Anbacher Ieituna. .4/ ««» Montag am »8. Inli «85». .s.l. siVf.^^it..na" erscheint, mit ?l..s,.ahme der Sonn- und ^ierta«e. täglich, m.o so.Lt ,a».mt den '».''l'^'' '" ^"'vtoir q an z ,V. hrisr. mit - '.« iN a 'tcv Kreu^'.>d m.d qedr»ckter Adresse 15 sl., halbjähriq 7 «. Z0 l . - I" ser.t.o» s^b,, ' r n.r e„L ^..l ..„„le odn ^> N.M.. ..,^n., l»r nn-''? ''. li. M, 5u^,uc !'i. ,2 ^i!r» frstcn ' '1, "',' ^, M.,. ..<» r. .n 'i M.. u..d ^> kr, ...r < il'i.l e„.z»,ch«l.,... Zu dies n ßN ist .och ocm „Provisorischen Gcfthc .om « N.vcmber !«.^ s,.v IunN.on.nä».»..!" "cch !<» ^. s.'r m.e ,.'d.5...al.<,< (5m.c!'a,n...„ ».„,.. z„ nch...... Wntlicber Theil. Kaiserliches Patent vom 5. Juli 1853, wirksam fiir Oesterreich ob und unter der Enno, Böhmen, Mähren, Schlesien, Gallien und öodomericn, Krakall, Hteiermark, tarnten, Krain, Salzburg, Bukowina, Tirol mil Vorarlberg, Istricn, Oör; und Gradiska und die Stadt Trieft mit ihrem Gebiete, wodurch die Bestimmungen über die, Ncguliruug und Ablösung der Hol;-, Weide- und Forstprodillten^Vezugsrechtr, dann einiger Servitlttö- und gemeinschaftlichen Vcfttz- und Benutzungsrechte festgesetzt werden. ZWir Franz Joseph der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich; König von H'.m-garn und Böhmen, König der Lombardei und Venedigs, von Dalmatien, Kroatien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien, König von Jerusalem :c. :c. ic. Haben in Absicht auf die Negulirung und Ablösung der .Holz-, Weide- und Forstproducten-BezugS-rechte, dann einiger ServitutS- und gemeinschaftlichen Beim- und Veuülningsrechte, nach Vernehmung Unserer Minister und nach Anhörung Unseres Reichsrathes, nachstehende Bestimmungen zu beschließen und für die nachbenannten Kronländer, nämlich: das Crz-herzoglhuln Oesterreich ob und unter der EunS, das Königreich Böhmen, die Markgrafschaft Mahreil, das Herzogthum Schlesien, die Königreiche Galizien und ^.'odomerieu. das Großherzogthum Krakau, die Her-zogthümer Steiermark, Käruten, Krain, Salzburg uud Bukowina, die gefürstete Grafschaft Tirol mit dem Lande Vorarlberg, die Markgrafschaft Istrien. die gefürstete Grafschaft Görz und Gradiska und die Stadt Triest und deren Gebiet in Wirksamkeit zn seyen befunden. l. Abschnitt. Allgemeine Bestimmungen. §. 1. Den Bestimmungen dieses Patentes untere liegen: i 1. alle wie immer benannten Holzungs- nnd Bezugsrechte von Holz uud sonstigen Forstproducten in oder aus einem fremden Walde; 2. die Weiderechte auf fremdem Grund li»d Boden; :i. alle nicht schon in den Absägen l und 2 mitbegriffenen Feldservituteu, bei denen entweder ») das dienstbare Gut Wald oder zur Waldcultur gewidmeter Boden ist, oder d) zwischen dem dleustbarcu nnd dein herrschenden Gute das gulsobriqkeitliche und unterthäuige Verhältniß bestaudei, hat; ^. alle gemeinschaftlich?» Besiy- und Benül)uugs> rechte auf Grund und Bodeu, wenn sie a) zwischen gewesenen Obrigkeiten nnd Gemeinden, so wie ehemaligen Unterthanen, oder b) zwischen zwei oder mehreren Gemeinden bestehen, jedoch alle h,er ausgeführten Berechtigungen nur inso-. fern, als sie sich uichr bloß als zeitliche oder unbedingt widerrufliche Gestattungen darstellen. Auf eine bestimmte Zeit geschlossene Holz-Abstok-kungS- oder Holzlieferuiigs-Venräge, so wie fire Holz-abgabcn an Kirchen, Pfarren, Schulen und Stiftungen werden durch dicseS Patent nicht berührt. y 2. Nach den Bestimmungen dmes Patentes sind ferner alle jene Einforstungeu. Waldnulwngs-und Weiderechte, welche in den dem LanocSsursten zufolge des HoheitSrechtes zustehenden Waldern verliehen, oder ans landeofürstlicher Gnade gestattet wurden, und zwar auch danu zu behandeln, wenn sie nach Maßgabe der über die Ansübnng des ForsthoheitsrechteS bestehenden Gesell und Vorschsiflen als widerruflich augesehen werden. H. 3. Auf die durch die Verordnungen über die Durchführung der Grnndentlastungen aufgehobeueu, oder als ablösbar erklärten Gestattungen oder Leistungen hat dieses Patent keine Anwendung; dieselben sind nur nach den Bestimmungen der gedachten Verordnungen zn behandeln. H. 4. Die den Gegenstand dieses Pamues bildenden Rechte sind gegen (5»tg?lo aufzuheben «Moiling), oder iu wie ferne öie Ablösung nicht stattfturiu kann. G. .'i) in allen Beziehungen. sol>i" ruckslchcllch oeo Umfanges, des Ortes u»0 der Alt ihrer AuSxlmng. der ^it, der Dauer uno d<ö M^'S deö Genu„<ö u. s.' w- dergestalt sestzustcllen, daß hiedurch die möglichste Entlastung des Bodens erreicht werde ('''eg»-liruug.) ^. .'i. Die Ablösung n»det »»r d.un, eul'veter ganz oder wenigste no theilircise St.Us: :,^ iven,, nnd >» n'ie n^it ourch Ablösung nnd durch dle A>t derselben der »bliche Hanpt-WlXhschaftsbttlieb des berechtigte» oder deS velpstichteleu Gutte ,ucht auf eine unerseyliche Weise gefährdet wird; l>) wenn und i» wie weil nicht ill'envicgendc Nachtheile der ^audescnllur l)^delgcsub>c werden, uud »') wenn nicht tie g<'gei!seiclg B^echl«^» "'.d Vel-psilchtecen sich i» der. nach ^. !' zulässig''" ÄN ein« veistauden erklären, statt der Ablösung die '>»'egl!ll-rung der in .