53. Kirnstäg" d°n5.Iull ^MtU H^l^^' D l I u r i r n. <^icam29. Juni hicr erfolgte Erderschuttcrung wurde auä) an viclcn anderen Orten besonders längs dcn Uftm des Savestromes wahrgenommen, Vor- , z- König von N ca p cl, in Begleitung Sr. kön. Hoheit des PrinZzcn Leopold von Salrrno, i'.n bcstcn Wohlseyn in unscrcn Maucri^ ein. Aller.-Hö6)st- undHochdiescll'en nahmen IhreAbstcigquarticrc im Gasthofe „zum Erzherzog Carl," und sehten hcute, nachdem die hohen Reisenden die Sehenswürdigkeiten dcr Stadt in Augenschein gcn>.'mmcn hattcn, Ihren W?^ übcr Ischl nach Men sort, (Slzb. ^) 210 M Frankreich. Ein Schreiben aus Toulon vom 12. Juni meldet: Die »Ville de Marseille" und der »Nestor" sind diesen Morgen von der Mündung der Tafna, von wo ?c am 5. d. absegelten, zurückgekommen. Die von denselben mitgebrachten Briefe sind noch nicht ausgc» geben. Man hat aber Folgendes in Erfahrung ge-bracht: Die von den genannten Schiffen an5 Land gesetzten Truppen wurden im Lager mit allen Freudeil bewillkomme. Die »Ville de Marseille", der „Nestor" und der»Scipion" wurden von dem Dampfboot le Brasicr ins Schlepptau genommen, und landeten 3000 Mann. Der Santi Petri und die Hcrminic kämm eben mit noch 1500 Mann an, als die obigm Schisse nach Frankreich absegelten. Die Armee an der Tafna wird durch diese Verstärkungen einen Bestand von 8500 Mann erhalten. Abdel-Kadcr hat sich seit einigen Tagen nicht gezeigt. Eine große Anzahl von Schiffen ist beschäftigt, aus Nachgun reichhaltige De-pots von Kriegsvorrath und Lcbensmittcln einzurichten. (W. Z.) Toulon, 13. Juni. Das von Oran kommende Dam?fboot Chimäre ist heute Nacht aus unsrer Nhedc vor Anker gegangen. Ein Brief aus Oran vom 8. enthält F^enoes: »Das Linienschiff Santi Petri und die Frcgatte Herminie sind mit dcn Kricgsbatail-loncn des Lasten Linicn-Infantcricr>,'gimcnts von Marseille hier eingetroffen. Die Linienschiffe Nestor, Stadt Marseille und Scipio sind ebenfalls mit Truppen angelangt. Ihre Ankunft hat überall Freude verbreitet. Die verbündeten Araber, die erschreckt schienen, sind jetzt ganz zufrieden und geneigt, uns auf alle Art zu unterstützen. Sie haben schon eine Mcnge Camchle und Maulthicre zu unsrer Verfügung gestellt. Man hat an die Tafna alle Transportmittel geschickt; H Dampfbootc sind dahin abgegangen, und haben die Kriegsschiffe nach der Insel Nachgun zurückgeschlcppt. General Bugeaud ist am 6. an der Mündung der Tafna angekommen und ans Land gestiegen. Er hat sogleich das Commando der Armee an die Stelle des Generalsd'ArlangcZ übernommen,deraufdem Dampfboote Namier von Nachgun angekommen ist. Er soll !.n Commando der Militärdivision von Oran durch dcnBaron Letang, der kürzlich zum Marshal dc Camp ernannt wurde, ersetzt werden. Man scheint, bevor man gcgen Addel-Kadcr ausrückt,.die übrigens schon - weit vorgerückten Befesti,Mgswerke des Lagers vollenden zu wollen. An ^cbcnsmittcln und Munition ist Fein Mangel. Ein Theil dcr Streitkräftc Abdcl-Kaders soll sich auf, der Seite von Mazagram gezeigt habcn, das von den cuchmnischcn Freunden bereits, geräumt war. Dcr Emir habe ün Sinne gehabt, di« noch unentschiedene Stämme zu zwingen, die Waffen sür ihn zu ergreifen. Trotz aller seiner Bemühungen läßt sich aber annehmen, daß seine Armee sich schrve«, mindern wird, da man sich keinen Begriff machen kann, wie bestürzt seine Anhänger wurden, als sie den Bewegungen dcr Linienschisse, zm Landung dcr an ihrem Bord befindlichen Truppen erblickten." (Mg. Z.) Das Journal de Paris vom 22. Juni enthält fol-gende Nachrichten aus Afrika: »Der Capittn der Lionnt hat Nachrichten von dcrArmcevom16. Juni gebracht. Der General Bugcaud war an der Spitze seiner Trup. pen glücklich" aus dem Lager dcr Tafna hervorgerückt. Er hatte den Feind in verschiedenen Gefechten geschlagen und war nach Oran gelangt, wo er Transports mittcl höhlte. Er wollte ins Lager der Tafna