Vri,,weraiionrpreise: Ävr Laibach: . . . » fi. 10 kr. . . . 1 . ro. ««q-rrig. . . r . ,o. »«--tiiq . . . - . 7» . Mit ver Post: -r-. . . . » . s« , »«eljjhrig. . . i, . vr. Anstellung iu> Haus viertel-jähng ,5 kr., monallis 9 kr. Enjelne «ummern « kr. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. N t i> a i> > i c «: «ahnhosgasie »tr. »L». Lrprditi«« ««» Zusrrate,-Lureaii: Sin-rchplatz Nr. 81 iBuchh-ndln», von 3. v.KleinmanrLF. Bamberz>, Z«scrliov»r"ise: Kür die einsPaltize Pclitzeile z kr. bei zweimaliger Einick^lüinq L Skr dreimal r 7 !r. Jniertien«>!iemrel iedeSmal A> kr. Lei gr-heren Inseraten und cs!ere> EinILallung enriprechender Radatt. Nr. 37. DonnerMg, Io Februar 1872. — Morgen: Inliana. ö. Jahrgang. Die Schwurgerichte sitr die Lzechen-,resse. Wir haben vor kurzem über eine Eingabe der Prager Oberstaatsanwaltschaft an das böhmische Oberlandesgericht gesprochen, worin auf die czechi-schen Geschwornen hingewiesen wurde, die ber den schreiendsten Gesetzesverletzungen durch die oppositionelle Presse nie eine Schuld zu entdecken vermochten, und worin unter Berufung auf die notorische Befangenheit derselben und auf den Terrorismus, der dvn der Partei geübt wird, der Antrag gestellt wurde, für die durch die Prager Presse begangenen Übertretungen möge von Fall zu Fall durch das «Hmischr Oberlandesgericht ein anderes unbefangenes Schwurgericht bestimmt werden. Das böhmische Oberlandesgericht ist nun nicht blos im allgemeinen auf den Antrag des Oberstaatsanwaltes tingegangen, sondern hat auch schon sofort für die erste Schwurgerichtsperiode das Preßgericht zu Eger für dir Aburtheilung des gegen die Prager „Politik" anhängigen Preßprozefses bestimmt. Da aber bei der czechischen Presse als verantwortlicher Redakteur gewöhnlich irgend ein besser bezahlter Diener oder Hausknecht gleichsam als Prügelknabe fungirt, so wurde die Anklage diesmal äqch gegen den Eigen-thümer des Blattes und de» Druckfaktor erhoben. Kein deutsches Blatt hat sich bedingungslos für eine solche, nur durch die härteste Nothwendig-kit gebotene Maßregel ausgesprochen, und man wird sich auch dann nicht für eine solche Abweichung von der gewöhnlichen Norm begeistern können, wenn man sich angesichts des heillosen Gezeters darob in den ^echischen Blättern ins Gedächtniß zurückruft, mit welcher Tollwuth die Czechen im Prager Rathhaussaale bei Gelegenheit, als die erste Jahresliste der Geschwornen entworfen wurde, alles auSgemärzt haben, was den Deutschen die Möglichkeit einer halbwegs anständigen und gerechten Vertretung unter den Geschwornen Prags hätte gewähren können. Niemand hat übrigens erwartet, die Czechen wurden die ihnen drohende Maßregel stillschweigend hinnehmen. Alle Welt kennt ihre Sucht Skandal zu machen, sich als politische Märtyrer dem öffentlichen Mitleid zu empfehlen, ihr systematisches Streben, die Aufrichtigkeit und den Freimuth der gegenwärtigen Regierungsmänner zu verdächtigen. Es war darum auch vorauszusehen, daß sie mit Hast nach diesem Anlaß greifen werden, um ihn für sich politisch zu verwerthen. Beten sie doch tagtäglich, wie die junkerlichen und klerikalen Spießgesellen Hohenwarts seiner Zeit in Wien um einen VolkSaufstand, so um ein bischen Belagerungszustand, um die Unterdrückungs-und Lersolgungswuth des deutschen Regiments gegen das arme Czechenvolk so recht an den Pranger stellen zu können. Schon jetzt schleudern sie dem Ministerium den Vorwurf zu, es handle wider das Gesetz, lediglich um die Oppositiouspresse zu unterdrücken, es verunglimpfe durch diesen gewaltthätigen Vorgang das gellende Recht, blos um schnöden Rachedurst zu stillen. Sie vergessen dabei nur eines, daß weder ein einzelner Minister, noch das Ministerium als Körperschaft sich mit dem Vorgänge zu schaffen macht, ja in der That auch nicht befugt wäre, da die richterliche Gewalt in Oesterreich unabhängig ist. Auch verschlägt es bei den Herren Czechen gar nichts, daß e« sich nur um einen Fall der Justizpfleg« handelt, der durch die Gerichtsordnung unzweideutig geregelt ist; nach Paragraf 49 derselben ist eben das böhmische Oberlandesgericht ausschließlich dazu berufen, über diesen Fall zu entscheiden, und das Ministerium würde sich durch eine Einflußnahme auf seine Entschließung einer Überschreitung seiner Befugnisse, eines Rechtsbruches schuldig machen. Freilich dürften die leitenden Grundsätze der modernen Staatsverwaltung, die dem Richterstande dir weitgehendste Unabhängigkeit sichern, sowie die deSfallsigen Bestimmungen der Strafprozeßordnung dem Lesepublikum der Czechenpresse nicht so genau bekannt sein, darum kann man es schon darauf ankommen lassen, ihm mit der gehörigen Zugabe von Frechheit weiß zu machen, die Regierung und ihre Organe hätten sich durch die Delegirung eines Schwurgerichtes außerhalb Prag eines fluchwürdigen Verbrechens schuldig gemacht, und wenn dann noch mit dem gehörigen Nachdrucke beigefügt wird, die Herren der czechischen Presse würden sich „nur gebunden vor die delegirten Schwurgerichte schleppen lassen," so thut das bri Gevatter Schneider und Handschuhmacher natürlich ungeheuere Wirkung. Einer der Hauptpunkte des in der Thronrede verkündeten Regierungsprogrammes war bekanntlich der feste Wille, dem Gesetze auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Achtung zu verschaffen. Wer nun das unwürdige Possenspiel kennt, welches die Czechen mit der Verfassung und mit dem aus ihr fließenden Rechten unausgesetzt treiben, wer da weiß, daß das Prager Geschwornen gericht schon durch seine systematische Ausschließung der Deutschen aus den Geschwornenlisten, also durch die Art seiner Zusammensetzung ein Hohn