^age stehenden Berechtig»"^» ciutrr-ten zu lasse». ^. ii. Dle Amtöhaudlungen ter Ablösung nnd der Regulii'lmg siud! l>) bezüglich der, im ^. l unter l. 2, il u nnd »n x>. " m'geführteu Rechte, von AmtSwcgen; l») bezüglich der iin ^,. l u,tter :l >^ ""d 4 ... l' äuge-sühi ten Rechte, »»r aus A»lai>^" eiuee l»tere,Men Theiles (Provocation) l)0lzu>lel)!ne». ^. 7. Zu dein Zwect.' der Ablösu»g. so wie der Negulirung jed^o 9»uy»ngorechtes, ist zn erlieben nnd festzustellen-. n) dessen Beschaffenheit und Umfang; li) das zu Grunde liegende Rechtöverhaltnisi; <) die Liegenschaft, auf lrclche sich das in Verhandlung gezogene Recht b^ieht; ') di^' ^liacsachei,, tiii^) welche die Art, die Dauer, daS Maß d.'ü (v.uuss^ oder die Ausübung deS zu regelnde» Rcchcco l'cstimnu werden können; !s)die Gcgenleistnngell der Bezugsberechtigten a» i)c>i Besiyer des delasteteu Grundes; <5) die Verhältnisse und Umstände, auf welche es bei der Entscheidung der Frage: ob, in wie weit und auf welche Art eine Ablösung des zu regelnden RcchtcS oder die Feststellung (Reguliruna) desselben „ach ^H. 4 und .'! statt zu finden habe, ankommt. H. «. Für dlese Erhebungen sind zunächst die übereinstimmenden Erklärungen der zu vernehmenden Parteien maßgebend. H. 9. Die streitigen Puncte, so wie überhaupt der ganze Ablösungs- oder Reguliliingsact sind thun-lichst durch gütliches Uebereinlomme» der Parteien festzustellen, welches stetö von Amtswegcu augestrebc weiden muß. Den Parteien steht eS frei, sich auf Ablösung durch Abtretung von Grund und Boden, durch baren Erlag oder Sicherstelln»«, eines Capitals, durch ein anderes Entgelt oder (H. >'i c) statt der Ablösung über die Regulirung und die Art und Weise derselben zu einigen. Ein solches Übereinkommen darf nnr danu beanstandet werden, wenn dadurch Vestimmuugen dieses Patents, insbesondere die Rücksichten der 1,'andescultur verlebt werden, oder wenn begründete Hiudernisse iu Absicht auf die Durchführung bestehen. h. 10. Ueber die nicht durch Vergleich beigelegten streitigen Puncte haben dte berufenen Orgaue aus Grund der Urkunden, behördlichen Erkenntnisse und des erhobenen rechtmäßigen Vesiftstandes zunächst nach den Bestimmungen dieses Pateutes, dann nach den alteren Provincial- und den politischen Geseyen jedes KroulaudeS und dem allgemeinen bürgerlichen Gesell buche zu entscheiden. h. 11. Weun das NnlmngSrecht selbst uud dessen Ausübung ansier Zweifel geseftt ist, das Masi der leN' leren und das Verhältniß der Tbellnabme der Berechtigte» sich jedoch nicht nach den Bestimmungen des H. 1l) sestschen laßt, so ,st dieses Mas: »»d Verhaltuiß nach dem duichschnittlichen Ergebnisse der sactischen Ausübung iu den NulMigojahren l.8.'jsi bls einschliißig !84l» unter Beobachtung der Vestimmuugen dieses Geseyes festzustellen. Fehle» aus dieser Periode die zu einem Durchschnitte genügenden Nachweisuugen, oder war das Nuftungstrecht nicht jährlich auszuüben, so ist oaS gebührende Mast der Nnimng durch Sachverständige ans einen jährliche», beziehuügSweise periodischen Betrag ansmmttt.l». H. <2. In keinem Falle darf die Ausübung des Rechtes, iu wie weil sie vertragswidrig oder wenn gleich dem Vertrage gemäß, dic gestylichc» Bestimm mnnqen übeischiitte» hat, dem Berechtigten zu Gute gerechnet werden. Dagegen sann auch eine zeitweilige Verminderung der üblichen Nununa., welche durch die Unzulänglichkeit der Erträgnisse deS belasteten Grundes oder durch Unglücksfälle im Viehstande ocö Numwgsberech-tigten herbeigeführt wurde, in keine Rechnung gezogen werden. H. 1A. In Ermangelung eines nach §. ^ und H. 9 zulassigen UeberelukommeuS muß mit Rücksicht auf die im H. l» bezeichneten und nach H. 7 erhobenen Verliäll-uisse stets ein motivirtes Erkenntuist darüber gesellt werden : .') ob und aus welche Art eine gänzliche Ablösung der Rechte stattzufinden oder ob nur eine Neguliruug ein» zutreten habe; l») ob und auf welche Art nicht wenigstens ein Theil de>-BenüNnng znr Ablösung zn gelangen nnd in wie ferne daher noch eine Re^ulilling Plaj< zu greifen habe; l) ol» endlich die Regulirung nicht aus eine gewisse Zeit beschränkt werden und nach deren Verlauf die ?lblö-sn„ss einttetrn solle. ^. 14. Wenn über die Art der Ablösung enl« schieden werden muß, so ist zu erkennen: .X. Auf Zahlung des AblösnugScapitals, und zwar nach der Wahl des Verpflichteten, entweder im baren Gelde oder dnrch für das verpflichtete Gut von dem Entlastungsfonde ausgefertigte Schuldverschreibungen binnen drei Monaten, nach Rechtskraft des Er« keuntuisses. wenn diese Art der Ablösung nach den Bestimmungen des H. 5 zulässig lst und von dem Veipftichteten die Ablösung durch Grund und Boden nicht begehrt wird. lt. Auf Abtretung von Grund und Boden für die im H. 1 AbsM) 1, 2, :l und im ch. 2 bezeichneten Rechte und zwar: 1. über Begehren oder mit Zustimmung des Verpflichteten ; 2. geqen den Willen des Verpflichteten. ») Im Falle des H. 21, wenn das Bezugsrecht nicht bloß eine Nebennuftung des belasteten Grundes betrifft; !