Mtmcher »Ititung. Nr. 280. PräiüimeratlonSprei«: Im Lomptolr ganzj. fl. i! !).ill>j. fi. 5.50. Fül dieZuftcNunq in« Hau« halb,. >« lr. Mit der Post gaozi. sl. 15, hnlbj. fl. 7.50. Freilag, 4. December I»le«ti ons^edühr t>is I0 feilen: lu-.al liu lr., «M.80fr., 3m. I sl.!so,,st pl.Ze,le Im. 8l».. i!M.«lr . 3m. 10Ir. u.s. w. Iniciticiitllcmpcl icdeoin. 30 l,, 18««. Amtlicher Theil. Se. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 22. November d. I. über Antrag des Reichskanzlers, Nlinistcrs des kaiserlichen Hanfes und deS Acußern, den k. k. Unterthanen und bisherigen königlich preußischen Consulu Friedrich Freiherr v. Lichtenbcrg in Ragusa und Panl Ritter v. Scarpa in Fiumc so wie dem k. k. Unterthan und bisherigen königl. preußischen Viceconsul Anton HeSky ^ ^engg die Auuahmc der ihnen übertragenen gleichen Consularfnnctioncn des norddeutschen Buudes allcrgnä-digst zu gestatten und dem bezüglichen Vestallungsdiplomc derselbe« das Allerhöchste Ezcgnatur zu crthcilcu geruht. Nichtaintlicher Theil. Spanm! und dic Hlibsburgrr. Alan hat in den letzten Tagen schon mehrmals die Nechtc der Habsburger nnf den spanischen Th^ou er» Wähnt, Nlid in Madrid sprach man sogar einige Zeit von der Kandidatur eines östcrreichischcn Erzherzogs fiir die Königskrone von Spanien. Aemclkmswerlh ist, daß es die spanischen Blättcr selbst, und zwar nnr diese sind, welche das Andenken an die Verbindung Spaniens mit den Haböburgern auffrifchcu, wahrend, dem alle bis nun zu den Spaniern in Aussicht gestellten Prütcndc, l.n ihn.n von Außen hcr importirt wur-den. T>olM'M sind wir >v,it davon entfernt, dieser Sache irgrnd welche crnstt Bedeutung beizulegen, l>nd wir geben deshalb die wmer unten folgende Correspond denz der „Ocstcrr. Eorr." nur wegen ihres historischen Interesses. Der „Oesterr. Corr." wird ans Madrid berichtet: Ein geachtetes spanisches Blatt, das „Diariu von Barcelona" hat vor kurznu die Erbschaft des spanischen Throneö feierlich fi!r daS Hans Oesteircich m Anspruch genommen. Es rrinncrlc an die am 2l>. September 1703 verfaßte und im Jahr 1706 veröffentlichte Beichte des Großadmirals von Eastilicn Don Thomas Enriquez Cabrera Eonde dc Melgnar an den Papst Clemens !X , in welcher sich Graf de Mclgnar, von Gewissensbisse» gepeinigt nnd mit der Bitte um Absolution, anklagt, das wahre Testament Königs Karl ll. vcrnntrcut zu haben, ein Testament, welches „zum Erben der spani< schen Nionarchic den zweiten Sohn Leopolds dcs Ersten, römischen Kaisers, Erzherzog Kall von Oesterreich, mit dcr Bestimmung einsetzte, daß im Falle derselbe sterben winde, die Krone dem legitimen Nachfolger des Hau es Oesterreich in directcr Linie zufallen solle. Unter dem Vorwandc, daß König Karl, als er diesen seinen letzten Willen testamentarisch niederlegte, nicht mehr klaren Geistts gcwcscu sei, habe er, Graf Melgnar, mit anderen Großwürdenträgern des Reiches das Testament und den lctzlcn Willen des Königs umgestoßen nnd so sei der Herzog von Anjon als König von Spanien proclamirt worden und habe sich beeilt, deu Throu in Besitz zu nehmen. Rcnig legt Graf dc Mclgnar nochmals das laute Zeugniß vor dem hciligcu Vater ab, daß der spanische Thron mich dem Testament nnd dem letzten Willen des Königs Karl ll. dem Hanse Oesterreich zufallen folltc, und zwar in voller Ucderein stimuumg mit dcn Intcutioneu scincr Vorfahren, die nach vier Testamenten d^is Hans Oesterreichs stets als Erben des spanischen Thrones bezeichneten, nnd auch in voller Uebereinstimmung mit den Wünschen aller Unterthanen der spanischen Monarchie. ^ssen Sie mich die bemerkenswerthc Thatsache constatircn, daß mitten nntcr den heißen Kämpfen der Parteien, welche sich die künftige H^rschaft über Spanien streitig machen, die Enthüllung des „Diario" mit großer Pietät anfgcnommcn worden ist. Die Blätler der „Krone von Arragouicn" wiederholten sie thcilnahms voll, zum Theil mit nnverhchltcr Sympathie, ohne den Versuch cimr spöttischen odcr feindlichen Kritik der darin enthaltenen historischen Daten. Es zeigte sich hiebci unverkennbar ein von Geschlecht zn Geschlecht vererbter, in den Stürmen dcr Zeit nicht untergegangener Zug treuer Anhänglichkeit an das österreichische Kaiserhaus Ein anderes Blatt: „lil plü'ul^ ^I(.'0l''li," Dilni!» !>!»!»'!>! «!<' ll» l'lir«!«; «Ii^lic-.ulo <»l »i<'!^!l<) l^^pl»»' »"I. knüpft an die Enthüllung des „Diario" mit dcm Rnsc a», daß „Oestreichs Dynastic wohlb>rcchtigt sei zurückzufoidclii, was dcr Ehrgeiz Ludwig XlV. ihm im achtzehnten Iahrhnndcrt geraubt habe." Die Dynastie dcr Bourbouen ,st unwideriuftich todt, so führt das citirtc Blatt ans, ihre Wicderciu< sctzung wäic ein Vcrlncchcu. Die Bourboncu wareü für Spauicu dcr Despotismus, das Elend, der Uuler ga»^; die österreichische Dynastie, die glorreiche u„' glänzende Zeit deö Bandes. Würde sic Spauicu nich< zn ncueu Ehreu bringen können? „Öeslericich Hai sich zu einem Staate von großer politischer Bedcutnng cnl' wickelt. Es huldigt ccm Fortschritt nnd greift nicht mil störender Hand in das Gewebe dcr europäischen Cioili' sation. Es vollführt, was es beginnt. Sieger oder vcsicgt, bewahrt es seine Winde. Iu den Schlachte» ouscr Monarchie erblicken wir die Prinzen dcs tais^-lich>n Hanscs an der Spitze der Truppen. An dcm östcireichlschen Hofe finden wir leinen üppigen ^,xas, lcine frivole ^cich,fertis,keit. Die Stundc ^cr Frc,hc,t hat für diesem Reich geschlagen, ui,d sein K',nscr leite! sciuc großartige Entwicklung. Ist dic Dynastie dieses Landes nicht bcrufcn, uach dcm unwiderruflichen Sturze dcr Bourboncu, deren Herrschaft ciuc Usuipation war, ibr altes unaufcchtbarcs Recht zum Heilc Spaniens zurück zu verlanden?" Aus dlll! ungülischlN Ucichlitagc. Pest, 30. November. In dcr heutigen Sitzung dcs Uutcr Hanfes gelaugte nach Bcfprcchuug mehrerer Eiscnbnhnfragen der Gesetzentwurf über die gemischten Ehen zur Vc-rathung. Nyury constatirt die Wichtigkeit des Gegenstandes, namentlich für dic Protestanten. Er spricht dann von den wohlthätigen Folgen dcr Reformation, von den Con-sistorialgcrichtcn. die cr am liebsten ganz abgeschafft sähe, uud beantragt schließlich, daß dcr Schlußsatz des H 2 gestrichen werde, weil dic Protestanten, wenn sie für die principielle Abschaffung dcr katholischen Consislorialgc-richte sind, gewiß nicht verlangen können nnd werden, daß ihre Eheproccssc anderswo als vor Civilgerichtcn verhandelt werden sollen. Minister Baron Eötuös erwiderte, daß die Ge» setze von I5>48 das Princip dcr Gleichberechtigung und Reciprocität zwischen den Confcssioncu festgesetzt haben uud daß dies dic einzige Basis des Friedens ist. Diese Principien durchzuführen. ist bei jeder voitommendcn Gelegenheit die Aufgabe der legislative. Wenn nun ein früheres Gesetz die katholischen Cousistorialgcrichte auf' recht crhaltcu hat, müssen wir auch den, Protestanten ge< statten, pwttslantischc Eonsistorialgcrichte zn errichten, wenn cs ihnen bclicbt. Ein imperatives Auftreten wäre unzweckmäßig nnd lä^e außerhalb des Rcchlskreiscs der legislative, dcnu das Gesetz hat nicht zu bestimmen, wic die Protestanten in ihren inneren Angelegenheiten vorgehen sollen. Bobory bekämpft den Gesetzentwurf, uamentlich tadelt cr cs, daß dic Ehcproccssc vor dcm Fornm der geklagten Partei beginnen und das Urtheil dann dem Forum dcs Klägers ebenfalls vorzulegen sei. Esauudy behauptet, der Enlusminister bewege sich, wenn man den erhabenen GcsctzartitVl 1848 .