^ Sonntag den 3t. Auki 1881. xx. Jahraan«. MMzss MlG Die ^Vkarburger Zeitung« erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Kreitag. Preise — füi Marburg ganzjährig 6 fl., halbjährig 8 fl.. vierteljährig 1 fl. ü0 kr.: siir Zustellung _in» Hau» monatlich 10 kr. — mit Poslversendung: ganzjährig 3 fl.. halbjährig 4 »l., vierteljährig 2 fi. Insertionsgebühr S kr. per Zeile. l^üiihig Saivlhliltr «ach Amcrilta! Marburg, 30. Juli. Da» Au»wandkrung»siiber ergreift immer weitere Kreise und ist nuti auch in unserer Nähe zum Au»bruch gekommen: sünszig Grund» befitzer de» Sannthaies haben bekanntlich den Entichlub gesaßt, ihr verlorene» Glück dort zu suchen, wo schon Tausend» ihrer Mitbürger und Leiden»genoslen es gesunden in Amerika. Wi» viele Jahre nutzloser Arbeit und herz, brechenden Kummer» siuv ins Land gegangen, ehe diese Bauern zum Aeubersieu sich ermannt, dr» Stätte ihrer Geburt zu verlassen — die Scholle zu meiden, die st» bebaut — dem blühenden Thal, der grünen Steiermark Lebewohl zu jagen. Ader dort, wo die Wiege stand, verfault jeht der Sarg ihrer JugendtrSime; die Scholle nährt nicht mehr uno trotz aller Grüne ist die letzte Hoffnung verschwunden. Die Vrod-srag» muß gelöst, der Kamps um» Daseir» mit St»ge»gewith»it sortgekämpst «erden — jenseit» de» Weltmeere», da »» in der Heimat nicht gelingt. Mit Trauer sehen wir di«ss Männer scheiden. Kein Pfarrer, kein nationaler Führer, kein» Staat»behörde vermag den Wanoerstab zu »ntwinden — da» Wort »ine» unbekannten, polizeiwidrigen Agenten findet mehr Anklang, denn Alle», vor dem sonst der Vauer in Ehr« smcht stch verneigte. Die vrodfrage treibt mit unwiderstehlicher Gewalt itl die Ferne, nach Amerika. Drüben winkt ja die Mögltchkrit, durch au»dauernden Fleiß doch al» Mensch, unter volk»mäbigem Gesetz al» sreier Staat»-bütger leben zu können, eine Heimstätte zu grltnden für stch und die Seinen. Mit Trauer gedenken wir Jener, die zurückbleiben müffm ohne den Trvjt, da» Elend selbst bewältigen zu können — ohne die Ge» währ, doß Oesterreich die Wandlung zum Wirlh» schost»- und Arbeitsstaat vollziehe ^ eine Ileutlleton. Air fälscht Privzcflia. Ein» Kriminalgeschichte. (Fortsetzung.) Der Doktor kam an Eudora'» Seite und sagtet „Junges Mädchen, der Bewei» gegen Sie ist zu klar, um auch nur »inen ZweisU in dem Geiste» eine» der Anwesenden zu lassen.^' „Bewei»? Wie tacin ein Vewei» für Etwa» vorhanden sein, wa» nie geschehen iji — va» nie geschehen konnte? — ei»t Verbrechen, da» meine innerste Seele verabscheut; vor welchem mein ganze» Wesen schaudert, meine ganze Natur zurUckbedt — uni> begangen von mtr und an Denen, welche ich verpflichtet war zu lteben und zu achten und zu bedienen I und begangen zu welchem Zwecke, grober Gott! zu welchem Zwecke? Welchen Zweck könnte ich ge» habt haben bei der Vernichtung meiiter eigenen nächsten Berwandten, meiner liebsten Freunde und eigenen Beschützer?" fragte da» angeklagte Mädchen in einem Tone leidenschaftlichen Schmerze». ^Ihr Zweck aar dem blindesten Verstände ^lar; er dltdet ^inen d^r stärksten Punkts in Wandlung, ohne die wir dem Schicksal Irland» verfallen, auswandern oder zu Grunde gehen müffen. Laßt Euch warnen, die Ihr Hilfe bringen könnt und bringen sollt, Ihr Vertreter und Staatslenker Oesterreich»! Laßt Euch bitten und beschwören Ihr Alle, von deren Wort und Wahl die Entscheidung abhängt, daserne Ihr nur ernstlich wollt. Und Ihr müßt wollen! Franz Wiesthaler. Zur Geschichte des Tages. Die Tschechen haben endlich die Maske der Versöhnung abgeworfen und gehen die Zungen al» die schnellfühtgen voran. Mit diesem Schritte vollzieht sich die letzte Klärung, die für manche Kreife nothwendig ist. Wer künftig noch zu vermitteln sucht, muß kaltgestellt werden. 3m besseren Jenseit» schreibt der »Pester Llo^d" über die Preßsreiheit Oesterreich» so scharf, daß stch dt» Wiener Blätter au» Furcht vor dem Staat»anwalt hüten, diese» Urtheil nachzudrucken. Der ^Pester Lloyd" aber liegt in den Kaffeehäusern und Gasthöfen der Reich»» Hauptstadt aus, ohne konfiszirt zu werden. Sind wir Alle vor dem Gesetze gleich? Den Bauern in Bulgarien geht bereit» ein Licht über ihren Fürsten aus. Mit dem Versprechen einer beträchtlichen Steuerermäßi» gung geködert, haben di» Wähler dieser Gruppe lauter Jasager in die Nationalversammlung gewählt; nun werden die Steuern mit oller Härte eingetrieben. Der Battenberger, welcher vehhalb dem Landfrieden nicht traut, hat seine Ersparnisse — eine Million zweimalhundertsünszig' tausend Franken in die englische Bant gesandt. Die Regierung Dänemark» hat die Wähler oer freisinnigen Vertreter nicht einschüchtern töluren, trotzdem da» Volkshau» in diesem Jihre schon zweimal aufgelöst worden. Bei den letzten Wahlen verlor da» Ministerium neuer» Ving» sech» Stimmen, wird also bei der Wie- dem Beweise gegen Sie", sagte der unerbittliche Doktor. „Und wa» war denn mein Zweck? Sie, der mich de» Verbrechen» beschuldigt, erklären Sie den Zweckrief Eudora, indem sie ihre flammenden Augen, durch welche ihre unwillige und empörte Seele Verachtung über eine so schändliche Anklage blitzte, auf sein Gesicht heftete. „Dein Zweck, Mädchen, war die Beerbung ihrer Güter. Da Lord und Lady Leaton und ihre Tochter todt find, so bist Du die einzige Erbin des unbelasteten Allworth", erwidert» der unbarmherzige Arzt. Da» Feuer, welche» au» ihren Augen blitzte, die Farbe, die aus ihren Wangen brannte, jchwond langsam dahin. Die Bläffe cines un-säglichen Entsetzens breitete sich todesähnlich über ihr Gesicht. Sie taumelte, als müßte sie zu Boden sallen, saßte sich aber durch ein» ge» waltsatne Anstrengung. Ihre Hände in dem schmerzlichen Ernst ihrer Frage zusammenschlagend, rief sie: „O, glaubt irgend Jemand hier dieses von mir?