>) wenn der Verpflichtete das AblosungScapital bar oder durch die ihm für das verpflichtete Got vou dem Entlastungsfoude ausgeferllgteu Schuldverschreibungen binnen der sestgeschm, Frist nicht erlegt, wenn nicht die Bestimmung des H. li a entgegensteht. l'. Auf Theilung von Grund und Bodeu, in allen Fällt" der nach H. " zulässigen Ablösung der gemein-schafcllckeu Besil,- nud VenüiulugSrechte. G. 1, Nl'sa») 4.) (Fortsepuug folgt.) Das Handelsministerium hat einverstaudlich mit dem Ministerium deS Aenßern die in Smyxm erledigte Geueral-ConsulatSkanzlerSsteUe dem bioheriael, Kai.zler bci dem Consulate in Galap, Ferdmauo Miksche, und di< dadurch erledigte KanzlerssteUe bei dem Konsulate il, Galap dem g'genwärtm "el dem General-Consulate in Smyrna verwendete', ^l"-Kanzler deS i5ousulacS in Trapezunt, Dr. "rpl"" Waleher, verlishen. Am 1. August d.I.nm<,'Uhr Vo^^^^^ iu Folge des allerhöchsten P^en^oo "^ . ' ^^. ^. die zw^h.n,t>o.s siel.'" und merz.ssst' ^'"". u «70 re« Staatsschuld in dem hierzu bestimmten Locale im Bancohausc, ill der Singerstraße, vorgenommen werden. Am 13. Juli 18«!j wird i» der k. k. Hof-. »nd StaatSdruckerel in Wien das XI.!. Stück deS Reichs-geseyblattes ausgegeben und versendet werden. Dasselbe enthalt lütter Nr. 12!l. Das kaiserliche Patent vom :l. Inli 18li:l, wirksam für Siebenbürgen, wodnrch für dieses Groß-fürstenthum eine nene Vorschrift über den Wirk,>»gs-kreis und die Inständigkeit der Gerichte in bürger-lichen NechtSangelegenheiten (Civil - Inriodicciol,S. Norm) erlassen und bestimmt wird: das; von dem, insbesondere kundzumachenden Tage angefangen, an welchem die nen zu organisirenden Bezirksämter nnd die übrigen Gerichtsbehörden in diesem Kronlande ihre Thätigkeit beginnen werden, sämmtliche Gerichtsbehörden daselbst die Gerichtsbarkeit in bürgerlichen Rechtssachen nach den Vorschriften dieseS Ge-seNes ansznüben haben. Ebenda wird am 14. Juli 1853 das XI.ll. Stück deSNeichsgeseyblattes ausgegeben und versendet werden, Dasselbe enthalt unter Nr. 130. Das kaiserliche Patent vom 5. Juli 1t>ll3, wirksam für Oesterreich ob und unter der Enns, .Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien und Lodo-merien, Krakan, Steiermaik, tarnten, Krain, Salzburg, Bnkowina. Tirol mit Vorarlberg, Istrie», Görz und Gradiska und die Stadt Triest mit ihrem Gebiete, wodnrch die Bestimmungen über die Regnlirnng und Ablösung der Holz-, Weide- und Forstprodnclen-Bezngsrechte, dann einiger ServitntS-und gemeinschaftlicher Vesil)- nnd Venüynngsrechte festgesel't werden. Wien, am 13. Inli 1853. Vom k. k. Nedactionsbnrea» des Neichsgeseftblattes. Nichtamtlicher Theil. V e tt c l- r e i ch. Wien, l^. Inli. Der Vorstand des bürgerl. Handelsgremiumo gibt bekannt, daß in Folge des am 1. k. M. in Wirksamkeit tretenden neuen Zollverfahrens die BürgschaftSnrknnden bezüglich der Haf-tnngöfahigkeit der Kauf- nnd Gewerbslente mit grö-fterer Strenge als bis jeyt gefordert werten. Es hat daher jede Kartei zn sorge», das; ihr vom 1. August an eine derartige Urkunde nicht fehle, we>l sie sonst von Seite des Hauptzollamteo ,ncht m«hr als sichere nnd Bürgschaft gewährende Partei betrachtet werden könnte. — Reisende, welche gestern ans Galal) hier c,d La'.,-desknnde hat die Abfassung eines „populären land' wirthschaftliche» Lesebuches für die reifere Landjugend in Mahren und Schlesien" als Preisa»fgabe ansge. schrieben. Der ausgesäte Preis besteht in 500 st. (5. M. nnd der goldenen GesellschaftSmedallle filr landwirthschaftliches Verdienst. Die um den Preis werbenden Schriften sind in deutscher oder böhmischer Sprache abzufassen und sollen mindestens fünfzehn Drnckboqe» stark sein. Dieselben sind bis Ende December 18K4 an die genannte Gesellschaft in Brunn einzusenden. — Der bekannte Pater Iukic ist in Ragusa mit der Copirung der „llunlikc' ljuvtn«> mc^nx'" (Liebeslieder) des Nagusaners Sisco Viincetic beschäftigt. Mincetic ist der älteste iiiagnsaner Dichter (147!i geboren, 1l)24 gestorben). Von seinen Schriften erschien bis jel)t noch keine im Druck. Iukic ist übrigens auf seiner Neise in Dalmanen mit dem regsten Eifer für die Sammlung alter Llteraturschal)e besorgt. — Aus Mailand. 13. Iull, wird der „Tr. Ztg." gemeldet: Auf wahrhaft beunruhigende Weise haben in der neuesten Zeit, vorzüglich aber in der vorigen Woche, die Feuerobrünste iu unserer Umgegend überhand genommen. Zwei von bedeutendem Umfange, deren Entstehen böswilliger Brand-stlftnng zugeschrieben wird, sahen wir im Laufe von nur 3 Tagen über Nervlauo bei Saronno und über Meleguano hereinbrechen. Die Feuersnoch und Gefahr war in beiden Fallen so groß, daß der Beistand des diesigen Militärs und unseres musterhaften städtischen Pompier-Corps mit seine» Löschapparaten an-glrllfeu werden mußte. Die Hipe hat sich bei uns selt wenige,» Tagen sprnugweise zu einer solchen Höhe (im Schatte», ge- gen Norden zeigt das Thermometer nach Reamnnr als höchsten Wärmegrad 27"!1 und N",'i als mindeste») erhoben, daß wegen des öffentlichen Gesundheitszustandes iu nnserer Stadt schon beglündete Besorgnisse aufsteigen; denn bereits sind selbst die hier gewöhnlich kemen bösartigen Charakter zeigenden Krauts helten, wie Friesel- oder Masernaiisschlag, nncer an-s;erst gefährlichen Synlpcom.n lind Nllt jahenl Tode, sogar bei erwachsenen Personen, anfgetreten. — Die Pforte hac gleichfalls el»e, die Besel'Ung der Douanfursteulhllmer betreffende Circulardepesche an ihre an^waicigen Gesandten abgesendet, aus welchen zn enlnehmeil ist, daß der Sultan keine Neigung hac, in die russischen Angelegenheiten