Lllibacher Tagblatt. SränumerationSPteile: 0tir Laibach: Ganzj. fl. 8_40; ustevnng in« Hau« etllj. 85 tr. "it ber Post: Sav,jähr. fl. 12. Red aetion und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15 Donnerstag, 3. Juli 1879. — Morgen: Udalrich. Insert i o n S p tei se : Ein. . _ _ Wattige Petitzeile fc 4 It., bei 1 Q f. Wiederholungen » 3 ft. An- ± “C. _\UU zeigen Sie 6 Zeilen 20 It. Die Wahlen im Großgrundbesitze Krains. Beklagenswerth, wie der Ausgang der bisherigen Wahlen in unserem Kronlande war, haben wir demselben nunmehr einen um so glänzenderen Erfolg unwandelbarer Verfassungstreue entgegenzustellen. Bei den heutigen Wahlen für den Großgrundbesitz sind die Kandidaten der Verfassungspartei als Sieger aus der Wahlurne hervorgegangen. Unähnlich ihren Standesgenossen in Böhmen, Mähren und Oberösterreich, welche sich aus Furcht vor einem Angriffe auf ihre Wahlprivilegien den Feudalen in die Arme warfen, haben die verfassungstreuen Großgrundbesitzer Krains bei ihrer gestrigen Wahlbesprechung sich dahin geeinigt, nur solchen Kandidaten ihre Stimme zu geben, welche sich offen und unumwunden für die Verfassung erklären. Ja noch mehr, um den Gewählten jedes Schwanken unmöglich zu machen, wurde in das den Mandatswerbern vorgelegte Programm der Satz ausgenommen, daß ein Mißtrauensvotum der Wähler die Mandatsnieder-legiing vonseite des Gewählten zur Folge haben müsse. Für den Wahlact selbst einigte man sich dahin, neben dem ob seiner Gesinnungstüchtigkeit rühmlichst bekannten Landesausschuß Baron T a u s -s e r e r den Sectionschef v. S ch w e g e l als Kandidaten zu nominiren, nachdem letzterer in längerer Rede den Standpunkt der Verfassung zu wahren und sie gegen jeden versteckten oder offenen Angriff zu schützen, versprochen hatte. Schon nach dem Verlaufe der gestrigen Versammlung, auf welcher unter anderem auch das famose Gerücht des „Slov. Narod" über ein angebliches Com-promiß mit den Genossen Hohenwarts als perfides Wahlmanöver gebrandmarkt wurde, konnte das heutige Wahlergebnis mit ziemlich großer Bestimmtheit vorausgesetzt werden. Und die Wird lichteit hat denn auch diese Voraussicht nicht widev legt. Die Majorität unseres Großgrundbesitzes steht fest zu der Partei, zu der sie seit Jahren in unverbrüchlicher Treue gehalten, und hat durch ihre heutige Wahl einen thatsächlichen Protest gegen den Verdacht eingelegt, als ob im Lande der Auersperge der Verfassungsgedanke allen und jeden Halt verloren habe. Die Herren Bleiweis und Vosnjak, welche sich bereits als unangefochtene Herren der Situation ansahen, wird dieses gewiß am wenigsten erwartete Wahlergebnis sehr unangenehm berühren. Denn nach der Meldung des „Slov. Narod" und eines den Nationalen befreundeten Berichterstatters der Wiener Blätter hatte mau sich im Reac-tionslager bereits der Hoffnung hingegeben, daß in Zukunft die Kandidatenliste einer Censur vonseite des „Vaters der Nation" unterzogen werden müsse. Ja, man war voreilig genug, den bloßen Wunsch schon als Thatsache hinznstellen, indem man erzählte, Vater Bleiweis habe dem Compromiß zwischen dem feudalen und dem ver-faffungstreuen Adel Krains blos unter der Bedingung feine allerhöchste Sanktion ertheilt, wenn in die Kandidatenliste weder der Name Vestenecks noch auch der Name Carl Deschmanns ausgenommen würde. Wir sind nicht in der Lage, anzugeben, ob diese Nachricht blos der überreizten Phantasie eines einzelnen Individuums oder aber einem schlau berechneten Plane der ehrenwerthen Partei ihre Entstehung verdankt. Gewiß ist, daß die Ente des „Narod" sich durchaus nicht rühmen darf, durch ihr Geschnatter bewirkt zu haben, daß Vesteneck und Deschmann nicht auf der Kandidatenliste des verfassungstreuen Großgrundbesitzes erscheinen. So viel wir wissen, hat letzterer die Kandidatur für die Stadt Laibach nur auf Drängen feiner politischen Freunde angenommen und war deshalb auch nicht in der Lage, dem mehrfach ausgesprochenen Wunsche um An- meldung seiner Bewerbung um ein Mandat verfassungstreuen Großgrundbesitzes nachzukomm Was Ritter v. Vesteneck anbelangt, so hatte man diesen ganz direkt für die Kandidatenliste des verfassungstreuen Großgrundbesitzes in Vorschlag gebracht. Aber Ritter v. Vesteneck ist nicht der Mann, dem es gleich einem Grafen Marghen überhaupt nur um ein Mandat zu thun ist. Vesteneck will und wird sich dem Volke als solchen erhalten, und wenn er eine jede Bewerbung um ein Mandat des Großgrundbesitzes ablehnte, so hat er dadurch jenen liberalen Wählern der Stadtgemeinden Ober- und Jnnerkrains, welche ihm ihre Stimme gaben, ebeti nur einen sprechenden Beweis gegeben, welch' hohen Werth er gerade auf eine Wahl von ihrer Seite legte. Wir sind Überzeugt, daß die Bevölkerung dieser Gemeinden diesen Umstand auch vollinhaltlich zu würdigen weiß, und gratulieren unserem Großgrundbesitze und unserer Partei zu dem neuesten Beweise überzeugungstreuer Gesinnungstüchtigkeit, wie sie bei der heutigen Wahl des Großgrundbesitzes in.so herrlicher Weise ans Licht trat. Politische Tagesgeschichte. Zn den Wahlen. Bei den vorgestrigen Wahlen für die mährischen Landgemeinden ist Handelsminister Ritter von Chlumeckh in seinem bisherigen Wahlbezirke einem Gegenkandidaten unterlegen. Während die mährischen Landgemeinden im letzten Reichsrathe durch vier deutsche und sieben czechische Abgeordnete vertreten waren, haben nunmehr die letzteren einen Sitz zu Ungunsten der Verfassungspartei gewonnen. In