- 20 betrachtet, in rctrugradcr 'Richtung. Er bestreiket, daß dic Ehe ciuc Einrichtung des Christenthums ist; sic bc^ stand lange vor dem Christenthumc; sie ist blos ein Priuatvcrtrag. (Bcszc ruft dazwischen: Ein Sakrament!) Redner hält die Beisitzer dcr katholischen Eonsistorial-gcrichtc für unfähig, über Ehcangclcgcuhcitcn zu urtheilen, da sie nicht Familienväter sind nnd die Familicnvcr-hältnissc nicht kennen. Der Gesetzentwurf ist mit dcm Zeitgeistc, mit den Principien dcr Freiheit in Wider-spruch nnd möge dcr Eultusmiuistcr angewiesen werden, cinen ncucn, besseren Gesetzentwurf einzureichen. Fl'Ml'lml. Eine unglückliche Hochgebirlisreife. Um sich von den Strapazen uud Mühsalen der hochgebirgörcisc, welche dcr Curat Franz Scuu und ber Bergführer Cyprian Granpichlcr vor beiläufig drei ^ochcn unternahmen und bei welcher letzterer erlag, kl»cn Begriff machen zu köuncn, mögen folgende Mitteilungen dienen, entnommen dem sehr intcrcssaittcn, streng wissenschaftlichen Buche: „Dic Oetzthalcr Gebirgs-Klippe nut besonderer Rücksicht auf Orographic und Gletscherkunde/' mit eiucm Atlas, vom k. k. Obcrsllicute-"ant Karl Sonnklar von Instädtcn. Dic bcidcn Reisenden befanden sich auf dcm Hcim-^ge vom Dorfe. „Unserer lieben Frau," 5>!2^' hoch "" Schualscrthalc auf dcr südlichen Abdachung dcs Octz-lhalcr Gcbirgsslockcs nach Vcut, l">W4" hoch im Octz^ lhalc resp. Vcntcrthalc auf der nördlichen Abdachung dcs Kannten Gcbirgsslockcs. Sie gingen hinauf ins obcrc ^chunlscrthal uud da weg über das 9:>!I" hobc, über-^ttschcttc ^ochjoch, über welches cin Saumwcg führt !,'."b Josef Gstrcin bci schöner Jahreszeit eine regelmn-u/gc Pcrbindnng dadnrch herstellt, daß cr täglich Maul-^'erc darüber treibt. Auf dem Hochjochc mußten dic ^isendcn den dortigen, durch cinc besonders trostlose Monotonie ern.übenden Gletscher, in einer länge von ^läufig 16.000' überschreiten, bis sie zur Sohle des '.'°f"crthaics. eines ZwcigthalcS dcS Thales von Vcut, '"neu. Nach beiläufig 1000< der Thalsohle entlang kommt auf der linken Seite bis auf die Sohle herab cin mächtiger Eisdamm des Hintcrcisglctschcrs. Jenseits dieses Eisdammcs folgt eine mehr als 4000' lange eisfreie Strecke 090O über der Mcercöftächc, in welcher ein Theil dcs Thalgruudcs ans cinc Vreitc von 15)0 bis 200 Fuß von Alluvioncn bedcckt ist, dic eine ziemlich ebene Flächc bilden un5 dcn Aodcn dcs berüchtigten, später zu bcsprechcudcn Rofncr Eisscc's bezeichnen. Nach dieser Fläche kommen vom ebenfalls linkseilig herab' ziehenden Vcrnnglthalc hcrabgcscsscuc gräuliche Schutt-uud Eismassen dcs Vcruagtglctschers, wo dic beiden Reisenden so vicle Mühsale aiiszustchcu hatten. Icuscitc« dicses Wnstcs ist das Rofcnthal, einc von schroffen Fels-wändcn eingeschlossene Schlucht, bis es dann außerhalb dcr fclsigcn'Abstürze dcs Plattnikogcls einc gcgcn dcn Bach sauft abfallende Tcrassc bis Rofcn hat. Einc halbc Stunde vor Rosen gab Cyprian Graupichlcr seinen Geisi auf. Rofcn ist cinc Ortschaft von nur zwei Gehöften, von sastiggrüucu Wicscu umgcbcu, 04l!5)' über dcr Mce-rcsflächc - dic höchstgelcgcuc stabile Mcnschenwohnstätte dcr öncrrcichischcn Monarchic nnd einst Zufluchtsort Friedrichs mit dcr leeren Tasche. Der ins Rofcnthal hcrabslcigcudc Vcruagtglctschcr wächst oft so stark, das; cr an dcr rcchlcn Thalscitc, au dcr sogcuanutcu „Zwcrg-wand", uustcht, dort cinc anschulichc Höhc crrcicht und dann die Achc staut, so daß cin See, der oben erwähnte Rofncr Eisscc, entsteht. Dieser See durchbricht mit ocr Zeit den Eisdamm und stürzt mit verwüstender Gewalt ins Octzthal hinaus. Besonders entsetzlich war ein sol< chcr Sccsturz, nachdem dic Stauung cin ganzes Jahr dauerte, im Jahre 1678, wo die „Gewässer völlig und erschrecklich mit uorangchcudcm stinkenden Ncbcl, mit Sausen und Brausen hcransgcbrochcn, dazumal viel Häuser, Wegc, Straßen uud Brücken im Oetzthal ver-rennet worden." Die erste wissenschaftlich beobachtete Bildung und Durchbruch des Rofncr Eisscc's geschah im Jahre 1845. Damals ward dcr größte Theil dcs Söldner Thalbcckens uermuhrt, d. h. von Gcschicbcu überdeckt und auf Dc» ccnuicu hiuaus zur Wüstc gemacht, Achnlichcs geschah bci Zwiefclslciu uud ^cngcnscld. nnd selbst iu Innsbruck erhöhte sich dcr Wasscrstand dcs ohnchin schon hoch an-gcschwollcncn Innflußes. in Folgc dicscs Ercignisscs, noch um zwei Fuß, ivodnrch dic dem Ufer zuuächst liegende«, Stadllhcilc nnlcr Wasser gesetzt wurden. Man hat daö Wasscruolumcn dcs Scc's auf 72,75)0.000 Ku-lnlfug berechnet, und dennoch bcdnrftc dcrfclbe zn seiner Entlcernng nicht mchr als einer Stundc, welcher Umstand seine verwüstenden Wirkungen hinreichend erklärt. — Anch im benachbarten Gurglcrthalc war vor Zeiten oft cin solcher Eisscc, dcr, wenn i!r ansbrach, im Gurg-lcr- uud Octzthalc schreckliche Vcrwnslnngcu anrichtete. Auch im Jahre 1718 drohte cine solche Gefahr; da uu-tcruahmcn die von Angst gequälten Gurglcr uud Octz-thaler, vom Pfarrer iu Söldcn geführt, 'einen feierlichen Bittgang nach dem Gurglcrglctschcr. wo 92l8< hoch über dcm Meere dcin allmächtigen Venter dcr Schicksale auf Erden ein heiliges Mcßopser dargebracht wnrdc. Die in eine flache Felscnplattc cingrgrabcnc Jahreszahl 1718 erhält das Andenken an diese merkwürdige Begebenheit. Dcr fromme Glaube dcr Andächtigen ward dadnrch belohnt, daß dcr Gletscher von seinem Anwachsen nicht nachließ und dem Andränge deS Eissce'S eincn unüber« windlichcn Damin cntgcgcnsctztc. Der Abfluß i^nes Eis- 2072 Nachdem dan» noch Carl Sznsz, Bouis, Kol., TiSza und Csiky gesprochen, wurde der Gesetzeul-wurf in der Generaldebatte erledigt lind i» der Special- ^ debatte mi^ geringen Aenderungen angenommen. ! Hierauf wurde auch noch das iutcrcoufcssionellc! Gesetz erledigt. Die Generaldebatte uittcrblicb, dic i Specialdebattc gestaltete sich namentlich beim 3. und beim! 12. Paragraphe sehr lebhaft, tz 3 bcsiiunut, daß die Absicht dcS Ucbcrtrittes von der einen Kirche zur anderen von dem Betreffenden bei dem Geistlichen seiner bisherigen Kirche anzuzeigen ist. TiSza beantragte jedoch, daß es genügen soll, wcnn diese Absicht vor dem Seelsorger jcuer Kirche kundgegeben wird, zu welcher jemand übertreten will. Das Amendcmeut wurde jedoch abgc-lchut. § 12 bestimmt in seiner gegenwärtige», vom Ccn-iralanSschusse festgestellten Fassung, daß aus ciuer gemischten Ehe stammende Knaben der Confession des Vaters, die Mädchen hingegen der Confession der Mutter folgen. Nach der ursprünglichen ministeriellen Vorlage jedoch sollte es den Eltern freistehen, darüber ein Ueber-einkommen zu treffen, in welcher Confession sic ihre Kinder erziehen wollen. Der C ul t us m i n i stc r nahm die ursprüngliche Fassung in Schul), doch wnrde der gegenwärtige Text mehrseitig lebhaft verfochten und schließlich mit sehr großer Majorität angenommen. >e chisch-tatholischen Episkopate in Kai lebn« g nud Samos-Njvar, ferner dcr Gesetzentmnif üdcr die Großwardciu-Klausenburgcr Bahu weiden in d?