LmbacherMZeitullg. H>^. 1 /<^) Präniülierationspiei«: Im «iomptolr ganzj. 3^ß.hl. I.7t?5. st- "' bU^j. fl. 5.50. Ml bie^uttelliiii,; ins H»u« -»--«-"» halbj.50tr. MitberPostnan,i.fl.i5, haibj.ff.7.5«. SlNttsta^ 3. Juli Inlectl on«l,eliühr bis 10 Heilen: imal UU lr.. 1^)^F^ »m.8Utl.,3«i.i ft.; lonstpr. Zeile lm.8ll.,iln>.8lr., > ^«»/^ »m. l0kr. u. s. w. IincriloüsNempel ied^m.»«»»». ^.w w Aintlicher Theil. Sc. k, lmd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 23. Juni d. I. dcu Erzpriest.r, Dechant und Pfarrer von Borstcndorf, Ba-silius Borck zum Chrc>'domhcrrn des Brünncr Dom-capitcls allerguadigsl zu erucnnen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 1!». Juni d. I. den Schulralh Fricdrich Wilhelm Schubert in Wien mit Bclassuug seines gc^cnwärligen Titels und Charakters zum Director des zweiten Staatögymnasinins in Teschcn allcrgnädigst zu ernennen geruht. Hasner in. i». Se. k. und k. Apostolische Majestät habeu mit Allerhöchster Entschließung vom 22. Juni d. I. den außerordentlichen Professor der Geschichte der Medicin an dcr Wiener Universität Dr. Romeo Scligmauu zum ordentlichen Professor an dieser Hochschule aller-gnädigst zu ernennen gcrnht. ^ Hasncr m V- Nichtamtlicher Theil. Dic sagr Vali^ilns. Wien. 29. Juni. Die Wählerschaft von Lcmberg oder doch cm alignotcr Theil derselben hat den Beschluß gefaßt, dic Abgeordneten dcr Landeshauptstadt zur Nie-dcrleguug ihrer Rcichsralhsmandatc anfzusordcri'. Es versteht sich von selbst, daß es dcr freien Entschließung der betreffenden Abgeordneten vorbehalten blcibt, dieser Aufforderung Folge zn leisten oder nicht; dic Wähler sind so wenig befugt, ein einmal cithciltts Mandat uor dessen Ablauf als erloschen zu erklären, als sie ein Recht habeu, ihren Erwählten cine bindcndc Instruction init-zugeben. Aber allerdings bedarf es einer nicht gewöhnlichen Selbständigkeit und Selbstüberwindung, in einer Stellmig an^znharrcn. die nicht mehr durch das Vertrauen dcr Wählcr getragen ist, nnd in jedem Fal! muß es tief bedauert weiden, daß es dcr fortgesetzten Agitation einer politisch verbitterten und waghalsigen Partei hat gelingen können, einen Bcschlnß zn provociren, dcr, wenn er Nachahmung finden sollte, gleich den Eichen auch die Polcu auf ein Terrain führcu würde, welche lhnen den Kampf mit gesetzlichen n»d verfassungsmäßigen Mitteln nicht mehr gestaltet nnd dessen Behauptung dcr Negierung die Nölhiguug aufzwingen mußte, mit dcr noch sich darbictcudcu verfassungsmäßigen Handhabe der dircetcu Wahlcu die ordnungsmäßige Beschickung des Rcichsralhcs und dcu formell legalen Ausliag dcr schwebenden Forderungen Galizicüs sichcrzustcllcu. Die Bewegung, kuf Ziele gerichtet, für welche einzutreten Oesterreich gleichzeitig Hand an sich selbst lcgcu uud einen Wcllkampf zu führen bereit sein müßte, die Bewegnug ist indeß einmal in Fluß gebracht, uoch vermag niemand zu sagen, bis wohin sic ihre Kreise zieht, nud uum wird eiuslwcilcu uur noch die Hoffnung fcsthalle» dm fei,, das; die Untlughcit dcr Polcu sich geringer erweisen wird, als ihre Undankbarkeit. Einc /ünskirchncr Deputation bei Dcak uud bcim IujliMillijlll. Pest, 29. Juni. Eine Deputation aus Fünfkirchcn, bestehend aus 220 der Intelligenz ungehörigen Bürgern dcr genannten Stadt, welcher sich mehrere Einwohner von Mohacs anschlössen, ist mittelst Dampfschiff in Pest eingetroffen, um cine Adrcssc des Fünfkirchncr Dcakclnbs dem gefeierten Führer dcr Rcichstagsmajorität, Frau; Deal, zu überreichen und dem Iuslizminislcr Balthasar Horvath, clulässig des bckauutcn Iranyi'schcu Zwischen-fallcs, ihre Sympathie zu befugen. Die Dcputatiou versammelte sich gestern Früh 8 Uhr im Spciscsalon des Hotels „zum König von Ungarn" uud begab sich, geführt von dem Reichstagsabgeordnctcn Herrn Paul Tcrel), iu langen Reihen in das Hotel „znr Königin von England," wo die imposante Depntatio» im Lpcisesalon des crstcu Stockwerkes die Ankunft Dcaks erwartete. Der gefeierte Patriot wnrdc luit stürmischen Eljcnruscu begrüßt, und als sich die Kuuogcbnugen der Sympathien gelegt, richtete der Advocat Herr Emcrich Radnics eine gediegene Ansprache an Franz Dcak, indem er das Pracht volle Adrcßnlbum überreichte. Franz Dcak, tief ergriffen, dankte in verbindlichen Worten für dic ihn» zugedachte AuSzcichnuug und bc-mcrltc uugcfähr Folgendes: Dic Politik, welche dic Majorität des Reichstages befolgt uud auch iu dcr Zu-kuuft befolgen wird, lauu für das Laud uud die Nation uur dann nützlich sein, wenn sie von der Mehrheit dci> Landes unterstützt wird. Diese Unterstützung ist uor allem nothwendig für die Sicherslcllung des Erfolges, denn — sagt Dcak — cs ist mciue feste Ucberzcnguug, daß. wenn dcr Reichstag cincn andern Weg, als den bisherigen, betritt, kein Erfolg gehofft werden könne. Dcr Wiederhat!, wclchcn dic'Politik dcr Reichstags-majorität bci dcr Nation findet, sei erfreulich. Das Schicksal dcr Nation uud des Laudcs liegt iu Gottes Haud; uou uns aber häugt die Regelung unserer inne- ren Verhältnisse ab, die Kraft, Arbeit und Ausdauer erheischen. Deal dankte schließlich nochmals der Deputation für die freundliche Zuneigung, durch welche er sich so