- Ein finsteres Schweigen war die einzige Antwort. „Madame Pezzilini! Sie haben mich seit Monaten genau gekannt — glauben Sie es?" dereröffnung der Sitzungen mit geschwächter Parteimachl auf dem Kampfplatz erscheinen. Vermischte Nachrichten. (Döllinger über die Judenfrage.) In der Baierischen Akademie der Wissenschasten hat am LS. d. M. Döllinger einen Vortrag über die „neuere Geschichte de» jlldischen Volkes^' gehalten. Der Redner sagt u. A.: Die Scht.f. sale de» jüdischen Volke» seien vielleicht da» erschütterndste Drama der Weltgeschichte, und daß sie e» find, daran trage hauptsächlich ein zum Theile auch jetzt noch in weiten Kreisen vorhandene» Gtbrechen die Schuld: der Mangel de» Gerechtigkeitssinne», der Gedanke: wir allein sind in dem Besitze der allein Rettung brin-genden Wahrheit, und darum muß un» auch Alle» gewährt werden und erlaubt sein, was zur Geltendmachung dieser Wahrheit nothwendig oder dienlich ist. Die christliche Religion habe di» wahr» lSerechtigkeit zusammengefaßt in den Begriffen der Nächstenliebe nach dem Maße der Selbstliebe; aber in unabsehbarem Umsange isi diese» Machtgebot von Tausenden und aber Tausenden nicht verstanden und übertreten worden. Wi» es in der Gegenwart damit steht, das zu sagen, sei nicht des Redners Aufgabe; das aber sei leicht zu erkennen, daß eine Nation um so viel höher steht als Trägerw der Kultur, ie gröber in ihr die Zahl der von dem wahren Gerechtigkeitsgefühl durchdrungenen Personen ist. Die Lebensfrage der nächsten vor un» liegenden Zeit sei die, wie da» Ehristenlhuln sich zu den Juden stellen wird. Döllinger skizzirt dann die au» dem Neuen Testament geschöpft» Anschauung der ältesten Kirche. Von dieser ausgehend, sagte die älteste christliche Lehre: Da» jüdische Volk sei zu betrachten als ein zeitweilig verirrter Bruder, der srüher oder später zum Vaterhause zurückkelzren werbe, immer aber der Träger von göttlichen Verheißungen sei. Damit aber selbst ist dem wahren Katholizismus die sagte fie, sich in flehender Angst an die italienische Prinzessin wendznd. „Bellissima, mein Hcrz isi gebrochen — sragen Sie mich »licht", sagte die Prinzessin und wandte ihr Gcsicht ab. Eudora richtete ihre verzweifelnden Blicke auf den Haufen fiisterer, erbarmungsloser an« klagender Gelichter um sie her, und al» sie die Gestalt Malcolm Montrose's im Hintergrunde sah, streckte sie ihre gefalteten Hände in leiden-schastlicher Bilte nach ihm aus, und die Töne ihrer Stimme erhoben sich wild, hoch und durchdringend in der Agonie ihrer letzten Berusung, als sie schrie: „Herr Montros«! o Herr Montrose! Sie glauben doch nicht, daß ich ein solcher Teusel bin?- „Nein, nein, nein!" sagte Malcolm ernst, glühend, hestig, indem er sich durch den Hausen drängte, an ihre Seite trat und ihre H^nd ergriff. „?tein. Endora, ich glaube es ntchl! Ich bin nie einen Augenblick in Versuchung gewesen, e» zu glauben l Du bist unschuldig an dem Üoßen Gedanken de» Bösen, und da» will ich heimlich und öffentlich behaupten! Ich will Dich beschützen und vertheidigen, so weit Du meiner bedarsst und ich Macht habe. Dir zu dienen und dafür verpsände ich mein Leben, meine Seele und meine Ehre! Und wie ich Pflicht der geduldsam harrenden Liebe vorge« zeichnet. Der Nedner führt nnn an der Hand der Geschichte au«, wie später di^ christliche z?irche gegen die Juden nicht mehr von Liebe, sondern von Fanatismus ersüllt war, wte sogar die Bidrängung und Vernichtung der Juden als ein Verdienst um die christliche Kirche galt, ,vie die Juden förmlich gezwungen wurden, nur den Geldgeschäslen und dem Schacher sich zuzuwenden. Die Juden habe der Christ er>i so ge« niacht, »vie Shakspeare von seinem Kaufmann von Venedig sagt. Da» zeige uns die Geschichte. Seit dcr Nesolmation ljabe sich allerdings das Los der Juden fortgesetzt immer günstiger gestaltet; es habe — denn die Zahl der Juden in unserer Zeit sei gewib weit stärker, als sie jemals im Alterthum auch zur Zeit ihrer staatlichen Selbstständigkeit gewesen ist sich ein Prophetenwort als Täuschung erwiesen, gemäß dessen da« jüdische Volt durch anhaltende Mib-handlung und Verfolgung zu einem geringen noch übrig bleibenden Theile herabgemindert werden würde. Das jüdische Volk hat sich trotz aller aus den Ambos gejührten Hammerschläge nicht gemindert, sondern ist stetig gewachsen. Es ist ihnen die bürgliche Gleichstellung ge« worden, sie stben in Parlamenten und Stadt' Vertretungen, Israeliten sind fast zu allen Uni« versiläten als Professoren zugelassen, und die Zahl der zu ihnen sich drängenden Jugend wächst mit jedem Tage. Die alten Tugenden der Mäßigkeit und Enthaltsamkeit, wohlgeord» netes Familienleben, Pietät der Kinder gegen die Eltern, welche so viel dazu gethan haben, in den schweren Zeilen des Miltelalters das jüdische Volt vor dem Untergang zu bewahren, sind such jetzt noch nicht von dem jüdischen Volte gewichen. Die Vermischung mit dem Christenthum und der N-bertritt zn diesem sind häufiger als