LmbllcherWMtlmg. Nr. 83. Pränumeiationsprlis: Im Comptoir nanzj. st. Il, haldj. sl. 5.5.N. Filr die Zustellung ins Ha»e h.ill'j.5»lr. Mit dcrPost gu. Inserlioisftcmpcl icbcsm.30l». 1866. Amtlicher Theil. ^ < ^c. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-M)stcr Entschließung vom 2. April d. I. dcn General. °"sl'l i» Aclgrad Rudolf Ritter u. G ö d el. La nnoy ül»n Präsidenten der Zcntralscebeho'rdc allcrgnädigst zu cniciwcn geruht. ! . Zugleich geruhten Se. f. k. Apostolische Majestät, ' °"n ersten Rathc dieser Veh^rde Instus (5onti Ritter .' ^kdassamarc iu Alicrlcmiuug seiner eifrigen und ' leu ergebenen Dienstleistung den Titel und Rang eines ^Nalhcs allcrgnädigst zu verleihen. ... Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller- ! Mter Entschließung vom 7. April d. I. zu Ministe« Mekrctnrcn iin Finanzministerium den disponiblen Mi- ^ 'Nttialsclrctär dcS bestandenen Ministeriums für Handel, "ovcrbc und öffentliche Vautcn Moritz Dobler, den ^'»anzrath uud Lcitmcritzer Finanzbczirlsdirektor Gnstau 'la Ritter von Ottenfcld, und zwar diesen unter ^'^citigcr Verleihung des Titels und Charakters cineS ?^fiuauzrathes, dann dcn Finanzrath der niederöstcr-fischen Finanzproluratur Dr. IuliuS Ficrlinger "^'gnädigst zu ernennen geruht. .... Se. k. f. Apostolische Majestät haben mit Aller« Elster Eulschlicßuug vom 25. März d. I. dem Pfarrer "b Dechcmt zu Mislolcz Joseph Äcller die Titu< "lalilci „!it':,!lw ^lnrilu> vil^iui.^ c, Gcschichlc und Statistik an derselben Lehranstalt '"gnädigst zu ernennen geruht. Der Slaatsministcr'liat den Coadjnvatorc der Nni-^lläti«'.9 scslcMM ,r>erdm; — gültic; filr die gnu^e Monarchie mit?luönahme des lom-l'ardisch'Ucnezianischni Königreiches uud DalmatieuS; Nr. 42 die kaiserliche Berordnnna. vom 29. März 1866 über die Ermäßigung der Vergwerlöabgaven; — gillig filr das ganze Reich; Nr. 43 die Ministcrialverorbnung der Ministerien dcö Aenszern, deö Staat^ministerinlnS, dann der Ministerien der Finanzen, der Polizei nnd dcü Kricgöwesenö uom 2!». März 1866 über den Beitritt dcS Herzogthuiuö Holstein zum deutschen PasMrtcnvcrcin; Nr. 44 die Kundmachnng des FinailzministrriumS vom 4. April 1866 nbcr die Ermächtigung dcö Ncbenzollamtcö zweiter Klasse in GiesMlicl zur Äuölrit^behaudlung r>ou Vur. Vom l. l. Nedallion,?» Vnrcan des Ncich^gcsetzblatte?. Richlamllicher Theil. «aibach, 14. April. Was die Dnrchfilhruug deS preußischen Bundes« l reformantrages betrifft, so tappen wir bisher noch immer in dem nämlichen Dnnlcl umher, wenn wir nicht die-jcniacn Mittheilungen als richtig annehmen wollen, welche behaupten, der Zwcck dieseS Antrages sei auf uugchindcrle Durchfilhruug der Auuefiouötcndcnzcn in Norddentschland nnd Unlerordnnng desselben unter das prcnßischc Militärrcgimcnt acr>6)tet. Wir finden daher die Erörtcruug der „C. Ocstcrr. Ztg." sehr gegründet, welche sagt: „Der preußische Antraa auf VundcSreform steht bis jetzt über jeder Kritik. BundeSrcform — cin schweres Wort, aber auch cin vieldeutiges Wort, und wo ist die Leuchte, die die Wege und die Ziele Preußens zu crhcl« leu vermöchte! Verciutc Mitwirluug der Regierungen nnd der Völker, keine Oltroyirung ciucs ncucn Deutsch« lauds, aber auch nicht seine Anfrichtuug durch ein lou-stituircndcS Parlament — das sind die einzigen Halt. punkte für daS uncingcwcihtc Urlhcil- Aber waS sonst? „Wir wollen nicht dem Argwohne Ranm geben, der ganze Antrag, gleich Mincrven in voller Rüstung dem Haupte Jupiters entsprossen, bedeute nur cincn ncucn Schachzug der preußischen Politik in der Herzogthümcr« frage und sei wesentlich nnr darauf berechnet, das seither mit souveräner Verachtung behandelte deutsche Rational« acfühl dcr Erweiterung der bekannten „Machtsphäre" dienstbar zu machen; wir nehmen ohne Weiteres an,, daß dicscr Antrag dcr Durchbruch dcS glühenden deutschen Patriotismus, den Graf BiSmarck bisher im verborgensten Winkel seines Herzens sorgsam gepflegt, daß er für Deutschland die Krönung des Gebäudes ist, welches man in Prcußen selbst bis auf die Fundamente abgetragen. Aber wünschen müssen wir allerdings nnd vor allem, daß Preußen sich schon jetzt im Rathe dcr Rc< aicruugen darüber auSsprcchc, in welcher Weise cs die sicher auch von ihm angestrebte kräftigere Gestaltung Deutschlands mit dein unaustilgbaren uud berechtigten SclbständigkeitSgesühl dcr verschiedenen deutschen Stämme in Einklang zu bringen gedenke, und sodann, in welcher Weise eS dem neuen Bundc die Garantien derjenigen unverbrüchlichen Buudcstrcuc zu bieten sich herbeilasse, welche cS dem alten Bnndc mchr als einmal vcrsageu zu müssen geglaubt. Erst wenn diese allerersten Vorfragen erledigt worden, wird sich weiter reden lassen." Sehr bcachtcnSwcrth düukt uuS auch die tclegra« phisch gemeldete Resolution des N ation alv c re ins in Berlin, welche daö Mißtrauen gcgcu das Bis« marck'schc Kabinct offen hervortreten läßt, indem sie erklärt, die Bundcsreform lönnc nur unter eincr Staats« lcilnng zum Ziele geführt wcrdeu, welche daS Vcr« fassuu gö recht des eigenen Landes unbeschränkt verwirklicht. Ferners spricht sie sich anSdrücklich gegen die gewaltsame A uncxio u der Hcrzoglhümcr aus. Iudesscu dürste die preußische Di« version Oesterreich nicht von dcr Aufmerksamkeit auf die Heizogthümcrfrage ablenken. Die „Köln. Ztg." selbst erkennt cS als die nächste Sorge, daß der traurige Zwiltcrznstaud zwischen Krieg und Frieden aufhöre. Sie gibt zu, daß Oesterreich von Preußen die Rückgängigmachung dcr Rüstnngcu fordern dürfe. Sie fagt we« uigstcuS: „Mit einem stehenden Heere von 210.000 Mann brancht man sich vor AO.OOO Mann an dcr Grenze keine granen Haare wachsen zn lassen. So viel ist gewiß, daß so ziemlich die ganze Welt der Mcinuug dcS Frauk-furtcr Senates ist, dcr e> klärte, cr glaube trotz aller Truppcuaufslclluuacll schlechterdings uicht darau, daß Oesterreich Krieg auznfaugcu wünsche." Wir verzeichnen diese bedeutsame Stimme t ein Dichter Deine Stirn umflicht. "Mem Wohllaut soll dicS i!icd ertönen ^u° jcdcn Mißton, der daS Glllcl Dir stört, ^ °U cs mit seinem reinen Mang versöhnen! Ui», ^ ^' ^^ ^^ blmu'^ umlränzc ^' ^'c ich einen Demant nenne, werth, u cr in dieser gold'nrn Fassnng glänze! <3en>> s!ss . ^ na) Mtln Ange nach dein Deinen wendet, Lns,' -^ ^""p"' dann nicht nicdcrsiufeu, Au« !>"'^ ''^ ^""^ schan'n, die himmlisch blendet, Die ^. "" ^lauz dcr Lieder schönste winten. O las' ^^'^' ^" "" De'" Auge spendet, Das s -^ '"'^ "' "^^" ^"l>c" triuleu, Q ^""""lolicht, dae nur Dein Vlick entsendet, "es IM uud ohne Schatten blinken l Die"^ ^ l!