(Porto bar bezahlt.) Mi« Willig , _ Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. - CchrifttoUsn« >nb «ctxcUsftQ: tooo *Uta R*. I. Telephon tl — « n U« b lca* U ** mxbt* ta bet ««luaUuiu qegen H«n«n>ag btQifiJtrt ti11 ■ 8 • 9 M lf <' Für da» Jotand oUntltdtyclg via 10 ^rlüiShrig Din20 samjflijt t, Din40.—. ft*t da» e»tlpreche»d« ErWJnn«. - «immer« Din —.50 Nummer 8 || DonnerStag den 26. Jänner 1922 4.l47.i Jahrgang Roch ein Wort !»r Wohittingonol. Wir haben in unserer letzten Nummer daraus hin-gewiesen, daß die WohnungSfroge in ein akute« Stadium getreten ist und daß zwecks Studiums der Frage der endlichen Behebung der Wohnungsnot in unserem Stadt- und Umgebungsgebiete seitens des Wohnungsamt«» «in« Enquete einberufen wurde, in welcher diese Angelegenheit diskutiert werden soll. Für die Einberufung dieser Enquete ist dem Wohnungsamte sicherlich zu danken, da nur aus diese W«isr Mittel und Weg« gefunden werden können, wie der Wohnungsnot beizukommen ist. Zwei Vorschläge haben wir bereits einmal der Oeffentlichkeit bekanntgegeben und in der statt-gefundenen Enquete ist nun ein konkreter Vorschlag in dieser Angelegenheit dem Wohnungsamte unter-breitet worden, den wir nachstehend zur allgemeinen Kenntnis biingen, in der Erwartung, daß dieser Vorschlag benützt wird, um den wohnungsbedürstigen Familien menschenwürdige Wohnungen zu schaffen. Der Borschlag zur Abhilfe der Wohnungsnot geht von der Annahme au«, daß in unserem Stadt-und unmittelbarcn UmgebungSgebiete, welches dem Amtsbereiche der Wohnungskommission untersteht, 70 bis 80 wirklich wohnungsbtdürftige Familien vorgemerkt sind und daß ein« Reserve von 20 bis SO Wohnungen geschaffen werden soll, um ein für allemal der drückenden Wohnungsnot enthoben zu w«rden. Auf «in« Beitragsleistung des Staate», des Landes und der Stadt ist nicht zu rechnen, weil die dermaligen. budgetären Verhältnisse eine ausreichende Hilfe für die Schaffung von Wohnungen nicht ge- Wie ich Flieger wurde. von Feldpilot Hans Ramor, Koievje.*) Ich bereiste I» der Absicht, meine Erfindung im Auslande ju »erwerten, nacheinander Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz, fand aber nieman-den, der sich dasür «lngesczt hätte, denn erstens fehlten mir die »u solchen Geschäften nötige» Verbindungen und »weiten« das verfluchte Selb. Nach tausend bitteren Enttäuschungen ließ ich die Sache sein, und »war größtenteils au« dem Grunde, weil mich die Beobach-rangen auf den bekanntesten Flugfeldern dieser Länder wieder meinem eiste» Grundsätze zugefühit hatten, der aber hieß: ZukunstSstieger — Vogelflieger. Die Erfahrungen der letzten Jahre benützend, sin» ich wieder an, Modelle »u bauen wie »or Jahre», diesmal mit großem Erfolg«. Dadurch ermutigt, be-gann ich in Basel mit dem Baue eine« großen Vogel-fliegers. Rech drei Wochen war er fertig. Die damit unternommenen Versuche gelangen so gut, daß mein Ehef mir vorschlug, ich solle an den im selben Jahre in Pari« stattfindenden motorlosen Flugzeugwettbewerben mit meiner Maschine teilnehmen. Da er sich auch »er-pflichtete, die tanzen Kosten zu tragen, fragte ich an. Ich wurde aber nicht zugelassen, da der Wettbewerb nur für französisch« Gleiter offen war. Da» Gelände bei Bafel war für meine Versuche nicht recht geeignet. Ich packle daher meinen Flieger •) Bergl. tzillier Zeitung vom >2. und IS. Jänner 1922. statten und wenn auch eine solch« Hilf« geboten werden würde, müßte durch Erhöhung d«r Steuern oder durch Erhöhung der Umlagen dies« sinan-zielle Hilf« doch wieder auf die Steuerträger über-wälzt werden, fodaß eS auf «inS herauskommt, von allem Anfange an auf dies« finanziell« Beitrag«-l«istung zu verzichten und für die Ausbringung der kosten einen anderen Weg zu betreten. Nicht ver-zichtet werden soll und darf auf die staatliche Unter-stützung zweck« Beschaffung elneS billigen BaukapitalS, daS die staatliche FondSverwaltung (Uprava sondov) in Bevgrad kapitalSbedürftig«» Bauunternehmungen sür WohnungSzweck« zu «inem Zinssätze vou zirka 2% zur Bersügung stellt. Diese Unterstützung muß unter allen Umständen nachgesucht und von den Abgeordneten erreicht werden. Dirs voranschickend, soll nun anhand von V0r> Handenen Unterlagen aus der letzten Bauperiode ver-sucht werden zu berechnen, welches Baukapital skr die Schaffung von zirka 100 Wohnungen erforder-lich ist und welche Einnahmen geschaffen werden müssen, um dieses Baukapital zu verzinsen und zu amortisieren. Die Firma A. Westen hat im letzt«» Jahre durch den Baum«ist«r Gologranc «in schmuckes ein-stöckiges Wohnhaus gebaut, welches auS zwölf Wohnungen besteht. Davon sind in jedem Stockwerke (Parterre, l. Steck und Dachgeschoß) drei Woh-nungen mit je zwei Zimmern. Küche, Speise, Klosett mit Wasserspülung und Borzimmer und je «in« Wohnung mit drei Zimmern nebst obigem Zubehör untergebracht. Hiezu gehört ein geräumiger «eller und eine gemeinsame große Waschküche. Jede Woh-nung hat eigen« Wasserleitung und ist mit «lef» irischer Beleuchtung ausgestattet, also in jeder Hinsicht ein und fuhr damit nach Tirol. Ja Zirl ließ ich mich nieder, da mir dort die Gegend »on früher her be-kannt war. Nach langem Herumsuchen