Vrgan der Verfasiungspartei in Kram. Slr.528 Abonnement«-Bedingnisse: B anzjährig: Für Laibach fl. 4.— M it Post fl. S.— Halbjährig: Dierteljährig: . r. i — ».so ,.2 S Für Zustellung in « Hau«: LiertellShrig IN kr. Krasse Unkenntniß. Vor Kurzem machte bekanntlich ein Erlaß des V o rsitze n d e n des Marburger Bezirksschulrates Auf­ s e h e n aus welchem zu entnehmen war, daß die aus den Schulen mit ausschließlich slovenischer Unter­ richtssprache kommenden Knaben be, ihrem Eintritte in die Militärbildungsanstalt eine weitgehende Un- r-nntnik in der österreichischen G eschichte und über die das patriotische Gefühl hebenden Vorkommnisse in derselben verrathen. In den letzten Tagen ge- la n g te weiters ein Erlaß des Unterrichtsministers in die Oeffentlichkeit, in welchem dieser dem gal,zischen r.nd,s chui-°t»° h.d- t-i d-- Ausnchm- m b,° M U ,--,ch« -n d,°b- v-ktet daß die Schüler der polnischen Volksschulen eine 'krasse Unkenntniß" der österreichischen Neichs- o esckickte und der G eschichte des Hauses Habsburg zeigen Durch diesen Erlaß des Unterr.chtsmin.sters hat natürlicher Weise auch d,e früher erwähnte That- sach e aus Untersteiermark an Bedeutung noch ge­ wonnen, indem es s ic h dem nach zeigt, daß d.e h.er in Frage kommende Erscheinung keineswegs eine ver­ einzelte und vorübergehende ist, sondern cs s ic h um ein bereit ziemlich verbreitetes Uebel handelt, das ob seiner hohen Bedenklichkeit dringend Abhilfe er- L eisckt Um s ic h über den Charakter der Beobachtun- Zen, die bei «us rein slavischen Anstalten hervor- Irnilleton. D as Uskoken-Gebirge. Don Dr. Johniim« Frischauf. Zwischen den Flüssen Gurk, Save und Kulpa «rhebt s ic h ein langgestrecktes von Südwest n ach riebendes, welliges Waldgebirge, das im du,ch di° Rud°>,-w--,h-MS»Ii»g „ n d-n ^ D -- g,ch°,- m M 4 -, du-ch d!° B--»»»- g-,ch»d-n- r-up>ch->, sübrt auf den Karten allgemein den Namen „Us- oken-Gebirge". während heutzutage unter den An- dieser Name ganz unbekannt ist, indem für L 7 G ° b L s t o c k auf der Krainer Seite der Name Gorjanc", auf der croat.schen der Name ,,/um- Hinsichtlich d ^ geologischen Verhältnisse dieses « S Zeilen 2» kr. Redaktion, Administration u . Srpedition: Schuftergaffe N r. 8, l. Stock. 1890. gehenden Schülern, einstweilen in Untersteiermark und Galizien, gemacht wurden, vollkommen klar zu werden, muß man bedenken, daß bei den Zöglingen der Volksschule ohnehin nur die Kenntniß weniger, besonders wichtiger Thatsachen aus der G eschichte der Monarchie verlangt wird und die Forderungen s o gering sind, daß selbst der dürftigste Unterricht ihnen gerecht werden kann. Wenn der Kriegsminister und der Vorsitzende des Marburger Bezirksschulrathes dennoch über eine „krasse Unkenntniß" in der ange­ deuteten Richtung klagen und wenn deren Pflicht­ gefühl über die Rücksichten siegte, die man heutzutage in officiellen Kreisen allen slavischen Prätensionen entgegenbringt, s o m üssen die wahrgenommenen Er­ scheinungen ohne Zweifel bereits sehr ernster Natur gewesen sein. Es ist wahrlich kein bloßer Zufall, daß die üblen Folgen in der Ausbildung von Schülern, die Anstalten mit lediglich slavischer Unterrichtssprache besuchen, bisher, wie es scheint, im größten Umfange in Galizien hervorgetreten sind; Galizien ist ja das wahre Musterland im Sinne unserer slavischen Parteien. Diese Provinz kann als vollständig na- tionalisirt gelten, namentlich die ganze Verwaltung und darunter auch das Unterrichtswesen ist aus­ schließlich in den Händen der Polen, ein deutscher Richter oder Bezirkshauptmann und mag er au ch der b este Oesterreicher sein, gjlt dort als Fremder, Den Ausgang zum Besuche des Uskoken-Ge- birges bilvet für