der Bukowina, wo bisher Beamtenkandidaturen an der Tagesordnung waren, haben letztere in zwei Bezirken eine so große Agitation für föderalistisch. Ieuilleton. Die Geheimnisse der Residenz. Nachtstücke aus dem Leben. Roman von F. Klinck. (Fortsetzung.) So waren sie zusammen ausgewachsen, bis Arnolds Vater starb. Major Donitz hatte außerordentliche Vorliebe für den militärischen Stand, und es schien, als könne er nicht eher sterben, bis sein Sohn ihm versprach, seinen letzten Wunsch zu erfüllen und Soldat zu werden. Wenn auch nicht gleich so viel Geld da war, Arnold in der Kadettenanstalt unterzubringen, so gelobte Calcu-lator Streitmann, etwas mit zur Unterstützung des Knaben beizutragen. Der alte Major starb beruhigt, und Arnold bezog die Kadettenanstalt, obgleich ihm die Wahl seines Berufes nicht so recht zusagte, da er klug genug war, um sich nicht zu viel von seinem glänzenden Lose zu versprechen. Nach wie vor blieb Arnold täglicher Gast im Hanse des Calculators, und Helene freute sich über den stattlichen Cousin, der, seitdem er den Waffenrock trug, noch einmal so groß und stark schien. Auch Arnold fühlte sich plötzlich um zehn Jahre älter, besonders der kleinen Helene gegenüber, die ihm jetzt so schütz- und hilfsbedürftig erschien, daß er sofort beschloß, sich ihrer Verlassenheit zu erbarmen. Seine liebsten Stunden brachte er bei ihr zu; er half ihr bei ihren kindlichen Spielen, erfüllte ihre Wünsche, soweit es nur irgend in seiner Macht stand und sein kleines Taschengeld es ihm erlaubte. So wurden sie älter, sie merkten es kaum, bis Arnold eines Tages sein Offizierspatent in der Tasche trug und dem wohlbekannten Hause zueilte. Die Sonne schien noch einmal so hell, die Bäume waren frischer, grüner und die Nachtigallen schlugen wahrhaft bezaubernd in dem Garten. Wenigstens schien es Arnold so. Endlich stand er mit klopfendem Herzen und ganz außer Athent vor Helenen, die erstaunt und verwirrt über die stürmische Weise, wie er sie in seine Arme nahm, von ihm zurücktrat. Die Schranke hatte sich erhoben — unerschütterlich war sie zwischen beiden, die sich stets noch als Kinder betrachtet, aufgerichtet — Helene war nicht mehr dieselbe, Arnold machte plötzlich die Entdeckung, daß ein blühend schönes Mädchen, körperlich und geistig auf das reichste auS-gestattet, vor ihm stand. Kaum fand er noch die rechten Worte, ihr die freudige Nachricht mitzu-theilen, die ihn hierher geführt. Seit jenem Tage war alles anders geworden. Das alte vertrauliche Verhältnis wollte nicht wieder kommen, soviel Mühe sich auch beide gaben, ihre gegenseitige Stimmung zu verbergen. Selbst die gutmütigen Scherze des alten Calculators verfehlten ihre Wirkung ober erreichten gerade die entgegengesetzte. Arnold fühlte, daß seine Liebe für die kleine Cousine plötzlich anders geworden war, und er täuschte sich keinen Augenblick über den richtigen Stand ber Dinge. Nur über einen Punkt täuschte er sich. Es war zehn Uhr vorbei, als Arnold Donitz am zu Anfang dieses Kapitels erwähnten Morgen in das Arbeitszimmer seines Onkels trat. Er wagte es nicht, Helenen sogleich in der Stimmung, die ihn beherrschte, gegenüber zu treten, und wollte sich erst in einem ruhigen, gleich-gütigen Gespräche sammeln. Aber auch Onkel Streitmann hatte seine gewohnte gute Laune verloren , oder war es nur ein Widerschein von Arnolds düsteren Gedanken, genug, Arnold wagte gesinnte Gegenkandidaten gefunden, daß engere Wahlen nothwendig sind. Nur im Landgemeindenbezirk Czernowitz wurde der bisherige Abgeordnete Tomaszczuk wieder gewählt. Bei der gestern abgehaltenen engeren Wahl zwischen dem ehemaligen Minister Glaser, welcher übrigens erklärt hatte, eine eventuelle Neuwahl nicht annehmen zu können, und dem früheren Abgeordneten Dr. Hoffer ging letzterer als gewählt aus der Urne hervor. Gleichzeitig läuft aus Steiermark die wenig erfreuliche Nachricht ein, daß auch in dieser Provinz bei der gestrigen Wahl in den Landgemeinden die Verfassungspartei von ihren früher iunetzehabten Mandaten zwei an die klerikale Partei tieVlbr. Von den gewählten Abgeordneten gehört ttämlich nur ein einziger der Verfassungspartei an. , 8016 übrigen acht folgen dem Banner des ultra-emontanen „Volksblatt". Wir können angesichts dieses Mißerfolges die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Grazer Liberalen wol auch besser gethan hätten, ihr Hauptaugenmerk auf die Erhaltung der gefährdeten Landwahlbezirke zu richten, als durch überschwengliche Programme den conservativ angehauchten Elementen des früher verfassungstreuen Großgrundbesitzes in Böhmen, Mähren und Oberösterreich einen Grund zur Fahnenflucht zu geben. Die Berliner Ministerkrisis. Die Wirtschaftspolitik Bismarcks, noch mehr aber die Rücksichtslosigkeit, mit welcher der Reichskanzler alle Traditionen der bisherigen Reichspolitik seinen' Finanzreformen zum Opfer brachte, haben der Metropole Preußens und Deutschlands eine Ministerkrisis gebracht, welche ihre Schlagschatten schon in vorhinein auf die Richtung wirft, welche die innere Politik der nächsten Jahre zu befolgen genöthigt sein dürfte. Warum Finanzminister Hob-recht dem Kanzler sein Portefeuille zur Verfügung stellte, haben wir schon erwähnt. Hobrecht ist eben nicht geneigt, die Verantwortlichkeit sür jene finanzpolitischen Kompromisse zu tragen, welche Bismarck mit Umgehung der ihm zugewiesenen Ressorts mit dem klerikalen Centrum und den Con-servativen abschloß. Aber auch dem „Culturkampfminister" Falk konnten unmöglich die Besuche gleichgiltig sein, die seit geraumer Zeit Herr Windthorst, der welfische Uttramontane, dem Fürsten Bismarck fast Tag für Tag macht. Wie von Hobrecht in Zolltarifsachen, so sah Bismarck in allen kirchlichen Fragen von Dr. Falk ab, und das paßt diesem charaktervollen Manne nicht. Entweder im Vollbesitz des ministeriellen Einflusses oder gar nicht Minister, in keinem eS kaum, sich so wie sonst mit ihm zu unterhalten. Es lag etwas in der Atmosphäre, was nicht in Ordnung war, und Arnold wünschte fast, daß sich das Gewitter baldmöglichst entlade, daß dieser Druck, der auf ihm lastete, von ihm genommen würde und er wenigstens einen klaren Blick in ihr Herz werfen könne. „Geh' hinein, Junge, ich komme bald nach," saate Onkel Streitmann verdrießlich, als er einsah, daß gar kein richtiges Gespräch in Gang kommen wollte. „Rechne mir es nicht an, wenn ich heute recht übler Laune bin, es geht einem so manches im Kopfe herum, daß es schließlich wol einmal etwas durcheinander laufen kann. Geh' Wein, Helene ist drinnen, aber ich sage dir im voraus, ich bin auch schon grob gegen sie gewesen und sie kommt dir mit rothaeweinten Augen entgegen.« Arnold trat in das angrenzende Gemach und sah sofort, daß Herr Streitmann nicht zu viel gesagt. Er wußte kaum, wie er daran war. Helene saß auf ihrem gewohnten Platz am Fenster, über thre Arbeit gebeugt, aber die fleißige Hand ruhte und über ihre Wangen rollten heiße Thronen. Arnold hatte nie gesehen, daß sie weinte, und der Anblick schnitt ihm ins Herz. Er zürnte Falle aber unbeschäftigter, blos noch geduldeter Commis. — In diesem Sinne spricht sich wenigstens ein Berliner Korrespondent der „Presse" über die Gründe aus, welche Falk zum Rücktritte bewegten. Mittlerweile hat Falk sein Demissionsgesuch bereits eingereicht und darin einem Telegramme der „Köln. Zeitung" zufolge die allgemeine Lage als die Ursache dieses Schrittes bezeichnet. Wenn aber nach derselben Quelle der preußische Cultusminister erklärte, daß durch feine Demission die Verhandlungen mit dem Vatican erleichtert würden, so liegt darin nur eine freilich in mildester Form ausgesprochene Bestätigung der früher erwähnten Berliner Meldung. Falk weiß eben die Wendung, welche die innere Politik des Reichskanzlers machte, so gut zu würdigen, daß er zur Ueberzeugung kommen mußte, ein weiteres Verbleiben an der Seite Bismarcks wäre nur mit einem Gesinnungswechsel zu ermöglichen. Letzterer, der bei allen seinen Wandlungen immer nur die Erreichung feiner Ziele im Auge hat, trug feinen Augenblick Bedenken, sich als Bundesgenosse der agrarischen Ultramontanen zu erklären und dem liberalen Bürgerthum den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Er hat dieses gewiß in der Ueberzeugung gethan, daß, so wie bisher, so auch jetzt der Erfolg diesen Schritt entschuldigen werde. Was aber der Kanzler wagen darf, das wäre für einen Ressortminister gewagt, welchem die öffentliche Meinung selbst im günstigsten Falle nur das Gehässige des Gesinnungswechsels, aber gewiß nicht den eventuellen guten Erfolg desselben anrechnen würde. Dann darf man auch nicht vergessen, daß Hobrecht und Falk ans dem Parlament hervorgegangen sind, während Bismarck in seiner souveränen Verachtung aller parlamentarischen Formen sich an keinerlei constitutionette Grundsätze gebunden fühlt. Wo aber Falk und Hobrecht es unter ihrer Würde hielten, sich zu Werkzeugen einer mit politischen Parteien und Grundsätzen Fangball spielenden Kanzlerpolitik herzugeben, dort konnte auch Friedenthal nicht bleiben, obgleich er als Land-wirthschastsminister noch verhältnismäßig am wenigsten Grund hatte, den neuesten Farbenwechsel des Kanzlers zu beklagen. Aber die Art und Weise, wie Bismarck seinen agrarischen Freunden zuliebe für Korn- und Viehzölle das Wort führt, geht über die Grenzen hinaus, innerhalb welcher ein besonnener Landwirthschaftsminister die Interessen der Agrienltur gewahrt wissen will. Und dann hat Friedenthal, der mehrfache Millionär, über die Würde eines Ministers ganz dieselben Anschauungen wie Hobrecht und Falk. Welche Männer berufen fein werden, die durch den Rücktritt der genannten Minister entstandenen dem Onkel, der hart gegen das arme Kind gewesen, obgleich ihm dies unbegreiflich schien, denn noch nie hörte er von demselben ein unfreundliches Wort. „Guten Tag, Helene!" Helene erhob die thronenden blauen Augen und zwang sich zu einem leisen Lächeln, aber sie vermochte kein Wort hervorzubringen und brach bei Arnolds unerwarteter Anrede in ein heftiges Schluchzen aus. „Um Gotteswillen, was ist geschehen?" fragte Arnold bestürzt. „O, nichts, Arnold, nichts — du kannst das nicht begreifen," stammelte Helene verwirrt. „Es ist kein Unglück, nur der Vater meint, daß eins entstehen könne, aber es ist gewiß nichts. . Beruhige dich nur," fuhr sie sich gewaltsam zur Ruhe zwingend fort, „du bist zu einer unglücklichen Stunde gekommen, morgen ist alles wieder gut." So sehr Helene sich auch bemühte, ihre wahre Stimmung zu verbergen, so sah Arnold doch mit dem Blick der Liebe zu scharf, als daß er ihren Worten hatte Glauben schenken können. Er war nur zu geneigt, die Aufregung im Hause seines Onkels mit seinen eifersüchtigen Gedanken des Lücken im preußischen Kabinette auSzusülleu, ist zur Stunde unbekannt. Unter allen Umständen ist aber dem liberalen Bürgerthume Glück zu wünschen, daß ihm durch die Demissionsgesuche