°ld'nen Liederschätze heben, In Doi ^"^ "'" t'^« Mccrei-arnude "neu wundervollen Anlzen leben. Und was aus Deinem helle» Sonnmblicle Ich mir an Perlen las in Eincr Stnnde, Geb' ich m tausend ledern ja zurücke I III. Ich war ans dunkeln, einsam wilden Wessen, Wie sie Verzweiflung sich durch Oedru bahnt, Da lamst mir D«, mein Wundcrhold, entgcgcil Und Dn ergriffest leitend meine Hand. Es war dcr Tugend heil'ge Macht, ihr Segen, Was mich an Deine saufte Führung band, Uud sich! au Deiner Hand, auf diesen Wegen Erschloß sich mir cin souuig Zaubcrland. Weißt Du, mein Wundcrhold, daö Land zn nennen, Das unserm Alicl sich leuchtend anfgcthan, Das Land, dcm leinS im ganzen Weltall gleich? O lomm', ich filhrc Dich, dn sollst es tenucn, Und sei eö Manchem auch, nuö ist'ö lciu Wahu: Dcr reinen Liebe unvergänglich Reich. lV. O komm', ich will Dir seine Wunder zeigen, Die Blnmen all', die in dem Eden Iilüh'u, Die Sonnen, die aus seinem Mcere steige», Die Perlen, die i» seinem Grunde glilh'u. Die Lieder, die anS dnst'gcr Vänmc Zweige» Hinanf zum immer heitern Himmel zich'n, Die Wälder, die sich Deinem Odem bcngen, Die Blitze, die aus diesem Himmel sprilh'u l Du sollst die Wunder alle, alle sth'u, Die ahnend lanm sich Dciuc Seele malte Uud die im Zcilcnstrom nicht untcrgeh'n. Dn sollst sie sch'n im souucureiue» Licht, Daö mir auü Deinen schönen Augen strahlte Und sich in tausend hellen Farben bricht l Gine Grazer Studentengeschichte aus dem x^ «5. Jahrhunderte. Nach handschriftlichen Quellen vou Aruold kuschln. Der AOjährigc Krieg, dcr so vicl dcS Unhcils übcr Dcutschlaud gebracht, daß cö viclc Iahrzehcutc hindurch daran gelitten, hatte auch auf daö Nnmcrsitntslcbcu mehrfach störend eingewirkt. Gar mancher Vrudcr Studio ucrtauschtc, was damals nicht vicl bedeutete, die Feder mit dcm Schwerte (ich criuncrc au die Pragcr, als es galt dcm Schwcdcu, und 1683 an die Wicucr Studcu< tcu, da es galt dem Türkcu Trotz zu bictcu), ward uud blieb ciu Kricgcr. Allciu — uud dies war die üble Kchr-^itc — auch die Liederlichkeit dcs ^agcrlcbcnö fand Ein« gaug untcr dcn Muscusöhucn. Alutigc Itaufcrcien, sclbst Mord und Toolschlag waren damals nichts Ungcwöhn« lichcS. Es ist dahcr b.-grciflich, daß zu dicscr Zcit all« gemein übcr die ^tuocuten geklagt wurdc. Daß cs auch auf uuscrcr Grazcr Hochschule um jene Zeit nicht besser zuging, mag folgende aktcnmäßigc Geschichte darthun, die einem Gutachten 'dcr iuncröstcrrcichischcn Ncginung an Kaiser Leopold I. entnommen ist. Anfangs 1075 erhob sich untcr den an dcr Grazer Universität stndircnden „Nationen" (Vorläufer dcr bis in unsere Tage hiuabreichcndcu Landsmannschaften) der Tiroler und Kraincr cin bedeutender Zwist, dcr, wic cs im Originale, dcsscu Wortlaut ich so viel cs thuulich beibehielt, heißt, „folgendes zu uutcrschicdlichcn Krakchl, Häudcl und muthwilligcn Afsrouliruugen" führte. Uutcr deu Kraiucrn bclhciligtc sich cin gewisser Franz Wcy-nacht iu hervorragender Wcisc darau, trug jcdoch bci einem solchen Nmlfhandcl einige „Viaulfchcllcn" vou cincm Tiroler Namcns Johann Slraßcr davon. Dies erfüllte ihn mit solcher Nachgicr, daß cr im Immer 1675 cineS 574 recht einen durch das bonapartistische Regime ziemlich verbrauchten Köder hinzuwerfen. Oesterreich. Wien, 12. April. isrsl Es ist nicht anznuehrncn, daß der preußische Premier mil dem Erfolge scincö neuesten Coups, den er in Frankfurt in Szene setzte, bisher allzu sehr zu» frieden sciu werdc. Vor allem, in so weit es sich um eine allenfalls beabsichtigte Pression auf das hiesige Kabinct handelte, muß dicsc Absicht als ciuc vollkommen verfehlte augcsehcu werden. (5s wird wohl keines be-sondern Beweises bedürfen, daß man hier bcrcitS am 6. d. M. von der prcußischcrscits in Frankfurt zu stcl-lcndcu Mission vollkommen gut unterrichtet war. Nichtsdestoweniger läßt die österreichische Notc vom 7. d. M. weder in Form noch Inhalt errathen, daß diese Wissen« schaft auf die maßgebenden Kreise einen dcprimircuden Einfluß geübt hätlc. Aber auch die Aufnahme, welche die von Preußen angestrebte Bnndcsrcsurm im großen Publikum fand, dürfte den iu dicfcr Beziehung gehegten Erwartungen nicht im Entferntesten entsprochen haben. Diese Al'fnahmc war im Norden wie im Siidcn kine gleich flane, eine gleich vcrlrauenslosc. Was die hiesigen finanziellen Kreise betrifft, so be- ! trachten dieselben die Lage als eine dnrch diesen Zwi-schcnsall wcdcr im guten noch im bösen Sinne vcrän-derte. Wcun aber uuscrc Börse nichtsdestoweniger heute eher eine Neigung zur Baisse zeigte, so kam dies sclt« samcrwcisc einzig nud allciu daher, weil der Berliner Markt nach dem vou gcstcru gemeldeten Knrsc eine ziem» lich uucrwartctc Vcrlaufslust cm deu Tag legte. Jene Gerüchte iiber bevorstehende Fiuauzmaßrcgcln, deren ich bereits in mciuem lebten Briefe erwähnte, nnd welche seitdem der Gegenstand so mannigfacher Erörterungen iu uufcren Journalen wurden, sind seit gcsleru Nbcud wieder verstummt und die finanziellen Kreise scheinen geneigt, die uuter andern ventilirtc Frage wcgeu ciucs auszugebenden StaatspapicrgeldcS zum mindesten als vertagt, wo nicht als gänzlich beseitiget und gegcn^ standolos geworden zu betrachten. Ob diese Anschau« uugsweise einige Berechtigung für sich habe oder nicht, weiß ich nicht zu sagen. Gestern Abend um 10 Uhr starb hier nach fast halbjährigen, unsäglich schmerzhaften Leiden die laiscrl, lönigl. Hofschauspirlcrm Frau Iulic Rettich, gcboruc I Glcy, Hiilglicd vieler Kunstinstilutc und Wohlthätig« leitsaustaltcn. Frau Iulic Rettich, gcbornc Glcy, geboren im Jahre 1804, ciuc Schülerin Vudwig Ticcks, betrat in den zwanziger Iahreu zuerst als Margarethe Western in Ifflauds „Hagestolzen" zu Drcsdcu dic Bühue. Bald aber zum tragischen Fache übcrgchcud wurde sie im Jahre l^.'l<> an die Stelle der berühmten Sophie Mülleram hiesigen Hofburgthcatcr cugagirt, wo sie sich rasch znr ersten deutschen Tragikerin entfaltete nud eine! würdige Nachfolgerin der großen Schröder ward. Am 17. September vergangenen Jahres betrat sie als Porzia! iu Shakespeare's „Julius Cäsar", wenn ich nicht irre, das ^ letzte Mal die Bühuc. Ein lödllichcr Brustkrebs streckte die alö Künstlerin wie als Frau gleich bewnudcrnswcrthc Erscheinung auf ein langes Schuierzenslagcr, vou dein sie gestcru nach kurzer Agonie der Tod befreite. Wien, 11. April. Die Ncklamaliou der „Nordd. Allg. Ztg." betreffs derAffairc de ö G r afcn Wal-dcrfec fiudct ihre Abfertigung in der heutigen „Presse" wo es wörtlich heißt: „Recht sonderbare Schwärmer sind sic, die preußischen Offiziösen. Sie verlangen uicht uur, daß die guten Ocstcrrcichcr den beständigen Drohungen und Provokationen Bismarcks gegenüber die Ruhe des Wci-scu bchalteu und was auch kommen mag über sich ergehen lassen sollen — sie mulhen Oesterreich uichts Gc-riugcrcs zu, als daß es preußischen — Spionen Thür uud Thore öffuc, sie mit Ehreu empfange und mit Auszeichnungen entlasse." 