vorbereitung »Die Frauen für Golden Hill«, Esplanade-Tonkfaio. Der* Prachtfilm »Das Qlückslied« mit der bezaubernden Deanne Durbin in der Hauptrolle. Nach dem großen Erfolg des ersten Films dieser entzückenden, jungen Künstlerin »Sie untl ihre 100« schuf der geniale Regisseur die zweite, noch viel größere Überraschung, den Film »Das Glückslied«. In diesem hervorragenden Film singt Deanne Durbin die Sternserenade, das Glockenlied«, ferner »Ich pfeif so gerne« und »Ave Maria unter Mitwirkung eines berühmten Kindersängerchores. — Der Film bietet künstlerisch sowie musikalisch den Höchstgenuß und bedeutet für jedermanti ein Erlebnis. Unlon-Toakino. Bis einschließlich Freitag »Im Rausch der weißen Nftchte«, ein Millionenfilm und Spitzenleistung der französischen Produktion. Es wirken die berühmtesten Schauspieler der französischen Filmkunst mit. Erwähnt seien nur die schöne Gaby Morlay und der char-mance Pier Renoir. Der Inhalt des interessanten Liebesdrames ist nach Motiven von Leo Tolstoi entnommen, — Es folgt der große Kriminalfilm »Mr. Motto« (Die Schlange Asiens) mit dem bekannten Peter Lorre in der Hauptrolle, Tonkkio Pobreije. Am 13. und 14. d. der musikalische Großfilm »MetropoUtan« mit Lawrence Tibbett. 4306 Kkgeweiber in Portugal abfttehaflt Lissabon (ATP). Durch eine gesetzliche Anordnung ist es den »Klagd-weibern« in Portugal in Zukunft untersagt, in einem Hause zu erscheinen, in dem jemand gestorben ist oder an einem Begräbnis teilzunehmen. Namentlich in den nördlichen Teilen des Landes hatten sich die Klageweiber zu einer wahren Landplage entwickelt und beunruhigten mit ihrem Geschrei ganze Stadtviertel. Die üblichen Totenwachen dürfen selbstverständlich auch weiterhin stattfinden. (SnalanM neucdM U-Soot Auf der Werft von Vldcers-\riiistrons liefen zwei neue eojEllscbe U-Boote vom Stapel, die von den Frauen hoher onicllscher Marineoffiziere aul die Namen »Triad« und »Tru* aatn Ketauft wurden. — Das fiiid zeigt den »Triad« a^cb dem StaDellanl. (Keystotie-Waccnborc-M.) 3li)otl)cftnnaMariborer Zeitung« Nummer lOi 6 * V» Samstag, den 13. Mai 193t WidsduMuki ftifrrfifffrfftf vw Fi^w^^rFPii^^222222Seeeii52SSS5BeSiii3^2i*i 2)(r birlfritige 3at'a AUSSER SCHUHERZEUGUNQ JETZT IN JUGOSLAWIEN AUCH LEDER-, GUMMIWAREN- UND EISENPRODUKTION SOWIE CHEMISCHE HOLZVERARBEITUNG »M a j s 10 r-A. G.«, die sich mit Schurf- in den letzten Tagen war in der Presse von den Plänen Jan Bat'as, des europäischen Schuhkönigs, wiederholt die Rede. Der Grund hiefür ist hauptsächlich der Umstand, daß dieser Großindustrielle seine vielseitigen Bindungen in Deutschland, aber auch mi Protektorat Böhmen und Mähren, wo sich sein Stammsitz Zlin befindet, zu lösen und die dadurch freigewordenen Kapitalien im Auslande zu investieren sucht. Vom Auslande hat Bat'a in erster Linie Jugoslawien ins Auge gefaßt, {las nach und nach ein zweites Zlin werden soll. Während die Riesenunternehmung bisher fast ausschließlich nur Horizontal-konjunklur betrieb, und nur Schuhfabriken gründete, wendet sich jetzt Bat'a immer mehr der V e r t i k a 1 k o n-j u n k t u r zu, d. h. er gründet Betriebe, die die Rohstoffe oder Halbfabrikate für die Schuherzeugung produzieren, um sich auf diese Weise von den Lieferanten dieser Artikel soweit als möglich freizumachen und dadurch die Preise für die Schuherzeugung zu senken. Besonders kraß tritt diese Umstellung in Jugoslawien in Erscheinung, wo der Schuhkönig immer mehr Fuß faßt. Das Handelsministerium hat dieser Tage die Gründung von zwei neuen Gesellschaften des Bat'a-Konzerns bewilligt sowie die Genehmigung zum Bau einer Lederfabrik einer schon bestehenden Firma dieses Konzerns erteilt. Die eine der beiden Gesellschaften soll die Gummifabrikation im großen Stil aufnehmen. Sie ist mit einem AK von 5 Mill. Dinar ausgestattet und führt den Namen »N e b o js a-A. G.