Laibacher SCEILZEITIIB. Organ des krain, Landes-Lelirervereins. — Glasilo kranjsk. uöiteljsk. društva. Erscheint am 10. und 25. jedes Monats. ■VIII. Talxrg-a-xxg-. — Težaj VIII. Izhaja 10. in 25. vsakega mesca. Pränumerationspreise: FOrLaibach: Ganzjfihr. fl. 2*60, Halbjahr, fl.1-40. — MitderFost: Ganzjähr. fl. 2*80, halbjähr. fl.l’SO. Velja : Za Ljubljano za celo leto 2 gl. 60kr., za pol leta 1 gl. 40 kr. — Po posti: Za celo leto 2 gl. 80 kr., za pol leta 1 gl. 60 kr. Expedition: Buchdruckerei Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, Bahnhofgasse Nr. 15. Inserate werden billigst berechnet. Schriften und Werke zur Recension werdeu franco erbeten. Vereinsmitglieder erhalten das Blatt gratis. Gegen die Ueberfülhmg unserer Mittelschulen. Wir bringen im Nachfolgenden den Wortlaut eines Ministerialerlasses, der Anstalten trifft, um die Bevölkerung auf die günstigeren Aussichten, welche sich den Schülern der Bürger- und Volkschulen an den gewerblichen Fachschulen eröffnen, aufmerksam zu machen und so der bedenklichen Ueberfülhmg der Mittelschulen entgegenzuarbeiten. Damit ist endlich etwas geschehen, was wir schon längst gewünscht. Wir wünschen jedoch auch, dass der Erlass nicht auf dem Papiere bleibe, sondern demselben gewissenhaft nachgelebt werde von jenen, die er zunächst angeht und von denen viele verursachen, dass noch heutzutage die Volksschule von der Bevölkerung nicht als eine Bildungsanstalt für das Leben, sondern lediglich nur als eine Vorbereitungsschule für die Mittelschulen angesehen wird, welche letztere auf diese Weise desto mehr mit Schülern überschwemmt werden, je mehr Volksschulen im Lande entstehen. Dem Erlasse sind zwei Tabellen beigegeben, von denen Tab. I ein Verzeichnis der Werkmeisterschulen zur Heranziehung intelligenter, fachlich geschulter Werkführer, Monteure, Poliere und Meister, Tab. II ein Verzeichnis höherer Gewerbeschulen, welche zunächst für Söhne von Industriellen, Fabriksleitern, Bauunternehmern, Gewerbetreibenden u. s. w. bestimmt sind und ausser der gewerblichen Fachbildung auch die Vermittlung allgemeiner Bildung anstreben. Darnach ist der Nachweis der erfüllten Volksschulpflicht genügend für folgende der 29 Fachschulen: a) für Maschinengewerbe an den Gewerbeschulen zu Prag und Bielitz; b) für Baugewerbe au den Gewerbeschulen zu Prag, Salzburg, Graz, Czernowitz; c) für chemische Gewerbe an der Gewerbeschule in Bielitz; d) für Kunstgewerbe an den Gewerbeschulen in Salzburg und Graz. Dagegen ist die Absolvierung der Bürgerschule bedingt zur Aufnahme in folgende Fachschulen: a) für Maschinengewerbe an den Gewerbeschulen in Wien, Brünn, Reichenberg, Pilsen; b) für Baugewerbe an den Gewerbeschulen in Wien, Brünn, Reichenberg, Pilsen; c) für chemische Gewerbe an der Gewerbeschule in Reichenberg; d) für Kunstgewerbe an der Kunstgewerbeschule in Wien. Die Auswahl in den Fachschulen für die absolvierte Bürgerschule (19) ist demnach weit reicher, als jene für die Volksschule (9). Krain hat sich bis jetzt keiner Staatsgewerbeschule zu erfreuen, und von den benachbarten Ländern, wohin allenfalls Zöglinge aus Krain geschickt werden könnten, nur Steiermark (Graz). Aber selbst in dem Falle, dass in nächster Zeit in Laibach eine solche eröffnet werden und für die meisten Fachabtheilungen die Absolvierung der Bürgerschule zur Aufnahmsbedingung gemacht werden sollte, fragt es sich, woher man die Zöglinge für dieselbe nehmen werde, nachdem in ganz Krain eine einzige, jämmerlich schlecht besuchte Bürgerschule besteht, noch dazu in einem Bezirke, wo sie nicht sonderlich nothwendig ist, während die Landeshauptstadt Laibach nicht nur keine Bürgerschule, sondern nicht einmal eine acht-, sieben- oder sechsklassige Knaben-Volksschule bat. Woher kommt das? Weil man in Laibach (Stadtbezirk) selbst oft an berufener Stelle Zweck und Einrichtung der neuen Schule gänzlich verkennt und sich nicht von der Ansicht abbringen lassen will, die Volksschule habe nur den Zweck, die Schüler zur Mittelschule vorzubereiten, wozu die vier ersten Jahrgänge vollkommen genügen. Deswegen ist man so sehr gegen den Abtheilungsunterricht eingenommen und möchte die für höchst überflüssig gehaltene, daher auch schwach besuchte fünfte Klasse lieber ganz auflassen. Bevor man also an die Berathung der Mittel geht, wie dem Ministerialerlasse Genüge geleistet werden könnte, stelle man zunächst die unerlässlichen Bedingungen zur Aufnahme der Schüler in die Gewerbeschulen, nämlich Bürgerschulen her, wie sie in den bisher gänzlich ausseracht gelassenen §§ 5 und 6 des Landesgesetzes vom 29. April 1873, L. G. Bl. Nr. 21, gefordert werden; vor allem aber verhalte man die Landeshauptstadt, die den übrigen Gemeinden mit schlechtem Beispiele vorangeht, den Forderungen des Gesetzes sogleich nachzukommen. Erlass des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 20. August d. J., Z. 12,050. Der lebhafte und zum Theile noch stetig fortschreitende Aufschwung des Mittelschulwesens gehört ohne Zweifel zu den erfreulichsten Erscheinungen der neueren Zeit in unseren Schulzuständen. Man kann sich jedoch bei der Wahrnehmung dieser Erscheinung auch der Ueber-zeugung nicht verschliessen, dass es für die wirtschaftlichen und socialen Interessen der Bevölkerung von bedenklichen Folgen sein müsse, wenn der Zudrang der studierenden Jugend zu den Gymnasien und Realschulen ein gewisses, durch die mit diesen Studien zusammenhängenden Berufs- und Erwerbsverhältnisse gebotenes Mass namhaft zu überschreiten beginnt. In der That tritt in mehreren Kronländern die Thatsache beharrlich hervor, dass aus den Ackerbau, Handel oder Gewerbe treibenden Populationsschichten überaus zahlreiche Elemente in den Mittelschulen Aufnahme suchen, denen die materiellen und persönlichen Voraussetzungen fehlen, um aus den langjährigen und kostspieligen Studien die entsprechenden Vortheile für ihr ferneres Fortkommen erwarten zu können. Hieraus erwächst der Staatsverwaltung und insbesondere den Unterrichtsbehörden die Pflicht, einer Tendenz der Bevölkerung entgegenzuwirken, welche einerseits der Bodencultur und dem Gewerbewesen die wertvollsten Kräfte entzieht und andererseits ein unfruchtbares und unzufriedenes Proletariat erwerbsloser „Gebildeter“ erzeugt. Diese volkswirtschaftlich nachtheiligen und social ungesunden Zustände erscheinen um so bedenklicher, als sie in den am dichtesten bevölkerten Kronländern am meisten hervortreten. Um nur aus Einem Laude Beispiele anzuführen, so hat sich in Böhmen die Zahl der Schüler an den Gymnasien und Realschulen seit dem Jahre 1874 bis jetzt von 15,224 auf 19,400, also um mehr als 25 Procent erhöht. Um dem wachsenden Andrange zu genügen, wurden in Böhmen allein seit 1874 neu errichtet: 2 Obergymnasien, 3 Oberrealschulen, 2 Untergymnasien, 4 Realgymnasien und überdies wurden 3 Untergymnasien in Obergymnasien verwandelt. Anders gestalten sich die Zahlenverbältnisse bei der lernenden Jugend, die in dem Unterrichte nur die praktische Vorbereitung zu der rein gewerblichen, industriellen Thätigkeit sucht. Der gegenwärtigen Gesammtzahl von 19,400 Schülern an den Mittelschulen Böhmens steht gegenüber die auffallend kleine Zahl von 270 ganztägigen Schülern, welche die drei Tages-Gewerbeschulen zu Pilsen, Reichenberg und Prag besuchen, und selbst wenn man auch die Handelsschulen und die landwirtschaftlichen Lehranstalten mitzählt, findet man in allen diesen Schulen zusammen höchstens 1000 Schüler. Es ist aber ein in volkswirtschaftlicher Beziehung nicht gleichgiltiger Umstand, wenn so viele begabte Angehörige industrieller oder agricoler Familien dadurch, dass sie die Mittelschule besuchen, dem Gewerbe, dem