Wahlspnich: Was wir fctgetnen von Bei ftiifcimfl v"rrr rn 2 Das, i'isJt 1111b Arbeil uns geriitte: (teilen, unfe t Kinder in Der cctjuie lernen Und un|ete Breis« nicht mehr bineln geben. ©. Hcrwegh. An unsere Kalenderabnehmer! Zu unserem Bidauern müssen wir bekanutgcbe», das, die bei uns tiitßclanfciicn Bestellungen nicht so rasch cssektuiert werden könne», wie es wünschenswert wäre, weil die Buchbindcrarbeit sehr langsam vorwärtsgcht. Wir bitten daher alle Besteller, ein wenig Geduld zu haben und uns nicht mit Reklamationen und Anfragen 3U überfluten. Ter Kalendervcrlag. Die parlamentarische „Aktion" der bhrrstltch,ozialcn und Nationalvcrbändler für die Eisenbahner und Staatsaugestellten. Am 2. Juli 1912 haben die bürgerlichen Mehr-«jeitsparteien den bom Abgeordneten Tomschik znm § 2 des Budgetprovisoriums im Parlament ein-gebrachten Antrag auf Einstellung von 17 Millionen Kronen für die Eisenbahner a b g c l e h n t. Tic parlanrentarischen Sommerferien, die gleich auf diese volkstümliche Heldentat gefolgt sind, haben, wie man genugsam erfahren Hot, für manchen aus der christlich-sozialen und nationalverbändlerifchen Verrätergilde Tage der Qual und Slot gebracht. Denn auch die Geduld jener, die da echt christlich oder echt national von den eigenen parlamentarischen Genossen verraten worden waren, wandelte sich in Empörung gegen die, die so wundersam den „völkischen Einhcitsgcdanken" und die „christliche Liebe" zu preisen verstanden hatten. Aber die ehrenwerte Gesellschaft, die durch länger als drei Monate einen Fußtritt um den ändern von den eigenen Genossen aus den Kreisen der Eisenbahn-angestellten hinnehmen mußte, hat die Zeit benützt, um einen neuen Trick zu ersinnen, wie man sich trotz alledem auch noch weiterhin als fürsorgliche Retter für die Eisenbahner auffpielen könnte. Am 22. Oktober trat das Llbgeordneienhaus zu seiner ersten Sitzung im neuen Sesfivnsabschnitt zusammen, und schon sehen wir Nationalverbändler und Christlichsoziale wieder mit der alten widerlichen Komödie beginnen. Da find zunächst die Herren Sem c t1 c r und Ritter v. Pantz mit all den übrigen christlichsozialen Herren, die gegen den Antrag Tomschik gestimmt hatten, die sich in einem gleich für die Eröffnungssitzung bereit gehaltenen Antrag erinnerten, „daß cs das Abgeordnetenhaus seiner Ehre und seinem Ansehen schuldig sei. cs nicht ruhig hinzu-nehmen", wenn die Regierung dessen Beschlüsse, wie das bei dein 38 Millionen-Antrag für die Eisenbahner und Staatsangestellten geschah, einfach ignoriert. Der Antrag, der also aus dieser sehr späten Erkenntnis geboren wurde und der die Unterschriften aller jener christlichen Herren trägt, die im Juli den 17 Millionen-Antrag n i e d e r st i m m e n halfen, besagt in seinem Wortlaut: Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen: „In das Finanzgesetz für das Jahr 1913, beziehungsweise in das an dessen Stelle etwa tretende Budget-provisorium sind ein Betrag von 17 Millionen Kronen zur restlosen Durchführung der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses vom 10. Dezember 1011, betreffend die Versserung der Entlohnungs- und Dienstverhältnisse des Staatseisenbahnpersonals, ferner die zur Durchführung der Beschlüsse des Mgeordnetenhauses vom 20. Dezember 1911 und vorn 5. Mai 1912, betreffend die materielle Besserstellung der Staats-arbeiterschaft und der Arbeiter in staatlichen Betrieben sowie der staatlichen Vertragsangestellten, beziehungsweise betreffend die Aufbesserung der Bezüge der Postangestellten notwendigen Beträge einzustellen." Dieser Antrag ist ohne erste Lesung dem Budgetausschuß zuzuweisen. Ein zweiter seinem meritorischen Inhalt nach ganz gleicher Antrag kam am nächsten Tage, also am SSer enthält sich beS NaupenlesenS bei einem edlen Saum? Der Herbst mit seinen langen Nächten ist ein gezogen und hat die Organisationen von ihrem Sommerschlaf wieder erweckt. Seit Jahren ist e8 in den Organisationen, insbesondere in der unseren Brauch ge worden, datz mit den ersten Strahlen der Märzsonne die Vereinstätigkeit eingestellt wird, um erst dann, wenn es im Freien für Ausflüge zu unwirtlich geworden iit. Wider damit zu beginnen.- Tic Einstellung erfolgt auw MM- Der „(Siietibai)iter" erscheint in einer Auflage von 5.« ', eignisse einseitig g e w o r d e n und haben sich Scheuklappen an die Augen legen lassen. Seit acht Jahren, wenn der Herbst herannaht, da kommen die Mitglieder zu ihren Vertrauensmännern, ziehen ihnen die Scheuklappen fester vor die Augen, damit ihr Blick nur eine Richtung trifft Und nur diese eine Aktion darf ihr Blick treffen, nur ihr ihre Kraft geweiht werden oder — wir treten ans! Der Zwang der Verhältnisse hat also unsere tüchtigen Vertrauensmänner zum Teil blind und taub gemacht. Seit 1905 steht die ganze Mitgliedschaft unter einer Massensuggestion, sie sieht und hört nicht. Sie will nur große Aktionen jtiit Erfolg durchführen. Daß zu den Erfolgen und Siegen^ gute Waffen gehören, daß diese Waffen gut und scharf sein sollen, ob dieselben überhaupt noch den gegenwärtigen Anforderungen entsprechen, ob auch die Kämpfer in der richtigen einstigen Verfassung sind, auf all diese Vorbedingungen wird leider in den meisten Fällen vergessen. Wie die französischen Chauvinisten immer durch dos Loch der Vogesen starren, io hypnotisiert starren die Mitglieder den kommenden Oktober an und vergessen dabei ganz, ihre Schwerter zu schleifen. Die Gefühle sind im Laufe der Jahre bei unseren Mitgliedern mehr entwickelt worden, wie die Vernunft. Eine Organisation — und das muß einmal de»! Gros unserer Mitglieder gesagt werden — die nur auf Forderungen und nur aus diesen aufgebaut ist und von ihnen lebt, muß zugrunde gehen. Bestellen wir daher sofort unser Haus, damit wir von unangenehmen lleber-raschnngeu verschont bleiben. Sozialdemokraten ^ sollen aus knorrigem, unbeugsamem Holze geschnitzt sein, die nicht bei leichten Stürmen umknicken oder an der Sonne verdorren. Hiezu brauchen wir eine mite Schule, ein gutes Haus. Das Haus soll uns vor Stürmen schützen, die Schule vor Ueberfällen. Sorgen wir für die Bereicherung, Vertiefung mtd Befestigung _ des sozialistischen Wissens, bauen wir die Organisation aus, entfernen wir Altes, durch die Zeit Abgenütztes durch Zweckmäßiges und wir können dann getrost in Erfüllung unserer Pflicht in die Zukunft sehen. Wir sind dann gewappnet. Also Nachdenken, immer nachdeuken. Genossen! Zum Schluß bemerke ich noch, daß ich durchaus nicht alles angeführt und gesagt habe, was zur Steuerung der vielen liebeln noch notwendig zu sagen wäre, sondern erwarte von den Genossen, die mitten im Leben stehen, selbst die notwendige Ergänzung. Von euch muß neues Leben ausgehen! Ich habe diese fünf Fragen nur deshalb herausgegriffen, um die Genossen zum Betrachten, zum Besehen heranszusordern und zum Nachdenken anzuregen. . R. M. MrgMwmen imS Klenbahnek-interefltti. Rcichsbimdlerische Kriegsstimmung. Es wird wohl kaum einen klar denkenden Menschen geben, der nicht bisher der festen Meinung gewesen wäre, daß Kriegsrüstungen und Eisenbahner-interessen Gegensätze von unvereinbarer Schärfe sind. Abgesehen davon, daß, kein Stand des arbeitenden Volkes an der stsit Jahren betriebenen wahnsinnigen Nüstuugspolitik der modernen Militärstaaten das geringste Interesse haben kann, weil eine solche dem Geiste der Zivilisation widerspricht, bedeutet auch die finanzielle Inanspruchnahme der Steuergelder zu unproduktiven militärischen Zwecken, eine direkte Hintertreibung aller sozialpolitischen Ausgaben. Tie Eisenbahner und Staatsangestellten haben da* insbesondere an sich selbst erfahren müssen, deren Wünsche bekanntlich immer nur zum kleinsten Teil erfüllt werden können, weil die Verwirklichung der soge-nannten Ttaatsuotweudigkeiteu, unter denen vor allem militärische Ausgaben verstanden werden, den Staatshaushalt einfach derart belastet, daß für andere Zwecke kaum etwas übrig bleibt. Wer aber gerade deshalb glaubte, daß die Eiseubahuer ebenso wie die Arbeiter überhaupt, gegen jede Kriegs- und Rüstungspolitik sein müssen, der wird jetzt durch die deutschuationalen Blätter eines Besseren belehrt. Wer freilich, wenn die Presse des deutschen Bürgertums, die dem Besitz unter allen Umständen zu dienen hat, jetzt auf einmal findet, daß wir mehr Soldaten und Kanonen brauchen, um uns vor den slawischen Machtgelüsteu zu schützen, so ist das von ihrem Standpunkt begreiflich. Denn darin besteht ja das Wesen des Imperialismus, daß heute der kapitalistischen Wirtschaft überall der Raum zu eng wird, und daß sie bemüht ist, ihren Weiterbestand durch Ausdehnuitg der Märkte und des Absatzes auf der ganzen Welt zu sichern, was allenthalben und in jedem Land zu fortwährenden Eroberungsgelüsten führte, die natürlich zu immer stärkerem militärischen Schutz drängt. Diese Richtlinien der kapitalistischen Weltpolitik hat auch die Resolution, die der letzte deutsche sozialdemokratische Parteitag beschlossen hat, klar aufgezeigt, weuu darin gesagt wird: Zwischen den Staaten, deren Kapitalisten-klasse das gleiche Erpansiousbedürsnis hat und zu seiner Befriedigung dasselbe Ziel verfolgt, entstehen schwere Verwicklungen mtd scharfe Gegen -fiitze, die wiederum den Antrieb für bis zum Wahnwitz vermehrte und verstärkte Rüstungen geben. Die dadurch erzeugte Gefahr eines verheerende» Weltkrieges wird noch verschärft durch die schamlose Hetze der Kapitals m a g n a* teil u u d Junker, die au der Lieferung von Kriegsmaterial, an der 'Vergrößerung des Beainten- /'l. Noven^1Ä2' "W.-Z*.!- ^Seite 3;.' ........... --- ■ mmwmu^ apparats und der leitenden Stellen in Heer und Marine besonderes Interesse haben. t Der Imperialismus stärkt die Macht der Scharfmacher, gefährdet das Koalitionsrecht und hemmt die Fortentwicklung der Sozialpolitik. Die Rüstungsausgaben bürden den Massen des Volkes unerträgliche Lasten auf, während die Teuerung aller Lebensmittel ihre Gesundheit untergräbt. Die bürgerlichen Parteien sind durchweg in den Bann des Imperialismus geraten, sie bewilligen widerstandslos alle Forderungen für Heer und Marine. Die Sozialdemokratie bekämpft out da-;-nachdrücklichste imperialistische und chauvinistisch; Bestrebungen, wo immer sie sich zeigen mögen, pflegt dagegen mit aller Entschiedenheit die internationale Solidarität des Proletariats, das nirgends feindselige Gefühle gegen ein anderes Volk hegt. . . Wenn auch der Imperialismus, d e r e i u Ausfluß der k a p i t a 1 i st i s ch e n W i r i s chaftsweise ist, nur mit dieser vollständig überwunden werden kann, so darf doch nichts unter lassen werden, um seine gemeingefährlichen Wirkungen zu mildern. Der Parteitag bekundet den entschlossene!-. Willen, alles aufzubieten, um eine Verständigung zwischen den Nationen herbeizuführen und den Frieden zu hüten. Der Parteitag verlangt, daß i nt W e g e internationaler Vereint a r nnge n ö c ui Wett r ii st c u ein End e g c m a ch t w i r d, das den Frieden bedroht und die Mensch heit einer furchtbaren Katastrophe entgegentreiht. Der Parteitag fordert an Stelle beutegieriger Eroberungspolitik die Freiheit des Weltverkehrs und die Beseitigung des nur der Bereicherung von Kapitalsniagnaten und Großgrundbesitzern dienen d e n Sch u Hz ollsh ste m s. Wenn also die Kapitalistenpresse so tut. ai> handle cs sich bei den Kriegsrnstungen lediglich darum, der wirtschaftlichen Wohlfahrt des Landes zu nützen, so hat das, wie gesagt, vom Standpunkt der reichen Profitmacher einen Sinn. Aber man muß wirklich schon recht erstaunt sein, wenn derselbe Stand Punkt von einem Blatt eingenommen wird, das wenigstens vorgibt, A r b e i t e r i n t e r e s s e n zu dienen. Das Kunststück, den Eisenbahnern, also Ar beitem und Angestellten, die Notwendigkeit des Krieges und der Kriegsrüstungen eiuznreden, bringt nämlich der "Deutsche Eisenbahner" vom 20. Oktober fertig. Zunächst konstatiert nämlich der „Deutsche Eisenbahner", daß die Reichsbündler der Regierung „g a r ii i ch t z ürue u, w e u u j e tz t das G e I d f ii r d i e Kriegsver waltu ug mit vollen Händen ausgegeben wird". Denn der „Deutsche Eisenbahner" sieht schon den schrecklichen Moment, wo die slawischen Völker, Rußland und die Balkanstaaten, über uns herfallen und die deutschen Länder okkupieren werden. Und deshalb findet es der „Deutsche Eisenbahner" sogar nicht einmal schön von der Regierung, daß sie bei den angesprochene» Rüstnngskrediten nicht offen erklärt, daß sie da ■ Geld zur etwaigen K r iegf ü h r u n a brauche. Man lese nur: „Statt eine offene Aufklärung zu gebe», wird ljo.i offiziell bestritte», daß die «»geforderten Mitte! nicht tu-Kriegsvorbereitung, sondern s ch o n z u r et w a i g e u Kriegs ü h r u ng s e l b st dienen sollen. D i e Bevölkerung hätte dann selb st a u ch größere Forderungen begreiflich gefunden, wenn sie sich hätte sagen könne»: „Werden lcxt a n g e p a i! t, 1 i n d w i r w e n i g sl e n S bereit; werde» wir nicht o» gepackt, wird das Weid erspart." In diesem Sinne würde jede Fürsorge gebilligt. Aber die Bestellung v o n Feuerspritze» dann, wenn das Haus brennt, erscheint n i ch t als V o r s o r g I i ch k e i t. Die Spannung der Bevölternng wurde bereits zur materiellen lleberspannung. Das Wahrwort: „L r e b e r ein Ende nt i i Schrecken nie ein Schrecken ohne End e" hat nie mehr Geltung gehabt, als vielleicht gerade heute in der Beurteilung unserer anherpolitischen Sage. So I ä tft e r1 i ch e Behauptungen, wie i > e f o z i a l d c in o k r a t i s ch e B l ä t t e r in der Verkündigung der Weisheit bringen, der Friede soll auch durch die allergrößte» Opfererkauft werden, sind ja nickt wert, beachtet z » werden. Darin stimmen Wir gcwis; zu: Oesterreich soll sich nickt allzuviel vordrängen, soll nicht selbst den Weltfrieden gefährden. Aber dnviv. kann ja »ach der gegenwärtige» Sachlage gar nicht die Siede sein. Oesterreich spielt im Konzert der Weltmächte ein vir! zu schwaches Instrument, um seine Künstlerschaft recht zeigen zu können. Der Friede wird von anderer Seite bedroht. lind e,t kamt das blind-dumme Gefasel der sozialdemokratischen Blätter nur eine Erklärung im blinden Programmsfanatismus, mehr aber noch im Juden-, hasse gegen jede Art deutscher V o r in n ch i >i-ste II u ug finden. Wir Deutsche haben nickt Lust, un scrc ga tt3e Zukunft b i n z u werfe tt, unsere Arbeitermassen bei Gefahr der Brotlosigkeit auszusehen, weil mehrere Gegner uns gänzlich unterkriegen wollen. Nein, seien wir. aufrickti,), wir find Freunde davon, liatzerfüllten Gegnern die Hööckeu ,311 klopfen. Aber da kommt die große Frage: Ist das sckon so sicher ausgemacht, das; wir die Prügelnden und nicht die Geprügelten sein werden? Wirklich und wahrhaftig, das steht in einem deutschuatioualeu „Arbeiterblatt"! Die Behauptung sozialdemokratischer Blätter, der Friede müsse mit den größten Opfern erkämpft werden, „ist lächerlich und nicht wert, beachtet ,311 werden". Es ist „blind-dummes Gefasel", denn schließlich find w i r (nämlich die W Besucht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" anfttegt! Seite 4' >.................... Wien, Freitaq — —................................................' m— '„Reichsbündler") „F r c n n h c b a V o n, h a ß-er füllten Gegnern bic Höschen z n r l o p f ui". Am liebsten möchten bic „Reichsbündler" aber gleich losgehen, denn: „Lieber ein Enbe mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Enbe." HeBricjCiits mochten wir schon ben Mann sehen, der sich ba seinen teutonischen Grimm von der Leber schrieb. -Hat er beim rückwärts schon eine so gute Gummiernlage, baß er gar so mutig tut? Die Regierung wirb sich natürlich ben erteilten Ruffel ruhig gefallen lassen, daß sie, wie ber „Deutsche Eisenbahner" sagt — „b i e Feuerspritzen £ r ft b c ft c H i, tu eint bas Haus scho n b r e n n t", was natürlich bebcutet, d a ß b i c h o h e n M i I i t ä r k r e b i t e hätten schon viel f r ü h e r nnb jebcnfalB auch noch ausgiebiger angesprochen werben fallen. Und auch der Deutsche Nationalverbanb wirb wissen, welche Lasten er seinen Wählern noch gumuten kann, wenn schon bas deutsch-nationale EüscnbahnerLtatt Artikel veröffentlicht, die ganz gut als Reden von einem Veteranenhäuptling gehalten werden föimten. Und auch die Herren <>) r o ßkapital i st e m, die an den Aust r ii g e n f ii r Kriegs r ü ft u u gen regel m äßig Mi l-\ i o ti c n verdi c n e n. werden mit dem reichs-bündlerischen Eisenbcrhnerblatt sehr zufrieden sein! Wüßte man nicht, dach der Wisch, den die deutsch-nationalen EisenbatMer aus Kosten ihrer dem „Reichsbund" geleisteten Beiträge vorgesetzt bc lammen, viel zu unbedeutend ist, man müßte das Blatt rein für eines fetter Preßrcptile halten, d a s aus dem Dispositionsfonds gefüttert wird. So aber muß es auf die Unwissenheit seiner Macher zurückgeführt werden, wenn heute, wo die ganze Kulturwelt vor dem Gedanken an die Schrecknisse eines Weltkrieges zurückschcut, ein Blatt für bic Kriegs r it ft u n g c n schreibt, das angeblich dazu bestimmt ist, EisenLahnerintcressen zu vertreten. Vorausgesetzt, daß sich der Kriegsministcr in der Gesellschaft wohlfühlte, er könnte jetzt ganz gut als ordentliches Mitglied dem „Reichsbund" bei-ircten! •. Me Konferenz bet KfMZlchn-direktsrr«. Vor einigen Tagen lief durch die Tagespreise die folgende offenbar aus amtlicher Quelle stammende Rachricht: „In der vergangenen Woche Hot im Eisenbahnmini-fterium unter dem Vorsitz des Eisenbahnministers Doktor v. Förster eine dreitägige Konferenz mit den Staatsbahndirektoren stattgefunden, an welcher auch alle Referenten des Ministeriums tcilnahmen. Der Eisenbahnminister wollte durch direkte Fühlungnahme mit dem Stab der Verkehrsbeamten Informationen über alle den Verkehr und die Verkehrsbeamten betreffenden Fragen gewinnen und sich über die Zweckmässig-teil einzelner Verfügungen orientieren. Beschlüsse wurden bei dem lediglich informativen Charakter der Konferenz nicht gefasst. Das Ergebnis derselben soll jedoch nicht ohne praktische Verwertung bleiben und eventuell in der Folge zu Beschlüssen führen." Wie wir nun nachträglich erfahren, wurde zur Vorbereitung dieser Konferenz von den Staatsbahn-direktionen an die einzelnen Abteilungsvorstände rechtzeitig ein uns im Original vorliegendes vertrauliches Schreiben hinaus-gegeben, mit der Aufforderung, sich über die nachfolgenden Verhandlungsthemen eine Meinung zu bilden, und darüber den Staatsbahndirektoren zu referieren: ? v Gegenstände. Auf nähme in den Dienst: :i) Verschärfung der Auf n ah insbedInnungen insbesondere hinsichtlich der Vorbildung; b) Aufhebung oder Einschränkung der Anordnung der grundsätzliche n Bevorzugung von Söhnen der Bediensteten bei der Aust u a hmeind c u D i c n st; c) Abänderung der Grundsätze für die Aufnahme weiblicher Hilfskräfte; d) Einführung der Kündbarkeit des Dien st Verhältnisses während der e r st e n fünf Jahre nach der Aufnahme in den Dien st; c) Ermöglich u n g der a m t s w e g i g c n Pensionierung ungeeigneter ober unfähiger Bediensteter. Gibt die Art und Weise der Einberufung der Beamten ins Eisenbahnministerium zu Bemerkungen Anlass? Empfiehlt sich ein stärkeres Virement zwischen den Be-, muten des Ministeriums und der Staatsbahndirektionen, und in welcher Weise können die dem entgegenstehenden Hindernisse beseitigt werden? Empfiehlt sich die obligatorische Einführung von Gremialkonferenzeii bei den Direktionen? Sollen dieselben regelmäßig nach bestimmten Zeiträumen ober nach Bedarf abgehalten werden? Erscheint eine Entlastung der Direktionen notwendig, und welche Massnahmen wären zu diesem Behufc zu treffen? a) Erscheint eine solche Entlastung durch Abgabe von Agenden an die Unterstellen notwendig? b) Zu welchen Bemerkungen gibt bas Verhältnis zwischen den Direktionen und den ihnen unterstellten Exekutivdienststellen Anlass? , Man wird sicherlich, und zwar auch vom Bedien-ftctenstanbpmift aus, gern dem Eisenbahnministerium . Das Recht zugestehen müssen, sich im Wege der Beratung mit den leitenden Persönlichkeiten darüber schlüssig zu werden, wie und in welcher Form eine rationellere Gebarung im Eisenbahnbetrieb, und zwar sowohl in technischer wie in kommerzieller Hinsicht Platz greifen könnte. Denn gerade unter dem Personal weiß man nur zu gut, daß unser Eisenbahnbetrieb schwere Mängel in den verschiedensten Arten aufweist. Daß man cs an verschiedenen Stellen mit total verfehlten und nnökonomischen Einrichtungen zu tun hat, das haben beispielsweise wir wiederholt an der Hand von Tatsachen aufgezeigt. Daß auch dort, wo das Kapitel „Pcrsonalwirtschaft" anfängt, vielfache Mangel herrschen, weiß heute gleichfalls jeder Sachverständige. Und da dünkt es uns, daß diese Mängel sich vor allem bei den höheren Stellen offenbaren, die auch zunächst darauf zurückzuführcn sind, daß bei der Besetzung der höheren Beamtcnstellen weniger die Kenntnisse, sondern die Parteizugehörigkeit der Bewerber eine Rolle spielt. Bekanntlich find dank der diversen „Volksrütc" und anderer nationaler Körperschaften die höheren Veamtenstellen zu politischen Schacherobjekten geworden, mit deren Vergabe sich die Regierungen häufig die verschiedenen politischen Parteien kaufen. Daß derartige Verhältnisse für den Betrieb der Staatsbahnen nicht günstig sind, liegt wohl klar auf der Hand. So wenig nun über das sachliche Ergebnis dieser Direktorenkonferenz verlautet, von der nur behauptet wurde, „d c ß m a n von ihr insbesondere eine n g ü n st igen Einfluß auf die Personalwirt s ch nft der Staatsbahncn erwarte t", so klar geht dennoch schon aus der ausgestellten Tagesordnung hervor, daß man an den eigentlichen zu Reformen herausfordcnden Schäden mit den amtlich so beliebten Scheuklappen vorbeiging. Dafür freilich lassen die Beratungsgegenstände keinen Zweifel darüber anf-kommcn, daß die ganzen Beratungen sich in ihrem Wesen darum drehten, wie man dem unteren Personal erworbenen Rechte beschneiden könnte. Punkt cl) und c) lassen diese Deutung sicherlich zu wenn erstens von der „E i n f ü h r u n g d e r K ü n d-b a r k e i t des Dienstverhältnisses w ä h-r e n d d e r ersten fünf Jahre n o ch A u f-nähme in den Dien ft" geredet, und zweitens „die Ermöglichung d er a m t s w c g i g e n Pensionierung ungeeigneter oder unfähiger Bediensteter" in Rechnung gezogen wird. Denn daß cs sich nur um die Kündbarkeit des Dienstverhältnisses definitiv Angestellter handeln kann, ist klar, weil cs anders ja keinen ©imt hätte. Daß aber damit wohl nur eine Handhabe dazu geschaffen werden soll, wie man sich unliebsamer Elemente bequem entledigen kann, dürfte wohl am wenigsten anzuzweifeln sein, wenn man so dehnbare Begriffe wie „u ngeeignet" und ^ „u n f ä h i g" als Grund zur Entfernung vom Dienste ins Kalkül zieht. Denn daß heute so manchem Vorgesetzten ein organisierter Bediensteter oder ein auf die Aufgaben der Organisation bedachter Vertrauensmann als „unfähig" und „ungeeignet" erscheint, auch wenn er in Wirklichkeit noch so vorzügliche dienstliche Qualitäten besitzt, ist eine allen bekannte Tatsache. Man wird also nicht fehlgehen, wenn man behauptet, daß da die angesagte „Reformarbeit" wieder einmal beim unrichtigen Zipfel gefaßt wurde. Denn klar besehen, sieht diese Direktorenkonferenz einer kleinen Scharfmachertagung ganz verteufelt ähnlich. Aber es ist jedenfalls gut, das zu wissen, die Bediensteten und Arbeiter können auch daran lernen, wie notwendig es in diesen Zeiten ist, M a n n a n Mann in der Organisation zu st ehe n, wenn die sorgsam vorbereiteten Anschläge auf ihre Interessen rechtzeitig abgewehrt werden sollen! 6bt konfiszierter Artikel des „Ksenbahnrr". In der Parlamentssitzung vom 25. Oktober I. I-haüen die Abgeordneten T o m s ch i k und Müller folgende Anfrage an den Justizminister gerichtet: Interpellation der Abgeordneten Josef Tomfchik, Rudolf Müller und Genossen an den Herrn Justizminister betreffend die Beschlagnahme der periodischen Druckschrift «Ter Eisenbahner". Seit einiger Zeit haben die durch den Wiener Pretz-staatsanwalt vollzogenen Konfiskationen von Zeitungen und Zeitschriften Formen angenommen, die eine ernstliche Gefahr für das Recht der freien Meinungsäusserung bilden. So erschien in der Nummer 29 der in Wien erscheinenden periodischen Druckschrift „Der Eisenbahner" vom 10. Oktober 1912 unter dem Titel „Ministerworte" ein Artikel, der sich mit der Lohnregulierung für die Arbeiter bei den I. f. österreichischen Staatsbahnen beschäftigt. In dem Aufsatz wird darüber Beschwerde geführt, dass den Arbeitern zwar eine teilweise Lohnerhöhung gewährt, ihnen aber gleichzeitig ihre Vorrückungsnormen verschlechtert wurden. Nachdem aber die k. k. Nordbahndirektion unter Bezugnahme auf diese Lohnregulierung, die in Wirklichkeit durch eine verschlechterte Vorrückung aufgehoben wurde, in einem Erlass die - Bahnämter aufforderte, eine bessere Ausnutzung der Arbeiter platz-greifen zu lassen, wird in dem erwähnten Artikel gesagt: „Eine selche schamlose Frivolität ist wohl kaum je dagewesen als wie sie hier zutage tritt, wenn man den ungezogenen Erlass mit den wahre» Tatsachen vergleicht! Hätte man die klare Absicht, die Arbeiter einfach zu provozieren, man könnte dazu keine andere Taktik verwenden, als wie cs durch diesen bahnamtlichen Zynismus geschieht." Diese Stelle wurde ebenso wie der nachfolgende Passus von: Wiener PretzstaatSanwalt konfisziert: „Man wird sich diese Methode, mit der der Staat in seinen Betrieben Sozialpolitik betreibt, wirklich gut besehen müssen. Die Tat, die den mit sozialen Oel gesalbten Worten des Ministers nnchgcfolgt ist, ist in Wahrheit keine Verbesserung der Lage der Arbeiter, sondern ein raffinierter Betrug. Oder wie sonst soll die Methode bezeichnet werden, bei der man mit der einen Hand gibt, um mit der anderen Hand zu nehmen, und zwar so, dass der Staat auf Kosten der mit dieser kostbaren Sozialpolitik bedachten Arbeiter »och Ersparnisse erzielt- Dass diese Augenauswischerci unter dem Aushängeschild der staatlichen Sozialreform geübt wird, ist übrigens ein deutlicher Beweis dafür, dass die staatliche Moral schon etwas verträgt, wenn es sich um einen Trick handelt, wie man die Arbeiter am besten an den Nase hcrumsiihrt. Freilich täuscht sich die Regierung, wenn sie glaubt, dass diese gesinkelken Winkelzügc von den Arbeitern in Ruhe hin-gcnontmen werden." Nachdem die erwähnte Beschlagnahme überdies erst 13 Stunden nach der Vorlage des Pflichtexemplares erfolgt ist, muss angenommen werden, dass der Prcßstaatsanwalt erst die Weisung des Eisenbahnministeriums zur Unterdrückung dieser berechtigten Kritik cingcholt hat. Die Unterzeichneten fragen daher: Ist der Herr Justizministcr geneigt, den Wiener Press st aatsanw alt dahin belehren zu lassen, dass er nicht Bütteldienste für das Eisenbahnministerium ober für eine Staatsbahndircktion zu leisten und derartige Presst nebclun gen in Zukunft zu unterlassen hat? Kg Ml! EsMyolM aus den l k. Stsatsba&ues.