Du!mt!ier O Jejuna. ^U 294. Donnerstag am 23. Dezember !858. scrtionsstämpcls)._______________________________________________________________ ----->------—-- -- "........'.....-......^^" Amtlichcr Theil. Kaiserliches Patent vom 7. Dezember gillig für dcn ganzen Umfang des Reiches, womit ein Gesetz zum Schutze der gewerblichen Marken und anderen Bezeichnungen erlassen wird. Wir Franz Jose pH der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich; König von Ungarn und Böhmen. König der Lom, bardei und Venedigs, von Dalmatien. Kroatien; Slavonien. Galizicn, Lodomerien und Illyrien. König von Jerusalem :c.; Erzherzog von Oester» reich; Großherzog von Toscana und Krakau; Herzog von Lothringen, von Salzburg, Steyer, Kärnten. Krain nnd der Bulowiua; x. ?c. :c. Um sowodl die Gewerbetreibenden als daS kon> sumirende Publikum gegen die Nachtheile zu schützen, welche ihnen aus dem Mißbrauche von gewerblichen Marken und anderen Bezeichnungen erwachsen, finden Wir. nach Vernehmung Unserer Minister und nach Aubörung Uusercs Reichrathes, das nach. stehende Gesetz znm Schuhe der gewerblichen Mar» ken und andereu Bezeichnungen zn erlassen und uer. orduen d nen. die znm Handels »Verkehr bestimmten Erzeugnisse und Waren eines Gewerbetreibender: von iencn anderer Gewerbetreibenden zu unterscheiden (Siuubil' der. Chiffern, Vigneten u. dgl.) §. 2. Wenn ein Gewerbetreibender sich das Alleinrecht zum Gebrauche einer Marke sichern will, muß er dieselbe nach den Bestimmnugeu des folgen» den Abschnittes registriren lassen. §. 3. Anf Marken, welche in solchen Zeichen bestehen, die bei einzelnen Warcn«Gattungen im Verkcbr allgemein gebräuchlich sind, dann auf solche, die bloß in Buchstaben. Worten oder Zahlen, oder in Staats» und Länder»Wappen bestehen, kann kein Alleinrecht erworben werden. §. 4. Das Alleinrecht anf eine Mcnke schlißt dcn Gebrauch derselben von Seite anderer Gewerbe, treibenden nur bezüglich jener Gattung von Waren aus, zu welcher die Erzengnissc oder Verkehrs»Ge> gcnständc des Gewerbes, für welches die geschützte Marke bestimmt ist, gehören. §. 6. DaS Markenrecht klebt an dem Gewerbs» Uuternchmcu, für welches die Marke blstimmt ist. erlischt mit demselben und wechselt mit ihm den Vesißer. In dem letzteren Falle hat jedoch, außer wenn das Gewerbe durch die Witwe oder cineu minderjäh' ligen Erben des Gewerb» Inhabers oder für Rech« nung einer Erbs» oder Konkursmasse fortgeführt wird. der neue Besiyer binnen drei Monaten die Marke "uf seinen Namen umschreiben zu lassen, widrigen» »alls das Markcmccht erlischt. §. 6. Niemand darf eigenmächtig den Namen, die Firma, das Wappen oder die Benennung des Etablissements eines andereu inländischen Gewerbe» treibenden oder Produzenten zur Bezeichnung von Waren orer Erzeugnissen sich aneignen. §. 7. Alles, was in diesem Gesetze von der Be> zeichnung von Waren gesagt ist. gilt auch für die anf der Verpackung, den Gefäßen, Umhüllungen u. s. w. angebrachten Bezeichnungen. §. 8. An den bestehenden Vorschriften in Be» treff der für gewisse Waren angeordneten besonderen Bezeichnungen, insbesondere deu Puuzirungs'Vor» schriften, wird durch gegenwärtiges Gesetz nichts ge» ändert. II. Negistrirung der Marken. §. 9. Die Marke, für welche eiu Gewerbetrei. bender sich das ausschließliche Gebrauchsrecht (§. 2) sichern will. muß iu zwei Ekemplalen der Handels« und Gewerbekammer, iu der«! Bezirke die Gewerbs» Unternehmung liegt, bei welcher davon Gebrauch gemacht werden soll, übergeben wereeu; das eine Ekemplar wird dem. von der Handels» und Gewerbe» kammer zu führenden MarkeU'Register beigelegt, das andere wird der Partei, mit der im folgenden Pa» ragraphe bestimmte» Bestätigung versehen, zurück» gestellt. §. 10. Auf jedem der beiden Exemplare hat das hiezu von der Handels' und Geweldelammer bestimmte Organ: l») die forllaufende Nummer des Registers, b) Tag „l,d Stunde »er Emreichung, o) deu Namen, auf den die Marke registrirt wurde, li) die Bezeichnung der Gewerbs Unternehmung, für welche sie bestimmt lst, anzumerken und diese Nn> mcrkung mit Beisetzung deS Amtssiegels zu un> terschieiben. §. li. Die Negistriruug unterliegt einer Tare von fünf Gulden, welche in die Kasse der Handels» kammer fließt. §. 12. Mit dem Tage uud der Stunde der Ein. rtichung der Marke bei der Handels« und Gewerbe» kammer beginnt für den Hinterleger das Alleinrecht zum Gebrauche der Marke, und eS wird darnach die Priorität des Anspruches beurtheilt, wenn die gleiche Marke von mehreren Gewerbetreibenden bei der i.äm» lichen orcr bei verschiedenen Handels» und Gewerbe» lammern hinterlegt worden sein sollte. F. 13. Zur Umschreibung eines Markenrechtes im Sinne des §. 6 hat der Bewerber den Beweis der Erwerbung der betreffenden Gewerbs-Unterneh. mung bcizubriugen. Die Umschreibuug unterliegt der gleichen Tare, wie die erste Registrirung. §. 14. Die Marken'Negister habeu bei den Han« dels» und Gcwerbelammern zu Jedermanns Einsicht aufzuliegen. III. Eingriffe, Uebertretungen und Strafen. §. 