> Geücial- »nd Spccial-debalte angenommen. Der Finanzministcr ^oi'yay lrgl hierauf Gesetz cntwillfc vor über Errichlnüg ciacs Ob.rstcn Ncchnnilaö Hofes, iiber Tilgung dec E!seubahl,sch»lc> der Theiß-Äahngcscllschafl nud endlich über die Verwendung des Eiscnbahnanlchens. Bezüglich des letzteren Gcgcnstaildcs trägt Vouyay rin von allseitigem Beifall.- d^lciletc,? Efpos'' vor. Aus qegedcu wurden 70'.) 380 Stück Obligationen; placiri sind dlium, 352.341 Stück, auf E>seubahuba»tcu wlir« den aufgegeben 3,391.000 Gulden, sür Aülauf dc> Nordbahn 7.086.95)0 Gulden. Die Eoxpons des ersten Semesters »nd die Cinlösuug der zu verlosenden Obli galioncn betragen zusamuun 833.169 Guldcü in Silbe» oder 974,80? Gulden. Für Eiscubahnzwcckc siud zu bercchueu 11,45i2.75'7 Gulden im Papic,werthe s,röß lcnlhcils placiil, zu Gl!i>stc» der Staalsbühu 4,79:"'.85»7 Gulden; mit den sousli^cil Voiräthcu iu Napolcousd'or, Francs, si^deulschcr Währung, Wechseln, Sterling, preußischen Thalern nnd Silber beträgt dies einen Ge^ saiumtwertb oou 28,771.742 Guld.'u. Die 7'/^ Percent dieser Summe machen 2,120.680 Gulden aus, die Interessen sür 35)2.34! Stück Obligationen nbcr 2,114.046 Gulden; so sind nicht »ur 7 Perccut crrciijt, sondern es zeigt sich nocli >in Ucbcrschuß von 6<)34 Gulden. ! Hierauf folg! die Achcmdlimg dcs Gcsctzes bctrcffs der Union mit SickeubÜ!^!'. In dcr Gcucl'lildcbcNle spiccheu Äia>c»^laiu imd Rouieuscr dagegen, Graf B^ll'lcu dafür Abende ist wie< dcr Sitzung. Dcr uc rein i g le F i n a n z- und Eis e n b a h n-auSschnß hat beschlossen, das Haus möge die Rc-gierliug licuollmächtigcn, die Weißcnburg-Raab Grazer Vinic dem Cunsortiuui Herzog uou Äiodcna, Wcikcrs-heim uud ungarische Credilbant mit 36.400 fl. Zin-scngarantic zu couccssiouirc», den Van zil beginnen und den bezüglicheu Gesetzentwurf der nächsten legislativen vorzulegen. Türr und dir Nulnäncn. Die „Debatte" schreibt: Äctauutlich halteu die Organe Bratiauo's in dem enragirtcn Fedcrtampfc, deu dieselben bis vor kurzem gegeu Uugarn zu führru com-mandirt waren, einen Gcnicslrcich anzllbringcn vermeint, iudcm sic gewisse Untcrhaudlnngen der Ocffcutlichlcit preisgaben, welche die uugarisc!»c Emigration, uamcullich Klapka uud Türr vor 1866 znin Zwecke dcr Vc-lümpfung Oesterreichs mit dcu rumäuischcu Slaatsmän-ncrn gepflogen. Klapka fertigte die Bukarcstcr Schrei-bcrhcldcn seinerzeit ab mit dem cinfachcu Hinweis auf die veränderten Verhältnisse. Heute schüllelt sich Türr dic-selbcu mit folgendem offeucu Schreiben, das Pester Blätter veröffentlichen, vom Halse: „An Herrn Papiu Harianu iu Bukarest. Verehrter Frcuud! In dem Schreiben, welches Sie in Nr. 166 der „Fedcratiunra" vom 6. ^)(0veu,ber d. I. an mich richten, berufen Sie sich anf unsere im Jahre 1863 stattgehabte Unterredung, beziehungsweise Coufcreu; uud anf die daraus hervorgcgaugeuc, von Ihuen irrthümlich „Appell" gcuauute, iu Wahrheit aber uur meine snbjectivcn Ansichten cüthaltende 3cl,rifl, nnd fcheincn daraus dcu Borwnrf ableiten zu wollen, als würde ich mir durch deu Staudpuutt, welchen ich uuler deu gcgcuwärtigeu Verhältnissen einnehme, eine Incon-seglienz zn Schnldcn koimneu lasseu. Da den Natioualiläteu gcgcunbcr die Befriedigung derselben aus Grund ihrer Gleichberechtigung auch heute noch gerade so wie damals mciu politisches Princip ist, kann der von Ihnen citirle lateinische Spruch: »>>», >!<>I';> »,!l!l!!>!»!' " Nllf UUch Nicht angewendet werden, nnd zwar nmsowcuigcr. als sich uuserc damalige Confercnz auf die Idcc dcr Donan-Confüdcration nnd auf deren gcmeiusaiu auzustrebcudc Vcrwirtlichuug bezog; daß ich für die Nealisirung dieses Planes bis zum lctztcu Augeublickc thätig war, das wcr-den wohl auch Sie uicht leugucn köuucu, währcud die Rumäucn Sicbcubürgcus stall mit uns Haud iu Hand ;u gehe», iu dcu Ncichsralh spazicrtcu uud dort mit dcn Ceutralisten gegen nns arbeileten. Im Interesse der Wahrheit wäre es übrigens vielleicht auch nicht überflüssig gewesen, wenn Sie mit dcr Bcrnfnng auf mciuc damalige Erklärung gleichzeitig auch jeuc EMctorationeu citirt hütlcu, mit dcucu diese Er klärung iu dcn rumänischen Blättern Sicbeubürgcus au-gcgriffcu wnrde. Unser damaliger Plan war direct gcgcn Oesterreich gerichtet, aber hcntc, wo Ocslcrrcich die staatliche Selbst-ständigkcit Ungarns anerkennt, hat sich die ?agc vollständig geändert. Hcutc siud dic Feiudc dcr staallichcu Existenz uud Iutcgrität Ungarns nicht mehr unter dcn Wiener Ncgicrungsmännern, sondern gan; anderswo zn suchen, und es kann nn» und nimmer meine Anfgabc fee's geschieht seitdem alljährlich zur Sommerszeit auf eine andere friedliche Art nnd Weise, Wenn man die schancrvulle Natnrbcschaffenhcit des Nofenthalcs bedenkt, uud erwägt, daß Eurat Senn und Cyprian Grauvichlcr dasselbe im November, uud zwar zur Zeit dcr Schneegestöber und Lawinenstürze, passir-ten, "so kann man sich in dic beiden dcr beiden Reisen den hinciudcukcn nnd das Erliegen des rüstigen Führers crklärcu. Ucbcr diesen vcruuglücktcu, weitbekannten Bergführer ist im Jahrbuche des östcrrcichischcu Alpcn-vcrciucs, Baud 4, Folgendes zn lesen: „Cyprian Gran-vichlcr, kurzweg Cypcr genannt, ist ein Mann von bci-läufig 3(i Jahren, von hoher, schlanker, dabei kräftiger Gestalt; sciu Gesicht ist tauglich uud hat in Folge des Sonueubrandcs, den: er bci den vielen Bcrgtourcu ausgesetzt sscwcscu, einen dnnllcu. brouzcfarbcucu Tciut er-halteu. Pechschwarzes, uicht allzurcichcs, Kopfhaar, klciuc schwarze Augcu und ein aufwärts gekräuseltes Schunr-bärtchen geben ihm ciucu iutcrcssantcn Anstrich. Einen eigenthümlichen, komischen Eindruck macht Cypcr auf dcn Fremden, wcnn er die Augen zusammcnzwickt uud dabei den Mund zu einem verschmitzten lächeln verzieht. Er lst zwar nichts weniger als gesprächig, aber immer aufmerksam und Höftich gegen jedermann. Vci Ezcnrsioncn, namentlich bcl gefährlichen, beobachtet er stets die größte Ruhe und Vorsicht nnd legt eine bewunderungswürdige Ulierschrockeuhcit, Ausdauer. Ortskenntnis; nnd einen scl' tenen Scharfblick an den Tag." Dieser brave Mann ist nun ein Opfer sciucs Berufes geworden. Obwohl er in dem entlegensten Winkel der Erde lebte, so wird doch sein Andenken von manchem Vornehmen iu dcr weiten Welt geehrt bleibcu. Cnrat Senn iu Vent isl ein sehr thätiges