^,____ ^M/tzD^' Nr. 82. Pränumeialion«preis: Im Lomptoir ganzj, si. li, haibj. f>, 5 50, Fill die ZusteNunss in« H»u» halbj, L0Ir, «lliil dcr '^eft gauzj. fl. ,5, halbj, sl, 7 50. Dienstag, 11. April. Insertionsgtbür: sslli llelne Insnate b!« zu 4 Zeilen 25 li., qroheie pei Zeile U li.; bei iisle«n Wicdelholimgen per Zeile 8 lr. 1882. Amtlicher Theil. All. ^/' "ub k. Apostolische Majestät haben mit M höchster Entschließung, vom 3. April d. I. die u»t> ll ^ ^andesgerichte« in Wien Anton Azwanger in w^"' Allker zn Räthen des Oberlandesgcrichles "llen allergnädigst zu ernennen geruht. ___^^^ Praz ü der Feuerwehr in Grafcustein 50 ft.; Neu-Neft , 3l ungarjfche Amtsblatt meldet, dem ersten 50 fl. zu spenden geruht. Zur Lage. der v/f n ^ Blätter anticipieren die Antwort, welche pro, .'/Mngstreue Großgrundbesitz auf dcu Com, th^,/^ Vorschlag der Conserv ativcn er» der n^.l ^^ Antrag soll abgelehnt werden und zm,s lnssllngstreue Großgrundbesitz sich überdies der geben s^'älich enthalten. Die Wiener Partei-Organe Mvin ^ ^aar Mühe, den Großgrundbesitz hiefür zu ^„,^"kn. Sie verweisen auf eine gleiche Haltung def in ^ «!,. zur Zeit, als sie in den früheren Jahren Grn^ ^'norität waren. „Sollte der verfassungstreue "Grundbesitz diesen Rathschlägen Gehör schenken und sich der Wahl enthalten, dann Würde er — sagt das „Fremdenblatt" — sicherlich nur ein weiteres Argument für die neue Wahlreform schaffen. Eine Wahlordnung, der zufolge im ganzen Lande nur stets eine Partei wählt und die andere infolge der Aussichtslosigkeit, auch nur einen Candidate,! durchzusetzen, es vorzieht, auf das Erscheinen an der Wahlurne zu verzichten, wird gewiss anf keiner Seite auf besondere Begeisterung zählen. Wir möchten aus diesem Grunde noch sehr in Zweifel ziehen, dass der verfassungstreue Großgrundbesitz nach dem Recept der hiesigen Journale vorgehen wird." Ein großer Theil der Provinzpresse beschäftigt sich mit der Ernennung Sr. Excellenz des FML. Baron Kraus zum definitiven Statthalter von Böhmen. Von den vorliegenden böhmischen Blättern con-statieren „ Prazsky Dennil", „Ceskc Noviny" und „Cech", dass der neuernannte Statthalter sich während seiner provisorischen Amtsleitung unter der grsammlen Bevölkerung Böhmens durch seine musterhafte Amtierung, durch seine Unparteilichkeit und Gerechtigkeit allgemeine Anerkennung und Vertrauen erworben habe, und geben ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, dass dem neuen Funktionär eine eben so glänzende als verdiente Anerkennung zulheil geworden ist. — Das „Neichenberger Abendblatt" schreibt: „Baron Kraus hat in seiner Amtsführung weder die übertriebenen Hoffnungen dcr einen noch die nicht weniger übertriebenen Befürchtungen der anderen gerechtfertigt, fondern es verstanden, inmitle aufgeregtester Leidenschaflen ruhig Gerechtigkeit zu üben und ohne Rücksicht auf Parteiungen einzig das Interesse des Landes und des Reiches jederzeit zu wahren. Die vollzogene Ernennung ha> aber auch nach anderer Richtung eine nicht zn unterschätzende Bedeutung. FML. Baron Kraus, vom Grafen Taaffe unter den schwierigsten Verhältnissen fi.r den eminent wichtigen Posten i» Prag vorgeschlagen, hat sich in jeder Beziehung voll bewährt und, über den Parteien stehend, mit weiser, ernster Mäßigung die Verwaltung geführt. Indem nun die höchste Stelle im Reiche dieses Princip durch den in Rede stehenden Act sanctionierte, ist diese Thatsache gleichbedeutend mit einer eminenten Ver< trauenskundgebung für den Träger diefes Principes, zugleich aber auch eine fehr entschiedene Mahnung an solche Bestrebungen, welche, die verschiedenen Stände und Nationalitäten verhetzend, in leidenschaftlicher Eigensucht die ruhige Entwicklung und Arbeit hin- dern ; nicht minder endlich eine Ermuthigung für jene, welche des von einer Seite geübten Terrorismus längst müde sind." Aehnlich äußern sich die mährischen Blätter. So schreibt der „Mä hri sch - schlesische Correspondent": „Das nunmehr in der böhmischen Statthat« terei geschaffene Definitivum bedeutet nicht bloß einen Act des Vertrauens und der Anerkennung für die Person des provisorischen „Leiters der Statthalterei". In der Umwandlung des Provisoriums in ein Definitivum liegt unseres Erachtens ein tieferer, nach zwei Richtungen hin schwerwiegender Gedanke ausgesprochen. Baron Kraus ist nicht czechisch, nicht deutsch, nicht Centralist, nicht Föderalist, er will nichts anderes sein als ein hingebungsvoller, unparteiischer Diener des Staates. Das ist der rechte Statthalter in Böhmen. So wird die jüngste Entscheidung der Krone hinsichtlich des böhmischen Statlhalterpostens in allen vor» urtheilsfreien Kreisen ausgefasöt." — Die „Neue Zeit" bemerkt: „Die Ernennung des FML. Frei-yerrn v. Kraus zum Statthalter in Böhmen bedeutet die Etablierung eines kräftigen, dabei aber durchaus gerechten nnd parteilosen Gouvernements in der eben so wichtigen als schwer zu verwaltenden Provinz Böhmen; sie zeigt, dass die Thätigkeit, welche Freiherr von Kraus während seiner provisorischen Amts-leitung entfaltet, an maßgebender Selle volle Billigung und Anerkennung gefunden hat. . . . Selbst die Organe der Opposition können nicht umhin, zuzugeben, dass der neuernannte Funcliouar während dcö nenn» monatlichen Provisoriums seines Amtes mit Umsicht und Gerechtigkeit waltete, dass er dadurch mit vollendetem Tacte sich jeder Einmengung in nationale und politische Streitigkeiten enthielt, den Intentionen der Regierung und dem in ihn gesetzten Vertrauen vollständig entsprach und dass er insbesondere der ihm zunächst übertragenen Mission, in dem seiner Verwaltung unterstellten Kronlande Ruhe und Ordnung wie« derherzustellen und aufrechtzuerhalten, durch das bloße Gewicht seiner Persönlichkeit, durch seine allseitig anerkannte Autorität vollinhaltlich gerecht wurde." Von sonstigen heimischen Provinzblättern bemerkt der „Bote für Tirol": „Die Ernennung des Statthaltereileiters Feldmarschall-Lieulenants Alfred Freiherrn von Kraus zum Statthalter von Böhmen begegnet allenthalben einer freundlichen Aufnahme. Man erblickt darin eine Stabilisierung eines eben so kräftigen wie gerechten und parteilosen Gouvernements Feuilleton. ^. Der Stellvertreter. U">alerzä't)lung aus dem Nachlasse von K. A. Kaltenbrunncr. (5. Fortsetzung.) kliibrin ""derer Answeg schien Vincenz nicht zu Ylnselm , und er erschrak vor dem Gedanke»', dass Seilez l 'eU"cht zu schwach sei, das Ende des zweiten fest a.,. " Hinüberwerfen zu erfassen und es sich Mit A, Z "'" den Leib zu schlingen; anch dachte er deren K' ""' dass das Emporziehen auf der an« '»rite drüben weit gefährlicher fei als hier herüben, sich 9? " "der deutele jetzt nach abwärts und machte Welch" ""ä '"soweit verständlich, „dass die Felslluft, seich/« zwischen ihnen lag, dort weiter unterhalb viel ^ und vielleicht überschreitbar wäre." Nichte ^"olicklich folgte Vincenz der angedeuteten abwärt« ""^ ^a. etwa eine halbe Viertelstunde tiefer h'liabaj' ^Mnd Ansel», an der anderen Seite die 3>» l/mer unaussprechlichen Freude fand Vincenz dete?" . Anselms bestätigt. — Die Schlucht bil« Muld/,.