18. Jeder Eingriff in das Markenrecht. sei es durch die widerrechtliche Aneignung oder Nachma» chuug einer Marke, sei ,S durch d,n Verschleiß der auf solche Art widerrechtlich bezeichneten Waren, be> gründet für ren Verletzten das Recht, anf rie Em» stxlinug des ferneren Gebrauches der widerrechtlichen Marke uud auf die Beseitigung derselben von den damit bezeichneten Waren, soweit sic fur den Verkauf bestimmt sino. zu dringen. Auch kann er verlangen, daß die zur Nachmachung der Marke ausschließlich oder vorzugsweise dienlichen Werkzeuge und Vorrich» lungen für diesen Zweck unbrauchbar gemacht werden, Ansprüche des Verletzten auf Ersaß deS durch deu Eingriff in sei» Markenrecht erlittenen Schadens sind nach dem bürgerlichen Gesetze zu beurlheileu. § 16. E'ne Nachmachuug ist rann vorhanden, wenn die bezüglichen Marken ohne mehr alS gewöhn» licke Aufmerksamkeit nicht zu unterscheiden sind. § 17. Die im § 16 euthalteuen Bestimmungen finden auch gegen Dtl'jemgen Anwendung, der ») den Namen, die Firma, das Wappen oder die besondere Venennung des Etablissements eines anderen inländischen Gewerbetreibenden oder Pro» duzenten zur Bezeichnung von Waren, die für den Verkanf bestimmt sind. widerrechtlich sich an» eignen; b) Erzeugnisse oder Vcrkaufsgegenstande, die mit einer unerlaubten Bezeichnung dieser Art versehen sind, in den Verkehr bringt. §. 18. Ist der Eingriff (§§. 16 und 17) wissent. lich begangen worden, so ist gegen den Schuldigen, nebst der dagegen etwa nach dem allgemeinen Straf. Gesetze eintretenden Bestrafung, eine Geldbuße von 23 bis 600 fl. zu verhängen. §. 19. Bei einem NückfaUe kann die Strafe ocr» doppelt werden. Bei einem neuerlichen Rückfalle ist wiver den Schuldigen nebst der Geldstrafe auch eine Arrcststrafe von einer Woche bis z» drei Mouateu zu verhängen. §. 20. Wenn die Geldstrafe d,n Vermögens» Umständen oder dem Nahrungs-Betriebe des zu Ver» urtheilenden oder seiner Angehörigen zum empfindli» chen Abbrüche gereichen oder ihn an der Erfüllung der auS der strafbaren Handlung entspringenden Ent. schädigung bindern würde, ist sie in Arrest von einem Tage für je fünf Gulden umzuwaudelu. §. 21. Die Slrafbehörde kann auch verfügen, daß das Straf-Erkenntniß veröffentlicht werde. §. 22. Die Strafbeträge fließen in den Armen» fond des OrteS der begangenen Ueberlretung. IV. Behörden und Verfahren. §. 23. Die Verhandlung uud Entscheidung über Eingriffe (§§. 16 und 17). sowie die Untersuchung und Bestrafung der in den §§. 18 und 19 bezeich» ueten Übertretungen steht deu politischen VerwaltungS» Behörden I. Instauz nach den, für das Verfahren und den Instanzenzug bei Gewerbs» Störuugen und Gewerbs» Uebertretungen bestehenden Vorschriften zu. Die politische Behörde entscheidet auch rie vor» kommenden Streitigkeiten über das Marlenrecht, dessen Priorität nnd Ucbertragung. und über die Frage hin» sichtlich der Identität mehrerer Marken. Ueber die im §. 15 erwähnten Emschädigungs» Ansprüche aber steht die Entscheidung dem Zivil'Nich« ter z». §. 24. Eine Strafverhanolung wegen der in diesem Gesetze bezeichneten Geseß-Uebertretungeu darf, in soweit nlcht eine nach dem allgemeinen Strafgesetze von Amtswegen durch die Strafgerichte zu verfolgende strafbare Handlung unterläuft, nur auf Aulangen des Verletzten eingeleitet werden. Wenn jedoch derselbe sein Ausuchen um Vestra. fung noch vor der Kundmachung der behördlichen Ent» scheidung an dcn Angeklagten widerruft, so hat eS. unbeschadet seiner priuatrechtlichen Ansprüche auf Ent» schädigung. von jeder Bestrafung und auch von jeder weiteren Untersuchung zum Behufe der Bestrafung ad» zukommen. §. 26. So oft es sich zur Koustatirung eineS Eingriffes um die Vergleickung zweier Marken hau» delt, hat die Vebörde eincu Befund durch unbefan« gene Sachverständige zu veranlassen. Zur Aufnahme des Befuudes sind auch die Par» teien beizuziehcn und mit ihrcu Aufklärungen und all» fälligen Einwendungen zu hören. Ein Befund kann nur wegen Bedenken gegen die Sachverständigen oder wegen Formgebrechen an» gefochten werden. Ist er mangelhaft oder undeutlich, kann auf dessen Vervollständigung gedrungen werde». Eine Ueberschau ist nicht gestattet. §, 26. Der Verletzte ist berechtigt, noch vor der Eulscheidung über seine Beschwerde die Beschlagnahme oder sonstige Verwahrung der. gegen die Bestimmun» gen dieses Gesetzes bezeichneten Waren und der dazu verwendeten Werkzeuge zu verlangen. Die politische Behörde hat dieselbe über Vor. Weisung des hinausgegebenen, nach §. 10 beglaubig/ ten Marken'Ekemplars sogleich zu verfügen. Es bleibt jedoch ihrem Elmcsseu überlassen, eine ««V« vorläufige SichersteUung fur Schimpf und Schaden des Geklagten zu verlangen. V. Vorübergehende V estimmun gen. §. 27. Auch die Oewelbetreibenden, welche schon dermalen eine Marke führen, können daS ausschließ« liche Gebrauchsrecht derselbe,, nur nach dcn Bedingun> gcn tiefes Gesetzes erwerben. §, 28. Zu riesem Ende wird ihnen die Frist bis Ende des Moualcs Juni 18ii9 mit der Wirkung zugestanden. d«ß durch die Regislrirung der Marke innerdalb dieser Frist cincm Jeden das Recht gesichert bleibt, die Priorität seiner, »or dem Erscheinen die> ses Gesetzes gebrauchten Marke auch gegen Jeden geltend zu machen, der ihm in dcr Registrirnng der nämlichen Marke zuvorgekommen wäre. sie aber thatsächlich bis zur Einführung dieses Gcsetzes nicht gifül'tt bat. §. 