früher geworden. Diesen Lichtseiten stehen allerdings auch düstere Schattenseiten gegenüber. Das Schlimmste, was hauptsächlich Ursache des Voltshasse» gegen sie bildet, ist unstreitig die Uebervortheilung der Landbevölkerung; die Verantwortlichkeit auf Alle zu überwälzen, das wäre doch unrecht. Dasselbe gilt von dem Gründerunwesen, bezüglich dessen Christen und Juden sich in die Schuld theilen. Nicht minder theilen sich beide in die Sünden der Tagespresse. Seit der Reformbewegung im Schöbe de« Judenthums hat sich dasselbe aber auch in Deutschland, Frankreich und England neu gestaltet, und dasselbe hat sich im W-sten Etiro-pa's von dem Talmud losgemacht, frühere Vor-urlheile fallen gelassen und sich dem Stamme und der Denkweise des Christenthums genähert. Gegenwärtig finden wir gerade in Deutschland die Träger des geistigen Lebens im Schöbe des Judenthum». Die deutschen Nabiner sind jetzt in dem Btsiße jener religiösen Literatur, von Dir dieses Versprechen halte, so möge der Himmel in meiner größten Roth mit mir ver« fahren! Fasse Muth, sühe» Mädchen! Deine Unschuld lst eine wächtige, unbesiegllche Burg, welche alle diese gräßlichen Anklagen vergebens angreifen sollen." Dank, Dank!" sagte Eudora, und ihre feurigen Augen schmolzen in die ersten Thränen, die sie seit ihrer Verhastung vergossen Halle. „Herr Montrose, ich möchten Ihnen ralhen, vorsichtig zn sein", sagte der Doktor streng; „denn ich will Ihnen nur sagen, junger Herr, daß Sie nicht so weit von allem Verdacht entfernt sind, als Ihre Freunde wünschen könnten. Ihre Vel lobung mit der verstorbenen Miß Lea» ton und ihre Neigung zu der gegenwärtigen sind bereite nur zu sehr bekannt. Und ich versichere Ihnen, die Nothwendigkeit Ihrer eigenen Verhastung als eines Mitschuldigen an dttsem Verbrechen wnrde bei der Untersuchung ernstlich ttt Betracht gezogen." Malcolm Montrose's Wangen glühten, seine Augen blitzten, und er that einen drohenden Schritt gegen seinen Ankläger: dann sammelte er sich wieder, lieb die Hand sinken, und sagte: „Nein, rein! Sie sind ein alter Freund der Familie, und nur Ihr Eifer für dieselbe der ihre lZlaubenSgenossen in anderen Ländern sich nähren. Der deutsche Jud denkt in allen Dingen des sozialen und politischen Lebens deutsch, und da unsere Bildung und Eivllisatlon aus dem Christenthum hervorgegangen ist, kann der Israelit auch nicht umhin, bewußt oder un« bewußt, über viele Dinge christlich zu denken und zu handeln; so z. B. über die Ehe, welche vom chrisllichen Äandpunkt aus betrachtet wird. Sollen nun aber die Menschen berusen sein, die Sünden und Vorurtheile der Vorsahren, ihre Schande fort und fort zu rächen? Es hat dies die Länder Europas schon sattsam mit Schmach bedeckt, und wehe uns und unseren Enkeln, wenn jene» Nachegesetz gegen die Israeliten in Deutschland, Frankreich, England jemals wieder zur Anwendung kommen sollte. Eines sollte doch unsere Generation nicht vergessen: Haß und Verachtung sind ein Gefühl, das traurig und unbegreiflich ist für den, dem sie gelten. Beherzigen wir, was schon Sophokles in seiner „Antigone" sagt: Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da." (Deutsche Schützenart.) Ein Berichterstatter der ,»N. Fr. Presse" schreibt: ^Der Hauptschütze, wa» Kunstfertigkeit anbelangt, ist der Schweizer. Er ist der Erste auf dem Platze, und schon in den frühesten Morgenstunden sicht man ihn in seiner groben grünen Blouse, den grünen Schurz vorgebunden, Patronen füllen und Vorbereitungen zum Schieben treffen. Der Schweizer schießt kalt, gleichmüthig — handwerksmäßig. für ihn hat das Schützenwesen vielleicht nicht» Poetisches, er schiebt um des Preises willen, nicht mehr noch weniger, aber — er schießt gut. Die ersten Becherpreise wurden von Schweizern gewonnen, und ein Schweizer hat bisher die besten Schüsse aus den Festscheiben gemacht. Er schob auf der ersten zweimal zwanzig Punkte, üuf der zweiten zwanzig und sechzehn, auf der dritten zwanzig und — einen Fehler. Der Tiroler schießt, indem er einer Leidenschast fröhnt -- fetn Gesicht zeigt Freude oder Vsrdruß, je nachdem ihm seine Kunst hold; er küßt sein Gewehr, er wirst e» wohl auch zornig in einen Winkel, aber er spricht nicht» dabei, und höchsten» der einem Landsmanne zugeworfene, diesem wohlverständliche Blick ist für ihn ein Mittel, feinen Gefühlen nach Außen Ausdruck zu geben. Der Aelpler au» Obersteier, Oberösterreich, au» dem dayrifchen Hochlande und Salzburg kommt ihm zunächst. Auch er schießt leidenschastlich, aber nicht stumm. In einem lustigen Juchzer macht er seiner Freude, in einem Fluch sünem Uumuthe Luft. Der Norddeutsche spricht viel beim Schießen mit leinen Landsleuten, mit den Umstehenden, mit dem Mahner und mit sich selbst. Schlechte Schüsse weiß er geschickt in einem Fehler seines Gewehres zu begründen, gute natürlich in seiner treibt Sie zu solchen unziemlichen Reden und Handlungen. Und da die Weisheit der Geschworenen mit der Frage über meine Vsrhaf. tung beschästigt war, so wollte ich, beim Himmel. daß ste sie angeordnet hätten l Da sie ein Verdikt gegen dieses höchst unschuldige Mädchen gesunden haben, so wollte ich, bei Gott, sie hätten auch gegen mich als ihren Mitschuldigen ein solches gefunden, damit ich stehen müßte, wo sie «icd stehen müssen, erleben, was sie zu erleben, erdulden, was sie zu erdulden haben wird! Geht, sagt dem nächsten