und nachdem ich alle Für und «ider erwogen, beschloß ich. »on dem ,ehn Meter weiten Vorsprunge der Martini wand (zirka 500 bis 600 Meter hoch), mit meinem Gleitflugzeuge ab-zufliegen, und «war an dem Tage, an dem Obl. Sto-banal in Innsbruck mit einem „Strich" fliegen wollte. Diele meine Absicht wurde im Dorfe bald be-kannt und da sich unter der Absprungstelle ein Kloster befand, machte mir die hohe Obrigkeit einen dicke» Strich durch die Rechnung. Ich durft« meinen Versuch nicht aulführen. Durch di« Notiz, die ein Jnn»brucker Blatt über meine Absicht brachte, wuro« «in Bankoirektor. dessen Namen ich leioer vergessen habe, auf mich aufmerksam. Er suchte mich auf und ich erzählte ihm »on allen mein#» Versuche», Erfolgen und Mißerfolge». Im Lcufe unserer Unterredung fragte er mich, ob ich mich auf Motorflugzeuge« ausbilde» lassen wollte. Er versprach mir, daß er sich dafür v.rwende» werde, daß Ich die Schule kostenlo« durchmachen könne. Ei» diesbezüglich au die Mororluftfahrzeuggesellschaft eingebrachte« Gesuch «mde dahin erledigt, daß man mir da» AuSbildungS-Honorar auf die Hälfte ermäßigte. Ich konnte aber auch diese Hälfte nicht aufbringen und war solcherart nur wieder um eine Enttäuschung reicher. Da packte ich meinen Gleiter wieder ein und diesmal ging ti der Heimat zu. War daS eine Auf-regung in unserem luden Gottscheerlandl, als besannt modern nnd hygienisch und kann al« Lorbild für die zu schaffenden Wohnhäuser genommen werden. Die Kosten dieses Wohnhauses hab«n sich aus Din 400.000 — b«laus«n, doch dürften di« Kosten eineS solchen Wohnhauses in der diesjährigen Bau-Periode, wenn di« fortschreitend« Entwertung unserer Valuta in Berücksichtigung gezogen wird, aus zirka Din 500.000'— zu stehen kommen. Um also der bestehenden Wohnungsnot abhelsen zu können, würden für die Errichtung von zirka 100 Wohnungen 8 solcher Wohnhäuser zu bauen sein, wenn von der Annahme ausgegangen wird, daß dieser Wohnungsnot durch Schaffung von vor» wiegend zweizimmerigen und auch etwaS breizimme-rigen Wohnungen begegnet werben kann. Dies« acht Wohnhäuser mit zirka 100 Wohnungen würden einen Bauaufwand von zirka Din 4,000.000.— erfordern, deren Beschaffung wie solgt gedacht ist: All« heutigen WohnungSinhaber stehen unter dem segensreich,« Schutze des Mieterschutzgesetzes und sind durch dessen Nutznießung in einem Verhältnis-müßig billigen Mietzins. SS ist nur recht und bil« lig, wenn alle diese Nutznießer des Mieterschutz-gesetzeS zur B.'itragSleistung für die Schaffung von ebenso billigen Wohnungen herangezogen werden, wie sie dieselben derzeit innehaben, und kein ver-künftiger Mensch wird daran Anstoß nehmen, wenn die BeitragSleistung seiner benützten Wohnung ver-hältniSmäßig entspricht. Diese BeitragSleistung soll demzufolge eine progrefsio« sein und sich darnach richten, wieviel« Zimmer die einzelnen Wohnung»-inhaber in Benützung haben. Gedacht ist bei der Verzinsung und Amortisation deS erforderlichen Baukapitales folgende Staffelung einer Wohnungs-nmlage, und zwar für eine Wohnung bestehend auS: wurde, ich sei mit einer Maschine angekommen und wolle damit fliegen. Da mir für Fracht und Reise meine ganzen Bar-mittet aufgegangen waren, beschloß ich, vor jedem Ber-suche, die Maschine im Brauhause auszustellen, um durch die dabei erzielten Einnahmen die Möglichkeit zu habe», meine Versuche fortzusetzen. Der Erlös, den ich erzielte, war ein jämmerlicher. Er genügte nicht einmal, uur meine direkten Autlagen, Plakate und Saalbenützunz zu bezahlen. Da« war sehr traurig. Und da wollten meine LandSleute «och habe», ich solle ihnen wa« vorfltege». Dazu gab ich mich »ach obiger Erfahrung nicht her, wa» man mir sehr übel genommen hat. Nebstbei wurde ich wegen der Maschine und der von mir aufgestellten Behauptung, daß e» möglich sei, ohne Motor zu fliegen, ausgelacht und wie ausgelacht. Hiezu bemerke ich nach zebn Jahren: I» Deutsch-land wurde» in den letzten Monaten ungeheure Er-folge mit motorlosen Flugzeugen errungen. Harth stellte am 13. September v. I. einen neue» Weltrekord für Vogelflieger mit 31 Minuten und 37 Sekunden auf, wobei beachtet werde» muß, daß er nur 12 Meter von der Abslugstelle landet«. Die dazu verwendeten Maschinen gleiche», wa« Bau, Ausführung und Prinzip anbelangt, in jeder Beziehung der von mir seinerzeit gebauten. Mau ersteht darau«, daß da« alte Sprichwort doch wiedcr einmal Recht behalten h.rt, da« da lautet: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten." Hosfenttich «erden mir meine üandsleute ent- schuldigen, daß jetzt ich lache! Sehe 2 1 Zimmer......Din 15.— pro Jahr Z 3 4 v e 40.-75.-125.-190.- 2:.0.- 9 n r» l» »• » M I» 7 und »ehr Zimmer . . . 400.— . „ Nimmt «an an, daß tu den beiden dem Woh nungsamt« unterstehenden Gemeinden der Stadt und Umgebung Celje ein fchStzung»weis«r Mitlerstand von zirka 2200 Wohnungen vorhanden ist und aus diese Wohnungen «ine durchschnittliche jährliche Wohnuugsumlage von Din 75.— pr« Wohnung entfallen würden, so gäbe die« eine jährliche Ein» nähme von Din 165.000—. Gedacht ist ferner, daß die v-rkaufsgewölb« und Kanzl«ien mit einer separaten Wohnungsumlage zu belegen sind und da& die Höhe dieser Umlage eine Einnahme von mindestens Din 25.000.