29. Haben aber vor der Wirksamkeit dieses Ocseyes Mehrere die nämliche Marke gcfübrt. so er< wirl't unltr denjenige» von ibnen. welche dicsc M.nkc innerhalb der im K. 28 beslimmte» Frist rrgistrirc» lassen, jener ras anSschließendc Markenrecht. der er« weiset, paß er sie frübcr als die übrige» geführt hat. Einen Streit hierüber hett lie politische Behmde uach Anhörung dcr streitenden Theile, auf Gruittlage der von ihnen ül'er deu frühere,, Pegiun des bisherigen Gebrauches der Marke gelieferten Veweise zu ent. scheiden. Hierbei ist in jenen Landeslbeilcn. wo schon vor dem Elscheincn dieses Gesetzes Marken'Register (Zei> ä,rn> Rollen :c.) unter öffentlicher Beglaubigung ge» führt wurden, der Inhalt der letzteren. wof,ru dage-gen kein Vcdeukeu obwaltet, maßgebend. Kanu aber keiner der Streitenden einen Vewcis über den längere» Gebrauch einer solche» Marke vor den Uebrigen licrstcllcn. so cnlscheidet das ^!oos. §, 30. Für Marken, welche erst nach dem 30. Juni 1839 znr Negistrirnng überreicht werden, kaou aus ihrer allfälligen Anwendung vor dem Elschcinc» dieses Gesetzes, ein Prioritäts Anspruch uicht abgelei» let werde». Nieu am 7. Dezember 18K8. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entschließung vom 14, Dezember I. I. dem Professor der pathologischen Anatomic an der Nie. ucr Universität. Doktor Karl NokitanSly < in allergnädigster Würdigung seiner vielfältigen und mehrjährigen ausgezeichneten u»d seltenen Perdieuste l,m die Wissenschaft und die leidende Menschheit, den Titel und Charakter eines k. k. Regierungrathcs mit Nachsicht der Taxen huldvollst zu verleihen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entschließung vom 13. Dezember d. I. dem Natbe dcs Mailänder Landesgcrichtes. Dr. Giorgio Caste lli. in Aüerkeniinug seiner vieljährigcn und vorzüglichen Dicuste. lakfrei dcn Titel uud Charakter eines Oberlanresgerichtrathes allergnädigst zu uerlci' heu gernht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit AUer> höchster Entschließung vom 18. Dezember l. I. den Oberlandesa/richtsrath in Pcsth. Karl 5.'c m a y e r, zum Vize'Präsidenten des Oberlandesgcrichtcö z» Großwardeiu allergnädigst zu erneuncn gcrubt. Se. k. k. Apostolische Maj.stät babcn mit Aller» höchster Entschließung vom 18. Dezember d, I. die LaudeSgerichtsrälhe Rudolf Stein in Vrür nno Dr. Guido Schindler in Prag zu Räthen des bövmi schin Oberlandeögcrichtes allergnädigst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Eorrespondenz. Trieft. 21. Dezember. z DaS Iabr. welch.ö unter so schwierigen lom« merzielien Verhältnissen sei» Ocburlsfest feieric, geh, zu E»de, obnc daß es mit irgend einer bemerk.us. werlheu That abschlöße. Der Jänner alarnnrte Triest mil der Hanrclskrise. und so wenig sie bier augenblicklich bemerkt wurde, so wenig fühlbar ist sie heule. D>e Geschäfte gcheu rub'g ihren Gang fon und weiln auch nicht mit übermäßigem Schwung, doch rege; die Agcmen auöiräriiger Hänjer klage» wob!, allein die klagen immer. Nenn man in misirälllgen Mauern eine Notiz über Tuest findet, so bespiicht diese sehr oft den Maugcl au Sicherheit; es gibt ciue Zabl hiesiger Verickterstatter. die jcd,n Diebstahl mit einer Sorgfalt registrirc» . als ob die hiesigen Spit) bnben deßhalb dier und da ein Lebenszeichen von sich gäben, damit etwas über Triest geschrieben werden köüne. E»dc voriger Woche wurde dcr Postwagen, welcher des Morgens nach 6 Uhr auö Fiume bier au° kommt, seines Felleisens beraubt, in de lrouilieu wareu in deu letzten Nächten, namentlich während die Gasflammen nicht brannten, verstärkt; der Magistrat hat sein Budget für diese Ausgabe um >'iU00 fi. crböbt u»d es st. Hl zu Hoffen, daß manche Kmrcspondenlcu in Zukunft ciucu ander» Stoff suchen müsse». Sie haben dcr l'icsigen Zeitung das endliche Zli> standckonimen populär < wlsseuschaflllcher Vorlesungeu enlnoiumen; ich habe Ihnen bisher weiter »ichis be> richtet, weil sich mancherlei Hindernisse der gnten Sache entgegenstellen, doch si»d diese heute beseitigt und die erste Vorlesung ist Anfangs des nächsten Mo> nalS zu erwarlcu. Unser verdienstvoller Archäolog, Dr. Kandier, wiro sie eröffnen; als Mitglied der Aka> dcmie der Wissenschaften gebührt ihm der Vorzng. — Die Vortrage, welche sich einer mehr als lebhaften Theilnahme rrflcnen, werde» zum größte» Tl>il in denlscher Sprache, nnr einige in italienischer uno ftau> höflicher Sprache gehalten werden; das wird dem —ll—Mitarbeiter der Augsburger uicht ganz lieb sein; darnach fragt mau hicr aber so wenig, wie nach den Notizen eines Wiener Blattes, welches sich von hier schreiben läßt. die Porlesungen seien seil 10 Jahren oie erste wissenschaftliche Regung, die von den Deut» scheu in Triest geboten würde. — Das Zustandekom» mcu dieser Vorlesungen hat, ohne daß diese selbst be> gonneu haben, heute schon das Oute. die Mitglie» dcr des Kuuiu^tto l!i i>liuf?lV3 z»m Abhalleu äh»> licher augercgt zu habeu, die freilich den dculscheu Vorlrag allsschlicße»; uicUeicht bringt da die Zeit Konzessionen, die den Tricsteru