Nr. 295, Montag, 24. December 1888. 107. Iayrnanl, ^^N^V^IAlV^ N!«rz»umlrat<»u«vre«»: «tlt Postverllndung: ganzjährig »l, «, halblilhrig sl. 7,b0. 3m «omploir: ^ !,>a»,läw» sl °i halbjählin , I», ^> Die ..Uol''«'«^ gt'tunü" «lchllnl t«!,,«ch mit «usnahm« o« «onn. und ssei«t»ae D!« «ldminwrntlo» besindet fich V°hnhl,'„«sst ,», vlc «ednetion Vahnhofgasse 2«, Vpiechftunben der «edacNon täglich v"n 10 bis 1» Uhr vormittag»,— Untt<,nei««e^r,t«e ^«i cn uilft c,'l!,cn>,lnn,?n and »i«nu!mpt« laicht,ll»««,efi«llt. VW'- Der hohen Wcihnachtsfeicrtagc wegen erscheint die nächste Nummer am Donnerstag, ocn 2?stcn Vcccmber._____________________ Mit 1. Jänner 188» beginnt ein neues Abonnement auf die Lailmcher Zeitung. Die Prn numrrati on s' Bcdingungen bleiben »nverändert und betragen: mit Postvcrscndunll: fUr Laibach: «anzjährig . . 15, ft.-lr. ganzjährig . . 11 ft. - lr. halbjährig . . 7 „ 5N „ l,aldjäl)rig . . 5 „ 5« „ vierteljährig . 3 „ 75 „ vierteljährig . 2 „ 75 „ monatlich . . 1 „ 25 „ monatlich . . — „ 92 „ Für die guftellung ins Haus f il r hiesige Abonnenten per Jahr 1 Gulden. >M- Die Pränumerations.Neträge woNen Porto» !rei zugesendet werden. )g. v. Rleimnayr H Fed. Vamberg. Nichtamtlicher Mil. Französische Zustände. Am vorigen Donnerstag hatte der französische Senat seinen großen Tag; Challemel . Lacour richtete im Namen der altliberalen Republikaner. z»l deren hervorragenden Wortführern er gezählt wird. an die R»° yalisten in der hohen Körperschaft einen Appell, sie möge», mit den gemäßigten Republikanern sich zu einer staatsrettendeu patriotischen Partei vereinigen, welche gleichzeitig Front mache wider den drohenden Aoulan-gismns und wider die zersetzende Politik der Radien lrn, die gegenwärtig am Staatsruder stehen. Die be« redten Worte des erprobten Veteranen, der seit vierzig Jahren als Publicist, als Parlamentarier und als Di« plomat der republikanischen Sache und zugleich dem Vaterlande mit Aufopferung seiner persönlichen In. terrssen gedient, dessen Integrität ihn als einen der seltenen weißen Raben unter den Geschäfte machenden Parlamentarischen Collegen erscheinen lässt und dessen rücksichtslose Unerschrockenheit nach rechts und link« hin in zahllosen Fehden sich bewährt hat, verfehlten ihren Eindruck auf die Versammlung nicht. __________ Unter lautem Beifall, auch von den Bänken der Rechten her. wurde seine patriotische Rede begrüßt, und der Eindruck derselben war für den Augenblick ein so gewaltiger, dass Lion Say den Antrag stellte, die Rede drucken und in allen Gemciudeu Frankreichs anschlagen zu lassen. Ungeachtet dieser bewältigenden Wirkung des Angenblickes bleibt es aber doch zweifelhaft, ob auch nachhaltige Wirlungen derselben auf die innerpolitische Lage zu verspüren sein werden. Es ist nicht das erstemal, dass gegenüber dem Rufe nach einer republikanischen Coucentrierung. nach einer Einigung und Verständigung der republikanischen Fraction».'« der Kammer, der so oft und allezeit vergeblich erhoben wurde, eine Concentration nach rechts hin, eine Verständigung zwischen den republikanischen Moderados und den liberaleren Elementen der Monarchisten augeregt wo»den ist. Wiederholt haben dic Führer des linken Centrums der Kammer, die Sprecher jener Parteigruppe, deren Organ die beiden vornehmsten publicistischen Erscheinungen Frankreichs, das «Journal des Döbats» und die «Revue des deux Mondes» sind, es versucht, mit jenen Elementen unter den Orleanisten Fühlung zu finden, welche sich die Monarchie nur auf liberaler, vollsthümlichcr Basis wieder möglich denken. Schon damals wurde auf die Gefahren hingewiesen, welche der Mangel an aller und jeder Stabilität in der Regierung und nn Parlamente angesichts einer so verwegenen Agitation, wie jene für den General Boulanger, über das Land heraufbeschwören muss?; schon damals wurde erklärt, es handle sich gar nicht mehr darum, diese oder jene Rcgierungsform zur Geltung zu bringen, sondern Frankreich vor einer Krisis zu retten, die das schwer heimgesuchte Land un fehlbar in abenteuerliche Bahnen drangen und Katastrophen entgegenbringen müsse. Diese wohlgemeinten Versuche von Seite der alt-liberalen Republikaner der Kammer sind aber jedesmal an der abweisenden Haltung ihrer royalistischen und imperialistischen College» gescheitert, welche damals schon, einem mal. ä'oräi-L der Prinzen gehorchend, dem Bon« langismus entweder offen fördernd unter die Arme griffen oder wenigstens demselben gegenüber eine wohl« »vollende Neutralität beobachteten. Nach dem Scheitern dieser Versuche begannen wiederum die hervorragenden Stimmführer im imperialistischen ober royalistischen Lager gea/n den Boulangismus zu frondieren, und ^wieder schien es, als ob eine patriotische Concentration conservativ-liberaler Gruppen sich bilden sollte. Alsbald sahen sich aber Audiffret-Paiquier und Cassagnac ebenso wie ihre beiderseitigen engeren Gesinnuugsgenossrn durch höheren Einfluss veranlasst, ihr «a^iilicio 6el!' inwl-isUo zu machen und ihre löbliche Unterwerfung an die prinzlichen Huflager gelangen zu lafsen. Nach diesen Erfahrungen zeigte sich die öffentliche Meinung sehr harthörig gegenüber den Versicherungen urleanistischer Senatoren, ehe sie in die Revision der Verfassung willigen, würden sie mit den gemäßigten republikanischen Elementen der Kammer gemeinsame Sache machen, und jetzt ist es nach jenen Erfahrungen kein Wunder, wenn ein erklecklicher Theil der republi» konischen Blätter über die Rede Challemel-Lacours nicht so entzückt ist. wie dies seine Zuhörer im Senate gewesen. Man glaubt eben annehmen zu müssen, dass der überlaute Beifall, welcher ihm auch von den Bänken der Ruyalisten und Imperialisten aus gespendet worden, weit weniger seiner Aufforderung nach einer Concen» tration gegolten habe. als seiner rücksichtslos einschnei» denden Kritik der derzeitigen Zustände in der Republik und der unklugen und unsicher tastenden Politik ihres derzeitigen rabicalen Cabinets. Man gewinnt ans Ehallemel-Lacours Rede. wie aus allen ähnlichen Kundgebungen einsichtiger Patrioten, denen die Wohlfahrt ihres Vaterlandes höher stcht als das Interesse ihrer speciellen Partei — die Zahl dieser Mänuer ist w»hrlich leine geringe — immer wieder den Eindruck, den ein ärztliches Consilium am Bette rines nahezu hoffnungslos dahinsiechenden Kranken macht; diagnosticiert wird richtig, aber die Cur. die man da in Vorschlag bringt, ist nicht mehr ausführbar, weil der richtige Zeitpunkt zur Ergreifung derselben verpasst worden, in welchem der Kranke selbst noch Regenera-tionikraft genug besessen hätte, um dem anempfohlenen Heilverfahren entgegenzukommen. Näre die politisch? Intelligenz Frankreichs noch fähig, das von Challemel Lacour empfohlene Heilverfahren einzuschlagen, fo würde dasselbe zweifelsohne Rettung bringen. Bei der tröst-losen Zerfahrenheit jedoch, welche eingegriffen, und der zähen Verbissenheit, mit der jede einzelne Partei ihre Sonder - Interessen bis zum Aeußersten verfolgt, ist kaum mehr an eine Concentration zu denken, welche die noch vorhandenen erhaltenden Kräfte zusammen-fasfen und der innerpolitischen Lage eine entschiedene Wendung zum Besseren geben könnte, Monarchisten Feuilleton. Kinderwunsch. Mein Neffe Hans, ein