prämimeratious-Preise: Fii r Laibach: Sanzjährig . . . 8 fl. 40 tr. halbjährig . . . 4 „ 20 „ Uerteljährig. . . 2 „ 10 „ ^ Monatlich . . . — „ 10 „ | M i t der P o st: Ganzjährig . . . 11 fl. - Ir. »aldjährig . . . 5 „ 50 „ «Vierteljährig. . 2 „ 75 „ ft --------- :tBür Zustellung ins HauS viertel-« jährig LS kr., monatlich 9 lr. I ' S Einzelne Nummern 6 tr. Mb ach er Tagblatt. Anonime Mittheilnngen werden nicht berücksichtig!; Manuskripte nicht zurückgesendet. ti r 6 ti k I i o u: Bahnhosgasse Nr. 132. Lkpeditio» uni 3nf(r«tni-Surcau: Kongreiplai; Nr. »l (Buchhandlung «oit J.v.Kleinmavr L F. Bamberg). Äuscrlionspreisk: Für die einspaltige Petitzeile .1 tr. bei zweimaliger Einschaltung i> 5, tr. dreimal & 7 tr. JnsertiouSsieinpel jedesmal 110 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 19. Hi Das deutsche Kaiserreich. Mit der Proklamation des Königs Wilhelm an er, das deutsche Volk vom 18. d. M. ist das deutsche .ißaiscrtfyum eine vollendete Thatsache geworden. Was Jman in allen Gauen Dentschlauvs seit 50 Jahren erhofft und besungen, daß an die Stelle der zum Gespötte der Welt dienenden ohnmächtigen Klein-Lstaaterei ein einiges, mächtiges und freies Deutsch-Hland treten möge, ist wenigstens in den ersten zwei tt Beziehungen zur Wahrheit geworden, fr Deutschland ist einig und mächtig wie nie seit - langen Jahrhunderten, und daß sich das deutsche Volk auch das erforderliche Maß von Freiheit zu I erringen wissen werde, darüber hegen wir nicht den *i geringsten Zweifel. Ein Hohcnzollcrn deutscher Kaiser! Fürwahr, iv diese Dynastie hat ein großartiges Glück. Noch jetzl ei existiren in Deutschland eine große Anzahl Fürsten» »und Grasengeschlechter, bei denen die Hohenzollern Jeinst Pagendienste verrichtet, vor 170 Jahren setzte zl sich Kurfürst Friedrich III. mit Genehmigung des »i . Leopold die Königskrone auf, und heute ist f. sc'" Nachkomme deutscher Kaiser. Es ist, schreibt die tt r,N. Fr. Presse", ein Aufschwung ohne gleiche», » den diese Dynastie und dieser Staat seit zwei Jahr-y.l, Hunderten genommen haben, seit sie elend, gedemüthigt, e, mühsam das Dasein aus den Gräueln des dreißig-r jährigen Krieges retteten. Die eine wesentliche Ur--I sache dieses Aufschwunges ist ans der Landkarte der jMark Brandenburg und Ostpreußens zu lesen. Da steht vor dem Namen zahlreicher Dörfer das Bor-"ij^rt „Französisch" ober „Böhmisch"; da finden wir JMändisehe, salzburgische, tirolische Ortsnamen wie« -rer — ein Zengniß des Geistes der Duldsamkeit, -|ber für jeden um des Glaubens willen Verfolgten Dienstag, 24. Jänner 1871. — Morgen: Pauli Bek. 4. Jahrgang. auf den verödeten Fluren eine neue Heimat gründete, dadurch den Volks- und Staatswohlstand unendlich hob, vor allem dem Volke einen weitem, über die Grenzen hinausreichenden Blick und die wunderbare Expansivkraft gab. Schlesien, das eroberte, war das erste paritätische Land, und die Rückberufung des freigeisterischen Philosophen Wolff dünkte dem zweiten Friedrich eine größere „Couquöte", als eine gewonnene Schlacht. Bei uus sind die Spuren Kaiser-Josephs schnell verwischt worden, aber Preußen hat in der finstersten Reaktionsnacht nie ganz den Respekt vor Bildung und Duldsamkeit verleugnet. Die andere