und eine Verletzung alles öffentlichen RechtSgefühleS in sich begreift; wer da weiß, daß die Prager Jury dnrch ihre hartnäckigen, einstimmigen „Wahrsprüche" auf „nichtschuldig" bei offen zu Tage liegender Schuld zum Spott und Skandal der ganzen Welt geworden, der wird die gesetzlich ohnehin unanfechtbare Delegirung ies Egerer PreßgerichteS als eine gerechte, wenn auch nur von der härtesten Nothwendigkeit gebotene Maßregel be» trachten müssen. Kein Staatswesen darf es dulden, daß auf Grundlage der Verfassung von denjenigen, welche diese leugnen, eine Preßfrrchheit geübt werde, deren Programm es ist, Recht und Gesetz ungestraft zu verhöhnen. Die oberste Justizbehörde in Böhmen durfte nicht länger darnach fragen, ob die getroffene Maßregel auch politisch klug, sie durste nur fragen, wa- die ungeschmälerte Aufrechterhaltung von Recht KemLelon. Die Frau als Lehrer. (Fortsetzung.) Hier stellt sich der schalkhafte Meister mit seinem Lobe auf die Seite der Stillstehenden — er, der sonst am liebsten im Anschauen de- Werde-Stromes schwelgt, „der flutheiü strömt gesteigerte Gestalten." Zu Zeiten ist aber dafür gesorgt, daß selbst rin ironische- Lob kein Verständniß mehr findet. Die großartigst»» Ereignisse haben nun das Prinzip des Stillstandes auf der ganzen Erde wieder einmal gebrochen, und dem wäre heute die glatte Selbstgefälligkeit der durch boshafte Schicksals-Ironie hie und da auf Kanzel und Lehrstuhl allzulang erhaltenen Unbildung noch erträglich, oder das Drohen der Ohnmacht furchtbar, welche sich dir Werkzeuge einer bequemen Dchlaraffen-Hcrrfchaft nur wider-strrbrnd rntrrißrn läßt? Und doch — was ist denn in Europa schoy geschehen, vom Staate odrr von der Gefrllfchast, -wrlchr große Maßrrgrl ist denn schon ergriffen oder auch ernstlich ins Auge gefaßt worden, um die Beschaffenheit jenes großen Werkzeuges menschlicher Fortbildung, der Schule, in der Weise zu vervollkommnen, seine Wirksamkeit in dem Grade zu strigrrn, wie eS nicht nur überhaupt der geistige Zustand der Menschheit zu seiner eigenen Sicherung erfordert, sondern wie es auch schon für jeden größeren Staat da» Gebot der Selbsterhaltung vorschreibt? Was hat man denn schon zur Verbesserung der materiellen Stellung der Bolkslehrer gethan? So gut wie gar nichts! Und diese Stellung ist doch die Grundlage aller Wirksamkeit. Will sich denn der maß- und gesetzgebende Theil der europäischen Gesellschaft wirklich und mit Bewußtsein in dem Grade erniedrigen, daß er vom Lehrstande eine himmrlswürdige Selbstaufopferung verlangt und sich das Schauspiel vorbehält, den Kampf zwischen den edelsten, das heißt gemeinnützigsten menschlichen Strebungen und den Trieben der thierischen Selbsterhaltung mit herzlosem Blick zu beobachten — innerlich gekitzelt vielleicht, daß man selber nicht gleich dumm war, oder Gottlob das Gleiche zu thun nicht nöthig hat. Das materielle Schulmeister-Elend des Nähern auSzumalen ist überflüssig; sehr anschaulich schildert unser Schristchen aber auch das trübselige geistige Los des LehrstandeS: „Selbst wenn die äußere Stellung desselben eine glänzende und erträgliche wäre, immer erhielte sie eine innere Bedingung, die bei gleichem Anbote jeden Mann von einigem Talente abhalten würde, nach ihr zu greifen, und dies ist die geisttödtende, dem Wesen des Mannes nach heutigen Begriffen und Fortschritten unangenehme Art der Thätigkeit. Welchem Manne von Geist und Selbstgefühl, welchem kräftigen und talentvollen Jünglinge möchten wir zumuthen, srin ganze- Leben im Umgang« einer Dorf- oder Stadt-Jugend zuzu-bringen, deren Förderung für den Lehrenden selbst gar keinen Fortschritt mit sich bringt, und welche unabänderlich durch die Tretmühle de- Alfabet- und Einmalein- zu leiten die mit jedem im Orte neu Geborenen sich erneuernde Aufgabe ist! Er muß dabei nicht blo» geistig zu Grunde gehen, sondern der Muthwille und dir Widerspenstigkeiten, denen er nur mit Ungeduld und Unmuth zu begegnen weiß, die er al« Mann viel zu ernst aufnimmt, und Gesetz erfordern. Das Recht hatte sie ohne Frage auf ihrer Seite, wenn sie den Prager Ge-schwornen Gewissen und Eidestreue aberkannte und dieselben für unfähig erklärte, ein gerechtes Urtheil zu fällen. Politische Rundschau. Laibach, 15. Februar. Inland. Nach der Zuweisung des Nothwahl-gesetzes an den Verfafsnngsausfchuß zur Vorbera-thung schritt das Abgeordnetenhaus in der Dienstagssitzung zur Wahl des Ausschusses wegen Aufhebung des Legalisiruugszwanges. Das Ergebniß derselben ist ein solches, daß mit Grund angenommen werden kann, die Majorität des Ausschusses werde bei allen Bedenken gegen den Legalisirungszwang das Ansehen des Reichsrathes nicht dadurch blosstellen, daß ein eben erst ins Leben tretendes Gesetz, wie die Grundbuchsordnung, zu den Todten geworfen werde. Eine andere Wahl betraf die Besetzung zweier Richter-stellen im Staatsgerichtshofe, welche durch den Tod des Dr. Kandler in Triest und durch die Wiederwahl des Dr. Kaiser in den Reichsrath erledigt worden waren. Die eine Wahl fiel aus den Dr. Rabl in Triest, einen deutsch- und verfassungstreu gesinnten Parteimann, die andere Wahl aber auf den schlesischen Landeshauptmann Grafen Kuenburg. Das Herrenhaus tritt morgen zu einer Sitzung zusammen, in welcher der Gesetzentwurf betreffs der Rekrutenbewilligung für das Jahr 1872 und außerdem eine ganze Reihe von Borlagen erledigt werden wird, die von dem Abgeordnetenhause schon angenommen worden sind. Von den polnischen Blättern erklärt der „Dzien-nik Polski" das Elaborat des Sub-Komitee's in seiner gegenwärtigen Gestalt für nicht annehmbar und blos geeignet für ein Substrat zu weiteren Verhandlungen im