2luf die Drohung, welche die „Nordd, Allg. Ztg." dnrch den Passus einstießen läßt: „Welche Maßnahmen das Verfahren der österreichischen Regierung gegcu cincu preußischen Offizier iu Prag für' reisende Ocstcrrcichcr in Prcußcu zur Folge habcn mnß, dariibcr wird ohne Zweifel die königliche Regierung ihre Entschlüsse fassen" — erwidert das obige Blatt? „Man wird das mit Ruhe abwartcu. Spioucu gcgcuübcr wird der preußischen ilicgicrnng niemand die Hand binden wollen. Wie übrigens die „Nordd. Allg. Ztg." darin, daß die österreichische Regierung cS nicht dulden will, wenn ein Offizier ciucr Macht, von welcher sie mit Krieg bedroht wird, Pläne der Festungen Oesterreichs au Ort und Stelle zeichnet, das Streben erblicken kann, Rüstungen zn verheimlichen, möge dieses Blatt vor dem gc-suudcu Menschenverstände verantworten. Pest, l0. April. „Pcsti Hirnöl" bringt folgenden, von Abraham Gyurly unterzeichneten Artikel: „Zu den iulcrcssauttstcn politischen Anomalien gehört unstreitig unscr Landtag; denn er beweist faltisch, daß ein durch die Bevölkerung eines Maudes frei und ohne jede Höhcrc Einmischung gewählter Rcpräscutantenkörpcr nicht ein untrüglicher Gradmesser der wirllichcu Stimmung der ! Nation ist. Alle diejenigen, die nicht so viel Partei« disziplin habcn, nm aus bloßer Dcfcrcnz gcgen andere ihrcu cigcncu gesunden Verstand zu pcnsiouircn uud selbst gegen mit Händen greifbare Dinge taub nnd blind zu sein, alle, dic den Willen h^bcn, ja cS auch wagen, zu sehen, zu höreu, zu denken und die freie Meinung, dic individuelle reine Ueberzeugung nicht für Valcrlaudsucr-rath halten, alle diese werden, sobald sie von der uur schwache Augen blendenden glänzenden Oberfläche in dic Tiefe der Dinge eiudringeu, die Wahrheit der obcu auf« gestellten Behauptung auerlcuneu und den Grund derselben von selbst siuden. Es ist allgemein anerkannt, daß die Bcsciliguug der durch dic 1848er Gcsctzc noch nicht abgeschafften Dcputirteu'Instruktioncn bei uns im Verhältniß zwischen der Nation uud dem Parlament eine Vcraudcrniig von ungehenerer Tragmcilc helvor-gerufen hat, indem die Nation dadurch ans den Angeln gehoben uud iu eine verkehrte Stellung gebracht wurde; denn während früher der Deputirtc vom Augenblick sciucr Wahl au vom Willen seiner Wähler abhängig wurde, hängen jetzt die Wähler vom Augenblick der Wahl an vou dein Deputirteu ab. Die Folgc dieser Um« Wandlung ist, daß das iu Wahlbezirke eingetheilte Land jetzt einzig und alleiu auf das Zustaudcbriugc» des Par« laments rcstringirt ist, denn nur so weit ist es ein Faktor; ist das einmal geschehen, so hat cS aufgehört, ein Faktor zu sein. Das Haupt- und man kaun sagen das einzige Argument des parlamentarischen Systems besteht darin, daß, während es ciucrseits der Nation das Mittel bietet, iu allen wichtigen Fragen cu »m,^ durch ihre Dcputirtcn ihren Willen direkt kundzugeben, ^cS andererseits dic Regierung in die angenehme Lage ! bringt, daS Schicksal der Monarchie mit aller Gewiß' hcit nach dem Wunsch der Völker zu lenken. Aber dieses z Argument steht uur so lange, als es dicscn Bedingungen ^entspricht; denn sobald das Parlament auf tendenziöse 'erkünstelte Weise, wie es bei Kreiruug der 1846er Gc» setze geschah, auS sciucr Stellung gehoben ist, hat cs ^aufgehört, seiner Bestimmung zu entsprechen; denn so' 'bald es aufgehört hat, der Dolmetsch des Nalionalwillci's zn sein, kaun es auch für dic Regierung uicht mehr maßgebend sein. Unter allcn Umständen aber muß c!>^ kluge, voraussichligc uud dcu Kouslitutioualismlis cms' richtig wollcudc Regierung daruach trachte», über dierciü^ uicht iuftucuzirtc Mciuuug der überwiegend großen Mehl" ! hcit des LaudcS fortwährcud in Evidenz zu sein und zu ! bleiben ; denn nnr fo kann sie dcu Erwartungen genM!, ! welche der Thron nud dic Nation au sie kuüpfcu. 2M ^ 1848 forgtc daS Gcfetz dafür, daß die Komitatc ih" !Deputirteu mit Iustrultioucu ucrsahcu, dafür muß D '(bis der avitischc legale Usus der Iustruktioucu wicdtt hergestellt wird) die Regierung sorgen. Es leidet lcilll Zweifel, daß dic Lage sich wcseutlich verändert, crfchww ! hat. Während bei ihr früher die größte Passivität z» ! entschuldigen war, wäre diese jetzt gar nicht mehr mou' ! virt nnd sogar fast ein Verbrechen zu ucuucn. Es gclMl !schr wenig Scharfblick dazu, um eiuzuschcu, daß ciüe Regicruug, welche uutcr solchen Verhältnisfcu mit dcN Händcu im Schoß die Ereignisse abwartet, ihrcu Zwc" ! dcu mit der wirklichen Stimmung dcS Bandes übereil stimlucndcu Ausgleich uicht zu Staude bringcu und ih^ 'Zcit höchstens mit dem Versagen von Uuinöglichleitc'' uerbriugeu wird. Uutcr solchcu Umständen ist es aM nicht schwer zu beweisen, daß es auch iu Zuluuft lwl ein Mittel gibt, dicsc Ucbclstände zu heilen, uud das ist nichts anderes, als die wirkliche Stimmuug dcS La»' dcs. dic mau stets nur vor den Wahlen untrüglich l)"' auöfindcu kann, zu crkeuncu uud dieselbe bei Geleges heit der Wahlcu (durch dcu Einfluß der Regierung lll>, die Wahlen) gcllcnd zu machen. . „ -A<,ra„l, '.), April. In cincm mit „Horror Austn" übcrfchri'cbcncu Artikel bespricht „Svict" die hie u»v da zum Vorschein kommcudc Krankheit der Pcrhortt^ zirung Oesterreichs als cincs Staates nnd beweist s^ dann aus deu Machtverhältuissen sowohl der dcu Kro^ ten stammverwandten als auch der fremden Nachbars lcr, daß gerade für Kroatic» der Abstand Ocstcrrclch' uneutbehrlich sei. Weun mau aber dic ^'othwcndig^'' Oesterreichs als Einheitsstaates ciusehc, so müsse M"' die Bcdiugnugeu seiner Existenz zugeben nud übcrha>>^ die Orgauisiruug Oesterreichs, wobei Kroatien als gle>^ berechtigtes Königreich uebcu audereu Königreichen ^^ stünde, zu beschleunigen trachten. Ausland. Aus Verlin, 8. April, schreibt cm ssorrcspoilde»l dcr „A. A. Z": „Auf's bcsliiumlcste vermag ich ">"^ ulchr zu versichern, daß iu nusVrm auswärtigen M," stcrium ciu Bericht dcs Grafen u. d. Goltz über ">' Unterredung, die derselbe mit Herrn Drouyu dc A)l>) ^ zn dein Zweck gehabt hat, ihu von dcr aggressiven " > sicht Oesterreichs gegen Preußen zu überzeugen, cwg « troffen ist. Graf v. d. Golh meldet jedoch, daß sc" « Abends, nachdem er zuvor wie gcwöhulich iu dcr Lita»' nci gcwefcn, in Gesellschaft mehrerer Genossen auf dem Platze dem Straßcr auflauerte, den ruhig Heraukommcu-den „ausläuktc" uud uach kurzem Wortwechsel