Lmbllcher Zeitung. Nr. 38«. Pränumeiatlonlprei«: Im üomptolr ganzj. st. n, halbj. sl. 5.50. ffül die ^„ftelluiia w« Hau« haau,j.fi.,5>, Halb1.fi. 7.5». Donnerstna, 3. December Inlertlon«ssebllhr bis 10 Zeilel,: Im»! 60 ll., «m.80lr., 3»i. i fi.; lonst pl.^eile lm. 0 lr.,üli,.ßlr., 3m. l«lr. u.s. w. Iliscrtioxi'stcmpll jcdcem. NO l». I8«7. Amtlicher Theil. ,„ ^c. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-Mhslcr Entschließung vom 27. November d. I. den pl'"M Oberlandesgcrichtsrath Dr. Gnido Schindler z»»l Priisre dcs Krcisgcrichtcs in Ehrndim'nllcrgnädigst ^' ernennen gcrnht. '-««'-— .......^...... ,, ,,,_...,.__......___„," Nichtalntlicher Theil. Laibach. 4. December. Eine Stimm aus Moskau. . , Dic „Wiener Abcndposl" schreibt: Die „Moskaw. ^>cduinosti" schildern i" dem Artikel, den wir nach. 'Mud bringn, die Mißhaudluugcn, dcncu die Moskauer ^lger in Oesterreich ausgesetzt wurden, in so grellen ^rbcn, daß wir es nns nicht versagen können, den ^tilcl unverkürzt zu bringen, damit uuserc Leser selbst ''") überzcngen können, welches Eolorit die russischen pl'blicistischm Künstler ihren Bildern geben. Wenn 'Hon die nach Moölan waudcrudcn Süd - Slaven so MMarc beiden erdulden müssen, so mußten ja die Herren Pnlacty und Nirgcr, welche doch die Hanfttrollc 'u der Sache spielten nnd deren ii» Mosfan gehaltene '"cdcn selbst ihren Eonationalen etwas zn derb crschicuc» '^Uc„, wenigstens gcvierthcill oder gerädert worden sein, !!"d dennoch erfreuen sie sich bisher der unbeschränktesten 'ucihcit nnd ihrer geraden Glieder. Wir lassen nun ^>l Artikel folgen: Welche Folgen die Slavenfahrt für die Zukunft M'cil wird, wissen wir nicht, aber wir scheu, welche ""lgcn sie schon iu der Gegenwart Hai. Die Drohungen, ">>t welchen die deutschen, magyarischen nnd polnischen ""M'iialc unsere Gaste begleiteten, sind kein lrcrcr Schall Abliebe». Nach der Heimkehr ist ihre Vage eine äußerst klnglichc geworden. Wir alle wissen, daß der Vcsnch U'cdcr einen revolutionären, noch überhaupt cincu politi' ^)en Zweck hatte; nichtsdestoweniger war die Wirkung, lvcnn "nicht für alle Thcilnchmcr, so doch sür ciuc Ntehr» ^hl eine derartige, als handelte cö sich um ein Staats' Abrechen. Daß die slavische Idee lein bloßes Gespenst ^, beweisen znr Genüge die Verfolgungen, welchen die ^hcilnehmcr an einer der nllcrunschuldigstcn Manifest«->uiicn für dicsc Idee nunmehr ausgesetzt sind. Einige M'cn ihv Brot verloren, gegen andere lam die rohcstc ^brückung in Anwcndnng, wie gegen den Geistlichen "lMilo, der jetzt im lkcrkcr sitzt. ., Subotic wurde seines Amtes verlustig nnd auch ^ Ausübung der Advocatnr wurde ihn, untersagt. Alles ^ nian ihm genommen, mir wegen seiner Wanderung '"lh Nußlaud. Jeder Versuch, für ihu eiuc Snbscrip' '"' zu cröffncn, wurde vereitelt, so daß er sich jetzt M alle Mittel zur Erhaltung seiner Familie befindet. ^, Wohl haben wir es verstanden, Gastmähler zu ^"stallen uud Toaste auf die slavische Verbrüderung z " ^luhcil auszubringen. Sollen wir nun diejenigen <>', ^' Noth verlassen, die durch unsere treuherzigen '^Mnmgcn ums Brot gekommen sind? .. War der unseren slavischen Gästen bereitete Em. s!""N lein bloßer Zeitvertreib, sondern hatte die Sache ^euo einen Sinn," so dürfen wir jetzt an unsere Stani- "genossen in Oesterreich nicht vergessen! lj "lle uns von dort znkommcndcn Nachrichten beslä» b3i"( ^ dieses Reich sich in einer noch größeren Krisis , "'del als die Türkei. Insbesondere ist die Vage der Muschel, Slaven eine mißliche. Dieselben Croatcn, iln? "" Jahre 1^« Oesterreich gerettet, sind jetzt Ve> V '^"' Preisgegeben. Die ganze Intelligenz dieses lich ^""ncs ^steht 'fast nnr ans Beamten nnd Gcist-iicl."' "'^ "" "Vivat" genügt, nm ihnen das Brot zn H, ?"' ^cn gali zischen Russen ergeht es nicht besser, das s?' '^»anntcn Eislcithanieu arbeitet man daran, ^ I"''^ Elenicut vcrschwilldcn zn machen, ^as ll,l> .' Habsburger, nnninehr jedes ^lützpunttcs bc^ d»m'^"^ danach, gerade jenes Element ansznrottcn, tiz„^^s allein es sich noch eine Znkunft hätte schaffen ll»^ ^^' '""«en ganz absehen von Stainmcssympathicn sichts 7. slavischen Idee uud fragcu uur, ob wir ange-Unvc'^^'7 chnotifchcn Gährnug, über der dcr Gc'st dcs ^"scl, . "^ U"d der Vernichtung schwebt, ganz rnh'gc "M„ '"' bleiben können? Sollen wir dem Theil-^hno«, "''^ Unterstützung versagen, was sich ans d!c,cm "^ "cht emporwindm wilt und Irbenss^'g ',l' Sollen wir bei nnscrer dnrch die Geschichte vorgczeich. nctcn orientalischen Politik denjenigen Stämmen, wclchen jetzt in Oesterreich mehr Gefahr droht als in der Türkei, unsere Sympathien vorenthalten? Alle diese Stämme setzen ihre ganze Hoffnung ans die Sympathie Rußlauds; werden wir ihre Hoffnungen läufchcn? Von einer diplomatischen Einmischung kann nicht die Rede scin; so etwas miif; sich nur Rußlaud bczüg» lich seiucr cigcueu Unterthanen gefallen lasfcn. Es handelt fich aber anch in Äctrcsf der österreichischen Slaven nnr darnm, daß wir ihnen die so effcctvoll mit Worten bczcngtc Theilnahme ein wenig durch die That bckuuden. Alle Politik bei Seite, hindert uus durchaus nichts, diesen Völkern materielle und moralische Nntcrslütznng zn gewähren. Sollte es sich, zeigen, daß all' dic lärmenden Demonstrationen für die slavischen Brüder schou am nächsten Tage vergessen waren, so wäre es tausendmal besser, wir hätten gcm; geschwiegen, besser für die „Brüder" und besser für uns selbst. Es gibt keine ärgere Feind» schaft, als wenn Frcnndc Feinde geworden! Die Blicke der österreichischen Slaven sind jetzt auf Rußlaud gerichtet; fic glauben ein Recht auf unseren Beistand zn haben. Mit nnsercn Slavcnfcsten haben wir Pflichten übernommen, die wir nnn erfüllen müssen, sonst ist cS um all' uuscrcn Ercdit geschehen. Ucbrigcns bedarf es zur Aufrechthaltung desselben nicht viel nnd doch könnte es namentlich unter den jetzigen Umständen sehr nützlich sein. Geben heißt hier so viel als empfangen nnd jede rnssischc ssopcke wäre dermal ein sehr gut an< gelegtes Eapital. 20. SilMg dcs Hklrcnhllustii vom 2. December. (Schluß.) Auf der Tagesordnung steht die dritte Ve. snug der Sta a t sg rn n dgesctzc über die Ausübung der ReaierungS« imd Vollzugsgcwalt, über die Eiusctzuug eines Reichsgerichtes, über dic richterliche Gewalt, über die allgemeinen Rcchlc der Staat^binlier nnd des Eutwnrfes des Gesetzes, wodurch das Grundgesetz über die Rcichsvcrtrctnng vom ^i». Februar 1"'!! abgcäudcrt wird. Sämmtliche Gesetze werden in dritter Lesung zum Beschluß erhoben. (Gcgcu das Gesetz betreffend die allgemeine» Rechte der Staatsbürger slimuicu sämmtliche geistliche Mitglic< der des Hanfes sowie Fürst Iablonowsti; gegen das Gesetz bcttcffeud die Acuderuug dcS Fcbruar.Patcntcs stimmt Fürstbischof Gasscr von Brixcn.) Weiterer Gegenstand der Tagesordnung ist der Eom> missionsbcricht über das D elcg at i on sgesctz. Berichterstatter Professor Mit los ich verliest den Bericht. Wir entnehmen demselben folgende Stelle: ?ic Ccmüiiissim! ha! sich dri t^r Äcralhüiis, trö uovln'nri^ den Grstt^»!wüvfci< !ci»cn Aiilirndück v^rhchli, wiü writ dis,?!,, c'ldiiiiiiqcii d<'^sl'Il'c!