« mit dem Sitz in Valjevo. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Pneumatiks und Schläuche für Autos und Fahrräder sowie Gasmasken. Bei diesem Artikel handelt es sich um den ersten größeren Vcrsuch von privater Seite in Jugosilawien. Die Gründur>g der zweiten Gesellschaft arbeiten, Erzbergbau und der Herstellung von Maschinen und Fahrzeugen befassen soll, bereitet den Eintritt Bat'as in die jugoslawische Metallindustrie vor. Als Grundlage der neuen Maschinenfabrik soll eine kleine Schmelze mit einer Tageskapazität von 20 Tonnen Eisenerz, dienen, die man in Beslinje, in der Nähe von Bosanski Novi erworben hat. Es scheint, daß man sich vorerst mit der Her* Stellung von Geräten und Maschinen für den eigenen Bedarf, der ziemlich groß ist, befassen wird, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß das. WerH später vergrößert wird. Die Firma »S t o 1 i n-A. G.«, mit dem Sitz in Vukovar, ,in. unmittelbarer Nähe der Bat'a-Werke In' Borovo, hat inzwischen auch die'Bewilligung erhalten, in BrCko eine Lederfabrik zu errichten. Dies dürfte andeuten, daß Bat'a seinen Lederbedarf nicht welter hauptsächlich bei jugoslawischen Lederfabriken decken will, sondern auch in dieser Hinsicht eine vollkommene Autarkie anstrebt. Es ist auch möglich, daß die Produktion dieser Fabrik ausgeführt werden wird. Schließlich wird noch darauf verwiesen, daß jetzt in Beograd unter der Bezeichnung »C e 110 p h a n-A. G.« mit einem Kapital von 2 Millionen Dinar ein Unternehmen ins Leben gerufen wird, das sich hauptsächlich mit der chemischen Holzverarbeitung befassen wird. Die Firma wird große Forstkomplexe erwerben und das Holz zu Zellstoff verarbeiten, aus dem als Endprodukte Kunstseide, Zellwolle, Cello-phan usw. gewonnen werden. Auch besteht der Plan, aus den Nebenprodukten Gerbstoffe zu erzeugen. Später sollen die künstlichen Textilfasern, Kunstseide und Zellwolle, iti eigenen Betrieben zu verschiedenen Waren erzeugt werden. aS0rffiidtrf— 88.50, 6% dalmatinische Agrar 85—56, 7% Stabilisationsanleihe 98.75—0, 7% Invcstitionsanleihe 98—100, 1% Seligman 99—100, 7% Blair 90.87—91.25, 8% Blair 99.62—0; Agrabank 214—217, Nationalbank 7400—7500. Ljubijana, 11. d. D e v i s e n. Berlin 1778.12—1795.88, Zürich 995—1005, London 206.77—209.97, Newyork 4399.25— 4459.25, Paris 116.77—119.07, Triest 232.70—235.80; deutsche Clearingschecks 13.80, engl. Pfund 258. X Neubelastung der Mineralwässer. Der dieser Tage eingeführte Sanitätsfond sieht u. a. auch eine Zusatzabgabe auf natürliche und künstliche Mineralwasser vor die 10 bzw. 20% des Verkaufspreises, ein schließlich der Verbrauchssteuer, ausmacht. Als Verkaufspreis wird der vom Produzenten geforderte Preis angesehen. Die Abgabe wird durch Aufkleben besonderer Banderollen zu 10, 15, 20, 25, 30, 35 und 40 Para beglichen. X Für das jugoslawische Naphtha interessieren sich besonders mehrere deutsche Finanzgruppen. Der Panonija-A. G. werden verschiedene Vorschläge zwecks Verwertung der Rohölläger . unterbreitet. Unter Mitwirkung dieser,Firmen sollen Im Sinne dieser Vorschläge zwischen der Murinscl und Bujavica in Kroatien spätestens in drei Jahren Bohrungen vorgenommen werden. X Ein großes Hammerwerk wird die JujTostnhl-A. G. in Ilija§ bei Sarajevo errichten, wo bereits ein Areal von 65 Hektar für den gedachten Zweck erworben zwei Jahre dauern. Die Werke werden vorerst gegen tausend Arbeiter beschäftigen. Auch in Zenica selbst werden die Anlagen, die nach "der vor zwei Jahren durchgeführten Vergrößerung zu klein ge worden sind, erweitert werden. Desgleichen wird das Walzwerk vergrößert werden. Die neuen Investitionen in Zenica werden sich auf etwa 150 Millionen Dinar belaufen. X Eine Verordnung über die Hilfsflugplätze wurde vom Heeresminister erlassen. Darnach kann