PrS««Mtranon» Preise: Für Laibach: W«zjährig Haltjährig . Vierteljährig. «e»atlich . 8 fi. 40 kr. i . ro. Laibache Mit der P«st: »-»L-Hrig . H-lij-hrig . vierteljährig. . » fl. — «r. . 2 ^ 50 » KOr Zustellung iu» Hau» viertel-Mhrig SS tr., mouatlilh S kr. E»tel»e Nummern s k. Tagblatt. Anonime Mittbeilungen werden nickt berücksichtigt: Manuskripte nicht zurückgesendet. Nt-akliv«: Bahnhosgafie Nr. litt. Lipedili«» und Z,ftratr»-Lnreau: «ongreßplatz Nr. 81 iBuchhandlur, «on I v.Kleinmavr L F. Bamberg', Zliscrtionsvreisk: Mir die einspaltige Petitzeile s kr. bei zweimaliger Einschaltung L s kr. dreimal ä 7 kr. InsertiouSstempel jedesmal »0 kr. Bei größeren Jnseralen und östera Linschaltting entsprechender Rabatt. Nr. 24. Dienstag, 30. Jänner 1872. — Morgen: Petrus Nol. 5. Jahrgang. Zur Stellung des Klerus gegenüber dem Reichsrath. Wenn man bedenkt, welche Fülle vo» Zusagen und Verheißungen die letzte Thronrede enthielt, wir zahlreich die Reformen auf den verschiedenste» Gebieten des StaatSlebenS. die sie in Aussicht gestellt, so muß man auch zugeben, daß cs die größte Thä-tigkeit aller gesetzgeberischen Faktoren in Anspruch nehmen wird, soll auch nur die Hälfte des Beabsichtigten einer gedeihlichen Lösung zugeführt werden. Diejenigen aber, die jetzt schon, nachdem der Reichsrath kaum einen Monat beisammen, ungeduldig werden und von „frommen Wünschen" und „schönen Versprechungen" reden, aus>er denen das Programm der Liberalen nichts enthalte, vergessen, daß vor allem die Nachwirkungen der Hohenwart'schen Aera zu überwinden sind, daß der verfassungsmäßige RechtSzustand befestiget und dem Gesetze auf allen Gebiet:» des öffentlichen Lebens Gehorsam verschafft werden muß. Sie übersehen ferner den Hemmschuh, den die galizische Frage dem geordneten Gang der gesetzgeberischen und reformatorische» Thätigkeit unserer Volksvertretung entgegenwirft. Es scheint ein-mal Oesterreichs Verhäuguiß, deu drückenden Aus-gleichsalp nicht abschütteln zu können. Unsere polnischen Abgeordneten hatten durch ihre stets bereite Zustimmung zu den hochgespanntesten Ansätzen im Militäraufwand in den Delegationen das Wohlwollen hoher Kreise sich erworben, das Ministerium Auersperg war daher geuöthigt, die galizische Frage in stin Programm auszunehmen und es bleibt der Bersassungspartei nichts übrig, als mit den vom Ministerium seiner Farbe übernommenen Verpflichtungen zu rechne» und die polnische Frage, so gut oder so schlecht es gehe» mag, einmal von der Tagesordnung endgiltig abzusetzen. Wir können dabei nur wünschen, es möge wirklich gelingen, daß durch die Befriedigung der Polen nach dem Ausspruche des Ministerpräsidenten weder „die einheitliche Machtstellung des Reiches, »och auch die Beziehungen nach außen" irgendwie gefährdet werden. Wenn sodann auch durch die Ergänzung des Nothwahlgesetzes der Verfassungssöderalismus überwunden und der Reichsrath gegen was immer für Strikegelüste sichergcstellt ist, kann a» die Lösung der ändern Fragen gegangen werden. Da sind cs nun vorzüglich zwei Klasse» der Gesellschaft, in materieller Beziehung die Parias derselben, der Beamtenstand und der niedere Klerus, welche von dem gegenwärtig tagenden Reichsrathe Abhilfe ihrer Nothlage erwarten. Thronrede und Adresse enthielten Ankündigungen, welche beiden gleichmäßig eine Aufbesserung ihres Gehaltes im Wege parlamentarischer Gesetzgebung zusicherten. Während der Beam-tenstand diese Zusicherungen freudigst entgegennahm und sofort die Art und Weise erörterte, wie dieselben in zweckmäßigster Weise ins Werk zu setzen wären und das Ergebmß dieser Erörterungen sofort zu bestimmten Vorschlägen formulirtc, befindet sich unser Klerus den wohlwollenden Absichten der Regierung und ReichSvertretuug gegenüber in einer eigenthüinlichen Lage. Jahrelang hat er Regierung und Reichsrath aus Leben und Tod bekämpft, hat mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gegen dieselben gewühlt und gehetzt, und siehe da, man antwortet ihm mit einem Gesetzvorschlage, der eine Besserung seiner gedrückten Lage enthält. Zwar die lächerliche Anmaßung des Pater Greuter, der im Namen des gesammten österreichischen Klerus im Abgeordnetenhaus«: der Regierung ein donnerndes „Lieber verhungern!" eutgegenschrie, wurde alsbald auf ihr richtiges Maß zurückgeführt. Zahlreiche Zuschriften aus allen Theilen des Reiches, selbst aus der Heimat GreuterS, gelangen a» liberale und klerikale Blätter, iu welchen würdige Geistliche in offenherziger und schmuckloser Weise ihre Nothlage schildern, Greuters unbefugten Uebereifer energisch zurückweisen und die Hilfe der Regierung mit freudigem Dank annehmen zu wollen erklären. Unter Tirolern, Czechen und ändern Nationale» sind Fundamentalartikel, Landrechte, Deklaration, die noch vor kurzem neben Dogmen, Infallibilität und Kirchenrecht ihren Rang behaupteten, plötzlich vergessen und Reichsrath und Verfassung kommen nach und nach zu ihrem Rechte. Immer mehr stellt sich heraus, daß Greuter, als er im Reichsrathe ein dreimaliges „lieber verhungern " herabdonnerte, wohl im Namen der hohen Kirchen-fürsten gesprochen haben mag, die bei ihrem fürstlichen Einkommen das Verhungern keinesfalls zu besorgen haben dürsten, nimmermehr aber im Aufträge des niederen Seelsorgeklerus, auf dessen Schultern die Hitze und die Last des Tages ruht; der wird die geharnischte Erklärung des fanatischen tiroler Abgeordneten, daß er eine Abhilfe seiner prekären Lage grundsätzlich zurückweise, überall, wo er es unbeschadet vor dem Bischöfe thun kann, Lügen strafen, ja er wird es sogar als keinen „Eingriff in fremdes Gut" betrachten, wenn die