mit dcr uutcr dem Mantel verborgenen Pistole niederschoß. Weynacht ergriff nach dieser That die Flucht zu dcn Augustinern uud fand bort Gclegcuhcits, vollends zn cutkommcn, während sein unglückliches Opfer acht Stunden uach dcm Schusse mit den h. Stcrbsalramcnten versehen — verschied. Einige Zcit später reichte dcr Vater dcs Mörders, Mathias Weyuacht, ein Gesuch bcim Kaiser Leopold I. um Begnadigung sciucs Svhncs ciu. Die Begründung desselben liefert ciucu schätzbaren Beitrag znr Kenntniß dcr damals herrschenden Rcchtsanschauuugcn. Nachdem cr vorerst sich bemüht, dic That sciucö SohucS als einen Alt dcr Nothwehr hiuzustclleu, führt cr als weitere Gründe für die Pardonuiruug dcs Thäters an, daß ja dcs Gc« luordctcu Mutter, mit dcr cr, Mathias Wcyuacht, sich abgcfuudcu habc, selbst um Begnadigung bitte, und daß dcr Mörder zur Zcit dcr Verübung der That crst im 17. Lebensjahre gchandcn sei. Zudem wäre ja dcr Gc< inordctc audächtig nnd aufcrbaulich uach Empfang dcr h. Sterbesakramente gcstorbcu; überdies habc dcö Sup-plikautcn Vater, Mathias Wcyuacht, als cr 1l'30 Stadt-richlcr iu Kraiuburg gcwcscu, dic „Guad" gehabt, dic damalige römische Kaiserin Maria, da sic von Spa-uieu nach Dcutschlaud reiste, zn bedienen, ja derselbe sei später sogar als kaiserlicher „Guarda Robba" bis nach Wien nud vou dort nach Madrid gereist, woselbst cr gestorben sei. Als schließlichcn und gewichtigsten Gruud führt Bittsteller au, daß „bis anhcr noch keinem auö sciuer Frcuud« schaft ein solches Unglück wicdcrfahrcn sei, sondern daß sich alle Verwandte nicht allciu ehrlich und redlich, sou-' dcru auch ganz friedlich uud cinig verhalten hätten." Diesem Gesuche war ciu Gutachten „derer von Gräz" (dcr Gemeinde) beigeschlossen, welches auS dcu Grüudcn, „da Franz Wcynacht vom Straßcr augcgriffcu uud mit Maultascheu traktin worden, Gemordeter die Schuld dcs Raufhandcls auf sich gcuommcu, dcr Vater dcö Thäters sich mit den Augchörigcu dcs Opfers vc-rcils ausgcglichcu habc und ein aller, in Ehren verleb-ter nud wegen seines getragcucu Amtcs und gclcistetcu Dici'stc wohl verdienter Manu, auch dessen Sohn ciu wirklicher Kapuziner sei uud Sr. kaiserlichen Majestät an dcsscn Bruders als Dcliqucutis Tod nichts gelegen scin könne, endlich j^apwr moäorua« ^udl^^ 1:wtiU:^ dcr kaiscrliä)cu Hochzeit Frcndcn seine gehorsame, jedoch gauz uumaßgcblichc Ansicht dahin erstattete, daß dcm Franz Wcyuacht ein Uuivcrsalpardou crtheillwcrdeu möge." Dies Gesuch sammt Gutachten fertigte dcr Kaiser dcr inncröstcrrcichischcu Regierung zur Berichterstattung zu. Dicsc riclh ablehucud ciu, iudcm sie vorerst dic Eiu* gaugS crwähutc sachgctrcue Erzählung vorauschicklc uud als bcsoudcrs erschwcrcud den Umstand hervorhob, daß dcr Thäter sich strenge verbotener Waffen bedient habe. ES nehme überhaupt iu Graz, bcfondcrö nutcr den «3tn-dcutcu, iu ciucr mit dcm Aufchcu dcr Stadt gar nicht verträglichen Weife dcr Mnlhwillcn und Unfug übcrhaud. Allgcsichts der kaiserliche,, Ächördcu werde mit frcvcnt-lichcr Vernichtung uud Verschiinpfung der landesfürstlicheu Mandate und Gebote mit „Pistolen, Röhren (Trombone?) uud audcrcu so hochvcrbotcucr Gewehre" bei Tag und nächtlicher Wcisc vicl hcrnmvagirt, allerhand schlimme nud ärgerliche Iusolcuticn, Rumor nud Händel angefangen und verübt. Die Wachen würdcu öfters beleidigt, selbst scharf angegriffen und von ihrcu Posten verjagt, sehr oft geneckt und mutwilliger Wcisc allarmirt. Auch würden iu den Gassen nud auf dcm Platze zur A'^ ticfstcu Nachtruhe theils „ftngirtc Tumulte" mit Schief Drgcuschleifcu, leichtfertigem Geschrei und anderen „l>o hastigen Scurulitätcu" angefangen, mitunter aber "> erschreckliche Gotteölästcrnugcu , blutige Zusaiumeüsl^ ' Ausfordcrungcu, Ducllc uud mehrmals fclbst freveutl'^ Mordthaten begangen. Als das weitaus Bedenklich!" >^ aber zu erachten, daß bei so vielen in nud außer dcr Stadt» handcnen Klöstern nnd geistlichen Orlcu die Tnmulma» leichte Gclcgcuhcil haben, sich in ein folchcs ^^ .,,, begeben, „allwo sie auch gleichsam willkommen u"b , bedenklich augcuommcn nud erhalten werden, auch ^ dauneu ihucu folgcnds die weitere Ollasion, H>^ ,.^ Vorschub außer Land heimlich zu cutwcichcn," 6" ,^ werde. Es loinmc daher oft vor, daß so bcdeutl . Verbrechen zum großen öffentlichen Aergernisse unbci bleiben müsscu; daher sci gegen die bclauntcn, ^^ ^, gleich abwesenden Thäter strenge zu verfahren, uin ^ Ucbcrhanduchmcn „folchcr Atrocissima nud unumchr ^ Scheu gleichsam jährlich allda in dcr Stadt G^z ^, >übtcu Dclicta" zu steuern. Die inucröstcrrcichis^ .^) gicrnng finde also nicht nur leinen Grund, das "^e des Mathias Wcyuacht zu unterstützen, soudcr" ,^. vielmehr ans den oben cntwickclteu Grüudcu uw fache Abweisung deS Bittstellers. ^ Vorlicgcudcr Bericht wurde unterm 5. Aru'>l^ ig an den Kaiser abgesandt; allciu dcr weitere ^"«W' , dieser Sache ist leider auö den mir bckaiiutc" ^'« nicht zn cnlnchmcn. Voraussichtlich hat dcr ^"''^hi^ » scm wohlbcgründctcu Guldüntcn folgend, den M" . > Wcynacht abgewiesen. (Töp>'^ > 575 Darstellung cmf dcn französischen Minister gar keinen ^"ldvnck gemacht, dcrsclbc vielmehr hervorgehoben habe: l>W der österreichischen Depesche vom :N. Htärz gehe ^'zweifelhaft hervor, daß Oesterreich nichts weniger be< ^sichtip.e nls dcn Fricdcn zu brechen. Dcn gleichen^ ^'ßlrsolg hat Graf Brcustorff in London gehabt; er "crichitt, daß er nicht nnr bei dein englischen Minister, Mdcru auch liei allen seinen diplomatischen ilollcgen "'s drn entschiedensten Unglauben stoße, wenn er seines '"clsichli-„i,^n von den österreichischen Angriffsabsichtcn vordringe." „Man wild zngcstchcn müssen", bemerkt ^ Korrespondent, „daß es im Intcressc dcr preußischen ^'plomatcu wünfchcnswcrlh wäre, wenn sie von nnscrm auöwärtigcn Niiuistcrillm keine Anfträgc erhielten, die->^ in Lagen zn bringen geeignet sind, wie die ans ovi< > l>l» Andeutungen hervorgehende." ^ —- ?nich cincm Acrlincr Telegramm dcr „Hamb. sm^'' ^^l" mchrcrc 9tcgicrungcu, anch süddentschc ^Uaicri,?), jetzt Oesterreich rathen, die Frage der Htlzogthiimer dnrch Kompensation zn erledigen. Turin, 8. April. Ich habe Sie anch hcnte mit politischen Gcrnchtcn zn beschäftigen; davon lantet eines, if'u "amarmora eine Zirlnlarnotc nn die enropäischen Milchte vorbereite, worin die angeblichen Rüstungen ^stcrreichs in Vcuctien als eine toutmnirliche Gefahr» ^'"ll dcs „ssouigrcichcs" Italien dargestellt werden und wonnt dcr italienische ssonseilspräsident zum ersten Male °Wtll und öffentlich gleichsam Farbe dctcnncn würde, Ehrend andere wieder behaupten, daß er im Gegen», ^'lc