—» einbringt. Wenn hierzu der Mietzin» aus den fertigwerdenden zirk« 100 Wohnungen durchschnittlich mit je Din 50.— pro Monat, somit pr» Jahr mit Din 600.— pro Wohnung oder Dia SO.OOO.— sür 100 Wohnungen gerechnet wird, so würd« eine Einnahme »on jährlich Din 259.000.— zur öetsüjuttj stehe», wovon für 3*/# Verzinsung des von der Upra»a fondov in Anspruch zu nehmenden Baukapitale« von »ier Millionen Dinar 80.00!) Dinar erforderlich wären und in Abzug zu bringen sind. Ferner kommen h'er« von in Abzug zirka Din 20.000.— für «teuer, Wasser- und schulheller, fodaß sich für Amortisation und Erhaltungskost«!, ein vetrag von Din 150.000.— ergeben würde, toal erwarten läßt, daß da« Bau-kapital iu 15 b s 20 Jahren vollkommen amortißcit ist. In dieser Kosteuberechnung sind die Kosten für den Baugrund nicht aufgenommen, weil v»n ver Annahme ausgegangen wild, daß die Stadt- und UmzebungSgemeinde die Baugründe unentgeltlich zur Verfügung stellt, weil sie ja hieraus insofeine Nutzen zieht,^l» nach Amortisation des Biukapitale» die aus ihren Gründen ausgebauten ach: Wohnhäuser kostenlos in ihr Eigentum übergehen. Für diese Leistung hat auch die S'adtgemeinde Celje auf die städtischen Umlagen de» Mietzinse«, ebenso daS Land auf di» LandeSumlag«n zu verzichten, wäh rend der Staat ohnehin eine Steuerfreiheit gewähr« leistet. An Baugründen sür die Ausführung derartiger Wohnhäuser flehen der Stadlgemeinde T?lj: Gründ» an der Sann, in der Ra»lagov, ulica (ehemals Neugasje), Kralj Petra cesta bei der König Alexander Kaserne und ein größer Komplex aus den ehe« mal« Baron Bruck'jchen Gründen zur Versüzung. Die Kosten von zirka 500.000 Dinar für ein derart beschriebenes Wohnhau« würden sich sicherlich auch noch reduzieren lassen, wenn »on diesem Typ meh rere Häuser auf einmal gebaut werden würden. Jedoch müßte mit den Arbeiten möglichst bald be-gönnen werden, bevor eine weitere Entwertung un-seres Gelde« eintritt und die Baukosten in« unend» Iichr steigen. Die Wohnungen würden, wenn mit dem Bau begonnen wird, sobald e« die WitterungSver-Hältnisse zulassen, vielleicht schon bis Ende diese« Jahres bezirhbar sein und damit würde »in sür «llemal die WohnuugSnot in unserem Gebiete ge-bannt fein. Allerdings müßte »erlangt weroen, daß ein veiterer Zuzug von WohnuigSbebürstißen nur dann ««stattet werden könnte, wenn für dieselbe« Wohnungen vorbanden sind, nicht aber, daß für diese« Opfer, da» die Inwohner »nsereS SetieteS bringen, dieselben auch fernerhin den Vrangsalierungiv der Wohnungskommissi»n ausgesetzt sind. Insbesondere aber müßte darauf gesehen werden, daß, wenn etwa neue Industrien im Stadt- »der UmgtbungSgebiel« Geschaffen werd«», eine derartige Konz»ssion erst dann erteilt wird, wenn di» Woh-nungssrag« sür die Angestellten dieser Unternehmnn-gen sichergestellt ist, nicht aber, daß zuerst kleinere E > i1 i e r 3111 n « g und größere FabrikSunternehmunzen gebaut werden, di« Angestellte heranziehen und so zur Vergrößerung der ohnehin schier unerträglich:!» Wohnungsnot bei-tragen. Auf ähnliche Weise geht heute di« Stadt Wien daran, der dort herrschenden Wohnungsnot abzu. helfen und e» bleibt kein anderer Ausweg, als diesen Vorschlag zur Abhilfe der Wohnungsnot auszu-greifen und oenielben rasch-ft durchzuführen, um möglichst bald wieder geordnete Verhältnisse in dem WohnungSbestande zu schaffen. vergessene Lande. Das Deutsche Volksblatt in Novisad bringt in seiner N immer vo» 11. Jänner 1922 unter «biger Ausschrist einen Artikel, den wir im nachfolgenden wörtlich wiedergeben: Da sich in der letzten Zeit doch noch einige Zettungen mit den unhaltbaren Zusiänden in den Windischen Büheln und dem Uebermurgebiet zu be-schäftigen beginnen, ist es nötig, die Oeffentlichkeit darüber sachlich zu informieren: Al« nach dem Zusammenbrach unser Staat die Linie SpielseldRadkerSburg besetzt hielt und e« dann zu einer Echebung der Bevölkerung de« un-telk» Murtale» kam. wurde mit Ausschluß der Oite Spielfeld und RadkerSburg eine neutrale Zone geschaffen, der Bahnverkehr durch unseren Staat jedoch aufrechterhalten. Au« übertriebener Vorsicht wurde bald der Persoaen»erkehr au« Deutschösterreich über Spiel-selb in da« neutrale deutsche Gebiet eingestellt und fast anderthalb Jahre mußten alle Reisenden au« der Richtung Hraz in Ehrenhaus«n au«st«igen und zu Fuß oder per Wagen zur Station Schwarz an der Strecke Bpielseld-RadkerSdurg pilgern, um die Fahrt fortsetze» zu können. Aehnlich vollzog sich die Völkerwanderung in der umgekehrten Richtung. Als im Juli 1920 diese Gebiete geräumt werden mußten, entlud sich der aufgespeicherte Groll der Bevölkerung: Bauernwehren verhinderten die Fortführung der Züge über Radkersburg nach Lut-tenberg und stellten Forderungen auf, in deren Ber-Handlung sich unsere Regierung nicht einlassen wollte. Um ader doch den Grenzverkehr außer der Zugsoerbindung leidlich zu gestalten, trasen die bei-derjenigen Grenzbehörden unter sich provisorische Uebereinkommen, die sich gut bewährten, jedoch durch Eingriffe egoistischer Jnteressente» wiederholt gestört wurden. Im Frühjahre 