allzu hohen Bezüge der Kirchenfürsten, faullenzenden Prälaten und Domherren etwas beschnitten werden, um dem jämmerlich dotirten niederen KlernS etwas zuzusetzen; er wird ohne irgendwelche Gewissensbisse am I. des Monats seine Quittung unterschreiben, wenn er auch weiß, daß der Mehrbetrag durch Besteuerung des geistlichen Vermögens beschafft wurde. Was die hohe Geistlichkeit ob dieser Maßregel so sehr erbittert, ist leicht zu crrathen. Es ist jene Stelle in der Adresse des Abgeordnetenhauses, welche die Mittel zur Erhöhung der Congrua dadurch zu Feuilleton. Austritte Naturgeschichte der drei Reiche, für da» Volk bearbeitet vo» Ferd. Siegmund. Mit 600 Abbildungen. Heft l und 2 ii 30 kr. (wird in 20 Heften L 30 kr.'erscheinen. A. Hartleben'S «erlag in Wien und Pest.) Der Verfasser, durch seine populär-wissenschaftlichen Aufsätze in der „Neuen Freien Presse," „Gartenlaube," „Zoologischen Garten'! u„d andrren Zeitschriften dem Publikum bestens bekannt, bietet hier ein naturhistorischeS Handbuch. das bei dem knapp zugemessenen Raume sich dennoch durch eine seltene Reichhaltigkeit vortheilhast vor aUc» ähnliche» Werken auszeichnet. Indem er denselben Weg verfolgt, welche» Alfred Brehm mit feinem „Jllnstrirten Thierleben" cingeschlage» und namentlich aus die Resultate der Züchtung und Domcstiziruug der Thiere, auf die Beobachtungen der Reisende» und die Ergebnisse der zoologischen Gärten Rücksicht nimmt, hat der Verfasser auch sei» Augenmerk aus die verleumdete» und als schädlich verschrieenen, dann auf die wirklich nützlichen und schädlichen Thiere gerichtet, weil in diesem Punkte das Volk noch sehr der Aufklärung bedarf. Nicht u»gern wird man die zahlreich eingestreuten Züge aus dem Seelenleben der Thiere lesen, welche uns einen tiefen Einblick in das geistige Wesen des Thieres gewähren, und eine Anregung bieten sollen, den Thieren eine größere Aufmerksamkeit zu schenken, als cs bisher leider der Fall war. Die maßlosen und oft rohen Thierquälereien werden nur mit der fortschreitenden Bildung ein Ende nehmen. Endlich hat der Verfasser nicht nur die lebenden Gattungen beschrieben, er nahm auch auf die untergegangenen Geschlechter Rücksicht, so daß also mit vorliegendem Werke das Publikum ein vollständiges Handbuch erhält, das als ein praktischer Führer für alle jene dient, welche sich in eben so gründlicher als anregender Weise mit dem Studium der Naturgeschichte beschäftigen wolle». — Wir werden auf dieses höchst interessante und belehrende Werk bei dessen weiterem Erscheine» »och öfter znrückkommen. Als Probe der einfache», lichtvollen und gemeinverständliche» DarstcllttiigSweise des Verfassers möge folgender Abschnitt dienen, der vom Seelenleben der Thiere im allgemeinen handelt: „Die neuere Natursorschung hat sich sehr fleißig mit dem Seelenleben der Thiere oder der Thier-Psychologie beschäftigt, ja es sind sogar umfangreiche Werke erschienen, welche dieses Thema cinS« sührlich und gründlich behandeln. Seitdem man an-gefange» hat, nicht das aus gestopfte oder in Spiritus befindliche Exemplar, sondern da- lebende Thier zum Gegenstände der Beobachtung zu machen, ist die Thier-Psychologie ein großes Feld geworden, das sich noch täglich durch die Beobachtungen gebildeter Laien uud Thierfreunde bereichert- Wir werden nicht verfehlen, bei den einzelnen 4-hiergattungen da-Seelenleben derselben hervorzuheben. Mit der Ver. breitung der Thiere beschäftigt sich die Thiergeo-graste, welche folgende allgemeinere Gesetze aufstellt: Einige Thierarten können sich nahezu über die ganze Erdoberfläche verbreiten, obwohl ursprünglich keine eine so große Ausdehnung besitzt, andere reichen nur durch einzelne geografisch klimatische oder Jsother-meii-Zonen, noch andere blos durch eine» kleinen Theil derselben hindurch. Im allgemeinen sind die Seethiere einer weiteren Verbreitung fähiger als die Landthiere. Am beschränktesten sind die Bach nnd Teich bewohnenden wirbellosen Thiere, wie auch manche Hochgebirge- und Inselbewohner. Im übrigen Hab:» Thiere mit ausgezeichneten Bewegung-- beschaffen anräth, daß die seit Kaiser Josef II. bestehenden Gesetze über die Besteuerung des geistlichen Vermögens resormirt und in gerechter Weise ge-handhabt werden. Gewiß hätten die hohen Eminenzen nichts dagegen einzuwenden, wenn der Bancr und der Gewerbsmanu zur Aufbringung dcs Mchrcr-fordcrnifses herangezogen würde. Die frommen Kirchenfürsten, die da auf einmal finden, daß eine Aufbesserung des Einkommens der niederen Geistlichkeit „nach des nächsten Gute begehren" heißt, sollten doch auch das zweite Haiiptgcbvt der Liebe kennen, welches lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst/' Ihre Sclbiüiebe zwar bethätigen sie dadurch, daß sie einen hohen Werth legen auf ein hohes Einkommen und sich aus Leibeskräften sträuben, sür ihre hungernden Brüder davon ein geringes abzulassen, ob aber auch die Nächstenliebe, das ist eine andere Frage. Es ist gut, daß die Frage einmal von der Regierung angeregt ist, es wird sich bald zeigen, ob die Religion, welche unsere Kirchenfürsten immer im Mnnde führen, auch im Stande ist, werkthätig Opfer zu bringen, oder ob die hohen Einkünfte, die äußere Machtstellung, die Unfehlbarkeit, das Verdammen der Schulgesetze, das Verfluchen des modernen Staates und der Wissenschaft allein des „Pudels Kern" bildet. Politische Rundschau. Laibach, 30. Jänner. Jvlaud. Vom Reichsrathe ist es einstweilen §anz still. Man wartet'auf das Ende der im Sub-lomitee schwebenden Verhandlungen über die galizi-schc Resolution, wovon der nächste Entwicklungsgang ganz und gar abhängig ist. Früher wird auch