PriiuumrrationS - Preise: gSr Laibach: »anzjihrig . . 8 fl. 4V kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «tertrljthrig . 2 „ io „ Monatlich ... — , 70 , Mit der Post Ganzjährig................12 fl. Halbjährig.................6 Viertrljilhrig 3 ' 8®r Zustellung in« Hau» oiertelj. 25 k., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher TJ [ngblntt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redactton: Bahnhosgaffe Nr. 16. Expedition«- * Jnserate«-Bvreau: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & geb. Bamberg.) JnserttouSpreife: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 tr., bei wiederholter Einschaltung k 3 kr. Anzeigen bi» 6 Zeilen 20 ft. Bet größeren Inseraten und Öfterer Einschaltung entspre-chender Rabatt. Kür complieierten Satz besondere Vergütung. Nr. 123. Freitag, 1. Juni 1877. — Morgen: Erasmus. 10. Jahrgang. In zwölster Stunde! (Allen Landlagswählern gewidmet.) II. Wir besorgen kaum von irgend einer Seite einem gegründeten Widerspruche zu begegnen, wenn u>ir die Ansicht aussprechen, daß der Prüfstein einer lachgrmüßen unb geregelten Vermögensgebarung darin "esc, daß das Stammvermögen wenn möglich ver-h7 rot>tr doch zum mindesten ungeschmälert und unbelastet erhalten werde, daß weiters zwischen den «lnyahmen unb Ausgaben das richtige Gleichgewicht und Ebenmaß hergestellt bleibe, unb baß beshalb j {rf*e«n nach Möglichkeit vermehrt und von letzteren, alles ba« ausgeschieden werde, waS nicht H« rünb für stch unerläßlich lieber wenigstens für »unsttgere Zeitverhältnisse verschoben werben kann. VollenbS tritt an die Verwalter eines fremden Vermögens die unabweisbare Ehrenpflicht gebieterisch heran, jede Ausgabe mit aller Sorgfalt und nach allen Richtungen hin zu erwägen, und hiebei nicht etwa blo» den eigenen Simpathien, seiner individuellen Anschauung die Zügel schießen zu taffen, son-dem einzig und allein das reelle Interesse besjenigen als ausschlaggebend ins Auge zu fassen, dessen Vertrauen die Gebarung seines Eigenthums in frembe Hände gelegt hat. ES mag dem Einzelnen erlaubt fein, aus seinen eigenen Mitteln, dort wo sein Vermögen zureicht, sich und seinen persönlichen Liebhabereien eine gewisse Freigebigkeit, einen bas Maß bt» Notwendigen übersteigenden LuxuS oder andere "cte der Wohlthiiligkeit vorwurfsfrei zu gestatten, aber der Verwalter eines fremden Säckels bleibt unter allen Umständen nur an das Richtmaß strenger Noihwendigkeit und der gewissenhaftesten Sparsamkeit gebunden. Prüfen wir nun nach diesem zweifellos richtigen Grundsätze die Gebarung der LanbtagSmajorität während der letzten zehn Jahre ihrer unseligen Herrschaft im Lande, so gelangen wir zum Schluffe, daß ihre Verwaltung beS Landesvermögens eine das Land empfindlich schwer drückende, ja eint unverantwortlich sorglose und leichtfertige, und eine solche war, bei der nicht das wirkliche Bedürfnis, sondern politische Zwecke — nicht das actuelle Interesse des Landes, sondern die Sonderinteressen einer Partei — zumeist allein den Ausschlag gaben. Lassen wir hier für diese schwere Anklage unleugbare Thatsachen und die Ziffern mit der diesen eigenen Beredsamkeit den Beweis führen. Al« der Landtag der etften Wahlperiode und sein LanheSauSschuß die LandeSfonde au« der Hand der kaiserlichen Regierung übernahm, da fand er al« Bedeckung des Abganges für die Landesbedürfnisse eine Landesumlage von 15 Perzent auf die direkten Steuern vor. In dem Maße, als auch die LandeSfonde anderer Kronländer von ihren Landesvertretungen übernommen wurden, häuften und drängten sich die Ansprüche derselben auf beschleunigte Berichtigung der nach vielen Tausenden zählenden Rückstände an Spitalskostenersätzen, FindelhauS-, Schub- unb Vorspannsauslagen. Dem Landesausschusse ward die Ausgabe, die mit Kosten verbundene Organisierung seiner inneren Organe durchzuführen. Die Kosten eines bereits im Zuge befindlichen Adaptierung«, baute im Spitale, die Kosten der Herrichtung der Lokalitäten für den Landtag, andere unvermeidlich gewordene beträchtliche Auslagen für die Erhaltung und Instandsetzung der landschaftlichen Gebäude, darunter in erster Linie das Lycealgebäude, die Reu« bedachung der Redoute u. f. f., bies alles unb so vieles andere mehrte die Anforderung an den Landes-fäckel in besorgniserregender Weise. Andererseits war dem Lande damals die Entschädigung für den incamerierten Provinzialfond noch nicht zugestanden, sondern es floß ihm nur eine von Jahr zu Jahr noch dem Ermessen der Regierung zu bestimmende Dotation aus Staatsmitteln zu, welche in der gedachten Periode zwischen den beiden Endpunkten von 9000 fl. bis 16,000 fl. variierte. Und trotz diese« in jeder Richtmig mißlichen Verhältnisse ist es der umsichtigen und sorgsame« Gebarung des damaligen Landtages und Landesausschusses gelungen, nicht nur allen seinen currenten Verpflichtungen nachzukommen, sondern auch einen bedeutenden Theil alter Rückstände abzustoßeu. Ja noch mehr! Der Landtag konnte die Brücke über die Save bei Gurkseld — diese anerkannte Wohl-that für das Unterland — mit einem bedeutenden Kostenaufwande