> sowohl hiüsicküich di>r bridi'ü N,isl'öll!lü^!i N>'l!,ci»jc»,n',i Aii^l^silhcilr", ci!^l n»ch hiüsichliich dcr ^chlind. iiüil-, drrsl'll'ru hmlrr dr>» ^uviickdlcil'Ni, wa« sik' di^ fn'ihcilllchr Eiilnnckl»!!^ mid dic Mc>chlss!l>n'sich« N'üüschrnt'wlNh rrscheinl. W^iu sie dcssll>»!Mnchü'l vo»' dlcsi's liohc Hanö'iüil t>c>!i Anlvasse llilt, da^scll'c >vollc dkscm hochwichliszri,, riiieii urül'!, Äl'schiiill i» dcr Entnuck!»»^ des Gchinnüil'Ntsllaiidsi« iuniigiivi' nüdrn Gi'sltzc sciii!,' ^»stiünmn,!, „ichl M'rslissm, s^, wiid sil> da;>> l'l'slimm« dinch dir dli»^»^ N^hn'fiidic,»!! drr sscstftrttuiili d^c, slaat^rchlüch!'» ^^hällü'isft« lxid.'r N^ch.»hr,ll> ,n riiiaxdrr so wie om-ch dic Urdri^üsiung, dnß im'rr dlll odwall.-iidlii verhüll-iiiss^ü cim> drr Eiiihcil^l'ö Rrichc« ^>»!>>!^rn' Pncinbaning mchl ^i ttrrichsii ist. . . «> Die Eommission stellt demnach den Antrag: das hohe .Naus wolle dem vorliegenden Gesetz-cntwnrfc in dcr vom Hanse der Abgeordneten angenommenen Fassung seine Zustimmung ertheilen. Die Generaldebatte ist eröffnet. Präsident theilt mit, daß sur dieselbe Graf Wickcuburg uud Ritter v. Schmerling sich znm Worte haben eintragen lassen. Graf Wickcnbnrg: Die Phrase: „Alles schon dagewesen" ist sehr oft vernommen worden. Anf das vorliegende Dclegationsgcsctz finde sie aber leine Anwen« dung. Eine solche Institution zur Regelung dcr gemeinsamen Angelegenheiten ist dem parlamentarischen ^cbcn bisher fremd geblieben: Erfahrnngcn haben wir nicht darüber, und es ist sehr 5" besorgen, daß dcr vorge. fchlagenc Modus auf große Hindernisse stoßen wird. Indeß ist ein Vcrsnch unvermeidbar. Wir stehen vor Thatsachen, dic »ich! mehr ungeschehen gemacht werden föniien, vor Zugeständnisse,!, die i» der feierlichsten Weise ertheilt worden sind, vor dem einmüthigen Willen einer stolzen Nation, die unter dem Schatten einer hundertjährigen Constitution großgezogen wordeu ist, an der sie mit z/cib uud Seele hängt. Es mag allerdings tief zi, beklagen sein, daß die Einheit Oesterreichs, das Ideal so Vieler, welche in derselben das Symbol des Ansehens nnd dcr Größe dcr Monarchie erblicken, einen, so nns' gesprochenen Dnalismns weichen muß. Allein nach den nngchcurcn Fehlern, die begangen wnrdcn, „ach dcn schwerwiegenden Ereignissen, die über die Monarchie hereingebrochen sind, ist es nicht mehr möglich, sich den Thatsachen entgegenzustellen. Ist dies nuu einmal klar, so gehe man auch schucll und mit Entschiedenheit vor! Ungewißheit bleibt immer eines dcr größten Uebel. Kennen wir nnscrc ^age, so werden wir uns in dieselbe schmiegen nnd es wird uns möglich werden, anch in un-scrcn engen Grenzen ein zufriedenstellendes Verfasslma.s< leben zu gründen nnd zn führen. Ich stimme der Commission unbedingt bei. Ritter v. Schmerling: Nachdem die Eommission einstimmig die Annahme des Gesetzentwurfes empfiehlt uud nachdem im Hause selbst kaum gegen das Gesetz ciuc Einwendung wird crhobcu werden, so ist wohl dcr Auuahmc desselben auch von Seite des hohen Hauses entgegenzusehen. Demnngcachtct scheint es mir sowohl dcr Wichtigkeit des Gegenstandes, als auch dcr Würde dcs Hauses wcgcn angemessen zn sein, übcr jene Äctrachtnngcn, welche sich die Eommissiou gegenwärtig hielt, cinigc Bcmerlungcn zn machen nnd jene Erwägungen dem Hanse vorznlegen, die mich und uirlc Mitglieder dcs hohen Hanfes bestimm« ten, dem Dclegationsprojcclc nicht cnlgcgcnzntretcn. Wir befinden uns vollendeten Thatsachen gegenüber, an deren Zustaudckommcu wir keinen Antheil haben nnd gegenüber denen wir schon in der Adresse aussprachen, daß wir dic Verantwortlichkeit für sie ablehnen müssen. Thatfache ist die Wiederherstellung dcr ungarischen Verfassung, Thatsache dic Eonslituirnna ciucr ungarische,, Regierung, Thatsache dcr Act dcr >lrö,ui:ig nnd insbc. sondere ist cs Thatsache, daß das vom imaarischcn ^and-tagc votirtc DelcaatioliSaesctz von Sr. Majestät bereits dic Sanction crhaltcn hat. Wer nur einigermaßen mit den Zuständen cincr gcrcgrlten Regierung nnd einer Parlamentarischen Vertretung vertraut ist, laun sich nicht dcr Bcsorgniß verschließen, daß die Organisation der Vertretung, die nnnmchr in Oesterreich platzgrcifcn wird, cinc scbr 'com. plicirte ist. Es wcrdcn cin Rcichs- und zwei ^andesminifterien bestehen, cs wird nicht weniger als sechs parlamcnla« rischc Vcrtrctungslörpcr gcbcu uud außerdem sind noch gewissc Gegenstände drn Deputationen zugewiesen so daß eigentlich acht Vrrtretnngskörpcr bestehen werden '>ft es schou schwierig, ein Gesetz aus verfafsnngsiliäßigem^Weac zn Stande zn bringen, wo nnr zwei Häuser bestehen fo wird bei diesem Organismus die Zustnndcbrmmma eines verfassungsmäßigen Gesetzes küusüg noch schwieri gcr sein. Daß dahcr cincm jeden, den, es ehrlich um da« Wohl des Vaterlandes zn thun ist, etwas bange um die zukünftige Administration nnd ^cgislntion Oesterreich« werden mnß, unterliegt keinem Zweifel. Dcmungcachtet haben ich'nnd meine politischen Frcnndc vcrmcint, über diese Bedenken uns Hinwegen und ocm Delegationsprojcctc nicht entgegentreten zn jollcu Dcnn wir erkennen in demselben znr ^cil „o6> das cmzige Band, das dic Väudcr diesseits nnd jenseits dcr ^cttha znsammcnhält. und wir würden nm keinen Preis die Verantwortlichkeit übernehmen wollen dak auch noch dieser dünne Faden der Zusammenachöriakci, abgeschnitten würde. " Wir bcsindcn mis bei nuscrcm heutigen Votum in ciner Zwangslage, nud wenn wir dcm Dcleaalionevrn jcctc nnscr ZnstlU'mnug ertheilen, so ist r^ in dcr ,^ ich glaube, nicht ganz ungrrechlfertiqlei! Hoffu»,i/ ^ c ans demselben allmälig sich ein M'wcs Wert^ wcrdc, daß cs als nothwendig wird crkamtt ^ '. ' zum Bestände Ocstcrreichs cinc einl) ?ck ^ '"/ ^^ nöthig ist, nnd daß am Ende alle ssr. ^ ^'3an,sat>on stämmc Ocstcrrcichs im eigenen I ^'nd Volks- gemeinsamen innigen Bunde di? ^ ^ ^ "' ^' """" (Bravo, Bravo!) """be reichen werden. Sc. Exc. Ncichskcnnler M) -v. Ben st: Im ^am „,'s . ^"!""N s''l,lc ich mich tM" D»u sii ^/'""'lc des l) Hauses deren ...srich-w'<^,' ^,s-l '^'^ ""d Wcisr an^üspn-chl» . i» welche, dc.selbe