die Nothwahlgesetznovclle schwerlich vorgelegt werden, da ja die Eventualität, wenn die Dinge sich günstig abwickeln, bestehen muß, auch ohne jenes Hilfsmittel Hand an die Wahlreform zu legen. Wie es heißt, hat das Subkomitee bereits fämmtliche Punkte der Resolution durchberathen und die Ansichten der Regierung über jeden einzelnen Punkt entgegengenominen. Nunmehr handelt cs sich darum, die Ergebnisse der bisherigen Erörterungen in jene konkrete Form zu bringen, in welcher sie der parlamentarischen Verhandlung als Unterlage dienen können. Ueber die Grundzüge der abzufassenden Festsetzungen — heißt es weiter — sei man bereits vollkommen im klaren, und an dem Zustandekommen des Ausgleichs mit Galizien sei nicht mehr zu zweifeln. Der Prager Deklarautenklub hat kaum seine neuliche Blamage mit dem „großen Föderalisten-Kongreß" verwunden und scheint schon wieder von einer unbezwinglichen Sehnsucht nach einer zweiten erfüllt zu sein. Wenigstens plaidirt das ihm uahe- organen eine weitere Verbreitung, wie Vögel, Fische rc., als solche mit schlechten. Die landläufige Redensart, daß Thiere blos Instinkt haben, lassen neuere Forscher nicht mehr gelten. So sagt Dr. Opel, Direktor des zoologischen Gartens in Dresden: „Ich kann mich mit dem Worte „Instinkt" nicht recht aussöhnen ; der Mensch hat von jeher ein zu großes, eigenmächtiges Selbstbewußtsein gehabt und sich viel zu hoch über Mit-geschöpfe erhoben, als daß er letzteren hätte Rechte rinräumen können, die er für sich allein in Anspruch genommen, und nm jede Aktion der Mitgeschöpfe, die nicht „thierisch" in seinem Sinne ist, ja in keine Parallele stellen zu lassen, redet er sich das in seiner Anwendung so oft mißbrauchte Wort: „Instinkt" rin," und Dr. Weinland sagt: „Das 'Wort „Instinkt" ist offenbar nichts als ein TrägheitSkissen, welches nns das so schwere Studium der Thierseelen unnöthig machen soll." Weiß der Hund bloS aus Instinkt seinen Herrn von einem Fremden zu unterscheiden? Die Handlungsweise vieler Thierc ist oft eine so wohl überlegte, daß man ihnen höhere Fähii,leiten nicht absprechen kann und zugebeu muß, daß hier ebenfalls das Denken in Anspruch genom men wird. Eine Spinne, deren Netz, zwischen zwei stehende deutsche Lzechenblatt in bester Form Rechtens für einen „allgemeinen Slavenkongreß," zu dem angeblich die Zeit günstig fei, wie noch nie, nachdem der czechifche und kroatische Ausgleich gescheitert seien, der galizischc auch noch „zwischen Himmel und Erde h.iuge,' die Slavcn sich also wohl keinen Illusionen hingeben könnten. Als Ort des Kongresses empfiehlt das Blatt eine südslavische Stadt, welche „nach allen Seiten hin die für ein solches Unternehmen noth-wendigen Garantien einer sieien Bewegung darbieten würde." Deo Puocls rtcrn ist, da; man wieder einen Slosf für die schon langweilig gewordene Journal-Diskussion braucht und nebenbei, wenn eS an-ginge, gar zu gern ein bischen in Serbien wühlen würde. Die in der kroatischen Frage an den Tag gelegte Entschiedenheit der ungarischen Legierung, welche vor der Alternative des Biegens oder Brechens der kroatischen Opposition nicht zurückschreckte, hat in Agram ihren Eindruck nicht verfehlt. „Mit Hafer und Peitsche" regiert man am besten in halbkulti-virtcn Ländern. Der Schauplatz der in Wien begonnenen Äusgleichsepisode ist nun nach Pest verlegt worden, nach dem nämlichen Pest, welches in den Fräsen der nationalen Hofraths-Afpiranten „die Höhle des Löwen" hieß. Gleichzeitig mit der signa-lisirten bnßfertigen Reife Her kroatischen Wortführer nach Pest wurde von ihnen das dem Grafen Lonyay in Wien überreichte Ausgleichs-Memorandum veröffentlicht. Den wesentlichen Inhalt des letz' teren theilten wir bereits gestern mit. Das übrige enthält Fräsen, die höchstens zur Eharakterisirung des Dunstkreises, in dem sich die Forderungen der kroatischen Nationalpartei bewegen, einen Beitrag liefern. Das chauvinistische Kroatenthum verlangt natürlich nach einer Vergrößerung des kroatisch-sla-vonischen Vaterlandes durch die schleunigste Einverleibung der Militärgrenze und Dalmatiens und hascht nach dein Scheine der Unabhängigkeit von Ungarn und der Parität mit demselben. Daß die kroatischen Nationalen manches von diesen Forderungen sich abhandeln lassen werden, dafür bietet ihr am Schluffe des Memorandums kundgegebcner Wunsch, es möge schon jetzt eine andere Landesregierung in Kroatien eingesetzt werden, da die Verhandlungen zwischen den beiden Bertretuugskörpern in Pest und Agram, dem uugarifchen Reichstage und dem kroatischen Landtage, eine längere Zeit in Anspruch nehmen dürften, eine sichere Gewähr. Der von der Pester Negierung der kroatischen Opposition vorgc-haltene Hafer wird eben den Trotz der immer nngeduldiger werdenden Aemter-Kandidaten mürbe machen. Ausland. Die deutsche Einheit macht die wünschcnSwerthcste» Fortschritte. Die württem- Bäumeu auSgespauiit und mit dem untern Winkel am Boden befestigt, öfters zerrißen worden, verband es nachher nnten blos mit einem Steinchen, das es so hoch in die Höhe zog, daß ein Mensch darunter durchgehen konnte; eine Heubiene, die ihr Nest im Loche einer Wand aufgeschlagen, dessen Eingang durch Oeffnnng eines Ladens öfters zugedeckt wurde, klebte wiederholt eine so dicke Thonlage an den Laden an, daß er von ihrem Flugloche hinreichend entfernt bleiben mußte. Die Brieftaube findet ihren gewohnten Schlag wieder, aus dem sie hundert Stunden weit in einem Korb nach einer fremden Gegend gebracht worden war. Eine bei Ascension gefangene und im britischen Kanal aus dem Schiffe geworfene Schildkröte fand den Weg nach Ascension wieder. ES ist