Verfafsungsausschusse. Dessenungeachtet läßt sich das Blatt ans Wien telegrasiren, „daß an einem Zustandekommen des Ausgleiches von keiner Seite mehr gezweifelt wird." Der „Czas" will den Verhandlungen nicht vorgreifen und die Bestimmung der Grenze, innerhalb welcher von den Forderungen nachgelassen werden soll, vertrauensvoll dem Ermessen der polnischen Abgeordneten auheim-slellen. Der „Kraj" spricht zuversichtlich die Erwartung aus, das Elaborat werde noch im Versassungsansschusse einer mehrfachen Aendernng zu Gunsten der Polen unterliegen und ermuntert die Abgeordneten zu beharrlicher Ausdauer in deu bevorstehenden Verhandlnngen. Von den czechischen Blättern wird, wie nicht anders zu erwarten, das Elaborat des Sub-Komitees mit Hohn uud Spott überschüttet und spitzt sich die czechische Analyse des Elaborates zu der seit dem Beginn der ReichürathSsession nnablässig nnd in allen Tonarten an die Polen gerichteten Anffor-dcrnng zu, den ReichSrath zu verlassen, um aus den —— verderben sein Gemüth. Die Erfahrungen, die er an einer übermüthig ausgelasseuen Jugend macht, verletzen ihn und machen ihn endlich bitter, aber nicht weise; und wer sich in den Reihen dieser armen, geplagten Mäuner umsieht, wird sich überzeugen, daß es keinen grimmigere» Menschenfeind gibt, als den alten Schulmeister, dessen Haß sich an der Kindheit emporringelt." Alles sehr wahr! Und es ist hiemit nicht nur das böse Schicksal des Volkslehrers gezeichnet Der Lehrer ists auch wieder, der nicht nur vom Uebermuth der Reichen und Mächtigen, dessen Wirkung in der Schule schon Aristoteles beklagt, die deutlichste Vorstellung durch eigene Empfindungen erhält, sondern auch von ihrer Herzenshärte nnd Gefühlsroheit, für welch- das opfervolle Leben, die gläubige Hingabe des Lehrers an die Ziele edlerer Menschlichkeit meist doch nur eiue lächerliche Thorheit sind. Und gelingt eS selbst dem Lehrer nud Erzieher, in der vollsten und schönsten lieber-einstimmung, in dem Maße, wie sie zwischen Lehrer und Schüler oder Schülerin möglich ist, ans diesen das Wünschenöwertheste, das schön Vollendete zu Händen der Ezechen die reichen Spenden der Fun-damental-Artikel zu empfangen. Bemerkenswerth ist dabei nur, daß die ezechischcn Blätter, welche nicht umhin können, auch die Hohenwart'sche Vorlage als nach ihren Anschauungen vollkommen unzureichend zu verwerfen, erzählen, Graf Hohenwart habe es mit seiner galizischen Vorlage gar nicht ernst gemeint, er habe dieselbe in der Voraussicht, sie werde abgelehut werden, nur eingebracht, um zu zeigen, daß die Verfassungspartei den Ausgleich nicht wolle. Anstand. Die „Nords. Ag." bringt einen heftigen Artikel gegen die „Kreuzzeitung," weil diese eine Aeußerung Bismarcks als Anerkennung der absoluten Majoritäts-Herrschaft stempelt, das Prinzip der Solidarität im Krourathe bestreitet und den Minister-Präsidenten verdächtigt, das christliche Bekenntnis; anzufeinden, während dieser doch nnr die einfache Wahrheit ausgesprochen habe, daß ein Staat wie Preußeu nicht konfessionell sein könne. Die preußische Regierung könne die gleichberechtigten Ansprüche einzelner Konfessionen gegenüber der unmögliche» Ausgabe, allen konfessionellen Anforderungen gerecht zu werden, nicht erfüllen. Wer darum ihren christlichen Charakter bestreiten wolle, wende sich an die urtheilslose Masse und habe revolutionäre Tendenzen. Die „Kreuzzeitung" habe unter unfähiger Leitung und in impotenter Verkommenheit sich kritiklos den ultramontanen und politischen Strömungen hingegeben. Eine Kölner Korrespondenz der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" sagt: Wenn die Staatsregie-rung nicht Vorkehrungen treffe, werde es über kurz oder lang in der Rheinprovinz innere Unruhen geben. Diese Haltung des offiziösen Bis-marck'schen Blattes ist außerordentlich bemerkeus-werth, sie zeigt in der unzweideutigsten Weise, daß das Tafeltuch zwischen Bismarck und deu Ultramon-tanen cntzwcigeschnitten ist. Die Einführung des Reichs ge setzes über die Verpflichtung der Elsässer zum Kriegsdienst sicht nahe bevor. Das Bedürfnis;, die Gemüther zu beschwichtigen, veranlagt die „Elsässer Korrespondenz" zu einem tröstenden Artikel, in welchem sie u. a. sagt: „In Deutschland ist die Armee eine Schule der Männer. Die Gesetzgebung zielt darauf hin, alle Schichten der Naliou, ohne Ausnahme, durch diese Schule hindurchgeheu zu lasse». Die Elsässer uud Lothringer sind Angehörige der Nation und deshalb sollen sie Theil nehmen an allen Institutionen derselben. Wer aber ein Glied der deutschen Nation nicht sein will, für den ist durch die Option Gelegenheit gegeben, sich den mit dieser Mitgliedschaft verbundenen Pflichten zu cutziehen. In dieser Schule lernt man nicht nur die Waffen trage», man lernt auch die neuen Volksgenossen und ihre Einrichtungen kennen, man schleift nirgends wirksamer die Vorurtheile ab, welche die Deutscheu als „dumme Schwaben" und die allgemeine Wehr- schasfen, so hat er uuter alle» Umständen, wie man zu sage» pflegt, schließlich nnr das Nachsehen, nnd je mehr er ans Eigenem hergegeben, nm jenes der Welt WünschenSwerthe zu bilden, um so trostloser empfindet er die Leere im eigenen Innern, welche das Losreißen des Gegenstandes feiner liebevollen Bemühung zurücklaßt. Auch hier wieder für viele eine Quelle des Trübsinns. Drum läßt der große Meister — um ihn heute zum drittenmale zu zitireu — in feiner „natürlichen Tochter" von der Heldin sagen: Ihr aller, erster, hochgeliebter Freund Und Lehrer wolntt, von dieser Stadt entsernt, Verschränkt in Trübsinn, Krankheit. Mensche,was,. Da hilft vor der Hand nichts als — ein sera-fisches Gemüth, uud darum