e.ncn Gegenstand bchmidr,. hat, m,» dem 1906 der Regierung sehr wohl bekannt ist, zu welchen Bedenken er Anlaß gebcu kann, nnd welche Schwierigkeiten dcrsclbc im Gefolge habcu mag. Die Ncgiernng darf sich wohl anch dcr Hossnnng hingeben, daß das h. Hans die Anschauung des Ausschusses theilen nnd nicht hindernd entgegentreten werde. Auf die Ausführuugcn dcö letzten geehrten Redners glanbc ich nicht eingehen zu sollen, nachdem ich bei verschiedenen Gelegenheiten sowohl an anderer Stelle, als auch hier mich über den Ursprung der gegenwärtigen Sachlage ausgelassen habe, wobei ich nachgewiesen zu haben hoffe, daß diejenigen Thatsachen, auf die so oft hingewiesen wird, nicht willkürlich von der gegenwärtigen Regierung geschaffen wnrden, sondern cine fast uuaus-vlciulichc Folge einer allmäligcn Entwicklung der Dinge waren. Kann die Regierung für diese die Verautwor« tung nicht übernehmen, so übernimmt sie dagegen voll« ständig die Verautwortuug für die gegenwärtige Vorlage uud alles, was damit zusammcuhäugt. Auch sie theilt vollständig die Ueberzeugung, daß mit dcr Zeit sich etwas gutes daraus entwickeln kann und entwickeln wird, uud gewiß ist das um so eher zu erwarten, wenn an das neue Werk, so schwierig uud bedenklich es scheinen mag, mit frohem Muthe und nicht mit dcr Vesorguiß des Tchci< tcrus gegangen wird. (Gravo! Bravo!) Berichterstatter Profcfsor Miklosich verzichtet auf das Wort. Es wird zur Sftecialdebattc geschritten nud wcrdcn hicbci Titel und Eingang des Gesetzes so wie tz 1 ohne Debatte anacnommcn. Zn tz 2, welcher von denjenigen Angelegenheiten handelt, die uicht zur gemein» sameu Verwaltung gehören, jedoch nach gleichen, von Zeit zu Zeit zu vereinbarenden Grundsätzen behandelt werden sollen, ergreift Freiherr u. WüllerStorf das Wort. Redner hält diesen Paragraph für überflüssig, da es nach seiner Ansicht nicht eines vorhergehenden Beschlusses bedürfe, daß in Zukuuft die beiderseitigen Vertretungen nnd Regierungen über gewisse Gegenstände sich vereinbaren können. Sollte jedoch die Aufnahme dieses Paragraphcö sür nothwendig erachtet werden, so möge mau denselben etwas erweitern. So sei das Post« und Telegraphen» lvcscn hier nicht genannt, es seien ferner die Angelegenheiten dcr Schifffahrt hier nicht envähnt, ebenso sei das Maß» und Gcwichtswescn oauz Übergängen, obgleich das» selbe gewiß von höchster Wichtigkeit für die ganze Monarchie sei uud nach gemeinsamen Grundsätzen vereinbart werden sollte. Ein Gleiches beziehe sich auf das Pri-vilegicuwcscn und eine Erweiterung des Paragraphes sei daher nach dcr Richtung crwüuscht. daß derselbe folgendermaßen zu lauten habe: „Alle Angelegenheiten, die sich ans das materielle Wohl der beiderseitigen Bevölkerungen bczichcu uud durch eine erzielte Einigung beider Vcrtretüugstörpcr größere Vortheile für die Monarchie versprechen, sollen im Wege freier Vereinigung geordnet nnd für eine bestimmte Zeit« Periode nach gemeinsamen Grnudsätzcn behandelt werden. Hichcr gehören insbesondere: 1. Die commereicllcn und Schiffahrtsangelcgenhei» ten, speciell die Zollgesetzgebung; 2. die Gesetzgebung über die mit dcr industriellen Prodnction in engerer Verbindung stthcndcu indirccten Abgaben; :',. die Fcslstcllnng des Müuzwcscus, des GcldfußcS uud des Maß« und des Gcwichtswcsens; 4. Vcrfüguugcu bezüglich jener Eisenbahnlinien, welche das Interesse beider Rcichöhälfleu berühren; 5>. die Aufstellung von Grundsätzen, nach welchen das Post- nud Telegraphen« so wie das allgemeine Vcr-lehrsw'sr» überhaupt im Interesse des gemeinsamen Wohles behandelt werden sollen; »l. die Feststellung dcö WchrsystemS." Redlur stellt weiter das Ersuchen, für den Fall der Unterstützung seines Antrages dcusclbcu dcr Commission zur Berathung uud Berichterstattung zuzuweisen. (Wird zahlreich unterstützt.) Freiherr v. ^ichtenfcls: Die Aufnahme dcr Gegenstände, über welche ein Ucbcrcinkommen mit Un< gärn getroffen werden soll, halte ich deshalb für zweckmäßig, weil in den späteren Paragraphen, namentlich im tz 3<"), die Form bestimmt wird, iu welcher über diese Gegenstände die Verhandlung gepflogen werden soll. Es ist also dadurch dcu Zwcifclu vorgebeugt, die über diesen Paragraph entstehen tonnten. Deshalb glaube ich, man solle dcu Paragraph in der uorlicgcnden ssassnng beibehalten. Mit dcr Ansicht deS Vorredners, daß es nicht allein wüuscheuswcrth sei, über diese Gegenstände cin Uebcreinkommcu mit Ungarn zn treffen, souocru daß cs noch viele audcrc solche geben dürfte, biu ich vollkom-men einverstanden, allein ich möchte sie nicht hichcr ein-beziehen. Es sind dies die Gegenstände, rücksichtlich deren sich Ungarn iu den, 12. Gesetzarlikel vom Jahre 1807 schon bereit erklärt hat, ein Ucbcrcinkommcn mit Oesterreich zu trcsfen. Für diese muß also zunächst gesorgt werden und rücksichtlich dieser wiro die Vorbereitung sogleich zn treffen scin. Wenn die übrigcu vom Vorredner angeführten Gegenstände hier nicht ausdrücklich bezeichnet werden, so ist ja damit noch uicht gesagt, daß rück-sichtlich derselben kein Ucberemkmumcn getroffen werden soll. Das wird dann geschehen können, wie mit jedem anderen Staate, wcun etwas vorfällt, wonach die Ein. leitung ciuer Verhandlung zweckmüßig erscheint. Im gegenwärtigen Augenblicke aber ist dazu lein Anlaß geboten. Berichterstatter Professor Miklosich: Das Ab-geordnctenhans ist bei Aufnahme des § 2 vün dem Wnnschc ausgegangen, jenen Gegenständen, welche dcr Art. 12 des ungarischen Gesetzes enthält, auch hier Anf-nahme zu verschaffen. Ich halte dies für sehr zweckmäßig; denn wenn § 2 fehlen würde, müßte in Ungarn die Ueberzeugung cnt' stehen, daß die Vcrtrctnug der westlichen Hälfte uicht geneigt ist, ans einc gemeinsame Behandlung dieser Gegenstände einzugehen. Das hohe Haus sollte deshalb dieser Bestimmung seiue Zustimmung nicht versagen, für die Zukunft wird ja nichts präjudicirt, da die ungarische Rcichsvcrtretuug wiederholt erklärt hat, daß sie mit dcr westlichen Rcichshälfte in Hiutuuft verkehren werde wie ein freier Stnat mit dem anderen. Die Annahlm einer über den Rahmen dcr getroffenen Vcrciubaruttg hinauSgchcudcn Aenderung, wie die vorliegende, wäre ein großer Uebclstand, da neue Vcrhaudluna.cn mit Ungarn eingeleitet werden müßten. Ich empfehle daher § 2 des Eommisfionsantragcs zur Annahme. Sc. Excellenz Reichskanzler, Ministerpräsident Frh. v. Beust: DaS Ministerium seinerseits kauu sich uur vollstäudig dem auschließeu, was von Sr. Excellenz dem Frciherrn v. ^ichtcnfcls und dem Herrn Berichterstatter gesagt worden ist. Namentlich möchte ich dcr einen sehr durchschlageuden