Handwerke und der Bodencultur verloren gehen, während ihnen, wenn sie dieselbe oder auch nur einen Theil dieser Zeit hindurch an einer Fachlehranstalt sich für einen dieser Berufe ausgebildet hätten, für sich und für das Gebiet ihrer Arbeit viel befriedigendere Lebenserfolge in Aussicht ständen. Diese Benachtheiligung derjenigen Berufsklassen, welche zu den im engeren Sinne productiven zu zählen sind, ist nicht allein vom volkswirtschaftlichen, sondern ebenso vom culturpolitischen Standpunkte beklagenswert, weil ohne Hebung namentlich der technischen und artistischen Arbeitskraft und ohne stetigen Fortschritt des Gewerbewesens jener Nationalwohlstand nicht gesichert erscheint, der die erste Voraussetzung jedes höheren Culturlebens ist, so wie andererseits die Societät nur dann gesund und der Einzelne nur dann zufrieden sein kann, wenn der Nachwuchs in den Hauptberufszweigen im richtigen Verhältnisse zu dem Bedarfe steht. Der unverkennbare Rückgang einiger ehedem sehr blühender Gewerbszweige und die immer fühlbarer hervortretende Noth an tüchtig geschulten Arbeitskräften, sowie die Fortschritte des gewerblichen Unterrichtswesens in den anderen Industriestaaten Europas veranlassten die Regierung, für die Errichtung gewerblicher Lehranstalten Sorge zu tragen; die grosse Masse der städtischen und Landbevölkerung aber nimmt hievon zu wenig Notiz und bewegt sich fort auf dem gewohnten Wege, der seit lauge her ihre Kinder in die Real- und andere Mittelschulen führte, weil eben keine anderen bestanden. So sind z. B. nach den veröffentlichten statistischen Ausweisen des schlesischen Landes-scbulrathes an den dortigen Mittelschulen nahezu 50 Proc. der Schüler Söhne von Gewerbetreibenden. Nach den statistischen Ausweisen Böhmens bestehen an den Mittelschulen jährlich nur 5 bis 6 Proc. der Gesammtschülerzahl die Maturitätsprüfung mit gutem Erfolge. Man kann daher in runder Ziffer annehmen, dass von den 19,400 Schülern an den Realschulen und Gymnasien Böhmens etwa 1000 Schüler jährlich an die Hochschulen gelangen, während mindestens 3000 Schüler jährlich die Mittelschulen verlassen, ohne das Lehrziel derselben erreicht zu haben, während vielleicht ein namhafter Theil von ihnen seine Existenz auf eine völlig sichere und rationelle Basis gestellt hätte, wenn sie rechtzeitig an die Fachbildung, an die Gewerbeschule gewiesen worden wären. Wenn es nun auch keinem Zweifel unterliegt, dass der Besuch der Gewerbeschulen nach einigen Jahren rasch zunehmen wird — dafür bürgen jetzt schon die guten Erfolge und die langsam steigende Frequenz derselben, — so muss es doch die Aufgabe der Staatsverwaltung sein, auf die möglichst baldige Sanierung des gegenwärtigen unnatürlichen Zustandes im Wege der Belehrung hinzuwirken. Ich mache es daher den Directoren sämmtlicher Mittelschulen zur Pflicht, bei Gelegenheit der Aufnahmen in die Schule sich diese Thatsachen wohl vor Augen zu halten, damit sie über dieselben auch die Aufnahmswerber, ihre Eltern und Vormünder aufzuklären in der Lage sind, und jenen Schülern, von welchen man von vornherein nicht annehmen kann, dass sie die Mittelschule als Vorbereitung für das Hochschulstudium benützen wollen oder können, oder von denen sich überhaupt erfahrungsgemäss ____276 ____ ein glückliches Fortkommen auf dem Wege der Mittelschulen nicht erwarten lässt, den Besuch einer lediglich allgemein bildenden Lehranstalt widerrathen und sie auf solche Anstalten aufmerksam machen, welche speciell für den Zweck der mittleren gewerblichen, respective commerciellen oder landwirtschaftlichen Ausbildung bestimmt sind. Den Directoren der Mittelschulen bietet sich um so mehr Anlass, dieser Aufgabe einer aufklärenden Wirksamkeit gerecht zu werden, als in der Bevölkerung die Einrichtungen und Ziele der Gewerbeschule noch zu wenig bekannt sind und vielfach irrige Vorstellungen hierüber herrschen. Insbesondere gilt dies von der „höheren Gewerbeschule“, welche nur zu häufig als eine überflüssige Concurrenzanstalt der technischen Hochschulen betrachtet wird, während sie thatsächlich eine Zweiganstalt der Realschule vorstellt. Bis vor zehn Jahren hatte die Realschule laut § 1 des Organisationsentwurfes für Realschulen zweierlei Bestimmungen. Sie sollte ausser einer allgemeinen Bildung sowohl einen mittleren Grad der Vorbildung für die gewerblichen Beschäftigungen, als auch für die „Vorbereitung zu den technischen Lehranstalten“ bieten. Seit einem Decennium aber ist die Realschule lediglich in eine allgemein bildende Vorbereitungsanstalt für technische Hochschulen umgewandelt worden; es musste somit für den erstgenannten Zweck eine andere Lehranstalt errichtet werden, und diese Lehranstalt ist die „höhere Gewerbeschule“. Diese Schule wird daher — weit entfernt davon, eine Concurrenzanstalt für die technischen Hochschulen zu sein — von diesen letzteren nur jene Elemente an sich ziehen , welche mit Rücksicht auf ihre Berufszwecke den Besuch der Hochschule nicht beabsichtigen und auch dorthin nicht gehören. Die Existenz dieser „höheren Gewerbeschule“ ist, seit die Realschule ihren Charakter geändert hat, eine Nothwendigkeit, indem sie den gewerblichen Zwecken der früheren Realschule — und zwar überdies mit einem vollkommeneren Apparate und stärker ausgeprägter fachgewerblicher Richtung — zu dienen hat. Indem ich die beiden Tabellen im Anschlüsse übermittle, ersuche ich............mit denselben die Schulaufsichtsorgane sowie die Directoren der Mittelschulen mit folgendem Anträge zu betheilen: Die Mittelschuldirectoren sollen: 1. ) Bei der Schüleraufnahme in die untersten Klassen der Mittelschule oder überhaupt bei passenden Gelegenheiten die Eltern oder Vormünder derjenigen Aufnahmswerber, die — nach ihren Familienverhältnissen oder anderen äusseren Umständen zu urtheilen — in einem gewerblichen Berufe die entsprechendste Lebensstellung finden dürften, von dem Bestände und Zwecke der Werkmeisterschulen in Kenntnis setzen und ihnen die geographisch nächstgelegene Schule dieser Kategorie bezeichnen, wobei zu bemerken ist, dass es sich im Interresse des Unterrichtserfolges an denselben empfiehlt, dass die Schüler vor dem Besuche der Werkmeisterschule einige Zeit praktisch im Gewerbe arbeiten; 2. ) den vorzugsweise zur industriellen Fachbildung berufenen Schülern der dritten und vierten Klasse mittheilen, dass ausser dem langen Bildungswege durch die Mittelschule und technische Hochschule gegenwärtig auch ein kürzerer Bildungsweg dargeboten ist zur Erwerbung der erforderlichen Fachkenntnisse für mittlere Wirkungskreise in der Industrie. Daher wären sie (respective ihre Eltern oder Vormünder) in passenderWeise von dem Bestände und Zwecke der höheren Gewerbeschule zu unterrichten, und wäre ihnen insbesondere die Existenz der geographisch nächstgelegenen Schule dieser Kategorie, sowie die Aufnahmsbedingung in die erste, beziehentlich zweite Klasse der höheren Gewerbeschule mitzutheilen. Ebenso sollen die Bürgerschuldirectoren die Söhne von Gewerbetreibenden, welche die Bürgerschule absolvieren, darauf aufmerksam machen, dass ihnen die höhere Gewerbeschule einen weiteren Bildungsweg und die Möglichkeit der Erlangung eines soliden gewerblichen Fachwissens darbietet; solche Schüler aber, welche vor vollständiger Absolvierung der Bürgerschule zu einer gewerblichen Praxis übertreten, von dem Bestände, den Einrichtungen und den Aufnahmsbedingungen der Werkmeisterschulen in Kenntnis setzen, ihnen vorstellen, wie sehr sie durch Erlangung eines tüchtigen fachgewerblichen Wissens und Könnens an einer solchen Schule ihre Erwerbsfähigkeit erhöhen würden, und ihnen zu dem Ende die geographisch nächstgelegene Werkmeisterschule bezeichnen. Da, wo gewerbliche Fortbildungsschulen bestehen, haben deren Leiter im gleichen Sinne vorzugehen. Schliesslich verpflichte ich die Landes- und Bezirks-Schulaufsichtsorgane dazu, sich mit den Motiven dieser Verfügungen vertraut zu machen, in ihren Kreisen im gleichen Sinne aufklärend zu wirken, auch die Leiter der Volksschulen gelegentlich inbetreff der den Abiturienten derselben zu ertheilenden Rathschläge zu informieren und demgemäss auch darüber zu wachen, dass die obgenannten Directionen und Leitungen der höheren Lehranstalten im Geiste dieses Erlasses ihre Pflicht erfüllen und nicht aus missverstandenem Interesse der Erhöhung ihrer Schülerzahl etwas verabsäumen, was dessen Erfolg verbürgen kann. Lieber die diesfalls gemachten Wahrnehmungen ist mir bis 1. November d. J. zu berichten.