jedes geeignete Grund stück bei einer Länge und Breite von min destens 800 Meter für Zwecke der Luftfahrt als Start- oder Landeplatz benützt werden. Ev. Schäden werden vergütet werden. Das Grundstück bleibt weiterhin Eigentum des bisherigen Besitzers und kann auch veräußert werden. Ohne Bewilligung des zuMändigen Kommandos darf die Oberfläche des Hilfsflugplatzes nicht verändert werden, etwa durch Bepflanzen, Errichtung von Bauten, Graben usw. X Ein unliebsamer Druckfehler hat uns in der Nummer unseres Blattes vom 10. Mai einen Streich gespielt. Nach einer Verordnung des Finanzministeriums dürfen Banknoten zu 500, und 1000 (nicht 100) Dinar nicht eingeführt werden, widrigenfalls sie beschlagnahmt werden. X Wieder ungarische Rinder für Italien Wie verlautet, ist es Ungarn gelungen, die italienische Regierung zur Wiederaufnahme der Vieheinfuhr aus Ungarn zu bewegen. Bis Ende August ist ein übergangs-tfbkommen getroffen worden, demzufolge Ungarn bis 31. Juli 8000 Stück Rindvieh nach Italien ausführen kann. Vom 1. August an wird dann Ungarn wöchentlich 1000 Rinder nach Italien ausführen können. In Ungarn erhofft man eine Jahres Deutschland auch weiterhin die Viehmenge von Ungarn übernehmen wird, die Ungarn früher nach Österreich ausgeführt hat, rechnet man ungarischersclts für das nächste Jahr mit einer Gesamtausfuhr von 80.000 bis 90.000 Stück. Damit wäre die Krise der ungarischen Viehwlrtschaft und auch das immer schwieriger werdende Problem der Futtermittelversorgung für den wachsenden Viehüberschuß gelöst. » X Möbelfabrik wird Fhigzetigfabrik. In Sremska Mitrovica soll eme neue Äro-pianfabriV gegrAndet werden. Es handelt sich um die Firma Nikola B 0 r 0 t a, die durch viele Jahre hindurch den Ruf einer erstklassigen Möbelfabrik besessen hat. Jetzt ist die Arbeiterschaft entlassen und mit dem Umbau der Fabriksräume begonnen worden. X In Flame beginnen demnächst neue Verhandlungen mit Italien, da das Abkommen über die jugoslawischen Vlehlie-ferungen Ende Juni abläuft □ □ wamxmnmjmjKMömüaomömcmM Sport „aSratflUo" tofll 3lföQn(ftf SÖNNTAO RÜCKSPIEL DES FUSSBi^LLFINALE. — »MARIBOR« OEOEN ALLE EVENTUALITÄTEN GEWAPPNET. Die lange Kette der Fußballmeisterschaftsspiele wird am kommenden Sonntag mit dem Rückspiel des Finale zwischen »Maribor« und. »Bratstvo« aus Je-senice endlich zum Abschluß gebracht. Nach wechselvollen Ereignissen hat sich »Marjbors« Meisterelf bis in den Endkampf durchgerungen und gerade diesen in bestechendster Welse gewonnen^ Das 3.; 1 von jesenice vom vorigen Sonntag brachte dem.lSSK Maritiof bereifs den stolzen Titel eines Meisters von Slöweni-en ein, denn es ist kaum anzunehmen, daß es den Gegnern aus Jesnice gelingen sollte, im sonntägigen Revanchespiel »Mari-bors« Siegeslauf« ins Stocken zu bringen, Jedenfalls ist der Einsatz derart groß, daß die fieberhafte Geschäftigkeit in beiden Lagern mehr als verständlich erscheint. »Bratstvo« lüstert es nach Revanche, aber auch »Maribor« ist sich aller Eventualiäten bewußt, die ein Schwächeanfall in dieser oder jener Formation nach sich ziehen könnte. Man kann also einen Großkampf erwarten wie schon lange nicht. wiirdn. Der Bau der Anlagen wird etwa ausfuhr nach Italien von 55,000 Stück. Da Xumirr &er MarIboref Zetung« jvumtftcr Die .glnternstionale Gcssllschaft für Mcerosforschunfl" tagt In Berlin / Das Seeungeheuer des Bischofs Pontoppidan / ^äind die Heringe mondsüchtig? Das Geheimnis der Aalwanderungen »m'r T:f'Z""' '9' '^1?' Jf" äfliniackhaften Bachforellen In griuer: englischen WesfkUsle »ngeschwemmt, wo J t? u »'"'"■nationalen Gesell- Voraeit dereinst Meerestiere waren, die sie von den Fischern in Empfang genom-bchaft für Meeresforschung< statt, der durch irgendwelche ungünstige Umstän- men und, sorgsam in feuchte Watte ver-,^h eine gemeinschaftliche Besichtigung