Äcmcrkuug des Herrn Berichterstatters noch hinzufügen, daß, wenn nach der gegenwärtige», Fassung des tz 2 von ungarischer Seite um so mehr Geneigtheit vorauszusetzen ist, für die darin aufgezählten Gegenstände eine übcreiustimmcudc Bchandluug überall zuzugestehen, diese Geneigtheit eher beschräult uud ab< uchmcn würde, wenn die Zahl dieser Gegenstände iu dcr von dem geehrten Herrn Antragsteller gcwüuschtcu Weise vermehrt würde. Zu seiner Beruhigung aber, nachdem die Regierung sehr wohl die Beweggründe zu würdigen weiß, die ihn bestimmt haben, den Autrag zu stellen, erlaube ich mir noch auf das dem hohen Rcichsrathc, insbesondere dem Abgcordnctenhausc vorliegende Zoll- uud Handclsbüud-niß hinzuweisen, iu welchem er großeutheils ciue Berücksichtigung dcr von ihm geltend gemachten Momcute erkeuncu wird. In jedem Falle wird diese Vorlage noch Gelegenheit geben, darüber beruhigende Aufklärungen zu er-thcilcu. Freiherr v. W ül ler s t or f: Nach dcu erhaltcucu Austläruugcn und iusbcsoudcre mit Rücksicht auf das-jcuige, was vou Seite des Herrn Reichskanzlers iu Bezug auf das Zollbünduiß gesagt wurde, ziehe ich mciucu Antrag zurück. Bei dcr Abstimmung werdcu tz 2 so wic dic folgenden tztz :i bis 27, letztere ohue Debatte, nach dem Eommissiousautragc angenommen. Beim § 28 beantragt Freiherr u. ^ichtcnfcls im Hiublick auf dcu heute bei § 21 dcS Staatsgruud-gesctzcs betreffend die Rclchsvcrtrctnng gefaßten Beschluß, das Alinea 3 dieses Paragraphs folgendermaßen zu for-mulireu: „Die Delegation hat das Recht, an das gc-fammtc Ministerium oder au ein einzelnes Mitglied desfelbcu Fragen zn richten, von demselben Antwort uud Aufkläruug zu verlangen, ferner die Eommifsioucu zu entsenden, welchen vou Seite dcr Ministeriell die erforderliche Information zu geben ist." (Dcr Antrag wird unterstützt.) Berichterstatter Dr. von Mitlosich schließt sich dcr beantragten Modification an, worauf H 28 mit dem Amcndemcnt des Frciherru von Lichtenscls angenommen wird. Die tz§ 29 bis 37 werden nach dem Commissions» autrage ohue Debatte angenommen uud hierauf sofort über Autrag des Berichterstatters daS Gesetz in dritter Lcs u ug zum Beschluß erhoben. Es wird sodann dic Wahl einer Commission vou !> Mitgliedern über dic vom Abgcorouctenhausc bcschlosseucu Vchcnsgcsctzc vorgcuommcu. Abgegeben werden 72 Stimmzettel, gewählt erscheinen : Baron Krauß (71). Graf Attems (70), Graf Kucf-stem (70), Barou Vichtenfcls (70), Baron Doblhoff (09), Graf Wickenbnrg (09), Graf Gleispach (08), Graf Faltcnhayn (07), Graf Fünflirchcu (01). Die Tagesordnung ist erschöpft. Präsident schließt die Sitzung um !i Uhr. Nächste Sitzung unbestimmt. Uusland. Berlin, 2. December. (Ab gco rductcuhau S.) Der Präsident theilt mit, daß die beiden nordschleswig-schen Abgeordneten dänischer Nationalität den Verfas-sungscid wcgcu möglicher Abtretung Nordschleswigs nur mit Vorbehalt leisten wollen. Dcr Präsident erklärt dies unstatthaft uud verweist diese Angelegenheit zur schleunigen Erledigung an dic Eommissiou für die Geschäftsordnung. Darauf wurde der Anuag Laslcr's, betreffend die Sichcrstelluug der parlameutarifchen Redefreiheit, mit 188 gegen 174 Stimmen iu zweiter Abstimmung angenommen. Der Präsident theilt mit, daß nach 21 Tagen eine nochmalige Berathung erfolgen werde, da hierin eine Aen- derung der Verfassung vorliege. LaSkcr hat seinen Antrag, betreffend dic Niederschlagung der Untersuchung gcgcn die angeklagten Abgeordneten, zurückgezogen, du die Vcrurtheilung des Abgeordneten Frcnzl bereits rechtskräftig geworden ist. Zwischen dcr BndgctScommission des Abgeordnetenhauses nnd dem Grafen Bismarck war ein Conflict entstanden, weil Twcstcn dcn Ministers sidcntcn wegen der Entnahme dcr hannover'schen Al'fin-dungösummc aus der Anleihe von 00 Millions des Vcrtraueusbrnchcs beschnldigt hatte. Nachdem die Aud-getcommission mit großer Majorität dcu Ausdruck Twe-stcns gemißbilligt hatte, theilten dic Präsidenten Forke»' beck und Bcuniugscn dem Miuistcrfträsidcutcu dicsc» Beschluß persönlich mit. Graf Bismarck erklärte sich befriedigt, dcr Conflict ist sonnt beseitigt. Darmstadt, 2. Dec. (Coufcreuz.) Dic „Darinst. Ztg." erklärt iu officicllcr Weise: Auf die müudlichc Einladung zur Confcrcnz ist die mündliche Zusage zur Betheiligung an derselben unter der Voraussetzung erfolgt, daß die Großmächte, also auch Prcußeu, dieselben anneh' men werden. Die ^age Sachsens ist eine andere als die Hessens, von'welchem zwei Drittel nicht dem Nordlmndc augehöreu. Niemaud hat ciu Rccht, Hessens Bundes lrcuc udcr dic Bcobachtuug dcr abgcschlosscucu VcrtM zu bczwcifclu. Hcsseu hat die Gunst des Auslaudcs odtt eiuc Alliauz mit dem Auslande niemals angestrebt. Nom, 1. December. (D cr Gcs u u dh ci tsz»' stand des Papstes) ist fortdauernd ciu guter. Del Papst cmpfiug heute mehrere Diplomaten. Vern, 2. Dec. (Der Bundes rath) nahm die Einladung zur Eoufereu; uutcr gewissen Bedingungei! an, deren eine iu erster Stelle dic Äcrücksichtiguliss dcl Wünsche Italiens fordert. — Die BundcöucrsammlllNÜ wurde eröffuet. Im Nationalrathc wurde kciuc Ansprache gehallen. Im Stüudcrathc überblickt dcr Präsident Olu-mcr dic auswärtige Politik. Er wünscht, daß die <5oü' fcrcuz die römische Frngc dem Wnnschc deS italienische Volkes entsprechend löse, zugleich aber auch die Ui'^' häugigkcit des Oberhauptes der Kirche sichere. Er hofft günstige Wirkuugcu vou deu fricdlichcu Aeußerungen del Souucraine für dcu Haudcl uud die Gewerbe und verweist auf die veränderte Stellung dcr Schweiz nach außc"' Die Schweiz habe durch die Ereignisse des lctztcu Iahl' zeheutcs statt tleiucu Staaten ein ccutralistischcs Deutsch' laud uud eiu einheitliches Italien zu Nachbaru. ^ Schweiz suche mit allcu Nachbarn Frcnndschaft, unM'' lasse aber auch uicht Rüsluugcu für Tage der Gefahr Paris, 2. Dccbr. (M il i tärgc sctzcu twurf> - Die Coufcrcnz uud England. — Gcset)' gebender Körper.) Mau versichert, dcr Staats' rath habe sich heute mit dem von dcr Eommission dco gesetzgebende» Körpers amcudirlcu Milila'r-Gcsctzcutw'Nic befaßt. Man glaubt, die Bcrichlcrstatluug hierüber wc^e Samstag erfolgen.