Gerichtsbeamten von mir, daß in allen M'ssethaten, die Eudora Leaton begangen, Malcolm Montrofe ihr Mitschuldiger, ihr Helfershelfer — ja ihr Anstifter gewesen ist! Sagt ihm von mir, als Eudora Leaton ihre Verwandten vergiftete, daß Malcolm Montrose das Gift herdeischoffte und den Trank mischte! Sagt ihm, wenn Euvora Leaton in der Gefängnißzelle ist, auf der Bank der Angeklagten siht oder auf dem Schassot stsht, so würde Malcolm Montrose an ihrer Seite sein als der bei weitem Schuldigere von Beiden! Sagt ihm diese» von mir' laßt mich verhaften, und ich will Euch danken t'^ „Sie sind rasend, Herr Montrvs,', wozu die Ereignisse diese» Tages wohl geeignet sind Sie zu machen", erwiderte der Doktor. Dann wandte er sich an den Beamten und sagte: Kunstserligkeit. Alle Schützen aber, die da lustig darauf losknallen, beseelt ein Wetteifer ohnegleichen; jedsr Stamm der versammelten Nation will einen Preis erringen und — erringt ihn wohl auch. (Deutsche Sprache in Ungarn.) Im Kurorte Bazias sagte Minister Trefort beim Festmahle in deutscher Sprache: Die Minister wurden neuerdings beschuldigt, daß sis die deutsche Sprache im Lande unterdrücken. Der Minister erklärt die» für unwahr (?). Er und seine Kollegen bedienten stch wiederholt im Verkehr mit den Wählern der deutschen Sprache und werden nie vergessen, daß deutsche Kultur, Fleiß und die unleugbare Vaterlandsliebe der Deutschen hierzulande Gute» und Segen»reiche» gestiftet. ZIlarl)ur>ier ^ierichte. (Gymnasium.) Die Direktion de» hiesigen Gymnasiums veiöffentlicht ihr Programm sür das ^al)r I8öl. Den witlenschaftltchen TheÜ bildet eine sehr gediegene Monographie von Herrn Prof. Franz Horü.t über „da» Bachergebirge". (I.) Den Schulnachrichten zufolge bestand der Lehrkörper aus Direktor, elf Prosessoren, einem Lehrer, vier Supplenten und vier Nebenlehrern. Die Schülerzahl beltef sich auf 322 und waren darunter: nach der Nationalität: 163 Deutsche, 156 Slovenen, 3 Serben ^ v. nach der Heimat: L77 Steter-märker, darunter ö3 Marburger, 0 au» Nieder-Oesterreich, 3 au» Ober-Oesterreich, 2 au» Salzburg, 12 a»»» Kärnten, 4 aus Krain, 1 au» Triest, 2 au» Jftrien, 1 au» Tirol, 2 au» Schlesien, 1 au» der Bukowina, l! au» Ungarn, 2 au» Kroatien, 2 aus Deutschland (Z. nach dem Religionsbekenntnisse: SlS KathoUten, e Protestanten, 3 Griechen. Die Vortug»klaffs erhielten 33, die erste Klaffe 201, die zwetle 63, die dritte 13; ungeprüft blieben 2, zur Wiederholungsprüfung werden 4l zugelassen. Vom UnterrichtSgelde waren 1ü6 befreit; Stipendien im Gesammtbetrage von ü03l fl. 44 kr. genossen 42. Die Einnahmen des Unterftül^ungs-verein» deliesen sich auf 859 fl. 43 kr., die Au»gaben auf 656 fl. öö kr. und blieb somit ein Kassarest von 202 fl. 68 kr. Dieser Verein desttzt außerdem noch Werthpapiere im Nennbeträge von 6260 fl. Das nächste Schuljahr beginnt am 16. September. (Au»hilfstassa-Berein.) Im Monat Juli betrugen die Einnahmen 48.b61 fl. 45 kr., die Ausgaben 48.6S1 fl. 04 kr. (Weinagentur.) gn griedau hat Hsrr I. Gedliczka eine Weinagentur eröffnet. Die Menge der verkäuflichen Weine wtrd aufgezeichnet und sind bereits fünftausend Eimer vorgemerkt. Sieben Achtel der Weine aus der „Es wird spät; wollt Ihr Eure Gefangene nicht lieber fortschaffen?" „Ez isj ziemlich weit bis zum Bezirks-gesängniß, mein Herr. Ist wohl so etwa» wie eine Kalesche im Stalle, die ich benutzen könnte, um sie fortzubringen? oder ist vielleicht ein Bote da, den ich nach LeatoN'Wappen schicken könnte, um eine zu holen? " fragte der Kon-stabler. „ES ist eine Kalesche im Stall, wie ich weiß. Geht, John, und laßt ste in Bereitschast setzen", befahl der Doktor. Der alte Diener entfernte sich, um den Bcfehl zu befolgen. Der Konstabler wandte stch zu Eudora und sagte: „Miß Leaton, während der Wagen in Bereitschaft gesetzt wird, sollten Sie lieber Ihre Sachen anlegen." „O Hlmmel l ist die» ein schrecklicher Traum oder ein rasender Wahnsinn, der sich meiner bemächtigt hat, oder ist es wahr, daß ich das Haus verlassen soll, wo die Leichen meiner Verwandten liegen, um «ach dem Bezirksge-sängniß zu gehen, der Ermordung meiner nächsten Verwandten angeklagt? O Entsetzen! Entsetzen! O rettet mich, Malcolm, rettet mich!" schrie sie, bedeckte das Gesicht mit den Händen, wie um irgend eine schreckliche Erscheinung auszuschließen, und sank zu Boden. Friedauir Gegend kommen als „Lutlenberger" w den Handel; fSr Weinkäuser tft es daher wichtig, durch Vermittlung dieser Agentur bei persönlicher Hastung des Herrn Äedllczka echte Waare beziehen zu können. Am ö. eines jeden Monats erscheint in der „Marburger Zeitung", in der „Tageepost^ und in der „Klagenfurter Zeitung" das Verzeichnis der verkäuslichen Vaare. (Zu Tode gestoben.) Die zehnjährige Banerntochter Helena Hribernik in St. Christos bei Tltsfer bestieg am 26. Juli mit ihrer Gespielin einen Fels. Von letzterer gestoßen, fiel die Kleine, stürzte in die Tiefe und verschied in Folge der Verletzungen. (Hagel) Im Bezirk Cilli wurden die Gemeinden Schwarzenberg, St. Nikolai, Okerwitzdorf und Wotschna durch Hagel geschädigt. (Brand.) Zu Hrastnik ist das Maschinen-Schachtgebüude der Kohlengewertschast nebst sechs Wohnhäusern und WtrthschastSgebäuden in Flammen ausgegangen. Alle Gebäude waren verstchert. (Ertrunken.) Am 28. d. M. ist in vrunndorf der fünszehnjährige Sohn des Schmiede», Herrn Johann