den von Norden Kommenden die Bahnstation Videm-Gurkfeld. In Steinbrück ver­ lassen wir die Hauptlinie Wien-Triest; die weitere Fahrt längs der Save bald in schönem Wiesenthale, bald auf der durch Sprengung aus der Felswand abgerungenen Bahnlinie ist reizend, dazu die Blicke auf hochliegende Kirchen und Schlösser. Von der Station der gegenüberliegenden Stadt Gurkfeld fährt täglich zweimal ein Postwagen nach Nudolfswerth. W ir benützen denselben bis zum eigentlichen Ausgange unserer Tour, bis St. Barthelmä (21 Kilometer), oder, falls man den Nachmittagswagen benützt, nur bis Landstraß (15, Kilometer). Die Poststraße über­ quert bald nach dem Verlassen von Gurkfeld das weite, ebene Savethal östlich vom Krokauwalde und man erreicht (mit Wagen) nach l'/z Stunden die auf einer Insel der Gurk liegende Stadt Landstraß 158 Meter (slovenisch Kostanjevica, wegen der Edel» kastanien, die in großer Menge in den Wäldern wachsen. Gasthäuser: Kuntariö, Buöar, Marok). Dieser Ort wurde einst „Landstrost" geheißen, wegen der Sicherheit, die das vom Wasser verschanzte Schloß den Umwohnern bot. Sehenswerth ist die Pfarrkirche (am Nordende der Stadt), deren Portal mit drei Paaren polychromirter Säulen g esch m ü ckt ist. Im Inneren links ist das Grabdenkmal des Herzogs Bernhard. Vom Südende der Stadt führt eine Straße und längs des Oberchbaches ein als Eindringling, die Amtssprache ist polnisch und wichtige Prärogative des Reiches können oft der na­ tionalen Selbstsucht und Ueberhebung gegenüber kaum mehr zur Geltung kommen. Wo aber solche Zustände herrschen, wie in Galizien, da m üssen auch Vorkommnisse, wie sie der Kriegsminister bei den Schulen constatirt hat, sich mit einer A rt Natur­ notwendigkeit herausbilden. Wo die Unterrichts­ verwaltung, überhaupt das ganze öffentliche Leben so völlig nationalisirt sind, da ist es nicht anders möglich, als daß die Lehrer und mit ihnen die Schüler allmälig in eine immer einseitigere Rich­ tung verfallen, daß sie immer mehr den Zusammen­ hang mit den gesammtstaatlichcn Fragen und For­ derungen und damit endlich auch das Interesse an dem Ursprung, der Entwicklung und dem Gedeihen des Gesammtstaates verlieren, daß bei ihnen, deren Wünsche, Bestrebungen und Arbeiten sich lediglich in einem parteilichen und nationalen Bannkreise be­ wegen, von einem richtigen Verständnisse, geschweige einer Begeisterung für die geschichtlichen Aufgaben und die geschichtlichen Leistungen der Monarchie nicht mehr die Rede sein kann. Bei alledem braucht man nicht einmal an eine absichtliche Vernachlässigung des österreichischen Gedannkes, an eine systematische Zurückvrängung des gesammtstaatlichen Standpunktes zu denken, sondern selbst wenn solches nicht statt­ fände, müßte der Proceß einer zum Aeußersten ge- reizender Fußweg durch Felder und Wiesen und bei einzelnen mächtigen Eichen vorüber — in Stunde zum ehemaligen Kloster Frauenbrunn (gewöhnlich „Landstraß" genannt), gestiftet vom Herzog Bern­ hard 1248, das später auch das Schloß Landstraß erhielt, während die Stadt seit dem Erlöschen des Stammes der Grafen von Cilli landesfürstlich blieb. Jetzt sind in den ausgedehnten Gebäuden des Klosters Kanzleien untergebracht. Gegen 1 Kilometer östlich davon entspringt am Fuße einer hohen Felswand eine starke Quelle, welche gleich mehrere Mühlen treibt und deren Wasser als das beste Trinkwasser der Umgebung gilt. Gleich außerhalb der Stadt auf der Straße nach St. Barthelmä genießt man einen prächtigen Ausblick auf die Sannthaler Alpen. Unser nächstes Ziel, S t. Barthelmä, ist durch einen 300—400 Meter hohen, nach Nord vorge­ schobenen Abfall des Gebirges getrennt, diesen wollen wir (statt der