Ursache der gewaltigen Erhebung des kleinen Brandenburg liegt in der Zerbrechung aller feudalistischen Sonderung, in der Absorbiruug aller Einzelkraft durch die Staatsmacht. Mit gewaltiger Hand riß schon Kurfürst Friedrich Wilhelm alle provinzielle und munizipale Absperrung nieder und Friedrich Wilhelm I. „ftatuirte die Souveräuetät als einen roclier von Bronze" gegen die „Junkers". Mag bei dieser gänzlichen Aufsaugung der bürgerlichen Gesellschaft durch das Staatswesen auch manch Stück echter deutscher Individualität zu Grunde gegangen sein, so wurde doch auch jegliches feudales, am Staatsmark zehrendes Parasitenthum gründlich ausgerottet, und der Staat, als wirklicher Inbegriff der gesäumten Volkskraft, entwickelte sich von Jahrzehnt zu Jahrzeut mächtiger. Bei uns aber in Oesterreich hat stets der Theil Recht, nie das Ganze; wir schwächen den Staat unablässig zu Gunsten der Provinzen, und während alle preußischen Regierungen und alle Generationen des preußischen Volkes Ein Ziel fest ins Auge fassen, wollen wir jeden Augenblick etwas anderes und zugleich das Gegentheil davon. Preußen hat dadurch mehr erreicht, als es wollte. Friedrich beut Großen lag der Gedanke an die deutsche Einheit so fern, daß er, als Gelfert von derselben sprach, den Poeten aitfuhr: „Was, will Er denn nur Einen Au-gustus in Deutschland haben?" Selbst lauge nach 1815 drohte noch jeder echte Preuße mit Zeter den jungen Leuten, die da nicht Preußen, sondern Deutsche sein wollten, die Köpfe vor die Füße zu legen. Die versteinerten Rojalisten, wenn sie das Wort „deutsch" gebrauchten, wurden dcS Amtes entsetzt oder eiugesperrt. Und heute ist Prenßen z« Deutschland geworden. Liegt darin der Trost für alle Völker, daß selbst die festeste Staatsmacht zuletzt zum Werkzeuge der von ihr befehdeten Volksidceu wird, und daß auch die Sonne der Freiheit sich nicht von dem uengewebten Kaiserpurpur wird verhängen lassen, so liegt doch für die österreichische Monarchie in dieser hundertsiebzigjährigen Entwicklung Preußens in Deutschland die ernsteste Mahnung. Denn die Rolle, welche Preußen in Deutschland gespielt hat, wird auf« genaueste nachgeahmt von den Magyaren in Oesterreich: eiserne Zentralisation im eigenen Staate unter gleichzeitiger Verhinderung der Kon-stitniritng des Reiches zu einem StaatSwesen; stückweises Auncftiren von Reichweiten, Siebenbürgen, Kroatien, die Grenze, Dalmatien und weiter ouf diesem Wege; endlich der Versuch, die Reichsgewalt selbst in die Hände zu bekommen, Ungarn identisch zu machen mit dem Reiche. Freilich Ungarn nicht, wie Preußen, Garaus gemacht mit dein Feudalismus, hat es nicht die Duldsamkeit und Bildung sich zu unwiderstehlicher Waffe geschmiedet , aber hat es nicht die Kraft, das Reich zu bilden, so ist es doch mächtig, es langsam zu zerwühlen — wenn nicht die Deutsch, - Oesterreicher sich ansraffeu und, indem sie sich vor dem Vasallenthume retten, ImMon. - Von der Poesie zur Prosa. 3 w e i Tage aus d e in Leben einer Fra n. Z\ ®0M Winnttb u. Lrrchcnfeld. (Fortsetzung.) wir SSW* ®a<*)c i ich muß rasch beenden, beim nä* Tun ff» !"'”«» St-dt, d-g»m! 8a.[ hereinaebrocken unh^""6- ®er 2l6cilb war bereits »iStro, b«r S-r-is«cht-- au« d-u 10 liegende Schneeflache, es bofi ii T ,tlflen' drüben Herbstabend war weilte uS sar!'9eV ! 