sehr geehrt fühlt. Unter stürmischen Zurufen verließ Dcak den Saal, nachdem er sich iu seiner bekannten leutseligen Weise durch einen Häudcdruck von jedem ein-zclucu Mitglicdc dcr Deputatiou empfohlen hatte. Die Deputation begab sich sodauu durch die Franz Dcakgassc in das Justizministerium und versammelte sich in dem eben nicht geräumigen Empfangszimmer des Iustizmiuistcrs. welcher von dem Besuche nichts wußte uud erst gcgcu 9 Uhr iu sciucm Bureau ankam. Justiz-minister Horvath trat nunmehr uuvorbcrcitct in die Mitte dcr zahlreiche» Versammlung, welche ihn mit begeisterten Eljenrufcu begrüßte. Herr AndrcaS Madaraß Miior, Präses des Dcakclubs iu Füufkirchcn, wendete sich an den Iustizministcr und sagte: daß die Deputation nach Pest gekommen sei, um Frau; Dcak Seitens der Dcalpartci in Fünfkirchen ein Adreß-Album zu überreichen. Inzwischen habe sich jener bedancrlichc Fall ereignet, dcr für dic Vürgcr von Fünfkirchcu doppelt schmerzlich ist, weil gerade dcr Abgcorduetc für Fünfkirchcu dcn allgemein verehrten Patrioten und Justiz» minister so tief verletzt uud in seiner Ehre getränkt hat. Redner erklärt unter stürmischen Bcifallsrufeu, daß die Bürger FünskirchenS das Vorgehen ihres Abgeordneten aus dem Grunde ihres Herzens vcrabschcncu und mit dcr Person des IuslizmiuistcrS uud seiner im Reichs' tage abgegebenen Erkläruug vollkommen sympalhisiren. Iustizministcr H oruath nutwortctc uugcfähr Fol-gcudcs: Ich biu sehr überrascht von dcr Anwesenheit der Deputation uud fühle mich besonders geehrt durch dieselbe. Ich glaubte, daß sich einige Bürger von Fünf-lirchcn in einer amtlichen Angelegenheit an mich wenden wollen, uud sehe jetzt erst, daß persönliche Sympathie Sie, meine Herren, hicher geführt hat. Bei dem be-daucrnswcrtheu Zwischeufallc kann meine Person uicht iu Betracht kommen, denn 'nur dcr einzige Umstand er° süllt mich uud allc Patrioten mit Traucr, daß von dcr Partcilcidcnschaft sogar das heilige Recht, dcr Richter« spruch, verunglimpft wird. (Rufe: Wahr ist's!) Eine der crslcu Aufgaben der Regicruug war cs, die Geschwor-ncngerichtc ein zuführe» und dcr Urthcilssprnch cincs dicscr Gcschworncngcrichtc wird schnöder Weise gcbrand-marlt. Es ist traurig um die Freiheit dcr Nation bestellt, wcnu sogar die Institution dcr Schwurgerichte der Freiheit cutbchrcn soll, denn die ganze Institution wird ohne Frcihcit zur Unmöglichkeit. Der Minister erwähnt sodann dcr Discussion im Mgcorductcnhausc und sagt, wie ein Abgeordneter aus dcu Reihe» dcr Opposition dcu Muth gehabt hat, einige Aufklärungen in dcr Sache zu gcbcn, die er — Horvalh Der letzte Pand der Correspondent Napoleons l. einer ^ Co"cspondcuz Napoleons I., die bisher von Eommission", Prinz Napoleon an dcr Reu'B^ liat p^lich mit ihrem reicht "" ä""'^ unbefriedigendes Ende cr- sickt ^s 'lt °"W'scheinlich, daß viele Vricfe aus Nück-cht auf solche Fauul.cn, die das gcgcuwärtiqc Rcgi-i^n^"''. """"Nickt wordcn sind. ja angesichts der vielen Beziehungen, die vom crstcu Kaiscrrcich iu das gegenwärtige herüberreichen, und wenn man die viclcu verwundbaren Pnnktc bcdcukt, die letzteres darbietet, bewundert man eigentlich mehr die Offenheit jener Mit-thc.lungcn als ihr plötzliches Aufhören, n^'-s <^ ^ Band umfaßt den Zcitranm, den man 2"ch «ls die ,.H..ndert Tage" bczcichnct, die Zeit umm tcl ar nach dcr Flucht vou Elba. Ehe Napolcou brci'ton" ^ !. "^'^' ^'b er verschiedene Manifeste ver-tnn'vft.'.. ^ '"'" bricht cr von dcn gcmciusam er-Augerca.« ^!! "" ^^"«t den Abfall Marmouts und canischcn^^l^' alles verdorben hätte. Der repnbli-c'iragirtcstcn «.'' ^ "' ^"^ '"'br gehaßt hatte als die das fran ö s^^''^ '""«!'' Zugeständnisse, indem cr dargebotenen Die^cü" '^ltoYe'" .'" anredet und die wendigktcit eim 3 ' ,^'''"s..c>''u.mmt. Vou der Noth-von Veniam « 7^^''"^ ^erzeugt, bietet cr indem von VenMun Constant verfaßten EonstitutiouS-Eulwurf dem Volke ein liberaleres Werk dar, als die Charte, die Ludwig XVM. aus souveräner Entschließung oclroyirt halte. Aber dcr alte Fluch deö „Zu spät!" sollte auch ihu ereilen. Im Folgeudcu gcbcu wir eiuigc besonders charakteristische Briefe des letzten Bandes. Während Napoleon noch iu Lyou war (März 1815) schrieb cr au Ncy: „Mein Eousiu! Mciu General-Adjutant wird Ihnen meine Marschordrc zugcheu lassen. Ich bin überzeugt, daß, nachdem Sie mciuc Ankunft iu dicscr Stadt ucrnommeu haben, Sie sofort Ihrc Truppen zur Rückkehr zur drcifarbigcu Fahne bewegen wcrdcu. Führcu Sie die Auordnungcu aus, die ich Ihucu durch Bertraud sende, uud lommcu Sic mir nach Chalons nach. Ich werde Sie empfangen, wie am Morgen uach dcr Schlacht von Borodino. Napolcou." Ncy hatte wcuigc Tage zuvor dcu Bcfchl dcr kö-uiglichcu Truppen übernommen und hatte versprochen, „jenen Wahnsiuuigcu in einem eisernen Käfig zurückzubringen." Aber, wcuu auch Ncy Verzeihung von Napoleon erhielt, so wurden doch Maßregeln gcgcu dcn «jour dc Talleyrand, damals Gcsandtcn iu dcr Schweiz, und mchrcrc andere angeordnet. Am U». April l8ll) schreibt Napoleon an Marschall Davonst, Fürst vou Eckmühl: „Mciu Eousin! Streichen Sie von dcr Liste dcr Marschällc die Naiucn des Fürsten von NcnMtcl, dcr Herzöge