Straßenwanderung) überqueren. Prächtige Wälder (Eichen, Buchen, Edelkastanien, Haselgestrüpp), Wiesen, Weingärten, Gehöfte und kleinere Ortschaften wechseln fortgesetzt. Vom Süd- westthore des Klosters führt der Weg aufwärts in Stunden zum Dorfe Großwodeniz 383 Meter und weiter in 5 Minuten zu einer hochliegenden Wiese mit einem sorgfältig ausgemauerten Brunx des besten QuellwasserS. Bald gelangt mg Arschische 426 Meter und Großban 43^ Von hier beginnt ein steiler Abstieg durch triebenen Nationalisirung aller wichtigen Belange der öffentlichen Verwaltung vermöge der hiebei maß­ gebenden Ideen und Kräfte dennoch den gekenn» zeichneten Verlauf nehmen. Es läßt sich daher mit voller Gewißheit voraus­ sehen, daß die gleichen Zustände, wie sie in Galizien in der hier besprochenen und nach mancher anderen Richtung zu Tage getreten sind, sich auch in den übrigen Ländern einstellen würden, wenn diese nach den Begehren der verschiedenen slavischen Parteien in der gleichen Weise nationalisirt würden. That- sächlich aber gehen die Forderungen der Slovenen, der Czechen ganz genau auf dasselbe, zum Theil noch darüber hinaus, was den Polen in Galizien gewährt worden ist. Wie sähe es im „Königreiche Slovenien", in dem Reiche der Wenzelskrone aus? Ganz so, wie heute in Galizien und noch ärger. Diese Verhältnisse bilden deshalb ein warnendes Exempel, kein zweites ähnliches Experiment zu unter­ nehmen. Man denke sich das cze ch isch e Staatsrecht hergestellt, man denke sich ein „Slovenien" mit einer nationalen Beamtenschaft, einer nationalen Dienst­ sprache, einer nationalen Verwaltung und kein öster­ reichischer Staatsmann wird darüber im Zweifel sein, daß solche Institutionen mit den Existenz­ bedingungen des Reiches unvereinbar sind und für alle Zukunft unvereinbar bleiben werden. Die Wahrnehmungen der Kriegsverwaltung über die Unterrichtserfolge an den polnischen Schulen in Galizien und den slovenischen in Steiermark, welch' Letztere insoferne noch bezeichnender sind, als sie sogar schon unter den derzeitigen von den galizischen noch immer sehr verschiedenen Zuständen gemacht wurden — haben zwar überaus beklagenswerthe Erscheinungen auf einem der allerwichtigsten Gebiete des staatlichen Lebens aufgedeckt; immerhin aber dünkt es uns schwer denkbar, daß dieselben nicht auch ihre guten Folgen haben sollten. Durch diese Wahrnehmungen wurden die Verhältnisse, wie sie sich in einem Theile des Reiches als Consequenz einer alles Maß überschreitenden Nationalisirung herausgebildet, plötzlich in eine grelle Beleuchtung gerückt, und man sollte meinen, daß sie jede öster­ reichische Regierung, mag diese sonst welchen Grund­ sätzen immer huldigen, abhalten müßten, auf solchem Wege weiter zu gehen. Vielleicht wird die Einsicht doch wieder eine allgemeine werden, daß die staat- das Gurkthal, wobei man in den tieferen freien Stellen den herrlichen Anblick des Thales und der Berge, besonders der Sannthaler Alpen genießt. I n 2 Stunden vom Schlosse erreicht man die große Ortschaft S t. Barthelmä (18:; Meter). Bon Großban kann man mit einem kleinen Umweg beim ehemaligen Schlosse Sicherstem, der späteren Karthause Pleteriach und dem jetzigen gleichnamigen Schlosse (Pleterje) vorbei nach St. Barthelmä komme». Die gesunde Lage, trockene Luft, das treffliche Trinkwasser, schattige Plätze und die schönen Spaziergänge machen diesen Ort auch für längeren Aufenthalt geeignet; der große Gasthof des Zagorc entspricht den strengsten Anforderungen bei Preisen, die an die gute alte Zeit erinnern. (Außer Zagorc bieten noch folgende Häuser Unterkunft und Verpflegung: Majzelj sFleifcher^, Buöar, Tavöar.) Bei meinem ersten Besuche des Uskoken-Ge- birges im Juni 