eben läßt Göthe wohlweislich die zu unterrichtenden Knaben nicht etwa im HestAtivUZ, dem Mystiker, oder im ?ator kr0Üm<1u8, dem Mlosofen, oder im Dootor Lluriu-mis,'dem Theologe», eine Stätte finden, sondern allein iin katsr 86rapdieu8, dem .Liebenden." Daß von Anfang an die freie Widmung an den Berns Pflicht als ein schreckliches Gespenst erscheinen lassen" Und gerade des wirksamsten Mittels, um die Köpfe zu klären, die Gemüther zu gewinnen, sollte man sich entschlagen?" Das feudale „Vaterland" stößt wieder einmal einen Schmerzensschrei ans über die beispiellose jlld-terdrückuug und Vergewaltigung, dereu Gegenstand die ueueruaunte» italienischen Bischöfe von Seite der italienischen Regieruug sein sollen. Unter» drückungen, für welche unempfindlich zu seiu den katholischen Mächten zum Vorwurf gemacht wird. Worin besteht aber diese „Tyrannei'?" Zufällig ist ein ungarisches Blatt in der Lage, hierüber authentischen Ausschluß ge'oen zu köuueu. Die italienische Regierung verlangt von den neuernannten — vom Papste ernannten — Bischöfen, daß sie sich über ihre Ernennuug legimnire». Dabei istsie so konuivent, daß sie nicht einmal die Vorweisung eines besonderen Dokuments oder der ganzen Bulle beansprucht, sondern sich mit einem Aus zu ge aus der Präkonisa-tionSbulle begnügen zn wollen erklärt. Das, sollte man meinen, ist doch das allerwenigste, was eine Staatsregierung verlangen kann, ehe sie einen neuen Bischof in den Genuß der Temporalieu einsetzt, und selbst im Vatikan sollte man ein solches Begehren geradezu begrüßen, da es ja nicht blos die Möglichkeit eines betrügerischen Vorgehens ausschließt, sondern geradezu eine Anerkennung der päpstlichen Antorität involvirt. In ändern Staaten würde un» sereS Wissens eiu so einfacher Vorgang zur Jn-slailirnng eines Bischofs nicht genügen. Das ultramontane Organ wird dem füglich nicht widersprechen könne», wenn es sich beispielsweise nur die Artikel XIX. und XX. des österreichischen Konkordates vor Augen hält. Also wozu der Lärm? Das Hauptereigniß in Franlrcich ist die Wahl Rouher' s in Korsika. Freilich kommt dieses Ereigniß nicht uuvermuthet, denn abgeseheu von dem bedcutcudeu Anhänge, den trotz Sedan der Ex-Kaiser in Korsika besitzt, war anch der erbitterte kopflose Antagonismus zwischen den radikalen und den konservativen Gegnern des Kandidatc» des Mannes von Chiolehurst ganz geeignet, dem.dritten Bewerber die Majorität zu verschaffen. Ronher, dessen eminenle Nedegabc auch vou feiueu grimmigsten Feinden nicht bestritten werden kann, tritt uuter günstigen Umstanden in die Versailler Versammlung ein, da die Halsstärrigkeit, mit der sich ThierS und Pouy.r-Quertier in der handels-ötonomischeii Frage verrannt haben, dem bewährten Borkampfer der Freihandels-Theorie eiu Wirkuugsfeld eröffnet, dankbarer, als es noch vor drei Monaten die Boua-partisten selber z» hoffe» wagten. Bald werde» wir das Schauspiel erleben, daß Gambetta und Ronher wie vor drei Jahren sich in der Kammer gegenüber stehen und alle ihre Beredsamkeit zur Vertheidiguug jener politischen Prinzipien aufmenden, denen sie trotz den gewaltigen des Lehrens mehr eine That des Herzens als des die Vortheile berechnenden Verstandes gewesen ist, braucht nichr bewiesen zu werde»; uuv auch jetzt uoch ist es uur die der Jugend in höherem Maße eigene liebevolle Begeisterung, was die meisten Jünglinge diesen Beruf wählen läßt. ES bleibt zwar uuter alleu Umständen eine Schande für die Gesellschaft, die Sachen so eingerichtet zu haben, daß diese Be> geistcrnng bei der Mehrzahl früher oder später der bittersten Enttänschuug weichen muß — aber was ist zn machen! -- noch stehen die Dinge so, und man muß sich also möglichst nach solchen Gemüthern nmsehen, welche die Natur mit größter HingebungS-fähigkeit und größter Anspruchslosigkeit auögestattet hat, indem man cs der gütigen Zeit überläßt, Herz und Sinn der Gesetzgebenden dahin zn erleuchten, daß sie vou denen, welche den wohllhütigsteu Schatz, der Menschheit verwalten, nicht länger mehr verlange», sie sollte» bei diesem Geschäfte Hunger leide». (Schluß fo!g> ^ Ereignissen, die seitdem über Frankreich gekommen, treu geblieben sind. Wem schließlich der Sieg bleiben wird, läßt sich bei der Unberechenbarkeit des französischen Charakters nicht im entferntesten Vorhersagen. Das atlantische Kabel arbeitet seit einigen Tagen sehr fleißig, um uns über die Stimmen der amerikanischen Presse bezüglich des Alabama-Kon-fliktes zu unterrichten. Wir können die erfreuliche Thatsache konstatiren, daß alle amerikanischen Blatter von Einfluß eine ruhige Sprache führen und einen Ausgleich zwischen Amerika und England profezeien. Auch in den diplomatischen Kreisen Wiens theilt man die Befürchtungen, welche die öffentliche Meinung und namentlich der Geldmarkt an die Alabamafrage knüpft, keineswegs, lebt im Gegen- " Heile der Zuversicht, daß dieser Zwischenfall, weit entfernt eine Störung des europäischen Friedens im befolge zn haben, aus dein Rahmen, in den er i durch die Einsetzung des Schiedsgerichtes ^ gefügt ^ wurde, nicht heraustreten und keine solche Gestaltung ' annehmen werde, die ein Dazwischentreten der Dl- ^ pioinatie nöthig machen würde. Freilich fehlt es > uicht an Stimmen, welche einen solchen Ausweg nicht ohne einen Rückzug Englands für möglich halten. Aus Kalkutta wird unterm 13. Februar gemeldet: Ein Beweggrund, welcher die Ermordung des Vizekönigs von Indien, Lord Mayo, veranlaßt haben konnte, ist noch nicht ermittelt worden; man Ai den Mord für einen Akt des Fanatismus. Das Ereigniß hat in Bombay eine große Aufregung verursacht. Zur Tagesgeschichte. — Mitten in die