von Ragusa, Bclluuo, Eastiglionc und Valmy" — Mäuuer, welche besser bctaunt sind uutcr dcn Namen Berthicr, einst Napoleons Stabschef und vertrauter Freund, Marmont und Victor, beide Wellington wohlbekannt, und Augcrcan und Kcllcrmanu. Es sei hier bemerkt, daß Davoust, au dcu diese Ordre gerichtet war, drei Mouate später dem Nalhe Fouch<>s, des damaligen Chefs der provisorischen Regierung zn Paris, solgte und eiuc Capitulation dcn Anerbictungeli deö Kaisers vorzog, der ihn als einfachen General den Alliirtcn eutgc-gcuscndcn wollte. Anch Murat sollte womöglich in die kaiserliche Hürdc zurückgeführt werden. Am 23. März schrieb der Kaiser au Eaulaincourt: „Ich wünsche eine Analyse all dcr Depeschen zn haben, dic Hcrr von Talleyrand und der König (Ludwig XVIIl.) gegen dcu König von Neapel gerichtet haben, fo'daß ich im Stande sei, sie ihm mitzutheilen." Trotz all dcr gewichtigen Staatsgcschästc, mit denen Sc. Majestät stündlich zn thun hatte, war seine allc Gewohnheit, sich in Klcinigkcilcu zu mischcu, doch immer uoch stark iu ihm. Er muß jcdcö Stück teuuen, daß auf dcu Pariser Aühlicn gegeben wird. Schon am 25. März schreibt cr folgcndcu sehr charakteristischen Brief all den General Äcitrand: „Hcrr Graf! Es sind Streitigkeiten nnter dcn Mitgliedern meines HofhaltcS ausgcbrochcn. Zu meinem ersten muitr^ ä'iwwl bestimme ich denselben, welchen ich iu Porto-Fcrrajo hatte; dcr »ieur Dousseau soll mein Hauptkoch werden, dcr kiour Picrron mein ^auptluchen-gchilfc. Entlassen Sic allc die, welche sich nicht fügen. Legen Sie mir ciucu ciufachcn Organisationsplan für meinen Hofhalt vor; ich will uicht, daß Einc Person mchrcrc Acmlcr bekleide." Einc wichtigere Verordnung erließ cr am 29. März, cm Dccrct, desscu erslcr Artikel lautete: „Vom heutigen Tage au ist der Sklavenhandel abgeschafft." Uutcr demselben Datum saudtc cr cin sonderbares Billet au Fouch^, in welchem cr diesem befahl, einige Bilder wieder zu er- 1114 — in seiner Eigenschaft als Minister bei pflichtgemäßer Wahrung des Amtsgeheimnisses nicht abgeben tonnte. (Rufe: Eljcn Virgil Szilagyi!) Nachdem er nun sich der Pflicht dcö Schweigens enthoben sieht, wolle auch er Einiges über die Sache mittheilen, und fahrt dann fort: Drei Wochen, nachdem Vößörmcnyi seine Strafe antrat, ließ ich ihm durch einen seiner Freunde sagen, daß. wenn Bößörmcnyi um seine Begnadigung ansucht, ich diese unverzüglich Sr. Majestät unterbreiten werde. Bößörmcnyi ließ mir sagen, daß er niemals um Gnade bitten wolle, und wenn ihm diese dennoch ohne sein Znthun zu Theil werden sollte, werde er sie nicht annehmen. Ein solches vorgehen mußte ich als eine Demonstration gegen die Regierung ansehen. Dennoch suchte ich auf anderem Wege dem leidenden Zu^ stände Bößörmcnyi'S Linderung zu verschaffen. Ich ließ ihm die Transfcrirnng nach einem anderen Orte pro-poniren, verlangte jedoch in einigen Zeilen seine Zn-stimmnng dafür, damit man nicht der Regierung den Vorwurf machen könne: Bößörmcuyi sei gegen seinen Willen nach einem anderen Orte tranofcrirt worden; denn, meine Herren, auch die geringfügigste Sache wird als Agitationsmittel gegen die Regierung ausgebeutet. (Rufe: Wahr ist'S!) Mein Entgegenkommen fand bei B. lein Gehör und leider erklärten schließlich die Aerzte, daß B.'s Krankheit den Grad erreicht habe, wo menschliches Wissen und Kraft nicht mehr zu helfen vermag. Ich, meine Herren, als Wächter des Gesetzes, habe Nachsicht geübt, unendliche Nachsicht, denn Sie wissen, wie lange ich die Execution des Urtheils gegen B. verzögern ließ. lind jetzt schleudert man das Brandmal des MordcS ans mich! (Tiefer Ansbruch der Entrüstung nnd Rnfe: Schmach — ^Mä/iU!) Der Minister bedauert wiederholt, daß die Partei-leidcuschaft schon so weit geht und sagt: man müsse nm so standhafter sein, je größer die Gefahr, denn AllcS was bisher geschaffen wurde, müsse zusammenstürzen und das Viele, was noch zu geschehen hat. wird nicht mehr geschaffen werden können. Die Intelligenz der Nation müsse fest und standhaft zu einander halten und die Absichten der Regierung - welche ehrlich sind - - nn^ terstützen. Wenn nicht Alles das, was uns Noth thut, bisher geschehen tonnte, so fällt die Schuld nicht anf die Regierung, deren Hände die eigenen Söhne deS Vaterlandes binden. Zum Schlüsse dankte der Iustizminister für diesen hochherzigen Vewcis der Sympathie nnd des VertrancnS, welche die ihm ertheilte Genugthuung erhöhen und auf die er ewig stolz sein wird. Mit der Bitte, den edlen Bürgern Fünfkirchcns seinen patriotischen Gruß zu entbieten, verabschiedet sich der Iustizministcr nntcr begeisterten Eljenrnfen von der.Deputation, welche sich. tics bewegt durch die ernsten Worte des Ministers, entfernte. Die AuZmisullg dcr preußischen Wcicrc aus dm Lagcr von Chalons. Der „Ganlois" bringt folgende vollständig verbürgte Darstellung des vielbesprochenen Vorgangs in Chalons: Da der Varon v. Vülow, Hanptmann, nnd Herr v. Stuckradt, ebenfalls Hauptmann, welche beide in der preußischen Armee dienen, sich am Tage vor der Abreise des Kaisers nach dem Lager von EhalonS in Paris befanden, so begaben sie sich pcr Eisenbahn nach dcm Grand Mourmelon, wo