•rf*xwmrtt»n6 - Preis« Für Laibach: Aa«zjLhrig . . 8 ft 40 k. »düStttg. . . 4 „ 20 „ ««trkt,hrig . 2 „ 10 „ »«utlich . . . — „ 70 „ Mi« bet Poft: »«»rjrhrig............12 fl. &*Wtg 6 „ NirrtrljLhrig 3 „ $ftt HllstrÜnng in« Hau» Hitttty. W tr., Monatl. 9 kr. KiqdRt Ma**em 6 tr. Laibacher TJ Vrdacti»» Bahnhofgaffe Rr. 132 Srpe>tttou- & Inserate» Bureaa: Longreßplatz Nr. 81 (Buch« Handlung von Jgn. b. Klein» mayr & geb. Bamberg.) Ansertionsprets«: Für bie einspaltige Petitzettr« fc 4 tr., bei zweimaliger §i6*; schaltnng ä 7 kr,, dreimqßgev, ä 10 kr. \ "i: Kleine Anzeigen bis 5 ZeS 20 kr. Bei größeren Inseraten irnb öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonyme Mittheilungen werben nicht berücksichtigt; Mmmscripte nicht zurückgesenbet. Nr. 203. Montag, 7. September 1874. — 7. Jahrgang. Die nächste Nummer erscheint des Feiertages wegen am Mittwoch. Die Theuerung der Lebensmittel. (Schluß.) Anders verhält es sich mit jenen Mitteln der Abhilfe, die sich auf die bessere Berufsbildung der Landwirthe, auf die Hebung der Ertragfähigkeit von Grund und Boden und der landwirthschafllichen Production überhaupt, dann auf eine bessere Organisierung der Zufuhr und auf eine vernünftige Regelung der Marktverhältnisse beziehen. Der Stadtbewohner, für den die Preise der Lebensmittel eine nahezu unerschwingliche Höhe angenommen haben, ist natürlich höchlich verwundert, daß selbst die ziemlich günstigen Ernteergebnisse des heurigen Jahres nicht vermögend waren, die Lebens-mittelpreise ausgiebig herunterzudrücken, er ist begreiflicherweise geneigt zu glauben, daß die Land-wirthe in jetziger Zeit glanzende Geschäfte machen müssen. Er irrt aber in dieser Beziehung gewaltig, indem, eine verhältnismäßig geringe Anzahl ausgenommen, die Landwirthe durch die letzten Eala-mitäten sich in nicht minder großer Nothlage befinden als die Majorität der Städter. Nicht etwa ob der für jene drückenden Arbeiterverhältnisse, deren Wehen übrigens keineswegs unterschätzt werden dürft«, sondern weil die meisten Landwirthe zu theuer tfroducitren. Bei nur wenigen Betrieben, solchen mmlich, welche von intelligenten, geschulten Fachmännern geleitet werden, kann beim Landbau vom Abwerfen einer hohen Rente gesprochen werden, wenn für dieselben hinreichendes Betriebskapital und günstige Absatzbedingungen nicht mangeln. Letztere fehlen zwar selten, um so mehr aber ist der Abgang der elfteren zwei Hauptbedingungen für einen erfolgreichen LandwirthschaftSbctrieb zu beklagen. Betriebskapital kann der Landwirtschaft nur bei erleichterten Creditverhältnissen, die sich in der Gründung von Vorschußkassenvereinen äußern müßten, ausgiebig zur Verfügung gestellt werden. Sehr traurig aber sieht es, wenigstens in der nächsten Zukunft, bezüglich einer entsprechenden Fachbildung der Landwirthe aus. Es wird zwar gewöhnlich alles von der ferneren Zukunft erhofft, von der künftigen Generation, der eine bessere Berufsbildung zu gewähren, überall dort, wo man nicht blind ist für das eigene Interesse, die mächtigsten Hebel angesetzt werden. Und mit Recht, denn in der Jugend beruht unstreitig die Zukunft des Volkes. Die Gründung einer jeden neuen Schule, von der Volks- und Ackerbauschule angefangen bis zur Hochschule für Bodenkultur, verdient darum von jedem Patrioten mit Freuden begrüßt zu werden. Aber die Gegenwart kann nicht von der Zukunft leben. Städter und Landwirthe bedürfen, sollen nicht geradezu verhängnisvolle Zustände über beide hereinbrechen, einer Besserung ihrer schweren Lage. Jene dadurch, daß ihnen mehr, billigere und bessere Lebensmittel geboten werden, und diese, die Landwirthe, durch die Schaffung von Mitteln und Wegen, durch die sie mehr, besser und vor allem billiger zu producirren in Stand gesetzt werden, sa daß eben durch die erhöhte Production auch ihre. Einnahmen wachsen. Angebot und Nachfrage, das ist eine alte Regel, bestimmen den Preis einer Ware. Das Angebot von Fleisch seitens der Landwirthe vermag aber lange nicht den Anforderungen der Städtebewohner zu entsprechen. Der vielgepriesene Ackerbaustaat Oesterreich-Ungarn ist darauf angewiesen, einen großen Perzentsatz des Fleischbedarfs aus Rußland und den Donaufürstenthümern zu beziehen. Wie oft geschieht es da, daß die verderbliche Viehseuche mit eingeschleppt und infolge dessen die Zusahrtöthore wieder geschlos« sen werden. Dann tritt eine enorme Preissteigerung des Schlachtviehes ein. Das sind ungesunde, sehr böse Zustände, vorzugsweise dadurch herbei-geführt, daß vonseite der Regierung lange Jahre nicht nur nichts zur Belehrung der Bevölkerung, sondern überhaupt nichts Ernstliches zur Hebung der Landwirtschaft und der Viehzucht, was doch so sehr im Interesse der Staatsfinanzen gelegen gewesen wäre, gethan worden ist. Wie bemerkt, ist in dieser Beziehung ein erfreulicher Umschlag eingetreten und arbeitet man bald mit mehr, bald mit minder Verständnis für die Sicherung der Zukunft durch Verbreitung einer bessern Berufsbildung unter der Heranwachsenden Generation. Was aber für die Gegenwart, für die JicuilTctou. Auch ein Kapitel von der „Slovenija." Einer der besuchtesten Beichtstühle sämmtlicher Eladtpsarrkirchen Laibachs war seit einer Reihe von Sohren jener eines bekannten Streithahnes der Irdischen Geistlichkeit, dem es noch in seinen jungen Sohren geglückt war, durch die Fürsorge eines fei* "rr Beichtkinder zu einer eigen« für ihn gegrünbe-*tn, mit einer höheren Ehrenstellung verbundenen ^chenpfründe zu gelangen. Die bedeutenden Erfolge dieses, besonders von btt* weiblichen Dienstboten hochgerühmten Beichtva-|trs gaben sich auch in zahlreichen Opfergaben für den heil. Vater und für diverse Missionäre kund. Schon etliche male war der heißblütige Kämpe für dl- Päpstliche Unfehlbarkeit und für daS Patrimonium St. Petri nach Rom gepilgert, um den bei feinen Beichtkindern gesammellen Peterspfennig im Betrage von mehreren tausend Gulden in Gold vor den Füßen Sr. Heiligkeit niederzulegen. . * »7. nJ?‘ Frieden damit, blos für das See-Unheil seiner Beichtkinder zu sorgen, fühlte er auch den Beruf in sich, sie in ihren Vermögensangcle- genheiten von den schädlichen Einflüssen jüdischer und freimaurerischer Spekulanten und Institute zu bewahren. Als vor einigen Jahren fein Busenfreund Dr. Elhbin Costa mit der Gründung der Bank „Slovenija" die Eoncentlierung des flovenischen Kapitals durchzuführen begann, als in den Pfarrhöfen und von den Kanzeln in den Kirchen Krains ein förmlicher Kreuzzug gegen mehrere Hierlands gut accorbierle Assecuranzgesellschaften der Nachbarländer gepredigt wurde, war auch obbesagter über Köchinnen und Mägde viel vermögender Peterspfennigsammler einer der eifrigsten Vorkämpfer für die gvttcsfürchtige nationale Kapitalsanlage und die Bank „Slovenija" fand in ihm einen ihrer unverdrossensten Agenten. Die unergründlichen Geheimnisse des Beichtstuhles bedecken zwar mit ihrem Schleier alle jene kleinen Plänkeleien, welche damals die krainische Geistlichkeit unter dem Deckmantel der Religion gegen das auf Kosten der gottessürdjtigen ©lovenen sich mästende fremde Kapital cröffnete; so viel ist jedoch gewiß, daß unter den Dienstboten, welche den Beichtstuhl des glaubenseifrigen Agenten der „Slo-vcnija" besuchte», eine ausfallende Aversion gegen die krainische Sparkasse sich kund gab, wogegen selbst die ernstesten Vorstellungen einzelner für die Erspar- nisse ihres Dienstpersonales besorgter Dienstgeber nichts fruchteten, denn der Beichtvater war nicht nur der Gewiffensrath feiner Beichtkinder, sondern er besorgte auch in vielen Fällen die Verwaltung ihres Vermögens und verfügte über eine große Anzahl bei ihm