*) Einer' der wichtigsten Teile auf dein Gebiete der Sozialpolitik ist die Verkürzung der Arbeitszeit.- Hängt doch mit dieser Forderung der organisierten Arbeiterschaft alles zusammen, das für alle Menschen, die aus der Tiefe der Erde die Schätze fördern, die den Erdboden bearbeiten, alle jene, ‘ die in den Fabriken den Mehrwert erzeugen oder mit unseren modernen Verkehrsmitteln die fertigen Produkte durch weite Länder und über die ungeheuren Flächen der Ozeane befördern, dasjenige, was die Menschheit an Kultur errungen hat, nicht nur ein Wort von leerem (schall bleibt. Menschen, die infolge überlanger Arbeitszeit übermüdet sind, besitzen nicht die geistige Kraft, um für Kunst und Literatur ein Interesse zu haben. Dumpf, gleich Arbeitstieren, leben sie dahin. Und weil dieses der Arbeiterschaft bewußt ist, hat dieselbe mit Hilfe ihrer Organisationen einen zähen Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit geführt. Um die Verkürzung von einigen Minuten täglicher Arbeitszeit mußten oft wochenlange Ltreiks geführt werden. Aber nutzlos waren die Kämpfe nicht. Ueberau, wo die Macht der Organisation zur Geltung kam, konnte in den letzten Jahren eine Verkürzung der Arbeitszeit festgestellt werden. Im Gegensatz zu dieser Tendenz nach Verkürzung der Arbeitszeit auf allen Gebieten der Industrie und des Handels scheint die Verwaltung der k. k. Staatsbahnen bemüht zu sei», nicht nur einer weiteren Verkürzung der Dienstzeiten ihren Personals den größten Widerstand entgegenzusetzen, sondern die schon bestandenen Dienstzeiten in einem bedeutenden Ausmaß auch noch zu verlängern. Am deutlichsten kann man diese sonderbare Art der Sozialpolitik der Verwaltung der k k. Staatsbahnen bei der Erstellung der Turn »sie für das Zugbegleitungs- und Masckinenpersonal beobachten. Als Beweis für unsere Behauptung wollen wir den Turnus für das Zugbegleitungspersonal in Schreckenstein, einer Station der jüngst verstaatlichten N. W. B„ herausgreifen. Dein Zugbegleitungspersonal der vorgenannten Station wurde ein Turnus mit Gültigkeit vom 3. September aufoktroyiert, welcher an Schärfe tvobl alle Turnusse übertrifft, welche in den letzten 20 Jahren dem Personal dieser Station erstellt wurden. Um einen Turnus aufzufindeu, in welchem in ähnlich rücksichtsloser Schärfe die Dienstzeiten für das Personal _ bemessen waren, muß man die Turnusse des Zugbegleitungspersonals der Station Schreckenstein bis zum Jahre 1899 zurückblättern. Der ab 1. Mai 1899 gültige Turnus war einer der ungünstigsten Turnusse, welche dem Zimbegleituugs-personal'in Schreckensteiu in den letzten zwei Jahrzehnten erstellt wurden. Aber selbst in diesem Turnus betrug die durchschnittliche Tagesleistung nur 9 Stunden 4 6 Minute », wogegen die Durchschnittsleistung ^per Tag nach dem Turnus für die Zugspartien vom 3. September 1912 10 Stunden und 9 Minuten beträgt. Die ©partout der Verwaltung der ehemaligen R. W. B. wird also noch einem Zeitraum von 13 Jahren von der Verwaltung der r. k. Staatsbahnen noch über-troffen. Bemerkt mutz werden, daß im Laufe der nächsten Jahre die Verwaltung der N. W. B. den Forderungen ihres Personals nach einer menschlichen Dienstleistung entgegenkam. So wies zum Beispiel der Turnus vom 1, Mai 1902 nur noch eine durchschnittliche Tagesleistung von 8 Stunden und 41 Minuten auf. Im Besitz ähnlicher Turnusse war das Zugbegleitungspersonal der Station Schreckenstein auch die folgenden Jahre. So betrug die Durchschnittsleistung per Tag im Turnus vom i. Mai 1908 9 Stunden 8 Minuten und im Turnus vom 1. Mai 1910 8 Stunden 26 Minuten. Gleich nach der Verstaatlichung der N. W. B. machte sich das Bestreben der Staatsbahnverwaltung bemerkbar, eine Verschlechterung der Turnusse durchzuführen. Schon im Mai 1911 wurde eine Reduzierung des Zugbeglest tungspersonals in Schreckenstein versucht, indem entgegen *) Das k. k. Eisenbabnministerinm erklärte am 14. Oktober 1908, um 8 Uhr abends, schriftlich: Bezüglich der Dienst- und Ruhezeiten -de? Zugbegler tungs- und Lokomottvpcrsonals wird bemerkt, dass die bestehenden Turnusse fast dnrchgehends grössere Ruhepausen und geringere Dienstzeiten aufweisen, als die diesbezüglichen Vorschriften beinhalten, und erklärt das Eisenbahnministerium, dass eine Verschlechterung der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Prozentsätze auch in Hinkunft nicht eintreten wird. Dagegen wird das Eisenbahnministerium weitere Verbesserungen der bestehenden Vorschriften eintreten lassen. den gemachten Vereinbarungen zwischen dein Personal und den Organen der Verwaltung zwei bis dahin gewöhnliche Züge aufgelöst und der bereits vereinbarte Turnus um zwei Partien verringert wurde. Zugleich wurde von Turnus zu Turnus eine Verschärfung der Dienstleistung durchgeführt, so daß schon der Turnus für die Zugspartien vom 1. Mai 1912, welcher noch im Einvernehmen mit dem Personal erstellt war. eine durchschnittliche Tagesleistung von 9 Stunden 2 2 Minute n aufwics. Trotz der schon bedeutenden Verschlechterungen der Tnrnnsse wurden am 2 5. Mai ueue T u r n lt s s e ohne jedes Einvernehmen mit dem Personal in Wirksamkeit gesetzt, infolgedessen bei der gleichen Anzahl der Züge eine Reduzier u n g v o n Zwei Partien und e i n e s M a n i p u l a n t e n erfolgte. Tie durchscl'inetliche Tagesleistung betrug bei dem Tnrnns für die Zugspartien 9 Stunden 55 Minuten. Mit diesem Turnus hatte somit die k. f. Staatsbahnverwaltung schon den zweifelhaften Ruhm errungen, ihrem Personal Turnusse aufzuzwingen, welche längere Dienstleistungen enthielten als jene Turnusse unter der Verwaltung der N. W. B. im Jahre 1899, obwohl heute infolge Einstellung von stärkeren Maschinen die Belastung der Züge gestiegen ist, dadurch der Dienst bedeutend intensiver geworden ist. Bei Ausnützung vou Vorfpann-mascknnen, was früher streng verboten war, verkehren setzt in der in Betracht kommenden Strecke Züge mit doppelt so Kober Belastung als im Jahre 1899. Geaen die rücksichtslose Ausdehnung der Dienstleistung durch die Erstellung des Turnus vom 25. Mai erhob das Zugbealeitnngspersoual der Station Schrecken-stein in voller Einmütigkeit Protest. In einer Eingabe an die f. k. Direktion verlangte dos Personal eine Abänderung des Turnus. In der Eingabe wurde darauf hingewiesen, daß der Turuus den Vorschriften bezüglich Erstellung -der Dienstleistungen nicht entspricht. Ta außerdem die Herausgabe des Turnus ohne jedes Einvernehmen mit dem Personal erfolgt war, lehnte dasselbe die Veran^wortuna für die eventuellen Folgen ab, die aus einer Uebermüdung des Personals resultieren können. Tie Forderung des Personals wegen Abänderung des Turnus wurde vom k. £. Eisenbahnministerium mit der Begründung abgewieseu, daß die im Turnus fest-aesetzte Dienstleistung nicht zu doch sei. Mittels N o r m a l i e n b n ch e s erfolgte die V e r it a n-digung, daß bei Erstellung des nächsten Turnus die ESiinsche des Personals u a ch Möglichkeit sollen berücksichtigt werden. 'Entgegen diesem Versprechen erfolgte aber mit dem sb 3. September in Kraft getretenen Tnrnns eine neuer-liche Verschärfung der Dienstleistung, ind"m die durchschnittliche Tagesleistung im Turnus für die Zugspartien von 9 Stunden 55 Minuten auf 10 Stunden 9 Minuten erhöht wurde. Tiefer Turnus umfaßt 41 T a g e, o h n e daß ein freier Tag in demselben vorgesehen wäre. Im ganzen Turnus' sind in der Tomizilstation vier „Frei" in der Tauer von über 24 bis 29 Stunden enthalten. obwobl von den 19 Tiensttouren. die der Turnus enthält,» 15 Touren e’me 24- bis 31stund>ge Abwesenheit «oii der Tomizilstation erfordern, wobei zu brachten ist, daß diese langen Touren nur durch die engst bemessenen Ruhezeiten auswärts unterbrochen werden. Der Turnus enthält sieben „Frei" in der Domizilstation, in welchen die Ruhezeiten die Nachtstunden von 7 Uhr abeuds bis 7 Uhr früh zur Gänze umfassen. Durchschnittlich kommt somit immer erst auf den sechsten Tag eine v o l l st ä n d i a e Nachtruhe in der Tomizilstation. Vom 29. bis zum 3f>. Turnnstag ist w"dcr zu Hause noch auswärts eine vollständige Nacht zur Ruhe vorgesehen. Dabei umfassen die sieben Dienst!mimt, welche in die vorgenannten Tumustaae sollen, mit Ausnahme von zwei Touren, durchwegs 10 bis 15 Stunden Dienstdaner. Am 31. Turnustag ist die lSstiinbige freie Zeit in der Tomizilstation in der Mitte durch die periodische Schule unterbrochen, trotzdem eine ununterbrochene Dien st tour von 15 Stunden, die überdies indieZeitvan5UH:abendsbis8Uhrfrüh fällt, folgt. - Wie unhaltbar der Turnus ist, kann daraus ersehen werden, daß nach Jukraftttreten. dieses Turnus zwei Touren nmgestellt werden mußten. Ties hatte zur Folge, daß am 7. Turnustag zwei Mann nach zwei voransgegangenen Touren in der Dauer von 15 Stunden 46 Minuten, beziehungsweise 13 Stunden 59 Minuten in der Domizilstation eine freie Zeit von 9 Stunden 39 Minuten haben, worauf wieder eine Tour vou 14 Stunden 38 Minuten folgt. Die karge freie Zeit, die im Turnus enthalten ist, wird außerdem durch stundenlange Verspätungen sowie durch Turnuswechsel gekürzt. So kommt es vor, daß die Partie des Zuges Nr. 79 den Zng Nr. 67 begleiten muß, wodurch die freie Zeit in der Domizilstation um mehr wie 4 Stunden gekürzt wird. Ter für die Manipulanten gültige Turnus unterscheidet sich von dem Tnrnns für die Zngspartien nur dadurch, daß die Durchschnittsleistung etwas geringer und daß in der Domizilstation einige ausgedehntere Ruhezeiten sind. Nach Herausgabe dwser Turnusse stellte das Zugbegleitungspersonal der Station Schreckcnstein das Ersuchen, durch eine Deputation wegen Abänderung der Turnusse beim k. k. Eisenbahnministerium vorstellig werden zu dürfen. Dieses Ersuchen wurde ohne Angabe der Gründe abgewieseu. Nach dieser Sachlage zu schließen, strebt somit das k. k. Eisenbahnministerium in bewußter Absicht eine bedeutende Verlängerung der Deistleistnngen des Fahrpersonals an. Eine andere Frage ist es freilich, ob bas Personal imstande ist, diese sc ine Kräfte nberspannenden Leistungen auf die Dauer ohne Gefahr für seine Gesundheit und ohne Gefahr für die Sicherheit des Verkehrs ju vollbringen. Nach unserer Ueberzengnng ist es eine Unmöglich-keit. daß die Kräfte des Personals ansreichen, auf die Tauer diese übermenschlichen Leistungen ohne ernste Folgen zu vollbringen. Wir erheben deshalb noch einmal __ die ernste Mahnung, das k. k. Eisenbahnministcrinm möge von dem Sparsystem abstehe», das in kurzer oder längerer Zeit doch einmal hohe Opfern fordern könnte. Was bezweckt eigentlich das k. k. Eisenbahn-ministerimn mit den hier geschilderten Dienstverlänge-rungen? Die Frage beantwortet sich selbst. Da§ k. k.. Eiscnbahmninisterinm will durch weitgehende Reduzierungen des Personals jene Mehraus-i'agcn ersparen, die ihm im vergangenen Herbst infolge Erhöhung der Qnartiergelder nnd Löhne entstanden sind. Welch glänzendes Geschäft die StaatSbahnverwal-tnng dabei macht, läßt sich ans der Reduzierung d?3 Zugbegleitungspersonals der Station Schreckenstein berechnen. , Wäre gegenwärtig ein Turnus mit gleicher Tienst-leistung erstellt worden, wie eine solche im TnrnnS vom 1. Mai 1910 mit 8 Stunden 26 Minuten festgesetzt war, so würden für den Tnrnns für die Zugspartien allein acbt Partien zu fünf Manu mehr erforderlich sein. Dieses wäre ein Stand von 40 Bediensteten. Werden die Ausgaben für einen Bediensteten nur mit 1000 Kr. Per Jahr in Rechnung gezogen, so erspart sich die Slaalsbahn-Verwaltung rund 40 000 Kr. Die Ouarfiergeld- und Lohnerhöhungen betrugen dagegeii^sür das gesamte Zng-be"lciti'nospersonal der Station Schreckenste'n, wo zirka 200 definitive nnd zirka 100 Taglohnbedienstete in Betracht kommen, höchstens 20.000 Kr. , Durch die umfanarcichen R'dnziernnaen des Personals wird aber auch der Stand der normierten Posten stark Irratnedriicft. . Ties bat znr Folge, daß Bedienstete lahrelang als Äusbilfsarbeiter im Fahrdienst verwendet werden. Tat-säcblich werden noch heute, also ber-its drei Jabre nach der Verstaawckmug der N. W. B., in der Station Schreckenstein Bedienstete als Aushilssarbeiter im Fahrdienst verwendet, die schon unter der Verwaltung der N W B zu Anshilfskondukteuren ernannt waren nnd nach der Üebernahme der N. W. B. einfach zu Aushilfsarbeiten! rückversekt wurden. Muß ein solcher Vorgang nickst als eine Schande für die Verwaltung der k. k. Staatsbahnen bezeichnet werden? Was aber auf der emen Seite ni't größter Rücksichtslosigkeit auf Kosten des Personals erspart wird, wird auf einer anderen Seite in der sinnlosesten Weise verschwendet. . , t ■ Anläßlich des Banes des zweit"« Geleises in der Strecke Melnik-Leitmeritz wurde im*ft der , Station Liboch ein hober Damm auf zirka 300 Meter Lärme auf-geschüttet. Als der Damm und ein kostspieliger Viadukt fertiggestellt waren, wurde konstatiert, daß das Geleise wegen zu starker Krümmung oitf die andere '^eite des Tamines gelegt werden muß, wo die Aussclnittungs-arbe'ten nochmals erforderlich waren. Streckenteile und Stat'onsanlaaen wurden sertiagestellt und nachher wieder nmgeändert. Auf diese Weise sind Aunderltänsende von Kronen direkt h i u a u s g e w o r f e n worden. So schaut die Sozial-volitik, so fchaut die Verwaltung der k. k. Staatsbahnen aus! _________________________ Wandlungen der Katzitalirmur. Wir stehen vor einer Fülle von Ereignissen, die alle noch vor fünfzig Jahren zehn Revolutionen hervor-gerufen und zehn Königen die Krcne gekostet hätten. Eine Verfassung wird aufgehoben, ein Parlament durch Gendarmerie vergewaltigt, ein Preßgesetz durch die Hcchciiburgcrsche Konfiskationspraxis in seinen Wirknn-gen aufgehoben — und dies alles unter der Duldung, ja unter der Herrschaft und der Veranlassung derselben Klasse, die einst die Verfassung, die Konstitution und die Preßfreiheit auf den Barrikaden des Jahres 1848 erkämpfte. Einst hat der Verzweifluugskainpf der Polen, der Freiheitskrieg der Griechen helle Begeisterung im Bürgertum ansslammen lassen, heute kann die Reaktion ki den Strafen Wiens spazieren gehen, ohne daß das Bürgertum etwas anderes als die gewöhnlichste Neugierde äußert. Welche Wandlungen müssen in dem einst freiheitlichen Bürgertum vor sich gegangen sein, daß alle die Dinge heute im Bürgertum gar kein Interesse mehr hervorrnfen, ja daß das Bürgertum und feine Presse verhüllt uud unverhüllt die Geschäfte des Absolutismus besorgt? . Die Wandlungen der bürgerlichen Parteien sind leicht zu verstehen, wenn man die Wandlungen betrachtet, die in der Zeit von 1848 bis heute der Kapitalismus durchzumachen batte. Im Stadium seiner Entwicklung hatte der Kapitalismus seinen Existenzkampf gegen den feudalen Staat zu führen. Die Grundherrschaften hemmten seine industriellen Unternehmungen, die Zollschranken, die nicht allein die Staaten, sondern oft sogar die großen Gruudherrschaften umschlossen, hinderten seinen Handel. Die Presse, das wichtigste Instrument des Kapitalismus, lebte in der drückenden Enge des Vormärz, die ganze Staatsgewalt lag in den Händen der Feudalaristokraten, die ganz die gegenteiligen Interessen hatten, wie der Kapitalismus, die vor allem der Industrie» noch feindlich gegenüberstanden. Eines der wichtigsten Kampsobjekte des Kapitalismus war die Schule, die ihm intelligente Arbeiter liefern sollte, denn deren bedurfte der Industrialismus bei der damaligen Unvollkommenheit der Maschinen. Der Kapitalismus mußte, wenn er seiner Entwicklung freie Bahn brechen wollte, durch den Parlamentarismus die Macht im Staate erringen und ihm eine freie Verfassung geben, er mußte die Preßfreiheit erkämpfen und mußte ein freiheitliches Schulgesetz schaffen. Von 1818 bis 1867 währte das zähe Ringen des Kapitalismus gegen den feudalen Staat, bis er endlich Sieger blieb Die Feudalherren waren selbst zum Industrialismus übergegangen, auf ihren Gütern erhoben sich Brauereien, Branntweinbrennereien, Papier- und Zuckerfabriken, der Kapitalismus hatte den Feudalismus aufgesaugt, die Großgrund-Herren hatten sich seinem System eingefügt. Von jetzt an beginnt sein Aufstieg, der bald ins Riesenhafte geht. Er wird der Gläubiger des Staates, er beherrscht als Liberalismus dank des auf ihn zugeschnittenen Wahlrechts das Parlament, er schasst sich die Konkurrenz des Auslandes vom Leibe, indem er. der bisher frei-händlerisch war, zum Schutzzoll übergeht, er bezwingt schließlich die Konkurrenz im Inland, indem er sich organisiert: er schafft die Kartelle. Damit ist der Kapitalismus aus der Höhe seiner Macht angelangt: Er gebietet im Wirtschaftsleben, er herrscht im Staate. Freilich bringt diese Entwicklung eine vollkommene Aeuderuug seiner bisherigen Anschauungen mit sich. Der Kapitalismus hatte seinerzeit Interesse an der Staatsverfassung, weil sie ihn — für den Feudalismus zugeschnitten, schädigen konnte. Der Feudalismus ist heute eine überwundene Wirtschaftsform. der Staat kann heute den Kapitalismus nicht mehr schädigen, denn er ist ja dnrch das Staatsschuldensystem selbst Kapitalist. Ob die Staatsversafsnng eine konstitutionelle oder eine absolutistische ist. das ist heute für die Länder, die sich bereits kapitalistisch entwickelt haben, gleichgültig: auch der Absolutismus mußte die Geschäfte des Kapitalismus besorgen, um so mehr, da heute auch die Monarchen selber Kapitalisten sind. Es berührt daher die kapitalistischen Parteien wenig., wenn irgendwo Versassnngen zusainmenl rechen. Charakteristisch ist es ja auch, daß unsere Nationalverbändlvr, Vertreter kapi talistischer Interessen par Gxc::llcnce, ihre Stellung zum § 14 vollkommen geändert haben. Heute weigern sie sich, ihn ausznheben, obwohl sie ihn vor Jahren au,-äußerste bekämpft haben. So gleichgültig wie gegen die Staatsyersassungen steht der Kapitalismus heule den Parlamenten gegen über, im Gegenteile, jede Erweiterung des Wahlrechts bedeutet eine Erweiterung der Kluft zwischen Paria mentarisinns und Kapitalismus. Tie Parlamente können dem Kapitalismus schaden (siebe England mit seiner Minimallohnbill!), daher herrscht in der Kapitalisten presse eine entschiedene Mißstimmung gegen den Parlamentarismus. Freilich wird sie nicht offen austreten, denn zeitweise braucht doch der Kapitalismus die Parlamente, solange sie nämlich eine kapitalistische Mehrheit anfznweisen haben. Man redet daher niemals von der Schädlichkeit der Parlamente, wie nun es ja Wohl gern mochte, sondern von der Tatenlosigkeit der_ 'Vertretung»« förper, von der „Parlamentsverdrossenheit" it. f. w. Man will Stiir nung gegen die Parlamente erzengen, um sie, wenn sie durch Wahlrechtserweiterungen noch gefährlicher für den Kapitalismus werden, endlich zu in:-seitigen, ohne daß die bürgerliche Welt darin sin Verbrechen finde. So wenig interessiert wie an Staat und Parlament ist der Kapitalismus heute an der Preßsrei heit. Man sehe sich als Exempel Hochenburgcrs „Preß-reform" an. Wozu auch? Tie Kapitaliftenpresse hat jene Freiheit, die sie braucht, ihr tut der von ihr und vom Gelde der Kapitalisten abhängige Staat nichts. Wenn man aber, wie eS Heute unter dem „freiheitlichen" Mecklenburger geschieht, bloß der Arbeiterpresse zu Leibe rückt, so schadet das doch dem Kapitalismus nicht im mindesten, es kann ihm eher zum Vorteil gereichen. Aelmlich steht cs mit dem Koalitionsrecht. Ten Organisationen des Kapitalismus wird der Klassenstaat niemals das Koalitionsrecht beschneiden. Wenn man aber das Koalitionsrecht der Arbeiter beschränkt, so geschieht dies ja im Interesse und unter dem Einfluß der Kapitalisten. Daher hat heute der Kapitalismus weder an der Reform des Preß, noch des Vereinsgesetzes ein Interesse; Bleibt also noch die Schule. Aber auch an ihr hat der Kapitalismus längst alles Interesse verloren, denn wenn ihm einst die Intelligenz des Arbeiters notwendig war. heute, bei den technischen Wundern, die die Maschinen sind, ist sie ihm überflüssig, ja schädlich. D’r intelligente Arbeiter gehört ja nicht in die Kategorie der „braven, zufriedenen Arbeiter". Daher laßt der Kampf der kapitalistischen Parteien für die Schule nach, man überläßt sie kampflos dem Klerikalismus. Freilich nur die Volksschule: den Kampf um die Hochschule bat ja auch der Klerikalismus schon ansgeschastet. Ten Klerikalismus ist beute nicht mehr feudal, er ist so kapitalistisch, wie jede »ndere bürgerliche Partei, er braucht el enso wie jeder Kapitalist feine Ingenieure. Chemiker, Techniker, Juristen. Taher laßt er die Hochschule abseits und kämpft nur mehr um die Volksschule. Hier steht heute schon.ein Teil der freiheitlichen Parteien an seiner Seile sSteinwendcr!), bald aber werden wir die (tanze Reaktion geschlossen sehen. Je mehr aber dem Kapitalismus und seinen politischen Parteien die Staatsversafsung gleichgültig. Parlamentarismus, Kcalitiansrecht nnd Presse schädlich und die Schule nebensächlich wird, um so notwendiger werden all diese Dinge für die Arbeiterschaft, die immer mehr die Hüterin der Freiheit, die einzige Bekämpfet!« der Reaktion darstellt, zu welcher bald nicht allein der Kleri» kalismns, sondern der getarnte Kapitalismus gehören wird. ________________ Ser neue fSanMsmitiister und bse ScharsnmÄerjllbilsum. Mitten in der überaus kritischen Zeit, knapp vor Ausbruch des Baltankrieges. kamen die Vertreter der im Zentralverband österreichischer Industrieller vereinigten Vereine zum 25. Verbandstag zusammen und begingen das Jubiläum des LOjährigen Bestandes dieser bedeut sameii Scharfmacherorganisation. Es ist nicht zu leugnen, daß die Stimmung 6er Versammlung trotz der Anwesenheit des Handelsministers, der sich bei dieser Gelegenheit seinen eigentlichen Auftraggebern oder wenigstens seinen treuesten Kunden vorstellte, eine sehr getrübte war. Die Umwandlung und Vergrößerung kleinerer Betriebe, fei es dnrch Fusionen, sei c§ mit Hilfe von (Äeld- und Kreditinstituten, die Umwandlung in Aktiengesellschaften, das direkte Eingreifen der Banken in diu industrielle Produktion, das alles hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten vollzogen. Daiwt kann und soll nicht gesagt sein, daß dies alles ein Verdienst des Zentralverbandes ist, sondern dieser hat eben selbst aus dieser Entwicklung der Din^e Nutzen gezogen. Die wirtschaftliche Entwicklung Hat in Oesterreich in den letzten zwei Dezennien, feit eben der Zentralverband seine legenSrciche Tätigkeit entfaltet, ein geradezu amerikanisches Tempo angenommen. Gute Konjunkturen ^haben diese Entwicklung weiter gefördert. Der niedrige Stand der verschiedenen Staatsrenten beweist, daß die Industrie sogar dem Staatskredit Konkurrenz zu machen vermag — durch die Anwartschaft auf höhere Gewinne. Dasselbe Bild zeigt sich auch in Oesterreich. Und in diesen Stand der Dinge kamen die Nachrichten von der wachsenden Kriegsgefahr ans dem Balkan, die unterdes sogar zum Krieg selbst geführt hat. Der Krieg ist nun für die österreichische Industrie ein schwerer Schlag: und wir begreifen es vollständig, dost er die gute, uversichtliche Stimmung der Industriellen becin-rächtigt. Auch die österreichische Arbeiterschaft leidet unter den Folgen eines Krieges, da ja der Balkan allen bornierten und ungeschickten handelspolitischen Maß-rcgcln zum Trotz doch unser wichtigstes Absatzgebiet ist. Schon jetzt erhebt in den Reihen der industriellen Proletarier, das Gest eiist der Arbeitslosigkeit sein Haupt, viel früher als sonst meldet sich in den Wohnungen der Arbeiterschaft winterliche Not. Wir verstehen also vollauf die gedrückte, trübe Stimmung, die auf dem jubilierenden Verbandstag schon lastete. Sonst kann ja der Zentralverband mit seiner 20jährigen Tätigkeit überaus zufrieden sein. Und au-den kargen Berichten über die Dclegiertenversammlung, deni vertraulichen Teil der Verhandlungen, und dem Berbandstag selbst, kann man die Zufriedenheit wohl hcrauslcsen. Wieder einmal hatte die Arbeiterschaft die Gelegenheit zu sehen, wie recht Brentano hatte, als er die Worte schrieb: „Gerade die Unternehmervcreine sind heutzutage die wahren geheimen Gesellschaften." Wir wollen nicht so bissig sein, um aus der Geheimtuerei den Schluß zu ziehen, daß die Scharfmacher keine gute Sache verfechten. Sie glauben durch diese Taktik den Interessen ihrer Klasse besser zu dienen. Wenn sie das Prinzip der Gebeimluerei irgendwo durchbrächen, könnte das, so meinen sie. ihnen großen Schaden bringen. Trotz alledem erfuhren wir, daß der Zentral* verband, der nur aus Vereinen besteht, also Einzelmitgliedschaften nicht kennt, sehr stark gewachsen ist, daß er sein Netz über das Reick viel enger gestaltet hat, und daß er mit seinem Einfluß, in beiden Richtungen, der Regierung gegenüber als auch der Arbeiterschaft gegenüber, zufrieden ist. Der Handclsministcr hat es ja Übrigens auch erklärt, warum der Zentralverband mit seiner Stellung zufrieden sein kann. „Im Laufe der letzten 20 Fahre", sagte er, „ist wohl kaum eine, die Industrie berührende wichtigere Frage aufgetaucht, welche nicht im Schöße der Jndustrieverbände eingehende Würdigung gefunden hätte: er hat cs aber auch nie unterlassen, der Regierung, insbesondere dem Handelsamt unterstützend zur Seite zu stehen. Ich sage dem verehrten Verband für diese seine Tätigkeit und seine für die Erfüllung unserer Aufgaben gewährte Unterstützung den wärmsten Tank". Man braucht kein Künstler zu sein, um zwischen den Zeilen lesen zu können, daß die lange Rede nur eine schlechte Verhüllung der tatsächlichen Abhängigkeit der Zentralstelle der österreichischen Sozialpolitik vom Zentralverband ist. Jede Frage wurde im Schoß des Zentralverbandes eingehend gewürdigt. Ihr versieht, Arbeiter! Und noch besser, wenn ihr den Handelsminister den Scharfmachern danken seht. Fürwahr, es kann kaum ein betrübenderes Bild geben. Nichts vermag so eindringlich den Still- und den Tiefstand unserer sozialpolitischen Gesetzgebung erklären, wie diese Danksagung des Handelsministers an den Zentralverband, der nunmehr auf eine 20jährige. Tätigkeit dieser Art zurückblickt. Zwanzig Fahre österreichischer Unternehmerorganisation! Im Jahre 1894 wurden bereits 250 Unter* nehmervereine in Oesterreich gezählt: ihre Zahl wuchs rasch auf 285 im Fahre 1898 und auf 593 im Jahre 1908, Die Entwicklung ist in allen Kronländern gleichweise zu vermerken. In der neuesten Zeit war sie sogar noch rascher und mächtiger. Natürlich, die Unternehmerorgani-sationen hatten keine solchen Hindernisse und Schmierigkeiten zu bezwingen, wie sie sich den Arbeiterorganisationen in Oesterreich entgegenstellten. So konnten sie leicht im Interesse der Mitglieder wirken, um so mehr, als sie bei den Spitzen der Behörden immer ein sehr Williges Ohr fanden. Hat ja doch inr Jahre 1900 bereits der damalige