Mitglied des österreichischen Alpeu-Vereiucs, und sein freundliches und gastliches Widam, versehen mit allem, was zur Anö-rüstnng der Bergfahrer gehört, ein Ausgangspunkt vic-/lcr touristischer uud wissenschaftlicher Bergfahrten. Mit Aufopferung beinahe seines gan;cn Vermögens uud dauu mit Uutcrstützuugcu aus Deutschland uud vou Sciteu des österreichischen Alpen-Vereines hat Curat Scun von Vent bis Söldcn, der Sohle des Oetzthalcs entlang, mühsam ciucn Weg für einspännige Wagcu angelegt, Dcr Vuftliuic nach ist der nächste geistliche Nachbar des Herrn Senn der Curat iu Gurgl (5>'.»87 Fuß hoch). Zwischen ihnen aber ist das ganz «vergletscherte Vcnter-grat, über welches ein Ucbergang durch das 10.160 Fuß hohc Namoljoch ist. Iu solcheu Negiouen kauu mau wohl mit dem Al^ pcnjägcr in „Wilhel>n Tell" singen: Es omnicrn die Höhe», es zillett der Steg, Nicht gsauet dem Schützen auf fchwindligem Weg: Er schreitet verwegen Aus Feldern von Eis, Da pranget kein Frühling, Da grünet lein Rns i Und unler den Füßen ein neblicl^s Meer, Ellcnnt er die Städte der Meuschcn nicht mehr, Durch den Riß nur der Wollen Erblickt cr die Well'. Tief unler drn Nassen» Dai grünende Felv. sein, dnrch Unterstütznng solcher Forderuugcn dcr Nationalitäten, womit dieselben ^- vielleicht anch unbewußt ^ auf uxser gemeinsames Vcrderbcu hinarbeiten, dcn Pläne,, unseres gemciusamcu Feindes zum Siege zn verhelfen. Schließlich wiederhole ich, was ich Ihnen schon 1864 geschrieben habe: „Von ihren Stammcsgcnossen vollständig isolirt, stehen die ungarische und rumänische Nation wie zwei Iusclu da, uud siud durch die poliliscbc wie durch die geographische ^agc uud hundert audcrc Umstände zu frcuudnachblirlichem Zusammenhalten und brüderlicher Vereinigung angewiesen," Empfangen Sie ?c. Pest, 30. November 18li8. Stephan Türr." Prim's Mctlllur-Mnr. Ein von dem Poscucr Dzicuuik publicises Schrei' bm eines in Madrid lebenden Polen spricht sich dahin cms, daß allem Anschein nach Prim uach dcr Diclatur strebe, dic in Spanien jetzt wohl zur Nolhwcudiglrit wcrdcu köunc. Prin, hülle sich mehr als einer seiner Collcgcn in Geheimnisse; iu der jüugslcu Versamnilun^ dcr Republikaner habe cr nur einige uichtesageudc uud schwer verständliche Worte gesprochen. „Nur Ein Gc^ danke leitet ihn," sagte cr, „dic möglichst schucllc Bc-rufuug dcr Cortes, um ihncu das Symbol dcr Freiheit, die ssahuc zu übergcbeu, die das Gebäude kröucu solle." WaS dicse Fahne bedeute? Prim'ä Agcuteu verbreiteten iu deu Provinzen unzählige Wahlzcttel mit dcr Aufschrift: „Don Iuau I. lebcuMuqlicher Kaiser!" Plim'S I». lrigueu würdcu dadurch mit Olo^aga's Wahlmauifcsl iu Eiuklaug zu briugcu gesucht. Zwischcu bcideu bestehe aber uicht daö geringste Eiuucrstäuduiß; im Gegentheil, Olozaga sei ehrlicher Frenud dcr ciblicheu conslilutio-ncllcu Aiuuarchic uud dem General Prim in Folgc früherer Mißhclligkeitcn persönlich abgcueigt. Es gebe kaum einen größcrn Gegner dcr Wahlmonarchic als Olo zaga. Er habc freilich das Wahlinanifcst nnterschricbeu, aber cr sei, wie alle Doctriuärs, schwach und lasse sich leiten. Auch Rivcro sei völlig abhängig. Beide waren froh, zwischen dem Rufe uach Monarchic oder Republik ein Mittelding zu fiudeu, das dcr schlaue Prim durch seine Anhänger ihuen geschickt hinwerfen licß. Gerade in diesem zwcidcntigcn Compromiß stecke dcr Embryo dcr Dictatur, und von der Dictatur bis zuiü kaiserlichen Purpnr sei nnr Ein Schritt! Man sauge bereits an, Prim uuter die Prätendenten zu zählen, in Betracht, daß cr nnablässig auf Verstärkung der Armce dringe, gleichzeitig aber dcn Massen schmeichle. Im Kreise der provisorischen Regierung befinde sich anch nicht eine einzige Persöulichkeit, dic ihn an dcr Aus' führung sciucr Pläne zn hiudcru vermöchte. General Serrano sei ein zu weicher Charakter, vielleicht anch zu gutmüthig. Admiral Topctc, lühu im offcueu Kampfe, sei unfähig zn CabiuctS-Intrigncn. Dcr Rest dcr Mitglieder wage kanm einen Angriff anf Prim's PopnlN' rilät. Prim habc überdies dcn Beistand Frankreichs, dessen Politik cr sich auschlicßc. Die beidcu bedeutendsten Parteien im Vande, die rcpnblilanischc uud dic katholisch-rcaclionäre, sein iu das Spiel hiuciugczogcu, die audcreu Parteien würden zersprengt wcrdcu. Wenu Prim dic Dictatnr und hinterher das Kaiserthum pro-clamircu lasst, so werde es uur im Namen der Republik geschehen, die cr zuerst von dcn Constitntionclleu befreien werde. Die katholische Partei habc sich bcreitS verpflichtet, jede Regicrnngssorm anzunehmen, nur nicht die constitntioncllc Monarchie. „Wir »vollen keinen König, dcr herrscht nnd nicht regiert," sei ihre Losnua, und der täglich wiederholte Ausruf Noccdal's. Die Auf regung im südlichen Spanicu gebe Prim, dessen Agenten mau sic sogar in dic Schuhe zu schicbcu suche, ciucü crwuuschteu Aulaß, die Trupftcumacht auf den Punkt zu bringen, auf dcn cr sie bringcn'zu müsscu glaubt, ui» sich zum Hcrru dcr Lage zu niachcu. Kaiser Napoleon würde sür uachbarlichcs Kaiscrthum von dcr Armcc Guaden uicht uuempfäuglich sciu. Dic Prüst>cntenlvahl in >er llniml. New-'.')ork, 12. November. Die New-Iorler „Handcls-Zcitui'g" schreibt über die Präsidentenwahl: Es ! iclct sich jetzt eine Auzahl überwundener Stand-pliuklc. Uebcrwuudcn ist dcr Standpunkt dcr Rap»^ diatioü nittcr irgend welcher Form, wenn auch Bultlcr mit ciucr colossalen Viajorität wiedergewählt wurde. Man wird sich nicht mchr fragen, ob nnd in welche Form die Republik ihre Schuldcu bezahlen soll, sonder» einfach dem guten alten Grundsatze huldigen: „Ucb immer Trcn' uud Redlichkeit." Die demokratische Pa^ tti wird sich dcr Hoffnung eutfchlageu muffen, um Hilfe dcr znsammcugcdroschcucu südlichcu Oligarchic noch cium-.l das Vand zu bchcrrschcu, und damit ist gar v'tt gewou!,eu. Ucbcrwuudeu ist ferner der Standpulln. " onach das, was der Cougrcß für die Reconstiuctioll gcthan uud verfügt, uuconstitulioucll, uull uud nichltg sei uud vernichtet sind die auf einen gewaltsamen U'"' stürz gerichlclcn Pläne. Scymonr, Frank, Blair un ihre Genossen haben erfahren, dc>ß das Volt »ichtS vo> ihnci! wisscu will, uud solche Mäüucr brauchen sich >'"l noch einmal an die Spitze eincr politischen Partei zl« 2073 stellen, lull dicsclbc der Mühe zu üucrhebcu, sich jcinalc« wieder lllif oem Kampfplätze Uickeu zu lusscn. Ruhe mio OrdlUlNg, Sicheiheit u^d Siltlichl^ic sullcn iin ^nide heilschen, so w^it das Slerüeüdumier flaltcit. So hat das Volk liiil 3. November entschieden, und dadc! nlüs), dabei wiri' cs dl(idcn. Was den Süden Iittlifft, so fchcn wir die bei .hm hcrischcüdc Sliln,nl!i,g in fol-gcndcn Nollcli der Newollcans Deuischei, Zeitung nns^ gediücki: „Die Niederlage dcr Demokratie — dcim so inüsscn wir es ncu^en — ist vollständig. Sie ist schlimmer als wir erwarten durfttn, als wir zu fllrchtcn drauchteu Wie bitter dies,? Geständnis; ^nch für n»s olle sein un,g — gegen >)>c)lcn läßt sich nicht mehr strcilcn. Grant ist mit citur großen Alujorität zum nächsten Pl'äWilit^i der Vereinigten Stuulcn erwählt; i» dem nächstln Kongresse ,st eine bcdcntendc Majorität uon r^diccileu Milgliedeln u.ltrclcu, so das; der Triumph der radicalrn Principien fiir die Wünsch: der Radicalcn groß yenu^ ist. '^a>> ^.n.'d wud sich also au den Gedanken aewöhlic:! müssen, vier weitere Ilihr^ radicalcr Herrschaft zu ertragen. Dcr Süd^n muß sich, wie schwer es auch wird, in di.' hart..' Nothwendigkeit zu sindci! wissen lüld iluiß ihr tic destc Kcitc adzngcwiu« uen suchen. Die NccoüsN'^t^', wie sie vinu Coügrcß an-gcordl'ct wnrde, miis; nuü^eljr cdenfallö nlö cinc uollcndcte Tha's.'