-Dic „Patrie" schreibt: Privaldcvcschc" aus ^ouoou dcnicutircu, daß dic englische Rcgicruug alS Ä^ diuguug der Eoufcrcuz-Anuahmc die uuvcrwcilte Zun'"' zichnng dcr französis6)cn Truppen ans Rom gestellt ha^> -^ - Iu dcr heutige» Sitzuug des gesetzgebenden 5iörpcl entwickelte IulcS Favrc dic Interpellation bezüglich No>^' Er hofft, dcr gesetzgebende Körftcr werde die Erpcditio'' aus vier Gründeu uicht billigen. Dic Erpcditiou laNs^ dcu Rcchtspriucipicu zuwider; sie gefährdet dic Iutcrcssc" Frankreichs uud ist überhaupt die Sache cwc traurig welcher die Regierung dienen wollte. Sie bringt Fra>"' reich in cine Reihe von Verwicklungen, ans wclch^ hcrauszukouimen uicht andcrs möglich ist, als durch cin^ Fcblcr uud iudem man gerechte Unzufriedenheit hcrv^ ruft. Favre wirft dcr Regierung vor, daß sic haiid^ ohne dcu gcsctzgcbcndcn Körper zn befragen. Es " Pflicht dcr Kammer, dcu Folgen vorzubeugen, welche l» vollendete» Thatsachen veranlasse» sönnen. Er gibt ^ lauge geschichtliche Uebersicht dcr Facten, welche dcr "^' pcdition vorausgegangen sind. Faurc gibt nicht zu, ^ die französische Regierung gezwnngcn sei, sich durch ^ Tcptcmbcr-Eouvcntiou gcb^udcu zn erachten, uacl) ,,^ so zahlreichen Verletzungen anderer Verträge, welche ol)> Protest hingcnommcu wurden. Faurc bedauert, daß v Regierung, welche iin Senate ihre Sympathien fi'n' , italienische Einheit erklärt hat, nicht nach einem giUll^ Einvernehmen mit Italien gestrebt habe. Favrc gla".,<' die Eoufcrcnz sei eine Chimäre; die Eoufcrcuz werde 1^. nothwendig vom Zcitgcistc lcilcu lassen liud daraus W^ einzig dic Erniedrigung des Papstthumes hervorgehe^ ^agesneuiglieiten. > — (Allerhöchste Spende».) Ce. Majcslüt °W Kaiser haben dcr Prehburger evangclischcn Gcmeixv^.W Anschaffung von Nüchcrn, Ällelthilnicr», Concliylien "a7 Minelalirn slir das dortige Lyceum 2000 fl. allcrg"^ anzuweisen geruht. — Se. k. l. Huhcit der dulchlau^,, Herr Umherzog Karl Ludwig haben der dmäl ^^ ^ ucrungliictll'il Gemeinde Lcndaro 100 fl. glspcndet., ^» — ((5il>e Prtilio»'.) „S.>. M^j^slät dcr 6"^'^ ,» am Montag eine, Deputation cmvsangcn, welche die ^« halte, die n,it 217,^35 Unterschriften vctschene ^' ,„» dcr katholischen Vevollelmia Mähicns 5r. Majesty ^,z> unlelbrcilen. Die PttüUeu tiilten dari» um Anfleä)tha ^s<> dcS Concorcates, um Schu^ del 5li>chetts,iUci i sic ^^'^F » tcn serner qsg,n die Trennung dcr Schule run del ^/» und »im Mahlung des satsamcxlalen Charakters del V 1907 --(Die Verli ner Stndcntcnad rc sse) an die Wiener Studenten wegen ihrer Haltung in der Concordats.- ^ stage war an den derzeitigen Rector der Wiener Univelsität, Dr. Hasner, zur gefälligen Ucbcrmilllung an die Wiener Studierenden übersendet worden. Ncrsclbc hat jedoch diese Adresse an das Eomit«) zurückgeschickt mit cin.m Veglcitscbrei- ^ ben, wori» er bedauert, diesem Wunsche nicht cnlsprcchen zu liwncn. Die Studierenden dcr Wiener Universität seien gesetzlich leine Corporation, es fehle daher an einem Organ, an das er die Adresse übergebe« liinne. — (Der Kellner Oxford), der vor »7 Jahren aus die Königin Victoria im St.»James-Park geschossen halte und seitdem in einem für Verbrecher bestimmten Irrenhause eingesperrt war, ist jetzt begnadigt und unter der Vedingung, England fiir immer zu verlassen, in Freiheit gesetzt worden. Er hat stets versichert, er habe dem Dränge, von sich reden zu machen, nicht widerstehen können und darum aus blind-a/ladenri Pistole ans dic siünigin gefeuert. Bekanntlich ist damals auch keine Kugel aufgefunden worden. Von Geistes« vMvnrung hat Oxford übrigens leine Spur gezeigt. — (Vom englischen Sport.) Marquis of Ha« lu'ngs, h^ ^ ^„ Rennwetten enorme Summen verloren ^t, hat dieser Tage den größten Theil scineS NennstallcH zum öffentlichen Verkauf gelangen lassen. Im Ganzen kommen 52 Lose, bestehend aus Jährlingen, zweijühngen und M Trainiren begriffenen Pferden unter dem Hammer. Von den Iähllingen erzielten zwei als höchste Preise 1000 und 1650 Guinccn. Zwei im Trainircn begriffene Pferde wur-^'N mit je 1000 und 2000, ein zweijähriger Fuchshcngst M'l 0100, eine zweijährige Fuchsstulc mit 6500 Guinccn (I Guinee etwas nicht mchr 10 fl.) bezahlt. — (Aus St. Thomas) wird mit gros,cr Bewun» dcrung uon dem Hcldenmnlhe eine« spanischen Schifsscapitäns stichlet, der beim Ausbruch des Orcans die Masten feines! Dampfers läppte, sodann im Hafen Herumsuhr, um den ""deren Schiffen Hilfe zu bringen. Schon hatte der Wackere K« Menschenleben gerettet, als eine WcUc lhn selber erfaßte >l"d die Tiefe ris,, — (Meteore.) Die Amerikaner haben in der Nacht "om I,"j. bis 14. November mehr Glück, al« die Europäer '»it der Beobachtung des Slernschnnppcnfalls gehabt. An t'nigcn Orlen der Vereinigten Staaten wurdeil je 1500 sol< lb^r'Mcteoie in der Stunde beobachtet. Mchrete deisrlden waren auheroldentlich schön und durch sasl anderthalb Minnen sichlbar. ___________ Locale s. Von cincm achtbaren MitbürM, dcv die Aliscndung drr dcfanntc» ^cvtvallc>,elidvcssc an den Ncichsrathabncord' nctcn Dr. Klml üdcrnoinincit, wird uns folgendes, ihm uom letzteren zugckoüüliclic, zur Veröffentlichung dc stimnttc« Schrcide», iidcrinittclt. Wir sind i!dcr,zcn^t, daß demselben nicht nnr in ^aibach uon dcn Ilnler^-ichncrn der Adresse, sondern nnch uo» dc» Gemäßigten im gcm» zen ^lindc dic verdiente Äcachtnüg zu Theil werden wird. Das Schreiben lautet: Es lann für cincn Voltsvrrlrctcr leine höhere Ancrlcunnng gebe», als die Znslimmnng der Mitbürger zn scincr Haltung in wichtiacn Fragen dc« staatlichen nnd bürgerlichen i'cbenö. Eine N^osic An;nhl hochachtbarer Bürger mcincr Valcrstadt hnl mir rme Adresse zngcschickl, in n'clchsr meinem Verhallen iin Reich?-lathe in der VerfassnngS- nnd in der Schnlsrage, sowie meinen öffentliche» Erklärungen über politische, religiöse nnd bürgerliche Freiheit die ungethcUtc Anerkennung dcr Vaibacher Vürgcrschaf! nn^czesprüchen nnrl>. Niese Zustimmung nnd Anerlcnnnng weis; ich im vollsten Mähe zu würdige!!. Sie ist mir rincrscit^ der schönste ^ohn für Mcinc liiöherige parlamentarische Thäiiglcit und andererseits dcr ltUftigsto Sporn, anch fernerhin die luahreu Iulercsscu des kan-^s Krai» mit Muth nnd An5dc>ucr ;u ucrtrcten, Juden, ich Sie, vtt'el)»',^ Hnr. ersuche, den Herren Unterzeichnern der Adresse weinen >värn,strn Dank für die mir erwiesene Anszeichnnng in weiittm Namen ausznsprechln. bitte ich mir zu gestalte», daß ich ^l1cm Tantc einige Belnerklingen beifüge. Unser große« Vaterland Oesterreich sieht an einem Wende-puulte. Mancherlei Ungliick^fälle, welche daö Reich in den lrhlen zwei Decennien szetroffen, nnd einige verunglückte Erprrilncnlc in ^^ inneren Organisation dciü Reiche« haben die Situation herbei-ll^Nnt, in welcher wir unö gcgenwältiss befinden, Wir stehen bieder vor einer Organisation. Allein während man in scüheren bahren in einer scharf centralisii'teu Militär- nnd Biircllnlrale»-^usehaft ocu zcilt für die hcterogencn Elemculc, an^ welchs» das ^"ch besteht, zu finden mciiile, niid'hicranf mit einem Schein-""s>i!