EINZELPREIS: wochentags 10 Rpt Samstag-Sonntag 15 Rpf ünirbtttotr »eitimg Amtliches Organ des Verlag und SchriWeitung: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, Fernruf: 25-67, 25-68, 25-69. — Ab 18 Ohr (6 Uhr abends) ist die Schriftleitung nur auf Fernrut Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgesandt. — Bei Anfragen Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. Steirischen Heimatbundes Erscheint wöchentlich sechsmal alt Morgenzeitung (mit Ausnahme der Sonn- u. Feiertage). Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einschl. Zustellgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto; bei Abholen in der Geschäftsstelle RM 2.—. — Anzeigen- und Bezugsbestellungen in der Verwaltung. otr. 175 Jttor&uffl g. 6. g>rou, »leiwtog, 22.3un I94i 81. SaHrgang Terfolgang des gesdriageiKn Feindes im Osten Täglicher Bomiienhagel auf englisclie Hafenanlagen und Erfolgreicher Kampfverlaiif an der gesamten Ostfront D*r luftkrlag g«g«n dl« britisch« IiimI geht ohn« Unt*rlass w«lt*r — IS Mndlleh« Flugisug* abgMchoism Aus dem Führerhauptquartier, 21. Juli. Das Obefkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im SfldtoQj dir Ostfront verlolgsn deutsche, ruinänlsclie und uns^rische Truppen deo gaschlatenen Feind. An der gesamten Übrigen Front nelimen die Kampfhandlungen uuter Vernichtung zahlreicher eingesolilossener felndücher Gruppen weiterhin einen er-Msreichen Vertäut. Im Kampf gegen Grofibritannlen versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der britischen Ostkttste zwei Frachtschiffe ntft zusammen 11.000 brt, sowie ein Schnellboot. Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der schottischen Ostitüste, an der Südostkliste Englands und Fluspifltze im Südosten der Insel. In Nordafrika belegten deutsche Kampfflugzeuge britische Artilleriestellun-gen und Kaianlagen In Tobruk wirksam mit Bomben. In Luftkämpfen wurden drei britische Jagdflugzeuge abgeschossen. Bei Versuchen britischer Flugzeuge, am gestrigen Tage und in den heutigen Morgenstunden die KanaJkttste anzugrelien. schössen JSger und Flakartillerie acht, Vorpostenboote und Sperrbrecher vier feindliche Flugzeuge ab. Britische Kampfflugzeuge warfen In der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutscfilands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verhiste. Generalmlor Lancelle gefallen An der Spitze seiner Division Berlin, 21. Juli Bei den Kämpfen im Osten fiel, wie die Nationalsozialistische Parteikorre-spKwdenz meldet, an der Spitze seiner Division der ehemalige SA-OberfühTcr Generalmajor Lanceile, Generalmajor Lanceile, der am 27. März 1885 geboren wurde, trat im Jahre 1905 in die Kriegsmarine ein. sattelte aber später zur Armee über und nahm auch am Weltkrieg teil. Für seine Tapferkeit wurde er durch den hohen Orden »Poiir ie Merite« und andere Orden ausgezeichnet. Das slegreidielagdgeschwader Lfitzow Bisher insgesamt 1072 Gegner im Luftkampf abgeschossen Berlin, 21. Juii. Mit der Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Lützow anläßlich des 40. Luftsieges hat der Führer auch das siegreiche Jagdgeschwader des Kommodore besonders ausgezeichnet. In vielen großen Luftschlachten an der Ostfront errang das Geschwader überraschende Erfolge. So konnte der Kommodore schon am 2. Juni den 326. Luftsieg seiner Jäger melden und außerdem die Zerstörung von 223 Feindiiugzeugen am Bo'den. Eine besondere Leistung erzielte das Geschwader am 7. Juli, als es einen starken feindlichen i^mberverband vollkommen aufrieb. Bei einem Angriff von 27 Sowjet-Kampfflugzeugen auf einen Feldflugplatz sclioß das Geschwader unter Führung seines Kommodore in 15 Minuten sämtliche Sowjet-Flugzeuge ab. Bis zum 18. Juli erzielte das Jagdge-scliwader Lützow allein im Osten 683 Luftsiege. Insgesamt hat das Geschwader bisher 1072 Gegner im Luftkampf zum Absturz gebracht. Major Lützow selbst hatte am 28. Juni seinen 27. Gegner abgeschossen und kaum drei Wochen später schon den 40. Luftsieg errungen. DerEntsdieidnngskamp! der Nenn Hillionen Von Hauptmann Stephan Seit vier Wochen hält der gigantische | schnitt, die letzten Reserven einzusetzen. Kampf im Osten die ganze WeTt in atem- Ein Riesenkampf entbrannte nun. Neun Millionen Soldaten ringen miteinander. Eine unerhörte Zahl! Mit Recht sagt oer deutsche Wehrmachtsbericht, daß dieses Ringen in seinem Ausmaß alle geschichtlichen Vorsteilungen übertrifft. Schon dl« Zahlen, die kürzlich über die Verluste der Bolschewisten in den ersten drei Kampf- loser Spannung Sie otgleitete das ers.e Vorstürmen der deutschen Divisionen über die starken bolschewistischen Grenz, befesti^ungen hinweg. Sie vferfolgte m'' beinahe ungläubigem Staunen die rasche Umzingelung der sowjetischen Offens /. armeen im Räume um Bialystok un'l Mmsk. Und als die Nori'sjruppe über die Düna und die Beresina hinaus vorgedrungen war, die Südgruppe Schritt für Schritt sich auf das Herz der Ukraine, auf Kiew zu, vorkämpftc, da war man sich in allen Nationen der Erde darüber im klaren: nun mußte der Höhepunkt in dem großen Schicksalskampf herannahen. Nun mußte es sich entscheiden, ob die Sowjetführung noch in der Lage war, starke Reserven einzusetzen und Dadurch das drohende Verhängnis abzuwenden. Eine große Chance bot ihr noch einmal die Stalin-Linie vom Finnischen Meerbusen bis zum Schwarzen Meer. Drei Wochen nach Be. ginn des großen Ringens aber kam die Nachricht, daß auch sie den gewaltigen deutschen Siegeslauf nicht aufzuhalten vermocht hatte. An den wichtigsten Stel. len wuro'en die deutschen Keile durch dieses riesige Stellungssystem getrieben. Aber noch wollte sich Moskau nicht verloren geben. Der Oberbefehl wurde geteilt, und jeder der drei Revolutions. generäle bemflhte sich auf "seinem Ab. Duff Cooper kaltgestellt Von Churchill ausgeschifft und nach dem Fernen Osten geschickt / Vor weiteren Personalveränderungen Berlin, 21. Juli. Reuter gibt ein amtliches englisches Kommunique bekannt, wonach Breitdan Bracken, der seit meiireren Jahren parlamentarischer Sondersekretär Churchills war, zum Informationsminister ernannt worden ist. Der bisherige Inhaber dieses Postens, Duff Cooper, wird Kanzler des Herzogtums Lancaster und begibt sich in den Fernen Osten. Attßer-dem ist der parlamentarische Staatssekretär im britischen AuBenamt, Butler, zum Erziehungsminister ernannt worden. Churchills Schwiegersohn, Sandys, ist auch einige Stufen bei dieser Gelegenheit höher befördert worden. Er ist jetzt Finanzsekretär Im Krlegsministerlura, Diese Personalvcränderungen zeigen, daß Churchill In Dutf Cooper einen neuen SUndenbock gefunden hat. den er, ähnlich wie seinerzeit den Schiffahrtsminister Cross, der Hoher Kommissar von Australien wurde, aus England »fort-beförderte«. Duff Cooper wird nach dem Fernen Osten verbannt, wo er, so heißt es in einer weiteren Rentermeldung, »Im Auftrage des Kriegskabinetts die bestehenden Verhältnisse in der gemeinsamen Planung und Zusammenarbeit /.wischen den verschiedenen britischen Behörden zu überprüfen und dann dem Krlegska-blnett unter Angabe von Hinwelsen zu berichten iiat. Vl^ahrlich genug Worte, hinter denen nicht viel stecktI Der neue Erziehungsminister Butler war bisher parlamentarischer Staatsse- iirctär im Außenniinisterium. Sein Nachfolger wird R. Law, und dessen Nachfolger der Schwiegersohn Churchills Sandys, womit Churchill wieder »ein gutes Werk« für seine Familie getan hat. Dnlf Coopers ..Emennuna" ein leerer Tilel Der Widerhall In der amerikanischen Presse N e w y 0 r k, 21. Juli. »Die Ernennung Duff Coopers zum Kanzler des Herzogtums Lancaster ist ein leerer Titel« — so beurteilten die Londo. ner Korrespondenten der »New York Ti. mes« und des »New York Herald« die Personalveränderungen im britischen Ka. binett. Die nächste Aufgabe Duff Coopers werde sein, den Fernen Osten zu besuchen. und zwar nicht als Mitglied, sondern im Auftrage d es Kriegskabinetts, um, wie es in der englischen Verlaut, barung heißt, »die bestehende Zusammenarbeit der dortigen britischen militärischen, politischen und Regierungsbehör. den zu überprüfen und neue Vorschläge auszuarbeiten. Nach der 'oNew York Times« legt man in London die »Umbesel-zungen« dahin aus, daß eine kleine Gruppe von jüngeren Gefolgsmännern Churchills weiter in den Vordergrund geschoben wurde, daß aber dadurch eine Intensivierung der britischen Kriegführung nicht angeileutet wird. Harscliall Kvalenih vom Ffihrer empfangen Führerhauptquartier, 21. Juli. Der Führer empfing Montag nachmittag in seinem Hauptquartier den zu einem kurzen Besuch in Deutschland wellenden stellvertretenden kroatischen Staatsführer und Minister für I^ndesverteidtgung Mar. schall Kvatemik und hatte mit ihm eine herzliche Unterredung. wochcii bekanntgegeben wurden, gaben einen Begriff aavon, wie sich Bewaffnung und technische Ausrüstung der Armeen seit dem Weltkrieg verändert haben, 1918 hatten bei Kriegsende alle gegen Deutsch, land verbündeten Staaten insgesamt 3500 Tanks. Das deutsche Heer verfügte noch nicht über 1000. Heute haben die Bolsche. wisten allein in den großen Grenzschlach-ten Qes Kriegsbeginns nicht weniger als 7500 Panzerkampfwagen verloren. Aber auch die Zahl der Kämpfenden hat alle bisher bekannten Zahlen weit übertroffen. Bei Beginn des Weltkrieges zählte das gesamte deutsche Feldheer insgesamt reichlich 2 Millionen Soldaten. Bei Tannenberg kämpften im .August 1914 153.000 Deutsche gegen 191.000 Russen. Die größte Schlacht der vier Jahre begann am 21. März 1918, als die aeutsche Armee in Nordfrankreich zwischen Arras und dem Chemin des Dames zum Kampfe antrat. Rund 2'/j Millionen Soldaten wurden im Verlauf dieser Durchbruchsschlacht in Frankreich eingesetzt. Man glaubte, daß eine Steigerung nicht mehr möglich sei, daß eine einheitliche Führung, eine Organisation des Nachschubs fiir eine noch größere Zahl von Kämpfern nicht bewerkstelligt werden könne. Der Einsatz im Osten aber hat heute, 23 Jahre später, m't allen überlieferten Vorstellungen aufgeräumt. Schon die ungeheure Entfernung vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer, die unausdenkbare Ver_ schiedenheit aller örtlichen und also auch aller klimatischen Voraussetzungen zwischen der .Tundra des Nordens und der tropischen Hitze der südlichen Kampf, region ergibt die schwierigsten Probleme. Neun Millionen Menschen ringen hier in dieser gewaltißsten Schlacht aller Ze'ten miteinander. Die Führung der Sowjets weiß wohl, daß os dabei für sie um das I.etzte geht. Wer das noch nicht bei dem plötzlichen Wechsel im Oberbefehl zu Beginn dieser Woche c:emerkt hat, der erkennt es an dem »Dekret Uber d'e Reorganisierung der nolitisrhen Prnnngan-dahebörden und die Finführung militärischer Kommissare in der bnlschewistt-schen Armee«. Der Erlaß der die sämtlichen Führer bis hinunter zum Komnan'e. chef dem Abgesandten der kommunistl. Seite 2 sschen Urüdiiisatioaen unterordnet, stellt eine vollkommene Bankerottcrklärung ues sowjetischen .Militärsystems aar. Wenn »dcr-Militärkümirtissar als der moralische Leiter des Truppenteils« erklärt und zum »Vater des Regiments« ernannt wird» wenn er »die Erfüllung der Befehle der obersten Behörden kontrollieren« und »Pflichtversäumnisse« signalisieren soll, dann sieht man klar, wohin die Verhältnisse in der bol6chewistischen Armee bereits getrieben siivd. Wir wissen zwar schon auf Grund der Gefangenenaussagen genau, wie bereits bisher die politischen Kommissare die Sowjetsoldaten »für den Kampf aufmunterten«. Wenn ihnen aber jetzt zur Pflicht gemacht wird, einv^n'»un. erbittlichen Kampf gegen Feiglinge, Pa-rikmacher und Deserteure zu