^ ^"k zwar noch immer liefe, aber doch nur glriH l - ""ge Eiusenkung, und Vincenz kletterte so- n: nter. die na^^^llt sie. und mit großer Anstrengung auf dienenden Seile hinter sich schleifend, stieg er fiel ibln ^'dkren Seite empor. Als er oben anlangte, tiefer m.'is'^"' "m den Hals und dankte ihm in so entV?"2 lür den übermenschlichen Beistand in »neinen, V?"' ^°'h und Gefahr. „Nie - nie in ^szurul,,,. 7" l"^e er und ließ sich, um wieder lch Vera/« ""l ""eu breiten Stein nieder, — werde U'M", was du für mich gethan hast!" Vincenz fühlte sich in seinem ganzen Leben nie so glücklich, wie in dieser feierlichen Stunde, — am Grunde eines grauenvollen, unwirlbaren und fchrccklich zerriffenen Vergkcsscls, über welchem sich hoch oben das Blau des Himmels wölbte. In der gedrängtesten Kürze und so weit es ihm seine außerordentliche Mattigkeit erlaubte, erzählte nun Axselm, wie wunderbar ihn Gott bei dem Ab» stürz beschützt habe. „Bei der schwindligen Höhe, von der ich ab« g'stürzt bin — sagte er, — hätte ich mich hundertmal zerschmettern müssen, wenn die Felsen dort oben einen Vorsprung gehabt hätten, nnd wenn ich nicht auf ein weiches Geröll aufgefallen wäre. Nur die Allmacht Gottes hat mich vor dem Brechen des Genicks und vor einem Bruch des Kreuzbeines wahrscheinlich meine feste Waidtasche bewahrt. — Ich weiß nicht, wie lange ich in meiner Betäubung dahingelrgen biu, aber es ist mir wie im Traume vorgekommen, als hätt' ich den Ruf deiner Stimme gehört und als hätt' ich es auch versucht, darauf zu antworten. Wie ich wieder zu mir gekommen bin. ist es tiefe, finstere Nacht gewesen, und ein grimmiger Frost schüttelte mich am ganzen Leibe. Ich habe mich nicht getraut, mich von meinem Fleck zu rühren nnd wäre auch zu schwach dazu gewesen. Der Schmerz von der Prellung der Füße hat mich fast wahnsinnig gemacht. So bin ich halb ohnmächtig, halb stumpfsinnig mehrere Stunden lang gelegen. — Bei dem etsten Dämmerlicht des Tages hab' ich einige Klafter unterhalb meinen Stutzen liegen sehen. Mit zerschlagenen Gliedern, schier nicht imstande, aufrecht zu stehen, bin ich dann auf dem Geröll langsam abwärts gegangen, um einen Ausweg zu finden. Du kannst dir vorstellen, was für eine Verzweiflung in diefem greulichen Schlund hier meine Seele erfasst hat!---------Ich bin bei meinem Umher- spähen auf diesen Platz Hieher gekommen und habe — jetzt zu meinem größten Glück! diesen Uebergang gefunden. — Ach Vinccnz! Ich hab' an dich gedacht, aber ich hab' an aller menschlichen Hilfe verzweifelt. Dann bin ich zu den kleinen Föhren dort hingegangen und habe mich vor äußlrster Mattigkeit niedergelegt. Ich habe „Reu' und Leid gemacht" und meine arme Seele unserm Herrgott empfohlen. Bei all meinem Elend und trotzdem ich von der Höhe herunter drei Schüsse gehört habe, bin ich vor Müdigkeit fest eingeschlafen. Erst bei deinem Zuruf, und als ich deutlich meinen Namen gehört habe, bin ich wieder hell aufgewacht, und wie ein Engel des Herrn bist du mir erschienen, da ich dich auf der Felsplalte dort gesehen und erkannt habe!" Vincenz fchüttclte dem Kameraden warm die Hand und rief in stürmischer Fröhlichkeit: „Gott selbst muss im Himmel Freude darüber haben, dass er dich so wunderbar gerettet Hal. Und wie wird sich die Burgi freuen, wenn wir ihr dies erzählen.'" Anselm drückte ihn neuerdings an die Brust. Jetzt aber drängte Vincenz: „Versäumen wir weiter keine Minute mehr, damit wir wieder hinaufkommen an die Oberwelt! — Wir muffen auf die andere Seite hinüber, weil diüben das Aufziehen mit mehr Sicherheit geschehen kann und weil ich dort den Aufzug schon kenne. Komm und halte dich fest an mich!" Sie stiegen nun in die felsige Einsenkung hinab und gelangten endlich nach großer Mühe auf die andere Seite, wo Vincenz herabgekommen war. Mit der thunlichsten Schonung Anselms klommm sie im Gerölle noch so weit als möglich auswäNK bis zu dem Punkte, von wo das Emporziehen am Seile beginnen konnte. (Fortsetzung solgt.) «aibache» Zeitnna Nr. 82 «9N 11. April 1888. und zollt dabei dem neuernannten Statthalter für sein bisheriges Wirken auf dem schwierigen Prager Posten vollste Anerkennung. Selbst solche Blätter, welche gewohnheitsmäßig sonst jeden Regierungsact angreifen, wissen diesmal nichts gegen denselben vorzubringen." Auch in auswärtigen Blättern finden wir eine Reihe anerkennender Aeußerungen über die bisherige Thätigkeit des Freiherrn von Kraus. So heißt es in einem Wiener Briefe der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung": „Mit erfahrenem Blicke fand Graf Taaffe den Mann heraus, der, wie wenige, geeignet war, in Böhmen nicht nur Ruhe zu schaffen, sondern auch zu erhalten. Das war eben FML. Baron Kraus, im weiten Reiche hochgeachtet als Mann des unbeugsamen Rechtes. Mit dem strengen Festhalten am Gesetze verbindet er militärische Entschiedenheit, und in der Festigkeit seines Charakters bietet er volle Garantie gegen jede parteiische Agitation nach der einen oder anderen Seite hin. Ihm wnroe denn die Leitung der Statthaltern in Böhmen übertragen, nnd seit er auf seinem Posten erschien, herrscht im Lande die tiefste Ruhe. Ernste Maßregeln erwiesen sich als übetflüssig. Man wusste, dass man es mit einem Manne zu thun habe, der sich schlechte Späße nicht gefallen lässt, und das genügte. . . . Die definitive Ernennung des Baron Kraus kann demselben zu hoher Genugthuung gereichen, denn sie ist eine Auszeichnung und vor allem eine Kundgebung des Allerhöchsten Vertrauens. Sie besitzt aber auch eine all< gemeine politische Bedeutung, denn sie zeigt, dass Graf Taaffe unerschütterlich beharrt auf dem einzig richtigen Standpunkte, den er von Anfang an eingenommen: dass er nicht nach links und nicht nach rechts abirrt. Er will, dass die Administration unbeeinflusst von Parteimotiven sei, speciell in Böhmen beiden Natio» nalitüten gegenüber