.chc angesehen wcrdci!, dein» nuiljesioßcii ln,n sie — wcni^stcl!? dnich den Süden jclbst — nicht mehr werden. Sich gegen diesen Gedanken noch länger zu stranden, ist heute einfach znm Unsinn geworden. Von nnscrcn Freunden im Ziorden haben wir nichts mehr zu hoffen,! denn sie sind machtlos, und der Süden selbst taim natürlich anck nicht an Widerstand denken, denn das wäre Selbstmord." Das sind vernünftige Worte; nnr brauchte! das Vied nicht so gar wchinülhig zn lantcn. Es wird dem Süden nicht gar so schwer fallen, sich mit Resignation in das Vos zu fügen: znr Loyalität, zur ullge-meinen Rcchtsachtnng, zur wahren Freiheit, znr lohnenden Arbeit, znr Vildnug, znm Frieden, znm Gedeihen, znm Glück gezwungen, daran verhindert zn werden, sich selbst zu schädigen. (5s wird nicht gar so schrecklich! für ihn sein, zn sehen, wie unter der Gewähr des Friedens die Capitalien und die BctriebSkrast ihm zuströ> men, wie die öden Felder wieder grüneu, die gestürzten Maueru wicdcn emporgerichtet werden, wie die Wunden heilen, die Th'äncn versiegen. Einen Anfschwnng, welcher bald alle ^eiDer des Kriegs in Vergessenheit bringen wird, ucrl'iivg! die (5»tsche!?»:ig des Nordens dem Süden, und al> Acgnwalent >r>ird nur verlangt, daß man sich daran gewöhne, die Andersdenkenden ihre Meiuung frei aussprcchcn und ihre Stimme in die Wahlurne abgebe» zu lasseu. Wahrlich, köstliche Güter für gcriugeu Preis. Oesterreich. Wie«, 2. December. Ihre kais. Hoheit die durchlauchtigste Fran Großhcrzogin Alice von Toscmm, Gemalin Sr. kaiscrl. Hoheit des durchlauchligsien Herrn Erzherzogs Ferdinand, Großherzogs von Toscana, 5md hcutc Atorgcus uor 1 Uhr zu Salzburg glücklich von einem Prinzen entbunden worden. — 1. December. (Rumänisches.) Aus guter Quelle hört man bestätigen, daß Fürst Earol von Ru mänicn in den letzten Tagen ein Handschreiben des Königs von Preußen erhalten habe. Ohne Zweifel hat dieses Schreiben wesentlich zu der Demission Äratiauo's beigetragen. Zu gleicher Zeit hatte dcr russische Agent in Bukarest die Weisung erhalten, Äratiano zu verstehen zu geben, daß das St. Petersburger Cabinet seinen Rücktritt für opportun erachte. Seiner Person nach ist er mm allerdings beseitigt, seine Ideen walten jedoch auch im Kreise der neuen Minister, unter welchen sich nnr Ein entschiedener Gegner Bratiano's befindet, nämlich dcr Fürst ^hika. (Pr.) Pest, 1. December. (Abendsihung des Unter-ha uses.) Dcr Gesetzcnlwnrf über die Regelung dcr Union mit Siebenbürgen wnrde in der General- und Special-dcbatte unverändert angenommen. Perezcl legt das Referat dcr Wchrcommission über Modificationen des WehrgcsclM vor; die Commifsion empfiehlt die Amiahmc der Modificationen. Uüslünd. Verlitt, 30. November. (Off i c iösc S t i mmc über den M i nistcrw echscl in Bukarest.) Die ..Nordd. Allg. Zeit." äußert sich über die Cabinctökrisis l» Bukarest: Die Thronrede, mit welcher die rumänischen Kammern am Freitag eröffnet wurdcu. ist gleichzeitig das Testament des Ministeriums Vratinuo gewesen. Schon am Tage darauf ist dasselbe um seine Entlassung eingekommen. Da in dcr Thourcde sowohl die inneren Zustände des Bandes als seine Beziehungen nach Außen "lö durchaus befriedigend bezeichnet wurden, so kaun dcr Grund jcucS Enllassuugsgesuchcs wohl uur in dem Mißtrauen gesucht werden, welches mau nichtsdestoweniger von anderer Scitc der Amtsführung des Ministeriums Vratiauo entgegengesetzt hat. Dcr Miuistcrwcchsel würde "/so als ciuc Concession anzusehen seiu, welche dcr öffentlichen Meinnng in Europa gemacht wird, - uud es ist ""zunehmen, daß das ueuc Ministerium dem in dcr Thronrede niedergelegten Programm, namentlich auch was die Aufrechterhaltung dcr guten Beziehung znr Pforte betrifft, durchaus treu bleiben werde. Eine solche Politik würde nicht umhin können, den Beifall der Mächte zu finden, und die officiöscu Pariser Blätter geben schou heute Zeugniß davon. Der Ministcrwcchsel wird namentlich auch iu Ungarn einen günstigen Eindruck machen und dazu beitragen, dic letzten Besorgnisse schwinden zn lassen, welche man dort etwa wegen eiucr agitatorischen Politik in Rumänien hegen tonnte. Vcrlin, I. December. (S itzung des Abgcord-n.'c tcnhause s. Der Etat des Inslizmiuistcriums wurde größtcuthcils erledigt. Ueber die Position betreffs dcr Kosten für die Hülfsarbcitcr beim Ouertribunal entsteht eine sehr erregte Debatte. Der Inslizmiuistcr fordert die Äcwilliguug und erklärt, auch bei Nichtbcwilliguug Hülföarbcitcr zuziehen zu müfscu. Im Verlaufe dcr Discussion sagt der Minister: Täuschen Sie sich nicht über mich, ich habe leine liberale:! Ncignngeu, ich liebäugle mit kciuer Partei. Die Position wnrde gestrichen. itolldon, 1. December. (Die liberale Majorität beträgt jetzt 108. Mau erwartet zahlreiche Wahlbeanständungcn. Bukarest. 2. December. (Die Kammeru) haben ihre Bureaux gewechselt. I» dcr Dcftutirtc'.ckammcr wuroc Johann Bratiano mit 66 von 84 Stimmen zum Präsidenten gewählt; der Senat wählte Nicolaus Oo-lcsco zum Präsidenten. Als Vicepräsidenlen erschienen gewühlt: A. Rossctti, Peter Donici, Arghiropulo uud Tctu. Dcr Wassereiubruch im Salzbergwerke ;u HVieliczka. Die „Oc. (5." säircidt: Am 24. Noucml'ri belichtete die Fil-.lNizlalldesdiltclion i» ^embelg olii Obetbehölde dcr g^linjckcn E^lmrn fiber Wassrllindliicd iil eincr dl>r ti^fcrrn Elrrcteü dci« Wicliczkalv Salzdelg^au^H ur Saliiunrefercül der Direction joglrich dahin ndgcutdnel wotde» sei. Uebcr ri» am 25. Noucmbrr ein-aelangtt's Trlccz>amm desselben velfä^te dcr Fincnizmimslcr die Entscndunq dls Miluslciiulralhls v. Niltingcr »ach Wielicztc,, welcher um 26. dabin abging uno am 27, yL'ich dei> Bau bif.chieil, die milllcrwlill! q,tioffc»t>tt Anstalten zweckmäßig refund?,, uüd in lnlzcm V>'richlo dil> baldige Vollendung der Dämme in Absicht grstlllt hat, Ein T<-lcgvamm vom 28. gab vie Mrnge dcs Wass<'lzuflusseö mit 50 .ssndilsuß p!)!' Minnti' an und eiwähnte ciin> merkbar!,' Abnahme. Dicse war biö 30. so n?.it alihaltcnd, dah der Zufluu nur mchr ci0 .^ubitsuß per Minute dttlug. Diese Telegramme enU)ielten Eii!zelnl)!ilen d^r Sachlage in Kürze angedeutet und das w^sentlichüc der getloffrlun Vcifügn».-gcn! (5'!>!