führen und bis auf den Grund den Verrat auszumer. zen«, dann wird nunmehr auch offen d'er Terror an die Stelle jeder militärischen Haltung gesetzt. Die bolschewistischen Machthaber haben stets die BeÄriffe der Disziplin und der Ehre verhöhnt und verlacht. Sie glaubten nie an selbstverantwortlichen Kampfgeist, sondern stets nur an Schrek. ken und' Einschüchterung. Auf dem Höhepunkt des Krieges haben sie diese ethische Verwahrlosung in Paragraphen gefaßt und zum Gesetz für ihre Wehrmacht er. hoben. Die ganze Welt kann nun sehen, um welche Prinzipien der Kampf im Osten ausgefochten wird. Auf bolschewistischer Seite hatte man allein auf die Masse der eingesetzten technischen Hilfsmittel, auf die riesenhafte Zahl der Panzerkampfwagen, der Flugzeuge, der Geschütze sich verlassen. Die Materie solHe siegen. Aber die deutsche Führung verstand es, dem Massenaufgebot dem denkenden Menschen, den geschulten, erprobten Kämpfer, den durch seine Weltanschauung hart gewordenen Revolutionär entgegenzusetzen. Dfef deutsche Soldat weiß, daß sein Volk, seine Familie, seine Heimat verloren wäre, wenn er in dem Risigen mit dem bolschewistischen Untermenschentum nicht siegte. Aber er braucht auch nur die anarchischen Zustände, das verzweiflungsvolle Chaos, das der Bolschehismus anrichtete, an Ort und Stelle zu sehen, um seines Sieges gewiß zu werden. Der Wehrmachtsbericht teilte kürzlich mit, daß große Eroflge sich anbahnen. Das deutsche Volk gedenkt mit heißem Herfen der Millionen seiner Soldaten, die ihm diese Siege erkämpfen. He dentscl-knatisdie rremilsclnff Stärkere Beachtung der Deutschlandrcise des Marschalls Kvatemik in der kroatischen öff^ltohkeit Agram, 21. Juli. Der Besuch des stellvertretenden Staats-führer-s und Oberbefehlshabers der kroati. sehen Wehrmacht, Marschall Kvaternik, in Berlin bildet für die kroatische Öffentlichkeit das Ereignis des Tages. Die Einladung des Marschalls wurde von der Be, völkerung mit großer Genugtuung aufgenommen und als neues Zeichen der Freundschaft Deutschland? für das kroatische Volk gewertet. Die Agramer Sonntajjsblätter veri^ffent-lichen die Nachricht über die Abreise des Marschalls in besonderer Aufmachung und' brachton auf der ersten Seite Bilder von der Abfahrt. Im 0 s t e n. 21. Juli. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing Montag mittag den zurzeit in Deutschland weilenden stellvertretenden kroatischen Staatsführer und Minister für Landesverteidigfung, Marschall Kvaternik. TObnik tost omklannert Neuerlicher britischer Ausbruchsversuch glatt abgewiesen Rom, 21. Juli. Der italienische Wehrmachtsbericht von Mofitag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Italienische Flugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht den Flughafen Mi-kaba auf Malta. In Nordafrika wurde ein feindlicher Ausbruchsversuch auf Tobruk glatt abgewiesen. Unsere Flugzeuge bombardierten die befestigten Stellungen um Tobruk mit gutem Erfolg. Im Verlaufe der Operationen wurden drei feindliche Flugzeuge vom Curtis-Typ abgeschossen. Bri-tische Flug, zeuge unternahmen abermals einen Ein-flug nach Bengasi. In Ostafrika lebhafte Tätigkeit im Abschnitt von Uolchefit, Feindliche Flugzeuge warlen in der letzten Nacht Bomben auf Neapel. Hiebei gab es fünf Tote und vierundzwanzig Verwundete. Die Bevölkerung verhielt ^»ch ruhig und diszipliniert. Die bulgarischen Slaatsnünner in Ron HERZLICHER EMPFANG IN DER ITALIENISCHEN HAUPTSTADT Rom, 21. Juli. Der bulgarische Ministerpräsident Fi-loff und Außenminster Popoff sind am Montag vormittag zu ihrem angekündigten Besuch in Rom eingetroffen, wo sie vom Duce in Begleitung des Außenministers Grafen Ciano empfangen wurden. Von deutscher Seite war Botschafter Mackensen zu ihrem Empfang am Bahnhof erschienen. Die Begrlssong am Baknliofe Rom, 21. Juli. Am Montag vormittag 9.15 Uhr trafen, wie bereits kurz gemeldet, der bulgarische Ministerpräsident Filoff und Außenminister Popoff von Fiume kommend, zu ihren offiziellen Besuch in der italienischen Hauptstadt ein. Zum Empfang der bulgarischen Gäste hatte sich der Duce in Begleitung des Außenministers Graf Ciano am Bahnhofe eingefunden. Außerdem sah man den italienischen Minister für Volkskultur Pavolini, den Parteisekretär Minister Serana sowie die drei Unterstaatssekretäre des Kriegsministeriums. Es waren zum Empfang auch neben dem deutschen Botschafter von Mackensen die diplomatischen Vertreter der Staaten des Dreimächtepaktes sowie der Ihm beigetretenen . Staaten erschienen. Auf dem Bahnhofplatz sowie auf ihrer Fahrt durch die Stadt wurden die bulgarischen Gäste von einer zahlreichen Menschenmenge mit stürmischem Beifall begrüßt. In Qnirinal Rom, 21. Juli. Nachdem der bulgarische Ministerpräsident Filoff und Außenminister Popoff die vor dem Bahnhofsplatz angetretene Ehrenwache der Karabinieri abgeschritten und sich vom Duce verabschiedet hatten, um die Fahrt zur Villa Madama, die den bulgarischen Gästen als Aufenthalt dienen wird, anzutreten, brachte die am Bahnhofsplatz versammelte riesige Menschenmenge dem Duce immer wieder neue stürmische Kundgebungen dar. Nach ihrer Ankunft in der Villa Madama hatten der bulgarische Ministerpräsident und der Außenminister eine kurze herzliche Besprechung mit dem Außenminister Graf Ciano. Anschließend begaben sich die bulgarischen Gäste in Begleitung von Graf Ciano zum Quirinal. Auch bei ihrer neuerlichen Fahrt durch die Stadt wurden den Vertretern Bulgariens von der Bevölkerung Roms lebhafte Sympathiekundgebungen zuteil. Um 10,15 Uhr wurden die beiden bulgarischen Minister vom König und Kaiser empfangen, der eine herzliche Unterredung mit ihnen hatte. Hierauf begaben sich Ministerpräsident Filoff und Außenminister Popoff zum Palazza Venezia, wo sie vom Duce empfangen wurden. Ferteciireiiende AuMsnngiier Sowieiarmee VERMEHRTE ZERSETZUNQSERSCHEINUNOEN NACH DER ERNENNUNG DER KRIEQSKOMMISSARE — ZAHLREICHE KOMMANDEURE ABGESETZT Berlin, 21. Juli. Die Verstärkung des Einflusses der Politischen Kommissare und die Neuein-setzung der sogenannten Kriegskommissare hat die Verbitterung und die Auflösungserscheinungen innerhalb der Sowjetarmee nur noch vermehrt. Aus den Aussagen von Gefangenen und Überläufern geht hervor, daß die bereits vorhandenen Spannungen zwischen der Trupipenführung und den Kommissaren in den letzten Tagen noch wesentlich zugenommen haben. Bei den ostwärts Mogilew im Räume von Smolensk eingesetzten Sowjettruppen war die erste Maßnahme der neuen Kommissare die Absetzung zahlreicher Bataillons- und Regimentskommandeure. Unter den bei Smolensk eingebrachten Gefangenen befindet sich der ehemalige Politische Kommissar Antonow Piotrko- witsch aus dem sowjetischen Artillerie-regi-ment Nr. 416, der von dem neuen Kriegskommissar selbst der Unzuver-lässigkeit bezichtigt worden war. Zusammen mit anderen Kommissaren und mit zahlreichen Offizieren wurde er zuin Tode verurteilt. Soldaten seines Regiments ermöglichten ihm jedoch die rechtzeitige Befreiung und die Flucht. Bei der Truppe selbst herrsche, so sagte er aus, große Erregung und Erbitterung über die Absetzung und Erschießung vieler alter Frontoffiziere. Zwischen den Soldaten und ihren alten Offizieren habe meistens ein gutes Verhältnis bestanden. An die Stelle der abgesetzten Frontoffiziere seien aber junge Etappenoffiziere getreten, die den neuen Kriegskommissaren in jeder Weise hörig seien. In einigen Abteilungen sei es bereits zu offener Erhebung der Truppe gegen die Kriegskommissare gekommen. Wieler normales Lelen in der Ulvaine BEGEISTERUNG DER BEFREITEN BEVÖLKERUNG Preßburg, 21. Juli. Der an der Front weilende Sonderberichterstatter des slowakischen Preß-büio-s meldet, daß in der befreiten Ukraine überall nahezu gänzlich normales Leben herrscht. Die Ernte sei vielversprechend. Durch den blitzartigen Vormarsch der Truppen seien die Bolschewiken nicht imstande gewesen, sie zu vernichten. In der Landwirtschaft sei gleich nach der Vertreibung der Bolschewiken begonnen worden, mit Nachdruck zu arbeiten. Die Bauern arbeiten auf den Feldern, selbst knapp an der Grenze des Operations^ietes. Ein ähnliches normales Leben zeigt sich auch, so heißt es im Bericht weiter, in" allen größeren Städten der befreiten Ukraine. Die Stadt Lemberg, die noch vor einigen Tagen von den Greueln und dem Vernichtungswillen der Bolschewi- ken Zeugnis ablegte, ist heute bereits wieder sauber und die Bevölkerung geht freudig ihrer täglichen Beschäftigung nach. Der Autoverkehr ist Überall rege, die Straßenbahnen sind überfüllt, die Lebensmittelgeschäfte sind wieder geöffnet, soidaß niemand Mangel leiden muß. Der Eisenbahnverkehr ist bereits geregelt, und auch die Kaffeehäuser und Kinos sind wieder geöffnet. Die Stadt prangt im Flaggenschmuck. Auf Schritt und Tritt zeigt sich die Begeisterung der befreiten Bevölkerung. In Drohobitsch und Lemberg erscheinen ukrainische Zeitungen, die in feierlichen Artikeln die deutschen und slowakischen Befreier-Armeen willkommen heißen. Alle Juden der freien Ukraine müssen Arbeitsdienst leisten und zeigen am Rockärmel weiße Binden mit dem Zions-stern. Bolsdiewisinns In Relnkullnr ./Wohnhäuser abgerissen, Kirche und i' Friedhof verwüstet Helsinki, 21. Juli. Von der Ostfront, nördlich vom La-doga-See erzählt ein Kriegsberichterstatter, wie die Bolschewisten in einem Dorfe nahe der Grenze gehaust haben. Uhi Holz zu schaffen, hatten die Bol-sche'wisteti nahezu zwanzig .Wohnhäuser sowie' zahlreiche sonstige Gebäude 'abgerissen.' Die Häuser starrten natürlich vom Schmutz, alle Fenster waren entzwei, die Innenwände eingebrochen. Die Kirche diente einem sowjetischen Bataillon als Verpflegungsamt. Tn die Altarwand waren einige Löcher eingerissen worden, durch die das Essen ausgegeben wurde, und in der Kirche selbst standen zwanzig Eßtische. Auch hier war der Schmutz unbeschreiblich. Die beiden Friedhöfe befanden sich in einem furchtbaren Zustande. Die Zäune waren niedergerissen, die Kreuze umgestoßen und die Steine für Feldbefestigungen weggeschleppt worden. Der ganze ehemalige Friedhofsplatz bot das Bild denkbar größter Verwüstung. Das Ehrenmal der Gefallenen von 1918 hatten die Bolschewisten als Zielscheibe benützt. Der Pfarrliof war niedergebrannt. „Der beste Feldherr der Sowlet-nnion" Verwirrte Ausverkaulsbrbeeren der »Prawda« -lür Stalin Berlin. 21. Juli. Die Ernennung Stalins zum Volkskommissar für Verteidigung, die in der ganzen Welt als ein neuer Verzweif-lunfisschritt der sow:}etischen Machthaber bewertet wird, entlockt in komischem Ko'ntrast der Moskauer »-Frawda« hyste. rische Schreie des Enthusiasmus, die in folgende Sätze münden: »Neue Kräfte und neuer Mut sind in dem Herzen der Sowjetarmee, entfacht. Jetzt, da der Feind sich mit aller Kraft auf die Sowjetunion gestürzt, hat man den besten Feld-herm der Sowjetunion, Stalin, an die Spitze der Sowjetarmee gestellt. Unter der Führung Stalins werden unsere Soldaten umso vollständiger den Feind schlagen" und neuen Ruhm heimbringen.