einzugehen. Die Pforte sucht >n dlesem Schreiben die Anschuldigungen der russischen Regierung zn entkräften, und die Ursachen des Bruches ans Rußland znrücrznleiten. — Herr Mehemed Safcaluge ist gestern als Courier mit Depesche» hier angekommen, nnd reist morgen wieder mit Depeschen dahin zurück. Derselbe hat dem Vernehmen nach nebst anderen Accenstncten die Cncnlardepesche der Pforte in Betreff der Besez-znng der Fürstemhümer dlirch kalserl. russische Truppen überbrachc. - Anl leyte» des vorigen Monats sind zwei türkische Officiere höheren Ranges von Consta»tlno-pel nach Loudou und Paris abgegangen, welche dem Vernehmen nach eigenhändige Schreiben des SulianS an die Höfe von Frankreich und England zu überbringen haben, in welchen dem Kaiser und der Königin der tiefste Dank für die gewahrte Uiiterstüpung anogesprochen wird. — Nach Briefen aus Orsova vom 9. d- laßc Omer Pascha den Punct an der serblsch-walachischen Gränze, wo die Timok iu die Donau müuoec, befestige», so wie alle übrigen Uebergm>gsp»ncte an der Donau bis gegen Widdiu hin durch Truppenabthel-lungen bewachen, um allfalligen Versuchen der Rns-seu, über den Strom zu gehen, zn begegnen. Ueber-gangsvorbereicunge» trafen jedoch die Türke» bei Abgang dieser Nachricht ulcht. Auf die Festung Widdm scheinen die Türken nicht zu rechnen. — Das Comtt^ zur Veranstaltung einer Indn-strie-AnSstellung in Vreslau hat einstimmig beschlossen, den Plan einer Breolaner Ausstelluug für das Jahr 1«ü4 aufzugeben. Als Grund wurde geltend gemacht, daß die VreSlaucr Ausstellung als ein Oppositions-Unternehmen gegen die in München zn gewartigende angesehen werden könnte. Die politischen Differenzen zwischen Preuße» und Vaiern waren kaum ausgeglichen, und es sei nicht wünschenS-wertv, ecwa nene ^iehüssigkeite» hervorzurufen. Bei solcher Lage der Dinge lasse sich nicht erwarten, daß daS preußische Ministerium das Vrcslauer Ulnerneh-mcu gern sehen nnd u»terstül)en werde. Ohne ministerielle Beihilfe aber, d. h. ohne Bewilligung zollfreien Eingangs der fremdländische» Ansstell»»gsge> genstandc und ohne deren kostenfreie Beförderung auf Staatsbahnen, würde das Project einer allgemeinen Indnstrie-AnSstellnng m Bresla» nicht ansftlhrbar sein. Geseyt zedoch, die Ministerie» sagte» die Beihilfe zn, so ware die Ausführung bei der Concnrrenz Münchens ebenfalls nicht ganz gesichert- Leicht könnte sich daraus das Resultat ergeben, daß weder die Münchener noch die Vreolaner Ausstellung einen den Ansprüchen der IndustrieUen wie des Publicnmö ent-sprechenden Erfolg hätte. Prass, 13. Inli. Der Vorstand deS Privat-Walsenhau'seö zumheilige» Iohan» dem Täufer, hac den Becrag von Hundert Gulden V> N- empfangen, welchen Se- Maj. der Kaiser Ferdinand dcr Anstalt zuzuwenden gernht haben. Se. Maj. der Kaiser Ferdinand haben ferner der k. k. böhmische» Oberrealschnle ans Allerhöchstihrer Privatbibliochek 62 Werke iu 83 Bande» wissenschafclicheu und zuin Theile populäre» Ilchaltes zn,n Gescheuke zu machen geruht. Kronstadt, !1. Iul,. In der „Krönst. Ztg." finden wir folgenden Bericht: „Der Einmarsch der russischen Truppen in Iassy hat am Sonntag Nachmittag um 4 Uhr stattgefunden. Den Vormittag über herrschte das »chönste Wetter, und eine drückende Hiye, aber gege» Mittag herum peitschte ei» heftiger Sturm die Wolken, und eben als die Truppen einrückten, brach ein Wetter los. daß man glaubte, der jüngste Tag sei angebrochen. Der Temperaturwcchsel war so empftlldlich, daß ma» z» de» Mänteln greife» mußte. Der Generalstab der moldau'sche» Miliz war de» Russe» bis »ach Skuleui eutgegc» geritte». Ge»eral v. Dan»e»berg rückte mit zwei Regimenter» I»fanterie, einem Husa-re»-Regime»t und ei»er Artilleriebatcerie unter Ge. sang und klingendem Spiele am 3. Juli in Iassy ein. Der Fürst und seme Minister, sowie die moldau'sche Miliz, hatte» sich im Furstenhof in Parade aufgestellt, an denen die rnssischen Trnppen mit angezogenem Gewehre vorüberzogen. woranf sie in der Scadt eiuquartirt worden sind. Montag um 11 Uhr zog diese Avantgarde der russische» Armee von Iassy ab, und »eue Abcheilungen trafen Nachmittags ein. Dinstag Nachmittag hielt Fürst Gortschakoff mit seinem glanzenden Generalstabe in Iassy seine» Einzng. Die ganze Armee rückc staffelförmig vor. Ueber den Serech, »ber die Mollava bei Roman und über die Bistr>i)a hat die moloao'sche Regierung Brücken schla' gen, und an denselben Lager von Holz nnd Sttol) für die russischen Truppen aufschichte!! lassen. An de» Stellen, wo die Brücke» geschlagen sind, werden auch Lager geschlagen werden. Bei Onest ist über den Tromsch gegen die Gränze Siebenbürgens die leyte Brücke geschlagen, wo aber »ur ein starkes Piket anf-gcstellc werden wird. Das Lüders'sche Armeecorps ist bei Leova nber de» Pnttl) ii. die Donanfmstenchümer emmalschirt. Die Do»a» ist gesperrt, und aller Verkehr aufgehoben. Uügehenre Massen oon Früchten liegen i» der Moldan nnd Walachei aufgestapelt. I» Gallacz mangelt es ai, Magazinen, nnd die Flüchte liege» anf der Straße mit Rohrniatten überdeckt. Die Ernte wird he»er so segensreich, wie sie es seit einem halben Jahrhundert nicht gewesen ist. Gestern (8.) war bei nnö allgemein das Gerücht verbreitet, ein türkisches Armeecorps