ja eine bekannte Thatsache, daß die Schwalben, wen» sie zurücftehien, im Frühjahre wieder dasselbe Nest anssuchen, welches sie im Herbst verlassen haben Thiere haben Zeit, Orts- nnd Naumsinn, sic empfinden Freude, Schmerz, gerathen in Zorn und Erstaunen, erschrecken und sind auch gute Wetterprosele». Die Thierc pflegen ihre jungen sehr sorgfältig. Säugethiere säugen sie mit der Milch auf und ver-theidigen ihre jungen sehr heroisch gegen die An. bergischen Truppen leisteten am 25. Jänner dem deutschen Kaiser den Fahneneid und in der Kammer der Standesherren zu Stuttgart erklärte der neuernannte Präsident, §ürst Waldburg-Zeil, in seiner Antrittsrede, daß die partikularistischen Gesinnungen bedeutend in der Abnahme begriffen seien. Für die einzelnen Staaten sei der scheinbare Machtverlust nach außen durch den inneren Zuwachs an Kräften ersetzt, der aus der Zugehörigkeit zu einem großen Ganzen entspringt. Den besten Beweis hiesür bildet Baiern. Befände sich dieses Land noch heute in jener Ein-zelstellnng, in welcher es vor dem Kriege ein so trauriges politisches Scheinleben führte, so wäre es jetzt wahrscheinlich schon in der Macht der Ultra-montanen. Jetzt aber ist sich der liberale und deutsch-gesinnte Theil dcs Volkes seines Zusammenhanges mit der großen deutsche» Nation bewußt und die Regierung konnte in einer ihr ursprünglich feindlich gesinnten Kammer einen der wichtigsten parlamentarischen Siege erringen. Aus Frankreich treffen noch immer keine Nachrichten ein, welche auf eine baldige Besserung der seit der Präsidentenkrise prekär gewordenen Lage hoffen ließen. Die Bonapartisten machten sich dies zu Nutzen und betreiben ihre Agitationen nunmehr schwungvoller. Sie stellen ein Manifest des Exkaisers in Aussicht. Dagegen scheint die Fusion zwischen den royalisti» scheu Parteien noch im weiten Feld zu stehen. Der „Siecle" berichtet: „Man erzählt uns, daß die Lcgitimisten vom reiusteu Wasser kürzlich unter dem Vorsitz des Marquis v. Frauclieu eine wichtige Be-rathnng gehalten haben, in der namentlich über die Aussichten einer Restauration der legitimen Monarchie verhandelt wurde. Man kam darin allseitig überein, daß, wenn der Graf von Chambord nicht binnen einem Jahr zum König von Frankreich auS-gernfen wäre, die Legitimistcn sich lieber der Republik auschließen, als mit den Orleanisten gemeinschaftliche Sache mache» sollten." Von historischem Interesse ist die folgende Meldung des orlcanistischcn „Fran^aiS": „Der Ex-Kaiser Napoleon 111. hat letzte» Samstag i» Dover verbracht; er erwartelc dort dic Nachrichten au» Paris, und man versichert uns, daß mau in seiner Nähe, und sozusagen vor aller Welt, die Frage der Möglichkeit einer Ausschiffung an den Küsten der Normandie verhandelte. Wir würden die Meldung, aus wie guter Quelle sie auch kommen mag, nicht ansnchinen, wenn wir nicht die Anschläge von Bou-logne und Straßburg noch im Gedächtniß hätten." Ueber die Fusions-Verhandlungen liegen keine neueren Nachrichten vor. Die von den Fu-sionisten protcgirtc Kandidatur des Herzogs von Nemours sür die Nize-Präsidenten-Stelle soll auf griffe anderer, oft überlegener Thiere. DieBusch-ratte, der Skorpion und einige Spinnen tragen ihre Jungen ans dem Rücken. Spinnen und Kruster, so wie die surinamische Kröte und einige Meernadeln tragen ihre Eier bis zum Ausschlüpseu mit sich herum. Das Gruudelmäunchcn baut sich eine Hütte auf dem Grunde der Gewässer, wohin e» allmälich viele Weibchen einladet, die Eier abzulezen, welche cs sofort jedesmal befruchtet und zuletzt gegen die oft heftigen Angriffe anderer Fische mit großem Muthe und Ausdauer bewacht bis zum Ausschlüpfen. Be kannt ist ja die Liebe der Acssiucn zu ihreu Jungen, welche oft so weit geht, daß sie dieselbe» aus Liebe erdrücken. Der Geselligkcitstricb findet sich bei den Thieren nicht nur uutcr cinaiidcr, sondern sogar zwischen ver schicdcncn Arten. In Abyssinien besteht zwischen der Manguste, dcm Klippdach» und einer Eidechse (8tol-lin evimo^antvr) eia Freundschaftsbündnis;; sie leben znsammeu. Infekten, Vögel, Fische, Säugethiere wandern zu Huuverttausenden mit einander; wir finden Heerden von Wiederkäuern, die zu Tausenden beisammen leben. Der Ameisen. Biene»' und Ter-miten-Kolonien habe» wir bereits gedacht, auch der nun fast ausgerottele Biber wohnt in Kolonien fried eine Weisung aus Frohsdorf von jener Partei falle» gelassen worden sein. Dagegen wird vielfach bemerkt, daß der Graf von Paris unlängst bei Herrn von Merode, eine», der Häupter der Legitimiften, gespeist hat, während andererseits eine Annäherung zwischen Aumale und Thiers unverkennbar sein soll. Am 28. d. waren in Frankreich auf Befehl öer Behörden alle Theater und alle Konzert- und Ball-Lokale geschlossen. Wie es heißt, sollten auch die Börse und alle sonstigen öffentlichen Anstalten und Läden nicht geöffnet werden. Es war nämlich der Jahrestag der Kapitulation von Paris. Die Nachrichten aus Madrid deuten auf Sturm. Das Ministerium Sagasta hat dem Könige die Auflösung der Cortes gerathen, und das bezügliche königliche Dekret erregte am 24. d. M. in der Deputirten-Kammer die Leidenschaften. Fünf Stunden lang wurde wüthend diskutirt, es fielen die heftigsten Worte der Anklage gegen den König, sowie die verrätherischen Minister, und es scheint auch, daß die Aufregung sich der Bevölkerung mitgetheilt hatte, da die Regierung die Drohung mit Barrikaden mit den umfassendsten militärischen Vorsichtsmaßregeln beantwortete. Es fragt sich nun, ob cs diesmal noch ohne Revolution ablaufen wird. Die Corteswahlen sind auf den 2. April anberaumt und die neuen Cortes sollen am 