Laibacher CH0LZEIT Organ des krainisclien Landes - Lelirervereines. Erscheint Schriftleiter: Johann Sima, am 10. und 25. jedes Monats. XV. Jahrgang. Schriftleitung: Bahnhofgasse Nr. 31. Bezugspreise: FürLaibach: Ganzjährlich {1.2*60, halbjährlich fl.1*40.— Mit der Post: Ganzjährlich fl.2*80, halbjährlich fl. 1*50. Versendung: ßuchdruekerei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, Bahnhofgasse Nr. 15. — Anzeigen werden billigst berechnet. Schriften und Werke zur Beurtheilung werden kostenfrei erbeten. — Vereinsmitglieder erhalten das Blatt umsonst. Die Vollversammlung des krainisclien Landes-Lehrervereines. Der krain. Landes-Lehrerverein hielt, seine diesjährige Vollversammlung am 30. v. M. im Berathungssaale der hiesigen k. k. Lehrer-Bildungsanstalt ab. Die sehr zahlreiche Versammlung begrüsste der Obmann, Herr Prof. Willi. Linhart, in nachstehender Weise: «Indem ich allen zur heutigen Vollversammlung unseres Vereines Erschienenen ein freundliches Willkommen zurufe, erlaube ich mir, Ihnen, bevor wir zu unserer eigentlichen Tagesordnung übergehen, ein Bild der Thätigkeit unseres Vereines während des eben endenden Jahres zu geben. Die Mitglieder unseres Vereines hatten im abgelaufenen Vereinsjahre zu wiederholtenmalen Gelegenheit, sich zu versammeln und pädagogische Angelegenheiten zu besprechen. Das erstemal war dies am 15. November der Fall. In dieser Versammlung hielt Frl. Eugenie Singer einen Vortrag «über das Kindergartenwesen». In der Versammlung vom 2. Dezember sprach Herr Oberlehrer Benda «über Schule und Haus». Am 13. Jänner besprach Herr Lehrer Ph. Uhl «den Rechenkasten von Tillich in seiner Verwertung beim Elementar-Unterrichte», darnach Herr k. k. Turnlehrer Schmidt «die Festgebräuchd in den Alpen». Am 17.Februar berührte ich selbst das Thema des landwirtschaftlichen Volksschulunterrichtes, worüber ich heute noch eingehender zu sprechen mir erlauben werde. Endlich erinnere ich noch an die Herausgabe unseres Vereinsorganes, der «Laibacher Schulzeitung», um die sich insbesondere, wie alljährlich so auch heuer, der Schriftleiter derselben, Herr Joh.Sima, das grösste Verdienst erworben hat.-—-Ueber unsere finanzielle Lage wird der Vereinscassier, Herr k.k. Bezirks-Schulinspector Gerkmann, berichten. — Wenn ich Ihnen also auch gerade von keiner ausserordentlichen Thätigkeit unseres Vereines berichten kann, so muss doch zugegeben werden, dass der Verein mit Rücksicht auf die obwaltenden Verhältnisse so viel leistete, als er zu leisten vermochte. Ist dies der Fall, dann ist auch unser Verein seiner Aufgabe gerecht geworden.» Nun legte der Vereinscassier Herr Gerkmann die finanzielle Lage unseres Vereines sowie den Voranschlag für das folgende Vereinsjahr dar. Aus demselben ist zu ersehen, dass der Verein wohl imstande sein wird, seine Auslagen, worunter die Herausgabe der «Laibacher Schulzeitung» die Hauptrubrik bildet, zu decken, wenn alle Mitgliedsbeiträge und Bestellgelder pünktlich und regelmässig eingezahlt werden. — Dem Herrn Cassier wird auf Antrag des Herrn Obmannes für seine Mühewaltung einhellig der Dank ausgesprochen. Darnach bespricht Herr Prof. Wilh. Linhart sein angekündetes Thema: «Heber die Schulgartenfrage in Krain» in folgender Weise: «Geehrte Versammlung! Heber die Sehulgartenfrage ist von mir in unserem Vereine sowie in der «Laibacher Schulzeitung» schon oft gesprochen worden. Ich habe schon in einer im Jahre 1876 — also genau vor nun schon 10 Jahren — unter dem Titel: «Bemerkungen zu dem Entwürfe des Lehrplanes für landwirtschaftliche Fortbildungsschulen in Krain» veröffentlichten Abhandlung daraufhingewiesen, dass es ohne zweckentsprechend eingerichtete Schulgärten auch keinen erfolgreichen landwirtschaftlichen Volksschulunterricht geben kann. Dasselbe habe ich noch oftmal zu betonen Gelegenheit gehabt; so in einem Vortrage, den ich im Jahre 1877 im hiesigen constitutionellen Vereine gehalten habe; derselbe betitelte sich: «Der landwirtschaftliche Unterricht an den krainischen Volksschulen». Weiter berührte ich diesen Gegenstand im Jahre 1880 in einem Artikel mit der Ueberschrift: «Die landwirtschaftlichen Reichs- und Landesgesetze als landwirtschaftlicher Unterrichtsstoff an Volksschulen»; ferner im Jahre 1881 in dem Artikel «Der landwirtschaftliche Unterricht an den Lehrer-Bildungsanstalten» und 1883 in einer Abhandlung «Zum landwirtschaftlichen Volksschulunterrichte». Endlich habe ich am 28. Jänner 1885 in der Hauptversammlung der hiesigen Landwirtschafts-Gesellschaft einen Vortrag gehalten: («Zum landwirtschaftlichen Volksschulunterrichte und zur Schulgartenfrage in Krain»), in welchem ich diese Angelegenheit nicht nur eingehend erörterte, sondern auch Mittel und Wege angab, wie ihr auf die Beine geholfen werden könnte. Alle diese Vorträge und Abhandlungen, die gewiss mancherlei Anregungen und zweckentsprechende sachliche und auch ausführbare Ideen enthalten, wurden in unserem Fachorgane, der «Laibacher Schulzeitung», abgedruckt und können da jederzeit nachgelesen werden. Ausserdem wurde aber diese Angelegenheit auch von mehreren Mitarbeitern aus allen Theilen des Landes in unserer Zeitschrift zu wiederholtenmalen in mehr als dreissig Artikeln behandelt, so dass wohl von jedermann zugegeben werden muss, dass in unseren Kreisen die Schulgartenfrage und die Frage des landwirtschaftlichen Volksschulunterrichtes geradezu in erschöpfender Weise erörtert wurde. Wenn nun die Schulgartenangelegenheit in Krain trotz alledem noch immer sehr darniederliegt, so kann dies weder an mir und meinem landwirtschaftlichen Unterrichte-—wie mir dies vor kurzem mit unerhörter Frechheit und Niedertracht sogar in einer eigenen Eingabe an den hohen k. k. Landesschulrath in die Schuhe geschoben wurde — noch auch an den Lehrern Krains gelegen sein; die Ursache dessen liegt ausserhalb uns, ist in Kreisen zu suchen, auf die weder ich noch auch die krainische Lehrerschaft, einen Einfluss hat; wer das nicht einsieht, der hat entweder nicht so viel geistige Fähigkeiten, dies zu erkennen, oder er will es nicht einsehen aus Gründen, die ich hier nicht näher erörtern will. Die Gründung von Schulgärten ist deshalb von so grosser Wichtigkeit, weil ohne solche, wie erwähnt, von einem gedeihlichen landwirtschaftlichen Volksschulunterrichte nicht gesprochen werden kann. Wer an einer Volksschule, ohne auch gleichzeitig im Besitze eines zweckentsprechend eingerichteten Schulgartens zu sein, landwirtschaftlichen Unterricht er theilen wollte, der könnte es ebenso gut versuchen, an irgend einer Lehranstalt Physik ohne Apparate, Chemie ohne chemische Experimente oder Geographie ohne Landkarten vorzutragen; der Erfolg wäre in allen diesen Fällen derselbe. Dies ist eine so feststehende Thatsache, dass ich es nicht für nothwendig halte, dies noch näher nachzuweisen. Wollen wir al^o über die Schulgartenfrage schlüssig werden, so müssen meiner Ansicht nach zwei Fragen beantwortet werden: 1.) Besitzen die die Lehrer-Bildungsanstalt verlassenden Zöglinge die Kenntnisse, einem zweckentsprechend eingerichteten Schulgarten vorzustehen und denselben zu leiten? und 2.) wie sollen Schulgärten gegründet werden, und wer soll sie gründen? Was nun die erste Frage betrifft, so glaube ich, dass jeder Lehrer, der seinerzeit mein Schüler war, mir wird zugeben müssen, dass ich stets eifrigst bestrebt bin, meinen Schülern gerade in der Landwirtschaftslehre tüchtige Kenntnisse beizubringen; dass mein Bestreben auch ein erfolgreiches ist, das beweisen die Maturitätsprüfungen, bei welchen gerade die