LMcher TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. PrLnumerationrxreile' —, . Nr. 14. Donnerstag, 17. Janner 1878.— Morgen: Priska. Mit der Post: Ganzjähr. ft. IS. _______ Inlertivnspreise- «kin- . . ^ ^ Iraltige Pelitzeile » 1 tr., bei 1 1 Wiedeiholringen L z kr An-, I.. zeige» bi« L Zeilen 2V kr. Unsere Handels- und Gewerbekammer. ii. Es wäre vielleicht verlockend, ehe wir in unseren Betrachtungen weiter gehen, veraleichshalber auch bei der Handels- und Gewerbekammer, wie sie vor den letzten Neuwahlen bestand, etwas zu verweilen, ihre Zusammensetzung zu besehen und die Methode zu beleuchten, in der sie die Geschäfte abzuthun gewohnt war. Man könnte auf die Schwierigkeiten Hinweisen, unter denen damals beschlußfähige Sitzungen überhaupt meist zusammen kamen, auf die eigenthümliche Art der, wenn auch seltenen, Kammerverhandlungen, die fast ausschließlich von den oft so sonderbaren Enuneiationen des damaligen Vorsitzenden ausgefüllt waren, auf die mehr als beschauliche Theilnahmslosigkeit der Mehrzahl der Kammermitglieder, auf die Art, wie damals Sectionssitzungen abgehalten und Referate behandelt wurden; auf vieles andere noch könnte man zurückkommen. Aber wir waren niemals Freunde persönlicher Recriminationen und nachträglicher Anschuldigungen, und die gegenwärtige Kammer bedarf auch wahrlich be, Be-urtheilung ihrer Leistungen nicht erst einer dunklen Folie, von der sich die letztern noch besonders abheben müßten. Es sei uns deshalb gestattet, jetzt ohneweiters zu einer etwas detaillierteren Besprechung der Thätigkeit der Kammer seit ihrer dermaligen Zusammensetzung überzugehen, wobei wir nicht nur im allgemeinen überall den Spuren eifrigen, einmüthigen und sachkundigen Zusammenwirkens begegnen, sondern insbesondere auch wahrnehmen werden, wie die Arbeiten der Kammer an Umfang und Bedeutung, unfern oben gemachten Andeutungen entsprechend, gerade in den letzten Jahren zugenommen haben. Zunächst ist schon die Zahl der bei der Kammer einlaufenden Geschäftsstücke in fortwährendem Steigen begriffen; dieselbe betrug 1875: 1085, 1876: 1164 und 1877 bis Ende September: 1237 Geschäftsstücke, wobei wir gleich beifügen, daß auch alle weiter anzuführenden Daten über das laufende Jahr nur bis zum Schlüsse des dritten Quartals reichen, was natürlich bei Vergleichung mit den Angaben über frühere Jahre in Betracht zu ziehen ist. Plenarsitzungen wurden 1875: 9, 1876: 8 und 1877 bisher 6; Sectionssitzungen in den gleichen Zeitabschnitten 30, 38 und 24 abgehalten. Von großen und bedeutenden Gutachten, die an die verschiedenen Ministerien, zumeist das des Handels, an die Landesregierung, den Landesausschuß und andere Behörden abgegeben wurden, heben wir als die wichtigsten hervor: aus dem Jahre 1875 jene über den Referentenentwurf einer neuen Gewerbe-Ordnung; über den Abschluß eines neuen Zoll- und Handelsbündnisses zwischen Oesterreich und Ungarn; über die Handelsverträge mit Italien und der Türkei; über den Zolltarif des Jahres 1868; über die Ausdehnung des Bagatell-verfahrens auf Beträge von 50 fl. und des Mahnverfahrens auf Beträge von 500 fl.; über den Gesetzentwurf, betreffend die Fabrikation von Kunstwein; über eine Handelskonvention mit Serbien; aus dem Jahre 1876 jene über den Handelsvertrag mit Frankreich und den Handels- und Zollvertrag mit Deutschland; über die Einführung einer einheitlichen Garnnumerierung; über eine neue Kammerwahlordnung; über die bei Ausverkäufen vorkommenden Mißbräuche, strenge Handhabung des Hausierpatentes und die eventuelle Verbesserung der für Reisende und Agenten bestehenden Vorschriften; endlich aus dem laufenden Jahre jene über die Usancen beim Heu- und Strohverkauf; über die Organisierung eines Filial-comites für die Pariser Ausstellung; über eine Revision des Hausierpatentes und des Telearasen-tariss; über die Zulässigkeit der Kinderarbeit im Fabriks- und Gewerbebetriebe. Von den zahlreichen Petitionen, welche die Kammer in den genannten Jahren an die Reichs-Vertretung und die Regierung zu richten Gelegenheit hatte, wollen wir nur erwähnen: jene inbetreff der Unterkrainer Bahn (die durch eine besondere Deputation dem Handelsminister überreicht wurde); weiters jene wegen der Weltausstellungen in Philadelphia und in Paris' wegen des Baues der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt in Laibach; wegen Subventionierung einer Holzschnitzerei und Flechtereischule in Gottschee; wegen Beseitigung der Anstände, welche sich aus dem Gesetze vom 8. März 1876 für den Wechselverkehr ergeben haben; endlich jene wegen Behandlung gedruckter Korrespondenzkarten mit handschriftlichen Einschaltungen: wegen des Schutzes der heimischen Arbeit beim Abschluß von Handelsverträgen und wegen Abänderung der Fahrordnung der Kronprinz Rudolfsbahn. Es würde uns zu weit führen und den un-zugewiesenen Raum vielfach überschreiten, wenn wir auf die übrigen, außerordentlich zahlreichen, zum großen Theil ebenfalls sehr wichtigen Arbeiten der Kammer näher eingehen wollten. Die diesbezüglichen Aeußerungen, Vorstellungen, Gutachten und Vorschläge umfassen die mannigfachsten Gegenstände des Handels, des Verkehrwesens, der Finanzen, der Volkswirthschaft und anderer verwandten Gebiete. Es sei uns daher lediglich