nur nützlich sein können. Im Iäinier oder Anfang Februar finden zu Ehre» der bairischeu Prinzessin. — Schwester Ihrer k. l, Majestät — die den Kronprinzen von Neapel heira> thcl, große Festlichkeiten Slati; eine neapolitanische Escadre wird hier eintrcffeu. eine österreichische wird gebildet, und erstere iii der Bucht vou Servola be< grüüt. — Herr Rappoldi gefallt hier sehr, er gibt heule sciu Abschiedskonzert im llieull'0 liloclicUlUlMlicc,. »achdlnl er gestern in dem Saal ^Vri, gespielt. Für die Karucvalsaison kommen im großen Thcatcr 3 Opcru uud 2 Valelts zur Aufführung; ob an der Wiege der Saison nächsten Sonnlag sich die SlurM'Szenen vom Herbst wiederholen werden? Der Imprc^m'io gtt't dirß Jahr auch mehrere Maskenbälle im Theater, die wohl mit der ^llnoniu lonkurrireu sollen. aber den Börsen der Impi-<_««l,i-ii so wcuig N»pcu schaffen werde», so wenig die Maskcufrcuoe dabei gcwiuut. iO e st e r r e i ch. Wieu. Ihre Maj. die Kaiserin Karolina Augusta habeu vor der Abreise von Salburg der armen Vi« kariatölirche Kiimmel im Oberpinzgal, ciu Msßkleid. Pllivlal und Velnn, zukommen wsse». Ihre k. Hodcücn der durchlauchtigste Herr Erz> herzog Gcuelalgouverneur Fcrdinaud Mar n»o die durchlauchtigste Frau Erzherzog», Charlotte haben am lä. o. M. um 8 Uhr Morgens iu der unlerildl,chen St. Carlo.KapeUe dcr Kalhedrale i,' Mailano vor den dort ausgestellten Reliquien eine Y. Messe gehört, das h. Abendmakl cuipfangen uno der Kapclle l'ei dieieu. Anlasse lin kostbares, reich mit Oolo gesticktes Meß» gewand gespendet. Sowohl m der N'äl)e des Douis als auch in denis'lben drängie sich eine zahlreiche, uo» oem so frühen Erichciue» Ilner l. Hoheiten überraschte Volksmenge. d>c nicht cher auseinandcrgiüg. als bis sie Höchstdieselbeu luiedcr iu die HofequiP^gc steigen und nach dem Resioenzpallaste zlirnckcchreu gesehen halle. Se. k. Hoheit der durchlauchtigste H.rr Erzherzog Ludwig habeu vor der Abreise vou Graz der l. l. Polizeldireklion daselbst dcu Vclrag uou 199 st. CM. zur Verlheilnug a>, wahrhaft Düiflige zusteUeu las« sci,. welcher seiner Bestimmung bereits zugeführt wor oc» ist. Wieu. 21. Dez. Einer Verhandlung dcr Wie. ner Handelskammer cm»cvmen wir, daß in Folge eines Kommissionberichtcö üdcr ein vorüe^cndrs Pro. jelt zur Gründung einer GcwerbcoorschiiN'aus, dieses zwar abgelehnt wuroe, die Handelskammer jedoch mit ancrkc»ncnswerthcr Vcciferung die Gelegocheit cr> griff, um den Vorschlag zu einer derartigen Anstalt sc lost ausarbelttn zn lasse». Jenes Projekt beruhte auf dem Grundsaye. wonach im Auslande mehrere derartige Vankc» errichtet si»d. nämlich der Einzah-lung von 2ü Perzenl von Seite derjenige» Thei,nh-mer. Vereu Kreoilfähigkeit bei dcr Anstalt auf das Vierfache bemesftu worden wäre. Die während der Dislussiou beigebrachte» Gegengründe verdienen jede», falls berücksichtigt und gewürdigt zu werde». Mcr< di,igs möchte es sich darum bandeln. die Wirksamkcil cincr derartigen Anstalt bis a» die lieferen Schichten der gcwerbtn'ibcndlN Klass.n innerb.llb dcr Gre»^c!' der Kapilalssichelheit anszudebnen ; diesen beiden wich lige» Rücksichten nach Möglichkeit gerecht zu werden list der Zweck uud die Frage, ob eine besondere A> stall dafür zu errichten, oder ein Anschluß a» die be» eeits bestehenden Kredilinftitute, erscheint nach dem Ermesse» der Kammer lediglich als eine Formfrage. die nach Maügabe der wahrscheinlich größeren Förde« rnug des Zweckes zn lösen. Triest. 21. Dez. Heute Morgens erhielt das kaiserl. französische Konsulat uud die 1. Sektion des Lloyd die Nachricht, daß das französische Varkschiff ..Euchcria Paul", theilweise bel.ideu, vou Nantes nnd Civitavecchia kommcnd. bei S. Audrea di ^eg»a»o auf^cfahre» sci. Es ivurde sogleich das Nötbige an« geordnet, um ciucu Dampfer mit Lichlcrschiffc» uno dcr erforderlichen HilfsMannschaft unter der Leitung des Kapiiäns Hrn. F. Leva au Ort und Stelle ab« zusenden. Verona. 2l. Dez. Gestern begann die zur Untersuchung der Fübruug der Eiseubahn von hier nach Votzen niedergesetzte Kommisswu ihre Arbeiten. — Aus Pavia schrobt ma», daß dcr Mörder des Professors Vriccio nach Aussage dcs Sterbenden ein schlecht gekleideter Ma»n vou nngefäbr 33 I^tireu war. wadrscheiolich cin gedungener Meuchelmörder vou jenseilö der Grenze. AIs Aemeggrnud dcr Schand' lh>>t wird politische Rache bezeichnet. Mailand. 19. Dez. Die Eise»bahugesellscl>ift dcr Strecke zwischen Tornavcuto und Sesto Caleude beschloß zum Vchnfe dcr raschere» Vollendung der Bauten zur Abschließnng eines Anlehens zn schreiten. — Ans Mailand, 19. Dez., wird der „Tr. Ztg." gemeldet, daß eiu dcu böchsten Kieiscu der Aristokratie an^ebörender, auch iu ?eu deutschen Erb« lauden begütericr Ec-clmann, dcsscn Nanie in Triest wohl bekannt ist. wege» einer iu hobem Grade straf» lichcu Uugezogciiheit, die er sich zu Schulden kommen ließ. den Vcfebl erbielt, Mailand binnc» 2e der Dckau des Linienschiffes „Rctrissau" den griechisch« oribodozcn Goüesdienft, worauf die Grundstlinlegung von dcm Großfürsten persönlich uorgenonnncn wnrde. Die außerhalb des Zolles aufgestellten russische» Ma< lrosen ' uno Soldatenabtheilungen brachen