0°wöhulich bei Klein-Lischen war um nnrf, ' Scheiden schon zu spät finfj bk a untcrnehmen zu können, be- verbnn n eln I* im Einbrüche der Nacht zu til? • tic planlos durch die lärmenden Gassen, tief eingehüllt in den dicken Mantel und ohne es gewahr zu werden, hatte ich mich in eine der entlegenen Vorstädte verlaufen. Die Seit jar vorgeschritten und ich mußte an die Heimkehr denken. Da Du das Leben tu einer Stadt kennst ueber Freund, wird eö Dir erklärlich scheinen, wenn id) fage, baß id) bei biefer ©elcgeuljcit oon einer frönen ©ünberin bi« au bic @d)Welle meine« §au» je« ecrfotßt würbe, $d) bad)tc au tleiu^iSdjen, um nidjt in s43erfud)uug ju faßen, unb tvadttctc mit größter ßile auf mein Bimmer ju gelangen. (§« geidjaf) teiber ju wenig rafdj, unb al« id) bie 5Ef)üre auf juf per reu bemüht war, ftanb bic f erlaufe, tief ucrfdjteiertc (S>eftatt bereit« oor mir. ^d) würbe mißmutig unb frug bic Bubringlidje, wa« fie oon mir begetjrc, worauf fie fauft itjvc 'paub auf meine' ©djulter (egte unb mir flüfternb ju üerfteljeu gab,; fie wolle mid) fpre^eu. 3dj überlegte rafd), unb cr=! wägeub, baß c« uod) fein Äarbiualüerbrectjeu fei, einer fdjiSuen jungen ®ame @cf)ör ju fdjenfen, ließ id) fie ein. , 3id) beeilte mid) Mdjt ju madjeu, gleichseitig ber Unbefauutcn einen @i(i aubicteub, al« id; jcöod) baö erftere bor fie auf beit £ifd) ftelltc, burdjbraitg ein oerjweifelter, gellenber Sdjrei ba« ®cmad), bef= fen marferfdjütternbe Sßirfuug id) nie in meinem Ceben ocrgcffcit werbe. SDie Unbefannte war in ben iDioau jurüdge= funfeu unb üerfjüflte ba« ©efidjt mit beibcu Jpän= ben. einen Slugettblid: ftanb id) feft gebannt, bann fprang id) oor ©djrecfeit unb Slufrcguug bebctib gc= gen fie, riß iljr bie Keinen garten |)änbe üon ben Stugen weg, bodj et>e id) 3eit faub, if)r ben ©dblcier ju lüften, fanf fie fraftlo« auf bic ®nic unb um« Hämmerte meine ftilße, ifjr ®cfid)t gegen bicfclben preffeub. 3d) fanb im erften SlugenbUcfe feinen Sd>liiffel ju biefcin alpbrüdcitbcu ©tljeimniffe, bod) eine fiird)tcrlid)c Slljuuug fd>oß buvrf) mein (Seljirn, unb iitbem id) beit bauten ^abwiga auärief, entrang id) mid) il)r unb trat mehrere Schritte wanfeitb jurütf. (Sie war«. Huf beut «oben jufammengefauert, ; fdjlug fie nad) einigen ©efunben ben ©cfjleier jurütf unb id) erfaitnte ba« große, buufelbraunc Sluge, in beut eiuft fouiel ©eligfeit lag, au« beut ein ganjer §immcl mit all feinen @ngel«füpfd)eu unb Ijeiligeit , Steifen lädjeltc — jefet war c« außgebrannt, burd) Sfjräncn Ijattc c« feinen ®tanj oerloren unb bic fdjwaräctt tSftätte ju ge= roäljren. 2lm ©antStag fjat bie ©etagerungsartitterie aud) ba« g-euer gegen ©t. Denis eröffnet. Die Weberlage gaibtjerbe’« ift oollftänbig. Die graitjofeit jieljen fid) auf 2trraö, Douat) unb Me jurücf. Die Deutf^eu uinrjdjircu auf Saut* brai. Der fraujöfifäe Obergenerat farnrnt feinem ©tabe ift ttad) Douat) gegangen, ©ambetta, beffen ungestümes Dränge», dessen fieberhafte Hast zu einem guten Theil die Niederlage der französischen Nordarmee mitverschuldet hat, soll bereits nach Lille geeilt sein, um sich vom Stande der Dinge zu überzeuge». Die Zahl der Gefangene» aus der