hinterlegter Sparkassebüchel. War es nun seinen frommen flovenischen Beichtkindern ein Greuel, ihre Ersparnisse bei der unter der Administration der gottlosen Nemschkutarji stehenden krainischen Sparkasse angelegt zu haben, so war anderseits die Vorspiegelung einer mindestens LOpercentigen Verzinsung bei der Bank „Slovenija" ein Lockmittel, um das slovenische Kapital bei der krainischen Sparkasse zu künden und bei jenem nationalen Institute zur höchsten Fructifizierung anzulegen. So wurden denn etliche Tausende an Ersparnissen hiesiger Dienstboten und Betschwestern btt der Sparkasse behoben und in Actien der Bank .Slovenija" angelegt. Als nun der famose Aufruf Dr. Costa's an die Ezechen mit der Aufforderung erging, sich an dem neuen flovenischen Bankinstitute zu beteiligen und dem von den Slaven nur geduldeten deutschen Kapitale den Garaus zu machen, da stolzierte der geistliche Mitbegründer der „banka“ in dem Hochgefühle eines national-ökonomischen Reformators. fachliche Aufklärung dev in unserer Zeit Landwirth- | schaft treibenden bäuerlichen Bevölkerung geschieht, ist so ziemlich gleich Null. In manche landwirth-schastliche Vereine ist zwar in den letzten Jahren ein regereö, fruchtbareres Leben gekommen, doch genügt das. keineswegs. Unsere Lanbwicthe, und wir habe» es htqr vorwiegend mit der bäuerlichen Bevölkerung ^u thmt, bedürfen zuverlässiger Fachmänner als Rathgeber und als solche haben sich in Deutschland sowohl als unter der intelligenteren Bevölkerung Oesterreichs die landwirtschaftlichen Wanderlehrer ausgezeichnet bewährt. Soll der drückenden Theuerung der Lebens-miitel gesteuert werden, dann müssen unsere Con-sumenten sich in ihrem Fleischbedarf vom AuSlandc emancipieren und unsere Landwirthe mehr, aber auch billiger produciereu. Um das zu können, ist cs nothwendig, daß die Landwirthe mit allen vor-theilhaften Äieuerungen in ihrem Berufsfache bekannt gemacht werden. Die Fleischproduction ist ja nichts anderes als eine Umwandlung von pflanzlichen Nährstoffen in thierische durch den lhürischen Organismus. Dieselbe hat nur dann einen Vortheil für den Landwirth, wenn durch die Umwandlung von Futterstoffen in der Viehhaltung, die noch einen gewissen Werth darstellen, werthvollere thierische Pro-Miete geschaffen werden. Nun ist eS aber nichts weniger als selten, daß unsere Landwirthe zur Erzielung eines MastthiereS im Werthe von beiläufig 300 fl. einen Aufwand von 400 und noch mehr Gulden an Futterstoffen u. s. w. benöthigen. Genau dasselbe gilt von der Pflanzenproduction und alles das infolge von Unkenntnis der für eine gedeihliche Thier- und Pflanzenproduction wesentlichen Bedingungen. Die Kenntnis biesec Bedingungen in faßlicher Form unter die bäuerliche Bevölkerung zu verbreiten, solche zum Nachdenken und Rechnen zu bringen, ihr die Nützlichkeit und die Bortheile so mancher Maschinen und Geräthe beim landwirlhschasllichen Betriebe zu erläutern, gibt es kein besseres Institut als das der landwirtschaftlichen Wanderlehrer. Freilich müssen dies Männer lein, welche gediegene wissenschaftliche Bildung eines r!andwirthschaslölchrers mit der gereiften Erfahrung eines tüchtigen Wirthschafters verbinden, und nebenbei auch noch das Zeug haben, durch anregenden Verkehr und schlichten 'Vortrag das Vertrauen des Bauers zu gewinnen. Eine Lächerlichkeit aber wäre es zu erwarten, solche Männer für einen Gehalt gewinnen zu wollen, welchen intelligente Gutsbesitzer ihren untergeordneten Wirthschaftsbeamten zahlen. Darum noch einmal: Fachschulen jeder Art für die Zukunft und geeignete Wanderlehrer für die Gegenwart. Wir müssen nemlich zur Vervollständigung seiner Charakteristik beifügen, daß er auch ein Nationaler vom reinsten Wasser ist. Er wurde daher vor etlichen Jahren von den hiesigen Ultramontanen zu einer Katholikenversammlung nach Prag geschickt, 100 er mit einigen eingelernten Sätzen in der Sprache Libussas die feierliche Erklärung eines unverbrüchli. chen BünbnisseS zwischen den Ezechoslaven und den Slovenen abgab, weshalb er von den qechischen Feudalen und Klericalcn mit Ehrenbezeugungen überhäuft wurde. Doch allen diesen Triumphen des hochwürdigen Herrn sollten alsbald die bittersten Enttäuschungen Nachfolgen. Seit der eingetretenen permanenten Gefahr eines Krachs der Bank „Slovenija" ist es um sein Renommö bei den Beichtkindern geschehen. Auch seine Begeisterung für die Ezechoslaven. seine Hoffnungen auf die vielgerühmte Wechselseitigkeit der „slavischen Interessen" wurden durch die verschwenderische Gebahrung bes Hauptagenten der Fi-lialbank der „Slovenija" in Prag, bei dem über 100,000 fl. verloren gingen, gründlich zerstört. Nicht besser erging eS dem slovenischen Kapital bei den slovakischen Brüdern. Als endlich die Volks-führer selbst die arge Miswirthschast der besagten Bank bekannten, wurden die einfältigen, noch im mer auf die höchste Fructifizicrung ihres Sparpfen- Politische Rundschau. Latdach, 7. September. Zmani». Die wichtigste Neuigkeit des Tage« ist die freudige Nachricht von der Rückkehr der österreichischen Nord polexpedition, die seit zwei Jahren verschollen war. In der Nacht vom 4. September sind im Palais des Grasen Wilczek in Wien Telegramme eingelaufen, welche die Ankunft der österreichischen Nordpolexpedition in Europa und die bevorstehende Rückkehr derselben nach Oesterreich melden. Die Telegramme rühren con den beiden Führern der Expedition, den Herren Weyprecht und Pa yer her und sind aus Wardöe datiert, einet Insel an ber nördlichen Spitze Norwegens mit Wardöehus, der nördlichsten Festung in Europa. Der „Tegetthoff“ ist verloren, das trefflich ausgerüstete starke «schiff mußte verlassen und aufgegeben werden, die Rettung ber heldenhaften Mannschaft ist darum ein wahres Wunder zu nennen. Durch die Ergebnisse der kühnen Forschungsreise dürfte die Wissenschaft der Erdkunde eine bleibende Bereiche-rung erfahren — ein Denkmal, welches für die Heimat der Nordpolfahrer nicht minder ehrend sein wird als für die letztere selbst. Aus Payers Telegramm geht hervor, daß der „Ttgetthoff" im Herbst 1873 bis aus drei Seemeilen aa unbekanntes Land getrieben wurde. Das Schiff war in Packeis eingeschlossen und überwinterte zum zweitenmale unter 79° 61' nörbtia-ec Breite unb 50° östlicher Länge. Den ersten Winter hatte es ebc falls im Eise weiter südlich, im Norden von Novaja Semlja, zugebracht. Am 9. März d. I. begann die Erforschung des Landes mit Schlitten. Am 4. Mai waren die Nordpolfahrer bis zu 82" 5' vorgedrungen. Ob das Land, das „Franz Josef-Land" genannt werden soll, bewohnt ist oder nicht, geht aus dem Telegramme nicht klar hervor. In der Nacht zum 20. Mai wurde der „Tegetthoff" seinem Schicksale überlassen, und die Bemannung ging auf Schlitten an die Heimreise. Am 24. v. M. trafen sie im Matoschkin-Schar, dem Meer Arm, welcher Novaja-Semlja durchschneidet, auf einen russischen Schvoner, der sie nach Trornsöe brachte. Der Adreßentwurs der Gemcindevertre-tung von Prag entspricht im allgemeinen unb bem Jbeengangc nach ber Adreßschablone, welche bas alt« czechische Agitationscomite für bic Ankunft be« Kaisers in Prag vorbereitet hat unb für bie mit heißem Bemühen in allen czechischen Landes -theilen Unterschriften geworben werden. Doch fällt ber Umstanb in bic Auge», daß eine direkte Erwähnung des Rescriptcs vom 12. September 1871 in nigs harrenden geistlichen Euranden durch die werth-losen Bankactien der „Slovenija" aus ihren Träumen ousgcrüttelt. Nun tritt die Leidensgeschichte des geistlichen Rathgcbcre in eine neue Phase. Zwar avancierte er in jüngster jeit zum Verwaltungsrath der „Slove nija", und war als solcher