sodann lit ciu dreimaliges ^Hurrah" alls. Man sagl mir. daß dieser Alt noch viel festlicher u»i> glänzender began« gc» worden wäle, lvcn» man nicht die Nachricht vou einer ernste» Erkrankung der Kaiserin > Mutter von Rußland erhalte» hätte. Nach einer zweiten, gestern Abends hkr eingetroffenen telegraphischen Depesche sol! sie sich wieder clwas besser befinde». Indessen wurde dennoch das Ballfesl, welches heute Abend die Offiziere der picmoiilcsischc» Garnison von Villafranca deu Russen geben wollten, bis auf WeilcreS abgesagt. — Vorgestern lief die russische Korvette „Nurik" in Villafrauc., ein. mit wclchcr sich dcr Großfürst Kon« stautin künftigen Mittwoch »ach Cannes und Toulou begeben wird. Im letzteren Hafeu wird er dicßmal nur 2 Tage verweilen uud dann direkte nach Paris reisen, wo er vo» dcm Kaiser Napoleon eine «drin« genre" Einladung erhallen hat. So wenigstens ist in den picmonlcsischcn Blätter» zu lesen. — Zwischen ocr piemonlesischen Regiernng n»d dem Prinze» Karl 111. von Monaco ist cine Differenz wegen einer Ka> ferne cnlstanocii, die im vcrsiosftncn Sommer adge» bräunt ist. und welche für die picmontcsische Garni« so» bestimmt, der Fürst von Monaco nicht mehr her» stellen lassen will. Wie man mir sagt, habc die Rc« giernng in Turin 0cm Fürsten Karl gedroht, die piemoutcsische Garniso» so lange bei den Eiuwoh» ncrn Monaco's gratis untelbringen zu lasseu. bis sich die Kaserne im wohulichen Zustande befindet. Frankreich. Paris. 17. Dez. Eine Differenz schwebt ge« genwärtig zwischen dcm portngiesischen und dcm frau« zöslschcu Gouvernenlent. welche glücklicherweise vo,l minder beunruhigendem Charakter ist als die «Char» Ies.Gcorgeö"'Ans,cIegfnl>cit, nnd eine befriedigendere Erledigung hoffen läßt. Eine junge Dame uou gu« lcr Familie. Fräulein V„ hatte das väterliche Hans «RVV verlassen, um einen Portugiesen zu heiraten, den sie liebte. Sie hatte sich in ein sehr respektables Asyl zurückgezogen u»d weigerte sich, oer Reklamation ihrer Familie Folge zu leisten. Die Letztere bestrilt jene Ausdehnung des freien Willens, welche die portugie« fischen Gesetze gewahren. Das Ministerinn, oer aus« wärtigen Angelegenheiten aber soll sich schließlich zu Gunsten des jungin Mädchens ausgesprochen haben; es sei. sagt man. bei dieser Entscheidung durch die Erwägung geleilet, daß uicht selten auch Franzosen wider den Willen portugiesischer Familien von jenem Gesetze Gebrauch gemacht haben. — Ein sehr ernstes Faktum hat sich in einer der bedeutenderen Städte des Departements Sein gekillt, deren Endresultat die Absetzung des Maires sein wird. — Der „Monileur" schildert iil einem sebr um. fassenden Berichte aus Bangkok den am 23. Oktober am Hofe des Königs von Siam erfolgten glänzenden Empfang des nencn französischen KonsnlS, des Herrn von C.'slcluau. Der Konsul wurde von Msgr. den, Vischofc von Mallos begleitet, der bei dieser feierli. chen Gelegenheit das Dolmetscher» Amt übernommen hatte. Dem Konsul und ausnahmsweise auch dem Bischöfe war im große» Audici'zsaale ein Polster in die Nähe des Thrones und in gleicher Neihc mit den Prinzen von Geblüt gelegt worden. Herr von Ca> stelilau wies in seiner Anrede an den König darauf hin. daß er zwar der erste französische Resident in Bangkok sei, doch daß schon vor zweihundert Jahren der damalige König von Frankreich mit dem damali. gen Könige von Siam Freundschaft geschlossen habe. Somdetsch Phra. Paramanrer Maba Mougkut. der größte König vou Siam. desftn Negiernug 2720 Tage zählt. entgegncte, jener König von Siam habe Plna Na Nhace. zener König uo» Frankreich Ludwig XlV. geheißen. u»d uur die viele-u Negierungs'Wcch' sel und Revolution seien Schuln an der Unterbrechung der sreuuoschaflllchen Veziehnngen zwischen beiden Ländern gewesen. Uebrigens l'abc seit jenen Zeiten der Hof den Zeremonien und Gewohnheiten der rö> misch. klitholischc-ii Pilkstcr kclü Hi»0slül'ß iu rci> Weg gelegl. Ii, unscrr» Tc,a<>l' mm habe der Kai« scr Napoleon, „der da ist der König der Könige", neue Frnindschafls - und Handels > Verbindungen an' geknüpft, worüber er. der König von Siam, große Frende empfunden habe. Nach dieser Ncde lud der König den Konsul und das Konsulats «Personal zu einem Imbisse cm. Paris. 17. Dez. Der kaiseilche Gerichtshof in Algerien wurde durch Dekret vom 4 6. d. M., so weil es die Verhältnisse gestatte,,, ivic die Gerichts» Höfe l>cS Mutterlandes el'ua/richttt Der Gerichtshof, der bisher uur Emeu Präsidenten und Einen Vize» Präsidenten halte, erhält demnach einen ersten Prä-sidentcn. zwei Kammer-Präsidenlen und statt der bis« berigei! vierzehn Nälbe siebenzcbn; oer General'Pro» knralor ist in Folge der Eünnniliig eines ersten Prä» sldenten nicht mehr Cl'ef der Justiz; wie in Fianlreich wird einer der General» Advokaten seines Paiquets zum ersten Gcneral'Aovokattn enianül. D>'r Hof bc> steht ans drei Kammern.