“ Zum erdkundlichen Unterrichte, insbesondere an den Volksschulen in Krain. II. Das Heimatland. IDie Sa-ve. (Schluss.) Beim Stationsplatze Sagor, links, mündet der Medija-Bach. Ein Felsenthor führt in das romantische Sagorerthal jenseits des Gebirges mit dem Pfarrorte Sagor (Zagorje), der zerstreuten Ortschaft Töpliz (Toplice), ihrer Steinkohlen-Gewerkschaft (genannt Sagor am Savestrome) und Glasfabrik. Unterhalb der Station Sagor, am rechten Ufer beim Gehöfte Prusnik, befindet sich der nun ausser Gebrauch stehende und nicht mehr erhaltene Prusniker-Kanal (jdz). Da hier nämlich nach der ganzen Breite des Strombettes sich Gruppen von Felsmassen befinden, die zu Anfang des vorigen Jahrhundertes herabgestürzt waren, so war man schon seit 1736 darauf bedacht, die Beschiffung der Save mittelst Herstellung eines Kanals innerhalb des Flussbettes möglich und gefahrlos zu machen. Der Kanal war 183 Klafter lang, beim Eingänge 10 Klafter, bei der Mündung nur 3 Klafter breit, hatte einen Fall von 8 Fuss ohne Schleussen und wurde durch theilweise Aussprengung von Felsen, durch Einsenkung von Steinkästen und durch Pilotagen hergestellt. Dabei befand sich ein nunmehr verlassenes, ein Stockwerk hohes ärarisches Gebäude zur Unterkunft des Schiffszugpächters (denn es mussten hier 18 bis 24 Paar Ochsen vor die Schiffe gespannt werden), der auch ein Gasthaus und einige Fremdenzimmer zu führen verpflichtet war, und ein kleines, ebenfalls ärarisches Häuschen als Wohnung eines bestellten k. k Navigations-Bauwerkführers. Bald darauf folgt rechts (von der Eisenbahn am linken Ufer aus sichtbar) der malerische Fall des Mitale-Baches (zu den schönsten Wasserfällen in Krain zu zählend), der, in drei Absätzen hinabstürzend, unten eine Mühle treibt und schliesslich unter dem Treppelwege hindurch in die Save fällt. Gegenüber am linken oder dem Eisenbahnufer liegt an der Mündung des Baches, der die Landesgrenze zwischen Krain und Steiermark bildet, die Bahnstation Trifail (Trebovlje), schon zu letzterm Lande gehörig. Damit hat die Südbahn von Krain Abschied genommen. Nicht weit vom Mitale-Fall folgt rechts ein zweiter ehemaliger Save-Kanal, genannt „der weisse Schwall“ (beli plas). Derselbe ist theilweise eine in lebendigem Fels eingesprengte Binne, theilweise aus massiven Steinen gebaut, hat die Breite eines Schilfes und ist 70 Klafter lang. Dem kleinen krainischen Orte Savedörfl (Sava), mit einer Filialkirche nächst dem Flusse, gegenüber liegt auf dem linken oder steierischen Ufer die Bahnstation Hrastnig. Von hier aus (dem Fusse eines im Süden sich erhebenden Plateaus, aus dem der Kum-Berg, der vorzüglichste Aussichtspunkt in Unterkrain, aufsteigt) schlägt die Save eine südöstliche Richtung ein, die sie bis zu ihrem Austritte aus Krain beibehält. Die weitere Fahrt ist eintönig, wiewohl die ganze Gegend wildromantisch bleibt: nichts als himmelanstrebende Berge, in der Tiefe der stellenweise sehr eingeengte Strom. Nur dann und wann begrüsst ein einsames Häuschen den Wanderer. Leben in die Landschaft kommt erst bei der Bahnstation Steinbrück oder Steinbrücken (Zidani most), links an der Mündung des steierischen Flusses Sann (Savina) in die Save, bei der der Hauptstrang der Südbahn (von Triest nach Wien) letztere verlässt und an ihre Stelle die kroatische Flügelbahn (von Steinbrück über Agram nach Sissek) tritt. Steinbrück ist ein erst durch die Bahnstation hervorgerufener neuer Ort. Die Brücke über den Savestrom, von der sie den Namen erhalten und die 1224 der Herzog Leopold der Glorreiche von Oesterreich zur Verbindung seiner Besitzungen in Steiermark mit jenen in Krain erbauen liess, besteht schon lange nicht mehr, denn es hatte sie bereits Kaiser Friedrich III. in seiner Fehde mit den Cillier Grafen zerstört. Dagegen führt gegenwärtig ausser der Eisenbahn- auch eine schöne steinerne Brücke über den Sannfluss. Von hier an hört der wilde, düstere Charakter des Savethaies auf und macht allmählich einer freundlichen Landschaft Platz; das Savebett wird breiter, der Fluss gemächlicher und lachende Fluren und mit Reben besetzte Hügel schliessen ihn ein, denn hier beginnt der unterkrainische Weinbau. Eine halbe Stunde unterhalb Steinbrücken, am rechten, d. i. krainischen Ufer, liegt der Marktflecken Ratschach (Radeče), an der Mündung des Zapota-Baches, in lieblicher Gegend, mit einem Schlossgebäude. Ueber demselben ragen- die Ruinen der Burg Ratschach und im Hintergründe des sich hier öffnenden schönen Thaies, auf dunklen Felsen, die der Burg Siebenegg (Žibnik), mit einer Kapelle vor derselben. Am Fusse der letztem, am Zapota-Bache, eine halbe Stunde von Ratschach entfernt, liegt das Dorf Niwiz (Njivice) mit einer Papierfabrik. Ratschach ist der Sitz eines Bezirksgerichtes, eines Pfarramtes und einer Schule. Zur Zeit der Saveschiffahrt war es Landungsplatz und Sitz eines Navigationsamtes. Die ruhig dahinfliessende Save macht in einer bedeutenden Erweiterung ihres Thaies mehrfache Windungen. Von der Eisenbahn an ihrem linken, d. i. steirischen Ufer hat man den schönsten Ueberblick über diese reizende krainische Landschaft, die eine Reihe hübscher Schlösser an den Augen der Reisenden vorüberführt: Weixelstein (Novi dvor) gleich ausserhalb Ratschach, hart am Saveufer, mit schönen Anlagen; bald darauf (gegenüber dem steirischen Pfarrorte Lack) das Schloss Hottemesch (Hotemež); etwas weiter, auf der Höhe des die Save begleitenden Bergzuges, Ober-Erkenstein (Novi grad); am Fusse desselben, innerhalb einer Krümmung der Save, Unter-Erkenstein (Gomile); in weiterer Entfernung, nahe dem Flusse, Savenstein (Boštajn), ein buntes Gebäude vordem gleichnamigen Pfarrorte; jenseits der Mündung des Flusses Neuring (Mirna), gegen- über dem steirischen Markte und der Bahnstation Lichtenwald (Selnica) das Schloss Tarischendorf (Tariška vas, Tarična), das nach einer auf der Anhöhe gelegenen gewesenen Burg später Neu-Ruckenstein genannt wurde und jetzt einfach Ruckenstein heisst; nicht weit davon Erlachhof (Jelša) auf einer Anhöhe; endlich, etwas weiter entfernt, Neustein (früher Impelhof, Impjle, Impoljca). Bei Markt, Schloss und Bahnstation Reichenburg, auf steirischem Ufer, macht die Save eine Wendung nach Süden, und hier liegt auf krainischem Ufer, am Fusse des mit Weinreben bewachsenen Stadtberges, durch eine Brücke über den Fluss mit der auf dem steirischen Ufer gelegenen Bahnstation Videm verbunden, die Stadt Gurkfeld (Kerško), die durch ihre lange Häuserzeile, deren Front gegen die Save gekehrt ist, einen recht freundlichen Anblick gewährt. Ueber derselben, auf einem Hügel, findet man die Ruinen der ehemals so berühmten Burg gleichen Namens, auf der einst Graf Friedrich von Cilli und seine Schwiegertochter Katharina, die Witwe des letzten Cilliers, Hof gehalten. Gurkfeld ist der Sitz eines Bezirkshauptmannes, eines