1889 wurden mir von den Ein­ heimischen zwei Punkte als besonders lohnende Aus­ sichtspunkte gerühmt: die hochliegende Kirche St. Niclas und eine freie Kuppe südöstlich vom höchste» Gipfel. Für das Uskoken-Gebirge war damals ein Führer nöthig, als welchen ich den Bauer Franz Retzel von Barthelmä auf das Beste empfehlen kann. Von Barthelmä führt die Straße südlich nach Bresowitz, dann wendet man sich rechts bei Feldern und Weingärten vorbei und gelangt in ^ Stunden nach Oberfeld, wo die riesige Linde beim Hause des lichen Unterrichtsanstalten nicht dazu sind, um der nationalen Ueberhebung der slavischen Parteien zum Ausdruck zu verhelfen, sondern um Wissen, Bildung und Aufklärung zu verbreiten. Nach den in Galizien und Steiermark gemachten Erfolgen ist cs wahrlich die höchste Zeit, daß die altösterreichischen Traditionen wieder ausgenommen werden und mit allen Mitteln dafür gesorgt wird, daß staatliche Unterrichtsanstalten nie und nirgends nationalen Parteizwecken dienen, sondern überall nur den hohen Aufgaben und Inter­ e sse n des Reiches. Wiener Gries. Wien und Niederösterreich. — Eine Mahnung. — Eine nicht empfangene Deputation.) 17. September. -I. N. — Allerivärts richten sich die Blicke eines ganzen Reiches nach der Hauptstadt. Dort wird ja endgiltig entschieden, selbst in Neichen mit einer mehr bündischen Einrichtung wie etwa in Deutsch­ land. Aber in einer Reichshauptstadt wird noch viel mehr entschieden, als was im G esetze steht; es wird dort für so Manches „der Ton angegeben", welcher dann durch das ganze Land klingt, und aus dem Lande wieder zurückhallt. I n Leben und Kunst, aber auch in politischen Anschauungen geht eine Reichs- Hauptstadt voraus — und darum genießt sie auch Ansehen durch das ganze Reich. Wien ist von dieser seiner Aufgabe durch eine Reihe von Umständen, für die es nicht verantwortlich gemacht werden kann, aber auch durch eine eigenartige Weichheit seiner Bewohnerschaft vollständig abgekommen. Die Nicht­ deutschen im Reiche haben sich von Wien abgewendet, weil sie sich eigene politische Mittelpunkte geschaffen, welche sie auch zu Culturträgern ausbilden wollen; die Deutschen in Oesterreich aber hatten Hoffnungen auf Wien gesetzt, welche nicht in Erfüllung gingen. Was blieb ihnen übrig, als sich möglichst selbstständig einzurichten? Aber noch hat Wien ein großes, un­ versehrtes und noch nicht in alle Winde verschlepptes Ansehen im ganzen Reiche, noch hat es in vielen Stücken die Führung, und wollte es sich aufraffen aus seinem Traumleben, es würde ihm nicht allzu­ schwer, sich wieder an die Spitze zu stellen und wieder das zu werden, was es gegenwärtig nur mit vielen Einschränkungen ist. die Reichshauptstadt. Ob die gegenwärtigen Wahlen in den nieder- Fleischers sehenswerth ist. Unter diesem Baume, dessen Durchmesser 1'6 Meter beträgt, wurden einst die Berathungen der Dorfrichter abgehalten. Hier wenden wir uns südwestlich, überschreiten einen niederen Riegel aus tertiären Ablagerungen und und Triaskalken und gelangen in '/§ Stunde zum ärmlichen Dorfe Zeroulog (254 Meter). I n fünf Minuten durch das Dorf zu einem Kreuz, hier über­ schreitet man den Bach und gelangt bei der Meierei Hochstraß vorbei in weiteren 10 Minuten zum Be­ ginne des Waldes. Bis hieher könnte man zur Noth noch fahren. Der Weg führt über den Rücken Ravne, der sich südlich zum Alpenboden unter dem höchsten Theile des Gorjanc aufwärts zieht, zur Höhe. Die erste Strecke, etwa 25 Minuten, ist ziemlich steil bis an den Rand des Rückens, dann geht es mäßig steil, ja stellenweise fast eben, in 15 Minuten zu einem Kreuze. I n weiteren 5 Minuten aufwärts erreicht man eine kleine Terrasse, und in abermals 15 