aus Landesmitteln neu erbauen, und dennoch gelang es ihm, den Abgang der Bedeckung des LandeSerfordernifseS soweit einzuengen, daß er durch ein paar Jahre hindurch zur offenbaren Erleichterung der Steuerträger blos eine Landesumlage von 12 Perzent, und während dieser Ieuilleton. Die Erbin von Thorncombe. Roman nach dem Englischen, frei bearbeitet von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) 20. Kapitel. Dalyells Stunde de« Triumphes. Am Abend des zweiten Tages nach demjenigen, 1" welchem Lord Thorncombe infolge Mr. Keene'S Aufforderung nach der Stadt gekommen war, saßen der Graf und fein Rechtsanwalt in der Bibliothek »on Thorncombe-House im eifrigsten Gespräch bei» lammen. Der alte Graf sah bekümmert und unruhig aus. Seine strengen, klaren Augen waren tief zurückgezogen unter den dichten, buschigen weißen Braue«. Sein stolzes, altes Gesicht trug einen Ausdruck bitterster Enttäuschung, an ®eenc Nte ihm, daß er die Spur von Ryan abermals verloren habe, und verließ ihn mit der ungenügenden Hoffnung, aufs neue alle« ju thun, um ihre Fährte wieder aufzufinden. In der großen Bibliothek allein zurückgeblieben, senkte der alte Lord dann den Kopf in die auf den Tisch gestützten Hände, in einer Haltung der tiefsten Niedergeschlagenheit. Er war so in Gedanken vertieft und saß so zusammengebeugt da, al« die Thür geräuschlos auf-ging und Pier« Dalyell hereinschlich. Das dunkle italienische Gesicht de« Schurken war ungewöhnlich ruhig, ober seine schwarzen Augen funkelten eigen-thümlich. Die Stunde seine« Triumphes war gekommen ! Die Stunde, welche er seit Monaten des Jn-triguieren« und Pläneschmieden« ersehnt hatte — die Stunde, wo er die Last seiner Abhängigkeit auf die Schultern de« Grafen wälzen und seinen Platz al« dessen Erbe unb Enkelschwiegersohn einnehmen wollte. Er stand im Begriff, Lolette, feine Frau, Lord Thorncombe al« de« Grafen Enkelin und Erbin vorzustellen. Die Brust schwoll ihm an von dem Gefühl stolzen Triumphe«! Er fühlte sich bereit« al« Herr de« Hause«, al« Besitzer von Thorncombe Manor und den dazu gehörigen kolossalen Reichthümern. Dennoch war sein Wesen sehr ruhig, al« er vorwärts schritt unb an Lorb Thorncombe'S Seite stehen blieb. Er berührte ben Grafen an der Schulter. Der Lord sprang auf, hochfahrenb und mit strengem Blicke, und sein Gesicht drückte sehr viel Entrüstung gegen denjenigen au«, der cs gewagt halte, bei ihm in diesem Augenblicke, wo er allein sein wollte, einzudringen. „Ich bitte um Entschuldigung, Mylord," sagte Dalyell fast demüthig. „Ich habe Ihnen etwas von der größten Wichtigkeit zu sagen." Der Graf lehnte sich in seinen Stuhl zurück und kreuzte die Arme über die Brust. „Rede," sagte er kurz. „War Mr. Keent heute Abend hier?" Der Graf nickte bejahend. „Hat er eine andere Spur von dem Aufenthalte Ihrer Enkelin gefunden?" ES lag ein unterdrückter Eifer in DalyellS Wesen, den der Lord fühlte, und er erwiderte: „Nein." ..So will ich Ihnen sagen, daß sie hier ist. Sie ist hier!" Der Graf sprang wie elektrisiert aus. „Was?" rief er au«. „Du weißt e«?" ganzen Periode feine über 14 Perzent hinausgehende Umlage auf die direkten Steuern feststellen fonnie, wobei sich noch ein präliminierter Ueberschuß von ungefähr 6000 fl. für unvorgesehene Fälle ergab. Und jetzt, nach zehnjähriger Wirtschaft der nationalen Majorität im Landtage und LandesauS-schuffe, jetzt, nachdem — Dank der rastlosen Bemühung de« LandeSauSschuffkS der ersten Wahlperiode — dem Lande aus der Entschädigung für den Provinzialfond jährlich eine Zinsenrente von 35.000 Gulden, somit das Doppelte, beziehungsweise Vierfache der frühem Subvention zufließt, wie sieht es jetzt mit dem Erfordernisse des LandeSfondeS, mit seiner Bedeckung aus? Darauf möge da» veröffentlichte Präliminare für das Jahr 1878 die bündigste Antwort geben. Dort klafft uns gleich einem gähnenden Abgrunde bei der Bedeckung des LandeSfondeS ein Abgang von rund 265,000 fl. entgegen, und dieser Abgrund soll auSgefüllt werden a) durch eine Sleuerumlage von 20, sage: zwanzig Perzent auf die direkten Steuern, und b) durch eine weitere Steuerumlage von 20, sage: zwanzig Perzent auf die indirekten Abgaben. Uno als wäre es nicht schon an diesen Zuschlägen mehr als zu viel, so wird noch überdies c) zur Deckung des Abganges des Erforderndes für den Normalschulfond eine weitere Umlage von 18, sage: achtzehn Perzent der direkten Steuern, endlich d) für den GrundentlastungSfond abermals ein Urnlagsperzent von 20 auf die direkten und von 20 auf die indirekten Steuern in Anspruch genommen. So sieht das Bild aus am Schluffe der segensreichen — der beglückenden, zehnjährigen Wirth-fchaft jener Männer, die in ihren Wahlmanifesten vor zehn Jahren hoch und theuer gelobten, daß sie jenes Heilmittel besitzen, um dem überlasteten Steuerträger wenigstens einen Theil feiner Bürde abzunehmen. Richt erleichtert — verdreifacht, vervierfacht haben diese Herren jene schwere Last. — Aber sie sündigten noch viel mehr. Von dem mit so vieler Mühe errungenen Ent-fchädigungSkapltale für den Prvvinzialfvnd per 700.000 fl. ist ein