zurück, kehren und von da nach Tlemsen (Tremeccn) ausbr». chen, um die dortige Besatzung zu vcrproviantiren." Der Ost. Beobachter vom 1. Juli meldet Fol-gendes: So eben am Schlüsse unseres Blattes erhalten wir aus Straßburg folgende telegraphische Dcpe. sche aus Paris vom 26. Juni, 1 Uhr nach Mitter-nacht: »Der König ist einer neuen Gcsahr entgangen. Ein Individuum hat auf Sc. Majestät, geschossen; d« Schuß hat aber nicht getroffen. Der Mörder ist vcr-haftet. Paris ist übcr diese Frcvelthat empört; Ordnung herrscht allenthalben." (Ost. B.) , Man schreibt aus Oran: Fortwährend gehen dn» Corps an der Tafnamündung Kriegsvorräthe zu. Die Ankunft des Generals Bugcaud mit Verstärkungen hat Aller Hoffnungen neu belebt. Allgemeiner Jubel füllte das Lager, als man erfuhr, das vier Linienschiffe und eine Fregatte mit 5000 Mann angelangt scycn. Die Feinde schienen, als sie dieß vernahmen, von Schrecken erfüllt. Die uns befreundeten Araber liefern Camchlc zum Transport des Gepäckes. Die Jahreszeit ist günstig, leider aber haben unsere arabischen Verbündtten noch nicht Zeit gehabt, ihrcn Feldertrag einzubringen, so daß sie bedeutenden Verlust zu befürchten haben. Abdel-Kadcr ist auf das Einigste bemüht, feine Heeres macht zu verstärken. (W. 3.) H p a n i e n. Das Journal des Dcbats enthält folgendes Schreiben aus Madrid vom 11. Juni. »Ihre MaMt die Königinn-Negintinn hat gcstern, nachdem sie einer Revue, wobei zwei Bataillons, die ihren Namen füh-rcn, vor dem General Cordova im Feuer exercirten, beigewohnt hatte, dem Mwistcrconscil cm glänzendes Gastmahl gegeben. Seit linger Zeit hatte keine ahn- 211 liche Versammlung Statt gefunden; außer den Ministern, speisten auch der General Cordova' und verschiedene Personen Volt. Hofe bei der Königinn. — In der Armee haben mehrere Promotionen Statt gefunden; die Marechaux-dc-Camp Button, San-Miguel und Soria sind zu Generallieutenants ernannt worden; der General Quiroga, der in dcm Gencral-capilantt von Granada durch den General Lopez-Ba-nos ersetzt wird, soll dcm Vernehmen zufolge ein Commando bei der Nordarmee erhalten. — Man versichert, General Cordova, der schon früher zur Armee abgehen wollte, warte nur noch auf die Ankunft des neuen Kriegsministers, General D. Santiago Men-dcz - Vigo. Die Königinn-Negentinn hat die. Erziehung der Königinn Isabella II. und der Infantirm Donna Maria Ferdinanda einem Geistlichen, Namens Cabo-Ne» luz, übertragen. __ Der Commandant des 8ten car-Mschcn Bataillons, D. E. Power, ist mit einem Theile der Mannschaft dieses Bataillons zu den Christines übergegangen und in Pamplona angekommen. Der übngc Theil des Bataillons hat sich zerstreut. Cabrera soll dcm General Rotten, der in Nieder-«rragonien commandirt, zu wissen gethan haben, daß wenn seine Truppen nicht gleich denen der Nordar-mce der Wohlthat der Elliotschen Convention theilhaftig anerkannt werden sollten, die 600 Gefangenen, die Waldes in der letzten Affaire (bei Daroca) verloren hat, das Schicksal der 50 Ossiziere, die sogleich erschossen worden sind, erleiden würden. — Mina soll krank seyn, und den Doctor Lallcmand (aus Montpellier) haben rufen lassen. Ein Journal macht die Bemerkung, daß Mina immer krank wird, wenn ein kritischer Moment in seiner politischen Stellung eintritt.. Ein Schreiben aus Madrid vom 11. Juni (im MemorialBordclais) enthalt curiose Details über einen Besuch, den die Königinn von Spanien der Nordarmee zu machen gedenke: »Es scheint," heißt es in diesem Schreiben, »daß die Königinn auf den Rath des Oberbefehlshabers der Armee nächstens abreisen wird, um die Truppen, die seit beinahe dreiI.ch.