sich ^radc jctzt allc erdenkliche Mühe gebe, im, Oheimen die Anbahnung gcwisscr Verhandlungen mit "tn, Wiener Kabinett zn versuchen. Indessen wurde ^'lMneiu Iicmcllt, das, der König ans dcn, während ^'"cs jüngsten hiesigen Mfcuthallcs gegebenen Hofball, "lli cr übrigens nur auf eine Sluudc besuchte, auffal» ^nd verstimmt war und sich wcnigcr mit sciucn hier ^vestndcn Hlinistcrn, als mit dem ans clncn Tag von ulorenz cia,cnS hierher gcrcisten Baron Malarct eifrig ^sprach. ^>iuch in N^ailaud, wohin der König sich von l ^r zu kurzem Besuche begab, ist der Hofball, wie allc> ^sichern, höchst armselig und trüb (die offiziösen Alät» ^ 'kr behaupten, wegen des allzu heftigen Regens!) ans» ^fallen; dort wnrde dieses Mal dem Monarchen anßcr-^lu riuc noch lältcre und unfreundlichere Aufnahmc als ^"l)cr zu Thcil, obwohl cr unt ungewöhnlich glänzen», °l>n i'iorlcgc durch die bei dieser Gelegenheit neu cröff-"ctc und, da es Abends war, anf behördliche Bcranlas. !'"a brillant illuminirtc, großartige ,^llll»'l,l.^ fuhr. In Mailand soll cr wieder fast auö« ^ucszlich uur mit General Cialdini verkehrt haben, "clchcr sogar, als dcr Souverän sich znr Abreise schon ",snncm Galawagcn befand, noch einmal von ihm her-.gerufen und längere Zeit zu intimer Bcsprechnna. bei !H behalten wurde, Eialdini ist seitdem ebenfalls in ul°rcnz eingetroffen, wo sich gegenwärtig anch die Gc< ^lalc Bipo, Durando, Pctitti und andere aushalten. "Mr ist Prinz Napoleon gleich nach seiner Rückkehr ?°u Perugia von Florenz nach Neapel gereist, wie es ?M, um den Kronprinzen persönlich von dem Inhalte sl»5, "'^ b"" Könige in Turin nach dem Pariser Ab< 'lch." halte, vom Pakrmitaucr Präfekten Viarquis "aiticlo erseht werben wird und daß dcr Ezminisler ^l, i;i unlängst nnS einer Loge des dortigen Carlo« wan^^ ^"ulich hinausgczischt worden ist. Hcutc spricht lriln ^ "'^ davon,,daß General Lamarmora im Falle y Mische Eventualitäten daö Oberkommando dcr Armee sorisi 1""" und dafür scin Ministcrportefcnille provi-yzz'^ an General Dnrando (also doch nicht an Baron ^,.">°ll) nbtrctcn werdc. Anch die nencstc Ncisc uuscrcs v °'"alischcn Vertreters am preußischen Hofe, Hcrrn tz^""l, uun Berlin nach Dresden, gibt hier viel ^ allerlei Kombinationen. l'lise,,^ '"' A°n dcm geistigen uud leiblichen Befinden M, ^' Vaters Pins IX. gibt ein von dcn Köln. test ^"'^acthciltcsPrivatschrciben cincö dcutschc» pro^ da ""t'schcn Gelehrten crfrcnlichc Kunde. Es Helot "nac> ? ^udcrm: „Dcr Fremdcnzndrang ist dicö Jahr H^ ^ynllch statt, abcr, nicht, als ob die öffentliche daß !, U Nlinähme, c«> dürfte cbcil daS letzte Mal scin, Glm,l ^ ^"tcr in gl'om die Ostern feierte. Denn der Alk/s "'"h des Papstes scheint sich allcn, die daö tzcl/^bcn, ihn zn scheu, mitzutheilen. Er slcht wie cin Ech,' Ü?ll Milde, voll ncitcrkeit, voll Gottucrtranen. ^»ne,,/"^alcit ist bcwnndernngbwürdig, Am Grün« l'chcii i,U "^^^ "' cmcr großen Anzahl deutscher Geist-gc»b ^."^)icr anwcscud sind, selbst die h. itommmiion, daß >, lausenden auf dcm Petcroplatz dcn Segcn, so Et.^"" I^cs Wort hören konnte, vcrrichtctc dann. in ^ ^gnia ^ ^^ ^»ßwaschnng und bediente daranf in einer, er cia,., ^ ^"ticans die Tafel dcr Apostel. Icdem reichte Vass/' ^'^'L drci Platten und zwei Gläser Wcin und ?'N crs't ^orgcstcru ertheilte dcr h. Vatcr große Andicnz. ich i,,^'" Zimmer verweilten zwölf Pcrsoncn, darnntcr zucift '"cuicr Tochter. Dcr heilige Vater wandte sich shcr ^." uicinc Tochter uud sagte zn ihr in franzost-^"', Gnn c ' "'^'"^ "ahr, Sic sind eine Dcntschc? er tiniae «/^"^ ^lc, mein Kind." Auf ihre Bitte weihte u' "oscnlränzc, dic sie iu der Hand hielt. In dcr anstoßenden großen Loggia wnrcn wohl an 500 Pcrsoncn. Hier hielt der heilige Vater eine eben so einfache als herzliche »no ties ergreifende französische Anrede. Sie können sich uicht vorstellen, welchen Eindruck die (5rschcinnug des heiligen Vatcrö macht. Dicsc Milde und Freundlichkeit und zugleich dicse Würde ohne jedeu Schein von ctwaö Gesuchtem. Wer ihm einmal in scin Auge gesehen hat, muß ihu verehren. Gestern zclcbrirtc cr die Messe in St. Peter mit einer bewunderungswürdigen Kraft. Er inlouirtc so, daß seine wohllautende Stimme dnrch dic ganze Kirche schallte uud man jedes B^ort verstehen tonnte. Nachher scgucte cr wicdcr das Volk auf dcm Pctcrsplatz. Man schätzte dic Mcugc auf 100.000. Cö war ein ticf ergreifender Moment, als dicsc ganze Masse auf dcn Knicn lag und kcin Laut hörbar war, als dic Stimme des fcgucudcu h. Vaters. Abends fand dic Bclcuchluug von St. Pctcr statt, ein Schauspiel, das man uur in Rom sehen kann. Das oberste itrcnz strahlte hell am nächtlichen Himmel. <^rux <»il luv." PariS, 10. April. Dcr preußische Schritt am Buudc ist in dcr hiesigen unabhängigen Presse anf einstimmige? Mißtrauen gestoßen, dic offiziösen Blätter haben ihn mit äußerster Zurückhaltung anfgc» nommen und sich bis jetzt fast nur auf thatsächlich erläuternde Bemerkungen beschrankt. Auch iu dcm ClubbS hat man sich gcstcrn viel mit dcr neuen Proposition dcö Berliner KabmctS beschäftigt und dieselbe schien dcn politischen Dilettanten, welche, dort das große Wort füh. rcn, viel Kopfbrechcns zu machen. So unterhielt sich iu eincm dcr bekanntesten dieser Cercles eine Gruppe von etwa zehn Personen lange über das Ereigniß dcs TagcS bis endlich einer von ihnen ausrief: Oll,' kuclvo Di^l«', ell«' l'5l encore >>Iu5 colllnr'nxllc (ju»> ll» spl.^lion 5 ucral Graf Thnn ist noch immer hicr, ohne daß über seine Abreise etwas Definitives beschlossen wordcn wäre. — Dcr k. k. österreichische Gcsandtc Graf Thun und dcr k. belgische Gcsandtc Blondcl gchcn in drci Wochen nach Europa, ersterer anf wlaub, Letzterer in Pension. Im Frciwilligcnlorps ist in letzterer Zeit nichts vorgefallen. ikcmnltruost.) Ein an die Pforte gelangtes Telegramm meldet, daß Joseph Karam Syrien nicht verlassen, sondern bci cincm arabischen Häuptling jcnscitS dcS Kcsrnan Zuflucht gefunden habc. — Die e gyp t i fch c Regie rnn'g hat beschlossen, in Alcxandrien, Agiami, Abnlir, Brulos. Rosette, Damictte, Port-Said, El-Arisch, Suez, Kosseir, Snakin nnd Massanah Lazarclhc zu errichten, die nntcr Aufsicht einer Sanilä'lskommission gestellt werden sollen. In Alercmdricn wird cin Ober-saniiätsrath errichtet, in dem die acht Generalkonsuln von England, Oesterreich, Spanicn, Frankreich, Griechen, land, Italien, Preußen nnd Rnßland durch Abgeordnete vcrtrctcn scin sollen. Fcrncr hat die cgyptische Regierung dcr Pforte drci Kriegsschiffe zur Ucbcrwachnng dcr Häfen von Dschcddah, Mambo und Moka znr Vcrfü-gnna nestcllt. — In Griechenland nimmt das Rmibcrnmvesen wieder sehr übcrhand, besonders in dcn Grcuzprouiuzcu. Hagesuenisslieiten. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 12. April d. I. dem Hofoperus^ngrr Dr. Karl öchmid den Titcl eines t. t. Kammersängers allcrguüdjgst zu vcrkihcn gcniht. — Se. l. t. Apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 5. April d. I. allergxädigst zu bewilligen geruht, daß das sür die im Jahre 1670 bevorstehende internationale Landwirth s ch a stö», Iu-onstrie- und Kunstaus stcIlun g inWien bestimmte Gebäude im k. l. Prater auf dcr Zirknswicse und deren Umgebung errichtet werde. — Das Gerücht von dcr Errichtung eines Oberlandes« gerichteZ zu Salzburg für die dcm Wiener Oberlandes» gerichte uiUerslchcndcn Kronländer Oberöstcrrcich und Salz« bürg, daH auch sür Tirol und Vorarlberg, welche beide letztere Provinzen bekanntlich dem Oberlcmdcsgcrichte zu Inns« druck unterstchen, z„ amtiren hätte, bestätigt sich nicht. Da« mit entfällt auch das Gerücht, demzufolge dcr Grazer Appell« Hof aufgehoben und dcm nicderösterrcichischcn einverleibt wer« den sollte. — Ueber die nene G cn eral'Postdi rc llion theilt die „Debatte" Folgendes mit: Der Generaldirektor untersteht unmittelbar dcr Person des Ministers. Dcm Go neraldirettor sieht ein Gremium von (vier) Oberpostrüthen zur Seite, an dessen Beschlüsse er jedoch nicht gebunden ist. Die Einrichtung dcr Gcncraldircllion ist im Wesentlichen der analogen preußischen Institution nachgebildet. Die Bestellung dcr Briefe foll im ganzen bleiche eine beschleunigtere werden» die Ortschaften, welche abseits von Eisenbahnlinien liegen, müssen in eine engere Verbindung mit dcn an dcr Schienen-strasie amtirendcn Postlmrcaur treten. Das Gcldanweisuugs« gcschäst soll von zweckwidrigen Hemmnissen befreit wcrdcn. Eine besondere Beachtung soll auch dcr Fcchrpost zugewendet werden. Ferner werden drci Inspektoren sungiren, welche eine Art ambulanter Konttole vorstellen sollen. — Ueber die neue Ri go rosc n « Ordn n n g, welche demnächst im Prosessorcn»Kollegium der medizinischen Fakultät ^zur Diskussion gelangen wird, macht ein Wiener medizinisches Blatt folgende Mittheilungen: Zunächst wird beantragt werden, das; die Examina aus dcn praktischen Fächern am Krankenbette vorgenommen werden und das; die klinischen Professoren der Medizin ,md Chirurgie abwechselnd einmal am Krankenbette, das andcrcmal theoretisch dcn Kandidaten zu prüfen haben werden; anch für die Augenheilkunde und die Geburtshilfe sind die Eramma am Krankenbette vorzu« nehmen. — Die Ehcmie foll ebenfalls im Laboratorium praktisch geprüft werden. Jeder Mediziner des praktischen Jahrganges muß die Aufnahme von Kranken nachweisen, widrigens ihm die Freaucntationsbestätigung von Seite dcs Professors versagt wird. — Es können auch mehrere Etu« diosi ein und denselben Patienten aufnehmen. Statt der beim Nigorosum beizubriugeuden Krcinlcugcschichlen beantragt der Referent, ähnlich wie bei dcn Maturitäls'Prüfungcn, die Lieferung einer schriftlichen Arbeit mit An» Wendung der Klausur, welche nicht über drei Stunden zu dauern hätte. — Der „Wanderer" meldet: Ein Augenzeuge erzählt uns, daß vor eiuigeu Tagen in der Festung IosePhst adt cin Wcrkclmann verhaftet wurde, dcr sich durch sciu un« wcrlelmännischcs Benehmen ausfallend gemacht halle. In der That entpuppte sich derselbe als ein preußischer Major. WaS wohl die „Nordd. Mg. Ztg." jcht sagen wird? — Eine Wiener Lokal-Korrespondenz meldet: Nach einem au die Gallin dcs Prioalicrs P. aus Jerusalem eingelangten Schreiben ist dic von weiland Tuvora nach Jerusalem spedirtc Reisegesellschaft am 14. März d. I. in Korfn und am !^i8. März iu Jerusalem angekommen. Die Gesellschaft besteht aus 209 Pcrsoncn uud wollte bereits am äten April dic Rückfahrt antreten, erfuhr abcr zu nicht geringem Enlschcn, das; weder am 2. uoch einem weiter nachfolgenden Tage die von Tuvora für die Rückfahrt cinznzcihlcnde Gebühr entrichtet wurde, daher die Gesellschaft insolange abzuwarten habe, bis die Transportkosten gedeckt seien. Iu der Besorgnis;, ob und wann sür ihrc Rückfahrt cinc Anstalt getroffen werde, wendeten sich die trostlosen Reisenden am 5ten d.M. an deu dortigen Konsul, der sie jedoch dahiu beschicd, das; es jedenfalls besser wäre, das erforderliche Gcld iu der Gesellschaft zusammenzuschießen uud an den Lloyd zu cutrich« tcu, weil cr vermöge Privatuachrichten in Erfahrung ge- ! bracht habe, daß Tuvora zahlungsunfähig sei. Dio Gesell« Schaft beschloß daher, bis 10. d. M. zuzuwarten, sodann aus eigene Kosten, aber wicdcr gemeinschaftlich, dcn Rücl« weg anzutreten i sie dürste daher mit Anfang Mai wieder hier cintreffen. Unter dcu Gesellschastömitglicdcrn befindet sich auch cin Ordensbruder der Barmherzigen iu der Leopold-sladt, welcher bereits zu Guuften dcr mittellosen Reisegcfähr« ten, worunter sich auch zwei Maler und ein Bildhauer befinden , in dcm Kloster in Jerusalem unter den Ordeusprie-ftern ciue freiwillige Sammlung eingeleitet habeu soll. — Der Klerus von Vorarlberg hat jüngst ein hochherziges Zeichen seiner Verehrung für deu heil. Vater au dcu Tag gelegt. Eiumüthig hat derselbe beschlossen, dcm Papste, so lange er es bedarf, jährlich 1 Pcrzcnt sciucr Einnahmen als Pcteröpfeunia. zu Füheu zu legen. — Eiu Hamburger Blatt erzählt uachfolgeude Ge« schichte, die sich vor Kurzem auf ciuem Telegraphen« »Bureau zutrug uud die glücklicherweise in ihrer abslohcu« den Form einzig dastehen dürfte. Eiu juugcr Manu tritt herein uud sagt, cr habe an sciuen Bruder in Berlin zu telegraphiren, dah eben ihr Vater gestorben fei. Er wird gchctcu, dies auszuschreiben, wobei ihm der Beamte bemerkt, cr habe nur 20 Worte frei. — „Ach was, 20 Worte," ruft dcr gefühlvolle Sohn, „zwei Worte geuügeu!" Uud wie lauteten dicsc Worte? — „Wir erbeu!" Wir wünschten diese Geschichte wäre nicht wahr, leider ist sie's aber! — Dcn „Tiroler Stimmen" wird von der Entdel« lung einer alten unterirdischen Kirche in dcr Nähe der heiligen Grabeslirche in Jerusalem berichtet. Es ist die von älteren Autoren oft erwähnte Maria Miuor aus der Zeit Karls des Groftcu, womit ein Nouueu« (Beucdit-tinerinneu-) Kloster uud eine Herberge für Pilgeriunen vcr-hiiudeu war. Eie ist fast unversehrt, jedoch vollständig mit Schult überdeckt. — Die „Trierer Zeitung" vom 7. d. bringt Eho« lera« Nachrichten, von denen die beunruhigendsten in den letzten acht Tagen aus Diclirch herstammen. Diese 576 zehn Stunden von Trier entfernte, ungefähr 3000 Ein» wvhner zählende luxemburgische Stadt befindet sich gegen« wärtig in einer verzweislungsoollen Lage. In dem eine Viertelstunde