reizender Junge, war kaum vler Jahre alt, als er mich zum erstenmale in Verlegenheit versetzte. So etwas bringen die kleinen Leute U'it uns überhaupt leicht zuwege, denn sie stellen oft« Mals Fragen, die wir beim besten Willen nicht zu beantworten vermögen; sie trauen uns Fähigkeiten zu, ble wir nicht besitzen, und da wir die Eitelkeit haben, uns vor so jungen Menschen keine Blöße geben zu wollen, hüllen wir uns von Fall zu Fall iu das schweigen der Beschämtheit, und um nicht zu zeig!'», !"'e verlegen wir sind, lächeln wir süß wie die Blöd« Ilnnigeu. .. Hans war merkwürdigerweise zeitlebens — er ^hlt schon sechs Jahre — ein verhältnismäßig dis-^kter Fragcr. Welche Sprünge seine Phantasie auch pachte, er hielt sich mit seinen Erkundiguugen meistens ^Ncrhalb der Grenzen des Möglichen, und ohne dass ^1 mir darauf etwas einzubilden brauchte, sah ich mich ° t ", der Lage. seinen Wissensdurst zu stillen. Da "" Hans nicht beurtheilen konnte, was schwer und !'as leicht zu beantworten sei. gewann er unsägliche Hochachtung vor mir und betrachtete mich als einen . !l bedeutendsten Männer, die ihm vorgekommen. Ich ^ ^ m seinem Namen um Entschuldigung, welche ^ Meinung uicht theilen. 'nil' verkehrten auf intim kameradschaftlichem Fnße lich """0"' obwohl der Altersunterschied keine eigent-lirf^ ?/,'"""samkeit unserer Lebensinteressen aufkommen " "an glaubt gar nicht, was dreißig Jahre Diffe« renz ausmachen . . . Aber wir verstanden einander recht gut, und in ernstliche Conflicte geriethen wir nie. Als Hans sich dem Abschluss seines vierten Lebens, jahres näherte, kam ihm ein Einfall, mit welchem er mir allerdings viel zu schaffen machte, und darüber eben berichte ich hier . . . Es war ein schöner Sommcrabend, in der Nähe von Wien. Hans empfand das Bedürfnis, länger als sonst wachzubleiben, uud da er seine Eltern zi> gehör, samer Nachgiebigkeit erzogen halle (ein Vorgang, der klugen Kindern nicht warm genug anempfohlen werden kann!), wagten sie nicht, zu widersprechen, und so ver> kündete Meister Hans Lehren der Weisheit zu einer Zeit, da er, auf Grund von Sitte uud Tradition, längst hätte einige Meter Schlaf absolviert haben solle». Er war besonders redselig und beschäftigte sich mit einigen der wichtigsten Probleme, welche den menschlichen Geist zum Nachdenken zu reizen vermögen: so z. B. warum der Kanarienvogel nicht bellen und der Hnud nicht zwitschern könne; er suchte nach Erklärungen dafür, dass seine Mütter älter sei als er :c. Minen in solchen tiefsinnigen Betrachlungen, Er. örlcrungen und Erkundigungen ersuchte er seinen Vater höflich aber entschieden, sich die linke Hälfte des Schnurrbartes abschneiden zu lassen. Manchmal lachte er ganz unvermittelt — kurzum, ich wurde mir rasch darüber klar. dass irgend ein Unglück bevorstehe. Die-sei traf sehr bald ein. Gegen halb zehn Uhr, ich w.iß die Stunde noch, zwickte er dm Hauspudel Caro in deu Schweif, so dass Caro sich heulend unter das Sopha zurückzog; dann wendete er sich an mich. strei» chelte mir schmeichlerisch das Kinn und sagte: «Onkel, nicht wahr, das ist der Mond?» — «Ja, Häuschen.» — «Ont>l. schenk' mir den Mond!» Ich war vor Schrecken wie gelähmt. Einfach wider-fprechrn? Das hätte ihn provociert, zu weinen, sich auf. zuregen, eine Scene zu machen. Ihm den Mond wirklich schenken? Trotz meiner cinfiussreichen Beziehungen — ich bin mit Hofräthen befreundet — hatte ich keiue Aussicht, Häntchen befriedigen zu können. In meiner Ruchlosigkeit versuchte ich, ihn >von der Sache abzubringen. Einem Geständnisse, dass ich nicht in der Lage sei. ihm den Mond zu geben, würde er nie und nimmer geglaubt haben. Ich fieng alfo an, von allen erdenklichen Dingen und von einigen anderen zu sprechen, aber mit jener blinden Beharrlichkeit, welche allen Kindern und vielen Frauen zu eigen ist. kehrte er zu seinem Hammel zurück. Ich mochte welches Thema immer anschlagen, Hans blieb bei dem einfachen, nicht misszuverstehenden Ansuchen: «Onkel, schenk mir den Mond.» In die Enge getrieben, spielte ich den Trumpf aus, mit welch'.m sonst das Herz des Tyrannen im Fluge zu erobern war: «Morgen bringe ich dir Chocolaoe-Bonbons mit.» Anstatt ftch damit z>.i beruhigen, brach Haus in ein indianisches Gchrul aus und erklärte auf das bestimmteste: »Ich will keine Chocoladc-Bonbons, ich will den Mond.» Nun erkannte ich, dass aller weiterer Widerstand vergeblich sei und entschloss mich. ein Versprechen zu leisten, das zu halten ich herzlich wenig Aussicht hatte. «Gut, Häuschen», sagte ich, «du sollst den Mond l)!kommen.» " «Wann, Onkel?» — «Molgen » — «Nein, ich will ihn gleich.» — «Heute gehört er dem kleinen Karl Weiß, mit dem du manchmal spielst, dcm netten Jungen, mit dem du so gerne spielst.» — «Ich spiclc nicht gcrn mit ihm. Wer hat ihm den Mond geschenkt?» ^- «Sein Großvater.» — «Morgen l,^ komme ich ihn sicher?» — «Sicher.» — «Weißt du illlibacher Zeitung Nr. 295. 2532 24. December 1888. und Imperialisten sind unlösbar mit dem Aoulangis-mus verstrickt, und unter den republikanischen Frac-tionen waltet derzeit eine viel intimere Feindschaft als je zuvor. Die Regierung zeigt sich in keiner Richtung ihrer Aufgabe gewachsen. Sadi Carnot wäre in einer ruhigen Zeit unstreitig ein Musterpräsident, gegenüber der abnormen Lage, wie sie sich durch die Conspiration der Gegner der Republik herausgebildet hat, bleibt er viel zu mustcrgiltig constllutionell und hat viel zu wenig durchgreifende persönliche Initiative. Floquct und seine Minister.Collegen quacksalbern mit Palliativmittkl und beobachten gegenüber einer Schar rücksichtslos angreifender und unterwühlender Gegner eine schwachherzige und planlose Defensive; wo sie die kühnen Helden spielen und ihrerseits zum Angriff übergehen, ist der Feind nicht zu suchen. Anstalt concentrisch alle ihnen zugebote stehenden Mittel zur Unterdrückung des Bou-langismus zu vereinigen und rechtzeitig dem sich aus. reifenden Staatsstreiche auch mit Anwendung der äußersten gesetzlich statthaften Repression entgegegenzntreten. greifen sie zu Palliativen. Eine solche symptomatische Quacksalberei ist auch das neueste Auikunftsmittel, die Beseitigung des Listenscrutiniums. Unstreitig war diese Wahlmethode vom Uebel und hat die Wahlen gefälscht; das Listenscrutininm bringt niemals so wie Einzelwahlen die öffentliche Meinung des Landes ehrlich zum Ausdruck. Die vorgeschlagene Reform der Wahlordnung ist an und für sich eine zweckmäßige und sie ist auch geeignet, dem Boulangismus Abbruch zu thun, ertödten wird sie aber denselben nicht, sondern nur zu einer Aenderung seiner Wahltaltit zwingen. Ertödtet könnte die boulanglstische Bewegung und beseitigt die Gefahr, dass, wie Challemel'Lacour sagte, «Frankreich, welches mit der ruhmreichsten Monarchie gebrochen hat, jetzt vor dem erbärmlichsten Menschen sich erniedrigt», nur durch eine starke Regierung werden, die solidarisch mit einer strammen parlamentarischen Mehrheit die Zügel wieder in feste Hand fasst; dazu fehlen aber alle und jede Vorbedingungen in beiden Versammlungen der französichen Volksvertretung. Politische Ueberlicht. (Im Herrenhause des Reichsrathes) widmete Freitag der Präsident dem verstorbenen Herrenhaus-Mitgliede Grafen Leo Thun einen warmen Nachruf, worauf