de in die Binnengewässer abgedrängt'packt, in alle Welt verschickt werden, einschlägiger wissenschaftlicher Intitute wurden, wo sie erheblich verschlechterte! Die Zoologie, so lehrreich und vielseitig in Hamburg und Weermünde anschließen Lebensbedingungen vorfanden? Den Be- sie auch sein mag, Ist jedoch nur ein Teil- gebiet der wissenschaftlichen Meeresfor- schung. Auch die Botanik, Luftfeuchtig-Iteit und Temperaturschwanltungen, die Strömuj^gsverhältnisse in den Häfen und 01lil{täri>ara6e in hierfür hat die Wissenschaft mit fol- Seit Jahrhunderten spukt in den Köpfen gendem Experiment erbracht: Bachforel-der Menschheit die unausrottbare See- len aus der Gegend von Hannover wurden schlänge, die heute noch im Löch Neß in in der Bucht von Wismar in die Ostsee säorde^,i?kche"Tsrhof Ponto^ldan P'ächtlg|;uV'hoh'e7'i;;:dirgeöiog?sch7sl^ erwähnt in seinem »Versuch einer natürlichen Geschichte Norwegens« aus dem Jahre 1751 sagenhafte Seeungeheuer von der Größe einer Insel, die angeblich sogar Schiffen als — Ankerplatz dienen konnten. Wahrscheinlich sind damit gewisse Riesenkraken gemeint, von denen man tatsächlich ganz gewaltige Exemplare festgestellt und erbeutet hat. Das größte, bisher bekannt gewordene Untier dieser Art hatte eine Länge von siebzehn Metern, wovon zwölf Meter allein auf die »Arme« entfielen. Es wog nicht weniger als zwanzig Zentner. Seine Augen aber hatten einen Durchmesser von fast vierzig Zentimetern. An keinem Lebewesen der Welt konnten bisher größere Sehorgane 'estgestellt werden. Solche Riesenkraken sind durchaus imstande, selbst ausgewachsene Haifische zu bezwingen. Man hat, um die zu beweisen, unlängst ein interessantes Experiment unternommen. Ein Riesenkrake, den man mittels eines Netzes seinem Element entrissen hatte, wurde in ein großes Bassin mit Meerwasser eingesetzt. Dann wurde ein Haifisch, den man auf dieselbe Weise fffoße Parade vor König und Kaiser Victor Emanuel, dem Diice und dem Oberunbeschädigt gefangen hatte, in demsel- b®^©W®haber des deutschen Heeres, Generaloberst voa Brauchftsch, bildete den ben Behälter freigelassen. Es entspann Höhepunkt der Feiern aus Anlaß des Gedenktages der Gründung des Impeiiums. sich nun zwischen den beiden Seeunge- Un^er BUdtelegramm zeigt einen Ausschnitt von der ImperiumSparade hi Rom. heuern sogleich ein atemraubender Kampf | (Weltbild-Wagenborg-M.) auf Leben und Tod. Der Krake schnellte mit einem mächtigen, unverhofften Satz entwickelten und innerhalb eines halben des Meeresbodens, der Salzgehalt des auf den Rücken des Haifisches und um- an Gewicht und Größe außeror- Wassers und noch viele andere Probleme schlang Ihn mit seinen gewaltigen Saug- zunahmen. (bieten reichhaltigstes Untersuchungsma- armen. Obwohl nun der Hai wie ein ab- Ebenso erstaunlich wie diese an ein terlal, an dessen Auswertung Fischerei geschossenes Torpedo kreuz und quer ^""der grenzende Rückverwandlung von und Schiffahrt, Handels- und Krlegsmari-durch das Bassin fegte und seinen Gegner Süßwasser- in Meeresfische ist das Rätsel ne, Meteorologie und Ernährungswissen-an Felsvorsprüngen abzuscheuern ver- Aalwanderungen. Das Laichgebiet schatten, Geologie und Astronomie in suchte, gelang es ihm doch nicht, sich sei- <^'ßser Tiere liegt im Sargassomeer, einem hohem Maße interessiert sind. ner zu entledigen. Der Riesenkrake wich Urzeit herrührenden riesi-l _ allen Hindernissen geschickt aus und Binnensee im nordatlantischen Ozean drückte schließlich, als der Haifisch nach zwischen den Azoren. Bermudas und den stundenlangem Umherjagen ermattet war, westindischen Inseln. In den Monaten diesen auf den Grund des Wasserbehäl- Oktober bis Dezember eines jeden Jahres sehter Sp^lhiufl« Die portugiesische Kolonie Macao, in m „mdariflen", öir »er soane etaOt Gdl^ottm 6ee Uriegti" ters nieder. Dort hielt