- einer Zivilgerichls'. einer Zi^chtpoüzeisscril-bts' und einer Auklange.Kauimer. Iu Zivil» »uo Zuchtpolizei' Sachen ist der kaiserliche Ge» richlslwf in Algerien denjenigen in Fi^ukreich uollstän» di,^ alllch!McM, in Kliiulu.il-Sachcu bildet l^ic Errich» lung einer Anklage 11 Ubr a>, Aord der Al>mira' lilälö.zjacht „Vl^ck-Eaglc" vo» Ostende iu Dover ein» getroffen. Zum Präsidenten der ostiudischcn Kompagnie ist für's uäel»ste Jahr das Parl.imeutsmilalied Oberst Su> kcs mit Einstimmigkeit erwählt worden. — Die neuesten Nachrichten aus Indien werden in militärischer Veziebnng als ungemei» günstig an» Ulseben, so. raß mebrere Vlätler die Ansicht aus. sprechen, mau werde mit der nächsten oder z,reilnäch> Neu Post km, tigeiilllcheS Krie^büllci!» mehr bckoai. me,!. Der „Advertiser" zweifelt nicht, daß die eug. l'sclie Hlllsch.ift in Indien künftig eine weit größere < Festigkeit als vor der Enipöiung besitzen werde. Die »Times" sagt: Wir baben den Sturm überstanden, ^ luid »un gill es. dic Spur seiner Veibeesungeu zu "lrwischci! — auch keine geringe Aufgabe, wie der 'Korrespondent aus Calcutta (in seinen Vemerlungen über das Defizit) genugsam augedeutet hat." — Ein gemeiner Soldat. Thomas Töle, der im Jänner deS IabreS 1865 aus dem Lager vor Sebastopol zum Feinde übcrgegaugcn war und durch seine Aussagen über die Disposition im verbündeten Heer die Russen zu cinem UeberfaUs-Versuche vermocht halle, ist durch das Kriegsgericht zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt worden. Er war bis Ende des vorigen Jahres in Nußlaud geblieben, von wo er durch den Gesandten. Lord Nodehouse, nach Eng» land befördert wurde. Das Urtbeil des Kriegsgerichts ist vom Herzog von Cambridge bestätigt woroeu. London, 18. Dezember. Der Prinz von Wales traf vorgestern Abends von Ostende aus in Dover ein und brachte die Nacht in Lord Warden Hotel zn. Am nächste» Morgen reiste er nach OS» borne ab. Der jüngere Bruder, Prinz Alfred, lau« dete am 29. November an Bord deS Kriegsschiffes „Euryaluö" zu Gibraltar, traf von dort aus am 6. Dezember iu Tanger ein und schiffte sich am selben Tage wieder ein, nachdem er der Hochzeit einer schö» nen junge» Jüdin, der Tochter eines der bedeutend» steil Handelsherren der Stadt, beigewohnt hatte. — Eine Post von den Tongesischen oder Freund-schaftSinscln bringt uns wieder Kunde von einer Au-griffsbcweguug, welche die Franzosen auf jene Gruppe gemacht haben. Der eingeborne Gouverneur von Habai wollte zwei französische Priester nicht laudeu lasseu und handelte dadurch dem Vertrage zuwider, in welchem der Köuig der FreundschaftSinseln den Franzosen jeden Stanoes die freie Ansiedelung znge» standen und alle Strafen oder Verbote gegen oas Bekennen des katholischen Gluubeus abgeschafft hatte. Die Priester riefen ein französisches Kriegsschiff zu Hilfe. Der Befehlshaber dieses Schiffes begnügte sich nicht mit einer solchen Abbitte und Oenugthu« nng. wie er sie iu einem ähnlichen Falle von einem zivüisirten Staate gefordert ha!>eu würde, sondern nahm die Gelegenheit wahr. der französischen Mission Vortheile zn erringen, welche sie auk eine andere Weise nicht hätte erlangen können. Er zwang ecn König Georg nicht uur, den Priestern eben so viel Grund und Voden. wie früher der Wesleyauischen Mission, zu schenken, sondern ihnen darauf Gebäude desselben Umfanges uud Charakters wie die der Nes» leyanischcn zn errichten. Dic englischen Blätter sehen dariu Befürchtungen einer Eroberungspolitik Frankreichs iu Polynesien. Ionische Inseln. Corfu, 18. Dcz. Sir Gladstone ist am 10. d. M. iu Ocphlilonia angllommen uud mit großem Elllblisiaünnis empfangen worden. Die Vertreter der Stadt übeircichleu ihm dessenungeachtet ei»c Denk» schrist zu Gunsten der Vereinigung mit Griechenland. Gladstone erklärte dem Metropoliten, seine Instruk» lionen gestatteten ihm nicht über eiue derartige Union zn verhandeln. Am 14. d. M. wurde er in Zanle erwartet, wo die hellenische Partei ebenfalls Demon» strationcn nach ihrem Sinne vorbereitete. Türkei. Von der m o u t c n e g r. Grenze, 11. Dcz.. wiro oem „Ossew. trieft." glmel>cl, daß der Woiwooe von Grahooo. Anton Vujacich. einige Notabel» dieses Bezirkes zu sich geladen u»d ibneu eröffnet habe. r.,ß oem in Konslanlinopel aufgcnommeneu Protokolle zufolge die Bezirke Supa Nischka. Baniam, das kleine Fort Klobuck mit seinem Gebiete und einige Dorf schaftcn, darunter Corienica mit seinem Gebiete. Snl'ci. Svinic und Crusevice dem Woivodal von Grahovo zu Ouusteu Montenegro's einverleibt wor> den seien. Vermischte Nachrichten. Der erste Treffer der StaalSIotterie für Wohl-ldätigkcilszwccke mit 15.000 Stück Dukaten wurde, so viel bis jetzt bekannt ist. nach Italien versendet, rcr zweite Treffer, mit 6000 Stück Dukaten wnrde in Trient und der krittc Treffer mit 3000 Stück Dukaten in Rußoorf bei Wien verkauft. —Se. Hoh. derHerzog vonSachsen'Kobnr^Gotha < hat dic Ehrcumitgliedschaft der in Wicn bestehenden . „Niitergesellschaft r'on der grüueu Insel" angenom» ! inen. Diese Nittergeselischaft hat sich im Jahre 1849 iu der Lcopoldstadt gebildet uud führt deßhalb den , Namen «von der grünen Insel." Sie bestand groß-tenthetls aus Mitgliedern des Karltheaters und einige», andern anfgeweckten Geistern. Der damalige „Großmeister" bekleidet noch heute diese Würoe ilf der Person des Herrn Friedrich Kaiser. Die Versammlung war wöchentlich ein Mal ini «Sperl.