Theil bereit» verpfändet, ein weiterer, vielleicht mehr als die Hälfte, soll noch verpfändet werden, um die Kosten des projektierten luxuriösen JrrenhauSbaueS theil weife decken zu helfen, während für den noch mehreren Abgang vor aussichtlich eine konstante Umlage von weiteren 4 Perzent auf die direkten Steuern erforderlich fein wird. E« ist daher bereits das Stammvermögen des Landes angegriffen und ins Mitleid gezogen worden, und speicht der vorerwähnte Voranschlag, so ganz nebenbei, wie von einer sich von selbst verstehenden Kleinigkeit, die kaum erwähnenswerth, von der Verwendung des Erfordernisse« „zur theilweisen Tilgung der schwebenden verzinslichen Schuld des LandeSfondeS." Also an 90 Perzent Zuschlägen zur Bedeckung des laufenden Erfordernisses — und überdies noch Schulden, Schmälerung und Belastung des Stammvermögens!! — Aber haben denn diese Männer kein Gewissen? wird man uns fragen. Oder hat das Land als Aequivalent für diese enormen Auslagen irgend etwa« aufzuweisen, was fo große Geldopfer recht-fertigt? Und wenn nicht, wo und wie hat man denn alle diese Beträge versplittert und verschleudert? Nun, wir werden demnächst auch darüber Detailaufschlüffe bringen. Reichsrath. 259. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Da» Haus beschäftigte sich mit dem Gesetzentwürfe, betreffend die Herstellung einer Lokal-Eisenbahn von Wien nach Aspang. Der Abg. Dr. Herbst trat mit Entschiedenheit für die Genehmigung der Vorlage ein, die nach längerer General- und Spezialdebatte ausgesprochen wurde. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen : „Die k. k. Regierung werde aufgefordert, bei der Ertheilung der Eoncefsion den Concessionären die Verpflichtung aufzuerlegen, sich der gesetzlichen Regelung der Tarife zu unterwerfen." des Setbar Ekrem wurde der Truppen-Tran«port nach der Dobrudscha, wo schon genügende Streit* rüste versammelt sind, eingestellt, dagegen dauert der Artillerie-Transport dorthin noch immer fort. General Lieutenant Tergukafoff entdeckte am 26. v. M. drei türkische befestigte Lager bei Karakiliffa, Alachkert und Aschan, woselbst im ganzen zwölf Bataillone lagerten. Nach vollendeter Recog« noscierung zeigten sich Kurdenhaufen, welche durch Kosaken zerstreut wurden. Die Zahl der gegenwärtig n Rumänien stehenden russischen Truppen wird auf 110,000 bis 120,000 Mann geschätzt, und man glaubt, daß die türkische Armee der vereinigten russisch rumänischen Armee in Bulgarien gewachsen ein werde. E« verlautet, daß eine russische Division den Matschiner Kanal überschritten habe. Berichte aus Asien bringen Meldung von lleinern, für die Türken günstigen Gefechten, namentlich vor Kars und in der Umgebung ven Alefchguerd. Eine Division Kosaken de« Generalmajors LoriS-Melikoff hatte ein erfolgreiche« Scharmützel bei Machardschich mit den aus Kars ausgefallenen türkischen Truppen. _______________________ Vom Am 27. v. M. «öffneten die Batterien von Kalafat ein ziemlich langsames Geschützfeuer auf Widdin. Die Donausperre bei Ada-Kate rief in ei bien große Erbitterung hervor. Nachrichten von der Donau-Armee be> (tätigen durch Regengüsse hervorgerufene lieber schwemmungen und Beschädigungen der Bahnen, wodurch die Truppenbewegung gehindert wird. Vom Kaukasus wurden ebenfalls Regengüsse gemeldet, welche die Straßen unwegsam machen. Aus Bukarest wird berichtet, daß bisher zwei tausend zur russischen Donau-Armee gehörende tscherkesfische Soldaten desertiert find. Ein großes russische« Trupprnlager steht man nördlich von Giurgewo. Die Türken nahmen die Festung Zit, die Ru ffen zogen sich zurück. Die Türken versuchten neuerdings bei I s l a s ch Batterien zu placieren. Die Rumänen vereitelten diesen Versuch. Auf Befehl „Ja, Mylord. Ich bin schlauer als Mr. Keene. Ich habe MrS. Ryans Spur bis in ihre jetzige Wohnung verfolgt. Ich weiß, wo sie sich in diesem Augenblicke befindet." Lord Thorncombe sank erbleichend in feinen Stuhl zurück. „Und sie, Blanche?" sagte er flüsternd. „Mylord, ich weiß auch ganz genau, wo Ihre Enkelin sich in diesem Augenblicke befindet!“ sagte Dalyell, und seine Augen funkelten lebhafter und seine Aufregung fing an, sich mehr zu zeigen. ,Du weißt es — in diesem Augenblicke! Wo ist sie?" „Sitzen Sie Ihren Hut auf, Mylord, und kommen Sie mit mir," sagte Dalyell. „Sie sollen sie sehen, wie sie ist, ehe Sie ihr Ihre Verwandtschaft mit ihr erklären. Kommen Sie. Binnen einer Stunde sollen Sie Ihr Enkelkind von Angesicht zu Angesicht sehen!" Der Graf stand fast schwindelnd auf und folgte mit unsicheren Schritten, zitternd vor Aufregung und Freude, auf die Straße. Ihm fiel wieder das leuchtend schöne Gesicht ein, das er in dem Parke gesehen hatte. Konnte es dasselbe Gesicht sein, da« er jetzt sehen sollte? Dalyell winkte einem oorüberfahrenden Cab und half dem Grafen beim Hineinsteigen. Dann folgte er, nachdem er dem Kutscher in befehlendem Tone gesagt hatte: „Zu Bingley'S Singspielhalle, Blacksriars Road!" Gleich darauf fuhren der Graf und Dalyell sehr rasch nach der angegebenen Richtung. Lord Thorncombe schwieg vor übergroßer Freude, Dalyell war stumm vor Triumph. Keiner von beiden sprach während der Fahrt. Der Wagen hielt endlich vor der Smgspielhalle mit den rothen Lampenreihen, dem Anschlagzettel und den grell gemalten Bildern von „Mademoiselle Zoe." Dalyell sprang heraus und half dem Grafen aussteigen. „Was ist da« für ein Ott?" fragte Lord Thorncombe. „Warum hast du mich hieher gebracht?