« Die Juden der »Prawda«. die hier in verz'^eifelter Stimmung überraschende Lorbeeren im Ausverkauf .verteilen, haben sich ein wenig im Wortschatz vergriffen. Sie njeinten wahrscheinlich gar-nicht, daß man den besten Feldherrn, sondern den besten »Feldherrnmörder« der Sowjetunion an die Spitze der Armee gestellt habe. Feldherrnfähigkeiten hat der feige Mordbube Stalin niemals besessen, aber in zahllosen Schau- und anderen Prozessen ist es ihm bestens gelungen, unzählige Militärs in.leitenden Stellen auszurotten, die ihm jetzt bitter fehlen. Reine Atempause für England Als die Kämpfe im Osten ausbrachen, erschienen in der plutokratischen Presse Stimmen, daß jetzt, da Deutschland an der Ostfront beschäftigt sei, auch eine Erleichterung im Handelskreis gegen die englische Versorgungsschiffahrt und ein Absinken der hohen Versenkungsziffern eintreten würde. Sie haben sich getäuscht. Zwar hat die britische Admiralität immer nur die Hälfte der tatsächlichen Versenkungsziffern zugegeben, aber die Ziffern der deutschen Wehrmachtberichte sind außerhalb Englands als die zuverlässigeren anerkannt worden. Selbst in amerikanischen Schiff-fahrtskreisen nimmt man an, daß die tatsächliche Versenkungsziffer 75% höher liegt, als in den englischen Veröffentlichungen zugegeben wird. Am 22. Juni haben die Kämpfe im Osten begonnen. Trotzdem ist die Versenkungsziffer von Mai, die sich auf 740.000 brt stellte, im Juni noch um einen ansehnlichen Betrag überschritten worden. Der Gesamtverlust des Feindes an nutzbarem Schiffsraum ist mit der Juniziffer auf 12,43 Millionen brt gestiegen. Das ist schon bald so viel, wie der britischen Versorgungsschiffahrt zu Beginn des Krieges an englisch-eigenem Schiffsraum zur Verfügung stand. Bei Kriegsausbruch verfügte nämlich die britische Handelsflotte über rund 16 Millionen brt, von denen 2,8 Millionen brt für Kriegsdienste von der britischen Admiralität eingezogen wurden. Die gesamte Welttonnage abzüglich der USA-Schiffahrt auf den großen Seen betrug vor Kriegsausbruch etwa 64 bis 65 Millionen brt. Der bisherige Verlust an Handelstonnage beläuft sich demnach auf rund 20% der Welttonnage. Vor dem Kriege waren rund 20 bis 25% der Welttonnage in der britischen Versorgungsschiffahrt tätig. Großbritannien führte nämlich im Jahre 60 bis 70 Millionen Tonnen Güter aller Art ein. Zur Beförderung dieser Gütermenge war weniger Schiffsraum nötig, als jetzt bereits versenkt worden ist. Aller irgendwie in der Welt verfügbare Schiffsraum ist aber heute schon herangezogen worden, um für die britische Versorgungsschiffahrt und für die britischen Kriegs- und Materialtransporte in die Heimat, nach Afrika und im Nahen Osten verwendet zu werden. Man kann sich an den Fingern ausrechnen, daß das Wort Churchills »Wenn wir dieser Gefahr nicht Herr werden, dann trifft sie eines Tages mitten ins Leben unseres Staates!« bei Aufrechterhaltung der jetzigen Versenkungsziffer eines Tages in Erfüllung gehen muß. Die Reden, die von den Kriegshetzern zu beiden Seiten des Ozeans in den letzten Tagen gehalten worden sind, bieten hierfür die besten Beweise. Der erste Lord der Admiralität, Alexander, hat die britische Bevölkerung wieder recht eindringlich ermahnt, sich in jeder Weise einzuschränken, da die nächste Zeit keinerlei Entlastung in der Versorgung bringen würde. Er gestand, daß auch nicht die geringste Aussicht bestehe, auch nur einigermaßen durch Neubauten einen Ersatz für den versenkten Schiffsraum zu schaffen. Großbritannien habe heute weniger Schiffswerften zur Verfügung als im Weltkriege, und vor allen Dingen erheblich weniger Werftpersonal. Im Weltkrieg stellte sich die Kapazität der englischen Werften auf etwa 1,5 Millionen brt. Im Jahre 1938 waf die Leistung auf rund 1 Million brt zurückgegangen. Inzwischen ist die Loistung der englischen Werften ohne Zweifd weiter erheblich gesunken, wozu nicht .4ummer 175 ^Marßuriper Zelfujig« 22. JuH 1941 Softe) (Scherl-nildcrdienst-M.) Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwerten und Brillanten Das ist die höchste Tapierkeitsauszeich-nung, die jetzt vom Führer und Obersten Befehlshaber dem erfolgreichen Jagdflieger Oberstleutnant Mölders anläßlich seines 101, Abschusses verliehen worden ist. . -L_ zum geringsten Teil die fortgesetzten Angriffe der deutschen Luftwaffe beigetragen haben. Lord Alexander wies weiter darauf hin, daß im Handelskrieg gegen die britische Versorguiigsschiffahrt zur Zeit ein mehrfaches des Schiffsraumes versenkt werde, der von den Werften Lnglahds und Amerikas zusammen gebaut werden könnte. Angesichts dieser Äußerung ist es verständlich, daß in der Presse auf beiden Seiten des Ozeans fortgesetzt Betrachtungen darüber angestellt werden, üb der britischen Versorgungsschiffahrt durch die Bereitstellung von Schiffsneubauten geholfen werden könne. Solche Betrachtungen befinden sich zum Teil in »The Christian Science Monitor«, in dem ausgeführt wird, daß die zur Zeit in Amerika in Bau befindlichen schnellen Schiffe in der Hauptsache für den Fernen Osten und Südafrika vorgesehen sind, von wo die Engländer ihre Schiffahrtslinien zurückziehen müßten. Die Schlff-fahrtslinien über den Stillen Ozean sind aber für die USA unentbehrlich, weil sich liier die Zufahrtstraßen für Rohstoffe befinden, in denen die. USA nicht autark sind. Das Maritime-Commission-Pro-gramm sehe 100 neue Schiffe im Jahre vor. Außerdem sei ein Programm von 200 »Häßlichen Entlein Schiffen« aufgestellt worden. »Aber diese Programme gelten mehr für die Zukunft, als für die Gegenwart«, so heißt es in der Darlegung weiter. Die britische Versorgungsschiffahrt braucht aber keine Zukunftshilfe, sondern Gegenwartshilfe, wenn sie den Plutokra-ten den Sieg retten soll. Die Versenkungsziffern der deutschen Wehrmachtberichte sind ohne Zweifel absolut stichhaltig. Sie sind eher zu niedrig, als zu hoch, da nur die als sicher versenkten Schiffe gezählt werden. Zahlreiche der von Bomben und Torpedos getroffenen Schiffe finden aber noch den Weg zu den Fischen des Ozeans, ohne daß es von den U-Booten, Kampfflugzeugen und der Luftaufklärung festgestellt werden kann. Dazu kommen ausschließlich die durch Minenunternehmungen in Verlust geratenen Schiffe. Endlich sind auch diejenigen Schiffe als Verlust zu buchen, die zwar noch einen britischen Hafen erreichen, aber eine Wiederausfahrt für absehbare Zeit infolge der schweren Beschädigungen nicht antreten können, im Seekrieg gegen England hat sich demnach nichts geändert. Der Krieg gegen die britische Versorgungsschiffahrt geht auch während der Kämpfe im Osten mit 'ier gleichen Schärfe weiter. Hanns ülebsattel Britenkreazer schwer gelrollen Der Torpedoans;riff italienischer Flugzeuge auf ein englisches Kriegsschiff R 0 m, 21. Juli. Zu aiMii erfolgreichen Angriff i'talicni. Torpedoflugzeuge auf einen britischen lfl.(>00_Tonncn-Kronzer meldet ein Sondcrhorichtorsiatter des italienischen RnmUiinivS noch folgende Einzelheiten: Im L.'uiic (ics Sonnabends nachmittags trafen zwei Torpctlofkigzeugc während eines Erlviinuungsllugcs vor Tobruk längs dfr nordaiviknnisciicn KOste auf einen Icich_ tcn und einen schweren englischen Kreuzer. Bei dem Angriff wurde der 10.000-Toniicn.KrfMizer durch einen Torpedo ge. troffen, der einen Brand am Heck des Kreuzers ausWWtc. Das Kriegsschiff stoppte linraufhin die Fahrt und zeigte Schlagseite. Zehn Bunker in zwei Stunden geknacict Mastarbah dar Pak und Faldartillaria — Unser« Inlawuritlaw and triaban dia Bolschawittan zu Paaran rd., Im Osten, 21. Juli. PK. Im Räume rund um Z., dort wo der Slucz die wolhynische Landschaft gegen die Ukraine abtrennt, haben sich die Bol-schewiisten auf einer viele Kilometer langen Bunkerlinie, der verlängerten Stalin-Linie, festgesetzt. Das Gelände bietet durchwegs ausgezeichnete Verteidigungs-möglidikeiten. Kaum gibt es .einen Quadratmeter, der — sei es frontal oder von der Flanke her — nicht im Schußbereich der feindlichen MG läge. Die Werke, in Beton ausgeführt, haben zum Teil einen recht stattlichen Umfang, bis zu 40 Mann scheinen zuweilen in ihnen zu stecken. In Abständen von 200 bis 300 ni sind die mehrschartigen graubraunen Klötze in den nach Westen sanft abfallenden Hang der Höhe 306 eingebettet, gegen Fern, sieht hervorragend gut getarnt durch aufgesetzte Hauskulisseji nach der landesüblichen Bauart; Bretterwände mit Strohdächern,. Ihnen vorgelagert ausgebaute Feldstellungen, die dem Verteidiger eben, falls vorzüglichen Schutz bieten. Angriff; morgen 16 Uhr! In den Abendstunden ist Oberleutnant W., Führer einer Radfahrschwadron, mit kühnem Wagemut bis in die feindliche Bunkerlinie vorgedrungen. Mit wertvollen Erkundungsergebnissen • kehrt er zurück; sie dienen dem Dtvisionsatab zur gäiauen Vorbereitung des Angriffs, dessen Beginn auf den folgenden Nachmittag 16,00 ühr festgesetzt wird. Die Stunde rückt heran. Zwischen E4i, zabet und Aleksandrewka geht ein Infanteriebataillon in Bereitstellung, 3 km vor den vordersten Bunkern. Punkt 16 Uhr setzt unsere FeldartiHerje mit vorbereitendem Feuer ein. Ihfe Schüsse liegen außerordentlich gut im Ziel, bald gehen die ersten Hauskulissep in Flammen auf. Unterdessen dringt die Infanterie durch Sumpf- und WiesengeVände, gedeckt nur durch spärliches Buschwerk, bis an-den Fuß der Anhöhen vor. Hundert Meter vor ihr zwei Pionierstoßtrupps, ausgerü'stet mit je einem leichten Flammenwerfer. Alle Werke planmäßig niedergehalten Immer noch schießt die Artillerie, eine Batterie ist weit nach vorn gezogen wer. den, sie nimmt jetzt, ebenso die rasch herbeigeführte Pak, die Bunkcr unter di. rekten Beschuß. Hier und da werden die Feuertjrände abgelöst von 50 und' 100 m hoch steigenden, pechschwarzen dichtgeballten Rauchwolken: Volltreffer in Moni, tionskammern! Alle Werke werden planmäßig niedergehalten, in längeren Ab- stäQdea nur hört man noch feindliche MG-Oarben divchs Qelände knattern. Da sind aber auch schon unser« Pioniere an die letzten WWerstandsncster heran und geben ihnen mit thfcn Flammenwerfern den Re»t. hl.knapp zwei Stunden sind 10 Bunker genommen. Der Feind, soweit er nicht das Opfer unserer Waffen 'wurde, hat das "Werte gesucht, hait fluchtartig eine Stel. lung verlassen, asis der heraus er dem ungestütnen Vordringen unserer Truppen wenigstens für emtge Tage Widerstand entg^genmsetzen beabsichtigte. Infanterie den Plöchtenden dicht auf den Fersen Im übrigen aber waren die eigenen Verluste diesmal über Erwarten gering. Der einleitende Feuerüberfall der Artillerie und das spätere vorbikHiche,Zusammenwirken aller Waffen hatte den Gegner offenbar in einer solchen Weise überrascht, daß er seine Rettung nur noch in eiliger Flucht erblickte. Dicht auf Am Abend kam ein deutscher Spähtrupp in den Ort, den die Bolschewiken bereits geräumt hatten, um seine Feind-besetzung zu erkunden. Als die Ukrainer die deutschen Uniformen sahen, war ihre Freude groß und die kleine, die dreijährige. lief den Soldaten entgegen, um ihnen Blümchen aus dem Garten in die Hand zu drücken. Es war eben das gleiche Bild, das wir in Hunderten von ukraipischcn Dörfern erlebt haben: Fraifen und Kinder kommen mit Blumen 5K)wie mit Buttermilch, Eiern und Brot, üni die Befreier zu begrüßen. Auch die anderen Kinder des Bauern standen am Straßenrand mit einer Milchsatte und die Landser hatten ihre Freude an den beiden aufgeweckten Buben und den lustigen kleinen Mädchen, die sich immer wieder hinter dem Rock der Mutter versteckten. Mit der Feststellung, daß der Ort feindfrei, wohl aber Wald und Anhöhen besetzt seien, war die'Aufgabe des Spähtrupps beendet. Er gitig zu seiner Einheit zurück. In der Nacht kam in das Dorf ein Trupp Bolschewiken unter Führung eines Kommissars, die schreckliche Rache an den Dorfbewohnern nahmen. Beim Hau^e des Bauern T. begannen sie ihr Mordwerk. Ins Haus hinein trauten sie sicli nicht, sondern ließen den Vater herausrufen und schössen ihn in der Einfahrt zum Hof nieder. Das kleinste Mädchen, der Lleblhig des Bauern, Uef schreiend zum blutend daliegenden Vater und winde von einem der BolschewHceii mit einem Schlag auf die Schienbeine gelähmt und dann, als es zur nachstürzenden Mutter zurttckkriechen wollte, mit dem Bajonett erstochen. Welter kann die Nachbarin nicht erzählen. Sie ist dann von