landwirtschaftlichen Kenntnisse der Geprüften die anwesende Prüfungscommission in der Regel vollauf befriedigen. Dies ist insbesondere in den letzten Jahren der Fall, seit welchen die Lehrer-Bildungsanstalt selbst einen Schulgarten zur Verfügung hat, in welchem die Schüler auch zu praktischen Arbeiten angehalten werden. — Es wäre nun meine Aufgabe, die geehrte Versammlung über alle jene landwirtschaftlichen Capitel zu belehren, die im III. und IV. Jahrgange der Lehrer-Bildungsanstalt mehr oder weniger eingehend durchgenommen werden, doch übergehe ich dies, da ja ohnehin die grösste Anzahl der krainischen Lehrer meine Schüler waren und dies ja auch aus den betreffenden Lehrplänen zu ersehen ist. Wenn also zugegeben werden muss, dass die die Lehrer-Bildungsanstalt verlassenden Zöglinge wohl die Kenntnisse besitzen, einem Schulgarten vorzustehen und denselben zu leiten — eigentlich sollte ich sagen, dass sämmtliche Zöglinge in der Lage sind, sich die hiefür nothwendigen Kenntnisse zu erwerben, doch glaube ich, dass mich die geehrte Versammlung wohl versteht — so will ich doch damit keineswegs behaupten, dass sämmtliche die Anstalt verlassenden Zöglinge auch schon gewissermassen geborene landwirtschaftliche Reformatoren sind; denn auch hier fallen noch mancherlei Nebenumstände ins Gewicht. Um auf landwirtschaftlichem Gebiete etwas Nennenswertes zu erreichen, dazu gehört ein ganz besonders energischer Charakter; es muss Sinn und Liebe zu landwirtschaftlicher Beschäftigung schon von Natur aus vorhanden sein, was doch unmöglich bei den sämmtlichen Schülern der Lehrer-Bildungsanstalt vorausgesetzt werden kann. Wenn also alles in allem berücksichtigt wird, so wird unter den die Anstalt verlassenden Zöglingen nur ein entsprechender Procentsatz vorhanden sein, der auf landwirtschaftlichem Gebiete etwas zu leisten imstande sein wird, denn auch hier gilt das Wort: «Viele sind berufen, wenige auserwählt.» Hat endlich der Zögling sammt seinen Kenntnissen irgendwo eine Lehrerstelle erreicht, so kommen auch da wieder verschiedene Umstände und Verhältnisse in Rücksicht, die es ihm häufig unmöglich machen, seine landwirtschaftlichen Kenntnisse entsprechend zu verwerten. Vor allem ist es die wahrhaft erbärmliche materielle Lage, in der sich der grösste Theil der krainischen Lehrer befindet, die drückend und lähmend auch auf die Schulgartenfrage einwirkt. Wenn der Lehrer sich in einer solchen Lage befindet, dass er kaum imstande ist, auch nur die dringendsten Bedürfnisse des Lebens für sich und die Seinen zu befriedigen, woher soll er die Energie, die Lust und die Liebe nehmen, auch noch auf einem Gebiete eine anstrengende Thätig-keit zu entfalten, das mehr oder weniger doch ausserhalb seines eigentlichen Berufes liegt? — Das mangelhafte Verständnis dieser Angelegenheit in den breiten Schichten der Bevölkerung sowie auch in vielen massgebenden Kreisen, das daraus resultierende geringe Interesse, das man allgemein der Schulgartenfrage entgegenbringt, die Ungunst der Zeitverhältnisse u. dgl. will ich nur so nebenbei gestreift haben. Was nun die zweite Frage betrifft: — «Wer soll den Schulgarten errichten?» — so wird, möge ich wo immer dieselbe aufwerfen, sogleich ganz selbstverständlich die Ant- wort darauf erfolgen, dass niemand anderer als der Lehrer den Schulgarten zu errichten hat; wer denn sonst?! — Ganz richtig! Auch ich bin der Ansicht, dass der Lehrer den Schulgarten zu errichten habe, jedoch wird er dies nur dann thun können, wenn ihm hiefür auch die nöthigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Geschieht dies nicht, so muss die ganze Schulgartenfrage in den Brunnen fallen. Es ereignet sich wohl hie und da, dass eine Schulgemeinde dem Lehrer irgend einen ausrangierten Acker mit dem Bedeuten übergibt, daraus einen Schulgarten zu machen; wie dies aber ohne Bewilligung irgend welcher Mittel geschehen soll, darüber erhält man keine Aufklärung. Das Höchste, was dermalen zu erreichen ist, besteht darin, dass hie und da auch einer Schulgemeinde eine Unterstützung im Betrage von 30 bis 40 fl. zur Herstellung eines Schulgartens gewährt wird. Nun frage ich aber, wie es möglich sein soll, aus solch einer geringfügigen Summe einen zweckentsprechenden Schulgarten herzustellen? — Soll damit der Acker gekauft oder der Zaun hergestellt werden, oder soll die Bepflanzung durchgeführt oder die nothwendigen Geräthe angeschafft werden, oder was soll eigentlich damit geschehen? Wenn irgendwo ein Schulgarten hergestellt werden soll, so muss das Terrain angeschafft werden, dasselbe muss eingezäunt werden, es muss den Anforderungen des Schulgartens entsprechend die Bepflanzung durchgeführt werden, es müssen die nöthigen Geräthe beigestellt werden, und es muss alljährlich eine entsprechende Summe zur Düngung und Bearbeitung des Gartens flüssig gemacht werden: so fix und fertig muss der Schulgarten dem Lehrer übergeben werden. Wenn bei der Gründung von Schulgärten so verfahren werden würde, zweifle ich nicht, dass in Krain genug Lehrer zu finden wären, die einem so eingerichteten Schulgarten in ausgezeichneter Weise vorstehen würden, wodurch eben die Hebung des landwirtschaftlichen Volksschulunterrichtes herbeigeführt werden würde — die Schulgartenfrage wäre gelöst. Es handelt sich nun darum, zu erörtern, wo die Mittel hiefür herzunehmen wären. Aber auch die sind vorhanden, nur werden sie nicht zweckentsprechend verwendet. Der hohe k. k. Landesschulrath sowie die hiesige Landwirtschafts-Gesellschaft haben alljährlich ansehnliche Summen zur Verfügung, die ausdrücklich der Hebung des landwirtschaftl. Volksschulunterrichtes zugeführt werden sollen. — Den landwirtschaftlichen Volksschulunterricht glaubt man nun dadurch zu heben, dass man diesem oder jenem Lehrer — ob verdient oder nicht verdient, will ich hier nicht erörtern — eine Remuneration von 15 bis 20 fl. verleiht So werden alljährlich eintausend — eintausendfünfhundert und selbst zweitausend Gulden über das ganze Land in so kleinen Beträgen, die unmöglich einen Erfolg nach sich ziehen können, verstreut. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind auf diese Weise mindestens 20000 fl. verausgabt worden, und fragt man nach den Erfolgen dieser gewiss ansehnlichen Summe, so sind sie allerdings nirgends zu finden. Da aber alles seine Erklärung haben will, so hilft man sich über diese unangenehme Lage, in der man sich befindet, dadurch hinweg, dass man einfach die Behauptung aufstellt, hieran trägt die Schuld einzig und allein der landwirtschaftliche Unterricht an der Lehrer-Bildungsanstalt, und damit glaubt man, alles erledigt zu haben. Hätte man von der früher erwähnten Summe alljährlich doch wenigstens je 500 bis 600 fl. zur Errichtung von Schulgärten an solchen Orten, wo die localen Verhältnisse hiefür günstig sind, verwendet, so hätten wir heute bereits in dieser Angelegenheit einen ganz anderen Punkt erreicht. Krain hätte heute bereits mindestens seine 30 bis 40 ausgezeichnet eingerichteten Schulgärten, von denen aus sich die landwirtschaftlichen Kenntnisse immer weiter über das ganze Land verbreiten würden. Wenn aber in den nächsten zehn Jahren in derselben Weise wie bisher gewirtschaftet werden wird, so werden wir auch in zehn weiteren Jahren nicht, vorwärts gekommen sein, und wenn auch Tausende von Gulden hiefür verausgabt werden sollten. Wenn also auf diesem Gebiete irgend etwas erreicht werden soll, so müssen alle massgebenden Factoren übereinstimmend Zusammenwirken; diese sind der h. k. k. Landesschulrath, die Landwirtschafts-Gesellschaft und