gestattet, aus der Fülle der hieher gehörigen Leistungen aufs Gerathewohl und nur beispielsweise einiges Herauszugreisen. Wir finden zahlreiche Aeußerungen über die Aufhebung des Getreide- IieMeton. Zur Geographie von Armenien. Der Winterfeldzug der Russen in Armenien hat sowol unsere Militärs als das große Publikum nicht wenig überrascht. Abgesehen von den allgemeinen Schwierigkeiten einer Wintercampagne m unwegsamen, kaum kultivierten Landen, smd gerade in Bezug auf den Kriegsschauplatz in Asien die allgemeinen physikalischen Eigenschaften des fraglichen Territoriums derart, daß eine Fortsetzung der Operation», über den Spätherbst hinaus allenthalben als ein Ding reiner Unmöglichkeit erschien. Daß die Operationen dennoch keinen Augenblick erlahmten und aus den 6000 Fuß hohen Plateaux größere und kleinere Colonnen, so zu sagen in unausgesetzter Bewegung blieben, beweist eine gewisse Energie auf Seite der Armeeleitung, die man von derselben, bei den bekannten Mängeln des russischen Kriegsapparates und bei der ganzen moskowitischen Schwerfälligkeit und Unzuverlässigkeit, niemals erwartet haben würde. Die Würdigung der rein militärischen Seite an diesen Thatsachen kann hier nicht des näheren berührt werden; sic gehört dem wohlerprobten militärischen Referenten dieses Blattes. Wol aber möchten wir einen kleinen geographischen Abriß über einen bisher noch gar nicht in der Tagesliteratur aufgehellten Theil Armeniens liefern, dessen Details immerhin geeignet sein könnten, den aktuellen Ereignissen ein gewisses Relief zu verleihen. Sowol zu Baiburt, der einfamen Lasenstadt am Fuße des Kolatdagh, als in dem altberühmten Erzingian (sprich: Erzmgdschan), der armenischen Königsstadt, sammelten sich unter Mukhtars Leitung die türkischen Reserven, um in Armenien noch so viel zu retten, was überhaupt möglich war. Erzerum ist jetzt cerniert und das ganze Gebiet von der Euphratquelle bis zur persischen Grenze einerseits und nordwärts bis in die Kessellandschaften der Adjaren hinein von den osmanischen Truppen geräumt. Der neue Vertheidigungsabschnitt zwischen der armenischen Capitale und den westlichsten armenischen Randgebirgen ist aber weitaus vortheilhafter gestaltet, und wenn auch die russische Ueberlegenheit daselbst eine unleugbare ist, so war es denn doch etwas mehr als bloße Siegeszuversicht, als vor einem Monat der General Philipposf die — Invasion Anatoliens als einen gefahrvollen militärischen Spaziergang bezeichnete. So einfach ist die Sache nicht. Die Russen sind zwar vor neunundvierzig Jahren bis Baiburt, ja bis Gümüsch-Chaneh vorgedrungen, aber mit dem ungebürlichen Verlängern der Operationslinie mußte schon Paskiewitsch böse Erfahrungen machen in einer Zeit, wo sich die Türkei in gänzlichster Unmacht gegenüber ihrem Erbfeinde befand. Die Geschichte lehrt aber, daß ein Einbrechen aus Armenien in Anatolien niemals ein Kinderspiel, ja im Gegentheil eine verteufelt ernste Sache war. Der Plateaucharakter Central- und Ostarmeniens wie die weitläufigen Operationsfelder und die relativ geringen Niveau-Untekschiede zwischen den Tafelländern und den verschiedenen Gebirgsüber-gängen haben den verschiedenen Völkerinvasionen niemals erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Anders ist es aber in Hoch- und Westarmenien, dem Partsr-Haik der Schriftsprache. Das Euphratthal mit seinen verschiedenen Zuflüssen senkt sich rasch gegen West und Südwest, während die Randgebirge ihre durchschnittliche Höhe behalten. So entstehen gewaltige Thalspalten, Defileen, Fluß-thore von imposanter Gestaltung, wie jener Wasserpaß unterhalb Erzingian, den einst wol das Römerheer Kaiser Trajans aus seinem Zuge gegen den Partherkönig Parthamasiris mit unsäglichen Be schwerden zurückgelegt hatte, sonst aber kaum je von größeren Armeen betreten worden ist. Von den Pässen, welche die Passage ans HockMmemen nach Anatolien öffnen, gibt es zwei von hervor- Zolles, über den Post- und Telegrafendienst im Lande, über Maß- und Gewichtsfragen, über Eisenbahntransport- und Verkehrsangelegenheiten, über Marken- und Musterschutz, über die Arbeiten des Filialcomites für die Pariser Ausstellung rc. rc. Neben den besonderen, von Jahr zu Jahr wachsenden Arbeiten, die eine Handels- und Gewerbekammer zu bewältigen hat, existieren bekanntlich noch eine Reihe alljährlich oder doch periodisch wiederkehrender Leistungen, welche die Thätigkeit derselben in ausgedehntem Maße in Anspruch nehmen und deren Umfang in den letzten Jahren ebenfalls gewachsen ist. Hieher gehören oftmalige kleine Auskünfte an die verschiedensten Behörden und Privaten, Ausstellung von Certificate», Verlautbarungen, Vorschläge für die Direktor- und Censorstellen bei der Nationalbank und für die Stellen der Handelsgerichtsbeisitzer, verschiedene statistische Erhebungen, Gutachten über Markt-eoncessionen, die Errichtung von Post- und Telegrafenämtern und den bezüglichen Dienst im Lande; die Evidenzhaltnng der Eintragungen und Löschungen im Firmenregister, Aeußerungen über Markteoneessionen, Bestätigungen von Artikelpreisen, die Ordnung der Bibliothek, die Aufstellung und Prüfung der Kammerrechnungen und des Präliminare, und vieles andere. (Schluß folgt.), Aus dem Abgeordnetenhause. In