Neuhold, beim Laden in der Drau ertrunken. (Affaire Pru«-Kummer.) Herr C. G. Kummer, Advokaturs.Kandidat in Gonobitz. wurde in einer durch die „Sl»dst. Post" vom L3. l. M. publizirten Erklärung von den Herren Med. Dr. PruS und Advokat Dr. Prus in Go^ Nobitz aus Gründen politischen Parteihasses als Reserveoffizier angegriffen. Die fabelhast ungezogene Expektoration rief allgemeine Entrüstung hervor und man kritistrt in scharfer Weise die tückische Manier, die OfstzierS^EHre des wüthend gehaßten Gegners in den politischen Kampf.zu ziehen. Ueder die Folgen der sre-chen Provokation, denen mit Spannung entgegen-gksehen wurde, haben wir Nachstehendes in Er-sahrung gebracht I Herr Kummer brachte den Fall beim Ecgänzungs-Bezirkskommando in Marburg sogleich zur Anzeige und schickte in seiner Eigenschast als Neserve-Ossizier den beiden Herren Dr. Karl und Dr. Anton PruS seine Zeugen, zwei ivberlieutenants des S6. Infanterie-Regiments, zu. Die Forderung wurde beiderseits abgelehnt und von Med. Dr. Pru« mit dem Bemerken erwidert, dab er dieselbe beim Gerichte anzeigen werde. Nachdem die Intention der beiden Doktoren, Herrn Kummer als Ne-serve-Osfizier anzugreifen, um dessen Forderung zu einer Strafanzeige zu benützen, schon vor 14 Tagen in Gonobitz bekannt war, so steitt sich die samose Erklärung in der „Südst. Post" als ein gemeiner Hinterhalt heraus. Dje Üater-sertiger derselben erscheinen hiedurch genügend q«altfi)irt; es wäre ganz überslüsfig, aus die Montrose bückte sich und richtete sie aus, indem er flüsterte: ^Das will ich l da» will ich, Eudora! wenn e» in menschlicher Macht steht! Sie brauchen diese Nacht nicht von hier gesührt zu werden, Sie sollen es nicht! Ich will selbst mit den Gerichtsbeamten sprechen." Er eilte hinunter in das Speisezimmer, wo die Gerichtsbeamten bei ihrem Wein saßen. Er redete sie achtungsvoll an, sprach von dem nahenden Gewitter, von der Dunkelheit der Nacht und dem schlechten Zustand der Gebirgsstraßen zwischen AUworth und dem Bezirks-gcsängniß; und machte den Vorschlag, da die Angeklagte ein junge», zartes Mädchen sei, sie die Nacht hindurch in Allvorth Abbcy bleiben zu lassen. Man konnte annehmen, daß Herr Montrose, als der nächste männliche Verwandte der Familie Leaton, bedeutenden Einfluß aus die Magistratspersonen hatte. Diese waren außerdem zusrieden mit ihrer Tagesarbeit und durch den belebenden Einfluß des TranbensasteS milde gestimmt. (Aortsehung folgt.) Zeichnung dieser beiden Charaktere noch ein Wort zu verschwenden. Med. Dr. Prus und Advokat Dr. Prus haben hiermit sür jeden Gentleman ohne llnterschied der Nationalität gesellschaftlich zu existiren aufgehört. — Wir erfahren, daß Herr Kummer die letzte publizi-stische Leistung des Dr. Ant. Prus der Advokaten-Kammer vorlegen und gegen Oheim und Ntffe den Preßprozeß anstrengen wird. (Nennen des 7. Hu baren regiments.) Am nächsten Samstag findet auf dem Exerzierplatze bei Windenau ein Nennen des 7. Hußaren» regimentes statt und ist der Anfang auf 3 Uhr Nachmittag festgesetzt. Das Programm zerfällt in 6 Abtheiiungen, nämlich: I. Iagdritt von allen Offtzieren aus ihren Chargepferden. Distanz 3000 Meter. Ehrenpreis gegeben vom Herrn Oberst Baron Mecsery und 100 fl. nebst Reit-stock dem Ersten, 75 fl. und Neitstock dem Zweiten, 50 fl. und Reitstock dem Dritten; Geldpreise und Reitstöcke au» dem Rennsonde des Regiments. 2. Unteroffiziers, rennen von sechs Unteroffizieren aus ihren Pferden. Distanz 1500 Meter. Ehrenpreis gegeben von Sr. Exzellenz Herrn Feldmarschall. Lieutenant Müller und Geldpreis dem Ersten, Geldpreise dem Zweiten und Dritten. 3. Hurdle-race von den Herren: Oberst Baron Mecsery, blauweiß — Oberstlieutenant von Thomka, blaugeld Oberstlieutenant von Czeke, grau — Rittmeister Stadler, blau Rittmeister Mayr, lichtblau Rittmeister von Nagy, grün -- Lieutenant Baron Ulm, biaugelb — Oberlieutenant von Hellmer, weißgeib — Lieu-tenant Graf Palffy, blaugelb — Lieutenant Iurenak, schvarzgelb Oberlieutenant Miesi-nyey, grünweiß Rittmeister Littke, rothweiß — Lieutenant Markgraf Pallavlcini, dunkelblau-weiß -^Lieutenant vonSchwarzenfeld, schwarzgelb — Lieutenant Baron Klingspor, weißroth -- Lieutenant Prinz Windischgrätz, schwarz-weiß Oberlieutenant von Ettingshausen, rolh — Oberlieutenant von Tallian, blauweiß — Lieutenant Gros Szapary, dunkelblau-kirschroth. Distanz 2000 M,!ter. Ehrenpreis gegeben von den Damen des Regiments und 100 fl. nebst Reitstock dem Ersten, 50 fl. und Neitstock dem Zaieiten, Neitstock dem Dritten, ferner» die Einlagen getheilt zur Hälfte dem Ersten und Zweiten; Geldpreise und Reitstöcks aus dem Rennsonde de» Regiments. 4. Mannschaftsrennen von sechs Hubaren. Distanz 1ü00 Meter. Geldpreise. 