Verhandlungen, welche nach Aufrichtung eines selbständigen Galizien« zielen, schlägt eine wahrhaft grauenvolle Meldung au« der Hauptstadt des neuen ZukunstSstaaies. „Jene hochschwa u-gere Jüdin" — meldet ein PrivaUelegramm der Wiener Blätter — „welche unlängst auf der Hebam-menklinik des allgemeinen Krankenhauses interimistisch ausgenommen wurde, wurde Uber Weisung des Land«-ausschnfses im kritischesten Entbindnngsmoinents hinausgestoßen und starb gleich darauf zufolge einer Straßen-Schwerqeburt." Es sträubt sich der Sinn und es sträubt sich das Herz dagegen, eine solche Thal entmenschtester Wildheit für möglich zu halten, bei einer Nation, deren Vertreter die Forderung ausstellen, es solle ihnen das Schicksal aller anderen, in ihrem Lande lohnenden Nationalitäten anheimgestellt werden. Noch hoffen wir, daß die Korrespondenz bloS ein grauenvolles Gerücht übermittelt hat. Sollte aber keine gründliche, thatsächlichste Berichtigung erfolgen, dann ^ag nicht Oesterreich bloS, dann mag das ganze Europa mit einem Aufschrei der Empörung von diesem Vorgeschmack künftiger polnischer Volksbeglückung Akt Nehmen! Die glorreiche Regierung Sr. Durchlaucht des Fürsten Londmarschalls Leo Sapieha ist alsdann Um ein glorreiches Blatt reicher. Denn auf ihn auf das Haupt des LandeSausschusses fiele die ganze Verantwortlichkeit für den zugleich räuberischen und mörderischen Frevel, aus einer Wohlthätigkcitsanstalt, welche von den Steuern aller Landesbürger, also auch der Juden, lebt, das arme Judenweib in den Tod hinauS-gestoßen zu haben. Die Polen begehen in diesem Jahr die Säkulartrauerseier der Theiluug Polens. Von ihren Geschichtsschreibern, von denen wenigstens, welche nicht den Jesuiten ihr Wissen und ihre Feder sklavisch hingegeben haben, können sie lernen, daß nur JesuitiSmnS und der UltramontaniSmnS das polnische Reich zu Grunde gerichtet haben. Sie sollen nur theuere Brudergenossenschaft erneuern und pflegen, ^ie es jetzt geschieht, sie sollen nur den konfessionellen 6anaiismuS zum Träger ihrer nationalen Existenz wachc» und sie mögen zuseheu, wie diese Existenz aus en krampfhaft zuckenden Händen des wahnwitzigen Trägers entgleitend zu Boden stilrzt nnd m Scherben z-rschelll. Eine italienische Zeitnng enthält augeuschein-nch von kundiger Hand interessante Nachrichten über Art, wie der Papst seine Tage zu ver- bringen pflegt. Wenn kein Audieuztag ist, bespricht sich der Papst mit Antonelli Uber politische und sodann mit dem Kardinal-Vikar Patrizi über kirchliche Angelegenheiten. Audienzen gibt Pius sehr gern, weil es ihm Vergnügen macht, Leute zu sehen und sich inmitten seines Hofstaates sehen zu lassen, der ohne Frage der imponirendste und pompöseste der Welt ist. Die vorherrschende Farbe ist Scharlach, der Papst allein trägt Weiß. Nach der Audieyz begibt sich der Papst in die Gärten und spazirt bis zwei Uhr, zwei Mobilgarden vor sich, einen seiner Hausmeister zur Seite und gefolgt von zwer geheimen Kämmerern in mittelalterlich-spanischer Tracht.- Nach der Messe liest der Papst die für ihn reservirten Briefe, deren täglich eine große Zahl von Kaisern, Königen und anderen hohen Personen einläuft. Auch aus dem Ouirinal geht ihm manches Schreiben zu, und diesen gibt er gern den Vorzug und lächelt häufig Uber ihren Inhalt. Zuweilen schreibt er selbst die Antwort auf Latein oder Französisch. Seine Schriftzüge find klein und deutlich, wie von einer weiblichen Hand. Ist dieses Geschäft zu Ende, so läßt er sich Zeitungen vorlesen, namentlich die „Römische Chronik" nnd das Witzblatt „Fansnlla" und freut sich, wenn Regierung oder Stadtrath einen Hieb mit bekommen. Den römischen Stadtrath mag er nicht leiden, weil derselbe nichts zu schaffen verstehe. Auch die Karrikatureu läßt der Papst sich vorlegen und streut gern seine Bemerkungen ein, da er weiß, daß sie weiter erzählt werden. Von den italienischen Politikern spricht er nur mit Ironie, Ricasoli ausgenommen, der ein Charakter und > guter Katholik fei. Miughetti ueunt er nur „den Biedermann Min-ghetti." Er wirst den italienischen Staatsmännern ihre unaufhörlichen Selbsttäuschungen vor und sagt, sie hätten übel gethan, nach Rom zu kommen und ihn zu quälen, da er doch ein alter Mann sei. „Sie konnten ans meinen Nachfolger warten," sagt er oft. Nur vor einem Manne hat er wirkliche Achtung und duldet nicht, daß seine Umgebung Uebles von ihm spreche, und das ist Viktor Emanuel, der einzige Italiener, „der ein gutes Herz habe — malAiö Im," wie er lächelnd hin -zusügt. Er glaubt nicht, daß der König im Qnirinal bleiben wolle. Um 10 Uhr Abends verabschiedet sich der Papst von seinen Hoftenten. Im Vatikan, der 50 verschiedene Gebäude umfaßt, mit 14 inneren Höfen und 12.000 Zimmern, wohnen gegenwärtig 3000 Personen. Er ist eine Stadl ohne Straße». Die Beamten sind noch immer die nämlichen: noch immer ist Antonelli da als Staatssekretär, Monsignor Negroni als Minister des Innern, Monsignor Randi als Polizeiminister, General Kanzler als Kriegsminister. Um de Merode und Antonelli, die sich gegenseitig nicht leiden mögen, haben sich zwei Parteien gefchaart. De Merode, .ein energischer und, wie man annehmen kann, überzeugungsvoller Mann, steht an der Spitze der extremen Widerstandsparlei mit Jesuiten und Ultramomanen, während der mehr skeptische und gemäßigte Antonelli die Kardinäle Berardi, de Lneea, Silvestri di Pietro, Amot und Clarelli auf seiner Seite hat. Der Papst hält sich gut mit alle» beiden. Der Papst will Rom nicht verlassen nnd sagt oft: „Ich habe nur wenige Tage noch zu leben. Ich habe mir keinen Vorwurf zu machen nnd hoffe, daß mein Nachfolger der Kirche den Frieden geben