>.' eingehende Darstellung der Sachlage konnte bei der Dlinglickleit d«r Zlibeiten in dc» rtston Tagcn nicht erwartet welden nnd traf, von einer ellä'utcindcn Kaltrn--stizze becjl'ittt, hcutc — am 1. December — ein. Der Sachoeihalt ist bisher in solqcndcr Wl'iü' cvnstatill: i Am 22, cifolgt? in d^n 110 «lnster unter Tage liegenden Quelschlage Klosli, cilca 25 Klas! Fsanz-Ioitphs-Sedacht (früher Negi^Scbacbt genannt, ein Li„druch oun tlildcm, mit Sand verunreinigtem Wosscr, welchem aus dcm an d?r Grenze der Formation dlfiüdlichen Thon lieiauszulommen schcinl. Die anfänglichen Rothdämme liicltlN dem Wasselandrange nicht Stand i nun» mußte daher mit Herstellung von drei in kurzen Zwischcnrcnimeu binler ei»ander aufzuisidrenden Manerdämm,» c>u»< Ziegeln und (5>mcn!mvltkl nahl,» an den Eingang der Stricke vorrücke,,. Da« Wasser stießt von der Strecke in r.'M Schickt Wolragüla in die 19 Klajtec tiefer liegenden Baue. in dc»»n am !^0. November das Wassir li .vu>de mit dcr Durchziehung von Lutten durch die Dämme beqonntü, wunach die Schließung octsclbln erfolgen soll. Nach ScliliehlU'g der Dämin^ soll zur gröheren Sicherheit noch ^m hölzerner jteiloamm einge-ham'll we:ti>n. Das Halle» der Dä'mme hängt davon °b, daß dicscl-ben nicht von dcr laugenden Kraft des Wassers umgangen wcldsn, was insoweit erwartet werden tan», als Spuren einer solchen Auslangilng bis >',un noch nirgends wahrnehmbar wann und überhaupt im festen Steinsalz die Auslaugung vicl wenizcr wirtsam ist, als im gemengten sogc« nannten Irisclgebi'ge. Auch sind gegen cine solche Grfah, alle anwendbaren Mitt.l g.trosfcn worden. Das i» die Tiefe gelangende Musser wird vorläufig durch die Maschine des .ttübeck-Schachlcs hcraui-g.soldert. Dcr Salincnreserent der Final'zlantcöoileclio,, zu Lcm-dcrg, Obklsina,>zrc,lh Valasil), kilel mit dem Ministerial-commissar v. Mlinglr die Arbeiten bei der Verdammung. — Ihre Majestät die Kai seiln haben dem Veieine zur Aeföldrrung der Eiwerbc-thäligteit im Erz- und Niesen-gcbirge einen B,illag von 300 fl. allcranüdigst zu speien geruht. -^ lErstcr allgemeiner V ra m t e n vc r ei » im üslerrei chisck ' un ga rischcn Reiche.) Daten aus dem Gcschüfteauswcise vom 30. Scvlcmber 1868. Dem Vereine si„d iiu Jahre 1808 1073, seit der Gründung aber 10.223 Beamte als Mitglieder veigelrelen. Au Vc!e!nso:g,!nen wnguen: >!2 L^calausschüsse, 03 Penins» bevollmächtigte, 285 Velnntzagcnten und 221 Vereinsürzte. In der Ledensvelsicherungsabtheilung stehen 3954 Ver-sicherungsucrlrüge iibtr 3,141.745 Gulden Capitalien und 11.425 fl. Renten in Klaft. Im Iihre 180s sind 24 Todesfalle mit 18.950 fl. Versickerungöcapital und sl, 5mal. überhaupt in ungcradlr Za!,I erscheinen, lege ich bei Seite. Dageglil halte iH jene Nummcin f»st, die 2mal, 4mal, 0l»l,I, ütieiHaupt zu geraden malen gezogen wurden, und schi' dicslldci! Numm rn in vclschicde.rcn Combinationen. Ich habe nämlich tumult, daß ii»e Nummer, die eine Anzahl geradem nlale hcrausgctommen isl, wieder einmal ge« zöge» wird, während die zu ungeraden malen gezogenen län« gere Zeit im Nade bl»iden. Feiner habe ich demerit, daß eine Nummer, die in der eisten Ziehung herauskam wieder elsl in der 3., 5,, 7. over 9. Z'ehung erschien. Indem ich nun diese wahrscheinlich zu e' ich di.jenigln von ihncn, welche schon 3, 5, 7 oder 9 Ziehungen ausgeblieben sind. Unter 10 Fälle» »st es mir daii» mchlmals gelunge», einen Treffer bis zum Tel no zu machen !" — (Kohlenbraud im Ä rü n n e r St a a t s ° bahuhof.) Fr.ilag isl i» V>ün» am Staatsbahnhofe ein Biand — mau sagt durch Selbstentzündung der Kohle — ausgcblocheli, welcher am Samstage größere Dimensionen annahm. De» ganzen Tag und die ganze Nacht vom Samstag auf ce» Sunntag wurde mit größter Anstrengung gearbeitet uud tausenve Eimer Wasser auf die Kohlen ge» leitet. Doch alles v<'igcbe»s. Das Wasser verlor sich in r>cn Adzugöca»äle», uno taum wurden aus dec linen Seite die aufzungelnden Flammen unterdrückt, brachen sie auf der andcin Seite mit neuer Wucht hervor. Am Samstage Nachmiuagö ur,d Sonntag Morgens wurde tie theilweise ! Demulirung dis Magazins b.^wnne» und uicle Aibtiler, Solraten, selbst Sträflinge hc,angezogen, um die noch nicht in Brand gerathene Kohle wegzuschaffen. Da man zu dcm eigentlichen Herde dcs Feuers nicht gelangen lonnls, wurden von mchreren Seiten die Mauern durchbrochen, die dampfende Kohle weggeschafft und sodann die Wasjetschläuche uon d>'!, Spill,,'» auf tiilse Seite des Magazins gtteilel. Den ganzen Tag winde a,ccnbett!t, auck lheilrucise die Nacht von Sonntag aus den Montag. Durch die Weaschaffung von vielen tauslno Cenln^rn Kohle ist nun eine glöhere Ausdehnung d,>? Feuers vt.hir'dert u»d lrine Grsahr für die anstoßenden Magazine zu besorgen. D'i Viand dauerte Montags noch fort. Nach dec „Vr. Ztg." waren bei 12.000 Ccntmr Kohlen vonalbig, und wurden bis Mori' tag Mittags ungefähr zwei Dlillcl au? dtM Magazine ^ hinausgeschafft. ! -~. (Französische Va I l p ol i z e i.) Dcr „Si^cle" ! bringt du Oldonnaliz cines Maire im Aube-Devartlment j zur ösfentlichl!» .struntniß, in welcher man folgende bizarre und excentrisch.' Bestimm»ügen I»sm tann: „In Anbetracht, daß die Municipal-Bebölde beauftragt ist, die gute Old-nung und die Achtung rer guten Sitten in den öffentlichen Vercinigutigs^ uno VngnüliungsortlN aufrecht zu erhalten, u»d daß es liznunilick vun Wichiigtcil isl, dah die öffent- ! lichc» Bälle u!:D srldst die Pciuatbälle nicht >» zügellose u»d stürmische Pcrsammlu»gen ausarten, beschließen wir: i A,t. I. Kein öffentliche! noch Privatball, unter welcher Ä" zclcvnung es sei, dalj oh»e E'laubnil; des Maire stattfinden. Dilse Eilaubnih ist vom Polizn-Eommissär zu visi-rcn und alljährlich «,u erneuern. Alt. 3. Die Autorisalion wild nur dl» Pcssonen crlbcilt weiden, wclche cines guten moralllchen Nüfes genießen uild Freunde der Ordnung sind. Alt 0. Die sür die Bälle cogagilten Musiter musscn vom Maire au!olisi»t und genehmigt sein." ?llso gcschehen und bcschlossen zu Sai»t«Be»il-sur-Vamus, den 9. September 1808. Gcs<'heu u>,d gebilligt oom Präsccten den 12. Ceft-tcnider 1808. — (Verrycr - Neminiscen z) Der Pariser ,.Fi< garu" eiinnert in diesem Augenblicke daran, in wclchcc li. genthümlrchen Weise vor zwanzig Jahren Madame Beriyer, die Gallin drs vrischicdencn gioinn stauzösijchen Advocaten, ihren Too gefunden. Madame Neriycr war lranl und hatte sich dabei der „Blutegellur" unterziehen müssen. Der groß. ten Ruhe bedürjtig, verlangte sie. daß alle, auch ihr Gatte, sich von >hr entfernten. Nur ihr Lilblingstündchen durste zu ihler Bewachung zu,üctbleiben- das Echoßhündchen sprang auf die Men des jirantenbeltcs, d,e Frau Acrlyel's ent-schlummerte. Wie abcr nach geraumer Weile das anhänge liche Thier den Athcm seiner Gebieterin nicht mehr vernahm, rührte es mil scin,,, Psoten an d.r Herri,,. Da diese sich nicht regte, wiude das Thier ängstlich, tastete m,t oen Pfo« leu hinter die Nettdecke und wurde dabei so u"a,estüm, oah bci dicscn Bewegungen die Schwammpfiästeich^', w.lck^ dse Wunden blutstillend uerfchlosseu hallen, adgerissen wurten. 