panischem Schrecken erfaßt aus ihrem Hause ge-flohen und hat die Nacht im Sumpf verbracht. Wo ihre Angehörigen sind, kann sie nicht sagen. Wir finden sie erst .später mit einer großen Anzahl anderer r>or{bewohner erschlagen in einem nahen Gehölz. In einem anderen Gehöft liegt eine ebenfalls bestiaisch ermordete Familie von vierzehn Köpfen. geht es weiter durch das ganze Don. Uber hundert Menschen, Erwachsene und Kinder, sind der Mordwut der ^1-schewiken zum Opfer gefallen. Auch ihr Blut wird vor aller Welt die Sowjets anklagen als Pest der .Menschheit, deren Ausrottung ein Gebot für jede Kultur nation bedeutet. Kriegsberichter E, Bissinger (PK) Filmische SiegessiversicM Rundhinkansprache des finnischen Reichstagspräsidenten Helsinki. Jl. Juli. Der Präsident des finnischen Reichstages Hakela hielt am Sonntag im Rundfunk eine Rede über die Kriegslage, in der er u. a. ausführte. daU der gegenwärtige Krieg für Finnland eine unmii-lelbare Fortsetzung des»^ vorigen Krieges bedeute, der für das finnische \'olk ein wahrhaftes Fegeituer brachte. Im Gegensatz zu damals stehe Finnland diesmal nicht allein da und es bestehe die Gewißheit, daß Finnland seine gerechte Sache zum endgültigen Siege führen werde. Von Rußland war Finnland immer mit dem Untergang bedroht. Es gelte jetzt, eine solche Grenze zu schaffen, welche die Sicherheit Finnlands gewährleiste. damit die Opfer frülierer Generationen sich nicht wiederholen. Das finnische Volk wolle lediglich über den ihm gebührenden Lebensrauni verfügen und das finnische Volk in Ostkarcjicn von seiner langen Sklaverei befreien. Daher müsse die gegenwärtige Generation das Erbe der Väter nicht nur gut verwalten, sondern auf seinen gebührenden Stand bringen und es gesichert den folgenden Geschlechtern übergeben PK-Brccht-Wcltbild (M ) Der deutsche Soldat kennt keine Hindernisse Auch diese Briickensprcngiing auf der Vornuirschstraftr bei Lopel konnte den Sicßeszu;; der deutschen Soldaten nicht aufhalten. Schnell wurde von unseren Pionieren eine Nni-brücke als Ersatz gebaut. Irakische Soldaten sprengen von tng-ländem besetzte Brücke Istanbul, il. Juli, Aus dem Irak erfährt man, daß irakische Soldaten eine wichtige, von den Engländern l>esetrte Brücke im Süden von Bagdad in die Luft gesprengt hibea. Seite >MarImr2er Zeitunjic 22. Juli 1941 Nummer 175 VOLK und KULTUR iHiiiiiiiiiiiiHiriiniiiiiiiiiitnHniittiMiiniiiiiiiifiiiiiiiiiiiiMiiHMiiiiiHiiiiiiniHiimiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiKHiiNHiiiiiiiiiHiiiiiiiiniiiiiiiiiniiiiii Das GesteM der kimnigeii deitschen Stadt Nicht Wohnapparatur, sondern Heimat Unter den großen Planungen, die das Keich unmittelbar nach dem Kriege in Angriff nehmen und verwirklichen wird, nimmt der Städtebau nach Größe der Aufgabe und' Urnfang der Arbeit eine be-•sondere Stellung ein. Diese Feststellung gilt nicht nur für den deutschen Osten, wo OS notwendig sein wird, ganze Städte gleichsam »umzupflügen«, sondern auch lür die meisten Gaue des Altreichs, c'er Ostmark und des Sudetenlandes, und auch hier nicht etwa nur da, wo im Zuge großer industrieller Projekte die notwendigen Lebensmöglichkeiten geschaffen werden müssen, sondern fast überall: denn der Wohnungsbedarf zumal der Großstädte ist aerart gewaltig, daß neue Stadtteile geradezu aus dem Boden schicßen werden. Die Vergangenheit, vor allem die Zeit zwischen 1871 und der Jahrhundertwende, die für das heutige Bild zahlreicher deutscher Städte verantwortlich ist, hat gelehrt, welche Gefahren sich ergeben, wenn eine Entwicklung ungesteuert sich selbst überlassen bleibt: die jahrzehntelang aufgestaute Baulust, die Notwendigkeit einer möglichst schnellen Erstellung imd das Fehlen einer allgemeinen »Bau-vorstellung« hatten damals eine architek. tonische Verwilderung zur Folge, die in der Welt ohne Beispiel ist und bis heute innerlich noch nicht überwunden ist. Eine zweite solche »Gründerzeit« des Bauens würde auch der nahen Zukunft wieder den Stempel der Willkür, der Einförmigkeit und des hemmungslosen »Drauflos, bnuens« aufdrücken, wenn nicht beizeiten die grundsätzlichen Forderungen des kommenden Städtebaues geklärt und dementsprechende Vorbereitungen ge. troffen würden. In diesem Stadium der unmittelbaren Vorbereitungen befinden wir uns heute. Worauf es dabei ankommt, ist von den verantwortlichen Stellen wiederholt in aller Klarheit ausgesprochen; es geht nicht allein darum, Häuser und Straßen zu bauen mit allem notwendigen Zugehör, sondern dem Leben des Volkes überhaupt einen neuen und nntürlicheren Rahinen zu schaffen. Der heutige Bnumeister hat nicht die Aufgabe, Häuser zu bauen, in sein persönliches Ich sich individualistisch auslebt; was man von ihm verlangt, wenn ninn ihn größeren Aufgaben gegenüber, stellt, ist etwas ganz nnderes; er soll der Uraufgabc des städtischen Leben«; über, liaupt gerecht wera'en, also ein Gebilde schaffen, das einerseits allen Tätigkeitsbereichen der Stadt — von der Arbeit bis zur Politik und Kultur — den notwendigen sachlichen Apparat zur Verfügung stellt, andererseits aber die Beziehungen ■/u einem einfachen und natürlichen Leben nicht zerstört. Alle modernen Großstädte stellen erstaunliche Organisationslel-stunpen dar, echtc und gesunde T.ebens-iMöglichkeiten nbn- haben sie nicht zu erhalten vermocht. Hier Wandel zu schaffen, die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen und neuen Schäden vorzubeugen, ist die erste Aufgal)e des heutigen Baumeisters, seine Tätigkeit also nicht nur eine architektonische, sondern auch eine verkehrstechnische, sozialpolitische und hygienische. Von diesem Aspekt aus hat o)as Bild der kommenden Stadt schon längst Gestalt angenommen. Sie wird außerhalb der großen Verkehrsadern liegen, weder von der Autobahn noch der Eisenbahn stark berührt. Der große Überland'sver-kehr wird an ihr vorbeifließen, ohne, wie es heute fast überall der Fall ist, störend in ihre Funktionen einzugreifen. Bahnhöfe, vor allem Güterbahnhöfe, liegen an der Peripherie, leicht erreichbar zwar, doch »draußen«. Die noch bleibenden großen Verkehrstraßen führen in breiten Strängen durch die Geschäfts, und Fabriksbezirke der Stadt. Wohngegenden aber werden von ihnen nicht berührt. Diese sind lediglich auf Straßen zweiter Ordnung und auf Fußwegen zu erreichen. Die Stadt gliedert sich klar in Industrie-, Geschäfts- und Wohnviertel. Die einzelnen Wohnviertel selbst führen ein möglichst selbständiges Leben. Jedts Viertel hat also seine eigenen Schulen, Wirtschaftseinrichtungen, VerwaHungs- körper. Ausgedehnte Grünflächen und Parkanlagen bezeichnen die »Grenzen« zwischen den einzelnen Stadtteilen. Ausgesprochene Villenviertel gibt es nicht mehr. Jeder Teil der Stadt besteht aus einer gesunden Mischung von großen Miethäuern in Blockbauforni, Ein. und Zweifamilienhäusern und Wirtschaftssied-lersteHen. Ihr Inneres entspricht allen An-fordenmgen neuzeitlicher Hygiene, auf große, lichtgefüllte Wohnräume, Badezimmer und Duschanlagen wird in keinem Falle verzichtet. Klare Linien, einfache Formen bestimmen den äußeren Ausdruck — sie erwachsen mit innerer Notwendigkeit aus der Natur dieses Bauens, das zunächst an den Zweck, erst dann an die Gestalt denkt. Rechter Winkel und gerade Linien bestimmen daher auch d'en Oesamteindruck dieser neuen Stadt, die sich mutig zu dem Oesetz der Sachlichkeit bekennt und auf »künstliche UnkUnsitUchkeiten« keinerlei Wert Jefl^t. ^ Diese einzelnen Stadtteile werden durch ein feinädriges Netz von Straßen und'Ver. kehrsmöglichkeiten zu dem Oesamtorganismus der kommenden Stadt zusammengefaßt. Diese Stadt wird, wie das mlttcL alterliche Gemeinwesen, einen zentralen Mittelpunkt haben, um d'en sich die Bauten des Staates, der Partei und der Behörden sinnvoll lagern. Ebenso wird? sie über einen repräsentativen Aufmarschplan verfügen, auf dem an den großen Festtagen des Staates die Einwohnerschaft ge. schlössen in Erscheinung treten kann. So Hegt das Bild der kommenden Stadt in ihren großen Zügen bereits heute fer. tig. Ausbau- und Neubaupläne sind durchweg bereits bis auf 'den letzten Strich volL endet. Nach ihnen wird die gesamte Bau. (ätigkeit der Zukunft in feste, vorgezeichnete Bahnen gelenkt. Die Stadt wird dann wieder werden, was sie einstmals war und immer sein sollte: nicht mehr Wohn-und Afbeitsapparatur, sondern Heimat. + Die Arbeit der SalztNirgfr Relchs-hocfasclntle lUr Muftlk. Die Salzburger Rcichshochschule für Musik »Mozarteum« hat in ihrem zweiten Schuljahr eine recht günstige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Die Zahl der Schüler be-Hef sk;h auf 1325 gegenüber 1100 im ersten Schuliahr. Zur Durchführung gelangten im Schuljahr 1940/41 11 Lehr-, 5 Orchester-, 2 Chorkonzerte sowie eine Opernauffühnnig. Das neue Schuljahr dürfte eine weitere AufwärtsentwicklunK zeigen. + Das detitich-8|Nuil8che Muiikfett m Bad Elster. Die panischen Zeitungen berichten mit großem Interesse Uber das deutsch-spanische Muslkfest in Bad Elster, dessen Plan anläßlich der Konzertreise der Berliner Philharmoniker in Spanien abgesprochen wurde. Die Zeitungen erinnern Jetzt an diesen Besuch und heben hervor, daß Cubiles und Saenz de la Maza zu den besten zeitgenössischen Musikern in Spanien gehören. »Arrlba« schreibt, die deutsch-spanische Oemelnschaftsver-anstaltung in Bad Elster, sei ehi Ausdruck des immer enger werdenden kulturellen Austausches, der einem Bedürfnis der beiden Völker entspringe. asoMiguil KANARISCHE I fk/m 300 Ii o no FILM Portugal und die Azoren weitbiid-oiiete (m.) Nachdem Präsident Roosevelt die Azoren als »Vorposten der Neuen Welt« bezeichnete, hat Portugal zum Schutze dieser wichtigen Inselgruppe im Atlantischen Ozean eine Reihe von militärischen Maßnahmen ergriffen. Die Einbeziehung des portugiesischen Kolonialbesitzes in die amerikanische Einflußsphäre hat Portugal mit der Verschiffung zahlreicher Truppen nach seinen atlantischen Inseln beantwortet. Die Azoren, 2393 Quadratkilometer groß mit 235.000 Einwohnern, sind nicht Kolonie, sondern Provinz des Mutterlandes, ebenso wie das 815 Quadratkilometer große Madeira mit seinen 180.000 Einwohnern. Die seit 1445 von Portugiesen besiedelten Azoren waren während des Weltkrieges Flottenstützpunkt der Vereinigten Staaten. Internationale Filmkammar Erste Arbtttasltziiiig m B«rlln Die auf Einladung der Reiobsfüntkam-mer erschienenen Delegationen der Kon-tinentahnachte Europas haben bei der ersten Arbettstagung, die im Anschluß an die reipräsentatlve Eröffnung der Tagung d«r Internationalen Fthnkammer stattfand, beschlossen, daß sie sich als be-sohluBfähige QeneraLversammhmg der Im Jahre 1935 anläBHch des Intematio* nalen Filmkoiigresses in Berlin gegründeten Intemaiiona>len Pilmkanuner betrachteten. Damit sittd alle Beschlüsse, die in den folgenden Siitzungen gefaßt weisen, verbindl'ich. Es behielten damit alle Länder, die bisher Mitglieder der IntemattonaJ^ Film-kammer waren, weHcrhhi ihren Sitz. Neu hinzutraten auf fliren Antrag folgende Länder: Die Skywaikel, Kroatien, Ungarn, das 1939 ausgetreten war, Rumänien, Holland, Bulgarien und die Türkei. Portugal, dessen Delegation noch nicht eingetroffen war, wird der FfTC ebenfalls beitreten. Hatmtaufgaben der Arbeitstagung sind die B^stelhmg eines Präsidenten der Internationalen Fibnkamnier (der letzte Präs-ident hat 1939 sein Amt niedergelegt) und des OeneralseikretaTiats, die Festsetzung des Sitzes der IFK, der Mitgliedsbeiträge, der Kassenr^visioren, eines Schiedsgerichts und die Errichtung eines statistischen Büros. Weiterhin werden die Satzungen der lntematk>na-len Filmkammer neu aufgesteHt werden. Die schwarzei Pterde Roman von Tarial Vataat (50. Fortsetzung) Die Leute rechnen eine bequeme Tag-leise bis zu den ersten Höfen jenseits des ncbirge^s. Mabb und Lisle haben noch viel weiter, aber heute ist also das Gebirge an der Reihe. "»Schnell, schnell!