Minuten einen höheren Boden. Hier geht e ö eben weiter, dann rechts seitwärts, gelangt man in 5 Minuten zu der im Walde versteckten Quelle Krogerca des frischesten Wassers. Der Wald, fast ausschließlich Weißbuchen von riesiger Größe und häufig phantastischen Stämmen, einzelne Ahorne und Eichen, als Untergrund Hasel, ist wirklich prächtig und dürste auch den verwöhn­ testen Hochtouristen entzücken. Von der Quelle wieder an den Hauptweg zurück, gelangt inan entweder österreichischen Landtag etwas dazu beitragen w erden, das politische Ansehen Wiens und Niederösterreichr, des Stammlandes der Monarchie, im R eiche w ie d e r zu erhöhen, das kann vorläufig nicht gesagt w erden. Vielfach wird befürchtet, daß die Wahlen Wieni und Niederösterreichs zu Gunsten der rückschrittliche» Parteien sich gestalten könnten, und nach dem u n g e ­ heuerlichen Wahllärm, welchen die vereinigten R ü c k ' schrittler schlagen, wäre man versucht, an ihre Krafl zu glauben. Es treten aber doch Erscheinungen z ü Tage, welche darthun, daß die Partei des Fort­ schrittes, daß die deutschliberale Partei im L a n d e und in der Stadt keineswegs s o hinfällig ist, a ls ihre Gegner ausfchreien und glauben m achen wolle«. Aber auch wenn die liberale Partei ihre Stellung behauptet, so wird es doch nachwirken, daß s ie b e i diesen Wahlen nicht jenen Schwung entfaltet h a t, welcher Siegeszuversicht erweckt. Eine große Partei darf von vorneherein nicht bloß darauf a usge hen, ihren Besitz zu wahren. Im Angriffe liegt der b e js e ri Theil der Vertheidigung und selbst eine m ißlungene Unternehmung zeugt von Selbstvertrauen, w elches a u c h Anderen Vertrauen einflößt. In dieser Beziehung will es scheinen, wurde bei den laufenden W ahlen Manches versäumt, das freilich von langer Hand her hätte vorbereitet werden m üssen. Jetzt se h e n wir die deutschliberalen Abgeordneten, jeder für sich , d e n Kampf aufnehmen und muthig durchfechten und o h n e Zweifel wird auch solche Anstrengung mit Erfolg gekrönt werden. Aber die Partei als so lch e m uh ebenfalls auf dem Plane erscheinen und weithin leuchtend das Banner hochhalten, das für alle Streiter ein Gegenstand der Aufmunterung ist- Die Gegner sind als Parteien in den W ahl» kampf getreten und find als solche über ihre C andi' daten einig geworden. Ein gleiches Vorgehen w urde von der deutschen Partei dießmal unterlassen und s ) schien sie von vorneherein den Standpunkt einzunehm en, nur ihren alten Besitz erhalten zu wollen. Das ist wohl kein Bortheil für die Landtagswahlen in Niederösterreich selbst; noch weniger aber für dir Gesammtpartei im Reiche, welche auch bei d ie s e m Anlasse wieder entwöhnt wird, ihre Blicke n a ch d e r Reichshauptstadt und nach dem Stammlande z u richten und sich an der schwungvollen Haltung ihrer Parteifreunde daselbst ein Muster zu nehm en u n d Aufmunterung zu holen. längs desselben durch den Wald oder etwas links sich haltend durch hohes GraS, zuletzt wieder d u rch Wald in ^ Stunde an den Rand des Alpenplateaus (963 Meter), ein Kreuz kennzeichnet diese Stelle- Eine riesige Alpenwiese breitet sich aus. Ueber d ie Wiese hinab, etwas rechts gehalten, gelangt man z u einem Steig, der rechts durch Wald (prächtiger Ahorn) zu einer zweiten Wiese und durch d ie se in 10 Minuten zum Blutigen Stein (lcrvavi kamen) (920 Meter) einen etwa 1 Meter hohen Kalkbloi mit röthlichen Flecken, auf dessen Spitze das Z eich en I I ' 18 eingemeißelt ist. An diesen Stein knüpft s ic h die Sage eines Grenzstreites, wie sie auch bei anderen Gebirgöorten erzählt wird. Vom Kreuze (963 Meter) führt ein Steig links über die Wiese bei einzelnen Eichen, B uchen und Mehlbeerbäumen vorbei in 