“ „Stellen Sie keine Fragen, Mylord," sagte der Elende lächelnd. „Knöpfen Sie Ihren Oberrock fest zu, nehmen Sie meinen Arm und kommen Sie, Ihre Enkelin ist drinnen. Ich führe Sie zu ihr." Er schickte den Wagen fort und führte den Grafen in die Singspielhalle. (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 1. Juni. Island. Am 28. v. M. fand in Wien, wie die „B. K." berichtet, unter dem Vorsitze de» aisers eine Konferenz statt. Den Gegenstand der Berathungen bildeten ausschließlich die Gesetzentwürfe über die Militärbequartierung und über die Militärtaxen, die noch immer nicht endgiliig festgestellt sind. Die österreichische und die ungarische Quoten-Deputation sind am 29. v. M. in Wie? zusammengetreten, um über den modus procedendi bei ihren Berathungen schlüssig zu werden. Beide Deputationen faßten den übereinstimmenden Beschluß, diesbezüglich den Borgang vom Jahrr 1867 bei* zubehalten. Aus Wiener diplomatischen Kreisen wird mit Bestimmtheit gemeldet, daß die Idee einer Flotten* Demonstration von mehreren Regierungen, unter ändern auch von der österreichischen, wieder in ernste Erwägung gezogen wird. Wie die „Deutsche Zeitung" erfährt, ist eine theilweise Mobilisierung beschlossen, und werden in nicht ferner Zeit schon die ersten Anzeichen derselben in einer größern Truppenconcentrierung in Siebenbürgen und im Banat zutage treten. Ausland. Die Unterhandlungen der Großmächte über die Stellung Rumänien« ergaben, daß die Mehrzahl der Mächte der Anerkennung der rumänischen Unabhängigkeit geneigt ist. Die Einberufung eine« außerordentlichen Land, tage« in Batern zur Erledigung de« MilitäretaiS wird für den 1. Juli erwartet. Der „Moniteur" dementiert die Nachricht, daß Präsident Mac Mahon die Absicht habe, feine Demission zu geben, wenn er neuerlichen Schwierigkeiten begegnen sollte. Er habe niemals diesen Gedanken gehegt, und ist fest entschlossen, die ihm anvertrauten Gewalten bis zu ihrem Erlöschen zu bewahren, seine Pflichten zu erfüllen und seinen Rechten Achtung zu verschaffen. Im französischen Mi' nisterium Broglie-Fourtou sind bereits Spat' tungen eingetreten. Während ein Theil des Kabinett« um jeden Preis rücksichtslos Vorgehen möchte, wünscht Duc DecazeS, die bonapartistischen und kleti' taten Elemente au« dem Ministerium auszuscheioc" und sie durch sogenannte verfassungstreue Männer zu ersetzen. Der Präsident der Handelskammer von TroyeS erklärte dem neuen Präsecten, die Ursache de« DarniedetliegenS der Gewerbe sei in btt neuen Politik de» MarschallS zu suchen. Die „Union schreibt: „An dem Marschall, der im Numen der socialen Ordnung handelt, haben wir nichts au • zufetzen; aber feine Regierung übt eine Partei»®^10 au«. Wir sind gezwungen, Bürgschaften der «9 und Loyalität zu verlangen." Die Pforte hat beschlossen, Ausländer in Dienst $u nehmen, und eine Anzahl englischer Offiziere steht im Begriffe, in die türkische Armee einzutreten. Wir die „Agence HavaS" meldet, haben die in Konftaniinopel residierenden Botschafter die offizielle Zusicherung erhalten, daß der Belagerung«' zustand die bestehenden Capitulationen nicht berühren werde. Falls Maßregeln gegen fremde Staatsangehörige ergriffen würden, so werde die- im Einvernehmen mit den Konsulaten geschehen. In Konstanlinopel wurde eine Verschwörung entdeckt, bie nichts Geringeres zum Zwecke hatte, als dagegenwärtige Oberhaupt des türkischen Reiche- vom Throne zu stützen und mit ihm die ganze Dynastie O S m a n von der Regierung zu entfernen. An der Spitze dieser Verschwörung stand unter anderen auch Ismail Bey, Gouverneur von Tultscha und ein Hauplparteigänger Mithad Pascha-, der unter dem Großvezierate dieses Staatsmannes Äalib Efendi (Sectionschef) im Ministerium des Aeußern war. Derselbe wurde sofort abgesetzt und nach Brussa verbannt. Komunduros wurde vom Könige in Griechen» lanb mit der Kabinettsbildung beauftragt. Das Kabinett in Washington beschloß, die «Regierung von Mexico mittelst einer Note auf* zufordern, den räuberischen Einfällen in Texas sofort steuern, widrigenfalls Bundestruppen die Räuber verfolgen und züchtigen würden. Zur Tagesgeschichte. — Zur Bteuerfrage. Ein Memorandum der ungarischer, Zucker.Industriellen an den ungarischen Reichstag verlangt bie unbedingte Beibehaltung Paus»alierungs.Sistemö, Beibehaltung deS fünsperzen-l'gen Nachlasses vom Rübengewicht. Herabsetzung des Mini-molquantums für die Steuerrestitution beim Export auf 800 'logramm, Beibehaltung der bisherigen Qualitätsbestim-wung bei der Restitution, endlich Milderung der Stras-estimmungen bei unrichtiger Qualitätsangabe. — 31 u 8 derChronique scandaleuse. Georg Gras B u q h o t;, eines bei reichsten «utSbesitzer in «öh. men, Herrenh-uSmilglied, Witter de« ÜRaUhefer- unb feuo. Johanniterordens, eifrigstes Mitglied der ultramontan-feu-baten Partei in Böhmen, Präsident des böhmischen Katholikenvereines, Lhes der Peterspsennigsammler in Böhmen, der gelegentlich eines in Prag slattgefundenen klerikalen Lonventikels in seiner Rede folgenden Appell an die katholische Partei richtete: „Katholische Männer, Familienväter! Erheben wir uns und kämpfen wir wie Ein Mann gegen *'e gräuliche Un sit tl i ch keit, die mit dem Lider«. 