der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete der Minister des Innern die Interpellation des Abgeordneten Klaic wegen der bosnischen Flüchtlinge in Dalmazien dahin, daß sich im ganzen 38,000 Flüchtlinge in Dalmazien aufhalten und die Unterstützung derselben durch die Regierung bereits monatlich 30,000 fl. erfordere, eine Erhöhung derselben aber mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen nnthnnlich sei. Uebri-gens sei der Gesundheitszustand der Flüchtlinge verhältnismäßig befriedigend. Der Handelsminister Ehlnmecky nahm sodann das Wort, um den Standpunkt der Regierung gegenüber den in der letzten Sitzung zu Artikel 7 des Handelsbündnisses eingebrachten Minoritätsanträgen zu Meisteren. Er erklärte die vom Abgeordneten KellersPerg geforderte jährliche Einberufung einer Schiffahrtskonferenz für vollkommen unpraktisch. Dem Antrage des Abgeordneten S u e ß gegenüber, welcher die Donauregulierung zum Gegenstände hat, hob er die Schwierigkeiten hervor, welche der Realisierung ragender historischer Bedeutung. Zunächst ist es jeuer von Karakulak, gerade westwärts von Armenien auf der sogenannten Konstantinopeler Straße, 110 Kilometer von Erzerum entfernt. Von dem Weichbilde der armenischen Eapitale ab setzt diese uralte Karawanenstraße bei Jlidja (dem Elegia des Dio Cassius und der Stelle, wo die Entthronung des Parthamasiris stattgefunden hatte), auf stattlicher Bogenbrücke über den Euphrat. Die Russen haben diesen Punkt am 1. oder 2. Jänner besetzt. Von Jlidja führte der politische Handelsweg über Baiburt nach Trapezunt, über die hohen Küstenberge in nordwestlicher Richtung, während die eigentliche anatolische Ueberlandroute thalab den Euphrat entlang, an Aschkalah vorüber, bei dem Stromknie von Mos, wo sich der Euphrat südwärts wendet, in das Defilee von Karakulak eintritt. „Scheitan Deressi" — Teufelsschlucht — heißt diese wilde Eintrittspforte. Die orientalischen Reisebriefsteller fabeln von den Unmassen giftigen Gewürms, das die Felshänge und die schmale Thalsohle bevölkern soll: Scorpionen, Schlangen, Taranteln lind dergleichen Bestien mehr — ein Beweis, daß es sich hier eben um kem Paradies handeln dürfte. Nach meiner unmaßgeblichen Ansicht dürfte hier die Stelle zu suchen sein, wo der erste Häuptling jenes Türken- derselben entgegenstehen und hauptsächlich von ungarischer Seite stammen. Die diesseitige Reichshälfte habe bereits mehr als 42 Millionen für die Donauregulierung verwendet, die Regierung habe sich bemüht, eine Verständigung zwischen beiden Reichshälften zur Regulierung des „Eiserneu Thores" herbeizuführen, aber vergeblich. Man sei in Ungarn zwar nicht gegen die Regulierung, aber eine kostspielige Regulierung, wie sie der Antrag Sueß bezweckt, habe keine Aussicht, jenseits der Leitha durchzudringen. Da also der Antrag Sueß im Falle seiner Annahme nur die Wirkung haben könne, die Ansgleichsrm Handlungen zu erschweren, so müsse er sich gegen denselben erklären, die Regierung werde jedoch diese Frage nicht aus den Augen verlieren. Der Abg. Baron Kübeck vertheidigte sodann seinen Antrag, welcher bezweckte, den Antrag Sueß in Form einer Resolution anzunehmen. Abg. Sueß ergriff sodann das Wort, um seinen Antrag zu vertheidigen. Er betonte die Wichtigkeit der Verkehrswege für den Handel. Man habe ihn einen Idealisten genannt, nun gebe es allerdings in den verschiedensten Kreisen des öffentlichen Lebens Männer, welche ihren Stolz in ihre Praxis setzen, sehe man diese näher an, so sei sie nichts anderes, als Preis-gebnng der Zukunft, um über die Verlegenheit des Augenblicks hinweg zu kommen, ein solcher Praktiker kenne nicht den Unterschied zwischen der Bilanz der Staatsfinanzen uud jener des nationalen Wohlstandes. Man dürfe aber nicht alles vom Standpunkte des obersten Rechnungshofes beurtheilen, sondern müsse an die Verzinsung der productiven Ausgaben durch den Nationalwohlstand denken. Dem Handelsminister warf Prof. Sueß vor, er habe weder als Abgeordneter noch als Minister, sondern als bestellter Wortführer des ungarischen Abgeordnetenhauses gesprochen. Er schloß: Amerika, die Männer vom Mississipi überschwemmen unsere Märkte, die Männer von der Wolga verstopfen den Ausfluß der Donau, bin ich etwa Idealist, weil ich Ihnen diese realen Verhältnisse vorführe, oder ist es derjenige, der ruhig schläft und sich einbildet, die Weltgeschichte werde still-stehen, bis unsere Fünsperzentigen gestiegen sind? Als Idealist, und wenn Sie wollen, als Narr, habe ich für die Interessen des Kaufmannsstandes in Oesterreich gesprochen, ich überlasse es dem Kaufmann, dagegen zu sprechen. Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Abg. Sueß mit 106 gegen 53 Stimmen abgelehnt, ebenso blieb die Resolution Kübek mit 73 gegen stammes, aus dem die Osinanen hervorgegangen sind, Suleiman, gelegentlich seines Ueberganges über den Euphrat iu dessen Wellen seinen Tod fand. Karakulak selbst liegt in einer kleinen Kulturebene; bis auf den Rand des anatolischen Binnenlandes ist es aber noch ein langer und beschwerlicher Weg über mächtige Randketten und durch tief eingefchuittene Thäler. Ungleich großartiger ist das Defilee von Er-zingian. Die Stätte, von wo aus das armenische Christenthum durch Gregor den „Erleuchteten" seinen Ausgang genommen hat, ist von der Natur aus zur Geburtsstätte einer mächtigen Glaubensbewegung wie geschaffen worden. Während die alte Königsstadt selbst noch in üppiger Thallandschaft liegt, durch ein mildes Klima und eine annehmbare Garten- und Feldkultur ausgezeichnet, baut sich westwärts derselben, knapp am Strom empordräuend, ein imposanter Gebirgsstock — der heilige Sepuhdagh — auf, ein wahrhaftes Labyrinth von unzugänglichen Schluchten, thurmartig emporragenden Felsen, Schneehäuptern und wildzerrissenen Terrassen. Kein Dorf liegt in dieser Wildnis, in der nur das unterirdische Grollen des immerwährend thätigen Vulcauismus sich in dumpfen Echos bricht. Die ältesten armenischen Klöster kleben in den öden Thalspalten, und rohe, un- 85 Stimmen in der Minorität. Der Art. Vll des Zoll- und Handelsbündnisses wnrde unverändert angenommen. Bei Art. 8 des Bündnisses entspann sich sodann eine interessante Debatte über den Beisatz des Ausschusses, betreffend den Ausbau der österreichischen Limen gegen die Levante, besonders der Strecke Sissek-Novi. Es traten divergierende Ansichten zutage, die eine für Novi in der Richtung nach Bosnien, die andere für Nisch. Abgeordneter Ruß sprach gegen die erstere schon deshalb, weil er von einem Erwerb Bosniens nichts wissen wolle. Der Handelsminister führte aus, daß über Sissek-Novi der Weg nach Konstantinopel um 300 Kilometer weiter sei als über Nisch,! und daß die bosnischen Bahnen nur die Bedeutung von Lokalbahnen haben würden, und die Debatte wurde sodann abgebrochen und deren Fortsetzung für gestern anberaumt. Vom Kriegsschauplätze. Ueber die zweitägigen Kämpfe Radetzky's am 8. und 9. werden aus Petersburg folgende Einzelheiten gemeldet: Die Coloune Mirsky's kämpfte den ersten Tag allein bei Schipka, nahm im Sturme zwei Geschütze, machte 100 Gefangene und nächtigte auf dem eroberten Terrain. Die Verluste waren beträchtlich ; General Dombrowsky sowie die Obersten Gromann und Khomenko wurden verwundet. Abends traf die Colonne Skobeleffs ein. Am' 9. d. war der Nebel so stark, daß die zweite Brigade der 14. Division, welche in der Front angriff, vom Feinde nicht bemerkt wurde. Hierauf entbrannte ein erbitterter Kampf. Nachmittags um 4 Uhr stellte der Feind das Feuer ein. Gleich darauf traf die Mittheilung Skobeleffs ein, welche meldete, daß die türkische Armee sich ergeben habe. Die Verluste der Colonne betragen 6 Offiziere, 294 Soldaten todt und 38 Offiziere, 1190 Soldaten verwundet. Die Colonne Skobeleffs nahm zwölf Feldgeschütze und mehrere Fahnen, Bei Cheinow fand ein erbitterter Bajonettangriff statt, welcher mehr als zehn Minuten dauerte. Das 1. und 2te Don'fche Kosakenregiment nahmen bei der Verfolgung der Türken eine große Anzahl gefangen. Zweitausend Mann von der türkischen Schipka-Armee unter Vesel Pascha haben sich übrigens nach Philippopel durchgeschlagen. Die Vorrückung der Russen hat in Rumelien eine furchtbare Panique hervorgerufen. In Philip- wissende Priester suchen in den zahllosen Grotten das Glück mystischer Asketik. In denselben haben einst die armenischen Könige beruht, aber der Sturm der Völkerzüge, der bis m diese menschen-verlaffenen Winkel flutete, hat ihre Gebeine in alle Winde gestreut. Der große Tirdates, der hier die Taufe empfangen, soll ebenfalls in diesen natürlichen Katakomben gefunden worden sein, in der Nachbarschaft der Grabgrotte seines erleuchteten Bekehrers. So hätte denn der Sepuh bei Erzingian für die älteste Kulturbewegung der Armenier eine ähnliche Bedeutung wie der Scheitel des Ararat, von dem einst der Stammvater Haik in die Araxesebene hinabgeblickt, um die ältesten Kolonien, Arakhaz und Armavir, zu gründen. Hier sind aber die vorchristlichen Kulturstätten eben so verschwunden, wie dort die gregorianischen Sanetuarien, die sich aus den Trümmern der Anahidtempel (Artemis) erhoben hatten. Auf dieser klassischen Stätte sammelt heute die Pforte ihre letzte Reserve-Armee, um das Schlimmste von ihrer östlichen Grenzmark abzuhalten. Sie hat nur Feinde um sich; an Ort und Stelle selbst das orthodoxeste Armenierthum, das, im Anblick des heiligen Berges und der Glaubenslegenden voll, durch seinen uralten Zelo-tismns dem osmanischen Fanatismus ein Bein popel sowie in Adrianopel herrscht große Augst; sie wimmeln von Flüchtlingen. Die Archive und die Ottomanische Bauk sind nach Konstantinopel gebracht. Die Szenen auf den Bahnhöfen sind schrecklich; die Eisenbahnwagen sind stets von türkischen Fraueu und Kindern angefüllt, deren viele auf der Fahrt sterben. Die Zahl der schon in Konstantinopel angekommenen Flüchtlinge wird auf . 