Ministerpräsident den auf dem In* dustriellentag versammelten Scharfmachern die .Zusage gegeben, daß sie bei der Regierung immer offene Türen finden werden. Damals hat der Kampf der'Industriellen gegen jede Sozialpolitik in Oesterreich eine mächtige Stärkung erfahren. Und heuer, zur Feier des 20jährigen Bestandes kommt der Hapdelsminister und — dankt den Herren für die Unterstützung, die sie im Hindern des sozialpolitischen Fortschrittes der Negierung angedeihen ließen. Man muß gestehet, eine wirkungsvollere Art der Jubiläumsfeier kann sich kaum ein Verein wünschen. Doch nicht blas; über die Vergangenheit, Herr Dr. v. Schuster sprach auch von der Zukunft. So hatten wir wenigstens Gelegenheit, auch das sozialpolitische Programm unseres neuen Handelsministers kennen zu lernen. Ist schon der Umstand, daß der Leiter der Sozialpolitik sich mit der Darlegung seines sozialpolitischen Programms zum Jubiläumsverbandstag der Scharfmacher bemüht, überaus bemerkenswert, muß das, was Herr v. Schuster sachlich vorgebracht hat. in den Reihen der Arbeiterschaft noch größeres Befremden hervor-rusen. Wir haben es also mit einem vom Zentralver-hanü österreichiicher Fndustri"ller begutachteten und gut» geheißenen sozialpolitischen Programm zu tun. Herr v. Schuster sagte nämlich: „Fm Zusammenhang, möchte ich nicht unterlassen, meiner Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß Gesttzaebnng und Verwaltuna die vitalen Interessen der Industrie, welche an der Bestreitung der öffentlichen Au-mab-m einen so großen Anteil hat, niemals außer acht lassen dürfen." Also nicht bloß sein eigenes Amt. auch die Gesetzgebung bringt Herr v. Swuster somit in vollständige Abhängigkeit vom Zentral-verband und den anderen Scharsmacherorganisationen. Diesen, wenn auch leisen Tadel hat das österreichische Parlament nicht verdient. Dieses Parlament, das sich krampfhaft beinübt. ja nur jede Sozialpolitik zu hindern, das in Sachen der Sozialversicherung ein aufreizend langsames Tempo eingeschlagen hat, so daß man jedes Vertrauen in den Willen des Hauses verloren bat. - das österreichische Parlament, das von einer Majorität von Scharfmacherkreatüren im Bann gehalten wird, dieses Parlament soll nunmehr erst — so will es das „ProoraMiii" seiner Erz--llenz — den „vitalen Interessen der Industrie", wie man höflich die Interessen der Scharfmacher umschreibt, die größte Aufmerksamkeit widmen. Ja. war es denn je anders? Bei der Regierung hatten die Scharsmacher jederzeit offene Türen und bei den bürgerlichen Abgeordneten aller Parteien jederzeit willige Ohren. Es war bloß eine Jubiläumsfeststellung, die wir da vernommen haben: wir sollten sie aber trotzdem nicht unbeachtet lassen. Spiegelt sich doch darin am klarsten die große Macht der Unternehmerorganisation wider. In den 20 Jahren hat sich in Oesterreich vieles geändert. Die Gewerkschaften der Arbeiter sind ja auch zu achtiinaaebieienden Gebilden anaewachsen, wenn ihre Stoßkraft durch den Separatismus auch etwas gemindert wurde. Das Wachstum der Unternehmerorganisationen, eine Folge ihrer musterhasten agitatorischen und sorgfältigen Organisator" ' -n Arbeit, hat in den Reiher; der Arbeiter die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer starken Gegenwehr gefestigt. Aber auch in den Reihen der Unternehmer selbst ist ein großer Wandel vor sich geaangen. Die Art des persönlichen Unternehmers, des direkt beteiligten, ist in den letzten Fahren immer mehr verschwunden, um Platz zu machen Funktionären der Aktiengesellschaften und Banken. DaS hat für die Unter-nehmeror-'anisation eine sehr große Bedeutung, über die heute nicht ausführlich gesprochen werden soll. Aber es ermöglicht engeren Zusammenschluß, und das ist eine Stärkung ihrer Stellung den Arbeitern gegenüber. Tie Zusammensetzung der Unternehmerorganisation hat sich geändert, der enaere Knwmmenschluß ist gefördert worden, denn der Direktor der einen Aktiengesellschaft ist Verwaltungsrat in der an. eren. Darin steckt ebenfalls eine Stärkung der Unternehmer und stmsit eine Gefahr für die Arbeiter, aber auch für die Sozialpolitik. Zu gelegener Zeit hat der Herr Handelsminister sein Bekenntnis zur Scharfmachersozialpolitik abgelegt. In den nächsten Tagen werden die Vertrauensmänner der deutschen Arbeiterschaft beim sozialdemokratischen Parteitag über den Stand der Sozialpolitik sprechen. An Herrn v. Schusters Programm darf dabei nicht vergessen werden. Der Glanzpunkt der Jubiläunistagung des Zentralverbandes hat hoffentlich alle» Arbeitern die Augen geöffnet. Nun gilt es erst recht Sturm zu laufen, nun gilt es erst recht, alle in der Arbeiterschaft wirksamen und auch die noch schlummernden Kräfte anznspannen, um trotz Zentralverband, und wenn auch gegen den Handels-minister, der sozialpolitischen Gesetzgebung den Weg zu ebnen. Und wenn Herr v. Schuster seiner Befriedigung darüber Ausdruck verliehen hat. daß im Zentralverband alle wichtigen Fragen eingehend besprochen wurden, soll er alsbald belehrt werden, daß auch die Arbeitergewerk, schäften Tatsachen schaffen, an denen nicht einmal österreichische Handelsminister achtlos vorübergehen dürfen und die ebenfalls im Schoß des Zentralverbandes österreichischer Industrieller eingehende Würdigung verdienen. __________________ Am den Werkstätten der k. k. Staats* bahnen. Seit Juli des laufenden Jahres sucht das hohe k. k. Eisenbahnininistcrium durch Ersparnisse an Arbeitsmaterial, an Arbeitskräfte» und in der Entlohnung die angeblich verwendeten 21 Millionen Kronen mit Prozenten wieder hercinzubringen. So waren früher die Lohnvorrückungen bei der k. k. Staatsbahndirektion Wien und bei einigen anderen für die Werkstätten-orbeiter, und zwar sowohl für die Professiolitstcn als auch für die Hilfsarbeiter nach folgendem Schema be-stimmt: Tie Arbeiter konnten viermal, eventuell auch fünfmal nach einem Fahre um 20 H. verrücken. Durch die Aufwendung der 21 Millionen wurden die Vor* rückungsfristen derart erstellt, daß die Arbeiter nicht wie bisher, sondern erst jed« dritte Fahr, und zwar die Professionistcn um 20 H. und die Hilfsarbeiter gar nur um 10 H. vorrücken. Charakterist-.ch an der Sache ist noch folgendes: Für die Prosessionisten wurde nach wiederholtem Petitionieren mit 1. Juli ein HärteauS-gleich, das heißt Einreihung nach Dienstjahren in die damals bestehenden Lohnsätze durchgcsührt. Die Hilfsarbeiter, gewiß die Aermsten unter den Armen, wurden dieses Benefiziums nicht mehr teilhaftig, obwohl es noch ein halbes Jahr früher von den maßgebenden Herren zugestanden wurde, welcher Vorgang beweist, wie man sich ans bestimmte Zusagen kompetenter Personen verlassen kann. Welche Wirkung außerdem diese Verschlechterung nach sich zieht, zeigt der Umstand, daß früher der Sohy» arbeiter mit einer acht- bis neunjährigen Dienstzeit tnit einem Taglohn von Kr. 480 in dm Gehaltstufe von 1100 Kr. eingcreiht wurde, was jedoch seit oben erwähnter Aufbesserung nicht mehr der Fall ist: man reiht Arbeiter mit einem höheren Lohn, und zwar bei einer Lohnslufe von 5 Kr. in die Gebaltstuse von 1000 Kr. ein, ja man hat auch die StabilisierungSnormen soweit verbessert, daß man jetzt Arbeitern nach einer elfjährigen Dienstzeit und einem Taglohn von Kr. 4'80 sogar die Gehaltstusc von nur 900 Kr. anbietet. Dieses Beispiel möge den krassen Unterschied zwischen früher und jetzt jedem einzelnen drastisch vor Augen führen, weil cs beweist, wie hinfällig die angeblich großartige Ausbesserung für die Bediensteten ist. Tie Hilfsarbeiter haben die fortwährende Verschlechterung der Stabilisierung besonders hart zu fühlen. Vor dem Fahre 1909 ist immer der älteste Hilfsarbeiter. ohne Rücksicht aus seine Verwendung, der Stabilisierung zugesührt worden, was auch gerecht war. Fetzt hingegen werden nur maschinelle Hilfsarbeiter ^md die Partiesührer der Hilfsarbeiter stabilisiert. Tie Stabilisierung des Weikstättenpersonals hat sich aber auch im allgemeinen recht empfindlich verschlechtert. Ter Bilinskische Erlaß vom Fahre 1895 lautete, daß bei Stabilisierung der Arbeiter von seinem {treu Ein- kommen absolut nichts verlieren darf und daß er bei etwaigen Differenzen in die nächsthöhere Gehalistusc eingereiht werden müsse. Auch war die Montur unentgeltlich verabfolgt worden. In späteren Fahren ist der berühmte Wittek-Erlaß erschienen, der den Arbeitern bei der Stabilisierung für die Montur die Abrechnung von 37 Kr. brachte. Außerdem hat man die Arbeiter bei der Stabilisierung nicht mehr in die nächsthöhere, sondern in die niedere Gehalt stuf e eingereiht, so daß Verluste bei der Stabilisierung bis zu 150 Kr. keine Seltenheit waren. Aus wiederholte Interventionen der Arbeiterschaft hat man endlich nur Differenzen von unter 50 Kr. zuungunsten des Arbeiters ausgelegt: hatte der Arbeiter 50 Kr. und darüber verloren, so wurde er in die höhere Gehaltstufe eingereiht ohne Anrechnung der Montur. Fm Fahre 1911, im Dezember, hat man einen neuen Erlaß herausgegeben, der bestimmt, daß die Montur nicht anzurechnen ist und daß ein eventueller Verlust von unter 100 Kr. dem Stabilisierten als Personalzulage bis zum nächsten Avancement ausbezahlt wird. Diese Personalzulage wird bei der nächsten Vorrückung eingestellt und diese Ungerechtigkeit bewirkt, daß der Mann bei der nächsten Vorrückung statt um 100 Kr. in vielen Füllen nur um 20 Kr. und darunter im Gehalt verrückt. Wenn man trotz der fortwährenden Verschlechterungen eine Erhöhung der Fracht- und Personentarifc durchführte, war dies ein politischer Schachzng, um der großen Oesscntlichkeit die Unbescheidenheit des Eijeubahnpersonals in puncto ihrer Forderungen recht drastisch zu illustrieren. Daß aber dem Staatsbahn-personal nicht viel geholfen wurde, kan» man aus dem Obenangeführten genau ersehen. Ob es in dieser teuren Zeit möglich ist, mit einem Gehalt von 1000 Kr. nach einer neunjährigen Dienstzeit mit Familie ein menschenwürdiges Dasein zu führen, das mögen die Herren vom hohen Eisenbahnministerium, hie vor lauter Wohlwollen für das Personal triefen, am eigenen Leibe versuchen: ob es ihnen möglich wäre, mit diesem Gehalt ein bescheidenes Dasein zu fristen. Ties ist noch nicht alles. Man versuchte, auslden Arbeitern eine Mehrleistung herauszupressen, indem man den Arbeitern das geplante Akkordsystem aufhalsen wollte, das jedoch die Bediensteten mit der notigen Entschiedenheit zurückwiesen. Jetzt versucht man es mit der gemeinsten Antreiberei und selbst vor persönlichen Schikanen schrecken viele Vorgesetzte nicht zurück, selbst dann nicht, wenn einzelne Arbeiter gegen die lieber-griffe ihrer unmittelbaren Vorgesetzten bei höherer Instanz Beschwerde führen. Es wird auch niemand wunder-nehmen, wenn sich die Fälle häufen, daß die Arbeiter schaft ihre Geduld verliert und zu Abwehrmittel greift, die der Dienstordnung zuwiderlaufen und die von den organisierten Arbeitern bei normalen Verhältnissen selbst nicht gutgeheißen werden.- Jeder vernünftig denkende und menschlich fühlende Mensch muß derartige spontane Gefühlsausbrüche begreifen. Anstatt daß die Vorgesetzten Organe ruhig und objektiv über derartige Vorkommnisse Nachdenken würden und versuchen würden, der wirklichen Ursache derselben auf den Grund zu kommen, suchen sie jede berechtigte Erregung dadurch im Keime zu ersticken, daß man einzelne Arbeiter ganz willkürlich herausgreift, für sie ein Delikt sucht und findet, nach welchem man die ohnehin schon durch ihr Schicksal schwer Geprüften auf das empfindlichste bestraft, um so für die übrige Arbeiterschaft ein abschreckendes Beispiel zu statuieren, ohne Rücksicht darauf, daß die unschuldige Familie (die kleinen Würmer) dadurch sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wird, wo sie ohnehin schon durch die allgemeine Teuerung die größten Entbehrungen erdulden muß. Ist das soziales Empfinden? Tie Arbeiter, die ausnahmslos als österreichische Staatsbürger ein Interesse an der, gedeihlichen Entwick lung der Staatsbahnen haben, müssen doch gewiß auch das' Recht für sich beanspruchen, ihre fachmännischen Gutachten in eventuellen Fällen äußern zu dürfen. Einzelne Herren stellen sich das so vor, daß nur das zu geschehen habe, was der Vorgesetzte befiehlt, ob es nun gut oder schlecht ist. Ein maßgebender Herr der k. k. Staatsbahndirektion Wien äußerte sich vor einiger Zeit im Beisein eines noch höheren Beamten als er selbst ist, Arbeitern gegenüber: „Es geht die Arbeiter einen Treck an. ob das Anbefohlene im Interesse oder zum Nachteil des Betriebes ist. der Arbeiter hat es ebne jeden Widerspruch auszuführen." Alle Achtung vor einer so feinen Ansdrucksweise: Aufgemuntert durch solche famose Geistesblitze, erlauben sich selbst die xs« spektoren gegenüber den tonangebenden Herren zu äußern: „Wenn man dem Arbeiter morgens weiße Handschuhe anziehen würde, hätte er sie, wenn er am Abend aus der Werkstätte kommt, io rein, wie er sie am Morgen angezogen bat." solche Aeußerungen machen die Herren nicht im Dienste, sondern im Kaffeehanse im Beisein eines Regierungsrates. Wie man von der Arbeitsleistung der Arbeiter gering spricht, mißachtet man auch die Maßnahmen zur Unfallverhütung, so auch beim Probefahren mit den Maschinen. Unter der Aera Brotan wurden auf wieder holtes Petitioniern der Arbeiter Haltsignale ausgestellt. Fetzt hat man schon wieder daraus vergessen und schon wäre,' wenn nicht ein glückliche; Zufall gewaltet hätte, am 19. August ein Unfall passiert, .der ziemlich schwer gewordne wäre. Tie ziellose Antreiberei.zeitigt Unfälle, deren Zahl zwar hier nicht angeführt werden soll, die aber um so sicherer von den Bediensteten für Eventualfälle im Gedächtnis gehalten werden sollen. Es sei uns auch eine kleine Bemerkuna über den Herrn Lberkommissär Schaffer gestattet. Dieser isi von einem derartigen Hochmut befallen, der es ihm verbietet. dem Arbeiter für jenen Gruß zu danken, der laut Dienstordnung geleistet werden muß. Er versteht eS fein-gut, Arbeiter, die für ihre Kollegen Sokidar'tät bekunden, zur Anzeige zu bringen, damit sie empfindlich bestraft werden. So kühlt er sein Mütcken und dokumentiert so seine Arbeiterfeindlichkeit. Aber nur gemach, Herr Oberkommissär I Es ist noch nicht aller TäAk Abend und die Arbeiter haben ein sehr gutes Gedächtnis und verstehen sich zu revanchieren! An ben Herrn Werkstättenvorstand batten wir die eine Mahnung zu richten, in der Zukunft, wenn sich derartige Unfälle wieder ereignen, was wir nicht wünschen, nicht gleich zur Polizei zu laufen, die die Gemüter nur noch mehr aufregt. Die organisierte Arbeiter-ichaft hat ihre eigenen Organe, die, wenn sie gerufen werden, inehr ausrichten und besser Ordnung Herstellen. Schließlich glauben wir, daß es der Herr Staatsbahndirektor Dr. Kolisko einschen wird, daß nicht nur das, was die den Herrn Ministerialrat unrgeben-Ben Beamten über die Tüchtigkeit ihrer Fachmänner ihm erzählen, richtig ist, sondern daß auch die Angaben der Arbeiter der Wahrheit nicht entbehren. Die Arbeiterschaft hat vorausgesetzt, daß der Herr Staatsbahndirektor die Erklärung, die er durch eine Deputation den Werö-stättenarbeitern mittcilen ließ, er werde die Schuldigen energisch bestrafen, auch zur Durchführung bringt. Dies ist aber bis heute nicht geschehen, sondern das Gegenteil. Die Bestraften sind nicht schuld daran, daß diese Demonstration stattfand, schuldig sind einzig und allein jene Personen, die die Arbeiter zn derartigen Demonstrationen treiben. , Ob es das geeignetste Mittel eines Staatsbahndirektors ist, Uebelstände in irgendeinem Betriebe dadurch zu beseitigen, daß man Polizei in Anspruch nimmt, und um sa sicher zu gehen, in verdoppelter und verdreifachter Zahl, um einer eventuellen Arbeitseinstellung wirksam entgegenzutreten, bleibt dahingestellt. Die Er-fahruna bat gelehrt, daß einige gut gemeinte und freundlickie- Worte an 'die Arbeiterschaft mehr ansge-richtet haben, als die ganze Polizei am psriedrichsplatz. Der Herr S t a a t s b a h n d i r e r t o r m ö g c feine "(5 ch I ii i i e daraus z i e h e n. Die A r-b e i t e r i ch a t i sowie das definitive Personal s a h s i ch verpflichtet, die O e f f e n t l i ch-k e i t üb er d e n wahre n Sachverhalt zu i n-formiere n. ____________________ Sie PMsMvmmMmÄWhle» bei des l!. Ztastsbahire». Im TirtUisnSSrzirk Prag. Abgegebene Stiinme»: 6843 Sozialdemokraten....................915 oder 53 3 Prozent Se-aratinr n........................ 935 „ !3'8 „ -Tkche i-ifchnationale..............2639 „ 33 1 , Deutschnationale..........- . . . • 392. „ 5'7 „ Leere...............................1201 „ 175 Slnhcrc Vereine......................288 „ 4 ! , Zersolittccl. .....................4>3 „ 63 Das D'ahlcrgcvuiö: Nrrtcrbram'.sdienft . HeizhanZdiensr . . . . Lokomotiviahrdienst. , Werkstötte u. Material bcpoiuienft............... ! U f ! 51 : 5 j! ~ . -9. - El :-§! $ S® (§£ Ii x s l! 5 2 « - .2 t 1 b P £ l 1 1 178 : 15 160 8 - io 42 :! 6l9 20 ii 120 1Ö7 !i 26:5 13 184 10 106 '1 70' 4 29 20 12 •l 387 1 21 14 11 288 33 1 7.1 1 40 32 Zusammen 1599, ; 628 , 70 ; 288 159 j 386 I Detiion Diener. Sieiifyscyc Zentraldienst............ Dalmer "uitun^vbienit . ©intimvjficnit . . . . Zugbegleitung r-dicnst . HeiziiauLLkenst . . . . Lokomotivsahrdienst Wer'stätte ti. Niatsrial-öcpvtd enst ............. 11 Ii j: -Ci •>: |e P 1 1 Sccnvfvtiftcn 1 i. 1 §i 1.1 11 il p y ; SevjpU.ttvrt | 8 — 3 4t 4 36 Ü 122" 29S 330 347 7S 170 r 1501 yiri 201 657 138 305 : 1070 132 «9 610 91 165 ji 219 2 t 29 77 39 50 II 334 13 111 81 6 68 19 || 799 1?6 189 239 6 68 169 29 8 13 1 17 2 13 2 171 DnS Wahlergebnis: Sektion llnterbeamie. Sipnftjiuciflc §5 W E t§ & " 11 P £ I! Hjuimys l! ^mnUuu Zenlraldienst 48 Batinerl;a,lungsdienst . . . . . titi . . Stationsdienst .... , . litt . • • Zugbegleitungsdienst . . , . 36 35 . . . Heizhansotenst .... . . . . . • • Lokomotiviahrdienst . . Weristätte u. Material- • • • 165 • • depotdienst . . . . 44 • • Znsammen. . !* . • 191 211 161 e ' • D i c n ii o w : fi c 5« T Zentraldienst............. j 47 Bahnerbaltung..................886 StationSdiensr . ■' . . ZugbegleitunnSdienst . Heizhaurdienst .... Üokomotivfahrdienst . . SBvrtstnüc und Material befOibUttst.............. 1428 850 351 232; 022 i s :|c i ;ü Ö oV- y r. \ 1 mm e L i|l,«I; s w -^ = 1 1 : . ; l| 22; 11 10 . '225 173 711 81 188 15;; . !293 298 165 >41 224 307 . | 30 136- 74:110' . • . I 42 31 . ! 11 7 H!191 . ! 64 : 130! 63 75 . • . ! 32 37ö: j 173 25 > . ;öö9 1117 378 613 519j670 Zusammen . . jj -211 811 : 935 2058, 322 . 819 27 i 3in DircktionsbeM Pilsen. Da§ nachstehende Resultat ist leider unvollständig lind wir bringen daher nur die uns bekannten Ziffern: Abgegebene Stimmen........................ 4479 Sozialdemoiraren........................... 689 oder 17 6 Prozent Cevararisten . ...........................1338 Leutichnanouale.............................589 Tschechischnationale ......................774 S:eetc.................................... 519 Ungültige .................................670 Zusammen. . 13916; I I! ij ......................... 3t« TirettioEezirk Bulach. Abgegebene Stimmen.................. 3572 Soziaidemokraten.................... 3073 oder 83-0 Prozent Nationale ............................499 „ 139 „ Das Wahlresnltat: Sektion Unterbeamte: SieuiUWcig gojiaibcmotmtnt Rationaic Zentraldienst Bahnerhaltung • 32 117 Stationsdienst 101 161 Zugsbegleitungsdienst so Heizhausdienst. 29 31 Lokoni otivfahrdienst 169 Werlstüt io und Materialdepot Zusammen 379 Sektion Diener. 311 Sojiaßnuo'.tiUcn 31 742 741 186 f/7 148 149 3,’iiiiov.ale 18 20 47 17 11 1- 31 Dicnstzwcig Zentraldienst Bahnerl,altung Stationsdienst Zugsbegleitungsdienst SeizhauSdienst Lokomotivfahrdienst Werk^'.ätte und Materialdepot Zusammen 2694 15S Bon unseren Kandidaten sind demnach gewählt: In der Sektion Unterbeamte: Gruppe d) Zugbegleituiigsdienst: Lolinger Alois, Oberkondukteur, Leoben. Ersaht Kvh! Alois, Oberkonduktcur, Hartberg. Gruppe im HeizhauSdienst: Fillafer S dm und, Wagenmeister, Klagensurt. Ersatz: Sul-enbacher Gustav, Wagenmeister, Villach. Gruppe i) Lokomotivfahrbienst: Weidlich Johann, Lokomotivführer, Klagensurt. @ r s o'tz: Crtncr Matthias, Lokomotivführer, Villach. In der Sektion Diener: Gruppe a) Zentraldienst: Bfict Josef, Kanzleidiener, Villam. Ersah:' Moser Wladimir, Drucker, Villach. Gruppe b) Bahnaufsichtö- und VahiierhaltungSdienst: Dollinger Lcoiold. Wächter, Tchorl-Maalern. Seidl Franz, Bahnrichter, Böckstein. Ersah: Wohlgemuth Jakob, Wächter, Leoben. Klammer Otto, Signalschlosser. Mallnitz. Gruppe e) Stationsdienst: «esendorser Joses. Stationsausscher, Kuiticlfeld. Grieher Stephan, Weichcnwächtcr, Waidhosen a. d. Jobs. Ersatz: Nagill-r Dominikus, Verschieber, Leoben. Suppan Alois, Weichenwächter, Graz. "Gruppe d) Zugbegleitungsdienst: Heisst. Joses, Kondukteur, Leoben. Ersatz: Tchneckenleitner Wilnclin. Kondukteur, Amstetten. Gruppe oi hausdienst: Glanzer Thomas, Oberhcizer. Villach. Ersatz: Smbr Joses, Wcrkmann, Knittelfeld. Gruppe f) Lokomotivfahrdienst: Prosander Josef, Lokomotivführcranwürier, Knittelfeld. Ersatz: Windecker Josef, Heizer, Villach. Gruppe g) Werkstätten- und Makerialdepotdienft: Aschlick Leopold, Oberwcrkmann, Amstetten. Ersatz: Komarek Franz, Wcrkmann, Knittelscld. In, DirektionSbezirk der k. k. Böhmischen Nordbah». Auch das solgende Resultat ist sehr unvollständig. Wir haben nur die Wahlzifiern für die Sektion Diener erhalten: Abgegebene Stimmen.................. Sozialdemokraten 846 434 ober 51 3 Prozent Koalierte Tschechisch- und Deutschnationale 412 „ 48 6 Heizerverein........................................ „ 14 Das Wahlresultat: Sektion Diener: Dienftzwcig SojiBlÖcrnotvoteii Heijerttrei« Zentraldienst Bahnerhaltung Starionsdienst Zugsbegleuung Heizhausdienft Lokomotiviahrdienst Werkstülte uird Material« depotdienft 105 157 53 9 110 12 V.on unseren Kandidaten sind gewählt; ' Sektion Unterbeamte: Gruppe H e i z h a u S d i e n st. H e i n l Andreas, Maschinenmeister, Prag. Hiebet: Franz Maschinenmeister, Böhmisch-Leipa. Gruppe Lokomotivs ah r dien st. Änöchel Adolf, Lokomotivführer, Bühmisch-Leipa. Pichler Foses, Lokomotivskhrer, Prag. Sektion Diener: G r u p p e B a h n e r h a l t n n g s d i e n it. und. Schös' Schackau. Petr Franz. ii ft u f e Anton, Wächter, Niedergrund. Schöps Prokop, * " • <*, ' Wächter, Kosetitz. W i n t e r Karl, Wächd Wächter, Jnngbunzlau. Gruppe L o ko m o t i v s a h r d i e n st. Richter Franz. Heizer, BLhmisch-Leipa. Anton, Lokomotivsühreranwärtar, Prag. M a r t i l i l Inland- Die Lorüereitung 31tr Militarisierung der Lfiftitbahitcr, - Interpellation im Abgeordnetenhanse. In der ersten Sitzung der neuen Session des Abgeordnetenhauses wurde von den sozialdemokratischen Abgeordneten T 0 in s ch i k, M ii Iler, M 0 r a c z e w s k i und Genossen an dtzn Eisenbahnminister und den Landesverteidigungsmiuister folgende Interpellation über die Vorbereit u u g e u g u r M i l l t a-r i s i e r n n g d c r Eise n b a h n b c d i e 11 stete n ein gebracht. , . .. , Dee „Eisenbahner" und die „Arbeiter Ze-.tung haben einen von den Militärbehörden vorbereiteten Be sehl veröffentlicht, durch melchen die wehrpflichtigen Eisenbahnbediensteten ,',»m Heeresdienst einberufen we. ben, in ihrer militärischen Eigenschaft aber zur Fort-sehung ihres Eisendahndienstes verhalten Iverdeu sollen. Dieser Befehl ist nichts als ein Zeugnis des schlechten Gewissens der Regier u n g. Offenbar fürchtet die Regierung, daß sich die E'.senbah ner in gerecktem Unmut über Die Vorentbaltimg der ihnen bereits versprochenen und durch Beschluß des Pailaments zngebilligten Erhöhung ihrer Bezüge dazu Hinreißen lassen könnten, sich durch passive Resistenz ober durch einen Ausstand zn erobern, was Regierung und Parlament ihnen verweigern. Die Regieruug meint mm offenbar, einem solchen Kampse der Eisenbahner bnbnrtii entgegentreten zu können, daß sie sie unter Kriegsrechl stellt.' ^ Ein solches Verfahren wäre sedoch im Gesetz unnev wegS begründet. Zunächst schließt der § 3 des Wehr ges'ctzeS eine solche Verwendung der zum Waslendienst einberufeuen Eisenbahner 1111 bedi 11 g l a 11 s. Nach dieser Gesehesbestimmnng kann die bewaffnete Macht ausschließlich zur Verteidigung der Monarchie qcqoTi äußere Feinde oder zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Innern verwendet werden, sie aber zu ArbcitsIeistungen im Eisenbahnbetrieb zu verwende n, ist» m Ges cti nicht zügeln s s e u. Es ist also niemand, a 11 ch d c r Kaiser nicht, berechtigt, die Eisenbahner eiuzuberu seu zu einem anderen Zlveck als zn dem der Verteil' gung gegen äußere Feinde oder der Unterst,itzung dei Sicherheitspolizei im Innern. Die Militari,icrnng der Eisenbabner zn dem Zweck, um ibren Lohnkamps unmog lich zu machen, wäre also zweifellos eine dreiste Hebers ch t* c i t int fl der d ri r ch d a x 0> c , e tz v c--s ch rankte u B e s e hlsg ewal t Daran ändert cnidt die Tatwäie nichts, da« ov' Regierung in den § 14 des Webrgesebeö die Bostimniung eingeschmuggelt hat, daß die teilweise Heran ziehung der Reserve nicht nur »ach Assentjabrgangen Territorialbereiclien und Truppeukörperu. sondern amu nach besonderer Verlvendbarkeit" erfolgen dnrfe.. Denn da eben die Verwendung der Armee n u r zn deu im tz o de« Wehrgesetzes genannten Zwecken ersoigen kann, kann auch die teilweise Heranziehung der Reserve und Er,al-reservc 1111 r nach Verwendbarkeit zu di e 1 e 11 Zwetten zulässig sein. Es ist also offenbar, daß das schlechte Gewissen die Regierung verleitet bat, eine Maßregel vw zubereiteu, zu der sie durch das Gesetz nicht bered' fiflt ist. Wir fragen daher die Minister: Sind Sie bereit, alle vorbereitenden Maßregeln zur Militarisierung der Eisenbahner für den ^FaU einer 0,0 Lohnbewegung a l s g e s e tz w i 0 r i g tvide r rufe n u n d a u f z »heben- sofort 2culidr ». Ticheckijch-itationaic 82 66 200 10 21 10 Aus dein Budget des EisenbahnministerittinS siir du« Inhr 1913. I„ dem in der Eröffnungssitznng des Reicksrate^ vorgelegten Staatsvoranschlag für das Jabr 1013 jiin-titert das Budget fees Eisenbahnministerinins mit solgen den Ziffern: Die Staatsbahnen nehmen für das Jabr 1913 als außerordentliche Aufwendungen für Neubailten und die Beschaffung von Fahrbetriebsmittel 13» M>> liouen Kronen in Aussicht, von denen 85- Millionen ans bauliche Herstellungen, 45 Millionen Kronen ans Lore motiven, Tender nnd Waggons entfallen. Die wichtigsten Posten sind hiebei die folgenden: Zweite, dritte und vierte Geleiic ('insbesondere für die Strecken Salzburg Bischofshofen und Schwarzach-St. Veit-Wörgl) 20-! Millionen Kronen. Ausgestaltung einzelner Linien, Be triebsausweicken 3 Millionen Kronen, Erlveiterung von Stationen und Zugsörderungsaiilageu 15-1 Millionen Krotten, Errichtung nnd Erweiterung von