von Dielirch gclcgeucn llcinen Orte Gil 2« dorf sind seit ungefähr sechs Wochen mchr als 100 Per», sonen ertrankt und einige 40 gestorben. Diese Dorfbewohner verkehren täglich in Dielirch. Laut einem Äericht des „Luxcmb. Wortes" sind am L. d. in Dietirch 22 Personen, an der Cholera gestorben. Die Gescnumtzahl der bisherigen! Slcrbefülle soll eine verhältiusimüßig sehr erhebliche sein und Personen des verschiedensten Alters und EtandeZ cinschlie» ßen. Viele Familien haben die Stadt verlassen und auf Ortschaften, namentlich Luxemburg, Quartier genommen. — Der romische Korrespondent de2 ,,(5za3" erzählt, j der heilige Vater habe, als er den Palast des Fürsten Mas»! simo besuchte, der dort versammelten Gesellschaft die Worte zugerufen: „Das Jahr 18L6 ist da5 Jahr der Prüfungeni das Jahr 1867 wird das Jahr des Sieges ilbcr die Feinde des heiligen Stuhles sein: im Jahre 1663 aber wird der-Papst zur ewigen Äuhe, nach so vielzähngen Arbeiten uud Stürmen, eingehen." — Der zu häufige Wechsel der Ballkleider und ein zu frühes Scheiden von einem verblichenen, uer« gilbten Äallllcide, in dein mau so fröhliche Stunden verlebt hat, wird jcht durch ein Kunslmitlcl etwas weniger nothwendig. Der gute Herr, bei dem sich alle tanzlustigen Mäd» chen bedanken mögen, ist Colman in London: derselbe hat eine Fälbstärle erfunden, mittelst deien man derartige Stoffe beim Starten gleichzeitig nach Belieben hochroth, rosa, blau, grün oder gelb färben lann. Das Gute ist, dah diese Farbe bei der Wäsche wieder ausgeht und durch eine andere ersetzt werden kann, was der Abwechslung wegen manchen jungen Schönen nicht unangenehm sein wird. Auch die Hausfrauen, denen der (5ht'turann die Gardinen verraucht, werden die (Hrsittdnng mit Vergnügen begrüsicu, da sie nun ihren Gardlucnprcdiglcu stets die geeignete Färbung geben können. — In Velgrad wird ein A ür g e r - Ka s i u o er» richtet werden. Lin Komitee unter dem Vorsche des belann« ten Patrioten Michael (Miöo) Anastasijevic hat bereits die vorbereitenden Schritte gemacht und vom Fürsten Michael die Zusage, das Protektorat des Vereines zu übernehmen, erhalten. — Der Mudir von Livno hat auf höheren Aefehl jcdcm Ortsältcstcn den Auftrag zu geben, je 25 Stück Pflau» men und Maulbccrbäume zu Pflanzen und für jeden Sctz> ling, der nicht Wurzel greifen sollte, einen Zwanziger Strafe zn erlegen. Auch diese Maßregel wird von der Najah nur als eine Art Steuer angcscheu. fokale s. — (Konzert.) Gestern beschloß die philharmonische Gesellschaft die Saison mit dem Konzerte znm Besten ihres Schulsondcs, welches minder gut besucht war, als seine Vor» ganger, was hier einerseits in der vorgeschrittenen Jahres« zeit, andererseits darin seinen Grund haben mochte, daß zwei heuer bereits gehörte größere Tonw.'rke zur Aufführung lamen, obwohl letzterer Umstand unseres Erachtens ander» orts eben nur Veranlassung zu einem zahlreicheren Vefnche geboten hätte, da man bei einmaligem Hören die Schön» hcitcn eines größeren Wertes wohl kaum alle fassen und eine Wiederholung nur erwünscht sein dürfte. Was die Aufführung selbst anbelangt, so haben wir über beide Ton» stücke bereits anläßlich ihrer ersten Produktion gesprochen, und erübrigt nns heute nur noch zn erwähnen, daß in der Schubett'schcn Oper („Der häusliche Krieg") sowohl, als auch in der Mcndelssohn'schcn „Walpurgisnacht" der gesangliche Theil auf das Beste erckutirt wurde, während im Orchester beim „häuslichen Krieg" hie und da einige Störungen be« incrkbar waren, die in einer theilweise neuen und eingctre» tener Umstände wegen etwas schwächern Besetzung ihren Grund hatten. Die hiedurch zn Tage getretenen Unebenheiten wurden ^ jedoch durch die wackere Haltung der Sängerinnen und Sän« gcr vollkommen ausgeglichen, und gab darnm auch das Publikum seine Befriedigung an den einzelnen Nummern durch lauten Beifall zu erkennen, der in der ersten Abtheilung ganz vorzüglich den Damen Frau Leop. Gregori6 und Frl. Eberhart, in der zweiten aber dem Frl. Cöle< stine Püchler gebührt, die an Stelle von Frau Louise Prückcr (die Verhinderung trat durch ein Unwohlsein dieser geschätzten Sängerin ein) auf das bereitwilligste die Altpartic! übernommen hatte und dieselbe anch auf das vortrefflichste durch» führte, ja zu einer Glanznummer gestaltete, wobei wir ebenso die reichen Stimmmittel des Fräuleins wie ihre schöne uud richtige Gesangswcise zu bewundern Gelegenheit hatten. — Man kann der philharmonischen Gesellschaft für ihre jüngsten Erfolge, die einen offenbaren Fortschritt bekunden, die vollste Anerkennung nicht versagen und nur wünschen, daß dieselbe bei der eingeschlagenen Richtung beharre, da diese allein den Zwecken entspricht, welche sich der Verein in seinen Satzungen gestellt hat und welche auf die bisherige Weise auch gewiß sicher erreicht werden. ! — (Schlußverhandlungen) beim l. k. LandeS« genchte in Laibach. Am 18. April. Johann Klopcic und Johann Icrin: Todtschlag. — Am 19. April. Johann Virant: Schwere körperliche Beschädigung: Johann Kosmai und Helena ssosmat: Oeffentliche Gewaltthätigkeit: Johann Lovlo und Genossen: Dicbstahl. — Am 20. April. Kanzian Kcrc und Genossen: Vorschubleislung: Iatob Millavc und Franz Millavc: Schwere körperliche Beschädigung: Anton Mtel: Schwere «rpnliche Beschädigung. Die Generalversammlung dcr juristischen Ocscll schuft in Laibach wird Freitag am 2U. April I860 , um 5 Uhr Abends im großen städtischen Rathhau 2- Saale abgehalten, wozu die P. T. Mitglieder nach tz. 12 der allerh. genehmigten Statuten eingeladen werde». Tagesordnung: 1. Eröffnungsrede des Vizepräsidenten Dr. Friedrich Ritter v. Kaltenegger. 2. Vorlegung des Protokolls der Xl^Vlll. Versammlung. 3. Bericht über die Geschäftsgebahrung durch den Sekretär Dr. v. Schrey. 4. Mittheilungen des (Anlaufes. 5. Wahl neuer Mitglieder. 6. Vortrag der Iahrcsrechnung. 7. Beschlußfassung über den Voranschlag pro 1866. 6. Wahl der GcsellschaslZsuultiouüre. 