1931 kam es dann endlich zu offenen Verhandlungen zwischen v«r Lande»regie rung von Slowenien und jener von Steiermark und wir genossen durch volle drei Wochen die Wohltat einer Eifenbahnverbindung von Luttenburg nach Marburg; diese Verbindung wurde aber wieder un-terbrochen, da Jugoslawien den Vertrag nicht in Krast treten ließ. Der ganze Akt ist zwiichen Be»-grad und Ljubljana einjach verschwunden. War es schon eine arge Nachlässigkeit unserer Behörden im Juli 1930, daß sie die besetzten Ge« biei» einfach räumten, ohne sür die Fortführung des durch den Fciedensvenrag gewährleisteten Bahn-verkehre» irgendwelche Vorkehrungen zu treffen, so begreift man noch viel weniger, wie eine so wichtig« Frage jahrelang außer Behandlung stehen konnte. Man stell« sich «in kulturell hochstehendes Gebiet von über 150 Kilometer Breit« und Länge vor, das aus dem bisherigen Wirtschastskomplex heraus-gerissen wurde und mit d«m Hinterland« nur durch schlechte, hügelige Sttraßen verbunden ist. Der wirtschastlich« Schaden kann mit Millionenziffern nicht mehr errechnet werden. Die Fabriken stehen Ull "nd versallen, der in seiner Art einzige Lut-enberger Wein, die Getreideüberschüsse de« frucht-Inten Uebermurgebietr« usw. können nur mit >roh«n Kosten auf den Markt nach Maribvr gebracht werden, während sich da« weltberühmte Radeiner vauer« waffer auf den Lokalabsatz beschränken muß. Man chägt die Arbeitslosen auf Über 200.000 Menschen. Der Mangel macht sich überall bemerkbar; selbst IKehl ist schwer zu bekommen, da die Mühlen an Wassermangel leiden, von Kohle, H»lz, viehsutter und drgl. gar nicht z« reden. Di«se Zubände haben sich sttt Oktober ». I. noch w< ,er verschärst, da die Oest^re-^er den b>«-,er über RadkerSburg Mittel« Fuhrwerk zugelassenen Tranfitverkehr eingestellt hakn. Diese Einstellung erfolgt» ganz plötzlich Ixuo nach Uebernahme des Gcenzdienstes durch die W:angel-An»ee. viele Wag gonlasuugen Güter konnte» wegen Mangel» an Nummer 3 Zollmagazinen in RadkerSburg nicht au«geladen werden, verderben und sind mit Lagergeldern von vielen Millionen belastet. Unzählig Eingaben sind an di« Landt«r«git-rung von Slowenien abgegangen, unzählige Adord-nungen der Bevölkerung haben um Adhilse gebeten: Ljubljana verspricht, aber Beozrad rührt sich nicht. Durch solche Vernachlässigung steigt der Unwille der Bevölkerung und die Ursache der vorherbsllichen Kundgebung vor der interalliierten Grenzkommission in Olsnitz (Mur«ka Sodota) hat nicht zum gering-sten seine tieferen Ursachen in diesen tiostlosen Zu-ständen. Die Kreisstadt Maribsr ist mit der Bahn in zwei Stunden zu erreichen, «nsonsten braucht »an für jede Gerichtsverhandlung o»er sonstigen Anlaß eine gute halbe Woche, wenn es gut geht. Der Ab-geordnete Herr Merwolja hat sich von diesen Zu-ständen persönlich überzeugt. Hoffen wir, daß e« seinen Bemühungen gelingen wird, den Grenz» und Transitverkehr mit Deutschösterreich der Regelung zuzuführen. Die ganze Bevölkerung wartet darauf mit «ehnsucht. Jeder versäumte Tag verursacht dem Staate uad dem Volke gi»ßen wirtschaftlichen und moralischen Schaden. Mttijchc Rundlchau. Inland. Der Brief der rumänischen Königin an die jugoslawische 0effentltchkett Die Königin Maria von Rumänien hat dem Korrespondenten der Beo^rader Politik» einen Brief übergeven, der an die jugoslawische Oeffentlichkeit vermeint ist und folgendermaßen lautet: Die große Freu»e darüber, dag unsere Tochter dem Manne vermählt wird, der sich sowohl al« tapferer Soldat wie auch alt großer Patriot der Bewunderung der ganze» Welt erfreut, wird durch das Glück erhöht, »aß infolge diese» Ereignisses unsere beiden Völker genießen werden. Mein« Tochter wird glücklich sei», alle ihre Fähigkeiten dem schönen Lande, da» soviel getttten hat, zu weihen, und ist von Herzen bereit, da» Unglück diese« Lande» zu mildern. Sie wird e» al» hö^stes Glück betrachten, für ihr Volk wirken und thr Talent in den Dienst der Kanst und der Poesir, besonders der VolkSpoesie, stellen zu können. Ihr einziger Wunfch »st, dem Könige, ihre« künftigen Gemahl, in der Arbeit zum Wohle de« Volke« zur Seit« zu stlhen. Meine Freud« wird noch größer sein, wenn ich sehen werde, daß unsere Tochter eine wahre Mutter «hre» Volkes gewor»en ist. Und das {st auch mein innigster Wunsch. Maria. Stephan Radi« und die Konferenz von Genua. Wie di« Telegraphenagentur Woiwodina au« verläßlicher Qaelle meldet, brreitet Stephan Radic für die Konferenz von Genua eine geheime Aktion vor, deren Zweck dahin geht, im Wege einer Volks-adstimmung oi« Wünsche d«s kc».michcn Volke» vor» zubringen. Zu diesem Zwecke werde» schon jetzt in Zagred und in andere» kroatischen Städten geheime ver>a«mlungen und Sitzungen abgehalten, in denen die Volksabstimmung vorbereitet wird. Der Streitfall mit Belgien. Wegen der Beogradec Tramwah hat Belgien eine Note an Jugoslawien gerichtet, in der mit de m Abbruch der diplomatische» Beziehungen gedroht wird. Schon vor dem Kriege halte eine belgische Gesellschaft mit ber Beograder Gemeindevertretung einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge sie di« elek» irische Straßenbahn in der Hauptstadt einführte. Nach