einer der Hauptsprecher in der letzten Generalversammlung, wo er alle Schuld der gehabten Mißerfolge der Bank aus den früheren Diiector zu wälzen versuchte. Allein dies alles schützt ihn nicht vor den btttern Vorwürfen seiner Beichtkinder, seinen unseligen Ratschlägen wird der finanzielle Ruin einzelner frommer Gläubiger bei» gemessen. Noch eine weitere Demürhigung war dem geistlichen Verwaltungsrathe beschieden. Seit der letzten Generalversammlung der Bank „Slovenija" hat in de» Köpfen vieler seiner Beichtkinder eine totale Begriffsverwirrung betreffs des sakramentalen Charakter» der Beichte stattgesunbeu. Nachdem nemlich einzelne berfelbeti mit ihren Ansprüchen auf Entschädigung bezüglich der misglückten höchsten Fruc-lificierung ihrer Spaikasseeinlagen von dem geistlichen Verwaltungsrathe in seiner Wohnung abgewiesen worden, hielten sie den Beichtstuhl für den geeignetsten Platz, um ihre Forderungen mit mehr Nachdruck zu betreibe«. dem Entwürfe nicht vorkommt. Nicht einmal von dem czechischen Staatsrechte ist in ter Adresse die Rede. Dämmerte vielleicht Herrn Zeithammer doch der Gedanke ans, daß in dem Augenblicke, wo er im Namen der Bevölkerung von Prag spricht, er das Recht nicht hat, eine Wiederaufnahme der Politik der Fundamentalartikel zu begehren ? Am 7. Mai des nächsten Jahres werden es hundert Jahre, daß die Bukowina mit Oesterreich vereinigt wurde. Schon jetzt bereitet man sich dort darauf vor, diesen Tag festlich zu begehen. Sv erläßt der Bürgermeister von E;erno-witz einen Ausruf zur Spendung von Beiträgen für ein Denkmal, das in der Landeshauptstadt zur Feier der segensreichen Vereinigung errichtet werden soll. Der Bürgermeister bittet um Beiträge aus allen Theilen des Landes ohne Unterschied des Standes, der Religion und der Nationalität, „auf daß das Denkmal auch seinem Entstehen wie seiner Bedeutung nach ein unvergängliches Wahrzeichen der gemeinsamen Freude, der loyalen und patriotischen Gefühle der gesummten Bevölkerung, der im Lande waltenden harmonischen Eintracht, wo es sich um die Betätigung der Liebe, Treue und Anhänglichkeit an Oesterreich und an das erlauchte Kaiserhaus handelt, werde und bleibe}“ Ausland. Von guter Hand wird der , Breslauer Zeitung" bestätigt, daß im preußischen EultusMinisterium ein Gesetzentwurf über die Verwaltung von Pfarr-, Stiftung«- und Kirchenvermögen ausgearbeitet worden ist, welcher gegenwärtig dem Staatsministerium zur Berathung vor-liegt. An den zustimmenden Steuerungen der Mn nister zum Tenor des Gesetzentwurfs wird es nicht fehlen, weil sie im Prinzipe mit den Hauptbestim-mungen einverstanden sind. Es läßt sich also voraus» scheu, daß das wichtige Gesetz aus dem Minister-rathe unverändert hervorgehen und dem Landtage ichon bei Eröffnung seiner Sitzungen vorgelegt wird. Das Gesetz ist selbstverständlich darauf angelegt, den .hierarchischen, sowie den ultramontanen Bestrebungen der Geistlichkeit einen wirksamen Damm entgegen-zusetzen, daß die Rechte der Laien und bei Kleru» streng begrenzt werden. Als einen recht erfreulichen Nachtrag zur Sc danfeier in Deutschland verzeichnen wir aus dem Festaufruf des Organs des Bischofs Heinrich von Pas sau folgende Worte: „An diesem Tage hat des deutschen Vaterlandes Ehre den höchsten Sieg errungen, zeigte daher das deutsche Volk, daß es sich dieses erhabenen Sieges bewußt ist. Zeige das deutsche Volk an diesem Tage, daß der große vaterländische Sieg eine Errungenschaft Und so kam es denn, daß seit beit Tagen, da die mislichc finanzielle Lage der Bank „Slovenija" baS Tagesgespräch bitbctc, ber Beichtstuhl des Herrn VerwaltungSrathcd von Betschwestern so umlagert war, wie dies selbst zu Zeiten der Jesuitenmissionen nicht der Fall gewesen ist. In frommen Kreisen munkelt man nun, daß daselbst die Rollen zwischen dem Beichtvater unb bcii Beichtkindern völlig ausgewechselt wurden. Nicht der im Beichtstühle sitzende Priester bekam da« Sündcnbcfcnntuis der Buchtet den zu hören, sondern die beichtenden Betschwestern warfen dem geistlichen Vcrwaltungsrath das volle Sündenregister ber Bank „Slovenija" an den Kopf und forderten von ihm Schadenersatz für die er» theiltcn schlechten ökonomischen Rathschläge. Vergebens suchte der Beichtvater diesen unerwarteten Sturm abzuwehren, vergebens führte er den aufgeregten weiblichen Gcmüthern ihre sakramentswidrige Haltung zu Gemiithe. Da nun ber Sturm sich nicht legen wollte unb die oben angedeutete Rollenverwechslung permanent zu werden drohte, so bliev dem geistlichen Verwaltungsrathe nichts übrig, ° » aus dem Beichtstühle — Reißaus zu nehmen. Seit einigen Tagen schon steht der einst viel umworbene Gnadenort leer und verödet! Beklage gern «Sawacher Tagbkatt" 91«« 903 vo« S. Septemve« 1SU Dies erklärt der Verfasser aus einem doppelte» Grunde: erstens aus der.localen Entwerthung des Geldes in Großstädten, anderseits aus den schlecht organisierten Marktverhältnissen derselben. So zutreffend der zweite Erklärungsgrund ist, so wenig vrrmögen wir den ersten gelten zu lassen. Wäre die Theuerung in den Großstädten durch die locale Entwerthung des allgemeinen Werthmessers, des Geldes, hervorgerufen, so müßte diese Theuerung «ne allgemeine sein, sie müßte sich auch auf jene Jndustrieerzeugnisse erstrecken, bei denen die speciellen Ursachen localer Theuerung wegfallen. Dies ist nun nicht der Fall, die meisten Jn-dustrieerzeugnisse sind in den Großstädten weit billiger als auf dem flachen Lande; die Theuerung gilt vlvs für jene Gebrauchsgegenstände, bei denen es aus localen Gründen nicht möglich ist, der gesteigerten Nachfrage auch ein ebenso wachsendes Angebot entgegenzustellen. Den vom Verfasser vorgeschlagenen Heilmitteln, die zur Bekämpfung der localen Geldentwerthung in den Großstädten dienen sollen, >st demnach auch keine absolute Wirkung in dieser Beziehung zuzuschreiben. Die vermehrte Gründung von kleinen Landbanken, Vorschußkassen u. dgl. ist allerdings aus mancherlei ändern Gründen sehr zu empfehlen, es mag dadurch auch der Theuerung in den Großstädten indirect entgegengewirkt werden, indem durch die Versorgung des Flachlandes mit genügendem Kapital die Stärke der ländlichen Production gehoben werden kann. Eine Ausgleichung des Geldwerthes zwischen Stadt und Land dürfte aber nicht bewirkt werden. (Schluß folgt.)_______ Politische Rundschau. Laibach, 5. September. Inland. Bezüglich einer neuen E h e g e s e tz -Vorlage heißt es jetzt, dem Neichsralhe werde in der nächsten Session keine diesbezügliche Vorlage zu. gehen, die Regierung denke nicht daran, in der con-Monellen Gesetzgebung jetzt schon weiter zu gehen; ne will vor allem, daß der Reichsrath die finanziellen und Steuerreform-Vorlagen erledigt. Im Jahre 1876 werde jedoch das neue Ehegcfetz, an welchem gegenwärtig schon gearbeitet wird, zur Vorlage kommen. Dasselbe sei kein Stück- und Flickwerk, sondern ein vollständig reformiertes, den liberalen An-schauungen ziemlich entsprechendes Ehegesetz. Wenn letzteres wirklich die Absicht der Regierung ist, dann würde ihr selbst die einjährige Verzögerung zugute gehalten werden. Den neuesten Adressenschwindel der Alt-Wfym fertigt das „Prager Abendblatt" mit folgen« , Bemerkung ab: „Man hat es hier offenbar mit klner^von jenen bereits abgenützten Demonstrationen zu thun, über deren schließlichen Erfolg a« aller wenigsten diejenigen im Unklaren sein können, welche sie hervorgerufen haben. Würde der grö ßere Theil der czechifchen Bevölkerung Böh mens in dem gegenwärtigen Momente unbeeinbe flußt seinen Wünschen Ausdruck geben können, so würden seine Adressen höchst wahrscheinlich an die Urheber der Demonstration selbst