sie im Hotcl l' Enropc absti» gen, indem sie in dcm Poliz i-Registcr desselben ihren Namen, Stand und Gcbnrtoort eiütrngcn. Am nämlichen Tlige mietheten sie mit mehreren Franzosen, Herren und Damen, welche ihnen befreundet waren und deutsch sprachen, eine Kalesche und sandlcn zugleich Karten nach dcm HauplPiallicr dcS MarschaKS Bazainc. Im Ausblick, wo sie uach dem Lager abfahren wollten, schliß sich ihnen ein anderer preußischer Officier, der Oberst uon Voigts-Rhetz, an, der ebenfalls seine ilarlc nach dcm Hanplqnarlicr geschickt l,atle, Man behauptet seitdem, daß diese Osficiele versäumt haben, sich zn erkennen zu g^ben; ab^r cö ist gewiß, daß man ü)rc karten crhicll, weil, alö die Manöver in vollen, Gau^c waren, die Gendarmen an ihren W^gcn herantraten nnd sagten: Sie sind Fremde, meine Herren? - I.i. — Von wclcher Nationalität? — Preußen. — Alsdann folgen Sie uns in's H^np!a,l>arlicr. — Dorl s.tzte man dic Officicrc in Kenntniß, das; die Re^le-mcntö nicht gcstcuicn, daß irgend ein Fremder den Lage-ardeilen anwohnen l^nn, wenn er nicht mit einer Auio^ risalion seiner Gesandtschaft versehen ist. Wcnn sie die-sclv,- nicht hätten, lönnc mcm sie nicht im Lager lasscn. OtS Nachmittags begaben sich die Officicre znm Gcnc-ral Besson, Ehcf des Gencralstades deS Marsches Äazainc, nin ihm die sic betreffenden Thatsachen miizn-theilen. Sie fügten hinzu, daß sie die au sie erhangene Aufforderung für cinen Befehl, das Lager zu verlassen, halten müßten, dl)ß sie abieiscu würden, daß sie jedoch darauf >>chülcn hätten, ihre Lage und ihre nnvoihcr-ncsehcnc Anwesenheit im Lager zn crllärcn. Dcr Ge-neral Bcssun antwortete, daß cin Ätlßuersländniß vur-liege, daß der Verschall Bazaine die Sache nicht so verstehe, daß die Manöver nichlS Geheimes hätten, daß e.' hinrcichc, die Journale zn lcscn, um zu wiss,n, was vorgehe, daß die Gendarmen die ihnen gewcuocnc Mission falsch ans^clcgt hätten, daß sic blcidcn müßten, und daß eine solche Anowcisnng eine Beleidigung seVutoii00, besprochen worden, in welchem bis zur Evidenz nachgewiesen wird, welche großen, ja fast nnbcgrciflichcn Fehler sich Napoleon in dcr Schlacht bei Vcllc-Alliancc zu schulden kommen ließ, sowic dic vielerlei Unwahrheiten nnd Bemäntelungen, mit denen cr später in den M-moii'0« ä6 8t«. Uäionu diese Fehler auf andere, besonders anf Ney und Grouchy, abzuwälzen versuchte. Am 25. Juni schreibt Bertrand im Auftrage des KaiscrS an Barbier, den kaiserlichen Buchhändler, um verschiedene Werke über die Vereinigten Staaten von Nordamerika, sowic eine vollständige Sammlnng des Monitcur zn bestellen. Alles dies soll cincm Handlungshanse in Amerika übcrsandt werden. ' ! Am 14. Juli endlich schreibt Napoleon seinen dent- ^ würdigen Brief an den Prinzrcgcntcn von England, in welchem cr sich mit Thcmistotlcs vergleicht und sich unter „dcn Schutz dcS mächtigsten, beständigsten, aber auch großmüthigsten sciucr Feinde stellt." Er vergaß, daß dcr Wiener Eongrcß ihn als anßcrhalb dcr Gesetze stehend erklärt hatte. — Die Sammlung schließt mit dem Protest, dcn cr an Bord dcö „Bcllerophon" geschrieben, in welchem cr die Geschichte zur Zcngin anruft, daß, uachdem cr zwanzig Iahrc lang gegen England Krieg geführt, cr aus cigcucm, freiem Antriebe gckommcn sci, cin Asyl in England zn snchcn, „nnd welchen größeren Beweis von Achtung und Vertrauen vermochte ich zu geben?" Man weiß, wie England diesem Vertrauen entsprochen hat. In dcr That, wic man auch über Napoleon und sein nothwendig tragisches Ende denken möge, immer und ewig wird dcm unbefangenen Sinne diese Handlungsweise Englands in gehässigstem Lichte erscheinen. 1115 enthaltend, liegt brreits in schönster und würdigster Ausstattung vor. Die erste Serie wird eine Auswal) aus deu Welten Iustinns, AlhenagoraS, Elemcoö von Alex-ndrien, OrigcneS, Tcrtulliai', Cliprian, Eusebiu.'', ChrysostomuS u. s. lu. enthalten. Der Preis (14 kr. oder 4 8^1. i»w Bändch.'n) ist bei der Ausstatlnng dieser patristischcn Handbibliothck nnd dcr Bogenzahl der einzelnen Vändchcn fabelhaft billig zu nennen. Nom, 20. Juni. ((5 on fist o r iu m. — D i c Allg. Zeitung verfolgt. — Bolivia's Si-carier. — Die Kuppel der Peter skirchc.) Se. Heil. der Papst hielt astern ein geheimes Eonsi-storinm, das er mit einer Ansprache an die Eardinälc eröffnete. Er verbreitete sich darin iilier die Lage der Kirche in Orstcrrcich, Baicrn und Rnßland als über cinc uugünNigc, dann brstätiglc er folgende Bischöfe: Mousgr. S. Koväcs, Professor der Theologie an der Universität Pest, Bischof von Fünflirchen in Ungarn mit cincin jäh> lichen Gehalt von 4(XX) Scudi; Msgr. St. Lipovniczly, Domherr und Archivar zu Gran, Bi' schof von Großwardciu. Gehalt 6000 Scudi; Msgr. P. Brnnoni, bisbcr Erzbischof von Taron in i»urbldu^, apostolischer Vicar zu Aleppo und päpstlicher Dclcgat im Orient, Patriarch von Axtiochia in i)Ultil)N3; Msgr. I. M. Arislcgui, Gcncralvicar zu St. Ickol, in Chile und hauSpralat Sr, Heiligkeit, Bischof von Himcria in piirtldns (Mesopotamic"); Msgr. A. Th. Zlurraldc, Domherr in Quito, wie beider Rechte Dr., Bischof von Ibarra (Ecuador); Msgr. S. VannutcUi, früher Professor der Theologie