Werkstätten Hi Millionen Kronen, Ergäuzungsbauten am Unterbau 10 Millionen Kronen, am Oberbau 1H Millionen Kronen, Wohn- und Kasermngebäude 1 Million Krotten, Sicherungsanlagen tittb Schivachstromeinrickttungen sowie Herstellungen geringeren Umfangs je 31 ■> Millionen Kronen, elektrisckc Anlaaen und Starkstromeinrichtun gen 800.000 Krotten. Vorarbeiten nnd Projekte 500.000 Krotten. Unvorhergesehenes 3 2 Millionen Kre tten. An F 0 hrbetrieb s mittet tt solle» beschaff , werden: 110 neue Lokomotiven und Tender für 1i>‘-| Millionen Kronen, als Ersatz für Kassierungen im Jahre I 1913 15 Lokomotiven nn» Tender für " . Millionen Kronen, insgesamt also für 29-2 Millionen Kronen. An Waggons sollen bestellt werden neue 400 Personen-, 130 Dienst- und 1600 Güterwagen für 18-4 Millionen Kronen und als Ersatz für Kassierungen 200 Personen- und 330 Güterwagen für 5 Millionen Kronen, zusammen für 24-4 Millionen Kronen. Die M e h r e i n n a h in e n sind mit 49 Millionen Kronen vorgesehen, darunter Transporteinnahinen von 44 Millionen Kronen und unter diesen wieder beim Frachtenverkehr ein Plus von 83-8 Millionen Krone». Der Schlüssel wurde ans Grund der im Jahre 4911 tatsächlich erzielten Einnahmen und einer weiteren Entwicklung auf Basis der Ergebnisse im ersten Halbjahr 1912 ausgestellt. Per 1912 wird gegenüber 191.1 eine Steicstzrung von etwa 7hü Prozent, und für das Jahr 1913 eine weitere Steigerung der Einnahmen um 414. Prozent, beziehungsweise gegenüber dem Jahre 1911 eine solche von nicht ganz 12 Prozent veranschlagt. An Brennmaterial für die Lokomotiven und on Kosten der Betriebskraft für elektrisch betriebene Motorwagen auf den Staatsbahnen werden 51-9 Millionen Kronen oder um 2-3 Millionen Kronen mehr an-0-ei.urochen. Das größere Erfordernis wird insbesondere mit einem Mehrverbrauch von 294.850 Tonnen No> malkohle für Lokomotiven begründet, wofür 2-466 Millionen Kronen erforderlich sind. Rund 366.000 Kronen entfallen aus die Steigerung der Koste it des Brennmaterials. Das Gesamtersordernis von 51-9 Millionen Kronen entspricht einem Konsum von 5-497 Millionen Tonnen Normalkohle, wobei für 4-835 Millionen Tonnen mineralische Kohle 43-426 Millionen Kronen, für zirka 593.000 Tonnen Heizöl 6VÜ Millionen Kronen rwd für 69.000 Tonnen Holz 1-31' Millionen Kronen veranschlagt wird. Ein besonders fleißiger Abgeordneter f:i Hcrr__ Otto K rvy. der Vertreter des Städtelvahl-1 reifes Oberleutensdors. Für sehr fleißig muß man ihn halten, wenn mein den eleganten Herrn an den Sonntagen bald in dieser, bald in jener Bahnstation trifft, üe;4 angelegentlich mit irgendeinem ehrfurchtsvollst zu-horchenden Herrn plaudernd. — Herr Otto Kroy liefert sonst inaneherlei Beweise seines echt deutschen Flesi-.es; er spricht sehr oft bei vertraulichen Zusammen-lnnsten seiner Wahlmaeher, und die deutschbürgerlichen Bl-ittel berichten dann von massenhaft besuchten Versammlungen. die ein neuer Beweis waren für die Liebe, mit der die Bevölkerung an dem allverehrten Herrn Ad-geardneten hängt. — Auch wenn die Krämer einen Kongreß abhalten, nimmt Herr Kroh gern daran teil, um zu versiehern, daß er voll und ganz siir die berechtigten Forderungen ist u. s. !v. — Wenn der eine oder der andere Dentschradikale, der zufällig einmal eine Zeitung in. die Hand bekommt, darin einen Artikel des großen Dito findet, dann muß er über dessen Bienenfleiß in geradezu fassungsloses Staunen geraten. — Nur eine Eigenschaft des Herrn Kroy läßt sich mit seinem schätzenswerten Fleiß nicht recht in Einklang bringen: seine unüberwindliche Abneigung gegen den Sozialversicherung d a u s j ch u ß, dessen Mitglied er ist. Als jungst in einer Sitzung des Subkomitees des Sozialversicherungsausschusses beschlossen wurde, in die Beratung der Unfallversicherung einzutreten, wurde fest« gestellt, daß der als Referent über die Unfallversicherung für den Unterausschuß bestellte deutschnationale Abgeordnete Kroy bis jetzt in keiner einzigen T i tz u n g erschienen i st, selbst bei der '<$ r-ortcru n g der Krankenkassen für die E : s e n b a h n b e d i e n st e t e n gefehlt und den Sozialdemokraten und dem Tschechen Burival überlassen habe, den Kamps gegen die Verschlechterung der Versicherung der Eisenbahner zu führen. Freilich, Herr K r o y weiß schon, warum. Gegen die Verschlechterungs-m sichten der Negierung darf er nicht a n f t r e t e n und offen b a f ii r einzutreten, traut er sich doch nicht recht. Da geht er halt lieber nicht hin. Balkanwirren und Kriscngesahr. Die blutigen Wirren am Balkan haben aus die B irischaftsverhältnisse Oesterreich-Ungarns auf das emp-sioblichfte eingewirkt. Mehr als die anderen Großmächte ist die österreichisch-ungarische Monarchie von den Ereig-msie» mit Balkan betroffen worden, dem es geographisch nahe liegt und mit dem es enge Handelsbeziehungen unterhält. Bis zu einem gewissen Grade wurden die Balkanländer als das natürliche Absatzgebiet österreichi-G-ec Jndustriewaren betrachtet; der Balkan war für Oesterreich das koloniale Hinterland, das dazu bestimmt uhien, ihm Agrarprodukte zu liefern und Jndustriewaren dafür in den Kauf zu nehmen. Freilich sind diese natürlichen Beziehungen vielmals gestört worden, weil die Brofitsucht und Engstirnigkeit der österreichischen Agrarier mit allen Mitteln versuchte, die Einfuhr von Agrar-produkteu zu verhindern, was ihnen leider nur zu oft gelang. In den letzten Jahren kam es mit den Balkan-3 Oaten zu schweren Konflikten, weil Oesterreich, dem Diktat der Agrarier folgend, seine Grenzen gegen die agrarische Zufuhr aus dem Balkan sperrte. Aber immerhin blieb doch noch ein großer Rest wichtiger Handelsbeziehungen bestehen, der erst jetzt, da der Balkan in »stammen steht, der Zerstörung anheimfiel. Um die Bedeutung des Balkankonflikts für Oester-reich zu ermessen, ist es nötig, einen Blick auf die Zahlen der Ein- und Ausfuhr zu werfen: Die E i n s» h r n a ch O e st e r r e i ch betrug in Millionen Kronen: io«? um von Bulgarien -^r.r.1.1 8-1 12-4 „ Griechenland f." . . T . / 24-2 19-8 „ Rumänien r.«. 348 78-2 „ Serbien .r.x. . 11-2 426 » der Türkei . 42 0 60-4 Zusammen 113-3 -213-1 Die Einfuhr nach Oesterreich, die fast ausschließlich ans Agrarprodukten besteht, ist also trotz aller künstlichen Schwierigkeiten ans allen Balkanländeru, mit Ausnahme Griechenlands — Montenegro kommt wegen seiner Kleinheit für die Handelspolitik nicht in Betracht —' gestiegen. Wird nun diese Einfuhr durch die kriegerischen Ereig-niste unterbunden, so bleibt ein nicht unerheblicher Teil des Nahrungsmittelbedarfes in Oesterreich ungedeckt, was I eine große Preissteigerung der Lebens-m i t t e 1 zur Folge haben wird. Anderseits fällt aber auch die Ausfuhr von Jndn-striewaren weg, die in den letzten Jahren folgenden Umfang angenommen hatte. Die Ausfuhr ans Oesterreich betrug in Millionen Kronen: 1907 1911 nach Bulgarien r-iAi-V-y-r.. 306 35-6 „ Griechenland -.«.Z. 27'0 1C5 „ Rumänien i/.n.r.i . 123'3 187-2 „ Serbien - - i-i-i -i. - 28-2 40-1 „ der Türkei r. • - .119’4 135'S Zusammen 320-4 C65“2 Wenn auch die Ausfuhr nicht in gleicher Weise gestiegen ist wie die Einfuhr, so ist sie doch, absolut genommen, fo beträchtlich, daß eine Störung des Balkanhandels, wie sie nun vorhanden ist, Oesterreichs Industrie treffen muß. Die wichtigsten Industrien Oesterreichs: die Metallindustrie, die Textilindustrie, die Glasindustrie, die Hüte- und Putzwarenindustrie werden von der Unterbindung der Ausfuhr am härtesten betroffen, weil ein nicht unerheblicher Teil ihrer Erzeugnisse nach den Balkanländern ging. So bringen die Balkanwirren über die österreichischen Völker Unheil und Not. Das Gespenst der Teuerung wird sichtbar und zu gleicher Zeit droht eine industrielle Wirtschaftskrise auszubrechen, die der Arbeiterklasse eine furchtbare Arbeitslosigkeit aufbürdet. Die gute Konjunktur, die bis jetzt geherrscht hat, ist ins Wanken geraten und von den Ereignissen der nächsten Wochen wird es abhängen, ob die Geschäftswelt sich weiter eine Zeitlang einer guten Prosperität erfreuen kann oder ob schon jetzt eine schwere Krise sie heimsuchen wird. Wie ernst die Situation mit einemmal geworden ist, konnte man auch aus dem Zusammenbruch zahlreicher Aktienpapiere ersehen, der bei dem Eintreffen der Hiobsnachrichten aus dem Balkan erfolgt ist. In der Aufschwungszeit sind die Jndustriepapiere gewaltig gestiegen. Millionengewinne wurden von den Kapitalisten mühelos eingeheimst und eitel Lust und Wonne herrschte im Lager der Spekulation. Nun aber bricht panikartig alles das zusammen, was die letzten Jahre au Spekulationswerten gebracht haben; aus dem Bacchanal wird ein jämmer-sicheü Heulen und Zähneknirschen. Das Schicksal der Spekulanten würde aber schwerlich unser Mitleiden erregen, wenn nicht leider auch die Kreise, die an den Gewinnen der Spekulation gar nicht beteiligt waren, nun unter dem Zusammenbruch empfindlich leiden würden. Ter Krach der Börse bedeutet auch einen Krach der Industrie, der Fall der Spekulationswerte einen Verlust des industriellen Kapitals und damit eine Einschränkung der Produktion, die in weiterer Folge zur Arbeitslosigkeit und zum Notstand der Arbeiterklasse führt. Gerade die Jndustriepapiere, die in der Aufschwungszeit am beliebtesten waren, wie die Aktien der Skodawerke in Pilsen oder die der Alpinen Montangesell-schaft, sind nun am meisten gefallen. Mag fein, daß bei der Vermehrung der österreichischen Kriegsrüstungen, die jetzt von der Regierung erpreßt worden ist, die Aktien der Waffensabrikgesellschafien wieder steigen werben, die allgemeine Verschlechterung und das Mißtrauen zur industriellen Entwicklung werden in der nächsten Zeit nicht zu hemmen sein. Die Krisengefahr. ist durch die Balkan-wirren in drohende Nähe gerückt worden und ihre Wirkung ist um so größer, als sie eine Zeit guter Konjunktur mit unvermittelter Plötzlichkeit unterbricht. Die österreichische Arbeiterklasse geht, wenn nicht noch in der letzten Minute eine kaum mehr wahrscheinlich erscheinende Aenderung eintritt, schweren Zeiten entgegen. ! Selbst eine Lokalisierung des Balkankrieges kann ihr die gute Konjunktur, die geherrscht hat, nicht mehr wiederbringen. Welche furchtbaren Gefahren ihr aber drohen, wenn die Lokalisierung des Krieges nicht gelingt und Oesterreich .selbst in die Kriegswirren hineingerissen wird, vermag man kaum auszudenken. I. D. Die finanzielle Entwicklung der Staatsbahnen. Auf Grund der provisorischen Ermittlung der Verkehrsergebnisse stellen sich die Transporteiituahmen der k. k. Staatsbahnen für den Monat September lausenden Jahres insgesamt auf il),326.900 Kr., das ist um 4,428.905 Kr. höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Hievon entfällt auf den Personenverkehr eine Mehreinnahme von 1,044.545 Kr., welche teils auf die allgemeine Verkehrssteigerung, teils auf die lebhafte Reisebewegung aus Anlaß des Eucharistischen Kongresses zurückzuführen ist. Ter Güterverkehr, der eine Mehreinnahme von 3,384.360 Kr. erbrachte, weist eine anhaltend steigende Tendenz auf. Von besonders günstigem Einfluß aus den Erfolg des Frachtenverkehrs war der zeitlichere Beginn der Rübenkampagne sowie lebhaftere Verfrachtungen von Kohle, Getreide, Baumaterialien, Obst und Petroleum. Den ausgewiesenen Mehreinnahmen stehen erhebliche Mehrauslagen für die Bewältigung des Verkehrs und für die Ausbesserung der Bezüge des Personals gegenüber. Seit Jahresbeginn wurden 576,332.000 Kr. eingenom-m en. das sind u m 4 5,2 1 7.5 8 8 Kr. m ehr als in der gleichen Vorjahrsperiode. Ausland. Die Berliner Eisenbahner gegen die Teuerung. Eine von etwa 4000 Personen besuchte Versammlung der Eisenbahnarbeiter und -Handwerker Groß-berlins hat zur Teuerung Stellung genommen. Ter Referent, der scharf die herrschende Wirtschaftspolitik bekämpfte und eine allgemeine Lohnerhöhung forderte, wies darauf hin, daß bei den jetzigen Preisen eine ausreichende Ernährung nicht möglich fei, wenn in der Nähe von Berlin beispielsweise ein Bahnwärter, der 34 Jahre im Dienst ist, einen Taglohn von Mr. 1-80 erhält, der erst aus ein Gesuch des Verbandes hin auf Mk. 1-90 erhöht worden ist. Von den freien Arbeitern würden die Staatsarbciter oft als „Dreimark-Männer" verhöhnt, weit sie mit fo ge» ringen Löhnen zufrieden fein müssen. Der Kaiser habe zwar in Königsberg gesagt, die Frau gehöre ins Haus, die Frauen der Eisen bahnarbeite r und -Handwerker könnten sich aber nicht der Familie und den häuslichen Pflichrcn widmen, weil sie bei dem kargen Verdienst des Mannes auf E r w c r b s a r b c i t angewiesen seien, im. nur die Mittel für den Lebensunterhalt der Familie heranzuschaffen. Unter den Leuten, die die ganze Nacht über vor der Freibank waren, um das minderwertige Fleisch zu bekommen, seien viele Angehörige der in der Nähe wohnenden Eisenbahnarbeitcr, denen es ihr schmales Einkommen nicht ermöglicht, die Preise in den Fleischereien zu bezahlen. Und diese Leute müssen nicht nur darben, cs ist ihnen außerdem noch verboten, sich zu vereinigen und sich der Partei anzuschließen, die sich ihrer am nachdrücklichsten annimmt und gegen die Teuerung insbesondere den schärfsten Kampf führt. * Tie Verkchrssiatistik der Vereinigten Staaten von Nordamerika für das Jahr 1910,11. Für daS Berichtsjahr vom 30. Juni 1910 bis 1. Juli 1911 veröffentlichte vor ganz kurzer Zeit die „Interstate Commerce Commission" die Taten Über die Ergebnisse der Eisenbahnen der Vereinigten Staaten, deren wichtigste Ziffern hier wiedergegeben seien. Die gesamte im Betrieb befindliche Schienenlänge würbe mit 246.124-40 Meilen ermittelt (+ 10.943-59 Meilen gegen 1909/10). Die Zahl der Lokomotiven belief sich aus 61.327 (+ 2380), davon waren 14.301 Personenzugs-, 36.405 Lastzugs- und 9324 Verschublokomotiven; 1297 waren nicht klassifiziert. Ter Wagenpark bestand aus 2,359.335 Waggons (+ 69.004); davon dienten 49.818 dem Personenverkehr, 2,195.511 der Frachtbeförderung und 114.006 standen in den Diensten der Gesellschaften. Von der Gesamtzahl der Lokomotiven und Waggons waren 2,391.438 mit den Zugsbremsen, 2,409.973 mit der automatischen Kuppelung versehen. Die Gesamtzahl der Bediensteten betrug im Berichtsjahre 1,669.809; es ist dies eine Abnahme um 29.611 gegenüber dem Vorjahre. 63.390 waren Lokomotivführer, 66.376 Heizer, 48.200 Kondukteure, 133.321 anderes Zugspersonal, 40.005 Vcrschubpersonal und Streckenwächter; 493.926 Personen waren zur Streckenerhaltung notwendig. 344.112 zur Erhaltung des Fahrparks, die übrigen waren Beamte it. f. w. Ter Gesamtbetrag der aus-bezahlten Löhne erreichte eine Höhe von 1.208,466.470 Dollar. Trotz der Verminderung des Personals ergibt sich eine Steigerung des Verkehrs schon aus der Zahl der Personenbeförderung. Während im Jahre 1909/10 971,683.199 Passagiere befördert wurden, belief sich deren Zahl im Berichtsjahre auf 997,409.882 f+ 25,726.683). Tie Frachtenbesörderung sank jedoch von 1.849,900.101 Tonnen auf 1.781,637.954 (— 68,262.147) Tonnen, Aus dem Frachtentransport ergab sich eine Einnahme von 1.925,950.887 Dollar, aus dem Personentransport eine solche von 657,638.291 Dollar, der postalische Verkehr ergab 50,702.625 Dollar; die Gesamtsumme aller Einnahmen abek belief sich auf 2.789,761.669 Dollar, welche» Ausgaben im Betrag von t.915,054.605 Dollar gegenüberstanden. Per Meile der Betriebe wurden im Jahre 1910/11 11.160 Dollar eingenommen, hingegen 7867 Dollar verausgabt. Das Koalitionörccht der Eisenbahner vor dem bayerischen Landtag. Die Sitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer vom 24. v. M. gehörte zu den erregtesten der ganzen Session. Bei Erörterung der Verhältnisse der Staats-| arbeiter kam Genosse N o ß h a u p t e r aus die Angriffe des Verkehrsministers gegen den süddeutschen Eisenbahnerverband zurück. Er griff den Minister aufs schärfste an und wies ihm nach, daß er b,-weislose Behauptungen gegen den Eiscnbahnerverband ausgestellt habe. Namens der Sozialdemokratie nahm Roßhaupter grundsätzlich das volle Koalitionsrecht einschließlich des Streikrechts für die Eisenbahner in Anspruch. DaS beste Mittel gegen den streik sei eine gute soziale Politik der Verwaltung und deS Parlaments. Tie Verfolgung der freien Gewerkschaften sei lediglich ein dem Zentrum erwiesener Dienst-, Der Minister wolle sich von dem Zentrum die Inschrift auf den Leichenstein verdienen: „Ein frommer Knecht war Fridolin". Die Rede Noßhaupters wurde durch die Ankunft des neuen „Zeppelin" über München unterbrochen. Nach einer viertelstündigen -Pause fuhr Roßhaupter fort. Er berief sich auf das Urteil des Vorgängers des jetzigen Ministers über den süddeutschen Eisenbahnerverband lind charakterisierte die Hetze der christlichen Sekretäre in der Eisenbahnverwaltung. Zentrumsführer erklärten in Versammlungen, man müsse, wenn der Finanz-minister aus dem toactel sitze, mit dem Revolver knacken. Ter indirekte _ Vorwurf des Ministers, daß wir im Falle eines Krieges einen Eisenbahnerstreik planen, ist der Vorwurf des Hochverrats, den wir mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Die Antwort des Ministers war sehr matt. Ec suchte seine Haltung zu verteidigen und berief sich für die Möglichkeit eines Eisenbahnerstreiks im Kriegsfälle auf den Artikel des Karlsruher „Volkssreund", in dem die Möglichkeit einer sozialen Umwälzung in Zeiten des Weltkrieges angedeutet worden ist. Schreckliche Eisenbahnkatastrophr. Tie „Frankfurter Zeitung" meldet aus Kon-stantinopel vom 21. Oktober: Auf der englischen Smyrna-Aidin-Bahn ereignete sich eine furchtbare Katastrophe. Ein Militärzug mit mobilisierten Truppen entgleiste und stürzte eine mehrere Meter hohe Rampe herunter. Fast das gesamte Zugspersonal fand den Tod. ebenso, gegen 200 Soldaten. Die gleiche Anzahl wurde schwer verwundet. i Gelesene Rn nmern deS | j man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner I und Indifferente weiter. | Aus dem GerichLssaal. Ein separatistischer Abgeordnrtrr als Schädiger der Arbeiter. Eine Beleidigungsklage i>c5 Abgeordneten Marek. Die Gefährdung des Eisenbahnerpetsonals durch die geplante durchgreifende Anwendung des A k r o r d s y st e in 5 auf den Z. k. Staatsbahnen veranlaßte unsere Organisation, an den maßgebenden Stellen energisch gegen diese Maßregel zu protestieren. AIS eine Werkstättendeputation in dieser Sache im Eisenbahnmilnsterium beim Oberinspektor U. Littrow ihren Protest einlegte, bekam sie die überraschende Auskunft, ein sozialdemokratische^ Abgeordneter, und zwar der Separatist JatoSlav Marek, habe sich als Freund des Akkordsystems bekannt! Eine Entrüstung bemächtigte sich der Mitglieder der Deputation, und wohin diese Kunde kam, überall war man über M a r e k derselben Meinung, daß hier ein offenkundiger Beweis der Schädlichkeit des Separatismus borliegt In den Parteiblättern, namentlich im „Zeleznieni Zh'zenec", wurde diese Handlungsweise des Separatistenführers gebrandmarkt uni er wurde aufgefordert, Klage zu erheben. Marek war dazu nicht zu bewegen. Er verkroch sich hinter eine nichtssagende Erklärung im Separatistenorgan. Um aber Herrn Marek alle feine Ausreden zu entkräften, haben die Referenten des böhmischen und mährischen Sekretariats in öffentlichen Versammlungen Marek wegen seiner Handlungsweise scharf angegriffen, und trotzdem klagte sie Marek nicht.- Da verloren endlich Mareks Gesinnungsgenossen in Samt die Geduld und sic forderten ihn auf, gegen den Obmann unserer Saunet Ortsgruppe. Genossen Anton Truka Klage zu erheben. Nicht aus eigenem Antriebe, sondern der Not gehorchend, betrat Marek den Rechtsweg. Wie tat er das? Von allem Anfang an war es dem Zaudernden klar, er werde sich keine Lorbeeren holen, wenn er seine erklärte Akkordfreundlichkeit gerichtlich wird überprüfen lassen, weshalb in der endlich beim Saunet k. i. Bezirksgericht überreichten Ehrenbeleidigungöklage der Angeklagte Genosse Anton Trnka auch beschuldigt wurde, er habe Marek einen Verräter an der Arbeiterschaft und den Eisenbahnern genannt und ein für Marek ehrenrühriges Plakat in der Werkstätte Saun verfaßt und angeschlagen. Auf diese Weife wollte sich Marek gegen den von allem Anfang an zu befürchtenden Freispruch des Genossen Trnka möglichst sicher» stellen. Wie ernst er die von seinen Gesinnungsgenossen ihm cufgcbrungcnc Klagcfü.,ru>lg nahm, ist daraus ersichtlich, .daß er iu der Klageschrift nur einen Zeugen, feinen Zuträger, den Separatisten Pfeffer, nannte, was — wie sich dann herausstellte — ein Mittel zur Verschleppung des Strafverfahrens werden sollte. Genosse Trnka g e st a n d, öffentlich erklärt zu haben, daß Abgeordneter Mo rek im Eisenbahnmini st erium s i ch auSgedrückt hat: „Führen Sic in den Werkstätten den Akkord ein, die Leute werden sich zwar ärgern, aber f ic werben f i ch f cho n gewöhne n." Das, was in Mareks Klage ihm weiter angedichtet worden ist, hat Genosse Trnka Marek zuliebe allerdings nicht bekennen können. Er klärte aber den Richter über die Emvörung auf, welche sich aller Arbeiter bemächtigte, als Mareks akkordfrcundliche Aeußerung bekannt wurde. Das mit vieler Mühe verfaßte, mit Riesenlettern geschriebene Plakat blieb in der Aktentasche von Mareks Vertreter, und noch vor Schluß des ersten Ver-kicindlnngütageö wurde diese Anklage wegen dieses Punktes förmlich zurückgezogen, so daß nur noch die andere „Verschönerung" der Strafklage, wegen Beschuldigung von Verrat, aufrecht blieb, welche „Missetat" der einzige von der Anklage geführte Zeuge selbstverständlich bestätigte. Da aber eines Mannes Rede keine Rede ist und man sie beide Horen muß, wurde auch der andere Zeuge, Genosse MaSet, einvernommen, und nach dessen Aussage wurde auch das übrig-gebliebene Beiwerk der Anklage über den Verrat fadenscheinig. Und nun ging es auf das Wesen der Sache los. Es traten Zeugen auf, welch' Mareks Handlungsweise dokumentarisch für alle Zeiten festgenagelt haben- Sie follen nicht im IktensaSzikel des Saunet: f. k Bezirksgerichtes, G.-Z. U 451/12, schlummern, sondern durch die Presse den Weg in die breite Oeffentlichkcit finden. Was die Zeugen sagen. Oberinspertor Hermann R v. Sittroh» sagte als Zeuge vor Gericht auS: „Ich fiabc einer Deputation von Arbeitern aus den Werkstätten des Staatsbahndirektionsbezirkes Wien erklärt, daß der Widerstand gegen die Einführung des Akkordstistcms bei der sozialistischen Partei int allgemeinen abflaue; hiefiir führte ich als Beweis die von der Partei geflossenen Verträge mit der Staatsdruckerei, den Firmen Rothbergcr :c„ sowie die Haltung der Arbeiter in Saun und schließlich ein mit dem Abgeordneten Marek über Len theoretischen Wert des Zeit- oder Stück-lohne» geführtes Gespräch an. Mehr habe ich in dieser Sache nicht anzugeben. Seine Erzellenz der Herr Eisenbahnminister Zdenko R. v. Förster weiß von dieser Angelegenheit wohl nichts/ Das Zeugnis des Beamten Sittrow ist klar genug, um Über Mareks Handlungsweise Auskunft zu geben. Sie sollte jedoch noch deutlicher in den folgenden gerichtlichen Zeugenaussagen d.-.r DeputationSmitglieder zum Ausdrucke gelangen. Wenzel Valenta, Hilfsarbeiter in Wien, sagte als Zeuge gerichtlich aus: „Ich kann als Zeuge bestätigen, daß Herr Oberinspektor v. Sittrow einer Deputation von fiebert Mann, der auch ich angehörte, die persönliche Mitteilung machte, daß der Prtvatankläger (Marek) ein Freund des Akkordsystems sei und sich für die Einführung dieses Syste ms in den Werk-st ä 11 e n der t. k. Staatsbahnen ihm (dem Oberinspektor) gegenüber ausgesprochen habe." Karl W i n t e t, Werkmann in Wien, gab bei Gericht als Zeuge an: „Heuer, ich glaube am 1. August, waren Va-lenta, Ziegler. Pölzinger und ich. ferner Alois Ruch, Schachthuber und Gattlcr im Eisenbahnministerium bei Oberinspektor v. Sittrow, um über unsere Arbeitsverhältnisse Bitten vorzubringen. Oberinspektor v. Sittrow meinte, wir sollten das Äkkordsystem annehmen, wogegen wir uns ablehnend äußerten. Darauf sagte er, der Privatkläger (Marc I) sei kürzlich bei ihm gewesen und habe gesagt, er wäre nicht gegen den Akkord, e s müsse nur ein anständiger sein, er wäre früher auch froh gewesen, wenn er m ehr verdient fi ä 11 c (er war früher auch Wcrkstät c n a rb e i t e r)." Winters Zeugenaussage schlossen sich die Zeugen Franz Ziegler, (schmied in Wien, und Josef Pölzinger, «chlosfer in Wien, an. Der Zeuge Alois Ruch, Hilfsarbeiter in St. Pölten, sagte aus: „Ende Juni 1912 sprach ich als Mitglied einer Deputation beim Oberinspektor v. Sittrow vor. um uns über die seitens der Direktion geplante Einführung des Akkord-systems zu erkundigen. Oberinspektor v. Sittrow erzählte uns unter anderem auch, daß er anläßlich einer Inspektionsreise in der Werkstätte in Satin auch mit dem Abgeordneten Marek über das Äkkordsystem gesprochen hatte und daß der ?> b g c-ordnete Marek dem Sinne nach sich geäußert habe, e s sei ihm leid, daß er in seiner Jugendzeit nicht mehr Geld habe verdienen können, er könne die Werk st äitenar beiter gar nicht begreifen, >v i e sie gegen den Akkord Stellung nehmen können, wenn sie doch mehr verdienen können." Dieses Material beleuchtet Mareks Fall mehr als hinlänglich, und wenn Marek als Helfer in der Not feine« Kollegen, den Separatisten Abgeordneten TomaZek, ein-vernehmen ließ, und dieser ihm bezeugte, baß Marek wo anders (beim Minister Förster und Sektionschef Boeß) sich gegen ben Akkord aus sprach, so läßt das einen Schluß auf Mareks Doppelspiel zu, nicht aber auf dessen einwandfreies Gebaren. Kurz gesagt, Mareks Arbeikervertreierrollc siel kläglich zusammen, als der Tag des Gerichtes nahte und am 25. Oktober 1012 in Saun über MarckS Klage verhandelt werben sollte. Marek zieht seine Klage zurück. Wohl erschien Marc? selbst am Platze, aber er sich ein, daß Bei dieser Sachlage bic Gegenüberstellung eines Abgeordneten unb eines einfachen Eisenbahnbediensteten nicht die richtige Wirkung ausüben werde. Heber eine Stunde lang haben Mareks Vertreter und der Richter den Beklagten bearbeitet, es nicht zur Verhandlung kommen zu lassen. Unter Ausschluß b c r Öffentlichkeit würbe auf eine Austragung ber Strafklage hingearbeitet, bic Anträge des Vertreters des Abgeordneten Marek vom Genossen Trnka abgelehnt, bis endlich Genosse Anton Trnka sich bereit erklärte, nochmals zu Protokoll zu geben, waS er eigentlich schon in seiner Verantwortung gesagt hat, und zwar, daß er am 3. Juli 1912 in Orts GaithauS in Saun über ben Privatkläger Jaroslciv Marek das Wort „verriet" nicht sagte und keinen Grund dazu hatte, und daß er im Gespräch, um welches es sich handelt, nur nach den Informationen den ihm mitgeteilten Ausspruch bes Privatklägers über die Akkordarbeit kritisierte.