HobrechtS, Frieden* thats und Falls drei Männer erhalten bleiben, die es mit Stolz als die seinen betrachtet und welche durch ihren Rücktritt eben nur ihrer Ueberzeugung von der moralischen Unhaltbarkeit der Bisniarck-schen Compromißpolitik Ausdruck gaben. Bismarcks Stellung wurde hiedurch isoliert; er hat keine Männer zur Seite, auf deren Schultern er die Verantwortung über fein Vorgehen wälzen könnte, da jedenfalls die Ersatzmänner für die abgetretenen Minister nur unzurechnungsfähige Marionetten in der Hand des Kanzlers fein werden. Die serbischen Erweiterungsgelüste stoßen bei den Mächten aus einen energischen Widerstand. Nicht zufrieden damit, was dem Fürsten-thume durch den Berliner Vertrag zugewiesen worden war, hatte die Regierung Milans eine starke Sehnsucht, über die ihm gezogenen Grenzen hinaus-zugehen, und lag den Garantiemächten insbesondere mit einem Schreiben in den Ohren, welches um eine neue Gebietserweiterung in der Richtung von Vranja petitionierte. Wie ein Wiener Korrespondent der „Köln. Ztg." meldet, hat nicht nur Oesterreich, sondern auch Deutschland, Italien und England die Forderung des Herrn Riftic kurzweg abgewiesen. Gleichzeitig hat der türkische Minister des Aeußerit, Karatheodory Pascha, an die Vertreter der Pforte im Auslande eine sehr geharnischte Note gerichtet, deren Inhalt von der Belgrader Regierung wol gewürdigt zu werden verdient. „Ein Rundschreiben der serbischen Regierung," erklärt Karatheodory Pascha, „welches an die Signatarmächte des Berliner Friedens gerichtet ist, verlangt, daß die Grenzkommission bevollmächtigt werde, ihre Arbeit vom vorigen Jahre zu revidieren, und daß Serbien auf der Seite von Vranja eine gewisse Gebietsausdehnung erhalte, indem gegen Nordwesten die Grenzlinie neu gezogen werde. Diese Forderung, welche eine Abänderung genauer Bestimmungen des Berliner Vertrages sein würde, verurtheilt sich durch sich selbst nnd könnte nicht einmal Gegenstand einer Berathung vonseite der Mächte fein. Die Opfer an Gebiet, die dem osma-nischen Reiche zugunsten Serbiens auferlegt wurden, haben ihre äußerste Grenze erreicht, und es ist gewiß, daß, wenn man auf die endgiltigen Bestimmungen des Berliner Vertrages noch einmal zurückkommen könnte, es vielmehr der hohen Pforte als Serbien zustehen würde, von Grenzberichtigun- vorhergehenden Abends in Verbindung zn bringen. Manches Wort aus Helenens Munde, welches er früher nicht einmal beachtet, erschien ihm plötzlich in einem anderen Lichte, und seufzend gestand er sich, daß seine schöne Cousine ihn wohl liebe, aber nicht in der Art und Weise, wie er es in seinen schönsten Träumen gedacht. Helene versuchte die Unterhaltung auf ein gleichgütiges Thema zu bringen, aber Arnolds Gedanken waren fo weit davon entfernt, daß er nicht einmal die notdürftigsten Antworten gab. Er konnte mit seinem übervollen Herzen nicht über gewöhnliche Tagesereignisse sprechen, er suchte nach Worten, um sich der Last zu entledigen, die auf seinem Herzen ruhte, aber es war schwer, einen Anknüpfungspunkt zu finden. Stunde auf Stunde verrann, aber Arnold kam seinem Ziele nicht näher, und er sah ein, daß er das Haus seines Onkels verlassen würde, ohne Aufklärung übet das Verhältnis des Grafen Horn zu feiner Cousine erlangt zu haben. Aber nein — das wollte er nicht — keinen Augenblick mehr die Qual der Eifersucht und Ungewißheit ertragen. „Helene," fragte er plötzlich, nachdem eine längere peinliche Pause emgetreten war. »Du gen, die aus politischen oder ethnographischen Gründen vorgenommen werden würden, Nutzen zu ziehen. Noch ist es nicht bekannt, welche Stellung Rußland zu dem serbischen Bettelbriefe einnehmen wird. Da aber nach dem jüngst gemeldeten Auftreten Rußlands im serbisch-bulgarischen Grenz streite auch in Petersburg keine besonderen Sympathien für Serbien vorausgesetzt werden können, so dürfte die Regierung Milans wol auch zur Einsicht gelangen, daß die gegenwärtige Situation derlei Aktenstücke, wie das vorerwähnte Rundschreiben Serbiens, eben nur als sehr überflüssige Stilübungen ohne Wirkung erscheinen läßt. Vermischtes. — Eine Gemsjagd b ei Baden. Vorgestern morgens entdeckten Zigeuner unweit des freiherrlich Doblhoff'schen Ziegelofens nächst Baden eine Gemse, welche sich auf den Feldern umhertrieb und verninthlich durch die heftigen Gewitter des Vortages aus der Gegend des Schneeberges in die Niederungen verscheucht worden war. Die Söhne der Puszta machten sogleich dem in der Nähe wohnhaften Forstadjuncten die Anzeige, welcher das in unserer Gegend als Cnriosum aufgetauchte Alpenthier denn auch sofort erlegte. — Rebellische Schneider. Prager Telegrammen zufolge wurde der Fortbildungsverein der czechischen Schneidergehilfen am 30. v. M. im Aufträge der Statthalterei wegen focial-demo-kratifcher Umtriebe aufgelöst. — Ein Parasit bei den Bienen. Das Sterben der Bienen wird häufig giftigen Pflanzen zugeschrieben, aus welchen sie den Saft gesogen haben ; doch scheint die Ansicht nicht stichhältig zu sein, da die Biene selbst den giftigen Saft der Azalea saugen und giftige» Honig daraus bereiten kann, ohne selbst darunter zu leiden. Dagegen hat Du-chemin die Beobachtung gemacht, daß die Bienen von einem mikroskopischen Thiere, einer Milbe (acavus), heimgesucht werden, welche sich in die Biene einbohrt und selbe bis zum Tode durchwühlt. Die Milbe wird auch sehr häufig an der Sonnenblume (Helianthus annuus) gefunden, ja es ist sogar wahrscheinlich, daß