ware über die Dona» geseyt worden, habe seinen Emmarsch in Bn> karest gehalten, und sei de» R»ssen zuvorgekommen. Briefe vom .». Juli demeutiren dieses Gerücht. Die Türke» waren noch rnhig bei Rnstschnk und Schumla gestanden, nnd habe'n auch keine Vorbereitungen z» einem Uebergange über die Donau m Angriff genommen. Prioatschreiben melden, daß für die Ein« ql,a'.tirung nnd den feierlichen Empfang der rnssischc» Armee in Bukarest Alles vorbereitet werde. Deuts ch l n l, d. Verlin, 12. Inli. An der heutigen Börse war das Gerücht verbreitet, der Minister-Piasident Freiherr v. Mantcnffel habe gestern Se. Majestät den König nm seine Entlassling gebeten. Das Gerücht, glanbt die „Zeit," als ein grundloses bezeichnen zn könne». Hannover. Das Ministerinm der geistliäB Angelegenheiten hat anf die Eingabe der von det^ Krenzgemeiüdc' gew^hltel' Coitlmission in Betreff der Sceinacrer'sche» Angelegenheit nachstehende» Bescheid ertheilt: „Wir eröffnen dem Herr» I. H. Lülleman» u»d Genosse» a»f die Vorstellmlg vom l7. v. M. betreffend die Wahl des Pastors Scemacker znui zwei' te» Prediger a» der hiesige» Krenzkirche, daß wir die Antragsteller, bei dem Mangel jener genügende» Le-gittmatio», als Vertreter der Kirchengemeinde nicht anerkennen könne». Gleichwohl »ehme» wir keine» Anstand, denselben als becheiligte» Mitgliedern de? Kirchengemeinde de» Bescheid ;» ertbeilen. daß, da das königliche b'onsistorinm dem Pastor Stemacter die caxonische Eigenschaft der Rechtglcnibigkeit <"'s ^rund l!ll!geheoder Erwäqnug abgesprochen hat, »nd verfassm'gomaßig nber die canonische» Eigenschafte» der anzustellende» Geistliche» die geistliche Behörde allein e»tscheidet, die beantragte Anordnung tmes Eramens mit dem Pastor Steiliacker von uns nicht verfügt werden kann. Hannover, 4. Juli 18ü3. Königl. Hann. Minister der geistl. n»d Unterrichts« angelegenheiten. Gez. A. v. Reiche." Durch l/ircnlar vom i<. Juli macht, wie die „Zeitmig für )l." c,fahrt, der Magistrat bekannt, 0aß, da die Anstellung Steiuackers »na»sführbar geworden, der nene Wcchltermiu «nf de» 18. Inli emgeseyt sei. Darmstadt, 9. Juli. Das Gesuch vieler Bür° ger in Mainz, zu gestatten, daß das durch Verfü« qnng der Staatsregiernng lm vorigen Jahr geschlos' seue neue Casino wieder eröffnet werden dürfe, hat dort keiue Erhörnng gefnnden. Das Ministerium des Innern hat resolvirt, daß man diesem Gcsnch „»och zur Zeit »nd in so lange nicht größere Ga-ra»cie» für eme» bessern Geist" in diesem Vereine „nnd für ein der Regierung nicht feindliches Verhak ten seiner Mitglieder gegeben seien," nicht zn willfahre» vermöge. Hvcimar, 10. Juli. Die Leiche Sr. königliche» Hoheit des verewigte» Großherzogs wird i» einem z» der Orangerie gehörige» Pavillo» im Belvedere am 11. Iull Nachmittags ausgestellt n»d am 12. Inli in der, Früh »ach Weimar gebracht und in der Fürstcngruft auf dein Gottesacker feierlich beige-seyt." Das „Regierungsblatt vom 9. Juli enthüll ei» Trauerreglemenc für die Slaalsdie»er. Eine a»> dere Vekamttmaclnmg bestimmt, daß alles öffentliche Tanzen »nd Musikhalte», so wie alle sonstige raN' sche»de öffeMliche Vergnügungen im ganzen Lande bis auf Weiteres eingestellt werden sollen. Es haben bereits am 8. Juli alle Chefs der Oberbehörde» dem nenen Großherzoge de» E,d der Treue geleistet; woranf am !>. die Verpflichtung der lZollcgialmitglieder durch die Chefs bewerkstelligt ward-Das Militär wurde gleichfalls am !)., uud zwc>r durch de» Ober-Commandeur Oberste» vo» Poyd" oereldet. Aachen, 9. Juli. Heute begcm» die vierzehn tagige Feier zur Vorzeigung und Verehrung der gro/ ßen Heiliglhümer, welche seit Carls deS Großen 3«'^ ten in der hiesige» Münslerstiftskirche anfbewahrt w"^ den. Diesen Nachmittag um 2 Uhr verkündete t>ao «71 erhabene Geläute der großen MuttergotteSglocke des Münsters dei, Beginn der altehrwürdigen Feier, nämlich die Enthüll nng der Helliglhümer, vielleicht im erhabensten aller Chöre der Welt. Von 2 Uhr an versammelten sich l» der Propstei die Herren Nume-rar ni,d Ehrencanoniker in Chorkleidung. Mit ihnen vereinigten sich die übrigen Herren Stiftsgeistlichen, sowie die Stadtpriester, nnd traten durch die Dra-chenlochthnre in den Umgang (Kreuzgang des Munsters) Durch dieselbe Thüre traten auch von zwel Uhr an die Mitglieder der Verwaltuugs- und Ge» nchtsbehölden, des Barreaus und Andere, welche dazu geladen waren. Um halb drei Uhr kamen die Herren Bürgermeister mit dem Stadtrathe durch ihre eigene Thüre vom Nachhause her in den Umgang, wo das Capitel sie empfing, mit welchem sie, begleitet von allen im Umgänge schon anwesenden Herren, durch die KreuzcapeUe ins Munster und in das Chor eintraten. woselbst sie sich so aufstellten, das; in der Mitte desselben ein freier Raum blieb. Anf der Orgelbühne erklang nun ein mehrstimmiger Psalmengesang mit Orgelbegleitung und Zwischenfu-gen, wodurch die Herzen zn frommer Andacht gestimmt wurden. Indeß gingen die Herren Bürgermeister uebst dem Herrn Scadtsecretär und den vier ältesten Siadträthen mit dem Capitel m die Sacri-stei, wo die prococollasische Eröffnung des Heilig-thumkastens vorgenommen ward. Mittlerweile begann das Geläute aller Glocken des Münsters nnd der übrigen siebenzehi, Kirchen