Bezirksgerichtes, hat ein Pfarr-vicariat, ein Capuzinerkloster und eine Bürgerschule in einem grossen und schönen Gebäude. Die Bewohner betreiben Wein- und Getreidehandel; in früherer Zeit trug ihnen auch die Schiffahrt viel ein, da die Stadt der Landungs- und Stapelplatz für die Wein- und Getreideladungen des grossem Theils Unterkrains und der benachbarten Steiermark war, auch hier viele Schiffe gebaut wurden. Hier starb im Jahre 1693 der schon erwähnte krainische Geschichtsschreiber Valvasor in Armut. Eine halbe Meile südlich von der Stadt, auf einer Anhöhe, liegt das Schloss Thurn-am-Hart, ehemals Besitzung des berühmten deutschen Dichters Anastasius Grün (Anton Graf v. Auersperg, geb. 1806, gest. 1876), dessen Mausoleum sich im Schlossparke befindet; weiters Haselbach (Leskovec), Sitz des Pfarrdechants von Gurkfeld und einer Schule. Von Gurkfeld abwärts fliesst die Save, bis sie Krain verlässt, in einer grossen, fast unübersehbaren Ebene, der mit der kroatischen unmittelbar zusammenhängenden steirisch-krainischen Tiefebene, die auf der krainischen Seite auch Gurk-Ebene genannt wird. Die Verheerungen, welche die Save von da an alljährlich anrichtet, sind oft sehr bedeutend und eine Folge der ungünstigen Bodengestaltung, vermöge welcher sich der Strom kein bestimmtes Bett bahnen karn, alte bereits verlassene Rinnsale wieder aufsucht, grosse Serpentinen bildet und die Bewohner seiner Ufer mit feindlichen Einbrüchen schreckt. Da der Fluss auf dieser Strecke sehr langsam schleicht und so viele Krümmungen macht, dass die Fahrt in der einförmigen Ebene ermüdend wird, so zogen es die Reisenden in früherer Zeit vor, dieselbe bis Tschatesch oder Jesseniz zu Land fortzusetzen. Dabei berührte man bei Dernovo und Vihre jene Stelle, an der man, gestützt auf die Ausgrabungen, den Standplatz der römischen Stadt Flavium Neviodunum vermuthet. Noch erinnert der Name des benachbarten kleinen Dorfes Dunej daran. Bei Munkendorf (Kerška vas) an der Gurk, mit einer Brücke über dieselbe, vereinigt sich die Gurkfelder Bezirksstrasse mit der Reichsstrasse, die von Laibach über Rudolfswert und längs der Gurk nach Agram führt. Letzterer Fluss, seiner Länge nach der bedeutendste Nebenfluss der Save innerhalb Krains, auch wegen seiner Krebse bekannt (die unter dem Namen „Laibacher Krebse“ in den Handel kommen), mündet eine Viertelmeile unterhalb Munkendorf. Auf dem steirischen Ufer hält sich seit Videm die Eisenbahn entfernt von der Save. Die nächste Station, Rann (Brežice), liegt stark abseits von der Stadt gleichen Namens, deren (in einer einzigen Gasse bestehende) Häuserreihe sammt dem grossen Schlossgebäude sich fast gegenüber der Mündung der Gurk auf einer kleinen Anhöhe längs einem Arme der Save ausdehnt. Unterhalb der Mündung der Gurk liegt an der Save das Pfarrdorf Tschatesch (Čatež) mit Schule. Hier tritt der Fluss mit seinem rechten (dem krainischen) Ufer wieder an einen Höhenzug, das malerische Uskokengebirge (Gorjanci), das sich an der Grenze Krains gegen Kroatien und den ehemaligen Sichelburger Militärgrenzdistrict acht Stunden weit hinzieht. Auch hier ist viel Weinbau Eine schwache Meile unterhalb Tschatesch, am äussersten östlichen Ausläufer des Uskokengebirges, liegt das schöngebaute Schloss Mokriz (Mokrice), mit einem Park und Garten umgeben, die zu den schönsten im Lande Krain gehören. Nicht weit davon wird ein schon den alten Römern bekannter und in neuester Zeit wieder (namentlich in Wien) zur Geltung gekommener wertvoller Baustein gebrochen. Unterhalb Mokriz liegt der Grenzort Jesseniz (Jesenice), zur Zeit der Saveschiffahrt sehr wichtig als Landungsplatz und Sitz eines k. k. österreichischen und eines königl. ungarischen Zollamtes, jetzt ein unbedeutender Ort mit Filialkirche und Schule. Eine Viertelmeile weiter, beim Einflüsse des Grenzbaches Bregana, verlässt die Save auch mit dem rechten Ufer das Land Krain, nachdem sie eine halbe Meile zuvor, bei der Mündung der Sotla, es bezüglich Steiermarks mit dem linken gethan, um nun Kroatien ganz anzugehören. lES’U-n.d.s cixana.. Küstenland. (Vorbereitungsklassen.) Der Landesschulrath von Istrien bringt zur Kenntnis, dass mit Beginn des kommenden Schuljahres für die Lehrerbildungsanstalten in Gimino (Bez. Mitterburg) und Castua (Bez. Volosca) Vorbereitungsschulen eröffnet, dagegen jene von Verbenico und Dolina geschlossen werden. Steiermark. (Lehrerversammlung.) Die allgemeine Lehrerversammlung für Steiermark hat im laufenden Monate in Graz ihre Berathungen eröffnet. Zur Besprechung kamen folgende Fragen: Warum muss für den Lehrer unter allen Umständen der Lehrberuf das Centrum seiner Thätigkeit bleiben? Wie kann der Volksschullehrer bei Bekämpfung des Uebels des Cretiuismus mitwirken? — Der steiermärkische Lehrerbund hat sich, wie immer, wacker auf seine Füsse gestellt. Angenommen wurden folgende Anträge: „Die materielle, genossenschaftliche Selbsthilfe der Lehrer hat sich zunächst auf die verschiedenen Versicherungsarten, auf Gründung von Aushilfskassen und auf die möglichste Förderung des Privatpensionsfondes für Witwen und Waisen der Lehrer Steiermarks zu erstrecken.“ — „Das Bundesdirectorium des steiermärkischen Lehrerbundes wird beauftragt, in der nächsten Landtagssession eine Petition einzubringen, dahin lautend, dass den Lehrern sämmtliche, nach der Erlangung der Lehrbefähigung im öffentlichen Schuldienste zugebrachte Dienstjahre bei der Pensionierung eingerechnet werden.“ Endlich wurde beschlossen, es sei geeigneten Ortes dahin zu wirken, dass 1.) das Zeugnis einer mit gutem Erfolge absolvierten achtklassigen Volksschule oder einer Bürgerschule den Schüler zum Eintritte in eine gewerbliche, com-mercielle oder landwirtschaftliche Fachschule berechtige; und 2.) dass der Besitz eines solchen Zeugnisses die Aufnahme als Prakticanten bei der Post, beim Steueramte, Rechnungsdepartement etc. ermögliche. Niederösterreich. (Aus dem Wiener Bezirksschulrathe.) Im Wiener Be-zirksschulrathe wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht die Aufhebung jener gesetzlichen Bestimmung, welche die körperliche Züchtigung in den Schulen untersagt, anzustreben sei? Der Referent äusserte die Ansicht, dass die Fälle von Unsittlichkeit und Renitenz in der Schuljugend immer zahlreicher werden, und er erklärte es als wünschenswert, wenn den Lehrern wieder das Recht zuerkannt würde, renitente Schulkinder einer leichten Züchtigung zu unterziehen. Ferner empfahl derselbe die Errichtung von Corrections- anstalten für verwahrloste Schulkinder. Die Debatte endete mit der Bildung eines Co-mitbs, das den Auftrag erhielt, die angeregten Fragen in Erörterung zu ziehen. Oberösterreich, (Landes-Lehrerconferenz.) Die oberösterreichische Landes-Lehrerconferenz, welche am 27. Oktober d. J. in Linz Zusammentritt, wird drei Tage in Ansjiruch nehmen. Zu den wichtigsten Programm punkten gehören: Aulage und Bewirtschaftung von Schulgärten; Feststellung von deutlichen Lehrplänen für den Geschichtsunterricht in den verschiedenen Kategorien der Volksschulen; die Schulbeschreibung. Ferner ist der Antrag zu gewärtigen, dass der Austritt aus der Schule nur mit Schluss des Schuljahres zu gestatten sei und dass das Schuljahr an allen Volksschulen Oberösterreichs mit 1. September zu beginnen habe. Endlich wird die Beschaffung zweckmässiger Lehrmittel für den Unterricht in der physischen Geographie beantragt. Schlesien. (Beschlüsse des Lehrertages.) Der schlesische Lehrertag in Teschen debattierte über die „Bedingungen für die fernere gedeihliche Entwicklung des schlesischen Volksschulwesens“, und es wurden folgende Bedingungen durch Beschluss als nothwendig erachtet: 1.) Aufrechthaltung