Schlacht am 11) beträgt nicht 15.000, sonder» 2000 Verwundete und DOOO unvenmmbete Gefangene fielen den Deutschen in die Hände. Der Gesanimtverlust der Franzosen wird jedoch auf 15.000 geschätzt. Der „Progrös dn Nord" schreibt über die gc-chlagene französische Nordarmee unterm 21. d. aus Me: Von unserer herrlich hingestellteu Nordarmee ind nichts als Trümmer in erbärmlicher Ansrit-tuug nach Eambrai entkommen. Namentlich der Pantque der Mobilgardisten am 19. Nachmittags ist der Verlust znzuschrcibcn. Der Regierungskommissär Testelin hat ebenso wie der Präfekt des Norddepartementö seine Entlassung eingereicht. Vom östlichen Kriegsschauplatz liegen nur zwei kurze telegrafische Nachrichten vor: Die erste vom Belagerer von Belfort, General TreS-kow, derselbe meldet unterm 21.: „In ber Nacht vom 20. zum 21. b. wurden die vom Feinde stark besetzten und verschanzten Geholze TailliS und Bailly, sowie das Dorf Perous genommen. Fünf Offiziere imb 80 Mann unverwundet gefangen. Unser Verlust ist nicht ganz unbedeutend. Vier neue Batterien sind heute Morgens im Feuer, hauptsächlich gegen die Schloßsront." Die zweite ans Bordeaux über die Kampfe bei Dijon haben wir int gestrigen Blatte unter „Telegrammen" bereits gebracht. Die Beschießung von Longwy ist in vollem Gang. Aus einer nahen belgischen Stabt wird gemeldet, daß am Samstag bereits ber Ort in Flammen staub. Ueber bie burch bie Verlängerung beö Krieges neuerlich nothmenbig geworbene« beutscheit Rüstungen liegen folgenbe Nachrichten vor: Zahlreiche Gießereien haben Aufträge auf ungeheure Mengen Hohlkugeln für Belagerungszwecke. Der „Allgemeinen Zeitung“ erscheint es zeitgemäß, daß Deutschland unverweilt alle Ersatzreserviften unb sonstigen Reservisten einberuft, ansbildet, ihnen die Bewachung der festen Plätze und Gefangenen überweist und alle Linien-und Landwehrtruppen der operirenden Armee nach-sende, um durch erdrückendes Uebergeiuicht rasch die Sache beendigen zu können. Man befürchte nicht, es mangle an Chargen zur Ausbildung. Unter den Männern bis zum 40. Jahre gebe es eine Masse früherer Chargirten, unb bic große Mehrzahl garnisonsdiensttauglicher Pensionäre werde mit Freuden die Gelegenheit ergreifen, dem Baterlande dienen zu können. Politische Rundschau. Laibach, 24. Jänner. Ans angeblich zuverlässiger Quelle kommen der nicht immer gut unterrichteten „Tagespresse" folgende Nachrichten über die M i n i st e r kr i si s zu: Seit ber Ankunft des Kaisers in Wien ist eine unerwartete Wendung in der Neubildung des Kabine16 eingetreten. Während in Pest ein Ministerium Schmerling nur als Gerücht tolportirt wurde und alle Wahrscheinlichkeit für den Wiedereintritt des Fürsten Kariös Auersperg sprach, ist nun erstere Kombination zur Thatsache geworden, welcher nur »och einige formale Schwierigkeiten zum vollendeten Abschlüsse fehlen. Ritter v. Schmerling hat die Mission, ein Ministerium zu bifben, befinitio übernommen unb soll auch schon eine öollstänbige Ministerliste vorgelegt haben. Nach bcrfelbcn würbe ber gegenwärtige Unterrichtsminister Dr. v. Stremayr bas Ministerium bes Innern, Professor Glaser das Unterrichtsministerium, Professor U n g c r das Justizministerium und v. Plcncr das Finanzministerium