20,000 angeschlagen. Der Botschafter Layard telegrafierte der Baroneß Burdett Coutts vom Samstag aus Konstantinopel: „Der Nothstaud nimmt in schrecklicher Weise zu; Flüchtlinge treffen ein zu Taufende»." Am Samstag sollten neun Bahnzüge über zehntausend Flüchtlinge, meist Weiber uud Kinder, aus Adrianopel heranbringen; mehr sollten später folgen. Layard brachte schon 12,000 unter und bittet um weitere Mittel aus den hiesigen Sammlungen. Die türkische Regierung thut ihr Möglichstes, kann indeß den Andrang nicht bewältigen. Tagesneuigkeiten. — Von Victor Emanuel. Von den vielen Anekdoten, die über den populären König kursieren, seien nach dem „Budapesti Napilap" noch die folgenden erzählt: Der König schoß einmal in der Nähe von Rom auf einen Hasen, als gerade auch ein schmeerbäuchiger Bürger, der dort dem Jagdvergnügen huldigte, auf Lampe sein Gewehr abschoß. „Mein Herr, den Hasen habe ich geschossen !" rief der König. — „Gehen Sie doch, das könnte jeder Narr sagen", schrie der andere. „Mir gehört er, ich nehme den Hasen." — „Das möchte ich doch sehen!" Der König ballte die Fäuste, aus seinen kleinen Augen sprühten Blitze, und cs begann eine förmliche Balgerei, in welcher, tüchtige Püffe aus-theileud und empfangend, der Eroberer beider Si-cilien Sieger blieb. Der Bürger ergriff die Flucht, im Laufen dem von ihm nicht erkannten Könige alle möglichen Titulaturen an den Kopf werfend. Beim Südthore Roms befahl der König dem Wachkom-' Mandanten, dem unterlegenen Bürger bis zu feiner Wohnung zu folgen und über ihn Bericht zu erstatten. Nach einer Stunde meldete der Offizier, der unbekannte Jäger sei ein ehrlicher Tischlermeister bei der Porta del Popolo. Ans Befehl des Königs ward er mittelst eines Hofwagens in den Qnirinal gebracht. Der wackere Mann konnte sich nicht erklären, was der König eigentlich von ihm wolle, uud beklommenen Herzens ließ er sich auf den Seidenpolstern des Wagens nieder. Im Palaste angekommen, erkannte er zu seinem Schrecken in dem König seinen Gegner. „Meister Salviui", sprach stellt, wo es nur immer angeht; in den Bera-wildnissen von Dersim, Duschik und Taranagh die treulosen Kurdentribns, die bereits im abgelaufenen Sommer von der Pforte abgefallen sind, und schließlich den eigentlichen Feind — die mosko-witischen Bataillone. So ist Erzingian, die stille vereinsamte Königsstadt, nach langer Zeit wieder einmal zu einer durchlärmten militärischen Etappe geworden. Zuerst hatte es der Mongolensturm, so zu sagen, von der Erde weggefegt, aber unter dem Dynasten Tahartan erstand es wieder, um zur Zeit Timurs abermals in Schutt und Asche zu sinken. Die Osmanen hatten ihrerzeit die altehrwürdige Stadt geschont und die Mönche in ihren versteckten Klöstern schalten lassen. Seitdem der armenische Katholikos auf russischem Boden residiert (in Etschmiadsin bei Eriwan), hat freilich auch der Sepuh als ältester christlicher Glaubenshort der Armenier seine alte Anziehungskraft verloren, und wenn sich die Russen bis hieher wagen sollten, was kaum zu erwarten steht, so könnten sie hiezu nur aus rein militärischen Gründen veranlaßt werden, denn Erzingian besitzt das von Natur aus stärkste Einfallsthor nach Anatolien und in die mittleren Euphrat-Länder (A. A. Z.) der König zu dem an allen Gliedern Zitternden, „ich ließ Sie zn mir bitten, weil ich in dem Hasen fremde Schrotkörner gefunden. Wir beide find im Rechte. Wissen Sie was: Essen wir den Hasen mit einander!" Und schon öffnete sich die Thür des Speisezimmers, wo zwischen zwei Gedecken der streitige Hasenbraten dampfte. — Einen ähnlichen Vorfall berichtet die nachstehende Anekdote: Einst promenierte der König spät abends mit Viscoüti-Venosta in einer abgelegenen Gasse, wo ein betrunkener Rekrut mit dem König Streit begann. Der Wortwechsel ward immer lebendiger; der König winkte dem Minister, sich nicht einzumischen. Der junge Rekrut versetzte Victor Emanuel einen Stoß, worauf dieser die Rockärmel zurückschob und den Burschen au eine Planke preßte. Lange dauerte daS Ringen, nnd endlich gelang es dem König, den Rekruten niederzuwerfen. Als er ihn vor sich im Kothe liegen sah, sprach er sanft: „Siehst du, mein lieber Junge, es ist ein großes Glück für dich, daß du der Schwächere warst; denn wärst du der Stärkere gewesen, so hätte man dich auf zehn Jahre eingesperrt. Da hast du zwanzig Lire; trink' ans meine Gesundheit. Ich bin der König." Lokal- und ProviliMl-Ä-ngelegenheiten. — (Zur allgemeinen Kenntnisnahme!) Das hiesige Landesgericht erließ unterm 12. d. M. eine Kuudmachnng, dahin lautend, daß für das Jahr 1878 für handelsgerichtliche Publicationeu die Amtsblätter der „Laibacher" und „Wiener Zeitung", dann die „Triester Zeitung", und für Publikationen in Sachen der Erwerb- uud Wirthschaftsgenossenschaften das Amtsblatt der „Laibacher Zeitung" bestimmt wnrde. — (Die hiesige Volksküche) beabsichtigt, im Verlause der streugeu Wintermonate täglich 10 bis 20 wahrhaft arme Personen unentgeltlich zu bespeiseu. Um dieses humane Projekt ausführen zn können, appelliert der Obmann des Volkskücheu-vereines, Herr Stadtkassier' Hengthaler, an den bekannten Wohlthätigkeitsfinn der Laibacher Bevölkerung mit der Bitte, auch zu diesem Zwecke Unterstützungen in Geld oder Victualien der Volksküche zukommen lassen zu wollen. — (Der Turnverein) hält eingetretener Hindernisse wegen seine Hauptversammlung nicht am Freitag deu 18., sondern am Montag den 21. d. M. ab. Die Vereinsmitglieder wurden von dieser Aen-dernng mittelst Rundschreibens in Kenntnis gesetzt. Die Tagesordnung bleibt unverändert. — (Faschingschronik.) Vonseite des Comites wurden die entsprechendsten Vorbereitungen getroffen, daß das „Buchdrucker-Kränzchen" in recht angenehmer Weise verlaufe. Der Glassalon der Kasinorestauration wird im vollen Gartenschmncke prangen, die Tanzmusik besorgt die vorzügliche Militärkapelle, und für gute Küche und