« »Jetzt friere ich wieder«, sagt Mabb. Lislc friert selbst. Der Wind saugt ihnen die Körperwärme aus. Sie denkt jetzt, wenn ich nur den schweren Fahrpelz von Ambros mit hätte. Aber sie hat keinen Pelz. Ambros hat ihr nie einen gekauft, Viv hat einen bekommen, ihre Dberkleider sind nicht auf eine Fahrt übers Gebirge eingerichtet. Sie kriecht, so gut es geht, unter da« Fell und hält Mabb fcbt im Arm. Die leise Wärme von einem /um andern ist so köstlich wie kaum ctv.'ab. Jetzt frierst du nicht mehr?« vbocli, ich friere.« Der Wind fetzt durch die Kleider, mögen es auch noch so viele sein. Er wird i Iii Hier eisiger, je höher sie kommen. Kk ine Flocken schlagen einem ins Gesicht, l.isk' überlegt,'was sie tun soll, Mabb in ihrem Arm lugt heraus wie ein kleiner \'i)gcl. Und das Pfird gehl weiter, IJsk' rührt den Zügel nicht, C5> geht, wie es will, treu, geht und geht, bleibt ein klein wenig stehen, und geht weiter. Da fällt ein Vorhang oder eine Wolke vom Himmel, ohne Warnung, jetzt sieht man die Bergspitzen nicht mehr, und die Wegschar ist verschwunden, die schiefen Wegposten brechen im Gewölke der Flocken ab, nur die allernächsten weisen noch. Und nun kommt der Sturm. Er singt da oben in den Bergwänden. Das Gebirge ist nicht für alle — singt er. Mabb weint in ihre Kleider heinein. »Du darfst nicht weinen, Mabb!« »Du fürchtest dich auch, ja«, heult Mabb. :>Ssst, hör doch auf, du machst das Pferd scheu!« Sie kann diesen Laut jetzt nicht hören, wo die Angst ihre Klauen zeigt. Mab verstummt, wegen dem Pferd. Lisle lugt unter dem Fell hervor, es ist just eine Sturmpause, sie sieht, wie das Pferd keucht und arbeitet, Uber und über in Schweiß gebadet; wie es den Weg sucht, und da hat sie es gerne. Da plötzlich kommt etwas Feuerrotes daher, der Sturm ist wieder da. Mabb schreit. »-Das ist nur der Wind, Mabb. Nur der Wind.« Mabb klappert mit den Zähnen. »Will heim, Mutter, du kannst allein zu deiner Mutter fahren —« Die Mutter beruhigt Mabb unter dem Fell, reißt ihre Mäntel auf und auch Mabbs Kleider, dann öffnet sie noch wei-ler, bis ganz hinein auf die nackte Brust, und bettet Mabb zurecht, sucht die Kleider um sie beide schützend zu legen, was ihr auch zum Teil gelingt, beugt sich über Mabb. Und Mabb ist stHl, sie liegt ni't dem Gesicht an der warmen Brust. So liegen sie unter dem Fell, aber Lisle fühlt, wie ihre eigene Wärme nachläßt; es war wohl dumm, was sie getan hatte, nein! es war nicht dumm, Mabb ist doch still. Mabbs Gesicht, das eben noch wie Eis war, taut' an dieser guten Stätte auf. Draußen ist das Unwetter und das Pferd. Die Hausfrau? Förnes erwacht und fragt nach ihr. Inger steht auf, wartet. Viv steht auf. Sie warten auf die Hausfrau, und sie kommt nicht. Viv geht schließlich nach oben. Ambros schläft wie ein Stock. Lisle und Mabb sind fort. Viv wirft sich auf den Vater. Er flucht im Schlaf, schlägt um sich, wacht aber dann endlich auf. s^Was hast du getan!« Sie zeigt auf die leeren Betten. »Hast du sie gestern hinausgejagt?« Er versteht nicht! Sucht sich zu erinnern. »Sie haben hier gelegen, wie ich heraufkam.« Da fällt ihm ein, was gestern bei seiner Heimkehr geschehen ist — er wird hellwach und ängstigt sich. »Sind sie fort! Nein, sie hat nicht hier gelegen.« Viv stürmt wieder hinaus und sucht. Ambros zieht sich in fliegender Hast an. Leiv kommt angehetzt, imd Kjell kommt. Viv packt Kjell, er sieht so sonderbar i:us. »Weißt du etwas, Kjell, wo sie sind?« »Nein, ich weiß nichts«, antwortet Kjell mit halber Sthnme. »Ich sehe es dir an, daß du etwas weißt.« Er reißt sich los und will fort mit seiner neuen Last. Aber seine Schwester gibt acht, fängt ihn ein, und da schreit es Kjell hinaus: »An allem ist die Mutter schuld! An dem Auge und an aHem!« Dann klappt er zusammen. Viv läßt ihn los und läuft weg. Das ganze Haus ist lebendig und auf der Suche. Sie wundern sich alle ein wenig, daß Ambros es so ernst nimmt. Leiv kommt und meldet, daß ein Pferd und Schlitten fehlen. Draußen pdtscht der Wind, sie nehmen eine Laterne und suchen herauszufinden, weiche Richtung? der Schlitten eingeschlagen hat, der Schnee hat alles verweht, aber es muß doch hier gewesen sein. Viv und Leiv fragen sich nicht, was das heißen soll, auch Inger nicht, sie schweigen Ambros an, und er weiß, was sie wissen, und herrscht: »Macht Sankerib fertig!« Eilt wieder hinein, stolpert über Kjell. »Ja, ja, ja, schon gut, Kjell, hab' keine Zeit!« Würgt rasch einen Bissen l^en hinunter, macht sich reisefertig. Kjells Augen folgen ihm von einer Ecke aus. »Wieso ist denn die Mutter schuld?« »Sei doch still, Kjell.« Nummtr 173 »Marburwr Zeituiijr« 22. Juli 1941 Seite 5 AUS STADT UND LAND Bürgermeisterbesprechungen im Landicreis Marburg Die weitverzweigten Auigaben der Gemeindeverwaltung Iii der ersten Hälfte des Monats .luli hatte der Politische Kommissar des Landkreises Marburc. SA-Sturmbaiinfiih-rer T ö s c Ii c r. sämtliche Amtsbürgcr-meister des Kreises zu Dienstbcs.pre-chungen nach Marburg, Qonobitz, Win meister für Nutzhunde (Wachhunde) auf schriftlichen Antrat: eine EnnäßlKunji auf die Hälfte s:ewährt werden kann. Als Steuersatz für die Qetrankesteuer seien allgemein 10% vereinbart worden. Nachmittags sprach der Leiter des disch-Feistritz. Mahrenbcrg und Win-i Wirtsciiaftsamtes. Pg. Dr. Cecrcn, dischKraz zusammengerufen. ' über die Versorgung der BevölkcrutiÄ Der iPolitischc Kommissar und der Dezernent für (Jemeindefragen, Rck. Rat Pg. Dr. H a s 1 e r, verwies in einleitenden Worten auf die verantwortungsvolle Die anschließenden Ausführungen des Leiters des ftrnährungsamtes Abt. A, Pg. D u n k 1. rundeten die Besprechungen über die durch den Krieg bedingte Bewirtschaftung der Bedürfnisse des täglichen Lebens ab. Pg. Dunkl ging besonders auf die erlassenen Vorschriften für die Selbstversorger ein. Pr betonte immer wieder die besondere Vcrantwor-tiniR des Bürgermeisters auf dein Gebiet der Crnährungswirtscliaft bei der Ausgabe der Lebensmittelkarten, die neben einem groUen Taktgefühl und Ver-antwortungsbewulitscin ein feines PiTi-gcrspitzengefiilil des Bürgermeisters voraussetze mit Spinnstoff- und Schuhwaren. Gerade auf diesem Gebiet hätten die Bürgermeister mit großem Taktgefühl den; -....................manchmal verständlichen, im Reichs- Stellung des Bürgermeisters in den Qe-; "iteresse jedoch gegenw'irtig-nicht mttg- Anschluß erfolgte eine allKenieine meinden. Der Bürgermeister wurde alsjli<^hcn Wünschen der einzelnen Volks- Aussprache, in der die Amtsbürgermei- ---------------------o. . --------- —1.----------------------C.V stQr f*'ragen aus ihrem Arbeitsbereich den einzelnen Sachbearbeitern vortragen konnten. Die Aussprache gab den Mitarbeiter des Politischen Kommissars die in der -------;— — Bürgcrmciste. „.o,-------- ------------- Verbindungsmann zwischen Staat und! genossen entgegenzutreten. Fiine verBevölkerung bezeichnet, der in ständi-Utündnisvolle Aufklärung der Bevölke gern Kontakt mit der Bevölkerung stehe - •'ung durch die damit beauftragten Ge- .......- --------------- »— —■ und die größte Verantwortung für die i mcindeorgane sei Voraussetzung, um srhcitc des Politischen Kommissa Entwicklung und das Wohlergehen dcr'iiuch diese als »Kriegserscheinung« zu 1 Möglichkeit, bestehende Zweifel i Oprnoittylon intd iltraf Oa-A ...... r. 1 __________AnfiriKmi .-I.-... ' Gctll O itl Hp Vf* TM'n 1111 tl "■ WptlllPM 711 KVJiiwn UHU uincii j*cinc uesamuiaitung inm-u ucm v^>ririig zeigien. uun das Beispiel eines deutschen Mannes ge- die Amtsbürgermeister und ihre Mitar- Mit einem Sleg-Hei] auf den Führer ben. Mit viel Geduld und viel Liebe liabe I diesem Gebiet besonders i fanden die fruchtbaren Arbeitstagungen er sich den Fragen seiner Rinwohner zui schwere Arbeit zu verrichten haben. ihren Abschluß. widmen, Fragen, die oft klein erscheinen, aber für die Betreffenden manchmal von größter Bedeutung sind. Ijn ^Anschluß an diese Ausführungen Slawisciier HaB scliändete die Begräbnisstätte des grotideutschen Vorltämpi^rs Anastasius Grün hielt Pg, Burger den Amtsbürgermei Stern und ihren Mitarbeitern einen einführenden Vortrag in die deutsche Gemeindeordnung, die ja in absehbarer Zeit auch in der Untersteiermark in Kraft treten wird. Er unterstrich nocli einmal die politi.sche Stellung und Bedeutung des Bürgermeisters und hob seine Rechte und Pflichten hervor. Dej ]et3t rul)t er in öeutfd)er CrÖe... Auf einer kleinen Anhöhe, die bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war und die die weite Ebene gegen Rann beherrscht, liegt, von Blätter- und Nadelwald umgeben, das uralte Schloß Thum am Hart. Es wurde ehemals zum Schutz i\wv,iiiv luiu ncrvoi. ucri..............V , „vi.u.t, Redner ging sodann auf die Stellung des femdhche Emtälle aus dem süd- Kassenverwalters und der übrigen Savctal erbaut. meindebcdiensteten ein und machte zum Schluß eingehende Ausführungen über das Oemeindekassen- und Rechnungswesen. Pg. Stolz, dem die Gemeindeauf-.sicht im Kreise abliegt, machte die Bürgermeister und ihre .Mitarbeiter mit den wesentlichen Bestimmungen der neuen Gemeindesteuern. der Vergüngungs-steuer, Hundesteuer und Getränkesteuer bekannt. Er führte aus, daß die Bürgermeister als die verantwortlichen Gcmein-deleiter für einen Ausgleich des Gemoin-dehaushalts zu sorgen und daher die der Gemeinde zustehenden SteuerqueÜen auszuschöpfen haben. Nachdem den Anwesenden zunächst die technischc Durchführung der Steuerverordiuiiigcn dargelegt worden war, wurden die einzelnen Steuerarten durchgesprochen. Besonderer Wert wurde auf die Hunde- und Getränkesteuer gelegt. Die Hundesteunr werde in ländlichen Gemeinden mit RM \2~ und in Gemeinden mit städtischem Charakter mit RM 16,— festgesetzt. Da- Nicht weit von diesem alten, heute bereits sehr zerfallenen Schloß, steht im verwilderten Park die Begräbnisstätte des großdeutschen Dichters Anastasius Grün, des Grafen Anton Auers-perg. Er wurde einige Tage nach der unglücklichen Schlacht bei Jena und Auerstädt geboren und starb, 70 Jahre alt, auf seinem geliebten Thum am Hart, wo er die größte Zeit seines Lebens verbracht hatte. Anastasius Grün war einer der nationalsten geistvollsten Dichter der Deutschen. In der von Karl dem Großen zwischen Save, Sotla und Ourk gegen Einfälle asiatischer Horden errichteten deutschen Grenzmark wurde er geboren und wuchs in der drangvollen Franzosenzeit zum Jüngling und Manne heran, der seine eigenen politischen Wege »'.ing und unter seinen adeligen Standesgenossen als »Revolutionär« galt. Er verfocht die großdeutsche Reiclisidee aus der Er- teile willen kampflos preisgegeben hatten. Seine großdeutsche Haltung brachte ihn oft in scharfe Gegensätze zum herrschenden Regime Metternichs. Nur die erbliche Mitgliedschaft im österreichischen lierrenhause schützte den freiheit-liclien und mutigen Cirafen vor polizeilichen Verfolgungen und Strafen. Als es im Jahre 1848 schien, die Gründung des Groß'deutschen Reiches werde endlich Wirklichkeit, wurde auch Anastasius Grün als Abgeordneter in das Frankfurter Parlament entsandt. .Mit flammenden Worten vertrat er dort die Rcichsidee und seine derzeit weit vor-auscilendLMr Reden erregten bei seinen Standesgenossen und am Hofe in Wien unliebsames Aufsehen. Trotz aller Warnungen und Mahnungen trat er inniier wieder für die großdeutsche Reichsidee ein und trat somit in immer schärferen Gegensatz zu den herrschenden schwarz-gelben