10 Minuten zur Waldkirche St. NiklaS (969 Meter), w elche auf einer kleinen Kuppe des nach Nord vorgeschobenen Hohem randeS liegt. Vor derselben ist ein Meßnerhäuschen, das auch als Nachtquartier benützt werden köim te. gegenwärtig aber als Weinkeller dient. Der Kirchen propst, Herr Anton üliiklauüi^, ist auch bereit, gegen Anmeldung für die Verpflegung größerer Gesell­ schaften zu sorgen. .. . Die Thurmaussicht von St. Niklas ist äußerst lohnend. Das Gesichtsfeld von Nordost b,S über Westsüdwest hinaus — etwa- über 170 Grad um - fassend - ist vollkommen frei. Die Aussicht reich. Das Schauspiel aber, welches die vereinigten Gegner der deutschen Partei in Niederösterreich und Wen aufführen, das ist geradezu ein abschreckendes, rin Wien und das niederösterreichische Stammland U nd ihr Ansehen im Reiche schädigendes. Das zersetzende Treiben, welches der Anti­ semitismus begonnen, das hat wohl jetzt seinen Höhepunkt erreicht. Das von Schönerer eingeleitete Werk trägt seine reichen Früchte. Die Mafien treiben der klerikalen Reaction mit vollen Segeln zu. Im Err- und Stammlande der Monarchie, in der Neichs- hauvtstadt, in welcher zuerst die Fahne des Fort- schrilles und der Aufklärung entfaltet wurde, wird Nun der große Kampf neuerdings ausgekämpft werden diese Landtagswahlen sind nur ein Vorspiel des «roken Ringens. Wenn auch die Einsichtigen, die « ild - k n b-, -H.« -i°b- D„»,ch,hum »nd z „ih °i, .-» daran irre geworden, lauft emem trügerischen Scheine H a c h und wie erbittert auch die Führer der anti- liberalen Parteien einander gegenüberstehen — das irreaeleitete Volk schreit doch in emem Athem: „Hoch Eckknerer Hoch Dr- Lueger!» Wie unsinnig das ist es ist doch tatsächlich vorgekommen und unttr diesem Rufe wird für die Candidaten der lämärresten klerikalen Reaction gestimmt, unter diesem Rufe werden die Todtengräber der Freiheit die VertretungSkö-per gewählt. Es ist auf's Dringendste zu wünschen, daß die w der deutschliberalen Partei, welche 2 ntlich nicht einen untröstlichen Erfolg der laufenden L V r " F °lg - haben, bei den allgemeinen Reich«,-Gw-hl-n „-US-m-ch, w -,d-n; dch P - , „ , ^ - aeeiniqt und mit vollem Schwung fchon ?-tzt an die Aufgaben herantritt welche ihr fü r die lö s te n Neichsrathswahlen zufallen. ^ Bekanntlich hielten hier dieser Tage rückschr.tl- ^ ' l e m e n . aller A rt E N ^ e n a n . e n , . ^ - Schneid« die Hauptrolle spielte Unter Anderem wurde ^ich eine Deputation gewählt, die dem Kaiser d-e Wünsche dieses „Kewerbetages" unterbreiten sollte. d h ? n u n allg^eines Aussehen erreg, daß diese ^ k-inen Einlaß m die Wiener Hofburg sie mußte sich über diesen Mißerfolg trösten »'« W i-m - N-m-ind,- „ -Ich-, di- -ns di-,-m .G-w-,b-i»g ' ^ H a n ö im ^ ü b e r Donati, Woifch, Bacher, Vecen die Sannthaler und Julischen Alpen, L -d»-ub-' »°» M -u'14-B.,«- - 2 «b-r d-n Schnob,,, >,-»»»- Da« ,m ,e mit dm «"b Schl-«-,» L M - u m d-, G u.I b-i AinSd bi- ,u ih,-- von der Biegu g 7 ? bei Ra^n bis nahe an Gurkfeld.' Die von Nordost über Süd nach Südwest ist 2 die höheren Partien des Uskoken-Gebirges gedeckt. -?ür di- Besteigung des höchsten Gipfels des . . . , m-k>!Es acht man vom Fuße der Kuppe Ü r Kircke S t . Niklas über die herrlichen Alpenwiesen in 15 Minuten zu den mit Eichen und Erlen ^ Tümpeln von Jezero, wo sich unter Ä r Buche eine gefaßte Quelle befindet. Von Ge- Wald und verwilderten Obstbaumen uber- '2 s e n e Mauerreste werden als die Ruinen eines aus 13 Häusern bestehenden Dorfes bezeichnet. Der Ä?» führt dann durch Wald aufwärts auf eine N . ebene Wies- am Nordwesthang der Schneide, -7«. s an der bewaldeten Schne.de we.ter auf d.e A s . . 