gerichtet werden und dem Verlangen Ausdruck geben, daß seine Ab geordneten endlich in den Landtag und ReichSrath eintreten und dort die Interessen der Bevölkerung ernstlich vertreten." Die G e s ch ü tz s r a g e bildet gegenwärtig das Hauptthema der publicistischen Discuffion dies- und jenseits der Leitha. Aus einer sachgemäßen Darstellung in der „Wehrzeitung- geht hervor, daß jene alarmierenden Berichte ohne Berechtigung waren, die auf Grund des auf dem Steinfelde bei Wiener-Neustadt abgehaltenen Probeschießens in dem Schreckensrufe gipfelten: Oesterreich-Ungarn besitzt zur Stunde keine Artillerie mehr! Die „Wehrzeitung" schildert eingehend alle Stadien, welche die Geschützfrage bei uns im Laufe der letzten Jahre durchmachte. Diese Aufklärungen des militärischen Blattes lassen zur Genüge erkennen, daß die österreichische Kriegsverwaltung der Geschützsrage schon seit längerer Zeit die nöthige Aufmerksamkeit zuwendete und diesbezüglich den übrigen Staaten Europas in keiner Weise zurücksteht. Die Anschaffung der neuen Kanonen dürfte sich nicht umgehen lassen, jedenfalls aber wird uns die Beruhigung gegeben, oaß inzwischen die jetzigen Kanonen „vorkom-mendenfalls schon ihre Dienste leisten werden." Seit vier Tagen tobt auch in der kroatischen Landstube der Kampf zwischen Staat und Kirche. Das von der Banalregierung vorgelegte B o l S s ch n l g e s e tz hat den Krieg entfacht, und der ganze ultramontane Heerbann Kroatiens, der agra-mer Erzbischof Mihajlovic an der Spitze, betheiligt sich an demselben. Bisher war die kroatische Volksschule confessionell und der Einfluß der Klerisei auf dieselbe ein ungemessener; durch das neue Volksschulgesetz wird die Macht der Geistlichkeit über den Unterricht gebrochen, der Staat fordert sein Recht zurück, das er jahrzehntelang preisgegeben hatte, und dann kann es nicht Wunder nehmen, wenn die Bannerträger der Kirche das usurpierte Gebiet mit aller Zähigkeit vertheidigen. Ihr Kampf ist jedoch ein aussichtsloser; die Mehrheit des kroatischen Landtages ist liberal und der Banalregierung wohlgesinnt, die Annahme des freisinnigen Volksschulgesetzes steht daher außer Zweifel. Die Verhandlungen nahmen bisher einen sehr schwerfälligen Fortgang, da auch die kroatischen Ultramontanen von einer wahren Re-dewnth besessen sind. die von den Kugeln zerrissenen Leichname ihrer Ge-jedem Trupv, den man auf den Kirchhof hinausführte, wiederholte sich dasselbe Herz-zerreißende Schauspiel. Der Pfarrer, der sich freiwillig der Colonnr angeschlossen hatte, wurde, un-t%0, der grauenhaften That länger beizuwohnen, zwei Carlisten ohnmächtig in die Psarrwohnung Sttragen. Bosch und Bru feuerten die Ihrigen zur lttle an und stellten hinter den Linien der Schützen Soldaten mit aufgepflanztem Bajonnet auf, um den verwundeten vollends den Garaus zu machen. Auch verstärkten sie die Wachen in der Kirche, da die muthigsten und stärksten der Gefangenen die Letzten waren, die zum Tode geführt wurden und •n der Hoffnung auf einen großmüthigen Pardon verzweifelten Widerstand leisteten. Die Unglücklichen! Sie wußten nicht, daß ein solches Gefühl eher der Brust eine« Banditen, als der der Carlisten zu« ganglich ist. Um halb 1 Uhr mittags war SaballS Befehl ausgeführt. 84 oder 85 CarabineroS bedeckten jk pct™bcn Kirchhof von Llayers. Nur I Arolas blieb am Leben. 5® Gründen Bosch den Bitten dieses der auch au» Llayers gebürtig war, nicht widerstehen konnte und ihm da, Leben schenkte, ver- mögen wir nicht anzugeben. Da die Carlisten nach der Ausführung der Execution Widerstand dabei fanden, die Todten auf dem kleinen Kirchhof von Llayers zu beerdigen, weil man fürchtete, daß die Miasmen das Pfarrhaus verpesten würden, und da Bosch, mit der Abfassung eines Berichtes an SaballS beschäftigt, sich um nichts bekümmern wollte, so nahm Bru die Sache in die Hand und bat den Pfarrer Eampas um die Anweisung eines Stück Landes zum Ausweisen einer Grube. Dies that er mit der Bemerkung, daß man, die Gelegenheit benützend, einen recht unfruchtbaren Flecken Erde aus-suchen möchte, den die CarabineroS mit ihren Leibern düngen würden. In der That wurde auf dem Abhange eines SandhügclS, der sich in der Nähe der Kirche erhebt, der Begräbnisplatz ausgewählt. Zwei alte Carlisten trugen die Kleider der Erschossenen und was an Ueberbleibseln von ihnen zerstreut umherlag, zusammen, begossen es mit Petroleum und steckten es in Brand. So endeten diese BeklagenSwerthen, deren Tod wir nach den Mittheilungen der Hinterbliebenen und nach den eigenen Aussagen des Pfarrers von Llayers, fo wie von Bosch und Bru, die den Hergang in MonteSquiu erzählten, wahrheitsgetreu mitgetheilt haben. Au-land. In Poesie und Prosa feiern Mt deutschen Blätter den Sedantag, an welchem vor allem in Berlin der herkömmliche imposante Fest-apparat in Bewegung kam. Die ultramontaneu Organe verhalten sich schweigend oder beschränken sich auf das Wiederkäuen der Ketteler'fchen Argumente, die selbst bei den meisten Klerikern von der laugen Robe nicht sonderlich verfangen haben. Begeisterungsvoll ist die Sprache der süddeutschen Preßorgane. „Der heutige Tag gehört der Erinnerung an die große Zeit", schreibt der „Schwäbische Mercur", „die uns Kaiser und Reich wieder heraufgeführt hat. Wir kränzen die Hügel unserer Todten, deren Blut zum Kitt der nationalen Einheit geworden ist. Von den Bergen lodern die Feuer, die Fahnen wallen, die Glocken läuten, Gebete steigen zum Himmel/ Mit Zuversicht könne „man aus die gesunden Kräfte der deutschen Nation vertrauen, daß sie im Stande sein werden, die scheinbaren Rückfälle in den bösen Geist der Zwietracht tapfer zu überwinden." Der Zweep, das Organ der Führer der „flämischen Bewegung in Belgien, forderte die Fläminger auf, mit den Deutschen den Jahrestag von Sedan zu feiern, da das Resultat dieser Schlacht die Belgier von der Tyrannei Frankreichs befreit hat. In derselben Nummer wird erklärt, daß die flämische Bewegung keinen römisch-katholischen Charakter hat (in welchem Lichte sie ihre Gegner häufig darstellen), sondern wesentlich liberal und gegen ,,den Einfluß von Paris und Rom" gerichtet sei. Der officiöfe Moniteur enthält die überraschende Meldung, daß der „Orönoque" den Hafen von Eivitavechia nicht verlassen wird. Bekanntlich hat die italienische Regierung vor kurzem die Abberufung dieses Schiffes gefordert, dessen Anwesenheit in den italienischen Gewässern in ganz Italien Aergernis erregt. Officiöfe Versailler Organe hatten dazumal unter großen Lobeserhebungen aus den Duc D6cazeS dessen Bereitwilligkeit, aus die Forderung Italiens einzugehen, hervorgehoben. In Frankreich regiert jedoch die klericale Partei, und gegen den Willen derselben kann selbst der gerne in liberalen Farben schillernde Duc DöcazeS nichts ausrichten. In Bilbao wurden zum festlichen Empfange der Offiziere und Mannschaften der von Santander erwarteten deutschen Kanonenboote umfassende Vorbereitungen getroffen. Ein Specialdampfer sollte ihnen bis Portugalete entgegensahren und in Bilbao den Offizieren ein Bankett gegeben werde». Während die deutschen Schiffe vor Santander lagen, herrschte ein reger freundschaftlicher Berkehr zwischen den Schiffen und dem festen Lande, zu dem sich deutsche Landsleute, Engländer und Spanier um die Wette drängten. Die spanischen Soldaten salutierten die deutschen Offiziere mit mehr Aufmerksamkeit als ihre eigenen. „Das Willkommen an der spanischen Küste hätte gar nicht herzlicher und freundlicher sein können," so schließt ein Bericht in der »Kölnischen Zeitung." Eine neue Schandthat der Carlisten, welche sie in Seo-de-Urgel begangen haben, lesen wir in der Epvca: Der Commandant der Freiwilligen kn Seo-de-Urgel war ein junger Mediciner, Namens Jof6 Sola. Als die Carlisten in die Stadt drangen, versuchte er, mit einigen Leuten Widerstand zu leisten, und ward schwer verwundet und gefangen. Die Unmenschen schleppten den blutenden Mann an die Mauer veS bischöflichen Palastes, schlugen und schmähten ihn und kündeten ihm an, daß er sterben müsst. „Ich bin bereit", sagte Sala. Da quälten sie ihn erst durch eine halbe Stunde auf das grausamste, ehe sie ihm den Garaus machten. Zur Tagesgeschichte. — Eine Regiment»kasse geplündert. Jo Wien wurde vor einigen Tage» die Kaffe de» 57. Jufauterie-RegimentS in der Alserkaserue autge« raubt. ES wird darüber berichtet: Als am Sltea August die gewöhnlichen Auszahlungen vorgenommen werden sollten, fand der Oberst die Regiment-kaffe einen eisernen Schrank, von außen scheinbar geschloffen; sie leistete jedoch, al» man den Schlüssel hineinstecken wollte, fast gar keinen Wiederstand, so da» man so-fort wahrnahm, daß jemand am Schloß gerüttelt und ei dann künstlich unvollständig wieder geschloffen haben müsse. Diese Vermuthung wurde zur Gewißheit, als die Raffe offen stand und den Anwesenden statt der daselbst verwahrt gewesenen Gelder nicht« als — ©rech» Werkzeuge entgegenstarrten, die der Thäter wie zum Hohn in die ihre- werthvolle» Inhaltes entleerte Kaffe gelegt hatte. Die Kaffe war ihres ganzen Inhaltes, der auf «ehr als 30.000 Gulden bewerthet wird, beraubt. Der dringende Verdacht lastet auf den 24 Jahre alten Lieutenant August Baßler, welcher vor mehreren Tagen einen mehrtägigen Urlaub erhalten und ange» treten hat. Lieutenant Baßler hatte vom 26. zum 27. August Kaffeninspection und sollte pflichtgemäß die Nacht im Kaffelokal durchwachen; er benützte diese Zeit zur Ausführung des Verbrechen-. — Galgenhumor. Unter dem Titel „Ein unmaßgeblicher Vorschlag" brachte die „Politik* ehe, vorgestern mit hochvorgehobener Schrift folgende Notiz, zu beten Verständnis wir bemerken, daß der gegenwärtige prager Bürgermeister Hulef ch ein Jungczeche ist: „Der Gemeindevertretung einer dänischen Stadt wurde die bevorstehende Ankunft deS Königs notificiert und infolge deffen im Stadtverordneten-Collegium eifrig darüber debattiert, wie man die Empfangsfeier arrangieren solle, daß sie den König überrascht, da- Volk amüsiert und der Gemeinde nicht- kostet. Da trat ein Stadtrath mit dem Antrage auf, man möge den Bürgermeister henken laffen — denn da- werde den König überaschen, da» Volk amüsieren und die Gemeinde nicht- kosten. — Ob auf diesen Antrag eingegangen wurde, darüber schweigt die Geschichte/ — „Die „Narodni Listy" machten zu dieser Anekdote die nachstehende Bemerkung, der wir voranischicken, daß Prag» Bürgermeister-Stellvertreter der AltczecheZeithammer ist: Die Geschichte schweigt nicht (über das Schicksal de- fraglichen Antrags). Den „Flensburger Nachrichten" zufolge ist nemlich der Antrag angenommen worden, jedoch mit folgendem Zusatzamendement: Mit Rücksicht darauf, daß ein Stellvertreter da ist, dem e« zukommt, den Bürgermeister dort, wo er eine besondere Eignung dazu besitzt, zu vertreten, so soll — der Stellvertreter aufgehenkt werden. Dieser Zusatzantrag wurde damit motiviert, daß das Aufhenken des Stellvertreter- den König zwar wenig überraschen, dafür aber da- Volk mehr amüsieren wird und daß die Gemeinde dabei gar nicht- verliert." — Unangenehme Verwechslung. Hu« St. Johann bei Arn-feld wird der „Grazer Tagespost" erzählt, daß bei Gelegenheit der FirmungSreise de» Fürstbischofs Dr. Zwerge r, als dieser in obigem Orte Meffe lesen wollte, der Pfarrer den Knecht um den nöthigen Wein sandte; die Wirthschasterin schickte eine Au-hils-magd in den Keller und diese brachte statt Wein — Bier, wa- auch erst wirklich während der Meffe entdeckt worden sein soll, und zwar vom Bischöfe selbst — der dann den Gotte-dienst von Neuem ansing. — Eine falsche Erzherzogin von Oe sterreich in Paris. Ja Pari- wurde soeben eine raffinierte Gaunerin verhaftet, die feit dem April in der Hauptstadt ihr Wesen trieb. Sie gab sich al» eine inkognito unter dem Namen einer Gräfin von P reisende Erzherzogin von Oesterreich au» und vollführte im Geleite ihre» angeblichen Gatten, eine» eleganten jungen Menschen — wie sie selbst ei« schöne» junge- Frauenzimmer von distinguiertester Erscheinung und Benehmen ist — eine Reihe von großartigen Schwindeleien. Sie betrog Juweliere, Wagensabrikanten, Confectionäre, Möbelhändler:c. aus da» unverschämteste und brachte da», wa» sie diesen Geschäftsleuten herausgelockt hatte, in einer Villa zu Chatou unter, die sie mit dem angeblichen Grafen P . . . gemielhet hätte. Ein Zufall führte zur Entlarvung der Gaunerin, die zufammt ihres Begleiters Oethafut and nach Marseille dirigiert wurde, wo sie schon früher ähnlich gewaltet hatte und nun behus» Feststellung ihrer Identität mit einigen von ihr beschwindelten Großindustriellen konfrontiert werden soll. Ihr Helfershelfer ist in Pari» belassen worden; er weigert sich hartnäckig, ihr Beider wahren Namen zu nennen. Seiner Sprache nach scheint er au» Südfrankreich. Local- und Proviuzial-Augelegesyeite« — (Bezüglich der übermorgigen Land-tagSwahl in Laibach) erinnern wir die Herren Wähler daran, sorgfältig auf ihre Legitimationskarten zu achten und dieselben ja gewiß zur Wahl mitzu-bringen, da nur bei deren Vorweisung der Eintritt im Wahllokale gestattet ist und dieselben bei der Abstimmung auch abgegeben werden müssen. Der Wahlakt beginnt Montag um 8 Uhr früh und die Wähler werden in der Reihenfolge vorgerufeu, wie sie in der Wählerliste eingetragen sind. Zuerst kommen die Wähler des I., dann die deS II. und nach diesen die deS III. WahlkörperS. Die Gefammtzahl der Wahlberechtigten soll sich auf etwa 1240 belaufen. Die Nummer der Legitimationskarte gibt demnach einen beiläufigen Anhaltspunkt, wann der einzelne Wähler vorgerufen wird. Wähler, die beim Verlesen ihres Namens nicht gegenwärtig sind, können ihre Stimme dann abgeben, nachdem die Wählerliste einmal verlesen worden ist. — (Se. Excellenz Freiherr v. Kuhn) k.!. Feldzeugmeister und LanbeScommanbierenbcr, trifft zur Truppeninfpicierung morgen hier ein. — (Die Militärconcerte) der Musikkapelle des 47. Jnf.-Reg. Hortung, welche im Casinogarten abgehalten werden, erfreuen sich einer zahlreichen Theilnahme. Im gestrigen Concerte excellierte besonders der Flügelhornist Herr Toinko durch die meisterhaft ausgeführten Solopieeen und erntete dafür großen Beifall. — Morgen abends spielt obgenannte Musikkapelle abermals im Casinogarten. — (Ernennung.) Der Justizminister hat den StaatSanwaltSsubstituten in Cilli Edmund Schrey von Redlwerth zum Bezirksrichter bei dem Bezirksgerichte Marburg, linke« Drauuser ernannt. — (3 8. Verlosung der train. Grund. eütlastungS-Obligationen.) Mit Rücksicht auf die beginnenden Vorarbeiten für die am 31. Oktober d. I. statt findende achtunddreißigste Verlosung der krain. Grundentlastung». Obligationen wird die Vornahme der Zusammenschreibnng oder Zertheilung der bis Ende April 1874 zur Verlosung angemeldeten krain. Grundentlastung» - Obligationen, so wie ferner auch die Vornahme von solchen Umschreibungen, bei denen eine Aenderung der Nummern einzutreten hätte, für die Zeit vom 16. September 1874 bi» zum tage der am 31. Oktober d. I. verlosten Obligationen sistiert. — (Best schieben.) Zum Lorlheile der waitsch-gleinitzer Feuerwehr findet in der Zeit vom 6. bi» einfchließig 21. d. im PerleS'fchen BräuhauSgarten (Elefantengaffe) ein Bestkegelschieben statt. Die Beste bestehen au»; 3, 2, 1 Dukaten; 4, 3, 2 Silbergulden und einem Juxbest. Eine Serie