übernehmen. Dr. B anhand wird wieder Ackerbauminister und Herr de P r e t i S behält bie Leitung des Handels. In eingeweihten Kreisen erwartet man balbige Pnblieation der kaiserlichen Ernennungen. Der „Bolkssrd." setzt auseinander, daß „das Luftgebäude dcs katholischen Föderalismus", das die „Vaterlands"-Partei mit Hilfe der katholischen Kasino'S aufzubauen gedacht, bereits ztt-'ammenbreche. Die Mehrzahl ber katholisch-politischen Vereine von Weberöfterreich wollen sich, nach ber Versicherung beö „Volksfrb.", nicht bazu hergeben, mit ihren katholischen Schultern einen Föderalismus zu stützen, „der einen mit hussitischen und ultranationalen Elementen versetzten böhmischen Staat, ein südslavischcs Königreich und andere Ausgeburten einseitig nationaler Geschichts- und Rechtsanschauungen zu seinen letzten Konsequenzen hat.“ — Diese letztere Abfertigung gilt speziell einer Kundgebung, welche Graf Leo T h u n in „Mrld." zu Nutz und Frommen des Föderalismus veröffentlicht hat. Sitzung der u n g a r i f ch * n Delegation am 22. Jänner. Tagesordnung: Marinebudget. Da» Ordinariuni wurde ohne jeden Abstrich in der Ge-jammthöhe von 8,351.000 fl. bewilligt, desgleichen wurden Virements gestattet. Im Extra - Ordinarium wurden 195.000 fl. gestrichen und Virement« verweigert. Die zur Ausrüstung der Expedition behufs Beobachtung des Venusdurchganges geforderten 70.000 Gulden wurden von PulSzky befürwortet. Paul Csaky machte jedoch aufmerksam, daß Wissenschaften keine gemeinsamen Angelegenheiten seien. Die Majorität schloß wohlbekannten lieblichen Stimme, es gibt einen, aber Deine Jadwiga hat ihn verleugnet. Sie erhob sich, wankte gegen den Divan und sank wie besinnungslos in denselben zurück. Eine fürchterliche Panse trat ein. Schwer athmete bas gebeugte Weib, es glich bem Todesröcheln unb mir urnschleierte es bie Sinne. In Nu hatte ich bie vergangenen Tage bnrchflogen, ich fühlte mich in bie reizenden Laubschaften Freubcnau's versetzt, jenes wunderbare Ereigniß mit den Gedichten bei Gelegenheit de« Famttienfestes stieg in meiner Erinnerung auf, als ich jedoch auch an Klein-Lischen dachte, da griff ich entschlossen, wie aus einem Traume erwachend, nach Hut, Mantel und Stock, um mich zu entfernen. Wohin, Karl? frug Jadwiga, sich aufrichtend, mit kaum hörbarer Stimme. Bleiben Sie, Madame! antwortete ich trocken. Sie bedürfen der Ruhe. Bei jemand anderem hätten Sie sie gewiß nicht verloren, meine Gesellschaft fam Ihnen unerwartet. Karl! ächzte sie, Du bist ein Mann, verhöhne nicht ein hilflose« Weib, das seinen Stern nutergeheu sah, um ihn vielleicht in diesem fürchterlichen Augenblicke wieder auflruchtrn zu sehen — rette mich, Karl, noch ist es Zeit! Einen Augenblick besann ich mich, dann trat ich entschlossen gegen die Thür. Da warf sich mir Jadwiga in den Weg unb flehte mit erhobenen Hauben, mich ihrer zu erbarmen. Gleichgiltig hob ich sie auf, führte sie zum Divan unb nahm verstört neben ihr Platz. Sie schluchzte unausgesetzt, so baß ich glaubte, ber Schmerz müßte sie erwürgen. Nach einiger Zeit langte sie nach meiner Hanb, bie ich jeboch scheu zurückzog. Du verachtest mich, Karl, begann sie kaum hörbar, unb ich verbiene es. Das keusche Mädchen, zu dessen Füßen Du einst, in