sie auf dieser Pflanze lebt und von ihr auf die Bienen übergeht. — Louis Napoleon als — Vater. Louis Napoleon soll einen Leibeserben hinterlassen haben. Im „Berliner Börsen-Courier" wird nachfolgendes sonderbare Gerücht erzählt. In London spreche man von einer jungen Frau, die sich vor einigen Wochen mit ihrem erst einige Wochen alten wirst meine Frage nicht mißdeuten, sie entsteht aus Liebe zu dir! Ich möchte dich vor jedem Herzeleid, vor jeder Täuschung bewahren, die auch nur eine Stunde deines Daseins vergiften könnte. Seit wann und wie machtest du die Bekanntschaft des Grafen Horn?" Helene sah ihren Cousin mit weit geöffneten Augen an, als könne sie nicht begreifen, wie er das, was sie als einziges Geheimnis tief in ihrer Brust verborgen hatte, laut werden ließ. Ihr vorhin noch blasses Antlitz färbte sich mit einer glühenden Röthe, aber sie hielt den Blick Arnolds nicht aus — scheu senkten sich die langen seidenen Wimpern nieder. „O, Helene, ich sehe es, Graf Horn log uicht, als er sich rühmte, deine Bekanntschaft gemacht zu haben", sagte Arnold traurig, „aber ich will um deiner selbst willen hoffen, daß —" »Halt ein, Arnold", unterbrach ihn Helene streng, indem sie sich von ihrem Sitze erhob, kein Wort mehr davon. Ich brauche nicht Rechenschaft vor dir über mein Thun und Treiben abzulegen." „Das brauchst du nicht, Helene, obgleich es eine schöne, schöne Zeit gab, wo dein Inneres stets so klar vor mir lag wie ein Spiegel. Doch sprechen wir davon nicht. Wenn du mich auch Kinde bei einem Geistlichen in der Nähe des Seebades Bath einquartiert und von Zeit zu Zeit den Besuch ihres „Mannes", eines Artillerie-Offiziers, erhalten habe. Als kürzlich die Nachricht von dem Tode des Prinzen Louis Napoleon eintraf, sei die Frau plötzlich abgereist, und der Geistliche habe nachträglich gefunden, daß die Photographie des Artillerie-Offiziers mit der des kaiserlichen Prinzen eine ungeheuere Aehnlichkeit habe. Auch soll in den letzten Tagen eine junge Dame in Trauerkleidern gesucht haben sich der Kaiserin Eugenie zu nähern, aber nicht vorgelassen worden sein. — Massenverhaftungen in Ki ew. In der Nacht vom 26. ans den 27. v. M. wurden in Kiew von der russischen Polizei und dem Militär über 400 Personen verhaftet. Zuerst nahm man einen Gymnasiasten fest, der ein Paket zu beseitigen suchte, das revolutionäre Zeitungen, „Zemlja i Volja" und dergleichen enthielt. Vor dem Untersuchungsrichter gestand der Arretierte, daß er eine geheime Versammlung besucht habe, und verrieth auch den Ort der Versammlung. In der oberwähnten Nacht begaben sich mehrere Polizeibeamte in Begleitung einer Kompagnie Soldaten zu dem bezeichnten Hause, umzingelten dasselbe uud nahmen mehr als 400 Verhaftungen von Personen vor. Es waren fast lauter russische und fremde Socialisten. Auch wurden unter denselben gegen 30 Gymnasiasten von Kiew entdeckt und mitverhaftet. In dem Hause, in welchem die Socialisten versammelt waren, fand die Polizei viele Gewehre, Revolver, Patronen und Dynamit. Der Zweck dieser Versammlung von so vielen Socialisten war, in Kiew eine allgemeine Revolution hervorzurufen und hiebei die politischen Verbrecher, die in der Kiewer Citadelle schmachten, zu befreien. Tagsdaranf fanden Haussuchungen im Kiewer Geistlichen-Seminar statt, und hier wurden eine Buchdruckerpresse sowie zahlreiche Proklamationen und Bücher revolutionären Inhalts gefunden. Zwölf Theologie-Zöglinge und einige ihrer Professoren wurden verhaftet Lokal- und provinzial-Angelegenheiten. — (Reichsraths Wahl.) Die heute abgehaltene Wahl zweier Vertreter des krainischen Großgrundbesitzes für das Abgeordnetenhaus hatte unter ganz ungewöhnlicher Betheiligung stattgefunden. Von 112 Wählern waren 94 erschienen, doch gelang es der feudal-klerikalen Partei trotz aller Bemühung nicht, mehr als 34 Wähler für ihre Sache zu gewinnen. Um ja gewiß zu gehen, hatten die Berfafsungsgegner neben dem Fürsten Windischgrätz nicht anhören willst, ich habe es mir gelobt, über dich zu wachen, für dich zu sorgen, und ich halte es für meine heiligste Pflicht, dich mit der Gefahr bekannt zu machen, die dir droht. Aber ich will dir zuvor sagen, wie ich dazu komme. Helene, du sollst wissen, daß ich nicht frei von Eifersucht bin, indem ich dich über jenen Mann aufkläre, aber auch, daß ich gerne bereit bin, auf jedes Glück zu verzichten, sobald es sich um das deine handelt. Ich habe niemals daran gedacht, daß du einem ändern Manne gehören könntest, und als es mir endlich einfiel, da stand es auch bei mir fest, ich wollte um dich werben, selbst wenn ich meinen Stand anfgeben müßte, um für dich und, mich sorgen zu können. Als Lieutenant durfte ich nicht um dich werben, aber ich wollte alles erringen, was mich in den Stand setzen würde, dir eine glückliche, wenn auch bescheidene Existenz zu sichern — du solltest mein Weib werden. Es ist vorbei, ich weiß, daß sich das erträumte Glück niemals verwirklichen wird, und ich kann den Gedanken an eine freudenlose Zukunft ertragen. Aber nicht für dich, Helene, du mußt glücklich werden, und ich will meinen Nebenbuhler segnen, wenn er dich glücklich macht." (Fortsetzung folgt.) als dem marcantesten Vertreter ihrer reaetionären Richtung auch dem Landesvertheidigungsminister Horst ein Mandat zugedacht. Zu bedauert! ist, daß der Name dieses populärsten aller bisherigen Kriegs* und Landesvertheidigungsministers von der feudal-klerikalen Partei als Lockmittel für