sich die Versammlung zum Zeichen des Beileids von den Sitzen erhob. Die Wehrgesetz« Vorlage wurde einer fünfzehngliedrigen Commission zugewiesen. Sodann wurden der Handelsvertrag mit der Schweiz und der Gesehentwurf, betreffend den Aus' bau der Eisenbahn Mostar-RamaMündung bis Sarajevo, ohne Debatte genehmigt. Vor Schluss der Sitzung erbat der Präsident unter allgemeiner Zustimmung die Ermächliqung des Hauses, Ihrer Majestät der Kaiserin anlässlich Allerhöchstihres Geburtstages die ehrfurchtsvollen Glückwünsche abstatten zu dürfen. Der Tag der nächsten Sitzung wird im schriftlichen Wege bekannt gegeben wrrden. (NeubewaffnungderFestungs'Artil-lerie.) Se. Majestät der Kaiser hat, wie die «Mi< litär-Zeitung» mittheilt, mit Entschließung vom 14. No» vember die Neubewaffnnng der Festungs-Artillerie mit Werndl-Infanterie- und Jäger-Gewehren M. 1873/77 bei Wegfall des Pionniersäbels genehmigt. Die Fassilng der Werndl'Gewehre bezüglich Abfuhr dcr bisher im Gebrauche stehenden Extra-Corps-Gewehre mit Wä'nzl« Verschluss findet in der zweiten Hälfte des Monats Jänner 1889 beim Artillerie-Zeugsdepot in Wien statt. Gleichzeitig wird auch die Artillerie-Cadettenschule mit dem Werndl-Gewehre ausgerüstet. Für Frequentant»'« kleiner Statur werden Extia-Corps-Gewehre mit Werndl-Verschluss in kleiner Anzahl ausgegeben. Dcr Wegfall der Pionniersäbel gründet sich auf die Relationen der FestungsArtillerie-Nataillone über vorgenommene Tragversuche mit dem Pionniersäbel und dem Säbel« bajonett. (Die Thätigkeit des Abgeordnetenhauses) im abgelaufenen Sessionsabschnilte. Der eben abgelaufene Sessiunsabschnitt des Abgeordnetenhauses umfasste die Periode vom 24. October bis 19. December d. I. Während dieser Zeit hielt das Haus 30 Tages» und 2 Abendsitzungen. Seitens der Regierung wurden in diesem Sessionsabschnitte nachstehende Vorlagen eingebracht: Der Staatsvuranschlag für das Jahr 1889; die Vorlage, betreffend die Einstellung der Wirksamkeit der Geschwornengerichte bezüglich dcr strafbaren Handlungen, denm anarchistische Bestrebungen zugrunde liegen, für 15 Gerichtsjprengel; die Gesetzentwürfe, betreffend die Bedeckung des Antheiles, welcher auf die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder von dem für militärische Maßnahmen bewilligten außerordentlichen Credite im Höchst« betrage von 47 3 Millionen Gulden zu entfallen hat; betreffend die Eröffnung eines Nachtragscredits zum Voranschlage des Finanzministeriums für das Jahr 1888 zum Zwecke der Inangriffnahme eines Neubaues für die Hof- und Staatsdruckerei in Wien; betreffend die Vermehrung des Fahrpaikes der Staatsbahnen; betreffend die Dotierung und Verwendung des auf Grund des Gesetzes vom 30. Juni 1884 gebildeten Meliorations»Fonds; betreffend Gebürencrlrichterungen bei der Convertierung von Darlehensfordenmgen; betreffend die Oebüren - Begünstigungen für Spar- und Darlehenscassen nach dem Systeme Raiffeisens; betreffend die Einführung eines neuen Wehrgesetzes; betreffend die Bestrafung der Nichtbefolgung riues Militär-Einberufungsbefehles und der Verleitung hiezu; betreffend die gewerbs- und gewohnheitsmäßige Zertrümmerung bäuerlichen Grundbesitzes; betreffend die Fortsetzung der schmalspurigen Eisenbahn Mostar - Rama» Mündung bis Sarajevo; betreffend die Forterhebung der Steuern und Abgaben in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende März 1889; betreffend den Handelsvertrag mit der Schweiz; betreffend die für dasLandesanlehen des Herzogthums Steiermark per 12 Millionen Gulden zu gewährenden Begünstigungen; betreffend den Central« Rechnungsabschluss über den Staatshaushalt dcr im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder für das Jahr 1887; endlich betreffend eine Abänderung des Artikels VI, Alinea 6, des Finanzgesetzentwurfcs für das Jahr 1889. Erledigt wurden nachstehende Regierungsvorlagen: Der Gesetzentwurf, betreffend die Bedeckung des 47 3-Millionen»Credits; das Gesetz, betreffend den Schutz fremden Eigenthums gegen Gefährdung durch den Bergbau und die Ersatzleistung für Bergschäden; das Gesetz, betreffend die Einführung besonderer Erblheilungs-Vorschriften für landwirtschaftliche Besitzungen mittlerer Größe; das Gesetz, betreffend einen Nenbau für die Hof- und Staatsdruckerei; das Budget-Provisorium; das Gesetz, betreffend die Vermehrung des Fahrparks der Staatsbahnen; das Oesetz über die Fortsetzung der Eisenbahn Mostar - Nama-Mündung bis Sarajevo; das Wehrgesetz; der Handels' vertrag mit der Schweiz und die Anarchisten-Verordnung. Von Interpellationen gelangten im abgelaufenen Sessions' abschnitte 24 zur Beantwortung, und zwar durch den Minister - Präsidenten Grafen Taaffe fechs. durch die Minister: Graf Welsersheimb eine, Dr. Ritter u. Dll-najewski vier. Dr. v. Gautsch sechs. Marquis von Bacquehem fünf und Graf Schönborn zwei. (Böhmische Landesbank.) «Närodni My' melden: Das Statut der Landesbank für das Kön'g' reich Böhmen hat bereits den Miuisterrath passte"-Die Regierung verlangt mehrere wesentliche Abänderungen an dem Statut, welches deshalb nochmals »' der Iännersession des böhmischen Landtags z»r Ver« Handlung gelangt. (Steiermark.) Der Kaiser hat den Beschluss des steiermärklschen Landtages vom 29. September d. 3-, betreffend den Verlauf von im Landesbesitze befindlicher Papier-Rente zur Bedeckung der für den Anlauf eines Theiles des der Alpinen Montan-Gesellschast in Steie» mark gehörigen Waldbesitzes erforderlichen KaufsuMlN^ genehmigt. Ferner haben die Beschlüsse des stel^ märkischen Landtages vom 25. September l. I-, "^ treffend die für den Landeifonds und den GrM" enllastungsfonds im Jahre 1889 erforderlichen Stell"/ zuschlage und selbstständigen Auflagen, die OenelM gung erlangt, und zwar mit der Beschränkung, "^' die EinHebung einer zehnprocentigen Umlage uon?e Verzehrungssteuer von Fleisch, Wein, Wem- und Ow' most mit Ausschluss eines außerordentlichen Zuschlags zu erfolgen hat. ,. (Mandatsniederleguna.) Der Reichs"^ Abgeordnete des galizischen Großgrundbesitz - Vezwc Zolkiew-Rawa.Sokal. Rltter v. Mniszel, hat aus «"' sundheitsrücksichten sein Mandat niedergelegt. ^ (Handelsstatistik.) Das Gesetz über die M form der Handelsstatistik, welches der HandelsmlM'N angekündigt hat, wird gleich nach Neujahr im Abgeor ^ netenhause eingebracht und enthält neue VestimMllNge ' wodurch den Kaufleuten im Falle einer »mrichtls Angabe inbetreff der Destination und Proueniellz " Ware Strafen angedroht werben. Die statistische ^u wird auf vier Kreuzer, respective füuf Kreuzer per ^ .^ angesetzt sein. Zur Durchführung der neuen Stau! wird ein eigenes neues Bureau organisiert werden- (S a n c t i o n i e r t e s K a t e ch e t e n g e s e tz) ". ^ böhmische Landesgesetz über die Entlohnung ,^ Katecheten erhielt die kaiserliche Sanction. D"»I tritt mit Beginn des Jahres 1889 in Wirksamte". (Veränderung im Cabinet Tisza.)^ rend eine Aenderung im Cabinet Tisza für.^.cg Zeit geplant war. verlautet nun mit Bestimmtheit. ,^ Staatssecretär Weckerle das Finanz-Portefeuille be""» nächster Zeit. noch vor Beendigung der großen ^."^ Mäßigkeit. ^„en, «Onkel!» rief Hans mir zu. «sich doch den !«, j„ schönen Vorhang.» — «Das sind Eisblumen, ^ Kind.» — «Eisb'lmnen? Sie haben keinen Gerua?