seliger Liebe verloren, flehtest, ist tobt, und ein vom Genuß übersättigtes Weib findest Du wieder. Ein unanssüllbarer Abgrund liegt zwischen diesen beiden Augenblicken; unsere Lebenswege haben sich im Verlaufe der Tage so weit von einander entfernt, daß eine Begegnung zur Unmöglichkeit geworden; doch bevor Du mich in die verfluchte Welt hinauSstoßest, will ich Dir den Weg zeigen, der mich bis an dieses jammervolle Ende geführt. ' ES trat ein Augenblick ein, wo sich meine Seele zu beruhigen schien. Mit Thränen in den Augen, Karl, trat ich an den Altar. Ich fühlte, daß ich Dich inniger liebte, wie meinen Mann, und da ein Rücktritt nicht mehr möglich schien, fügte ich mich in das Unvermeidliche, nicht ahnend, daß ich von diesem Augenblicke an dem Unglücke geopfert war. Mit Sturmeseile kam die Disharmonie und nach einem Jahre des traurigste» Ehebnndes erwirkte Edmund dh gerichtliche Scheidung. Allein und hilflos irrte ich in der erbarmungslosen Welt, ich flehte zu meinen Eltern, boch auch sie stießen mich grausam von sich, und als ich, mit den seligsten Erinnerungen an Dich, Deinen Aufenthaltsort zu ermitteln trachtete, irrte ich hoffnungslos von Ort zu Ort, immer tiefer sinkend. Indessen war meine gute, alte Mutter gestorben und mit ihr versank mein Stern. Ju den kümmerlichsten Verhältnissen lebend, ergriff mich der Dämon des Leichtsinnes und ich beschloß, mich in der Residenz niederzulassen, wo meine Entdeckung mir am schwierigsten, unwahrscheinlichsten dünkte, und so traf ich Dich. . Hier brach sie abermals m heftiges Weinen aus. Ich stand auf und machte einige rasche Gänge durchs Zimmer. Abscheu und Mitleid kämpften in meinem Herzen und die reuevolle Zerknirschung Jadwiga's stimmte mich plötzlich nachsichtiger unb milder. (Schluß folgt.) fid) biefer 8nfid,t an. ®er Antrag £>atyman'«, bie SSeträgc für bie Fregatten „euftojja" unb „llbrecht" ju ftreid)en, mürbe oerworfen. Die unabhängigen ttorbbeutfc^eu Slätter äußern fid) über bie «ßrollamation be« ft a i f e r t f) u m « mit ©efriebtgung, aber ohne enthufiaSinu«. Sie betonen ba« oon Äönig 95Mlt)elm in feinem ÜNaiti« fefte gemalte 2$erfpred)en, er wolle aüjeit 9)icl)rer be« beutfdjen SReid)« fein, nicht au fricgerifdjcit er» oberungen, foitbern an ben (Gütern unb ®aben be« 3rieben« auf bem ©ebiete nationaler 2öohtfat)rt Freiheit unb ©efittung“ unb heben heroor, baß ba« beutfdjc .ftaiferttjum niental« eine $o(itit ber erobe» ruitg einfd)lagen biirfe. (Sine befonber« freubige (Stimmung Ijat bie Slnttahme ber ftatf erwürbe in beit freien Stäbteit § a m b u r g unb S r e nt e n hetoorgerufeit. 101 ftauotteiifdjüffe oerfünbeten bie 2öiebererftel)ung beö beutfehen SKeieijc« ben im gtaggen* fdjmuifc prangenbeit alten 9?eid)«ftäbten. eine öffeut» Itche Slnfpradje be« Hamburger Senat« erbltcft in bem ereigniß bie «ilrgfchaft einer fd)öneit BufnnftU für ba« ©efammtoaterlaub. 