wird, da die Kirche iriumfiren muß." Der Papst hat eine tiefe, religiöse Ueberzeugung. Eine weiche und nachgiebige Natur, fürchtet er, sich zu versündigen, wenn er die vollzogenen Thatsachen anerkennt. Denn er hat geschworen, der Kirche ihre Besitzungen zu bewahren. Lokal- und Promnzial-Augelegenheiteu. Lokal-Chronik. — (Aus der Landesausschußsitzung . vom 9. Februar.) Die Mittheiluug des k. k. Lan-deSpräsidinnis, daß das vom krainischen Landtage schon wiederholt beschlossene Gesetz in Betreff der Unterrichtö-> spräche an Volksschulen und Lehrerbildungsanstalten die a. H. Sanktion abermals nicht erlangt hat, wird dem nächsten Landtage zur Kenntniß gebracht werden. - — Die Gemeindevorsteher von St. Barthelmä und Semie wurde» Uher ihr begründetes Einschreiten ihrer Amlsposten enthoben und in den genannten Gemeinden Neuwahlen der Gemeindevorsteher angeordnet. — In Folge der Petition einer Landgemeinde um Erlaffung eines Landesgesetzes üher die Armenversorgung werden die jetzigen Vorschriften über die Armenverpflegung und die einschlägigen Landtagsverhandlungen und Beschlüsse anderer Landesvertretnngen in Erwägung gezogen werden. — Da von den Gemeinden mitunter die Strafgelder für Übertretungen des Forst- und Feldschutz-gesetzes nicht dem Landeskultursonde zugeführt werden, wurde in dieser Richtung die Erlaffung eines Zirkulars an alle Gemeindevorstände beschlossen. — Wegen noch-wendiger Aendernng der jetzigen Gemeindeordnung für die Landgemeinden wurde auf den 23. Februar eine Vorbesprechung auberaumt, zu welcher außer Regierungsorganen auch mehrere Gemeindevorsteher aus verschiedenen Landestheilen eingeladen werden, wobei die Mängel der jetzigen Gemeindeordnung und die Stellung der Untergemeinden zu den Hauptgemeinden ganz besonders den Gegenstand der Erörterung bilden werden. — (Primararzt Dr. Keesbacher) wurde, wie wir gestern berichteten, zum ärztlichen Konzipisten bei der hiesigen Landesregierung ernannt. Derselbe verzichtet daher freiwillig auf seine bisherige Stellung als Primararzt der medizinischen und der Jrren-Ab-theilnng im allgemeinen Krankenhause. Es ist dies nun in Kürze der zweite Fall, daß deutsche Aerztr sich veranlaßt fanden, den krainischen Landesdienst zn verlassen; vor nicht langer Zeit resignirte Dr. v. Stöckl auf seine Stelle als Direktor der Landeswohlthätig-keits-Anstalten und jetzt Dr. Keesbacher auf die feine. Wenn wir auch Herrn Dr. Keesbacher nur Glück wünschen können, daß er einen Dienst verläßt, der für ihn wegen seiner korrekten politischen Haltung und der unbeabsichtigten Durchkreuzung der egoistischen Pläne eines rücksichtslosen Nepotismus stets eine Quelle der Verfolgung und jahrelang fortgesetzter Gehässigkeiten war, so müssen wir doch andererseits bedauern, daß eine so wissenschaftlich gebildete, durch ihr humanes und ärztliches Wirken so hervorragende Kraft dem Spitale entzogen wird. Es ist dies zu beklagen im Interesse der Wiffenschast, des Rufes der Anstalt, vorzüglich aber auch im Juteresse der Kranken, die bekayntlich mit seltener Liebe und Verehrung an Dr. Keesbacher hängen. Anderwärts würde mau Schritte thun, eine tüchtige Krast dem Spitale mit allen Mitteln zu erhalten, bei uns scheut die Klique, die im Landesausschusse und damit auch bei den Landeswohlthätigkeits-Anstalten das große Wort führt, vor dem Rechtsbrnch nicht zurück, um eine politisch mißliebige Persönlichkeit, entgegen dem finanziellen und wissenschaftlichen Interesse des Landes, nur der Rancuue zu Lieb zu entfernen und als dieser Gewaltstreich nicht geliugt, treibt man sie wenigstens durch unausgesetzte Chikanen und endlose Plackereien zur Resignation. Was liegt unseren Klerikalen an der Billigkeit und Gerechtigkeit, dem Wohle der Anstalt und der Kranken, an der Wiffenschast und Humanität — wenn nur der politische Fanatismus sein Opfer hat und dabei irgend ein unversorgter Liebling, irgend ein gefügiger Gesinnungsgenosse, mag er auch ^ür seinen Beruf nicht die bescheidensten Fähigkeiten mitbringen, eine Stellung findet. Wir wollen hoffen, daß die Landesregierung Dr. KeeS-bacher nunmehr eine angenehmere Berufsstellung bieten, und daß sein ehrliches, wissenschaftliches und humanes Streben zum besten des Landes der verdienten Anerkennung nicht entbehren wird. — (Kein slovenisches Untergymnasium in Marburg.) Vier Professoren des Mar-burger Gymnasiums haben sich bekanntlich au das Unterrichtsministerium gewaudt mit dem Gesuche, in Marburg ein slovenisches Untergymnasium zu errichten. Das Ministerium erklärt nun, diesem Verlangen nicht entsprechen zu können. — (Das allgemeine Grundbuchs-gesetz vom 25. Juli 1871) tritt am löten Februar in Wirksamkeit. Durch diese neue Grund-buchsordnung wurde zwar nicht ein neues Tabularrecht in Oesterreich begründet, sondern nur das bestehende mehrfach geregelt und geändert, jedenfalls aber ein Gesky geschaffen, welche- geeignet ist, dem bereitmehr al» fühlbaren Bedürfnisse nach einer einheitlichen Gesetzgebung wenigstens theilweise zu entsprechen. Das neue Grundbuchsgesetz wurde, nachdem bereits im Jahre 1824 ein Entwurf einer neuen Grundbuchs« ordnung ausgearbeitet war, dessen Berathung sich bis 1851 verzögerte, nachdem im Jahre 1860 wieder ein neuer Entwurf dem verstärkten ReichSrathe vorgelegt wurde, nachdem endlich in den Jahren 1863 und 1864 die Berathung de- Entwurfes in den Landtagen erfolgte, als Regierungsvorlage dem Herrenhause am 14. Dezember 1869 zur Berathung vorgelegt. Nach rnannichsaltiger Berathung und Aenderung wurde das Gesetz in der 62. Sitzung am 30. Juli 1871 vom Abgeordnetenhaus« in dritter Lesung angenommen und gelangte endlich in der Form, wie