*) Mit dieser Erklärung gab sich der persönlich anwesende Abgeordnete RaroSlati' Marek zufrieden uni zog seine Anklage ncgc.t Genossen Trnka zurück! Wir haben dem Sachverhalt nichts beizufügen. Durch diese Zurückziehung des Strafantrages ist Mareks Versuch durch eine gegen Genossen Trnka gerichtete Klage der Klemme zu entraten, mißlungen. Wir Balten ihn fest ltnb bas Ergebnis dieses Verfahrens ist für Mareks Existenz als Ar-Beiterücrtrctcr ücrnichtenb unb nieberfchmetternb. Es ist bet Beweis erbracht, Marek haBc sich Oberinspektor v. Sittrow gegenüber allorbfrcuit blich geäußert, es ist ber Beweis erbracht, Mareks Handlungsweise habe der Bahnverwaltung eine Handhabe für ihr arbeiterfeindliches Beginnen geliefert. Die Schädlichkeit des Separatismus erscheint alten-mäßig nachgewiesen. Die Verteidigung des Genoffen Anton Trnka führte sehr sorgfältig der Saunet Advokat Dr. Karl Tohn. Einspruchsverhand'ung des „Eisenbahner". Gegen die erfolgte Konfiskation von zwei Stellen des Leitartikels in der Nummer 29 unseres Blattes hatte die Redaktion die Beschwerde erhoben, über die vor einem Einspruchssenat des Landesgerichtcs Wien am 25. v. M. verhandelt wurde. Die Staatsanwaltschaft vertrat der PretzsiaatSanwalt Doktor Mager, wahrend der „Eisenbahner" durch den Redakteur Genossen Franz Sill vertreten war. Nach Verlesung des in-kriininicrten Aussatzes Plädierte Dr. Mager für StB» Weisung der Beschwerde. In dem Artikel, so führte er ans, werden Maßnahmen des Eisenbahnministeriums einer Kritik unterzogen, von denen behauptet wird, sic bedeuten eüic Verschlechterung der sozialen Sage der Arbeiter und stehen somit in Widerspruch zu den Versprechungen des Ministers. Ich bin nicht in der Lage, sagte der Staatsanwalt, diese Behauptungen auf ihre Wahrheit zu Prüfen, allein unter allen Umständen sei die Kritik eine über den Rahmen des gesetzlich Zulässigen hinausgehende. und der Tatbestand des § 300 darum gegeben. Genosse Sill führte demgegenüber auS: Wenn der Herr Staatsanwalt die fachliche Wahrheit des Artikels an» zweifelt, so tut es mir leid, daß im objektiven Verfahren feine Beweisanträge zulässig sind. Ich würde sonst eine Reihe von Zeugen zu führen in der Sage fein, die dartun würden, daß jedes Wort im Artikel die lautere Wahrheit enthält. Genosse Sill besprach dann die Maßnahmen, wie sie von der Regierung für die Arbeiter durchgeführt werden, und die Schädigungen, denen dadurch die Arbeiterschaft ausgesetzt ist, und sagt: Ein Staat, der solche Maßnahmen trifft und für sic die Marke Sozialpolitik verwendet, verdient die schärfst6 Kritik, die in diesem Fall auch nur dem Stoff, den die Regierung geliefert, angepaßt gewesen sei. Er beantrage daher die Aufhebung der Konfiskation. Nach kurzer Beratung verkündete der Gerichtshof das Urteil: Der Einspruch werde verworfen, und das Konfiskationserkenntnis aus den Gründen des ersten Erkenntnisses bestätigt. Eine Anklage wegen verspäteten SchrankenösfncnS. Am 4. Jänner d. I., 7 Uhr 15 Minuten, wurde bei der Wegübersetzung beim Wächterhause 4 nächst der Station Simmering der St. E. G. ein Personenzug aus der Richtung Wien erwartet, weshalb der UebersetzungSwächter Adolf Geyer den Schranken bereits geschlossen hatte. Plötzlich erschien jedoch vor dem Schranken auf der Schwechater Seite ein vom Kutscher Finta geführtes Fuhrwerk, welches nach der Richtung Simmering passieren sollte. Gleichzeitig erschien auch auf der Simmeringer Seite ein vom Kutscher Schaubmayer geführter Streifwagen, der nach Abladung von Mehlsäcken für das auf der gleichen Seite gelegene Wächterhaus gegen Simmering wieder zurückkehren sollte. Dem UebersetzungSwächter Geyer dünkte es noch Zeit genug, um dem Kutscher Finta den Ucbcrgang über daS Geleise zu gestatten. Er öffnete daher den Schranken für Finta und wies den Kutscher Schaubmeyer mit einer Handbcwcgung zur Abladung der Mehl-säcke in den Hof des Wächterhauses Unerwarteterweise fuhren jeboch beide Kutscher aus entgegengesetzten Richtungen über das Geleise, wo sic einander auswichen. Währcnb nun Fi it t n glücklich über das Geleise gelangte, wurde der Wagen und bas Pferd S ch a n b m a y e r S von dem inzwischen aus der Richtung Wien Iicrankommendcn Personenzug erfaßt. Ter Wagen wurde zertrümmert, das Pferd geschleift und getötet. Wegen bcs verspäteten IchrankenösfnenS hatte sich Geyer vor dem Bezirksgericht Simmering wegen lieber-trctnng gegen die körperliche Sicherheit nach § 432 St.-G. zu verantworten. Geyer war durch Dr. Gustav Harpner, der gcfajäbigtc Wageneigentümer durch Dr. Richard S u b a k vertreten. Geher Brachte zu seiner Verantwortung vor, Schaubmayer habe auf die Schwechater Seite nicht zu *) Das von D r. So u ku p stammende Referat im „Prävo Lidu" enthält eine Fälschung dieser Erklärung Trnkas, sahren gehabt, denn sein Ziel sei bas Wächterhans aus bet Simmeringer Seite gewesen. Geber beries sich ferner au> eine ganze Reihe von Zirkulärer^. :en der Direktion bic iav Personal vor zu langem Geschlossenhalten der Schraiue: warnte und ihm bic diesbezügliche,' Klagen der Bevölkerung eindringlich vor Augen hielt. Dw Pferd Schaubmayerc-sei unvermittelt auf dem Geleise stehen geblieben und trov Zurufen nieöt wegznbringcn gewesen. Nur dies sei die Ursache des Unfalls. Der als Verteidiger erschienene Doktor Tausky legte dar, baß nach der Verkehrsinstruktion (Artikel 110, Punkt 4) die Schranken zwar innerhalb 5 Minuten vor Eintreffen des Zuges zu schließen sind, daß aber davon auch Ausnahmen in uumittelberer Nähe ber Station und dort zulässig seien, wo der Wächter auf zuverlässige Weise Von dem .Herannahen beS Zuges verständigt werde. Da es sich im vorliegenden Fall um eine gcrablinigc Strecke handelt, konnte, sich ber Wächter bnrch Ausblick auf zuverlässige Art von dem Herannahen bcs Zuges überzeugen. ■ Der nach Durchführung eines Lokmangenscheine? als Sachverständiger vernommene Inspektor Prcßbcrger der Nordwestbahndirektion billigte dem Verteidiget zu, baß es Kommentare über bic Auslegung bes Artikels 110, Punkt 4 bet Verkehrsinstruktion nicht geBe unb baß jede zuverlässige Verständigung von dem Herannahen eines Zuges unter die dort normierte Ausnahme von ber Fünf Minuten-Regct falle. Der Sachverständige Bestätigte über Befragen de» Verteidigers auch, daß die Wächter zu den Personen mit besonders gutem Sehvermögen gehören, so daß der Ausblick des Wächters bei geradliniger Strecke ein zuverlässiges Verständigungs-Mittel war. In seinem Schlußvortrag hob der Vcrtcibiger hervor, ber WcgübersetzungSwächtet habe mit normalen Verhältnissen rechnen dürfen, den abnormalen Umstand, daß das Pferd bce Schaub mayer auf dem Geleise plötzlich stutzen werde, nicht voraussehen können. Nur diesem Umstande, nicht aber dem verspäteten Schrankeiiössiicn sei der Unfall zuzuschreiben. Der Strafrichter (Bczirksrichtcr Dr. Hauser) sprach ben Angeklagten in Würdigung dieser Ausführungen s r c i. Höhere Neuteubemessnug trotz ungünstigem Iachvrr-stäirdigeugutachte». Ignaz Mandl, Oberkondukteur der k. k. Staatöbahncn, war am 20. September 1910 Zugsführer des Schnellzuges Nr. 101, der Bei Rotten mann mit einem ent gegenkommenden Schnellzug zufammenstieß; Ignaz Mandl wurde bei dem Unfall in seinem Wagen hin und her geworfen und blieb bewußtlos liegen. Er vermochte sich von de» Folgen des Unfalls nicht mehr zu erholen und wurde nach Ablauf des Krankenjahres pensioniert. Die Bcrussgcnofsen-schastlichc UnfaUvetsichcrunpSanstaU der österreichischen Eisenbahnen hat Mandl nach Einstellung der Heilverfahrensrente unter Annahme einer Einbuße von 33'/-> Prozent an Erwerbsfähigkeit eine Mprozcntigc Rente monatlicher Kr. 85-60 zuerkannt. Gegen diese Bemessung brachte Mandl durch Dr. Anton Braß beim Schiedsgericht der BcrufSgenosscnschastlichcn Unfallversicherungsanstalt Klage auf Rentenerhöhung ein. Bei der am 8. Oktober 1912 vor dem Schiedsgericht unter Vorsitz des OberlandeSgerichtSratcS Dr. C. a p durchgeführten Verhandlung gaben die Sachverständigen, die Herren Doktor S t c y s k a l und Dr. Bischof, ihr Gutachten bahnt ab, das; die dem Mandl zuerkannte Rente vollkommen genüge unb seiner Einbuße an Erwerbsfähigkeit durch den Unfall entspreche. Der Klagevertreter führte hierauf auS, daß der Unfall von Rottenmann das schwerste Eisenbahnunglück sei, das sich feit Jahrzehnten auf ben österreichischen Bahnen znge-tragen habe. Ein Eisenbahnbediensteter, der daS Opfer eines solchen Unfalles war, verdiene erhöhte Berücksichtigung und hätten die Sachverständigen die ganze Schwere dieses Eisenbahnunglücks nicht genügend gewürdigt, weshalb der Klage-vertretet ben Gerichtshof ersucht, aus eigener Initiative und aus eigener freier Würdigung der Beweise bei» Kläger eine höhere Rente zuzusprechen, dies um fo mehr, als Moubl ja wegen des Unfalles den Beruf aitfgc&cu mußte. Das Schiedsgericht schloß sich diesen Ausführungen an unb verurteilte tatsächlich bic Beklagte Anstalt, bcin Kläger eine 1 5 proze n-tige Rente monatlicher Kr. 127'59 sowie an Nachzahlung einen Betrag von K r. 559 SU zn Bezahlen. Ein Hastpslichtprozesi aus dem Wiener Stadtbahn--beirieB. Vor bem Wiener Handelsgericht fand vor einiger Zeit ein Hastpflichtprozeß statt, den die 18jährige Frida Alb recht durch Dr. Viktor Rosen seid gegen daS E i s e » b a h n-ärar auf Zahlung eines Schmerzensgeldes von 30.000 Kr. angestrengt hate. Das unglückliche Mädchen war am 5. Mai 1911 t>on_ der überfüllten Plattform eines Stadtbahnzuges in ber Station Pitgrambrücfe abgestürzt und unter den fahrenden Zug geraten, wodurch ihr beide Füße abgefahren wurden. Das Hanbclsgcricht hatte unter Annahme eines geteilten Verschuldens das EifenBahnätar zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 10.000 Kr. und zu den halben Prozeßkosten verurteilt. Das Verschulden der Klägerin wurde darin erblickt, daß sic, bevor noch der Zug zum Stillstand gekommen war, ihren Platz verlassen und sich zum Aussteigen auf die Plattform Bcgc&en hatte. Das Verschulden der B a h n wurde darin erblickt, daß die notorische, geradezu lebensgefährliche U e & e rf ü II u n g brr Stadtbahnzüge geduldet werde. Gegen dieses Urteil hatte sowohl die Verunglückte wie daS Acrar die Berufung ergriffen. Bei der vor dem O b e r l a ii d e 3 g c r i rf) t ftaftgefundenen Berufungsverhandlung vertrat Dr. Wilhelm Berget den Standpunkt, baß von einem Verschulden der Bedauernswerten Verunglückten überhaupt nicht die Rebe feilt könne. Es sei eine Erfahrungssache, baß bic meisten Passagiere einige Sekunden, Bevor der Zug halte, sich zum Ans-steigen anschicken, da sie sonst bei der kurzen Haltezeit der Stadtbahnzüge Gefahr laufen, über ihr Ziel hinanSzufahren. Das, was alle Reisenden machen, könne keine Verletzung der gewöhnlichen Sorgfalt eines Reifenden Bilden. Der Vertreter des Aerars Tr. Lskar Back beantragte die gänzliche Abweisung der Klage, weil iu der Duldung der Ueberfüllung der Züge ein Verfchuldcu der Bahn nicht erblickt werden könne; es fei der Bahn unmöglich, bei dem zur Mittagszeit herrschenden Andrang ein Uebetfüllungsverbot zu erlassen. Das ObcrlandcSgcricht unter dem Vorsitz des HosrateS Dr. B l o ch verwarf nach längerer Beratung die Berufung des Acrar:., gab hingegen ber Berufung ber Klägerin Folge und v c r-urteilte das Eisenbahn ärar zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in ber Höhe von 20,000 H r. unb zum Ersatz ber gesamten Prozeßkoskr-n. Der Gerichtshof erklärte, baß in dem Verhalten ber Verunglückten ein Verschulden nicht erblickt werben könne, zumal bic Stadtbahn selbst burch Affichcn ben Passagieren das rasche Aussteigen zur Pflicht mache. Tod insolze hefenberen Pflichteifers. (Schiebe» gerichtsverhandlung.) Im Jänner 1909 entliefen iu der Station Maut ent der k. k. Staatsbahn vier Guterwagen aus der Station unb nahmen zufolge des ©csuileS eine immer größere Geschwindigkeit an. Der Oberfonbuk!cur ’ Ludwig K o f! e r, welchem als Zugsführer des Lastzuges, zu welchem diese Waggons gehörten, die Verantwortung für die in ber Station Muutent durchzuführende Verschiebung traf, suchte rasch einen Bremsprügel und rannte den entlaufenden Wagons fo schnell er konnte nach, um sic so rasch als möglich zum Stillstand zu bringen, da die Gefahr bestand, daß cs zwischen diesen Waggons und einem Schnellzug, dessen Durch»' fahrt bevorstand, zu einem Zusammenstotz komme. Soffer lief deshalb in größter Angst und Aufregung etwa 1500 Meter lang den Waggons nach, bis es gelang, die Waggons zum Stillstand zu bringen. Es herrschte damals eine ausserordentlich strenge Kälte von über 20 Grad, so daß K o s l e r infolge der Erhitzung Beim Laufen sich nicht nur eine schwere Verkühlung zuzog, sondern bei dem Angreifen der vereisten Waggonstange Gefrierblasen an den Händen bekam. Koslcr erkrankte infolge des geschilderten Vorfalles, trat aber, da er für eine Frau und sechs Kinder zu sorgen hatte und daher bemüht war, möglichst viel zu verdienen, schon nach sieben Tagen aus dem Krankenstand und versah seinen Dienst sodann bis zum 6. Februar 1910, wobei er in der Zwischenzeit, ohne sich krank zu melden, die Hilfe des Bahnarztes ambulatorisch , wiederholt in Anspruch nahm. Am 5. Februar 1910 stellte der Bahnarzt bei ihm eine akute Herzerweiterung fest, ließ ihn den Dienst nicht weiter versehen und behielt ihn bis 0. März ' 1910 im Krankenstand. Dann versah Kofler wieder seinen Dienst weiter, bis er im August 1911 schwer erkrankte und am 2. Oktober 1911 an Herzlähmung starb. Die Witwe Koflers machte nun bei der beruss-genossenschastlichen Unsallversichcrungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen ihre Ansprüche aus deni Unfall ihres verstorbenen Gatten geltend, wurde jedoch mit denselben ab-gewiesen, weshalb sie durch Dr. Gustav Harpner die Klage beim Schiedsgericht einbrachte. Die beklagte Anstalt wendete ein, das; nach dem Vorfall vom Jänner 1909 Ludwig Kofler nur durch sieben Tage mit Gefrierblasen im Krankenstand mar, daß er erst 2'A Jahre später wegen eines Herzleidens seinen Dienst aufgab, das mit dem Unfall in keinem Zusammenhang stehe oder, falls cs zur Zeit des Unfalles schon bestanden habe durch diesen in keiner Weise beeinflußt worden sei, wobei sie sich auch auf den Bericht des Bahnarztes, welcher Kofler behandelt Balte, Berief. Das Bewcisverfahren ergab, daß Kofler ein Jahr tiach dem Unfall, das ist am 5. Februar 1910, mit akuter Herzerweiterung in den Krankenstand trat, daß er aber schon in der Zwischenzeit nicht nur Arbeitskollegen gegenüber, sondern au chden Bahnarzt über allerlei Schmerzen, darunter auch über Sliembeschwerden, geklagt haBe. Zwei Zeugen bestätigten ferner, daß das Entlausen der Waggons im Jänner 1909 mit großer Gefahr für den Zugsverkehr verbunden war, daß damals die größte Kälte des ganzen Jahres herrschte, daß Kofler in größter Aufregung den Waggons nachlief, seit diesem Vorfall ein verändertes Verhalten zur Schau trug und schon nach geringen Anstrengungen des Dienstes auffallende Erschöpfung zeigte. Die Sachverständigen Professor Dr. H a 6 e r d a und Dr. Hövel gaben sohin ihr Gutachten in der Richtung ab, daß es außer Zweifel stehe, daß als Todesursache Bei St o f l e r Herzlahmung^ anzunebmen sei, und daß kaum zu bezweifeln sei, daß er schon titele Jahre an einem Herzleiden gelitten habe, dessen Erscheinungen jedoch durch lange Zeit nickt recht zutage getreten seien. . Nur wenn Bei Kofler ein solches Herzleiden zur Zeit des in Rede stehenden Vorfalles vom Jänner 1909 vorhanden gewesen sei, könnte dieser Vorfall, insbesondere die damit verbundene Aufregung, zu Erscheinungen führen, welche auf etn Versagen der Herzklappen schließen ließen. Dies könne man tedoch nur dann annehmen, wenn solche Erscheinungen knapp nach Sein Vorfall aufgetreten wären. lieber Befragen des klägerifchen Vertreters gaben die «achver>tanoigen weiters an, daß sie auf Grund der ärztlichen Erfahrung wohl annehmen könnten, daß ein solcher Herzfehler Kofler schon seit Jahren Bestanden habe, weiters, daß die Erscheinungen der Erschöpfung sowie des vollständig veränderten Verhaltens im Dienste, welches von den Arbeitskollegen KoslerS beobachtet wurde, immerhin so gedeutet werden^ könnten, daß sie die ersten Wirkungen jener außerordentlichen Aufregungen auf das kranke Herz St o f 1 e r S darstellön. Unter Bezugnahme auf dieses Gutachten wies der Klagevertreter auch daraufhin, daß aus der Aussage des Bahn-rtrztes zu entnehmen fei, daß Kofler im Verlauf eines Jahres nach dem Unfall wiederholt bei diesem in seiner Ordination erschienen sei und über allerlei Schmerzen, insbesondere über Atembeschwerden, Beklagt habe, daß weiters schon am 6. Februar 1910, somit ein Jahr nach dem Unfall, akute Herzerweiterung vom Labnaczt konstatiert wurde, daß somit der größte Teil der Voraussetzungen, welche die Sachverständigen für das Vorhandensein eines Zusammenhanges zwischen i crn linfaCf unb dem Tode $ 0 f I e 1*8 gefördert kaben. im vor« liegenden .\clle Bei Würdigung aller einzelnen Momente, welche das Beweisverfahren ergeben hat, vorliegen. Das Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Oberlandes-flmchtsraicv Dr. Cap nahm in seinem Erkenntnis tatsächlich den Zuiamenbang zwischen dem Unfall und dem Tode K 0 f-lers als vorhanden an, und verurteilte die Anstalt zu einer Nachzahlung von itr. 760478 sowie einer 33Vzprozentigen Rente Bon monatlich Kr. 65-50 an die Witwe, weiters gegenüber Ben Kindern Kofler 8, welche das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, ebenfalls zu der ihnen gebührenden Nachzahlung und der gesetzlichen Rente. Streiflichter. Die t. k. Staatsbahnverwoltnng als Agentur für private Geschäftsuiiternehmer. Vor uns liegt folgender Erlaß: K. f. Nordbahndirektion. Akt Nr. 01.260 cs 1912. Wien, am 19 OktoBer 1912. Erlaß. Ali die k. k. Betriebsinspektorate, an alle k. f. Bahn-Betriebs- und Bahnstationsämter. Inhalt: Einführung des Jaßniker Säuerlings Beziehungsweise „Erzherzogin Zita-Ouellc" in den Bahnhofrestaurationen. Der k. k. NordBahndirektion ist seitens des k. k. Eisen-Bahnministeriums unterm 9. Oktober 1912, Z. 40.038/10 foi gender Erlaß zugekommen. „Die Handels- und GewerBekammer Olmütz hat mit EingaBe vorn g. Oktober l. I., Z. 11.065, das Ansuchen der S a u c r b ru n n u n t e r n e h m u n g Vinzenz Stefan in Deutsch-I aß nik um Einführung des Jaßniker Säuerlings Beziehungsweise der „Erzherzogin Zita-Ouelle" in die Bahnbofrestaurationen der österreichischen Staats-Bahnen anher übermittelt. Die k. k. Nordbahiidireklion wird angewiesen, dahin zu wirken, daß in den im diesseitigen Bezirk gelegenen Bahnhofrestaurationen, beziehungsweise Büfetts auch die o B g c n a n n t e n Mineralwässer nach Tunlichkeit verabreicht werden. Vom k. k. Eifenbahmuinistenum: Unterschrift." D i e Bahnhof re st aurotionspächter sind a n z u w e i s e n, tunlichst auch diese Säuerlinge zu führen. Für den f. f. Direktor. Ist cs zunächst schon intereisant. aus dem Erlaß zu entnehmen, zu w a s unsere Herren Staatsbahnbureaukraten vlles Zeit hoben, so wäre cs wohl zweifellos noch inter- essanter, zu erfahren, welche Gründe die Herren im Eisenbahnniinisterium veran-atztcn, die Agentur für die Brunncnnnternehiniing des Herrn Vinzenz Stefan zu Deutsch-Jaßnik zu übernehmen. Eine so wirksame Reklame durch i. k. Erlässe ist jedenfalls vorteilhaft und, wie wir zur Ehre der Staatsbahnbureaukraten amtehm.cn wollen, wohl auch billiger wie im „Kleinen Anzeiger". Wie schön wird cs erst ansschcn, wenn auch noch der „Gummi-K ö n i g" sich um die bahnamtliche Reklame für „die 6 c st existierenden Neuheiten für Herren und Dame n" bewirbt! Der Zugsexpedientenverein in Nöten, Der Vartiku-larismns in der Gcwerlschaftsorganifation bat die Eigenschaft, daß er an den Teilen, die er vom großen Ganzen trennt, unausgesetzt zersetzend wirkt. Das muß nun der Zugsexpedientenverein an sich selbst erfahren, er wird den Geist, dem er selbst seine Existenz verdankt, nicht mehr los. Auf der einen Seite sind es tschechische Stationsmeister, die zum Teil in der Zomslcä jednota und zum Teil im Zugsexpedienten-verein organisiert waren, die bereits einen eigenen tschechischen Stationsmeistervcrien mit dem Sitz in Prag gegründet haben, und auf der anderen Seite sind es die Stationsmeister der Südbahn, die an die Gründung eines Vereines der Tüd-bahnstationsmeistcr gesehnten sind. So vollzieht sich der Zer-setzungsprozetz am Zugsexpedientenverein. Es konnte auch nicht anders kommen. Die Organisationsverhältnisse der österreichischen Eisenbahner sind wahrlich kompliziert genug, und so man zu den der Entwicklung der österreichischen Eisenbahnerorganisation noch daseinsberechtigten Organisaionen immer wieder neue Vereine hinzugründet, nicht um einem Bedürfnis zu dienen, sondern zunächst um der VereinS-gründerei selbst willen und dann, um Separatwünsche separat zu vertreten, seht sich die Neugründerei ins Unendliche fort. Hat die Kategorienorganisation ihre Daseinsberechtigung, dann hat auch die vom Gebiet einer Bahnverwaltung begrenzte Organisation eine solche, wenn die Verschiedenheit der von der Organisation zu behandelnden Fragen Anrecht auf die nationale Eisenbahnerorganisation eine reale Daseinsberechtigung, hätten vielmehr noch lokale Eisenbahnervereine das ■ Recht auf Existenz, denn vielmehr noch als nationale An-gelgenheiten greifen solche rein lokaler Natur in die Existenz-Verhältnisse der Eisenbahner ein. Nun multipliziere man die Zahl der Bedienstetenkategorien mit der Zahl der in Oesterreich vertretenen Nationalitäten und dann nur noch die erhaltene Summe mit der Zahl der Bahnverwaltungen, und wenn man sitfi nach diesem Resultat vergegenwärtigt, zu welchen Organisationszuständen es fuhren müßte, wenn dieselbe Idee, der der Zugsexpedientenverein seinen Bestand verdankt, konsequent in allen möglichen Fällen durchgeführt wäre, wird man keinen Augenblick über die Unsinnigkeit und Schädlichkeit jeder Art von Partikularismus in der Gewerk-schafisorganifation, für die Gesamtheit sowohl als für den einzelnen und die Gruppe Gleichgestellter, im Zweifel fein. So man am Prinzip der Organisationseinheitlichkeit rüttelt, und so man dieses verläßt, liefert man die Organisation dem schädlichen Selbständigkeitsdrang jener Bessermacher und Besserwisser aus, die wie von allen irdischen Dingen auch von den Bestrebungen der Organisation unbefriedigt sind, die sich der Meinung hingeben, die Sache selbst besser machen zu können und die nach verlorener Zeit und Mühe wohl nicht Erfolge erreichen, aber die Schwierigkeiten der Lösung der Organisationsaufgaben begreifen lernen. Wer es mit der Sacke der Eisenbahner ehrlich meint, sollte nie und nimmer der Desorganisierung der Eisenbahner irgendwelchen Vorschub leisten. Die nicht aussterbenden VereinSgründer würden sich dann sehr bald für die Betätigung ihres Organisationstalents ein anderes Gebiet ausersehen müssen als jenes, auf dem nur die ernsteste und von den lautersten Absichten geleitete Arbeit Erfolge zeitigen kann. Allen Eisenbahnern sollte die Vertretung ihrer Standesfragen eine viel zu wichtige Sache sein, als daß sie dulden sollten, daß diese Standesvertretung in eine lächerliche Vereinsspielerei ausartet. Aus der Organisation der Signalmeister. In der Sitzung des Vertrauensmännerausschuffes der organisierten Signalmeister tu Prag am 5. Oktober 1912 wurde die regelmäßige Vereinstätigkeit, welche in der Sommerperiode durch Urlaube und zahlreiche Substitutionen der Kollegen beeinträchtigt wurde, wieder aufgenommen. Die Genossen Signalmeister werden aufmerksam gemacht, daß die monatlichen Sitzungen des Ausschusses stets aut Samstag nach dem Ersten eines jeden Monates um 7 Uhr abends im Restaurant B i g a l s k h in P r a g II stattfinden und allen organisierten Kollegen zugänglich sind. Vom Verein der Wagenmeister, Wagenaufseher und deren Substituten. Die Vereinsspielerei unter den Eisenbahnern läßt reckt eigenartige Dinge entstehen. An stelle dcS Bestrebens, jedem einzelnen Bediensteten die Möglichkeit zum Vorwärtsrommen" möglichst leicht zu macken, wird ein verderblicher Kastengeist gepflegt. Hievon legte die Generalversammlung des Vereines der W a g c n m e i st e r, W a g en a u s s e h c r und deren SuBstiiuten ein Beredtes Zeugnis ab, die unlängst stattfand. Es wurde da aus-geschwätzt, daß man in ein Beim Eisenbahnministerium überreichtes Memorandum nachstehenden Passus ausgenommen habe: „Zu Wagenaufseher sollen nur gut auSgcBitbeic Schlosser, welche Praxis im WagenauffichtSdicnft haben, nach abgelegter Dienstesprüfung ernannt werden." Ob man damit, bei der Art. wie Prüfungen vor-genommen werden und wie Bei diesen parteiisch Günstlinge den anderen vorgezogen werden können, den Interessen der angehenden Wagenaufseher dient, ist recht fraglich und es besteht kein Zweifel, daß die angehenden Wagenaufseher keinerlei Grund haben, selbst derartige Prüfungen zu wünschen. Aber man sah aus den Reden einzelner Wagenmeister, die Bei der Generalversammlung der Jntelligenzprüsung ein Loblied fangen, wo dieser von den Wagenmeistcrn regierte Verein hinaus will. Die Herren wollen unter sich Bleiben und ihren Nachfolgern das VorwärtSkommen erschweren. Wir glauben, daß derjenige, der das hohe Glück hat, mit einem Jahresgehalt von 1000 Kr. Wagenaufseher zu werden, genug vom Schicksal geprüft ist und daß es die Aufgabe einer StandeZorganisaion ist, ein auskömmliches Einkommen für deren Angehörige anzustreben. Sich wie putzsüchtige Weiber um derlei Dinge zu Bemühen, mit denen man nach außen hin prunken will, ist geradezu lächerlich und muß dies jeden vernünftigen Menschen anekeln. Tie Wagenaufseber und deren Substituten werden nun mein- wissen, was sic von diesem Winkelverein zu halten und ru erwarten haben. Lcbensinittelmagazin der i. k. Nordwestbahn. Am 21. Oktober 1912 sprachen die gewählten Mitglieder des VerwaltunktS-komitees des LebensmittelmagazinS der k. f. Oe. N. SB. SB. beim Direktor Herrn Ministerialrat Dr. Geutebrück wegen der beabsichtigten Entziehung der frachtfreien Transporte der Lebensmittel ab 1. Jänner 1913 vor. Nach längeren Ausführungen über die Wirkungen, die die Entziehung dieses Benefiz auf die gesamten Konsumenten ausüben würde, ersuchten die Genossen S ck w a b, König und Bartejs den Direktor um die kräftigste Unterstützung im k. k. Eisenbahnministerium, daß die seit 40 Jahren genossene Begünstigung besonders in den jetzt so teuren Zeiten weiter aufrecht Blecke, was der Herr Ministerialrat Dr. (Meute« Brück auch zusagte Demnächst finden aueb Vorsprachen in dieser Angelegenheit im k. k. Eisenbahnministerium statt. Die Behandlung des Berschubpersonals der $iofto:$ Wien, f. k. österreichische Nordwestbahn. Das Versckubper-sonal der Station Wien, k. f. Oe. R. W. B. hat niemals Ursache gehabt ein LoBlicd über zu humane Behandlung anzu-stimmen, weit eher ein Klagelied über Beschimpfungen und andere Ungerechtigkeiten mehr. Trotzdem hat dasselbe es der momentanen Aufregung und der Nervosität der Herren Beamten und Vorstände zu gute gehalten und manch Bittere Pille geschluckt. Wir verweisen nur auf die Beschimpfung des Verschubpersonals seitens des Herrn Offizial S ch w a r z, der dasselbe mit Semmelhunde, Kujone, Vagasche k. betitelte, auf den Herrn Wagenbeamten G. Schulz, der die Ober-verschieber und Platzmeister und sein ihm unterstehendes Personal oft wegen geringfügigen Anlässen bei dem Vorstand anschwärzte, wobei die Wahrheitsliebe keine Besondere Rollo spielte. Die Titulaturen von Bediensteten mit „Kaffer“ wollen wir diesem Herrn deshalb zu gute halten, weil er bei Antritt des Wagenmeisterpostens in Wien leere Staatsbahn-X-Wagen in die Heimat senden wollte, so daß es leicht möglich ist, daß er die Hautfarbe der Wiener Bediensteten nicht kennt. Nun würden mir den Weg der Öffentlichkeit wegen all dem nicht Betreten, wenn nicht die Stationsvorstände uns dazu zwingen würden. Jnsbesonders Herr Stationsvorstandstellvertreter. Ob-rofsizial Müller schlägt dem Personal gegenüber eine Tonart an, die man von diesem Beamten nie erwartet hätte. Nicht gnug, daß unser kleiner Borstandstellvertreter seine gewiß Bescheidene Kraft im Ohrfeigen verteilen ausioBctt will, wie dies die Androhung einer Ohrfeige einem Taglohnver-fchieBer gegenüber beweist. Er versucht auch die Platzmeister mobil zu machen, indem er diesen androht, sie zur Verfügung zu stellen und dies geschieht nur aus dem Grunde, weil die Arbeit wie alle Jahre in der Herbstzeit nicht klaglos abgewickelt wird und auch nicht abgewickelt wird werden können, so lange die Rangieranlage keine zweckentsprechendere ist. Wir machen daher die StationSvorständ^, insbesondere den Herrn Vorstandstellvertreter, der sich als eigentlicher Herrscher fühlt, aufmerksam, daß wir in der Folge bei Ereignung eines Unfalles gegen sie cBenso rücksichtslos mit Anzeigen Vorgehen werden, als hier rücksichtslos mit dem Leben und der Gesundheit der Arbeiter gespielt wird. Das Verschubpersonal wird durch gewissenlose Androhungen verhalten, die Rücksichten auf seine Sicherheit außer Acht zu lassen und es werden alte Jnstrultions-und Sicherheitsvorschriften bei dieser Antreiberei illusorisch. Das Verschubpersonal ist der Ansicht, daß der Nordwestvahnhof schon zu viel Opfer aus ihren Reihen gefordert Bot, was ja dem Herrn Vorstandstellvertreter sehr gut Bekannt t)t. Er -nag sieb nur der Krüppel mit keinem oder nur einem Fuße ^uno unsere vielen zu Tode geräderten, in strotzender Mannes trau aus unseren Reihen gerissenen Kollegen erinnern, die uns zwingen, rechtzeitig unsere Stimme zu erheben. ,2>uirt »crllt Stationsvorstand, der wegen falscher Beistellung Beim «chente^--Magazin. den Oberverschieber Ludwiöek vom Dienst momentan abzog, möchten wir doch fragen, warum er dann, wenn vom Wagenbeamten für die Firma Schenker geschwindelt wurde S. ■ < -■-<— in Reparatur pnd, im und wird, indem Spezialwagen, Wagenstandsrapport als lauffäBig ausgenneicn wuive». auch mit der ABziehung vom Dienst vorgeht? Wir hofsen. daß diese Zeilen genügen werden. Sollte das nicht der Fall tci.