-^ «Nein, sie dnften nicht.» — «Sieh' die große M« ^ in der Mitte, die lange, die so viel Blätter Y ^ schenk' mir sie. Onkel.» — «Gut. sie gehört dir,^^ ich und war aufrichtig froh. weil er von st'lner > ^ sucht abgekommen zu sein schien. Nun 'p"""Hste lustig hm und her. und ans der Gesellscya^ ^ einer nach dem anderen hinantreten und >e ^nlt-blume bewundern, die Onkel Ferdinand 'y" « ' l^er Hanö wollte mehr von dem neuen Gegemmn ^^ Neigung nicht weichen, und als er genoty'A ^^ sich schlafen zu legen, sandte er '"ch """'eß schift voll Liebe und Entzücken nach dem Wechnaa"« ^g) zurück, das seinen Gefallen in so hohrM G" hatte. „,„ Astlage Diese Stimmung hielt noch am erne, u ^ vor - am zweiten aber trat Thauwetter " ^ ^ zweiten erfuhr Hans den Schmerz, "wak ^„lze", sessen, zu verlieren: die Eisblumen am ^M« ' ^ ent-darnnter auch die sein ige.. . Er "a f"^^ ^ setzt, als er sie zerrinnen sah - er w^e ^,h traurig ^ und am Abende sich in die Worte auf: «Onkel, schenk m °e ,, Da waren wir also. wo wir früher ««^' ,genübe den neuerdings einer unlösbaren ^"^ r^,,ige. Das alte Spiel begann von vorne: " '^tans"'"' Vertröstungen. Täuschungen auf der "',' . ^l'W Klagen und Schmollen auf der anderen G" Milmchcr Ftttung Nr. ^!15.____________________________ 2538____________________________ ^ Teccmbcr 18l^8. oantcn der Oper und des Nationaltheaters ernannt werden, worauf Ministerpräsident Tisza das Ministe« rium des Innern wieder übernimmt und demnach den Finanz-R.fsort an Weckerle abtritt. (Serbien.) Der «Corr.de l'Est> wird aus Bel-ssrad gemeldet: In der jüngsten Plenarsitzung der Ver-sassnugs-Commission beantragten die Radicalen, die Prärogative der Krone, so wie selbe vom Ausschüsse Propomert wurden, ohne Debatte anzunehmen. König Milan dankte der Commission mit herzlichen Worten für das loyale Entgegenkommen nnd verzichtete dann aus eigenem Antriebe auf das Recht, Handrlsconven-tionen aus alleiniger Machtvollkommenheit abzuschließen und erklärte, diesbezüglich stets im Einvernehmen mit der Skupstina vorgehen zu wollen. In bestnnter-lichteten politischen und diplomatischen Kreisen wird versichert, dass zwischen dem Könige und der radicals Partei zweifellos in allen Fragen volles Einvernehmen werde erzielt werden. (Der dentsche Kaiser im Elsaß.) DerObirst-hofma»schall dcs deutschen Kaisers. Herr vou Liebenau, 'st >n Straßburg eingetroffen. Seim Ankunft gibt den Gerüchten über einen bevorstehenden Besuch des Kaisers ni den Reichslanden ncne Nahrung. (Im französischen Senate) gab Freitag bie Rede Challemel-Lacours noch Anlass zu einem sehr tumnltuarischen Nachspiel. Lnh° °^"'„,,. F,2"os,, verneur von Skutari, Vahry Pascha, nach Tust gereist, sowohl um die längs der montenegrischen Grenze auf» gestellteu Truppen zu inspirieren als auch nm die Er» richtung von Befestigungen längs des linken Ufers des Grenzflüsschens Semi zu prüfen. Die montenegrinische R giernng chrerseils lässt gleichfalls längs des westlichen Ufers des Sees von Skutari in der Krajna Redontrn aufführen, die sich gegen die Tüllen kehren. (Die französische Panama . Gesel l-schnft) sucht sich selbst z,l helfen. Viele Actionäre unterzeichneten eine Bittschrift an die Kammer, in welcher die Fortsetzung der Arbeiten verlangt wird und in wrlcher die Unterzeichner sich verpflichten, anf neue Schuldschein,.' der Gesellschaft einzuzahlen. In politischen Kreisen betrachtet man mit Missttanen die Versuche der Familie Oileans. mit Hilfe Rothschilds die Panama, Gesellschaft in die Hände zu bekommen. (Gewerbewl'sen in der Türkei.) Das nene türkische Patentgesetz tritt am 1. März k. I. in Kraft. Alle Generalgouverueure sind seitens des Finanz-Ministeriums aufgefordert worden, ein Circular kundzu« machen, das die Generalgouverneure anweist, sofort nach Erhalt der augenblicklich nnter der Presfe befind« lichen Drucksorten lc. mit der Einhrbung der Patent» stener zu beginnen. In Constantinopel ist die Eintra-gunq der Genossenschafter bereits im Zuge. und dem» uächst wird die Einrcgistrierung der Kaufleute von Stambol ihren Anfang nehmen. (Italien in Zanzibar.) Die «Riforma» meldet: Die Cooperation Italiens bei der Blockade der Küsten von Zanzibar gegen den Sclavenhandel impli» cierr imserm'l'its keinerlei Compromiss wegen einer gemeinsamen Action zn Lande. Tagesneuigleiien. Se. Majestät derKais er haben, wic die «Grazer Morgenpust» meldet, für die durch Haqelschlag geschädigten Insassen der Gemeinde Weixeldorf 300 Gnlden. ferner, wie die «Brünner Zeitung» mittheilt, der O» meinde Weihwasser zum Schulbaue 100 Gulden zu spenden geruht. — (Das Jahr 1689.) Vom alten Jahre sind nur mehr wenige Tage z„ verleben. Die Federn der Bries-schreiber und Kaufleule werde» gut thun, sich rechtzeitig mit dem neuen, ungewohnten Neuner abzufinden, der an die Stelle des müden Achter zu treten hat: 1389 steht vor dem Thor. Wohlthätige Schleier bedecken die Zukunft und alles, was wir von dem kommenden Jahre wissen wnnen, erzählen unö die Astronomen und Kalcndermacher. R^den wlr zunächst von dem. was uns Erdenkinder zu meist interessiert. 1889 bringt 300 Arbrils- und 65 Sonn- und Feiertage. Das wäre vollauf genug zum Rasten; da man aber aus Erfahrung wciß, dass der Carnevil manchen unfreiwilligen Rasttag erfordert, so hat man auch mit der Thalsache zu rechnen, dass der nächstjährige Fasching von ungewöhillich langrr Dauer ist. Er währt vom 6. Jänner bis zum Morgen des 6. März, also 58 Tage. Die Tänzer kommen also keines» Wegs zu kurz. wohl aber die officielle Frühlingsfaison die, mag's nun gerade kalt sein oder warm, mit dem Ostcrsoxntag ihren Anfang nimmt, welcher im kommenden Jahre erst auf den 21. April fällt. Die Astronomen werden im Jahre 1889 fünfmal wichtigere Arbeit zu thun bekommen, denn cs gibt drei Sonnen- und zwei Mondeöfinsternisse, von welchen aber nur die letzteren in unseren Gegenden wahrnehmbar sein werden. Wer sich für die erste totale Sonnenfinsternis, die vom Isten zum 2. Jänner sich vollziehen wird. interessiert, müsste jetzt schon längst unterwegs sein, denn sie wird nur im nordöstlichen Theile des Stillen Oceans zu beobachten sein, oder, wic die Kalendermacher in ihrem Jargon sagen, «zu sehen sein». Die auch m unseren Gegenden wahrnehmbaren Mondes-Verfinsterungen sind nur partielle und werden sich am 17. Jänner und am 12. Juli voll« ziehen. Natürlich bemühen sich die Kalendermachcr auch wieder, das Wetter vorauszusagen, und nach ihrer Meinnng wird dcr Frühling im kommende» Jahre kalt und feucht sein. bis in den Mai hinein. Auch der «Sommer ist anfänglich kalt und scucht, in der Mitte gut und mit vielen Donnerwettern vermischt, zu Ende ganz hitzig». Der Winter dagegen, doch was brauchl's jetzt schon Prophezeiungen für den kommenden Winter, da wir den gegenwärtigen noch mit allen seinen Wetter-Geheimnissc» vor uns haben, mit allen seinen Freuden, der poetischen Weihnacht, der fröhliche» Sylvestcrnacht, die uns sanft in's nene Jahr hinübcrgeleitet. und der Faschingszeit, die uns erst anfathmen lässt, wenn die ersten Zchilecglöckchen die Köpfchen aus der Erde heben. — (Tanf° Act) Donnerstag, de» 20. d. M,. mittags fand zu Pola die Taufe des am 18. d. M. dortselbst geborenen Sohnes des Erzherzogs Karl Stephan