2074 Ueber und liber mit Vlut bedeckt, rannte nun das Thier mit lautem Geheul in die anvern Zimmer; man eilt, lautlich erschreckt, zu Madame Ncriyer, aber welche Schauspiel! Vom Vetle der Kranken lieselte in Strömen das Vlut, und als man hinzueiltc, sand man Madame Aenyer cntseell! — (Eine furchtbare Explosion), die in ihren Folgen das Eisenbahnunglück von Abergcle noch übertrifft, wird durch den Telegraphen aus Wigan (England) gemeldet. In der Grube „Alley" in Hinvlcy Green bei Wi-gan hatten vie beiden Feueuva'chter noch um 0 Uhr Mor. gens reoidilt und all.>on Beethoven, Simphonie in Oäni'; 2. C. M. von Weber, „Auffotderung zum Tanz," sür Pianosmte, vorgetragen von Frl. Hilene Konjchegg: 3. „Das erste und das letzte Aild," Gldicht vo» Johann Gabriel Seidl, vorgetragen von Heiiü Wilhelm Schmidtö: 4. ^) W. A. Mozart, „DaS Veilchen" und l)) Felix Mcndclosohn-Vallholcy, „Fcühli„g<3lis0," bei^e gesungen von Frau Leopoldüie Gregoric; 5) Felix Menvels'! sohn-Battholdy, Ouvertüre zu „Meeresstille und glückliche Fahrt." — Ansang halb 8 Uhr Abends. — (B e n c fi c e a n zeig e.) Morgen fiüdct die Äe-neficevolsttllung unserer tiefflichen Cololalulsüxgelin Fräulein Iellinet statt, welche hiezu Tunizetti'ü Mlludienrciche Oper „Der Liebcslrant" gewählt Hal, welche hicr seit nahezu 16 Jahren nicht mehr gegeben wurde. Diese glückliche Wahl, sowie die allgcmcwe Beliebtheit der Vencficiantin, welche sich durch ihre ausgezeichneten Leistungen so ville Verdienste gesammelt hat, lassen mit Bestimmtheit ein ausoertauftes Haus c,warten, das Frl. Icllinet auch vollkommen verdient. — (Todtschlag.) Am 25. v. M. wlnde gelegen« lieitlich einer zu Wc'xelburg auf offener Stiaße vorgefallenen Schlägflti der Fleischer Franz Koschii dulch den V'sitzcr Iohaul' Slcpic von Unterbrezov mit einein Knittel veralt auf den Kops geschlagen, daß ei Tags darauf starb. Die strafgerichtliche Untersuchung wurde eingcleint und der geständige Thäter in Hast gekommen. — (Von der S ü d b a b n.) Wie die „Presse" vernimmt, soU schon in den nächsten Tagen zwischen dcm Handelsminister v. Plener und der Südl?ahngkstll,chaft eine Ver-rinbarung über die Inangriffnahme des Baue« der Eisenbahnlinien Villach - Vrixcn und St. Pe te r « F iu m e getroffen werden. Diese bciden Strecken sollen längstens binncn 3 bis 3 '/2 Jahren ausgebaut wecoen, und zwar in der W^ise, daß diese Linien selbständig nelun dcm bisherigen Südbahnncl; jür sich betriebe», mit ciinm sclbstündigen Actien-Capital dotirt uüd ciuch mit eincr abgesonderten Zinsengarantie seitens der Staatsverwaltung verschen weiden würden. Neuejk Vsjl. (Original-Tclettramme der „Laibacher Zeitung.") 'Pest, :t. December Abends. In der österreichischen Delegation erklärt der Kriegs minister anläßlich der Vesestignng Komurns: IVir stehen vielleicht am Vorabende sehr wichtiger Ereignisse, nnd wir dürfe»» nicht versäumen, die galizische Grenze gegen 3tuftland zu befestigen. London. Nnssell und Gladstone iibernch-men die <5nbinetöbildulig. Bukarest. Ghit», erklärt strengste Neutralität gegen die Pforte und die Garantiemächte alö )legiernngoprogramm. Pest, 2. Deccmucr. (Sitzung der Rcichsraths-dclcgation.) ')iach Verlesung deö Protokoll« Verletzten Sitzung wird das Nuntium dcr nngarischcn Delegation bezüglich dcö HndgctS des Finanzministcrinmö und dci< Obersten Ncchnnngohofes dcm Audgttanöschnsse zugewiesen. Rcchliauer und Genossen iuterpclliren den Kricgö-minister, ob cr auch den Soldaten das Bcrsammlnngs-rccht, ferner alle den Staatobürgern zugesicherten Rechte sichern wolle. F2)i^. Baron Knhn will in dcr nächsten ! Sitzung die Interpellation beantworten. Auf dcr Tagesordnung steht daS Budget für das ^andheer. In dcr Generaldebatte sprechen Figuly nnd Fürst Czartoriski. Der Auöschuszantrag wird in der Generaldebatte angenommen. In dcr Spccialdcbattc > werden auf Antrag Cznrloriöti's bei Titel 1 bloß 50.000 si. gestrichen. Titel 2 nnd 3 werden nach dcm l Antrage des Ausschusses angenommen. Titel 4, 20, 21 und 22 werden gleichzeitig »erhandelt. Ncchbancr bringt hiczn das Minorilatsvotnm ein. Bei Titel 4 werden l anf Antrag des FM^. Gablenz nur 402.050 Gulden gestrichen. Titel 5) vis 9 werden nach dein Antrage dcö Ausschusses angenommen. Äci Titel 10 werden ans Antrag Gab'cnz' nnr 93.100 fl. gestrichen. Titel 11 biö 1l) werden nach dcni Antrage des Ausschusses, Titel 10 nach der Regierungsvorlage und die übrigen Titel z und Ncsolntioncn nach den Anträgen dce Ausschusses angenommen. Czartoristi hielt in der Generaldebatte im Namen seiner ^andslcnte eine beifällig aufgenommene Rede, in welcher cr unter Hinweis ans mögliche europäische Verwicklungen die Schlagfcrtigtcit des HccreS betont nnd die Annahme dcS RcgiernngouoranschlagtS empfiehlt. Die Sitzung dancrtc liis 9 Uhr. Morgen findet die Berathung des ExtraordinarinmS statt. Pest, 2. Dceemlicr. D.is Unterhaus nahm ohne Debatte die vom österreichischen Ncichsrathc am Wchrgcsctze gemachten Mudisicationm an. Pest, 2. Dezember. (Dcb.) DaS Finanzeomit«' für das ^llndcslindgct pru 1869 hat sich mit dcm Gc-ncrallicricht bcschäfligt; die Hauptschwicrigkeit >s> daö Deficit von sechö Millionci. im ordcnllichcn Budget. Die NcssorlSbudgelS wurden nochmals rcoidirt nnd Abzüge i,n Belauf uon 1,200.000 fi. bewerkstelligt, hiczn daS Plus der Hans- nnd Emlommcnstencr nnd die rückständigen OcfällSgebühnn, womit das Deficit dcö ordentlichen Budgcls gcdcä't ist. Die Landcsucrlhcldi-gnng ist mit 2 Millionen, dic Pcnsionm sind mit 2^ ViiUioncn nur für ein Jahr eingestellt. Das außer« ordentliche KncgSondget ist bekanntlich gedeckt. Zllr Deckung des außerordeullichen nugarischen Budgets joll dem Finan^niiustcriilm ans dcr Basis dcr rückständigen dircctcn Slcucru ciu ilredit crösfnct werden, mit dcr Bcipftichttnlg, die Anweisungen nach Maßgabe ccr ein-lclnfendcn iltückstände cmznliiscn. Berlin, 2. December. Die „Prouinzial-Cor- rcspondcnz" hebt bezüglich dcr gestrigen Erklärung dcs Instizministerö hcroor, daß dcr Minister sicherlich nicht einen neuen Conflict hervorzurufen lxalisichtige. cr wolle vielmehr das Abgeordnetenhaus auf die Bcdcukcu einer einseitigen Handhabung dcr Bewilligung von Ausgaben anfmcrksain machen. Hoffentlich werde dcr Vorgang eine crncnte gewissenhafte Erwägung dcr Borlicdingnngen einer gcfnndcn parlamentarischen Entwicklung veranlassen. Dasselbe Blatt bezeichnet die rumänische Thronrede nnd den Ministerwcchscl als eine neue Bestätigung dcr all' gcmcincn FricdcnSstimmnng. Berlin. 2. Dcccmlicr. Graf Bismarck ist hcnte Nachmittags um 4 Uhr hicr eingetroffen. Pari S, 2. December. Der Madrider „Impurcial" vom 29, November ucröfs/ütli'cht die Candidatenlistc ciner ncneu Rcgiclnn^, wclchc in folgendem Weife zn-sammcligesctzt wäic: Espar!