der achtjährigen Schulpflicht; 2.) Durchführung des § 11 des Reichs-Volksschulgesetzes, betreffend die Maximalzahl (80) der in der Klasse aufzunehmenden Schüler; 3.) Fernhalten der ungeprüften Aushilfslehrer vom Lehramte; 4.) Reorganisation des Institutes der Ortsschulräthe; 5.) Gründung von Erziehungsvereinen und Correctionsanstalten für verwahrloste Kinder; 6.) Anpassung des Lehrplanes der Mittelschule an den der Volksschule; 7.) Hebung der Bedeutung der Volksschulzeugnisse ; 8.) Revision der Schul- und Unterrichtsordnung vom 20. August 1870 im Sinne der von den Lehrervereinen abgegebenen Gutachten; 9.) Aufhebung des Schulgeldes; 10.) pünktliche Auszahlung der Lehrergehalte. Ferner wurde der Centralausschuss beauftragt, beim Landesschulrathe die Wiedereinführung der Fortbildungscurse für Lehrer zu erbitten. In der letzten Sitzung wurde bezüglich der Frage der Verleihung einer Functionszulage an die Leiter der einklassigen Schulen einstimmig der Centralausschuss des Landeslehrervereins ersucht, Schritte für die Erwerbung derselben zu thun. Ueber die Bedingungen, unter welchen die Schüler der Volks- und Bürgerschulen in eine höhere Klasse aufsteigen dürfen, wurde beschlossen, es sollten Schüler nur dann aufsteigen, wenn sie in der Gruppe Unterrichtssprache und Rechnen—also in den Unterrichtsgegenständen: Lesen, Sprachlehre, Rechtschreibung, Aufsatz, Schreiben und Rechnen — keine, in den übrigen Disciplinen nur eine ungenügende Fortgangsnote erhalten haben. Bosnien. (Ein Knabenpensionat.) In Bosnien hat der totale Mangel an Schulen nach europäischen Begriffen das dortige Generalcommando veranlasst, in Sera-jewo ein Knabenpensionat für Söhne besserer Familien des Landes und für Offiziersund Beamtensöhne zur Vorbildung derselben für die Cadetten- oder Mittelschule zu errichten. Das Lehrpersonal besteht aus einem Oberlieutenant und fünf Unteroffizieren der in Bosnien garnisonierenden Truppen. Das Pensionat wird in einem ehemals türkischen Schulgebäude für 80 interne Zöglinge ohne Unterschied der Religion errichtet. Die Zöglinge beziehen Stipendien oder zahlen 250 fl. Jahreskostgeld. Externisten zahlen ein Bekleidungspauschale. Errichtet werden zunächst eine Vorbereitungsklasse und zwei erste Klassen, eine mit kroatischer, die andere mit deutscher Unterrichtssprache. Ein orientalischer Sprachencurs wird unobligat sein. Die Zöglinge tragen österreichische militärische Kleidung und dazu den Fez. Die übrige Einrichtung erfolgt nach dem Muster österreichischer Bildungsanstalten. Belgien. (Lehrercongress.) Zum Lehrercongresse, welcher mit Beginn dieses Monats in Brüssel zusammentrat, sind bei 2000 Lehrer und Lehrerinnen erschienen. Ij o c a, 1 e s- Veränderungen im Lehrstande. Definitiv erklärt wurden Herr Barth. Ravnikar als zweiter Lehrer auf seinem bisherigen Dienstposten zu Commenda St. Peter und Herr A. Požar zu Grafenbrunn (letzterer schon vor längerer Zeit). Als prov. Lehrkräfte wurden angestellt: Herr Max Strojan, absolvierter Lehramtscandidat, zu Salloch bei Commenda, Fräulein Juliana Gula, absolvierte Lehramtscandidatin, an der neuerrichteten Schule zu Dovsko bei Lustthal, und Fräulein Josefa Kronabethvogl, ebenfalls absolvierte Lehramtscandidatin, zu Neul bei Stein. Herr Christian Engel mann, Lehrer in Suhor, wurde nach Altenmarkt und der dritte Lehrer in Semitsch, Herr Franz Kenda, nach Suhor, der prov. Lehrer Herr Johann Lokar in Altenmarkt als prov. vierter Lehrer nach Tschernembl übersetzt. Der Aushilfslehrer in Dragatuš, Herr Pfarrer Peter Mohar, hat auf den Aushilfslehrerposten resigniert. — Der absolvierte Lehramtscandidat Herr Anton Möstl erhielt eine Lehrstelle im Waldherr’schen Knabeninstitute, und der absolvierte Lehramtscandidat Herr Friedrich Kaucky eine solche an der Glasfabriksschule bei Gottschee. Der Besuch der k. k. Büdungsanstalten für Lehrer und Lehrerinnen in Laibach weist für die erstere Anstalt eine erfreuliche Zunahme, für die letztere eine Abnahme gegen das Vorjahr aus. Es zählt nämlich bis jetzt die Lehrerbildungsanstalt im L Jahrgange 49, im II. 26, im III. 26, im IV. 20, zusammen 121; in der Vorbereitungsklasse 35, in allem also 156 Zöglinge (22 mehr als im Vorjahre); die Lehrerinnenbildungsanstalt im II. Jahrgange 27, im III. 24, im IV. 24, zusammen 75 Zöglinge (19 weniger, als in diesen drei Jahrgängen im Vorjahre). Die Uebungsschule der Lehrerbildungsanstalt zählt in der I. Klasse 44, in der II. 50, in der HL 43, in der IV. 44, zusammen 181 Schüler (1 weniger als im Vorjahre); die der Lehrerinnenbildungsanstalt in der I. Klasse 28, in der II. 27, in der III. 27, in der IV. 37, zusammen 119 (22 mehr als im Vorjahre). Die hiesige Mädchenschule der Ursulinnen wurde heuer mit zwei Klassen, der VII. und VIII., vermehrt, welche in zwei neu hergestellten Zimmern untergebracht sind. Wann endlich wird auch eine der städtischen Schulen auf acht Klassen gehoben werden? Gewerbeschule in Krain. Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Herr Minister für Cultus und Unterricht zum Besten des krainischen heimatlichen Gewerbes in Oberkrain eine Gewerbeschule mit slovenischer Unterrichtssprache zu errichten. Städtische Schulen. Trotzdem nur in Laibach wohnende Schüler aufgenommen werden, ist der Besuch der städtischen Knabenschulen heuer so stark, dass neben den bisher bestandenen vier Parallelklassen mindestens noch eine wird eröffnet werden müssen. Orig-Ina-l-OorresponcLenzen. Aus Unterkrain. Ein slovenisches Blatt, das einst nichts Besseres zu thun wusste, als aus Leibeskräften über die Geistlichkeit loszufahren, führt in einer seiner Augustnummern in einer Correspondenz zugunsten der Wirksamkeit von ungeprüften ürdenspriestem Klage über die jüngst erfolgte Ausschreibung der vier Lehrerstellen an der Knabenvolksschule zu Stein. — In jener Correspondenz heisst es, dass die Herren Patres, falls sie weiterhin ihre Lehrerstellen bekleiden wollten, sich der vorgeschriebenen Lehrbefähigungsprüfung unterziehen müssten, dass aber dieselben deshalb es nicht für gut befunden hätten, jener Aufforderung Folge zu leisten, weil die Mehrzahl der Mitglieder der betreffenden Prüfungscommission in Laibach in Bezug auf das Wissen nicht einmal im Stande wäre, den Herren Patres die Schuhriemen aufzulösen, ja dass die Francis- caner sich schämen würden, von Leuten geprüft zu werden, die, nachdem sie in der 3. oder 4. Gymnasialklasse durchgefallen wären, in die Präparandie sich begaben und hernach das wurden, was sie sind. (Warum etwa das Blatt selbe nicht namentlich angeführt hat? Wir Lehrer möchten nachträglich sehr daru.:s bitten, da wir im gegen-theiligen Falle erst recht den Verleumder aus den Spalten jenes Blattes erkennen müssten!) Wir geben wohl zu. dass wir im Lande Krain und nicht weniger in andern Kron-ländern viele Lehrer haben, denen das Studium der Mittelschule durchaus nicht behagte; allein solche, wenn auch an sich selbst schwach talentierte Zöglinge, widmeten sich dann durch volle vier Jahre ausschliesslich nur dem Studium des Volksschullehreramtes, so dass sie ganz brauchbare Lehrer geworden sind, wovon wir genügende Beispiele anzuführen im Stande wären. Immerhin haben daher solche Herren einen grösseren Wert und sind sie unter Lmständen als Lehrer gewissen Herren vorzuziehen; deshalb erscheint der Schmerzensschrei über die finanzielle Ueberlastung um 2000 fl. für ein ganzes Land wohl sehr lächerlich. Warum haben denn im Landtage jene Männer, die sich clerieal nennen, selbst für das Präliminare gestimmt? Wozu nachträglich der Lärm wegen einer ganz gesetzmässigen Angelegenheit? Ausserdem wäre es jenen gewissen Herren dringend anzurathen, mit ihrem