Maclithabern in der unterstciri-schen Heimat. Als dann die Hoffnungen auf das Großdeutsche Reich versunken waren, zog sich der Dichtergraf aus dem politischen Leben zurück. Einsam verbrachte er seine Tage in Thum am Hart. Selir oft weilte er als Gast der Grafen Attems in Rann an der Save. Im dortigen ScliloB- seineni Schmcrz über die verratene Reichsidee Ausdruck: Der ich einst spazieren ginz, raste nun in grünen Lauben. in dem wechselvollen Ring blieb mir eines doch: mein Glauben! Glauben an die Sonncnkraft, die im Menschengciste lodert, Glauben an den Lenz in Haft, der sein Recht des Freien fordert. Glauben an das Vaterland. an das große, deutsche, eine — auf ein geriß'nes Band heute noch manch' Auge weine. Als ürcis erlebte der Dichter noch die Gründung des Zweiten Reiches und dessen lierrlichen Aufstieg, doch unentwegt träumte und sprach er vom einstigen (irolideutschcii Reich, das von der Nordsee bis zur Save rcichen werde. Als im Jahre 1918-19 gegen das Deutschtum der Untersteiermark in grenzenlosem Hali gewütet und alles, was nur irgendwie an deutsche Kulturarbeit erinnerte, z-crstürt wurde, vergriffen sich frcclie r^ubenhäiide aucli am Mausoleum dieses Künders und Rufers der groß-dcutschen Idee. Jetzt ruht aucli er. der einst in Wort und Tat begeistert das Reich aller I")cut-schen verfocht, im sicheren Schutz seiner (irenzen und sein Glaube an die Reichsidee ist wunderbar erfüllt. Edo Paidasch kenntnis heraus, daß die Habsburger die! park entstanden seine schönsten Gc-Reichstradition im Jahre ISOf) schmäh-j dichte, darunter aucit der »Glaube an v,_. U Ii in ----ri uii .ituilV, I > UiVIU*,, UillUIIH;» UULll UCF »».IiaUilC all nei sei zu beachten, daß vom Bürger-i lieh verraten und um persönlicher Vor-1 Deutschland«. In diesem Gediclit gab er Morgenfeier des Kreises ri/iarburn-St^dt Am Sonntag, den 20. Juli fand im Marburger Götzsaal die erste .Morgenfeier der Kreisführiing .Marburp-Stadt des Stci-rischen Heimatbundes statt. Die Oe.sümt-leitunß hatte Pg. F r i s c h e n s c h 1 a -ger inne. FOie musikalische Leitung versah Dr. B u t s c h e r. Die .Morgenfeier stand unter der Losung »Kührun^^ und K.i-meradschaft«. In das 2eitf;eschehcn über-gehend verstand es der Haiiptsprecher, Pß. R ü s s ni a II n , das Selbstbewußtsein der Volksgenossen zu stärken un.l die aus_ der Kameradschaft unversiegbar cmporsteigLMHie Kraft ins wahre Licht zu stellen. Die nuisikalische Untermalung aus Werken von Schuberl, Beethoven, Trisi-henscblager imd Frisch und das Niederländische Dankgebet rundeten tlic Feier zu einem tiefen Erlebnis ab Die Teichwir.Schaft im Cinier Becken Teiche sind stehende Gewässer, uk' man »abschlagen« (willkürlich ablassen) und wieder »spannen« (mii Wasser tüL len) kann. Sie erhalten ihr Wasser Flüssen oder Bächen, die sie durchfließen, oder mit denen sie durch Gräben verbunden sind, oiicr aus Quellen, die m ihrejn Grunde oder am Rande gelegen Sind, oder nur durcli die Witterungsnie. dcrschläge: solche Teiche heißen dann »Himmelsteiche'-.-. Die Fischzucht in Tc-chen, in denen iür die Vermehrung und das Gedeihen der Fische besonders gesorgt ist. nennt man »zahme Fischerei oder Teichwirtschaft. L>ie Teichwirtschaff hat sich i'eit jahrhuntlerten besonders mit 1}ecsetmng. mit tepdg. Von Erich Baetzmann Drei Jahre lang hatte Fräulein Lisbeth •tili und sorglos ihren Dienst als Tele-graphengehilfin auf dem Hauptpostamt Stettin versehen, als das Schicksal plöt/.-hch mit rauhen Händen in ihr Leben griii. Sie wurde nämlich befördert imd gleicli-i'titig zum Schalterdienst an das Pos*-amt in Gollnow versetzt. Fräulein Lisbeth brauchte eine ganze Weile, bis sie sich von ihrem Schrecken erholte und im Reichstelephonbuch nachlesen konnte, daß Gollnow eine Kleinstadt an der Ihna sei und alles in allem dreizehntausend Seelen zählte. Mit diesem betrüblichen Wissen ging sie zum Postdirektor nnd beschwor ihn flehentlich, die Versetzung zurückzunehmen, da sie von den dreizehntausend Seelen auch nicht eme einzige kenne und in Stettin lieber sterben als in Gollnow loben wolle. Aber der Chef war anderer Ansicht. Und übrigens sollte sie nur sehen: binnen kurzem hätte sie sich in Gollnow so gut eingelebt, daß se nicht mehr fortwollte. Fräulein Lisbeth lebte sich jedoch nicht ein, im Gegenteil, am achten Tage ihres (jollnower Aufenthaltes fühlte sie sich unglücklicher und verlassener als am ersten. An diesem achten Tage hatte sie Spät-ilienst m der Telegramm-Annahme und niulitc bis neun Uhr .im Nachtschalter «usharren. der ein'.i(;('n kleinen Lichtin ^cl in der großen Dämmerung des Saa- les. Ihr ganzes junges, schönes Leben'kam ihr auf einmal so leer und fremd und trostlos vor, daß sie den Kopf auf die Anne legte und in ihrer Not zu weinen anfing. Da klopfte es an der Scheibe, Fräulein Lisbeth trocknete schnell die Tränen, setzte notdürftig eine amtliche Miene auf imd öffnete den Schalter. ^\Ach bitte, könnte ich vielleicht eine Briefmarke bekonnnen?« fragte ein junger Herr. T'Der Briefmarkenverkauf ist ab sieben Uhr geschlossen«, antwortete Fräulein Lisbeth und schloß den Schalter. FJne Weile war es still. Dann klopfte j es wieder. | »Entschuldigen Sie," wenn ich nochmall störe, aber gibt es denn kleine andere' Möglichkeit? Es ist nämlich ein Brief nach Stettin, den ich noch gern aufgegeben hätte.« »Nach Stettin?« fragte Fräulein Lisbeth und öffnete den Schalter eine Handbreit weiter, • »vielleicht schicken Sie ihn per. Eilboten, dann d:irf ich ihn annehnien.c 1 »Per Eilboten —?« sagte der junge Mann unentschlossen. »Das Dumme ist nur er geht nämlich an jm Geschäft, i an die Landschaftsbank in Stettin, und ' hat eigentlich gar keine File. Da würde Eilboten vielleicht ein bißchen komisch iiussehen.« ■^An die f.andschaftsbank? Am Parade-'^htz?« »Ja, kennen Sie sie?« »Na, und wicl Ich bin jeden Tag zwei-' I mal daran vortieigegangen. Und außerdem ist etn Vetter von mir dort ang-'-stellt.« »Ach, das ist ja ulkig! Ich bin auch bei der Landschaftsbank angestellt, das heißt — ich leite hier die Zweigstelle in Gollnow. Nun hat mir die Zentrale angeboten, ich könnte nach Stettin kommen. Und damit ich nicht im letzten Augenblick nocn schwach werde, möchte ich den Brief gern aus den Händen haben.« »Wie? Sie wollen nicht nach Stettin?', fragte sie und starrte ihn wie ein Wunder an. »Nein, warum auch? Ich fühle mich in Gollnow doch sehr wohl.« Da schlug es neun Uhr. »Schade, daß ich jetzt r^ienstschluß habe«, rief Fräulein Lisbeth. »Das hätte ich zu gern noch gehört, wie sich ein Mensch nicht nach Stettin versetzen lassen will. Aber — na ja, schließlich muß das ja jeder selber wissen. — Herr, bitte, haben Sie Ihre Marke, damit Sie nicht noch schwach werden.« »Ja, danke, aber — vielleicht haben Sie recht. Vielleicht sollte man es sich doch nochmal überlegen. Ich würde ja sehr gern, wo Sie Stettin so genau ken-' nen und jetzt sowieso dienstfrei sind ich meine, falls Sie nichts anderes vorhaben ...« )^Nein, ich habe nichts vor.« Sie gingen also in ein kleines Gasthaus i und unterhielten sich zwei Stunden lang darüber. Und da das nicht ausreichte, um die Frage nach allen Seiten genügend zu! beleuchten, setzten sie die I3esprechungtn an den nächsten Abenden fort. Bis sie endlich nach acht Tagen das Problem so weit bewältigt hatten, daß Fräulein Lisbeth ein Dienstgespräch mit der Postdi-lektion Stettin anmelden konnte. »Du, Betty«, sagte sie zu der Kollegin auf dem Stettiner Amt, ^denk dir, ich wili in drei Wochen heiraten! — Wie? -• Nein, nicht heim, heiraten habe ich gesagt. — Vielen Dank! _ Na, du wir.'^t ihn ja mal kennenlernen. Wirklich, ein reizender Mensch — und Gollnow ist auch sehr reizend aber gib mir er^t mal schnell den hohen Chef. Nachher sprechen wir dann noch ein paar Wort" miteinander,« Dem Herrn Postdirektor blieb nichts anderes übrig, als sich zu wundern und der jungen Braut von Herzen Glück zu wünschen. Dann sah er sich vor di^^ schwere Aufgabe gestellt, den Posten in Gollnow neu zu besetzen. Aber zu seinem großen Erstaunen ging das leit.hter, als er dachte. Nicht weniger als sieben Damen meldeten sich freiw-iliig. eöc 9Caus im U nt«rlan d ohnp ,Marburger Zeltung" Seite 6 ►Marlmrger ZeUimg« 72. Juli 194t Nimimer 175 der Zucht des Karpfens beschämgt; große und scliöne Anlagen dieser Art bestehen in der Mark, in der Lausitz, In Schlesien und Böhmen., Doch auch in der Gegend von Cillj wurcic einst eine rege Teichwirtschaft betrieben. In den WäWern von Trennenberg und den angrenzenden Teilen von Ponigl und St. Georgen sieht man viele aufgelassene Teiche. Nur ganz wenige stehen noch In Betrieb. An ein Füttern der Fische denkt niemand. Diese Teichanlagen stammen zweifellos aus der Zeit des im Jahre 1872 aufgehobenen Klosters St. Johannistal zu Seitz bei Gono> bitz, der ältesten Karthause Deutschlands, in eieren unmittelbarer Nähe sich auch vier Teiche befanden. Die Herrschaft Reifenstein in der Gemeinde St. Georgen an der Südbahn betrieb noch vor 45 Jahren eine umfangreiche Teichwirtschaft; heute sind die meisten Teiche bis auf zwei kleine aufgelassen. An der alten, von Gonobitz nach Ho-chenegg über einen Bergsattel führenden Straße lag ein ebenfalls aufgelassener Teich, welcher der Herrschaft Windisch-gräti gehörte. Dieser von frischem Quell, wasser reichlich gespeiste Teich wurde vom Großkaufmann Robert Zangger in CilH wieder instand gesetzt und bildet heute eine gut geführte und sehr lei-stungsfähli'ge ForelleTi_Zuch"tanstalt. Die bäuerliche Teichwirtschaft im Cil-licr Becken ist noch äußerst ursprünglich und anfänglich. Jedes dritte, mitunter schon jedes zweite Jahr wird das Wasser zu Beginn der Osterwoche ausgelassen, die ein- und zweisommerigen Fischc werden zur Nachzucht verwendet, die übrigen kommen auf den Markt. Gehalten werden überwiegend Karpfen, wenig Hechte und Schleien. Vor der Kredspest, einer verheerenden, sprunghaft auftretenden Seuche, die zum erstenmal 1861 In der Lombardei auftrat und dann in rascher Folge von 1879 bis 1902 in allen deutschen und österreichischen FItiß- und Seegebieten festgestellt wurde, waren cße Teiche in der Gej^end von Cilli stark von Krebsen bevölkert. Der Versuch, Krebse wieder anzusiedeln, mißlang, weil Freund Astacus, der Krebs, sich nicht im Ttich lüilt, sondern in die Abflußgräben zieht, wo er bald gefangen wird. h. p. Unterhaltungsabend der Wehrmacnt in Cilli Die CiUier Garnisonstruppe veranstaltete vergangenen Donnerstag im »Deutschen Haus« einen Unterhaltungsabend, zu dem die Bevölkerung von Cilli geladen war. Das verstärkte Hausorchester des Cillier Männergesangsvereines eröffnete den Abend. Der Standortälteste Major D e i n h a r d t wies auf die große Bedeutung solcher Abende hin, die die innige Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Bevölkerung zeigen. Die Darbietungen der Künstler wurden mit reichem Beifall bedacht. Besonders Opernsänger Herbert Thöny eroberte sich mit dem »Prinz-Eugenlied« die Herzen der Cillier. Der Abend war ein voller Erfolg. m. Todesfälle. Im Marburger Gaukrankenhaus verschieden am 20. d. die 69-jährige Besitzerin Anna Sicht, am 19. d. M. die 9-jähr. Hilfswachtmeisterstochter Marie Partlitsch und die 33-jährige Fleischersgattin Aloisie W I c h e r, deren Leiche nach St. Georgen an der Stainz überführt wird. m. Sprechtag© des PoHttechen KcMiunis-sars des Landkreises Marburg für die BevöVterufig. Um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Sorgen an maßgebeiider Stelle vorzutra-jreti, hält der Poliftische Kommissar des Landkreises Marburg am 1. tmd 3. Don-erstag jeden Monates in Windisch-F e i s t r i t z , am 2. Donnerstag jeden Monates in Gonobitz und am 4. I>on-nerstag jeden Monates in Mahren-b e r g Sprechtagc für die Bevölkerung der näheren Umgebung dieser Orte ab m. Wehrmannschaftliche Schulung der Amtsträger des Kreises Marburg-Stadt. Am Sonntag, den 20. Juli sind die Amtsträger des Kreises Marburg-Stadt, in eigenen Trupps erfaßt, zum ersten Mal zur wehrmannschaftlichcn Schulung angetreten. m. Ortsgruppe Pettau 1 an der Arbeit. Kürzlich fand ein Appell der Zellen- und Blockführer der Ortsgruppe Pettau I statt, hei dem der Leiter des i-ührungsamtes I Xj r a w i t z c r über Aufbau und Aufgabe der Volkswohlfahrt und über ihre bisherigen Leistungen im Kreis Pettau sprach. Anschließend gab Ortsgruppenführer Wrctschko den• Blockführern Weisungen für die weitere Arbeit. tn. Deutsche Jugend marschiert in Gonobitz. Vergangenen Sonntag fand im Heim der Deutschen Jugend der erste Appell der D(jut§chen Jugend in Gonobitz statt. 