die Lehrer-Bildungsanstalt. Der Lehrkörper der Lehrer-Bildungsanstalt, sowie dann auch die Bezirksschulräthe und Bezirks-Schulinspectoren wären gewiss zu jeder Zeit bereit, unter den die Anstalt verlassenden Zöglingen diejenigen zu bezeichnen, von denen zu erwarten steht, dass sie auch auf landwirtschaftlichem Gebiete etwas Tüchtiges leisten werden; diese müssten sodann — soweit dies möglich ist — insbesondere in solchen Orten angestellt werden, wo die Errichtung von Schulgärten voraussichtlich mit Vortheilen und Erfolgen verbunden ist; endlich müssten sodann gerade diese Lehrer und diese Schulgemeinden in ausgiebigster Weise subventioniert werden. Geehrte Versammlung! Ich habe in meinem heutigen Vortrage über die Schulgartenfrage in Krain nichts vorgebracht, was ich nicht schon vor zehn Jahren und seit dieser Zeit zu wiederholtenmalen vorgebracht habe, wie ich dies schon eingangs meines Vortrages erwähnte; dennoch habe ich auch heute in unserer Vollversammlung diese Angelegenheit zur Sprache gebracht, damit insbesondere die anwesenden Herren vom Lande in diesem Sinne zu dieser Frage, die von so grosser Wichtigkeit ist, Stellung nehmen können.» Darnach berichtete Schriftleiter Joh. Sima über die neu einzurichtenden, von den Herren Benda, Kermavner, Uhl und dem Berichterstatter auf Grund mehrfacher Berathungen zusammengestellten Formularien für die Amtsschriften an den krainischen Volksschulen. Da aber dieser Gegenstand, auf den wir alle Aufmerksamkeit unserer Herren Collegen und Colleginnen hinleiten wollen, in unserer Vereinsversammlung am 5. Jänner und später (15. d.) nochmals zur Sprache kommt, werden wir nachträglich darüber berichten. (Herr Josin aus Adelsberg beantragte indessen schon in der Vollversammlung einen Zusatz zum Entlassungszeugnisse.) Die nun folgenden Neuwahlen des Ausschusses ergaben folgenden Erfolg: es wurden gewählt die Herren: Benda, Eppich, Gerkmann, Josin, Linhart, Perne, Plhak, Samhaber und Sima. Nun wurde die Vollversammlung mit nachstehenden Worten des Herrn Obmannes geschlossen: «Zum Schlüsse unserer heutigen Vollversammlung spreche ich nochmals Ihnen allen für Ihr freundliches Erscheinen den besten Dank aus; zugleich bitte ich Sie, auch in Hinkunft den Verein kräftigst unterstützen zu wollen. Dies geschieht am besten durch Zuführung neuer Mitglieder, durch Einsendung von Beiträgen für die «Laibacher Schulzeitung», sowie durch möglichste Verbreitung derselben. Indem ich Ihnen allen ein fröhliches Neujahr wünsche, schliesse ich hiemit die Versammlung.» Die Mineralschätze Krains. (Ein Beitrag zur Heimatskunde; bearbeitet von Prof. Willi. Linhart.) Schon seit mehreren Jahren befasse ich mich mit der Sammlung der in Krain vorkommenden Mineralien, insbesondere der Erzgesteine. Dermalen nun bin ich bereits im Besitze einer recht ansehnlichen Sammlung* krainischer Mineralien, von welchen in den nachstehenden Zeilen näher berichtet werden soll. Die Ergebnisse der mineralogischen und geologischen Erforschung unserer Heimat sind zumeist in verschiedenen Fachzeitschriften, die der Lehrerschaft in der Regel ganz unzugänglich sind, aufgespeichert; da es aber doch gewissermassen Pflicht eines jeden Lehrers ist, sich auch insbesondere mit * Dieselbe befindet sich im natiu'historischen Cabinete der k. k. Lehrer-Bildungsanslalt und kann zu jeder Zeit besichtiget werden. D. V. dem Studium seiner Heimat nach allen Richtungen hin zu befassen, so glaube ich mit den nachfolgenden Abhandlungen der krainischen Lehrerwelt einen willkommenen Beitrag zur Kenntnis der Heimat zu liefern. * * * Ich beginne meine Darstellungen mit der Betrachtung des wertvollsten der in Krain vorfmdlichen Metalle, des Quecksilbers. Die Stadt Idria in Krain ist ihres weltberühmten Quecksilber-Bergwerkes wegen weithin bekannt. Die Entdeckung des dortigen Quecksilbervorkommens ereignete sich durch einen Zufall gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts. Ein Böttcher fand in seinem Schaffe, das er einer Quelle nächst der heutigen Dreifaltigkeitskirche unterstellt hatte, nach einiger Zeit Quecksilbertropfen. Freiherr von Valvasor («Die Ehre des Herzogthums Krain» etc., Nürnberg 1689, III. Buch, S. 397) erzählt die Geschichte mit folgenden Worten: «Da vorhin daselbst.......ein wildes Thal gewest. Denn im Jahr 1497 (oder 1490?) ist es (nämlich das Quecksilber) von einem Bauren ungefähr erfunden, als derselbe daselbst unter einem Bächlein etliche Schaffer gesetzt. Wiewohl er anfänglich nicht verstanden, was das wäre, so er angetrotfen, deshalben in ein Schaff etwas davon eingefasst und zu einem Goldschmied getragen, um von demselben zu erforschen, was es für eine Materi doch wohl seyn mögte? Wobey er aber den Ort der Erfindung nicht an-zeigen wollen, bis ihm endlich ein Lantzknecht, Namens Cazian Anderlein, durch Versprechung einer guten Verehrung solche reiche Heimlichkeit abgelockt. Derselbige Anderlein ist dadurch bald ein Anderer, nemlich ein wohlhabender Mann geworden, weil er hierauf viel vermögliche Leute an sich gezogen, welche mit ihm angestanden und das Bergwerk zu bauen angefangen.» Dieser Nachricht über die Entdeckung des Idrianer Quecksilbervorkommens schliesst s'ich auch Haquet in seiner Oryctographia Carniolica (Leipzig, 1781, II. Theil, S. 43) an Der Landsknecht Cancian Anderle und obgenannter Böttcher beginnen also zu Ende des 15. Jahrhunderts zuerst das Idrianer Quecksilbervorkommen auszubeuten. Im Jahre 1504 wurde der wichtige Fund bereits an eine Gewerkschaft verkauft, die später den Namen «Gewerkschaft zu Set. Achazi» erhielt. Im Jahre 1509, zu welcher Zeit sich der Ruf der Idrianer Quecksilberfunde schon zu verbreiten begann, erötfnete auch der Landesfürst, Kaiser Maximilian I., einen Grubenbau, den «Fürstenbau», auf eigene Rechnung. Im selben Jahre machten die Venetianer einen Einfall in Idria und bemächtigten sich der Bergbaue, wurden jedoch im folgenden Jahre 1510 durch kaiserliche Truppen wieder vertrieben. Um den feindlichen Angriffen besser widerstehen zu können, wurde in den Jahren 1520 bis 1531 das feste Schloss «Gewerkenegg» erbaut, das heutige Amtsschlossgebäude. Eine zweite Gewerkschaft, namens «zu St. Kathreinschacht», entstand im Jahre 1520, und auch Kaiser Ferdinand I. liess 1523 einen neuen Bau, den Georgsschacht, eröffnen. Im Jahre 1525 drohte dem jungen Bergbau grosse Gefahr durch einen Bergsturz am östlichen Abfall der Ko-balova planina, wodurch der Idrizafluss unterhalb Idria abgesperrt und das Wasser derart gestaut wurde, dass es bis in die Nähe der Gruben gelangte. Im Jahre 1532 kostete der Einsturz eines Verhaues im Grubenbaue vielen Bergleuten das Leben; der Ort des Verbruches wird noch jetzt mit dem Namen «Todtenteufe» belegt. Nun begann eine Zeit allmähligen Verfalles der Gewerkschaften. Der Bergbau wurde immer kostspieliger, die Gewerken erlitten Verluste beim Quecksilberhandel, der zeitweise stockte, so dass sie gezwungen waren, vom Landesfürsten Vorschüsse aufzunehmen. Als nun Erzherzog Carl, als der Sohn Kaiser Ferdinands I., mit der Regierung der innerösterreichischen Lande und der Grafschaft Görz auch den landesfürstlichen Antheil an dem Quecksilber-Bergbau in Idria übernahm, beschloss dieser Landesfürst, den gesammten Bergbau, um ihn rationell und einheitlich zu betreiben, aufzukaufen und in landesfürstlichen Betrieb zu übernehmen. Die diesbezüglichen Verhandlungen begannen im Jahre 1575 und wurden 1578 zu Ende geführt, so dass im folgenden Jahre die Ueber-nahme sämmtlicher gewerkschaftlicher Gruben mit allem Zugehör von Seite des