24. April zusammentreten. Es wird sehr viel von dem Resultate der Neuwahlen abhängen, bei denen alle Parteien ihre Kräfte auf das äußerste anspannen werden. Auf das Militär scheint der König zur Zeit sich noch verlassen zu können, und das ist in Spanien sehr wichtig. Zur Tagesgeschichte. — Grillparzer beschäftigte sich in den letzten Lebensjahren meist mit der Dichtung von Epigrammen über die politischen Zustände. Man konnte bisher über diese Thätigkeit Grillparzer'S nichts erfahren, da er den Schlüssel zum Schreibpulte wie ein Heiligthum bewahrte und ihn selbst nicht den Händen der intimsten Freunde anverlraute. Erst nach dem Tode des Dichters wurde ein Stoß Papiere gefunden, welche, sorgfältig geordnet, die erwähnten Epigramme' und viele Zitate auS spanischen Werken enthielten. In einem der Vorgefundenen Epigramme aus dem Nachlasse des Dichters geißelt dieser treffend in vier Zeilen die Forderungen der Czechen und die Fundamentalartikel mit beißendem Sarkasmus. — Wahrscheinlich von der Angst befallen, daß, wie es in Oesterreich geschieht, auch der ungarische Staat sich der niederen Geistlichkeit annehmen würde, hat der reiche Primas Simor der gesamniten subal- ternen Geistlichkeit Ungarns ein Geschenk von 6000 Gulden gemacht. „Können fett werden davon, die ungarischen Pfarrer und Kapläne!" — meint die „Neue Freie Presse". — DerKronprinz des deutschen Reiches ist, wie vor einiger Zeit mitgetheilt wurde, „gelernter" Schriftsetzer; Prinz Heinrich, der zweite Sohn des Kronprinzen, wird Buchbinder und hat am Freitag der vergangenen Woche bei dem Hofbuchbinder Collin die erste Stunde zur Erlernung dieses Handwerks gehabt. Der Unterricht begann mit Erlernung des KlebenS. Der junge Prinz fragte mit großer Unbefangenheit seinen Lehrmeister: „Aber, nicht wahr, Herr Collin, zu Großvaters Geburtstag kann ich doch schon ein sehr schönes Pappkästchen machen?" — „O ja, königliche Hoheit, wenn Sie recht schön aufpaffen, garantire ich es Ihnen!" lautete die Antwort. Vorläufig ist für den neuen Unterricht allwöchentlich im kronprinzlichen Palais eine Stunde festgesetzt. — Die Japanesen verlegen sich aufs Studium der Anatomie, und Professor Hyrtl soll ihnen dabei behilflich sein; sein bekanntes „Lehrbuch der Anatomie" wurde in nicht weniger als 50 Exemplaren nach dem Hafen von Addo bestellt. Dort sollen die Stationäre der deutschen Marine, ebenso Engländer davon Gebrauch machen, um sie auch den japa-nesischen Schulen zu verdolmetschen. Ebenfalls sollen Aerzte für das Land ausgebildet werden. Eine Wiener Verlagsbuchhandlung hat die Bücher bereits über Ham-bürg nach Addo dirigirt. — Die Stellung der Deutschen in den okkupirten französischen Departements ist keine angenehme. Sie haben — so erzählten deutsche Offiziere aus RheimS, die in Breslau auf Urlaub waren — seit dem Friedensschluß nicht die geringste Beziehung mit den Bewohnern der betreffenden Departements. Während des Krieges standen sie mit einem großen Theil derselben ganz gut und verkehrten viel mit ihnen. Da dieselben aber heute befürchten, als „PrufsienS" verschrieen zu werden, so haben sie alle Verbindungen mit den deutschen Offizieren abgebrochen, so daß dieselben ein ziemlich langweiliges Lebe» zu führen haben. In Pontarlier gab vor einigen Tagen ein preußischer Unteroffizier Anlaß zu Unruhen. Derselbe wollte sich nämlich mit einer Witwe dieser Stadt verheiraten, und als dies durch daS öffentliche Aufgebot bekannt wurde, drangen an zwei Abenden VolkShaufen in das Haus der Witwe und zertrümmerten dort alles, was sie vor-sanden. Die Behörden schritten jedoch ein und ver-hasleteu einen großen Theil der Ruhestörer, von denen auch ungefähr dreißig zu 10 bis 30 Tageu Gesänguiß verurtheilt wurden. lich mit seinesgleichen. Der Lootsenfisch begleitet den gefräßigen Hai, weil er von dessen Exkrementen lebt, ebenso wie manche Thiere anderen solgen, weil sie in den Ueberresten ihrer Beute Nahrung finden. Der augcnlose Kculenträger (6ln,vij>'6r) lebt mit den Ameisen, ja wird von denselben gepflegt, indem der Keulenträger Zuckersaft aus seinem Leibe absondert, der von den Ameisen gerne geschlürft wird. Allein man findet neben den Beispielen von Sympathie auch Antipathie. De» Gesellschaften der Thiere und deren höchsten Formen, den sogenannten Thicrstaaten, liegt die geschlechtliche Verbindung der Individuen, wenn man will, die Thierehe und die Thierfamilie zu Grnnde. Auch die Thierehe ist nicht ganz allen sittlichen Gefühles baar und es kommen in ihr alle Grade der Zärtlichkeit und der Treue vor, alle Abstufungen, vomZlockerste» Zttsammensein bis zur festesten Verbindung. Die Thiere besitzen auch einen Nachahmungstrieb, der bei den Assen und Vögeln, namentlich den Papageien sehr ansgebildet ist. Grane nnd Ama-zoneupaptlgeien lernen leicht Worte uachsprcchc», Ka> "arieuvögel Orgelstückchen nachsingen, bei Wanderungen der Insekten und Vögel sieht man häufig rin Individuum an der Spitze, welchem die anderen Nachfolgen. Die Zähmung der Thiere bericht nach Bronn nicht ans Gewalt, sondern Erweckung ihrer Dankbarkeit, deren sie für geleistete Dienste, für befriedigte Bedürfnisse fähig sind, und welche man ans mannigfaltige Weise noch steigern kann, indem man ihnen angemessene Nahrnng reicht, sic streichelt, liebkost rc. Thiere, welche von Jugend anf nicht gewöhnt waren, für ihre Bedürfnisse selbst zu sorgen, mithin keine andere Befriedigung kennen, als durch Menschen, von einer ursprünglichen Freiheit und Selbständigkeit nichts wissen, wohl aber stets unter seiner Oberherrschaft zu stehen gewohnt waren, werden leichter zu zähmen sein, als alt