« Nach mehreren innern Zwistigkeiten, welche beinahe die Auflösung dieser heitern Gesellschaft herbeigeführt hätten, wählte sie, zur größeren Bequemlichkeit aller Theilnchmer, einen Versammlungsort in der innern Stadt, wo sie jeden Dinstag „Kapitel hält" und gegenwärtig so zahlreich vertreten ist, daß es ihr an Platz mangelt. Der Zweck oer Gesellschaft ist, au< ßer dem geselligen Vergnügen, noch oer Erweitc» rung uno Vervollkommnung der deutschen Sprache, der Unterstützung armer Künstler uno andern huma-nitären Bestrebungen gewidmet. Um Mitglied zu werden, muß man Literal, ausübender Künstler sem oder als Dilettant in irgend einem Fache einen Na» men haben. Die Gesellschaft ist eingetheilt in Kom> thure, Ritter, Knappen und den Troß. Empfohlene Fremde erhalten als «Pilgrime« Zutritt für einen Abend. Dem Großmeister steht der Kanzler und der Gcheimschreibcr znr Seite, ein „Almosenier", Säckel» meistcr uud allerlei gründliche Bezeichnungen aus der Ritlerwelt leben da wieder auf. Bei festlichen Gele» genheiten werden besondere „Kapitel" gehalten mit einem eigenthümlichen Kostüme. So: ein Gründungs« kapitcl, ein Bauerukapitel (Casttlli's Geburtstag), ein Narrcukapitel (im Fasching) und ähnliche. Es besteht eine „Kapitel'Zeitung", welche in den launenhaftesten Einfällen dic vorfallenden Gebrechen und Narretheien geißelt, ein „Pimpcrl«Theater" und selbst ein „Vete» ranen» Orden" für 12 Mitglieder, welche Gründer waren. Die Dichter müssen abwechselnd von 8 zu 8 Tagen ein Gedicht vorlegen, die Musiker zu je 14 Tageu eine Komposition, die Maler und Zeichner in je 6 Wochen irgend eine Darstellung, welche Gegen» stände sorgfällig gesammelt werden u. s. w. Zur Erstrebllng des oben glNannten Zweckes der Humanität, zur Erhaltung der von Lehmann dekoritten Lokalität, leistet jedes Mitglied einen wöchentlichen Veitrag von 30 Nenkrcuzern; wer ein fremdes Wort in die deutsche Sprache mengt, zahlt als Sm,fe zwei Neukreuzer. — Der Herzog von Devonshire, den seine Nuhe nie verließ, war einst im Beefsteal»Cluv zurückgeblie. ben und las, an den Kamin gelehnt, Zeitungen, wäh» rend ein anderes Elub'Mitglieo, ciu alicr Herr, in dieselbe Beschäftigung vettteft war. Eiuige Stuuden später tritt der Diener ei» und fragt, ob man nichts bedürfe, wobei er bemerkt, daß dem allen Herrn die Zeitung entfallen ist und er mehr über dle Stuhl» lehne herabhängt, als eine sitzende Stellung linuimiut. «Um GottcswMen!" ruft er aus, nachdem er ihn untersucht, „der Herr ist ja todt: den muß oer Schlag getroffen haben!" «Freilich", erwiedert der Herzog, langsam von seiner Zeitung aufsehend, »schon vor einer Stunde habe ich cö bemerkt." Todesfall. Graz. 17. Dez. Gestern starb hier Herr Johann A. Löser, ein langjähriger Mitarbeiter an unserer «andes« zeitling, dem früheren „Aufmerksamen" und zuletzt der „Tagespost." Was er leistete, verdankte er als Auto-didakt sich selbst. Eines aber gereicht ihn, zur höchsten Ehre, die allbekannte, jedem Einflüsse unzugängliche Red« lichkeit, mit welcher er Jahrelang seiner Aufgabe als Theater-Referent »ach bestem Gewissen und nicht ohne Talent nachkam. Telegramme. Berlin. 21. Dez. Der „Staatsanzeiger" ent. hält eine Verordnung, wodurch beide Landtagshäuser zum 12. Jänner 1859 einberufen werden. Paris, 2l. Dez Die Verhauolung des Rc. kurscs des Grafen Montalembert bat heule 11'/. Uhr Morgens begonnen. 7'/« Ul>r Abends. Der Gcn'chtsdof sprach den Grafen Molilalc.l.bert vou ?cr Anklage, oic Veiftissnng lnigegilffe,! zu leiben, frei, hielt jec>och die übrigen Anfinden anflecht. Die G'fäugniöstrafe ermäßigte er auf 3 Monaie. ließ es jedoch bei der Gelobuße von 3000 Fr. bewenden. Der Großfürst Konstantin soll schon heute Abends „ach Toulon zurückkehren. Meteorologische Beobachtungen in Laib ach. ^ Zeit d.r „, . , >, Lufttemperatur nn ' >. «n .. ^ifderschlag T " 3 Älol'.chtung Varomcttlstand ^ y^^ Wlnb Witterung l'iüun, 24 Stund.» in ______________________________________________!_________________________________^____________Pariser Linien !i t. Dezember 6 Uhr Mrg. A'.'ä. 75 —3.7 Gr^ 0^ still bewölkt '------- 2 « ;'lchm, X2?.«.'l -ft. 7 ., KW. still blwülft 25« ___________W ^ Ab>. ^ -l^" -l.5 .. n. ___ ^ll bnvöM 22. „ 6 Uhr M>g. ^2». 13 — ö.<> Gr. W?.55 81.35 Nus d National-Anlchen zu 5'/, für >0l' ff. 86, l 0 86.20 VomIahre 185'. Scr. L. zuä'.für l»»0 fi. —.— — — Metalliqutszuö'/, , ir >0» fl. 85 ly 85.20 >cito zu4V,'/, .. l0U . 75,75 7«.— mit Veilos. v. I. 1534 f. «<»!» fi. 3l8 — 320.— „ !8^!> „ ^00 „ 13750 ,38 — « 1854 .. !<>0 „ l>5 « 1,5,^0 C»mo'Nente»scheine zu 42 1^. »uzw. 46>,t> 17.— 1^ der Rrouländer. Grün dentlastuugs' Obligationen v. Nied, Oesterr. z. 5'/, für ,A» st 84.'iU 9550 „Ungarn. . ..5'/. „ »00. 84. 8^75 „ Tem. Banat, Kroat. u. Slau. zu 5'/, f. l 00 ,1, 83 — 8.". 7,', .. Galizien . . zu ü'/. für lyU ft. 81.50 84.— „ der Bukowina „ 5'/« „ t0U ., 83.— 83.50 „ Siebenbürgen . 5'/« „ U>0 ^ 83— "3.5>) „ ant. Kronländer ., 5'/« .. 1"0 „ W.50 l) .5» m. der Ncrlo'ungs-Klaustl l8»',7zu5'/« f- l00 fl. —. - —- - Aktien der Nationalbank pr. St......1003,— 1006.— d. Kredit-Anstalt für Handel u. Gewerbe zu 200si. ü. W. ftr. St........'