1'8 ui u s in den Staats- wie in den Besellscbaflskörper tingtdrungen ist", wurde nach Bericht der „Deutschen Ztg." tt8 Verbrechens der Schändung eines Bauern-^urschen angellagt. Präsident des Katholikenvereines >ab «nabenschänder! „Erkläret mir, Gras Oerindur, diesen ^w'espalt der Natur!» _ " Unglück durch Blitzstrahl. Die katholische «4e in Wreschen wurde von einem Blitzschläge getroffen; " sind achtzig Personen verunglückt; man zählt acht o6tc' die übrigen Personen sind schwer verletzt. ~~ Staat und Kirche. Infolge der Ankündigung, B die italienische Regierung ihre Kirchenpolitik rf*t und energischer gestalten werde, schrieb der Papst am ^ • '•Diai dem Könige Viktor Emanuel einen Brief, worin 1 beschwört, nicht weiter zu gehen, und ihn ermahnt, eine solche unheilvolle Politik zuletzt zum Verderben der Monarchj, Umschlägen würde. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. konstitutioneller Verein in Laibach. mi. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, die Herren Vereins» »glieder zur 63. Versammlung einzuladen, welche heute findet tm Klubrtmmer der Kaftnorrftauratio» Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Landtagswahlen. 2. Die abgelaufene LandtagSsession. Orisinal-Lorresponden;. Stein, 31. Mai. (Falsche Geldnoten. — Romantisches Märchen. — Städtische Musikkapelle.) In der Gemeinde Topole bereitete sich ein Wirthschaftsbesitzer zum Bau eines Hauses vor und ließ diesertage von dem ausgeschlichteten Ziegelstotz eine Anzahl der Ziegel abräumen. Eine dabei beschäftigte Magd fand unter den abgeräumten Ziegeln zehn Stück Geldnoten, die von dieser Weibsperson als falsch erkannt und verbrannt wurden. — In einem Gasthause in Stein erzählte vor kurzem ein Bauer aus einem benachbarten Orte, daß der dortige Pfarrer im Verlaufe feiner Predigt über die Vergewaltigung der Kirche vonseite der Staatsgewalt sprach und zur Beleuchtung seiner salbungsvollen Rede feinen leichtgläubigen Pfarrkindern das Märchen aufgebunden hat, daß nun sogar der Priester in Ausübung feines AmteS von der weltlichen Gewalt derart beschränkt werde, daß ein Priester, im Falle er einem Beichtkinde nach den Satzungen der Kirche die Absolution nicht ertheilen könnte, von dem nächst dem Beicht-stuhle stehenden Gendarmen aufgegriffen und in das Gerichts» hauS abgeführt werden würde. — Die städtische Musik-Vereinskapelle stellte zu der gestern in Mannsdurg stattgefundenen Frohnleichnamsfeier die Musik bei und erschien zum erstenmale in der vom Militär-Veleranenvereine in Domschale angeschafften recht netten Uniform. — (Privilegiumsverleihung.) Dem in hiesigen Gesellschaftskreisen wohlbekannten Zahnarzte Herrn Dr. T a n z e r in Graz wurde auf eine Pnlcherin-Zahnpasta ein auf die Daner eines JahreS gilttgeä Privilegium ertheilt. — (Eine verhängnisvolle Pilgerfahrt nach Rom.) Die letzte „Novice" brachte die Nachricht, daß der ultramontane Retchsraihs- und Landtagsabgeordnete Graf Barbe schon in der Woche vor Pfingsten seine Pilgerfahrt nach Rom angetreten und dem Tröffe der au8 den slovenischen Landestheilen dahin wallfahrenden Frommen' vorangeeilt sei. Nun aber fiel eben in jene Woche die Verhandlung deS Abgeordnetenhauses über Prato's Antrag wegen Trennung WelschtirolS von Deutschtirol, wobei bekanntlich die Entscheidung wegen Gleichheit der dafür und dagegen abgegebenen Stimmen zu Ungunsten der Welfchtiroler ausgefallen ist. ES ist wol anzunehme», daß Graf Barbo, falls er im Abgeordnetenhaus zugegen gewesen märe, für bie betn Antrage Praw'S in vielfachen Beziehungen (14 anschließenden «usschußanträge gestimmt hätte, denn bekanntlich ist er ein zelotischer Verfechter der stricten Durchführung des Nationalitätenprinzipes in Oesterreich, sowie er aus seiner entschiedenen Gegnerschaft gegen d-S sich überall in Oesterreich breit machende deutsche Element nie ein Hehl gemacht hat. In dieser letzterer Beziehung ist es ein gewiß sehr charakteristischer Zug für den im öffentlichen Leben sonst sehr schweigsamen frommen Grafen, daß er einmal bei einer Versammlung der Severinusvereinsbrüder in Wien, in welcher außer ihm kein des Slovenischen kundiges Vereinsmitglied gegenwärtig war, einige slovenischen Worte an die Versammlung richtete, wofür er auch reichlichen Applaus einerntete. Wenn nun auch die Tiroler Ultramontanen im Reichsrathe den Grafen Bardo für die Abweisung der Wünsche der Welfchtiroler zu gewinnen getrachtet hätten, so zweifeln wir gar nicht, daß er feine Ausfchlag gebende Stimme zu Gunsten der Separation abgegeben hätte, fchon aus dem Grunde, um durch eine gegenteilige Abstimmung nicht ein gefährliches Präjudiz für die