strenge Gesetzlichkeit walten und den culturellen wie nationalen Intrrrssen beider gleiche Rücksicht und Schonung augedeihen lasse." — Das „FrankfurterIournal" schreibt: „Baron Kraus hat sein unter schwierigen Verhältnissen übernommenes Amt eines „Statthaltereileiters" zur Zufriedenheit aller Parteien in Böhmen verwaltet. Deswegen wird er eben jetzt definitiv Statthalter. Die Ueberzeugung hat er befestigt, dass jedem Störer des Landfriedens nach Rechten begegnet werde." Das „Tri ester Tagblatt" wirft einen Rückblick auf den abgelaufenen Sessionsabschnitt des Reichs» rathes und constatiert, dass in der Bevölkerung nichts von jcner Erbitterung zu benurkcn sei, mit welcher die Parteien im Abgeoronetenhause einander befehden. „Ueberall wird vorausgesetzt — so heißt es dort — dass die politischen Parteien einander mit Achtung entgegenkommen, dass sie ihr Wollen nicht gegenseitig verdächtigen, dass sie sich als Kinder desselben Staates fühlen und trotz aller Gegensätze in den Anschauungen neben einander leben. Das ist bei Ui.s nicht der Fall____ Von beiden Seiten wird täglich der Versuch erneuert, Bitterkeit auch in die Bevölkerung hinauszutragen, auch sie zu entzünden. Zum Glücke sind die Völker für diese Politik nicht reif. . . . Folgt nicht aus dem Umstände, dass die Alarmrufe aller Parteien nicht imstande sind, die große Mehrheit der Bevölkerung zur activen Theilnahme an der Politik zu bewegen, dass diese Mehrheit von derselben nichts erwartet? Und wenn man sich diese unanfechtbare Wahrheit vor Augen hält, wozu die Declamationen, die höchstens die Gemüther der Jugend verwirren, wozu die Aussaat an Hass, die ja doch zertreten weiden müsste, wenn sie einmal in die Halme schöße?" Mittelschulgesetz-Entwurs für Ungarn. Man schreibt der ,.Pol. Corr." ausVuda ftest: Der in recht ungeschickter Weise zusammengesetzte Unterrichtsausschuss des Abgeordnetenhauses hat nach monatelangen Berathungen den Mittelschulgejrtz-Ent' wurf, der dem Hause schon seit Jahren in wiedetholt modificierter Gestalt vorgelegt wird, in ganz unerwarteter Weise abgelehnt. Es geschah dies, trotzdem die Regierungspartei im Ausschusse eine große Majorität besitzt. Die Ablehnung erfolgte, weil die katholischen Mitglieder des Ausschusscs eine zu große Begünstigung der Protestanten auszustellen fanden, die Evan« nclischen aber und Kaluiner einen zu^großen Einsiuss des Staates auf die confessionellen Schulen befürchteten und es aus diesem Grunde vorzogen, mit den Sachsen gegen den Entwurf zu stimmen. Letztere opponierten theils aus confcssionellen Gründen, theils weil sie eine weitere Beeinflussung ihrer Schulen seitens des Staates perhorrescieren. Da infolge dieses Resultates sowohl der Präsident als die Schriftführer des Ausschusses resignierten, dürfte dem Hause wahrscheinlich gar kein Bericht erstattet werden, so dass der Unterrichtsminister die Vorlage jetzt einfach zurückziehen wird. Wer aber glauben wollte, dass die Sache damit abgethan sei, würde sich sehr täuschen; gerade diese Abstimmung hat alle Anhänger des vollen Einflusses des Staates auf die Mittelschulen — und dieselben bilden die große Majorität des Abgeordnetenhauses — zu der Einsicht gebracht, dass den verschiedenen sich über« hebenden Konfessionen gegenüber endlich Front gemacht nnd ein Gesetz geschaffen werden müsse, welches die jetzigen unhaltbaren Zustände beendet. Im Herbste wird der Minister den Gesetzentwurf mit geringen Modificationen dem Abgeordnetenhaus wieder unterbreiten, und voraussichtlich wird die Regierung zu< gleich Sorge tragen, dass der Ausschuss eine andere Zusammensetzung als die gegenwärtige erhalte, so dass die Vermuthung wohl begründet erscheint, dass die Vorlage in kurzer Zeit dennoch Gesetzeskraft erlangen wird. Vom Ausland. Nach einer der „Pol. Corr." aus Belgrad zukommenden Mittheilung ist daselbst aus Wien der Bericht eingetroffen, dass Se. Majestät der Kaiser dem serbischen Gesandten in Wien, Dr. Philipp Christit, anlässlich der Notification der Proclamierung Serbiens zum Königreiche einen überaus huldvollen Empfang bereitet und ihn neuerdings mit dem Ausdrucke seiner besten Wünsche für das Wohlergehen des Königs Milan, der königlichen Familie und des Königreiches Serbien betraut hat. Se. Excellenz Dr. Christiö hat sich zum Zwecke der Notification nach Rom begeben. Die deutschen Blätter beschäftigen sich angele« gentlich mit Berechnungen des muthmaßlichen Ausfalles der Abstimmung im Bundesralhe über das Tabak monopol. Aus München wird mit Bestimmtheit gemeldet, dass die sechs Stimmen Vaierns gegen das Monopol werden abgegeben werden; dass Sachsen und Baden dagegen stimmen werden, gilt für gewiss, von Hessen erwarten die Gegner des Monopoles dasselbe oder wenigstens die Stimmenthaltung. Indessen wäre damit die Mehrheit für das Monopol noch keineswegs gefährdet, mehrere Negierungen haben noch keine bestimmte Entscheidung getroffen. — Das preußische Abgeordnetenhaus, das am 18ten Mai wieder zusammentritt, hat noch eine Reihe von Regierungsvorlagen vor sich, von denen cs, nm die „Kölnische Zeitung" meint, im Laufe der SeWü kaum mehr erledigen wird als die verschiedenen ElM-bahnvorlagen. ., Ueber das, was die französische Regierung nm Tunis vorhat, sagt eine halbamtliche Mitlhemlng. „Der Ministerpräsident von Freycinet erachtet, da!» der beste Weg, für einen Plan znr NeorgamslerM von Tunis die Zustimmung der Mächte zu erwii "'. darin bestünde, rine Verwaltung einzuführen, lliMe sich zwar von den französifchen Traditionen WM. lässt, aber doch auch den Anschauungen und ^^lNs' nissen der Unterthanen des Bey die ausgiebigste ^ nugthuung gewährt. Die französische Regierung unM ohne Verzug zu einer Lösung gelangen, welche geeignet wäre, alle Belheiligten zufriedenzustelleli. ^ ist leicht möglich, dass der neue Ministerresident 3"» Cambon eine Rundreise durch die Regentschaft uutc^ nimmt, um genau zu ermitteln, wie die Neforntt>> dnrchzusühren und die Interessen zu schonen watt»» Die vom Ministerium des Aeußern eingelanfenen Depeschen constatieren, dass sämmtliche Mächte, welche in Tunis Interessen haben, sich durch die jüngsten l^ tlärungen des Herrn von Freycinet im Senate I^ beruhigt zeigen." Für England dauern die irischen "^l legen he iten fort, und sie werden jetzt noch dlNH amerikanische Einmischung gesteigert. In der lll'.t^ Haussitzung vom 4. d. M., der letzten vor den O>n'^ ferien, ersuchte Sir Henry Drumond Wolfs den P"' mier um Auskunft über die von