im valicanischcu Scmiuarium, jetzt Auditor der Nuntiatur in München, Eizbischof von Nicca in purlidus (Bilhynicn); Msgr. E. dc Eondc, Domherr nno Liccnliat der Theologie, Bischof von S. Luis Potosi, mit einem jäh'lichcn Gehalt von 12.000 Scndi; Msgr. A. Palsccchi, Bischof von TibcriaS iu, ^urtidu« (Palästina); Msgr. I Vriarlc, Domherr und Gcncralvicar, Bischof von Sonora in Mexico, mit einem jährlichen Gehalt von 0000 Scudi; Msgr. I. B. Pompallicr, Erzbschof von Amasia iu MrUbus; Msgr. F. Nidel, apostolischer Vicar von Eorea, Bischof von PhilippopoliS in Mltidu« ; Msgr, P. Ewjik. nns dem Donnüicancrorden, Bischof von Eamaco ill ^ M'tidu« (Armenien); Msgr. E. Dclmontc, apostoli-! scher Bicar in Adcssinien, Bischof von Eucaipia in! Mi'tidus. — Jede )tnmmcr der „Allg. Ztg,," die das ^ Concil bespricht, läuft eben deshalb Gefahr, nicht ans»! gegeben zu werden. Auch Nr. 171 wnrde anf der Post > zurückgchallen. — Die römische Regierung ließ zwei Polizciagcntcn ans Florenz zu, die bald einen Menschen ansspürlen, den sie des Attentats anf den Abgeordneten Lobbia schnldig hielten. Er war hergekommen, sich beim Militär anwerben zu lassen. Die Bestätigung des Verdachts ist abzuwarten. — Während in einem Seitenschiffe Hnnderle von Händen hämmern, zimmern, llopfcn, sägen und fngcn, bemerkt man, daß an der Hlluplluppcl der PetcrSkirchc bei weitem nicht alles mehr so nict- und nagelfest ist, wie noch vor wenigen Jahren. Ihre kolossalen eisernen Gnrle werden hoffentlich die Erweiterung der alten Risse erschweren und neue verhüten, doch lockerten Wind und Ncgcn dic Kuppcldccke da und dort so anf, daß das U"wclter auf die Mosaiken der Inseite die nachlheiligsten Wirkungen zu üben begann. Eine Blcigicßerci arbeitet be< »eits für eiue solidere Perkiltung der Kupfcrplatteu des Daches, die zum Theil erneuert werden müssen. Eö ist schwer zu bcgrc>fen, was das Eapitel abhält, die drei Kuppeln vom St. PtterSdom zu vergolden. Das Capitel verfügt über colossale Mittel, an Geld fehlt es mithin nicht, dagegen ist erwiesen, daß die verwaltenden Prälaten (oeonoi^io äuiln, ülddrioa äi 8^n I^iutw) oft finanzielle Galoupadcu machen, wo ein bedächtiger Schritt gerathen wäre. Die Vcrgolduug würde dem großartigen Bau auch einen Himmel geben. -- (Ueber die Eröffnung der parlamentarischen Session) wird aus Paris. 28tcn Juni, geschrieben: Gemäß dem ausgegebenen Programm ist heute Nachmittags nm 2 Uhr die parlamentarische Session durch den Staatsminister Rouhcr im Sitzuugs-saalc des Palais Bonrbon eröffnet worden. Gegen Mit° tag waren die Zugänge zu diesem noch vollkommen leer, eine Stunde darauf fand sich jedoch cinc ziemliche zahl-seiche Menge cm. von welcher die glücklichen Achter von ^Mrittstartcu sich in das Innere des Gebäudes bcga» ^",, wähiend die übrigen durch Policistcn zu bcidcu leiten dcS großen Gitters geordnet wurden. Die Abgeordneten selbst trafen theils zu Fi,ß, theils zu Wagen bon halb 2 Uhr ab ein; als Herr Thiers in Begleitung bes Generals Ehangarnicr aus seiner einfachen Kutsche s^g. brachten ihm die außenstehenden Personen ein Hoch, lür welches er, sichtlich schr erfreut, durch Hutabnehmeu bantte. Wahrscheinlich um ähnlichen Kundgebungen im Sitzungssaalc selbst vorzubeugen, waren in den Tribünen Zettel angeklebt, auf denen dem Publikum in Erinnerung gebracht wurde, daß es sich jeglicher Kundgebungen von Beifall oder Mißfallen zu enthalten habe. Die Hussicrs luden jeden Besucher noch besonders ein, von dieser Vcrwarnuug Kcuntniß zu nehmen. Gegen halb 2 Uhr waren alle Tribünen gefüllt, und bald darauf auch d>e Abgeordneten, die sich in großer Erregtheit befanden, fast vollzählig versammelt. Die Herren Banccl. Raspail. Gambctta. Esqniros nnd Ferry, welche ihre Sitze auf den obersten Bänken der äußersten Linken genommen hatten, waren der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit deS PublicumS. Der Exministcr Pmard hatte sich im rechten Centrum niedergelassen. Clement Duuernois im linken. Nur wenige der Abgcorducteu waren in Uniform, die meisten iu bürgerlicher Kleidung erschienen. Hr. Rouher erschien in großer Uniform, stieg auf die Rednerbühnc und verlas die Botschaft, welche eine« tiefen Eindruck auf die Vcrsamwlung machte, da die darin gegebene Ankündigung ncncr Gesetze zur Verwirklichung der Wüuschc des Laudcö sofort als ein Schritt zur Weiterbildung des Januar-Programms ausgelegt wurde. Es erfolgte darauf die Auslosung der Versammlung in die Bureaux, und die Sitzung wnrdc aufgehoben. In den Kreisen der Abgeordneten mißt man dein Briefe des Präsidenten Schneider an den Kaiser und der Antwort des Kaisers eine weit größere politische Bedeutung bei, als dies Seitens der Presse geschehen. Dort erblickt man iu jenem Brief einen Protest gegen die von Baron David vertretene rcactiouürc Richtung uud cinc sehr energische Kundgebung im Sinne des TicrS-Parti, die Hr. Schneider sich nicht hätte gestatten töuncn. wenn cr nicht sicher gewesen wäre, die große Mehrheit der Kammer hinter sich zu haben. Die Abgeordneten selbst lieben nämlich zu versichern, daß ihre liberalen Wahl-Programme wirtlicher Ernst uud nicht blos dazu bestimmt gewesen