Slovenen zu schaffen, wenn diese ebenfalls An den Reichsrath mit einem gleichen Ansinnen wie die Welfchtiroler herantreten sollten. Aber dies alles ist nicht geschehen, der Vertreter der Landgemeinden der Bezirke Laibach, Oberlaibach und Retfniz zog es vor, in diefem wichtigen Momente zu dem „Gefangenen im Vatikan" zu pilgern. Wo mochte er wol in der entscheidenden Stunde geweilt haben, elS feine abzugebende Stimme auch dem Zukunftsreiche „Slovenicn" einige Existenzberechtigung hätte sichern können? Ja, eS ist eine eigene Ironie deS Schicksals, daß vielleicht eben zu der Zeit, als der fromme Graf in Loretto »eilte und in feine Stoßseufzer auch die von den NemskutarS fo arg bedrohte Mutter „Slovenija" einschloß, im Redactionsbnreau des „Slovenec* ein grimmiger Artikel gegen die Deutschliberalen versaßt wurde, die weder den Welschtirolern noch den Slovenen ihre nationalen Rechte gönnen wollen. Welch ein ausgiebiges Feld für weitere nationale Hetze wegen Gründung Slvveniens hätte Graf Barbo durch feine leidet nicht abgegebene Stimme eröffnen können. Die Klerikal-Nationalen müssen es gewiß tief bedauern, laß im vorliegenden Falle der Mann, auf den sie so viel Vertrauen setzten, seinen Verpflichtungen als Reichsrathsabgeordneter nicht nachgekommen ist. Wol nie hat sich die Wahrheit des Spruches : „Hilf dir selbst, fo wird dir Gott helfen" fo auffallend bewährt, als eben diesmal. — (PetersPfennig.) Zwanzig Peterspfennigsammlern auS Arain unter Führung eines infulierten va-licanischen Würdenträgers wurde die Ehre zuttieil, in der Siebenhügelstadt vom „Gefangenen im Vatikan" huldreichst empfangen zu werden. Die nationalen Blätter registrieren diese Thatsache als ein großes Ereignis. Gegen die Wallfahrt der Rechtgläubigen nach Rom wäre wol nichts e>nzuwenden, aber es erheben sich Stimmen, denen die Auswanderung erpreßter Silbergufdeit aus dem Heimatlande nach Rom in der Erwägung, als im eigenen Lande Notfi» stand herrscht, die hohe Steuerlast kaum mit Mühe auf-zubringen ist, die Thenerung aller Lebensmittel zunimmt und das auf lauteren und unlauteren Wegen zusammengetragene Geld im eigenen Lande zu besseren und mit wohltätigeren Folgen begleiteten Zwecken zu verwenden gewesen wäre, nicht gleichgiltig ist. Sogar fremde Blätter, namentlich die „Blätter ans Kärnten", geben der Meinung Ausdruck, daß die in Krain gefammelten Peterspfennige ttt der Laibacher Volksküche geeignetere Verwerthung gefunden und den Spendern ein tausendfaches „VergeltS Gott" eingetragen hätten. — (Turn eranSflug.) Unter der Devise: „Frisch, fromm, fröhlich, frei!" unternahmen gestern morgens 34 Turner und Turnfreunde, zu denen sich noch auf einer Zwifchenstalion Teilnehmer zugefellten, mit dem grühzuge der Rudolfbahn den projektierten Ausflug nach Oberkrain. Trotz der ungünstigen Witterung wurde der Marsch zum Periinik-Falle angetreten; leider verhüllten dichte Regenwolken die Berge ringsum, und nur vereinzelte Lichtblicke ließen die Großartigkeit der Gebirgsfchan, «eiche sonst diesen Weg zu einem so genußreichen macht, mehr ahnen als sehen. Das Mittagmahl in Mojstrana, durch die Kochkunst einer liebenswürdigen Dame aus das vorzüglichste bereitet, entschädigte die Teilnehmer für die Ungunst des Himmels, welcher beharrlich fortfuhr, Proben im „Nebelreißen- zu geben, und nachdem für den Nachmittag jede Aussicht auf Besserung schwand, wurde die Fahrt zu den Mangart-Eeen aufgegeben unb mit bem NachmittagSzuge die Rückfahrt angetreten. Hoffentlich wird bei dem nächsten Ausflüge der Himmel besserer Laune fein! — (TircuS StiaSny.) Die Productionen der Künstlergefellschaft Stiasny, bestehend aus den hervorragenden Mitgliedern Direktor Stiasny, Miß Ella Stiasny Herrn Ricoboni, den Clowns und ändern, auf dem Gebiete der höheren Reitkunst, Gimnaftik und Pferdedressur übersteigen nach eingeholten Berichten die Grenzen des Gewöhnlichen und finden großen Beifall. Heute findet zum Vortheile der Miß Ella StiaSny eine große Patforce» Vorstellung statt, bei welcher Überwiegend Piecen aus der höheren Reitkunst zur Aufführung gelangen. — (Die Kronprinz Rudolfbahn) schreibt ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung auf den 30. Juni auS. Auf der Tagesordnung stehen die gewöhnlichen VerhandlnngSgegenstände. — (AuS der Bühnenwelt.) Dem k. k. russischen Hosschauspieler Herrn Stanislaus Lesser wurde die Auszeichnung zuthetl, vom regierenden Herzoge von Koburg zur fünfzigjährigen Jubiläumsfeier feinet Hofbühne in schmeichelhaftester Weise eingeladen zu werden. » — (Landschaftliches Theater.) Vorgestern brachte die van Hell'sche Gastspielgesellschaft die Volksposse „Mein Leopold" zur Aufführung. Dieses Bühnenwerk behandelt einen bekannten Stoff aus dem Leben: Ein den GewerbSkreifen angeh Beiger, durch Arbeit zum Reichthum gelangter Bürger ließ feinem einzigen „vielgeliebten" Sohne eine Über die bürgerlichen Grenzen hinausragende Erziehung geben; der verhätschelte, verzogene, „verlorene" Sohn vergeudet durch Pflege nobler Passionen das Vermögen seines LaterS und wird sogar zum Verbrecher. Der Vater muß bie übermäßige