der Regierung ^ Vereinigten Staaten an die Regierung Ihrer Maj^ gerichteten Vorstellungen über gewisse als „uerdächu^ in Gefängnisverwahrsam in Irland gehaltene awel' lanische Bürger irischer Nationalität. Mr. Gladsto» gab den Empfang derartiger Vorstellungen von ^ amerikanischen Regierung zu. Unterhandlungen ,tN> derselben fänden gegenwärtig noch statt; doch sel ^ noch nicht in der Lage, über deren Zweck und A»^ gang Auskunft geben zu können. Inuetrcff der tM' teren Frage, ob Ihrer Majestät Regierung von o" amerikanischen Auskunft erhalten habe bezüglich ^ vom amerikanischen Boden ausgehenden Anreizunge zu Gewaltthätigkeiten in Irland, müsse er autwoll^ dass von der amerikanischen Regierung noch keine M theilung über diesen Punkt eingegangen sei. Die M der Inhaftierten, welche die amerikanische Nationals in Anspruch nehmen, belaufe sich auf vier bis sea?' Hierauf beantragte Gladstone formell die VertaM des Hauses bis zum 17. April. Hiebei entspann M durch die Anregung Mr. Garsts eine lange Deba^ über die Lage Irlands und die daselbst herrsch^ den Zustände. Garst bezog sich in seinen Anführunge" auf oie von Nichtern nicht aus politischen Motivs sundern in Ausübung ihrer richterlichen Amtspflicht^ abgegebenen Erklärungen über die in Irland hsN schenoe Gesetzlosigkeit, die Unzuverlässigleit der zu eN" wahren Absurdität gewordenen Schwurgerichte ^ Agrarverbrechen gegenüber, die Sympathien der V völteruug für diese Verbrechen. Der Redner schob ^ Schuld an diesen Zuständen der Regierung zu, " welcher das Land benn Wiederzusammeutritte oesP^ lumentes eine klare Erklärung ihrer irischen P^ erwarte. Mr. Gladstone erkannte in seiner ^ widerung den Ernst der Zustände in Irland vo" kommen an, wies jedoch Uebertretungen zurück. A. Vorredner habe Mr. Forsters mit Ausdrücken erway"' welche selbst das über alle Maßen ernste und "> geheure Unheil, welches die Verhältnisse beheM^ DaudctS Arbeitsweise. Der Process des Werdens besitzt ganz beson« deres Interesse, dessen Reiz noch wesentlich erhöht wird, wo ein vornehm psychologisches Moment hinzutritt und es sich um das Entstehen eines Kunstwerkes handelt. Jeder Hinweis, der uns in dieser Richtung wird, erscheint uns kostbar, und wir fahnden in Biographien. Memoiren und Denkwürdigkeiten eifrigst danach, froh, wenn wir daraus felbst nur nebensächliche Schaffenseigenthümlichkeiten eines Künstlers in Erfahrung bringen. Um wie viel größeres Interesse muss es da noch für uns haben, wenn ein solcher selbst uns in seine geistige Werlstätte blicken lässt und uns freimüthig Aufschluss ertheilt, wie dies oder jenes in ihm entstanden und wie er es gestaltet. Alphonse Daudet hat jüngst in der „Nouvelle Revue", man könnte sagen, eine Art Rechenschaftsbericht über das Entstehen seiner Romane abgelegt, der zweifellos inter« essant genng ist, in Betracht gezogen zu werden. Seine Elläutcrungen ermangeln einer gewissen Ursprünglich-keit in ihrer gar sorgsamen Ausarbeitung, doch tragen sie eben solcher Weise unbewusst noch zur Charakters sierung von Daudets Schaffen bei. Die künstlerische Zielbcwusstheit hält stets bei ihm den Impuls nieder. Liegt auch in Daudets Wesen nicht jene Ursprünglich-trit und jener Zug von Naivetät, dem man bei Künstler-vawren häufig begegnet, so erkennen wir doch in diesen H,N^" eine unverholene Aufrichtigkeit, wie sie N« ^"V"". "ur selten eigen zu sein pflegen. -Offen hebt Daudet gleich mit dem Bekenntnisse an, dass ihm der Gedanke zu seinem ersten Erfolgswerke, dem Romane „Fromont Ieune et Risler Aine", während einer Vorstellung seines ganz hübsch geschriebenen, aber nicht erfolggelohnten Stückes „L'Arlc« sienne" im Vaudeville - Theater gekommen sei. Die hübsche Landschaftsdecoration betrachtend, sich an der ländlichen Scene nnd den ländlichen Melodien, welch? die Pastorale Handlung begleiteten, erfreuend, fiel ihm bei, dass die Pariser möglicherweise denn doch durch ihnen Näherliegendes auch lebhafter interessiert wür. den, und dass er gut daran thun würde, einen Stoff dieser Art zu behandeln. Er wohnte damals im Ma-rais, und da war es ganz natürlich, dass er den Schauplatz seines nächsten Stückes dahin verlegen wollte, und dem ersten Plane nach sollte „Fromont et Risler" wieder ein Schauspiel und nicht ein Roman werden. Er bemerkt dazu: „Die Fabel von Fromont ist ziemlich bekannt und etwas romantisch, doch sind die Typen vollkommen wahr, getren nach der Natur copiert. Nach der Natur", wiederholte er, besonderen Nachdruck auf diese Versicherung legend. Wie es scheint, hat Daudet die Gewohnheit, jeden marcanteren Eindruck zu notieren und so, gewissermaßen Photo-graphisch, Züge festzuhalten, die ihm künstlerisch ver. werlbar erscheinen und von welchen er im geeigneten Augenblicke Gebrauch macht. In sehr einfacher Weife sucht er seine „romauu ü. cwl" zu entschuldigen, deren einige allerdings mehr von seinem Aeobachtungssinne und seinem Eingehen auf den Sensations-Fanatismns des Publicums als von feinem künstlerischen Geschmacke Zeugnis ablegen. Mit einiger Entrüstung klagt unser Romancier: «Die Leute haben über die persönliche Tendenzen einiger meiner Romane großen Lä'rlN g schlagen und selbst sogenannte „Schlüssel" veiöff" licht, die Originale meiner fictiven Charaktere den"' cierend. Sie haben dies gethan, ohne zu bedenk' dass ja auch die Gestalten meiner anderen 2v^. ebenso nach lebenden Menschen gekennzeichnet st,''/ nur mit dem Unterschiede, dass der Leser diese OW nale nicht kennt." .^ Ja Daudet gesteht sogar zu — ein nach" gerichtlichen Entscheidung gegen Zola besonders ben' , lenswerter Punkt — dass er mitunter nicht elM den Namen der geschilderten Person geändert ya Er sieht offenbar m dieser künstlerischen Vcrwellw» lebenden und empfindenden Materiales durchaus ^ Anstößiges. Ausdrücklich versichert er. dass alle <^ fönen im „Fromont" aus dem Leben gegriffen ": ja ganz kürzlich noch gelebt hätten. Er erzählt sog,^ „Was den alten Gardinois anbelangt, so ha^.g durch feine Schilderung jemanden, dem ich aufr'/^ geneigt bin, arg verletzt; allein ich konnte nicht an" ^ ich niufste diesen Tyvns eines selbstsüchtigen " furchtsamen alten Mannes fchildern, den echte" H^ u-nu, der, auf einer Terrasse stehend und seinen «? '^, übersehend, mit girrigen Blicken seine Pach'lM ^„ der und Wälder beinahe verschlingend, scinen K» „ zuruft: „Was mich am meisten freut. ist. dass, ^ ich fort bin, keines von euch reich genng se»n ^ ^, all das allein zu besitzen." Dass irgend !"'"'" ^ solcher Porträtierung Böses finden könne. vcg,., Daudet gar nicht, und Empfindlichkeit iu dieser " Lailiacher Zeltnug Nr. 82 697 U. April 1882. überkleben. Durch solche übertriebene Färbung, fuhr !. I?'" l°"' "ud aber nichts gewonnen, d^nn ole «dache lst zu ernst. Das Budget des französischen Kriegsmini, steriums für 1883 f^uft sich auf 587.053.799 Francs, d. i. um 15 Mil> »«? ,. ?'