er ihm mit seinen wandern nun die Flußaale aus allen Portugtoiüch-Macao lebt vom Rtiolitiim Saugarmen so lange die Kiemen zu, bis Strömen der Erde in jenes von tausend der furchtbare Raubfisch erstickt war. Mit Geheimnissen umwitterte Tropenmeer, dem Bauch nach oben trieb zum Schluß "J" sich dort zu paaren und in 0 bis 7000 ninhu,- der Hai tot auf der Wasseroberfläche Metern Tiefe ihre Eier abzulegen, im der Portugals großer Dichter Camoea sei- während sein Bezwinger sich wieder in Frühjalir steigen dann die Jungaale. wIn- ^ sein Versteck zurückzog. Geschöpfe von Fingerlänge, die we-l'!! nächste Nachbarschaft des ostasia- Das Meer hat jedoch auch noch andere 8®" Durchsichtigkeit »Glasaale« Krieges gerückt. Wunder, von denen der Seereisende meist werden, in ganzen Schwärmen an' Macao ist eine Stadt, die heute Im keine Ahnung hat. Da Ist z. B. das Ge- Oberfläche empor und lassen sich von Schatten des Krieges liegt. Nur 104 Ion heimnis der Heringszüge, das der Wissen warmen Strömungen teils nach Euro- trennen die portugiesische Kolonie an der Schaft immer wieder neue Rätsel aufgibt. Amerika treiben. Zu Mil- Südküste Chinas von Kanton. Auch Hong Wie neue Untersuchungen ergeben haben, 'Warden werden dann die Tierchen an der|kong liegt nur 60 km entfernt. Wenige ist für das Vorkommen der Herings-schwärme und damit die Fangergebnisse der Hochseefischerei die Verteilung des Planktons, der in den Wasserschichten der Meere freischwebenden kleinen Lebewesen tierischer wie pflanzlicher Art von erheblicher Bedeutung, Gewisses tierisches Plankton soll als Nahrung anziehend auf die Heringe wirken, ein bestimmtes pflanzliches Plankton hingegen bei massenhaften Auftreten die Tiere verscheuchen. Durch Altersuntersuchungen hat man versucht, die Stärke der einzelnen fahrgän^e festzustellen und hieraus auf die kommende Fangzeit zu schließen. Eine sichere Vorhersage in dieser Richtung ist indessen bisher leider nicht möglich, da die Stärke der Tahreänee nicht der alleinige Faktor ist. der den Ausfall der Fanqergebnisse entscheidend beeinflußt. Englische Sachverständige wollen iedoch interessanterweise einen Einfluß des Mondes auf die Fangergebnisse festgestellt haben. Es scheint alf»o nirhf nur niond'^nrhtin'e Mcnschen, sondern sogar —• mondcitnhtige •— Heringe zu geben. Wer möchte schließlich elauben. daß un- Srädte sind maler.scher gelegen als Macao. Es liegt auf einer kleinen Haihinsel, die ein schmaler Streifen .mit der Südspitze der chinesischen Insel desselben Namens verbindet. Eine verfallene Mauer erinnert an die portugiesischen Befestigun gen. Die Stadt selbst ist amphitheatralsch auf einer Hügelreihe erbaut. Auf dem höchsten Hügel erheben sich alte Befestigungen. Man staunt über die architektonischen Wunder der fünf Kirchen a'ic der alten Portugiesenzeit. Man bewunier: J.e St. Pauls-Kahedrale und die schönen modernen Bauten amerikan'schen Stil? Neben dieser Pracht und neben dem kulturhistorischen Reichtum kann man stundenlang durch enge, schmutzige Gassen des chinesischen Viertels wandern, in denen Spielhäuser stehen, die gewissermaßen eine Sehenswürdigkeit dieser einzigartigen Stadt sind, die im ganzen Orient den Ruf einer Lasterhöhle hat. Und dann wieder eine historische Erinnerung. Auf einer Anhöhe liegt die Grotte, iji der Camoes, derb erühmte portugiesische Dich ter, der hierher verbannt wurde, sein Heldenlied, die »Luisiaden« geschrieben hat. Es ist ein Heldenepos über die Entdeckun gen portugiesischer Seefahrer im 16. Jahr hundert. Wenn Macao heute auch im Schatten des Krieges liegt, so merkt man eigentlich nicht viel davon. Im Gegenteil, man kann sich kaum vorstellen, daß ganz in der Nähe der Stadt, in der es vor Lebenslust sprudelt, weltgeschichtliche Auseinander Setzungen vor sich gehen. Zu Ostern aller dings hörte man