Wissen etwas weniger zu prahlen, denn es ist uns sehr gut bekannt, woher diese gelehrten Männer zumeist kommen und wie es mit ihren Kenntnissen bestellt ist. Mit den grössten Anstrengungen und Betteleien dem Untergymnasium entschlüpft, will so manchem Studentlein das Studium des Obergymnasiums nicht mehr von statten gehen. — Im 1. Semester der 5. Klasse erhält er in der Regel ein Zeugnis der zweiten oder dritten Klasse; im 2. Semester lernt er ohne jedes Verständnis, und es geht doch bei aller übermenschlichen Anstrengung nicht — und wenn es auch absolut nicht geht, so verzweifelt der arme Strohkopf doch nicht. — Noch gibt es ein Rettungsmittel, um nicht durchzufallen! Schnell rennt er zum strengen Professor, weint und bittet dort und gibt die feierliche Betheuerung ab: „Ich weiss ja, dass ich nicht bis zur 8. Klasse kommen kann; aber erbarmen Sie sich, Herr Professor, nur heuer noch meiner, damit ich in die 6. Klasse eintreten kann, die ist leichter zu absolvieren als die 5., und sogleich nach Absolvierung derselben will ich mich einem Orden zuwenden und Sie in Zukunft nicht mehr behelligen! Schonen Sie mich daher nur diesmal noch, damit ich wenigstens das und das werden kann!“ Im Herzen des strengen Professors macht sich ein menschlich Rühren bemerkbar, Gefühl und Mitleid wirken entscheidend, und alsbald wird Gnade und Barmherzigkeit geübt. Der Arme am Geiste absolviert die 5. Klasse und tritt in die 6. ein, wo sich das frühere Spiel wiederholt und nach Vollendung derselben der vielgeplagte Student ins Kloster wandert, um von den unsäglichen Strapazen der vergangenen Jahre endlich gemüthlich ausruhen zu können; die Einheimsung der wissenschaftlichen Schätze aber hat damit oft ihren Abschluss gefunden. Soll ich Beispiele anführen? Die bewussten Herren mögen also ruhig sein und bedenken, dass ihre Einbildung durchaus unbegründet ist. Wenn sie Lehrer sein wollen, so brauchen sie sich durchaus nicht zu schämen, die vorgeschriebenen Prüfungen abzulegen. Uns scheint vielmehr diese zur Schau getragene Scham nur eine Beschönigung der Ignoranz zu sein. Wir wissen, dass sich gewisse Herren gern einer Lehrbefähigungsprüfung unterziehen würden, wenn sie nicht zu bequem wären und nicht fürchten würden, sich infolge der Darlegung ihres Wissens vor einer Commission erst recht schämen zu müssen. Ich könnte hiezu Illustrationen liefern, warte aber die passende Gelegenheit ab, da auch bei uns in Unterkrain die Lehrerschaft bei den nächsten Conferenzen etwas berühren will, was ihre Rechte in das wahre Licht stellen soll. Gewisse Persönlichkeiten haben durch ihr vorlautes Thun selbst dazu beigetragen! —n—. Tschernembl. Bei der diesjährigen Bezirks-Lehrerconferenz kamen die Punkte der Tagesordnung, welche bereits durch unser Fachblatt, die „Laibacher Schulzeitung“, veröffentlicht wurden, nachstehend zur Behandlung: Der Vorsitzende, Herr k. k. Bezirks-Schulinspector Anton Jeršinovic, constatierte die Anwesenheit sämmtlicher Mitglieder der Conferenz und ernannte nach einer kurzen Ansprache den Oberlehrer Johann Schiller von Semitsch zu seinem Stellvertreter. Zu Schriftführern wurden die Herren Oberlehrer Johann Schiller und Franz Papa gewählt. Der Vorsitzende erledigte den dritten Gegenstand der Tagesordnung, nämlich: „Mittheilungen über die bei den Inspec-tionen gemachten Wahrnehmungen“, betonend, dass er heuer im allgemeinen bessere Erfolge gefunden habe, als im Vorjahre, dass besonders die Muttersprache an allen Volksschulen sorgfältig gepflegt und auch die zweite Landessprache an den drei- und vierklassigen Volksschulen recht fleissig gelehrt wird. Zugleich berührte er den schlechten Fortschritt, den er an einigen Schulen im Rechnen und schriftlichen Aufsatze wahrnahm, und führte aus, dass manche Lehrer wegen schlechter Vertheilung des Lehrstoffes gar nie zur Durchnahme des vorgeschriebenen Materials kommen und den gegebenen Lehrgang gar nicht beachten, so zwar, dass Schüler aus der Schule entlassen werden, welche weder die vier Grundoperationen des Rechnens gehörig inne haben, noch im Stande sind, einen Brief zu schreiben, denselben zu siegeln und zu adressieren. Den Lehrern empfahl er, bei der Verfassung der Voranschläge für sachliche Erfordernisse bei den Ortsschulräthen dahin zu wirken, dass die an mancher Schule noch fehlenden Lehrmittel in dieselben eingestellt uud dann auch angeschafft werden. Zufriedenstellend äusserte er sich im allgemeinen auch über die Führung der Amtsschriften und gab Andeutungen, wie dieselben geführt werden sollen, damit sie allen gesetzlichen Anforderungen vollkommen entsprechen werden. Heber die bestehenden Schulgärten sprach sich der Vorsitzende belobend aus und forderte jene Lehrer, welche noch keine Schulgärten besitzen, auf, die Ortsschulräthe durch Anregung und Aneiferung zum Ankäufe eines geeigneten Grundstückes zu bestimmen. Nachdem er sämmtliche Disciplinen sehr eingehend besprochen und den Lehrern die Wege zu bessern Erfolgen angab, empfahl er ihnen auch, an der Ausbildung der Schuljugend durch Anlegung und Erweiterung der Volksschulbibliotheken, so wie auch an der eigenen Ausbildung durch eine fleissige Benützung der Bezirks-Lehrerbibliothek unaufhaltsam zu arbeiten. Zum vierten Punkte der Tagesordnung las der Vorsitzende die seit der letzten Sitzung herabgelangten wichtigen Erlässe vor und erklärte sie. Bei dem fünften Gegenstände der Tagesordnung entspann sich eine längere Debatte, an der sich fast sämmtliche Conferenzmitglieder betheiligten. Die meisten schriftlichen Elaborate enthalten die Ansicht, dass die bestehenden, gesetzlich erlaubten Schulstrafen unzureichend sind und dass die Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung dringend geboten erscheine. Schliesslich einigte sich die Lehrerconferenz für die Annahme des Antrages des ständigen Ausschusses, welcher folgendermassen abgefasst wurde: 1.) Nachdem die gegenwärtig gesetzlich gestatteten Schulstrafen bei der Erziehung der Kinder grösstentheils nicht genügen, so möge ein Gesetz geschaffen werden, welches die Eltern zwingen würde, für die Erziehung der Jugend gemeinschaftlich mit den Lehrern zu sorgen, und welches verbieten würde, den Kindern mit Verleumdungen, Zürnen und Drohungen gegen den Lehrer Unterschleif zu geben ; vielmehr sollen die Kinder für Fehler und Vergehen, die in oder ausser der Schule begangen wurden, angemessen bestraft werden. Durch dieses Gesetz sollte der politischen Bezirksbehörde das Recht eingeräumt werden, die Eltern, die ihre Pflichten vernachlässigen oder ausseracht lassen, strenge zu bestrafen. 