dem Umstürze schränkte die Gesellschaft auf eigene Faust den verkehr ein. worauf die Beograd»r Gemeinde den vertrag aufhob und die Straßenbahn in eigene Verwaltung übernahm. Die belgisch» R»-gierung, bet der die Gesellschaft Klage führte, ver-langt „un in ultimativer Form den Widerruf der vertraz«aushebung und die Utbergabe der Straßen-bahn an da» belgisch: K»nsortium. Abbruch der Verhandlungen mit Deusch» Österreich. Die Verhandlungen zwischen den jugoslawische» und beutschösterreichtschen Delegaten bezüglich der Aushebung de« S quesler« über d»n Besitz österrei-chi^cher Staatsbürger und di« Regelung der öfter-reichlichen Schulden gegenüber SHS.Staatsbürger» wurde», wie au» Bevgrad berichtet, unterbrochen, weil »ie deutschösteireichlschea Delegierten dieselbe« sind, di« sür die Verhandlungen mit Ungarn bestimmt Nummer 8 SHfttt p.rttnM Leite S wurden. Sobald Mc österreichisch-ungarifchen Verhandlungen beendet sind, sollen die österreichischen Vertreter wieder nach veozrad zurückkehren. Ausland. Eine Konferenz der kleinen Entente. vor der WeltwirtfchaftSkonferenz in Genua »erden die Vertreter aller Staaten der kleinen » br'm Frankreich, Spanien, Italien und Teile de» früheren Oesterreich und Rußland, sowie Jngo-slawieo sich eifrig mit der Errichtung vo» Tarif-mauern beschäftigten. Die wilden Schwankungen der Wechselkurse seien nur Symptone und F»lgen, nicht die Ursache der wirtschaftlichen Unordnung. Jeder wirkliche wirtschaftliche Wiederaufbau sei unmöglich, bevor nicht die Frage der Reparationen und inte» alliierten Schulden endgültig geregelt sei. Seit der Unterzeichnung deS Versailles Veriraze» haben nicht weniger al* zehn europäische Konferenzen über die RcparationSsrage stattgefunden, die vor kurzem in dem FiaSko von Cannes kulminierten. Jede der Konferenzen war damit beschäftig« gewesen, da« Werk der vorigen Konferenz abzuändern oder un« möglich zu machen. W>» die Welt, wa» die Ge-schäftSwelt will, ist Gewißheit und EndMtigkeit. Zu dieser kann man nicht gelangen, wenn «an nicht dru sür alle unmöglichen Bersailler FriederiSvertrag abändert. C» ist keine Frage der Milde gegen Deutschland, sondern ein« Frage de» eigenen Interesse» für eine Anzahl von Staaten, die den Wohlstand Europa» nur schaffen können, wenn st« dir gegen« feilige wirtschaftliche Abhängigkeit voll anerkennen. Die Ane»Kennung der Sowjetrepublik. Da» halboffizielle Organ der volttkommissäce Jswrst ja schreibt, daß di« Son?iu«rzierung di« an si« ergargen« Einladung »ur Konferenz mich Genua alt tatsächliche Ancitriming der Sowjethcrrschlist bett achtet, worüber die Moskauer Regierung klare und Unzweideutige Erklärungen abgegeben habt. Aus MM Papst Benedikt XV. gestorben. Wie die Agerzia Stesani ^u.> Rom tuidet, ist Papst Venedikt XY. an LZ. Jän.iet I. I. uai K Uhr morgen« gestorben. Da» verswrbene Oberhaupt cit katholischen Kirche wurde am 2'. November 1854 als Marchest Jakob D»ll« E^lesu in Pegli, einem malerischen Küstenstädtchen in der Näbe von Gcnua, geboren. Im Jahre 1878 zum Priester geweiht, stu-dierte er durch vier Jahre an der Akademie in R«m, wo Geistliche sür den administrativen und diploma-tischen Dienst der römischen Kirche herangebildet werden. Im Mai seine» letzten Studienjahre» wurde er von Papst Leo XIII. zum geheimen Kämmerer (Monsignore) ernannt und zum Sekretär des päpst-lichen NanziuS in Madrid bestellt, wo er bis zum Jahre 1887 wirkte. I» diesem Jahre beries ihn der päpstliche Kardinal-StaatSsekretär Rampolla nach Rom, wo er die Kanzleien di» SiaatSsekcetariateS bi» zu seiner Ernennung zum Erzblschsf von Bs-lozna im Jahre 1907 leitete. Nicht uninteressant tfl e», daß er während seiner Beamtentätigkeit sein« tägliche Messe in der Kirche eine» deutschen Nonnen« kloster» in Rom la». Am 25. Mai 1914 empfing «r au» der Hand de» Papstes Piu» X. den Purpur de» Kardinal» und am 3. September würd« er zum Papste gewählt. In der Zeit de« Kriege» versuchte er öfter» den Frieden zwischen den kämpsenden Staatengrvppen zu vermitteln. Da seine Bemühungen ersolglo» blieben, trat er für die menschliche Be-Handlung der Kriegsgefangenen, für den Austausch det Invaliden, füt die Flüchtlinge und Krieg»waifen ein. Noch dem Kriege leitete er groß« Aktionen für die notleidenden Kinder aller Länder ein, für die mehr al« 16 Millionen Lire unter seinem Protekto-rate aufgebracht wurden. Einer feiner letzten Wohl-tätigkeitsakie war die Zuwendung einer namhaften Spende sür die russischen Hungergebiete. Mit Pipst Benedikt ist ein Mann dahingeschieden, der von seinem hohen Platze au« da» Gute für die Mensch-heit wollte und dem der Wah.sinn unserer Zeit den Blick sür Gerechtigkeit uad Frieden uiemal» trübte. Pflichtfeiertag« in Jugoslawien. Wie da» Ministerium sür soziale Fürsorge verlauibart, ist die Frage der obligaten Feiertage endgültig du ch da» Gesetz über den Arbeiierschutz. »a», vom gesetz-gebenden Ausschüsse angenommen, schon die Sanktion de» König» erhalten hat, geregelt worden. Da« Gesetz wird in kurzem in den Amtsblättern ver-öffentlich» werden. Im Sinne seiner Vorschriften muß in den Unternehmungen die Arbeit nur an Sonntagen und nm 1. Dezember eines jeden Jahres ruhen. Die F«i«r aller andere,> kirchlichen und staat-lichen Feiertage ist dem Ueberelnsummen zwischen d'tt Ar »eitern und Arbeitgeber«» üvtrlafsen. — Mit dieser Feststellung erledigen stch a.ich sür un« »er-schiedene Anfragen, die diesbezüglich an unS gelichtet wurden. Iagaboll. Die Zujenbuug der Einladung«, (orten zu dieser größten Veranstaltung des heurigen FaschiN'S hat bereit? begonnen. Wu machen die Besucher deS Jagaballe» darauf a»smer5srm, s-aß die aus Normen lautenden Einladungen nur füv die Inhaber und denn nächste Frmilienangehöriz« Gültigkeit haben. Bekannte oder Freunde von geladenen Familien haben ihr« Adressen bei Herrn LnkaS Putan, Moaewarengefchäjt in C.