Bombeneinschläge und dumpfen Kanonendonner. Es hieß, daß Japaner einen chinesischen Zollkreuzer mit Bomben belegten. Treffpunkt der Europäer ist das elegan te Hotel Rivlera. Es liegt, von herrlichen Bäumen beschattet, an einem schönen Boulevard. Eine seltsame Erscheinung sind die vor dem Hotel lagernden Kulis, die für 50 Cent pro Stunde jeden Gast spa zieren fahren. Sie beobachten das Leben im Hotel und äffen alles, was dort vor sich geht, nach. Wenn jemand lacht oder lebhafte Gesten macht, dann fallen alle Kulis in das Gelächter ein. Macht man einen Spszlcrgang durch die Stadt, so fallen dem Spajiergänger neben den neueren Kirchen die unzähligen Spielhäuser auf, die zusammen mit den Kirchen die größte Zahl der Bauten darstellen. Das sind die Gegensätze der seltsamen Stadt: Kirche und Spielhaus. Die Einnahmen der Spielhäuser werden übrigens für die Verschönerung der Stadt ver wendet. Vor kurzem hat man die Einnahmen zur Anlage neuer Parks gebraucht. Furehihift und rfltseUwffte PamiHm-tnigödie. Budapest, 12. Mai. In der Ortschaft Nagy-Körö« spielte sich ein fürchterliches Familiendrama ab, das wohl nie aufgeklärt werden wird. Als der Staatsange-stellte Daniel Feher mittags nach Hause kam, bot sich ihm ein schrecklicher Anblick. Im Schlafzimmer fand er seine Frau, sein dreijähriges Töchterchen und sein anderthalbjähriges Söhnchen am Kleiderhaken erhängt auf. Man glaubt, daß die junge Frau in einem plötzlichen Irrsinnsanfall ihre Kinder ermordete und hierauf Selbstmord verübte. Die Tat Ist umso er- Zu den I>e6ten Polizeitruppen Aegyptens zählen die »Meharisten«. Sie sind ausgezeichnet bewaffnet und gut beritten. Auf ihren weißen Kamelen durchstreifen sie die endlos« Wüste und sorgen h!er für den Schutz gegen räuberische UeberfflüiL Meharisten auf ihren w^ßen Kamelen bei einem Ritt durch die Wüste. (Weltbild-Wagenborg-M.) »Marlborer Zeitung« Nummer lOt schlitternder, als die Frau ihre Kinder abgöttisch liebte, mit ihrem Manne in glücklichster Ehe liebte und nie Anzeichen von Melancholie oder Geistesgestörtheit zu ernennen gab. SuiUeitstkoiA b. Wirtschafts-D|en8t Wochenschrift für Welthandel und Weltwirtschaft, Herausgegeben vom Hamburgischen Weltwirtschaftsarchiv. Preis 1 Mark pro Num mer. Nr. 18. Die neueste Nummer dieser anerkannten Wochenschrift befaßt sich mit England und untersucht die Stärke sei ner Weltmachtposition, vor allem auf wirt schaftlichem Gebiet. b Der m^teriöse John Bull. Ein Tu- k'endspiel des Engländers. Von Wynd-ham Lewis. Aus dem Englischen übertra gen von Hans Rudolf Rieder. Essener Verlagsanstalt, 329 Seiten. In Ganzleinen 5,20 RM. In dieser geistessi>rühenden Monographie über den Engländer hält ein englischer Künstler seinen Landsleuten den Spiegel scharfgeschliiiffener Satire vor. Dabei erläutert er dem Ausiländer manche bisher ziemlidi verborgenen Seiten des englischen Charakters, um ihn so zu einem richti'geren und vielkicht gerechteren Urteil zu führen als es in zahlreichen von Ausländem geschriebenen Englandsbüchem bisher gefällt wurde. Das Buch iist eine ebenso reizvoll« wie nützliche und notwendige LcHctÜrc. b. Land voraus! Herausgegeben von Alfons Paquet. 196 Seiten und 16 Bildtafeln. Verlag Knorr u, Hirth, München. Leinen RM 3.70. Alfons Paquet, der Dichter und glänzende Re>seschriftsteller, hat es verstanden, in diesem Werk deutsche Dichter und Schriftsteller von heute zu vereinigen und auf ein Ziel hin anzusetzen, so daß ein besonders anziehendes und neuartiges Weltreisebuch entstanden ist. Aber nicht etwa nur einen »Roman der Wasserstrassen« stellt dieses Erlebnisbuch dar, vielmehr ist der Blick immer wieder aufs lockende Ziel gertchtet, so wie jede Seefahrt gipfelt in der Spannung und Erwartung beim Rufe »Land voraus!