Landesfürsten erfolgen konnte und von 1580 an der Bergbaubetrieb in Idria nur mehr im Namen des Landesfürsten geführt wurde. Die Uebernahme des Quecksilber-Bergwerkes in das alleinige Eigenthum des Landesfürsten fand Ausdruck in der «New aufgerichten Ordnung für das Perckwerch Idria», welche Erzherzog Carl am 6. April 1580 in Graz erliess. Seit dieser Zeit befindet sich Idria im staatlichen Alleinbesitz. Im Jahre 1783 wurde die Herrschaft Idria, die früher zu Tolmein gehörte und später eine eigenthümliche Selbständigkeit besass, zu Krain geschlagen und bildet seitdem einen Bestandtheil dieses Herzogthums; die Verwaltung des Montanwerkes unterstand jedoch nie der Landesregierung, sondern einer eigenen Bergdirection oder der kaiserlichen Centralstelle in Wien. Die Franzosen hatten Idria das erstemal im Jahre 1797 bis 1798 und ein zweitesmal im Jahre 1805 durch zwei Monate besetzt. Bei Gründung des Königreiches Illyrien durch Kaiser Napoleon im Jahre 1809 kam auch Idria in den Besitz der Franzosen und blieb denselben bis zum 1. Oktober 1813, an welchem Tage es wieder von Oesterreich übernommen wurde. Die schlimmsten Zeiten erlebte Idria in der Mitte des vorigen und in den Zwanziger-Jahren dieses Jahrhunderts; in beiden Zeitperioden glaubte man die Erzanbrüche bereits erschöpft zu haben; durch staatliche Commissionen wurde jedoch der Bergbau wieder geregelt und in schwunghafteren Betrieb geleitet. Anlässlich des dreihundertjährigen staatlichen Alleinbesitzes veranstaltete Idria am 21., 22. und 23. Juni 1880 grosse Festlichkeiten, und die k. k. Bergdirection gab eine Festschrift «Das k. k. Quecksilber-Bergwerk zu Idria in Krain» (Wien 1881, im Verlage der k. k. Bergdirection) heraus, der auch vorstehende historische Daten zumeist entnommen sind. Die Literatur über Idria entspricht dem Alter und der Berühmtheit des Bergwerkes. In obgenannter Festschrift sind allein an siebzig Werke, Schriften und Abhandlungen über Idria angeführt. Der älteste Bericht über Idria ist nach Valvasor «Die Erzehlung dess Doctors Gualteri Pope in einem Sendschreiben an den Doctor Johannom Wilkins, Diaconum Ripponensem, von Venedig ausgeschickt, welche den Actis Phüosophicis der Königlich-Engländischen Societät einverleibt worden» (1665), welche auch Valvasor gelegentlich seines Berichtes «von dem Bergwerk Ydria und dessen Erfindung» abdruckt (in lateinischer Sprache). Haquet sagt hierüber: «Der erste (der über Idria Nachricht gibt), scheint der Jesuit Andreas Siserus zu seyn, der jedoch die Beschreibung nicht selbst herausgegeben, sondern sie seinem Ordensgenossen, dem P. K i r c h e r mitgetheilt, welcher sie dem zweyten Theil seines Mundi Subterranei einverleibt hat» (1665). Die wichtigsten Forschungsresultate neuerer Zeit über Idria rühren von D. Stur und dem für die Geologie Krains vielverdienten gewesenen k. k. Oberbergrathe von Idria M. V. Lipoid her; sie sind in den Verhandlungen und Jahrbüchern der geologischen Beichsanstalt niedergelegt. * * (Fortsetzung folgt.) * D. Stur, Geologische Verhältnisse des Kessels von Idria, Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, Jahrgang 1872, S. 235, und M. V. Lipoid, Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebung von Idria in Krain, Jahrbücher der k. k. geologischen Reichsanstalt, XXIV. Jahrgang, 1874, S. 425 u. f. Sylvesterabend-Gedanken eines Lehrers. Wieder ist, wie bald, wie bald! Mir ein Jahr geschwunden. Fragend rauscht es aus dem Wald: «Hat dein Herz sein Glück gefunden?» Lenau (Herbstklage). Sylvesterabend! — Still ist es ringsherum und kein Laut, kein Geräusch stört meine Ruhe. Einsam und verlassen sitze ich in meinem Stübchen. Der bleiche Mond blickt neugierig durchs Fenster in meine Einsamkeit, als wunderte er sich, dass ich allein im ganzen Dorfe noch keine Ruhe finde, dass ich allein noch wache und schaue, wie er so schön seinen silbernen Weg am sternbesäeten Himmel zeichnet. Ja, ja, bleicher Mond, ich finde keine Ruhe noch; mein Blick überfliegt die weisse Winterlandschaft und sehnt sich über Berg und Thal zum Vaterhause hin. Traurig ist mein Sinn, denn das Nachdenken über Einst und Jetzt beherrscht mein Gemüth. Sylvesterabend ist’s! — so tönt es laut auch in meinem Herzen. Fliehe fort, du trüber Schatten — was einst war, kann nimmer wieder kommen! Schillers Worte sollen auch mir gelten: «..................Blicke nicht zurück. Es kann dir nichts mehr helfen. Blicke vorwärts! Urtheile nicht. Bereite dich zum Handeln.» (Wallensteins Tod.) * * * Es war ein schöner Traum, den ich geträumt — ein Jünglingstraum, den ich verwirklichen wollte. Jedoch — wie bald wurde er zerstört, vernichtet und ins Reich der Luftschlösser verbannt. Einst, als junger Lehrer, war ich frischen und fröhlichen Muthes; ich war ein Lehrer, dem die Welt noch als ein verschlossenes Wunder des Schöpfers erschien. Und warum hätte ich mich nicht freuen, warum nicht die freie Gottesluft froh einathmen sollen — ich wurde ja damals frei, mein eigener Herr und Meister — Schulmeister; ich hatte ja meinen ersten Dienst angetreten! Wer sollte sich auch jenes Gefühles schämen, das ihn beherrscht, wenn er das erste Decret bekommt, mit welchem er ein wirkendes Mitglied der Menschengesellschaft wird. Nachdem ich mich zuvor durch eine Anzahl von Jahren meinen Vorgesetzten gefügt, wurde ich ja selber eine jener Mächte, die die oft verhängnisvollen Zeugnisse ausstellen' dürfen. Wie stolz trat ich meinen Dienst an, mit was für erhabenen Gedanken übernahm ich die mir zum Unterrichte übergebenen Kinder! Wie zeichnete ich mir schon im Geiste mein Wirken und Handeln vor! Wie aufmerksam, wie fleissig wollte ich meine angehäuften Kenntnisse zum Wohle der mir anvertrauten jungen Weltbürger verwerten! Keine Bedenken machten sich darüber kund, dass ich vielleicht noch was zu lernen hätte, um ein tüchtiger Lehrer zu werden, ich hatte ja das Reifezeugnis und auf dieses stützte sich mein Selbstbewusstsein und das Vertrauen in meine Fähigkeiten und Kräfte...... Und wie täuschte mich mein Traumgebilde! Wie lange und wie viel musste ich noch lernen, bevor ich mich in meinem Amte sicher fühlte! Mit fester Willenskraft überwand ich zwar die Hindernisse, durch Fleiss und Ausdauer lebte ich mich in ein wirkliches Lehrerleben ein; jedoch die Träume — die einstigen schönen Träume — die sind zerstoben wie Seifenblasen, es blieb nur die nackte Wirklichkeit zurück. Wie mir, ist gewiss auch manchem andern schon geschehen; ernüchtert steht er heute da, verweht sind seine einstigen Träume und er erinnert sich, wie ich am heutigen Abende, wehmuthsvoll an längst vergangene Zeiten. Jedoch: «Die Einsamkeit ist fürchterlich! . . Sie hat zum Träumer mich gemacht.» * Es ist so still und dunkel, Verweht ist Blatt und Blüt’, Der Stern ist berstend zerstoben, Verklungen das Sehwanenlied. (H. Heine.) Beim Kamine steh’ ich und schaue in die verglühenden Kohlen, sie erzählen mir manches von meinem einstigen Ich .... Es wird mir eigenartig zumuthe, wenn ich so in längst vergangenen Zeiten herumirre. Ja, es war eine schöne Zeit — die Zeit meiner ersten Lehrjahre. Vorüber, vorüber ihr Träume, dem Träumer wird gar so weh!... Da schlägt es von dem Thurme.............eilfmal. Nur eine Stunde noch und aus ist es mit dir, du 1886er Jahr! Zum Tode verurtheilen wir dich zwar, jedoch in deinem Grabe wohnt kein Tod für dich. Auch die verwichenen Jahre leben fort und aus ihren Gräbern kommt, wenn die Zeit gekommen, Segen oder Elend, je nachdem die Keime, die mit ihnen begraben wurden, bös oder edel waren. So folge denn auch dir, heimgehender 