seien, der Strömuug der öffentlichen Meinung zu schmeicheln. Was den Kaiser selbst betrifft, so habe cr die Stimmung der neuen Kammer richtig erfaßt, und ans Rückficht darauf den Sch..cider'schcn Brief, der ihm sonst wenig gefallen haben soll, so frcnndlich beantwortet. Diese Antwort allein ist von den Abgeordneten als ein Manifest im liberalen Sinn ansgclcgt worden, und die heute vom Staatsmiuistcr vcrlcscue Botschaft scheiut diese Auslcguug zu bestätige«. Hagesuenistkeiteu. — (Allgemeiner Vuchdruckerta g inWicn.) In der zweiten Sitzung wurde die Debatte über die Reform des Lehrlingsweseuö fortgesetzt und beschlossen, die Principale zu verpflichten, den Lehrlingen eine allseitige technische Bildung angedcihen zu lasscu uud die Lehrzeit auf vier Jahre herabzusetzen. Hierauf wurde der Autrag auf Gründung von Kronlcmdsvereiuen angenommen, wonach die in den Hauptstädten der Provinzen bestehenden Bcreiue eiueu Concentratio»spu»tt für den Anschluß der Vereine iu den kleineren Städten bilden sollen. Schließlich legte die Commission zur Gründung des allgemeinen Buchdruckerverband des die Statuten der zu gründenden Central-Invalidencasse vor. Ein Antrag auf gleichzeitige Grü»dung einer Witwen-Untcrstützungscassc wurde vorläufig als iuopportuu abgelehnt. — Iu der lctzleu Sitzung wurden die Statuten i dcr „Central - Iuvcilidcucasse der Buchdrucker uud Schrift-gicßer der österreichisch - ungarischen Monarchie" angenommen und alö ständiger Sitz der Invalidencasse Brunn bestimmt. Die Zulassung auch mit unheilbaren Krankheiten Behafteter ist in den Statuten ausgesprochen. Der Monatsbeitrag ist 30 Kreuzer. Alö Vorort für dcu nächsten Buchdrnckertag wurde Pest bestimmt. Nach der Wahl einer aus zehn Mitgliedern bestehenden Commission zur endgil-tigen Cunstituirung des Buchdruckerverbandes wurde der Buchdruckerlag geschlossen. — (Erdbeben.) Am 25. Juni, ungefähr um 3 Uhr Nachm., wurden in Bologna ein starker und einige schwächere Erdstöße wahrgenommen und man beobachtete auch die seltsame Erscheinung, daß der Uhrthurm auf dem Platze iu dem Maße schwankte, als der Boden unter den Stößen erbebte. In Caprera zerstörte das Erdbeben ein Haus und es sind zwei Mcnschculcbcn dabei zu Grunde gegangen. Auch einige andere iu der Nähe befindliche Gehöfte stürzten zusammen, ohne daß Menschenleben zu beklagen waren. — (Ueber Reizmittel und deren Wirkungen) gibt ein jüngst erschienenes Buch: „Die Philosophie der Trunkenheit" (von Mr. Nish), interessante Aufschlüsse. Hobbes, der berühmte englische Philosoph, trank taltes Wasser, wenn er sich großen geistigen Anstrengungen hingab; Newton rauchte; Bonaparte schnupfte Tabak; Pope trank starten Caffee und Byron Gin mit Wasser. Wedderburne, der erste Lord Ashbuton, pflegte sich ein Vlcisen-pflascer auf die Brust zu legen, wenn er eine große Rede zn hallen hatte. Der berühmte Lord Erötiue nahm große Dosen Opium. Eiust, während der Verhandlungen in dem Processe der Königin Karoliue, gebrauchte cr eine zu starke Dosis des betänbeudeu Mittels, die Wirkung war erstaunlich; er fiel bewußtlos in die Arme des neben ihm sitzende» Lord Stauhope. Hieher gehört wohl auch die eigenthümliche Methode des Erzbischofs Whatelcy, das K'upfwcl) zu vertreiben. Wenn er durch zu vieles Lesen oder Schreiben, Kopfschmerzen bekam, so pflegte er, Wind und Wetter ungeachtet, eiue Art zu nehmen und iu Hemdärmeln einen Baum zu fällen; sobald cr durch diese Arbeit in Schweiß gerieth, giug er zu Bett, wickelte sich iu wollene Dcckcu, siel iu ciueu tiefen Schlaf und erwachte am nächsten Morgen frisch und munter und ohne die geringsten Kopfschmerzen zu verspüren. Locales. — (Vicinalbahu für Kra i n.) Wiener Blättern zufolge hat die Gesellschaft für Vicümlbahueu unter audcru auch das Concessionsgesuch für ciuc Bahu vou Möttni g (Krain) uach Cilli (Steicrmark) zum Anschlüsse au die Südbahn in der Länge von 4 ^ Meilen überreicht. Mött' nig hat bclauullich ciu Kohlenbergwerk. — (Vom Herrn Mnsikdircctvr Nedved) haben wir ein neues Wert: „Offcrtorium" (150iwäio u,uim2 nwii Domiiw) für eine Stimme mit Orgel oder Phys-harnwnika — gewidmet Herrn Wilhelm M aycr — 0p. 12, in Prag, Verlag Tchiudlcr, Laibcich bei Zeschko k Till — anzuzeigen, welches ucuestc Werk alle bisher vou deu Com» Positionen des Herrn Nedved gerühmten Vorzüge aufweist. — (Ein merkwürdiger Kampf), erzählt das hiesige „Tagblatt" — erregte gestern Vormittags in der Herrengasse die Anfmcrkfcuukcit der Vorübergeheuden. Vom Dache eines Hauses fiel nämlich ein lebhaft zwitschernder und zischeudcr Kuäucl auf das Trottoir herab, der sich als eine große grasgrüne Eidechse im wüthenden Kampfe mit einem Spatzeupärcheu präsenlirte, die mit ihren Schnäbeln auf das sich wehrende 'Reptil lospeckten nud es mit den Krallen festhielten. Das wlltühue Cpcitzenweibchen mußte seiuc Kampfeswulh mit dem Tode blißeu, denn die Eidechse schnappte nach seiueu Kopfe uud hielt deu Schnabel so lange zwischen den scharfbezahntcu Kiefer» fest, bis der Vogel verendete. Obwohl das Mänuchcu die verzweifeltste» Änstre»' guua.cn machte, seine Gcfährtiu aus der gefährliche» Situation zu befreie», so gelang ihm doch dieS