eingefangene. Aber die größere Intelligenz der Ranbthiere ist, wie Fr. Cuvier gezeigt, Ursache, daß sie gegen die gewöhnliche Meinung leichter zu ziehen und leichter abznrichten seien, als die Grasfresser. Es würde u»S zu weit führen, wenn wir von der Schlauheit, Anhänglichkeit, Neugierde, Eifersucht, Haß, von den Tugenden nnd Untugenden der Thiere überhaupt ausführlicher spreche» wollten ; doch wird sich wohl »och oft genug Gelegenheit finden, von dem Seelenleben der Thiere interessante Daten zn geben, welche mehr als zur Genüge beweisen, daß die Redensart: „das Thier habe einen Instinkt," eben nichts weiter als eine bloße Redensart ist. Lokal- und Provinzial-AngelegenheiM. Lokal-Chronik. — (Der Herr LandeSpräsident von Wurzbach) ist mit dem gestrigen Schnellzuge nach Wien abgereist. — (Für den Feuer w eh r-Kranken-Unterstittzungsverein) haben die Herren L. Miknsch und Johann Bach je 5 fl., ein Ungenanntseinwollender 1 fl. gespendet. — (Der Ausschuß des krainischeu Lehrervereines) hat in Anbetracht, daß die Regulirunz der Lehrergehalte für Krain noch immer nicht erfolgte, während in den ändern Provinzen diese Angelegenheit bereits vollkommen zum Abschluffe kam; in Anbetracht, daß in dieser Richtung der Lehrstand KrainS sich auch für nächste Zeit, nachdem der Zusammentritt des Landtages in weite Ferne gerückt, noch keinen sünguiuischeu Hoffnungen hingeben könne, eine Petition dem hohen Unterrichtsministerium überreicht, worin der Verein im Namen der kraiuischen Lehrerschaft um Schaffung materiell besserer Zustände ersucht. Diese Petition betont besonders die Tragweite einer guten materiellen Stellung und wünscht, daß diesbezüglich das hohe Ministerium im Verordnung»-wege eine entsprechende Situation schaffen wolle, die es den Lehrern gestattet, im Sinne der neuen Schulgesetze entsprechend zu wirken. — (Eine Ausstellung von Milchprodukten) aller Art, sowie zur Molkerei gehöriger Gegenstände in Wien, wurde als dasjenige Mittel erkannt, welches nicht nur ein möglichst treues Bild der bestehenden einheimischen Milchwirthschafts-Verhältniffc liefern, sondern auch die Bekanntschaft ausgezeichneter Produkte des Auslandes und ihrer Bereitungsmethoden vermitteln und damit den einheimischen Fortschritt anbahnen soll. Das hohe k. k. Ackerbauministerinm genehmigte die Vorschläge einer diesfalls im Sommer 1871 znsammenberusenen Fachmänner»Enquete und setzte behufs Durchführung der Ausstellung sofort eia General-Komitee ein, welches in einem Aufrufe die laudivirthschastlichen Kreise, wie nicht minder die Interessenten des Handels und das konsumirende Publikum des In- und Auslandes auf diese im Werden begriffene Ausstellung aufmerksam und mit dem Wese» derselben bekannt macht. Die Molkerei-Ausstellung wird demnach in Wien in den Tagen vom 13. bi« 17. December 1872 stattfinden und zwei Gruppen von Gegenständen der Molkerei zur Anschauung bringen: Eine Gruppe, welche die Milch und alle Arten Milchprodukte, und eine zweite Gruppe, welche die Hils»-stofse und Betriebsmittel der Molkerei enthält. Zur ersten Gruppe gehören sonach alle Arten von Milch und Rahm im natürlichen, saueren, kondensirten oder irgend wie konservirten Zustande; alle Arten von Butter und Schmalz; alle Arten von Käse nicht nur ans Kuhmilch, sondern auch aus Schaf- und Ziegenmilch ; endlich die Nebenprodukte der Molkerei, wie Milchzucker, Zieger u. s. w. Diese Gruppe ist nur für Aussteller der österr.-ungar. Monarchie bestimmt. Die zweite Gruppe umfaßt vor allem die HilfSstoffe der Käserei-und Butterbereitung, dann Geräthe aller Art sowohl zur wirklichen Verwendung, als auch in Modellen und Zeichnungen; ferner Apparate zur Mllchprüfung und künstlichen Darstellung der Milch , sowie schließlich Plän^ und Modelle von Käsereien, Milchkammern und alle Arten grafischer Darstellung aus dem Gebiete der Molkerei und der dieselbe begründenden Viehzucht. Diese zweite Gruppe ist international, und kann sonach vom In- und Auslände beschickt werden. Um die Theil-nahme an der Ausstellung möglichst anzuregen, hat daS k. k. Ackerbauministerium nicht nur eine namhafte Anzahl silberner und bronzener StaalSmedaillen ! für alle Arten von Ausstellung? - Objekten bestimmt, sondern für ausgezeichnete Leistungen selbst goldene Staats,nedaillen in Aussicht gestellt und überdies für die beiden Haupiprodukte der Molkerei, Butter und Käse, auch eine Anzahl Geldprämien in Silber, zn je 40 und 20 Gulden festgesetzt. Behufs Zaerkenuung der Prämien wird ein Preisgericht eingejetzt werden. Die feierliche Preisvertheiluuz wird Sonntag »en 15>ten Dezember 1872 stattsinden. Um eine entsprechende vielseitige Würdigung des wahren WerlheS der Mol« kereiprodukte zu ermöglichen, sorgt das Generalkomitee auch skr die Herstellung und Eröffnung eincr beson-deren Kosthalle, in welcher es jedem Aussteller frei stehen wird, Proben seiner Erzeugnisse an das kon-sumirende Publikum verabreichen zu lassen, um s o demselben mehr als den bloßen Anblick zu bieten. Ein vom Generalkomitee aus dessen Mitte bestimmtes engeres Komitee, bestehend aus Mitgliedern, die sämnulich in Wien wohnhaft sind, fungirt sortan als das permanente Lokalorgan, und cs ist sowohl durch dieses Komitee, als auch durch die löblichen Laudwirthschasts-Gesellschasten jede Aufklärung zu erlangen, die etwa den Herren Ausstellern wlinschensiverth werden sollte. Alle näheren Bestimmungen enthält das Programm der Ausstellung, und es sind alle Nachfragen, sowie alle dieSfälligen nicht amtlichen Zuschriften unter Adresse des Generalkomitees für die Molkerei-Ausstellung in Wien (Dominikaner-Bastei Nr. 13), die amtlichen aber an dasselbe Comitee, jedoch mit äußciem Kouvert unter Adresse des k. k. Ackerbauministeriums zu richten. — (Aus demBeamtenverein.) Der von der Zentralleitung des ersten allgemeinen Beamien-BereineS der österr.