Getränke wird Herr Ehrfeld bestens sorgen. Nach den bis heute ausgegebenen Einladungsbriefen verspricht der Besuch dieses Vergnügungsabends ein sehr zahlreicher zu werden. — (Die philharm. Gesellschaft) bringt im Verlaufe des Monats Februar l. I. das große Oratorium „Paulus" zur Aufführung. Die Chorproben finden periodisch wöchentlich an Montagen und Freitagen abends statt, und die Mitglieder des Männer- und Damenchores wurden eingeladen, sich bei diesen Proben recht zahlreich, ja vollzählig einzufinden. Die Aufführung dieses Meisterwerkes soll ja den Cnlminationspuukt der heurigen Konzertsaison bilden. — (Zn unserem Feuilleton „Laibach vor 50 Jahren") tragen wir nach, daß der Buchhändlername, dessen offenbar verstümmelter Form „Lischt" wir ein Fragezeichen beifügten, Licht heißen soll. Was die zur Kongreßzeit 1821 in Laibach versammelten hohen und höchsten Herrschaften betrifft, so wollen wir noch erwähnen, daß eine vollständige Namensliste aller Fremden infolge gefälliger Mittheilung des Herrn Anton Samasfa in den Mittheilungen des histor. Vereins für Kram, Jahrgang 1858, veröffentlicht wurde. — (Körne raukauf.) Die Direktion des ärarischen Bergwerkes in Jdria kauft zur Deckung seiner Erfordernisse 1500 Hektoliter Weizen, 1500 Hekt. Korn und 500 Hekt. Kukurntz an. Die erste Fruchtgattung muß wenigstens 77, die zweite 69 und die dritte 75 Kilogramm per Hektoliter wiegen. Lieferungsofferte sind bis 30. Jänner l. I. bei der Bergdireetion in Jdria einzubringen. — (Für Seidenzüchter.) Im landwirth-schastlichen Versuchsgarten in der Polana werden 5- bis 10jährige, 10 bis 12 Fuß hohe Maulbeerbäume, 1800 Stück an der Zahl, verkauft. Bei Abnahme kleinerer Mengen wird ein Stück mit 5 bis 1.'i Kreuzer, bei Abnahme größerer Mengen werden billigere Preise berechnet. Die Bäumchen müssen bis längstens Mitte März l. I. abgenommen werden. Vermögenslose Gemeinden nnd Volksschulen erhalten eine disponible Anzahl solcher Bäume unentgeltlich gegen Ersatz der Aushebungs-, Ver-packnngs- und Transportkosten. Die Kanzlei der Landwirthschastsgesellschaft für Krain (Laibach, Sa-lendergafse) nimmt die Offerte der Käufer und die Gesuche der Gemeinden und Volksschulen in Empfaug, — (Jeu er Pelikau), welcher am zweiten Jänner l. I. auf einer nächst Gurkfeld gelegenen Save-Insel geschossen wurde, prangt nun im Naturalienkabinette des Gymnasiums zu Rudolfswerth; es ist eiu ?6lv6Liiu8 orwpus (krausköpfig), 2 Meter lang und hat 3 Meter Flugweite. — (Die Function der Staatsanwälte) soll demnächst eine Aenderuug erfahren. Ueber Antrag des Abg. Dr Kopp hat der Strafgesetzausschuß des Abgeordnetenhauses beschlossen, daß im Prinzipe auszusprechen sei: es hätten bei den Bezirksgerichten im strafgerichtlichen Verfahren die staatsanwaltlichen Fuuctionäre überhaupt zu entfallen, und sei ein Referent nüt der Berichterstattung zu betrauen über die Art und Weise, wie dieses Prinzip durchzuführen sei. — (Landschaftliches Theater.) Die kleine Dora Friese erwarb sich gestern in GärtnerS „Charlotte Frohwald" in der Titelrolle großen Beifall; in der Müller'fchen Posse „Babuschka" konnte Dora dem böhmischen Dialekte nicht gerecht werden. Die einactige Posse „Die Dienstboten", von Benedix, setzte die Lachmuskeln des mittelgut besuchten Hauses in Thätigkeit. Als Glanzpunkt des Abends müssen wir den gediegenen Vortrag der dramatischen Szene von Manthner, betitelt „Eine Mutter vor Gericht", bezeichnen; Frau Dnprö-Hasselwander bewährte neuerlich ihren Rnf als hervorragende Schauspielerin. — Dem Vernehmen nach überreichte Direktor Fritzsche gestern dem Landesausschufse eine mehrere Bogen umfassende Rechenschaftsschrift über die seiner Theaterleitung gemachten Anwürfe. Ob die Direktion Fritzsche auch um die Besetzung der derzeit erledigten Stellen eines Liebhabers, Heldenspielers und einer Lokalsängerin auf unserer Bühne eifrige Sorge trug, darüber werden uns die nächsten Tage sicheren Aufschluß geben. Das Publikum verwahrt sich vollen Ernstes dagegen, daß die Rolle des „Ferdinand" in „Kabale und Liebe" durch deu Theaterdiener Ruß, jene des „Karl Moor" dnrch den Requisitenbesorger Nagel und jene des „Blitzmädel" durch die Choristin Kornfeld dargestellt werde. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Die Kirche dient gewissen Individuen zu anderen Zwecken, als zur Andacht. Am Neujahrstage wurde, wie die Grazer „Tagespost" erzählt, in der Franziskanerkirche in Graz eine Taschendiebin beim Stehlen betreten und verhaftet; in ihrem Besitze wurde eiue Meuge Geldbörsen vorgefnnden, die ohne Zweifel von Diebstählen herrühren. — In der Versammlung des „Deutschen Vereines des Mürzthales" zu Kindberg besprach der Reichsrathsabgeordnete Dr. Heilsberg die politische und volkswirthschaftliche Lage Oesterreichs und die Wehrfrage. Bezüglich der letzteren betonte der Redner, daß nur durch Abkürzung der Präsenzzeit und Verminderung des Heeresstandes in richtiger und ausgiebiger Weise das permanent gewordene Defizit behoben und der wirtschaftliche Verfall des Staates und seiner Steuerträger verhütet werden könne. Es wurde in diesem Sinne eine Resolution einstimmig angenommen. Auch eine Wählerversammlung in Mürzzuschlag sprach sich für die Abkürzung der Prä-senzzeit und für einen geringeren