-lje, dehuf» Zusendung einer Einladung abzugeben. Oh»e Einladung wird der Zutritt unbedingt verweigert. Wie wrr schon mitgeteilt h-bui, weisen die Dekorolion« Malereien vom bekannten hiesigen Kunstmaler Her^u Gustav Seedacher ausgeführt. E» gelangen nur heimisch« Motive zur Darstellung. Der Jagaball wird in dekorativer Hinsicht ein« Sehen»wardigkelt sein mit einer Fillle von noch nicht gesehene» Deko-ratione» und Lusstellungen. Am 2. Februar findet nachmittag», Beginn drei USr, d .« K nderf-st statt, wozu die Jagend der Jagalnllb: suche? schon heute eingeladen wird. Ein« Einlcitt«gebüht wird nicht eingehoben. Spende. In Erinnerung an einen heimge-gangeuen lieben Fr-und spendete N. N. 100 K sür Zwecke de« evaugelischen Frauenvereine«. Abschaffung der Kundenbücheln beim Fleischverkauf- Die Genossenschaft »er Fleisch, bauet in Celje teiU mit: Infolge »er schwierigen Beschaffung von Schlachtvieh ersehest': auch die tägliche ktaglose Verborg m i der Kunde» mit Flciich in Fra-Zt gestillt. Um den Bücherkunden de., freie» Einkauf von Flcikch bei beliebigen FleischhaU'.n »u erleichtere, hab«» di« Fleischhauermeister vo,' Eelje trnfc Umgebung Ce'je in der S!tz!.7.j« vom 20. Iän-t-er 1922 bes^Ioss.", v^'.i Fleisch ans Büch«ln ab 1. ^«bee 1922 «inzust-llei'. Auszahlung «>»? Inoauaenunter-stützungen Einer Meldung au» Beograd zufolge begann man im Ministerium ft'u soz,..le Fütso'gi »it d-r Au»;ahluNlZ der Znvi»t>de>,u>i'etsl2tzu>igtn aus Grundlag? *tfl Ges? »c» vorn 31. öejembu 1921. Dir S Dinardunknoten Vor zwei Wochen teilt« die Pofpirekt,» Ljai'jana oen Blättern mit, daß da» Finanzministerium verfügt habe, di« ü-Dinarbanknoten au» d«m Verkehre zu ziehen und daß si« die Staatskassen nach dem 20. Jänner l. I. nicht mehr annehmen dürfen, sondern daß sie bei den Filialen der Nationalbank bi» 20. Juli, be der Zentrale in Deograd bi» N«v:mber 1922 ein-gewechselt werden sollten. Wie der Ljabljinaet SI»« vevec meldet, hat di« Finanzdelegation in Ljublsana bislang noch keine die»b«züzliche Verordnung empfangen. Die Finanz(Lande»>)kasse und alle Steuer-ämter müssen di« 5,Dinarnoten solange annehmen, bi» sie nicht »on der Flnanzdelegation einen anderen Auftrag erhalten. Fall» irgendein Steueramt die Note» nicht annehmen sollte, ist die» sofort der Finanzdelegation mitzuteilen. Auflösung des Ljubljanaer Korre-fpondenzbüros. Wie aa« Ljubljana berichtet wird, hat di« Gebiettverwaltung sür Slowenien mit Beschließung vom 20. Jänner 1922, Zl. 637, auf Grund einer Anordnung de« Innenministerium» »er-fügt, daß die Tätigkeit diese» Büro» mit 31. Jänner d. I. einzustellen ist. B»reinsauflöfung. Der verein der deutschen Bautechniker Südstelermark« in Maridor wurde be-hördlich ausgelöst. gur Propaganda im Ausland. Dem Ljublianaet Slov. Nicod schreibt jemand mit Bezug« nähme auf einen Artikel in diesem Blatte, in »em über die schlechte diplomatische Vertretung unsere» Staate» im Ausland« Klag« geführt wird, unter anderem folgende»: Im Zusammenhange damit (mit der schlechten velrelung) haben Sie berichtet, daß Herrn Calii au« Split in Dover (England) Kops und Kleider — auf Läuse uniersucht wurden, vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, daß dasselbe auch in der Schweiz praklriziert wird un» daß nur wir Jugoslawen dieser Liebenswürdigkeit teilhaftig werden. Bor kurzem wurde in der Schweiz %ine internationale VerkehrSkonfeieaz abgehalten, zu »et auch zwei Vertreter au» unserem Staate entsendet wurden. Einer fuhr von Ljubljana aus dorthin, der zweite van Wien. Al» sie auf den Einreisestationen im Norden und im Süden ankamen und au» den Pässen festgestellt wurde, daß sie Jugoslawen seien, hat man beiden Haut und Kleid aus — Läuse untersucht. Einer wurde dabei ehrerbietig gefragt, ob er nicht a« Ende ein Diplomat wäre. Diplomaten werden wahrscheinlich nicht abgesucht, denn es wäre unv-r-stündlich, daß diese erniedrigende Uitersuchung angestellt würde, wenn wir in der Schweiz Vertreter hätten, die sich ihrer Aufgabe bewußt sind. Die be-zügliche Verordnung stammt angeblich noch au« den KnegSzeitea, aber da sich bi»h.r keiner von unseren Vertretern darum gekümmert hat, sind noch heute aüe Jugoslawe» dieser schmachvollen Untersuchung au»ge«etzt. Wie ansehnlich für unseren S:aat, wenn man dich al» einzigen unier allen Reisenden im «erdachte hat, daß du lausig bist l Na, und dann unsere Konsularvertreter! B'Sweilen sind sie in solchen Lokalen eingemietet, daß der Mensch sich