3tt SQlünchen äußerte fid) v bie greube über bie Sinnahme ber Verträge in leb» c haften ^nitbigungen, weldje bem „beutfehen ftönige“ c Subwig namentlich beim ©rfcheinen im Sweater bar» t gebracht würben. \ Die bisherigen ©efaitbteu be« uorbbeutfd)en 53unbe« erhalten eiitftweilen neue ^Beglaubigungen j al« SSertreter be« beutfdjeit Äatfer« jur Ucberreichung ( an beti betreffetiben £)öfen. | Da« „SEBr. SEagbl.' fpridjt ben SßJunfd) au«, ber neue bcutfdje ftaifer möge feine erfte §anbluitg ( eine folche ber sJMbe unb 33erföt)nung fein taffen, i er möge offen bem uiebergeworfenen Sranfreid) ben griebeit bieten, eine folche Spanblung jieme wohl bem beutfdjeti Sieger, ba ÜJMlbe, ©roßmuth, 35er» föhnlichfeit beit beutfehen (Sharaftcr oor anbern auö» jeichnett, unb batnit ber neuen SBürbe balb bie 9Ueil)e be« ^rieben« werbe. Die Mitnahme be« beutfehen ftaifer» titele ift alten ü)fäd)ten bureh ibentifche 9iotc be« ©rafeit «{«ntaref mitgctheilt worben ; bie übliche (Sntfenbung außerorbentlieher Sotfchafter für biefeit 3wecf würbe bureh ben Stieg entfehulbigt, aber noch Vorbehalten. Da« Drängen, namentlich preußifcher Äleri» taten, jur Errichtung einer p ä p ft l i d) e n 9iun» t i a t u r t tt © e 11 i tt ift ootit tanjler mit bem ©ebeuten abgewiefeit worben, baß jur Regelung be« ®efanbtfd)aft«wefen« beim beutfehen Äaifcrreiche bic 2friebenöjeit abgewartet werben muffe. Da« Grrfcheinen eine« franjöfifchen ©eoollmäd)* tigten bei ber auf heute anberamnteit jweiten Äon» ferenjfitjung ift abermat« in ftrage geftcllt. ©raf ©iSmarcf hat §ernt Stute« gaore bie Ueberfenbung eine« ©eteitfeheine«, um beu teuerer ihn erfuchen ließ, abgef^lagen: er fei nicht in ber tfage, ein folche« Dotument au«juftelleu, ba er in feine amt» liehen ©ejiehungen jur frattjöf. Regierung treten tönne, fo lauge biefe nicht wenigften« oon ber sJia= tton anerfannt fei. Der Äommanbant ber 25or» poften hätte gaove paffiren laffett, ohne einen ^rä» jebenjfaü aufjuftetleu, aber aud) biefer 2öeg ift jefet abgefchnitteit. Die Srflärung ga016’#» baß bie ein» labung jur ftonfcreitj ber 91nerfennung bet franjöf. megterung gteichfomine, oerbietc ©iSmaref, beu oer» au«juftellen; e« fei gaore’S MUtorten 2*3*?". P'9 au^uPn^en' bie bej TÄ LflW ti0 citen »u befeitigen. Schließlich fet e« jwetfelhaft, inwiefern e« rathfam fei, baß rüf's ^«Qcnbticfe $ari« oer» affe unb ft* ber SMögliehfeit beraube, ju einer 8ö» Üeii-r4tra0Cn^.für n)tld>c « ebenfall« oerant» (MnmhV» t i?« "^r-" 9tau*lt» ber eigentliehe b*5jet onffallenben Steigerung ©i«maref« fei lnfifApit U ■ baS ßrf«heinen eine« fran= 9Un ouf ber ^onferenj bi« « « bej Sfap twfotlon oon 'pari« ju erfchweren ober oollenb« unmöglt^ ju machen, bamit bann auf ber Äonferenj felbft bte 5tieben«oermittlung mit 91u«= fteht auf erfolg ctngeleitet werben föune. Die S?on* ferenj wirb übrigen« trofe biefer Bwifehenfätle heute wieder zusammentreten. So meldet man wenigstens aus London. Viktor E m a n u e l hat bekanntlich während seiner Anwesenheit in Rom einen Brief an den Papst gerichtet, der, italienischen Blättern zufolge, den folgenden Satz enthielt: „Nach Rom durch den Wunsch der Bevölkerung berufen, benütze der König das Mißgeschick, in welches dieselbe durch die lieber* schwemmung gestürzt wnrde, um nach Rom zu eilen und den Römern ihre Leiden zu erleichtern; bei dieser Gelegenheit gebe er neuerdings dem Papste die Versicherung seiner christlich kindlichen Sympathien, lege gelegentlich des Jahreswechsels dem Papste seine aufrichtigsten Wünsche zu Füßen und bitte um dessen apostolischen Segen." Der Papst ließ diesen Brief, wie bereits gemeldet worden, un* beantwortet. Bur ^agcögcj^i^te. — Da« 2öaffenau«fuhroerbot üom 21. ^uli 1870 ift burd^ ©rlaß be« ginanjminifterium« üom 21. b. 2Jt. inforeeit aufgehoben, al« bie SBaffen* au«fuhr nad) neutralen Staaten, wenn eine oon bort au«gehenbe ©eftetlung burd) bie bortige faifert. 