kostet 20 kr. — (Die tat H. Feiertage, die wiener Juden und die krainer Handelskammer,) wie reimt sich das zusammen? Die jüngste Nummer der „Danica" weiß Aufschluß darüber zu geben, dieselbe schreibt nemlich in ihrem heiligen Zorne: „Die Handel»- und Gewerbekammer für Krain ist in ihrer letzten Sitzung unter die „Schacherjuden" gegangen und hat sich in ihrer Mehrheit dafür entschieden, daß die Feiertage ausgelassen werben sollen. (Möglich, daß man sie gerade deshalb nicht aufläßt.) Ihrer sieben haben für die Abschaffung gestimmt, süns aber waren gegen die Abschaffung der Feiertage, «egen die Abschaffung haben gestimmt die Herren: V. C. Supan, Horak (denen „Danica" da» Lob ertheilt, mannhaft gegen den „tollen Antrag" gekämpft zu haben), Nitman, Petriiiö und Fabijan. — Welche haben aber dagegen gestimmt und wa» für Leute überhaupt sind für die Austastung der Feiertage'? Macht nur an Sonntagen und Feiertagen einen Rundgaog durch die Stadt, ihr Katholiken Laibach»! schaut fleißig nachfrecht» und nach link» und ihr werdet (o Greuel!) die ÜetfaufSläbeti offen sehen und darinnen die Vögel, die mit den Juden und Feinden der Katholiken in einem und demselben Neste Haufen! Gerade so könnt ihr die Handwerker in so mancher Werkstätle bei der Arbeit sehen. Ist e» da ein Wunder, schließt Mons. Jeran heiliger Entrüstung voll, wenn bei vielen kein Segen Gotte» mehr herrscht, wenn „Krach" auf „Krach" folgt, da so viele nur auf sich selbst vertrauen und nicht mehr Gott (lie» den Priestern) geben, was Gotte« ist. — Bekanntlich haben nach dem Vorgänge der prager Handelskammer die meisten österreichischen Handels- und Gewerbekim' ment, wie wir schon einmal des weitern auseinander-gesetzt, die vielen überflüßigen Feiertage der katholischen Kirche al« einen großenNachtheil für die sittliche u»6 wirtschaftliche Entwicklung de« Volke« erklärt und eint Resolution gefaßt, dahin gehend, es mögen ungefähr 16 katholische Feiertage, die auf Arbeitstage fallen, auf die Sonntage verlegt werden, und es freut uns, daß auch die krainerifche Handels- und Gewerbekammer eine gleichlautende Resolution gefaßt. Das thut nun der christlich-religiösen Gesinnung durchaus keinen Ei«' trag und die hochwürdigen Herren, die sich darob ereifern, scheinen das Gebot Gotte« nicht zu kennen oder geflissentlich zu misachten, welche» da lautet: „Sech» Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten, am siebenten Tage sollst du ruhen!" — (Bärenjagd.) Man schreibt unS au« Töplitz in Unterkrain unter bem 3. d. M.: Gestern den 2. Sep» tember veranstaltete der Fürst Auersperg' fche Oberförster Herr Truger, in Steinwald eine Bärenjagd, welche so glücklich ausfiel, daß kurz nach Beginn des Triebe» ein zwar noch junge«, jedoch sehr starke« Bärenweibchea im Gewichte von mehreren Zentnern erlegt wurde. Daerlegte Raubthier wurde heute im Jubel nach Töplitz gebracht und wird morgen in RudolsSwerth au»g«' schrottet. — (Lehrerwechsel.) Wiederholte Klagen über Störungen im Unterrichte an den Volksschulen, welche durch den häufigen Lehrerwechsel hervorgerufen werden, haben den Herrn Minister für Cnltu« und Unterricht veranlaßt, nach Einvernehmung der Lande«-Schulbehörden in Ergänzung des § 32 der Schul- und Unterricht-ordnung vom 20. August 1870 zu bestimmen, daß die Enthebung der Lehrkräfte von ihrer Dienstleistung in Fällen de- Uebertritte- in den Schuldienst eine- anderen Kronlandes nur zweimal im Jahre, und zwar mit Ende Februar und Ende August jede« Jahre« vorzunehmen ist. Die ErnennungSdecrete müssen jedoch mindestens acht Wochen vor dem Termine bei der Bezirksschulbehörde einlangen. — (Kohlenbahn in Trisail.) Dieser' tage fand in Trifail unter Intervention der k. f. G«' neralinfpection für Eisenbahnen, de» Statthalter- und der Südbahn die Begehung der von der dortig«» Werk-Verwaltung beantragten Kohlenbahn im Anschluß an die Südbahngeleise statt. — (Feuerwehrtag.) In Marburg wird in den Tagen vom 6. bi» 8. September ein Gaufest der steieriifchen, tärntnerifchen und krain«* Feuerwehren stattfinden; mehr al» taufend sremdk Feuerwehrmänner haben ihr Eintreffen bereit» angf kündigt. Die freundliche untersteierische Stadt wird fl* in jenen Tagen festlich schmücken, und ein Comitö, on dessen Spitze der Bürgermeister steht, trifft schon seit Wochen umfassende Vorbereitungen zum würdigen 8»' pfatiyC ta GjjU. — (Edelweiß.) Eine Mittheilung von I"' tereffe für alle Alpensteiger und alle Tourist«"' die zum Zeichen, daß sie „vom Gebirge her" kommen» ihren Hut mit Edelweiß zu schmücken pflege»' kommt der „Klagenfurter Zeitung" von einem Th«i>' nehmet bet diefertage in Kempten in Baiern statt-«' hobten Generalversammlung de» „deutschen und österreichischen Alpen vereinet" zu. (£» wurde nemlich d-'l beschlossen, da» Edelweiß al» Hutzierde privcipiell out' zuschtießen, und zwar au» Schonung für diese Pflanze, welche bei dem gegenwärtig massenhaften «erbrau«« förmlich au»zusterben droht. Die Debatte übet den Gegenstand war kurz und die Annahme de» Antrag» geschah CinmUthig. Die Mitglieder de» Alpenvereine» °cr Löhne des beutidjcn Volkes ist, welche mit ^hrem Herzblute das hohe Zi l erkämpften, das die deutsche Nation groß gemacht. Tag von L-edan! Klios Griffel hat dich unauslöschlich in die Weltgeschichte eingeschrieben zum Ruhme der Nachwelt und glorreich wird diese ihn noch feiern, wenn die Helden des Tages von Sedan schon längst in Staub zerfallen, wenn unsere Generation schon längst entschwunden ist. Darum möge an diesem merkwürdigen Tage der begeisterte Ruf ertönen: Cs lebe das deutsche Vaterland, und dieser Ruf soll laut werden, soweit die deutsche Zunge klingt, denn der deutsche Mann hat wahrlich keine Ursache, sich zu schämen, daß er ein Deutscher ist. Die letzte Sitzung der Versailler Per-manenzcom mis sion bot den tegitimistvchen Mitgliedern abermals Gelegenheit, die Regierung wegen der aus der Anerkennung der spanischen Republik resultierenden Haltung Frankreichs zu inter pellieren. In Abwesenheit des Duc DöcazeS antwor tete der Minister des Innern, General Chabaud-Latour, in befriedigender Weife. Ueber die Ursachen der Anerkennung Serranos durch Frankreich spricht sich ein officiöses Organ, das orleanistifche Journa de Paris, dahin aus» daß das Interesse Frankreichs die Erhaltung des Friedens auf dem Conlinenie erfordere. Wenn daher England und Oesterreich-Ungarn die Anerkennung der Regierung Serranos für den Frieden nolhwendiL hielten, so kann Frankreich ohne sich zu demüthigen, dem Beispiele der Cabinette von London und Wien folgen. In derselben Sitzung der Permanenzcommis sion kam auch die Angelegenheit Bazaine zur Sprache und erklärte der Justizminister Tailhand, daß der Prozeß der Mitschuldigen an der Entwei chung am 14. d. in Grasse beginnen werde. Als Hauptschuldige werden Oberst Billette und der Cx Capilän Doineau vor den Schranken des Zucht polizeigerichies erscheinen; bk Verteidigung des er steten wird Maitrc Lachaud führen und die Ver Handlung eine öffentliche fein. Die Anklage gegen den beinzichtigteit Gefangenwärter soll nicht aus allerh:ilizsten Eclöiete", uoqeitagenen Meinungen oettreten, unO den Beichtvater, der sich praktisch darnach richte, dürfe man nicht beunruhigen. In dieser Moraltheologie findet sich auch ein Artikel Über den Aberglauben, indem man buchstäblich folgendes lieSt: Divinatio ist, wenn (sic!) jemand die Hilfe des Teufels stillschweigend ober ausdrücklich anruft, um verborgene, von Natur unerkennbare Dinge zu erkunden. Wenn da« solche Dinge sind, welche der Teufel von Natur wissen kann (denn aufl Zeichen und mit ändern Mitteln kann er das Allerverborgenste erkennen, auch