ü!iunalitcrechlic,nn.i dcr verschiedenen Nationalüäteu, ^ Erweilernnss der Anlonomic der Bänder in legislativer nnd ^'"''ustraliver Beziehung sind cmc nothn'cndige Folge de^ amr-">'»ten FreiheilsprinciPei!. Um daö Vanner der Freiheit können '"b s°Nte,i sich dic Intelligenzen, wa« immer filr cincr Naliona-^ sie angehören, schaarcn ; denn nnr unter dilscm Banner schcmt '" ein Ansglcich dcr verschiedenen Intcrcsse» durchführbar. . , Diesr Grundsätze, waren seit jchcr mciu politische« Glaubcne-di?'"'l^ - sie sind ei, anch noch hcute. Äl stigen und matericllen Wohlstandes unseres Volkes." Dicsc m Program»! trat ich bei; im Sinne dieses Programms habc ich fltr dic reuidirte Verfassung, für dic Grundrechte der Staatsbürger, fiir die geistige Befreiung ocö Volles von rincni uubercchtigtcn Drucke ini ReiclMathc gestimmt und gesprochen, llnd jene Partei, welche obige Ornndsätzc nnegcjprucheu, saub c« silr augczcigt, mich zur Rechruschasl zu ziehen ! Ich habe geantwortet. Mciue Ansprache „Au meine Herren Wähler" (in dcr i,'(nbaÄ>cr Zeitung) hat ciuerseitö mrin correcleö Verhallen »nchgewieslu und nudererscits ist daraus unzweifelhaft zu entnehmen, daß >ch nicht gesonnen bin, den von jener Partei in der neuesten Zeit anfa/stell-ten und versochlencn Anschanuuugcn und Grundsätzen meine ZnstiiU' munss zn geben. E« ist also selbstverständlich, daß ich sei! d e in T a a. c, als das Organ jener Partei stch mit mir iu dircc-lcu Widerspruch setzte, iu i ch „ i ch l ni c h r alö Mitglied jener Partei bctrach < <>. Ob iu dem Heitpnutlc, in welchen, dic rcvidille Verfassung, dic Slaat«gruudn.ch'tze, daö Versassnu^gesetz u. s. w, in itrajt treteu, nuch in Krain an dir Begründn»«, cincr „Fortschril ts-Partei" aus Grnndlagc der srcihcitlichcn Verfassung geschritten werden sollte, in wclchc alle Frcnndc dc« Fortschrittes ohne Rücksicht auf Nutionaliln! rintrrtrn könnten, über-! lasse ich der Einsicht nnd der ^ocalscnntnis; meiner sreisiünicien ^cmosknle. Doch darf ich die Beiurrlung nicht unterdrüile», duß ich jederzeit ,md mit Veignüncn bereit bin, dcn Fre,!«^» jrri-hcillicheu Fortschritte? meine bescheidenen 5!räs!e zur Verfüa,n»n. ! zn stellen. Dcr laiiMhna.c Zwiespalt in unjcrer Heiluat wird nur danu aufhöre», ivenn dic Frmnde der Freiheit sich einigen in dem Grundsätze, daß »nr aui< polltischrr, l'üigellichcr und religiöser Freiheit dir .Wohlfahrt der Völker entsprießt, — daß jene Grundsätze, wclchc andere Bänder z>, segensreicher Entfaltunc, brachten, anch für Kiain heilbringend sein wrrdrn. Mögen alle iutclligculcn, frcihcit lic beude» Krain er sich ^i dem schönen Wcrkc der Versöhnung cinigcn. damit iu Eintracht nnd Friede nnscrc Heimat erstarlc und gcdcihc! Wollcu Sie, hochverehrter Herr, diesc meine. Anschauungcu zur Kenntniß jener Hcrrcu briugcn, welche mich mit ihrem Vcr-traucnövotum bechrt haben, uud dcnsellim meinen wärmsten Dank auösprccheu. Wien, i!0. November Ifttt?. Dr. Kln::, Rcichsralho.Ablieordneter. — (Daö Pcrnhail'sche Panorama vom G rohlahle» berg) wuidc uou rem Heirn Fürstbischöfe Dr. Widmer um 500 fl. angekauft. — (Der ärztliche Verein) hat iu der letzten Sitzung über Antrag Dr. Gauslcr's beschlossen, sein (Ehrenmitglied Hosrath Rolitansty aus Anlaß seiner aller« höchsten Aclusung ins Hetrenhauö zu beglückwünschen: er «st der erste Arzt, dem dicse hohe Ehre zu Theil wurde. Die bezügliche Ad,csse ist bercilS an ihn abgegangen. — Nächste Woche wird dcr ärztliche Verein wegen der Fin del» haus frage eine Sitzung l>i-!i<» (Abend, lied), Wolle von Piaprotnit, Mcinncrchor, componilt von I. Rihar: li. /l'l»l>8ocn>l (Die Vellassene), Teil von Pitöern Männerchor, componill von Dr. B. Ipavec: ^. I'l'o«n>!> (Aittl), Tcrt von Prcöern, für Bariton mit Pianodegititung, lomponirt von Slnvoljub Valenla: 4. Trio (0.mcll) für Violine, Violoncell und Piano von Beethoven: 5. l'opttinlk (Der Wanderer), Damen/ und Männcrchor, von Goltermann: 6. ,.^j <5<> l»v l)«Il,ll <^^, vlltisches Lied mit Pianobeglcilung, von Fr. Piv'oda-7. Hl s)v»8kl» (.I,, l>i>,»I<,. ,^lC!» das hi.stge Dom- und bischöfliche Archiv zu G^ole standen, bemerkt zum Jahre 1U14 Folgendes: l.,,!l«,, niii« »M5 I^l,l»'l!, bah des Nachts von BctNljungcn t. frische Lieder gesungen wülden, dak eine Äürg.lin Nanunö Nlising.r einem übcr die falschen Pioplxte» predigenbcu Kapuziner fluchend zugtruscn: ..Du lcugsl." Auch ist daselbst von emem lulhe. ramschen Erzieher Piltolser die Nebe, der sül dcn Katholi-cismus zu gewinnen wäre: ferner von einem Magier des Civilspilals, der cine Lulheranenn zur Frau besitzt und daher nicht wieder gcwahlt wcrbcn dürse, um ja nicht daz itchctlhum zu fördern. Im Jahre 1627 crschicn am 2lten 2ept.mber cin erneuelles Gcneralmandat dcl Kaisers Ferdinand wcgcn Ausrottung uno Abschaffung uutalholischer und sectischl'i Predicanlen i„ ,slrain. Ja noch im I^ie 1054 esfloh °,n ^0. IHnner .i» Etlah der inne.ösler^ichi. scheu Neglslun^iDmmiision il, Graz wrgen Aoscl)c,ffu»a d,r unlalholischen Kalender in ^raiu. Wenn demnach noch um d.e M.tle brs siebenzch.uen Jahrhunderts liotz der streng».. Überwachung der Bsobllcrnng durch die Issuilen protestantische Kalender nach Krain eingeschmuggelt wurden und be» dem Volte sehr brliebt zu s.in schi^en, so dürste auch d,t lu jenlm Berichte auKgrsprochrne Nabrsch.inlicdlelt des Zusammenhanges jei.es Glöckchens mit der protestantischen Bewegung, mag es mm in das Land lingeschmugg.lt oder hlcrotts unfertige! worden sein, mit den Anfordrsunaen welche o.e Logik an cine Hypolh.se stellt, vernnbar s.i» «„h auch den damaligen Z.ilvnhällniss.n nicht widc.sprechcr, Brlanntcrmabcn z.igt man in Milteldo.s (Gollschce) eine Glocke welche die Golschecr bci ihrer Einwaode.ung «us Deutschland mttglbracht wissen wollen. Der biblische Ur sprung dcr Glocklni»schlisl war von Niemandem in Abrede gestellt worden u»d rs sind nur die numismatische,, Äll>ae gelicsert wotden, daß jener Wahrspruch bci den prol.stami scheu Fürsten jener Epoche schon in Ueb.u.a war w noch heutzutage wie damals i» deu Prolestanti«^ n^ <> .iedern sich auewicht. Wohl aber ^rs!e'ÄVm Kr^ Ischwcr ft.n, zu bewl,„n, taß irgend cine iu je»er L°°ck gegossene katholische Glocke jenen insoesouder« be ^ stan.cn üblichen Wahrspruch trage. L« lourbe wei^s uch gar nicht gesagt, das Gleckchcn sei sür kirchliche ^wccke k, stimmt gewesen: es kann j, j,„,s laum ein p««r Ps.nd wagende Kunstpsodutt, das man unter dcn Nock verN ckpn lann, cine Bestimmung sür häusliche Zwecke, sür beb ut,. dcre Wirthschaften, um dem Gesinde zu bestimmten 3'. ze.lcn e,n Glockenzechen zu geben, gchabt haben. Sichel »st aber die Vermuthung tcine gezwungene, sondern eine nok-licgcnbe, daß zu einer Zcil, da die Landcstinder weaen ibr,! Glaubens des Landes uelwiesen wu,ben, da die vo Nefoimationelommission gegen Laibachcr Bürger bis lu ' Hohe von 4000 Dmalcn verhängten Gsldbuken .