200 Jungen waren angeiruten. Oer Bannführer sprach zur Einheit über die Aufgaben und Forderungen, die an die Jugend gestellt werden. Anschließend übernahm ein Einsatz des Bannstat>es die Ausbildung auf dem Sportplatz und an den Schießständen. Zum Großteil war Sport etwas Neues für die Jungen, und auch ein Gewehr hatte bisher fast noch keiner in der Hand gehabt. Am Ende des Dienstes erfolgte die Flaggeneinholung. Vorher wurden die grün-weiß-grünen Armbinden mit Handschlag durch den Standortführer überreicht. m. Aus der Ortsgruppe Burgstall. Auch in Burgstall sind Mädel zum freiwilligen Erntedienst eingetroffen und haben die Arbeit sofort aufgenommen. Die Ortsgruppe Burgstall hat in HIg. Dreifaltigkeit in W. B. deutsche Sprachkurse für Erwachsene eröffnet, die von mehr als 200 Dorfbewohnern besucht werden. Der Eifer der Kursteilnehmer, die während des ganzen Tages schwere Feldarbeit verrichten müssen, ist hervorragend. m. Die Gedenktafel für den Dichter Ottokar Kemstock auf dem Qeburts-hause des Herrn von der Festenburg am Domplatz (Gasthaus Versel) ist nunmehr vollkommen restauriert. In goldenen Lettern kündigt die Inschrift an, daß in dem genannten Hause einer der größten Söhne unserer Stadt im stürmischen Jahre 1848 das Licht der Welt erblickte. TURNEN UND SPORT iiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimniiiiiiiHmiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiMiniiiiniiiiiiiiniiiiiiiiiiinii Ergebnisse der Sporfwetlkimple in Marbnrg Die Sportgemeinschaft Marburg im Steirischen Heimatbunde hatte anlälllich der Eröffnung ihres Sportbetriebes ein umfangreiches Programm ausgearbeitet und zu den Wettkämpfen Sportler und Sportlerinnen aus Graz, Cilli und Pettau eingeladen. Den Staffellauf »Quer durch Marburg« mit einer ungefähr 1900 Meter langen Strecke gewann die Qrazer Staffel 'n der Zeit von 3:58. Am Nachmittage fanden die Sport-kämpfe am Rapidsportplatz statt. Die Schwedenstaffel gewannen die Grazer in der Zeit 2:27; Im 3000-Me. der Waffe in der Hand zum Kriegshandwenk geipreßt wird. Bei diesen Meldung erinnern wir uns an die hetzerischen Ausführungen, die die Genossin Kogan zum internationalen kommunistischen Frauentag im Jahre 1936 gab Damals sagte sie: »Wir werden einen kommunistischen Nachwuchs in die Welt setzien, wir werden Helden des Bolschewismus gebären, die helfen werden," mit dem Bolschewismus die ganze Welt zu erobern.« Nachdem sie mit diesen Worten das Ziel des Bolschewismus klar tmd deutlich herausgestellt hatte, die Frauen zu Schrittmachern für die Weltrevolution aufzurufen, endete sie ihre Rede mit den Worten: »Auf den ersten Ruf der kommunistischen Intematkmale und des Genossen Stalin sind wir bereit, zum Kampf anzutreten und bis zum letzten Tropfen Blut für den Sieg des Kommunismus in der ganzen Welt zu kämpfen.« In diesen Worten können wir nicht mehr die .Worte einer Frau sehen, es sind die Aicführungen ehicr verhetzten u^ entarteten Bestie. Das ist das Ergebnis der bolschewistischen Herrschaft, Frauen, denen das Gefühl für ihre eigene Würde verlorengegangen ist. Da als erstrebenswertestes Ziel für die sowjetische Frau in 24-jähriger bolschewistischer Praxis hnmer wieder die Frau als VoTfcild hhigesteHt wurde, die mit dem Mann auf allen Gebieten des I^ebens konkurrieren könne, ist es selbstverständlich, daß die Verwirrung in einigen Frauenköpfen ein solches Ausmaß angenommen hat, daß sie jegliches Gefühl für ihre Aufgaben als Frauen und Mütter eines Volkes verloren haben. An eine solche Entartung fraulichen Denlcens und fraulichen Füli-lens können sich dann solche Aufrufe anschließen wie der oben erwähnte. Aber nicht erst mit diesem Tag wenden sich die sowjetischen Machthaber mit solchen Aufrufen an die Frauen und dokumentieren damit, zu welcliem Zerrbild die Frau im bolschewistischen Staat geworden ist. Am 2. Februar 1941 heiß! es in einer sowjetischen Zeitung: »'Eine der bemerkenswertesten Erscheinungen ist die Bestrebung der Frauen, eines der militärischen Fächer zu eriemen. Das Fliegen, das Fall-schirmabspringen. das Schießen, lausende Töchter de< Sowjetvolkes zeigen ein nie gesehenes Heldentum im Kampf für die Macht der Sowjets. Man konnte sie in den vordersten Linien in allen Kämpfen, die die Rote Armee* geführt hat, sehen. Die Sowjetunion wird nie die Heldinnen vergessen, die Schulter an Schult er mit den Kämpfern der Roten Armee gegen die Weißfinnen kämpften.« Diesen Ausführungen brauchen wir nichts mehr hinzuzusetzen. Das bolschewistische System, das seinen Frauen und Müttcni die Waffe in die H:ind drückt imd sie zu Flintenweibern erniedrigt, spricht sich damit selber ein ''rteil. Dr. A. P. Milchtöpfe Schnell »i entsäuern. Ein wenig bekanntes Entsäucrungsmittel sind rohe Kartoffelschalen. Werden damit wöchentlich einmal Milchtopf und -kaline ausgekocht und die Milchflaschen damit gespült, dami werden sie. wie bei Behandlung mit Sodawasser, völli«!: kciinfrei und die Milch wird vor dem Verderben und Säuern bewahrt. LaSse deine Kaffeemühle schleifen, wenn sie stumpf ist. Du liriP' -ltst mit der gescliliffenen Müfilc P't 'i:»'!-. "-!-]• ^wei-drittcl ;^vicl Kaüec ah ^uvor! Mummer 175 ^Marburger Zeitung« 22. Juli 1941 Seite 7 WIRTSCHAFT iiHiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMHiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiieiiiiiiiiiiiiiiiiiNmiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiii Das deutsche Umsatzsteuerrecht in der Untersteiermark Von Steuerinspektor Hans Kobllnger V/ir haben kürzlich in einem Aufsatz die Einführung des deutschen Umsatzsteuerrechts in der Untersteiermark behandelt. Es sollten die betreffenden Unternehmer über die sich aus der Ersten Verordnung über die Einführung steuerrechtlicher Vorschriften in der Untersteiermark und der Anordnung hierzu vom 30. Juni 1941 (Verordnungs- und Amtsblatt Nr. 31, Seite 243) ergebenden steuerlichen Auswirkung^ aufgeklärt werden, Gegenstand einer besonderen Betrachtung war die Übergangszeit und die Überleitung vom jugoslawischen auf das deutsche Umsatz-steucrrecht. In diesen und in folgenden Aufsätzen sollen die zum Verständnis des deutschen Umsatzsteuerrechts erforderlichen Begriffe erläutert und weiters versuclit werden, allen interessierten Kreisen der Wirtschaft die Kenntnis der Grundsätze des Umsatzsteuerrechts zu vermitteln. Nach § 1 des deutschen Umsatzsteuergesetzes (UStG) unterliegen der Umsatzsteuer: 1. die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt.* Die Steuerpflicht wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß der Umsatz auf Grund gesetzlicher oder behördlicher Anordnung bewirkt oder kraft gesetzlicher Vorschrift als bewirkt gilt; 2. der Eigenverbrauch. Eigenverbrauch liegt vor, wenn ein Unternehmer im Inland Gegenstände aus seinem Unternehmen für Zwecke entnimmt, die außerhalb seines Unternehmens liegen; 3. die Einfuhr von Gegenständen in das In- registriert und nostrifiziert sind. Eine Einlösung durch ausländi-sche Zahlstellen Uommt nicht mehr in Frage. land. Die Einfuhr unterhegt der sogenannten Ausgleichsteuer. Sie wird, st)weit nicht Steuerfreiheit nach § 7 der 1. Ausgleichsteuerord-nung (Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz V. 23. März 1939 RGBl I S. 615) gegeben ist, gleichzeitig mit dem Zoll erhoben. Im folgenden soll die Ausgleichsteuer, die für die Inlandsumsätze eines Unternehmers ohne Bedeutung ist, außer Betracht gelalssen werden, zumal da die Vorschriften über die Ausglcichsteuer, wie schon im vorhergehenden Aufsatz erwähnt, erst zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten. Hier sollen also nur die Lieferungen und sonstigen Leistungen und der Eigenverbrauch Gegenstand einer näheren Betrachtung sein. Alle Umsätze, die unter das Umsatzsteuergesetz fallen, sind steuerbare Umsätze. Sie sind entweder steuerpflich-t i g oder nach den Bestimmungen des § 4 UStG (§§ 19 bis 45 der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz vom 23. Dezember 1938 — im folgenden UStDB) steuerfrei. Neben diesen^ aus besonderen Gründen zugelassenen Befreiungen sind weitere Befreiungen z. B. wegen Gemeinnützigkeit oder Mildtätigkeit oder sonstige persönliche Befreiungen dem deutschen Umsatzsteuerrecht fremd. Die Umsatzsteuer nimmt ihrem Wesen als Verbrauchssteuer entsprechend auf persönliche oder wirtschaftliche Verhältnisse und Besonderheiten des einzelnen Unternehmers keine Rücksicht. Lieferungen und sonstige Leistungen Der Umsatzsteuer unterliegen Lieferungen und sonstige Leistungen nur dann, wenn alle Voraussetzungen des § 1 UStG vorliegen, d. h. wenn sie 1. von einem Unternehmer, 2. im Inland, 3. gegen Entgelt und 4. im Rahmen men des Unternehmens ausgeführt werden. Schon aus der Fassung des Gesetzes, das von »Lieferungen und sonstigen Leistungen« spricht, ist zu ersehen, daß auch die Lieferungen Leistungen sind. Der Grund, warum das Gesetz die Lieferungen trotzdem ausdrücklich nennt, liegt darin, daß die Lieferungen den überwiegenden Teil sämtlicher Umsätze darstellen und weil die Lieferungen Gegenstand von später noch zu behandelnden Sonderbestimmungen sind (Großhandel, Ausfuhrliefe-rungen, Einfuhranschlußlieferungen usw.) Leistung ist jedes Verhalten (Tun, Unterlassen, Dulden) gegenüber einem anderen, das, ohne Rücksicht auf das Rechtsverhältnis und auf vertragliche Abmachungen, Gegenstand des Rechtsverkehrs sein kann. Das bürgerlich-rechtliche Schuldenverhältnis ist bedeutungslos; oberster Grundsatz des deutschen Umsatzsteuerrechts ist vielmehr, daß die Umsatzsteuer nicht auf abgeschlossenen Verträgen ruht, sondern soweit solche überhaupt vorliegen, auf deren Erfüllung, all- gemein also, auf den ausgeführten Leistungen.' ie Vertragsformulierung ist gleichgültig, entscheidend ist die tatsächliche Gestaltung der Leistungen im Wirtschaftsleben. Das rationalisierte Regal im Einzelhandel Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Hayler, hatte den Kaufmann Herbert Eklöh beauftragt, zunächst im Ausland und dann im eigenen Betrieb die Möglichkeiten der Rationalisierung zu studieren und in die Praxis umzusetzen. Eklöh berichtet jetzt über die Erfahrungen mit dem sogenannten »Ratio-System«, das in verschiedenen Betrieben des Lebensmitteleinzelhandels praktisch angewandt wird. Das Ziel, die Kundenibe-dienung mit dem geringsten Aufwand an menschlicher Arbeitskraft in schnellster Weise abzuwickeln, wird beim »Ratio-System« vornehmlich durch eine Spe-zialregel erreicht. Hierin wird die Ware nicht mehr in die Breite angeordnet, sondern in die Tiefe. Jede Ware hat zum Betrachter hin nur soviel Platz, wie eine oder zwei Warennackungen beanspruchen. Alles andere ist in die Tiefe gestapelt und wird von hinten aufgefüllt. Die