und der Erzherzogin Maria Theresia durch den Bischof von Parrnzo-Pola, Dr. Johann Flapp. statt. Der hohe Täufling erhielt hiebe,' die Namen Karl Albrecht Nikolaus Leo Gratianns, Taufpathe war Erzherzog Albrecht, vertreten durch Erzherzog Karl Salvator. — (Ein sprechendes Journal.) Edison, der berühmte Erfinder, ist. wie man aus Newyorl meldet, eben im Begriffe, mit Hilfe seines neuen Phonographen ein sprechendes Journal zu gründen. So unwahrscheinlich die Meldung klingt, so wird doch versichert, dass die nene Gesellschaft bereits constituiert ist. Dieses nene Journal wird nicht nur für diejenigen wertvoll sein, die nicht lesen können, sondern der Abonnent wird während des Frühstücks sich einfach alle Neuigkeiten der Welt von seinem Phonographen erzählen lassen können. Edison hat bekanntlich den Phonographen für den Austausch kauf« männischer Correspondenzen eingerichtet. Der Kaufmann, der an einen Geschäftsfreund einen Brief zu richten hat, braucht ihn nur dem Phonographen zu dictieren. Das Instrument fixiert die gesprochenen Worte auf ein Blatt Papier, das herausgerissen, in ein Convert gelegt und an den Adressaten abgeschickt wird. Das Princip des gesprochenen Blattes ist das gleiche. Edison hat seine Erfindung so vervollkommnet, dass die zum Phonographen ge» sprochenen Worte in 20.000 Exemplaren vervielfältigt wer-den können. Diese Exemplare werden bann wie die Zei-tungen versendet und ausgetragen. Vorläufig erzählen dies amerikanische Journale. Eine Garantie für diese Erzählungen übernehmen wir nicht. — (Tyvhus'Erlrankungen in Wien.) Seit einiger Zeit kommen aus Wien beunruhigende Nachrichten über die dort in bedenklicher Weise sich mehrenden Fälle von Typhus-Erkrankungen. Nach einer amtlichen Mittheilung sind innerhalb der Linien Wiens in der Zeit vom 1. bis 15. December d. I. nicht weniger als 40 Typhulfälle und in der Zeit bis zum 19. d. M. weitere 34 Erkrankungen vorgekommen. Im ganzen find also im Laufe dieses Monates 74 Typhus-Erkrankungen zur Anzeige gebracht worden, die allerdings glücklicherweise zumeist günstig verliefen. Das Stadtphysitat hat nun alle nöthigen Maßnahmen ergriffen, um die Entstehungsursache dieser Krankheitsfälle zu ergründen. — (Päpstliche Spende.) Se. Heiligkeit Papst Leo XIII. hat anlässlich der Weihnachtsfeiertage den Armen Roms 12.000 Lire und den dürftigen eifrigen Priestern 3000 Lire gespendet. — (Ueber einen Mädchenraub) in der Hercegovina wird dem «Srpski Dnevnik» aus Stolac geschrieben: Diesertage lam Paul Samardzic mit drei Genossen aus dem Dorfe Dabar in die eine halbe Stunde von Stolac entfernte Ortschaft Dragovilje, um das Mädchen Andja Milutinovic mit Gewalt zu entführen. Sie fanden dieselbe auf der Weide bei der Schafherde mit einem ihrer Brüder. Dieser wurde an einen Baumstamm gefesselt, damit er nicht die Eltern des Mädchens benachrichtigen könne, Andja selbst aber führten die Räuber trotz ihres Striiubens mit sich. Als aber die Burschen mit dem Mädchen über eine Brücke kamen, riss sich Andja von ihren Entführern los und sprang in das Wasser, in welchem sie alsbald untersank. Samardzic und seine Genossen zogen das Mädchen zwar sofort aus den Fluten, allein dasselbe war bereits tobt. Paul SamardAc entfloh, während seine Begleiter ver» haftet und dem Bezirksgerichte in Stolac eingeliefert wurden. — (Außerordentliche Officiers - Adan« cement.) Wie wir erfahren, wirb zu Beginn dieser Woche ein Verordnungsblatt fiir das k. k. Heer mit einem außer» ordentlichen Officiers-Avancement erscheinen. Dieses Aoan» cement, von dem die Stabsofficiere ausgeschlossen sind, betrifft eine Vermehrung des bestehenden Officiersstatus, und zwar werben in jedem Regimenle der Infanterie-Truppe je ein Oberlieutenant zum Hanplmann, zwei Lieutenants zu Oberlieutenants und drei Officiers-Stell-Vertreter zu Lieutenants avancieren. In den übrigen Truppengattungen erfolgt gleichfalls ein außerordentliches Avancement, jedoch in verminderter Anzahl. Das Freitag ausgegebene Armee-Verordnungsblatt bringt die Äesör-derungsliste der Einjährig-Freiwilligen des abgelaufenen Militärjahres zu Reserve-Officieren. — (Der größte Mann Ungarns.) Wie man aus Budapest berichtet, ist der größte Mann Un« garns, der Portier des Magnatenhauses Siegmund Ottlit, vorgestern nachmittags gestorben. Ottlik maß nicht weniger als 225 Centimeter. Er halte unter Garibaldi gelämpft und war hierauf beinahe ebenso stolz, wie ans seine Höhe, zu der übrigens sein Umfang im richtigen Verhältnis stand. Er erreichte ein Alter von 56 Jahren. -(Die «Wiener allgemeineZeitung»,) welche bekanntlich bisher in drei Ausgaben erschien, wnl> von heute an, in eine einzige Ausgabe vereinigt, um 6 Uhr abends ausgegeben. — (Von einer seltsamen Berufswahl) wird russischen Blättern aus Saratov berichtet. Dort wurde diesertage in das Gefängnis ein junger Mensch von ungefähr sechzehn Jahren abgeliefert, der von der Polizei als passloses Individuum aufgegriffen wurde. Als nun der Delinquent mit Arrestcmtenlleidern versehen werden sollte, stellte es sich plötzlich heraus, dass man ein Mädchen mit abgeschorenem Haare vor sich hatte. Das Mädchen erklärte nun, dass es keine bestimmte Beschäftigung habe und sich damit erhalten hät!,', 5as? rs Lllibacher Zeitung Nr. 295. 2534 24. Dlmnbcr 1l>88. in den Restaurationen Billard spielte. Familiennamen und Stand wollte das Mädchen auf keinen Fall nennen. — (Orientreise,) Aus Wien berichtet man uns: Um dem Wunsche vieler Theilnehmer der vom Präsidenten des «Oesterreichischen Touristenclubs,» Herrn Sil -berhuber, bisher veranstalteten Reisen nach dem Nord-cap, Dalmatien, Montenegro lc. zu entsprechen, beabsichtigt dieser, die politischer Verwicklungen wegen im heurigen Frühjahre unterbliebene Reise nach dem Orient im Februar künftigen Jahres zu arrangieren. Diese Reise, welche mit Separatdampfer des österreichisch-ungarischen Lloyd unternommen wird, soll Corfu, Alexandrien, Kairo, Polt Said, Jaffa, Jerusalem, Smyrna, Constantinopel, Athen und die in deren Umgebung befindlichen interessanten Oerllichleiten umfassen. Das Reiseprogramm, an sich hochinteressant, dürfte umsomehr Anklang finden, als die Reise in die unangenehmste Jahreszeit unserer Gegend fällt und den Theilnehmern die Gelegenheit darbietet, die Unbilden unseres Winters mit den Annehmlichkeiten der warmen Zone, wo die Vegetation eben im schönsten und duftigsten Gewände prangt, vertauschen zu können. Auskünfte werden ertheilt und Anmeldungen vom Herrn A. Silberhuber entgegengenommen in der Kanzlei des «Oesterreichischen Touristenclubs» in Wien, I. Bezirk, Herrengasse 23. — (Theuere Hunde.) In London hat vor einigen Tagen eine Licitation von Rennhunden stattgefunden, bei welcher Preise erzielt wurden, die nach unseren Begriffen als geradezu horrend bezeichnet werden müssen. T>er Windhund «Miss Glendyne», der zwei Jahre hintereinander den Waterloo Cup gewann, gieng aus dem Besitze des Mr. Hibbert um 510 Pfund, beiläufig 6120 st., in das Eigenthum des Colonel North über. Ein zweiter Hund, «Fullerton», den gleichfalls Colonel North, und zwar von Mr. Dent erstand, wurde um das nette Sümmchen von 850 Pfund, 10.200 fl., losgeschlagen. — (Der Violinvirtuose Ondricek) ist von einer mehrwöchentlichen, von