^ Francs höher als das Budget von ^ c!. " b"! Effrctivstand der Armee liegen fol« ^lwe Vaten vor: Es gibt noch drei Marschälle von 'Nanlreich. die Herren Eanrobert, Mac-Mahon und "Weuf. Man zählt 95 Divisionsgenerale der ersten 10^" .^^ "^'^ ^er zur Disposition gestellt). b?l> Vl"''""^enerale, die in der ersten Section bei« s3 ).' ""den, aber mit keinem Commando ver. 1? c ^^ Arigadegenerale der ersten Section, ^,, '"''"nsgenerale ^nd 30 Brigadegenerale der m>5 ? ^^"'°" (Neservs). 167 Generalstabsofficiere au« i»?"^ Generalinteildanten. Das Effectiv besteht lon?., ?Unen-Infanterieregimentern zu 4 Batail. 30 ^' ' le 4 Compagnien nM 2 Depotcompagnien. kj„. "L^erbataillonen. 4 Zuavenregimentern. wovon lell., ^tcompagnie in Frankreich. 3 Bataillonen 1 'l"''' ^ Dragoner.. 20' berittene Jäger, Ala?? ""Uimenler f"r das Inland und 2 für afritanifcher Jäger. 3 Rea> ei« y^M's' "«es der letzteren liefert der Marine lerie " 7^"ng für die Senegal-Colonie. Die Artil-Ge„^ '°'^ ^^ und das Genie 4 Regimenter. Die N^i!,"? 'st 23.375 Mann stark, wovon 1025 in endlich l>^"?' ^'^ ^a.io" der republlkanifchen Garde 3>^ !u?^ Mann. auf 3??^^" bes Justizministeriums belauft sich Fran^k /42 Francs, d. i. ebenfalls nm 307.900 berufn c . ^s das vorjährige. Die Mehrausgaben schen W,?Ä. weiteren Durchführung der französi-CultusmN ^"'^^"^ l" Algerien. Das Budget des dem^usl' ?^' welches gegenwärtig wieder mit Francs k"^Mliln verbunden ist, beträgt 53.528,236 Voriab'r«. k ^ ^." 3ü,000 Francs weniger als die im _________________ ^agesnmigkeiten. ^"lchlaucht5s^V^''cht.) Se. k. und l. Hoheit der der .H„s6!'e Herr Erzherzog Albrecht traf. wie April abei^ ^ und Vorarlberg" meldet, am 3ten ^ d. Nt ' ""^ ^rco in Trient ein. wohnte am "bends n ^^ Manöver bei Pergine bei und reiste Ther^l ^^ Troufseau der Prinzessin 'Nterett ^"^ "nd zu Liecht cnstein.) Ueber diese Mj^''"ute Ausstellung erhält die „Presse" die folgende de3 9' lu^g.: 2u den sogenannten Prinzessinzimmer» lie^ f ^enstein'schen Wohnpalais in der Alserbachstrahc ^esick/ ^"^ morgens die gesummte Ausstattung zur bon U ' "U "^ "elche die künftige Prinzessin Therese l'ekonin^' '"^'" '"^ s" s"l!"l dürfen, in die Ehe mit-^äum " wenigen Personen ist es gestattet, in diese h°he 5, ""^" neugierigen Blick zu werfen, hat ja die geben -^ ^""2e Weisung an den Haushofmeister ge> Ja dn/ r Zudringlichkeit den Eintritt zu verwehren. Wie e« >!'^ "" Brautkleid, würdig eines Fürstcntindes. stände ^^ jungfräulicher Frische von einem hohcu ^rom? ^^"^ "'s die anderthalb Dutzend Soiree-, Reise- „ud andere Costume schaut, welche in langer Reihe einen ganzen großen Saal einnehmen. Von welchem Stoff? hören wir fragen. Nun. natürlich von weihcm AtlaS. aber von so tadelloser Glätte und so vornehmer Schwere, wie bcideS nur dem Satin Duchesse eigen ist. Die Taille ist hochliegend. Aermel lang und eng, die Schleppe zählt über zwei Meter, und wenn Sie sich die kostbaren Brabanter Spitzen, die reichen Myrtenguirlanden und Orangenblüten dazu denken, mit denen das Kleid selbst höchst geschmackvoll drapiert und garniert ist. so glaube ich, werden Sie die lauten Aus» rufe der Bewunderung begreifen, die von den znrten Lippen verständnisvoller Besnchcrinnen beim ersten An« blick der „Staatsrobe" helvortönen. Die Spitzen, welche ein kleines Kapital repräsentieren, hat die Prinzessin Therese selbst geliefert. Von den übrigen Costumen ist namentlich ein Soireekleid aus blauer Seide mit weihen Altasstrcifen — die baicrischen Farben — erwähnungs« wert. Hier sind die Aermel kurz und die Taille knapp ausgeschnitten. Ferner ein purpurrothes, von unvergleich' lichem Schimmer und Lyoner Seidenstoff, Weiße Spitzen heben die Taille und kleine gerippte Volant vom Stoff des Kleides legen sich wie niedliche Wellen auf hoch« gehendem Meer um die Corona. In dicfem Genre zählt der Trousseau noch zehn andere Noben, meist Seide oder Atlas von einheitlicher Farbe. Drei Hausroben, hübsche Muster, einfache Garnierung im modernen Boudoirschnitt, müssen unzweifelhaft den Beifall jeder Dame finden, ebenso eine Anzahl Promeuadekleider von schwarzem Sammt oder mehfarbigem Tuch; sie hängen etwas weit entfernt vom Brantklcide, des Erfolges gewiss, den auch sie später bei den Spazierfahrten im «Englischen Garten" im Parke des „Nymphenburger Schlosses" oder gar im „Lindcnhof" ernten werden. Die schöne Welt von München versteht ja auch etwas uom „Chic" der Toilette. Die Zuthaten zur Battistwäsche. vom kleinsten Foulard bis zum eleganten Bademantel sind von Montreux gekommen. Wollte man die tausenderlei Stücke alle zahlen, und jedes einzelne, wie die Stickerei und Näherei bewundern, so müsste man wahrlich so viele Stunden in den Prinzessinzimmern verweilen, als uns Minuten vergönnt sind; genug, dass ein oberflächlicher Blick zeigt, dass dem Geringsten wie dem Bedeutendsten fürstliche Eleganz und kluge Solidität aufgeprägt ist. — (Todesfälle.) Aus Stanislau wird dem „Wiener Tagblatt" das plötzliche Ableben des Herren-hausmitgliedeS und Gutsbesitzers Nikolaus Freiherrn v. Nomaszlan gemeldet. Baron Nomasztan. geboren am 7. März 1811 zu IspaS in der Bukowina, stammte aus einer reichbegüterten armenischen Familie. Er wurde am Theresianmn in Wien erzogen und trat IK33 als Eonceptsprakticant bei dem galizischen Gubernium in den Staatsdienst. Später wurde er Kreiscommisfär bei dem KreiSamtc in Lemberg. 