ihre Zwecke mißbraucht wurde. Die verfaffuugstreueu Wähler des Großgrundbesitzes gingen jedoch bei allen Sympathien, welche man dem Minister Horst entgegen« bringt, auf diese Intentionen nicht ein und vereinigten ihre Stimmen auf die verfassungstreue« Kandidaten Baron Taufferer und Sectionschef v. Schwegel, welche mit 60 Stimmen gegen tiur 34 zu Reichsrathsabgeotirneten des krainischen Großgrundbesitzes gewählt wurden. Zu bemerken ist. daß den verfassungstreuen Wählern noch mehrere Vollmachten zur Disposition standen, die nicht auS-geübt wurden. — Nach Schluß des WahlacteS dictierte Otto Baron Apsaltrern nantenS der liberalen Partei einen Protest zu Protokoll gegen die Aufnahme der geistlichen Nutznießer in die Wählerliste, respective gegen die seitens des Landespräsidiums ohne Begründung erfolgte Abweisung des von Rudolf Baron Apfaltrern ein« gebrachten Recurses gegen die Aufnahme der geistlichen Nutznießer in die Wählerliste. — (Der Abgeordnetenmacher für Laibach.) „Slov. Narod" spricht dem Tischlermeister Regali für dessen übermenschliche Agitation zugunsten des Hofsekretärs Schneid den wärmsten Dank der Nation aus. Nach dieser solennen Anerkennung außergewöhnlicher Verdienste müßte der Schwerpunkt der ganzen Action beim Mai^ne von der Hobelbank gelegen sein. Bor Jahren hieß eS, unser Mitbürger Horak, welchem seinerzeit Dr. Costa die Wahl zum Bürgermeister verdankte, sei der Bürgermeistermacher von Laibach; nunmehr hätte Herr Regali sich noch höher emporgeschwungen — zum Reichsraths-Abgeordueteumacher für Laibach. Allein an so etwas glauben die Klerikal-Nationalen selbst nicht, sie machen damit nur blauen Dunst den Massen vor, sie wissen sehr wohl, daß der Vater der Nation, Dr. Bleiweis, als alter ego des,Grafen Hohenwart, beziehungsweise des Ministers Taaffe, die Fäden der Wahlbewegung in Händen hatte; wohlweislich schwiegen die slovenischen S^tungen, denen von dieser Seite tagtäglich die genauesten Informationen zukamen, über den eigentlichen Spiritus rectov. Jedoch, so verborgen, als man eS wünschte, konnte die Sache doch nicht abgespielt werden. Man sah fast tagtäglich den Mann mit dem blutenden Herzen vor dem Bureau des Landespräsidenten antichambrieren, und Ärm in Arm ergingen sich die beiden Herren im Zwiegespräch über die der Regierung erwünschten Kandidaten und die Chancen dieser oder jener Kandidatur. Die jetzige Regierungspartei war über die hohenortS herrschenden Anschauungen stets sehr wohl informiert, einzelne, allzu redselige Schwätzer plauschten manches aus der Schule, so z. B. verbreitete man unter den Gesinnungsgenossen mit voller Bestimmtheit die Nachricht, daß die höhergestellten Beamten der politischen Branche und der sonstigen Achter'für Schneid stimmen werden. Es ist auch nur. dem Umstande der Fahnenflucht einer großen Anzahl von Beamten, die sonst für die Berfafsungspartei wählten, das ungünstige Wahlresultat zuzuschreiben. Man arbeitete in diesen Kreisen mit allerlei Mitteln für den Regierungskandidaten. „Slovenski Narod" beweist sich gegen die betreffenden. Faiseurs sehr undankbar, da er sie mit Stillschweigen übergeht, namentlich hätte es ein bei der Be* zirkshauptmannschast Umgebung Laibachs in Verwendung stehender Beamte verdient, daß seine Agitation uni die Wahl des Hofsekretärs Schneid in den slovenischen Blättern hervorgehoben worden wäre. Derselbe war für die Wahl des national-klerikalen. zugleich Regierungskandidaten mit unermüdlichem Eifer thätig. Wie gesagt, der.Hin« weis auf die zuversichtliche Abstimmung hochgestellter Persönlichkeiten bestimmte' manche schwan» kenden Beamten, für Schneid zu stimmen. Die Agi. toteren betonten auch sehr stark die mit Gewißheit zu erwartende günstige Erledigung allfälliger Majestätsgesuche, falls Schneid gewählt würde. Wir hielten einen solchen Köder als ein höchst plumpes Wahlmanöver, das bei niemandem verfangen werde, aber es bewies sich denn doch auch als zugkräftig. — (Auszeichnung.) Wie wir vernehmen, ist dem Regierungsrathe Ritter v. S ch ö p p l Titel und Charakter eines Hofrathes verliehen worden. Diese wohlverdiente Anerkennung für einen so vorzüglichen Beamten, der sich zugleich als langjähriges thätiges Mitglied des Gemeinderathes große Verdienste um unsere Stadt erworben, wird in allen Kreisen derselben mit aufrichtiger Freude begrüßt werden. — (Im Befinden des schwerverwundeten Dr. Kraus) ist seit gestern keine wesentliche Veränderung eingetreten. Der Zustand ist fortdauernd von höchster Gefahr, obwol das Bewußtsein meist vorhanden ist. Die Thäter vermochte man leider bisher nicht zu eruieren. — (Schwurgerichtssession.) Bei der am 4. August beginnenden dritten diesjährigen Schwurgerichtssession beim k. k. Landesgerichte in Laibach und beim k. k. Kreisgerichte in Rudolfswerth werden wie bisher die Herren: Landesgerichtspräsident Anton Gertscher und Kreisgerichtspräsident Bincenz Jeuniker als Vorsitzende des Geschwornen-gerichtes und die Herren: Oberlandesgerichtsrath Johann Kapretz und Landesgerichtsrath Raimund v. Zhuber-Okrüg, beziehungsweise Landesgerichtsrath Dr. Andreas Vojska, als deren Stellvertreter fungieren. — (Aus dem Gemeinderath e.) Morgen um 5 Uhr nachmittags findet im städtischen Rathssaale eine öffentliche Sitzung des hiesigen Gemeinde-rathes mit folgender Tagesordnung statt: I. Bericht der Rechtssectiou über die Behandlung des von den Herren Johann, Josef, Carl, Anton und Theodor Luckmann zum Gedächtnisse ihres