großem künstlerischen Erfolge begleiteten Tournee durch England nach Wien zurückgekehrt. Sämmtliche Blätter in jenen britischen Städten, in welchen der Künstler aufgetreten, rühmen denselben als hervorragendsten Meister des Violmspiels. — (Zeitungsjubiläum.) Das «Journal des Debats» in Paris feiert im Jahre 1889 das Centenna« rium seines Bestehens, und wird aus diesem Anlasse mit Beihilfe seiner Freunde und Mitarbeiter ein Werk herausgeben, das in großen Zügen die Geschichte des Journals enthalten und denjenigen gewidmet sein wird, welche ihm ihr Talent gewidmet haben. — (Die traurigen Folgen schlechter In-terpunction) führen die «M. N. N.» ihren Lesern in folgendem abschreckenden Beispiele vor: «Nach ihm lam Lord Salisbury auf dem Kopfe, einen weißen Hut an den Füßen, große aber gutgeputzte Stiesel auf der Stirn, eine dunkle Wolke in seiner Hand, den unvermeidlichen Spazierstock in den Augen, einen drohenden Blick in finsterm Schweigen.» — (Ein verbranntes Gemälde.) Das auf der Sophien-Insel in Prag ausgestellt gewesene große Lisla'sche Gemälde «Die Opfer des Kaisers Maxi« mian» wurde Freitag durch ein in dem Ausstellungsräume ausgebrochenes Feuer vernichtet. Das in München mit der goldenen Medaille prämiierte Gemälde ist nach Angabe deS Malers 18,000 fl. wert und war für 10.000 fl. asfecuriert. — (Ein interessanter Contrast.) Eine der Curiositäten der kommenden Pariser Ausstellung wird eine Dampfmaschine sein, die ein Uhrmacher angefertigt hat, der gleichzeitig Mechaniker und Künstler ist. Es ist dies unstreitig die kleinste Dampfmaschine der Welt, denn sie wiegt nur drei Gramm, ist anderthalb Centimeter hoch und besteht aus 180 Metallstückchen. Der geeignetste Platz für die Ausstellung dieser Miniatur-Dampfmaschine dürfte der Eiffelthurm sein. — (Kindermund.) «Wann esst ihr denn eigent« lich zu Mittag?» fragte ein geiziger Onkel seinen sechsjährigen Neffen. «Sobald du weggehst, sagte die Mama,» war die Antwort des Kleinen. Einfälle. Oft macht es das Glück wie ein übermüthiger Knabe bei einem verschlossenen Hausthore: es zieht die Schelle und lauft weiter. Es gibt eine Tarnkappe, sie heißt Missgeschick. Hast du diese aufgestülpt, so wird dich lein Mensch sehen. O, die Nelt ist llug und gelehrt geworden! Sie weiß, was hier in der Vrust pocht, das hat nur den Zweck, den Blut» umlauf zu fördern. Bedenke I Es braucht beim Ah! nur eine Kleinigkeit dazwi» schen zu kommen und es wird zum Ach! Du wirst eher in der Noth Günner finden als im Glücke — Gönner! Der gute Rath sei wie ein Echo! Er werde nicht ungerufcn laut. Die Krankheiten unserer Zeit kennt jeder Kluge, Heilmittel hiesür weih nur — jeder Narr. Schmeichelei ist der Diebsschlüssel zum Herzen. Das Glück ist das Alphabet, aus dem man alle Wörlcr zusammensetzen lann. O doch! Man muss müssen. Das ist lein rechtes Muss. das mau nicht müssen muss. Wie ein schlechter Poet weis; das Schicksal oft nichts Bes» l seres zu reimen als Herz und Schmerz. ! Der ärgste Gegner ist der, dessen Vertheidigungsmittel nur' seine Schwäche ist. Local- und Provinzial-Nachrichten. — (An Menschen- und Kinderfreunde.) Weihnachten, das herrliche Fest der Kleinen, ist vor der Thüre; nur wenige Stunden noch und der Tannenbaum wird erglänzen im Strahle der Kerzen, und die Herzen der Kinder werden jubeln über all' das Schöne und Herrliche, was «Christkindchen» ihnen beschert hat. Wäh^ rend aber in den Palästen der Reichen und in den Häusern der Wohlhabenden Lust, Freude und Jubel herrschen, steht das Kind der Armut trauernd beiseite; für dieses hat das herrliche Weihnachtsfest keine Freuden. Deshalb tritt an alle Menschen- und Kinderfreunde die schöne Pflicht heran, mit allen zugebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, dass auch dem Kinde der Armut eine Christbescherung werde. Wer viel hat, gebe viel, wer wenig hat, gebe dieses Wenige mit frohem Herzen. Gelegenheit hiezu findet man in unserer Stadt allenthalben, und halten Wir uns überzeugt, dass unser Appell an die Mildthätigkeit auf fruchtbaren Noden fallen wird. — (Neues Landesgesetz inbetreff der Landesauflage auf Sftirituosen.) Der in der letzten Landtagssession beschlossene Gesetzentwurf, welcher die Aenderung des tz 2 des Landesgesetzes vom 5. August 1884, L. G. Vl. Nr. 24, über die Einhebung einer selbst-ständigen Landesaustage auf den Verbrauch von geistige» Flüssigleiten betrifft und die Bestimmungen des citierten Landesgesetzes mit jenen des Reichsgesetzes über die Brant-weinsteuer in Einklang zu bringen bezweckt, hat die kaiserliche Sanction erhalten und wird demnächst im Landes-gesetzblatte publiciert werden. Das neue Gesetz tritt schon mit dem 1. Jänner 1889 in Wirksamkeit. — (Der Musealverein für Krain) versendet soeben nachstehenden Aufruf: «Der Musealverein für Krain hat in vergangenen Jahren, gemäß seinen behördlich genehmigten Statuten, sich der Aufgabe unterzogen, die Landestunde nach allen Seiten zu pflegen, die Vermehrung der wissenschaftlichen Sammlungen im Landesmuseum anzustreben und durch Abhaltung von einschlägigen Vortragen sowie durch Herausgabe eines Iah-resheftes die Verbreitung der Landestunde in allen gebildeten Kreisen zu fördern. Er ist diefer Aufgabe auch nach Kräften nachgekommen und kann vermöge vielfacher, dankenswerter Theilnahme des Publicums mit Genugthuung und Befriedigung auf seine durch mehrere Jahre ausgeübte Thätigkeit zurückblicken. Desgleichen hat der bestandene «Historische Verein» die Erforschung der Landes-geschichte in der erfolgreichsten Weise betrieben, und es bieten die seit 1847 bis 1868 herausgegebenen Mittheilungen eine äußerst wertvolle und allerseits von der Fachwissenschaft bestens anerkannte Fundgrube für die Kenntnis der so reichen Vergangenheit Krams. Leider zwang die Ungunst der Verhältnisse beide vorgenannte Cor-porationen, ihre Thätigkeit durch längere Zeit einzustellen. Der historische Verein fand sich außerdem im Jahre 1885 veranlasst, in Erwägung der Gleichartigkeit seiner Aufgabe mit den Zwecken des Muscaluereines seine reichhaltigen Sammlungen dem Landesmuseum einzuverleiben, und erachtete es überhaupt für angemessen, seine gleichfalls der Erforschung der Landeskunde gewidmete Thätigkeit nicht mehr getrennt, sondern innerhalb des noch bestehenden Musealvereines fortzusetzen. Im Jahre 1888, nach der Vollendung des neuen Museums und der erfolgten zweckmäßigeren, zugänglicheren Aufstellung der reichen Sammlungen des «Rudolfinums», hielt die Leitung des Mu« sealvereines den Zeitpunkt für geeignet, die unterbrochene Wirksamkeit wieder aufzunehmen, und begann zunächst mit der Abhaltung von öffentlichen Vorträgen, die eine solch erfreuliche Theilnahme fanden, dass die Leitung es für zweckmäßig erachtete, den Verein auch in seiner äußeren Gestalt wieder aufleben zu lassen. Am 3. Juli l. I. fand die diesbezügliche Generalversammlung statt, in welcher die Wahl eines Ausschusses erfolgte, der seither den Beschluss fasste, auch die Vereinspublicationen mit dem Jahre 1889 wieder in regelmäßiger Folge erscheinen zu lassen. Wiewohl die bereits gesicherte Mitgliederzahl eine gedeihliche Eristenz des Musealvereines verspricht und auch der h. krain. Landtag die Bestrebungen desselben in hochherzigster