schämen muß, wen» er in «in solche» Hau» kommt. So z. B. in Berlin. Wie sollen wir also im Au»-lande au Ansehen gewinnen? Und auch unsere Staat»- nno HandelSintetessen wissen viele von diesen Vertretern nicht zu wahren. Der Gesellschafter einer angesehenen slowenischen Import- und Export-firma brachte in Deutschland in Erfahrung, daß Deutschland infolge der angeordneten Herabietzang de» Heere» eine große Partie miluäriichet Untsor» m-n in der Minuten auch bei un« eingeführten b.au:: grünen Feldfarbe, aber BorkriegSware au» reiner Wolle, verkauft. Der Preis war anßergewöhn-lich günstig. Zweima! bejah et sich »eShald zu un« sertrn Vertretet ht Deutschland und machte ihn auf diese Gelegenheit aufmerksam. Aber beidemal« fertigte ihn diese» kurz ad: die Sache kümmere ihn nicht» und er habe kein« diesbezügliche Instruktion. Ein gewöhnlicher Staatsbürger würde glauben, c« müsse jedem Kvnsularverlreler zur Ehre und Freude gereichen, wenn er seine Regierung aus eine so außer« ordentlich günstige Gclegeuh:>t aufmerksam mach«» kann. Unser Staat Hai inzwischen viel schlechtere Uniformen nm u. ve>dältniSmäßtg teuereres Ä.ld gesaust. Solchen Zuständen muß energisch ein E.ide gemacht werben, wenn unser Ansehen wachsen soll und unser« Interessen geschützt w-tden solltn. Verw-.rvung von Polizeihunden. D>« Polizeiabteilang ver ^ezirksdaupimaunschalt Cclje schreibt »n«: Da die Polizeihund« soweii ausgebildet sind, daß si- mit Ers.,ig auf d-e Sparen der ver> schied««er. Verbrecher geletzt werden könne», wird gtoc.t», «u Ihrem Blatte vachsslgendc verhaliung»-nroßre^el'i, „ach d«n«n man stch zu t'ch e» h^it, s-ill« f«t Täler unbekannt ist, zu v röffemlich-n: Mord« oder schwere körperlich: Verletzungen tat Sei" 4 C1111 e i Ze11un 8 Freien und in geschlossenen Räumen sind unverzüglich der Polizeiabteilung der Bczirtthanplwannschaft zu melden. ES ist so viel als möglich darauf zu schien, daß nicht eher, al« die Polizei und Polizeihunde kommen, der Schauplatz de« Verbrechen» von Leuten betreten wird, weil sich sonst die Spur verliert. Waffen und andere Gegenstände dürfen vor Ankunft der Polizei von niemanden berührt werden, weil nur so die Möglichkeit gegeben ist. daß der Hund die richtige Spur bekommt. Dasselbe gilt bei Dieb-stählen. Schlüssel, Siock oder irgenk ein anderer Gegenstand, den der Verbrecher verliert oder am Tat» orte liegen läßt, genügen schon, ihn auSzusorschen. wenn niemand anderer den Segenstand berührt und seit dem Zeilpunkte de« Verbrechen« nicht mehr al« sechs Stunden verflossen sind. Dem Publikum wird empfohlen, sich strenge an diese Anleitungen zu hallen, da nur so die Verbrecher aller Arten er-witlelt werden können, die sich sonst den Behörden, von denen sie gesucht werben, entziehen. Im Falle der Notwendigkeit spreche man die Polizeihunde beim ersten Wachmann, bei der Polizeiabteilung der Bezlrk«hauptmannschaft oder ans der Polizeiwache an. Schließlich wird darauf aufmeiksam gemach». Polizei-Hunde nur im F^lle tatsächlicher Notwendigkeit zu verlangen. Ein tragisch«» Fall, «u« Marnberk wird uns geschrieben: «m Ib. Jänner fand Kaplan Ernst vidic hier einen tragischen Tod. In Sisenkappel al« der Sohn eine« Sausmann« geboren, studierte er zuerst Medizin in Wien. Hl« sein» Mutter starb, mußte er diese Studien ausgeben und in die Theo-logie eintreten. Die Priesterweihe empfing er In seinem HeimatSorte und erhielt seine erste Anstellung im Bezirke ftonjca; er wirkte dann durch drei Jahre al« Kaplan in Saldenhosen und kam vor mehr al« einem halben Jahre al« Kaplan nach Marnberk, wo er in allen Kreisen der Bevölkerung ob feinet freundlichen, einnehmenden Wesen« allseit« beliebt war. Seine einzige Schwäche, er war dem Alkohol vielleicht mehr ergeben al« e« seine schwache Konstitution ertrug, ohne indessen fein Stande«-ansehen jemal« zu verletzen, warf ihn öfter« aus da« Krankenlager. Sonntag, den IS. d. M. um 6 Uhr abends, flüchtet» «r in bloßen Unterkleidern und einem Ueberrocke aug dem Pfarrhose und entfernte sich in seinem Fieberwahne gegen den äußeren Markt. Die sofortige Nachsuche blieb erfolglos. Später end» lich fand man in der Gemeinde Oberfleising zuerst feinen Ueberrock, dann seine Schuhe und schließlich mit Hilfe eine« Hunde« feinen nackten Körper verschneit und starr im Schnee. Vid'i war ein lieber, herzen«-guter Mensch, ein edler Priester, der zweifellos sein Heimatland au« ganzer Seele liebte. Die Bewohner Marnberk«, denxn er ein lieber guter Gesellschafter war. nehmen innigen Anteil an de» tragischen Ende diese« seltenen Menschen im Priesterrocke. Millionendiebstahl in Beograd. In Beograd wurden die Postbeamten Slanajivv'ö und Strfanov'i, die ans der Strecke Beograd-SlavonSki Brod Briefe aus dem Ausland und in daS SuSland beraubt hatten, verhaftet. In der Wohnung des Stefanov!! fand man zwei Mttllsnen Dinar und eine beträcht» liche Menge Gold. Die Gesamtsumme des gestohlenen Gelde« beträgt 30 Millionen Dinar. Manipulationen «in«s Postdirektor». Wie sich der Slov. Narod aus Beograd melden läßt, hat da« Post- und Telegraphenministerium den Postdirektor Dekanic in Sarajewo von seinem Amte abgesetzt. da er durch Manipulationen