5. Steeple-chase von den Herren: Oberst Baron Mecsery, blauweib Obersl-lieutenant von Thomka, blaugelb — Oberst, lieutenant von Ezeke, grau — Rittmeister Stadler blau — Oderlieutenant Seyff, weiß» iichtgrün — Lieutenant Graf Bissingen, roth« schwarz — Lieutenant Graf Strachtitz, rothgelb — Rittmeister Graf Solm.Wildenfels, gelbblau — Lieutenant Prinz Esterhazy. blaugelb — Lieutenant Markgraf Pallavlctni, dunkel-blauweib — Lieutenant Baron Klingspor, weißroth — Oberlieutenant Joris, weiß. Distanz 3000 Meter. Ehrenpreis gegeben vom Generalmajor Herrn von Kcieghammer und 200 sj. nebst Reitstock dem Elsten, Reitstock und Einlagen dem Zweiten, Neitstock dem Dritten; Geldpreise unv Rettstöcke ans dem Rennfonde oes Regiments, ö. Jagvritt von den Herren: Oberstlieutenant Thomka, blaugelb -- Rttt-meister Stadler, blau —- Rittmeister von Nagy, grün -- Oberlieutenant von Tallian, blauweib — Lieutenant Baron Ulm, blaugell» —. Ober-lieutenant Baron Schellerer. roih — Lieutenant Graf Palffy, blaugelb — iOberlteutenant Seyff, wechlichlgrun Lieutenant Iurenak, schwarz-geld — Lieutenant Graf Bissingen, rothschwarz Lieutenant Gras Strachwitz, rolhgelb — Oberlieutenant Micsinyey, blaugeld -- Oberlieutenant Joris, weiß — Ritlmeister Paczona, gelb — Lieutenant Graf Szapary, dunkelvlau-kirschrolh Lieutenant Markgras Pallavicini, blauweib — Lieutenant von Schwarzenfeld, schwarzgelb. Distanz 4000 Meter. Ehrenpreise gegeben von Sr. Durchlaucht Prinz Esterhazy dcm Ersten und Zweiten. Das Direktorium bilden die Herren: Oberst Baron Mecsery, Oberstlientenant von Czeke, Oberlientenant von Tallian, Lieutenant Gras Strachwitz. Nichter stnd die Herren: Feldmarschall.Lieutenant Müller, Generalmajor von Krieghammer, Oberst Graf Schönfeld — Starter die Herren: Nitlmeisler von Hrabovßki, Lieutenant Prinz Windischgrätz. Letzte Post. In der nächsten Session des Neichsraihes soll der Gesetzentwurs über die neue Gewerbeordnung zur endgiltigen Verhandlung gelangen. Die Handelskammer in Reichenberg hat beschlossen, wegen der Rlickwirkung des neuen sranzöstschen Tarifs aus unsere Ausfuhr die Regieruna um eine durchgängige Revision des österreichisch,ungarischen Tarifs zu ersuchen. In der österreichischen Delegation soll der Antrag auf Verbesserung der Mannfchaftskost eingebracht werden. Beim deutschen Bundesschieben in München haben die Oesterreicher bereits zwei Drittel der Hauptbeste gewonnen. Bismarck hat einen Drohbrief empfangen, In Tunis ist beinahe die ganze Armee des Bey defertirt und hat sich den Ausständischen angeschlossen. Danksagung. Herr Direktor Göthe war so gütig, in der »Tagespost" Nr. 193 unsere iu der „Marburger Zeitung" enthaltene Ansrage bezüglich eines in. Bersuchswei»,garten der Wetnbauschule entdeckten gesährlichen Nebenpilzes theilweise zu beantworten, wosür ihm hiemit der gebührende Dank ausgedrückt wird. Da aber Herr Göihs, wie er sagt, die „Marburger Zeitung" nicht selbst liest (?), so ersuchen wir dessen Freund, welcher ihm von unserer Anfrage Mittheilung machte, Herrn Göthe von unserem Dank in Kenntniß zu setzea und ihn zu bitten, auch den ersten Theil unserer Frage, ^ob der Pilz, P6r0no8i)0rg. vitieola, im Versuchsweingarten unserer Landesanstalt auch schon ausgetreten ist", in bestimmter Form zu beantworten; denn man muß ja doch genau wissen, wo der Kranke liegt, um sich vor dessen ansteckender Krankheit wirksam schützen zu ki)nnen. Herr Göthe sagt in seinem Aussatz: „Seit vorigem Jahr wurde der Pllz auch in Steiermark zc. konstatirt und wir sind fest überzeugt, wenn man ihn sorgsäitig suchen wollte, würoe lnan ihn noch in vielen anderen Weinländern finden". Wir wenden diesen Satz auf unsere Landesanstalt an und fagent „wenn man den Bersuchsweingarten sorgsältig untersucht hätte, io hätte man den Pilz vielleicht schon voriges Zahr gesunden, denn verdächtig genug haben vie umersten Partien der dortigen Nebenanlagen ausgesehen". Für unsere Verinnihung spricht die Aeuße-rung einer bedeutenden Autorität, welche selbst Herr Göthe anerkennen muh. Dab Herr Göthe die „Marburger Zeitung" nicht selbst liest, bedauern wir für dltsen besondern Fall sehr, finden es übrigens ganz erklärlich, da ihm ohnedem der Inhalt derselben, soweit dieser die Landes-Oiist- und Wetnbauschule betrifft, vom Landesausjchust mitgetheilt wird. Die vorläufige Mlttheilung des Herrn Göthe, „dab bei uns in Steierniark (Weilchau» schule?) dieser Pilz noch keine Besocgnib erregende Ausbreitung gezeigt hat", wirkt aus uns durchaus nicht beruhigend; denn das Vorhandensein des Ptlzes, auch im kleinsten Mabe, erregt schon Besorgnib genug. Dte Reblaus hat auch im Kleinen angesangin. Landwirtjischafttiches. Zttsatz von Weint,tse )llm utucn Vitlllvrin. Bei der Gährung bildet sich bekanntlich aus Zucker Weingeist. Je mehr eine Flnssigkeit von diesem letzteren enthält, um so wenlger kann Weinstein darin gelöst bleiben, daher es kommt, dab sich während nnd nach der Gührung des Traubenweines Weinstein ausscheidet. Der Weinhese sind daher bald gröbere, bald kleinere Mengen von Weinstein beigemischt. Der Obst, wein enthält keinen Weinstein n.id nicht viel Weingeist, es löst stch deshalb une ziemliche Menge des letzteren im Obstwein ans und dieser wird rauher, was umsomehr der Fall sein kann, je reicher die Hefe an Weinstein ist. man ihn jedensall» nach einigen Wochen wieder ablassen,' da eine gröbere Menge Hefe schädlich werden kann. Bei dem Aufgießen aus die Hese und dem Wiederablassen geht der gröbere Theil der Kohlensäure verloren. Da nun letztere zum Wohlgeschmack des Obstweine« wesentlich bei» trägt, so kann man beim Mischen der H.fe süglich etwas Zucker, aus den Hektoliter etwa 2 sttlogramm, per österr. Eimer zilka 2 Pf. zusetzen. Der iObstwein wird jetzt besser, haltbarer und stärker, löst daher auch weniger Weinstein aus. Wenn man ihn etwa 14 Tage nach-l)er wieder von der Hefe abläbt, entl)ält er noch so viel Zucker, dab sich noch hinreichend Kohlen» säure bilden kann. Besser ist es, wenn man den neuen Obstwein