1839 trat er. um sich aus' schließlich der Verwaltung seiner wcitauSgedehnten Güter zu widmen, wieder aus dem Staatsdienste. Am 18ten März 1857 wurde er (bis dahiu Nitter v. Nomaszkan) in Berücksichtigung seiner, insbesondere in den Jahren 1846 und 1848 bewiesenen patriotischen Haltung, in den Freiherrnstand erhoben. Am 13. Februar 1860 .erhielt er den Orden der eisernen Krone dritter Klasse; am 18. April 1861 Wurde er als lebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus berufen, wo er zu wiederholten-malen in Commissionen gewählt wurde. — Am 27sten März d. I. starb in Madrid in jugendlichem Alter Baron Georg v. Dobrze nski. Attache der österrei-chisch'Ungarischen Gesandtschaft in Spanien. Baron DobrzcnjkN. ein Neffe Sr. Excellenz des Neichs-Kricgs. ministers Grafen Vylandt-Nheidt. hatte die juridischen Studien an der Präger Universität absolviert, und nachdem er ebendaselbst die Staatsprüfungen abgelegt hatte, bei der l, l, Statthalterei in Prag als Conceptsprakti. cant gedient. Im März 1879 trat Baron Dobrzensky in das k, und l, Ministerium des kaiserlichen Hauses und des Aeußern und wurde im Mai 1880. nach erfolgreich abgelegter Diplomatenprüfmig. als Attache drr öster-reichisch'UNgarischen Gesandtschaft in Spcimen zngetheilt. Der hochbegabte mid liebenswürdige, mit den seltensten Eigenschaften deS Geistes und Heizens ausgrstülttte junge Mann wusste sich daselbst in kurzer Zeit nicht nur die volle Achtung und innige Zuneigung seines ChesS und seiner College», sondern auch diejenige aller, welche mit ihm in Berührung kamen, zu erwerben; er erfreute sich in der spanischen Gesellschaft allgemriner Beliebtheit und wurde auch von Ihren Majestäten dem König und der Königin von Spanien bei jeder Gelegenheit ausgezeichnet. Eine heftige Lungenentzündung warf ihn am 20, März aufs Krankenlager, welches er, trotz drr ausmertsamsten Pflege und der sorgsamsten Behandlung durch den Leibarzt der Königin Dr. Niedl, einen deutschen Arzt, Dr. KiSpat, und einen spanischen Arzt, Dr. Caftedevila, nicht mehr lebend verlassen sollte Sein Tod, dem er nach empfangenen Tröstungen der Religion mit Muth und Ergebenheit entgegensah, erregte in allen Kreisen Madrids ebenso wie in drr Heimat oeS Geschiedenen die tiefste und fchmerzlichste Theilnahme, Baron Dodlzenjtu wäre, wenn ihm längeres Leben beschieden gewesen wäre, gewiss eine der Zierden seines Standes geworden und hätte seinem Vaterlande ohne Zweifrl ersprießliche Dienste geleistet. Die Leiche wurde «ach Pottenstei» in Böhmen überführt und dort in der Familiengruft zur letzten Nuhe bestattet, — (Die Last einer ha lbe n Mi l l io n) Der Giro» und Easslnverein in Wien übersiedelt dirscrlage von der Strauchgasse in sein eigenes Haus in der Nockh-gasse. Der Umzug ist mit großen Mühen verbunden. Eine der schwierigsten Arbeiten beim Umzüge bot die Ueberführung einer halben Million in Silbergulden Je 500 Stück wurden in ein Säckchen gezählt, welches sorgfältig versiegelt und unter den Augen eines Sicher-heitswachmanneS auf einen langen, breiten Streifwagen gelegt wurde. Viele hundert solcher Söckchen wurden vor zahlreichen Zuschauern auf den Wagen gebracht und mit einer Leinwand sorgfältig zugedeckt. Ein Beamte der Bank und mehrere Diener bildeten die Cortege. Der Kutscher musste die Pferde wiederholt aufmuntern, bis sie sich entschlossen, die Last einer halben Million in zwei Partien fortzubringen. Die Pasfanten, die dem Umzüge beiwohnten, folgten mit Interesse der eigenartigen Procedur, und viele derselben meinten, dass die „Niisser" daS Angenehme ihrer Last gar nicht zu würdigen wissen. — (Gesellschaft der Töchter der göttlichen Liebe.) Die Gesellschaft der Töchter brr gött« lichen Liebe in Wien, welche unter dem Allerhöchsten Protectorate Ihrer Majestät der Kaiserin steht, wnrbe vom hochwürdigsten Herrn Erzbischof Dr. Josef Studier nach Sarajevo berufen. Wie wir erfahren, gedenken die Schwestern noch in diesem Monate nach Sarajevo abzu» reisen, um dort eine Unterrichts« und Erziehungsanstalt zu eröffnen. — (VomBlihe erschlagen.) In Kis-Zombor, Torontaler Comitat. ist, wie dem „Pester Lloyo" berichtet wird. diesertage ein großes Gewitter mit heftigem Hagelfchlage niedergegangen. Der Blitz hat zwei Menschen erschlagen, zwei wurden verletzt, — (Der Briefpostverkehr der Welt.) Im Jahre 1881 wurden in jene Länder, welche dem allgemeinen Postvereine angehören, 3 Milliarden 866 Millionen Briefe abgesendet. Hiezu kommen 649 Mil» lionen Postkarten, 3 Millionen Postkarten mit gezahlter Antwort. 1 Milliarde 983 Millionen Zeitungen. 1 Mil- LeneV^eml ihm als ein himmelschreiendes Unrecht "Ihr w ln '^ und den Künstler. Seine Logik lautet: Nete Ni,?/ ""^ dem Leben, nach der Natur gezeich-aus 2" und Gestalten, und ihr fühlt euch durch. Otinj.."! ^rletzt, wenn ich euch folche vorführe, deren ber l^si /hl nicht persönlich kennt; ist aber letzteres bleib» k' ^? schalt ihr Zeter über diesen Frevel. Wo ^ d'e Folgerichtigkeit?" det de m so leichtem Gleichmuthe behandelt Dau-Und Si, ""ms gelegentlich allzu großer typischer "nd 3^ll'onsähnlichkeit mit Romanen von Dickens Zufall? . h' Aehnlichkeiten, die er ganz einfach als die N/'Art. Den marcantesten Zufall dieser Art, 'nit 5k" Verwandtschaft der Sidmuc in „Fromont" l'«nienm3""^ Vecky Sharp in ..Vanity Fair", die lich iwI,Ä,s'" ber Schmuckscene gipfelt, lässt er ganz-silier ^ "^' Daudet verfährt darin wie verschiedene einen 5>/"ch zeitgenössischen — Landslrute, die sich lasse« w n ' ^^ Situation nicht darum entgehen teich °f°"e"' weil ein anderer schon vorher — erfolg-Auch "°er erfolglos — Gebrauch davon gemacht, seine N? .""" '^ gelten lassen. dass, so indiscret ^eNuna! ! ^"e manchmal auch sein mag. seine Ver-doch ej?„ ^ «"lch Beobachtung gesammelten Materiales Wir ni m«l« - " künstlerische ist. Bei ihm begegnen ^schein .. i.'"" bei modernen Autoren so häufigen handluiw ^ ^ brüchigen im Stoffe und seiner Ve-bebten „^V^^n Plasticitätsabstande zwischen dem ""s Einen. n<« b"zu Erfundenen. Bei ihm ist alles "em Gusse, jede Gestalt ist lebensvoll, und die (iinbildnngskraft ergänzt organisch das Beobachtete. Es ist ganz möglich, dafs Daudet des gelegentlich Rücksichtslosen, ja Grausamen in seiner Verwertungs-methode des Erlebten gar nicht gewahr wird, in der Empfindung seinem Werke sein bestes Wirken und Können zu schulden; so viel ist gewiss, dass er in dem beregten Aufsatze das Delitt — im moralischen und gemüthlichen Sinne genommen — zwar under» holen einbelennt, aber jeden Vorwurf darüber mit voller Entrüstung zurückweist. Noch eingehender setzt er bei „Jack" die Verwer« tung des Erlebten, die Porträtierung lebender Per» sonen auseinander. Vielleicht ist es ein Zug der oft gefcholtenen, viel verfpotteten „deutschen Sentimentalität", wenn wir eingestehen, dass es uns denn doch recht unangenehm berührt, wenn wir da erfahren, dass es gewissermaßen ein Freund und eine Perfon, gegen die er sich wohlthätig erwiefen. ist, die der berühmte Romancier in seinem Helden literarisch verwertet hat. Wenn Daudet naiv fragt: „Warum verübelt ihr mir die absolute Lebenstreue in etlichen meiner Romane, die einigen Scandal hervorgebracht, da ihr euch