-ungarischen Monarchie in Wien nach Krain entsendete Bevollmächtigte Herr Eduard WozniakowSki ist wieder nach Laibach zurückgekehrt, um nun auch hier die Vereins-Interessen eifrigst zu vertreten. Der genannte Bevollmächtigte ladet fämmtliche Staats-, Landes-, Herrschaft«-, Industrie- und andere Privat-Beamte, Kemeinde-Berlreter, Advokaten, Notare, Professoren und Lehrer, Offiziere in Aktivität und in Pension, Militärparteien und Seelsorger rc. ein, sich lediglich nur in ihrem eigenen Interesse an diesen Verein anzuschließen. Jene Privatbeamte, welche weder für ihr Alter noch ihre Erw.rbSunfähigkeit seitens Ihrer Dienstgeber irgend einen Anspruch aus Versorgung erheben können, werden auf die vom Vereine erst kürzlich ins Leben gerufene „JnvaliditätS-Pension" nach dem Prinzipe der „englischen Jury," welche die vorzüglichsten Chanßen bietet, aufmerksam gemacht. Der Bevollmächtigte ist im Hotel Elesant einlogrrt und nimmt allenfällige Beitrittserklärungen auf,- auch können nötigenfalls Aufschlüsse in jeder, die Bcreinsangele-genheiten berührenden Richtung bei demselben eingeholl werden. — (ImProzesse Preuz) findet die Unheils-Publikation morgen Mittwoch um halb 12 Uhr statt. — (Zur Notiz.) Wir machen unsere geehrten Leser aus die heutige Beilage des „TagblatteS" ausmerksam, enthaltend eine Pränumerationseinladung auf da« in unserem Feuilleton besprochene ausgezeichnete Werk „Naturgeschichte der drei Reiche," für das Volk bearbeitet von F. Siegmund. — (Theater.) Auch die durch einen glücklich zu Staude gebrachten Kompromiß gestern ermöglichte fünfte Aufführung der „Prinzessin von Lrapezunt" bewährte ihre nngefchwächte Anziehungskraft und füllte das Haus fast in alle» feinen Räumen. Einen besonderen Reiz gewann dieselbe nocti da durch, daß nach dem Abgehen des Gastes — Frl. Ranzen-ho ser — Fr. Pau linann die Rolle der „Regina" über-nouinieil hatte und dieselbe auch — wie nicht anders zn erwarten flank — in vorzüg 1 cher Weise zur Durchführung brachte. Den besten Beweis, einer wie außerordentlichen und allseitigen Beliebtheit sich Fr. Paul-mann von Seite »nferes Publikums erfreut, konnle dieselbe ans dem Empfange enluehmen, der ihr gestern bercilet wurde und der nicht leicht ein herzlicherer und aufrichtigerer halte sei« lönnen. Stürmischer, nicht endenwolleuder Applaus, vereint mit «lumenspenden, empfing sie bei ihrem ersten Erschein en und sagte eS ibr deutlich, wie sehr man sich allgemein freu,», diese «olle eudli» in den Händen jener Künstlerin zu sehen, der man bereit« so viele vergmigle «tunden zn ver-danken hat nnd die gewiß allen von Anbeginn an die liebste und erwünschteste Vertreterin dieser Partie gewesen wäre. — Die vollste Anerkennung gebührt ebenso allen Ulkigen Darstellern, — den Herren Schlesinger, Schnlz, >-hrcniest, Lbcs, de» Fräulein Pichon, Eberhardt nnd Langhof, wie nicht minder den einzelnen Mitgliedern iinsertS tlictligen Ehores für ihre nnermildliche und immer gleich vorziigliaie Mitwirkung. Der UberanS günstige Erfolg, de» diese Operette bis »uii auch i» alle» ihren Wiede, holuuge» faud, ist zum größten Theile gewiß »ur ihrer mnsterhaslen Aufführung zu verdanken nnd wäre — wenigstens in diese», Maße — nie möglich gewesen, wen» nicht alle Theile vereint ihr ganze« Könne'» znm Äeliiigeii derselben eingesetzt hatten. Wir glauben, es nickl uuierlasseu zu dürfe», dieser unserer Anerkennung wiede Volt Äu-d.uck zu geben und wünschen zugleich, das Publikum möge auch der beule zum sechste» und zugleich letztenmale statlfindendcn BorsieUnng der „Prinzessin von Trapezunt" jene Tlieilnabme schenken, welche dieselbe bei einer so tadellosen, bis ins kleinste Detail gelungenen Darstellung jederzeit verdient. Theater. Heute: Zumligten male: Die Prinzessin von Lrape znnt. Komische Oper in :Z Lcien von Hopp. Musik von Offeiibach. literarisches. In der Verlagsbandlung R. v Waldheim in Wien erschien so eben Jakobi's ttniversal-Lexikon, das nach den zwei bereits vorliegenden Heften ein Fremdwörterbuch, ein Zeituugs Lex kou, ein Waareu-Lexikou und ein geografisches Lexikon, und zwar alles in alfabetischer Ordnung in sich vereinigt, so daß der Nachschlagende, ohne lange zu juchen, auf den ersten Blick die gewünschle Auskunft kurz, aber bestimmt nnd richtig erhält. Bei Frembwvrleu ist überall die richtige Aussprache angegeben, bei hervorragenden Handelsariikeln aus überseeischen Ländern sind die wichtigsten europäischen Bezugsquellen genannt, im geogra fischen Theile sind auch die industriellen Orte berücksichtigt, die Einwohnerzahl, die vorherrschenden Industriezweige, die Produktion uud der Handelsverkehr beigefügt, somit in jeder Beziehung ganz besonders die praktische Seile im Auge behalten. In keiner Bibliothek, in keiner Schreibstube und in keiner Haushaltung sollte das „Uuirerfal Lexikon" sehlen. Es erscheint in 20- 25 Lieferungen :» 2.