die meisten Gedanken der Menschen und die zukünftigen Dinge), so ist sie gleichwohl unerlaubt, weil man I «durch mit dem geschworenen Feinde GotteS in Ber-kehr tritt. Die divinatio ist eine doppelte, eine, bei welcher eine Anrufung oder ein ausdrücklicher Vertrag mit dem Teufel vorkommt, und die gewöhnlich nekro-mantia genannt wird, wie wenn der Teufel durch Wahrsager, Besessene, durch Blendwerke, durch Erschei notigen Verstorbener oder Lebender ober andere Zeichen in der Luft, im Wafser, Feuer oder in Spiegeln Verborgenes offenbart; die andere ist die, bei der blsS eine Anrufung ober ein stillschweigender Vertrag vorkommt, wie wenn aus den Linien de» Körpers, aus Stimmen, dem Geschrei der Vözel und ähnlichem, womit sich der Teufel abgiebt, eine Kunde gesucht wird, zu der solche Mittel eigentlich unzureichend sind, Die Wüaschelruthe bewegt sich nach dem Willen des Trägers, so daß, wenn er Metalle sucht, nicht Wasser, die Ruthe sich nicht bewegt, wen» er Wasser findet, senbern blo», wenn er Metalle findet, unb so umgekehrt. Daraus geht hervor, daß eine solche Berne gang nicht natürlich ist. Wenn Träume sicher ober wahrscheinlich von Gott kommen, können, ja müssen wir ihnen glauben, da Gott verheißen hat, bisweilen durch Träume zu reden. Umgekehrt wäre es eine schwere Sünde, den durch den Teufel verursachten Trän men zu glauben. Hexerei ist bie Macht, anbern zu schaben, gemäß Vertrag und Mitwirkung de» Teufels Gegen die Hexenkünste darf man sich medicinifcher Mütel bedienen. Mehrere Kräuter nemlich, wie Raute, Salbei u. a. helfen dagegen aus natürliche Weise, Mitschuld, sondern nur aus Pflichtversäumnis lauten; weil sie die schlimmen Säfte verbessern, welche durch Villctte und Doineau sollen angeklagt sein, an der Hilfe des Teufels in Bewegung gesetzt werden.- — Das hat in unserem Jahrhundert ein „Unfehlbarer" ber Entweichung BazaineS mitgewirkt, nicht aber, die Wärter bestochen zn haben. Neben ihnen wird noch August Barsay, der Kammerdiener des Ex-Marschalls, auf der Anklagebank Platz nehmen.____________ Zur Tagesgerichte. — Erdbeben. Au» St. Oswald ob Eibi« »alb in Steiermark wirb übet ein Erdbeben folgen bei mttgetheilt: „In der Natbt vom 30 auf den 31. v. M. hat ein furchtbarer Donner die Leute anS bem Schlafe geschreckt; dieser Donner war nicht blo« hörbar, sondern auch fühlbar; Wohnungen zitterten >»nd Fenster flirrten. Der Himmel war ganz hell unb klar. Auch in St. Lorenzen wurde ein ©ebbe feen wahrgenommen; es bauerte jeboch nicht lange. — (Der Glaube an Zauberei.) Welcher Echrei beS Entsetzens ging butch bie liberale Presse, öl« vor kurzem der Rebacteut bce etsien ultramoit. tunen Blatte« i>i Deutschland seine Wallfahrt zu jenem leetfU'n Opfer priesterlichen Duge« allen Gläubigen feinen Milpriestern zu verkünben Vollmacht gegeben Ein kleine» Musterbilb jener „höhern Kultur", mit welcher die römischen Priester die Menschheit zu beglücken bestrebt ftnb. Local- unb Proviuzial-Augelegeuheite». Das Resultat der heutigen Landtagswahl ist ein anßerorbentlich erfreuliches. Der Ganbtbal ber BersaffungSpartei ist mit einer immensen Majorität gegen ben ber vereinigten national.klericalen Frac tionen gewählt worben. Es wurden 562 Stimmen ab gegeben unb hievon erhielt Dr. v. Schrei; 427, Dr. Mosch6 135 Stimmen. So hat bie Lanbe«, Hauptstadt neueninyS ihren Ruf als treuer Hort brr Verfassung unb des Fortschritts glänzenb bewährt und die 3ung|Umeneii und Klettcalen haben trotz ihrer innigen Allianz eine Niedmfogc erlitten, wie sie sich _ , dieselbe so vollständig unb mederschmetternb wohl nim- oachahmungSwertheS Beilpul hwzustellen denMmd mrrmehr corqest llt halten. Die Wählerschaft Laibachs ... . i v:.ai .in.A nnn h».. >"->-» Ullö 6ie gejamutle Letsassunzrpallei des Landes darf mit gerechtem Stolze auf die Erfolge des heutigen Ta ge« blicken. , « ta»b. Unb doch ist bie« nur eines von ben vielen ^«Ptomen bet geistigen Krankheit, an ber Hunbert. la“!‘«be unserer Landsleute barniebcrliegen; einer Krankhei, deren Umfang, Ursachen und Bedingungen "°tz aller Schriften über den UltramontaniSmuS, bei •veilem nicht auSreichenb bekannt sinb. Es ist baher «in wahre« Verdienst, w-lche« sich die von H. V. Sydel herousgegebene historische Zeitschrift erwirbt, wenn sie »n ihrem neuesten H-fte auf eine bisher wenig bead). ttte Seite bet taiholtfchen Theologie unb Moralphilo-foptjie nachdrücklich hinweist. Gregor XVI., bet unmittelbare «otqtinget de« jetzigen Papstes, hat unter Oem 5 Juli 1821 erklärt, j drr L-Hrer ber Theologie könne alle in bet Moraltheotogie bei AlphonsuS Li-guoti, des in unserem Jahrhundert unter die Heiligen ^genommenen Gründer» der Genossenschaft unsere» — (Feldzeugmeister Freiherr v. Kuh n) welcher am 4 b. M. die bei Adelsberg toncentrierten Truppen inspiciert hatte, traf gestern nach 1 Uhr nach mittags in Laibach ein. Vor bem Hotel zur „Stadt Wien“, wo er sein Absteigequartier nahm, war eine Ehrencompagnie mit ber Mufikdanbe be« Jaf.-R-gi mente Sachsen-Meiningen unb bas hietbesiadliche kaif tön. Offijiercorps zur Begrüßung de» cominanbierenben Generals ausgestellt. Die Masilkapel^e spielte beim Ec scheinen de» Felbzeugmeister» bie Volk-Hymne, Freiherr v. Kuhn empfing die Begrüßung de» Offjrerco-p» und nahm die Revue ber Ehrencompagnie ob. Ein zahlreiche» Publikum hatte sich auf dem Hotelplätze eingefanben. Im Verlaufe des heutigen Tage« wohnte Freiherr v. Kuhn einem Manöver der hiesigen Trup« litubthetlung bei, morgen setzt betfelbe feine Jnspec^ ionSreife in der Richtung nach Klagenfurt fort. — ( Meba i l lenverth eilung.) Am 30ttu v. M. feierte baS k. k. Lanbwehtbataillon Nr. 24 in itubolfewerth die Verkeilung der KriegSmebaillen an bie Bezugsberechtigten. Da» zur Waffenübung ver» ammelte Bataillon nahm in einer Stärke von 800 Mann in 6arte;form im Hofe ber großen Kaserne um 8 Uhr vormittag» Ausstellung. Nachbem die zur Feiet gclabenen Honoratioren sich eingefunben hatten, verladet k. k. Lieutenant Herr Dollar den allerhöchste» Armeebefehl unb die StiftungSstatuten in deutscher und lovenischer Sprache. Hierauf stieg der Herr Bataillon»« Commandant Freiherr o. H e l v e r f e n vom Pferde, heftete jedem Bezugsberechtigten da» von Sr. Majestät gestiftete Erinnerungszeichen au die Brust, bestieg sofort da» Pferd, erinnerte die Mannschaft an die Pflichte» de» Wehrmanne» und brachte ein dreimalige» „Hoch“ Sr. Majestät dem Kaiser und dem allerhöchsten Kai« jethause. — (Eintragung in da» Genossen» schastS-Registet.) Der Handel-minister hat sich infolge einer Beschwerde der Vorstände mehrerer wiener Productiv * Genossenschaften veranlaßt gesehen, sämmtliche LanbeSstellen daraus aufmerksam zu machen, daß für bie Bekanntmachung bet Eintragungen von Erwerbs- und Wirthschafl« - Genossenschaften in da» handel-gerichtliche Genoffenschaftsregister in der Regel die einmalige Einschaltung in ein einzige» öffentliche» Blatt genüge. — (Der August.) Bi» zum 9. August erfreute uns da» herrlichste Wetter, die schönen, heißen, regenlosen Tage de» Juli schienen sich zu wiederholen. Die Hitze erreichte am 3. + 32 0° C. (+ 25,6° R.), zugleich die höchste Temperatur im Verlaufe de» Monat». Da trat plötzlich und unerwartet, vielleicht zur Vorfeier deS 10. August, welcher dem heiligen Laurentius geweiht ist, der Sturz ein; nicht etwa ein In» termezzo be» SommetweitetS, sondern ein voller eklatanter Wettersturz. Vom 9. bi- 22. zählte man zehn ganze Regentage. Es regnete in allen möglichen Nq, onceu. Furchtbare Regengüsse unb strömender Landregen verursachten allerorten Hochwasser unb Ueberschwem» mung. Vom 19. bi» 18. schien die Donau nicht übel Lust zu