derselben freut, sobald ihr die Leute nicht beim Namen zu nennen wisst", so möchten wir nach diesen Be» kenntnissen ihm beinahe letztere Naturtreue noch mehr verübeln. Wer irgendwie in der Oeffentlichkeit steht, muss es sich eben gefallen lassen, in gar mannigfacher Beleuchtung an die Oberfläche derselben gezogen zu werden, weit mehr aber widerstrebt es unserer Empfin» dung, den Freund in seiner vertrauensvollen Hingebung „verwertet" zu sehen. Freilich gibt es auch dafür noch einen anderen Standpunkt, den der Herrsche!macht des Talentes, das sich Allberechtigung vindiciert zu künstlerischem Zwrcke, ja das, wo das natürliche Vorbild nicht eben ein abstoßendes ist, eine gewisse Rücksichtslosigkeit sogar Pietät benennt. Wer weiß, ob sich Daudet bezüglich seines armen Freundes nicht sagt: „Schon ist er in Staub zerfallen, nnd kaum gedenkt auch nur hie und da noch einer oder der andere seiner ehemaligen Lebensgenossen des Armen, der bald ganz vergessen wäre. hätte ich nicht sein Bild entworfei« und so dem Leide. daS er empfunden, eine Theilnahme gewonnen, die jetzt noch manches Auge feuchtet, nachdem das feinige fchon geschlossen ist. Ich habe ihm ein Denkmal gesetzt, wer will mich darum tadeln?" Und doch. wie weh würde es dem armen Jack thun. sähe er seine Mutter so lebensvoll geschildert. Daudet kannte diese Frau einzig aus den Schilderungen des Sohnes, aus seinen Mittheilungen und Vcttrauens-ergüssen hat er ihr Bild zusammengestellt. Wie schmerz, lich würde Jack. der im Leben wie in dem „getreu" demselben nachgebildeten Romane schwärmerisch an der Unwürdigen gehangen, diese „Verweilung" empfinden ? Daudets „lli8t.oii'6 äe M68 1jvr68" ist stellen» weise so peinlich, als sie durchgängig interesjM und zu vielfachen Betrachtungen anregend ist. _________ (Wr. Ubdpst.) «aibachet ZeUnna gli. 82 «98 11. April 1888. liarde 23 Millionen Drucksachen, 64 Millionen Muster. 98 Millionen Pakete. Ferner wurden declariert 95 Mil-lionen Postmandate, welche einen Wert von 6 Milliarden 45 Millionen Francs repräsentierten. Locales. — (Die Feier der Auferstehung) am Eharsamstage hat in den Kirchen Laibachs unter sehr zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung und begünstigt von dem schönsten Wetter in der üblichen Weise stattgefunden. Der feierlichen Procession vom St. Nikolaus-Dome, die Se. fürstliche Gnaden der hochwürdigste Herr Fürstbischof Dr. Johann Chrysost. Pogakar führte, wohnten der Herr k. k. Landesvräsident Winkler, Bürgermeister Laschan, Handelskammerpräsident Kuöar, mehrere l. k. Beamte und Vertreter der Lehrkörper, Handelskammer- und Gemeinderäthe u. f. w. u. f. w. und eine große Menge anderer Andächtiger bei. Die Musikkapelle des l. k. 26. Infanterieregiments Großfürst Michael von Russland eröffnete den Zug. — (Der Ausschuss der „Matica Slo« vensla") hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den heimatlichen Künstler Herrn Professor Franke mit der Ausführung des Bildnisses weiland des Vereinsfträsi« denten Dr. Johann Bleiweis Ritter von Trste-niöki für den Berathungssaal der „Matica" zu be-auftragen. x — (Dritte Wohlthätigkeits . Vorfiel, lung) Nachdem für die heute und morgen stattfinden» den Wohlthätigkeits'Vorstellungen alle Logen und Sperrsitze bereits vergaffen, fo wurde, da die Nachfrage nach solchen noch lebhaft fortdauert, die Veranstaltung einer dritten Vorstellung am kommenden Donnerstag, den 13., eventuell selbst einer vierten am Freitag, den 14. d,, ins Auge gefasst. Vormerkungen werden, wie bisher, von 10 bis 12 Uhr in der Theaterkanzlei aus besonderer Freundlichkeit durch Frau Director Mondheim entgegen« genommen. — (Unsere freiwillige Fe uerwehr) wird sich an der Ausstellung, die mit dem im Sommer d. I, in Linz abzuhaltenden österreichischen Feuerwehrtage ver» bunden ist, betheiligen, und zwar beabsichtigt sie eine graphische Darstellung ihrer Gesammteinrichtung zur Ausstellung zu bringen. Der Ausfchuss hat in seiner letzten Sitzung zu diesem Zwecke 1()0 st bewilligt und die Herren Doberlet, Achtschin und Rüting mit der Ausführung des Planes betraut. — In derselben Sitzung wurde beschlossen, beim Magistrate den Verkauf einer von den kleineren fogenannten alten Stadtspritzen zu befürworten und die Ueberstellung der grüßern alten Stadtspritze in das Krakauer Löschdepot zu beantragen; ferner beschloss der Ausschuss die Anschaffung einer neuen dreitheiligen Steckleiter und einiger wollener Kotzen zum Schutze für die bei schlechtem Wetter von einem Brande zurückfahrende Mannschaft. — (Aus Veldes) schreibt man uns: Die Auf< erftehungsprocession hier führte der hochw. Herr Canoni« cus und Dompfarrcr Urbas aus Laibach. der auch das Hochamt am Sonntage hielt. — Das Wetter fchlug auch hier vom Samstage auf den Sonntag ftlötz« lich um, und war namentlich am Sonntage vormittags ein nicht unbedeutender Regen mit Schnee niedergegan« gen, dabei herrschte empfindliche Kälte. — (Der monatliche Vieh markt) am 8ten b. M. war nur sehr schwach besucht, Es brachten nur die nächst wohn^den Landleute etwas Vieh zum Auf» triebe, doch gab eö nahezu gar kein Gefchäft. -x- — (Fabriks brand) In der Osterberger Oel-fabrik bei Salloch, Eigenthum der Firma Wertheimer, brach am Charfamstage 2 Uhr nachmittags durch ethihte. mit Oel in Berührung gekommene Sägespäne Feuer aus. welches die Fabrik und die zahlreichen Vorräthe in kurzer Zeit verzehrte. Die Fabrik war bei der Triester Versicherungsgesellschaft Riunione adriatica um den Betrag von 140.003 st. versichert. -x- — (Mord.) Aus Vülkermarkt wird der „ Kl a genfnrter Zeitung" berichet: „Auf Grund eines am Abende des 1. d. M. in der Stadt verbrei» teten Gerüchtes, dass am Strutzekogel eine männliche Leiche gefunden worden sei, verfügte sich eine Gerichts-commiffion zur Vornahme des Localaugenscheines sofort an Ort und Stelle und fand dort thatsächlich die Leiche des Vaganten Josef Streicher mit zerschmettertem Schädel im Blute liegen. Derselbe war durch auf den Kopf geführte Streiche mit Steinen getädtet worden, und dürfte das Motiv zu dieser Gewaltthat entweder ein Act der Lynchjustiz oder Nachsucht irgend eines Genossen des Getödteten gewesen sein. Zur Ermittlung des noch unbekannten Thäters wurden bereits die nothwendigen Vorkehrungen getroffen." — (Literatur.