Liebe zu feinem „Leopold" mit gänzlicher Verarmung büßen und föhnt sich erst am späten Lebensabende mit seinem von ihm zurückgewiefeuen, dem Gewerbestände ungehörigen Schwiegersöhne ans. Diese VolkSposse fand in den früheren Jahren auf hiesiger Bühne keine beifällige Aufnahme; vorgestern war die Hauptrolle in Hän» den tincS gewitzten Schauspielers, Herr Schösser gab den „Schuhmacher Weigel" so getreu, wie keiner seiner Vorgänger; die sogenannte väterliche Affenliebe, das fimple Bürgerlhum, die offene, ehrliche Bemüthsstimmong, der Stolz in der glücklichen und die Resignation in der späteren trüben Zeit gelangten besten» und naturgetreu zum Ausdruck. Das Publikum zeichnete den vorzüglichen Charakterdarsteller zu wiederholten malen mit BeisallSbezeugungen und Hervorrusen aus, verfolgte die ganze Vorstellung mit lebhaftem Interesse und gab seine Befriedigung laut kund. Herr von Hell führte den Part deS „ffiertsühmS Rudolf Starke," einige Verstöße gegen die österreichische Mundart in den ersten Scenen abgerechnet, auSgestattet mit lebhafter Mimik, männlicher Würde und jugendlichem Feuer aus, wofür das Haus großen Beifall spendete. Herr Fried-mann war ein prächtiger „Mehlmeier," voll Humor und guter Laune. Die Fräulein Sie derzeit ((Emma Will-mer) undLubin (Dienstmädchen Minna) traten recht lebhaft und couragiert in die Schranken. Die Rollen deS ffie» schwisterpaares „Klara" und „Leopold" erfuhren durch Fräulein Löwe und Herrn S t o l l b e r g correcte Ausführung und beifällige Anerkennung. Herr Pansa erwarb sich durch würdevolle Darstellung der Rolle deS „Kaufmann Schwalbach" wohlverdienten Hervorruf. ES obliegt uns noch, der mit stürmischem Beifall begrüßten Besangspiecen zu erwähnen, welche von den Herren Schässer, Friedmann und vom Frl. L i e b e r z e i t vorgetragen wurden und immensen Beifall im (Befolge hatten. Die genannten Gesangskräste erfreuen sich ausgiebiger, klangvoller Stimmen. Die Regiments-Musikkapelle exekutierte die Ouverture und Piecen in den Zwischenacten mit gewohnter Meisterst ast. Wie wir vernehmen, gelangt morgen ein großes Sensationsstück und übermorgen die hier beliebte Operette „Fledermaus" zur Aufführung. Witterung. Laibach, 1. Juni. Anhaltend trübe, windig, mäßiger WSW. Wärme: morgens 7 Uhr + 15-4°, nachmittags 2 Uhr + 21 3« C. (1876 + 15-6°; 1875 + 24 0» C.) Barometer im Fallen, 737 46 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme + 16-8°, das gestrige + 171°; beziehungsweise gleich und um 0 2° über Bern Normale. _____________ Angekommene Fremde am 1. Juni. Hotel Stadt Wie«. Jugovitz, Strasisch. — Pölzl, Kfm.. Innsbruck. — Venter, Hauß, Rieß, Baschko, Kaufleute; Haasbrunn, Teppmer und v. Anspitzer, Wien. — Stenn und Swoboda, Gottschee. — Klausel, »djnnct, Jdria. — Jser, Schauspieler, Pola. — Gabric, Samobor. Hotel Vlesant. Held, Kausm., Ludwigsburg. — Hirsch, Kfm., Dambovar. — Wodniiar, Kfm., Wraz. — Blitz und «raum, Wien. - Schwinger, Bezirkskommiffär, Jdria. — Prinz, Sagorie. - Strucel, Jll.-Feistriz. Skoci, Triest. Mohren. Reith, Graz.________________________________ kischrn Truppen abzusperren, und besetzte ungeachtet der Schwierigkeil eine Position sechs Werst von Ehatluderi. Der Verlust der Russen betrug drei lobte und 30 Verwundete. LebeuSmittel-Preise in Laibach am 30. Mai. Weizen 12 fl. 15 kr., Korn 7 fl. 60 kr.. Berste 5 fl. — kr., Hafer 4 fl. 22 kr., Buchweizen 6 fl. 35 kr., Hirse 5 fl. 36 kr., Kukurutz 6 fl. 50 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 6 fl. 25 kr. Pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. 50 kr. per Hektoliter: Rindschmalz 96 kr.. Schweinfett 84 kr., Speck, frischet, 78 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 85 kr. per Kilogramm; Eier 1% k. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 50 kr., Kalbfleisch 48 kr., Schweinfleifch 66 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 67 kr., Strob 2 fl. 67 kr. per 100 Kilogramm; ban’es Holz 6 fl. 50 kr, weiches Holz 4 fl. 50 kr. pr. vier S.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Wiener Börse vom 30» Mai. Staatsfonds. «cü> Rente, öft.Pap., 58-76 bto. Dto. öft. in 6ia. 64-ts dofe eon 186* . . . . 107 — Bote »ob 1860, gerne 108-70 iofe eon 1860, ffitnft. 118-85 Prämieusch. v. 1864 . Qrandent.-Obl. Verstorbene. Den 29. Mai. Johann Zgonc, Arbeiter, 40 I Zivilspital, Lungenödem. Den 3 0. M a i. Jakob Schmeidt, Zuckerbäcker, 65 I. Polanastraßc Air. 5, Schlagfluß. Maria Fermin. Bettlerin, 31 I, Zivilspital, Eelenkscaries. — Wilhelmine Nord. Inwohnerin, 67 I., Thealergafse Nr. 10, Altersschwäche. — Peter Sombra, Reisender, 39 I., ist unterwegs zum Lai bacher Zivilspital am Scorbut gestorben und nach St. Christo Übertragen worden. Den 31. Mai. Paul Petrovkii, Fiakerskind, 1 lag, Römerstraße Nr. 18, Schwäche infolge der Frühgeburt. -Katharina Belii, Inwohnerin, 56 I., Zivilspital. Eiterungs fieber. — Maria Mayer, Tischlerskind, 3'/, I., Wienev Maße Nr. 7, Gcharlachbräune. ______________________________ Telegramme Athen, 31. Mai. Das neue Kabinett ist folgendermaßen gebildet: Komunduros Präsidium und Auswärtige«, PapamihalopuloS Innere«, Zo tirvpulos Finanzen, Petimeza« Krieg, Nubulis Ma rine, Kvntostavlo« Justiz, Nolaros Unterricht. Die Parteien TrikupiS' und DelijanniS' sagten dem neuen Kabinette ihre Unterstützung zu Petersburg, 31. Mai. Einem Telegramme von der Kaukasus-Armee zufolge nahm General Oklvbfchieff am 29. v. M. die Sammebagh-Höhen auf dem Unten Flügel der türkischen Position ein Eine kleine Colonne wurde abgesandt, um die Be völkerung von fiabuteti von der Position der für War-1 Pfandbriefe. Lllg. oft. Bod.