Vaters, Herrn Lambert Carl Luckmau», gewidmeten Arinensonds-kapitals von 3000 fl. in österreichischer Notenrente. — II. Bericht der Polizeisection über die vollzogene Neuregulierung der Todtenbeschau. — III. Bericht der Finanzseclion über die Einführung von Ganggeldern für die magistratlichen Diener bei dienstlichen Excursen. — Nach Schluß der öffentlichen folgt eine geheime Sitzung in Personalangelegenheiten. — (Hymen.) Herr Richard Meyer hat sich mit Frl. Sophie H onvery aus Wien verlobt. — (Erledigte Lehrer stellen.) Laut Kundmachung des k. k. Bezirksschulrathes zu Adelsberg sind die Lehrerstellen an den Volksschulen zu Dorn mit 450 fl., zu Postejne, Mautersdorf. Podraga, Planina, Slap, Hrenowiz mit je 400 fl. und Naturalwohnung, dann zu Dornegg mit 400 fl.; zu Adelsberg, Untersemon und Suhorje mit je 500 fl. ohne Naturalwohnung zu besetzen. Mit letzterer Stelle ist die Excurrendopflicht nach Ostroschnowerdu verknüpft. Die Gesuche sind bis 10. August l. I. bei der oben erwähnten Schulbehörde einzubringen. — (Gustav - Adolf - Stiftung.) Am 5. und 6. d. wird in Laibach die XVI. Jahresver-' samrnluug des niederösterreichischen Zweigvereines der Gustav-Adolf-Stiftung abgehalten. Dieselbe wird Freitag abends 7 Uhr mit einer Vorversammlung im Schullokale eröffnet, nach deren Schluß sich die Theilnehmer zu einer freien Vereinigung im Hotel ..Europa" zusammenfinden. Der Festgottesdienst findet am nächsten Tage früh um 10 Uhr statt. Bor dessen Beginn ist eine außerordentliche Gemeindeversammlung augesagt, um dem Presbyterium die Vollmacht zur Restaurierung der schadhaft gewordenen Decke des Kirchenschiffes zu ertheilen. Nach dem Gottesdienste findet die eigentliche Hauptversammlung statt, in welcher uach Entgegennahme des Berichtes dxtz Vorsitzenden und der Re- visoren zunächst die Frage über die Verwendung des verfügbaren Drittels der Vereinseinnahmen und des Festopfers zur Verhandlung gelangt Die weiteren Programmpunkte bilden Mitteilungen über die Toler.-Jnbiläums-Beiträge im Zweigvereine; Wünsche und Anträge der Mitglieder; Bestimmung des nächsten Versammlungsortes; Neuwahl der Zweigvereins-Direction und die Wahl der Abgeordneten zur Haupt-Vereinsversammlung in Teschen. Nachmittags um 4 Uhr wird nach einem gemeinsamen Mittagsmahl in der Casinorestauration ein Ausflug nach Josefsthal unternommen.______________ Witterung. Laibach, 3. Juli. Morgens um 3 Uhr Gewitter mit Platzregen, vormittags bewölkt, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr + 13 6», nachmittags 2 Uhr + 17-7" C. (1878 + 17 6»; 1877 + 206» C.j Barometer im Steigen, 734 58 Millimeter. Da« gestrige Tagesmittel der Wärme + 241°, um 50° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 13 30 Millimeter Regen. Angekommene Fremde am 2. Juli. Hotel Stadt Wien. Otto v. Besteueck, Loitsch. — Ur-bautfchitfch, Gutsbesitzer, Thurn. — Neumajer und Hirschmann, Kflte., und Kleiner, Wien.— Baron Berg, Herr-schastsbesitzer, Gnrkseld. — Ritter v. Saviufcheg, Gutsbesitzer, Möttling. — Gras Thurn, Herrschastsbesitzer, Radmannsdorf. — Urbantschitsch, Höflein. Hotel Elefant. Wolf, k. k. Professor; iöatlenfif, Hausbesitzer, und Kremesek sammt Gemahlin, Fiume. — Sohr, Kfm., Wien. — Steuer, Bürgercorps-Oberlieutenant, und Rumpret, Gurkfeld. — Walzer, Reisender, Cilli, Hotel Europa. Klinger, Blumenfabrikant, Sebnitz in Sachsen. — Schallmeiner, k. k. Professor, Fiume Mohren. Pogaknik, Podnart. — König, Balbassek. — Faidiga, k. k. Kriegsmarinekapitän, Pola. — Meizinger Margareth, Mannsburg. — Erschen, Arbeiter, Leoben. Kaiser von Oesterreich. Lukeschitz, Privatier, Klanjec. Verstorbene. Den 2, Iu l i. Anna Kollmau, Private, 81 I, Schießstättgasse Nr. 2, Schlagfluß. — Maria Anna Vizjak, landschaftlichen Buchhaltungs-Rechnungsofficials Kind, 15 Tage, Deutsche Gasse Nr. 8, Darmkatarrh. Im Zivilspitale: Den 28. Juni. Martin Treo, Taglöhner, 66 I., linkseitiges pleuritisches Exsudat. Den 29. Juni. Andreas Kleßnik, Inwohner, 74 I., Altersschwäche. — Leonardo Juchi, Maurer, 47 I., Wundstarrkrampf. Den 30. Juni. Margaretha Premrov, Inwohnerin, 68 I , Magenkrebs. Lebensmittel-Preise in Laibach am 2. Juli. Weizen 6 fl. 66 kr., Korn 4 fl. 39 kr., Gerste 3 fl. 25 kr, Haser 2 fl. 93 kr., Buchweizen 4 fl. 71 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Kukurup 4 fl. 80 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 75 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr, Schweinfett 70 kr., Speck, frischer 54 kr., geselchter 60 kr., Butter 72 kr. per Kilo- gramm : Eier l8/, fr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 58 kr., Kalbfleisch 54 kr., Schweinfleisch 62 kr., Schöpsenfleisch 34 fr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 60 kr., Stroh 1 fl. 42 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. — fr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier E.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 4. Juli 1879 stattfindenden Li-citotionen. 