-ren sür sie kämpfen, in dcrNähc von Vittoria zu mustern, und eigenhändig Belohnungen unter sie auszutheilen. Die jungc Iftbclla, so nie ihre Schwär, und der Infant Don Franzisco de Paula sollen die ^eise mitmachen, die mit einem, seit der Einführung dcr Bourbon'schcn Dyiastic in Castilien, unerhörtem Lurüö und Gepränge ausgeführt werden soU. Der Premierminister und der Kriegsminister nebst sämmtlichen Mirglicdcrn des Ncgcntschaftsrathes, der Pattiarchbon Indien und der crwäylte E^bischos von Toledo wexden Ihre Majestät begleiten. _ Eine grofe Deputation der spanischen Grandezza wird sich an den Zug der Rcgcntinn anschließen; die dienstthuenden Kämmerer und Kammerjunker des Schlosses, die hohen Würdcn< träger von Castilien, in ihrer vollen traditionellen Et> kette; die Mästrantes von Sevilla, Granada, Va-lencia, Saragossa und Ronda sollen eingeladen wnv den, Ihre Majestät, nach der alten Vorschrift dieser Corporations für den Fall, wenn die Könige von Eastilien zu Felde ziehen, zu folgen; auch die Commandeurs der Militärorden sollen die Königinn begleiten. Man glaubte, daß sich der Hos nach der Revue der Truppen, wobei der General Cordova cine glänzende Nolle spielen soll, nach Vurgos begeben wc>> de, wo die Ceremonie der Krönung der Königinn Is^ bella mit großer Feierlichkeit Statt finden soll. (Ost. B.) Madrid, 11. Juni. General Cordova besin-dct sich fortwährend hier, und scheint nicht eher zur Nordarmec zurückgehen zu wollen, als bis der Brigadier Don Santiago Mendez Vigo von dort hier ein« getroffen seyn wird; dieser ist nämlich, auf den ausdrücklichen Wunsch Cordova's, aufgefordert worden, das Kriegsministerium zu übernehmen, und, bevor er es antritt, wünscht Cordova noch über verschiedene Gegenstände feste Abrede mit ihm zu treffen. (Allq. Z.) Ein Schreiben aus Madrid vom 12. Juni spricht von beunruhigenden Nachrichten aus Catalo men, Arragonicn und Valencia, und erneuert das Gerücht von einer beabsichtigten Trennung dieser drei Pro-' vinzcn. Ähnliches sagt die Gazette de France in einem Schreiben aus Saragossa vom 1.9^; die Madrider Zeitungen sprechen bloß von einer Adresse der Natio^ nalgardc von Saragossa gegen das neue Ministerium, welches dafür den Civil-Gouverneur dieser Stadt ab« Zusetzen beschloß. Aus dcm Hauptquartier, der, brittischen Legion in San Sebastian gehen die directen Nachrichten in englischen Blättern bis zum 9. Juni: Cie enthalten nachträgliche Mittheilungen iiber die Gefechte vom 6. und 8. Juni, von welchem letzteren die Nachrich, ten aus Bayonnc imAUgcmeinen schon berichtet haben. Am 6. verloren die Engländer und Spanier zusam, men 64 Todte und 143 Verwundete, außer 8 verwundeten englischen und 10 spanischen Ossizieren. Sechs Soldaten von der brittischen Legion und drci Chaptlgor-ris sind von denCarlisten gefangen genommen, und anael-« lich aufgrausamc Weise erschossen worden. Das Gefecht am 8. wurde durch einen Angriff auf die Stellung deß Lord John Hay, oberhalb des Passage, auf dcn HölM 212 von Azquibal eröffnet der jedoch unverzüglich zurückgeschlagen wurde. (W. Z.) Bayonne, 16. Juni. Das Hauptquartier des Don Carlos ist fortwährend zu Villaftanca. Die Unthätigkeit der beiden kriegführenden Parteien scheint nicht mehr lange dauern zu sollen. Cordova wird bald von Madrid zurückerwartet. General Bcrnellc, der in den letzten Tagen die Linie von Valcarlos inspizir-te, ist nach Pamplona zurückgekehrt. Die Carlisien lassen um jeden Preis an der Gränze Getreide und Mais gegen baare Bezahlung einkaufen. General Evans klagt udcr die geringe Unterstützung, die er von dem General Cordova und selbst dem General Bcr-nelle erhalte, der sich seinerseits ebenfalls beschwert. Nur die Rückkunft Cordova's von Madrid und ein entscheidender Schlag gegen Don Carlos kann diesen Klagen ein Ende machen. Nachrichten aus Vittona vom 11. Juni melden, daß der zum Kriegsminister ernannte General Men-dez-Vigo von da am 10. nach Madrid abgereist ist. Cordova erwartete ihn daselbst, und sollte am 16. abreisen. Man hat eine Brigade nach Nieder-Arrago-nien geschickt. Es hat noch kein Gefecht statt gefunden. General Villa-Real hat das Commando der carlistischen Armee während der Abwesenheit Eguia'Z, der sich in ein Bad begeben hat, übernommen. Das Journal de Paris vom 22. Juni gibt fol-gende Nachrichten aus Spanien: »Eine Depesche au? Bavonne meldet, daß die carlistischen Chefs am 16. Juni dem Don Carlos erklärt haben, baß die Truppen, da sie nicht mehr subsistircn können, entschlossen seyen, aufzubrechen, und in Arragonicn zu opcriren. Man hat sie durch Bcrtheilung der Kornreserven, der Amescoas zu beschwichtigen gesucht; aber am 13. Iu-ki sollte ein neuer Kriegsrath gehalten werden.