Heeresstand aus. — („Agramer Presse.") Das Ministerium des Innern hat der genannten Zeitung auf Grund des Z 26 des Preßgesetzes den Postdebit für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Län der entzogen. — (Wieder eine verkrachte Bank.) Der „Laib. Ztg." wird aus Prag berichtet, daß das dortige Bankinstitut „Erste böhni. allgem. Rückversicherungsbank" die Liquidation beschlossen habe. Seit der erste Direktor dieser Anstalt, Herr K. Blaschke, nachmaliger letzter Leiter der „Slovcnija" in Laibach, zum letzteren Institute übergetreten, schien ein eigener Unstern über dieser Anstalt zu walten. Gegründet wurde die Bank im Jahre 1872 von der Versicherungsbank „Slavia" mit eineni Actienkapitale Von 1.200,000 fl-, das jedoch im Jahre 1874 auf 320,000 fl. reduciert wurde. Der erste Abschluß mit Ultimo Dezember 1873 eonstatierte einen Gewinn per 66,375 fl., während der Bericht pro 1875 bereits einen Verlust per 134,376 fl. auswies. Alle Hoffnungen wurden jedoch durch die eben abgelaufene Campagne zunichte gemacht, und dem Verwaltungs-rathe bleibt nun nichts anderes übrig, als zur Liquidation zu schreiten. Erwähnenswerth ist noch der Umstand, daß die Bank „Slavia" auch Actien im Nominalbeträge von 200.000 fl. der oberwähnten Gesellschaft besitzt, die in ihrer letzten Bilanz allerdings nur mehr mit 14,000 fl. eingestellt sind! — (Der österreichische Aerzte-Ver-einstag.) Die „Wiener allg. med. Ztg.", eines der Verbreitesten Fachblätter, berichtet hierüber unter ändern,: „Ein kläglicheres Bild einer Versammlung, als es die am 5. d. M. unter dem Namen „Aerzte-Vereinstag" stattgesundene Vereins - Delegiertenversammlung dargeboten, dürfte im Vereinsleben ihresgleichen suchen. Bedenkt man, mit welchen Mühen und Opfern arme Kollegen aus den entlegensten, zumeist schon ans Russische grenzende» Gauen unseres Vaterlandes nach Wien citiert wurden, um Gegenstände zu berathen, welche die Vereine für sich tausendmal wirksamer und besser durchführen können, als zusammengewürfelte Korporationen mit den verschiedensten, eigenartigsten Interessen es thun können, so wird inan das Unverantwortliche der Citierung dieser Männer nach Wien zu ermessen wissen. Nichts wurde in diesem „Rumpfparlament" zutage .gefördert, so daß die gesammte Presse sich genöthigt sah. über den so pompös angekündigten „Aerzte-Vereinstag" zur Tagesordnung überzugehen. Die Prüfungsliste ließ inclusive der in Wien domi-cilierenden „Aerzte-VereinSverbändler" circa 35 bis 40 Anwesende (!) konstatieren; es sollen 23 Vereine vertreten gewesen sein, und wenn man weiß, daß von diesen 23 Vereinen, mit Ausnahme des Prager und Wiener Doktorencollegiums, jeder je 30 bis 40 Mitglieder zählt, und von diesen Vereinen sich eine große Zahl -per prooura vertreten ließ, so kann man sich einen Begriff machen, mit welcher Vollmacht diese Herren von den 7- bis 8000 österreichischen Aerzten ansgestattet sind und wie lächerlich es ist, ihre Wünsche als die der Acrztc Oesterreichs zu betrachten. Die eminentesten Körperschaften des Reiches: das Wiener und Prager Doktoren-Collegium, die k. k. Gesellschaft der Aerzte Wiens, haben nach genauer Erwägung aller Motive den Eintritt in diesen Verband abgelehnt, welche Vereine doch numerisch fast die Hälfte der gesammten Aerzte Oesterreichs repräsentieren. Die Regierung hat es nicht einmal der Mühe Werth gehalten, einen Vertreter zur Versammlung zu entsenden." Auch der Verein der Aerzte Krains hat mit großer Majorität sich vorderhand gegen die Theilnahme an dieser Versammlung erklärt. Witterung. Laibach, 17. Jänner. Morgens bewölkt, dann heiter, Thauwetter, schwacher West. Temperatur: morgens 7 Uhr — 50°, nachmittags 2 Uhr , 2 0° 6. (1877 -i- 4 9»; 1878 — 5 6° 6.) Barometer 733 12 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 5 1«, um 2 8° unter dem Normale. Verstorbene. Den 16. Jänner Andreas Mlakei-, Zimmermann, 74 I., Armenhaus, Marasmus. — Jakob Schott, Magi-stratspraktieant, 25 I., Alter Markt Nr. 28, Tuberkulose. — Maria Schaufel, Inwohnerin, 78 I , Schneidergaffe Nr. 6, Lungenemphysem. Angekommene Fremde am 17. Jänner. Hotel Stadt Wien. Meditz, Brünn. — Schnablegger, Direktor, und Wergink, Tarvis. — Gasperini, Privatier, Triest. — Hacker und Komarek, Kslte,, und Hinkelmann, Wien. Hotel Elefant. Treo, Gutsbesitzer, Unterkrain. — Ste-novitz Antonie, Sagor. — Raßler, Ksm., Wien. — Zeautti, Privatier. Ratschach. — Fischer, Villach. — Schnidarschiz, Jll.-Feistriz. Hotel Europa. Dr. Fon, Agram.___________________________ Lebensmittel-Preise in Laibach am 16. Jänner. Weizen 9 fl. 59 kr., Korn 6 fl. 40 kr., Gerste 5 fl. 85 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 6 fl. 34 kr., Hirse 6 fl. 1 kr., Kuknrutz 6 fl. 80 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 5 kr. per 160 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinsett 80 kr., Speck, frischer 66 kr., geselchter 72 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 3 tr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 52 kr., Kalbfleisch 46 kr., Schweinfleisch 48 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 15 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C -Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 19. Jänner 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Mislej'sche Real., Goke, BG. Wippach. — 3. Feilb., Vatouz'sche Real., Famle, BG. Senosetsch. — 3. Feilb-, Zujek'sche Real., Großlaschiz, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Ovtjak'sche Real., Rüßdorf, BG. Landstraß. — 3. Feilb^ Kobal'sche Real., Grdb. aä Herrschaft Wippach, LG. Wippach. — 3. Feilb, Hönigmann'sche Real., Masern, -KG. Reifniz. - 3. Feilb., MartirE'sche Real., Verhovskavas, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Rovan'sche Real., Bela, BG. Wippach. - 3. Feilb., Rus'sche Besitzrechte, Travuik, BG. Reifniz. — 3. Feilb., Saman'sche Real., Grüble, BG. Landstraß. - 2. Feilb., Kaluja'sche Real., Neverke, BG. Adelsberg. Reass. 