Meterzahl, auf der der Verkauf sich abwickelt, wird neben anderen zweckdienlichen Einrichtungen durch dieses Regel stark verkürzt und der Arbeitsaufwand des Verkaufspersonals verringert. Die Erfahrungen mit arbeitssparenden Einrichtungen werden in besonderen, vom Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel für verschiedene Fachzweige eingesetzten Ausschüssen vertieft und weiter ausgebaut. X USA.Guthaben auch in Serbien gesperrt. Der militärische Befehlshaber in Serbien hat eine Sperre über sämtliche amerikanischen Vermögenswerte in Ser. bien verhängt. X Ungarische Völkerbundanleihe nur in Pengö honoriert. Der ungarische Finanzminister hat angeordnet, daß künftig die Kupons und ausgelosten Stücke, auch der ausländischen Tranchen, der auf Dollar lautenden ungarischen Völkerbundanleihe, nur noch m Pengö honoriert werden. Vor. aussetzung der Honorierung ist, daß die Stücke bei der Ungarischen Nationalbank AUS ALLER WELT a. Ein Geburtstagskuriosum. Ein Kuri-sum sowohl in bezug auf den gleichen Geburtstag von Großvater, Vater und Sohn, als auch im Hinblick auf die drei-ßigjährige Zeitspanne zwischen den Ereignissen, kann aus der Elbestadt Wittenberg gemeldet werden. Der Friseur meister Sch. beging jetzt seinen 60. Geburtstag. Sein Vater wäre, wenn er noch lebte, an demselben Tage 90 Jahre alt geworden. Sein Sohn, der im l'elde steht, feierte am gleichen Tage seinen 30. Geburtstag. a. Die verlorene Sprache durch einen Traum wiedergewonnen. Aus Königgrätz wird berichtet: Vor einigen Tagen hatte sich Frau Marie Balous bei einem Blitzschlag derart erschrocken, daß sie die Sprache verlor. Da dieser Zustand in den nächsten Tagen anhielt, schien der Fall hoffnungslos zu sein. Nun hat aber Frau Balous durch einen Traum die Sprache plötzlich wiedergewonnen. Es träumte ihr, daß eine heftige Detonation das Haus erschütterte und in Trümmer legte. Aus Angst um das Schicksal ihrer Kinder rief sie im Schlafe laut ihre Namen. Von diesem Augenblick an kann sie wieder sprechen wie früher. a. Roher Kindesmord. Eine bei einem Bauern in Mähr. Neudorf beschäftigte Magd stand vor ihrer Niederkunft. Ihre Arbeitgeber, etwas Böses ahnend, drangen in die Magd, ihnen in dieser Sache eine Aufklärung zu geben. Das Mädchen gab zu, daß sie im Stalle auf dem Stroh einem Kinde das Leben gab. Nach längerem Überlegen holte sie ein großes Küchenmesser und stach damit dem Kinde in den Rücken. Das Kind lebte jedoch noch immer, weshalb die rohe Mutter ihrem Kinde noch die Gurgel durchschntit. Später warf sie die Leiche in die Düngergrube, glättete sämtliche Spuren und legte sich schlafen. Die Kindesmörderin wurde verhaftet. a. Ein Toter kehrt zurück. Im vergangenen Herbst gelangte an die Gemeinde Goito bei Mantua die offizielle Mitteilung, daß der Soldat Renio Stancari an der griechisch-albanischen Front den Heldentod gestorben sei. Es wurde ein Trauergottesdienst abgehalten, an dem das ganze Dorf teilnahm und außerdem wurde der Name des Gefallenen auf einer Ehrentafel in der Kirche verewigt. Dieser Tage ist nun der Totgeglaubte überraschend zurückgekehrt. Er war seinerzeit in einem Gefecht schwer verwundet worden und geriet in griechische Gefangenschaft. Drei Monate verbrachte er in einem Lazarett in Saloniki, nach seiner Genesung wurde er in ein Konzentrationslager in der Umgebung von Athen überführt. Von dort aus schaffte man Stancari nach Kreta, wc er dann von den deutschen Fallschirmjägern befreit werden konnte. Nun verging freilich noch einige Zeit, ehe der Italiener in seine Heimat zurückkehren konnte. Die befreiten Gefangenen fuhren von Kandia ab und wurden in Brindisi ausgeschifft. In dem Zug, der ihn von Brindisi nach Mantua brachte, traf er einen Frontkameraden, der wußte, daß man ihn zu Hause für tot hielt. Da er befürchtete, diß das unverhoffte Wieder- sehen für seine betagte Mutter verhängnisvoll werden könnte, telegrafierte er zunächst an den Bürgermeister von Goito, der die Angehörigen auf das Wiedererscheinen des Totgeglaubten vorbereitete. a. Die Geliebte erschlagen und sich selbst erhängt. Dieser Tage traf der 21-jährige Josef Rosik mit seiner Geliebten, der 27-jährigen Stefanie Janska, zum Besuch seines Vaters in Bohuslawitz (Protektorat) ein. Die beiden wollten noch am gleichen Tage abreisen, versäumten jedoch den Autobus, sodaß sie im Hause des Vaters übernachten mußten. Kurz nach Mitternacht kam es zwischen den beiden jungen Leuten zu einem Streit, in dessen Verlauf Rosik seiner Geliebten mit einem Beil mehrere Schläge auf den Kopf versetzte. Das Mädchen war sofort tot. Rosik begab sich nach der Tat zu seiner Schwester, die er aufforderte, mit ihm zur Abfassung des Testaments zum Gemeindevorsteher zu gehen, da er sein Vermögen ihren Kindern hinterlassen wolle. Rosik, der inzwischen bereits von der Gendarmerie gesucht wurde, begab sich dann in das Haus seines Vaters und erhängte sich auf dem Dachboden. a. Ein Fisch mit 100 Volt Ladung. Eine seltsame Naturerscheinung ist ein Fischchen, das elektrisch geladen ist. -Seine Heimat sind die subtropischen Gewässer, es kommt vor allem in der Gegend van Madeira vor. Die elektrische Ladung, die der kleine Körper enthält, ist nicht unbedeutend, sie entspricht nämlich etwa 100 Volt, während größere Exemplare ähnlicher Art selbst über mehrere 100 Volt verfügen. Menschen freilich können diese Tiere nicht gefährlich werden, wenigstens sind solche Fälle nicht bekannt gewoiden. Es müßte denn sein, daß ein Mensch von besonders schwacher Herikonstitution mit ihm in Berührung kommen würde. Wohl aber ist die elektrische Ladung ihres Körpers sonst ein wichtiges Mittel im Daseinskampf, das das an sich wehrlose Tierchen mit gutem Erfolge gegen andere ihm gefährlich werdende Bewohner des Meeres anwendet. Es ist beobachtet worden, daß die elektrische Kraft, nachdem die Fische einige elektrische Schläge hintereinander ausgeteilt haben, immer schwächer wird, bis sie schließlich ganz nachläßt. j^eiterr (Stfe Sie: »Ach, wenn der Mond be^vohnt wäre!« Er: »Würdest du dorthin gehen?« Sie: »Ja«. Er: »Er ist bewohnt«. « Junger Ehemann: »Meine Frau macht heute ihr erstes Mittagessen, willst du zu uns kommen und bei mir speisen?« Freund; »Gern — ich habe immer a« deinen häuslichen Unglücksfällen teilgenommen!« * Ein dicker Mann: »Ich lasse die anderen schwitzen und kassiere das Geld ein!« Ein anderer: »Sie sollten sich schämen, So was zu sagen!«? Der dicke Mann: »Wieso? Ich bin Besitzer eines Dampfbades«. Entgeltliche Mitteilungen (AuBer Verantwortung der Schriftleitung) paraturen aller Art schnell una 3003 Stnunpfreparaturen alle billig — Reiserstraße !•!. Bezutfsqueilcn weist nach: OSRAM Verkaufslager WIEN, Wien XXV - Atzgersdorf, Karl Heinzstrafie 67 OSRAM VerteiiuDgslager GRAZ, Hans Sachsgasse 5 4S80 Seite 8 »MarliurKer Zelfunsr« 22, 'Juli 19^1 Nummer f9b Anzeigen werden täjflich für die nSchste Ausspähe nur bis 16 Uhr entgeg-engfcnommen. „Marburg«! Zoitung" Anx»igen-Abt«iiung In der Oemeinde Schllteni, Landkreis Pettau, Untersteiermark, gelangt die Stelle eines Gemeindesekretärs (T. O. A., Gruppe 8) zur sofortigen Besetzung. Bewerber wollen ihre Gesuche mit Angaben über die bisherige Verwendung bis spätestens 15. Atigusl 1941 heim Bürgermeisteramt Schiltern einbringen. In der Gemeinde Rann an der Save, Landkreis Rann an der Save, Untersteiermark, gelangt die Stelle eines Geneiidesekretärs (T. O. A., Gruppe 8) zur sofortigen Besetzung. Bewerber wollen ihre Gesuche mit Angaben über die bisherige Verwendung bis spätestens 31. Juli 1041 beim Bürgermeisteramt Rann an der Save einbringen. KleiierRnzeiger Jedes Wort kostet 19 Rpf, das lettjedrnckte Wort 20 Rpf. Der Wortpreis eilt bis zu 15 Buchslaben Je Wort. Ziffcrjtcbühr (Kennwort) S."* Rpf, bei Stellenitesuchcn 2.'5 Rpf. Für verlantle Zusendune von Kennwortbricfen werden 60 Rpf Porto bcrcchnct. Atizeigen-AnnahtneschluB: Am Tnee vor Erscheinen um 16 Uhr. •Kleine Anieigcn« werden nur gegen Vorreinscnduni; des Betrages (auch in sültiKcn Briefmarken) aufeenommen. iVtindestRehiihr für eine Kleine RM k—__ Uk Pffirft/frifftfn In der Umgebunx Marburgs (Pftßnitz, Kanlscha, St, Egydl usw.) 3 Zimmer und Küche und 1 Zimmer und Küche od. Landhaus mit Garten zu niie« ten oder pachten gesucht. Anträge unter »Pünktlich« an die Verw. 4898-1 Gut eingefüihrtes Gasthaus in verkehrsreichem Ort ab 15. August zu verp-achton. Anträge unter »Günstige GeJegen* heitf an die Verw. 4^1-1 Koflerxrammophoa zu kaufen gesucht. * Zuschriften an die Verwaltung unter »Nr. 649« _4859-3 Kaufe guterhalt. Mlkrosliop. Unger, ParJtstraße 16. 4S92-3 Kaufe Bett, Matratze und Nachtkasten. Unter »Einrichtung« an die Verw 4883-3 Kohle und verschiedene Möbelstücke verkaufen, .lo-sefistraßc 25. 4899-4 Alle Oiclieslermuslker, ^ üMre- ' die nicht im Stadtorchester (Theatcrorchestcr) eingestellt sind, werden hiemit aufgefordert, sich im Laufe dieser Woche in der Musikschule für Jugend und Volk, Badfi[asse 11, I. Stock, zu melden, Marburg, am 21. Juli 1941. Hermann Frisch Musikreferent im Führungsamt II des Steirischen Heimatbundes Bekanntmachung I Die Dienststelle für Kriegslieschädigtenfürsorge in Marburg (Drau), Tegetthoffstraße Nr. 12 ist mit 19. 7. 1941 aufgelöst worden. Von nun an werden in Marburg regelmäßig Sprechtage abgehalten werden. Die nächsten Sprechtage finden am 23. und 24. 7. 1941 in Marburg, Tegetthoffstraße 12, ebenerdig in der Zeit von 9—12 und 14—18 Uhr statt. 4901 Ver&orguncsaint Graz. Verlautbarung Laut Verlautbarung vom 12. VIL 1941, veröffentlicht in der Nr. 165/166 der »Marburger Zeitung«, wurden alle Pferdebesitzer aufgefordert, ihre Pfeide bis zum 17. d. beim städtischen Militäramt, Domplatz 6, anzumelden. Die Bewohner der neu in die Stadt eingemefaideten Orte haben die Meldun-gen in derselben Frist bei den zuständigen Bezirksdienststellen (früher Gemeindeämter) zu erstatten. Pferdebesitzer, die dieser Pflicht noch nicht Genüge geleistet haben, erhalten eine Nachfrist bis 26. d. M. Wer bis dahin seiner Meldepflicht nicht nachkommt, hat strafrechtliche Folgen zu gewärtigen. Marburg a. d. Drau, den 21. Juli 1941. 4879 Der Politische Kommissar der Stadt Marburg a. d. Drau Knau» PrLma SüBheu zu verkaufen. Tkaletz Söhne, Adoif-Hltler-Platz 4. 4887-4 Eiserner Sparherd, groü, neu. Anzufragen bei der Hauwe* sorgerln, BItimengassc 18, Hofselte._4894-4 Gut erhaltener Sparherd (Ka-cheln), 2'/i Platten groE, zwei Bratrohre, ein Wasserschiff (Kupfer), komplett zu verkaufen. Weileri Herrongasse 29. 4888-4 Schlafzimmer, Küche und Klavier billig zu verkaufen. Anzufragen In d Redtenbacher-Straße 8._ 1891-4 Moderner, dreiteiliger Vor* zlmmerkasten preiswert zu verkaufen. Kaserngasse 13, 4884-4 iMIck Suohc ab sofort deutsclisivrc-clicndes Dienstmädchen mit Kochkenntnissen. Vorzustellen täglich von 13—15 Uhr und ab 19 Uhr weiter Anzengru-bergasse 40. Erdgeschoß ___4882-8 Perfekte Köchln wird für die Sotnmcrnionatc aufs Land nahe der Stadt gesucht. Anfr Pirioh» Tegetthn^fstraße 21 4889-8 Wirtschafterin, deutsch iind windisch sprechend, tüchtige und sparsame Köchin, 40—50 Jahre alt, wird zur Führung einer Gastwirtschaft mit etwas Landwirtschaft sofort aufgenommen. Spätere Ehe nicht ausgeschlossen. Anträge bzw. Gehaltsansprüche mit Lichtbild erbeten unter »Zuverläs-sigc an die Verw._4837-8 Küchen-Kassierin mit langjährigen Zeugnissen wird gesucht. Hotel >Adler«, Marburg. 4845-8 fuitdB * Ifittusti Person, wcfche die Akten* tasche mit Schlüssel In der MUhlgasse Nr. 4 bei der Aus* läge gefunden hat, wird gebeten, selbe gegen Belohnung dort abzugeben. Franz (Jololb, Mühlgasse 4. 4893-9 Hallo Tatli Icii denke immer an