23er= tretung beglaubigt loirb, feiten« be« SDtinifterium« oon gall ju 'gaü geftattet wirb. — ®ie SDienftbotenbücher Jönnen taut Äunbmaehuug üom 5. b. 2H. gleid) ben Slrbeitäbiicbern al« 9teifebofumente gelten, wenn fie mit beu nötigen forberniffen bureh bie befugte ^öetjörbe üerfeljen werben. — ein ©ehroinbler fünbigt in 3nferaten an, ^erfonen gegen bie einfenbung eine« fleinen ©elbbetragc« eine einträgüdje SnoerbSquelle ju Oer» fdjaffen. So gefdjah e«, wie bie „£pft.“ erjä^tt, einem ©rajer ©emerbSmanne, raeldjer in gotge einer Slnjeige, baß man fieh ohne ÜJiUhe iä^rlic^ einige taufenb ©ul* ben oerbienen fönne, beu geforberten ©etrag oon jroei ©ulben einfenbete. hierauf erhielt er folgenbe turje äntroort: „ÜJtaehen Sie e« fo rcie ich." ©anj natür» lid^ wenbete fid) unfer ®en?erb«mann nod) einmal an ben Sehroinbier, worauf er bie Slufftärung erhielt: „faffen Sie baöfelbe, wie id) e« t^ue, inferiren, unb Sie gewinnen jährlich einige laufenb ©ulben." — 3n ©erliner ^»oftreifen toirb oon einer pein» l i et) e n © j e n e erjähtt, bie fi^ fürjlieh am e t e r S * burger §ofe abfpann. 3>er ßjar emppng bie 9iaehri^t oon ber einnahme be« SWont Seron bei ber ^oftafel burd) ben preußifdjen Wilitärbeüollmächtigten ©eneral ffietber. ®cr 6jar erhob hierauf ba« @ta« unb tränt auf ba« 3Bol)l feine« Onfel«, be« beutfehen ftaifer« SEßilhelm. ®er ©rogfürfl^SE^ronfotger Oerlteß in biefem Woment ben Saat unb rourbe be«hatb mit acht Sagen Stubenarreft beftraft. SolaI= unb ^roüinjial=2lngelegenI)eiten. » Ortfli«ttUStorref|ionieiis. | SlöbmannSbotf, 23. Jänner. (Shriftlidie . 9fä[. iS. j bto. bte. Sft.inSilb. *7.61 67 <0 iofe neu 1864 . «. 88: M 49.- *‘siorttitt»-ObUg. isjc oen 1860, gar.jc !5- »5.20 2:!bb.=®c<. jn.V!0(Jt. 114 90 15 20 1 So'e son I86u, g!tn(t. 107 50 n.8 — bis. »Jen» 6 P. 1864 . lia.61'llji.10 9;ort6. (10.) fl. lä'l'i.) »2 50 «8.— i , 6iet..a.(S00fl.d.ia.> 88.— 88 25 3ruadentl.-Ob» etaattfbafcn Vf- €tilct >35.tO 156.— ; Stetem«!! lu5p*t..9S — 93.- 6taat«b. (>r. gt. 1867 1S8.—Iä3.5:i ' iirnten, (train • Srtutc.fSb.'.SOofl.i'.ffiJ.) So.— 90.26 tt. fiüflcntanb ä , 86 - ;86 JO Bvans^ef.Wt'fl.©.) 94.— 94 SO anflarn . . jn 5 , 78 — 78 25 . «toat. u. SU». 5 . 82.— 8;.— Stebenbüvc. „ !> , 74.76 . 76.— Uttbil in« fl. Ü. IB. .160 50 160.76 «otlen i'en.i3)flrtH4..«,e;.| AB 100 fl. cftcit. SJanJ . si J.70 >58 - ‘1‘aIftC . „ 40 . 20.- 27.— Dejt. ©ebencteb.*il. • 241.- ,248.— ^,Grj> . _ 40 . 31.—t S3.— Dcfl $6>>ot&.=äJ<»B‘ • 213.— 216.- .(benote , 40 « 28.—! 29.— Steter. fi»com»t.=S5*. 2S0.«UinMiiatati 20 . 2a.— £4.— gtanfo = Sluftrta . . 10'.2!) K0.40 j0albfleln . 2U „ 1 1».—I ito_ ünif. jjccb.«'Jtevbb. . .2122 ^ 5 «ejltuttf» . 10 „ H-— 16.— 6übba§n-®efefli<$. . I8a.7oi85.so shurffaftift. lof.HB. 14.— ! 1460 ü *u8i>- 100fl.!Übb.*0.|io3.?5 103 80 Staatäfcafyn•■■■ ■ _ Rtan'f.lOOfl. „ , 1M.8O 1C4.- 1 5&Ä 163 2V163 7. gg«« M i;«terr. 124.26 1*4 40