«. Und so erleben wir nicht nur die Seefahrt auf vielen Meeren, nicht nur Schiffe und ihre wechselnden Gäste, sondern auch fremde 8 Samsfag, den 13. Mal 1936 Länder und fremde Menschen der blauen Ferne. b. Das Domgesicht und seine Wächter. Roman von Alfons Schreieck. Verlag der Buchgemeinde, Bonn. Die Wahrhaftigkeit des in diesem Werk Gcschauten versetzt den Leser in die Möglichkeit eines tiefer Miterlebens, und die Gestalten der Mißklanger Tröpfe samt und sonders werden von seinem Herzen Besitz ergreifen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Dörfchen Mißklang mit seinen Wäldern und seiner Sage. iRie iii Hädie «•IM BO Wmf pf ipon^ani" 1 CMfMir i Ol« O Dinar bl« 40 Wort* 7'BO Olnar fOr gr6ee«pe Ana*l«*n) Mird b«rMKn«l t DU MIndMttaM« för «In« kUln« Annlo« baiHkol Mfidun« WM «HMr. BiMan OaMhp v«n «O OM «u ^•Qmn Zane-sljiv 3000« an die Verw. 4291 Bei alleinstehender Frau im Zentrum werden 1—2 Fräulein. tagsüber beschäftigt, in Wohnung genommen. — Adr. Verw. 4284 IROFANIA ABZIEHBILDER werben mit Erfolg, Immer und überall ^•rlMgtn Sit Pre»p«kto und ■iivwfalndlleh« Offtrti MARIBORSKA TISKARNA D.D. Maribor, Kopaliika 6 OKKASION Noch immer so billigf bekommen Sie verschiedene Seiden, Leinen, Wolle u. and., sowie auch ^ ammblUfm von DIn 12"— .«fwirts bei TRPIN. Maribor 4277 Vetrlnjaka ulica 15 Auto. Adlerwagen. tadelk>ser Zustand, zu verkaufen. 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So erfährt Quitt, woher Hanno die Zuversicht und das Vertrauen nahm, die ganzen Monate auf sie zu warten, auf sie, die einen anderen liebte. Es ist eine böse Verkettung von Umständen, deren Opfer Hanno so geworden ist. Es wird ein grosser Schmerz für ihn sein. Quitt weiß noch nicht, wie es für ihn ausgehen soll. »Aber sieh mal, Barbara, ich war so am Ende. Und Hanno — ach, ich dachte, man müsse doch alles können, was man will; ich dachte, es müßte mir doch möglich sein, ihn lieben zu lernen. Und Petru-chio zu vergessen. So habe ich eben ja gesagt. Jetzt sehe ich natürlich ein, daß es dumm und unrecht war.« »Du wirst ihm schreiben, du kannst ihn hier am Mittwoch nicht einfach warten lassen.« »Ich habe seine Adresse nicht. —■ Aber wenn ich nach Falkenberg schreibe, an Herrn Doktor Hanno Denker, das muß ja ankommen, meine ich.« Sie beginnt langsam sich anzuziehen, seufzend. »Ja, ich habe unrecht gegen Hanno gehandelt! Aber Barbara, ich hatte wirklich die Absicht, ihm eine gute Frau zu werden; ich mag ihn ja auch sehr gem. Aber als mir gestern Petruchio die Hand her-übcrreiciite, da hab ich doch einschlagen müssen, da war Hanno und alles andere versunken. Lieben ist so sehr viel mehr, als bloß gern haben!« Nachdem sie diese kluge Senfenz zutage gefördert hat, läuft Qu zur Tür und schaut nach. Es war ihr so, als ob jemand die Treppe heraufgekom- men wäre. Aber vom Postboten ist noch keine Spur zu sehen. Betrübt kehrt sie zurück und beginnt ihre Wildlederschuhe zu bürsten, die gestern total verregnet sind. Ist es nicht verständlich, daß sie Petru-chios Brief ersehnt, wie ein .Dürstender die Quelle? Muß sie nicht irgend etwas in Händen halten können, das ihr sagt, daß der gestrigen Abend Wirklichkeit war greifbare Wirklichkeit? Um halb 12 Uhr kommt der Postbote, nicht früher und nicht später als sonst! Da ist — ja, Gott sei Dank, da ist der Brief von Petruchio! »Barbara, ich bin jetzt nicht zu sprechen, hörst du?« ruft Quitt und läßt sich — plauz — auf die Couch fallen. »Und wenn das Haus wackelt, bitte stör' mich nicht!« »Ich muß sowie so in die Stadt!« sagt die Freundin und greift nach ihrem Mantel. »Leute, die sich brennend für meine Bilder interessieren, werden wohl leider nicht erscheinen, sonst sage ihnen, ich wäre um halb ein Uhr wieder da. Und wenn der Hauswirt kommt — ich zahle, so Gott will, am Fünfzehnten. Wiedersehen!