der Stadt, und Kanonen-schüsi'.' donnerten mächtig dazwischen. Nun eröffnete man die große Pforte und die harrende Volksmenge wogte andächtig in die untere Kirche, ms Achteck und zum Hochmünster hiuanf. Ieyt waren die vier großen Heiligthümer: das Lenoencnch des Herrn, die Windeln deS Herrn, das weiße Kleid der allerselig-steu Jungfrau Maria und das Tuch deS heiligen Johannes des Täufers in der Sacristei aus ihrem kostbaren Behältnisse herausgenommen, und vler der Herren Nnmerar-Kanoniker nahmen jeder eins dieser Heiligihümer auf die Hände, und traten unter dem Vortreten zweier Akolychen mit dem Capltelkreuze. jeder zwischen zwel Fackeln, welche von den vier Herren Bnigermeistern und den vier altestesten Herren Stadträtben getragen wurden, prozessionsweise in daS herrliche Chor. H,er stand vor dem würdig geschmückten Schanaltare ein Tisch, auf welchem die Kapseln eröffnet, die Ziegel als unverlelZt anerkannt, und die heiligen Gegenstande herausgenommen wurden. Zunächst wurde jeNt das Kleid der allerseligsten Jungfrau Malia auf der Außenseite des Schaukastens an. geheftet, und man stellte einstweilen die drei übrigen Helligthumer auf den Tilch des Schaualtars. Hierauf stimmte das Orchester die Antiphone Speciosa r!» «.omillltt, dlrecc gegen das Leben Sc. Majestät des Kaisers gerichtet war, uud nur durch das Zusammentreffen mehrerer glücklichen Umstände vereitelt worden ist. Paris war heute sehr aufgelegt, tausend und ein Gerücht zu cousumireu. Als Beispiel mag erwähnt werden, daß man Türken und Rl»sen bereits elne ernste Bataille geliefert haben ließ; wo ^ wurde sret-lich nicht angegeben. Die Ueberzeugung, tap ^ord Aberdeen an der Ep»)e deS englischen Cabinets l>ch behanpten werde, trug viel znr Bernhignng bci. ^>e Nachricht, daß die russische Flotte Sebastopol verlaj-sen habe, um eine Bewegung "ach dem Bosporus zu machen, ruhn, wie sich jchc zeigt, von der „Mo^ lung Post" her. Die allseitig dagegen erhobenen Be> denken werden anch durch den Umstand uncerstlml, daß „Morning Post" uncerlasse» hat, ein Datum deö angeblichen Ereignisses anzugeben. ^ Der Municipallach von Paris hat sem ^ayres-budget veröffentlicht. Wir erfahren daraus, dasi die Scadt Paris im Jahre 1852 fur bildende KlnM (Malerei in den Kirchen) die Summe von ii^'w" Fr., für Baucen 2,.'i28.-i?7 Fr. ausgegeben hat, ungerechnet der Bruckenbaulen, und der Reparacnren an Gebänden. Am 2^. d. M. fand die ElN,'el)n»g von drei Fenstern deo hohen CDores am Aachner Mnnster mic einem feierliche» 'Acc Scalt. Ein Correspondent der „I»oependance Beiges erzählt die Vorfalle vor der Opera Comiqne am >>. d. M. Abends >>!>»delmaßen: ./vege.i li Uhr etwa kehrte ich im Wagen ans dc>, Champs Ely' fee's über die Bonlevaidö znlück. Als ich ecwa die Mündung der Chaussee d'Ancm erreicht, wucde mein Wagen von Stadlsergeanten genochigec. umzulenken, und die Fahrt n^chc über die Vonlerards. londern dnrch die Straßen soicznsene:,. Als ich "ich IPäler zu Fuß nach den Boulevards begeben, hörte ich den Hergang etwa so erzähle». Es war halb l l Uh>, alü man bel der Opera Comiqne, die der Kailer be^ snchc hatte, unter der Polizelmamischaft elue bedeutende Aufregung bemakle. Befehle gingen nach allen Seicen. Der Wagenvelkedr wurde ans dem Bl'»le-raid des Italiens von der Chausiee d'Anti» bis znr Rne Richelieu eingestellt. Um N '/. Uhr erschien ei» starkes Peloton Cluasslere "'^ ein anderes vom G'iidenregiment. In>,d kräftiger, als wie ich sie sonst bei solchen Gelegenheiten vernommen habe. Em beabsichtigter Axgriff ans die Person des Kaisers hatte die Vorsichtsmaßregeln veranlaßt. Die beson' dere Einfabrc des Kaisers in die komische Oper geht nach der Rue Marircuir hinaus. Tort wurden drei verdächtige Pe>wnen auf Hennnschleicheu bemeikl. Sie wurden weggewiesen, da sie aber uicht wricheu wollten, schritt man zu ihrer Verhafmug. Sogleich fanden sich ein Duzend andere Personen, welche die Polizeimannschafc umringten, sichtlich um dcn Verhafteten das Entschlüpfen zn erleichtern. Plönlich aber sah sich der Knauel von zahlreichen Polizeiwachen eingeschlossen. Man dnrchsuchce die Verhaftete» ^>»d fand bei ihnen eine beträchtliche Anzahl Waffe», namentlich Pistolen. Wenige Augenblicke darauf drängten sich drei Vlousenleute in den Theacergang, der längs der Rne Marivaur hmlänfc und dessen eine Hälfte der Kaiser durchschreite» mußce, weun er den Ausgang erreichen wollte. Sie wurden augenblicklich festgenommen und dem Posten überli.ftrl. Dieß alles war sl' geschwind und so st'll vor sich gegangen, daß man darln nur ein Znsammenballen l von Menschen zu bemerken glaubte, wie es häufig auf belebten Straßen stattfindet, und in den Umgebungen der Oper wußten die Leute lange uicht, was inzwischen vorgefallen war. Eine Person, die an der Börse ost gesehen wird, erzählte am andern Tage: „Sie selbst habe in der Nahe der Oper ein Pistol aufgehoben, welches offenbar nicht den Truppen oder der Polizeimannschaft angehörte, sondern däs einer der Verhafteten verloren oder ans Klugheit weggeworfen habeu mnßle." Paris, 11. I.,li. Der „Consticutionnel" knüpft an die Erklärung Lord Palmerston's Bemerkungen, welche folgendermaßen schließen: „Die Geschwader, welche Frankreich und