aus frisch auSgeprehte Trauben« trester gießt und ihn nach 2—3 Tagen wieder davon abläßt. Klausch. Briefkasten der Redaktion. Herrn —ss in Marburg. Wir haben die Denunziation gelesen und legen auch diese zu den iibrigen. Das Gute hat die Schukkerei: die GesiihlSdnselci nud AersöhnungS-maierei wird uiiS griindlich auSgetriebeu. Herrn t'. iu St. Leouhardt. Vergleichen Eie doch diese Kerle nicht mit Jesuiten! Aus ein solches Gemisch von Dummheit nud Rohl)rit kann auch ein Jesuit nur mit Aerachtung oder vielleicht auch mit christlichem Mit-l.id hinabsehe». Herrn X. in Windisch-tzeistrih. ES tsl nun auch sur Wii'.disch'Feislri^ die Zeit gekommen, da sich die Spreu sondert vom Weizen. Unser Wort haben Sie und glauben Cie nur, daß wir dasselbe nicht brechen; wir sind verschwiegen wie der Nationalheiltge von „Prag bei St. Veit" —. eine Versicherung, die anch die klerikalen in Windisch-Feislriß ntcht wenig ersreuen dürfte. Herr in Cilli. Ist nur „Der Denunziant, wle er sein soll." Die höchste Entwicklung einer solchen Kreatnr besteht ja eben darin, daß sie den Gegner mit Koth be-wirft, die Polizei gegen ihn zu Hessen sucht und schließlich zum Kriecher und Heuchler wird. Solche Gauner begeben sich mit Vorliebe auf ein Gebiet, wo unö und Ihnen zede gesetzliche Waffe entrissen wird. ZItiUheilungen au8 dem Publikium. K. k. priv. SüdbahN'Gesellschaft. Kundnmchung. Vonl 1. August d. I. an, werden zur Fahrt von Marburg nach Graz, CiUi und ''pettau und zurück sowie vieo versa Dsur« «nd Retourkarte» zu folgenden ermäßigten Preisen ausgegeben: »^on Marbnrg nach Graz und zurtlck sowie vies vsr3a I. ei. 5.02 II. ei. 3.80 III. ei. s.52 Von Marburg nach Villi und zurück sowie vies verZg. I. 01. b.34 II. ei. 3.98 III. 01. 2 66 Von Marburg nach Pettau und zurück sowie vies versa I. ei. 1.L0 II. ei. 1.44 III. ei. 0.96 Gulden österr. Währ- Noten inclusive Stentpel-gebühr. Diese Tour- und Retourkarten berechtigen zur Fahrt mit allen fahrplanmäßigen Zs'gen (Eilzüge auSgeuommen) und haben eine Giltigkeittdauer von 2 ttalendertapen rncksichtlich der Relationen Graz-Marbnrg und Maibnrg-L.llti und von 1 Kalendertage rlicksichtlich der Relation Marburg-Pettau. Die an Samstagen oder an den, den Feiertagen voranSg'henden Tagrn gelösten Tour« ttn> Retourkarten gelten auch noch am Montage oder an dem, dem Feierluge folgenden Tage. Falls Mei oder mehr Festtage aufeinander folgen, lvird die GiltigkeltSdauer dieser Tour« und Retourkarten noch dahin antgedehnt, daß die Riick-fahrt an dem, dem letzten Festtage folgenden Tage vorgenommen werden kann. Halbe Tour- und Retourkarten fllr Kinder werden nicht ausgegeben. Tin Kind von 2 b»S 10 Jahren oder L Kinder von 2 bis 10 Jahren' können auf Grnnd einer ganzen Tour- nnd Retonrkarte fahren. Kinder unter 2 Jahren, die auf dem Schöße ihrer Begleiter ihren Platz finden, werden gebiihrenfrei befördert. Freigcpäck lvird de» diesen Tour- nnd Retonrkarteu »iicht gewährt. Bei der Tourfahrt gelten die Tonr- nnd Retonr-karten nur bei jenen Zilgen, für welche sie lant Stempel veranSgabt sind; bei der Rückfahrt entfällt die Atisiempe-lung. Reisende, welche bei der Hin- oder Rückfahrt in tine höhere Wagenclasse zn übertreten wünschen, habe>' wie ein, Mit einer gewöhnlichen Fahrkarte versehener Passagier die »)!achjahlttng zu leisten. Auf Reisende, ivelche bei der Hin- oder Rückf.ihit über die a»f der Tour- oder Retourkarte angegebene Endstation hinaus fahren, sindet der tz l4 des Betriebs-Reglements Anwendnng. Wien, am lü. Inli 1381. Schttlschsttßftiet der Ärlieiler-Coloiüeschule ii» ZNarbnrg Sonntag den 31. Inli 188l, verbünden mit der Südbahn- Werkftätttn-Mnjikapklle und unter sreundl. Mitlvirkung der Ziidbahn-Litdertaskl. r- rc o ivi Um I Uhr Nachmittags, im Tchulgebäude: I. Kurze Ansprache deS Oberlehrers. II. Deklainationen. III. „Die Jahreszeiten". Zweistimmiger Chorgesang mit SoliS, Deklainationen uud Klavierbegleitung. IV. AuSmarsch der Kinder auf den Festplatz: P»rk der k. k. Franz Josef-Kasernt. Um '/,Z Uhr Nachmittags, am Festplatzs: 1. Turnen und Spiele der Kinder. Musik. 2. Marsch. 3. Ouvertnre „Dichter und Bauer" von t Suppö. ! Bewirlhung 4. „Die froren Stunden", Walzer von / der Kinder. Strauß. ! 5. „Allem Deutschen", Chor von E.chmi)lzer, gesnngen von der Südbahn Liedertafel. 0. vuktto Neil' Opsrk^ ^I/Ldisa" von Apolloni. 7. „Der Schul tag", zweistimmiges Liederspiel mit Orchesterbeglcitnng l>on I. Petz. Gesungen von den Schülern der III. nnd IV. Kloisse. 6. „Indigo-Quadrille" von Straub. 9. „Opernschau", Potpourri von Sonntag. 10. „O Diandl tiaf drunt im Thal", lL^hor von Kokoschi- schinek, gesnngen von der Südbahn-Liedertafel. 11. „Ein Tüpferl auf dem I", Polka frany. v. Strauß. 12. „WaldeSgruß", Chor von Frauz Abt. Gesungen von der Südbahn-Liedertafel. 13. Komische Borträge und Lieder. Vorgetragen von einigen Schulkindern. 14. llsll' Opsra Iraviata" von Verdi. 15. „Die Holzknechtbnaina", von Schmölzer, gesnngen von der Eüdbahn Liedertafel. 16. „Spritzenfahrt", Polka schnell von Wagner. 