haben, ihre blauen Fluthen trotz Sprrrschiff und Regulierung in die Keller und über bie Straße» Wien- als absonderlichen Zeitvertreib für den Sommer wälzen zu wollen. Da- Wetter blieb fort rauh unb unfreunblid). Dia Bahn war frei, rasch unb beende ohne Zögern sprang bet Herbst ein. Ja, bie Elemente, die sich heuer so sehr in Extremen gefallen, thaten noch ein UebtigeS; sie gesellten zu ber benkwür-bigea Kälte im Mai, zu dem wie nur selten gewitterreichen Juni noch Schnee sali im August. Mäh» tenb noch am 3. unb 4. in Dbervellach (Kärnten) unb in ber Fusch, am 5. unb 6. in Triest furchtbare Ge» ibUter sich entluden, am 8. ein Orkan auf bem gmunb-ner See wiithete, am 10. in Liffa unb am 19. i» Constanliuopel Etbbeben sich einstellten, machten die Hochalpeu wiederholt den Versuch, sich die Schlafhaube beS Winter« auf ba« immer kalte Haupt zu setzen, ben» sowohl am 10. als auch am 15. unb 24. erschienen bie Spitzen bet Hothberge in ein bichte-Schneegewand gehüllt. Doch solch ein winterliche» Gast» piel beirrt ben Menschen nicht, Optimist, wie et ist, gilt ihm Schnee im Sommer als gutes Omen für einen anhalteub freundlichen Herbst. Der Wink mit dem Zaunpfahl, bie + 7 2" C. (+ 5'7" 9t.), am Morgen be« 28. August, zugleich bie tiefste Tempera» tut, war eine sehr eindringliche Mahnung, daß bet Sommer jenseits ber Polarkreise im Tobestampfe liegt, befielt Zucken wir besonberS im letzten Augast-Dcittel säst stet« unb bieSmal mehr als sonst bis anS Gestade ber Donau empfanben. Auch baß auf moosiger Wiese bie violette Herbstzeitlose ihre nackten Blüthen hervor» schiebt, die späte Schwalbenbrut schon ihr vollkommene« StastUetb angezogeu hat, um sie sich nächsten» z« taufenben mehtetemale zur Konferenz übet die nahe- stehende weite Reise versammeln werten, sind unverkennbare Zeichen, daß der Sommer scheidet. Noch hält »ng die Natur ihr freundliche« Antlitz zvgekehrt. Der 30. und 31. August brachte, post nubila Phoebus, da- prachtvollste Wetter, auch der 1. September, der berühmte Egyditaq, der da» Wetter vier Wochen vor» «nt bestimmen soll, fiel günstig au-, wollen wir hoffen, daß da-, was die Wissenschaft hievon zugibt, in Erfüllung gehe, da« ist, daß durchschnittlich in jedem September zehn schöne Tage sich einstellen, gleichviel ob der erst« Tag des September schöne» oder schlechtes Wetter hatte. — (Rauchfleisch.) Um ein recht wohlschme. fcnbe» Rauchfleisch herzustellen, wird da» zu räuchernde Fleisch dem frisch geschlachteten THiere warm entnommen, sogleich in einem zuvor bereiteten Gemenge von «inem Theile gepulverten Salpeter» und 32 Theilen Kochsalzes gehörig uwgewülzt, dann überall mit so viel Roggenkleie bestreut, als irgend daran hängen bleiben will, und entweder unmittelbar oder in eine einfache Lage von Druckpapier eingewickelt und in den Rauch gehängt. Die Kleie hält die brenzlichen Be« standtheile de» Rauche» ab und verhütet zugleich das allzu starke Au-trocknen des Fleisches durch die Wärme. Das auf diese Weise dargestellie Rauchfleisch besitzt eine dem stark geräucherten LachS ähnliche Farbe; eS schmeckt beiweitem angenehmer als da» in gewöhnlicher Weise bereitete, und konserviert sich auf lange Zeit. OkDtlichtt Dank. Den liberalen Gesinnungsgenossen imb Mitbürgern, deren einmüthiges, aufopferungsvolles Vorgehen bei der heutigen Landtagswahl die liberalen Gesinnungen und die Verfassungstreue der Landeshauptstadt Krains aufs neue bestätiget und zu dem glänzendsten Wahlsiege geführt hat, iusbefonders den wackern Männern, welche die Zureise von entfernten Orten zur heutigen Wahl nicht gescheut haben, spricht den wärmsten Dank aus das (Eentralwttljlcomite des const. Vereins. Laibach, am 7. September 1874. Witterung. Laibach, 7. September. Trübe, feit >/al 1 Uhr Regen, schwacher Nordwind. Wärme morgens 6 Uhr + 11'v°, nachm. 2 Uhr + 15 3° C. <1873 + 19 0°, 1872 + 25-8° C.) Barometer seit früh im rasche» Steigen 739 30 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme + 18 2°, das gestrige + 16 2°, bttiehuiiqsweise um 2-2° und 0 4" Uber dem Normale. Allgekommene Fremde. Am 7. September. Hotel Stadt Wl*n. Se. Excelleuz FZM. Freiherr tx Kuhn. — Lutz, Geschäftsreisender; Volheim, Ingenieur, und Eberl, Privatier, Wien. — S. ftometer und I. Kometer, Klagensnrt. — Lukich, Privatier, Fiume. — Sajovik, Notar, Cilli. — Maurer, Graz. — Polijannky, Staatsbeamte, Kärnten. Hwiri Elefant. Dr. Erjen, Littai. — Reichel, Ru« dolsswerth. — Hofsniann und Lach, Steiermark. — Nemetaj, Wien. — Fikert, Fiume. — Rudel, f. k. Notar, Mahrenberg. — Jvankic, t. k. 9iotar, Tolmein. — Kremier, Steher. — Lorcnzutti, d' Heur, Sandrinelli, Porto, Priester; Ladore, Gruber, und Kotalik, Tele arapheudirector, Triest. ^ „ Hotel E«ro|»a. Reicht, Krainburg. — Kroll, Graz — Stopper, Italien. Mohren. Milavc, Zirtniz. — Mn, Reisender, Preß- burg. — Solar, Greiöler, Marburg. — Arga, Privatier, Aaram. — Cargelo, Kroatien. UnierlMcher Hof. Ratoschinsky. Schulinhaber, Triest. — Tranieski, Bauunternehmer, Divato. K«»inter von Oentepreleli. Debarli, Friseur, DLrz. Hofsmann, Warasdin._______________________________________________ Druck von 3g!>■ v. »rleinmahr & Fed. vamberg in Laibach. Verstorbene. Den 5. September Valentine Klvpiii, Privatiers-kind, 6 Monate, Polanavorstadt Nr. 95, Brechdurchfall. — Franziska Leskovic, Näherin, 58 Jahre, Kapuzinervorstadt 9;o. in 33 9. . . . ttattcn. o. W....... tag. Bod.-Sreditauft. Prioritäts-Obl. i;ran,-9»ses»-Bahn . Oest.-Nordwestdahn. 6iebcn6ütgct......... Etaal»bahn........... tpütb.-WeUu 600 Kr. »on« bto. Lose. Tredit - L. Rudolfs-L. Wechsel <3&io:i.) ftllyl-b. 100 fl. fübb.Si (?cantf. 100 fl. , Hamburg.............. .onbon 10 Pf. Gteri. I>an6 100 Örtonc* Käuzen. Sa1f.Mün».Duc«tea. 40»5-raBc4W: . Prcatz. iiaflcuföemc Silber . . . Beid 94.— 87. -93 80 85.75 100 90 96.85 81 26 188 -108 40 228 — 164. 13 50 91 30 91.60 53.50 ;0tf.70 »3.50 Warr 94.5i 87 50 93 90 86.- 101 10 i»6 60 81 50 ISS 50 1(8 60 2X3 164 50 13 75 91.40 91 70 5.1.60 109 86 43.55 5.26- |5.87~ 8.81 18.811 j 1.61 - fl 617 * 1(’4. - 10V15 Lelegrapdischrr (iurtberidjt am 7. September. Papier-Nente 71 80 — Silber-Rente 74 70 — 18H0ei Ltoats-Anlehen 110 Bankoctien 977 — tredit 243-50 — London 109 75 — Silber 104-75 — 20. Franc«. Stücke 8-81. Telegramme. Paris, 6. September. Anläßlich des Jahrestages fanden am 4. September in Meze bei Montpellier Ruhestörungen statt. Gendarmerie mußte einschreiten, eine Person wurde getödtet, 19 wurden verwundet. Auch in Lyon wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Großfürst Konstantin besuchte in Begleitung Orloffs gestern Thiers. Einer madrider Depesche zufolge wird das spanische Cabinet trachten, die Freundschaft und moralische Unterstützung Europas zu erlangen, aber keine das Nationalgefühl verletzende Einmischung annehmen. Madrid, 6. September. Drei Carlistenstürme auf Castro wurden von Urdiales energisch zurückge-wiesen. Primo Givera ist zum Generalcapitäu er« nannt worden. Mehrere Logen (529) sind zu vergeben. Näheres in der Exped. dieses Blattes. nächst dem Bahnhofe, Bahnhofstraße 151, 3 Zimmer und Zugehör, ist zu vermie-then und bald zu beziehen. ' (528) Wohnung Damenhund, brauner Farbe, halb geschoren,, auf „Püfferl" hörend, mit rother Masche, ist am 5. d. M. vormittags zwischen 12 und 2 Uhr in Verlust gerochen. Angemessene Belohnung für den redlichen Finder. Adresse im Zeitungs-Comptoir. (527) tiiiftfimlicn werden unter sehr günstigen Bedingungen und Garantie-guter Erziehung bei dem Gefertigten, Polanavorstadt Nr. 70, ausgenommen. (518 3) Josef Fattur. Die neu errichtete k. k. 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