9. Auträge einzelner Mitglieder. Laibach, 12. April I860. Vom Präsidium der juristischen Gesellschaft. Neueste Nachrichten und Telegramme. Original - Telegramm. Wien, »4. April. Nesterreich sei fest. entschlossen — schreibt die „Wiener Abendpost" — jede den wahren Grundlagen deö gesammt-deutschen Staatölebeus entsprechende Hleform« bestrebunss zu unterstützen. — Die Statthalter, schaft in Bukarest schlägt den «Prinzen Karl Ludwig von H,ohcnzullcrn als Karl ». zum rumantschen Fürsten vor. — Unbestätigte (Vc< riichte von einer Konvention zwischen Frankreich, Preußen und Italien brachten gestern die Berliner, Pariser uud Wiener Börsen in volle Deroute. __________ «Prag, 12. April. (N. Frdbl,) Graf LazauSly ist heute Abends nach Wien abgereist. — Im Przibra-mcr Teich wurden sechs Pfund Herdsilbcrslückc vorgefunden; die Ablafsuug dcS WasscrS wirk fortgesetzt. «Pest, 12. April. „Sürgöuy" demcntirt die Nach« richt deS „Wanderer," die Regierung habe dic Verhinderung der Vcrtrauctlökuudgcbnngcu an dcn Landtag und an Dcat angeordnet. «Pest, l2. April. (N. Fr. Pr.) „Pcsli Naplo" sagt, der Landtag werde lici Behandlung der RechtS-lontinuität die Gewalt der Thatsachcu in Rechnung ziehen; nothwendig sei cS, die V e r-fassnng derErblaudc jc ehcr hcrz u stcllcn. Agram, 12. Aplil. (N. Frdbl.) Einzelne Mitglic. der der kroatischen Reguilolar-Deputatiou sind gestern Abends nach Pest abgereist. Die durch dcn Tod deS Dr. Branyczany erledigte stelle wurde nicht be> setzt, worüber in der selbstäudig-uationaleu Partei Verstimmung herrscht. Berlin, I I. April (Nachts). Iu der heutigen zahlreich besuchten Abenoucrsammlung der Berliner Mit« glicdcr dcS Nation alvcrcins wurden folgende R c -folutioueu einstimmig angenommen: Die Verwicklungen , welche Deutschland in dcn Krieg zu sliuzcn drohen, beweisen die Unhaltbartcit dcr Bundesverfassung; die wiederholten fruchtlosen BnndcSrcformucrsuchc seitens der Regierungen bezeugen dic Berechtigung ocS ZiclcS des NatioualucrciuS. Die Berliucr Mitglieder dieses letzteren sind überzeugt, daß der militärische uud maritime Anschluß der Herzogthümcr, als berechtigter Anspruch Preußens, festzuhalten sei, nicht aber die gcwalt-same Annexion, deren Durchführung Preußen mit der Verantwortlichkeit für dcn drohenden KriH und die Einmischung dcsAuslaudcs belasten würde. Der gegen-^ wärtigc BundcSreformantrag könne nur uulcr ciucr StaatS-lcitung zum Ziele geführt werden, welche daS Verfassung srccht dcS eigenen Landes unbeschränkt verwirklicht. Berlin, 12. April. Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Für die Affaire Waldcrscc müsse eine entsprechende Gc< ! nugthuuug vcilaugt uud tonne solche auch erwartet werden. Im Bcsitzc Waldcrscc's hätten sich nur überall gesetzlich erlaubte schriftliche Notizen (nicht auch drei auf verschiedene Namcu lantcudeLegitimations.Papicrc?) be-fuudcn. — Die „Krcnzztg." bemerkt: Die lctztcu Or-ocnS-Verlcihungcn an hier beglaubigte Gesandte deutscher Regierungen (Baicrn nnd Sachsen) hatten die Theilnahme an dem Abschlüsse deö deutsch-italienischen Handelsvertrages zum Grunde. (Sollte man dabei keinerlei Loctuugcu beabsichtigt haben?) ^ Berlin, 12. April. (Pr.) NcgicrungSnachrichteu melden: Bismarck's ernstliche Gichtlcidcn verzögern die Mscndnng der Äutwortöuote nach Wien. Die cut» schicdcne Ablehnung der österreichischen Forderungen ist positiv. Mehrere Regierungen, darunter Bai ern,B adcu, hadenZustimmungS-Erklärungcn für den BundeSreform-Antrag Preußens abgegeben. Potsdam, 12. April. Die Kronprinzessin wurde heute Morgens um 6 Uhr von einer Prinzessin entbunden. ! Hamburg, 12. April. Die „Hamb. Nachr." enthalten ein Schreiben der Unterzeichner der Neun-zehner - Adrcssc an Baron Gablcuz, worin ste letzteren ersuchen, die holstciuischc Landesregierung be» langen zu dürfen, wenn diese nicht binnen kurzem das angedrohte Gerichtsverfahren ciuleitct, oder die in der Eiugade an dcn Statthalter gemachte Beleidigung off«' zicll zurücknimmt. — Das Au t w o rt S sch r ei be u ots Freiheirn von Gablcuz sagt: Die gerichtliche Verfolgung sei auf seinen Wnusch unterblieben, um dcn Vcr« dacht eines TcudcnzprozcsscS zu vermeiden. — Gericht liche Schritte stehen jedem Staatsbürger frei, mUhu> auch dcn Uuteizcichucrn. Der Statthalter sei ohne Ein-fluß auf die Gerichte. Die durch das Schreiben erneu»' clte Aufregung sei bedauernswert!), werde ihn jedoch nicht hindern, nach dcn bestehenden Gesetzen zu rcgicm'. Florenz, 12. April. (Pr). Die Rcgicruugölttise halten die Kriegsgefahr für aufgeschoben, aber nicht für beseitigt. Kriegs . V o rbcrci-tun gen dauern fort. Uuwahr siud dic augcbliche" Vcrhandluugcu mit Oesterreich bezüglich Venedigs. Paris, 10. April (Abends). Die „Patrie" schreibt! Man versichert, daß die M i litarb cfrc iuugStafe für 1K00 von 2300 auf 2100 Fr. herabgesetzt wm'dc. Ncw.Avrk, 3i. März. Das Rcpräscnta«' tcuhauS verwarf Stevens' Antrag, den Baumwollen-export zu bcstcucm. Dic Auflösuug aller F r c >' w i llig e ut o rp s in Kau ada wurde augeordnet. Telegraphische Wechselkurse vom 13. April. 5perz. Metallique« 56.50. - 5pcrz. National Anlehm «0.10. ^ Vaulatticn 688. — Kreditallicn 128.25. — 1860er Staatsauleht« 7t.'.10. - Silbtr 106.75 - i'oiidun 107.25. - K. t, Dulatlu 5.lS in Unterkrain wurdcu beim f. k. L au d es - P räsid i um erlegt: Durch das k. t. Bezirksamt Littai: Von Herru Franz Adamic.....fl. l.-^ „ „ Josef Burger......,. ^ ,. „ August Cerne......„ —5" . . Alois Coglich.......,^-.20 „ Anton Dolinar......, —^ „ „ Johann Elsner.....„ 1--^ > , , Georg Geishofcr.....„ 2.^ „ „ Franz Grünwald.....„ —^" .. „ Ioscf Iallic......„1.^ „ „ Johann Iaklic.....„ —.«" Johann Ianöa.....„ 1-^ ., Frau Maria Ieuko......„ —-^ „ Herru Anton Iuh...... „ —.3" „ „ Anton Kuaflic ..... „ 1.^" .. „ Fcli^- Kuifie...... " ^" ! „ „ Alois Koblcr...... „ 2.^ ! „ „ Franz Kobler...... " ^ ^ „ „ Viichacl Koleschuig . . . . „ —"" ^ „ „ Anton Koprivnilar .... „ l.-^ „ „ Andreas Kozjel..... „2.-^ „ „ Johann Kuller ..... „ ^'^ „ „ Johann Lisscz...... „ ^ ., „ Wilhelm Lukcsch..... „ —"U „ „ Anton v. Mayer..... „ 1-"" „ „ Franz Mordaz.-..... " ?^ ^ . . Wenzel Nickl .......,-^ ! , „ Ioscf Podobnil..... „1-^ ! „ „ Leopold Nauullchcr .... „ -^'^ „ „ Eduard Ramücher .... „ ^T^ ,. „ Karl Raunicher.......-^ „ Johann Repina..... „ ^" „ „ illialthäns Rcßman .... „ 2.5" „ „ Autou Roth........l.-^ „ « Johann Ruß...... ,, '^) . „ Alois Ruß...... „ ^-A „ „ Autou Sagorc..... „ -^'^ „ „ Johann Sanoötar .... „ ^'' „ „ Alois Stubtl...... " ^ „ „ Lorcuz Slupica..... „ ^ „ „ Johann Tcrpin..... « ^ „ „ Mathias Tobcjc..... " 1-^ „ „ Anton Traltnil..... „ ^^ „ „ Eduard Urbas..... „ ""'^ Ein Unbenannter......... » ^'^. Herr Franz Weiß........ " 1-^ Fräulein Maximiliana Wogathei .... „ ^' Das Ergebniß einer Abendnnterhaltnug in 2-^ Pouovic.......... " ^'^ Dircllion der SpirituSfabrik Ponovic . . „ ^^B Sammlung bcim Pfarrammt heil. Berg ^^^^Z zusammen . fl^o^. « V n Z Z » «______^-" ^ 6 u. Mg. 327.23 ^-5.7 W. schwach hcltcr i 13. 2 „ N. 327.2, -^14.4 NW, fchw. halbhelter " ° 10.. Ab. 328.no -j- ».» l »uindstill heiter ^, ! Ruhige Luft, in den oberen Luftschichten langsamer A) ^ zug auS O. ^......______________________.____------ z Verantwortlicher Redakteur: Iguaz v. 6 leinma 1 l'