'w o Hang aus der Südseite abgeholzt und A s c h -» -" A i p - - w i - I , » d<« d ic h .c h .n G , - ! - » b-d.ck, Durch diese Wiesen, am Waldrande gehend, wi7der durch Wald gelangt man leicht in Ä - r e n V. Stunden (also in 1 Stunde von S t. Attas) auf den höchsten (bis zum Sommer 1889 sammelte gemischte Gesellschaft wunderbarer Weise osficiell begrüßte und zu ihrer Ehrung 4000 Gulden bewilligte. Das übersteigt wirklich Alles, was man von Wiener „Gemütlichkeit", die man schon auszu­ sterben wähnte, erwarten durfte. Für die Anstifter und Helfershelfer jener Elemente welche im letzten Frühjahre die Häuser friedlicher Wiener Bürger plünderten, demolirten, in Brand steckten, votirt der Wiener Gemeinderath 4000 Gulden zum Dank für ihre civilisatorische Thätigkeit. Nun ist den Herren von anderer Seite die richtige Antwort ertheilt und damit zugleich die wirklich unbegreifliche Haltung des Wiener Gemeinderathes in dieser Frage in einer für Jedermann erkennbaren Weise beleuchtet worden. Auch die Mahnung, die der Monarch beim Empfange in Großwardein an den katholischen Elerus richtete: seine Pflichten gegen die Kirche mit denen gegen den Staat in Einklang zu bringen, ist hier allseitig besprochen worden. Wie viel Grund zu einer solchen Mahnung vorhanden ist, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung, das lehrt ja die tägliche Er­ fahrung in unserem politischen Leben. Sind doch die Schäden in dieser Beziehung schon so offenbar ge­ worden, daß ein kaiserlicher Statthalter, der Landes­ präsident von Schlesien, sich an den Bischof der Diöcese, den Fürstbischof von Breslau, gewendet hat, um denselben zu bestimmen, auf die Geistlichen im Sinne des „inneren Friedens'' einzuwirken. „Es hat aber nichts genützt", so höhnen die Zurecht­ gewiesenen. Ein Prediger feierte trotzdem in Troppau bei der Fahnenweihe des flavischen Turnvereines — „ohne Reck und Barren", aber mit einer „Fahne" — in der Kirche das großmährische Reich Swato- pluk's und bedauerte, daß dasselbe untergegangen ist, und er rief seinen Zuhörern zu: „Seid einig und treu der Kirche, dem Glauben, dem König und der Nationalität!" Welchem König? muß man fragen. Ist das keine politische Demonstration in der Kirche? W ill dieser politische Kanzelredner vielleicht nur von Pflichten gegen den „S taat" Swatopluk's Etwas wissen? Es ist weit gekommen. Ob da die „Mahnun­ gen", wenn sie auch aus erhabenem Munde kommen, nächstens helfen werden? Politische W ocheniibersichl. Kaiser Franz Josef wird gelegenheitlich seiner Manöverreisen in Ungarn überall mit Jubel dicht bewaldeten) Gipfel (1181 Meter), auf dessen weiter Fläche die Ruinen der Kirchen 8v. Kora leinst katholisch) nnd 8v. IHa (einst griechisch) stehen. Beide Ruinen siffd von Buchengestrüpp und Buchen umwachsen, im Inneren der noch etwas besser erhaltenen Kirche 8v. II^s. steht ein großer Ahornbaum. Von der zweiten südöstlichen Kuppe des welligen Plateau's (mit einzelnen Buchen bedeckt) genießt man eine freie Aussicht von Nordost über Ost bis Südwest, vom Donatiberg an über Slemen, Gebirge in Gebiete der Una, Kapela und Velebit; über die Thäler der Save und Kulpa. Bei meinem ersten Besuche (9. Juni 1889) waren links von den Ruinen im Gestrüppe deutlich die Spuren der Be­ mühungen früherer Besucher sichtbar, welche hier freie Aussicht erwarteten. M it großem Bedauern muhte auch ich auf jede Aussicht verzichten. Es schien mir sicher, falls es gelänge, hier eine freie, unge­ hinderte Rundschau zu schaffen, so würde ein Aus­ sichtspunkt gewonnen werden, der kaum vom Krainer Schneeberg übertroffen würde, von dem der Blick vom Velebit und den fernen bosnischen Bergen, über das kroatische und südsteirische Gebirge, über die mächtigen