*, so werden wir nächstens mit reichhaltigerem Material kommen. Zu der Wahl des Delegierten in die Berufsgenoffeu-schastliche Unfallversicherungsanstali im Wiener Dirckiimis-bezirk. Der christlichsoziale Verkehrsbund tritt auf den Plan; darum zittert ihr Genossen, denn diesmal soll unserer Organisation eine Schlackt geliefert und wir vernichtet werden. _ Die Herren vom VcrkehrsBund versendeten an etii■ \citi Verkehrsbundmitglied ein Zirkular, dem einige Flugblatt, r und Klebezettel beigegeben sind, mit dem ^riuchen, diese tn der Richtung hin zu verwenden, daß Besonders die n r cp organisierten und indifferenten Kollegen zum Interesse für ihre Kandidaten angeregt und zur Stimmenabgabe in ihrem Sinne veranlaßt werden. Jetzt wirdS gehen, jetzt fanns nicht fehlen, die verfluchten Sozi müssen niedergerungen werde«, lind wen empfahlen sie als Kandidaten? Herrn Rudolf Teuer, Platzmet,ter in Wien, jenen .Herrn Teifer, der schon einmal ui der Vcruf'.’- genossenschaftlichen Unfalloersicherungöansta^ M8 Uiu. dort seine „ersprießliche" Tätigkeit derart entwickelte, dax ihn .Hunderte von verletzten Eisenbahner zum „Teufels luünich-ten- jener Teifer, dem Genosse Du sek gerichtlich naa'-getoicien hat. daß er aus persönlichen und egoistischen Motwen sich hat wählen lassen. Genosse DuZek wurde damals trer gesprochen, weil er den Wahrheitsbeweis vollkommen erbrach hatte. Und dieser Teifer kandidiert wieder. Wir glauben cs nicht notwendig zu haben, unsere Genossen besonders auf diesen Herrn aufmerksam zu machen; der Name Teiser spricht ia Bände, der Name Teifer ist jedem Eisenbahner derart nt Erinnerung, daß er weiß, was er mit dem Klebezettel, wenn er ihn in die Hände Bekommt, zu tun hat; er schmeißt ihn dorthin, wo er hingehört — auf den Misthaufen. Wenn die Herren Verkehrsbündler so viel Geld für HerrnTeifer anwenden, so ist es ihre toache, wir können e» ihnen schon heute sagen, der Liebe Mühe war umsonst, das Geld ist hinausgeschmissen. Das Ergebnis der ÜSnWit in den ArbeiterauSschuß der Böhmischen Nordbahn. Es wurden für die I. Sektion (Bau- und Bahnerhaltungsdienst) folgende Mitglieder gewählt: AuSschußmitalicder: Josef Vogel, Zimmermann (Dahnerhaltungssektion), Rumburg, Kare, Gut, Vorarbeiter (Babnerhaltungssektion), Tetschen, Wenze. Hala, Vorarbeiter (Bahnerhaltungssektion), Neratovic, und Franz Groß mann, OBerbaunrBeticr (Bahnerhaltungö-sektion), Neratovic. — Ersatzmänner: Franz Z i pv e r t, Cbcrbauarbciicr (VaTincrfioliungSfcftion), Vtuintourg, uat'v B l a s ch k e, Steinbrecher (Bahnerahltungssektion), letsche:;, Franz Kote?, Oberbauarbeiter (Bahnerbaltungssektioni, Neratovic, und Joses Waöek, Oberbauarbeiter (iBahncrhaV tunggsettion), Bohntisch-Leipa. (Mit 321 Stimmen.) II. Sektion (Zugfordernngs- und Werkstättendienst). Ansschußmitglieder: Josef Zinke, Schlosser (Werkstätten Bohntisch-Leipa), August Mücke. Schlosser, Bomtsch-Leipa. und Josef Heller, Oberbauarbeiter (Heizhaus Prag). — Ersatzmänner: Josef Plackte, Lackierer (Werkstätte). Böh-mifch-Lcipa, Franz Kubar, Schlosser (Werkstälte Kralup,. Wenzel H i I l e n b r a n d, Kohlenlader (Heizhaus) Böhmisch-Leipa, und Franz P i 11 n c r, kohlenlader (Heizhaus), Böh-misch-Leipa. (Mit 356 Stimmen.) „ , , in Sektion (Verkehrsdienst). Ausschußmitglieder: Josef Gut, Bremser, SBodeitbntb, und August 1)1 c u!, Maga-zinarbeiter, Schönlinde. (Mit 151 Stimmen,) — Ersatzmann: Josef C c r b c n y, Magazinarbeiter, Vysocan, (Mit 1G3 Stimmen.) In der T. und II. Sektion wurden die Kandidaten unserer Organisation gewählt. In der III. Sektion sind außer den namentlich angeführten Funktionären, die unserer Liste angehörten, zwei Ausschußmitglieder und ein Ersatzmann gewählt, die Kompromißkandidaten der Zemskä. jednola und des Neichsbundes waren. Aus der Partei. Abgeordneter Anton Schlinger gestorben, In Floridsdorf verstarb der Abgeordnete Anton Schlinger an den Folgen einer Blinddarinoperatiom In der gesamten Wiener Arbeiterschaft wird der Tod dieses temen Genossen, dieses lieben gnten Menschen, dieses nlminermüdcn Kämpfers den tiefsten Schmerz auslösen. Besonders schmerzlich aber ist der Verlust für die Floridsdorf« Arbeiterschaft, in deren Mitte Schlinger seit Jahren geweilt und gewirkt hat, der er Be-rater und Führer, der beste Freund und der hingedungsvollüe Arbeiter gewesen! Im blühenden ManneSalter/in der Fülle seiner Kraft wird uns Schlinger entrissen; der tückische Ueber-fall der Krankheit hat ein Menschenleben vernichtet, von dem die Arbeiterklasse und die Partei noch viel an wertvollen Taten erwarten konnte». Schlinger stand im 42. Lebensjahr. Er war Mitglied des Wiener Gemeinderates, vom vierten Wahlkörper des Bezirkes Floridsdorf entsendet, und Reichsratsabgeordneter als Vertreter des niederöslerreichischcn StädtebezirkeS Kloster-neubura-Stockerau-Krems, den er im Vorjahr von Weiden-hofser befreite. Aus den Amtsblättern. Zirkular Nr. 201. Jnventardienstklcider für Arbeiter. An alle Stationen und selbständigen Halte-st e l l e n. Das $. k. Eisenbahnministerium hat mit Erlaß vom 4. September 1013, Zahl 2800 10, verfügt, daß Arbeitern, in-sofcrne sic überhaupt für die Beteiligung mit Dienstkleidern gemäß §§ 21 und 24, Absatz b), der Instruktion XIV in Betracht kommen, die zu ihrer Kennzeichnung gemäß § 15 der Eisen-finhn&ctric&sordniing und zu ihrem Schutz gegen Wetteret» ilüsse sowie die bei besonders verunreinigenden Arbeiten erforderlichen Tienstkleider aus dein Jnventarstand, und zwar grundsätzlich an» dein Stand an altbrauchbaren Kleidungsstücken anzuwcisen sind. Für diese Beteilung kommen nur folgende Uniform-sorten in Betracht: Tuch- und Pelzkappen, Tuch- und Lodenmäntel, Loden- und Pelzröcke, geströiste Gradlblusen und blaue Lcinenklcidcr. Andere Dienstklcidet, insbesondere Tuchblusen und -beinkleider, dürfen nicht auSgegeben werden. Welche von den angeführten Dienstkleidern ansznfolgen sind, richtet sich nach den laut Anhang E zur Instruktion Nr. XIV für den betreffenden Posten getroffenen Bestimmungen: sollte ein dort vorgesehenes bestimmte? Kleidungsstück nicht verfügbar sein, so ist dafür ein anderes zweckdienliches Kleidungsstück (z. B. Lodenpaletot statt eines Tuchpaletots) anzuweisen. F"r die Folge dürfe» nur die auf Tienerposten verwendeten Arbeiter und bloß für die Zeit dieser Verwendung mit Jnvcntardiensiklcidcrn ßcteilt werden. An andere Arbeiter oder sonstige Bedienstete dürfen werden 1 Cle Ermächtigung Dienstkleider auSgefolgt Die Tragzeit der Jnventardienstkleider muß mindestens der Tragzeit gleichkommen, die für ad personam-Dicnstklcibcr des gleichen Dienstpostens vorgesehen ist. . Zur richtigen Evidenzhaltung der Tragzeiten muß daher jede Dienststelle im Vormerk. Allg. Form US a, immer mich Zeitpunkt und Tragdauer bei Ausfolgung der Kleidungsstucke vormerken und vorzeitig abgenützte Kleidungsstücke dem Bediensteten eventuell zum Teilersatz vorschreiben. In den Formularien, welche den Dienststellen separat zugesendei werden, ist der Gcsamtstand der Jnventardienst. kleider und deren Verteilung unter namentlicher Anführung der Beteilten den dermaligen tatsächlichen Verhältnissen entsprechend auszusüllen; das Verzeichnis ist bis zum 20. November 1012 anher vorzulegen. In diesem Verzeichnis kann außerdem sowohl ein lieber» schuß als auch ein Mehrbedarf an Dienstkleidern unter entbrechender Motivierung ausgewiesen werden. Ob und Reiche Aendcrungen schon in der dermaligen Leteilung nnt ^nventardienstkleidern cinzutretcn haben, wird den Dien,tstellen bekannigegeben werden. Dieser Erlaß ist im Normalienbuch borzumerken. Wien, am 9. Oktober 1912. (2ahl 1076/2.-11.) Der k. I. Staatsbahndirektor: K-liSko. Korrespondenzen. Innsbruck. (Zur Steuer der Wahrheit!) Die »Ocstcrrcichifch-ungarische Eisenvahncrzeitung" bringt in ihrer Nummer 19 vom 1. Oktober 1912, S»ite 5, einen Artikel über das Akkord- und Magazinspersonal >r Station Innsbruck. Südvah,,, mit der Ueberschrift: „DaS hat man davon", der |p voller Unwahrheiten ist, daß wir uns einer Nachlässigkeit schuldig bekennen müßten, wenn wir diesen Artikel unwidersprochen lassen würden. Der Verkehrsbund möge sich ,a nicht einbilden, daß wir sein Geschreibsel als würdig zur Polemik erachten, jedoch die offenkundigen Lügen müssen im Interesse des MagazinS-personals etwas tiefer gehängt werden. Bekanntlich hat die Südbahnverwaltuna mit Erlaß Nr. 33U12/V II vom 3. kseptember 1912 eine Verschlechterung des Akkordverhältnisses vorgenommen, und zwar, daß statt der bisherigen Gepflogenheit, den lleberschuß des Gesamtakkordverdienstes abzüglich der Gesamtlohnsumme als Akkordanteil ni o n a t l i ch auszubezahlen. jetzt nur ein fiter Zuschuß zum Gehalt ttdet. STrmlnFvi npYiirilirt YTiirV hpy Q 9"£> c r st u ii d c n c n t-lohnt z u b e k o in m e n. Und dann finden wir auch, daß sich der Herr Direftioiis-kontrollor, wahrscheinlich auf Betreiben maßgebender Organe, gerade die verkehrsärmste Zeit ausgesucht hat, wobei wir den anshorchenden Interessenten verraten können, daß Kollege Wiedemann in seiner Eigenschaft als ?IrbciteranSsch»ßinitgIied früh genug verlangt Hütte, es mögen einige Paar Pferde wegen dieses Umstandes beim Unternehmer abbestellt werden, waS aber nicht geschah. Tiefe maßgebenden Faktoren wünschten daher, daß der Herr Direktionskontrollor einen möglichst flauen Geschäftsgang zur Information mit reffe. Worum hat man den Kollegen Wiedemanii so ängstlich vom Herrn Direk. tionskontrollor ferngehalten? Weil man wußte, daß derselbe die Dinge, wie sie tatsächlich jm Magazin stehen, rücksichtslos aufgedeckt hätte. Bezeichnend ist es übrigens für diese Patentchristen, daß sie sich die Begründung der SiidbahuVerwaltung zu eigen machen. Ja, in der Versammlung das Vergehen der Südbahnverwaltung verurteilen und hinterher in ihrem Organ verteidigen, da» bringen nur Heuchler und Pharisäer zustande. Daß 6er angeblich unrentable Streifakkord ausgelassen werde» soll, i st w o h l nur ein 6 ch recf s chu b für die Magazinsarbcitcr, sich die f o r g e n o imi c n c Verschlechterung des Akkords gefallen zu lassen So liegen die Dinge und' wir werden das auch beweisen. Fürs erste ist der Streifakkord nicht unrentabel, sondern hat Monat für Monat 000 bis 900 Kr. Ueberschug ergeben. Zweitens ist, wie oben bereits aufgczeigt, die Akkordverschlechteiung über Vorschlag deS Herrn Magazinschefs von der Direktion aus Prositinteresse vorgenommen worden. Drittens war die Akkordregulierung schon lange vorher geplant, weil in allen übrigen Akkordslalionen eine ähnliche Akkordregulierung, wie die eingeführte, bereits seit langem besteht und nur-die Station Innsbruck bisher eine ziemlich gerechte Zumessung des von den Magazinsarbeitern erschundenen Akkordverdienstes erhielt. Als Jllustrations. saklum führt für diese Begründung der christliche Eisenbahner selbst die entscheidende Stelle im bezüglichen Erlaß wie folgt an: „daß die Erneuernngsvorschläge in der früheren Aera^ »willkürlich» erfolgt feien!" Mit dürren Worten in ein verständliches Deutsch übersetzt, wie es Sozialdemokraten sprechen, heißt das soviel, daß der frühere MagazinSchef Körner im Verein mit dem leider zu früh verstorbenen Maga-zinSineistcr Nachbauer sich gegen die VerfchlechterungSvor» fchläge der Direktion mit ihrem ganzen Einfluß gewehrt hatten. Nun Hütten wir aufgedeckt, warum die Verschlechterung beim Akkord ciiigeführt wird und daß damit das VerkehrSbund-organ umsonst versucht hat, die Sache zu verschleiern und den MagazinSarbeitern die Schuld beizumessen. Hoffentlich lernen die VerkehrSbundmitglieder etwas daraus. Aber eS kommt noch schöner! Am 2. September hat beim Pickl eine sehr gut besuchte Besprechung des Akkordpersonals sialtgesunden, um zu den geplanten Verschlechterungen Stellung zu nehmen. Diese Besprechung war von allen Parieirichtungen besucht und Herr BischofSber^er hat an der Hand von Material selbst nachgewiesen, daß in allen größeren Akkordstatione» eine ähnliche Akkordregelung bereits seit langem besteht, aber er hat mit keinem einzigen Wort — und da rufen wir das Zeugnis aller Teilnehmer an dieser Besprechung an — auch nur angedeutet, daß die MagazinSarbeiter, besonders aber die Streis-akkordanten selbst an der Verschlechterung schuld seien. Warum nun aus einmal in solch heimtückischer Weise den Magazinsarbeitern in den Rücken fallen? Glaubt der christliche Eisenbahner seinen eigenen Mitgliedern damit einen Dienst zu erweisen? Mit Nichten! Der christliche Artikelschreiber sorgt aber auch in kin» disch-origineller Weise für Heiterkeit, wenn er schreibt: „Dir Aufdeckung de» roten Musterbetriebes hat den Stein ins Rollen gebracht und eine Umgestaltung deS ganze» Alkordwesens in Innsbruck zur Folge gehabt..." Wir erlaube» uns die bescheidene Gegenfrage, feit wann die Südbahnverwalung einen »roten Musterbetrieb" unterhält? Noch köstlicher wirkt es auf die Lachmuskeln, wenn dieser Weisheitsapostel schreibt: ..Sollte e s wirklich zur Auflösung des S t r e i f-akkordS und zu den angede nieten Folgen (gemeint sind Arbeiterentlassungen) kommen, dann haben w i r leider wieder einen Fall, in dem sich die einfachen Arbeiter in ihr eigenes Fleisch das Brandmal roter korrupter Partciwirt-f ch a ff t c i n f ch m i e d c n (?!) lassen müssen." Die Magazinsarbeiter, die bei der Besprechung am 2. September waren, können sich jetzt ein Bild machen, wie die ehrliche Kampfesweife der VerkehrSbündler eigentlich Aussicht und was für geistige Kapazitäten sie ins Feld schicken. Genug für heute! Wir wollen uns nochmals kurz unseren Standpunkt skizzieren, indem wir feftstellen, daß der bezügliche Erlaß dahingehend abänderungsoedürftig ist. daß mindestens das Doppelte von der jetzigen A.kkord.prämie monatlich a l s feste L o h n z u l a g o gewährt werden, und daß mindesten S viertel-Iährig die Akkordabrechnung bis zu 90 Pro- zent erfolgen muß, wenn ntit annähernd derjenige D u r ch f ch n i t t S v or d i e n ft monatlich erreicht werden soll, io e l ch e r bisher ins Verdienen gebracht wurde, wobei die vierteljährige Abrechnung mit dem Ouartiergeldtermiu des a n ge st e l l te n Personals z u s a nt in e n f a I l« n. soll. Der heutige Zustand ist unhaltbar und entbehrt jeder gerechten Grundlage. Bisher war man gewohnt, von der Verwaltung der Südbahn immer zu huren, daß ihr eine Schmälerung des bisherigen Verdienstes ganz fern liege. Dasselbe sagte der Herr Eeltionschef dein Vertreter unserer Gewerkschaft im heurigen Sommer anläßlich der Vorsprache wegen des geplanten Vorhabens. Diele Vorsvrache durch Abgeordnete» Tomschik hat der Herr DirektionSkontrollor unserem Akkordver-tranensmann Griem in Gegenwart des Herrn Bischofsberger miigcieilt, wobei der Herr löifchofSbeiger mitmihürcn mußte, daß für die alten MagnzinSaibeitet die zum größten Teil Verkehrsbunduülglieder juid, 'die fo0iciü>cinofrvtti|chc Organisation cintrcten musste, damit dieselben bei der Gtundiohn» tegulierung nicht geschädigt wurden. O Ironie des Schicksals! Wir könne» nur neuerlich darauf Hinweisen, daß die jetzige Aklordregulierung total ungenügend ist und daß wir. wenn es nnä neuerlich passiert, daß wir wegen zu geringe» Verdienstes, wie anfangs Ottober, wegen Zinsrückstand die Delogierung zu befürchten haben, wir gegebenenfalls unsere delogierte Familie den maßgebenden Herren zur Verfüg..ng stellen werden. Laib-rch. (Der k. k. Generali nspektioii der österreichische» Eisenbahnen zur B e a x t u u g. Wir fordern die (äencinliniVcttiou als höchstes AufstchiSor^n der Eisenbahnen in Oesterreich auf, jie möge den Turnus :er Lokomotivferie 35, den ü4 Partien im Suubahnheizhaus Laibach fahren, untersuchen, da er den vom Eifenbmmmimsteuuat ljeiauägcgcbcuen Normen in keiner Weife entspricht. Es find * schon viele Lokomotivführer unschuldig wegen mangelhafter Dienstleistung bestraft worden. Schuld!ragend an der Uelier-trciuiig der Vorschriften über die Dienst' und Ruhezeiten ist das Be.ricbSiNMttor.at in Triest, mit dem ODtriufpekior G r u » d n e r an ier Spitze, der fo einen morserischen Turnus herauSgab, den oai Loromotivpersonal unmöglich austanoSlos fahren taim, weil er lauter lange Touren bestimmt uno sich die Fahrzeit eincS Güterzuges von VaiUach nach Triest oüer Jiu-ne auf zwölf '«tunlen erstreikt Dazu erforöeit Dieser Turnus durch vier Nächte hintereinander Dienstleistungen. ES ist baijet kein Wunder, wenn solche Anstände Vorkommen. Das Lotomoiw. personal gab dem Oberinspektor Grunvner die schriftliche Erklärung au, eine Verantwortung nicht übernehmen zu kuimeii, weil bei dieser Dienstesüberbüroung ras Euifchlafeii auf der Lolomotivc nicht ausgeschlossen ist. DaS LotomoiiUpeisoiial führte dann Durch ihre Vertrauensmänner die Beschwerde bei Der Mafchinenfcirckiicn. Ter Maschinendirektor Pr o s s i sowie Oberinfpeitor Giundncr äußerten sich, daß jeder Tuinu* der k. k. Geneialinfpelüou vorgelegt wird unö die General» inspcktion Den TuruuS genehmigt hat, ivas lvir aber bezweifeln. Da Der Turnus höchst immtenmlbrig ist. Wir machen also die Generalinfpektion darauf aurmeajam, daß es ihr im Interesse Der Sicherheit deS Ueue.,rcä uno zur Bertzuiung von DroyenDeii Unfällen obliegt, die Lache zu untersuchen. Wir hoffen, daß dem Generaldirektor der k. k. prib Südbahngefellschaft, dem ehemaligen Scktionschcf im Eisenbahnnnnisterium Herrn Hof. rat Weber nicht die Erlaubnis erteilt wird, die Erlässe der k. k. Generaliiispeltion zu mißachten noch zu mißbrauchen. Wenn unser Bericht nicht genügt, werden wir Tatsachen dafür anführen, daß es durch DiensteSüberbürdung vor zivei Jahren zu einem Zusammenstoß kam. bei dem mehrere Güterwagen und auch Personenwagen zertrümmert und auch Personen verletzt wurden, was aber alles von der Verwaltung vertuscht wurde. Trotzdem bestehen noch heute dieselben dienstlichen Ver^ hältnisse. Bregenz. (Todesfall.) Einen schweren Verlust hat die Ortsgruppe Bregenz durch den Tod deS Genossen Anton Greinet, Pumpenwärter der k. k. Staatsbahnen, erlitten. Genosse Greinet war Gründer der Ortsgruppe Bregenz und war bis zum letzten Augenblick ein treues Mitglied. Die Ortsgruppe verliert an Genossen ©reiner einen der besten Mitkämpfer. DaS Begräbnis fand am 20. Oktober 1912 unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. Wir werden des Genossen stets ehrend gedenken! Leoben-Leifendorf. (Ein S ch i m p f b o l d.) Am 30. ©cp teinber mittags waren der Cbertoiiduklcur A. Edlinget und der Gepäckschaffner Josef K o I l e n st e i n im Dienstzimmeu der Station Leoben St.-B. anwesend. E d l i n g e r sagte zu K o 11 e n st e i n, er müsse sich einmal bedanken beim Herrn Ko11cnstcin. daß er immer über ihn fchinn-fc. Daraus fing Köllen st ein derart zum Schreien und Schimpfen an, daß sogar der diensthabende Beamte eingreisen und ihn zur Ruhe weifen mußte. „Elender Kerl", . schuftiger Kerl", „Leutebetrüger, der sich nur immer den Säckel füllt bei jeder Gelegenheit auf Kosten anderer", in so lieblicher Reihenfolge sprudelte e» heraus. „Pfui und wieder pfui!" 9tur der größten Selbstbeherrschung der so schwer Beleidigten war c8 zuzuschreiben, daß ei nicht zu Tätlichkeiten kam Edlinger sagte nur: „Du bist ja bekannt als Manlmacher, mit dir ist ja nichts zu reden." Bei Gericht war Herr K a 11 e n st e i n nicht so tapfer, er konnte für seine ebrenrnhrigen Angriffe keine Beweise erbringen. Der Kläger konnte sich nur schwer entschließen, sich mit einer Ehren» Erklärung zufrieden zu geben und von einer gerichtlichen Bestrafung avzuftehen. Diese Ehrenerklärung war nach Wunsch des KläxerS im „Arbeiterwille" zu veröffentlichen und Köllen-stein hat sämtliche Kosten zu tragen. Wer wird wohl der nächste der gewissen Ehrabschneider im ©erichUfaal sein? Gmünd. (Zugsb eg leiterbe schwerden.) Wohl nie wurden die Zugsbegletter um ihr Recht, bei Turnusange-legcnhciien milzuberalen. so geprellt, als wie bei der letzten TiirnnSkonserenz. Zuerst ein Beraten und Begutachten, Zu« sichcrungen, Protokollierung der Wünsche; alleS glaubt, im Winterdienst 191213 Entschädigung für die Übermäßige Inanspruchnahme im Dienst während der Sommermonate zu erbalten. AIS am 1. Oktober der VerstärkungSiurnuö verlaut-hart wurde, waren statt der bisherigen acht Mann nur vier Mann noryiicrt und diese wurden am nächsten Tage ganz anfgelöst. Diese acht Veritätkungskondukteure mußten in die Reserve und die früheren Bremser in das Magazin. Durch die Abwesenheit dieser Männer erfolgt seit Anfang Oktober in Göpfritz ein großartiger BruttoanStaufch und Abstellung. Die Züge werde» wie vorher ausgerüstet, haben aber in der Richtung Gmünd nur einen Verstärkungskondukteur. Die Folge ist, daß Brutto abgestellt wird oder ein Mann von Göpfritz mitfährt, der ohnedies 18 bis 20 Stunden im Dienst war. Wo in solchen Situationen die Sicherheit des Verkehrs, die Ausnutzung der Wagen oder persönliche Sicherheit bleibt, das möge »ins jener Herr im DiteklionSgebäude erklären, der die Turnusse aufftellt. Der Verstärkungskondukteur war immer eine Hilfe bei der Verladung der Güter, dadurch wurde die Manipulation wesentlich beschleunigt und die ZugSpatlie konnte ihren Ver-fchub erledigen. Weg damit! entschied die Sparwut und nun darf nach oft stundenlangem Verschieben die ZugSpartie eine riesige Menge Aus- und Zuladung besorgen. Daß durch solche Machinationen etwas zu ersparen sei, kann wirklich nur ein Ditekiionsorgan glauben. Praktiker wissen, daß zwei Hände mehr seht oft nicht zu ersetzen sind, und wenn diese Last noch Konduttcuren aufgebürdet wird, die sowieso mit Ar- beiten überhäust sind, so wird dadurch gewiß das Gegenteil vom Sporen der Schluß sein. Aehnliche Gewaltakte auf Kosten der Bediensteten sind ja gerade nichts mehr Neues; datz aber Gmünd zuerst damit bedacht wird, ist nur möglich, weil Figuren wie Obcrlondukteur Roth sich stets als Ohrenbläser 'bewährt haben. Jetzt noch schweigen, wäre Verbrechen, und wir geben ,daher allen maßgebende» Personen bekannt, datz wir für die Züge 72—71 und 80—73 einer Verladcpartic höchst notwendig bedürfen. Bei den übrigen Zügen sollen im Einvernehmen mit dem Vertrauensmann die Verstärkungskondukteure ausgestellt werden. Wir glauben, das Verlangen stellen zu können, da sich unsere Pflichten von Tag zu Tag vermehren, die Rechte aber vermindern, und im Avancement dürfen wir gegenüber anderen ein halbes Jahr länger warten, weil wir — Stundengelder beziehen. JqIqu. Was sich einzelne Personen in der hierortigen Station erlauben dürfen, übersteigt schon alle Grenzen. Wer gedenkt nicht der Zeiten, als der Magazinuntcrbeamte Kröner sich sein Haus baute? Da sah inan diesen Herrn sehr selten am Bahnhöfe; höchstens datz er an einen Sic-fcrnntcn oder an den Baumeister in die Stdat telephonieren wollte. Wozu sollte er in die Stadt gehen, wenn er in der Kanzlei ein Telephon hängen hat? Er geht doch so genug Tag und Nacht in der Stadt herum, denn seine Obliegen-heiten sind an der Bahn nur derartige, datz ihm sein Schreiber oder andere Magazinarbcticr sein Frühstücksgulasch holen. Wenn er dies verzehrt hat und schlechter Laune iü, schimpft er noch ciniee Arbeiter gemein zusammen, bedroht sie mit dem Hinaussckmeitzen und geht dann zur Erheiterung seines Gemüts ins Gasthaus. Der kennt nicht Herrn Kröner. der ganz stolz, in ernem Extramantel, wie ihn solche Beamte tragen, während der Dienststunden in dieselbe „Elektrische" hineinstcigt, in welcher der Herr Stationsvorstand sitzt, und in die Stadl hineinfährt? 