* ^_ Hlc Quotidimnc bestreitet diese Nachrichten mit fol-s.e:-dc:i Bemerkungen: »Diese Depcfche, von der Al't d^jcuigen, die unsere Bullctinsschreiber zum Gespött von aanz Europa gemacht haben, wird, gleich so vielen andern, aus dem Gcklatsch an der Gränze geschöpft worden seyn. Der Gedanke, eine Armee von20,0A> Mann, die ihre Positionen nicht ohne Gefahr verlassen könnte, selbst wenn sie es wollte, aufs Maraudirm ausziehen zu lassen, ist ganz ihrer würdig. Wenn ihre Unwissenheit nicht eben so groß wäre, als ihr böscr Wille, so würden sie wissen, daß die drei Provinzen, und namentlich Guipuzcoa hinreichende Subsistenzmit-tcl für die königlichen Truppen liefern, welche übrigens, da sie einen intcgrircnden Theil der Bevölke- rung ausmachen, die Consumtion nicht wesentlich vermehren. Was zu diesem Märchen Anlaß gegeben ha^ ben mag, ist der Ankauf einer bedeutenden Quantität von Getreide an der Gränze, der unlängst Statt gc funden hat und die Conccntrirung der Truppen, wcl-che die englischen Linien vor S. Sebastian beobachten, nothwendig machte." __ Schließlich erklärt die Quo- tidicnne das Ganze für eine honnete Börsenspeculation, um die spanischen Fonds in die Höhe zu treiben. W o r t u g a l. Englische Vlättcr melden aus Lissabon vom w. Juni: Die Auflösung der Cortcs hat einen üblen Eindruck imPublicum gemacht, um so mehr, als man meint, die Minister hätten diese Crisis leicht durch Vor. ficht vermeiden können, wenn sie die Gründe der Ne-siatigung des Prinzen im Ober-Commando in einer ge-hcimc-n Sitzung angegeben hätten. Offenbar haben die DcMirtcn diese Rücksichtslosigkeit übel genommen, und dennoch würde die Sache vielleicht mit Stillschwri--gen Übergängen worden seyn, hätte Hr. Passos sich nicht von der Hitze des Auqenb icks hinrcißcn lassen. Man halt das unüberlegte Benehmen des Hm. Passos für das Werk einer Partei, welche Hrn. Frcire auS dem Cabinette stoßen und den Grafen Villareal im auswärtigen Amte durch den Herzog von Palmella er-setzen will. Der Prinz will am 29. d. in Begleitung des Hrn. van de Weyer eine Reise nach Porto, B?aga und den nördlichen Provinzen überhaupt unternehmen. Gras Lavradio hat einen Wink erhalten, stinen Posten in Madrid anzutreten, scheint aber Lissabon nicht ver. lassen zu wollen. Mit den Finanzen geht eö zienM» gut. Hr. Silva Carvalho bat sich mit mehreren Ca-pitalisten in Verbindung gesetzt und in dcr letzten Wo-che über 100,000 Psund für Rückstände bezahlt. Am 15. b. wurden 1574 Contos Papiergeld verbrannt. Das Dampfschiff Transit, welches so eben von hier abgeht, hat Cadiz, Malaga und Gibraltar berührt, an welchem letzteren Orte es Hrn. Zea-Bermudez und dessen Familie ans Land setzte. ,(W. Z.) O roßdritanni en. In der Sitzung des Oberhauses am 55. Juni trug der Herzog von Richmond darauf an, d „ß inBc^ zichung auf die Eisenbahnen-Bills untersucht werden solle, ob nicht die Durchfahrt von Dampswa^en durch die bevölkerten Städtc gefährlich fty. In der Grafschaft Lancaster sind in Gegenwart mehrerer Lan'i wkche, Wer-suche mit einem sehr wirksamen Dampspslu,q gemacht worden. Gegen 6 Morgen rohen Moorgrundcs wur< den in wenigen Stunden gepflügt. Es wurden Scholl lcn von 1« ZoÜ Brcitc und 3'Zoll Dicke vollständig und ganz genau umgelegt. (W. Z.) Nevatteur: Lr. d'av< Deinrich. Verleger: Mna? M. Vvler d. Rlei,l,llaz,r.