mit Post« marken den Staat um sieben Millionen Kronen ge-schädigt habe. Die Untersuchung hat einen eigen-händigen Brief des Dekanie zutage gefördert, durch den sogar ein aktiver Minister bloßgestellt wird. Di« Mobilifi«rung»kost«n der Tschechoslowakei gelegentlich des letzten ThronbeneigungS-versuche« in Ungarn betragen einer Meldung des Prager Pravo LiSu zufolge 2.33,400.000 Tschecho-krönen. Wenn man in Betracht zieht, daß die Bot. schasterkonseren^fluch die Kosten der Hofhaltung in Funchal den Nachfolgestaaten auferlegen will, so ist die „Probemobilisierung" sehr hoch zu stehen ge> kommen. Die Miete sür daS Gebäude, da» der Sx. könig in Funchal bewohnt, beträgt allein 2000 englische Pfund, die Erhaltung feine» Gefolge», da» 15 Personen zählt, pro Kops und Tag 125 Franken. Die Mehrzahl der in der Boischasterkonserenz ver-tretenen Staaten, unter ihnen auch Italien, hat die Abwälzung der ErhaUungSkosten auf die Nach-folgtst-alkn bereits gutgeheißen. Aufteilung der tschechisch«» Groh-grunddesitze. Tschechische Vlälter melden, daß die tschechi>che Agrarkommiffion beschlossen habe, in diesem Jahre nachgenannte Großgrundbesitze auszuteilen: Schwarzenbcrg (172 000 Heklar), Fiir-stenberg (40.000 Hektar), C,ernin (31.000 Hektar) und Etam Golla« (30.000 Hektar). Bezüglich der Habsburg«rgüt«r in Polen entschied dieser Tage der polnische Minister-rat mit sieben gegen zwei Stimmen, daß die Ein-ziehung dieser Güier nicht statthast fei, da sie al« Privat- und nicht al« Familieneigentum zu betrachten seien. Die Abreis« der Exkaiserin gita. Wie aus Genf gemeldet wird, ist die Exkaiserin Zita auf ihrer Rückreise nach Madeira am 21. Jän» nee durch Genf durchgefahren. Bekanntlich ha» ihr kurzer Schweizer Aufenthalt der großen und kleinen Entente schwere Sergen gemacht und sogar die große Diplomatie In Bewegung gesetzt. Auch unsere Presse war voll von allen möglichen Kombinationen und neivösec Vermutungen. Dem russischen General Wrang«! wurde, wie au« Beograd gemeldet wird, da« Schloß de« Grafen Eholek in Alt-Futok bei Novisad al« Wohnung zugewiesen. Dieser Besitz ist bekannt ge-worden al« ehemaliger JnternierungSort de« General-Feldmarschalls Mackenseu. Di« Hungersnot in Rußland, «u« Per« wird gemeldet, daß unter den im dortigen EoakuierungSlager befindlichen 60.000 Flüchtlingen eine Typhu«epide»ie wütet. Innerhalb zweier Monate wurden in den Straßen 400 verlassen» Kinder aufgefunden. Es wurden einige Fälle von Selbstmorden von Lehrern festgestellt, welche im ganzen Gouvernement Hunger leiden. Ja einigen Orten werden die Bauern die Schulen selbst erhalten. Au« Saratow wird gemeldet, daß die Hungertnot im WolSkerkreise einen schreckliche» Unfang annimmt. Die Gememdeküchen sind geschlossen worden; nur in einigen derselben werden ausschließlich Krank« er-nährt. Die Bevölkerung schlachtet infolge de« Hunger« die letzen Pferde. Die Lage im SlawropolSker Kreise verschärft sich. Die Hungernden nähren sich »on krepiertem Vieh. Di« Gemeindlichen werden infolge Mangel« an Nahrungsmitteln geschloffen. Im ganzen Kieise wird di» Zahl der Hungernden auf 110.000. darunter 43.000 Kinder, beziffert. Wirtschalt uhö Verkehr Gerverbeumsatzftcuer. Di« Zagr«ber Handelskammer »eil, mu. daß ihr auf telegraphische« Ersuchen beirefsS Pauschalierung der Umsatzsteuer der Finanzminister Dr. Kumanudi geantwortei habe, daß gelegentlich der Aenderungen in der Handhabung des Gesetzes über die Gewerbeumsatziieuer alle« geschehen werde, um den Wünschen der Handel«w»lt, soweit die« im Rahmen de« Gesetze« möglich sei, zu entsprechen. Eine ähnliche Mitteilung empfing die genannte Kammer auch von der Generaldirekiion der direkten S!eu«rn. Da aber der erste Zahlung«-termin bereit« herangerückt ist, so hat die Kammer telegraphisch um Aufschub de«selben gebeten, bi» di« Aenoerungen durchgeführt find. T^azu wird au» Beograd gemeldet, daß die Frage der Umsatzsteuer folgende Lösung erfahren habe: Allen Kaufleuten unv Gewerbetreibenden mit einer Tage»losung di« 1000 Dinar wird die Steuer pauschaliert werden, alle übrigen HandelSuniernehmungen aber werden Umsatzbücher führen müssen. Erhöhung der Waggonlagergebühren. Nach der Entscheidung de« Verkehrsminister» vom 5. d. M. werden vom 1. Februar ab für Waggon», welche binnen 48 Stunden nicht ausgeladen werden, die Lagergebühren für »inen Waggon zehn Dinar pro Stunde gerechne'. Sehr wohltuend bei Einreibungen von Rücken, Gliedern u. f. w., al» »osmetikum zur Haut-, Zahn- und Mundpflege wirkt Apotheker Fellers wohl-riechendes „Elsafluid". Es ist weitaus stärker und besser als Franzbranntwein und seit 25 Jahren beliebt. 3 Doppelflaschen oder 1 Spezialflasche samt Packung und Postporto um 48 Kr. versendet: Engen V. Feller, Stubica donja, Elsaplatz Nr. 335, Kroatien. •• Gärtner mit mehrjährigen Zeugnissen sucht dauernden Posten. Gesellige Anträge erbeten au Budolf Vokal, Ü&rtner in Bimske toplice. Geb« den goahrtcn Kunden von Celje und Umgebung bekannt, d»«i ich die Fassbinderei ton Herrn Johann Matatek übernommen liabe. Neue Arbeiten u, Reparaturen worden »olid und billigst auagefilbrt. 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