1886er, mein Dank und Segen. Wenn ich auch sagen kann, dass du mir nicht viel Gutes gebracht, vertraue ich dennoch fest auf dich. Ich hoffe, dass das, was ich heuer säete, einst schön und voll zur Reife kommen werde. Es stirbt ja nicht mit dir, was gut und edel war, sondern bricht endlich in mannigfacher Pracht hervor. Das Böse aber, das deinen heiligen Kreislauf schändete und dir in den Weg sich stellte, wird bei seinem Aufgehen wie ein giftiges Gewächs am Boden dahinkriechen, vor dem Samen künftiger Jahre aber wie dürres Laub in Rauch und Asche zergehen .... * * * Frei will ich sein im Denken und im Dichten; «Graut Liebchen auch? Der Mond scheint hell! Im Handeln schränkt die Welt genug uns ein. Hurrah! die Todten reiten schnell!» (Goethe.) Bürger (Leonore). Dumpf hallen die Schläge der Thurmuhr .... Mitternacht ist’s! — Das neue Jahr beginnt, und ich bin wahrscheinlich der einzige, der es in meinem Dorfe begrüsst. Ich rufe dir ein herzliches «Willkommen» zu und will nicht mit Lenau sagen: «Treulich bringt ein jedes Jahr welkes Laub und welkes Hoffen!» Nein, so spreche ich nicht, denn noch steh’ ich da und beuge mich nicht vor euch, ihr finsteren Anzeichen. Ich vertraue auf dich, du neues Jahr, und — verzage nicht. Ich bin nicht berechtigt, meine Pflichten gegen andere zu vergessen, weil andere sie gegen mich vergessen haben. Ich baue also auf dich, wie mancher meiner Amtsgenossen, und hoffe mit ihnen, dass du uns helfen wirst, unsere Widersacher und Feinde, deren wir noch eine Menge haben, zu besiegen. Licht sollte es auch bei uns werden; Licht, Licht sollst du, o neues Jahr, den Leuten bringen, die sich noch immer dem Fortschritte entgegenstemmen und nicht einsehen wollen, dass ein anderer Geist, ein anderes Denken uns erfüllt und unsere Handlungen durchweht. 0 neues Jahr, erfrische unsere Gaue, ermuthige unsere Streiter und führe uns zu Siegen auf dem Felde des Fortschrittes. Vernichte jene Geister, die sich vor dem althergebrachten Schlechten bücken, die ihrer Nahrungssorgen wegen ein böses Joch nicht von sich schütteln und sich über alles Alte nur in Lob und Ruhm ergehen, über unsere Bestrebungen aber den Stab brechen. Bringe, neues Jahr, Licht auch in unser Volk, damit es einsehen lerne, dass ja all unser Streben und Wirken nur zu seinem Besten ist, dass unser Kampf Feinden gilt, die auch seine Feinde sind, die nichts Neues in der Schule wollen und nur alles in Finsternis sehen möchten, um zu herrschen über Schule, Haus und Volk. Ich fühle mich neu belebt! Wohl wird es ohne Kämpfe nicht bleiben, unsere Feinde werden in manchen Kronländern vielleicht Siege gewinnen, doch wir dürfen uns durch einzelne trübe Erscheinungen nicht irre machen lassen. Wer wollte wegen eines kalten Wintermorgens verzweifeln? Wegen einer trüben Nebelzeit ist die Sonne nicht aus der Welt, entschwunden. Aber die Nebel zu verscheuchen und das Licht so bald als möglich herbeizuführen, thue jeder das Seine, und auf dieses Streben hin wünsche ich vom ganzen Herzen allen Mitdenkenden ein glückliches Neujahr. Doch zu lange schon bin ich nachdenkend da gesessen, still ist es ringsumher, das Licht ist ausgelöscht, die Kohlen sind verglüht, der bleiche Mond ist verschwunden, kein Sternlein glänzt mehr am Himmel. Der neue Zeitabschnitt weckt die Erde und neues Hoffen belebt die Menschen und so auch uns Lehrer. Felix. Rundschau. Salzburg. (Ersuchen um Aenderung der Lehrpläne.) Der Stadtschulrath von Salzburg hat beschlossen, in Angelegenheit der Einführung der neuen Lehrpläne für Volksschulen den k. k. Landesschulrath um Gewährung einiger durch Ortsverhältnisse bedingter Umänderungen zu ersuchen. Böhmen. (Erhöhung der Lehr ergehalte in Prag.) Im Schosse der Gemeindevertretung von Prag fasste man den Beschluss, ein Gesuch an den Landtag um Erhöhung der Gehalte der Prager Volksschullehrer von 700 fl. auf 800 fl. und der Bezüge der Bürgerschullehrer von 800 fl auf 900 fl. zu richten. Leider ist von einem solchen Beschlüsse bis zur «erlösenden Thal» noch ein sehr weiter Schritt, namentlich in Prag. Kroatien. (Verordnung über Lehrer-Pensionierungen.) Eine neue Verordnung über Lehrer-Pensionierungen ist für Kroatien erlassen worden. Dieser zufolge müssen sich von nun an alle Lehrer und Lehrerinnen, welche in dauernden Ruhestand treten und um Pensionsbezug ansuchen wollen, einer commissioneilen ärztlichen Untersuchung, beziehungsweise weiteren Untersuchung durch das Landesgesundheitsamt unterziehen. Für den letztem Fall haben dieselben auf eigene Kosten nach Agram zu reisen. Ungarn. (Eine Verfügung des hauptstädtischen Magistrats in Bezug auf die Schulgesundheitspflege.) Der Budapester Magistrat hat an sämmtliche privaten, gesellschaftlichen und confessionellen Lehranstalten in der ungarischen Hauptstadt die Aufforderung ergehen lassen, darauf zu achten, dass die Schulsäle nicht überfüllt seien, dass dieselben ferner mit angemessenen Lüftungsvorrichtungen versehen werden und die Heizung unter Aufsicht in zweckmässiger Weise erfolge. Mit der Beaufsichtigung dieser aus gesundheitlichen Rücksichten getroffenen Massnahmen wurden die Bezirksärzte betraut. Schweiz. (Unerfreuliches. Lehrertag.) In der Schweiz gab es eine allgemeine Volksabstimmung über ein Lehrer-Pensionsgesetz und die Errichtung einer Landwirtschaftsschule. Dieselbe stellte dem kleinen Freistaate kein Ehrenzeugnis aus, denn die darauf bezughabenden Gesetzvorlagen wurden abgelehnt. — Im laufenden Jahre wird der schweizerische Lehrertag in St. Gallen stattfinden. Aus Krain und der Nachbarschaft. Veränderungen im Lehrstande. Herr J. Ferlan, bisher Lehrer in Zirklach, wurde dauernd in Salilog, Herr Joh. Zarnik, Lehrer im zeitlichen Ruhestande, nichtdauernd als Lehrer an der einclassigen Schule in Neul bei Stein angestellt; der bisherige Lehrer in Neul, Herr Joh. Tomažič, wurde nach Salog bei Zirklach versetzt. Todesfall. Am Neujahrstage bewegte sich trotz des schneidigen Nordwindes ein langer Trauerzug zum Friedhofe der evangelischen Gemeinde in Laibach. Es wurde Herr Ernst F r ü h w i r t, der mit Recht hochgeschätzte Lehrer an der Schule der genannten Gemeinde und unser treues Vereinsmitglied, zu Grabe getragen. Im Trauerzuge bemerkten wir nicht allein Vertreter unserer Volks- und Mittelschulen, sondern Mitglieder der verschiedensten Gesellschaftskreise Laibachs — ein Beweis, wie beliebt der vom Geschick vielgeprüfte Heimgegangene überall in Laibach gewesen. Derselbe war 1847 in Güns in Ungarn geboren und wurde im evangelischen Seminar in Oberschützen zum Lehrer gebildet, in welcher Stellung er seit dem Jahre 1865 grösstentheils nur in Laibach thätig war. Wie sehr man Herrn Frühwirt hier zu schätzen und seinen bis zur Selbstaufopferung gehenden Berufseifer zu würdigen wusste, beweist wohl auch der Umstand, dass derselbe, nachdem er nach mehrjähriger Thätigkeit in Laibach als Lehrer nach Güns abgieng, bald von dort wieder auf seinen frühem Posten hieher berufen wurde. Hier verlor er vor Jahren seine Gattin und im Verlaufe des letzten Sommers auch sein einziges Kind, ein sechsjähriges Mädchen, dem er seine volle väterliche Liebe und Aufmerksamkeit widmete. Dieser neuerliche Trauerfall brach den ohnehin seit Jahren von einem Lungenübel geplagten Mann völlig, und am 30. v. M., als wir gerade unsere Hauptversammlung abhielten, hauchte er seine edle Seele aus. Ein ehrenvolles Andenken ist ihm gesichert. Er ruhe in Frieden! An der Hauptversammlung unseres Vereines, über welche wir eingehender an leitender Stelle berichten, betheiligten sich nicht allein