2. Feilb., Jurea-' he Real., Landol, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Zakelj'sche eal., Godovik, BG. Jdria. — 2. Feilb., Krasovee'sche Real., Berhnik, BG. Laas. - 2. Feilb., Tusar'sche Real., Jdria, BG. Jdria. — 3. Feilb., Lazar'sche Real., Malavas, BG. Großlaschiz. — 1. Feilb., Gaspir'fche Real., Pod-stermen, BG. Landstraß. Theater. Heute bei aufgehobenem Abonnement (gerader Tag): Abschiedsvorstellung der kleinen 10jährigen Dora Friese: 's Waldvögerl. Genrebild mit Gesang in 1 Act von I. Günther. Musik von R. Genie. Hieraus: WienerBlut. Intermezzo mit Gesang von K. Gärtner. Den Anfang macht: Kaudels Gardinenpredigten. Lustspiel in 1 Act von G- v. Moser. Hieraus: Ein Zimmer zu zwei Betten. Burleske Szene in 1 Act von Friedrich. Konstanti n opel, 16. Jänner. Die „Korr. Havas" verzeichnet das Gerücht, der englische Gesandte Layard habe von der Pforte die Ermächtigung verlangt, die britische Flotte in die Dardanellen einfahren zu lasten, bevor die Russen Gallipoli occupicren. Das Mode-, Mannfactnr-, Confections-, Tuch-und Leinenwaren-Etabliffement des (16) 13—3 Laibach, Rathausplatz 7, empfiehlt sein großes Lager in Salon- und Ballartikeln für die Karnevalssaison 1878. Täglich frische Fa^ingg^rap^en in Rudolf Kirbifch' Conditorei, Kongreß-latz. Auch empfehle ich dem geehrten P. T. Publikum alle Arten von Bestellungen für Soireen, Bälle, Hochzeit« u. s w auf Gefrornes, Creme, Sulzen, Compots, feinste Bonbons und Bäckerei. (3) 6—6 Nähmaschinen bester Construetion, unter Garantie, empfiehlt: Hermann Krickl Wien VIII, Lange Gasse 19, zu folgenden Preisen: Greifer-Maschinen......................... 38 fl. Singer-Maschinen mit Patentausrücker .... 40 „ Cireular-Mafchinen (Hohl) groß.............68 „ Howe-Maschinen für Familien und Handwerker . 50 „ Handmaschinen, Doppelsteppstich............28 „ Alte Maschinen werden wie neu zu billigsten Bedingungen hergestellt, und garantiert für dauerhafte, solide Ausführung die Firma. Zahlungsbedingnis: Angabe 5 fl., Rest bei Erhalt der Maschine. (11) 4-3 Wiener Börse vom 16. Jänner. Telegramme. Wien, 16. Jänner. Das Abgeordnetenhaus, das Zoll- und Handelsbündnis mit Ungarn be-rathend, lehnte den Antrag des Ausschusses zugunsten des Bahnanschlusses Sissek-Novi, desgleichen den Antrag Monti's betreffs der Dalmatiner Eisenbahn ab. sL»U. P-Pierrente........... Silberrente........... Goldrente ........... Staat«l°se, I83S. . . >851. . . l»0t>. . . t88V(5tel) l««. . Enmiliatk-ftuog«- Olkiziiti«»«». Galijicn . Siebenbürgen . . . Lemeser Banat . . Ungarn................ Ft»ä«r« i>ff«alki« Aaketei». Donau-Regul.-Lose. llng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Aet>«a ». Lank«». Kreditanstalt s.H.u.G. Eicoinpre-Ges., n.ö. . Nalioualbanl.......... Aetiia o.Tr»»»x»rt Unter»«!»»»»»«». Alsöld-Bahn...... Donau - Daittpsschiff -Llisabeth-Weftbahn . Ferdinands-Nordb. . Franz-Joseph-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschast . . Geld Ware 63 70 63 80 66 95 67-05 74 95 75 05 29ö-- 300 — 108 50 r09 — 113-75 114 25 12350 124'- 137 25 137 75 86 50 87 — 76— 76 60 77 50 78'- 7880 79 30 102 75 103-25 76 75 77 25 88 r-5 88 75 220— 220 50 804'- 806 — 114 — 11150 352 - 354 — 16350 164- 1980 1985 129- 129-50 246 — 246-50 120-50 121 — 385 — 388 — Nordwestbahn . . . . Rudolfs-Bahn . . . . Staatsbahn............ Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Pfa»äiri«s«. Bodenkreditanftalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbanl.......... Ungar. Bodenkredit- . Vri«rit»!»--tkig. klisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb.i. Silber "ranz-Joseph-Bahn. »aliz.K-Ludwigb.l.L. Oest. Nordwest-Bah» Siebenbürger Bahn StaatSbahn, r. Tm. Südbahn L 3 Perz. „ i» S „ . Privatkos«. Kreditanstalt .... Rudolfsstiftung. . . Devisen. London Gekäsortea. Dukaten............ 20 Franc-........... 100 d. Reichsmark Silber.............. Geld 108 SL 117 — 255 — 76 7Ü 110 — 101 50 8850 98 50 93 — 9250 104 75 86 — 100 75 85-75 65 — 15450 110-50 92 50 1605V 1350 118-65 562 49 58-65 109 SO War 108 75 117 L0 25550 77 — 110-25 105 — P9-75 V8 70 93 50 93 — 105 — 8625 101 2K 86 — 65-25 155— 111 — 92-75 160 7S 4 — -18-75 i, 63 9 50 58 75 1>4 — Telegrafischer Kursbericht am 17. Jänner. Papier-Rente 63 80. — Silber-Rente 67'—. — Gold-Rente 75 05. — 1860er Staats-Anlehen 113 80. — Bankaktien 806. — Kreditactien 223'—. — London 118 35. — Silber 103 60. — K. k. Münzdukaten 5 61. — 20-Francs-Stücke 9-45. — 100 Reichsmark 58'40. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.