-Sredit. ettbentätg. Ungar» Aotten. ilnglo-Bavk CeVefttenbanl . . , Secomete-Bnftalt , ‘ tanco - Bant . . . lanbdeient . . . . tationalBanl . . , O-ft. Bavkgeselll. . llnioa-Bam. . . 1. «lis.-Baba »als. gt, 3ofcf«6 Bteatebabn . . . Bübbabn.......... 67-76 186-40 70-60 73- 68-86 64-60 107-60 108-86 118-76 71-86 73-56 & 136-50 1*4 — 125-6301 770-—i77l-— 44-60 45 — 74.- I 7v--94-75 95 -808 75 202 134 — 134-50 113-50 114-219 — 219-50 74—1 74-50 bto. in 38 9. Station, ö. W....... ttng. Bod.-Treditaost. Prioritäta-Obl. a»z J»sel«-Bahu . eft. Nordwefibahn. Siebenbürger . . . . Staatsbahn.......... Eüdbahn 4 6 Perz. bto. Boa« Lose. Kredit, 8e(e........ IRubolf« « 8cfe . . . . Weohs. (3Mon.) Äugsburg 100 Mark Franks. 100 Marl . •elb «Ban 10S-76 107-— 87-—| 87-85 96 60 96 76 89'— 86 25 87-90 88 10 87-75 88 — 67-85) 67-60 157 — 167-50 PId. Frai Münzen, onbon 10 Paris 100 Sterl. aucS Kais. Münz-Ducatev ro-FrancSmtS. . Deutsche Reichsbank. Sttder . . 98-- 161 13*25 62 II 127 80 50 90 6 98 10-25 62 80 112 30 9325 161 60 18 60 62 20 127 90 51 — 6*C9 1026 62*90 112 40 Trlrgrafifcher Kursbericht am 1. 3uni. Papier-Rente 59.35. — Silber-Rente 64-60. — Rente 7105. — 1860er Staats-Anlehen 109 25. — Bank-actien 770. — Kreditactien 137 30. — London 126 50. — Silber 111-50. — K. t. Miinzdnkaten 6 00. — 20-FrancS Stücke 10-121/«. — 100 Reichsmark 6210. Danksagung. Filr die in hiesigen Bevülkrrungekreise» kund-gegebene herzliche Tbetlnahme während der Krankheit und für die zahlreiche Begleitung der Leiche der Frau Antonia Für znt letzten Ruhestätte sprechen sten Dank au« Hiemit den innig- die traueruden Hinterbliebene«. Niederlage der $)atent~3l4~ 'KnterMeider bei Kiaringer von 1 fl. 80 kr. bis 7 fl. 50 kr. Prospekte gratis. _______(683)8 Zahnweh! Agtnlen!! (280) 2—2" Zum Verkaufe "WD von Originalen und ÄntHtilfchtinen der 1839er Scricntofc) welche jedenfalls schon am 1. September I. I. gewinnen müsse», werden für alle Orte der Monarchie von einem älteren, bestrenommierten Bankhaus« Agenturen an vertranenswllrtige Personen (auch an Lotto-collectanten, Tabaktrafikanten rc. rc.) verliehen. 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Gewinne a M. 8 Gewinne ä M. 250.000, 125.000, 80,000, 60,000, 50.000, 40.000, 36.000, 30.000, 25.000, 20.000, 15,000, 1 Gew. 19 Gew. 3 Gew. 20 Gew. 3 Gew. 53 Gew. 200 Gew. 410 Gew. 621 Gew. 700 Gew. 22,650 Gew. etc. ä M. 12,000, aM. 10,000. 6000, ä M a M. a M. a M. i M. a M. a M. ä M. ä M. 6000, 5000, 4000, 2400, 1200, 500, 250, 138 etc. jeder und heftigster Art I beseitigt dauernd das berühmte Pariser Uton, wenn kein anderes Mittel hilft 11 Flacon i 50 kr. bei Herrn Apotheker Blreeliltz. (268) 7-2 Die nächste erste Gewinnziehung dieser grossen vom Staate garantierten Geldverlosung ist amtlich festgestellt und findet schon am 13. und 14. Juni d. J. statt, und kostet hierzu 1 ganzes Original-Los nur Mark 6 oder fl. 3'50, 1 halbes » » » 3 » » 1 75, 1 viertel » » » 1V» * * —'90. Alle Aufträge werden sofort gegen Einsendung, Posteinzahlung oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt, und erhält jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Original-Lose selbst in die Hände. Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gratis beigefugt, und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten unaufgefordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staatsgarantie und kann durch direkte Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen Oesterreichs veranlasst werden. Unsere Collecte war stets vom Glücke begünstigt, und hatte sich dieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der ersten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten direkt ausbezahlt wurden. Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der solidesten Basis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Betheiligung mit Bestimmt' heit gerechnet werden; man beliebe daher schon der nahen Ziehung halber alle Aufträge baldig direkt zu richten an (258) 6—* Kaufmann & Simon, Bank- und Wechselgeschäft in Hamburg* Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisen-bahnactien und Anlehenslose. H | P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither gesehen _ Vertrauen, und indem wir bei Beginn der neuen » loeung zur Betheiligung einladen, werden wir unB eji« fernerhin hestreben, durch stets prompte und Bedienung die volle Zufriedenheit unserer ge q Interessenten zu erlangen. " - Für die SKcbaction verantwortlich: Franz Müller. Druck von Jg. v. Äleinmavt & Fed. «a mb erg. Verleger: Cttomat Bamberg.