^""." vor dcm Nathbaule veranstalteten Aulodafi'K >>?/l ^ weise beibeigcschaflen ftrotestanlifchen Bücher n^, , , ""en. Erinnerung Aller waren, auch ein Glöckche« d N . ^^'" ihm b,n Veldacht eines Protestantisch^^ ^" ""^lisl konnte, in den Laibachfwß wandern in's,.p!i"" '"iieben ler versuchte Deutung dcs Glöckcken« . I «. " ^" ^''l'' des Stadlgesängnissez schwul uns ,.1 ^lnnensünderglocke es ist nicht anzunehmen, dak daz s.^^ zu sein, unb Jahre 1798 b düccc die gewüi'scdte Sammlung h.^lte zu Stande bringen tonnen. Sollten sich i»lcressa»le, von den jüngsten Funden l'crlührelidc allerthümliche Gegenslündc im Plivatdesitze lie» finds!', so steht zu erwarten, dah deren Vorweisung in wis> senschaftlichen Velsamnilungcn nach rem Vorgange des Herrn Albeit Samassa im wohlverstandenen historischen Interesse gc« jchehen und auch dem aufgesprochenen Wunsche des Krililcrs wkg'N deren Abschreibung Rechnung gctragen werde i mögen si.' nur von erzwungenen Teutungen, die für sich allein rie Iosallidilität in Anspruch nahmen, verschont bleiben! Kundmachung. Für die Mitglieder m>d Ersatzmälnier der Han< dels- und GcwcrbcklNiimcr in Krain, deren Mandat mit .'li. Dcccinder d. I. gesetzlich erlischt, hat die vorschrifts« »läßige El'gcnizungslvahl stattznfiuden. Zll diesem Zwecke hat das hohe k. k. LandesV. in dcr auf Grund der festgestellten Wählerlisten ^l geschehen habenden Ausfertigung nnd Zustcllnng der die Namen der anötrctcndcn Kanuncrmitgliedcr nnd Er« satzlnänner, so !vic die Zahl und Kategorie der zu Wnh« lendcn enthaltenden LcgitimationStartcn, zugleich Sliinm» zcltcl znr Wahl, in dcr Anberaumung des Wahltages und in dcr Eiu',ich!lng dcr ausgefüllten Stimmzettel; V. in der Scriitininlna. dcr Stimmzettel, Feststes lnng des Wahlergebnisses, Verständigung d^r Gewählten, Entgegennahme ihrer Erklärnngcu über die Annahme odcr Ablehnung, und in dcr Anzeige des WahlrcsultatcS un die hohe t, t. ^andeöregiernng nnd an die HandelS-nnd Oewerbekamlner. Dermal handelt es sich um die Vollziehung der in 1. nnd l!. angcdcntcten Geschäfte. Zn diesem Behufe fcndct die nntcrzcichnetc Wahl-couimission dic Wählerlisten für Vaibach an den Stadt, magistral nnd für das flache ^and an die l. k. Steuer» ä'ntcr mit dcr Einladnng, dieselben vom 14. December bis lnclnsiuc 22. December l. I. öffentlich zur allgc< meinen Einsicht im Amtölocalc aufzulegen, damit allfäl« ligc Einsprachen dagegen eingebracht werden können. Die Handel' und Gewerbetreibenden von Krain tonnen sonach in dcr obigen achttägigen Frist ihre Nc< clamationcn gcgcn die aufgelegten Wählerlisten schriftlich oder mündlich in ^aibach beim Stadtmagistratc nnd anf dem flachen ^ande bei den k. k. Steuerümtern ein» bringen. Nach Ablauf dcr RcclamationSfrist, und zwar zu» uerlässig bis zu,n 2^. December l. I., werden der Lai-bachcr Stadtlnagistrat ilnd die l. k. Stcncrümter die Wählerlisten sammt den Reclamatl'oncn an die k. l. Wahlcommission (im Bureau dcr Handels- und Gewerbe« kammer in Laibach) einsenden und die aus Anlaß dcr Reclameu sich ihncn aufdringenden Bemerkungen beifügen. Vom Vorsitzenden der k. k. Wahlcommisfion für die Ergänzungswahlen der Handels- und Gewcrbckammer für Kram. Laibach, am 4. December Itttt?. Fürst L. Metternich, t. l. !. Regieruugarath der Landesregierung filr Krain. Neueste Post. Wien, 4. December. In dcr Abeno-Sitzung deS VerfassuugSausschusscs fand eine Berathung über die vom Herrcnhause vorgcnolmncnen Abänderungen des Grnndgesctzcs statt. Referent Kaiserfcld kritisirt das Ver< halten der Rcgiernng bei der Grundgesctzbcrathung im Herrcnhause, beantragt, die Herrenhaus-Aendernngen betreffend den EinbcrufungStcrmiu, die Mandatscrlöschuug, das IuterpcllationSrecht seien anzunchinrn, dagegen dic Abänderungen dcr Paragraphc 11 und 12 abzulehnen. Hyc vertheidigt scin Verhalten in dcr Grundbnchöfrage von» Standpunkte juristischer Ueberzeugung. Zyblilicwicz betäinftft lebhaft dic Ausciuaudcrsetzuugen dcS Justiz» ministers ; Veust erklärt ^iiamcnS dcr Gesamnit - Regie-rnng, sie begrüßte freudig die UutcrhauSbeschlüsse über Paragraph 11 (Compctenz dcS Rcichsrathcs,) die Re« gicrung tollnte jedoch aus den Berathungen des AnS-schusscs und PlcnnmS nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß diese Beschlüsse dcr volle Ausdruck dcr Majoritüts-anfchanung seien, sie betrachtete vielmehr dicsc Beschlüsse als Eompromiß, hätte man bei den Berathungen die Beschlüsse so warm, wie jetzt vertheidigt, so hätte die Regierung darin einen entschiedenen Fingerzeig für ihr Verhalten im Hcrrcnhausc gefunden. Bcnst vertheidigt das Verhalten des Iustizministers, welcher vom fach« lichen Standpunkte sich geäußert, erwähnt des Zwischenfalls, daß die Unterhausfasfuug im Hcrrcuhausc leine Unterstützung fand, daß die galizischen Mit« glicdcr des Herrenhauses zuerst den Untcrhausbcschluß durch ciu MiuoritätSvotum alterirten, eS wäre größere Ucberciustimmuug zwischen den galizischen Mitgliedern beider Häuser wünschcnswerth gewesen. Beust hebt hervor, daß das Princip der laxative» Aufzählung als we> sentlichc Garantie der Autonomie unangetastet blieb, daß man anch die Unabhängigkeit des Herrenhauses achten müsse, appellirt an die Nothwendigkeit dem Hcrrenhausc gegenüber nicht zn sehr vom Wege des Entgegenkommens abznweichcn, da dasselbe nicht nur jetzt, sondern im er« höhten Maße bei dcr spätern Gesetzgebung ebenso wün« scheuswerth als nothwendig erscheint. Wolfram und Herbst vertheidigen die Fassung dcö Herrenhauses. Bei dcr Spccialdcbaltc wird Paragraph 10 uud l.i! 15 dcö Paragraphs 11 nach der HcrrcnhauSfassung, die Bc-stimmnngcn über Mcdiciualgesctzgcbung, HcimatSrccht und Untcrrichtswcsen nach dcr Unterhansfassung, bei !.!!>!<» k, der modificircude Antrag Sturm, wodurch die iuucre Einrichtung dcr Gruudbücher deu Landtagen überwiese» wird, !.>! I<. nach dem Abäudcrungs» antrage Herbst's .