17. Marsch. Lntrvv ZV Icr. Kindcr Ut.tcr 1ö Jahrcn und Angehörige drr Colonieichvltinder frei. Der Reinertrag »vird zum Pesten der Co-lonieschule gewidmet. (816 Heute Sonntag den 31. Juli: Klimischk VtstW-VMrijit vott dem bekannten Linzer Volkssänger .1«» im Lastgartsn lur alten kiorqllvllo VoI'tgaff?. «so Anfang I. Vorstellung Vaö Uhr Nachmittag. „ II. „ um 8 Uhr Abends. Entr^e 10 tr. Bei ungünstiger Witterung im Salon. Kln Körer der techn. Kochschule wünscht für die Dl,uer der Ferien Real- oder Burgk,schüler zu unterrichten. (832 Adresse im Comptoir d. Bl. üzz Ii. ?.IIii»ii-l!eZiUck Iilrmlt kr^unckUellst «u la AlardarA «m 1881 NM S KlUr ^aekwtttajx »t»ttü»i!en«>en (814 Französischer Unterricht mit reiner Pariser Aussprache. Die sraiijösische Lehrerin, welche schon durch einige Jahre mit deftem Erfolge Unterricht in der sranzösischen Sprache hierorts ertheilt und im Srsttze »«r^iigiicher Lehrdefäliigungs-Ztiia-Nisse ans Paris nnd Wien ist, nimmt Schakrinnen für den ersten Unterricht sowohl, wie )»r höheren ^nsliildnng an. Genannte Lehrerin war in Paris durch intlirere Jahre als Erzirheri« (inMuti-lvs) niir in dm vornehmsten Areisrn ihäliN, und eignete sich daher nnr die iieste, richligftr ^us-sprache an, sowie die, durch die dortige Akademie »orgeschriebene Lehrmelhode, welche sich beide wesentlich nnterlcheiden von denen in Dkntschlani» gebräuchlichen. Das Bestreben der Lehrerin geht besonders »och dahin, dir so hliufig «nrichlige Aussprache drr neu eintre-trnden Schiilerinnen zu verbessern und diese griindlich in den Eeist der sranzöjis^chen Sprache ri«)iisiihre«. „Anch mährend der Ferienzeit Iiiinne» Schnle» innen in den sranzösischen Cnr» eintreten." Hanptplah Nr. 20 im 1. Stock. (S2l kostauration „lum rotiion Igvl". Heute Sonntag den 31. Juli 1881 findet auf mchrseittgen Wunsch ein dtS Filhkrlthrrrs .U. CViuuIet« statt. — Anfang 8 Uhr. (826 Da ich eine Mthrwöchentliche Ferienreise nach Kürntcn, Tirol und Salzburg antrete, sistire ich den Unterricht und werde denfrlbcn bei meiner Rlickkehr wieder fortsetzen. Achtungsvoll i. Omulsti, gttherlehrer. owpsiölilti 809) kelll livns Wohnungen! große und kleine, gafsen- und hosseitige, auch müblirt, billig -- gleich oder mit 1. Auavst Mühlgasse Nr. 7. Für Nr«st- ««d Lungenkranke! Lvkinsvkvrxs I^rüutsr -/lllop von ^095 ^ Aranz Wltyekm, Apothrker io Atiiiikirchril (A.-Vr.). ^ ^ Seit 2!; Jahren gegen Erkrankung der Athinuiigsorgline, Kehlkopf- nnd Bronchialkatarrhe, Keuch« ^ husten, Heiserkeit, vielen anderen Halsleiden, Lungenleiden aller Art von der allergrößten Heilkraft und ^ ^ Wirksainkeit. ^ ^ Vorzüglich bemerkenSiverth ist dieser Saft als Präservativ bei FleVefn und rauher Mltterung. Zn Holge seines äußerst angenehmen Geschmackes ist er Kiuderu nlitzlich, ein Bedürfnip aber lungen-kranken Menschen ; Sangern und Rednern gegen umflorte Stimmen oder gar Heiserkeit ein nothwendiges Mittel. — Zahlreiche Zengnisse bestätigen obige Angabe. M In Flaschen zn fl. 1"^5 ö. W. — Zu beziehen ^ Marburg, AlotS Quandeft. ^ Cilli, Baumbach'sche ApothekeF. Rauscher — Yrohnleiten, B. Blumauer — Friesach, Ant. Aichinger, Ap. M — Feldbach, Jos. König, Ap. — Graz, Wend. Trnkoezi, Äp. — Kindberg, I. S. Karinüiü — Älugenfurt, Karl Clemeutschitsch — Knittelseld, Wilhelm Vischner — Krainburg, Karl Slavnik, Ap. — Laibach, P. Lasnik ^ — Mi,ran, Joh. Steyrer — Pettau, C. Girod, Ap. — RadkerSburg E.. E. Andrien, Ap. — Rudolftwerth. ^ D. Rizzoli, Ap. -- TarvtS, Eugen Eberlin, Ap. — WaraSdin, Dr. A. Halter, Ap. — Windischgraz, G. Kordik, Ap. ^ ^ Das P. T. Publikum wolle stets speciell Wilhel ln's Schneebergs Krüuter.'Allop ^ W verlangen, da dieser nur von mir echt erzeugt wird, und da die unter ver Bezeichnung^ M Julius Aittnec's Echneebergs Kräuter-AUop vorkommenden Fabrikate unwlirdige Nach-W l'ildungen sind, vor denen ich besonders warne. M Mit '/, Bogen Beilage. lverantlvortlche vtedattion, Druck und lverlag von Tduard Ianschiß tn M Beilagl! zu Nr. 91 der „Marburger Zeitung" (1831).' Sonntag und Montag in llsr Küt^'selisn kisrkalls: <öwße der 822 Zulii-Äaffcrii-Gcscllschist «lams» Vvisvkro und vka.rlos Ilol Süd'Afrlfa. West-Indien. Ansang 8 Uhr. Eintritt 20 kr. Kinder ^0 kr. Um recht zahlreichen Besuch bittet achtungsvoll Z. 6423. ^(199 Kundmachung. Vom Stadtrathe Marburg werden im Slnne des Gesetzes vom Jahre 1863. wornach sür das Halten der Hunde in Marburg eine jährliche Auflage von je 2 fl. ö. W. zu entrichten lst, die Bksißer vvn Hunden ausgesordert, den Bcstß dekselben vom I. blS 31. Juli 1881' bei der hiesigen Stadtkasje anzumelden und die Auslage per 2 fl. gegen lLmpfangnahme der Quittung und Marke um so gewisser zn lierichtigkn, als im widrigen Falle jeder Hund, lvelcher vom 1. August 1381 an nut einer sür das nächste, vom l. Juli 183l blö Ende Jnni 1882 laufende Steuerjahr giltigen Marke neuer Form nicht versehen ist, vom Abderkiir eingefaugeu und nach llmständen sogleich vertilgt werden wird. -— Für Hunde Fremder oder durchreifender Personen können Frenldenmarken bü der Stadtkasse behoben werden. Jede Umgehung der Steuerentrichtung, ins-besondere die Verheimlichung eineS steuerbaren Hundes, oder die Benützung einer salschen oder erloschenen Marke wird, austcr der zu entrichtenden JahreStaxe per 2 fl., mit dem doppelten Erläge dersUben per vier Gulden bestraft, wovon dem Anzeiger die Hälfte zufällt. Marbnrg am 22. Juni 1881. Der Bürgermeister: Dr. M. Reifer. ' >Iu!iu8 I^ölcldseker xei^'t an, da38 f»i' seine ^(lvsckatul»-Kanzlei von dem V. liriebuber'tjelien Hau»« in da» llaug (leg Herrn l)f. Letimiilsrer ^r. !4 in der IvgvMoff8tfa880 — ebener v^rds — vormals k. l(. Ivlvgrafönamt — verlsßt babe. ^8l7 Die ZklvckSrlttA« V0N !>>^