2S?er wc:tz nickt davon, wie heuer im Frühjahr dieser sich den Titel eines Magazinbeamten anmatzende Herr über eine Woche vom Bahndienst fcrnblieb, sich in verschiedenen Gast- und Kaffeelokalen hcrumtricb, in seinem Rausch frei erzählte, warum ihmderStationSvorstand nichts machen kann, wenn er nicht in den Dienst geht? Ilnd was war tatsächlich die Folge des eigenmächtigen Fernbleibens vom Dienste? Eine kleine Geldbutze, wegen angeblicher „UrlaubSüberschrcitung" Datz dies den Kapitalisten Kröner nicht abfchrcifcn konnte, ist selbstverständlich. Anfangs Oktober ging Kröner ins Grand Hotel ein Protokoll auszunehmen, da aber das Mitncbmen von Papier, Tinte u. s. w. von der Bahn bis ins Hotel für einen so hoben Herrn lästig wäre, ging er im Hotel zum Telephon, ries sich seine Schreibkraft, die er am Bahnhof im Maaazin zur Verfügung lat, an, damit selbe ihm die nötigen Utensilien sofort in die Stadt ins Hotel bringt. Ter Herr Protokollgewaltige lietz es sich einstweilen bei Pilsner und feinen Zigaretwn im Hotel gut schmecken. Als Sronet nachher au sdcr'Stadt kam, wurde er vorn Adjunkten Habit) zur Rede gestellt; dies kann sich aber ein Mensch wie Kröner nicht bieten lassen; er ging wieder fort und als er nirgends sein vermeintliches Recht fand, begab er sich auf seine „bekannte Tour"! Nachdem nun dieser Wirts- und Kasfeebansunisegser wieder einige Tage die Eisenbahn mit seiner Abwesenheit beglückte und seine §rau_ über seinen Aufenthalt keine Auskunft geben konnte, lietz der Herr Stationsvorstand den Verschollenen — damit dieses Prachtexemplar der k. k. Oe. N. W. V. nicht ganz verloren gehe __— durch zwei Arbeiter, Kratochwil und L e s i n a, in sämtlichen Gasthäusern von Jglau suchen, und — wer hätte das gedacht? — der stramme Germane ruhte ganz sanft in einem Bett des sonst als tschechisches Hotel verpönten Hotel „Drei Fürsten" und las die Zeitung, vielleicht sogar eine böhmische! . Nachdem der 18. bekanntlich ein Iknglücksiag genannt wird, hatte auch der eine Arbeiter nach langem Suchen mit seinem Funde kein Gluck. Herr Kröner antwortete auf die Aufforderung des Arbeiters, zum Dienste sich zu melden: „Sagen S' dem Herrn Stationsvorstand, ich Hab' heut meinen dienstfreien Sonntag!" Dieser „dienstfreie Sonntag" hielt über noch bis zum Donnerstag an, also bis zum 17. Als er an diesem Tag wieder erschien, erwartete er ganz ruhig die Entscheidung. Er wußte, ihm wird entweder nichts oder nicht viel geschehen; einstweilen kam aber doch über ihn die strafende Gerechtigkeit: Kröner wurde ins Expedit versetzt. ES wird sich niemand wundern, wenn wir da fragen, welche Strafe würde für solche Vergehen einen Bediensteten, ja selbst einen Beamten treffen, bei der bekannten „Schncidigkert" in unserer Station? Tie Antwort ergibt sich von selbst. Brave Magazinarbciter kommen durch die Veränderung eines Kröner nicht mehr vorwärts, die Magazinhelfer müssen täglich bis neun Uhr abends rackern, ohne datz selbe für die lleberstunden eine Bezahlung erhalten. Als sich letzthin ein Magazinarbeiter erlaubte, am Abend nach 7 Uhr seinen Rock anzuziehen und nach .Bause zu gehen, da er eS nicht glauben konnte, datz eine t k. Bahndirektion es von armen Arbeitern verlangen wird, datz sie tön'tch zwei bis drei lleberstunden — bei diesem kleinen Taglohn — u m s o n st arbeiten sollen, wurde er anderen Taas ausbezahlt und ent-lassen. Herr Vorstand, dies ist hart für einen Familienvater, jetzt zum Winter! Und womit hat er diese Härte verdient? Weil er nicht umsonst arbeiten wollte? Herr Kröner ist Kapitalist, der arbeitet für die Bahn nichts umsonst, um-gekehrt: die Bahn hat bis jetzt ibn umsonst gezollt, und das haben Sie. Herr Vorstand, mit ihrem Scharfblick bisher nicht gesehen? Dann glauben freilich die Arbeiter an die Worte Kröners. Wir hoffen in Hinkunft, datz der Herr Stationsvorstand fein weiches Herz auch den Arbeitern zuwenden wird, wenn er auch streng im Dienst ist, aber zwischen Strenge und Härte ist noch ein großer Unterschied, und warum soll gerade nur „einer" alle Rechte für sich haben? Wir erwarten Gerechtigkeit. Klosterneuburg Vorigen Samstag wusch sichbbereits die Nachtpartie, welche um 8 Uhr früh ihren Dienst beendete, die Hände, um sich sodann nach Hause zur Ruhe zu begeben. Tie Ablösepartie war bereits am Platz. ES ist selbstverständlich, datz beim Ablösen selbst eine kleine Pause eintritt, denn es mutz der Dienst übergeben und auch übernommen werden. Der Herr Offizial Sixt ist jedoch nicht dieser Ansicht, es soll daher keine Pause cintrctcn. So lief er denn am ge-nannten Tage in den Verschieberunterkunftsraum und, schrie das vom Nachtdienst erschöpfte, nunmehr aber abgelöskc Personal heftig an, datz es das nicht gebe, datz sich die Partie nicht eher entfernen dürfe, bis die übernehmende Partie verschiebt. Man sagte ihm zwar, datz die ablösende Partie den Dienst schon Übernommen habe und datz es schon längst S Uhr vorüber sei — cS nützte nichts, die Partie konnte dem Wüten des Herrn Offizials nicht entgegnen und mutzte sich ungewaschen nach Hause begeben. Es ist nicht gut, wenn die Herren Vorgesetzten schon jede Einsicht gegenüocr dem untergeordneten Personal verlieren und bei jeder Kleinigkeii das Unrecht, das sic machen, mutwillig vergrößern. Wir meinen, datz ihre Autorität dadurch sehr in Gefahr kommt und datz sie sich selbst die Achtung verscherzen, die ihnen die Untergebenen gewiß sehr gern -ollen würden. . Amstetten. (Richtig st ellun g.) In der Korrespondenz in Nummer 30 vom 20. Oktober d. I. hat sich ein unliebsamer Druckfehler cingeschlichen. Es soll richtig heitzen: die Frau des W e r k m a n n c s Watzinger und nicht die Frau des Heizers Watzinger. Heiligenstadt. (Unsere Stationsgewaltigen:) vlls am 1. August L I. die Verhältnisse vom Bahnbetricbs-amt Heiligenstadt im „Eisenbahner" besprochen wurden, vermißte man allgemein, datz der eigentliche Leiter der Station, ein kleiner Assistent, nicht erwähnt wurde; denn, offen gesagt, Herr Kwinioskv gibt nur seinen Namen her, macken tut alles obgenannter Assistent, sowohl die Dicnsteinteilung siir Beamte, wobei er immer die Sache so zu richten weitz, datz er wenig oder fast keinen Dienst hat, dann die Diensteintcilung für Stationsmeister, für das Fahrpersonal und die Wächter. In dem letzten Artikel war etwas in Klammer angeführt, auf das die löbliche Direktion wahrscheinlich kein besonderes Gewicht legt; vielleicht kommt mehr vor. so datz man über diese Geschichten leicht hinwegsehen kann. Der Dienst ist immer noch derselbe, so datz man schon fragen darf, wozu denn eigentlich die Verwendungsprüfungen sind. Leider müssen wir uns jetzt mit diesem Herrn Vorstand K w i n i o v s k h abermals befassen, und zwar handelt es sich um den 15. des vorigen Monats. Das scheint ein besonders kritischer Tag gewesen zu sein, denn am Nachmittag hatte der Herr Vorstand einen Anstand mit Passagieren, was in einem Artikel im „Deutschen Volksblatt" sein Nachspiel hatte. Abends jedoch, vielleicht aus Aufregung oder Freude darüber, nahm er sich Assistenten Krügler und Adjunkt Franzl zur Gesellschaft und zechte mit innen beim „Büffet" mit dem Kantineur N o i t t e r. Nicht genug an dem, wurde auch der Diensthabende vom Perron II mit gezogenem Degen geholt, was die Finanz- und Sicher-heitsorgane, die damals Dienst hatten, bestätigen können, die sich natürlich nicht das beste Bild von diesem Vorstand machten. Dafür, datz gut gezecht wurde, ist dies ein Beweis, datz keiner w:itz, wie er nach Hause kam. Den Kantineur mutzte das oben erwähnte Sicherheitsorgan Über den Bahnhof führen, damit er nicht über fahren wird. Auch hatte der Kantineur von einem dieser Herren die Uniform an sowie dessen Zwicker und ging, so adjuilicrt, den Telegraphisten revidieren. Nebstbei mutz noch bemerkt werden, datz sich das Büffet am Perron I befindet, während die Verkehrskanzlei am Perron II, am gegenüberliegenden Ende liegt. Kantineur N o i t t c r geht so weit, die Kinder, die an heißen Tagen am Perron Wasser austrugen, einfach wegzujagen, damit er keine Einbuße am Geschäft erleidet, waS vom Herrn Vorstand geduldet wird. Die Passagiere beschwerten sich schon des öfteren hierüber bei den Bediensteten. Ter gestrenge Herr Vorstand hat cS sehr sckarf auf Trunkenheit im Dienste und er selber kneipt mit noch zwei zugeteilten Beamten. ES wäre wohl an der Zeit, wenn die k. k. Staatsbahndirektion eine strenge Untersuchung einleiten würde, denn da würden' noch mehr're derartige Vorfälle zutage treten, die das Ansehen vor den Bediensteten in dieser Beziehung erschüttern. Puchberg. (Aus dem Heizhaus der Schnee» Bergbahn.) Seit langer Zeit herrschen in unserem Heizhaus Zustände, die schon lange reif für die Oefsentlichkeit gewesen wären. Wir waren aber immer nachsichtig und hofften, durch Fürsprache bei der Heizhausleitung etwas zu erreichen; jedoch vergebens. Versprochen wird jedem, der um etwas bittet, aber das Warten darf keinem zuwider werden. Wir sind der Ansicht, wenn man etwas nicht geben will, soll man cs gleich sagen, ansonsten wir die ganzen Versprechungen für eine Fopperei halten müßten. Bei der Kohlenabfassung wird ein Vorgang geübt, der nicht anders bezeichnet werden kann als Moglerei. Uns dünkl es nicht gut, trenn bei einem Führer, dem schon monatelang nachgewiesen wurde, daß seine Jurten nicht stimmen und dafür Beweise erbracht wurden, man einfach hergeht, den betreffenden Führer in die Kanzlet ruft und den Fehlbetrag auf den Juxten dazu notiert und dann glaubt, es wäre damit abgetan. Bei etwaigen Äohlenabgängen weitz die Heizhausleitung ganz gut, wie der Fehlbetrag hereingebracht werden muß. Der Unschuldige muh für den Schuldigen leiden und das alles wegen einer schmutzigen Korruption, über die wir vorläufig schweigen wollen. Von einem hohen Wiener ZugbefördernngSbeamten glaubten wir mehr Gerechtigkeit zu er arten. Diesen Glauben haben wir schon seit einiger Zeit verloren. Als nämlich ein Führer bei diesem Herrn Beschwerde führte Über das unlautere Ausfällen der Juxten, erhielt er zur Antwort: „ES geht mich nichts an, was ein anderer Führer für Juxten schreibt." Jetzt wollen wir uns noch mit einigen Zeilen mit dem Herrn Lokomotivführer Woplatek befassen. Vor allein anderen möchten wir ihn ersuchen, das Denunzieren zu lassen und selbst seinen Dienst zu machen und sich nicht vom Heizer bedienen zu lassen. Sie, Herr Woplatek, werden wohl wissen, daß Sie selbst um Kohlen fahren sollen und nicht der Heizer. Sind Sie auch so freundlich und bilden Sie sich nicht ein, daß Sie des Heizers Brolgeber sind, denn Sie halten am Letzt n die Hand gerade so auf wie der Heizet. Ferner lassen Sie unsere Getrogen in Ruhe, denn es ist reine Zeitverschwendung für Sie. Vernünftige Menschen ignorieren Sie ohnehin, infolgedessen werden Sie bald allein mit ihrer Maschine sein. Also rasche Besserung, Herr Woplatek, sonst müßten wir Kapitel liefern, die Ihnen sehr unangenehm wären. Troppau. Aus Stationsmeisterkreisen wird uns geschrieben: In Nummer 27 des „Eisenbahner" vom 20. September 1912 haben die Stationsmeister die k. k. Nord-bahndirektion zu fragen gewagt, was mit der Besetzung des StationSleiterpoflens in Grätz ist. Nun ist laut Amtsblatt der k. k. Nordbahn vom 11. Oktober die Besetzung dieses Postens durchgrsührt worden. In dem bereits erwähnten D.-J.-O.-Zirkular vom 25. Juli 1012 hat es ausdrücklich geheißen, daß nur die jüngsten, das heißt die billigsten Stationsmeister sich um diesen Posten bew:rben sollen. ES haben sich auch wirklich mehrere im Gehalt von 1200 bis 1303 Kr. stechende StationI-meifter gemeldet, und weil man sich bei der k. k. Nordbahn das Sparen zur Richtschnur gemacht hat, so hat man auf diesen Posten einen StattonSmeister. der im Gehalt von 1800 Kr. steht, gesetzt. Wir sind weit davon entfernt, Herrn StationSmeister Tischler um diesen Posten neidig zu sein, doch von der k. k. Nordbahn verlangen wir, datz diese bei Ausschreibung irgendeines Postens die Parole ausgeben soll, es mögen sich nur diejenigen melden, welche die größte Prtektion haben, weil dann den anderen ihre bitter verdiente Krone erspart bleibt. Komotau-GSrkau. Zum wiederholtenmal beschweren sich die Oberbauarbeiter von Gör.an über die brutale Behandlung von seiten des AushilsSbahnrichters Dittrich. Kein Arbeiter selbst der fleißigste, kann diesem Dittrich genug arbeiten. Sämtliche Oberbauarbeiter werden auf das unmenschlichste angetrieben und mit ordinären Titeln beschimpft. Tie Geduld der Arbeiter ist zu Ende und wenn sich D i t t r i ch nicht bald bessern sollte, bann ist ein Krach unvermeidlich. Wir warnen Dittrich, die Arbeiter zu belästigen, denn sonst müßten wir nächslesmal etwas deutlicher schreiben. Miihrisch-Weisflirchen. Am 9. Oktober ereignete sich in. der Station Drosotvsch ein UngluckSfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der 10 Jahre alte Aushiljs- arbeitet Wilhelm Kolasek, der erst vor drei Tagen in den Bahndienst eingetreten war, wurde beim _ Anzünden der Laternen vom einfahrenden Zug Nr. 286 überfahren und vollständig zermalmt. Die Untersuchung über diesen traurigen Vorfall ist bereits angeordnet und wir wollen uns deshalb jeder weiteren Bemerkung vorderhand enthalten. Deutsch-Wagram. Ein feingebildeter Vorgesetzter ist der Assistent Eder in Deutsch-Wagram. Kürzlich hatte ein Stationsarbeiter einen kleinen Fehler begangen. Als er sich deshalb beim Assistenten Eder entschuldigen wollte, brüllte ihm dieser zu: „Sie haben gar nichts zu reden, Sie sind ein ganz gewöhnlicher Arbeiter." Ebenso werden die Staiions-arbeiter, welch- den Verschubdienst versehen, öfters mit Titeln wie „Gimpeln" und dergleichen, beschimpft. Nun ist Herr Eder selbst der Sobn eines Arbeiters und dürfte so aus eigener Erfahrung wissen, wie der Arbeiter bei schlechter Behandlung über seinen Vorgesetzten fühlt und spricht. Natürlich, Eder ist jetzt Beamter, infolgedessen kann er die Stationsarbeiter nach Willkür schikanieren. Die Kerte sind doch nur dazu da. Um 7 Uhr früh kommt Eder in den Dienst. Nach fünf bis zehn Minuten mutz der Stationsarbeiter in die Wohnung Edcrs laufen und ihm das Frühstück holen. Nachdem die Stationsarbeiter in Deutsch-Wagram nicht gewillt sind, sich eine derartige Behandlung ruhig g:fallen zu lassen, so ist es Sache des Herrn Eder, fein Benehmen gegenüber den Arbeitern zu bessern. Gruschach. Aus der Strecke Frättingsdorf-Poysdors sind die meistenGrund stücke an den ledigen Bahnmeister Ferdinand S 11 b a verpachtet. Dem Personal wurden nur die minderwertigen oder entfernt gelegenen Grundstücke überlassen, so daß viele dieser Leute ihren Bedarf an Lebensmitteln und Futterartikeln bei fremden Leuten einkaufen müssen. Bahnmeister Sliba benötigt als lediger Mann den Ertrag dieser Grundstücke nicht und ist gezwungen, Heu, Klee und Hafer an Privatpersonen zu verkanten. Im Interesse der Bediensteten wäre eS gelegen, wenn die k. k. Direktion der Ueberlatz'ung und Zuweisung der an der Strecke Früttings» dorf-Poysdorf gelegenen Grundstücke ein wachsameres Augenmerk schenken würde. Bahnmeister Sliba hat keine besonders gute Nachfrage in seinem früheren Domizil Mißlitz hinterlassen. Innsbruck. Oberkouduktenr Joses Karner in Innsbruck versucht Überall zu erklären, die im „Eisenbahner" Nr. 21 vom 20. Juli d. I. enthaltenen Behauptungen seien erlogen g'wesem denn die gerichtliche Untersuchung gegen ihn sei laut Zuschrift seines Vertreters Dr. Schneider eingestellt worden. Wir erklären deshalb, daß wir alles, was wir in der Nr. 157 über Herrn Karner behaupteten, auch heute noch aufrecht erhalten. Allerdings hat der Untersuchungsrichter die ürnfgerichtliche Untersuchung eingestellt, und zwar wegen Verjährung und dann wegen Schadensgutmachung vor Erstattung der 'Anzeige. Datz die strafbare Handlung gesetzlich nach Ablauf einer bestimmten Frist verjährt und auch nicht verfolgt werden kann, weil Karner nach Erscheinen unseres Artikels den Sckaden gutmachte, während die Strafanzeige erst drei Tage später erfolgte, bedeutet natürlich nicht, datz die strafgesetzliche Handlung nicht geschehen ist. Uebrigens wurde gegen die Einstellung des Strafverfahrens der Rechtsweg betreten, sv datz die endgültige Entscheidung noch aussteht. Wenn übrigens Herr Karner eine gerichtliche Auf-ilürung wünscht, so braucht er uns bloß zu klagen. Trantena». Die hiesigen Rctchsöündlcr haben wieder gezeigt, datz ihnen jede Gelegenheit willkommen ist, zu denunzieren. Als eine Denunziation mutz es bezeichnet werden, wen» c5 in einem Berichte heißt: „Tie Verschieber beschweren jim, daß der Bahnmeister (soll wahrscheinlich heißen Offiziant) Genoste Locke den Weg in seine Wohnung über die Geleise benützt, welchen, so nebenbei gesagt, täglich vielleicht hundert andere auch benützen. Aber bei dem einen Vcrorcchen bleibt es nicht, er benützt nur deshalb den Weg, um sich mit dem „Loergenossen" Weichenwächter (Genossen Juit) üuer Politik ausreichend unterhalten zu können.' Tann heißt cs weiter: Wir ersuchen diesen Obergcnosfen, Verein-fachen (vorhin war cs Politik) in seiner freien Zeit abzumackcn, damit das Vcrschubpersonal für ihn nicht immer den Wechsel stellen muß" Der Zweck ist sehr durchsichtig, beide Genosse» sollen oben angeschwärzt werden, was ihnen aber taurn gelingen wird, da die Dienstleistung des letzteren von maßgebenden Faktoren ganz anders cingeschätzt wird. Wenn ein reichs-bündlerischer Weickenwächter, im Dienste stehend, aus dem Wirtshaus geholt werden mutz, ja, Bauer, das ist etwas anderes. Eigentümlicherweise löst gerade das rechtliche Handeln des „Obcrgenossen" einen unbegreiflichen Haß vei den Herren von Denunzianten, rocke Rcichsbund, aus, der nur dann begreiflich wird, wenn man die geistige Beschränktheit dieser traurigen Helden kennt An der Spitze marschiert der von „Gottes Gnaden-Platzmeistcr" T s ch ö p. Es dürfte wahrscheinlich der Nachwelt • vorcnlhaltcn bleiben, zu erfahren, welche Geister dieses Unikum zu einem Platzmeister avancieren ließen. In einer Beziehung ist er für den Rcichsbund unentbehrlich. Von Natur aus mit einem Gesicht ausgestattet, welches ihm gestattet, den Hrizhautrahon und den „Hummel" zugleich zu übersehen, eignet er sich vortrefflich zum Mit-glicderfang für den Rcichsbund. Wir könnten die Galerie dieser traurigen Gestalten beliebig fonsichen, wenn der Raum in unserem Fachblatt nicht zu kostbar wäre. Pragerhof. Am 7. Oktober fuhr Genosse P i <5 i n i n zum Begräbnis eines Bekannten von Praacrhof nach Steinbrück. Zu dieser Fahrt benötigte er eine Freikarte, die ihm auch bewilligt und ausgcfolgt wurde. Wegen Mangel an Zeit konnte Piöinin die Freikarte an der Personcnkasse nicht Wich ig für die Agitation und zur A,f° ilfintttfl über die den Eisenbahnern drohende» Gefahren: Jos MIWMO üet ßfnMjiier in WreiUA» ArsWMlliiUs." Eine kritische Erläuterung von ^ r a n 3 Lill. Wir ersuchen unsere Ortsgruppen und Vertrauensmänner um m e i t e st e V e r» b r e i t u n g dieser wichtigen Broschüre. Preis per Einzelexemplar 20 Heller. Bei Abnahme von mindestens 20 Stütf entsprechender Rabatt. Zu beziehen entweder direkt durch die Drnck-und ^ertagsanstalt Gart u. Louis Schwabe, Wir» V, u.iidiflcvfloifc 24, oder durch die Redaktion unseres Blattes. ovftcmpcit, lassen, deshalb auch bic AuSsertigungSgcvühr von | BO H. nicht zahlen. Um das fÖegrübiü* nicht zu versäume», stieg er in den zur Abfahrt bereitstehenden Zug ein und meldete dem revidierenden Kondukteur, daß er die notwendigen Formalitäten in der Station Cilli, wo der Zug fünf Minuten Aufenthalt hat, nachholen werde. Der Kondukteur war mit dieser ^Meldung einverstanden. Anders jedoch gestaltete sich diese Sache bei den Herren Deutschnationalen in der Station Pragerhof. Als sie sahen, das-, P i c i n i n in den Zug entstieg, ohne vorher seine Freikarte abstempeln zu lassen, telephonierten sie nach Station Windisch-Fcistritz, den Pieinin beim Aussteigen zu packen, da er in Pragerhof ohne Fahrkarte eingestiegcn sei. Weil der vermeintliche Attentäter jedoch nicht in Windisch-Feistritz ausstieg, telephonierten die Herren nach Station Poltschach. Da von dort die gewünschte Antwort evenfalls nicht cintraf, wurden sämtliche Stationen bis Steinbruck allarmicrt. Als Pieinin tu Steinbrück ausstieg, wurde er wie ein Verbrecher erwartet. P i c i r. i tt hate jedoch die notwendigen Formalitäten in der Station Cilli nachgeholt und klärte den Herrn Stationschef in Steinbruck über den mehr wie sonderbaren Fall auf. Wer bis jetzt noch an der Ver-tolgnngswut der deutschnationalen Eisenbahner gczweifelt hat, der mag aus diesen Angaben ersehen, daß diesen Leuten kein Mittel zu schlecht und zu niedrig ist, um einem politischen Gegner zu schaben und ihn zu verdächtigen. Eine nette Gesellschaft. BersammluttgsberLchtL. Wie». (Die Forderungen der Eisenbahner.) Am 17. d. M. fand in Kells Restauration, Nutzdorferstratze, eine große Versammlung der Verkehrsvediensteten statt, zu der die Abgeordneten Genossen T o m s ch i k und Winter er» schienen waren. Auf der Tagesordnung stand: „Die noch ausständigen Forderungen und das Parlament." Die Genossen Sommerfeld, Jnnerhnber, Klabian und Decker setzten die in den Pcrsonalkom-missions- und Arbeiterausschüssen eingebrachtcn Anträge auseinander und betonten, daß sich diese Anträge mit der Forderung der noch ausständigen 17 Millionen Slrmtcn decken. Um den von den bürgerlichen Abgeordneten so schmählich ab-r,dehnten Antrag Tom schil wird noch einmal im Parlament gekämpft werden müssen. Die Organisation mutz bei Durchsetzung der Forderungen auch auf die Hilfe des Personals rechnen. Genosse Decker empfahl folgende Resolution zur Annahme: Die am 17. Oktober 1912 in Kells Restauration versammelten VcrfchrößcbUnsteten der k. k. österreichischen Staatsbahnen, das sind die Pcrschub-, Lokomotiv-, Zug- und Wächterpersonale, beschließen einstimmig, dem Eisenbahnministerium, der Regierung sowie den Herren Abgeordneten der Majoritätsparteien folgende Willensmeinung zu übermitteln: » Seit Jahren wird dem Eisenbahnpersonal die gründliche und ausgiebigste Verbesserung seiner Lage versprochen. Alles, was bisher geschehen, ist im Gegensatz zu den gemachten Versprechungen Flickwerk. Unter der Devise: „Kein Geld" wurde nur immer tropfenweise so gegeben, daß eine Kategorie von der anderen übertrumpft wurde, ohne doch alle eigenen Wünsche befriedigt zu sehen. Ob mit Absicht oder nicht, der Effekt war immer der gleiche, da niemand zufriedengestellt wurde. Das tropfenweise, widerwillige Geben, das überlange Ausbleiben selbst der geringfügigsten Zuwendung brachte es mit sich, datz durch die Schuld der Staatsverwaltung und des größten Teiles der bürgerlichen Abgeordneten bet den unbehelligten Preistreibereien jede Zuwendung erfolglos blieb. Angesichts der nie ermüdenden und stets prompt bewilligten Forderungen der Kriegsverwaltung, die bereits über die Kraft der österreichischen Bevölkerung gehen, fragen sich die Eisenbahner mit Recht, ob denn niemand daran denke, die vom Abgeordnetenhaus schon einmal bewilligte,^ dann leider so infam verratene Forderung der noch fehlenden 17 Millionen dem Eisenbahnverfonal endlich zu geben und diesem berechtigten Wunsch Rechnung zu tragen. Zinsgeier und Lebensmittelwucherer reiben sich die Hände, doch weder die Regierung noch das Eisenbahnministerium denkt daran, die drückende Not des Personals zu lindern. So müssen denn die Bediensteten in dieser eindringlichen Form neuerdings das Eisenbahnministerium und alle übrigen kompetenten Faktoren darauf aufmerksam machen, daß gegebene Versprechen nach dem Rechtsbegrisf des Volkes ebenso heilig sind wie geschriebene Vertrage, und daß im Nichteinhaltungsfall die Bediensteten wi^cn werden, was sie von den Versprechungen der in Frage körnenden Faktoren zu halten haben. LZas für den einen heilig sein muh, soll auch von den Gegnern respektiert werden. Die Versammelten erklären nunmehr, alles daranzusetzen, um die -endgültige Durch-Tuqrung der notwendigen und äußerst bescheidenen Forderungen zu ermöglichen. ° Dw Abgeordnete» der s o z i a l d e m o k r a. tischen Parte,, denen für ihr uneigennütziges Eintreten für die Sache der Eisenbahner hiemit der Dank und das Vertrauen ausgesprochen wird, werden ersucht, noch einmal ihren Einfluß geltend zu machen, um in der gesetzgebenden Körperschaft ihre Abgeordnetentollegcn eines besseren zu belehren und auch die nötigen Schritte zu unternehmen, um die Behörden auf alles aufmerksam zu machen .. . Die Eisenbahner erklären, alles daranzusetzen, um mese Mtwn wirksam zu unterstützen und Sorge zu tragen, naß die noch Außenstehenden ihre Feinde erkennen lernen uno mutvolle, tatkräftige Mitkämpfer werden. . Meiden nC 9lu^c' *ntD*an0c unsere Wünsche unerfüllt An die Versammlung gelangte auch folgendes Tele-fcrarnrn: _ Namens der organisierten Eisenbahner Mährens schließen wir uns dem energische,, Protest der heutigen Vesammlnng der Ei>enbahner Wiens an und erklären, mit allem Nachdruck auf der bereits vom Parlament bewilligten tiforderung der noch restlichen 17 Millionen zu bestehen, und bespreche», nicht früher zu rasten und eventuell alle uns zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, bis diese Forderung voll erfüllt ist. Die Landesexekutive Mährens. _3nbarnr ergriff, stürmisch begrüßt, Abgeordneter »t o m i ch i k das Wort, der einleitend bemerkte, daß cs unendlich schwer war, der Regierung und dem Eisenbahnmini-sterium im vorigen Jahr klarznmachen, daß es ocn so lange zum besten gehaltenen Eisenbahnern in der Tat schlecht geht. In der Zeit der fürchterlichen Teuerung können die Eisenbahner in gar keiner Weise das Auslangen finden. Tomschik erzählte sodann d,e Geschichte seines Antrages. Die sozial-vemorratische Fraktion wird selbstverständlich mit aller Kraft für die Durchsetzung dieser 17 Millionen cintreten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Abgeordneter Winter zeigte, oft von Beifall unterbrochen, den Kontrast auf, der in der Ablehnung der Etsenbahnerforderungen und der Bewilligung der Forderungen des Molochs zutage tritt. Was die Sozialdemokraten tun können, wird sicherlich getan werden! (Lebhafter Beifall.) Es sprachen noch die Genossen Lot und Ehrt, worauf die Resolution einstimmig angenommen wurde. Ilm 'All Uhr nachts schloß Genosse Kn eiding er die imposante Versammlung. Wien. (Eine Versammlung der Offizianten der f. k. Staatseisenbahngesellschaft.) Am 25. Oktober fand in Wieningers Restauration, X, Favorit en-straße, eine sehr stark besuchte Versammlung der Nichtorganisierten Offizianten und Kanzlisten der Zentrale sowie der des Bureaus des Vertehrschefs und der Bahnerhaltung der k. k. St. E. G. Wien mit der Tagesordnung: Welcher Organisation sollen wir beitreten? 