e- uns vorliegt, zur allerhöchsten Sanktion, welche am 25. Juli erfolgte. — (Zur Dotation des niederen Klerus.) Telegramme melden, daß die österreichischen Bischöfe eingeladen wurden, sich des ehesten- Uber die Frage zu äußern, ob die Aufbesserung der Bezüge der Seelsorger dringend nothwendig sei und wie dieselbe zu bewerkstelligen wäre. Dem Vernehmen nach ist auch dem hiesigen hochw. Herrn Fürst-Bischofe eine derartige Einladung zugekommen. — (Das Preblauer Wasser gegen Blattern.) Spassiger dürste wohl keine Annonce geklungen haben und man würde glauben, eS ist ein FaschingSjux, wenn eS nicht schwarz auf weiß gedruckt wäre, daß die Brunnenverwaltung von Preblau in Kärnten sich wirklich in dieser Weise ankündigt. Nur für die Kretin-, die gleichfalls durch Preblauer Wasser geheilt werden sollen, kann die Annonce plausibel er» scheinen: „Preblauer Wasser gegen Blattern." Daß im Winter in Preblau keine Blattern Vorkommen, ist einfach daraus zu erklären, daß kein Mensch dort wohnt. > — (Aus dem Vereinsleben.) Hiesigen Beamtenkreisen thcilen wir mit, daß der erste österreichische Beamlentag in Wien nachstehende Resolutionen mit Stimmeneinheit angenommen hat: 1. ES ist eine Existenzfrage der öffentlichen und Privatbeamten, daß eine den Zeiwerhältnissen entsprechende Erhöhung der Bezüge sogleich durchgeführt werde. 2. Im Hinblick auf die im Jahre 1873 ins Leben tretende Weltausstellung, durch welche voraussichtlich eine noch größere Steigerung der Preise der nöthigsten Lebensbedürfnisse Platz greifen wird, ist e- dringend nöthig, daß nebst der allgemeinen Erhöhung der Bezüge der in Wien und Umgebung domizilirenden öffentlichen und Privatbeamten eine au-giebigc TheuerungSzulage für jene- Jahr bewilligt werde. 3. Es ist im Interesse der Privatbeamten dringend geboten, ein Gesetz zu erwirke«, nach welchem nur ein Drillheil der Bezüge de- Privatbeamten der gerichtlichen Exekution unler-zogen werden kann. 4. Der erste allgemeine Beamtentag erklärt e- als eine patriotische Pflicht, öffentlich auszusprechen und anzuerkennen, daß in Würdigung der auf Leistung und Gegenleistung basirten Stellung der Beamten von Seiten dieser, bei gewährter Verbesserung ihrer gegenwärtigen Lage, eine erhöhte geistige Thiitigkeit überhaupt entgegengebracht werden muß. b. Der erste allgemeine Beamtentag erkennt jedoch die Erreichung diese- Ziele» nur dann für möglich, wenn die soziale Stellung der Beamten durch eine Menstpragmatik der öffentlichen Beamten und durch eine gesetzliche Regelung de- Dienstverhältnisse- der Pri-vatbeamten gesichert wird. 6. Die letzte Resolution betont die Nothwendigkeit der alljährlichen Einberufung eine« VeamtentageS zur Hebung und Wahrung der Stande--Interessen, gleich den Juristen- und Lehrertagen. — Nach den letzten Wiener Nachrichten hat Fürst «uer-perg die Deputation de« Beamtentage« wärmsten, empfangen und mit seinem Worte verbürgt, bi» zur gründlichen Regelung aller Gebühren dem Beamten» stande in kürzester Zeit eine au-giebige Verbesserung «»gedeihen zu lassen. — (Der erste allgemeine Beamten« verein) der österreichisch, ungarischen Monorchie be» ginnt seine Thätigkeit auch aus da« literarische Ge» biet zu erstrecken. Der VerwaltungSrath desselben beschäftigt sich, wie un- mitgetheilt wird, neuesten« mit der Verwirklichung der Herausgabe eine» »BereinS-Jahr-bucheS," welches seinem ganzen Umfange nach der Literaiur gewidmet werden soll. Der lebhaften Theil-nahme nach zu urlheilen, welche dem projeklirten Unternehmen aus den Schrislstellerkretsen des In- und Auslandes entgezengebracht wird, verspricht dieses „Vereins-Jahrbuch" eine hervorragende Bedeutung zu erlangen. Von den ersten Größen des In- und Auslandes, wie: Anastasius Grün, Karl Gutzkow, Bauernfeld, Karl von Holtei, Grillparzer'», Hebbel's, Baron EölvöS' Nachlaß, Friedrich Bodenstedt, Dr. AmbroS, Freiherr von Helfe«, Robert Byr, Julius Rodenberg, Josef Weilen, Emil Kuh, Paul Heyfe, Eduard Mautner, Otto Prcchtler, Professor Schröer, Kajetan Cerri, Friedrich Uhl, Johannes Nordmann, Karl Gründorf, Professor Gärtner, Professor Woldrich und vielen anderen liegen dem leitenden Komitee bereits werthvolle Originalbeiträge vor oder sind demselben solche in sichere Aussicht gestellt. Das zu erzielende Reinerträgniß ist einem bereits bestehenden Unterrichtsfond zur Errichtung einer höheren Töchterschule gewidmet und soll der erste Jahrgang diese» Jahrbuches Anfangs Mai d. I. im Buchhandel erscheinen. Wir können diesem neuen Unternehmen mit Hinblick auf dessen literarische- und humanitäres Interesse auch von Seite de- Lesepubli-kumS nur jene rege und allseitige Theiluahme wünschen, welche die Idee selbst in den literarischen Kreisen vom ersten Momente an gefunden. — (Theater.) In dem bekannten guten Lustspiele „Müller und Miller entzückte gestern Fräulein Kr 8 gel als „Hanucheu" das Haus durch ihr unübertreffliches, von der sprudelndsten Laune und Schalkhaftigkeit gewürztes Spiel. Es war eine Leistung, wie wir sie »ns vollendeter und zugleich liebenswürdiger nicht leicht denken können. Wir müssen daher auch nur bedauern, daß sich dieselbe vor leeren Bänken abspielte und Frl. Krägel nicht jene Anerkennung eintrug, die dieser reich begabten Künstlerin biesür gebührt hätte. Auch Hrn. Traut und Frl. Langhos müssen wir für ihre treffliche Mitwirkung lobend erwähnen. — „Fitzliputzli" oder „Die Tenfelchen der Ehe" von Zaitz ist ein« recht hübsche Operette von lieblicher Musik und zugleich ganz nettem Sujet, das nur durch seinen allzujähen und schwer verständlichen Schluß zum Theil beeinträchtigt wird. Fr. P a n l m a n n, die Trägerin derselben, war in