^ro, Piäsident dcr Repu-dlil, Ercnj.', Finanzen, Castclar AcnßereS, Fiaucraö Inneres, Somi Justiz, Pierraid Krieg nnd Marine. London, 2. Dcccmlicr. Nach dcm mimstcricllcu „Globe" soll uoch heute die Abdanknng dcs gcsammten Ministcrinms bevorstehen; daS Viotiv hiczn ist dic sicher bevorstehende Niederlage in der irischen Kirchmfrage. Telessvapliische Nechselcourse. UDIN .", Doccmbev. 5'pcrc. ^vcetalliqueii 58.70. — 5pcrc. M.lnlliqncö mit Mai- und ÄioUl>mb^.Ziuftni W. - I^ll'rr Ziaatöllnlchci: '»I.«0. — Gaulaelim .8<> ^ London 1l^.5>(» — Silber 1!7. - K, l. Ducatm 5,58, Handel und Uolkswirtljschastliches. Mullatsanswois dcr N.itiollalbcll,!'. A^liua: Mclallschatz I I0.<;ä2,021 fl. (um 216 «30 sl. wrnigcr aln Vor-ü'onat) In 2)lttall zahlbare Mchsol ^8,Z72.0!!») st. (um 517,054 fl. mchr), esc^mp. Wttl,ftl und Effecten, ;c>hlbar iu Wi.'n 5'l Mill. '10.170 fl (uiii 14,790,618 fl. weniger), zahlbar in den Filialm «i.«20.«22 fl, (um 1.2^.l18 fl, inchr). Darlehen aegen Hand. ft^nd in Wirn 17,727.100 fl. (um 2,^4.300 si. mchr), in dcii Filialen «.3N8.W0 fl. (nin 2,?,l9,l>00 fl. mchr). Staalslwten. welch? dcr Bank ^horen 4. !47/>?8 fl, (um 9,882,080 st. mchr), HypoN>tar,DarleI,m Ü«.4!!2.0Z3 fl. (um :js)7.5>37 ft. wcnisseN. Passiva: Vanfsmid !)0.000,000 fl, (uin 20,250.00li st, N'l'i,ic,rr nls im Vormonal), Vanlnolciniliüaui 2(i!'/'!68.Ii0 st. (um 6 Mill. 78.ÜW ft. mehr), einzulösend Pantaüweisnngeii 1,Ü51.^88 st. (um 59,508 fl.wmiger). Girngnthadru 331,34? fl. (um 168.27? st. weniger), uiibcho^ein' Dividenden 60715 fl. (um 28.629 fl, weniger). Pfandbriefe im Umlauf 60,434,070 fl. (um 142.200 st. wc'iügrr), undehakeül' Psandbriofzinftu 54.043 st. (nm 11,179 st. weniger), Nudolpl,^bal)ll. Die Direclion dieser Bahn inacht bc< lciiüit, dcij^ dic Bahn-Strrckc Sl. Michacl-Leoben mil 1, Decem-dcr dem allgemeinen Verkehr iilicrgcl'cn werde, Vorläufig ist zwischcu dcr Siidbahn-Stalion Viliä :i, M cincrscits und dcn sllüimUichn! Slalicüin! dcr Rudolpli^bahu, inil Aiiöunhmr uun Veol'cii, nüdcrcrscili!. cinc dircetc Aliscrlignng von Pcrsuncu und Gcpäck iu Wlrlsaintcit gctrctcu. Am '.. Tc^inber, Stadt H<>icll. Dic Hcrrcn: itliclsch. iianfül,, von Gör,;. Tauchucr. Kaufm., von Wicu. — Mr, und Mrö. S. H. Of' ficcr, von England. Elefant. Dic Hcrrcu : Krulohwil, von Zoll, — Frofcld, Kansm,. und «icger. Wcinhändlcr. von Agram, — Schiüiiig, I. l, pcns. ,^ahlmcis!cr. und Dr, Iauovch, von Trieft, — Zinncr, Nlihn-Acamlcr, mid Zirrcr, Hinmachcr, von Wicn. — Frau Viischih, Än'lUilätcnuesltzcriu, vuu Feislriz. .^>ilse^' vou Vcsterrcich. Dic Hcrrcu: K'naflic, f, l, Olicr- jag.r, um, Fünfkirchcn. — Wiwr, Handcl<«ni, von LaaS. Moliro,,. Dic Hcrrcn: Aranu, ^audclöin., von Fiumc. — Schlichting, Rcjilluratcnr, von ^itla,. Atell^l0lo^'sls,^ ^enliacsjlungt'il in Lmtiuclj. «u. Mg l 32? 7.^ ->. 1.,. windstill trülic 3 2 „ N. 327,s,i -s- 3 „ windstill ga»; licw. O.,,«i 10., A'o. 327.81 ^- 4<> windM ganz bcw. Morgens trübc. Nachmittag etwas gelichtet. In dcn obe-rcn Luftschichten Winddrchuug iiucr Nord nach Wcst. Nnhisse ^nft. Das TageSmittc! dcr Wärm c > 3^0", nm 2.2° über drM Normale. Verantwortlicher Ncdactenr: Ignaz v. K l c i u m a l> r. Wrjenbmchl. Wl?l», 2 Dcccmbcr. Dic Ourse ucrlchrlc lhcilwcisc ui matter Hallung; einige Papicrgattnügcn stclllcn sich etwas billiger. Dcvisc» nnd VnliNcn abcr schlosscii »M ^/,^ pCt. hoher. Geld abouoant. Geschäft uicht unerheblich. Veffentliche Schuld. ^. des Staates (für 100 st,) Geld Waare Iu ä. W. zu f,vEl. sür 100 st. 55.70 55.80 dctto v. 1.1«^ .... 60.75 61.85 dctlo riickzahldar (?) . . . 96.- 96.50 Silber-Aulcyen von 1864 . . 71. - 72.— Silbcraul. 1865 (Frcs.) rückzahlb. iu37I. zu 5pEt. Mr^lW ft. 75.50 75.75 Nat.-Aul. nnl Iäu,-E°up. zu 5"/« 64.60 64.70 „ „ „ Apr.-Eoup. .. 5 „ 64.40 64.50 Metalllqucs . „5^ ^^5 5^.75 dello nut Mm-Eoup. „ s> „ ^__ 60 25 dello.....„4^,, 5250 53 — Mit Verlos, v. 1.1839 . . '. ^1.50183... „ „ „ „ 1854 . , . 54.85 ^'5^ ., „ « „ 1860 zu 500 st. 91.60 91.80 „ „ „ 1860 „ 100 ,, 97.25 9?.75) „ „., 1864 „100 „ 104.75 104 85 Lomo-Rcutellsch, zu 42 I.. -,u,>t. 24.— 24.50 Domainen 5perc. iu Silber 113.— 113.50 8 der Krouläuder (für 100 st.) Gr.-Eutl..0bti8. Nicderoftcneich . zu 5°/« «850 89- Qberüfterrcich . „ ^',, ^-^ «^0 Salzburg .... „ 5 „ «7.— d». Geld Waare Bühmcu .... zu 5'/« 91.75 92.50 Mahren .... „5 „ 89.— 89.50 Schlesien .... „5 ,. 88.50 89,— Stelcrmall ... „ 5 „ 88.- 89. Ungarn.....„ 5 „ 76.75 77.25 Temcser-Bauat . . „ 5 „ 76.— 77.— Eroatieu und Slavonien „ 5 „ 78.— 79.-- Galizirn .... „ 5 „ 68.75 69.25 Siebenbürgen ... „ 5 ,. 72.50 73.— Butounill .... „ 5 „ 68,50 69.- ling. m. d. V.-E, 1867 „ 5 „ 76.- 76.50 Tem.B.m,d.V.'.E. 1867,, 5 „ 75.50 76.— Actien (pr. Stitct), Natioillllbaiil...... 680.— 682,— Kaiser Fcrdiucmdö-Nordbahu zn 1000 st. CM.....1990.—1995 - Krcdit-Ausialt zu 20tt fl. ü. W, 241.60 241.80 N.ü,Eycom.-Ocs.zu500st.ö.W. 657— 659,— StatSciseub,-Gcs.zu200fi.CM. oder 500 Fr..... 307.60 307.80 Kais. Elis. Bahn zu 200 s.. CM. 178 — 178.25 Süd.-uordd,V?r,-B.200 „ „ 155.50 155,75 SUd.St.-,l.-uen.u,z,-l.E.200st. ä. W. odcr 500 Fr. . . . 201.50 20175 Gelb Waare! Gal.Karl-iwd.-B, z,200fl.EM. 216,- - 216.50 Bohm. Wcsldahu zu 200 st. . 164,50 165.- Oest,Don.-Dampssch,-Oes. ^« 544.— 546,— Oesterreich, ^'loyd in Tricst Z iH» 252.— 255.— Wieu,DllmPsm.-Actg, . ' . 345.— 350.— Prstcr Kcttcubrüctc ' . . . . 582.— 588.— A:iglo-Austria-Ban! zu 20l> fl 178.— 178.50 i'cuiuerg Czcruowil^cr Acticu . 175.— 175.50 Aersicher.-Gcsellschllft Donau . 248 - 252.- Pfandbriefe (fttr 100 fl.) National- l bauk auf > vcrloobar zu 5"/., 97,70 97.80 (5. M. j Nationalb.aufö.W.verlosb.5„ 93.— 93,20 Uull.Vod.-Ereb.-Aust. zu 5'/. „ 92.— 92.25 Allg. üst, Bodm-Errdii-'''lnftalt vcrlosbar zu 5"/^ iu Silber 104.— 104.50 dto.iu33I.nickz.zii5pEt.inc>.W. 86,— 86 25 i!os? (pr. Stüct.) Ered.-N.f.H.u.G.z.I00st.ij.W. 145 75 146.- Dou.-Dmpfsch,-O. z. 100st.EM- 93.25 93,75 , Stadtaem. Ofm „ 40 „ ö. W, 32.50 33 ^ - Esterhazy zu 40 si. CM. 160.— 170.— Salm „ 40 „ „ . 41.- 42.- Geld Wa"" Palffi, zu 40 fl, EM. 31.50 33-^ Clary .. 40..... 35 50 36,^ St. Gcnois „ 40 „ „ . 33.50 34.-^ Wiudischgrätz „ 20 „ „ . 22.— 22.5» Waldstciii „ 20 „ „ . 21,50 22.5« Kcglrvich „ 10 „ „ . 14.50 15.5" Rudolf-Slifluug 10 „ „ . 13.50 14 2» Wechsel (3 Mou.) Augsburg für 100 st, südd. W. 98 80 99.10 Fra»kfuita.M.100st. dctto 99.10 i>i).25 Hllmumg. sür 100 Marl Anul» 87- 87.25 ^!oudou für 10 Pf. Stcrliug . 118 20 118.40 Paris für 100 Frautö . . . 4?.— 47.W VourS der Geldsorten Grld Waare K. Münz-Ducateu . 5 fl. 57,'. kr. 5 fl. 58 lr. Nap^lcouöd'or . . 9 ,. 44' ., 9 ,. "4, ,. Nuss. Imperials . - „ - ., ^' " ^I, " Vcrciuüthaler . . 1 ,. ?5z „ 1 ,. ^° " Silber . . 117 „ — „ N? ,. ^5 « Krainischc GrmldentlaNmigS-Obligationen, Pn' vllluotirung: 86,50 Geld, 90 Waare