Weise durch Gewährung einer größeren Subvention unterstützte, so bedarf der» selbe doch noch einer allseitigen Förderung und werkthätigen Theilnahme aller jener Kreise, die sür die Hebung der Landeskunde und die Verbreitung der Kenntnis derselben Interesse empfinden und gewillt sind, dieses vaterländische, wichtigen Culturaufgaben dienende Unternehmen zu heben. Es ergeht somit an alle Vaterlandsfrelmde die ergebenste Einladung, dem Musealvereine für Krain, der in seiner jetzigen Gestalt auch die Aufgaben des früher bestandenen historischen Vereines übernommen und in seinen Publi» cationen sowohl die geschichtliche als naturwissenschaftliche Seite gleichmäßig zu pflegen beschlossen hat, auch ihre wertvolle Unterstützung angedeihen zu lassen, beziehungsweise als Mitglied demselben beizutreten. Der Jahresbeitrag ist aus A fl., die Gebür für das künstlerisch aus» gefertigte Mitglieder-Diplom, das nach Wunsch in deutscher oder slovenischer Sprache ausgefertigt wird, auf 1 fl. fest- gesetzt. Gefällige Beitrittserklärungen wollen entweder an den Obmann Hcrrn Landesausschuss>Beisitzcr und Museal-lustos Karl Deschmann oder an dm Cassier Herrn Magistrats-Official Johann Robida geleitet, beziehungsweise einem Ausschussmitgliede kundgegeben werden. Der Ausschuss des Musealvereines für Krain.» — Angesichts der vielfachen Aufgaben, welche dieser Verein im Interesse unserer Landeskunde und der Landescultur überhaupt zu erfüllen hat, ist eine rege Theilnahme des Publicums, beziehungsweise zahlreicher Beitritt nicht nur wünschenswert, sondern wird auch aufs wärmste empfohlen. — (Die neuen Reserve-Lieutenants.) Laut dem Samstag ausgegebenen «Armec-VerordnunaMatte» wurden zu Lieutenants in der Reserve ernannt: im ^.Regiment: Wilhelm Nudholzer. Franz Gostisa, Richard Wenedikter, Eugen Seeland, Josef Auerhann, Fiedrich Edler v. Kn a pits ch, Prokop Grasselli. Wilhelm Erben, Leopold Ledenig; in der Artillerie: Robert Schrey Edler von Redlwerth bei der schweren Batterie-Division Nr. 5 und Franz Detela beim Corps-artillerie-Regiment Leopold Prinz von Baiern Nr. 7- — (Die Laibacher Citalnica) hielt vorgestern abends in den Vereinslocalitäten die diesjährige Generalversammlung ab. Nachdem der Secretär und der Cassier über die Thätigkeit und den Vermögensstand des Vereines Bericht erstattet hatten (der Bericht wird in Druck gelegt werden, und wir behalten uns vor, seinerzeit auf denselben zurückzukommen) wurde zur Wahl der Vereins' functional für das Jahr 1889 geschritten. Gewählt wurden die Herren: Dr. Ritter von Nleiweis-Trsl^ nisti (Präsident), Franz Drenik, Franz Ocrbic. Dr. Vincenz Gregoric, Dr. Mathias Hudnik, Fra"ö .^adilnik (Cassier), Eugen Lah (Secrctär), Alfred 2e-denik, Michael Pakic (Vicepräsident), Josef Paternoster, August Skabernc, Paul Skale, Frieds Soß, Anton Trstenjak und Anton Zagorjan. NaÄ vollzogener Wahl stellte Herr Landesbuchhalter Rav-nihar mit Rücksicht auf die beschränkten Räume der E»< talnica, welche die Prosperität des Vereines behindern, den Antrag, der Citalnica.Ausschuss möge sich mit dem Comit«! zur Erbauung des «Narodni Dom» ins An-vcrnehmcn setzen und dahin wirken, dass der Bau des projcclierten Nationalhauses möglichst bald in Angriff genommen werde. Der Antrag wurde unter lebhaftem VeiM angenommen und hierauf die Versammlung geschlossen- — (Schul fest in Idria.) Wie man uns a«s Idria berichtet, wurde das 40jährige Regierungs-Iub'" läum Sr. Majestät des Kaisers in der dortigen k. k. Wer!»' Volksschule festlich begangen. Nach der vom Herrn Stadt' Pfarrer Kogej celebrierten Messe begab sich die Sch«l' jugend, die gesammte Lehrerschaft sowie die geladene Gäste in den Turnsaal der k. k. Wcrksschule, allwo e'nc erhebende Schulseier folgte und die Jugend mit dcr M^ schrift «NliZ cog»,-» betheilt wurde. Außerdem wurde 81 arme Schulkinder theils mit Schuhwerk, theils "" Kleidung wlheilt. Am Nachmittage wurde die Schuljl'lie'w reichlich bewirtet. — (Vorträge im Nudolfinum.) I" ^ Monats-Versammlung des Musealvereines am 2t). d- ^ wurden den zahlreich erschienenen Besuchern burch höchst interessanten freien Vortrag des Nralschulplofes^ Herrn Wilhelm Voß «die Mineralien-Vorkommnisse ^ Littaier Bleibergbaues» unter Vorzeigung einer a« gewählten Sammlunq prächtiger ttrystallstufeu von o>e! in mineralogischer Beziehung berühmt gewordenen ^ lität zum näheren Verständnisse gebracht, Der g"an Bergbau stand im IN. Jahrhunderte in Blüte, er fiel jedoch gänzlich infolge der Vertreibung ber "^ testanten aus dem Lande, so dass schon der lra'"^ Chronist Valvasor nur mehr die Vermuthung aussp"^' es dürfte einst daselbst auf Blei gegraben worden >e. Nach einer langen Pause des völligen Stillstandes '^ die jetzige Gewerkschaft im Jahre 1678 durch C. ^ han gegründet. Besonderes Interesse erregte die uol"

i» Schwarzenbach abgehalten werden wird mit einem Vor-trage des Herrn Spintre über Sonnenwechfel, fchloss der Vorsitzende die Versammlung. — (Trauung.) Am 27. December feiert in der Grazer Dmnlirche dcr k. k, Linienschiffs-Lieutenant erster Classe Rudolf Graf Hohen wart, Sohn des Präsidenten des obrrsten Rechnungshofes Grafen Hohenwart, seine Vermählung mit Constanze Freiin von Münch-Bellinghausen. — (Neue Landwchrkaserne.) Im nächsten Frühlinge wird mit dem Baue der neuen Landwehrkaserne in Laibach mit dem Belegraume für zwei Bataillone begonnen werden, nachdem sich die Militärcommission mit dem vom Landesausschusse proponierten Bauplätze ein» verstanden erklärt hat. Die Baukosten dürften sich auf 140.000 fl. belanfcn und werden vom Lande brstritten, finden jedoch in dem seinerzeitigen Zinsertrage ihre Deckung. — (Auszeichnung.) Se. Majestät dcr Kaifer hat dem Präsidenten dcr vereinigten Udvocatenlammern von Tricst und Istricn, Dr. Jakob Tonicelli, den Orden der eisernen Krone dritter Classe verliehen. — (Die Deschmann-Hütte am Triglav) wurde in diesem Jahre von 63 Touristen besucht, von denen 48 die Spitze des Triglao erstiegen haben. Den ersten Vefuch stattete der Hütte der Hütten>Il,spector der Section Krain, Herr Heinrich Galle', am 5. Juni ab;! damals war der Vorplatz in einem Umkreise von drei Metern bereits schneefrei, jedoch der Aufstieg über Gube ober dem Kotthal wegen der hicbei niedergegangenen La» winen beschwerlich. Im Monate Juni stellten sich am 28. nur noch zwei Besucher ein; auf den Juli entfallen deren 10, auf den August 37, auf den September 18. Die lrtzten Gäste sind im Fremdenbuche am 16. September eingetragen. In der zweiten Hälfte September war das Wetter für Hochtouren bereits zu unbeständig. Zu Beginn des October stellten sich in dcn Hochrcgionen mächtige Schneesällr, über 1 Meter hoch, ein, welche ungeachtet der schönen Tage in den beiden letzten Monatsdritteln nicht mehr abschmelzen. — (Concert.) Der bekannte Virtuose am Con« trabafse Herr Vlasius Fischer veranstaltet am 13ten Jänner iiu landschaftlichen Ncdoutcnsaale ein Concert, bei dem auch der Sängerchor der hiesige» Citalnica mitwirken wird. — (FZM. Gottsried Graf Auersperg) hat am 19. d. M. im Kreise seiner Familie seinen 70sten Geburtstag gefeiert. Graf Auersperg. welcher seit seiner Versetzung in den bleibenden Ruhestand in Wien domiciliert, ist kaiserlicher