2.) Da es sich oftmals ereignet, dass Eltern wegen einer Kleinigkeit über den Lehrer in oder ausser der Schule in Gegenwart der Schüler oder anderer Leute herfallen, ihn beschämen und beleidigen und ihn soartig des nöthigen Ansehens berauben, so wäre ein weiteres Gesetz zu schaffen, durch welches die politische Bezirksbehörde verpflichtet werden würde, solche rohe Eltern (Personen) sofort zu bestrafen, sobald der Lehrer über ihre Ausartung die Anzeige erstattet hat. 3.) Die Strafen hätten die gesetzgebenden Körperschaften zu bestimmen. lieber den sechsten Punkt der Tagesordnung referierten die Lehrerinnen Frl. Arko, Zorič, und Vidic. Diese brachten vor, dass sie sich nicht gewachsen fühlen, zur Hebung der Landwirtschaft im allgemeinen und insbesondere für den Garten- und Gemüsebau in der Volksschule bei den Mädchen etwas zu wirken, und betonten, dass sie hievon weder in der Lehrerinnen-Bildungsanstalt noch sonst wo etwas gelernt hätten. Lehrerin Fräulein Vidic behauptete zudem, dass dieses von den Lehrerinnen gar nicht verlangt werden dürfe und dass sie hiezu gesetzlich auch nicht verpflichtet sind. Der Vorsitzende bemerkte hierauf, dass, wenn auch die Lehrerinnen diesen Gegenstand in der Lehrerinnen-Bildungsanstalt nicht genügend oder gar nicht gelernt hätten, es doch möglich ist, sich mit geringer Mühe am Lande so viel Kenntnisse über den Garten- und Gemüsebau zu verschaffen, um den Schülerinnen etwas hievon beibringen zu können. Die meisten Lehrer leisten hierin doch etwas, obwohl sie in der Lehrer-Bildungsanstalt davon vielleicht sehr wenig gelernt haben. Da aber die Lehrerinnen mit den Lehrern gleiche Rechte haben, so müssen sie auch gleiche Pflichten übernehmen; daher ist es ihre Aufgabe, sich in der Praxis hierin einige Kenntnisse zu erwerben. Der Vorsitzende gab ihnen Winke, auf welche Art sie bei der weiblichen Schuljugend dem Unterrichte in diesem Zweige gerecht werden können. — Hierauf referierte Herr Oberlehrer Johann Schiller über den Gesangsunterricht in der Volksschule, wobei er den dabei zu beachtenden Stufengang in einer sehr fasslichen Weise entwickelte. Aus dem Rechenschaftsberichte des Bibliotheksausschusses gieng hervor, dass die Einnahmen seit der letzten Conferenz 114 11. 31 kr. und die Ausgaben 91 fl. 14 kr. betrugen, und dass somit noch ein Kasserest von 23 fl. 17 kr. verblieb. Da viele Bibliotheksbücher und Werke eingebunden werden müssen und daher der Bezirks-Lehrerbibliothek im künftigen Jahre grosse Auslagen bevorstehen, wurde der Antrag der Bibliothekscommission, über die Beschlüsse wegen Neuanschaffung von Werken zur Tagesordnung überzugehen, angenommen. In den Bibliotheksausschuss wurden durch Acclamation wieder die Herren Schiller, Rupnik und Šetina, in den ständigen Ausschuss hingegen durch Stimmzettel die Herren Rupnik, Setina, Schiller und Papa gewählt. Zu Rechnungsrevisoren wurden einstimmig die Herren Dular und Kenda bestimmt. Weiter wurden nachstehende zwei Anträge angenommen: 1.) Es sei ein Buch für Wiederholungsschulen auszuarbeiten, welches alle Fächer, wie: die Sprachlehre, den Aufsatz, die Obstbaumzucht, die Landwirtschaftslehre, die Natur- und Erdkunde und die Geschichte, zu enthalten hätte. 2.) Den slovenischen Lesebüchern mögen die Landkarten von Europa, Oesterreich-Ungarn, Krain und die Karten von den Planiglobien beigegeben werden. Zum Schlüsse wurden die von den Herren A. Žumer und A. Razinger verfassten Fibeln einer eingehenden Erörterung unterzogen, worüber der Beschluss gefasst wurde dieselben im hiesigen Schulbezirke einzuführen, sobald sie die Zulässigkeitserklärung erlangt haben werden. — Die Conferenz wurde nun mit einem dreimaligen Hoch auf Seine Majestät unsern Kaiser, den Schöpfer der neuen Schulgesetze, um 1 Uhr nachmittags durch den Vorsitzenden geschlossen. Z Notranjskega. — Še par dni in zopet se bodemo podali po šesttedenskem odpočitku na novo težavno delo. Da, težavno delo nas čaka, a vendar nam pri vsem tem ne vpade serce, kajti svesti smo si, da terda šolska ledina ne bode rodila le pu- stega osata, temuč tudi žlahtni sad, kateri bode še v poznih letih delal čast tukajšnjemu naprednemu učiteljstvu. Mnogo si istinito mladina pridobi v enem letu, a pridobila bi si pa lehko še mnogo več, ako bi tudi nje roditelji ali njih namestniki in tisti ljubeznjivi krajni šolsk. svčti — peto kolo pri šolsk. vozu — vsaj deloma spolnjevali svojo dolžnost, ter med drugem tudi skerbeli zato, da bi mladina vsaj pri lepem, jasnem vremenu redno šolo obiskovala. — Da naš kmet svojih otrok ne pošilja pridno v šolo, mu še ni toliko zameriti, kajti revež tava še v temi, ter ne vč še prav ceniti šolskega poduka, a zameriti je pa temveč našim kraj. šolsk. svetom, kateri so sestavljeni večjidel iz vaške inteligence, katera bi morala vendar skerbeti zato, da se postava spolnjuje a ne tepta tako neusmiljeno, kakor se tu pa tam še po Kranjskem godi' Ko smo pri nas pretečeno šolsk. leto pričeli, se ni dvajset otrok iz gole nemarnosti v šolo vpisalo. Šolsko vodstvo je po postavi vse te zanikerneže kraj. šolskemu svčtu naznanilo, a žalibože, brezvspešno, kajti krajni šolski svet, oziroma njemu predsednik, vergel je vse v koš. Ko je preteklo nekaj dni, a omenjenih „učencev“ le ni bilo v šolo, je šolsko vodstvo zopet poterkalo na vrata krajnega šolskega svčta, a zopet zastonj. Naznanjeni so bili potem ti lenuhi še večkrat, a ker je bilo vse nazna-njevanje le „bob v steno“, opustilo se je tudi to, in ostalo je celo leto dvajset otrok brez vsega poduka! — Ponavljalno šolo bi bilo moralo tudi obiskovati 26 dečkov in 26 deklet, a kaj pravite, koliko jih je prišlo? Šest, celih šest je sedelo pervi dan v dobro zakurjeni šolski sobi. Tudi iz te „branže“ so bili vsi zanikerniži parkrat kraj. šolsk. svetu naznanjeni, a tudi tu nijso vse prošnje nič pomagale, ker kraj. šolsk. svčt je bil za take reči popolnoma gluh. Da se s polumesečnimi zamudami med letom tudi ni nič bolje godilo, in da uže od lanskega oktobra nobene seje nismo imeli, mi baje pač ni treba omenjati. Lepi spomladanski in poletni dnevi so nam tudi izpraznili šolske klopi; otroci so pa po logih in gozdih ptiče lovili, po vertih nezrelo sadje kradli in še druge hudobije počenjali. Krajni šolsk. svčt je pa pri vsem tem lepo dremal in bode tudi še v prihodnje, ako ga kaka druga oblast ne bode prebudila iz mirnega spanja, ter mu povedala, da ta korporacija ni le za parado, temuč tudi zato, da kaj v prospeh šolstva stori. Da pri tacih razmerah mladina pri vsem učiteljevem prizadevanji napredovati ne more, je baje vendar jasno kot beli dan. — Žalostno pa resnično! Jeremija. ZB-ij-cliersclia/u.. Für Mittelschulen, Fach- und Bürgerschulen bringt zur rechten Zeit, nämlich zu Beginn des neuen Studienjahres 1880/81, der bekannte Fromme’scke Kalenderverlag zwei Kalender, den einen für die Professoren, den anderen für die Studenten. Der erste: Fromme’s „Oesterr. Professoren- und Lehrer-Kalender“, red. vom Dir. Dassenbacher, erscheint zum dreizehntenmale und ist bereits ein solch beliebtes und unentbehrliches Vademecum des Mittelschullehrers geworden, dass die Mittheilung, er ist wieder erschienen, genügt, um ihm seine alten Freunde wieder zuzuführen; der andere dagegen: Fromme’s Studenten-Kalender für Mittelschulen, I. Jahrgang, redigiert von Dr. Carl Czuberka, ist ein Neuling auf dem Schulbüchermarkte, erweckt aber durch den Namen des Redacteurs, der ihn uns bietet, sofort Vertrauen, denn Dr. Czuberka gibt schon seit 17 Jahren Fromme’s Studenten-Kalender für Studierende an allen Lehranstalten heraus und hat nun, wie er uns in der Vorrede erzählt, zum erstenmale denselben in zwei Theile zerlegt, deren einen er speciell für die Studierenden der Mittel-, Fach- und Bürgerschulen bearbeitete, während der andere den Studenten der Hochschulen allein gewidmet bleibt. Ein Blick in den Inhalt überzeugt uns, dass derselbe hält, was das Aeussere verspricht. Wir zweifeln nicht, dass dieser kleine billige Kalender (50 kr.) in wenig Wochen grosse Verbreitung finden werde. Illustrierte Welt. Wenn ein Journal den 29. Jahrgang antritt und eine mehr als hunderttausend zählende Gemeinde von Lesern um sich versammelt, darf man mit Recht annehmen, dass dieser Zeitschrift eine ganz ungewöhnliche Kraft innewohnt, Leser zu fesseln, und eine hervorragende Reichhaltigkeit und Gediegenheit, um sich so lange Zeit als ein Lieblings-Unterhaltungsblatt zu behaupten. Die „Illustrierte Welt“ (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) bringt in ihrem neuen, 29. Jahrgang, wie das erste uns vorliegende Heft zeigt, wieder eine solche ausgewählte Fülle des Unterhaltenden und Interessanten, dass wir eine noch grössere Verbreitung der „Illustrierten Welt“ voraussehen. Da finden wir zuerst zwei grosse Romane: die „Donna Anna“, dann einen farbenreichen, interessanten Kriminalroman „B'luchbeladen“; beide Romane sind illustriert. Neben diesen grösseren Werken verlocken uns kleine Erzählungen, wie die köstliche Humoreske „Der Verlosungsleuchter“, dem Hefte besondere Theilnahme zu schenken. Dann erregen unsere Aufmerksamkeit Artikel mehr belehrenden Inhalts, fesselnde Abschnitte aus Natur und Leben, kleine Mittheilungen; dann sehen wir auch die beliebten „Humoristischen Blätter“, Anekdoten und Witze, auch wieder den Abschnitt „Spiele und Unterhaltungen für die Jugend“, ebenso „Aus allen Gebieten“: Recepte, Hauswirtschaft, Landbau, Gärtnerei, Küche und Keller. Den Schluss des Textes machen Aufgaben, „Schach“, „Rösselsprung“, „Medicinische und andere Correspondenz.