2. Personalkommissions-angelcgenheiten, stall. Von feiten des Einberufcrs Herrn H o s-mann wurde euch Genosse Ravaus eingeladen, ferner war auch das derzeit einzige Mitglied des Offiziantenvereines Herr Jilek anwesend, lieber Ersuchen der Anwesenden übernahm Genosse R a v a S den Vorsitz. Nach Begrüßung der An» wesenden eröffnetc Genosse Ravas die Versammlung und erteilte Herrn Hof in a n n das Wort. Offiziant Hosmann beleuchtete das Verhältnis der Offiziantenlategorie zu den anderen Kategorien, wie die Offizianten heute noch größtenteils allein dastehen und erklärte daß er der Meinung sei, daß die tau« ■ » ■ ■ > ■ l | i rjm « r 3 m f ■ »! * » » i ii if m * i « m m b n r i ii r t ii m«! i k rar, MiiauaruBfli:*'« c klärung wurde von den Anwesenden mit Beifall aufgenommen und insbesondere die Herren Mitschke. Saida und Pos-v i s ch i l l hoben in ihren Reden den Wert der Angehörigkeit zur Gewerkschaft hervor. Es wurde der Beschluß gefaßt, auf die Kollegen einzuwirken, der Organisation durchwegs beizutreten und auch an die Mitglieder des Offiziantenvereines mit diesem Ansinnen heranzutreten. Herr H o f m a n n machte sich erbötig, den Obmann des Offiziantenvereines von diesem Beschluß in Kenntnis zu setzen, damit dieser mit der Gewerkschaft in Fühlung trete. Nun ergriff Genosse Ravas das Wort, stellte den Anwesenden den Wert der Organisation vor Augen, verwies darauf, daß dies Bis heute die einzige Organisation ist, welche wirklich für die Interessen der Eisenbahner eintritt und immer cingetreten ist und daß das bis heute Erreichte nie zu erreichen gewesen wäre, wenn nicht die sozialdemokratische Organisation gewesen war-'. Er führte das Beispiel des 38-MillionenanlrageS und der vom Abgeordneten Genossen Tomschik nochmals zum Antrag erhobenen Aufbesserung von 17 Millionen Kronen sowie die Haltung der bürgerlichen Abgeordneten zu diesem Antrag vor Augen. Er verwies darauf, daß die Schaffung der kleinen separatistischen Vercinchen nur eine Zersplitterung im Personal hervorruft, woraus wieder nur der Brotgeber den Profit zieht. Wir müssen dort stehen, schloß Genosse R a v a 5, wo die Mehrzahl unserer Kollegen steht, und zwar an der Seite der gesamten Arbeiterschaft angeschlossen. Hoffentlich beherzigen die Kanzlisten und Offizianten den Ausruf zur Organisierung, den diese Versammlung ihrer engeren Staudeskollegen an sie richtet. Erfolge werden, wenngleich sie nicht mühelos in den Schoß fallen, bei ernstem Streben nicht auSblcibcn. Im Nahmen der allgemeinen Bedienstetenorganisation ist Raum für die Betätigung jeder Bedienstetengruppe zur der Verbesserung der Lage derselben. Die Offizianten und Kanzlisten können einer guten Aufnahme in der sozialdemokratischen Organisation und einer tatkräftigen Unterstützung ihrer Forderungen durch diese gewiß sein. Favoriten II (Staatseisenbahngesellschaf t). Am 16. Oktober, 9 Uhr vormittags, fand im Arbeiterheim im X. Bezirk eine sehr gut besuchte Zugsbeglcitervcrsammlung statt, welche sich mit den Turnussen, der Ernennung zu Aus» hilsskondriktcuren, der Pramiennachzahlung, der Einrechnung der 15 Minuten und der neueingeführten Krankenkontrolle beschäftigte. Als Vertreter der Zentrale war Genosse S w o-b od a anwesend. Hinsichtlich der Krankenkontrolle protestierte die Versammlung auf das heftigste und erklärte, daß sie die Kurende nicht zur Kenntnis nimmt. Bozen. Am 7. Oktober sprach hjcr j„ einer von 800 Eisenbahnern besuchten Versammlung Reichsratsabgeordneter Tomschik über: „Die Eisenbahner und das Parlament." Selztal. Am 13. Oktober fand hier eine massenhaft besuchte Versammlung statt, in welcher Reichsratsabgeordneter Genosse Tomschik über: „Die Eisenbahner und das Parlament" referierte. Meran. Die Eisenbahner von Meran hielten am 16. Oktober eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Als Referent war Reichsratsabgeordneter Genosse Rudolf Müller anwesend. unferes s ■ a * ■ a • ■ o n ti a b ■ ■ » per 1013 Aus den Organisationen. WeiSkirchlib. Jene Mitglieder, die sich mit den Monats-Beiträgen im Rückstand befinden, werden aufgefordert, ehestens nachzuzahlen, da sonst nach den Statuten vorgegangen wird. Diejenigen Mitglieder des Hinterbliebenenunterstützungsfonds welche länger als drei Monate im Rückstand sind, haben keinen Anspruch mehr auf die Sterbequote. Schwarzach im Pongau. Bei der am 5. Oktober abgehaltenen Generalversammlung wurde Genosse Leopold Stuck» n er, Werk mann in Schwarzach im Pongau, als Obmann gewählt, an den auch sämtliche Zuschriften zu richten sind. " Selztal. Die Mitglieder werden ersucht, die Mitgliedsbücher behufs Kontrolle an den Kassier Genossen A n d e r w a l d abzugeben. Tr!est-St. Andrö, Ortsgruppe V. Am 5. November, 8 Uhr abends, findet im neuen Vereinslokal, Via Rinaldo Carlo Nr. 10, Gasthaus „International", die außerordentliche Generalversammlung statt. Gleichzeitig wirb den Mitgliedern bekanntgegeben, daß Genosse R a s p o t n i k anfangs dieses Monats das Gasthaus „International", früher „Nettyork", übernommen hat, in welchem die Ortsgruppe V ihr Lokal gemietet hat. Im Laufe des Monats wird auch die Bibliothek eingerichtet. In unserem neuen Vereinslokal liegen sämtliche Fach- und Arbeiterblätter, deutsche, slowenische und italienische auf. Cilli. Laut Sitzu»gsbcschluß wurden folgende Mitglieder als Vertrauensmänner ausgestellt: für Grobelno: Franz Czetnig. B l o ck s i g „ a l d i e n e r i n Grobelno, für die Strecke Grobelno-Roitsch: Franz G o r i n s ch e k, Zugsführer in Roitsch. Innsbruck. (A n die P. T. Mitglieder der Ortsgruppe Innsbruck I des Allgemeinen Rechtsschutz- und G e w e r k f ch n f t 5 b c r c t n c § für Oesterreich.) Den geehrten Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß laut Beschluß des Ausschusses ab Mittwoch den 30. Oktober 1812 künftig jeden Mittwoch anschließend an die Biblio- theksausgabe im Vereinslokal beim Pickt — von 8 bis 9 Uhr___ Diskus fionsabende stattfinden, wo Fragen gestellt und beantwortet werden und ebenso über alle notwendigen Angelegenheiten Rat und Aufklärungen erteilt werden. Wir laden die P. T. Mitglieder mit ihren Frauen ein, von dieser Einführung den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, um so mehr, als damit keinerlei Kosten oder Auslagen verbunden sind, da im LereinSzimmer keinerlei Trinkzwang besteht. ■ ■ ■ n B ■ II O O ti ti ■ ■ ti nnd wird derselbe Nach Maßgabe der Ablieferung an die Besteller versendet werden. xjSf7* Jeder Käufer erhält ein Heftchen über die Fahrbegünstigungen des Personals i,ää?~ auf den europäischen Eisenbahnen gratis üfitT* verabfolgt. Der Preis per Exemplar beträgt samt einer Versicherung aus tödlichen Unfall auf tiöO Kronen nur 1 Kroue 20 Heller. Anspruch auf diese Karte hat derjenige Kalenderkäufer, der beispie.swc.se im Anfang des Jahres im Eisrnbahnveirieö verletzt wurde nnd an den Folgen dieser Verletzung innerhalb des Kalenderjahres mit Tod avgegangen ist oder oerart verletzt wurde, daß der sofortige Tod eintrat. Das neue Jahrbuch ist iür alle Mitglieder und Kollegen bei unseren iieta,ntten Vertrauensmännern gegen Barzahlung tu den Stationen zu haben. Geuoffe«! Agitiert allerorts für dieses schöne und inhaltsreiche Büchlein, damit eS eine grüße Verbreitung findet. ■ ■ n m m m ti » m » ■ o ti ti ti ti :ü: ■ aus ■ n ■ ■ ti ■ ■ ■ ■ « ■ ■ ■ ■ ti ti ■ ti ti ■ ■ B ti ■ ■ ■ ■ ■ Zer ZentralvNstand. «BtiBtitititititil BiiBJiai««aaitiiici ti ti v ti ■ ■ ■ ti ■ ■ ti ti ti ti bi m ■ i a e Bi e Fachtechnische Rundschau. (So weit es die Raumverhältnisse gestatten, werden wir an dieser Stelle von Zeit zu Zeit durch bewährte Mitarbeiter fachtechnische Fragen einer Besprechung unterziehen.) Blitzlicht für Eisenbahnsignale. In Schweden wenden in letzter Zeit staatliche und private Eisenbahnen ihr Interesse einem Blitzlichtsystem für nächtliche @lreckenjignalc zu, das einige private Eisenbahnlinien schon feit 1908 in dauerndem, erfolgreichem Betriebe haben Wirtlich bietet die Methode, durch ein derartiges auffallendes Mittel anzuzeigen, ob die Strecke frei ist oder nicht, so zahlreiche bedeutende Vorteile gegenüber dem gewöhnlichen steten Dauersystem, datz selbst die Lotomotiv-führer für seine weitere Verbreitung warm cintreten. Durch Erfahrung hat sich herausgestellt, daß der Führer eines Schnellzuges ein Blitzlicht weit schneller und leichter wahrnehmen kann, als ein solches gewöhnlicher, wenn auch besonders Heller Art, und zwar aus dem Grunde, weil es sich gewissermaßen dem Auge aufdrängt. So gestaltet sich der Schnellverkehr weit sicherer, als es durch andere Mittel möglich wäre. Festzustellen war nur noch, welche Anzahl von Blitzen per Minute, und welche Dauer der einzelnen Blitze und der dazwischenliegenden Perioden der Finsternis sich am wirksamsten und daher am geeignetsten erwiesen. Zu wenig Sicht-blitze machen den Führer unsicher, zu schnell aufeinanderfolgende hingegen nervös. Durch Versuche und Beobachtungen hat man sich auf 50 bis 80 Lichtblitze per Minute geeinigt; die höhere Anzahl ist bei Schnellverkehr ratsamer. Der sinnreiche und äußerst zuverlässige Apparat, auf welchem das neue System beruht, ist von Gustav Galdtt erfunden. Als Beleuchtungsmittel dient Azetylen, das in einer für längere Zeit ausreichenden Menge in einem Behälter am Fuße der Signalstange enthalten ist. Das Licht brennt sehr spariam; cs verzehrt binnen 24 Stunden kaum für 10 Pf. Brennmaterial und liefert dafür über hunderttausend Blitze. Wie verläßlich die Signale sind, ergibt sich aus der Tatsache, daß die seit 1008 im Betriebe befindlichen mehr als hundert Millionen Lichtblitze abgegeben haben, ohne daß je die geringste Unregelmäßigkeit vorgekommen wäre. Manjjal vorgeschlagen, bas Blitzlichtsystem nur für durchgehenden Schnellverkehr cinzuführen, damit die Führer von Schnellzügen bei der Annäherung an .Knotenpunkte, auf denen es von Signallaternen wimmelt, gleich durch ein charakteristisches Zeichen erfahren, ob die Strecke frei ist. Eth. Eine Mouftcrtukoinotiuc Dir amerikanischen Lokomotiven nehmen abenteuerliche Dimensionen an. Unlängst hat, wie der „Scheinwerfer" schreibt, die Delaware ano Hudson Railroad eine Riesenmaschine in Dienst gestellt, die den Werkstätten der American Locomotive Co. entstammt und schwere Güterzüge befördern soll. Es handelt sich natürlich um eine gegliederte Compoundmaschine Um ein Bild der geradezu unwahrscheinlichen Gröhenverhältnisse des Ungeheuers zu geben, sei gesagt, daß die vorderen Niederdruckzylinder einen Durchmesser von 101 Meter haben, die'Hochdruckzylinder immerhin auch noch 06 Zentimeter. Der Heizkessel ist 1.T66 Meter • lang und 2 44 Meter breit, die Feuerbüchse mißt 3"30 zu 2-44 Meter, also mehr als mancher moderne Wohnraum. 16 Räder in zwei Gruppen zu vier Achsen tragen den Wunderbau. Das Gesamtgewicht beträgt 202-85 Tonnen, das des Tenders i„ Fahrtcrusrüstung 75'65 Tonnen, zusammen also 2785 Tonnen. Die Zugkraft einer solchen Maschine erreicht 47.000 Kilogramm bei 2600 Pferde», kräften. Was das bedeuten will, kann man sich klarmachen, wenn man bedenkt, daß unsere größten Frackst-tngmafchinen, die sogenannten Dekapoden (zehnrädrige Maschinen) nur 102'2 Tonnen wiegen und nur 20.720 Kilogramm repräsentieren. Dank der neuen großen Maschinen kann bic Delaware and Hudson Railroad sich jetzt begnügen, Züge von 2600 Tonnen Gewinst selbst bei ansteigendem Gefälle mit einer einzige» Lokomotive zu befördern, wo früher deren drei notwendig waren. 2600 Tonnen sind so viel wie 170 beladene 10 Tonnen-,Kohlenwagen oder 70 vollbesetzte Schnellzugwagen. Züge von derartiger Länge hat hierzulande allerdings noch keiner gesehen. Lokoinotivletstnngen. Die ersten nach amerikanischen Vorbildern erbauten Lokomotivkolossc, bei denen bedeutende technische Vervollkommnungen zur Ausführung kamen, wurden tu Deutschland bon der Verwüstung der badischen Eisenbahnen rm August lOOii in Dienst gestellt l sogenannte Gattung 116). Die U d=x<>mmotiben waren nach ihrer Bauart ausgesprochene ylachlaiiMnafchtneii und SurchlicfSn bon Anfang an die 25S beziehungZweise -fV- Kilometer lange Strecke Mannheim- beziehungsweise Lr-sdelberg-Basel ohne Wechsel. Das zu den Lokomotiven gehörige Personal wurde in Offenburg stationiert und die sogenannte Doppelbesehung eiiigesührt, indem je zwei Personale, bestehend aus Führer und Heizer, einer —okomotive Ungeteilt wurden. Diese Dienstteilung, durch welche eine weitgehende Ausnützung der Maschinen bewirkt wurde, war_ durch ihre besondere Bauart ermöglicht worden. Die Durchschnittsjahresleistung der Lokomotivgatlung II d betrug 1009 insgesamt 118.855 Kilometer. Ui» welche Wege eS sich dabei handelt, übersieht man am besten mit Heranziehung geeigneter VerglsichSgrötzen. Als solche wollen wir, im Anschluh an einen interessanten Aussah i« den „Technischen Monatsheften" (Stuttgart), den Umfang des Erd-meridians mit rund 40.000 Kilometer und den mittleren Abstand Erde—Mond mit rund 381.000 Kilometer zugrunde legen. Die Durchschnittsleistung bott 120.000 Kilometern kommt sonach etwa dem Dreisachen, die Höchstleistung von über 150.000 Kilomtern sogar fast dem Vierfachen der Länge des Erdmcridians gleich. Letztere Lokomotive hat also in einem Jahre ungefähr zwst Fünftel der Entfernung des Mondes bon der Erde zurü^kgelegt. Lie wäre Anfang 1905 aus dem Mond eingetroffeii, hätte Ende 1907 bereits auf unserem Planeten zurück sein können, und heute würde auch die zweite Mondreife diesen Lokomotive bereits ihrem Ende zngehnt. Verschiedenes. ®er S3iir als Einbrecher. Aus Knittelseld wird berichtet: Dieser Tage hörten die im Frachtenbahnhof beschäftigten Bahnarbeiter in einem Magazin ein Geräusch. Sie glaubten, es handle sich um Einbrecher. Als sie aber das Magazin betreten, 'bemerkten sie einen neben einem Mostfaß auf dem Boden liegenden Bären, der sich aus einem Käfig Befreit, das Mostfatz entdeckt, den Stoppel losgemacht und sich total berauscht Hatte. Herumliegende Fleischstücke zeigten an, das; er auch über eine Fleischfiste geraten war. Es gelang, den betrunkenen „Einbrecher" sestzunehmcn. DaS erste Kitte Guirupfi». Der Balkankrieg veranlaßt einen Mitarbeiter 'cts ,,-siecle" daran zu erinnern, daß Europa sein erstes Kaffeehaus, sozusagen den Urahn sämtlicher heute bestehenden Cafes, indirekt den Türken und einem Türkenkrieg verdankt. Es war während der Belagerung Wiens im Jahre 1682; cs stand schlimm um die Stadt und trotz der heldenmütigen Verteidigung mußte mau der Uebergabe ins Auge sehen. Man beriet schon über die Kapitulationsbedin-gungen, als ein junger Pole, namens Äulzvcki, sich erbot, sich durch die feindlichen Linien zu schleichen und dem Cntsatzheer die furchtbare Lage der Stadl zu schildern. Das Angebot wurde angenommen und als serbischer Händler betreibet getan» cS dem findigen Polen, die Wachsamkeit der Türken zu täuschen: er kam durch. Wenige Tage später übersiel Karl von Lothringen die Türken und schtug sie in die Flucht. At§ man nun Äutzycki fragte, welche Belohnung er für feine kühne Tat verlange antvnoriete^ber Pole, er wolle sich mit den von den Türken auj^ dem Schlachtfeld zurückgelassenen Kaffeevorräten begnügen. Der Kaffee war damals in Europa noch völlig unbekannt, aber der Pole wußte, was die Türken mit den braunen Bohnen anfingen, und al» unternehmender Geschäftsmann beschloß er seine Kenntnisse sofort zu verwerten. Und in Wien begann er Kaffee zu brauen und das heiße duftende Getränk an die Bewohner zu verkaufen. Zuerst verschenkte er seinen Kaffee auf der Straße; bann, durch den Erfolg ermutigt, mietete er sich ein kleines Lokal: das erste Wiener Kaffeehaus. Der Kaffee führte sich rasch ein,.er wurde populär und Kulzhcki starb als schwerreicher Mann und als der Besitzer des ersten Wiener Kaffeehauses. Literatur. Von der „Neuen Zrit^ ist soeben da» 4. Heft des 81. Jahrganges erschienen. AuS dem Inhalt veS Heftes Heben wir Herber: Theodor Bömelburg. Von P. U. — England und die Söalkanmse. Von Tb. Rothstcin (London). — Das Reichs-petroleummotwpot. Von Spcelator. — Gefahren für das Kapital. Don H. Molkenbuhr. — Die KavilalSkonzentraiion im Ruhrbergbau. Bon G. Werner (Essen). — Das. was ist. Auch ein Epilog zum Parteitag. Von Emil Kloth. — Bayern und die Getreidezölle. Von Kaspar Schmidt. — Literarische Rundschau: Republiken. Von ew. Die , Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preis von Mk S'25 per Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur per Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Zwei gute Romane bon bekannten Autoren gelangen gegenwärtig in der Zeitschrift „In Freien Stunden" zum Abdruck. ES sind dies die Romane „Ivanhoe" von Walter Scott und „Das Weiberdorf" yott Clara Biebig. Beide Romane nehmen das Interesse der großen Lefergemeinbe in weitgehendstem Maß in Anspruch. Auch die kleinen Abhandlungen, die alle Wissensgebiete umfassen, und die Humoristische Ecke erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. In Freien Stunden" kostet nur 10 Pf. per Heft und ist durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanstalten zu beziehen. Probehefte kostenlos vom Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m b. H., Berlin SW 63. Mattigkeit, Abspannung, schnelle Ermüdung und Mangel an Energie sind Hebel, die auch den gesündesten Menschen befallen und ihm schließlich jede Lust zur Arbeit und zum Leben nehmen. Jedermann ist deshalb verpflichtet, seinem Körper, aber bor allem seinen Nerven die nötige Spannkraft zu erhalten, um den vielseitigen Anforderungen des menschlichen Lebens in jeder^Lage gerecht zu werden. Der Arbeiter, der Tourt st, der Sportsmann, der Soldat, sowie auch der an den Schreibtisch gefesselte Kaufmann unb Gelehrte Bebarf einer solchen Auffrischung unb Stählung feiner körperlichen unb geistigen Kräfte unb hat den bisherigen Mangel eines der-artigen Mittels sicher schon Bitter empfunden. Ein solches Mittel ist nun in dem so sehr beliebten Präparat Herkules-Kola gefunden worden. Den Afrikareisenden ist es schon vor Jahrzehnten aufgefallen, mit welch spielender Leichtigkeit die eingeborenen die erstaunlichsten Marschleistungen vollbrachtem Eie stellten darauf seit, daß die Eingeborenen dies durch den Genuß eines unschädlichen Anregungsmittels, der Kolanuß, erreichten, aus deren Extrakt, in Verbindung mit den Salzen der Zitrone und unter Beimischung von Schokolade, die terkules-Kola-Tabletten bergestellt werden. Die erkules-Kola-Tabletten erweisen ihre vorzügliche Wirkung: bei allen durch geistige ober körperliche Arbeit ermüdeten und erschöpften Menschen; dieselben werden sich nach ,einmen Tabletten wie neugeboren fühlen; bei von schwerer Krankheit Genesenen, die noch matt und schwach sind; Bei Schulkindern, die der Unterricht anstrengt, bei Rauchern, welche an den Folgen zu starken Nikotingenusses leiden; bei nervösen Menschen, die bei jedem geringsten Anlaß vor Aufregung zittern, bei Touristen, Bergsteigern, Turnern, Soldaten und Sportsleuten, die alle oft einer übermäßigen Anspannung ihrer körperlichen Kräfte auSgesetzt sind. Jeder_ Mensch, der an irgend einer Krankheit leibet unb infolgedessen mißmutig und verstimmt ist, wird schon nach Verbrauch einer nur Seinen Quantität Herkules-Kola-Tabletten seinen Lebensmut wieder sinben und dadurch heilfördernd auf feine Krank« feit einwirken. Herkules-Kola-Tabletten sind durch ihre wunderbaren iterbc n- und kör per stärkenden Eigenschaften eine Quelle der Wohltat für dir Menschheit geworden. Enthusiastische Dank- und Anerkennungsschreiben j laufen täglich in großer Zahl bei uns ein. Herkules-Kola- T a b l e 11 e n kosten: 1 Schachtel. enthaltend 100 Tabletten, 3 Kr.. 1 Schachtel, enthaltend 200 Tabletten, 5 Kr. franko jeder Poststation. Die Quantität reicht längere Zeit für den täglichen Gebrauch und der Preis ist so billig gestellt, um jedem Menschen diese Wohltat zu ermöglichen. Man hüte sich bor minderwertigen Nachahmungen unb »erlange nur die allein echten Herkules-Kola-Tabletten mit der gesetzlich protokollierten Schutzmarke. Versand überall hin durch die „Apotheke zur Marinhilf", Wien, 6. Bezirk, Mariabili erstratze 55, Postfach O. 17. Proben auf W u n s ch j gratis. Emgefendet. (Für diese OiuSrlt titmumroi nt 3ic»alit»ii teilt? SeranNrorliii'.g.) Eines der lästigsten und weitverbreitetsten Uebel ist das Bettnässen (uubewußtes Urinieren ins Bett während des j Schlafes), auch Hosennässen, welches bei Kindern und nicht j selten auch bei Erwachsenen beiderlei Geschlechtes vorkommt. Die , Firma Gg. Pfaller, Nürnberg (Bayern), Pillenreutherstraße j Nr. 50, bringt jetzt ein Urinal in den Handel, das dieses Uebel sofort berhiitet. Leidende ober deren Angehörige erhalten kostenlose, beschlossene Auskunst, wenn sie Alter und Geschlecht des Leidenden angeben. Mitteilungen der Zentrale. Berwaltungskomitcesitzung am 18. Oktober 1912. Aus dem Hinterbliebenenunterstützungsfonds werden für 42 Fälle 3100 Kr. bewilligt. _ — Unterstützungsansuchen liegen 141 vor; für 128 Fälle werden 3036 Kr. j bewilligt: 13 Fälle werden abgewiesen. — Ter Rechtsschutz wird für 118 Fälle bewilligt. — Zur Begleichung der Erpensnoten für 98 Fälle wird ein Betrag von Kr. 12.834-34 angewiesen. — Erledigung verschiedener Anfragen durch den Zentralfekretär. ZentralaiiSschustsitmitg am 23. Oktober 1912. Aufstellung der Kandidaten für die Zentralperfonalkom-mimon der k, k. Staatsbahnen. — Referat und Tiskusnon über die geplante Einführung der Verschubpräntie auf den k. k. Staatsbahnen. — Erledigung des Einlaufes. Unser HinterSÜebenenunterstLtzungLfonds. Aus unserem Hiuterbliebenenuitterslittzungsfonds wurden vom 16. September bis 24. Oktober für folgend- SterbesSlle Unterstützungen ausvezahlt: 213. Barbara Kompilier in Leobersdorf. 21L Antonia Rais in Zieditz. 215. Barbara Prag in fllagcnfuri. 216. Josefa Hilft in Leopoldstadt II. 217. Maria Novak in Wesseli an der March. 218. Josefa Schmoll in Klamm am Semmering. 219. Johann Falta in Karvliueutnl. 220. Anna Bittncr in Tetfchen. 221. Anna fiiinel in Nimbnrg. 222. Johann Huber in Leoben. 223. Karl ftetufchiiti in Unter-Siefn, 224. Wenzel Schmicdt in Rakonitz. 225. Binzenz Antonin in Aussig. 226. Josef Schmied in Wels. 227. Maria Troisncr in Fehring. 228. Maria Persch in St. Beit an der Glan. 229. Wenzel Fries in Trautenau. 230. Anton Honig in Tetfchen. 231. Ludwig Dezlhsfer in Ebensee. 232. Anton Hudovcernik in Marburg I. 233. Angela Brod in Bordernbcrg. 234. Georg Tentorser in Salzburg I. 235. Johann Tvlpa in Debica. 238. Franz Brodzky in Landeck. 237. Apollonia Koinig in St. Beit an der Glan. 238. Gottfried Lettner m Braunau am Inn. 239. Rudolf Nossek m Floridsdorf I. 240. Josef Groß in Landeck. 241. Genoveva Gies! in Llmütz. 242. Anna Stoiber in Stadlau- « 243. Viktor Nodlauer in Leobot. I Bisher wurden nachstehende zehn Fälle wegen dem Nichtvorhandenfein der Anspruchsberechtigung abgewicsen: 45. Wladimir Worowicz in Kolonie». 50. Josef Klotz in Troppau. 66. Gryczhlo in Kopyczyncze. 97. Ferdinand Pitsch in Meidling. 111. Giovanni cijmolint in Rovereto. 118. Franz Seltmann in Falkenau. 144. Jofef Scheuer in Neu-Sandez. 159. Josef Tantner in Leopoldstadt. 169 Franz Lienert in Weipert. 194. Hubert Muhl in Salzburg. Achtung! Wir ersuchen die Mitglieder der Sinter, blicbeneuunterstützung, ihre Ansprüche dadurch zu wahren, daß sie die Beiträge sowohl für den Verein als aucki für die Hintcr-bliebencniinterstiiyung allmonatlich im vorhinein entrichten. Mitglieder, die drei Monatsbeiträge schulden, sind im Sinne der Statuten, § 9, Absa» 1, als ausgetreten zu betrachten. gthmitoniiiitiig brr Biitmiiltitlton. Folgende Ortsgruppen, respektive Zahlstellen haben bis zum 28. Oktober für die nachfolgend angeführten Monate mit der Zentrale noch nicht abgerechnet gehabt, obwohl bis längstens 10. eines jeden Monates die im vergangenen Monat einkassier-ftci-tcn Beiträge zur Abfuhr fällig gewesen sind. Um aber die dadurch betroffenen Mitglieder in ihren erworbenen Rechten nicht verkürzen zu müssen, bitten wir die rückständigen Ortsgruppen um chebaldigste Einsendung des Betrages und künftighin um eine rechtzeitige Abrechnung. Divacea per Juui, Juli, August und September; Ala und P»dwol,czyska per Juli, August unb September; Neu-titschein, Kojctein und Süfunbrunn per August und September; Zell am See per August; Bolechow. Budig?dorf, Cbensee, Goisern, GLrkau, Görz I. Grotz-WeikerSdorf, Kanitz, Nowl? Targ, Schwarzenau, Stillfried, Sfctnt, Wicn-Favorilen II, Wocheiner-Feistritz per September 1912. Ausweis des Vereines „ßisenbahnerheim", Wien. Alt Spenden für das „Eisenbahnerheim" sind bei uns aus folgenden Orten in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Oktober 1912 eingelausen: Passau 10 Str., Trzebinia 20 Kr., Neu-Aigen 10 Kr., Stctkcran 10 Kr., Nachtrag Jos. Sommerfeld Wien XIII 20 Kr. Sprechsaal. Achtung! Die geehrten Ortsgruppen- beziehungsweise Zahl-stelleiileiier werden höflichst ersucht, die am 20. Set-tember f. I. an sie gesendeten Fragebogen, betreffend Bestellung von Flugblättern und Klebezetteln für die Wahlen in die Humanitätsinstitute, ehestens an uns zu senden. Das Rechlsbureau de durch den Expositurleiter eingescndet bat, und denselben biu dato keine Antwort zuteil wurde, so ersuchen die Betroffenen um baldige gütige Erledigung. An die k. t. Nordwestbahndirektion. Die Wagenputzer der Station Nymburg erlauben sich auf diesem Weg mit der Bitte an die löbliche Direktion heran-zutreten, ihren überreichten Gesuchen Gehör zu schenken. «:e Hessen auf eine baldige und günstige Erledigung, da der sehr anstrengende Dienst von 24 stunden nicht mehr erträglich ist und da sie mit Arbeiten überhäuft sind. Sie sind bei der gegenwärtigen Diensteinteilung und dem Fehlen von Arbeitskräfte.' nicht mehr imstande, ihren Dienstpflichten nachzukommett. Die betroffenen Wagen putze r. An das k. k. Eisenbahnministerium! Das im Personalhaus in WittmanSdorf wohnende Personal stellt an das k. k. Eisenbahnministerium die Anfrage-warum ihr Ansuchen um Wiedererlangung des Brennmaterials noch nicht erledigt ist? Die Betroffenen. BETTEN’ fertig ; GEFUL1TC 1. Novemb er 1912 ,pcr [Ji Tia6r am 15. Juli d. H. in der SSnlinri'iiaitrorott 6t. füllen bcn ftou» bu tritt L'tiBiuis it l e i n 1 in «einer i Abwc enhcit fdjroct beleidigt und bc» i erkläre tjlrmit, daß ich birS bebaure. baich den SloitbuTtcur KleinI ! keiner schlechten Handlung für jetzig ! hnllt und ball ich bic t Sintßenutfl ooll» lomittrn unüberlegt tat. Kerner baute irti baifit. bo6 ber «uiidufitnt ittrlnl von einet «etichllichen «ludlragung Abstand nahm. . Wien, am 15. Ausiust litis. 91. Hirsch, Kondukteur. Wien X. Ihnen fehlt unbedingt etwas! wenn Sie nicht im Besitze unseres sich tausend* fncti bewährten neuestem Ein Messer für alle. 90 Heller! mit zwei prima scharf geschliiT. Stahlklingen und feinen Uxid-Metall-KChalen, .modern, flach, bequem in der Tasche» zu tragen; für Beamte in Kanzlei, Kontor und Bnreau : t Lehrer, Schüler und Zeichner unentbehrlich. Probemesser franko gegen vorherige Einsendung von bO h (auch i. Marken). 8 Stück K 240. 6 Stuck K 4*50, 12 Stück KI/4J. 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