^47 70 2^7,80 d, n.M. Tilompti-Gesellschaft zu 500 fi. CM. N22 — 8^5.— d. Kais Ferd,.Nor^. 1000^. CM.pr.Sl. I«U2.— >804,— v. Staats-^i enb . Gesellschaft j» ii00 ft. GD<. oder 500 Fr. pr. St. .......255.10 L55.20 d. Kais. Üllsabeth-Aahn zu 200 ft (5 ^i. mit ,00 ss. (50°/.) Eilijahlung pr St. , . 85 50 85.«0 d süd nori'deiKsch Verbindb. s00il.CM,ft St. l83.50 184 — > Theißbahn zu 20» «. CM. mit 100 st. (..0'/.) Einzahlung pr. St........10.x— 105.10 b, lomb. veuet. Eisenbahn z» 57.^8 kr. (40'/,) Einzahl, l l!).50 l'l>mg pr. St. W 60 «7.— d. öst. Donau Da»,pfsch,ff-Gesellschaft zu 500 st. CM. pr. St.........5'^.— 5^0 — d. üfterr. Lloy? in Triest zu 500 ft. EM. . . 345.- —.— d. Wiener Dampfm Akt.-^cs. z„ .M» ff. CM. -W5.— 4l0.— Pfandbriefe d.r l!jährig zu5'/. filr l00ft. . . 99 25 99.50 Natio,,albant >0jährig zu 5'/. fü». 100 fl. . 95.— 95.50 auf CM. uer!osbar zu5'/. fär !00st. . l>0.~~ 90.50 der Natioua bank^ l-imimatlich zu5'/, für 100fl. 99.25 99.50 auf üst. Währung i vnlo«l-ar zu 5'/« für l 00 ft. 85.50 56. — Uose der Kridit-Anftalt für H^ndil und Gewerbe zu <00 ft. üst.n^ Wähniug pr. 5t.. . tU2.40 102.50 „ Douau-Dampsfchifffahrt Gesellschaft zu zu 100 fl C. M. pr. St......10Z.50 W«.- Esterhäzy ^u ^0 fl, CM. pr. St. ... ?s,5 > 79.— Salm „ 40 „ „ „ ^ ... 41 — ^,1.50 Palffy „ ^.0 „ ., ., „ ... 3«.— 3«.«0 Clary « «0 „ ., ^ .....37.25 37.75 St. ^enois « ^0 ^ ., ^ ., . . . 38. - 3850 Windischgräz „ 20 ., „ „ „ ... 2'<.!() 2450 Waldstciu « 20 „ ., „ ^ ... 2U.75 ^7.25 Kcglcuich „ l0 „ ^ „ „ ... 15.»>0 lä.<)0 Effekten - Kurse vom 22. Dezember 1838. 1. Weffentliche Schuld. ä. des Staates. In üsterr. Währu,'g . zu5'/. fur 100 ft. 81.15 ö. W. Aus dem National'Aulehc» zu 5'/, für 0»i fi. 86.! 0 ö. W, Mctalliques.....^ 5«/. detto 8,,.w ö. W. Melallique«.....,4 12',, d'tto 76.25 ö, W. !l».it Verlesung: Vom Jahre »834 detto 320 ö. W. ., 1854 detto !1Ü,2,i o. W. L. Der Kronländcr. Vrundenllastunssl-Vbligationtn. V.-n Ungarn....., 5^/, i»tto 84 ^0 ü. W. > „ E!ebendi,lgen . . „5"/, deito d3 i>0 ö W, 2. isabelh-Wenb,,h!! zu 2lw ß. l»it 10i> ft (50°/,) Einzahl........detto 8« ö. W „ Kaiser Fr. Ios. Oricntbah» :c. detto 67. ö. W. „ üst. D^nau-DampfschifffahrtS-Gcsellschaft zu 500 ft. . . dctto 525. ö W. 3. Pfandbriefe. Der Natioualb. auf CM. «jähr. zu 5'/, für l«0 fl. 9!).30 ö. W. 4. Lose. Der Kredit-Anstalt für Handel und Gewerbe ......pr. Stück. 102.50 ö. W. Wechsel-Kurse vom 22. Dezember 1858. 3 Monate. Aua Sbur g . . für l00 ss. subd. Nährung . 86,30 Frankfurt a. M. für l 00 fl. südd. Währung 86.40 Hamburg . . „ 1W Mark Vanco . . . 7st 30 Livorno . . „100 toSkanischc Lire . . 34.50 London ... „10 Pfund Sterling . . 102. Mailand .. „ 100 fl. österr. Währung. 99.50 Paris ... „100 Franken .... 40.50 3l. Tage. Bukarest für 100 walachische Piaster . . . 14.73 Kurs der Gold-Sorten. Kaiserliche Münzdukaten........ 4.85 vollwichtige Dukaten...... 4.80 Kronen............. 13 95 Gold- und Silber-Klirse v. 21. Dezember 1858. Geld. Ware. K. Kronen .......... 13.92 — ssais. Münz - Dukaten Agio..... 4 84 4.85 >to. Nand- dto. „...... 4 6! 4.82 Gold ZI mzrco ......... __ _ Napoleuüse'l'r „ , .. « . . . 8.<4 — Eouveraiüsd'or „ . ^' ..... 14.4 — Friedrichso'ol ., ..... 8.64 — iiouiöd'or (deutsche) „ ..... 8.W — E»g>. Souereigns „ ..... 10.^6 — Russische Imperialc „ .1.,!^. . . . 8.30 — Veleinsthaler ..... 1.5! 1.52 Preußische Kassa-Anweisangen . . . 1.52 1.53 Fremden-Anzeige. Ten 2l. Dezember >858 Hr. v. V^si, k. k. Major, Von Wien. — Hr. L.vicschnig, k. k. Bezirksooll^hl'l-, von Kionau. — Hr. Oipinghaus, piellß. Kaufmann, von Wien. — Hr. Ruppe, Handelsmann, von Wels. Z 23l2. Ronstantin-Tanliser. Buchdrucker, Buchbinder und Kommissions Buchhändler ' ^ m Neustadt!, bringt zur Nachricht, daß Bestellungen auf Journale des In- und Auslandes und Erscheinungen im Wege der Pranumeration, von ihm bereitwilligst angenommen, so wie auch alle 'Artikel aus dem Gebiete der Literatur, die nicht augenblicklich am Lager sind, schlell-Ulstst und ohne H>rciserhöhunst besorgt werden. 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Die nach § 19 der Statuten wahlberechtigten Mitglieder des Vereines, sind hlemlt höflichst eingeladen sich an dcr gedachten Wahl möglichst vollzählig zu dcthelligcn. Lachach am 1l. Dezember. Von der Direktion des Casino-Vereins. 3. 2293. (2) " UM oller l» ff. ». werden auf den ersten Satz einer über H000 fi. geschätzten Landrealltät aufzunehmen gesucht. — Das Nähere im Zcltungs-Comptoir. 3- 23l>, (2) 0 g 1 V4. M. IPatent- | I Porte - Monnaies I 3 8-^fnr das neue Gell».-^« ^ 8 K. K. Patent'Mryrllge, 8 ^ alle Sorte» ^ 8 Brieftaschen, Zigarren-Etui und 8 8 Notizbücher. ^ A Giönce ?li,s wähl von Ij 8 Damen-Handtascheu z v in Spönnet u»d i/rder. ^ §> ?llle Farben echt ainerikaiu'sche O, 1 Jjecleriuclier, g 3 fllr Melwel und UU.'geüpoillei' ^» uoerzieyen. « ^ wleichzeitio eoipfehle ich zu I z Wcihnachts - Geschenken 8 1 d^o »«ueste von O Z Wiener, Pariser und Londoner Galan- 8 Z terie-Waren, ., D- 2 besonders eiü. 2 40. ,^ur Brieftaube" «R5p. ' Optiker. Desfuaucr «fc Coiup» Dpttfer. 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