“ Und jedes dieser reichhaltigen, schön illustrierten Hefte kostet nur 30 Pfennige! Wir empfehlen auch diesen neuen Jahrgang der „Illustrierten Welt“ wiederum allen unseren Lesern als vortreffliche Unterhaltungslectüre. ZErled.ig'te HielA-rstellen.. tKüra-in. Im Schulbezirke Gottschee: Einklassige Volksschule in Suchen, Lehrerstelle, Gehalt 450 fl., Wohnung; zwoiklassige Volksschule in Nesselthal, zweite Lehrstelle, Gehalt -100 fl., provisorisch ein Wohnzimmer im Schulgebäude (Concurs neuerlich ausgeschrieben); bis 20. September. — Im Schulbezirke Loitsch: Volksschule zu Planina, zweite Lehrstelle, Gehalt 40011., Wohnung (definitiv oder provisorisch zu besetzen); bis 30. September — Im Schulbezirke Tschernembl (sieh Concuisausschroibung). Steiemas.rlr. Einklassige Schule zu St. Helena (Bezirk Neumarkt) und Petersdorf (Bezirk Oberwölz), je eine Lehrorstelle, Gehalt je 60011.; bei den Ortsschulrüthon daselbst bis 1. Oktober. — Zweiklassige Schule zu Pisehiitz (Bezirk Rann), Unterlohrerstello, Gehalt 330 fl , Personalzulago 52 fl., Wohnung; Ortsschulrath daselbst bis 28. September. — Vierklassige Schule zu St. Stephan im Rosen-thale (Bezirk Kirchbach), Unterlehrerstelle, Gehalt 480 11.; Ortsschulrath daselbst bis 15. Oktober. — Einklassige Schule zu St. Anna (Bezirk Hartberg), Lehrerstelle, Gehalt 550 11 , Wohnung; Ortsschulrath daselbst bis 10. Oktober — Zweiklassige Schule zu Brunn, Unterlehrerinstelle, Gehalt 60011., Wohnung, Beheizung; bei der Bergdirection Wies an der Köflacher Bahn bis Ende September. -- Zweiklassige Schule zu Saldenhofen (Bezirk Mahrenberg, Unterlehrerstelle. Gehalt 560 11., Wohnung; Ortsschulrath bis Ende September. — Vierklassige Schule zu Mahrenberg, Oberlohrerstelle, Gehalt 600 11., Functionszulage 50 fl., Wohnung; Ortsschulrath bis 15. Oktober. — Einklassige Schulen zu Stainach und Tauplilz (Bezirk Irdning), Lehrerstellen, Gehalt je 600 9., Wohnung; Ortsschulrath bis 4. Oktober. — Dreiklassige Schule zu Hl. Kreuz am Waasen (Bezirk Wildon), Lehrerstelle, Gehalt 550 11., Wohnung; Ortsschulrath bis 10 Oktober. — Einklassige Schule zu Döllach (Bezirk Rottenmann), Lehrerstelle, -Gehalt 700 11., Wohnung; Ortsschulrath bis 10. Oktober. — Einklassige Schule zu Pichl ob Schladming, Lehrerstelle, Gehalt 600 11.; Ortsschulrath bis letzten Oktober. — Zweiklassige Schule zu Pruggern (Bezirk Gröbming), Unterlehrerstolle, Gehalt 480 11.; Ortsschulrath bis 10. Oktober. — Einklassige Schule zu Baumgarteu (Bezirk Friedberg), Lehrerstelle, Gehalt 550 11, Wohnung; Ortsschulrath bis letzten September. S*rüfung:saiizelg,e. Die nächsten Lehrbefähigungsprüfungon für allgemeine Volks- und Bürgerschulen werden in Ge- mässhe t der Bestimmungen der hohen Hinisterialverordnung vom 5. April 1872 bei der hierländigen k. k. Prüfungscommission „ am 18. Oktober d. J. und den darauf folgenden Tagen abgehalten werden. Candidaten und Candidatinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen gedenken, haben ihre gehörig instruierten Gesuche spätestens bis 11. Oktober d. J. bei der Direction der k. k. Prüfungscommission oinzubringon. Nach dem 11. Oktober einlaufende Gesuche können nicht mehr angenommen oder berücksichtiget werden. Die Prüfungstaxe von acht Gulden für Volks- und zehn Gulden für Bürgerschulcandidaten ist bei der Direction der Prüfungscommission vor Beginn der Prüfung zu erlegen. Jene Candidaten und Candidatinnen, welche ihr vorschriftsmässig instruiertes Gesuch um Zulassung zur Prüfung rechtzeitig eingehracht haben, wollen sich, ohne erst eine besondere Verständigung oder Zulassungserkliirung abzuwarten, am 18. Oktober, vormittags um 8 Uhr, zum Beginn der schriftlichen Prüfung in den hiefür bestimmten Käumlichkeiten der hiesigen k. k. Lehrer-Bildungsanstalt einfinden. Laibach, am 10. September 1880. Direction der k. k. Prüfungscommissiou für allgemeine Volks- und Bürgerschulen. Raimund Pirker. Coneursaussehreibung. An der dreiklassigen Volksschule in Semit sch kommt mit Beginn des nächsten Schuljahres die dritte Lehrerstelle, mit welcher ein Jahresgehalt von 400 fl. verbunden ist, zur Besetzung. Bewerbungsgesuche sind im vorgeschriebenen Wege bis 1. Oktober 1. J. beim gefertigten k. k. Bezirksschulratke zu überreichen, wobei bemerkt wird, dass die gedachte Stelle auch einer Lehrerin und eventuell auch einem Aushilfslehrer verliehen werden bann. K. k. Bezirksschulrat!! Tschernembl, am 4. September 1880. Der Vorsitzende: Weiglein. K ........... i Ed. Musils Schreib- und Zeichentheken-Verlag, | Wien, Tuchlauben 6. jj] Neue, bedeutend vermehrte Ausgabe von Musils Schreibheften mit Bildern “] aus der vaterländischen Geschichte und anderen Wissenszweigen. Mit hohen k. k. Ministerial- m Erlässen vom 3. November 1879, Z. 16690, und 27. Juni 1880, Z. 8907, in den Volks- und Bürger- in schulen als zulässig erklärt. Die Ausführung der Illustrationen geschieht durch hervorragende iq Künstlerkräfte. [}| B i n n e n k u r z e m e r s c h e i n t die uj II- Serie der neuen Ausgabe von Musils Schreibheften und gelangen folgende Bilder zur Ausgabe: in Geschichtsbilder. jg Leopold III. der Heilige. - Jasomirgotts Erhebung zum Herzog. — Habsburga Mauern. — JJ] Hartmann von Habsburg. — Kaiser Rudolf belehnt seine Söhne — Bruderliebe. - Bischof Kollonitsch. in — Kaiser Maxens Zweikampf. — Die Schweden vor Prag. — Maria Theresia. — Peldmarschall [Jj Daun. — Feldmarschall Laudon. — Der österr. Staatsmann Thugut. — Kaiser Josef II. im Audienz- jjJ saal. — Das gute Beispiel Kaisers Franz. — Kaiser Ferdinand der Gütige. — Feldmarschall Radetzky. — Erzherzog Albrecht. Aus der Literatur und Kunst. Walther v. d. Vogelweide. — „Der Sänger“ von Goethe. — „Die Glocke“ von Schiller. — „Die drei Indianer“ von Lenau. — „Lob Oesterreichs“ von Grülparzer. — Josef Haydn. — Wolfg. Amnd. Mozart. Entdeckungen und Erfindungen. Entdeckung Amerikas. — Erfindung des Schiesspulvers, des Blitzableiters, der Buchdruckerkunst, der Uhren, des Compasses. — Das Papier sowie das Lineament sind in fachmännischen Kreisen als vorzüglich anerkannt worden. Der Preis eines Heftes ä 8 Blatt ist mit 2 kr. festgesetzt. Neue A\u§pcfee vm Hu§i[§ leie^eciheffeu mit beigegebenen Zeichenvorlagen auf den Umschlägen. Gleichzeitig beehre ich mich anzuzeigen, dass in nächster Zeit in meinem Verlage auch eine slo-v-eiilsclie .A.-u.sg-a.Toe von neuen Musils Schreib- und Zeichentheken mit Bildern aus der vaterländischen Geschichte erscheinen wird, worauf ich schon jetzt die geehrte slovenische Lehrerschaft höflichst aufmerksam zu machen mir erlaube. K G =} l'rospecte und Mustercollectionen gratis und franco. [Jj '^sasHsasasasisasasasasasasasHsasasdsasHsssisasasasasisasasEsasasasasasasasasHSB^ Für die Redaction verantwortlich: Job. Sima, Kaiser-Josefs-Platz Nr. 1. Verlegt und herausgegeben vom „Krain. Landes-Lehrerverein“. — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.