nicht, dagegen hatte es die Befriedigung, dc» beschuppten Gegner ebenfalls todt auf dem Wahlplatze zurückzulassen, sei es, daß dieser schon von ei»er frühere» Verletzung oder vom Falle start erschöpft zu Boden gelangt war. Das Näthselhafte der Erscheimma. liegt wohl darin, eiue grüne Eidechse, die zwar i» dc» Wälder» der Umgcbunq häufig, jedoch nur scltc» in den Gärten der Stadt sichtbar ist, auf einem Dache der innern Stadt anzutreffen u»d es liegt die Voraussetzung nahe, daß ciuer der in jc»er Gegend häufig nistende» Thurmfalkeu das Reptil im Freie» gefauqe» und es auf jene hohe Warte getragen habe, um es daselbst zu verspeise», daß jedoch die von der luftigen Expedition bereits ermattete Eidechse den Klauen des Vogels eunvischt uud auf ihrer Flucht über das Dach vom kühnen Spatzenpaare attaquirt worde» fei. — (Renten - Versicherung« -Gesellschaft „Anker.") Dem heutigen Blatte liegt der 10. Rechenschaftsbericht dieser Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1868 bei. Das abgelaufene Vetricbsjahr zählte zu den günstigsten seit Grüudung der Gesellschaft. Bezeugt wird dies scho» durch die Vcrgleichung der im Vorjahre abgeschlossenen Verträge »lit der Zahl derselben im Jahre 1867. Damals 6966 Verträge i» den verschiedenen Versicherungsbrcmchen uud 6.g Millione» Gulden Capital betragend, hat sich im letzte» Jahre der Vertragsabschluß anf 7912 Verträge mit 8.5 Millione» Gulden versicherte» Capitales und 12.691 fl. versicherter Reute, d. i. um 946 Verträge »lit 1., Millionen Gulden Capital uud Züi.'j fl. Reute gchobeu. Mit diese»: Zuwachse und »ach Abzug der erloscheue» Geschäfte erreicht der Gcschäftsstciuo der Gesellschaft im Ganzen die große Summe vc>» 72.622 Verträgen mit 72,467.554 fl. Capital nud 53.011 fl. Re»tc. A» diesem Geschäflsstande parlicipireu drei Vcrsichernngsarteu, deren Pflege der „Anker" während seines Bestandes sich zur besouderen Aufgabe gemacht hat, in hervortretendster Weise, und zwar: 1. Die Versicherung auf den Todesfall (Zuwachs im Jahre 1868: 2899 Verträge mit 4., Millionen Gulden) mit 10.853 Verträge» uud 21.^ Millione» Gulden Capital; 2. die Association«, auf den Ueberlebensfall >Zuwachs 2632 Verträge mit 1.„ Millionen Gulden Capital) mit der imposanten Ziffer' von 40.133 Verträgen mit 32., Millionen Gulden Capital, endlich 3. Gegcuversicheruugen (Zuwachs 1911 Verträge mit 1.„ Millionen Gulden Capital), 20.229 Verträge imo 16.^ Millionen Gulden Capital. Es ist nicht ohne Interesse, mm. wo sür die Ueberlcbcns-Associationen eine zweimal fünfjährige Periode zu Ende gegcmge» ist, oe» Sta»d ihrer fast ausschließlich durch die Beiträge der Associationömitglieder hervorgerufene» Fcmds zu betrachten. Diese Associatioueu hatten bis zum 31. December 1868 6.2 Millionen Gulden eingelegt, 1.., Millioue» Gulden für Zinse» uud Gewiuue (also nahezu den dritten Theil des ucich uud nach angewachseilen Capitales) bezogen und somit ein Vermögen von 8.^ Millionen Gulden zusammengespart. Die erste der bisher gegründeten Associationen wird im Jahre 1871, die letzte im Jahre 1893 liquidiren. Ueber-gchend auf die finanzielle Lage der Gesellschaft, betonen wir vor allem, daß bei einer Prämieuciuucchmc von 1,893.399 Gulden vom Jahre 1«6« die einzelnen Reserven der Anstalt mit der Summe von 3,509.010 fl. bilancire» und um 305.755 fl. (zum Theile aus Anlaß der an der Spitze des Berichtes erwähnten, den Reserven anstatt den Aktionären zugute gcwmmcncn außerordentliche» Mehreinnahmen) mehr als im Vorjahre betragen, wobei die Reserve für Todesfälle per 1,500.725 fl. allein eine Steigerung von 213.000 fl. erfahren hat. Die Bilanz der Gesellschaft zeigt cim'ge Vercmderuugen. Eie erklären sich zumeist durch den vorthcilhasten Verkauf des der Anstalt gehörigen Hauses am Kolowratring. Der Gewinn- und Verlustcöuto selbst schließt uach Bestreitung der Dotiruug der verschiedenen Fonds, nach Bestreitung der Regie und der Abschreibungen (darunter 30.000 fl. am unbeweglichen Besitze) mit eiuem für die Actionärc verfügbaren Gewiunsaldo von 87.963 fl., der nach dem Antrage des Verwaltuugsrathcö 114 ft. für die Actie oder eiuc Dividende von 19 Percent des eingezahlten Capitales ergibt. — (Auch eine schöne Aussicht.) Den verflossenen Dienstag benutzte eine Gesellschaft von Städtern zu einem Ausflüge auf den Großkahlenberg. Man pafsirte die 1116 Linie, man übersetzte die Save ohne Gefährde, man erstieg den Berg, hörte oben die Messe, bewunderte die Aussicht und »nachte sich befriedigt auf den Heimweg. Aber der Großkahlcnbcrg scheint auch Berggeister eigenthümlicher Art zu besitzen, deren Classificirung selbst Valvasor schwer geworden wäre. Als nämlich die arglosen Wanderer das Plateau kaum verlassen, flogen ihnen plötzlich Scherben, Steine und Knüttel nach. Kein Angreifer war sichtbar, sie steckten toboldähnlich im Gebüsch. Zum Glück erreichten die nw' dernen Wurfgeschosse nicht ihr Ziel. Ans dem Landeoauöschlisse. (Sitzung a», 26. Juni.) Der hiesige Stadtmagistrat stellt an den 5'audcsauöschusj mit Bezug auf eiu früheres Schreiben desselben vom .'lten Mai 18l!6 das Erfnchcn, beim nächsten hohen Landtage die Errichtung einer höheren (Gewerbeschule in ^'aibach in Anregung zu bringen nnd die Uebernahme von drei Fünftel der diesfälligcn Kosteil auf den ^andcsfond zu befürworten. Hierauf beschließt der Landesansschuß zu erwidern, daß er im Jahre 1l>!l!60 Nr, 92. 