3. Feilb., Sedinak'sche Real., Podtabor, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Krasovic'sche Real., Tschernembl, BG. Tscher-nembl. — 3. Feilb., Svetie'sche Real., Tanzberg, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Äerk'sche Real., Loka, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Cadonii'sche Real., Zilje, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Tomc'sche Real., Podklane, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Konte'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 2. Feilb., Lukezik'sche Real., Tominje, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Penko'sche Real., Parije, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Gerl'sche Real., Smrje, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Polajnar'sche Real., Höflein, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Perko'sche Real., Primsdors, BG. Seisenberg. — 1. Feilb., Sterbene'sche Real., Rodine, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Anein'sche Real., Derskove, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Frank'sche Real., Beree, BG. Feistriz. - 3. Feilb., MlaZtt'sche Real., Tribute, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., MedoZ'sche Real., Dernovee, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Kalister'sche Real., Juriii, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Si monöii'sche Real., Brunskagora, BG. Ratschach. Am 5. Juli. 2. Feilb., Baraga'sche Real., Hrib, BG. Reisuiz. — 2. Feilb., Strach'sche Real.. Jlovagora, BG. Großlaschi». — 2. Feilb., Boztt'sche Real., Podtabor, BG. Reisniz. — 2. Feilb., Baudek'sche Real., Werch, BG. Laibach. — 2. Feilb., Kerm'sche Real., Susa, BG. Laibach. — 2. Feilb., Mehle'sche Real., Roseubach, BG. Laibach. — 2. Feilb., Japel'sche Real., Jggdors, BG. Laibach. — 3. Feilb, Ho-(evar'sche Real., Großlipoglov, BG. Laibach. — 3. Feilb Sule'sche Real., St. Lorenz, BG. Gurkfeld. — 3. Feilb., Sinjak'fche Real., Jggdors, BG. Laibach. — 2. Feilb., Dei» singer'sche Real., Lack, BG. Lack. — 3. Feilb., Jama'sche Real, Loog, BG. Laibach. — 1. Feilb , Rozman'sche Real., Deutschgereut, BG. Radmannsdorf. — 1. Feilb., Ogrine'sche Real., Ogrina, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Malik'sche Real., Slap, BG. Wippach. — 3. Feilb., Persin'sche Real., Rafitna, BG. Oberlaibach. — 1. Feilb., Marinschef'sche Real., Großubelsko, BG. Seuosetsch. — 1. Feilb., Gas-perlin'sche Real., Kaplavas, BG. Stein. — 3. Feilb., Zdravjesche Real, Jggdors, BG. Laibach. — 3. Feilb., Rebol'sche Real., Lermtt, BG. Laibach. — 1. Feilb., Kle-ntenfif'sche Real., Unterschischfa, BG. Laibach. — 1. Feilb., Pire'sche Real., Besniee, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb., Svete-fche Real., Brunndorf, BG. Laibach. — 1. Feilb., Pis'sche Real., Podmolnik, BG. Laibach. — 1. Feilb., Roie'sche Be-sitzrechte, Retje, BG. Reisniz. — 1. Feilb., Perjatel'sche Real., Hudikone, BG. Reifniz. -• 3. Feilb., Großnik'fche Real., Zagradise, BG. Laibach. — 3. Feilb., Zaversan'fche Real., Moste, BG. Stein. — 3. Feilb, Rovak'fche Real., Strafe, BG. Naffenfuß. — 3. Feilb., «surk'fche Real., Bi-sofo, BG. Laibach. — 3. Feilb., Jelenii'sche Real., Dule, BG. Möttling. - 3. Feilb., Prah'sche Real., Butta, BG. Gurkfeld. — 3. Feilb, Pojun’sche Real., Großpudlog, BG. Gurkfeld. ir begegnet so häufig der sehr unangenehme Fall, daß ich die geschätztesten Bekannten infolge meiner Kurzsichtigkeit, selbst auf nahe Distanzen, nicht erkenne. Ich ersuche daher öffentlich, mit meinem Leiden gefälligst Nachsicht zu haben. (310) 2—2 Lran; v. Gerliczy. €iite kleine Wasserkraft von 15 bis 20 Pferdekräftcn in der Nähe einer Bahn in Krain wird zu kaufen gesucht. Offerte sind unter „Wasserkraft" an die Administration dieses Blatter zu richten. (309) 4-3 Wiener Börse vom 2. Juli. Allgemeine Staats-WmU. Geld Ware 66 90 67— Silberrente 68 40 77 80 68 50 77-90 tztaat-lose, 1854. . . , 1860. . . „ 1860 zu 100 fi. 1864. . . 116-127 — 128-75 157- 117 — 127-25 129-25 157 50 •nmdentla|lane«- •Uigatianee. Galizien Siebenbürgen . . . • Temeser Banal . . . 89 25 83*60 84— 86 — 89-75 84 25 84-50 86-50 Andere iflenllidi« Anlehen. Donau-Regul.-Lose . llng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . 108 50 102-75 113 — 108-75 103-25 113*25 Aetien o. Aanfien. Kreditanstalt s.H.u.G. 264 70 821*— 264-80 823* - Aetien o. Traa»port UntemebmtiQgeR. Mföld-Bahn 136 — 136 50 Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Wettvaon . YerdinandS-Nordv. . Kranz-Sosevh-Bahn . Galiz. Sarl-Ludwigb. Lembera - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . 671 — 179 25 2210 145-75 238 25 135 — 678 — 572 -179*75 2220 146 -238 50 135*60 580 — Nordwestbabn ng. Nordostbahn Pfandbriefe. 'odenkreditanstalt in Gold .... in österr. Währ. Geld 127-75 133 2J, •277 — 87-76 127-- 116 25 100 — 10140 99 25 Priorität,-Oblig. clisabethbabn, i.Em. Kerd.-Nordb. t. Silber Kranz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Ludwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Liebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Gm. Südbahn & 3 Perz. L 5 „ . Privatkofe. kreditlose ........ Rudolf-lose .... Devisen. Vonbon Aefdfortea. Dukaten............ 20 Franc- .... 100 d. Reichsmark Silber............ 95 75 10375 93-60 102-75 94.50 72 — 165 75 119-80 100 50 168 — 16-75 116 95 5 50 9 22 57— 100 — Ware 128-25 133-76 277-50 88 — 127-60 116-50 100-25 101-50 99-50 96 — 104 — 93*80 103.— 94*75 72 25 166— 120"— 100*76 169 -17- 11605 6*61 9 22»/, 6710 100 — Telegrafischer Kursbericht am 3. Juli. Papier-Rente 6740. — Silber-Rente 69-10. — Rente 78 50. — 1860er Staats-Anlehen 127 —. — Bank» aetien 821. — Kreditactien 268 —, — London 115-95. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5-49. — 20-FrancS-Stücke 9-21»/,,. — 100 Reichsmark 56-90. Druck von Jg. v. Klein.tnayr & F e d. Bamberg, Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans KrauS.