Vereinsmitglieder aus Laibach und der Umgebung, sondern auch aus den Bezirken Adelsberg, Krainburg, Radmannsdorf, Littai und Gottschee. Wir bringen denselben, da sie die Hieherreise zur jetzigen rauhen Jahreszeit, und die damit verbundenen Kosten nicht scheuten, unsern besten Dank! Der Unterstützungsverein für Lehramtszöglinge hält am 16. d. M. von 11 Uhr vormittags an im Berat.hungszimmer der k. k. Lehrer-Bildungsanstalt seine ordentliche Hauptversammlung ab. Näheres darüber bringen wir nächstens. Auszeichnung. Die Vertretung der Marktgemeinde Reifnitz hat in ihrer am 22. v. M. stattgehabten Sitzung den dortigen Oberlehrer Herrn Josef Raktelj in Anerkennung seiner vieljährigen verdienstvollen Lehrthätigkeit zum Ehrenbürger von Reifnitz ernannt. Unsere aufrichtige Beglückwünschung! Aus dem krainischen Landtage bringen wir in unserer nächsten Nummer wieder einige Mittheilungen, die sich auf die Schule oder die Lehrer beziehen. Ruchlosigkeit gegen einen Lehrer. Undank ist der Welt Lohn! Die Wahrheit dieses Satzes lernen namentlich die Lehrer frühzeitig begreifen. Diesertage mussten wir es sogar erleben, dass auf einen Berufsgenossen — Herrn Heinrich Wisiak in Lustthal — geschossen wurde. Das menschliche Ungeheuer, das sich in seiner Rohheit zu einer solchen That entschloss, ist ein Bursche aus Videm. Derselbe feuerte aus einer Pistole in das Wohnzimmer des Herrn Wisiak, und zwar gerade zur Zeit, als derselbe mit seiner Frau bei Tische sass. Das Geschoss beschädigte glücklicherweise niemanden. Der freche Bursche ergriff die Flucht. Aus unserem Vereine. Im Verlaufe des ersten diesjährigen Vereinsabends, der am 5. d. M. im Gasthofe «Stadt Wien» stattfand, wurde bei mitunter sehr lebhaften Wechselreden die Berathung über die Schulmatrik und den Katalog zu Ende geführt. Berichterstatter war Herr Oberlehrer Benda. Ueber die übrigen Amtsschriften wird während der nächsten Vereins Versammlung, die gleichfalls im Clubzimmer des Gasthofes «Stadt Wien», und zwar am 15. Jänner von halb 8 Uhr abends an stattfindet, gesprochen werden. Mögen sich die Mitglieder unseres Vereines an derselben recht rege betheiligen! Aus Kärnten. Der «Kärntische Lehrer-Kalender», herausgegeben vom Bezirks-Schulinspector Kreuzer in Hermagor, hat nun zum sechstenmale seine Wanderung begonnen. Derselbe ist um den Betrag von 1 fl. sowohl beim Herausgeber wie in Buchhandlungen Klagenfurts zu haben. — Der neueste Lehrerverein ist der für Feldkirchen und Umgebung. Die Satzungen desselben wurden vor kurzem genehmigt. — Der Zweigverein «Lieserthal» beraumte auf den 5. d. M. eine Versammlung in Gmünd an, um über den Beitritt zum Lehrerbunde zu berathen. Aus Steiermark. Diesertage schied in Graz infolge eines Herzschlages ein Amtsgenosse aus dem Leben, dessen treffliche Eigenschaften wir vor einem Jahre in der dortigen Lehrmittelausstellung kennen zu lernen Gelegenheit halten. Es ist dies Herr Fr. Kmetitsch. Beger Berufseifer, freundliches, zuvorkommendes Wesen und eine reiche Erfahrung zeichneten den allzufrüh Heimgegangenen — er zählte etwas über fünfzig Jahre — besonders aus. Ehre seinem Andenken! — Angestellt wurden die Herren Franz Schabl als Oberlehrer in St. Stefan im Bosenthale, Alois Bieder als Lehrer in Bruck, Wilh. Petritsch als Lehrer in Gleisdorf, Jos. Zizel als Lehrer in Lembach, Karl Heiterer als Lehrer in Donnersbachwald und Frl. Johanna Vadnau als Unterlehrerin in Unterpulsgau. — Der Landesschulrath bewilligte die Errichtung eines Unterrichtscurses für Violinspiel an der Doppelbürgerschule in Graz, je eines Privatkindergartens in Judenburg und an der Privatmädchenschule für die Umgebung von Cilli, und genehmigte die Erweiterung der Volksschule St. Johann ob Hochenburg zu einer dreiclassigen. Unmittelbare Zuschriften. Von der Save, 4. Jänner. (Bei uns und anderwärts.) Obschon die Zeit manchen Unrath weggefegt, haben wir es dennoch immer noch mit Schriftstellern, mit Erzählern zu thun, welche ihre drolligen Gestalten aus unserem Stande holen, vorgebend, dass ihnen hiezu Gerichtsverhandlungen gegen pflichtvergessene Lehrer den Anlass geboten hätten. Aus einer solchen trüben Quelle will auch Anzengruber, gegen den noch vor nicht langer Zeit wegen seines «Jagdverderbers» ein Entrüstungsruf durch die Schulzeitschriften gieng (sieh «Laibacher Schulzeitung» Nr. 11 vom Jahre 1885. Der Schriftleiter.), geschöpft und vor kurzem sein, in einem Wiener Blatte veröffentlichtes Unterhailungsstückchen «Maculatur» hervorgeholt haben. Die Lehrerzeitungen wenden sich nun neuerdings gegen diesen «Lehrerfreund». Wir sehen auf deutscher Seite die Lehrer gegen solche Edelherzigkeit stets in geschlossenen Beihen auftreten, bei uns dagegen hat man in manchen Orten und Bezirken nicht üble Lust, den Verunglimpfern unseres Standes noch die zweite Wange hinzuhalten. Ich verweise auf die in der «Laibacher Schulzeitung» in sachgemässer Weise besprochenen Schriften der Hermagoras-Bruderschaft mit ihren «Schulmeister-Schreckgestalten». In einigen Bezirken trat man gegen solche schmähende Belustigungen eines schreibseligen Paares, beziehungsweise gegen die genannte Bruderschaft, mannhaft auf. Lehrer von Standesbewusstsein kehrten derselben den Rücken; andere dagegen blieben nicht nur noch weiter Anhänger derselben, sondern beschlossen sogar (als wollten sie sich für die empfangenen Hiebe noch bedanken), sich dieser lehrerfeindlichen Körperschaft noch mit Vorstellungen zu nähern. Auch du Brutus! rief ich öfter aus, als ich darunter auch solche «Amtsgenossen» sah, die als Streber alles der Neuschule und ihrer Wetterwendigkeit verdanken und von der «guten alten Zeit» nie etwas verkostet haben. Man möchte sein Antlitz verhüllen und sich vor solchem Getriebe und solchen Männern in die Erde verkriechen. Möge es im neuen Jahre besser werden! 0 * Wien, 5. Jänner. («Schule und Haus.» Vom Lehrerhausverein.) Geistig und körperlich wohlerzogene Kinder sind unstreitig der Eltern bestes Gut, und es gibt für diese keine ernstere und heiligere Pflicht, als die vernünftige Erziehung und naturgemässe körperliche Pflege der Kinder, keine segensreichere Arbeit, als deren geistiges Streben verständnisvoll zu unterstützen und ihnen den Weg zu dem vorgesteckten Lebensziele zu ebnen. Wenn die Eltern für andere Gebiete ihrer Thätigkeit sich gerne die Hilfe eines literarischen Rathgebers, welcher in Gestalt irgend einer Fachzeitschrift im Hause Eingang findet, gefallen lassen, so werden sie gewiss auch «Schule und Haus», Zeitschrift zur Förderung der Erziehung und des Unterrichtes, mit Freuden begrüssen. Das Blatt macht die Eltern mit der Schularbeit vertraut, gibt Winke, wie man den Kindern die Lernarbeit erleichtert, deren Studienerfolge sichert und der Jugend das Leben schöner, die Zukunft glücklicher gestaltet; in der Rubrik «Sprechhalle» ertheilt die Schriftleitung (zwei am Wiener Lehrer-Pädagogium wirkende Fachmänner, die Herren J. Eichler und E. Jordan) unentgeltlich Auskünfte in allen Fragen auf dem Gebiete der öffentlichen und häuslichen Erziehung und Bildung, und somit, kann «Schule und Haus» allen sorgsamen Eltern als treuer und verlässlicher Rathgeber bestens empfohlen werden. Das Blatt, welches am 1. Jänner 1887 seinen IV. Jahrgang beginnt, kostet ganzjährig sammt Postzusendung nur 2 fl. und ist zu beziehen durch die Verwaltung von «Schule und Haus» (III., Beatrixgasse Nr. 28) in Wien. — Die Gelder für das zu erbauende Lehrerhaus fliessen dem Lehrerhausvereine nur langsam zu. «Wenn es schon nicht regnet, so tropft es wenigstens.» Im sechsten Ausweise findet sich ein Sammelergebnis von 60 fl. 58 kr. verzeichnet, welcher Betrag mit den früheren Spenden eine Summe von 504 fl. 34 kr. ergibt. * * * Reichenberg, 6. Jänner. Ich will heute wieder auf die bekannte löbliche Unternehmung zu Nutz und Frommen des heranwachsenden Geschlechtes, auf «Oesterreichs deutsche Jugend» zurückkommen. Der 3. Jahrgang dieser Jugendschrift, die in kurzer Zeit eine grosse Verbreitung gefunden, ist eben abgeschlossen worden, und der Herausgeber dieses Blattes, der deutsche Landes-Lehrerverein in Böhmen, hat nun, um ein im Vorjahre gegebenes Versprechen zu erfüllen, von dem erzielten Reingewinn folgende Beträge an die einzelnen Landes - Lehrervereine abgeführt: der «Niederösterreichische Landes-Lehrerverein» erhielt, da sich in diesem Lande 233 Abnehmer gefunden hatten, 23 fl. 30kr.; der «Deutsch-mährische Lehrerbund» (179 Abnehmer) 17 fl. 90 kr., der «Steiermärkische Lehrerbund» (28 Abnehmer) 2 fl. 80 kr., der «Salzburgische Lehrerverein» (17 Abnehmer) 1 fl. 70 kr., der «Oesterr.