« Quitt grunzt nur etwas Unverständliches. Sie ist schon mitten im Lesen. Barbara geht. »Elisabeth, meine kleine, tapfere, neu geschenkte Liebe! Zuerst etwas, das mich betrübt und — das weiß icli — auch Dich betrüben wird: Wir dürfen uns heute noch nicht wiedersehen. Ich muß heute erst einmal Ordnung schaffen und Klarheit darüber bekommen, was uns in der Zukunft be- vorsteht. Heute morgen werde ich Sascha aufsuchen und mit ihr über die Einzelheiten der gewiß auch von ihr als notwendig empfundenen Trennung verhandeln. Ich denke, sie wird, vom pekuniären Punkt Vielleicht abgesehen, keine zu großen Schwierigkeiten machen. Nachmittags muß ich mit dem Kollegen sprechen, der mich inzwischen vertreten hat, und zusehen, was sich von den Resten meiner Praxis noch für mich retten läßt. Es wird schwer sein, meine völlige Rehabilitation hier durchzusetzen. Ich fürchte, ich werde Irgendwo anders, fern von Berlin, ganz neu anfangen müssen — aber nicht wahr, wir haben Mut, wir zwei? Elisabeth, Du wirst denken, daß sich im Laufe dieses langen Tages doch irgendwann ein Stündchen finden müßte, an dem wir uns treffen können. Du hast natürlich recht; aber schau, mir sagt ein Gefühl für Sauberkeit und Klarheil — und Dir wird es ähnlich gehen —, daß erst die schwebenden Fragen bereinigt werden müssen, ehe wir uns Wieder treffen dürfen. Um so mehr, als wir zu vermeiden haben, daß die Gegenseite durch irgendeinen Zufall von unserem Zusammensein erfährt und Dein Name in den Scheidungsprozeß hineingezogen wird. Morgen Mittag, Liebe, werde ich hoffentlich Bescheid wissen über das, was mir und Dir in der nächsten Zukunft bevorsteht, und wann wir etwa damit rechnen können . . . Aber halt, das will ich noch nicht niederschreiben, es ist schon zu schön zu denken, fast märchenhaft und fern aller Wirklichkeit. Ich warte also morgen um zwölf Uhr mittags auf Dich, am Eingang des Cafes am Neuen See. Elisabeth, ich glaube heute beinahe, ich habe Dich immer geliebt, vom ersten Tage an, da ich Dir begegnete. Wie hättest Du sonst in einem kurzen Augenblick so alle meine Gedanken und Sinne gefangennehmen können, wie es gestern geschah? Unterirdisch folgte der Fluß schon lange seinem neuen Lauf, und nur ein kleiner Anstoß genügte, daß er die Oberfläche durchbrach. Nun haben wir zueinander gefunden und so soll es bleiben. Auf morgen, Elisabeth! Der Deine.« Vierundzwanzig Stunden muß sie also noch warten, ehe sie ihn wiedersehen darf — vierundzwanzig Stunden! Es ist unvorstellbar, daß sie vorübergehen sollen! Aber Petruchio hat recht, sie dürfen das Schicksal jetzt nicht herausfordern, nicht zu tollkühn auf seine Gunst bauen, wenn sie nicht alles aufs Spiel setzen wollen, Doch es wird ja gut gehen, es muß ja alles gut gehen! Dann setzt sich Quitt hin und schreibt einen Abschiedsbrief an Hanno. Es ist eine schwere Aufgabe für sie, denn sie weiß bei jedem Wort, wie es ihn treffen, bei jedem Satz, wie er ihn in Traurigkeit und Verzweiflung stürzen wird. », . . Ich hatte so viel guten Willen, Hanno, aber es war dann doch alles stärker als ich! Da Du um mich anhieltest, glaubte ich, den Spruch meines Schicksals zu vernehmen, dem ich gehorchen mußte. Aber ich hatte mich ge täuscht — Du bist mir ein lieber Freund, Hanno, doch Deine Frau kann ich nicht werden. Verzeih mir.« Sie schreibt eine Adresse auf den Umschlag, so gut wie sie sie zusammen bekommt. Ein Dr. med. Denker muß doch in Falkenberg aufzufinden sein, so groß kann die Stadt doch nicht sein. Sie klebt den Umschlag zu und trägt ihn zum Kasten mit dem traurigen Gefühl, einen Pfeil zu entsenden, der einen lieben Menschen schmerzhaft und schwer verwunden wird. ({Fortsetzung folgt.) Chefrcdaldeur und für die Redaklion verantwortlich; UDO KASPER. - Druck der „Mariborska tiskarna" in Marlbor. - l^ür de« Hcnuisgi'hcr und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DKTELA. — Beide wohnhaft in Maribor.