40.000 fl. gew, Serie 12^!? Nr. 41. 20.000 fl. gcw. Verie 2580 Nr. 18. ic 5000 fl. gew. Serie 2'60 Nr. »6 und Scric 3644 Nr, 95. je 2500 fl gcw, Serie 1225 Nr. 66 und Scne 1490 Nr. 5, je 1300 fi. gew. Serie 1192 Nr. 21. Serie 1227 Nr. 74 nnd Serie l251 Nr. 100. je 1000 fl. gew. Serie 1193 Nr, 7. Serie 1227 Nr. 12 und Serie 3318 Nr, 53, je 400 ss. grw. Serie 14«! Nr. 30 38 nnd Nr. 79, Serie 354 Nr. 21 45 und Nr. 95, Srne 901 Nr. 4 37 39 und Nr. 74, Serie 1192 Nr. 2 17 nnd Nr. 28, Serie 1193 Nr. 9 52 und Nr. 68, Serie 1251 Hir. 21, Serie 1490 Nr. 23. Serie 2058 Nr. 35 und Nr. 59, Serie 2498. Nr. 41 73 nnd Nr. 92. Serie 2560 Nr. 3 und 48. Serie 3318 Nr. 91 und 98, Serie 3397 Nr 7 9 uud 88, Serie 3576 Nr. 80 nnd 83, Serie 3644 Nr 11 und Nr. 48, nnd endlich Serie 4002 Nr, 40 80 und 90. Anf alle ilbrigen in deu 17 Serien enlhaltcnrn Nummern nnd hier nicht besonders anfgesithrten I6."0 Gewinn-Nummern dcr Prämienscheinc entfällt dcr geringste Oewiuust von je 170 fl. Verstorbene. Dcn 2 5. I u n i. Dem Herrn Josef Saman, Conductrur, seme Tochter 8losal,a, alt 8 Jahre, in der St. Petersvorstadt Nr. 78 an dcr Tnberculose. — Johann Kolcnz, Knecht, alt 45 Jahre, lm Ciuilspital am Lungenödem. Den 26. Juni. Peter Wegcr. Zwängling. alt 34 Jahre, im Zwangsarbeilshanse Nr. 47 am li)'ärocopl,u,1u8 »cutu8. — Jakob Zell'nsct, Inwohner, alt 49 Jahre, im Civilspital an Er-schopfnng dcr Kräfte. — Herr Heinrich Wey, Ofenfabrikant uud Nealltätcubcsitzcr, alt 67 Jahre, in der Polanavorstadt Nr. 83, an dcr Luugculähmung. Den 2 7. I n n i. Agnes Skoda , Inwohneröwitwe, alt 70 Jahre, im Civilspital am Marasmus. — Dem Hochwohl geborncn Herrn Egon Baron Zois von Edelstein, Privatier, sein ilind männlichen Geschlechtes, nothgetauft, m Civilspital an der Gehirnlähmnng. A u ln crtn n g. Im Monate Juni 1869 sind 56 Per. soncn gestorben, unter diesen waren 29 männlichen und 27 weiblichen Geschlechtes. 6 U. Mg. 325 ,<.. -^12., windstill Nebel ^ 2. 2 „ N. 325.N» l-14.0 windstill Regen '?'«° >0„ Ab. 325.Ü«.. !>I2..! ! windilill , halbheiter ^"' Feuchte, regnerische Witterung anhaltend. Morgens dichter Ncbcl, Vormittags Regen, Nachmittags Regenbogen, die Alpen meist wolkenfrei. Abends Aushciternng. Das Tageömiltel dcr Wä'.me -j- 12-9°, nm 2.4' nnter dem Normale. Pcrunlworllicher Rrdaclenr: Ia.naz «. K l c i n m a y r. sll^^ln^l^^i^t Wien, 1. Juli. Dic gestrige nuSgczcichnetc Stimmung Pflanzte sich auch anf die heutige Aörse fort nnd sämmtliche iibcrhaupt im Verkehr stehende Papiere waren im Preise Dlll^ttUlVllU)!. hoch gehalten. Einen gän; besonderen Au,schwuna. nahmen Credit:, Anglo- nud EScomptc-Aclicn. Rente nnd I860 Lose vcrlhcnerten sich. Devisen, start begehrt, zogen etwas an. H. Allgemeine Ttaatöschuld. Filr 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: iu Noten vcrzinsl, Mai-Noucmbcr 62,95 63.— „ „ „ Febrnar-Angnst 62.90 62.^5 „ Silber „ Jänner-Juli . 70.90 71.— .. „ ,. April-October. 71.- 71.10 Sleuerauleheu rückzahlbar (?) . 98.25 98.50 Lose v,1.1839 . . . . ". ,251.-251.50 „ „ 1854 (4 "/..) zn 250 fl. 96.— 96.50 „ „ 1860 zn 500 fl. . . 105.20 105 40 „ „ 1860 zu 100 fl. . . 106.25 106.7.', „ „ 1864 zu 100 ft. . . 126.20 126.40 Staats-Domänen-Pfandbriefe zu 120 fl. o W. in Silber . . 118.- 118,50 ». Grundcntlastnnsss-Vbliaatioul',,. Für 100 fl. Geld Waare Nühmen .... „ 5pCt. 92.75 93.25 Galizien .... ,. 5 „ 74.20 74.60 Nieder-Ocstcrrcich. . « 5 „ 93.- 93.50 Ober-Oesterreich . . „ 5 „ i>3.— 94,-Siebenbürgen . . . „ 5 „ 79 — 80. Ste,ermarl . . . „ 5 „ 92.75 93,25 Ungarn.....«5„ 82.- 82.25» O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Anglo-östcrr. Bank.....335.— 335.50 Anglo-nngar. Vant .... 118,75 119.— Boden-Crcoitanstalt .... 28?.— 290.— (lrcditllnstalt f, Handel n. Gew, . 279,30 279.50 Crrditaustalt, allgcm. ungar. . , 101 50 102.— Ei 10) fl. ö. W. Geld Waare Elis.-Westb, in S. vcrz. (!. Emiss.) 91.25 9175 FcrdiiillndS-Nordb. in Silb. verz. 108.25 10 875 Frauz-IoscphS'Vllhn .... 93. - 93.25 G.Ellil-l!udw.B.i.S.verz.I.Em. 102.— 102.50 l Geld Waare Oesterr. Nordwestbahn .... 92.75 93 -Siebenb. Bahn in Silber ucrz. . ^9,«>5 «975 StaatSb. G.3"/, ü500Fr. „I.Em. 136 - 137 — Südb. G. 3'/„ l. 500 Frc. „ . . 116. . 116.50 Südb.-Bons 6 7, (1870—74) " 500 Frc«......242.25 242.75 «. Privatlose (per Stilct.) Crcditanstalt f. Handel u. Gew. Geld Waare zn 100 fl. 0 W......16550 166.— Rudolf-Stiftnng zn 10 fl. . . 15.— 15.50 Wechsel (3 M°n.) Geld Waar, Augsburg für 100 fl, südd. W. 103 35 103.45 Frankfurt a.M. 100 fl. dctto 103.40 103 55 Hambnrg. für 100 Mark Ba^ca 9l 40 91.50 London, für 10 Psund Sterling 124 75 I24.R' Paris, für 100 Francs . . . 49.70 49.75 (5ourS der Weldsovte« Geld Waare K. Müuz-Ducater. . 5 st. 9li lr. 5ft. 92^r. Napoleonsd'or . . 9 „ 98 „ 9 „ 99 ,. VcrcmSthalcr . . . 1 „ 82 „ 1 ,. 83 „ Silber . . 12l „ 5l> „ 121 „ 75 ,. Krainische GrundentlaNung«-Obligationen, Pr<' vatnotliung: 86,50 Geld. 90 Waare