England im gemeinsamen Einverständnisse au den Einaana in die Dardanellen l abgesendet haben, sind bestimmt, der Türkei, im FaUe einer Gefahr, zu lhrer Sicherheit einen wirksamen Schul) zn verleihen. In dem Falle, wo der Sultan sich in die Nothwendigkeit verseyt sehen würde, diesen Schnl) zu verlangen, werden sie sich odne Zögeru in die Gewässer vou Coustantinopel begeben. Wenn sie auf die Nachricht von der Ueberschreitung deS Pruth durch die russischen Truppeu nicht den Befehl er» halteu haben, ohne Aufschub die Meerenge zu passlren, so ist dieß nicht wegen Mangel an Energie Seitens Frankreichs und Englands unterbleiben. Es geschah, well sie einen leNten Beweis von Mäßignuq dadurch gebcu wollten, daß sie nicht früher handelten, als das Resultat der ernsten Vorstellungen, welche an den Kaiser von Rußland durch Preußen und Oesterreich gerichtet worden zn sein scheinen, „icht bekannt geworden war. Man darf in der That glauben, daß Schritte solcher Art, welche gleichzeitig von allen westlichen Großmächten geschehen sind, zu einer fried: lichen Lösnng führen werden: und eS ist folglich natürlich, ohne daß man darin eine Schwäche oder ein Schwanken erblicken könnte, abzuwarten, was der Sc. Petersburger Hof anf die einmülhigen uud gleichzeitigen Vorstellungen der westlichen Hdfe ant» worcen wird, anstatt die Sachlage durch einen übereilten Schritt noch mehr zu verschlimmeru. Unglück-licherweise biingt uns heute ein russisches Journal ein officielles Document, dessen Sprache in allen Ge-mnchein das Vermine!» bedeutend ^mindern müssen wird, welches Europa lange Zeit in die Gesin» nlingcn der Mäßigung deS Czaren geseyt hat. Die ungerechten Anschuldigungen, welche sich l>: dem ueucu Ciicolare des Glasen Nesselrode gegen Frankreich und England solmnllrc fände», lassen btfülchcen, daß Rußland die Volstellungeu der europäischcu Machte, nicht in der Weise aufnimmt, um elne friedliche Lösuug zu erleichtern. Aber wenn der Krieg je aus der orien-lalischeu F^age hervorgehe» sollce. so wülde eS iu den Angen der ganzen Welt wohl coustatirt sei», daß uur Rußland ihn gewollt hatte. 'Neuerdings sind Verhastnngeu iu der Ccmplvl» sache der (^»«lil >-<>»!!<>m' vorgenommen worden. Ol'Mn'iwllllicn uud HrlanV Lundun. 1l. Juli. Die „Times" erklärt, Rnsiland dabe folgende Wecze, der jeyigen Lage der Dinge ein Ende zu machen. „Die britische nnd sianMsche Regienmg habeu schon kundgegeben, baß sie selbst die ansa/führtt Drohung der Veseyung der Douausucstenthnmel nickil als uumittelbaren «,'^U5 l„!ll betrachten würdeu. Aber sie we,d,u die Ge» legenheil ergreisen, um eine Unterhandlung zu versuchen. Ungefähr in der Mitte der vtrgana/neu Woche und unmittelbar nach Empfang der Nach» richt, das; die russischen Truppen den Pruch über-schütten hatten, wurde ein Vorschlag von der driti» scheu Regierung angenommen, dem, wie wir ver« mntheu. Frankreich beigestimmt hat uud ein solches Maß von Nachgiebigkeit einhaltend, als die Pforte nach dem Urtheile ihrer Alllirien sich ihm fügen u»o Rußland, wem, es will. es cm'eptiren kann. Die „Times" schließt deu Artikel mic den Worceni „Die dringendste Pflicht Englands wie Frankreichs ist es, die Angelegenheit zu einem unmittelbaren Schluß zu briugen." Telegraphische Depesche«. — (kopenhlisse». 13. Iull. Die Schließung deS Reichstages steht nahe btvor; zweifelhaft ist, ob die Vorlage eines Verfassungeentwurfes stattfinden wird. — PariS, 14. Juli. Au der gestrige» Börse circulircen durchweg ftiedliche Ge>üchce; die leyle No» tilung der llpel-cenligeu Reute war um l> tzent. hoher, nämlich 77, 35. Eines dieser Gerüchre wollce wissen, daß die Türkei dem Ansinnen Rußlands willfahren , sodann aber legeres Cabinet dem ersteren beruhigende Znsicherungeu erihellen werde. Die öffentliche Meinung halt deu Gedanke» fest, daß eine friedliche Ansglelchung für Frankreich uü^llch uud uoch-lvendig sei. — Paris. 1^. Juli. Ein französisches Dampfboot ist mit Depeschen nach Constautinopel abgegangen. Man hält die Differenz so gut wie geschlichtet- England zeigt sich fortwährend einer friedlich«, Lösung gencigt. Die Pforte wird tem Vernehmen nach die russ. Note annehmen, und Rußland w«rd der Pfoce eine Gegennote ertheilen. Gleichzeltig und wohl übereinstimmend damit wird versichert, daß das französisch'englische Vermittlungoproj^cc von Rußland genehmigt werden dürfte. „Pays" brachte (wie wir vorhinein meldeten) einen friedliche.» und beruhigen' den Artikel. ^. London, 15. Juli. Lord Nussel ant.ror-tete auf eine Anfrage o'Israel.'S: F^relch "^ England hätten in der tink.schen Frage P'^H"s<^ gemacht, welche be.den Parteien "'""!)"'!>" "'„„,., dülfteu; die Discussion dürfte uu ehe die Autwort bekannt ""d- ----------— Druck und Verlag von I. v. Kleinmayr und F. Bamberg in ^aibach. Verantwortliche Herausgeber und Redacteure: I. ". «llc,n'«ayr „,w i - AiHanH;ur Lai!lac!)erSeitunH Telegraphischer (konrs »Vericht der Staatspapiere vom ltl. Juli !853, Stnatiuschuldvcrschrcibuiigm . zu 5 p(5t. 94 l/4 detto v, I. l85l Serlc L zu 5» „ „ l07 dctto ...... „^l/2 „ „ «t l/8 D^r!el',n ,'!>< ^sli v, I, »>N4. si'ir Uw ft. . . 2l8 . .. N»U „ . . 132 Aans.Aclik», vr. Stint »408 ,1. u, E M. Actien dcr .llaiscr sseldiücoibs-'.'lurdl'al»» <>! 