*) Ueberall in Deutschland und Oesterreich regt sich seit einiger Zeit in den zunächst betheiligten Kreisen das Interesse für die Wiederbelebung des Kunstgewerbes, und unleugbar ist hierdurch bereits von der Geschmacklosigkeit, unter welcher die Einrichtung des modernen Hauses vielfach leidet, manches beseitigt worden: die Freude an Form und Narbe hat wieder bedeutend an Boden gewonnen. Un- f.i- 5.>si?^.^ "Ä" N"b"k Annezeisstc ist zu beziehen durch d,e hlesige Vuchhandlun« Jg. v. «lewmayr «r Fed. »amber«. > bestreitbar ist es jedoch, dass diese Bewegung bisher nur die Oberstäche berührt, dass nur die bevorzugten Klassen dieselbe aufgenommen haben. Der Grund hierfür liegt darin, dass. abgesehen von den Fachzeitschriften, die nicht für das Publicum bestimmt sind und auch nicht in dessen Hände gelangen, die öffentlichen Blätter nur gelegentlich dem Kunstgewerbe ihre Aufmerksamkeit schenken können. Ein bekannter Kunstgelehrter und Kritiker sprach kürzlich den Sah aus, dass der Frau, weil sie vor allem berufen sei. die Wohnung auszuschmücken, auch ein Hauptantheil an dem gemeinsamen Werke der neuen Renaissance eingeräumt werden müsse. „Die Reform muss von innen heraus, aus dem Schoße der Familie beginnen, wenn sie einen gedeihlichen Fortgang nehmen foll." Nirgends dürfte daher für die alte Kunst und das neue Gewerbe mehr gethan werden können, als in eincm weitverbreiteten Frauenblatte, wie die „Illustrierte Frauen-Zeitung", die mit dem Beginn des gegenwärtigen IX. Jahrganges eine stehende Rubrik „Kunstgewerbliches" eingerichtet hat und dort zur Anschauung bringt, was auf den verschiedenen Gebieten Neues geschaffen wird, Ganze Zimmereinrichtungen, das Arrangement einzelner Wände, Kunsttifchlerei. Schlosserei. Tüpferei, Tapezier- und Decorationsarbeiten, Muster für Tapeten, Teppiche. Vorhänge und Fußböden, Arbeiten in Metall. Glas «., Goldschmiedesachen. kurz alles, was zur Einrichtung und Ausstattung der Wohnung und zum Kunsthandwerk im allgemeinen gehört, wird den Leserinnen und Lesern vorgeführt. Die Redaction der kunstgewerblichen Rubrik hat Professor C Graff, Director des königl. Kunstgewerbe-Museums zu Dresden, übernommen. Es werden in derselben nicht etwa solche Arbeiten bevorzugt, die durch höchste Kunstvollendung, durch reichste Ausführung sich auszeichnen; vielmehr wird besonderer Wert gelegt auf Einrichtungen und Gegenstände, die für den Mittelstand erreichbar sind. So gewährt die „Illustrierte Frauen-Zeitung" auch auf diesem Gebiete eine reiche Fülle von Anregungen, durch welche eine der Hauptbedingungen behaglichen Lebens, — die gediegene und geschmackvoll? Ausstattung des eigenen Heims, — erfüllt werden kann. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 10. April. General Philippoviö wurde von Wien als Landescommandierender nach Prag verfetzt, der Feld;eugmeister Bauer zu Hermmmstadt zum Commandierenden in Wien ernannt. Prag, 10. April. In der heutigen Sitzung des verfassungstreuen Wahlcomites wurde betreffs des Com« Promissanerbietens der Conservatioen beschlossen, eine Zuschrift an das conservative Comite zu richten und eist nach Beantwortung derselben die weiteren Schritte zn berathen. Lemberg, 10. April. Die Meldung, dass das Justizministerium eine Beschleunigung der Untersuchung betreffs der verhafteten Ruthenen anordnete, ist aus der Luft abgriffen. Dublin, 10. April. Parnell wurde heute in Freiheit gesetzt und reiste fofort nach England ab. Wien. 9. April. Am Charfamstag um 10 Uhr vormittags fand gewöhnlicher Kirchengang ins Oratorium zur Litanei und zum Hochamte statt. Nachmittags zur Auferstehungs-Procession war die Versammlung der Allerhöchsten und hülsten Herrschaften im Salon Ihrer Majestät der Kaisecin. Die Begleitung, und zwar: die Obersthofmeister und Oborsthof-meisterinnen, die zwölf Palastdumen vom Dienste, die Oarde-Hauptleute und der Generaladjutant, versammelten sich im Alexander > Appartement, der übrige Hofstaat im Pietradurazimmer und im weißen Saale des großen Appartements. Die Garden dcr Neben-begleitung erwarteten am Ruheplatze der Adle» stiege die Ankunft der Allerhöchsten und höchsten Herrschaften. Um 4 Uhr begab sich der Allerhöchste Hof, auf die Meldung des Ersten Obersthofmeisters, dass alles bereit sei. über die Adlerstiege in die Kammerkapelle zur ritualmäßigen Kirchenceremonie, begleitete dann das Hochwilrdigste in feierlicher Procession über den Controlorgang in die Hofburgpfarrlirche, und zwar in derselben Ordnung wie zur Grablegung. Beim Aus« tritte aus der Kapelle wurden, wie bei der Grab« legungs-Procession, brennende Windlichter und Fackeln genommen, welche bei der Hofburgpfarrtirche wieder abgegeben wurden. In der Hofburgpfarrkirche angelangt, wohnte der Allerhöchste Hof dem Tedeum und Segen bei, und kehrten dann Ihre l. und k. Majestäten mit dem ganzen Cortige über die Botschafterstiege in das innere Appartement zuriick. Wien. 9. April. (Officiell.) FML. Baron Dahlen meldet unter dem 7. April nachmittags: Auf die Nach« richt, dass Hamsii Beg. Ichlrgentenführer aus Dura« kovi' denten angenommen. Verstorbene. ^ Den 9. ApriI. Franz Nastohar. Getreidehändler, 5?3< Reber Nr. 6, Hlordug Li-ixbtliii (Uriimic). ____^. Lottoziehungcn vom 4. April: Wien: 75 15 58 41 19. Graz: 12 14 82 16 87. ^ Meteorologische Beobachtungen in Laibach> ff M ^I ^I M R -Z W ZI ° ^ -5i ' '7 U?Vtg^7MW' ^. 0'8"Q7miW heiter „^ 8. 2 . N. 73810 ^-12 5 O. heftig heiter <>'" 9 . Ab. 73878 ^74 O. mästig bewölkt ^. 7U.Mss. 735-49 -^32, O. mäfzig bewiillt .^ 9. 2 „ N. 733-97 4- 78 O. mäsjig bewölkt """ 9 „ Ab 73455 4. 24 N. michig heiter 7U.Mg. 732 14 -l- 2-2 windstill Schnee" ^" 10. 2 „ N. 73! 42 > 2 8 O. schwach Ncqen ZK 9 . UH. 73169 > 1-8 O. schwach bcwöllt S^ Den 8. morgens starter Ncif, taqsilbcr heiter, abendsi. nehmende Newölluug. Den 9. trltbc. kalt, windig, abends" ^ heiterung. Den 10. unfreundlich, tagsüber Schnee und A^ abwechselnd. Das Tagcsmitlcl der Wärme an allen drei ^A, > 69«, -j. 4-5« und > 2 3°, beziehungsweise um 2'0", ' und 6 7° unter dem Normale. __^ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Nambers^. Vom Interesse für die P. T. Inserenten ist der ne"H von der Firma H. Oppellll, Wien, I.. Stubenliastri 2. h"" gegebene (1533) 3-l enthaltend die Auflage der üsterrcichisch.ungarischcil PA ^, Journale nebst der Einwohnerzahl der bezüglichen Sla^r-Versendung auf Verlangen gratis und franco. ____-" (350) 48-12 _____^ iJkl'^V—-—^—-^"lk*li8Cii bestes Tisch-und Erfrischungsgetränk. erprobt boi Husten, Halskrankheiten, Magon- und B'a9en katarrh. PASTILLEN (Verdauungszeltchen). Heinrich Mattoni, Karlsbad (Rtfh.n^ _________________________________________ t i "^