Kämmerer, Geheimrath, Re-giments°Inhaber, Erblämmerer und Vrbmarschall in Krain und in der Windischen Mark. Im Jahre 1669 war Graf Anersftrrg Obrrbcschlshaber der dalmatinischen Pacisicierungs-Armee. — (Neues Schulhaus.) In der Gemeinde Terboje, Bezirk Krainburg, wurde am 13. d. M. aus Anlass des 40jährigcn Rcgierungs-Iubiläums Sr. Ma> jrstät des Kaisers das neuerbaute Schulhaus feierlich gc» weiht und eröffnet. Der kirchlichen Feier folgte um 12 Uhr mitlags ein Bankett im Gasthause des Herrn Kerzic, an welchem sich zahlreiche Festgäste betheiliglen. — (Weihnachts'Beilagc.) Der heutigen Num' mer unseres Blattes ist seitens der Buchhandlung Klein« mayr & Namberg das Porträt Sr. Majestät des Kaisers beigelegt. Neueste Polt. Oriainns^T^leqramme der «Laibacher Ztg.» Wicu, 23. December. Aus dem Vliese einer mit drin russischen Hofe verkehrenden P> tcrsbnrgrr Peinlichkeit an einen Wiener Freund ist folgende bemerkenswerte Stelle hervorzuhrb?!!: «Sr. Maj<'M ist gea/n jedes kriegerische Unternehmen, o?r Kaiser hüt rinm wahrm Schecken vor dem Kriege.» Oriisscl, 23. December Der König erhielt Nach. richten, welche die jüngsten Meldungen über Stanley lind Emin Pascha bestätigen. Nom, 23. December. Die Kammer erledigte in der heuligm Extrasitzung die militärischen Vorlagen und vertagte sich bis 15. Jänner. Sofia, 23. December. Die Majorität des Svbrcmje drückte Stambulov den Wunsch ans. dass das grgrn' wärtige Cabinet verbleibe. Der Prinz v rweigerte hrnt.' dem Präsidenten des Sobranje die Audienz. Constlllltinopcl, 23. December. Dic Rutificationrn der Suez-Convention wurden heute auf der Pforte ausgetauscht. Corrcsponocuz dcr Redaction. Mehreren Ginfendern: ?u!5l l,ut <1l««ri,m,iu, s<^um ist die Theaterfrage endlich in Fluss gerathen. Dir gejammle Bewohnerschaft uuserer Stadt, ohne Unterschied der Nationalität, begrüßt mit Genugthuung den ersten Schritt zum Wiederaufbaue de6 Mnsenlcmpels, und wir fühlen uns uicht berufen, wegen der Platzfragr eiue Agitation einzuleiten, welche das Unternehmen gesahrdcu könnte. Die betieffeudrn Mauuscriplc stchru den lim-sendern zur Verfügung. Herrn I. I. in I.: Wegen Raummangel können wir Ihre Correspoudrnz leider nur auszugsweise veröffentlichen Herrn E F., hier: Sir haben recht, nlleiu: liul^üt xull fata lil>5ili. Besten Dank.______________________________ LvttozichulMU vom 15. December. Wien: 52 64 37 73 66. Graz: 14 8l 86 32 47. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ^VA'M^M^^^'u^sM'Wuach'' 5r>Zsst^7I7.." 22.2 . N. > 728 1 4-6 W. schwach Rege» ^ ' :i . m>. i 73« 0___8 2___^windstill Nebel , "l" 7 U. M« 731 - tt 1 '6 windftiN Nebel , „. ^ 23 ',! . N. 73l 9 46 NO. schwach Nebel «"" y . M. 733-0 ! 4 0 windstill ! Nebel ^ "^n Den 22. December: Tagsüber bewöltt, abwechselnd Regen, abeuds dichter Nebel. Den 23, December: Tagsüber Nebe!. nachmittags von halb b Uhr bis gegen 8 Uhr Regen. Das Tagrsmiitel der Temperatur an den beiden Tagen 3 3" und 3-5 ", beziehungsweise um 57" und 6'0" über dem Normale. Verantwurtlichir Redacteur : I, N na.lir. DM- Lohfreunde machen wir auf die heutige Annonce des Bankhauses H.nton lorlti H vonip. besonders auf» merlsam. Eiue Person, welche durch ein einfaches Mittel von 23jäh-rigrl Taubheit und Ohrengeräuschen geheilt wurde, ist bereil, eine Beschreibung desselben in beutscher Sprache allen Ansuchern gratis zu übersenden, Adresse: I. h. Nicholson. Wien. IX. Kolingasfe 4. (H194) 104—11 Gegenüber vielfachen in neuerer Zeit wieder an uns yt» langten Aufragen bringen wir hiemit zur Kenntnis d?s p. t. Pu-blicums, dafs wir in unferer Fabril Keinerlei Detcnlverkcmf, und zwar weoer im Laufe des Jahres noch zur Weihnachts-Saison unterhalten, wie überhaupt an Private nichts abgeben. Laibach, 20. December 1888, Aug. Tschintel Söhne, (569«) 3—2 l. k. Hoflieferanten. GUT ^ HEIL! Heute im Casino tiaclits-Kifii mit Christbaum. __________________________________________i Laibachcr Zeitung Nr. 2U5. 2536 24 December 1888. Vourle an der Wiener ßörsc vc.m 22. December 1888. «^ dm, oMellen «0^°«« V«lb »Laic Oelb Wo« " . e°/» unzarttche...... 105 7». 104 50 «.tenlente....... «1'S5 «2 05 " sllberrentt....... 82 4» 82 «» Alldt« össcntl. AnlthtN. W0«5°/ ssiknste ion ' .4-14k- dl°. «nle^^.^W.l,si,s, OeN««. ^lotenltnte, fteu«f»ei o? « 97 7 ^ „ Vobenci. allg. Vftni. 4»/, «sold . 1,2 ?2 ,,3'25 lln«. «olbrent« 4°/, . . , , ioi 90 102 in dt°. in «o , , 4»/,°/» wo 30 100 9N . Hers/u IN« s.o ,04 — . Oftbabn.i'nontatcn . ««30 ,»i>0 OcftHlivstbelenbanl ,„,. s>>,,"/, ioi>- - . «?taal«.Qbl, lNng.vftb.) — - ^.. 0eft,.ung. <«ans verl. 4>/,°/<> . . ,01 90 I02-b'i « „ vom I. 187« 11? 30 ,1780 dl«. „ 4°/„ . . 9» ?0 lay 11, . Pram..Nnl,^ 100 »I. ö.w. i,»50i3«.- dto, , 4°/« . , 9» 7u ina 10 Ibelß.i»e8..«ose 4° „ 100 « . 124 8L 1,5 — Ung, »ll«.Vodenc7«bit.«cli«ngcs. ^ . ^... .. in Ptft im I. i»3« verl, »»/,<>/, -.. --— (für 100 fi H«I > Prillritllts-Obllgatulnen ^« , b°bmi,chc .....-_____- "U' '"<» " > !>°D galizisch« ..... 10« 50 104 50 «li!abeth.Neftbl>hn 1. 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Vödm, Norbbahn 150 fl, . . , ! 91 -- 193 — >!!>»i!, ,'!>!'<,'«! , . 58'— 5» — „ WcNbahn 200 fl. . , ,----------------- 4"/„ Do!!°u»H)amp«ch. wo sl, ,20.— —- Buslbtlchrabcr «isb. koo fl. «M. 857 8«3 — VaibacherPrämien»AnIeb«0fl. 24-- 24 50 » c ^'^rr, 500 fl. LVt. . . , 391 — 394 - Ro:5r>,Nreuz. öft, Ge>, V lOfl, 1<> 90 I!»'»'- Ti>n»<>,885Y Rudolf'Lolr lo fl.....«1 __ 2l'5<> Dul»Bodcnbc>cherE,'V,200fl.V, !^«4 - 43>> - Salm-i,'osc 40 tt.....«4 — «4-50 «lilai'^H.Badl! i!0N fl, CM. !--------------- St.»„i!nb«<,Norbl!. 1000 fl. VM, ! ,<4» ,<5? ^ . .« ^. Nl —.- ,, — Vanl-NctltU ssll!l!s>rchen.»arcerLif,zo0fl.K, -- -. ,vol 5lü8'B.z!a0fl. Kahlenbcrg.ilileül'abn 10" fl, —-.. —> V^ncr.,^nft.,öft.»oafl,V,4N"^ 2«5.'^0 «N« ^" Kalchciu.Oderb, Ei<«nb.2«0fl. 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Deut!2, <>»'«« London......... ill «u "''A Pari,......... >te',........ ^?< »" ^.Fsanl«.Gli!>Z< , , , , »'5» ",^ 2>>bci........ — ^ '"^ ^<-u,fchc N^ch«!,',infnot!-n , . s.» 5' °»^' ,1l»llt>!!fche >U>nllno 4?'i> ^' ' l!.,"ns.z>t»»"'I vt, 3»r>7fi) 18--3 Zwirnfabriks-Erzeugnisse empfiehlt in ausgezeichneter, anerkanß Qualität 10 Strähn im Pack, 80 cm *'»<>?"" länge, fiO Gebinde a 5 Fäden in weis-» schwarz, echt indigoblau, glänz- und sa.r !^1 zu 65 kr., 3% Cassa-Conto, franco je°e Station Krains. (5711) .r»a—* Helnrioh Buhn, Bukowitz (Mährens Kunstanzeiue# ^ Znm eratenmale In Laibaob * Kalser-Joaefs-Platze Grand-Panorama u. 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EM, i.. die Aus ft' ' H^ Amortisations- Edictes gelmlNat ^ ^^„ Es wird daher daran qeleqen sein mag, ^ "' .^ . jh^,,i dass sie die obgedachle Schuldverschn' binnen einem I«h" !^' Wochen "nddreiTaqeN^ hierqerichts vorzubringen halirn. .^f.zr falls si? nach Ablauf °' " w>' amortisiert erklärt werden w"ro^ Laibach mn 1. December 1»" i Zur Jagd-Saison. Grösste Auswahl von Waffen unter Garantie für Güte und Schuss, als: Jagd- u. 8alongewehre, Revolver | sowie auch viele zur Jagd gehörige Requisiten, alles billigst zu haben bei (3116) i6— u j Franz Kaiser j Büchsenmacher und Waffenhändler, i Laibach, Scliellenbarggaase. Auch werden Reparaturen schnellstens [ und billigst eflectuiert.