°, kr. Ein nicht minder nützliches Werk, besonders für den Kaufmann, den Handwerker, Fabrikanten und Gewerbsmann, ist Vas in denifelbeii Berlage in 7. Auflage erscheinende Werk „Toll »nS Haben," praktische Lektionen für Geschäftsleute. Dies Werk, das in 16 Lieferungen L 20 kr. erscheint und wovon ebenfalls zwei schon vorliegen, ersetzt vollkommen einen Buchhalter; denn es gibt eine gemeinverständliche, dennoch gründliche und praktische Anleitung zur Einrichtung der Geschäftsbücher, zeigt in anschaulichen Beispielen, wie dieselben ordnnngsmäßig zu füh ren sind, um dem Gesetze zu genügen und zu jeder Zeit einen klaren lleberblick über den Stand des Vermögens zu gewinnen. Ferner wird das Werk enthalten die wichtigsten Gesetze, die der Kaufmann und Gewerbtreibende kennen muß, z. B. das Handelsgesetz, die Gewerbeordnung, das Privile giengesetz, das Markeuschutzgesetz, Vorschriften über den Hausir-handel, die allgemeine Wechselordnung rc. Endlich bietet es dem Geschäftsmann ein Formularieubuch, einen Briefsteller* Tabellen zur Jnteresfenberechnung und ein kanfmanuisches Wörterbuch. Zu beziehen sind beide fast 'unentbehrlichen Werke durch die Buchhandlung Kleinmayr « Bamberg. Witterung. Laibach, 30. Jänner. Anhaltend trübe, windstill. Wärme: Morgens 6 llhr -s- 0.2", -tachmittags 2 Ulr -j- Z 8" 6. (l871 -s- I.ü"; 1870 -j- 4.8"). Barometer 738.98 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 1.8", um 3.1" über dem Normale. Angelommeue Fremde. Am 29. Jänner. Zuckermadl, Reisender, Wien. — Viloriv, Italien. — Sonz, Fiume. — Hosenhändler und Latoro, Triest. AVI«,,. Ketzel, Kaufm., Stein. — Ludwig, Lehrer, Sagor. — Suschnik, Rechnimgsführer, Sagor. — Wolf, Kaufm., Mainz. Verstorbene. Den 29. Jänner. Frau Barbara Gestrin, bürgerl. Färbermeisters uud HauSbesitzerswitwe, all 66 Jahre, in der Polanavorstadt Air. 19 an der Lungenlähmnug. — Der Frau Agnes Zirer, HauSbesitzerswilwe, ihr Sohn Karl, alt 21 Jahre, in der Tirnanvorstadt Nr. 36 an der Lnngen-tuberkulose. Gedenktafel über die am 3. Februar 1872 stattfindenden Lizitationen. 3. Zeilb , Puh'sche Real., Ptrovo, BA. Laibach. — I. Feilb., Matevnik'sche Real., Bregana, BG. Landstraß. — I. Feilb., Markez'jche Real., Feld, BL. Radmaunsdoif. — 3. Feilb., Pojar'sche Real-, Bnknje, BG. Senosetsch. Eine Mscurin, welche in diesem Fache eine große Fertigkeit besitzt, empfiehlt sich den verehrlen Damen für die * ->«« sowie für fernere» Zuspruch. Adresse: »trakan Nr. ersten Stock. (57-l) Telegramme. (Orig.-Telegr. des „Laib. Tagblatt.") Paris, S« Jänner. Die „Union veröffentlicht ein Manifest de» Grafen <5hambord. worin dieser gegen den ihm zngeschriebenen Gedanken einer Abdikation protestirt und in dein von ihm vertretenen monarchischen Prinzip das einzige Heil für Frankreich erblickt. Ihn werde nichts erschüttern, nichts feine Geduld ermüden. Laiir Zengniß des Herrn Professor Oppolzer, Rektor niagnif. und Professor an der k. k. Klinik in Wien, ist das kn 9 tlw u ncj M3886^ von Dr. I. G. Popp, k. k. Hof Zahnarzt in Wien, Stadt. Bognergasfe Nr. 2, eines der geeignetsten Mittel zur Konstwirilllg der Zähne, uud wird dasselbe auch von ihm sowie von zahlreichen auderen Aerzien gegen /rrlin- nnil Hmulkianklivilen häufig verordnet. Preis fl. 1.40 ö. W. die Flasche. IN . .1. 0. I'opp'8 Vs§st3.di1L8cks3 2LLnxu1v6r. Es reiuigt die Zähne derart. Laß durch dessen täglichen Gebrauch nicht nur der gewöhnlich so lästige Zahnstein entfernt wird, sondern auch die Glasur der Zähne an Weiße und Zartheit immer zunimmt. (4—1) Preis pr, Schachtel 63 kr. ö. W. Depots: In Laibach bei petriöiö L pirker, ä. Xrisper, löset Xseinger, lob. Xrgsetiovitr, Lck. ^slir, k. kirsoliltr, Apotheker, und ss. 8ebmit1; « raiuburg bei f. Xrispei- und 8ed. 8oksunig, Apotheker; Bleiburg bei »erbst, Apotheker; W a rasdin bei tislter, Apotheker; Rudolfswerth bei v. Nirroli und 1. kergmsnn, Apotheker, und losef kergmsnn; Gurkfeld bei frieär. Kömobe8, Apv theker; S t e i u bei Iskn, Apotheker; Wippa ch bei knton veperis, Apotheker; Görzbei Ponton!, Apo iheker, uud 1. Xeller ; Wartenbcra bei k. KalUsr; Adelsberg bei 1. XupfersvtimM, Apotbeker; Bi schoflack bei v. ksdiani, Apotheker; Gottschee bei l. Srsune, Apotheker; Idria in der >c. k. Werks-ilpotkielce; Littai bei X. lUüklivonrel, Apotheker; Radma » nsdors in der Apotheke von Lalloekers Vi1«e. Wiener Börse vom 29. JSnner. rpnc.Renle. öft-Pap. dio. dl», öft.in Sitd. joke von l»»« . - -»oa i««u, gan,e jkle >dsu, AünII. vrLml-ntch. ». I»K4 . Slkikrmart >»5 »«k. »arate-. L. «oftknland d . Ill>anr. . zub » Ikoat. u. Sla». S , Si«dn>bürg. . d . kalton-ldant . . . Union - Bon! . . . kreditanftatt . . N. ö. S»comVie.S->. Ingto-öftcri. Bant L>ep. vodencrkd.-«. O-ft. H«»°lh.-k-nl. kirter. ««comvl.-t». -ranro-Auftria . . La»,. yerd^Nordb. . Vüddaba-Gejeaich. »ais.«U1abets »arL-Ludwia-Vahv Siebend, «neubahu . Vtaat-bahn. . . . »ats. Franz-Iosef-b.. ^ünfk..Barcser S..« Ulsöld.yium. «ahu . Tattoo. o.Lv.verlo»d, Lng. Bod. Tredttanst, Lllg.öst.Bod..Äredtt. tzto. »u rua». Geld Ware f.r 70 72.20 r-7. 106.56 12l).öt) 148 55 6L.830-106.--!»2.50 131. 135 — i»5.25 102.30 W«re r»5.50 1I5 2L. 232.— 10S.50 9S.— 1S8.^ 136-05.7b 102.60 IVO. 191.tO Salm ^alffy . . «L'ary . . St. Veno»»» uLiudischgrätz Waldfteiu . Keglevich . «irdolsSsttft. 40 » 40 . 40 . 40 E 20 . »0 ^ 1V ö. w. Mou.) «ug»b. lOOfl.südd.w. Franks. 100 fl. , lLondou 10 Pf. Stert. Paris 100 ftrauc« . 00 - 0O.20'Katf.Mün,-Dncaten 88.50 80. —l20.yranc«stÜ6 . . 106. U»6.50ILrerein»thaler . . . 87.-j »7.50>«ilber W.'O 120.50 59. -3,.-42 — 27.— 38 — 32.— 21.50 22 50 14.- 14.50 100 121.SS «0. -33 — 43 — 28 — SS.— 32-22.5»> 23 — 16.-IS — 96.30 96.40 114 SO 44.60 5.43 9.09» > I. 0 113.- 96 Ä» 96.50 114 40 44.7» 5.l> v.li) 1.71* 113.2^ Telegrafischer Wechselkurs vom .'!0. Jänner. .'iperz. Rente österr. Papier V2.L0. — Lperz Sienu, jsterr. Silber 72 40. — 1860er SkaatSaulche» 106 5,0. — Baukaklien 859. — «reditaktie» .'l 17.80. — Loiido» I I!! 75,. — Silber 112 25, - «. k. Mllnz-Dukate» 5.40. — R»-voleonsd'or 8.0L. »rua vou Igo. o. «letn«ayr » ged. «awberq t» Lalbach. Verleger und für dt« Redarilon verantworilich: Ottomar vambrig