-schles. Landes-Lehrerverein» (12 Abnehmer) 1 fl. 20 kr., der «Oberösterreichische Lehrerverein» (11 Abnehmer) 1 fl. 10 kr., zusammen 48 fl. Möge die deutsche Lehrerschaft Oesterreichs auch in Zukunft diese Zeitschrift mit ihrem mächtigen Einflüsse fördern, dann wird sich dieselbe immer kräftiger entwickeln, und den einzelnen Landes-Lehrervereinen werden noch grössere Beträge zufliessen. Ivdlanaaig'faltlg'es- Eine Ueberprüfung beanständeter Bücher der Volksschulbibliotheken ist vom k. k. Unterrichtsministerium verfügt worden. Es wurde nämlich bei der Prüfung der Ergebnisse der durchgeführten Untersuchung der Schulbibliotheken an Volksschulen die Wahrnehmung gemacht, dass aus den Schülerbibliolheken Bücher entfernt wurden, welche in anderen Schulen gleicher Art desselben Bezirkes unbeanständet blieben. Um solche Gegensätze in den Urtheilen über ein und dasselbe Buch in einem und demselben Bezirke zu beseitigen, hat das Unterrichtsministerium angeordnet, dass commissioneile Ueberprüfungen solcher Bücher in den einzelnen Schulbezirken vorgenommen werden. Mit dieser Ueberprüfung ist von der Bezirksschulbehörde die zur Verwaltung der Bezirks-Lehrerbibliothek berufene Commission oder der ständige Ausschuss der Bezirks-Lehrer-conferenz zu betrauen. Das Ergebnis dieser abschliessenden Beurtheilung der betreffenden Bücher, bei welcher bei persönlicher Verantwortlichkeit der Commissions-Mitglieder die bezüglich der Untersuchung der Schulbibliotheken vorgezeichneten Gesichtspunkte strengstens beobachtet werden sollen, wird dem Bezirksschulrathe vorzulegen sein, welcher den betreffenden Schulleitungen die Weisung über die Beibehaltung oder Ausscheidung der einzelnen in Frage stehenden Bücher geben wird. In den Bibliothekskatalogen wird die Weisung des Bezirkssehulrathes genau anzumerken sein. Die bestehenden Anordnungen inbetreff der Volksschulbibliotheken, insbesondere die persönliche Verantwortlichkeit der Schulleiter und Lehrer bei Auswahl der in die Schülerbibliotheken fortan neuaufzu-nehmenden Bücher, werden hiedurch nicht berührt. Aus dem Unterrichtsministerium. In der «Volksschule» und in anderen Blättern lesen wir: Mit Beginn des nächsten Jahres werden im k. k. Unterrichtsministerium im Interesse einer sachgemässeren und gleichartigeren Gruppierung der Geschäftsangelegenheiten einige Veränderungen der bisherigen Beferatseintheilungen platzgreifen. So wird Ministerialrath Graf Latour nebst der Führung der Angelegenheiten der Staatsgewerbeschulen, der gewerblichen Museen, der Kunstgewerbeschulen u. s. w. auch mit dem Referate über Kunstangelegenheiten, und Sectionsrath Dr. Zeller nebst den Bauangelegenheiten der Hochschulen auch mit jenen der Mittelschulen und der Lehrer-Bildungsanstalten betraut werden, während das Referat über die gewerblichen Fortbildungsschulen und die Handwerkerschulen dem Ministerialsecretär Dr. Ritter v. Haymerle, welcher bereits bisher mit der Redaction des «Centralblaftes für das gewerbliche Unterrichtswesen» betraut war, übertragen wird. Auch hat Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus und Unterricht Verfügungen getroffen, wonach ein enges und einheitliches Zusammenwirken der nunmehr um eines vermehrten Departements für das gewerbliche Bildungswesen auch fernerhin vollkommen gesichert bleibt. Schulkosten der Stadt Wien. Für das Jahr 1887 erscheinen im Voranschläge für das Schulwesen Wiens 3992310 fl. eingestellt; davon entfallen auf die Mittelschulen 307510 fl., auf die Volksschulen 3102120 fl. und auf Schulbauten 509480 fl. Für das städtische Pädagogium sind 17370 fl. eingestellt. Verunglimpfung unseres Standes. Der Schriftsteller Anzengruber, der vor kaum zwei Jahren durch seinen «Jagdverderber» die Zuneigung der Lehrerschaft dauernd ein-gebüsst, hat sich in einem Zeitungsartikel die Jugendbildner wieder zuleihe genommen. Dieser Herr meint, da die Schulzeitungen seine «schriftstellerischen Belustigungen» abermals brandmarken, «die Lehrer sollen nicht aus Gemeingeist auch für die unlauteren Elemente in ihren Reihen einstehen». Das geschieht wohl nicht! Was wir im Interesse der Jugenderziehung verlangen, ist das, dass man einzelner räudiger Schafe wegen nicht den ganzen Lehrstand verunglimpfe. — Zerrbilder finden sich, wenn man schon einmal ohne solche nicht sein kann, ja in anderen Schichten in Hülle. Ueber diese Erscheinung spricht übrigens auch eine unserer heutigen Zuschriften. Wir verweisen auf dieselbe schon aus dem Grunde, weil es auch wir im Vorjahre mit einem dem Lehrstande an-gehörigen Herrn zu thun hatten, der in schalen slovenischen Erzählungen die Volksschullehrer in den Staub zog. Die Volks- und Bürgerschulen der westlichen Reichshälfte nach der Unterrichtssprache. Auf Grund amtlicher Zusammenstellungen gab es im Jahre 1884 in unserer Reichshälfte 6922 Schulen mit deutscher, 1641 mit ruthenischer, 1412 mit polnischer, 4129 mit tschechischer, 850 mit italienischer, 521 mit slovenischer, 331 mit serbo-kroatiseher, 55 mit rumänischer, 4 mit magyarischer und 472 mit gemischter Unterrichtssprache. Sprachliches aus den Schulen der Mur-Insel. In den Schulen der Mur-Insel wurden bisher in der kroatischen Literatursprache geschriebene Katechismen benützt, welche das dortige Volk, das nur den Murdialekt spricht, nicht verstanden hat. Der Erzbischof von Agram hat nunmehr angeordnet, dass fortan im Murdialekt geschriebene Katechismen benützt werden sollen. Da in den Schulen der Murinsel die anderen Schulbücher gleichfalls im Dialekt geschrieben sind, erscheinen diese Schulen nunmehr vollständig von den kroatischen gesondert. Nichtbestätigte Landesgesetze. Zwei in der vorjährigen Sitzungszeit, des galizi-schen Landtages infolge des bekannlen Anlrages des Abgeordneten Romanezuk beschlossenen Gesetzentwürfen ist die kaiserliche Bestätigung nicht ertheilt worden. Als Grund der Vorenthaltung derselben wird die Rücksicht auf die Bestimmungen des Staatsgrundgesetzes geltend gemacht. Nach dem einen dieser Gesetzentwürfe sollte in Orten, wo die Umgangssprache des vierten Theiles der Bevölkerung, beziehungsweise von 3000 Einwohnern, eine andere ist als die Unterrichtssprache in den Schulen, in einer der bestehenden Volksschulen, beziehungsweise in zu errichtenden Parallelclassen, die zweite Landessprache als Unterrichtssprache eingeführt werden. Dem zweiten Gesetzentwürfe zufolge sollte in den galizischen Mittelschulen die Theilnahme an dem Unterrichte in der zweiten Landessprache nicht, wie bisher, von gewissen Bedingungen abhängig gemacht, sondern nur jene