Spiel wie Gesang ein vorzüglicher „Fitzliputzli" und wußte sich mit viel Geschick in ihre diversen Berkleidungsrollen zu finden. Auf das beste unterstützt wurde sie von Hrn. Löcs (Lord Blessington) und Frl. Pichon lFanni). Das Haus zeigte in allen seinen Räumen eine wahre — Aschermittwochs-Fisiognomie. Eine Erscheinung, die uns nicht allzu unbegreiflich dünkt, angesichts dessen, daß es die Direktion sonderbarer Weise für gut fand, ein und dieselbe Vorstellung an zwei unmittelbar aufeinander folgenden Theaterabenden zur Darstellung zu bringe». Volenti non üt il^juri» l Die heutige Nummer bringt für dir p. t. Stadtabounenten das Programm der Zauber-Vorstellungen des Herrn Samon bei, das wir freund» licher Beachtung empfehlen._____________________________________ Witterung. Laibach, 15. Februar. Trübe, Bormittags dünner Schneefall. Temperatur: Morgens K Uhr — 0.4", Nachm. 2 Udr ^ 2.6" 6. (1871 — I.S'; 1870 2.1'). Barometer im Fallen 735.48 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s 0.7°, nm 1.0' über dem Normale. Der gestrige Niederschlag (Schnee zu Wasser aufgelöst) l0.70 Millimeter. Verstorbene. Den 14. Februar Leopold Hetec, Justitutsarmer, alt 61 Jahre, ist ins Zivilspital von der Lattermannsallee am Schlagflnß sterbend gebracht und von da nach St. Christof übertragen worden. — Theresia Lerer, BahnwLchterSwitwe, alt 40 Jahre, im Zivilspital an der Wassersucht. - Johann Ansit, Patental-Jnvalide, alt 48 Jahre, im Zivilspital an der Lungenentzündung. — Helena Hlebsch, Ableberswitwe, alt 74 Jahre, in der Hradeczkyvorstadt Nr. 34 an der i.nn-genlähmung. — Elisabeths Weslej, JnstitutSarme, alt 36 Jahre, im Bersorgungshause Nr. 4 am Nervenschlage. — Katharina Petrit, Bettlerin, alt 60 Jahre, ,m Zw.lspital an Altersschwäche. Angekommene Fremde. Am 14. Februar, v. Fichtenau, Unterkrain. — Adler, Kansm., Wien. — Zabel, Kfm., Wien. — Seiz, Kfm., Wien. — Rappl, Kaufm., Graz. — Renz, Obersürster, Haasberg. Ranth, Kfm., Billichgratz. — Kosmatsch, Professor, Kla gensurt. iri,»!'«»»«. KlavZar, Görz. — Menschel, Kaujm., Nürnberg — Demsar, Kaplan, Sorica. — RipÄ, Pfarrer, Steiubrück. — Gorjup, Partikulier, Triest. — Pollak, Kfm., Wien. — Kripl, Marburg. II «»t. Romani», Handels»!., Agram. -- Rubaischer, Bozen Kerziönik, Magazineur, Beides. — Finschger, Radmannsdorf. - Wagner, Handels,» , Radmannsdorf. Gedenktafel über die am 19. Februar 1872 statlfindenden Lizitationen. 1. Feilb, Pahez'sche Real., Seisenberg, BG. Seisen-berg — 2. Feilb., Kerwncelj'sche Real., Godesic, BG. Lack. — 3. Feilb., Salamon'sche Real, BG. Ratschach. — I. Feilb-, Konc'sche Real, Gorice, BG. Krainburg. - 3. Feilb., Lov-sin'sche Real., Weikersdorf, BG Reifniz. — 3. Feilb., Skerle'sche Real., Pölland, BG. Laas. — 2. Feilb., Rupar'sche Real., Swur, BG. Nassenfuß. — 3. Feilb, Jaaodic'sche Real., Olscheak, BG. Krainburg. Theater. Heute: Zum Vortheile der Operettensängerin Z 8 zilie Eberhardt: Die Hoch;eit bei der Laterne. Operette in einem Akr von Offcnbach Der Mord in der Kohlmessergasse Posse in einem Akt von Berger. Fran° jöfisch. Lustspiel in einem Akt von Görner. Wohnung. Im Hause Äii-. » ist eine Wohnung im ersten Stock, bestehend aus vier Zimmern sammt Zugehör, zu Georgi d. I. zu vergeben. Auskunft Haus Nr. 5 im Komptoir. (77—1) l Romptoir ' Irinksr befindet sich in der 8l»N im LollM'Mii ÜM 1. Stock neben dem Maler. 8^" Aufträge auf Bettflaumen und Federn werden angenommen. (613-16) Wiener Börse vom 14. Februar iVerc.Rkllle, öst.Pa». dto. dt», öft.in Silb. i»se von 1854 . . . SrLmieosch. v. . Steiermark ikitrnte», «r»>» a.«itsten>a-d » . Lagaru. . « »r»at. n. Sta». 5 , «iedenbttrg. , S , «Ltt»»ald»nl . . . Union - Bank . . . treditanftalt . . . «. ». ««eompte-Bes. Lnito-öfterr. Bank . OeS. »odencred.-L. -O-st. HVP°rh.-B°nk. ««eie». ««c,m»t.-Br. Kr»»ko - Austri» - . »oi,. S«d^«°,db. . ktU>ba»o-»-l«lls»- - »ats.Äilabetb-kah-', »ari-Lndw«,-«--» ««eben». «ise»baho. «t-«t»i»h». - - - «Mw-Stum. «ah» . r»e»nai»rt»e». «atton.i.w. »erlo»d. Ina- B»d..llredita»st. «llg.öft.Bod.-Credit. »»». -« «>«». . Geld Ware 68.^0 6L.7V 71.15 71.L5 84.8L 94.75 104.- IV4.50 18L»5 1«,ü0 1432b 14«'. ü SO.— S1.— 85.^5 86. - 8V — 81.- L3.ÜV 84.- ?7.5V 7«.-- »4«.- 848- sos.- 803.— SÜ3.Ü0 354.— 1V10. 1015. S7S.50 ,74.- rs8.- 230.- 98.— 102. - res. - 2«3. I37.7S 138.- ^L8S. 22SY. S15.S0 215.5c L47- 247.50 »64.25 264.75 187.- 187.50 40». - 410. - ros.85 209 75 1»4.5V 185-50 183.75 184-- so — »O.W 88.5tz -- 10«.» l0«.50 87.^ »7.50 dto. Geld ..Baul95.- »es. zu 500 Kr. 11».— Bons 6 pLl. 230.-, luo st. EM.) Iv«.-Ei-b..«.„00fl.ü.W.) sr.rs StaatSdahn Pr. Eilt« - -Etaat»b. pr. Et. 18«? isi.öv «ud»lf,b.(!KX,st.ö.w.), »S.U Aran,-Sos.<«x>Il.E.) Sredtt Ivo fi. i. w. Lriester IO» st. «M. . dl». «Vst. S.w. >se»er . io st. ö.w. Satm . , io , P-M» . . «0 . Aon» . . 1« . St.»n>»t»- «o , »iudis»,rä» »0 . w-ldstem . »v , »e,l««ich . lk> , «nd»I,«fttft. Pari«"»«« -I'anc«'' ML»»». »,«. Mitn,.Locale» «.-ra-c,!»« . . «ernnlthat» . . «Ud-r Ware »ü.S» iir r» !«.«> 135.— IS2.— W.S0 1VI.»S ISo.Ll! I»l.— »».so II«.«» iro.s« i».ö» 5».- 59.- 31.50 33.— 29^— so!— L8-— 39.— »2— 3».- »1.50 »2.S» »»50 »s- 14.— ir.— 14.50 15 — »ü.»0 95.»» »5.SÜ »5.4S 113.50 Iis.es 44.20 44. »S 5.4, L.44 9.01* 9.VL 1.5» I.L9- 111.75 11».5- Telegrafischer Wechselkar» vom lü. Februar. Sperz. Rente Ssterr. Papier 62.50. — Sperz. «ent, »sterr. Silber 71.25. - 1860er StaatSanlehen 103 50. — vankaktien 854. - Kreditaktien SSS.25. — L«ndon 113 50. - Silber 112 —. -K. k. Münz-Dukaten S.44 - N,. »oleonsd'or 9.03. vo» gg«. ». >lei»»»hr » ged. Ba«brr« in Laibach. Verleger und für dis Redaktion »erantworUich: Ott»»«» Bamberg.