-.ngenommen. Die kaiserliche Entscheidnng bei Compctcnzzwcifeln wurde abgelehnt, andere Herren-hanSänderungcn angenommen P c st, A. December. (Sitzung derDeputir -tafel.) Moriz Pcrczcl interpellirt in einer längeren Rede den Landcsucrthcidignngs-Ministcr, ob die Regie» rung Schritte thnc für dic Errichtnng einer ungarischen Armee, da dies im Interesse dcr Dynastie nnd Oester» rcichs liege. Graf Andrassy sagt die Bcantwortnng dcr Interpellation für morgen zn. In der Specialdcbatte ergriff zunächst Ghyczy das Wort nnd beantragt anstatt des Perccntsatzcs ^l() und 70 die Proportiou von 28 und 72. Nachdem fünf Redner gesprochen, wurde die Sitzung beendet. Die Spccialdcbattc über das Quoten« gcsctz wird morgen fortgesetzt. Paris, ^. Dec. (Confercn z.) Der „Etcndard" meldet: Die formelle Zustimmung dcr Mehrzahl der Mächte zur Confercnz, Oesterreich und Rußland mit inbegriffen, ist eingetroffen. England nnd Preußen seien die einzigen, welche im Principe nnd nnter Aufstellung von Vorbehalten zugestimmt hätten. Belgien nnd Holland haben noch nicht geantwortet. Telegraphische Wrchselcvlirf? nc,m 4. December. 5perc.Mctallin.ilea 57.0>>. — f>pere. Metalliques mit Mal- im» 'Iloucmlicl-Zillsel! 5)«.5O. — siperc. 9ial o!l< actieu <^81. — Creditaclieli !><2.^). - lAWel Ztnalöanlehe» «,'j,50, — Silber NN,!X», - i,'mit,c.u lii0.50. - K. l Dlic^ten 5>.72'/,. Keschästs-Zeitunss. Papiergeldumlauf. Zu Ende November 1807 befanden sich im Umlaufe: Partialhyftothelaranweisnnssen l)!»,l22.l»l'i2 fl, ^>0 lr.; au zu Staalsuolru erll«rlei, Ein- und M»fa,uldsnba»e»o»l» 44.«'i?.li40 fl.; a» ftrinlichrn Stliatölwten ^5n Ganzen 39U.i'!»!1.N^ si. 50 lr. Ttand der im Umlaufe befindlichen Mii,,jscl>ci»c. Der Gcsammlliclrafi dcr zu Ende November 1867 einillirteil Miluz-schcinc bestand i» l1,9W7i der am 2. d. M. vora.e>lo!!l-llicncn Verlosmie, dcö fiirMich Wlildischqrälj'scheu Aulehenö w>.>^ den folgende sslüfzerc Treffer gc',0^cn: 20<»<»N fl. EM s,ewim>t Nr ^M>. 2000 sl. gcw, Nr. !»'l!>2<'.. »000 fl. s,s>vini!en N". 5M>, 15674, Z^857, 40310, 035^0, 85503. 96001. 00^73. !>7(»8 Mgz.< fl. lr. fl. lr. fi. li. fi. lr. Wcizeu pr. Metzen 0 00 7 30 Vntler pr. Pfund - 42 — — Korn „ 4 - 4 25 Ein pr, Slilcl — 2j--" Gerste ., 3 - 3 40 Milch pr. Maß — ,0 ^ Hafer „ 190 2— Rindfleisch pr. Pfd. -2t—^ Halbfrucht „ ------4 90 Kalbfleisch „ —22 — -- Hcideu „ 3 30 3 50 Schweinefleisch,, ..20- — Hirse ,. 3 30 3.'l2 Schüpsensleisch ,. —12------ Knlunch „ ------ 4— Hahndcl pr. SMck — 30-,-^ Erdäpfel „ 150------ Tauben „ —1^_- — linsen „ 4 50------ Heu pr. Zeutucr — 8') — ^lbsm „ 4---------- Stwh „ —70—! — Fisolen „ 5 50- Hol,.harl.,pr,Klft. ------75" Uiudöschmalz Pfd. -4b — — - weiches, „ — — b 5iO Schioeiueschmalz „ —42------ Nein, rother, pr. ^ Tpeck, frisch, „ - 30 - — Eimer - - 12 ^ — qcränchcrt „ —42—.— — weifjer „------13/- Angekommene Fremde. Am 3. December. Stadt Wie». Die Herren: TMtcrer. Privatier, von WaraSdi»- — Weiad, Privalier, dun Agram. — Pete, Handelsm., vo» Gotlschce. — Klcinlercher. von It. Veit. — Frau Nnard, Oe» wcrlöbesiljersqatlin, vou Sava. Glrpliallt. Die Herren: Musci. itaufm.. von Ünber. - M>s^ lolesi, von Marburg. — Glttel, Kanfni., Fuszlnegger uud Feeih, von i'azanni, vou Wien. — Mcruar, Ve^irlsar^i, von Sagor. — Kraschouetz. von ci;alat!iru. — Nhan, von Reicheuberg,' Baier-ischer Hof. Die Herren: Noh», Wirth, vou Ngram. VerKnig, Handclöm., von Präwald. Theater. Heute Donnerstag: Gr.if Waldcmar. SchlNlspiel iu 5 Acten vcmOn^au Freilag^ ^tet0lir«ilettische Np!0 ,. Ad. ^ 324 5, -«- 0.< W. mäszig Schnee ^^'" Dllnnes Schneegestöber tauber anhallend. mitunter hesl'ßc Wiudstüsic ems O. Die Verge dicht brschiieit, die (?bene schneeweiß s)??anu,)nrll!ll!lr N,'>>a?tc»r: Iqna, v. > i n m a u r Danksagung. Wr die zahlreiche Theilnahme nm ^eichüibea,«»,^ nissr meincS ninigstgelirble» Söhnet« Cej'are spreche ich hi^uil meiiicu Oefgcfi'Ihllen Daul a»?. (208«) Aiiibrosioni. Drscnbcrichl. Wien, 3. December. Die Gcfchäflalosigtcit brachte flir die meistcu Effccteu schwächere Noliruugeu hervor. Devisen und Valuten warm gleichfalls flauer aufgeboten Gelb flüssig. Veffentliche Tchuld. z. des Staates (für 100 fl) Geld Waare In ii. W. zu 5pCl. für 100 fl b^.«0 54 — In üstcrv. Währung steuerfrei :'8 5>0 58.00 ^, Steueraul. iu ü. ?^'. v. I. 1804 zu s'pCt. rilct,ahlbar . 89.50 90.— Silber-Anlehrn von 1804 . . 72.-- ?2.5x> HNberaul. 1805 (ssrcs.) rüchcchlb. w 37 Jahr. zu 5 pCt. 100 fi. 78.^» 79.— Nat.-Äul. mit I.nl.-^oup. zu 5°/^ «0.50 «;« 00 .. „ Apr.-Loup, . 5 ,. 00.20 00.3<» Metalli^ne« . . . . ,. 5 „ 57.70 57.80 detto mit Mai-Houp, „ 5 „ l»8 50 58.7C dctto......4,^ 50,5 51.25 Mit Verlos, v. 1.1839 . I5<>.50 Il>1 - ^ ,. » « 1854 . , . ?5.50 76.- „ ,. » 1800 zu 500fi. 53.70 83 «0 ^ „ „,. l800„UX)^ 9i7>, ,,2 25 „...... 1804,. 100.. ?,;.i<> 7«^ Hnma'Ncnleilsch. zu 42 l.. «u„. z, ,-<, .^2. - Tomaincu 5perc. n, Sllber 105.75 i0»;.25 ^ dcr Krouläuder lfiir 100 fl.) Gr.-Eutl..Obli«. «iedkMerreiel, . zu 5"/« "!'l0 i'0. . Oberästerreich „ " " "^^" ^" Geld Waare Salzburg . . . . zu 5'/. 80.5-' 87.50 Vöhme» .... ., 5 „ 89.50 90.— Mähren .... „5 „ »?.— «».-^ SchlcsiNl .... „ 5 „ 87.— 88.- Steiermarl ... ., 5 „ 89.50 90.— Ungarn.....„ 5 „ 71.- 71.50 Tcmcser-Bauat . . „ 5 „ 71.— 71.25 Ernalieu uud Slavonic« „ 5 „ 71.50 72.— Galizicn .... „ 5 ,. 65.— 65.- Siebenbilrgeu ... „ 5 „ 05.25 05.75 Buloviua .... „ 5 „ 34.-- 05.— Ung. m. d. V.-C. 1807 „ 5 „ 08.50 09.— Tem.G.nid.V.-E. 1867,. 5 ,. 07.75 98.- I7<>0 — Kredit-Anstalt ,u 200 fl. ö. W. 183.90 184.— N.ä,Eöcom.-Ocs.zu500si.ö.W. 61?.- 0,9.— S.-<3.-G.zu200fl.EM.o.50,)Fr. ^45 00 245 70 Kais. Elis. Äahu zu 200 fl. 23». 141.25 141.?>0 Sild.-uorod.«er.-V.200.. ,. 129.— !2l'.50 Sud.St.-.l.-veu.u.z.-l.E.200fl. 109.— 109.50 Val. «arl-l!ud.-B. z. 200 fl. ft. 106 — 106.50 Weinberger Ecrnowitzcr Actieu . 107.50 1U7.75 Pfandbriefe (flir 100 st.) National- ^ baut auf > vcrlosbar zu 5°/, 97.00 97.80 lt. M. j Natioualb.aufö.W vcrloi>b.5„ 93.— 93.20 Ung.Vod.-Lred.-Aust. zu5'/, „ ^.75 ix». ., Mg. öst, Vodln-Ercdlt-Austall verlosbar zu 5'/. in Silber 102.- 103.— Uose (pr. Stiicl.) Ercd.-A.l.Hu.G.z.100ft.ü.W. 129. - 129.25 D°u.-Dmpfsch.-G.z.100fl.CM. 86.- ^7.- Sladtgem. Ofeu „ 40 .. ». W. 24,25 24.75 Esterhazu ,. 40 .. «M. 1,«.— 120.— Salm ., 40 „ „ . ^50 31 50 Pallffy ,. 40 ,. „ . 84.25 24.75 > Geld Waa" Ilary zu 40 st. LM. 26.- 27.^. St. Geuois „ 40 ,. „ 25 25 25-^ Windischgräl) „ 20 ,. „ . 16.50 l?"^ Waldsteiu „ 20 „ „ . 19.5>0 ^'.^ Keglcvich „ 10 .. „ , 13.50 14.-' Rudolf-Stisluug 10 ,. „ . 12.25 l2.l>" W e ch s e l. (3 Monate) Augsburg si!r 100 fl sildd. W. 100.- IlX'-^' Franlsurta,M 100 fl. detto 100.10 U^ Hanlburg. fl!r 100 Marl Vaulo 88 40 ^^ l'oudon fl!r 10 Pf. Sterling . 120 10 l^-f' Paris siir 100 Frauls . . . 47.05 4^ (?ours der Geldsorten D Grld Waare K. Mliuz-Ducateu 5 fl. 71 j lr. 5 sl. 72 ^ ^ Napoleon«d'or . . 9 „ 62 „ 9 ,. ^ " « Rufs. Imperial« . 9 „ 88 „ 9 « i^ " > Vereinsthaler . . 1 „ 70 ,. 1 ,. " " « Sllbcr . . 118 „ 25 „118 „ b0 ' > Krainische GruudeutlaNungS: Ol'ligatluueu, '^' « uatuotirung: 88 <Äeld, 89 Waare »