Sannthaler und Julischen Alpen bis zu den Dolomiten Tirols und Italiens schweifen könnte, und dabei eine Thalaussicht (Gebiet der Save und Kulpa) bieten würde, wie auf große Entfernung kein zweiter Punkt. (Schluß folgt.) begrüßt. Der Monarch empfing in allen Orten Deputationen, die ihre Loyalität zum Ausdruck brachten. An den Bischof in Großwardein richtete der Kaiser die Mahnung: Der Elerus Ungarns werde auch in Hinkunft seine Pflichten gegen K irche und Staat in Einklang bringen. Der Reichsrathsabgeordnete D r. Rieger über­ reichte dem Ministerpräsidenten Grafen T a affe ein Memorandum, worin die Bedingungen für die Zu­ stimmung der Czechen zum Ausgleich enthalten sind- Als die hauptsächlichste figurirt darunter die „innere czechische Amtssprache". — Hans Kudlich betonte gelegenheitlich der am 8. d. M- in Trautenau stattgefundenen Kudlichdenkmal-Enthüllung, daß ein czechischer Staat weniger ein Bollwerk für Oesterreich, als ein Vorwerk für Rußland wäre. „Dziennik Polski" meldet die Ernennung des Fürsten Sanguszko zum Landmrrschall in Galizien. Der Wiener Gemeinderath erklärte sich mit 64 gegen 33 Stimmen für die administrative Vereinigung der Vororte mit der Großcommune Wien. Der Bauernverein in Salzburg hat seine Firma geändert und nennt sich in Hinkunft „Verein für Recht und Wohlfahrt des Bauernstandes". Derselbe ernannte Hofrath Lienbacher zum Ehren- mitgliede- Die Mitglieder der österreichisch - ungarischen Zollconserenz werden noch im Laufe dieses Monats zusammentreten, um die Berichte der Jnter- nuntiatur in Konstantinopel bezüglich des Standes der Verhandlungen über einen mit der Türkei abzuschließenden Handelsvertrag zur Kenntniß zu nehmen und etwa nöthig werdende Instructionen sür den weiteren Verlauf dieser Unterhandlungen zu berathen. Die Berliner „Norddeutsche allgemeine Zeitung" brachte anläßlich der Kaiserbegegnung in Schlesien einen Begrüßungsartikel, worin sie eine neue Besiegelung der engen Beziehungen, der innigsten Freundschaft und festester Waffenbrüderschaft als alleinigen Zweck des Besuches des Kaisers Franz Josef erblickt. Der Artikel schließt: „Deutschland und Oesterreich-Ungarn, innig vereint und waffen­ mächtig, stellen in enger Verbrüderung mit Italien einen festen Friedenshort dar für die ihren Herr­ schern vertrauenden Völker vom Belt bis zur Adria". Im Canton Tessin ist eine Revolution ausgebrochen. Die conservative Regierung wurde ge­ stürzt und eine provisorische liberale Negierung ein­ gesetzt. Der Bundesrath entsendete eine Commission mit Militärmacht, welcher die Negierung namens deS Bundes übernahm; seine Aufgabe ist es, die frühere Negierung wieder einzusetzen und die Volksabstimmung über die begehrte Verfassungsrevision durchzuführen, deren Verweigerung den Anlaß zur Revolte bot. Der italienische Finanzminister Seismit- Doda hat demissionirt — Am 11. d. M . kam in N om neuerlich eine republikanische Kund­ gebung vor. Der Arbeitercongreß in Brüssel be- schloß, die Agitation für das allgemeine Stimm- recht fortzusetzen. Gelegenheitlich einer bei Wladimir off in Petersburg, welcher auf den General Baran off einen Revolver abfeuerte, vorgenommenen Haus­ durchsuchung wurde ein langes N i h i l i ste nve r- zeichniß aufgefunden; mehrere hohe Beamte sind bloßgestellt; alle Gouverneure sollten ermordet werden. Nach Bericht des officiösen „Nemzet" fand vor Beginn der Arbeiten am eisernen Thore zwischen der ungarischen und serbischen Regierung eine eingehende Erörterung über daS han­ delspolitische Verhältniß der beiden Staaten statt und wurden hiebei namentlich jene Momente in die Berathung einbezogen, welche dazu dienen würden, die wohlwollende Behandlung, welche