Schüler, deren Eltern dies ausdrücklich fordern, von diesem Lehrgegenstande befreit werden. Aus den Landtagen. Dass der deutsch-mährische Lehrerbund an den Landtag ein Gesuch um Gleichstellung der Lehrergehalte in Mähren mit jenen der Nachbarländer richtete, haben wir schon letzthin mitgetheilt. ■— Im niederösterreichischen Landtage war die Einbringung eines Gesetzentwurfes angekündigt, in welchem festgesetzt wird, dass den männlichen Lehrkräften an den Volks- und Bürgerschulen Niederösterreichs eine in den Ruhegehalt nicht einrechenbare Dienstalterszulage von jährlich 50 fl. zuerkannt werde. Desgleichen war ein Gesetzentwurf angekündigt, durch welchen die Pensionsansprüche der Lehrerinnen und ihrer Hinterbliebenen eine Regelung erfahren sollen. Eine deutsche Beschwerde. Die Gemeindevertretung von Karolinenthal (Prag) hat in den dortigen deutschen Ortsschulrath trotz des bestehenden Gesetzes, dass dessen Mitglieder der deutschen Nationalität angehören müssen, durchwegs Tschechen gewählt. Die Deutschen Karolinenthals richten deshalb eine Beschwerde an den Landesschulrath und dürften mit derselben wohl durchdringen. Schulgebäude sollen Blitzableiter besitzen. Der schlesische Landtag hat folgenden Beschluss gefasst: Der Landesausschuss hat in geeigneter Weise dafür Vorsorge zu treffen, dass die Schulbehörden beim Neubau von Schulgebäuden ihr Augenmerk auf die Aufstellung technisch richtig hergestellter Blitzableiter richten. Verdient Nachahmung! ZEBiä-cih-er- -u.nd. Seit-u.ng'sscib.a.-a.. Lehrerfehler — Schülerfehler. Von Fidel Mähr, k. k. Gymnasialprofessor. Wien, Verlag von A. Pichlers Witwe und Sohn. Preis 30 kr. — Das vorliegende Schriftchen ist als Ergänzung des vor mehreren Jahren vom gleichen Verfasser erschienenen und auch von uns besprochenen Werkchens «Schülerfehler — Lebensfehler» anzusehen. Es bringt eine Reihe von bündig gehaltenen Artikeln, die dem Lehrer zum Wegweiser und zur Ermunterung dienen sollen und sicher auch dienen werden. Die Ueberschriften derselben lauten: Der Lehrer soll vor allem reell sein. Der Lehrer muss auch politisch sein. Ein wesentliches Erfordernis des Lehrers ist die Klugheit. Der Lehrer soll der feinen Sitte huldigen. Der Lehrer soll uneigennützig sein. Der Lehrer soll gesetzeskundig sein. Der Lehrer soll sich fortbilden. Der Lehrer soll human sein. Der Lehrer soll colle-gial sein. Der Lehrer muss ein solider Mann sein. Der Lehrer soll strebsam sein. Der Lehrer muss consequent sein. Der Lehrer soll beredt sein. Allzu grosser Eifer schadet. Der Lehrer soll ein Psychologe sein. Wie soll sich der Lehrer in nationaler und kirchlicher Beziehung verhalten? Der Lehrer sei ein Voi’bild. — Aus dieser Anführung ist zu ersehen, von welchen verschiedenen Seiten der Lehrer ins Auge gefasst wurde. Wir dürften demnächst auch eine Probe aus dem Schriftchen bringen, damit sich jeder selbst ein Urtheil über die Art der Behandlung des Stoffes bilden könne. —a. Im gleichen Verlage sind noch erschienen: Einführung in die Handelswissenschaft. Für die unteren Classen der Handelsschulen. Von j. Berger, Professor an der Akademie für Handel und Industrie in Graz. Preis 40 kr. Rechenbuch (Aufgabensammlung) für Mädchen-Fortbildungsschulen von Franz Kopetzky. Preis 50 kr. (125 Blattseiten.) ZErled.Ig'te Xjelirstellen- Krain. Lehrstelle an der einclassigen Schule in Grahovo, Gehalt 450 fl., Leitungszulage 30 fl., Wohnung; und zweite Lehrstelle an der vierclassigen Schule in Altenmarkt bei Laas, Gehalt 500 fl. (beide zur dauernden Besetzung); beim k. k. Bezirksschulrathe in Loitsch bis 23. Jänner. Kärnten. Je eine Lehrstelle in Metnitz, Grades, St. Johann am Brückl, Sorg und Gunzen-herg, Gehalt je 400 fl.; bis 5. Februar. Steiermark. Fünfclassige Schule in Mureck, Unterlehrer-, beziehungsweise Unterlehrerinstelle, Gehalt 360 fl.; beim Ortsschulrathe dortselbst bis 16. Jänner. — Bezirk Weiz: Dreiclassige Schule in Fladnitz, Lehrerstelle, Gehalt 600 fl.; beim Ortsschulrathe bis 20. Jänner. — Schulbezirk Rohitsch: Vierclassige Schule in Heil. Krenz, Unterlehrerstelle, Gehalt 360 fl.; bis 25. Jänner. — Bezirk Radkers-burg: Dreiclassige Schule in Halbenrain, Lehrerstelle, Gehalt 550 fl.; bis 15. Jänner. — Schulbezirk: Drachenburg: Zweiclassige Schule in AVind.-Landsherg, Unterlehrerstelle, Gehalt 360 fl.; bis 20. Jänner. — Schulbezirk Cilli: Dreiclassige Schule in Doberna, Oberlehrerstelle, Gehalt 600 fl., Leitungszulage 50 fl., Wohnung; bis 20. Jänner; dann Oberlehrerstelle in Hohenegg, Gehalt 600 fl., Leitungszulage 50 fl., Wohnung; bis 15. Jänner.— Schulbezirk Aflenz: Einclassige Schule in St. Ilgen, Lehrerstelle, Gehalt 550 fl.; bis 20. Jänner. — Bezirk Frohnleiten: Vierclassige Schule in Deutsch-Feistritz, Lehrerstelle, Gehalt 600 fl.; bis 20 Jänner. Bezirk Hartberg: Vierclassige Mädchenschule in Hartberg, Lehrerinstelle, Gehalt 600 fl. (beziehungsweise Unterlehrerinstelle mit 360 fl. Gehalt); bis 22. Jänner. Schule in Pöllan, Unterlehrerstelle, 360 fl.; bis 22. Jänner. — Schulbezirk Kindberg: Zweiclassige Schule in Stanz, Oberlehrerstelle, Gehalt 600 11., Leitungszulage 50 fl., Wohnung; beim Ortsschulrathe bis 31. Jänner. — Bezirk Leoben: Unterlehrerstelle in Krauhat, Gehalt 400 fl.; bis 31. Jänner. Briefkasten. Für die Wünsche zum Jahreswechsel meinen besten Dank! — Augustus: Ihren Wünschen entspricht ein Werk unserer heutigen «Bücherschau». — n : a) Ist nicht mehr zu haben; b) der Genannte stimmt selten im Sinne der Lehrer. Einladung zur Bestellung der „Laibacher Schulzeitung“. Mit der heutigen Nummer beginnen wir den 15. Jahrgang unserer für Fortschri tt, Lehrerrechte und die Selbständigkeit des Volksschullehrers mit Muth und Ausdauer arbeitenden Zeitschrift. Wer den Ernst der Zeit und die Nothwendig-keit eines solchen Organs erkennt, wird selbes nicht allein selbst in sein Haus einziehen lassen, sondern auch für dessen umfassendste Verbreitung Sorge tragen. Welche Opfer wir für das Blatt gebracht, ist bekannt, mögen nun auch jene, zu deren Wohl dasselbe einzig und allein in die Schranken tritt, sich zahlreich um die „Laibacher Schulzeitung“ scharen. Alle verehrten Freunde und Gönner unseres Vereines, beziehungsweise unseres Fachblattes, die nicht dem Lehrstande an ge hören, wollen uns ihre werte Anhänglichkeit, auf die wir grosses Gewicht legen, geneigtest auch in Hinkunft bewahren. Man bestellt die „Laibacher Schul zeitung“ in lg. v. Kleinmayr & Fed. Bambergs Zeitungs-Versendung in Laibach (Balmhofgasse Nr. 15) oder bei dem Vereinscassier Herrn k. k. Uebungslehrer und Bezirks-Schulinspector Franz Gerkmanu (k. k. Lehrer-Bildungsanstalt), und zwar sind die Bezugspreise : Für Laibach ganzjährlich 2 fl. 60 kr., halbjährlich 1 fl. 40 kr.; für die Zustellung ins Haus ganzj. 12 kr. Mit Postversendung: ganzj. 2 fl. 80 kr., halbj. 1 fl. 50 kr. (Alle Lehrer und Lehrerinnen in Krain können mit einem Betrage von jährlich 3 fl. dem Vereine als ordentliche — Herren und Damen, die nicht dem Lehrstande augehören, mit demselben Betrage als unterstützende Mitglieder — beitreten und erhalten als solche das Blatt umsonst. Rückständige Beträge wollen ehestens übermittelt werden, damit in der weiteren Zusendung unseres Blattes keine Störung eiutritt, denn dasselbe sollen nur jene erhalten, die es für die Folge auch ausdrücklich bestellen oder aber wirkliche oder unterstützende Vereinsmitglieder bleiben, beziehungsweise solche geworden sind. Die Schrift- und Vereinsleitung-. Verlegt und herausgegeben vom «Krain. Landes-Lehrerverein». — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.