1NW ,1. <«. M........22UU !i. i»^.M. U^ieu der Wien GllM»ihcr-(5ist»ba!)l! zu 5W st. (5. M. öhnc Coupons . 86« l/4 sl. in (5. M. Acticn dcr O.dlul'urgMi.-Nnisladler ^iscnl'^in zu M)'fi. (5. M. . . . li>4 ft. in<3.M, Actien d.r ^ittvr. Dona»'Dampfschifffahrt ustcrr. Lloyd inTricü zu 500 il. C. M....... >dn> (5,i!,, («»id, lN9 1/» lift', Franls'N' .',M,. U!>r <^<» !>, sxdd, ')ln ) tins W >hr, !»l 2^ !/2 !i, ss»s., l",m. » ,09 Vf. » M >>><,!. Hami'i.l». !»r Nw Matt 'Umnl'. Ouldni 81 l/4 Vf. 2 M'»al. VlUN'», sin l Wind Httlli»,,. ^,!,^.» l<>'»5'/2 !l Ml)nat. M'il.ixd, fxr:w<» O.N.n>!ch. Vi^. 5, !()'.> l/8 Ai. H M^li,,!. Paris. ü»<» ssrautsn . , Guld «2l> l/4 As. 2 M :, ,. Oolaosl, fill 1 (Hlildeil . . pm,! 2.',l ^l l T. Sichi. Oolb- »»d Sill'll ft',!ilsf l'»„, l,',1.^' .... l5?/8 ,.',5/6 °.tto »ta»d' dtl' ., . '. . . >55/8 <5:l/« (F«!l1 ,l »lln'»sd^n's ...... — 8.44 Oouverai»6i''or's ., .... — 15. > 7 Äuß. Imv'rial ...... — «».1 'Vricdrlchl'c',.'»'« ...... - !>.!! !n>s „ . . . . — l0.7»l Ellberaqio ........ 9!!/«- 9 l/'i Li. K. Lnttl'.;irl)ungen. In Tri.'it am l«. Juli IK53: 84. 77. «!>. 3l. 89. Dic nächste ^iei/lüg wird am 27. Juli !85>3 in Tl'lcst gchlltcn ncr^el,. Getreid ' Durchschnitts - Preise in llaidach an, !,j, Juli !85.l. Marklprcise Magazins ____________^ j fi. j kr. Isfi. ^tr, Weize» ... -. -^ ! 4 48 Ktlkllllltz ... — — ! Z 40 Halbsllicht . . — — ! 3 48 Korn .... — ! 3 öl» Geiste .... 2 41 z — — Hitse .... — — j - _ Heiden ... — — ! .", 20 Hafer .... l 54 2 — Z. «007. Nr. Häusern dei Gelegenheit des Kirchw^ysest^s. Die, Verhütung größeren Schadens war wesentlich der! schnell hnkeigeorachten Feuersplihe vom Bahnhöfe, unter der Leitung dls k. k. Bahnanns« Officialen Hnr»» Nedcnführer und u»ter tha-t'ger Mitwirkung dcS k. k. Bahnamtu Officialen Herrn Relenowsky, so wic dcr entsprechenden Verwendung zweier ebenfalls herbeigeschafften Feuerspritze» des löbl. Stadtmagistrat.s ^aibach, rann der eifrigen und umsichtlgln Bemühullgcn deS Herr« Glullani und anderer ungenannt sein wollender Bewohner Laibachs zu verdanken; weßhalb dafür un Namcn dcr verunglückten und gefährdeten Bewohner von ^.^^ hiemit öffentlich der wärmste Dank ausgesprochen wird. H. k. BezlrkshauptmannschaftLaibach am ll. Juli »853._____________ Z. 357. :« (2) Nr. ^527. Kundmachung. Am 30 v. M. zwischen 8 Uhr Früh und 2 Uhr Nachmittags wurde ein Geldbetrag von beiläufig lltt di6 l!2 fl. <3. M., welcher sich in einem Büchel, enthaltend: die »Belehrung über die Grundentlastung im Herzogthume Krain", befand, verloren. Der redliche Finder wolle diesen Geldbetrag gegen Entgegennahme des gesetzlichen Findcrloh-nes Hieramts deponiren. K. k. Polizcidilcction zu Laibach am 15. Juli 1853. Z. 966. (3) Nl. 35,6, Edict. Aon« k. k. Bezirksgerichte Senosctsch wild hier-mit bekannt gemacht: Es sei von diesem Gericht.,' über das Ansuchen des Hrn. Lucas Ulle von Niedeidorf, gegen Johann Molk uo» Landoll, wegen schuldigen 107 fl. M. M, c. 5 <-„ in die ercculivc öffentliche Versteigerung der, dem Lrtztcren gehörigen, im Grundbllche der vor mall'gcn Hcilschast lluegg 5ul> U>b. 9lr. 1^2 vor-tommeildcn Rccilitat, im qcrichtlich crhodencn Schäz-ziinguwcttdc von 47!»4 fi^ 10 kr. M. M. gcwlUi gll, lind zur Vornahme derselben yicramts die drei ^clldictungs'T^gsatzungcn auf dcn 22. Juli, »nil den 23. August und aus den 23. Scptrmver «85 3, jedesmal ^olMllta^s von 9 bis 12 Uhr mit dem Anhange bestimmt worden, daß diese Realität nur bei der letzte» aus den 23, ^epicmbcr 1853 äuge-dciitcten Feillncluilg bei allenfalls nicht erzieltem odcr ubstbolmcin Schätzungswerthe auch unter demsclbci' ^n den Meistbietenden hintaugcgcdcn werde. Die Licitatwiisbediiignifse, dcis Schätzungspior locoll und der Grundbuchsextr^ct lönocn bei diesen Gerichte in den gcivöhnlichcn Amtsstunden eingesehen werden. Senosstsch am 20. Mai 185)? Z. N50. ll (3) Kundmachung. Von Sclte des illyrlsch - mner-österrctchlschen Beschäl- und Remon-tirungs-Departements-Postens Scllo werden am 23. laufenden Monats um 10 llhr Vormittags am diesigen Congreßplaye unweit der Sternallee drei Stück alte, brauchbare, zweisitzige Dicnstkalcschcn gegen gleich bare Be-Zahlung an den Meistbietenden öffentlich veräußert, wozu Kauflustige zu erscheinen vorgeladen werden. Laibacl) am 12. Iull 18Z5 Z lW5 (l) Bitte zu lesen! Das in Croatien, 4 ^ Meilen von Waras? din, I '/^ Meilen von Kreutz, 7 Meilen von Agram, an der gut conservirten Kreuh-Waras« diner Landstraße vortbellh^ft gelegene Gut Zc>-^lx>^v<,, mit W osterr. Joch Aecker, 23 Joch Wiesen, «2 Joch Weingarten, 5 Joch Haus-, Hof- und Gartengrund; mit fixen Einkünften von 5W Elmcr Bergrcchtweln, 430 Kapauner, Kl5<» Stück Ei^r und 40 ft. Bergzins; ferner mit bale», von Jahr zu I.chr v^rmehibaren Einkünften von verpachteten Grundstücken, im Belaufe von ii?2 st., mit den conlrattmäßig stipulirten Reve« nüen zweier Mül)len, im Betragc jäh,!, 533 st., mit der Arenda eineZ Wirihbhaus^s von jahrl. ttU si., endlich mit der für den wirthschaftlichen Bedarf unentgeltlicden s'chmidc^rbeit, im Werthe von jahrl. ^,j fi., s,i,nmt den a/räum'gt'n Wohn- > und Wirchsch^flsaebäud>'n, Holz-, W.-de.-, Oichelnr Nutzung«.,- und Sckanküicchte, wird aus